Aeitag, 20. Januar 1922 Erster Blatt 172. Jahrgang Eine bedeutsame Sitzung der sranzös ischen Kammer _ _ C —L.___ .. X /XK I möglich von dem beklagenswerten Druck befreit werden, der auf ihnen lastet. Aber die Regierung betrachtet als wesentliche Bedingung eines allgemeinen wirtschaftlichen Wiederaufbaus Len Wiederaufbau der verwüsteten Gebiete, besonders in den beiden Ländern, die zuerst von Deutschland angegriffen wurden und die unzertrennbar gewesen sind in der Prüfung, und die diese Prüfung auf ewig unzertrennbar gemacht hat- Belgien und Frankreich. Richt nur Gerechtigkeit ist es, die diesen allem vorangehenden Aufbau erfordert, sondern auch das Weltinteresse an Frankreich und an Belgien, die zum Ruin verurteilt sind. Das Reparationsproblem beherrscht also alle anderen, und wenn Deutschland in dieser wesentlichen Frage seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, werden wir nach Anhörung der Reparationskommission die zu trcffeaden Mahnahmen zu prüfen haben, und die erste wird sicher sein die Errichtung einer ernsthaften und wirksamen Kontrolle über das Reichsbudget, die Papiergeldausgabe und die Ausfuhr, ohne Präjudiz der Pfände r und Garantien, die sich als notwendig erweisen sollten. So bedeutend dies auch für die Zukunft Frankreichs sein mag, darf es doch nicht die anderen Klauseln des Friedensvertrages in Vergessenheit bringen, wie die Entwaffnung und die Bestrafung der Kriegsbeschuldigten. Solange sie nicht ausgeführt sind, haben wir nicht nur das Recht, restlos die Sanktionen aufrechtzuerhalten, die ergriffen worden sind, und wenn es sich als notwendig erweisen sollte, neue zu ergreifen, sondern wären darüber hinaus auch berechtigt, zu erklären, dah die Räuwungs risten iü; d..s linkeRhein- ufer noch nicht zu lausen begonnen haben. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejcde Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höbe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 70 Pf., auswärts 90 'Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 3^0 Pf. Bei Platz. Vorschrift 20" U2lufid)lag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Die Aussprache. Paris, 19. San. (WLD.) 3n der heutigen \ Kammersihung, die einen großen Zulauf seitens des Publikums gefunden hat, hat Minrstcrprasi- < deut PoincarS die bereits gemeldete m i n i -- fier teile Erklärung verlesen. Als er die Kammertribüne bestieg, wurde er u n t e r Pro - test der Sozialisten des ganzen Hauses bis weit in die bürgerliche Mitte hinein begrüßt. Die Erklärung wu.de aufmerksam angehört. Fast ein» stimmig wurden die Stellen der Erklärung beklatscht die von der Wiedergutmachung sprechen. Auch Die Verwahrung gegen eine schamlose Propaganda löste Beifall aus. Ferner die Stelle, dah das gesamte deutsche Volk für oic Staatsschuld hafte. Auch soll pach dem' Havasbericht die Stelle mit Enthusiasmus ausgenommen worden sein, die von den B.'sahungs- fristen des linken Rheinufers spricht. D.e Stelle der Rede die sich mit der Konferenz von Genua oeschästigt, hat den Protest der Sozialisten hervvrgerufen. Als erster Interpellant ergriff nach Verlesung der programmartigen Erklärung Abg. G i - r a r d das Wort, der im übrigen nur wenige Minuten sprach. Er führte aus, dah seine Besorgnis hinsichtlich des Ministeriums für die Pensionen dadurch beseitigt wurde, dah man das Ministerium mit dem Kriegsministerium verbunden hat. Als zweiter Interpellant besteigt der Sozialist Alexandre Da renne die Rednertribüne. Er erklärt, Poincare habe mit der Tradition gebrochen, dah ein ehemaliger Präsident der Republik sich ins Privatleben zurückziehe. Er sei zur Schlacht zurückgekehrt, aber nach Aniicht der Sozialisten von der falschen Seite, und deshalb seien sie seine entschlossenen Gegner. Die Ueber- nahme der Regierung habe grohe Erregung geschaffen. (Man ruft auf der Rechten und in der Mitte: Deutschland!) Abg. Varenne verwahrt srcy gegen die Unterbrechung und verlangt den Schuh des Kammerpräsidenten. Er fährt fort, eine Legende umgebe Poincare. Die Konstituierung seines Ministeriums und seine Erklärungen seien nicht dazu angetan, in entschiedener Weise zu beruhigen. An Stelle eines Ministeriums der nationalen muh. i Aber so energisch unsere Anstrengungen sein i können, wir können versichert sein, wir werden die französischen Finanzen nur ret- t e n wenn Deutschland, für das wir bereits so viele Milliarden vorgestreckt haben, endlich die Verpflichtungen erfüllt, die es übernommen hat. und den Schaden toieber gutmacht, den es verursachte. Es wäre die skandalöseste Unge- rechtigleit, wenn ein Land, das einen unentschuldbaren Angriff zu erdulden hatte, und von dem zehn Departements durch die, Invasion verwüstet wurden, nach dem Sieg auf eigene Kosten die Ruinen wieder aufbauen mühte, die ein vierjähriger Krieg auf seinem Gebiet verursacht hat, und wenn seine Steuerzahler die regelmäßigen Zahlungen der Pensionen und Zuwendungen an die Kriegsopfer, die Witwen und Waisen, Pensionäre und Kriegsverwundeten und an die Familien der durch den Feind füsilierten Zivilpersonen auf sich nehmen mühten. Eine sinnlose Propaganda, deren Urheber unschwer zu finden sind, macht sich heute gegen Frankreich geltend und bemüht sich, seine Haltung und seine Absichten zu entstellen. Man stellt uns so dar. als ob wir von einer Art imperialistischem Wahnsinn befallen wären, und klagt uns an. dah wir insgeheim verdächtige Absichten hegten, als ob der Krieg uns nicht genug Opfer auferlegt hatte, als ob wir nicht teurer als alle andere den Frieden erkauft hatten, den wir konsolidieren sollen. Wir verlange« nur die Erfüllung der Verträge, die das Parlament ratifiziert hat. der Verträge, die außer der Unterschrift Deutschlands die Unter- schrift Frankreichs und aller anderen alliierten Länder tragen. Wir verlangen nur das, was man uns schuldet. Wie könnte Frankreich in dieser lebenswichtigen Frage nachgeben? Deutschland behauptet, dah es zahlungsunfähig sei, während es tatsächlich seine Staatseinnahmen systematisch vergeudet. Es ist weniger mit Steuern belastet als Frankreich und zieht nicht einmal regelmäßig diese Steuern ein. Es macht übermäßige Ausgaben und seine Papiergeldausgaben. die seine Währung herabdrücken, begünstigen' seinen Export. Es läßt seine Großindustriellen ihre ausländischen Devisen in ausländischen Unternehmungen anlegen. Aber während es dermaßen ein scheinbares Elend organisiert, verteilen seine Gesellschaften ungeheure Dividenden, seine Fabriken sind in vollem Betrieb, seine Wirtschaftskraft steigert sich mit jedem Sage, und während der Staat sich ruiniert, bereichert sich das Volk. Aber es ist die gesamte Ration, die mit ihrem Vermögen und ihren Einkünften für die Staatsschulden haftet, denn im Ramen der Völker sind der Friedensvertrag, der Zahlungsplan, der von der Reparationskommission aufgestellt wurde, und die im Monat Mai in der kollektiven Aufforderung der Alliierten festgelegten Bedingungen angenommen worden. In Verteidigung seiner Rechte geht Frankreich loyal vor, demi es verteidigt dadurch die internationalen Abkommen und es gehorcht weder dem Geiste der Rancune, noch dem Geiste des Hasses, noch egoistischen Motiven. Es hat den lebhaften Vunsch, dah Europa und die Welt so früh wie Das ist die These, die die französische Regierung fortgesetzt vertreten hat. Mehr denn je muh sie aufrechterhalten werden in diesen verschiedenen Fragen und in allen yaderen. die sich noch stellen werden, wenn wir unü-wemühen, uns loyal mit unseren Alliierten zu verständigen. Wir werden die Prüfung der Angelegenheiten wieder aufnehmen, die vorübergehend Mißverständnisse hervorzurufen schienen. Wir werden uns bemühen, sie unverzüglich beizulegen. Eine wirksame Garantie für den Frieden ist das Bestehen von Abkommen zwischen den Völkern, die aus der Gemeinsamkeit der Interessen herausgeboren werden, wie die Kleine En - t e n t e, deren Geburt Frankreich freudig begrüßt und deren Fortschritte es mit dem Vertrauen und Sympathie verfolgt. Die Regierung wird es sich zur Ehre anrechnen, durch ihre tätige Mitwirkung den Völte r b u n d zu unterstützen. Die Ergebnisse, tue er schon erzielt hat, lassen die Dienste ermessen, die die Welt mit Recht von ihm erwarten kann. Die Einladungen zur Konferenz von Genua wurden von den alTierten Mächten versandt. Wir werden na^drüc lichst fcrdri, da^ Pie tm Programm von Cannes festgelegten Bcdingu'grn von den Deleg'e ten vor jeder an'eren Deba te angenommen oder abgelehnt werden u"'b_ Latz keine Bestimmung der Verträge, selb st nurindirek t, aufder Konferenz in die Debatte gezogen wird. Wenn wir in dieser Hinsicht keine genauen Garantien er» halten. w röen wir g z :u gen sein, uns Handlungsfreiheit vvi^ubehalten. Wir treten ir.s sehr glücki ch schätzen, wenn das Ab^mmen. das der Fe ig ng te? Sri d n? de ei s l . da.d g.t von Frankreich u d Enga d u te zeuch et Verden kann. Wir zweifeln nuu daran daß e- -wischen den beiden Ländern aus absoluter Gleich» berech tigung unterzeichnet werden kann, da cs beiden Ländern nützen soll. Wir zoei eln auch nicht daran, dah es ohne Einschränkungen die gegenwärtigen und künftigen Garantien belbehält. Sie die Friedensvrrtrage anerte nen. W r werden uns gleicheitig mit ^aben und E. g.and z i verständigen hiben. um zu versuchen, im Orten t die Wiedbrru nähme der F.indse tg e t-rn zwi ch n Griechen und 'Suiten zu ve hn ern, wu im Einverständnis mit u seren De bi becen den Ruhen miä, dem Abkommen von Angora oll g ehen, und endlich wieder 'Ruhe an den Tiuien ^pns zu schaffen Wir können auf diese All unfet Mv_n tet in' Syrien freier ausuben, ohne zu grotz< Aufgaben und für das Wohl die zu allen Zeiten treue touren forg.-n. Wir brauchen nicht hrnzuz ischen, teß £i’ uns bemühen wwden, dre freundichast- lichsten Beziehungen mit allen and. en Bo k^rn zu pflegen die an unserer Seite für die Rechte der VMh-i kümpt-n. M X'-irü -> n »inaten (Staate r, deren Mitwrrku. g so viel ja dem gemeinsamen Siege beitrug, rnd d e jeßt bei ber Konferenz in Washington einen so deut' lichen Beweis ihrer edlen Eeslnnung 9'n heben G gen alle u seren Derbundeten w rd n tor fcauemö bemüht sein, de Sprache der ft inu na der Offenheit und fmnb s ch a f t zu führen, and wir wissen, baß fie s ick nie daran stoßen werden, i>uß toir höflich und entschlossen die Interesstm ö-ant- ^chs vertreten, wie sie ihre eig nen vertreten In diesem nationalen Werk ^nnen wir nur mit Unterstützung Erfolg haben. Mr wenden uS an aVe unter Ihnen, die sich des Ernstes der Stunde bewußt sind, mit der Au forderung, sich in der Achtung ter Gesche der R P b v zur Wahrung der Rechte Frankreichs zu samme.n. Die ministerielle Erklärung Poincares. Paris, 19. Ian. (Wolff.) Die ministerielle Erklärung, die beute mittag Ministerpräsident Poincare in der Kammer, und der Just izminister Darthvu im Senat abgegeben haben, hat folgenden Wortlaut: Dom Präsidenten der Republik dazu berufen, die Regierung unter ernsten Umständen zu übernehmen, hat das Kabinett, das sich Ihnen heute vorstellt, keinen anderen Ehrgeiz, als in enger Zusammenarbeit mit den Parlamenten den Respekt vor den Verträgen, die die Friedensbedingungen festsehen, sicherzustellen. Um unser Programm zu verwirklichen, werden wir uns einfach der schönen Worte erinnern, die bei Eröffnung Ihrer Session der Senatsprasident und der Kammerpräsident ausgesprochen haben. Um das Werk zu vollenden, dessen große Züge sie meisterhaft gekennzeichnet haben, hat die Regierung Ihr Vertrauen notig und ich hoffe, daß Sie es ihr bewilligen wollen. Durch eine Arbeitsanstrengung haben Sie das Budget des beginnenden Jahres zur richtigen Zeit verabschiedet. Diese Rückkehr zu der allzulange aufgegebenen Regelmäßigkeit wird Ihnen gestatten, unverzüglich die dringenden Gesetzentwürfe zu erledigen, die auf der Tagesordnung der beiden Kammern stehen, und die insbesondere die Zurückgabe der wiederzuerlangenden Ausgaben zum Ziele haben, ferner die Organisation der nationalen Verteidigung, die Herabsetzung der militärischen Dienstzeit und die Errichtung der sozialen Solidarität. Die glückliche Beseitigung ber provisorischen Zwölftel erleichtert auch dem Kabinett die Aufstellung des vorläufigen Budgets für das Jahr 1923 und macht es ihm zur Pflicht, die Reformen einzusühren, die unsere F i - nanzlage erfordert: eine Rechnungsablegung in Ordnung zu bringen, die der Krieg in Unordnung gebracht hat, die notwendigen Verbesserungen in der Veranlagung und Einziehung der Steuern, aufrichtige Sparsamkeit, die besonders in andauernder Vereinfachung und rationeller Zentralisierung der Verwaltung gesucht werden Sitzung dauert an. Abg. Darenne fährt fort: Ich teile Ihnen mit daß einige meiner Freunde im 2lu95^tnu2 De'utschland bereisen und von der Volts- menge freundlichst begrüßt werden. Ich verlange, daß Sie nicht den Teil der öffentlichen Meinung in Deutschland entmutigen, der reparieren will Ich habe auch die Ueberzeugung, daß, werm Sie alle anderen Lösungen versucht haben, Sie früher oder später, ich glaube zu spät, zu den Losungen zurückkehren, die praktische Menschen allem für realisierbar halten, nämlich, daß Deutschland bezahlen muß, was es mit Geld bezahlen kann, unv den Rest mit internationalem finanziellen Beistand mittels einer Wiederaufbaupolitik Europas aufzubringen hat, so wie die Konferenz von Genua beschließen will. Ich frage: Gehen Sie risch Genua? Ich glaube aber, Sie w«d«' läßlich selbst hingehen. Denn ich nehme nicht an, daß Die die Politik betreiben wollen, um berettoiUen gewisse Leute Sie mit Vergnügen haben kommen sehen Ich glaube, daß Sie gezwungener- weise Seite an Seite mit England und Amerika marschieren werden lMinisterpräsident Poincare niat zu st im mend mit dem Kopf.) Da^nne fahrt fort: Sie I werden das Ruhrgebiet nicht besetzen und viel früher nach Genua als nach Berlin gehen. Sie werden dieselbe Politik wie Ihr'Vorgänger betreiben, vielleicht mit etwas mehr Steifheit. (Leon Daudet ruft: „Und mit weniger Lügen!" Er wird zur Ordnung gerufen.) Varenne schließt, indem er ausruft: Erkennen Sie doch an, daß die Zivili-* faiion unfähig ist, gegen die periodische Krankheit des Krieges sich zu verteidigen und nicht einmal verlohnt, verteidigt zu werden. Ich habe Ihnen nun, so erklärt er, gegen Poincare gewendet, die absolute Opposition unserer Gruppe angekündigt, und ich ende mit einem Worte von Iaures: „Par cela et par vous“. Die gesamte sozialistische Kammergruppe springt auf und llalscht minutenlang Beifall. Hierauf ergreift der Kommunist Mar- cell Cachin das Wort und spricht zuerst von der Konferenz von Genua. Frankreich werde hin- gehen und dort Sowjetrußland begegnen. Die Vertreter Rußlands würden mit am Konferenztisch sitzen und mit den anderen Völkern auf dem Fuße der Gleichheit diskutieren. Unter Hinweis auf die Resolution Mac C o r m i ck s er- llärt der Abgeordnete, daß man schließlich doch zur Beschränkung der Rüstungen kommen müsse, und daß 'Frankreich nicht imstande sein werde, lange ein Heer und eine Marine zu unterhalten, die seine Kräfte übersteigen. Man müsse wissen, ob Frankreich jetzt eine Politik der Isolierung betreiben wolle. Cachin erinnert an die P ol t t i t, diePoin- car6 im Jahre 1914 getrieben habe und an die Briefe, die Iswolski an Sass o» now gerichtet habe. Minisrerprä, ident Poincare erw dert:„Ich setze las formellste Dementi t> efen B lesen entgegen Ich habe sie niemals gesehen. Sie existieren nicht." Abg Cachin erwidert: „We.rden Sie sich an Iswolski." (Mehrere Abgeordnete ru,en: .Der ist tot") Ministerpräsident Poincare erklärt: .Ich bedauere, Laß auf der Kamme t büne Te a p^ tungen ausgestellt werden, die nicht mehr lernen- tiert werden können. Diese Briese editieren nicht, und wenn sie existieren, dann sind sie sol ch. Uekrigens wird d e Kammer „ein Gllbbuch" über alle Ereignisse auf Lern Balkan erba ten. Abg. Cachin erkürt: .Wir glauoen an G.löblicher nicht mehr/' Ministerpräsident Poincars erwidert:.v)ch autorisiere Sie, felb't die D äußersten Linken. Alle A.geordneten erheben s^ und Natschen Beifall.) ?^Mann man?, . als den mich Cachin h ingestellt hat sc'wurde ■ ich mich selbst verabscheuen. (Lebhafter Beifalls Don der Linken wird gerufen: Die Geschichte nur Der Siebener Snjetaet erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Moaatlichevezugrpreise: Mk. 9.50 einschl. Träger- lohn, durch die Post Mk. 10. - einschl. Bestellgeld, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geichaflsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Zrankfürl a. M. 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für GberWen Druck und Verlag: Vrühl'sche Univ.-vuch- und 5teindruckerei R. Lanze. Zchnftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulftrahe 7. Union habe er ein Ministerium des nationalen Blocks geschaffen. Er habe das Ministerium Briands ohne Briand gebildet. Sollten sich die Mitarbeiter Briands zu Poincares Politik bekehrt haben? Dann hätte man Unrecht getan, das Ministerium Briand zu stürzen. Der Abg. Darenne stellt alsdann fest, daß Poincare von" seinem Vorgänger wesentlich abweiche, besonders in bezug auf den Obersten Rat. Er stützt sich hierbei auf Zeitungsartikel Poincares, die er verliest. Die internationalen Konferenzen bedeuten einen wesentlichen Fortschritt gegenüber den alten Methoden. Die Sozialisten seien der Ansicht, es bedeute eine ungeheure Gefahr, wenn man darauf verzichte. Die Verträge, die Frankreich abgeschlollen hätte, müßten besonnen dis utiert we.den. Der Friedensvertrag von Versailles fei nicht nur zwischen Frankreich und Deut'ch and abgeschlossen worden, sondern zwischen den Alliierten und Deutschland. Wenn die Alliier en in dcr Politik Les Zwanges Frankreich richt folgten, was werde Frankreich tun Y Werde es allein vorgehen? Entweder werde Deutschland sich toiterteßen oder es werde sich weigern. Im erften Falle werde die f anzösllche Reg erung die A liierten nickt an ihrer Seile haben. Die andr'e Politik habe den Vorteil, daß die Alliierten m.t Frankreich gingen, während die Po.itir Poincares zur Isolieeung führe. Varenne fordert schließlich 21usklärung über das X l mm en von Wiesbaden und über das A.k mmen von Cannes. Er wünscht 'U wissen, ob die Kiw serenz von Cannes u.iterbrocke i worden sei, toe; die Regierung durch eine Depesche gestürzt worden sei. Habe man Vorteile uid als Koinpew sation Las Moratorium er ieit ? Es sei niema d in der Kammer, der die R^fwendig''eit in F age stelle, daß F.xlnkreich die Reparationen erlangen müsse, auf.die es ein Recht habe. D e sozialistische Politik der Reparationen habe gegenüber der Politik Poincares den Vorteil, baß_ sie schon die Zustimmung eines Teiles der öffentlichen Meinung in Deutschland gefunden habe. Die Stellung Langers gemeinsam mit Frankreich äußersten Linken „StaatSgerichtshc entsteht grober Lärm. DieRechteund erichtshof" Der neue Zankapfel um Tanger. London. 19. Jan. (WTB.) Die ..Times" berichtet über die Möglichkeit einer Wiederanknüpfung der Verhandlungen bezüglich Tangers. Großbritannien habe mehr als und Spanien zu erörtern unter der Voraussetzung, daß ein internationales Regime für Tanger, wie eS vor dem Kriegsausbruch in Aussicht genommen worden sei, aus den Beratungen der drei Mächte hervor» gehe. Vor etwa einem Monat hätten die Franzosen einen Vorschlag gemacht, der, wenn er durch geführt worden wäre, auf eine Ausdehnung des Protektorates auf die Tanger-Zone hinausgelaufen wäre. Die britische Regierung habe aber der französischen Regieytng mitgeteilt, daß es zwecklos sein würde, die Verhandlungen mit Großbritannien und Spanten auf einer solchen Grundlage zu versuchen. stattet, seine Waffen zu behalten, anstatt es auf dem Schlachtfelds zu entwaffnen? — Poincarö erwidert: Der Präsident der Republik unterzeichnet keinen Waffen,^llftand. Sie werden nirgends seine älnterschrift sehen. — Abg. Darthou: Pontius Pilatus I — Poincarö fahrt fort: Er wolle nur für Dinge verantwortlich sein, die er unternommen habe. (Als ein Mitglied der Der Regierungswechsel in Rumänien. Bukarest, 19. Jan. (Tschechoslowakisches Dressebureau.) Der König hat die Demission Take Z'onescus angenommen und den Führer der Liberalen Bra- t i a n u mit der Bildung des neuen Kabinetts betraut. Den liberalen Blättern zufolge, wird die neue Regierung bereits morgen gebildet sein. Das Dekret über die Auflösung des Parlaments wird bis längstens Montag veröffentlicht werden. 3m neuen Ministerium werden Bratianu das Präsidium, Duea das Aeuhere und Dintila Bratianu die Finanzen übernehmen. •• Aus dem Reiche. Die Wahlen zur Angestelltenversicherung. Berlin, 19. Jan. Bei den bisher statt- gefundenen Wahlen zur Angestellten- versichrrung (59Bezirke) haben fast überall (auch in den Großstädten) die Listen der HauptauSschußverbände den Sieg davongetragen. 3nSgesamt erhielten bisher der HauptauSschuh 20 4 DertrauenS- und 396 Ersatzleute, während auf den Afa ound nur 1 23 Vertrauensleute und 276 Ersatzleute entfielen. Die Mehrheit der Angestellten hat sich damit für die Erhaltung der selbständigen Angestelltenversicherung ausgesprochen. bombardieren sich mit Zwischenrufen. Schließlich aber erklärt Poincarö, Frankreich müsse die Verhandlungen mit den Alliierten fortsehen, gestützt auf seinen eigenen Wert, und mit allen seinen Freunden auf dem Fuße der Gleichheit sprechen. (Beifall.) Hierauf ergreift der Abg. H e r r i v t das Wort: 'Das die ändere Politik betreffe, so seien sie der Ansicht, daß die Konferenzen der Geheim- diplvmatie vorzuziehen feien Die Konferenz von Genua sei zu begrüßen. Auch daß Rußland dort vertreten sei. Hier sei das einzige Mittel gegeben, um Rußland dem deutschen Einfluß zu entziehen. Wenn ein Mann wie Lloyd George eine so folgenschwere Entscheidung treffe, könne Frankreich sich nicht desinteressieren, aber es dürfe die Frage der Reparationen nicht mit der Frage des wirtschaftlichen Wiederau, b-iueS in Europa verbinden lassen. Deutschland unter Mitschuld der englischen Finairz suche nach einem Mittel, diese beiden Fragen miteinander zu verquicken. Das fei dieser Tage klar aus den Worten hervorg-gangen die Reichskanzler Wirth vor einer großen Reichst 'gsiomnnssion ausgesprochen habe. Denn mau die Schwäche besitzen würde, Deutschland zu gestatten, die Re« Parationsfrage wieder aufzurollen, dann würde man ein Plnrechi begehen. Dieses Manöver müf e die französische Regie ung zunichte machen. Frankreich habe Deutschland Vorschüsse geleistet. Es sei nicht für die Rot Deutschlands rerantwvrtlich. •Sn Hamburg habe er gesehen, daß Deutschland sticke Handelsflotte wieder aufbaue, die in fünf Jahren das sein werde, was sie gewesen sei. Die Reparationen könne Deutschland nur zahlen, wenn Handel und Industrie die unerläßlichen Opfer brächten. Herriot schließt, indem er 'den Telegrammwechsel zwischen Lloyd George und Pvincarv begrüßt In der äußeren Politik könne man stets auf die älnterskützung der radikalen Partei zählen. Damit schließt die Debatte, worauf P o i n - car6 die Tagesordnung Aragv annimmt, in der die Kammer die Erklärung der Regierung billigt. Alle weitergehenden Tagesordnungen werden abgelehnt und der Tagesordnung Aragv die Priorität mit 472 gegen 107 Stimmen zugebilligt. Die Dertrauenstagesordnung wird alsdann mit erhobenen Händen angenommen. wg. Gedern, 20. Jan. Von heute an wird der werktags verkehrende Personen- zug 4396 14 Minuten später gelegt und in Gedern um 1 Ahr nachmittags abgelassen. Die Eifenbahndirektion Frankfurt hat damit mehrfach geäußerten Wünschen, besonders von fetten der Eltern der die hiesige Hoflaplanei-- schule besuchenden auswärtigen Schüler. Rechnung getragen. Durch diese Fahrplan- änderung kommt auch das unangenehme Warten in Stockheim auf den Anschlußzug Gelnhausen—Gießen in Fortfall, was ebenfalls zu begrüßen ist. — Außerdem wurde noch der Leerwagen zu g 5 196, Gedern ab 4.40 Uhr nachm., Hirzenhain an 4.53 Uhr nachmittags, für den Personenverkehr in beschränktem Umfange freigegeben. dz. Herchenhain. 19. Han. Der hiesige Aus Stadl und Land. sießen, den 20. Jan. 1922. Die Feier der Neichsgründunr;, Zur Feier des Jahrestages der R e i ch S - gründung fand, wie wir bereits berichteten, auf OSwaldSgarten eine Paradeaufstel- lung des hiesigen Bataillons mit anschließendem Vorbeimarsch statt zu der die staatlichen und städtischen Behörden der Stadt Studentenschaft und Militärverein e auf gefordert waren. Manche Erinnerung an frühere Veranstaltungen auf demselben Platze mag den Zuschauern gekommen sein; allgemein war sicherlich die Freude, daß eine militärische Feier der Reichsgrünüung überhaupt stattfinden konnte, gleich groß die Befriedigung über ihr volles Gelingen. Nachdem die Truppen Paradeaufstellung genommen hatten, hielt der Regimentskommandeur, Oberst Wöll-- warth, eine der Bedeutung des Tages gerecht werdende kurze Ansprache, die in die Mahnung zur Einigkeit die Voraussetzung des Wiederaufstiegs, ausklang. Unter präsentiertem Gewehr folgte das „Deutsch land "-Lied, In das ein großer Teil der Zuschauer sichtlich ergriffen und bewegt einstimmte. Der nunmehr anschließende Vorbeimarsch in Zügen dürfte bei allen Beteiligten, der Truppe und den Zuschauern die gleiche Befriedigung hervorgerufen haben; er zeugte von der ziel- bewußten Arbeit, die im Rahmen des kleinen uns belassenen HeereS geleistet wird und ließ vor allem erkennen, daß die unbedingt notwendige militärische Disziplin in den Truppen des Standortes nicht nur vorhanden, sondern ihnen wirllich in Fleisch und Blut über» (Kitte Erkrankung des Papstes. R o m, 18. Jan. (WTB.) Nachrichten aus vatikanischer Quelle besagen: Der Papst hustet seit einigen Tagen, aber er wollte das Bett nicht hüten und setzte seine Tätigkeit fori. Morgens willigte der Papst, der leicht fiebert, auf die dringenden Vorstellungen des Kardinals Gaspari ein, das Bett zu hüten. Abends stellte der Arzt fest, daß der Zustand des Papstes unverändert ist. Rom, 18. Jan. (WTB.) Wie aus sicherer Quelle verlautet gibt der Zustand des Papstes zu einigen Besorgnissen Anlaß. Das '(Siebet stieg während des TageS auf 39,9Grad. Infolge der großen Ausdehnung des Bronchialkatarrhs befurchtet der Arzt in Anbetracht des Alters des Papstes Komplikationen. Heute verließ der Kranke trotz der Bitten der nächsten Umgebung, die ihn davon abhalten wollte, auf einige Augenblicke das Bell. 3n vatikanischen Kreisen fragt man sich, ob eS dem Papst möglich sei, bis Ende Januar den König von Belgien zu empfangen. Heute besuchte den Papst sein Neffe. Beschlüsse des Reichsrates. Berlin, 19. Jan. (WTB.) Der Reichs- rat nahm zunächst den vierten Nachtragsetat für 1921 an, der insbesondere durch die Abmachungen der Reichsregierung mit den Spitzenorganisationen der Arbei- terund Beamten über die Lohnerhöhungen und Teuerungszuschläge notwendig geworden ist. Beim Etat des Reichsschatzmini st e r i u m S schloß sich das Reichsratsplenum dem AuSscyußbeschluß an, die Ausgaben für diesen Etat nur noch auf ein halbes Jahr zu bewllligen. Ein Regierungsvertreter erklärte, daß sich die Reichsregierung die Aufrechterhaltung _ der Regierungsvorlage Vorbehalte. Gegenüber dem AuSscyußbeschluß, die Mittel für den Personalbedarf des Reichs- ministerlumS.für Ernährung undLand- wirtschaft nur noch bis zum 1. Oktober 1922 zu bewilligen, wurde auf Antrag Bayerns die Regierungsvorlage wiederhergestellt Die Abstriche im Personaletat wurden nach den AuSschußbeschlüssen angenommen. Aach den Ausschußbeschlüssen wurde in erster und zweiter Lesung der E t a t d e r a l l - gemeinen Finanzverwaltung angenommen, der für 1922 eine Einnahme aus Steuern, Zöllen usw. von 97 Milliarden 428 Millionen, also gegenüber 1921 ein Mehr von 44,7 Milliarden aufweist, wovon auf die Der- krhrssteuern 30,2 Milliarden entfallen. Der Reichsrat stimmte ferner dem Haushalt zur Ausführung des Friedensver- träges zu, der einen Gesamtzufchuß von 187,5 Milliarden erfordert Zur Tilgung der Reparationen sind 135 Milliarden erforderlich. Die Ausgaben für die interalliierten Kommissionen sind mit 1,8 Milliarden eingesetzt worden. Der Vorsitzende der militärischen Konttollkommission erhält jährlich 1 650 000 Mark. Für jeden Unteroffizier hat das Reich einen Zuschuß von 138 000 Mk. jährlich zu leisten. Angenommen wurde schließlich nach den Vorschlägen des Ausschusses daS Haushalts- gesetz und der Reichsh2 ushaltsplan. Der außer- ordenlliche Etat weist einen Anleihe bedarf von 3,1 Milliarden auf. Beträge zur Verbilligung von Lebensmitteln find in Den Haushaltsplan für 1922 nicht eingestellt worden. Der außerordentliche Etat der Reichs- Postverwaltung weist einen Anleihebedarf von 2,4 Milliarden auf, die Relchseisenbahnver- kvaltung einen solchen von 6,7 Milliarden. Der Gesamtfehlbetrag des Haushaltsentwurfs für 1922 beläuft sich auf 181,9 Milliarden Mark gegen 162 Milliarden für 1921. — Der Reichsrat stimmte ferner einer Entschließung der Ausschüsse zu, Der die Reichsregierung ersucht, die Auflösung des Reichs- sc^ltzministeriums alsbald in Angriff zu nehmen und bis spätestens 1. Oktober 1922 burch- zuführen. , wird urteilen!) Poincare fährt tert: 3a> fürchte daS Urteil der Geschichte ntd>t aber ich hasse die Geschichtsfälscher. (Beifall!) AlS der Krieg gegen Frankreich erklärt wurde, war mein einziger Wunsch, den Steg mit dem Beistand aller im Burgfrieden stcherzustellen. Die Minister aller Parteien wurden berufen, um mit dem Präsidenten der Republik 5U arbeiten. In der Zusammensetzung meines Kabinetts hätte ich gerne noch klarer diesen Wunsch nach Zusammenarbeit auSgedrückt Es hing nicht von mir ab, daß das nicht möglich gewesen ist. Der Ministerpräsident geht dazu über, die mtnisterjelle (SrfKLung zu kommentieren. Die Regierung Labe nur ein Ziel, die Ausführung des F r i edensvertrages von Versailles. Man müs e anerkennen, daß dies daS gemeinsame Znte.'es'e Fiank.eichs und (Englands sei. lieber die Ausführungsmethode gäbe eS Meinungsverschiedenheiten. Er habe nichts von dem zurückzuziehen, was er geschieben habe. Er glaube, daß die Akten studiert we.ben müßten und daß man vorher auf dem gewöhnlichen diplomatischenWege Dvrle eluncen t essen müsse, damit jedes MißverBündnis, jede 3m- provisie.-ung und jede lle e raschung ausgeschlossen sei. (Beifall in der Mitte.) @r wisse ganz genau, daß die Konferenzen, wie die von Cannes, nicht von der französischen Regierung verlangt worden seien. Ich weih sehr gut, daß Deutschland behauptet, daß es für den Krieg nicht verantwortlich sei. Eine Postkarte, die von Wllhelm unterzeichnet ist, trügt die Worte: „Die Behauptung, dah Deutschland Krieg verursacht habe, ist eine schamlose Lüge." Diese Lüge nehmen wir auf unsere Schultern. (Lebhafter Beifall.) D i c Geschichte wird Deutschland unter der Mitschuld Oesterreichs für den Krieg verantwortlich erttäreft. Deutschland hat die Krstgsschäden durch die Mißhandlungen der Frauen und Greise und der Passagiere der Handelsschiffe erschwert. Die interalliierte juristische Kommission für dieKriegs- beschuldigten hat entschieden daß die Beschul, ig- ten gemäß der Bestimmung des Friedensvertrags von Versailles ausgelicfert werden sollen. Ministerpräsident Poincare fahrt fort: Die französische Regierung ist der Ansicht, daß die Auslieferung der Kriegsbeschuldigten sobald als möglich verlangt werden muß. Weigert sich Deutschland, dann sind im Friedensvertrag Straf- mahnahmen vorgesehen. Das wäre dann eine neue Verfehlung, die vor allen Dingen eine neue Hinausschiebung der Evakuierung deS linken Rheinufers nach sich ziehen würde. Was die Reparationen anbetrifft, so kann die Reparationskvmmissivn nur einstimmig eine Entscheidung annehmen, die die Reparation.n vermindern, die uns geschuldet werden. Die Re- Parationskvmmission hat einen Aufschub bewilligt, aber die Alliierten müssen von Deutschland go Difse ZahlungSgarantien verlangen. Frankreich form selbst gegen zeitliche Befriedigung Rechte, die es aus dem Friedensvertrag hat, nicht auf» geben Frankreich wird auch den Grundsatz der Priorität zugunsten feines Verbündeten BÄgien aufrechterhallen. Deutschland hat nicht LaS Recht, die Revision des Frieden Sv er t r a g c & z u verlangen. ES darf bafe nicht einmal auf Umtoegen tun. (Driand ruft: 3n Genua tmi e! das nich tun.) PoincarS antwortet: Zwingen Sie mt.j nicht, auf Einzelheiten einzugehen. Driand erwidert: Die Tagesordnung der Konferenz zeigt, dah diese »Konferenz eine rem wirtschaftliche und finanzielle -sein wird, und daß in keinem Augenblick die ^unterzeichneten Verträge diskutiert we.den können. »-Die zeigt ferner, dah auch die Reparationsfrage nicht auf der Tagesordnung stehen wird. — Pvin- carö antwortet: Deutschland wird indirekt rei- suchen, die Frage aufzuwerfen, und deshalb hat der Reichskanzler sagen können, dah Deutschland sein Ziel erreicht habe. Sagen Sie, dah Frankreich und die Alliierten nicht gewollt haben, dah der Friedensvertrag von Versailles in Genua in Frage gestellt w rde; aber sagen Sie nicht, dah Deutschland das nicht gewollt habe Driand erheb! sich und erklärt: Wir und unsere Alllier- ten würden alsdann nicht zögern, uns von der Konferenz zurückzu i hen, wenn Deu s hland eine solche Haltung einnehmen sollte (Bei Aba. Blum ruft: Es ist überzeugend, da; Deutsch- lanb diese Frage stellen wird. — P 0 incarß antwortet: Sie haben vollkommen Recht, denn ohne dies würde die Konferenz von Genua zu nichts dienen. — Der Abg Blum prüzidiert das, waS er vorher gesagt hat, indem er hinzufügt: Wir sind der Ansicht, dah daS Revarations- prvblem von den allgemeinen Problemen der Wiederoufrichtung Europas abhln^t. — Der Abg. H e r i 01 ruft dazwischen und zahlreiche Abgeordnete stimmen ihm zu: Nein, Nein! •— Abg. Dlum erwidert: Aber das ist doch der Gedanke, dar die Konferenz von Genua inspiriert hat. Poincare fährt fort: Driand hat gesagt, daß alle Garantien in Cannes geaen Deutschland getroffen seien. Alle Vorsichtsmaßnahmen würden von Frankreich ergriffen werden. Was Rußland anEeteefre, so habe man ebenfalls in Cannes Garantien geschaffen, namentlich was die Anerkennung der Schulden Betreffe Es wäre aber logischer gewesen, dah die Annahme dieser Be- btnfl’ungen iter «Änladung vorauSgegangen wäre. — Der Ministerpräsident spricht alSdann von der Anaora-Angelegenheit. D.e'es Lbkom- man habe die Ruhe im Orient zwischen den Türken und Franzosen heraestelll. aber nach der Schnee- fchmelze könnten die FeindseligkeitLN zwischen Griechenland und den Kemalisten wieder ausgenommen werden. Was also geschehen sei, sei nur provisorisch 3n der Tanoer-Ange- legenheit werde die französische Regierung versuchen, 6efnebigenbe Losungen zu finden, um jedes Mißverständnis zwischen Frankreich und. England zu beseitigen. Lloyd George sei auch bier der Ansicht, dah der französisch-britische Pakt die Krönung der Anstrengungen sein müsse. Poincare spricht alSdann von den militärischen Vorbereitungen in Deutschland. Die Sozialisten hatten erflärt, dah ihre französischen Freunde von den deutschen Arbeitern afftamiert wurden. Dieselben Arbeiter hätten aber Haubitzen versteckt. — Abg. Von- court ruft dazwischen: Ohne die deutschen Ge- wertschaften hätte General Rollet seine Ausgabe nicht durchführen können. PoincarS fährt auf den Zwischenruf Bvncvurts weiter fort: Die Alliierten seien verpflichtet gewesen, Garantien gegen Deutschland zu nehmen. Sr wolle gern annehmen, daß Deutschland sich demokratisiere urrd pazifisttsch werde, aber inzwischen müsse et, wie Driand daS in Washington gesagt habe, feststellen, daß Deutschlandwe- der moralisch noch materiell ab* I ** Falsche Reichsbanknoten z u 100 0 Mark der Ausgabe vom 21. April 1910 sind festgestellt worden. Die Zaischstücke sind im Griff glatter, härter und kräftiger als die echten Scheine und Heben bei starkem Druck am angefeuchteten Finger. Die Faser-streifen sind durch bläuliche Druckstriche geschickt vorgetäuscht. (Die Striche lassen sich mit einer Nadel nicht civheben.) Die Fälschung ist im photographischen •Srudtxr- fahren auSgeführt und zwar die Zeichensorm in Verbindung mit Ausfertigungsdatum und Unter* sch iften. Die nach echten Noten bräunlich ab={ gestimmte Kopie zeigt das NvtenbiW in allenj Einzelheiten doch merklich verschwommener und» fleckiger. Weiter ist herdorzuheben, daß die Nummern ein dickes, mattvecschwvmmenes Thpenblld zeigen und daß die in der photographischen Kopie nur leicht angedeuteten Stempel durch mehrmali-, gen grünen Ausdruck in doppelter Zeichnung' unklar nachgebildet sind. Nummern und Stempel machen die Fälschung alS solche gut kenntlich. Zur Beachtung! Um Verzögerungen und unnötige Kosten zu vermeiden, bitten wir erneut, darauf zu achten, daß füralleAnfragenundZu- schriften geschäftlicher Art unsere Geschäftsstelle (Telephon Nr. 51) zuständig ist; insbesondere müssen alle Auf- iräge für den Anzeigentell dorthin gerichtet werden. Die Redaktion (Dchriftleitung), Telephon Nr. 112, kommt lediglich für Angelegenheiten, die den Text teil betreffen, in Frage. **®ttneuc MilchpreiS. Die Vertreter des Städtebundes' und der Bedarfsaemeinden verhandelten in Frankfurt a. M. mit den Vertretern der Landwirlschafi über eine weitere Erhöhung des Stallpreises für Vollmilch. Eine Einigung kam nicht zustande. Die Dertyeter des Stadte- bnndeS erklärten sich jedoch bereit, berechtigten Forderungen der Landwirtschaft entgegenzukommen und ab 21. (Januar 1922 einen Stall- Preis von 4 Mk. für den Liter Vollmilch (seither 3.50 Mk.) zu bezahlen. Der Kleinverkaufspreis erhöht sich hierdurch von 5 Mk. auf 5.50 Mk. '"Gestohlen wurden am Montag kurz nach 7,Ähr morgens aus einem unverfchlosienen Vvr- vlatz nachfolgende Kleidungsstücke: 1 hellgrauer lleberzieher, 1 grünliche Zvppe, 1 dunkler Rock mit bläulichen Streifen, 1 brauner Rock, 1 grüm sicher Filzhut, 1 schwarzer Regenschirm und eine graue Patschfappe. Dor Ankauf wird gewarnt. Bornotizen. - Tages ialender für Freitag. 2tadttHeater, 7 ilfcr: „Die Schmet erlings'chl cht" Hörsaal. B aird'-satz 4. 8y« Ubr: Hölderlin- Abend. — After a-Lich'spie'e, bis e.nschl S)nn- tag. „5er geheimnisd Ile Do ch". Lich '.piel- haus, Bahnhofstraße, bis cinschl^ ©onrtag: .Der SchruBieler der Herzogin" und „Der Richter von Zalamea". — Hermann-LönS-Abend. AlS der Reritator Dr. F. C a ft.e l l e, 62t zu d e'em Adrnd wiederum nach Gießen kvmmo" wird, zum ersten Male an einem Abend zugunsten der Gedächtnis- spende mitwirkte, da konnten wir über den Künstler Jn unserem Blatte folgendes berichten: „ . . . Mit Feuer und Einsachhett zugleich zu Gehör gebracht, wirkten die Vorträge äußerst warm. Den Höhepunkt seiner Darbietung aber stellte Wohl der „ScteDebenftunn“ auS dem Werwolf von H. Löns dar. Die Erzählung war von solcher Lebendiakeit, daß sie fast atemlos ausgenommen touroe. Die echte helle Freudigtel! und Schlichtheit Eastelles fand ehrliche Anerten^ nung . .." Damals wurde allseitig der Wunsch laut, den Künstler einmal in einem reinen Her mann-Löns-Abend zu hören. Man ist daher dem Bund zur Pflege von Musik und Literatur y.i Dank verpflichtet, wenn er unseren hiesigen Kunstfreunden am nächsten Sonntag die Gelegenhett zu dem seltenen Genüsse eines Hermann-Löns. Abends diese« Künstlers gibt (S. heutige Anzeige.) — Der Alice-Schul-Verein e. V. für Frauenbildung und -erwerb beginnt feine Sommerturse in Kochen, Sch ieite.it, Wci'nähen, Handarbeiten und Bügeln am 7. März; das Seminar für technische Lehrerinnen, das Frvbel- Seminar für Kindergärtnerinnen und die diesem angeschlossene Kindervsiegerinnens hule fangen do gegen erst am 19. April an. Anmeldungen und nähere Auskunft in den Schulhäusern Stein- sttaße 10 und Gartenstraße 30. Landkreis Gießen. X Dieseck, 19. Jan. Samstagabend für die Großen und SonntagnaHmittag für die Kin der wird unsere Klnderkirche ihr durch die Grippe immer wieder verschobenes Dühnenspiel ..Weihnachts-Schneeflvcken" von Ilse Pvsseldt im Saal von Wilbelm Dvrfeld aufsühren. Wit De geisterung wird schon seit Wochen geübt; gilt es doch etwas zu tun für unsere neue Glockc. 2luf fünf Bilder verteilen sich verschiedene Reigen, und der musikalische Teil wird von bewährter Kräften besi ritten. — Nach langer Llnterbrechung durch die Grippe beginnt diese« Freitag die Volkshochschule; Dr. Schnabel zeigt die letzten seiner Lichtbilder auS dem Deutschen Hy- gierte <2Hufeum. Kreis Schotten. gerüstet habe. — Der Abgeordnete Ch a u ff a 11 einmal angeboten, die zukünftige politische ruft: Warum haben Sie dem deutschen Heer ge- 1 gegangen ist. — Neu gegen früher war, dah die berittenen Offiziere zu Pferde waren, was bei der verhältnismäßig geringen Truppenstärke dir militärische Wirkung entschieden erhöht haben dürfte. Kommandiert wurde die Parade durch den DataillonSkommandeur, Oberstleutnant Fett. Wettervoraussage für Samstag: Dunstig, wolkig, leichte Niederschläge Tempe- __ ratur um 0 Grad, wechselnde Winde. I Z w e i g v e r e 'i n v v m V HUnnte am Sanis-- Die Wetterlage hat sich noch nicht wesentlich I ragabend als Gäste Schwestern und Brüder des geänderp -ZweigdereinS Frankfurt a.M. Le- • i grüßen. Der Abend verlief in gemütlichster und Läden: Gießen : Neuenweg 4 75 U,eDC,i Seltersweg 79a Wetzlar: Krämerstr. 10 Färberei Braubach & Fischer Chem. Waschanstalt Gegründet 1848 Felle und Pelze aller Art werden mm Gerben und Fftrben angenommen. f Vorbeugung«-^ mittel gegen die böse Grippe empfiehlt* k Drogerie Winlerhoö i Kreuzplatz Afc. Bu.10 □□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ p 1 nfl ea h 1 1 »I I aODDDODDDDDODDUDaOOD 00000 000000 ESS’“1!!" MM« «ei in der Neuen Aula der Universität: . 8.50 SreisMl-MriüMe.m. 7.00 Einsrncht * ivtarmelade IobauniSbeer-, Kirsch», 7 ÄO &ibelbeer» und «eoiel- . Md- »«QU (tzut crbnltene groß? MiMllW ZU kaufen «esoent. Stör. An geb. mit Preis uni 734 an den G. An». Mitwirkung von Mitgliedern Les hiesigen Stadttheaters und der Musik- Kapelle des 1. Balls. Inf.-Regt. Rr.15. Ab heute bis efnscliL Sonntag: Der geheimnisvolle Dolch 6. und letzter Teil sowie das übrige Programm. Leiste Verführ, abends 8/<9 Uhr. Anfang täglich V,4 Chr. 737c poanefeWsTee jl Ä» aroralltch und ausgiebig, billig im Verbrauch Niederlagen in allen Stadtteilen G.C.Harmome Morgen Samstag, den 21. ds. Mts., findet im großen Saale des „Lafö Leib" unser diesjähriges Winterfest unter gütiger Mitwirkung der oberbayrischen Truppe H. Delatron statt «e MerWW. M * normt. Die theologische, juristische und medi* -inische Ausgabe hat keine Bearbeitung gefunden ^ftnrhrichten. JfraelReligionsgemeinde Douc»- dienst in 0er Syi.ag ge (Qub»21nlagc). SamStag. 21. Jan. U22. Vocabd. 5. Morg. 9. Aods. 5.15 und 5.55 Uhr. größere Mengen Zucker in verschiedenen hiesigen Geschäften für Schieberztvecke einzukaufen. Der Kriminalpolizei gelang es, dem „Han. Anz." zufolge, den Zuckettransport auf dem Wege zur Bahn abzufangen, wobei acht Zentner Zucker der Beschlagnahme anheimfielen. Anvers.'iindlich ist, dah der Schieber an einzelnen Platzen bis zu einem Zentner und mehr erhielt, während der hiesige Konsument oftmals laum ein Pfund Zucker erhalten kann. ][ Marburg. 19. Jan. In bei? gestrigen Ltadtvecordnetensihunp legte Oberbürgermeister Troje den Haushaltsvoranschlag für 1922 vor. Dieser schließt ab mit dem doppelten Betrag wie der vorjährige, nämlich mit 18 Mill wovon 2 Millionen als ungedeckt aufge uhrt find. vorigen Jahr belief sich dte letztere Summe IV* Millionen Mark. Einlah 61/, Uhr. Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Garant, rein. Schmalz zum billigsten Tagespreis. Sslossett, lote .... P,d. 23.50 in Tafeln. . Pst». 24.50 BQTweB.Bollbering? . Stck. 0.95 tzVllSüS. VMrlM. 9A 1.65 . allseitig der Mnl«d tn cüum rdnen L Mm ist daher dm isik und Ateradn r" nsrm hiesig rdms' itU dir GrleWM rfnS hermam-LonL- M (S. beuilgc > sW Ms Schuldnern Lirin 30. ,icÄeS' ^?i^ duck dir rÄ^ LLhnenspirl 'SK t 6^“«tot die tat W» lch-n. “S* jelige “’gcfciUcr. «2Sr AklWeil .....Pfd. 4.50 Setnfifenaöeln ™>. @[QD0romitlH$fi>.4.60fetn13fb.5.2Ö Ll8se0 (tut kock-nd .... Md. 8.60 SummlS......P'd. 4.A la Boüreis.......$n>. 6.00 laldieis........Pfd. 7.40 Seiaröinen. D°„9-u.ia.- 5ÜÖ in Del.....Dole 6.t5 jinalrai Dr. Holl- Heideckverg äuDcrtc sich über i den Leichenbefund. DaS Herz des Ober- ; bürgermeisterS Duffe sei vollständig abgerissen gewesen. Die Verletzung habe den sofortigen Tod zur Folge gehabt. An der Leiche habe der rechte Ringfinger gefehlt, den man dann in der Hosentasche deö Ermordeten gefunden habe. An der Leiche des Bürgermeisters Verner fanden sich in dem durchlöcherten Schädel ©puren von schweren Schlägen. 3n das Innere des Kopfes waren bereits Tausende von Maden eingedrungen. Mit aller Sicherheit lasse sich sagen, dah der Tod Merners durch die «Schädelbrilche eingetreten sei. Die Möglichkeit, dah diese Verletzungen durch Schläge mit einem Gewehrkolben entstanden feien, gibt der Sachverständige zu. Es wird dann eine Reihe von Zeugen vernommen, die Eiefert am Mordtage abends kurz vor II Uhr getroffen und gesprochen haben. Die Zeugenaussagen ergeben, dah die Angabe Sieferts, er sei mit der letzten Bahn von Heidelberg nach Schlierbach gefahren, nicht stimmen (ann, denn die Zeugen haben ibn bedeutend später gesprochen, allerdings hätten sie nichts Ausfälliges an Siefert bemerkt, der fröhlich wie immer gewesen sei. Auch der als Zeuge ver nommenc Strahenbahnschafsner. der den i etzten Wagen nach «Schlierbach bediente, hat am 29. 3an. in Schlierbach keinen Fahrgast aussteigen sehen. Hoch?chulnachrichten. ][ Marburg, 19. Ian. Zur Erinnerung an die Reichsgründung fand heute in der. überfüllten Aula der Universität unter Mitwirkung eines akademischen gemischten Chors ein Festakt statt, bei dem Geh. Rat Professor Dr. Bogt einen fachwissenschaftlichen Dortrag über das Thema: „RibelutHenlied und Rolands» lied, altdeutsche und altfranzösische Heldenepil" hielt. Am Schlüsse wurden als Preisträger der im vorigen Jahre gestellten wissenschaftlichen H. Heyne und stud. phil. Carl Wittig ge» Preisangaben stud. phil. E a r s ch, stud. chem. entgegengenommen. Das Verfahren des Institute ist. von den sonst üblichen Methoden CTund^äizIch verschieden. Es beseitigt bei den zur Behandlung Zuge- 1 assen en z-ier%t die krampfhaften Erscheinungen und das damit \ erhandele Angstgefühl durch eine genau den Erfordernissen des einzelnen Falles angepaßte Anleitung und zeigt danach den Betreffenden den nor- malen GÄeh der Spr “horgane. wodurch «ie In <*l« Laue yer.etat werden, fließend und natürlich zu sprechen wie jeder a-'dere ^Ip“6(. A.-ck-, Plockur. 5. .09h AugekSrter 15Dion, alter Simmentaler Znchtbulle Auoert b. Karl 6d)6nIL, RutterSbauien. 0680 1 Leiterwagen t)h Huftragge^'r Neiner verkauf»' nazeige« werben rebe en, unter allen der» cri cen «>,q,boien chre tibrtift (Strafe», $ou»nummerurtb5toA« nerhljueerörfe itliAen. Soll »le i;br«|j. »etbedUbleioen, Io tvolli mon Ichr tilche 'tingtbote unter ber U lelgennummer lorberx. tluekunft über Wbreifen u j. f. durch die w»ichLs'»iiell- kenn nicht erteht werbe t. Schade & Füllg* empfehlen: [715c Frische Tafel- MlMllie l-ro-SBürfel . 19.50 Feinste Tafet-Maraarine lüoenns 1-Psd.-Warfel... 22.50 MM klllll I-Psb.-Wilrfel 24.00 beiter Butter-Ersatz., v Nur noch bl» einachl. Sonntag: | Harry Liedtke M und Käthe Dorsch // in dem Soktigen Schauspiels | »MWMMO | M Ferner. & „Cer nicMer fin Zalanea“ | In der Hauptrolle: W. Albert Steinrück und Lil Dagover. S '"is.MAkrtret« ^arfdaonelnben Da- t mit den Vertretern weite« tzrbbbmia tllch. Line Shtigunn erüfeter des Qtäbtb ) bereit, berechtigten aschast entgegeiuu- r 1922 einen StA :cr Dollmllch iseither ' Kleim>e^sspreis Dtt auf 5.50 M. m Montag kurz nach nvrrschlvfsenen Dor- Iftüde: 1 hellgrauer chde, 1 buntler Roä raunet Xoi, 1 grün- Legenschim und eine Sauf wird gewarnt. jcn. r für Freitag, chwel erlinäs'chlchf 8y< Uhr: $ö[beclin-- 'e, diS einlchl Sinn* M". ** Vich M' inlchl. Sonntag: ,5er 4 und .Der Lichter s-Ädend. M Der ba zu b c an 2d»nd ir toict), jum erften ft en der MW&’ wir über den xünfl* vlgendeL berichten sachheii zugleich > Vvrirbge iußerft tr Darbietung aber irm“ auS dem Der- Zuzählung war von it fast alemloS auf' Eine la ft neue Rennmnschine mit Schlauchreifen und zwei Ersatzreifen sowie einer Ersatzkette biUin zu verkaufen. Sckr. An. geböte mit Prei^anaabe um. 727 an den G. Anz. Ein Schlitten ein- und zwetspännifl, zu verkaufen 0/05 Rodkeimer Strafte 68. HrninUns-Abend Rezitator: Df. Frieärieti Castelle ans Bres'au. Eintrittskarten zum Preise von Mk. 7.—. 6— und 5 — im Vorverkauf in der Musikalienhandlung E. Challier. Neu< nweg 7, und an der Abendkasse. Muckentenkarten zu Mk. 5.~ und 4.— nur bei ChaLier. 603v Ber Be'nertrag UleBt der Mäciitnisspemle der Wrersität in. Vortragsvereinigung Kaufm.Verein Gewsrbeverein 4. Vortrag ”• Sonntag» 22. Januar 1922, abends 8*/c Uhr» In der Neuen Aula: HgrmannLöiistoiMl Rezitator: Dr. Castelle, Breslau. Eltttriltakarten: 7, 6. 5 Mk. nur an der Abendkasse. HLesen und weitergeben! Für Stotterer Zu den bereite begonnenen hiesigen Kursen werden weitere 1-QeeeeJflimfifin bis Ende der Woohe täglich nacim. 3—7 Uhr AnmBluUelyBIl spätestens Sonntag, den 22. Januar, 9—1 Dar zu kaufen gesucht. Sch' ifil. Angebo e unter 0682 an den Gieh. Anz. Gebrauchte, gut erhaltene Lchttiboisslhinr zu kaufen gesucht. Schr. Slug, n. 6^0 an d Gien. «. Haus-Standuhr noch mod., ich. Schlag u. guieS Werk, zu kaufen gefacht. Schriftl. Sln.ieb. u. 0084 a. d. Metz. Anzeig. Gebrauchte und gut erhaltene sowie ieparatur- fähige 6a9 ffljiff August Kiliiiig’r, (Um11 SelierSweg 79. y ate L™i» die Bgbat)tohnllcrm In "Mi»«», »"»» M KÄ*iHi 1hl* M hing! * ***» «Oft«, .a”aU- tXttwj » ra9«nunb ,6on Di. 51) Wen alle M, 1 Mut gerichta 1 eänrbocf 1 Wafferbank 1 Waichbock 1 Waichwringmafchrne zu verkanfen Bismarckstrafte 171. f08 -enp le Lt0ck I Benötigen Sie | ein Geschenk so vergessen Sie nicht das I SWkA i Weil Verkaufe | Vetr. Gießen, den 18. Januar 1922 687 Leihgestern, Kirch-Göns, den 19. Januar 1922. 2etr Steinbach, den 18. Januar 1922. 697V Der 0694 im Laden Paar M. 8.50 Paan M. 6.00 Heuchelheim, den 18. Januar 1922. M. 4.50 Wieseck, den 20. Januar 1922. Lang-Göns, den 18. Januar 1922. Lollar, im Januar 1922. 7S3D t tät| und alle Arien wassergekühlte ttlOtOtft w meiste einzui Strumpfwaren Verkäuferin. stur 1. Avril ob. früher suche durchaus tüdnige, -»verlass. Persönlichkeit. '■Hur im Geschästsleben ersahrene Damen wollen sich melden. Schr.Angcd. unter 725 an d. Gies;. Anz. kvhle d beiter« arbeite lereipn kohienk erzeugt Erna Appel Hans Rincker danken herzlichst für die ihnen erwiesene Aufmerksamkeit anläßlich ihrerDerlobung. Die Beerdigung findet Samstag, den 21. Januar, nachmittags l1/, Uhr, statt 731D "omme belbstv. absaöfä LiiMl Feige SonnenstraOe 20. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Wilhelm Ludwig Luh. in so herzlicher und wohltuender Weise bekundeten, einzeln zu danken, sprechen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühltesten und herzlichsten Dank aus. Todes-Anzeige. Gestern nacht entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber, treusorgenderVater, unser Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Johannes Faber X. im 69. Lebensjahr. fm Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Faber. Kinder-Strümpfe Größe 3—5, schwarz, Baumwolle Am DienStaa nachmittag5'/, Uhr verschieb nach langem, schwerem, in grober Gebulb ertragenem Leiben meine liebe, gute Frau Elisabeth hartig ged. Groh im 54. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Heinrich Hartig. Stehen (Kirchstr. 20), ben 20. Ian. 1922. u™ Die Beerbigung findet Montag, 23. Ian., nachm.3Ubr,aui dem Neuen Friedhof statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unsrer lieben, teuren Entschlafenen sagen wir innigen Dank. aiiiiiiiiiiimimmiiiimiiimniimiimiiimimiiimiiminmiiniiliHHiii1 | Louis Rothenberger: e Gießen Frankfurt a.M., West = Neuenweg 22 Adalbertstraße 26 E Telephon 176/2124 Telephom Taunus 4904 1 Alteisen • Metalle • Lumpen • Papier | sowie sämtliche Rohprodukte | Antiquitäten, son i Danksagung. Außerstande, allen denen, die uns ihre Teilnahme bei dem Heimgange unserer teuren Entschlafenen Frau Marie Hebstreit Heute entschlief sanft meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Groirmutter MhmlleBcllHgkb.Mnft. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilbclm Belloff UI. Familie Hein ich belloff I. Familie Ludwig Belloff. Beuern, ben 19. Januar 1922. Die Beerbigung finbet Sonntag, ben 22. Januar, nachm. 2'/s Uhr, statt. (0704 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir Allen auf diesem Wege herzlichen Dank. Ganz besonders danken wir Herrn Pfarrer Lenz-Watzenborn für seine trostreichen Worte am Grabe. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Heinrich Ludwig Horn II. Danksagung. Allen, die unsrer innigstgeliebten dahingeschiedenen Tochter Adelheid während ihres Krankseins so viel Liebe erwiesen haben, besonders Schwester Lina für die aufopfernde Pflege, innigen Dank. Desgleichen danken wir für die Kranzspenden und für die überaus große Beteiligung bei der Beerdigung, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Dörr, für den erhebenden Gesang des Kirchenchors und für die Kranzniederlegung der Altersgenossen. Familie W. Hardtmann II. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere gute, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Lina Schlifft geb. Bock im 78. Lebensjahre in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Albert Schufft. Gießen (Frankfurter Straße 69), den 19. Januar 1922. Die Beerdigung findet Montag, den 23. Januar, nachm. 2 Uhr, vom Portale des Neuen Friedhofes aus statt. 746D Von Beileidsbesuchen bittet man absehen, zu wollen. Es hat Gott gefallen, seinen treuen Diener, unseren lieben, treusorgenden Vater, den ev. Pfarrer Kirchenrat Heinrich Doering nach langem schweren Leiden in fast vollendetem 79. Lebensjahre zu sich zu rufen in die Ewigkeit In tiefem Schmerz: Heinrich Doering, Pfarrer Anna Doering Johanna Doering geb. Knab. Breungeshain, Muschenheim, den 18. Januar 1922. Die Beerdigung findet statt: Samstag, den 21. Januar, mittags 1 Uhr. 743D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Georg Hebstreit. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinschciden unseres lieben Entschlafenen, sowie für die Blumenspenden und für die trostreichenWorte des Herrn Pfarrers danken wir auf diesem Weae recht herzlich. " 741 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Shwald IV. und grau. Herren-Socken grau Paar . . .. M. 6.50 Herren-Socken grau, extra stark DamenStriimnfe Doppelspitze u. -ferse, schwarz Paar . .. M. 12.50 Frauen-StrMe schwere Qualität Paar .. . M. 20.00 IIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII I Spitzen- Restei = Gramm . . 40 Pf. = iiiiiimiiiiiiiHiiimmnuiiHiunn Strickwolle rein Kammgarn, schwarz 0679 Lot......M.1.90 bb-tanliw AtiB MMen bei hohem Lohn für sofort gesucht. 0710 Frau Berger, _____WaUioritrane 71 I. sauberes, tüöjr. Mgblvea in bürgerl. Haush. sofort gesucht gegen guten Lohn. Frau Schickedanz, Offen bach/M.Waldnr.16 Sauberes, innert Wäööjen für Küche u. Haus b. gutem Lohn sofort gesucht. 745 JLoröNch, Hanau, _____Gärtnersiralre 75. | Mietgesuche | 2—3 Zimmer möbliert od unmilbl.,evtl, irttt Küchenbenutzung, per 1. April oder Mai von jungem Ehepaar gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 0690 an d. Gien. Anz. erbeten. 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Januar 1922 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Swettes Blatt Ar. 17 deren in Aus Hessen (en - oausS- ttJ'JSbSS OZurailtUl'Q fioilant t w* erzählt er dann. er, (Nachdruck verboten.) 8. Fortsetzung. 0703 Frage. Starkenburg und Rheinhessen. Die Blüchermchten. Roman von HannSvonZobeltitz. Hemmen. Mit der Lichtbeschaffenheit ist man allgemein sehr zufrieden. — Die sechs Dörfer des unteren FuldatalS gehen mit dem Plan um, die Mühle zu Rimbach zu kaufen und ebenfalls zu einem Elektrizitätswerk auszubauen. Auch die Stadl Schl itz hat ihre Beteiligung grundsätzlich erklärt und ist auch zur Abnahme der überschüssigen Kraft bereit. Eine Einigung wurde aber bis dahin noch nicht erzielt. — Das bauernde Schneewetter benutzt die Gräfliche Forstverwaltung, um tagtäglich Treibjagden auf Wildschweine abzuhalten. 3n den Morgenstunden wird vom Forstpersonal an den Spuren der Schlupfwinkel der Tiere festgestellt, worauf nach Mittag der Distrikt umstellt wird und das Treiben beginnt. Bei einem solchen Jagen wurden gestern wieder 2 Schwarzkittel erlegt. Dem Förster Willhard vom nahen Forsthaus Wehnertö war in beiden Fällen das Jagdglück hold. Kreis Friedberg. Die Mitglieder und Ersatzmitglieder des Arbeiterrates der Gummiwarenfabrik Poppe & (So. in Gießen hatten ihr Amt nieder >elegt. Am 15 Dezember 1921 wurde ein neue. Arbeiterrat gewählt. Der Arbeitgeberverband der Industrie in Oberhessen jocht namens der Arbeitgeberin die Wahl an, weit in dem neuen Arbeiter- rat die verschiedenen Derufsgruppen der Arbeiterschaft nicht im Verhältnis ihrer Störte und einzelne Abteilungen der Fabrik nicht vertreten waren. Die Wahl wurde für gültig erklärt. Zwar Tonnen Raßpreßsteine, zusammen 7378 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlenprodukte. Die Kohlenförderung des Volksstaates Hessen für das ganze Jahr 19 2 1 belief sich auf 522378 Tonnen (gegen 523 101 Tonnen im Borjahre). Hiervon wurden 191383 Tonnen im Rohzustände verkauft im Werte von 10 537 266 Mk. Ein weiterer Teil wurde för ' . --------------- von 17 641 Tonnen; der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur Schlichtungsausschutz der Provinz Obcrhesfen. Sitzung am 18. Januar 1 92 2. Aus Stabt und Land. Gießen, den 20. ßan. 1922. * Der neue Personentarif bringt außer der Erhöhung auch eine kleine Erleichterung insofern, als die Schülerrückfahrkarten 3. Klasse auch für Eilzüge gelten. Dann kann die Benutzung der Arbeiterrückfahrkarten an anderen Tagen, auch bei Erholungsurlaub, gestattet werden. Die Schutzpolizei ist befugt, in dringenden Fällen in Güterzügen mitzufahren. Fahrkarten dürfen nicht mehr von anderen Stationen bezogen werden. Sie werden überall ausgeschrieben. •* Die Einkommensteuer-Erklärungen für 1921 müssen, wie uns von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, in der Zeit vom 15. Februar bis zum 15. März 1921 beim Finanzamt eingereicht werden. ES dürfte sich deshalb empfehlen, wenn die Steuerpflichtigen schon jetzt mit den ziffernmäßigen Vorbereitungen zur Erklärung beginnen, damit deren rechtzeitige Fertigstellung und fristgemäßer Eingang beim Finanzamt ermöglicht wird. Die öffentliche Aufforderung erscheint in Kürze in den Tageszeitungen. Von diesem Tage ab können dann auch die Erklärungs- Vordrucke beim Finanzamt abgeholt werden. Es liegt im eigensten Interesse eines jeden Steuerpflichtigen, auch wenn die Einkvmmen- bezüge noch so bescheiden sind, eine Erklärung einzureichen. Die borgeschriebene Fragenbeantwortung gibt Gelegenheit, unter Umständen entsprechende Steuerermäßigungen bei besonderer Rotlage in Anspruch zu nehmen. Landkreis Gießen. * Dettenhausen, 18. Jan. Am vergangenen Sonntag hielt der hiesige Gesangverein „Eintracht" sein Wintervergnügen ab. Außer verschiedenen Einzelvorträgen gelangten mehrere Theaterstücke zur Aufführung; sämtliche Darbietungen ernteten wohlverdienten reichen Beifalk; besonders ein Dierakter, betitelt „Die geslehrt Hochzig oder de Dadder leits net". der höchstwahrscheinlich noch einmal gespielt werden Aus dem Amtsvcrkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 11 vom 19. Januar enthält: Verordnung über künstliche Düngemittel. — Bekanntmachung, die Taxpreise für Spiritus und spiritushaltige Arznei- mitttel betreffend. — Verordnung über Maßnahmen zur Sicherung der Fleischversorgung in der Uebergangszeit nach Aufhebung der Zwangswirtschaft. — "Waisenbüchsengelder. — Einsendung der Kreisabdeckereiverzeichnissc. — Viehseuchen. — Dienslnachrichten. — Gefunden, verloren. In der Gemeinde Vurg-Gemündetz (Kreis Alsfeld) ist die Maul- und Klauenseuche amtlich sestgestellt tror?en. Durg Gemün- * Mainz, 19. Jan. Einen wertvollen Brillantring vermißte vor einigen Monaten eine hiesige Familie. Es wurde angenommen, daß der Ring verloren gegangen war. Rachträglich stellte es sich, dem „Mainzer Anz." zufolge, heraus, daß das damalige Dienstmädchen den Ring gestohlen und einem Bekannten ge-> chenkt hatte, bei dem er beschlagnahmt wurde. Bei der Durchsuchung der Sachen des Dienstmädchens wurden viele Wäschestücke gefunden, die sie ihrer früheren Herrschaft ebenfalls gestohlen hatte. feine Beschränkung der Selbstverwaltung enthalten dürfe. Reich' s'.nanzminister Hermes: Sobald über die St uerf.age i Entsche düng getroffen ist, ge':en'e ich eine Aussprache mit den Ländern unü Gemeinden herbeizuführen. Das Reich hat sich seinerzeit zu Vorschüssen bereit er Härt. Das ist bisher schon in Höhe von 5 Milliarden erfolgt. Aber das Reich kann nur mit den Ländern verkehren, denn nur die Landesregierungen stehen mit den Gemeinden in direkter Berührung. Die Reichsregierung hat wiederholt betont, daß fte nicht in die Selbständigkeit der Länder und Gemeinden eingreifen wird, vorausgesetzt, daß beide nicht die gezogenen Grenzen überschreiten. Abg. Heimann (S.) begrüßt es. daß eine Kommission von Abgeordneten Mittel und Wege finden soll, um die Gemeinden gegen die Rückwirkungen der Reichsgesetzggebung zu schützen. Die Gemeinden müßten aber eigene Einnahmequellen haben; nur dann könnten sie sich wieder an sparsame Wirtschaftsführung gewöhnen. Abg. Dr. Herschel (Z.): Für 1920 schlossen alle großen Gemeinden mit einem Defizit ab und für 1921 sind die Aussichten geradezu trostlos. Die Reichseinkommensteuer war für die Gemeinden vom Hebel. Ersatz dafür ist zu beschaffen. Die erhöhten Besoldungen sind größtenteils ohne Deckung bewilligt. Al g. Berndt (Ttschntl.) meint, die in Aussicht gestell.e Kontrolle der Gemeindefinanzen diene nur dazu, die Unsicherheit zu vermehren. Die Selbstverwaltung habe nur dann Sinn, wenn die Geinci den eigene Einrahme i hätten. Abg. Dc. S ch o l z (D. Vp ): Die so ^dauernde Rer'.belastung der Gemeinden durchs das R ich verträgt sich nicht mit der ständigen Mahnung zur Sporiam eit. ® gen die ge ilante Kontrolle der Semei budgets und die Ci iführung ci er 2lrt Gemeindezwangswirtscha t ka-n nicht ge ui protestiert werk en, denn eine Wdje Oberaufsicht schädigt las Sc b ve wa'tungsrecht. D.e Weiterberatu g Uro h'erauf unterW- chen. Die Entwür'e über die Hera zie una der Frau zum Schöffen- und Ge.chwore endie st sowie über die Gleichstellung der Frau in der Justiz werden dem Rechtsausschuß überwiesen. Morgen nachmittag 2 älhr: Anfragen, Arbeitsnachweisgesetz, Fortsetzung der heutigen Debatte. Schluß gegen &/i älhr. Kein Wort hat Luise währenddem gesprochen, lehnt sich ganz zurück, mit hochgeschlagenem Pelzkragen. Dann, langsam, kommt doch etwas Konversation in Gang. Aber lange nur zwischen der Frau und dem Fremden. Sie nennt ihren Rainen, auch den von Luise. Er horcht auf, verbeugt sich wieder. Cs gibt gemeinsame Drkannte. wird feft- gestelU. Exzellenz ton Humboldt, der preußische Herr Staatsminister, Fürst Hardenberg . . . ja. und dann All-Blücher, der Fürst von Wahlstall. Er, der Graf, kommt nämlich direktifsime aus London. „Depeschen?" fragt die zierliche Frau und deutet auf die Ledermappe. „Dirlleicht —“ „Bin gar nicht neugierig, Graf Martinez, soweit wir Frauen das nicht alle sind. Hnfer kleines Vorrecht ist das ja. Also wie war das mit unserem alten Blücher? Meiner Freundin hier. Fräulein von Giese, ist der Herr Generalfeldmarschall nämlich ein besonderer Gönner." Er sieht, wohl zum ersten Male genauer, zu Luise hin. and er stutzt wieder. Ist ja eine Schönheit, dieses Fräulein von Giese. Sc^id nur, daß der hohe Pelzkragen so neidisch ist. Aber die'e llafsisch gebogene Rase . . . und diese wundervollen dunkeln, großen Augen „Ja, der prachtvolle Herr Feldmarschalt." von den Werken selbst verbraucht, der Rest zu Briketts, Raßprehsteinen und Schwelerei- Produkten verarbeitet. Erzeugt wurden insgesamt 22 904 Tonnen Briketts und 12 589; Tonnen Raßprehsteine. Der Gesamtwert aller im Jahre 1921 abgesetzten Braunkohlen einschließlich der selbstverbrauchten, der verschwelten und der aus den Rohkohlen erzeugten Briketts und Raßprehsteine beziffert sich auf 30 224618 Mk. Aus nach Hessen eingefühtten Steinkohlen wurden im Jahre 1921 von hessischen Werken 106 481 Tonnen Preßkohlen hergestellt, Wert zur Zeit noch nicht bekannt ist. 3Bfrt" ÄiM ätsgs WS Er spricht gut, findet Luise. Zrmal wenn er ernster redet. Man fühlt, es ist ihm um die Wahrheit zu tun. ... „ . r. So lind sie in schneller Fahrt bis zur nächsten Poststativn gekommen. Da gibt es ein Hallo, kerne Pferde da. nicht ein Roßfchweif Der Posthalter schwatzt und schwatzt und zuckt die Achseln; nicht ein Wort verstehen die beiden Damen. Aber der Graf zieht ein Papier heraus mit Siegeln darauf. Das hält er dem Mann unter d:e Rase, und mit einem Rkale reißt er die schmierige Kappe ab und kann sich gar nicht genug tun vor Unterwürfigkeit. Mit einem Male find Pferde zu haben, vier Stück. „Werden sogleich zur Stell sein, Gnaden Herr Graf —" ___ And nun wendet sich die Affäre. Jetzt ladet bei- Graf die beiden Damen lächelnd ein, seine Gäste zu Jein bis Prag. Gibt ja sonsten keine Möglichkeit des Weiterkommens für sie, und ganz abtreten den einen Schotten, das könnt' er nicht. Leider Der strenge Dienst geht sogar vor die Höf lichtest. So möchten die Gnädigsten ihm denn die Ehre erweisen. . Der Frau ton Dachroeden ist das Arrangement etwas peinlich, und ' der. L^feschieM das Blut llchterlvh ins schöne G-sicht. Wrer es gibt kaum eine Einwendung Auf der Station bleiben, in der schmutzigen Böhmakenbude, ist schier KZ ICT UULU ---• ~ ' W lagen, meine Gnädigste, wie die Londoner ihm zugefetzt; die Frauen voran. Dir Pferde aus- aespannt und sich selber vor den Wagen, das war toch das Geringste. Jede Lady wollte eine Locke von ihm haben, bis er ihnen den fast kahlen Schädel entgegenreckt und lachend und zornig ruft: sein Kramladen wär' ausverkauft. Oder wie er, erzähll man, einen ausgestopften Handschuh zum Wagenschlag h:raus.,ä g', daß sich'halt an dem sattküssen getonnt. Fameus. sameus, wie man ihn in Oxford zum Ehrenmitglied der Fakultät ernennt und er sagt: ,Ra, Goll straf mir soll ich Doktor werden, so müssen sie den Gneisenau wenigstens zum Apotheker machen! " linier lieber Vater Blücher —" sagt Luise vsöblich aus ihrem warmen Herzen heraus, und dabei biegt sich der neidische Pelzkragen erfreulich aur Seite. Wenigstens der Graf Martinez hat es sehr erfreulich gefunden. Sieht ja nun die rosige Wange und den vollen, schon geschwundenen Mund und, wie sie noch einmal sagt: „-Unser Blücher!" die weißen Zähne, d.e sich aneinander- Äi« M Wien. Die es sich geschmückt hätte zum Empfang all der Fürstlichketten und hohen Gäste, w.e die Festivitäten sich jagten und überstürzten. Wird allmählich ernst dabei: tote langsam die d p oniati- schen Verhandlungen for.schrltten, wicmel Re d und Scherereien es gäbe zwischen all Feinden von gestern und Freunden von heute, uno Geschäftliches. Ein Gefrier-Schutzmittel für das KühlwasserdesKraftwagens wird vor den Reinhartin-Werken G. m. b. H . München, hergestellt. Wenn man bedenkt, welche beachtliche Anzahl von Kühlern im Winter durch Einfrieren des Kühlwassers defekt werden, so dürfte sich ein Versuch mit „Reinharlln" lohnen, um so mehr, als die Firma volle Garantie übernimmt Wir verweisen auf die Anzeige in der heutigen Rümmer, mit der die Reinhartin-Werke atf das Frostschutzmittel „Reinhartin" aufmerksam machen. Für Stotterer. Die Erfahrung zeigt, daß jeder Sprachfehler, wo er einmal vorhanden ist, mit den Jahren schlinuner, die Beseitigung entsprechend immer schwieriger wird. Apparate. Medikamente und die sonst üblichen Methoden, die den Stotterer zu einem unnatürlichen Sprechen erziehen wollen, zeitigen keinen Erfolg. Es hilft dagegen nur eine genau den Erfordernissen des einzelnen Fulles angepahte Behandlung, wie solche von dem Dr. Schraderschen Spezia - wetteren Verarbeitung besttrnrnt. Aus den ver- arbetteten Rohkohlen wurden neben Schwe- lereiprvdukten erzeugt 918 Tonnen Braunkohlenbriketts. Außerdem wurden in Hessen erzeugt 7572 Tonnen Steinpreßkohlen. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig: 6691 Tonnen Rohkohlen und 687 unmöglich So wird dankend angenommen, und es geht weiter Der Schlitten ist jetzt geschlossen, man sitzt enger, und in der Engnis werden wieder die Speise körbe herausgeholt. Man ist b: tonntet geworden, man scherzt und lacht Auch das Fräulein von Giele zeigt weniger Reserve. Sie buttert ein Brötcken für den Zusallsreisegefährten, sie schenkt ihm einen Decher Malaga ein. Spater hält man noch einmal. Der Graf bereitet duftenden Tee und reicht englische Keks dazu und erzählt daß die Engelländer ein furchtbar verfressenes Voll wären, aber von der fe.nen Küche aar nichts verständen. .Die Wiener bog egen 1 Werden's ja erleben, unsre Mehkspeis." Und sie lachen. So ist man ziemlich spät am Abend in Prag eingefahren. Der Graf bringt die Damen nach ihrem Logis, nach dem „Blauen Stern", küm Die Hände und empfiehlt sich. Muh m aog) in der Rocht weiter. Sagt aber beim Abschied. Auf Wiedersehen also, meine Gnadigien! ttno sieht Cuife dabet so scheint«, ganz besonders an „Glückliche Weiterreise." sagt er noch e-nmal, .uuv au? Wiedersehen.'" Hat nur wenig geschlafen, bU Luise von Giese, in dieser Rächt. Mochte wohl daher tDramen, daß Sturm eingesetzt hatte und mächtig von» Hradscki.i herüberbrauße und im Moldatal ent» lang Sah auch am nächsten Morgen etwas übernächtig aus. Die kleine Frau von Dachroed«» hat's ihr gleich angesehen, reckte sich. streichel-- lächelnd über die häße Wange. Aber sagte teiR Wort Auch nicht von dem Grafen Martinez. (Fortsetzung folgt) Deutscher Reichstag. Berlin. 19. Jan. 1922. 154. Sitzung. Rachmittags 3 llhr. Präsident Lobe eröffnet die Sitzung mit einem Rachruf auf den verstorbenen Abgeordneten Delbrück (Dnatl.). Die Interpellationen Dr. Etresemann (D. DVt) betr. Futtermittelversorgung und Hergt (Lnall.) wegen des Wagenmangels bei _ der ReichSeisenbahn werden innerhalb der geschäftsordnungsmäßigen Frist beantwortet werden. — Das Gesetz über die Vereinfachung des Aufgebots- Verfahrens geht an den Rechtsausschuh, der Cnt- murs über Errichtung einer Reichsausführungs- Hehörde für Unfallversicherung an den Haushalts- ausschuß. Bei der Beratung des Gesetzes betr. die Entschädigung der zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen berufenen Vertrauensmänner fordert Abg. Rosenfeld (11.0.) Maßnahmen, daß auch Arbeitervertreter in die Wahlausschüsse kommen. Rcthsjullizm.nister Radbruch g'aubt eine Heran;iehung der Arbeiter durch eine Erhöhung der Bezüge und eine Umgestaltung der Auswahl ermöglichen zu können. Ein entsprechender Entwurf dürfte demnächst fertiggestellt sein. Das Gesetz wird in allen drei Lesungen genehmigt. Die Interpellation der Demokraten wegen der Finanznot der Gemeinden wird von dem Abg. Külz (Dem.) begründet. Redner fordert eine Reichsgemeindeordnung, die allerdings goldener Ring, 1 Kinderpelzkragen, 1 Kinderhandschah, 1 vergoldeter Ring mit Stein, 1 Korbdeckchen ; verloren: 1 schwarzes Ledermäppchen mit 200 Mk.. ein kleines Portemonnaie mit Inhalt, 1 silberne viereckige Brosche. 1 schwarze lederne Brieftasche mit Wandergewerbeschein und zwei Fischereischeinen. 1 Lohndüte mit 300 Mi., ein schwarzer lleberzieher. 1 schwarzes Ledcrporte- monnaie mit drei Fünfzigmarkscheinen, 1 schwarze Geldtasche mit Peclmutterschloß und 40 Mark Inhalt. Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 11—12 ilhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags bei dem Polizeiamt Gießen, Zimmer Rr. 1, erfolgen. 1922 durch ihre Unterschrift diese letzte Lohnerhöhung (Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses vom 3. Januar 1922) für vorerst genügend erklärt. Die Sortieranstalt Hermann Heß in Gießen soll ihre Akkorde von der laufenden Lohn^ Periode an um 5 v. H. erhöhen. Ein Arbeiter der chem. Fabrik von Essen &. Lindenbaum in Bellersheim wurde mit seinem Einspruch gegen fristlose Entlassung auf den Rechtsweg verwiesen, falls die Parteien sich nicht verständigen. Da die Fabrik weniger als 20 Arbeitnehmer hat. war ein Schlichtungsverfahren nach § 84 ff. des Betriebsrätegesetzes nicht zulässig. Sitzung vom 19. Januar 192 2. Die Gailschen Tvnwerke in Gießen und die Tonwerke Abend st ern sollen vom 16. Januar 1922 an ihre Löhne um 20 v. H. erhöhen. die Gailschen Tonwerte außerdem aus alle Löhne weitere 20 Ps. Stundenlohnzulagc zahlen. Seit dem 21. Rovember 1921 erhalten Ausfahrer 7.30 Mk. Stundenlohn. Auch die Lauterbacher Blechwarenfabrik soll vom 16. Januar 1922 an 20 v. H Zulage zahlen unter Beibehaltung der bisherigen Verheiratetenzulagen von je 4 Mk. wöchentlich für die Frau und jedes Kind, und der Stundenlohnzulage von 10 Pf. für die Derzinker und Beizer. Gelernte Arbeiter über 25 Jahre erhalten seit Rovember 1921 6.50—6.70 Wl. Stundenlohn. Für einen Meister der Leinenweberei Christoph Ruhl in Herbstein wurde ein Monatsgehalt von 1450 Mk. festgesetzt Ein kaufmännischer Angestellter der ReichS» b a n k st e l l e Gießen, der seine Weiterbeschäftigung beantragte, wurde mit feinen etwaigen Ansprüchen auf den Rechtsweg verwiesen. Er war Vetriebsobmann und bestritt, die Kündigung seinerzett angenommen au haben. In einer Reihe wetterer Dachen verständigten sich die Parteien, ehe es zur Verhandlung kam. prxäbii er ixnui »Marschall Vorwärts nennt man wie — leider, leider — niemand so recht daran itoX wohl in Preußen, und das paßt. Doch zu denken scheine, daß das Voll ton Steuern in °onbon ist's ihm mit dem Vorwärts, glaub erdrückt würde und Lasten, Lehrend der Kongreß ick ~fxdb zu schwer geworden. Ist ja gar nicht Feste auf Feste feierte. »Wir CefterreMjcr sind ;K,r> I immer etwas sehr leicht. Hoch und niedrig will alle Tag fein Dackhendi haben und schaut nit gern auf den morgenden Sag.“ 4. Bad°Rauheim, 19. Jan. Um 6er Wohnungsnot zu steuern, wurde von der Stadtverordnetenversammlung mit 13 gegen 9 Stimmen die Schaffung einer Bau- gesell schäft „Gemeinwohl" beschlossen. Es soll, wie Beigeordneter Kling ausführlich begründete, eine Daugesellschast gegründet werden, an der außer der Stadt noch die Gutsresorm und die Butzbacher Meguin-Werle beteiligt sind. Um sich das älebergewicht zu sichern, übernimmt die Stadt von dem Stammkapital von 20 000 Mk. drei Anteile, während die beiden anderen Teilhaber nur je ehren Anteil erhalten. Es ist in erster Linie an den Dau von Wohnungen für Beamte und Angestellte gedacht. Die Bautätigkeit soll schon in diesem Frühjahr beginnen. Die Platz- rage ist noch nicht geregelt. Jedenfalls kommt aber das Gelände in der Rähe der Parkwart- wohnung am Rordabhange des Iohannisberges gesehes. Der Anttag des Fabrikarbeiterverbandes auf Erhöhung der Löhne der Z a h n - fabrif „Germania" in Dad-Rauheim und der „Hessischen Zahnfabrik" in Friedberg wurde abgelehnt. Die Löhne einschließlich Zulagen sind zurzett noch angemessen. In der Srriebberger Fabrik sind sie erst sett dem 1. Januar 1922 erhöht worden; ihre Arbeiterschaft hat uriterm 17. Jan. wird. • Großen-Buseck. 19. Ian. In der Generalversammlung des Ortsziegenzucht- Vereins war e der Gründer und langjährige Vorsitzende A tblrgermeister Heinriche S ch w a l o zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz, 19. Ian. Run sind wieder drei Gemeinden des Schlitzerlandes am oberen nde stets vtorr^ den wurde 3um Sperrbezirk erklärt, und die Ode Rieder-Gemünden. Demsfeld, Büßscld. Bleidenrod. Rieder-Ohmen und Schadenbach wurden zum Deobachtungsgebiet erklärt. In der Zett vom L—15. Januar 1922 wurden in Gießen gefunden l schwarze Damenhand- tasche mit Inhalt, 3 Portemonnaies mit Inhatt, 1 '■Jkiar Lederhandschuhe, 1 Brieftasche mit Aus» - v- —-- - - ’ - - .0-- = . , - weispapieren, 1 Vorstecknadel, 1 Taschenmesser, „sollen" nach 8 22 des Betriebsrategesehes »ärc; t grync lebernc Handtasch: mit Inhalt, 1 kleiner verschiedenen Berufsgruppen bei der Zusammen- —- - - - - ■ • sehung des Betriebsrates nach Möglichkeit berücksichtigt werden", es ist dies aber keine zwingende Vorschrift und keine „wesentliche Vorschrift über das Wahlverfahren" (f.§20 der Wahlordnung). Da der Arbeitgeber das Zustandekommen eines Betriebsrates bzw. Gruppenrates nicht erzwingen kann hat er auch keinen Einfluß auf feine Zusam- mesetzung. — Gemäß § 41 und 44 des Betriebs- rätegesetzes wurde jedoch auf Antrag des Arbeitgebers die Auflösung desselöen Arbeiterraies beschlossen. Der Fabrikarbetterverband hatte durch Rundschreiben für eine Mittagspause im Betrieb eine Prüfung der Derbandsbücher der Arbeiter durch seine Qkrtrauensleute angesagt mit dem Zusatz: „Arbeiter und Arbeiterinnen, die noch keinem Verband angehören, haben unverzüglich (dem Fa- brtfarbeitetoerbanb) be zutreten. Verweigern sie den Bettritt, so haben sie die Folgen zu tragen." Der Arbeiterrat forderte von der Betriebsleitung die förmliche Bekanntgabe dieses Schreibens durch Anschlag im Betrieb. Dieses Verlangen ist ein unzulässiger Eingriff in die Dereinigungsfreihett der Arbeitnehmer, der die Ruhe im Betrieb ge- fährdet, und eine „gröbliche Verletzung der gesetzlichen Pflichten" des Arbeiterrates. — Der Schlichtungsausschuß entschied über beide Anträge endgültig an Htelle eines Bezirkswirtschaftsra!es gemäß § 93 Ziffer 5, 103 und 41 des Betriebsräte- Die Kohlenproduktion in Hetterr. Fuldü dellen °»°° (> " $»• N der U°nai N'cfre k/uch x"Sler rün Mnroritätenschuh. Enver Pascha von den Sowjetbehörden verhaftet. London. 19. Jan. (WTB.) Das Reu- terbureau meldet aus Konstantinopel: Auf Ersuchen der Regierung von Angora sei Enver Pascha von den Sowjetbehörden verhaftet worden. Es werde mitgeteilt, daß er unter Eskorte über die anatolische Grenze nach Angora gebracht worden sei und dort wegen Hochverrats vor Gericht gestellt werde. ««St« schlagsfrist 3 Wochen. 735g Gießen, den 19. Januar 1922. Stadtbauamt Gießen. Braubach Holzsnbmission^ Aus den Waldungen der Gemeinde Hattenrod soll das nachstehend verzeichnete Holz im Submiffions« weg« verkauft werden. Eichenstämme: 3. Klasse --- 7,57 Fstm., 4. Klasse = 76.32 Fstm., 5. Klasse --- 104.60 Fstm., 6. Klasse öU.yv (5|tm. Kiefernstämme: 2. Klasse -- 6,6.9 Fstm., 3. Klasse «- 25,19 Fstm., 4. fit « 10 Fstm., 5^1. --- 7,25 Fstm. Frchtensrämme: 1. Klasse --- 15.49 Fstm.. 2. Klasse 22.55 Fstm.. r Klasse -- 30,72 Fstm., 4. Klasse --- 5a ÄIofic = 9.73 Fstm., 5b Klasse -- Angebote sind getrennt nach Klassen, pro Fest» Meter, verschlossen mit her Aufschrift ..Holzsubmission" bis spätestens 28. Januar an die unterzeichnete Durgermeisterei einzureichen. TtieDeffnung her Offerten «rfolgt am 26. Januar 1922, nachm. 21 . Uhr, im Rathaus daselbst. Genehmigung bleibt Vorbehalten. Sürgermelftere" Hattenrod. Neeb. <39D Ä3ertem.Wt8»te dauernd zu haben bet oao AdolfHenrichs,8LwciiikIfiülMz Heuchelheim, „zur Ludwigsburg** Berkaus auch an Wiederverkäufer. Fstm.. 5a Kl 56 --- 35,85 Fstm., 5b Kl. 105 - 29.13 Fstm. Derbstangen: Buche 2. Kl. 3 -- 0J0 Fstm ,. Elsbeere 1. Kl. 10 -- 0,70 Fstm.. Ahorn l Kl. 7 -- 0,62 Fstm., Fichte 1 Kl. 9 -= 0,72 Fstm., 2. Kl. 14 = 0,48 Fstm. Rutzscheit: Eiche -- 4Rm., Dirke -- 2.5 Rni. Rutzknü pp el reisig: Fichte --- 30 Rm (Schichten). Es wird gebeten, das Holz vor der Versteigerung zu besichtigen. Auszüge können, soweit vorrätig, von der llnterzeichnelen bezogen werden. Alsfeld, den 18. Januar 1922. Hess. Oberförsterei Alsfeld. Kindel. 7HD unh an dem Gemeindezufilhrungsweg nach dem Haus Jäger tm Orte Ouedtborn liegt bei dem Postamt in Grimberg (Hessen) von heute ab 4 Wochen aus. Gießen, den 20. Januar 1922. 7<4D Telegraphen »Dauamt. Aliceschule Gietzen. Die Sommerkurs« in Kochen, Schneidern, Wetßnähen, Handarbeiten NNd Bügeln und die Haushaltungsfchule beginnen am 7. März; das Seminar für technische Lehre, rinnen, das Fröbel-Semtnar für Kindergärtnerinnen und die Ktnderpflegertnnenschule am 19. April. Anmeldungen im Schulhaus Steinstr. 10, für Fröbel- Seminar im Schulhaus Gartenstraße 30. Schriftlichen Anfragen ist Rückporto beizufügen. 73OD Der Vorstanv des Mice-Schu!-Verein« e. V. für Frauenbiidnng und Erwerb. l «- 0,71 Fstm. 6 t ä m m e Elsboere. 6. Kl. 3 0.45 Fstm. © n i 11 ö 015 Ä i e f e r: l.Kl. 1 --- 0,97 Atm.. 2. Kk. 9 = 8.35 Fstm.. 3. Kl. 10 --- 5.76 Fstm. Stammholz Kiefer: l.Kl. 2 -- 4,97 Fstm. 2. ÄL 9 13.12 Fstm., 3. Kl. 80 -- 74.43 73 ” 50.20 Fstm.. 5. Kl. 112 -- 53,96 Fstm. Stamme Lärche: 4.ÄL 5 =* 5,30 Fstm.. 5. ÄL 11 « <89 Fstm. DtSmme Fichte: 2. Kl. 7 -- 20,70 Fstm., 3. Kl. 47 -- 77,01 Fstm, 4. Kl. 56 = 58,12 uoer ote Herstellung einer teilweise Nntzholzverfteigernng. Ak c n ta g, den 30. Ianua r. von vor- "li 11.a g s 10 llhr ab, wird in ber Wirtschaft ^Wilhelm II. zu Alsfelb aus den Fvrstorten Ziegenberg, Wanndach, Kohlstöck, Thiergarten. Röhenberg unb Sttulh der Förstereien Eifa Rain- rod u. Schwarz nachstehendes Nutzholz versteigert: Stämme Eiche. 1. Kl. I 1,71 Fstm.. 2. Kl. 1 = 1,65 Fstm., L Kl. 6 — 5.05 Fstm.. 4. Kl 22 - 14.57 Fstm.. 5. Kl. 12 5,58 Fstm.'. _ 6. ÄL 12 = 3> Sftm. * 01ämme Ah orn: 4. Kl. l --- 0,32 Fstm.. 6. Kl. / r 1