Nr. 246 Erscheint täglich, Sonn, und Feiertag,, eit derSamstagrbeilaye. GiehenerFamilienblätter Monatlich« vezuqrprelfe: Mk. 102.- undMk. 8.- LrSgerlohn,durch dieDost Mk 125. - .auch beiNicht- erscheinen einzelner Num- eern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech. Anschlüsse: sürdieSchrist- leitung 112; für Verlag »nd GeschLftsslelle 51. Anschrift für Drahtnach. richtens Lnieiaer -letze«. Postscheckkonto: gronffurt a. M. 11686. Donnerstag, 19. DNober 1922 172. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen druck und Verlag: Vrllhl'sche Univ.-Vvch und Stcfnöruderei H. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze r. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi, zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 27 mm Breite örtlich 600 Pf., auswärts 800 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Dreite2800Pf. Bei Platz. Vorschrift 20 u/6 Aufschlag Hauptschriftleiter: Äug Goetz. Verantwortlich für Politik. Aug. Goetz für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Deckt, sämtlich in Dietzen Eine bayerische Denkschrift Über die Teuerungskatastrophe. München, 19. Oft. (WTD.) Die bayerische StaatSregierung hat an die Rei^regierung eine Denkschrift gerichtet, die zunächst mit den ganz besonders in Bayern verhängnisvoll geltenb gemachten Auswirkungen der Leuerungskatastrophe sich beschäfttgt. Die Denkschrift betont, das) an dem Worte des Reichskanzlers .Erst Brot, dann Reparationen!" unter allen Umständen feftgefciltea werden müsse. Ebenso müsse nicht dte Wtrtschaft, sondern der Staat herrschen. Als Maßnahmen zur Berhütung einer weiteren Verschlechterung der Mark und Besserung ihres Wertes bringt die bayerische Regierung in Vorschlag: 1. Sicherung der Lüuhe und Ordnung im 3nfanbe. , 2. Strengste Sparsamkeit im Reichs Haus halt durch Vereinfachung der Verwaltung und Einschränkung des Aufgabenkreises des Reiches auf die unbedingt notweirdige Unterlassung aller nicht unbedingt notwendigen Reueinrichtungen und De- leitigung der Defizitwirtschaft der öffentlichen Cße- triebe. w , , , 3. Möglichste Verhinderung der Ausfuhr lebenswichtiger Waren, deren Bedarf im Inlande nicht vollständig gedeckt ist. 4. Hebung der inländischen landwirtschaftlichen und industriellen Erzeugung und ihre Einstellung auf die unentbehrliche Veredelung des Achtstundentages unter grundsählicher Aufrechterhaltung desselben. 5. Einschränkung des inländischen Bedarfes auf das Unentbehrliche. 6. Verhinderung der Einfuhr von Luxus- waren. 7. Möglichste Heranziehung der Ausfuhr zur Deckung der unentbehrlichen Einfuhr. 8 Verbot der Fakturierung und Zahlung -n Auslandswährung für den gesamten Inlands- oerkehr. Außerdem schlägt die bayerische Regierung als repressive und prvphylaltische Maßnahmen gegen die Auswüchse der Geldsucht und gegen das rücksichtslose Streben nach eigener Sicherstellung vor: 1. Strenge Ueberwachung der Verbände, Äar- ’ 'elle, Syndikate in Industrie und Handel, insbesondere ihrer Preisfestsetzung im Wege hoher Strafen und einer vorsehenden Rotverordnung. 2. Preisüberwachung auch im übrigen Vermehre. 3. Schärfste Bekämpfung des Wuchersmit Zuchthaus, Ausweisung, Arbeitshaus. Vermög enskonfiska- t i o n und Schließung des Betriebes als S t r a f m i 11 e l. 4. Verringerung und Säuberung des Zwischenhandels. Die Denkschrift betont schließlich, daß alle Liese Vorschläge zur Linderung des Uebels aber keine Heilung bringen könne und fährt fbrt: ,,Die Grundursache des Uebels liegt in unseren Repa- rationsveriflichtungen und im Mißverhältnis zwischen inländischem Verbrauch und inländischer Produktion, durch welche die Passivität unserer Zahlungsbilanz bedingt wird. Unter diesen Umständen ist der Vorschlag einer künstlichen Stabilisierung des inländischen Preisniveaus wohl einer eingehenden Prüfung wert; dieser Vorschlag läuft darauf hinaus, den gesamten Devisenverkehr zum Zwecke strengster Sparsamkeit und schärfster Einschränkung der Einfuhr zu zentralisieren. Alle inländiichen Preise, Gehälter und Löhne sollen ferner auf ihre dermalige Hohe allenfalls unter Beziehung auf die Friedenspreise und Friedenslöhne behördlich festgesetzt werden. Aus eine solche Weise könnte der Einfluß des ausländischen Wertes der Mark auf ihren Inlandswert abgeriegelt werden, ohne daß die Volkswirtschaft im ganzen dadurch zu Schaden käme. Maßnahmen zur Linderung der Milchnot. Berlin, 18. Oft Ein Rundschreiben des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft an die Landesregierungen befaßt sich mit den zur Linderung der Milchnot zu treffenden Maßnahmen. Es ist der Erlaß einer Verordnung beabsichtigt über die Konzessiv- nierung der Butter und des Milchhandels. Dagegen soll von der Festsetzung von Höchstpreisen für Butter und Milch durch das Reich bis auf weiteres abgesehen werden, jedoch wird darauf hingewiesen, daß die Festsetzung von Höchstpreisen schon jetzt durch die Landeszentralbehörden oder die von ihnen beauftragten unteren Behörden auf Grund des Höchstpreisgesetzes möglich ist. Endlich werden die Landesregierungen ersucht, Verfügungen gegen die Verwässerung ani> Verfälschung der Vollmilch zu treffen. Die der Reichsgctreü>estelle und den Kommunalverbänden zur Verfügung stehende Kleie soll neben der Belieferung der landwirtschaftlichen Betriebe, die Umlagegetreide abliefern, in erster Linie zur Hebung der Milchproduktion und Verteilung an Milchnotstandsgebiete verwendet werden. Die innere Goldanleihe. Berlin, 18. Ott. (Wolff.) Der ,D. Z." wird mitgeteilt, daß die Goldschahanwei- jungen, wenn das gegenwärtig noch dem Kabinett vorliegende Gesetz auch rasch angenommen werden dürfte, wegen der technischen Vorbereitungen nicht vor Mitte Rovember herauskommen könnten. Die Stückelung sei so gedacht, daß die tleinste Goldschahanweisung einem Werte von 25 Dollar entspricht Erhöhung der Postgebühren. Berlin, 18. Oft. Der Reichspostminister hat dem Derkchrsbeirat seines Ministeriums Vorschläge für die neue Gebührenerhöhung unterbreitet Danach sollen Postfarten im Ortsverkehr 3 Mark, im Fernverkehr 6 Mark kosten. Briefe sollen im Ortsverkehr bis 20 Gramm 4 Mark, bis 100 Gramm 8 Mark, bis 250 Gramm 12 Mark kosten, im Fernverkehr entsprechend 12, 18, 20 Mark. Die Drucksachengebühr wird für 25 Gramm auf 2 Mark, bis 1 Kilogramm auf 20 Mark erhöht. Die Päckchengebühr ist auf 24 Mark vorgesehen Die Derstcherungsgebühr für Wertpakete und Wertbriefe soll 6 Mark, für je 1000 Mark Wertangabe mindestens 10 Mark betragen Postanweisungen sollen kosten: bis 100 Mart 10 Mark, bis 500 Mark 16 Mark, bis 1000 Mark 20 Mark, bis 2000 Mark 24 Mark, bis 5000 Mark 30 Mark, bis 10 000 Mark 40 Mark. Im Postscheclverfehr werden die Gebühren auf die Hälfte der Postanweisungsgebühren festgesetzt. Bei Telegrammen soll künftig ohne Rücksicht auf die Entfernung eine Grundgebühr von 20 Mark und daneben eine Wortgebühr von 10 Mk. erhoben werden; dafür fällt die Mindestgebühr fort. Die Fernsprechgebühren sollen das Doppelte der jetzigen Gebühren einschließlich der Teuerungszuschläge betragen. Die Erhöhung für die laufenden Gebühren soll mit Wirkung vom 1. Januar 1923, für die Einzelgebühren mit Wirkung ab 1. Dezember 1922 in xraft treten. Das Reparationsproblem. Paris, 19. Olt. (WTD) Ministerpräsident P o i n c a i e hat sich gestern nachmittag mit Dar- thou, Mauclere, de Lasteyrie, Reibel, Peretti de la Recca und dem Direktor der Handelsabteilung im Außenministerium Seydoux übet? das Reparationsproblem beraten. Paris. 19. Oft. (WTD.) Das „Echo de Paris" schreibt: Eine Beratung der französischen Sachverständigen hat gestern im Kabinett des Ministerpräsidenten stattgefunden. Zuerst schien es, daß D a r t h o u am Freitag einen vollständigen französischen Gegenvorschlag unterbreiten werde, enthaltend einen umfassenden Reformplan der Finanzen unb des Wahrungssystems, das Deutschland, eventuell unter Psandnahme und Androhung von Sanktionen, anzunehmen habe. Die neueste Absicht scheine jedoch zu sein, für den Augenblick die Debatte in ihrer Vollkommenheit nicht vor die Reparationskommission zu tragen. Der Gegenvorschlag, den Darihou unterbreiten werde, wird deshalb ohne Zweifel die Frage der Pfänder und Sanktionen nicht anschneiden. Das wird der internationalen Konferenz Vorbehalten bleiben, vor der die französische Regierung ihren Gesamtplan zu entwickeln gedenke. Der Plan deutscher Arbeiten in Frankreich. Berlin, 18. Oft (WTB.) Der diplomatische Mitarbeiter der Agentur Havas teilt mit: Die deutsche Regierung hat ihre Antwort auf den Plan großer öffentlicher Arbeiten, die durch deutsche Arbeiter mit deutschen Materialien in verschiedenen Gegenden Frankreichs ausgeführt werden sollen, übermittelt. In der Antwort heißt es, die deutsche Regierung sei grundsätzlich bereit, die Arbeiten auszusühren. Hedoch verlange sie die Entsendung einer Kommission nach Frankreich, um das Programm im einzelnen zu prüfen. Hierzu erfahren wir von zuständiger Stelle folgendes: Die französische Regierung teilte Ende September der deutschen Regierung cnntlich mit, daß sie auf Grund des § 19 An age 22 zu Teil 8 des Versailler Vertrages die Ausführung gewisser öffentlicher Arbeiten außerhalb der zerstörten Gebiete von Deutschland auf seine Kosten zu verlangen beabsichtige, und hat um baldige En sendung deu scher Sachverständ'ger nach Paris zum Zwecke der 'Besprechung der Ausführung des Programms gebeten. Deutscherseits wurde er- totbert, daß man bereit sei, Sachverständige zu bestimmen, die mit Vertretern der französischen Regierung im Rahmen des genannten Artikels 19 und der sonstigen jeweiligen Verpflichtungen Deutschlands aus dem Vertrage von Versailles über Ratur und Umfang der Materialien und die Handarbeit zur Ausführung dieser öffentlichen Arbeiten verhandeln sollen, daß es aber vorher notwendig erscheine, die Vorfragen finanzieller Art und über die Verrechnung zuk.ären. Es wurde deshalb vorgeschlagen. daß zunächst über diese Vorfragen verhandelt wird. Hierauf ist eine Antwort der französischen Regierung nicht erfolgt Lubersac in Berlin. Berlin, 18. Ott. (WTB) Senator de Lubersac, der gestern in Berlin eingetroffen ist um sich mit Hugo 6 t i n n e s über gewisse Aus- sührungseinzelheiten des auf der Heimburg abgeschlossenen Abkommens ins Benehmen zu sehen, hat dem R.ichspräs denten und Rrichskaazler Höflichkeitsbesuche abgestattet Beide'haben ihm ihr Interesse an der Verwirklichung des Abkommens ausgedrückt. Aus Toulon heimgekehrte Kriegsgefangene. (Berlin, 18. Oft Gestern mittag trafen auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof zwanzig aus Toulon heimkehrende deutsche Kriegsgefangene ein. Sie wurden von einer großen Menschenmenge stürmisch begrüßt or tng icht Auswärtigen Amt erklärt wurde, die von mit aus eigenem Antriebe angetretene Rückreise sei bedauerlich, da dadurch aufregende Gerüchte entstehen könnten. in pari without permission prohibited. Kurz vor Erscheinen der Buchausgabe — am 30. Oktober wird das Werk in jeder Buchhandlung zu haben sein — bringen wir mit Erlaubnis des Verlages K. F. Koehler in Leipzig den Anfang des Kapitels „Der Kriegsau bruch", in dem der Kaiser nochmals überzeugend Deutschlands Schuldlosigkeit der planmäßigen Vorbereitung des Krieges durch unsere Feinde gegenüberstellt. ♦) „Ich werde in diesem Jahre zu Haus bteV ben, weil wir Krieg bekommen" und von den Behörden feierlich empfangen. Der Marsch zur Rotebühl-Kaserne, der unter Vorantritt der Militärkapelle vor sich ging, glich einem Triumphzugs. Die Heimkehrer wurden am Abend im Stadtgarten festlich bewirtet. Oberleutnant Fonk (Berlin) hielt die Begrüßungsrede. Ministerialdirektor Schm ufert entbot den WM- kommengruß der Württembergischrn Regierung. In bunter Folge wechselten die Darbietungen der Stuttgarter Künstler njit anderen_ Reden Es wurden größere Geldsummen, die für dte Heimkehrer gesammelt waren, unter sie verteilt. Frankreich und Ruhland. London. 18. Oft (Wolfs.) Der gestrige Artikel des „Temps" über Rußland wird in der englischen Presse viel brachtet. Der Pariser Berichterstatter der „Daily Mail' schreibt, überall in Paris werde angekündigt, daß Verhandlungen bezüglich der Eröffnung von Beziehungen zwischen Frankreich und Rußland bevorständen. Der Zeitpunkt sei nicht weit entfernt, wo offizielle Annäherungsversuche der Sowjetregierung em bereitwilliges Ohr im französischen Ministerium finden würden. Seit der Genueser Konferenz habe eine entscheidende Aenderung in der Hauptrich- tunfl der französischen Außenpolitik stattgefunden. Der Pariser Berichterstatter der .Westminster Gazette" schreibt, in der Aufregung der Wahl- fampagne dürfe Großbritannien nicht die wich- Aus dem Kapitel „Kriegsausbruch" der Erinnerungen Kaiser Wilhelms II „Ereignisse und Gestatten". Copyright 1922 by the Maclure Newspaper- Syndicate. Publication and Translation rights reser- ved, including Scandinavian, reproduction in whole Die Sachverstündigen-Konserenz in der Orientftage. Paris, 18. Oft. (WTD.) Das „Journal des Sebatä“ bestätigt, daß die französische Regierung London gegenüber den Wunsch geäußert habe, daß die Sachverständigen -Vor- f o n f e r e n z für die Regelung des Friedens an Orient nicht in London, sondern in Paris abgehalten werde. Das Dlatt glaubt In Potsdam eingetroffen, fand ich den Kanzler und das Auswärtige Amt im Konflikt mit dem Ches des Generalstabes, weil General von Moltke die Ansicht vertrat, der Krieg werde unbedingt ausbrechen, während die beiden ersteren fest auf ihrer Auffassung bestanden, es werde nicht dazu kommen, der Krieg würde sich vermeiden lassen, wenn ich nur nicht mobil machen liehe. Der Streit dauerte die ganze Zeit über an Erst als General v. Moltke meldete. daß die Russen bereits ihre Grenz-Kordvn-Häuser an- gesteckt, die Grenzbahngleise aufgerissen und rote Mobilmachungszettel angeschlagen hätten, gr auch den Diplomaten in der Wilhelmstvaßs e n ßi . auf. Ihre Widerstandskraft und sie selbst brachen zusammen Sie hatten an den Krieg nicht glauben Rach dem Eintreffen der Rachricht von der Ermordung meines Freundes, des Erzherzogs Franz Ferdinand, gab ich die Kieler Woche auf und reifte nach Hause, weil ich beabsichtigte, mich zu der Beisetzung nach Wien zu begeben. Don dort wurde ich aber gebeten, von diesem Vorhaben abzustehen. Rachträglich hörte ich, daß hierfür u. a. auch die Rücksicht auf meine persönliche Sicherheit mitgesprochen habe, die ich natürlich zurückgewiesen haben würde. In tiefer Sorge über die Wendung, die die Dinge nehmen konnten. beschloß ich nun. meine geplante Rordland- reife auszugeben und zu Haus zu bleiben. Der Reichskanzler und das A iswärtige Amt waren der entgegengesetzten Auffassung und wünschten gerade, ich solle die Reise au-führen, weil das auf ganz Europa eine beruhigende Wirkung ausüben werde. Ich habe mich lange dagegen gesträubt, angesichts der unsicheren Zukunft mein Land zu verlassen. Aber der Reichskanzler von Dethrnann erklärte nür kurz und bündig, wenn ich den nun einmal schon bekannten Reifeplan jetzt noch aufgeben würde, so werde das dazu führen, die Lage ernster erscheinen zu lassen, als sie bisher fei, und möglicherweise zum Ausbruch des Krieges beitragen, für den ich dann ver« antwortlich gemacht werden könne. Alle Welt warte mir auf die erlösende Rachricht, daß ich trotz der Lage ruhig auf Reisen gegangen sei. Ich konferierte mit dem Chef des Generalstabes darüber; als auch dieser eine ruhige Auffassung der Lage zeigte und selbst um Sommerurlaub nach Karlsbad bat, entschloß ich mich schweren Herzens abzufahren. Der vielbesprochene sogenannte Potsdamer Krvnrat vom 5. Juli hat in Wirklichkeit niemals stattgefunden. Er ist eine Erfindung Döswilliger. Ich habe selbstverständlich vor meiner Abreise, wie das immer zu geschehen pflegte, einzelne Minister empfangen, um mir über den Stand ihrer Ressort-Angelegenheiten Dericht erstatten zu lassen. Auch ein Ministerrat hat nicht getagt, und von Kriegsvorbereitungen ist bei keiner einzigen Besprechung die Rede gewesen. Meine Flotte lag, wie auf der Crhvlungs- Sommerreise üblich, in den norwegischen Fjorden. Ich wurde wahrend des Aufenthaltes in Dal- holm vom Auswärtigen Amt nur spärlich mit Rachrichten versehen und war hauptsächlich auf die norwegische Presse angewiesen, ans der ich zu erkennen glaubte, daß die Sage ernster wurde. Ich telegraphierte wiederholt an Kanzler und Auswärtiges Amt, daß ich es für ratsam hielte, nach Hause zurückzukehren, wurde aber jedesmal gebeten, meine Reise nicht abzubrechen. Als ich erfuhr, daß die englische Flotte nach der Revue von Spithead nicht auseinandergegangen, sondern konzentriert geblieben war, telegraphierte ich nochmals nach Derlin. daß ich meine Rückkehr als nötig ansehe. Meine Auffassung wurde dort nicht geteilt. Als mir Mnn aber aus der norwegischen Presse — nicht etwa von Berlin aus — zunächst das österreichische Ultimatum an Serbien und gleich darauf die serbische Rote an Oesterreich bekannt wurde, trat ich ohne weiteres die Heimreise an und befahl der Flotte, nach Wilhelmshaven zu gehen. Bei der Abfahrt erfuhr ich aus norwegischer Quelle, daß ein Teil der englischen Flotte heimlich nach Rorwegen auigelaufen sein sollte, um mich (noch im Frieden!) abzufangen. Es ist bezeichnend, daß dem englischen Botschafter Sir Edward Goschen am 26. Zuli im tige internationale Entwicklung aus dem Auge verlieren, die stattfinde. Wenn die britischea^Di- plornaten nicht aufwachten, fo würde sich England bald in Isolierung befinden, die um so unangenehmer märe, als sie aus feinem eigenen Willen entstanden sei. „Daily Recvs" berichtet aus Riga, Moskauer Telegramme meldeten, daß infolge des günstigen Eindrucks, den der französische Abgesandte Her - r io t über die wirtschaftlichen und sozialen Der» hältnisfe in Rußland gewonnen habe, erwartet werde, daß ein frar^ösisch-russisches Handelsabkommen demnächst erörtert werden würde. Moskau, 18. Oft. (Wolff.) Die französische Holzindustrie richtete an denP e - tersburaer Holztrust eine Anfrage über die Mögsich'.eiten russischen Holzexportes und die Wiederaufnahme des normalen Geschäftsverkehrs. wollen. Hieraus geht deutlich hervor, wie wenig wir im Zull 1914 auf den Krieg gefaßt waren, gc- schwrige denn, daß wir ihn vorbereitet hätten. Als im Frühjahr 1914 Zar Nikolaus II. von seinem Hofmarschall über sein Frühjahrs- und Sommer-Programm befragt wurde, antwortete er: „Je resterai chez moi cctte annöe, parce que nous aurons la guerre.“*) (Diese Tatsache soll dem Reichskanzler v. Dethrnann gemeldet worden sein, ich habe damals nichts davon gehört und sie erst im Rovember 1918 erfahren.) Das ist derselbe Zar, der mir zu zwei verschiedenen Malen, in Djörkö und in Daltisch-Porl. ganz unaufgefordert und für mich überraschend fein feierliches Ehrenwort (word of honour of a sovercign) durch Handschlag und Umarmung bekräftigt, gegeben hat: er werde aus Dankbarkeit für die treue und freundnachbarliche Haltung des Deutschen Kaisers im russisch-japanischen Kriege, den England allein Rußland eingebrockt habe, niemals gegen ihn das Schwert ziehen, wenn etwa ein Krieg in Europa ausbrechen sollte, am allerwenigsten als DundeSgenosfe von England. Dieses Land hasse er, denn es habe ihm und Rußland zu schweres Unrecht angetan, indem es ihm Hapan auf den Hals gehetzt habe. Zu derselben Zeit, als der Zar sein Sommer- kriegsprogramm aussprach beschäftigte ich mich in Korfu mit Ausgrabungen von Altertümern, dann reifte ich nach Wiesbaden und schließlich nach Rorwegen. Ein Herrscher, der Krieg will und ihn vorbereitet, um seine Rachbarn zu Überfällen, wozu es langer heimlicher Mobilmachunas- Vorbereitungen und Konzentrationen bedarf, der befindet sich nicht monatelang außer Landes und läßt nicht seinen Generalftabsches auf Sommer- urlaub nach Karlsbad gehen. Die Feinde haben unterdessen planmäßig Vorbereitungen zumUeber- fall getroffen. Die ganze diplomatische Maschine bei uns hat versagt. Man sah den heraufziehenden Krieg nicht, weil das Auswärtige Amt mit seinem Standpunkt des „surtout pas d histoires!“ von dem Gedanken des Friedens ä tout prix dergestalt hypnotisiert war. daß es den Krieg als mögliches Mittel der Entente-Staatskunst aus seinen De- redmungen gänzlich ausgeschallet hatte und deshalb die Kriegsanzeigen in ihrer Dedeutung nicht richtig einschähte. Auch hierin liegt übrigens ein Beweis für die Friedfertigkeit Deutschlands. Jener Standpunkt des Auswärtigen Amtes brachte es in einen gewissen Gegensatz zum Generalstab und Admiralstab. die pflichtmäßig warnten und zur Abwehr vorberrtten wollten. Dieser Gegensatz hat mxh lange nachgewirkt. Die Armee konnte dem Auswärtigen Amt nicht vergessen, daß sie durch seine Schuld überrascht worden war. Und die Diplomaten waren pikiert, daß.es ttoh ihrer Kunst zum Kxiege gekommen war. Indessen zu rÄsstn, W bte fvanzösischeRegte- rang, toenn sie auch entschlossen sei, mit Nachdruck die Wahl von London als Konferenzort abzulehnen, die Wahl von Paris nicht zur unerläßlichen Vorbedingung für ihre Zustimmung zur Abhaltung der Konferenz machen werde. DaS „Journal des Debats" fügt hinzu, auf alle Fälle würden die Descklüsse der Vorkonferenz die Regierungen nicht binden und nur als Empfehlungen betrachtet werden, über die die Regierungen in aller Freiheit sich auszusprechen hätten. Die Entschlüsse des Sultans. Konstantinopel, 19. Oft. (WTB.) Der vberste Rat des kaiserlichen Hauses ist gestern nachmittag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengetreten, die unter dem Vorsitz des Sultans flattfand. Heber das Ergebnis der Beratungen ist noch nichts bekannt. Die Türkei und Rußland. Angora, 19. Oft (WTB) Demnächst werden hier Verhandlungen wegen des Abschlusses eines Handelsvertrages zwischen der Türkei und Rußland ausgenommen werden. Ein deutsches Linienschiff im Stockholmer Hafen. Stockholm, 18. Oft. (WTB.) Heute vormittag traf das deutsche Linienschiff „Hannover" hier ein. Die „Hannover" grüßte dw schwedische Flagge durch Salut, der von der Batterie Kastellholmen erwidert wurde. Nachdem das Schiff bei ©frommen vor Anker gegangen war, überbrachte der Vertreter des schwedischen Festungskommandanten die Grüße des Kommandanten. Mit einem Teil der deutschen Gesandtschaft an Bord erfolgte dann bei herrlichem Wetter die Einfahrt in den Stockholmer Hafen. Die Offiziere waren heute bei dem deutschen Gesandten Radolny zum Frühstück geladen. Die Stockholmer Presse widmet dem Besuch herzliche Begrühungsartikel. Aus dem Reiche. Die Vertagung der Reichsprasidentenwahl. Berlin, 18. Oft (WTB.) Wie wir erfahren, haben in der Frage der Wahl des Reichspräsidenten die Reichstagsfraktionen der Regierungsparteien mit Zustimmung der Deutschen Volkspartei und der Bayrischen Volkspartei beschlossen, int Reichstag einen gemeinschaftlichen Antrag einzubringen, durch den Artikel 180 der Verfassung dahin geändert werden soll, daß der von der Nationalversammlung gewählte Reichspräsident sein Amt bis zum 30. 6. 1925 weiterführt. Der Antrag ist heute abend, unterzeichnet von den Fraktionsvorsihenden ,ber genannten Parteien, dem Reichstag zugegangen. Revision des Einkommensteuergesetzes. Dem Reichstag ist eine Novelle zum Einkommensteuergesetz in der Form eines Initiativantrages der sozialdemvkra-- tischen Fraktion zugegangen. Danach soll für die ersten 300 000 Mark an steuerbarem Einkommen die Steuer 10 Prozent vom Hundert für weitere 200 000 Mark 15 vom Hundert, für weitere 250 000 Mark 25 vom Hundert, und weiter gestaffelt für jede 500 000 Mark 30, 40, |45 usw., bis auf 60 vom Hundert betragen. Auch die Abzüge werden entsprechend geän-- * Schwierige Lage der Krankenkassen. Nach einer Mitteilung der „Doss. Ztg." sind die Krankenkassen nicht in der Lage, das am 15. Oktober fällig gewordene Honorar den Aerzten auszuzahlen. Es handelt sich um das Entgell für die von Juli bis Oktober geleistete Behandlung, das über 100 Millionen Mark beträgt. Durch die Zahlungsunfähigkeit der Krankenkassen wird die Notlage der deutschen Aerzte weiter gesteigert. Das Hausgehilfengesetz. Berlin, 18. Oft. (Wolff.) Der vorläufige Reichswirtschaftsrat beschäftigte sich mit der dritten Beratung des Hausgehilfengesehen t w u r f e s. In der Abstimmung tourben die Beschlüsse der zweiten Lesung in der Hauptsache aufrechterhalten. § 12. der die Arbeitszeit regelt, erhall entsprechend dem Antrag Mühsam den Zusatz, daß die Arbeitsbereitschaft täglich höchstens 13 Stunden betragen darf. Darauf wurde dem Gesetzentwurf auch in der Gesamtabstimmung zugestimmt. Der Berfafsungstag. Das preußische Staatsministerium wird, den Blattern zufolge, im Reichsrat für die Einsetzung des 11. August als Nationalfeiertag eintreten und sich dafür einsetzen, daß an diesem Tage allgemein in den Reichsfarben geflaggt werde. Die Anzeigensteuer. Don deutschnationaler Seite ist im Reichstag ein Antrag eingebracht worden, durch eine Novelle zum Hmsatzsteuergesetz die Anzeigensteuer für Zeitungen und Zeitschriften aufzuheben. beantworten. Die Vorlage über Aenderung des Besoldung s tz e s e tz e s für den Nachtragsetat für 1 922 geht an den Haushalts- ausschuß Deutscher Reichstag. 258. Sitzung, 2 Uhr. Berlin, 18. Oft Minister Koster erklärte die Bereitwilligkeit Negierung, die Interpellation über die Krawalle am Zirkus Busch und die Not der deutschen Wissenschaft innerhalb der gesetzmäßigen Frist zu ' 3ur Beratung gelangt sodäi Preußische Stonfoie 88,- 88,- 89,25 92,75 3*///0 Hessen —»— W,— —>— —,— 3'/tf Hessen......... 62.10 62.- 61- 62,80 47» Holltürken 4175,- 4500,- 4000,- 4400,- 57o Goldmexikaner —36700,— 37500,— Berliner HandelSgef . 2250,— 320Ü— 2400,— 3000,— Commerz u. Privatbk. 380,— 899.— 400,— 410,— Darmü.n.Nauonalbank 370,— 390.— 370,— 397,— Deutsche Bank 1025,— 1100,— 990,— 1074,- Deulsche Vereinsbank. 219,— 225,— —,— —,— DiScomo Commandir . 610,— 630,— 600,— 720,— MeiaUbank 2400- 2100,- -,- -,- Milteldeui. Kreditbank 380,— 405,— 400,— 415,— Cefterr. Credilanstalt. 470,— 500,— 475,— 48L - Bochumer Guß 4500,— 4300,— 4450,— 4500,— BuderuS..........2400,- 2380,- 2500,- 2275.- Caro 2200,- 1975,- 2050,— 1925,- Deuisch-Luremburg. . . 4600,— 4450,— 4500,— 4400,— GelsenkirchenerBergw. 4700,— 4675,— 4750,— 4660,— Harvener Bergbau. . . 8100,— 5*900,— //00,— —,— Kaliwerk ölschcröleben. 2600,— 2700,— 2775.— 3000,— Kaliwerk Westeregeln . 3700,— 3600,— 3800,— 3700,— Vninabülte 4950,— 4670,— 4550,— 4395,— Lberbedari 2375.— 2375,- 2225,- 2240,- Pl.önir Bergbau 5600,- 5550,- ü4O5,- 5150,- RheinstaM 5100,- 4900,- 5000,- 4950,- Mhebcd Montan .... 5290,- 5075,- 4960,- 5000,- Tellus Bergbau 1495,— 1450,— —,— —,— r amburlvAmer. Paket 1190,- 1230,- 1300- 1170,- Norddeulscher Vloub. . 725,— 820,— 750,— HementiverkHeidelberg 2000,— 199Ü— —,— —,— ^Shiltvp Holzmann . . . 1050,— 1115,— 110Ü— 1350,— Anglo-Cont.'Guano. . . 6200,— 6300,— 6395,— 5*110 — Badische Anilin 3150,- 3100,- 2900,- 3200,- GMdfchmtdl 3160,- 2910,- 3006,— 2800.— Griec-beimer. Electron. 23)0,— 2350,— 2500,— 2400,— Höchster Farbwerke . 2325,— 2500,— 2650,— 2300,— Hvlzoerkoblung 1725,— 1600,— —,—-- Nütgerswerke 1890,- 1880,- 1850,- 1875,- Lcheideannalt 2770,— 2500.— —,— —,— ANg. ElektrizttätS-Ges. 1580,- 1410,- 1600,- 1360,- Bergmann 1300,- 1:400,- 1300,— 1225,- Schtickert 2700,— 2425,— 2550,— — ,— Diemens & HalSke. . 3950,— —,— 3650,- 3500,- Adlerwerke Kleyer. . . 600,— 800,— 640,— 900,— Daimler Motoren. . . . 720.— 800,— 730,— — ,— Heyliaenstaedt 1240,— 1480,— —,— —,— Megutn 2800,- 2400,- -,- 2250,- Metallges. Frankfurt. 2900,- 2925.- -,- -,- Dchuhsabrik Herz.... 657,— 700,— —,— —,— Tichel............ 725,- -,- -,- Zellstoff Waldhof .... 1525.- 1550,- 1700k- 1500,- Zuckerfabr. Frankenthal 1500,— 2oOO,— —,— —,— Zuckerfabrik Wag äufel 1400,- 2000,- -,- -,- Frankfurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahlung.) Amtliche vlotiemngen. Datum. 17. Oktober 18. Oktober Geld Brief Geld Brief Antw.-Brüstel . 19880,- 19920,- 20079,90 20120.10 Holland 11138,8,50111611,501121)78,20112912^0 Vonbon 12712,20 12737,80 12837,10 128iLu0 Paris 21553,40 215t»6,60 21565,90 21609,10 Schweiz 52947 - 53053,- 53146,80 LW3.20 Spanien 43tk56,30 4374:3,70 44155,80 44244,20 Italien 12050,40 12074,60 12212,70 12237^30 Lissabon-Oporto —,— —,— —,— —,— Dänemark .... 56943,- 57057 - 57942,— 58058,— Norwegen .... 52447,50 52552.50 52947,- 53053,— Schweden .... 76623L0 76776,70 77822,60 77477,40 HelstngiorS. . . . —,— —,— —,— —,— Neuvork 2872,10 2877.90 2889,60 2895,40 Deulsch-Oesterr. 3.90 3,98 3,98 4,06 Budapest 110,89 11LU 110,88 111.12 Prag 937H10 9390,90 9415,50 9434,50 Sofia —,— —,— —,— —,— Märkte. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 18. Oft. Im Produttenverkehr kam schon gestern abend eine feste Tendenz zum Durchbruch unb beute fand diese bet durchaus ungenügendem Inlands angebot und infolge der scharfen amerikanischen Preissteigerung für Weizen und MaiS ihre Fortsetzung. Für Weizen wurden in den Provinzen noch höhere Preise gezahlt alS hier. Roggen loar lebhaft zur Umlage gefragt Die amerikanischen PreiSsorderungen wirkten gleichfalls preiserhöhend. Die Nachfrage nach Gerste und Hafer konnte nicht befriedigt werden. Mais zog kräftig im Preise an auf steigende AuS- landssorderungen. Mehl hatte bei ruhigem Geschäft eine feste Tendenz. Kleie und sonstige Futtermittel waren für spatere Lieferung begehrt, in naher Ware aber angeboten. Weizen, märkischen 6700—6900 Mk., mecklenburgischen 6700 bis 6800 Mk. (fest), Roggen, märkischen 6100 bis 6200 Mk., pommerfchen 6100—6200 Mk. (fest). Sommergerste 6750—6850 Mk. (fest), Wintergerste 6700-6800 Mk., Hafer, märkischen 6200—6350 Mark (fest), Mais, loco Berlin 6500—6550 Mk (fest), Weizenmehl (100 Kg.) 17 800-19 000 Mk. (sehr fest), Roggenmehl (100 Kg.) 16 000—16 800 Mark (sehr fest), Weizenkleie 3200-3300 Mk. (behauptet), Roggenkleie 3300—3350 Mk. (fest), Raps 7330—7500 Mk. (behauptet), Diktoriaerbfen 10 000—10 650 Mk., kleine Erbsen 9000—9500 01».. Lupinen, blau 3500-4000 Mk., gelb 4500 Mk., Rapskuchen 3500—3700 Mk., Trvckenschnihel 2900 bis 3000 Mk. Rauhfutter: Weizen- und Roggenstroh, drahtgeb. 1350—1425 Mk., Haferstroh, drahtgepreht 1350—1425 Mk., Sttoh, strohfeilgebündelt 1350—1425 Mk., Wiesen Heu, gut, gesund und trocken, Dormahd 820—850 Mk., Rach- mahd 720-820 Mk. Frankfurter Getreidebörse. fpd. Frankfurt a. M., 18. Oft. Lek fester Geschäftslage und steigenden Preisen für Mehl wurden bezahlt für je 100 Kilo: Weizen Mk. 13 000—13 300, Roggen Mk. 12 300 bis 12 500, Gerste Mk. 13 500-14 000, Hafer Mark 13 500—14 000, Weizenmehl, südd., Mark 20200—21 800, Roggenmehl Mk. 16000 bis 17 000, Kleie Mk. 6200—6500, Mais (Mixed) Mk. 12 000—12 500. 22. Südwestdeutsche Zentral-Häuteauktion. Die am 17. d. Mts. in Mainz stattgehabte 22. Südwestdeutsche Zentralhäuteauktion war mit rund 10 000 Großviehhäuten, 2000 Kalbfellen und 4000 Hammelfellen beschickt. Die Tendenz bei der Versteigerung war äußerst fest. Die Preise fliegen der Geltentwertung entsprechend und übertrafen diejenigen der letzten Frankfurter Auktion. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Am die Stabilisierung der Mark. Paris, 18. Oft. (WTB.) Die „Chicago Tribüne" behauptet, daß Pierpvnt Morgan als amerikanisches Mitglied einer geplanten neuen Kommission zwecks Stabilisierung der Mark auftreten werde. Die neue Kommission sei der Kern des Bradburhschen Projektes. In englischen Kreisen der Reparationskommission habe man gestern bereits versichert, daß Morgan die inoffizielle Ber- sicherung gegeben habe, er werde der Aufforderung nachkommen, wenn es von allen Beteiligten der Alliierten in freundschaftlichem Einvernehmen gewünscht werde. Bradbury beabsichtigt, nach dem Blatte die Mark auf 750 für einen Dollar zu stabilisieren, während er noch vor einigen Wochen sich mit dem Plane getragen habe, die Stabilisierung auf 500 vorzunehmen. Ein weiterer Aufschub werde möglicherweise dazu zwingen, für die Stabilisierung 1000 pro Dollar festzusetzen. Rücktritt Pasttsch'S? Paris, 18. Oft. (WTB.) Nach einer Meldung des „Mattn" aus Belgrad erklärte Ministerpräsident P a s i t s ch, daß er nach dem 24. Oktober, dem Erinnerungstage an die Schlacht von Kumanovo, demissionieren werde. Eine englische Note an die italienische Regierung. London, 18. Oft. (WTB.) Die brittsche Regierung hat gestern eine Note an die italienische Regierung gerichtet über die Kündigung des 12-Insel-AbkommenS,in 5er gegen diese Kündigung Einspruch erhoben wird, da eS sich um eine internationale Frage handele, die nur durch die Friedenskonferenz in Angriff genommen werden könne. Die Auffassung der italienischen Regierung geht da- hin, daß das Abkommen von 1920 eine Folge des Vertrages von S e d r e S war und daß, da dieser nicht mehr existiert, das Abkommen zwischen Griechenland und Italien von selbst hinfällig geworden fei. Die italienische Regierung müsse mit freien Händen zur Friedenskonferenz kommen. Die Herweghs. Eine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill. 18. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Solche Männer eignen sich nicht zur Ehe," sagte Liane. „Wieso?" fragte Grete Und sie erfuhr, daß es viele Arten der Erotik gibt, daß jedes Land, jede Menschenrasse ihre eigene besaß und ausübte, daß die der Germanen so verschieden mar von der der romanischen Völker, wie die der Australneger sich von der Erotik der Inder unterschied. Daß jebe Ration und Rasse ihre eigenen Schönheitsideale besah, und welche Anziehungskraft exotische Männer, wie Reger, Araber, Abessinier, Marokkaner. Inder. Japaner und andere, auf weiße Frauen ausübten . . . Sie hörte von seltsamen Liebesaffären zwischen diesen ungleichen Paaren, von romantische Entführungen urtb tollen Abenteuern. Das Eigenartige und Pikante der fremden Rassen wirkte wie ein Fetisch auf weihe Frauen. Es war die Physiognomie, die Hautfarbe, der Geruch die Tätowierung, der Schmuck, die fremd- klingende Sprache dieser wilden Menschen, die faszinierte und berauschte. Dagegen hatten cvieder weiße Männer ein Faible für Mulattinnen and Kreolinnen. Schon die Schwarzen, die Ravoleon von seiner Aegyptischrn Expedition mitgebracht, sanden grohen Zuspruch von Männern und Frauen . . . In Amerika spielte das coloured girl eine stark anziehende Rolle für den Durkee, und die stolzesten Amerikanerinnen verschenkten zuweilen Gunst an männliche Riggers . . . Grete lausch e mit verhaltenem Atem. Rie hatte ihr jemand dergleichen erzählt. Ernst wies alle Versuche, von erotischen Dingen zu sprechen, energisch von sich, als seien sie etwas Anreines. And sie waren doch da. Man konnte doch dagegen die Augen nicht verschließen . . . Liane berührte diese Dinge wie etwas Alltägliches, das sich unter ihren Augen abspielte. Die Gräfin, der man so viele Abenteuer nachsagte, war eigentlich eine kühl reservierte Natur, der Typus einer femme de glace, deren natürliche Zurückhaltung gerade auf die Männer einen großen Reiz ausübte, und sie war innerlich ihrem crflen Geliebten treu geblieben. Eie traf ihn jedes Frühjahr an der Riviera, tov der Großfürst hinkam, um zu spielen. Rächstes Jahr begleitete sie ßianc dorthin. »Ja,, du bist zu beneiden. Liane." »Wieso? Ich finde das absolut nicht," meinte Giane, »und eine junge Frau sollte das eigentlich von niemand sagen." „Rein, so meinte ich es auch nicht, Liane, aber meine Freundinnen hier sind so ganz anders, es sind alltägliche Raturen und haben für nichts Irrteresse." „Warum hast du sie dir denn ausgesucht?" sagte Liane und goß zum zweitenmal Tee auf. Dach fünf llhr tarn Ernst herauf und bekam seinen Tee. Es war schon dämmerig, aber Liane wollte kein anderes Licht als das des Kamins und den Widerschein ber zuckenden gelben Flamme auf dem weißen Bärenfell, auf Dem sie hingegossen lag. „Du Bnntefi uns mal wieder etwas oeflamieren/ bat Ernst. Rach seiner trockenen Attenwirtschaft tat ihm so etwas not Liane hatte den rotblonden Kopf mit dem schweren Gelock in die feine Hand gestützt, an der die blitzenden Armreife funkelten, und schaute sinnend in die Flammen. Dann begann sie langsam mit ihrer Weichen, gedämpften, dunklen Stimme: „Wie rafft' ich mich auf in der Nacht, in der Nacht, und fühle mich fürder gezogen, Die Gassen verlieh ich vom Wächter bewacht, durchwandelte sacht in der Nacht, in der Nacht Das Tor mit Dem gotischen Dogen . . .“ Ernst hatte die Stirn in die Hände gelegt und die Augen geschlossen. Liane betrachtete ihn, während sie sprach . . . „O wehe, wie hast du die Tage verbracht, Nun stille du sacht in der Nach, in der Nacht 3m pochenden Herzen die Reue." „Von wem war das, Liane?" fuhr er auf. „Von Platen ..." x „Ah, von dem also . . . Sag es noch einmal,“ bat er, „es war so schön . . .“ „Ich spreche ein Gedicht nicht zweimal hintereinander," sagte Liane. „Nun, dann mir den letzten VerS . . ." llnd sie wiederhotte ihn, während sie ihren Bruder beobachtete . . . Irgend etwas tarn ihr verändert an ihm vor. „Wenn das du so sagst, Liane, könnte man wirklich glauben, du habest schon etwas durchgemacht." Liane schwieg und spielte mit ihren Armreifen . . . Eie besaß eine Menge dieser feinen, blitzenden Reifen, mit Diamanten besetzt, von denen ihre Muller glaubte, daß es „ausgezeichnete Nachahmungen" seien. Als ßiane heimging, waren ihre Gedanken bei dem Bruder. Ich weiß nicht warum, dachte sie, aber mir ist, als bereite sich mit Ernst etwas vor . . . Am nächsten Mittag, Herwegh Halle gerade sein Bureau geschlossen, erschien der Kammerdiener der Fürstin Rasumichin, die in den „Vier Jahreszeiten" wohnte, bei ihm und brachte eine schwere eiserne Kassette, die den Familienschmuck der Fürstin enthielt. Diese war im Begriffe, nach dem Kaukasus zu reifen, Weihnachten wollte sie wieder zurück fein. So lange sollte der Schmuck hierbleiben. Da es schon spät war und Dantelmann den Stahlschrank geschlossen hatte, nahm Ernst den Diener mit hinauf, um ihm die Quittung auszustellen. Während er den Inhalt der Kassette im Salon mit dem Manne aufnahm, tarn Grete herein. „Gott, so komm doch endlich," sagte sie ungeduldig. „Immer wenn wir Fisch haben, hast du solche Geschichten," und sie machte sich ärgerlich an dem Blumentisch zu schaffen, ohne den Kammerdiener eines Blickes zu würdigen. „Was war es denn wieder?" forschte sie, als die Suppe endlich aufgetragen werden konnte und sie sich im Speisezimmer gegenüberfaben. -Ach, nichts, es hat mir nur eine Same ihren Schmuck zur Aufbewahrung übergeben." „Warum spracht ihr denn französisch?" „Weil der Diener kein Deutsch kann und ich kein Russisch," sagte Ernst. Er hatte die Kassette neben sich auf einen Stuhl gestellt. (Fortfehung folgt) Wietzener Strafkammer. Gießen, lt. Oft ■piittcr verschlossenen Türen wurde gegen das Dienstmädchen P.S. und das Küchenmädchen CH.S. beide von Limburg, wegen Abtreibung und Beihilfe dazu, und gegen die Fvau K. W. von hier wegen Kuppelei verhandelt Die beiden ersten Angeklagten erhielten sechs und drei Monate Gefängnis, Fvau W. wurde mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. Verworfen wurde die Berufung einer Wirtin oon hier, die wegen Vichtanmeldung einer weiblichen Angestellten vom Schöffengericht zu 300 Mk. Geldstrafe verurteilt worden war. Es wurde festgestellt, daß das angeblich nicht an- meldungspflichttge Büfettfräulein auch Gäste bedient und mit ihnen am Tisch gesessen hatte, also mit ihnen in unmittelbaren Verkehr getreten war. Vach Sinn und Zweck der Verordnung ist die polizeiliche Meldepflicht damit begründet. Ebenfalls hinter verschlossenen Türen wurde gegen .den jugendlichen Bergmann R. Z. von Dillrngen wegen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt Er hat mit Mädchen unter vierzehn Jahren in vier Fällen unerlaubte Handlungen vorgenommen. Strafe sieben Monate Gefängnis. In zwei Fällen erfolgte Freisprechung mangels ausreichenden Beweises. Gerichtssaar. Berlin, 18. Oft. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts Berlin wurde heute das Verfahren gegen den Hausdiener und Bademeister in Wannsee, Obendvrf, eröffnet, dem zur Last gelegt wird, seine Geliebte Anna Wrobel in seiner Wohnung in der Zivnskirche ermordet, die Leiche nach der Tat zerstückelt und teilweise verzehrt zu haben. Danzig, 18. Oft. (Priv.-Tel.) Das Schwurgericht hat den Heizer Otto B e t h k e, der im Mai 1921 in einem Kornfeld in der Vähe von Danzig den Deutsch-Amerikaner Dredewski ermordete und um 12 000 Dollar beraubte, zum Tode verurteilt. Vermischtes. Zum Muter gang der „Hammonia". Hamburg, 18. Oft. (Wolff.) Vach dem heute mittag verkündeten Spruch des Seeamts wurde der Untergang des Dampfers „Hammonia" durch das Vollaufen der hinter dem vorderen Kesfelraumschott befindlichen Vü-ume verursacht. Ein Teil des Wassers drang durch die nicht fest geschlossenen undichten Steuerbord- kvhlenpforten. Eine.weitere größere Menge Wasser muh aber durch andere undichte Stellen, welche von der Besatzung nicht ausgesunden wurden, hinzugekommen sein. Ob die Mndichcheiten durch das Ausstößen auf einen unter Wasser befindlichen Gegenstand oder durch andere Mrsachen entstanden Vt, war nicht festzustellen. Die Schiffsleitung trifft an dem Mnsall keine Schuld; der einzige Vorwurf betrifft das nicht mit genügender Sorgfalt ausgcfü'hrte Abdichten der Kohlenpforten im Hamburger Hafen. Das ist den damit betrauten Personen zur Last zu legen. An der Bekämpfung des eindringenden Wassers wurde von der Schiffsund Maschinenleiiung sowie von den Mannschaften mit aller Anstrengung sachgemäß gearbeitet. Die Pumpenanlagen fnnrtioniecten ordnungsgemäh. Bei dem Ausbooten der Passagiere und der Besatzung wurden durch die Aufregung spanischer Zwischendeckspassagierc und mehrerer Mitglieder ter Besatzung einige Boote voreilig zu Wasser gelassen, von denen drei kenterten. Vach den bisherigen Feststellungen sind 15 Passagiere unovierMann der Besatzung ertrunken. Im übrigen vollzog sich das schwere Rettungswerk mit anzuertennender. Ordnung und Disziplin. Schiffsuntergang. — Die Besatzung umgekommen ? Stockholm, 18. Oft. (WTD.) Der hol- ländische Dampf ev „Cornelia" ist bei Grundhallen gestrandet und gesunken. Man vermutet, dah die Besatzung von 29 Mann umgekommen ist. wd. Köln, 18. Oft Die große allgemeine karnevalistische Gesellschaft hat beschlossen, in der kommenden Saison keinerlei karnevalistische Beran st altun gen abzuhalten, da die breite Masse der Bevölkerung nicht in der Lage ist, sich mit dem Votwendigsten zu versehen. Weiter wurde beschlossen, den Kassenbestand der Gesellschaft dem Oberbürgermeister für die Armen der Stadt zur Verfügung zu stellen. Siegen, 18. Oft. (WTB.) Amtlich. Heute vormittag wurde auf der Strecke Kreuztal— Ferndvrf auf einem unbewachten Wegübergange ein Lastauto von einem Personenzuge überfahren. Das Auto wurde vollständig zertrümmert, bte Lokomotive unerheblich beschädigt. Der Kraft- und Wagenführer ist schwer, der Begleiter leicht verletzt. Berlin, 18. Oft (WTB.) Bei der Abteilung für Brotversorgung des Berliner Magistrates sind auf eine Anzeige hin mehrere Personen festgenommen worden, die dringend verdächtig sind, sich der Mn treue, des Betruges oder der Beihilfe, Hehlerei und Kettenhandels schuldig gemacht zu haben. * Berlin, 17. Oft. Die Stadtverordnetenversammlung hat heute den neuen Strahenbahn- tarir genehmigte. Vach diesem kostet jetzt die einfache Strahenbahnfahrt 20 Mk. Ein Mmsteigefahrschein wird 30 Mk. kosten. Kirchliche Nachrichten. 3fr. Religionsgemeinde. Gottesd. L d. Lynag. (Südanl.). Samstag, 21. Oft Dorabd. 5,15, morg. 9, abds. 5,30 u. 6,10. — 3fr. Religionsgefellfchaft. Sabbatfeier 21. Oft. Freitag abd. 4J55, Samstag morgens 8,30, nachm. 3,30, Sabbataüsgang 6,10. Wochengottesdienst: morg. 6,30, abds. 5,00. eich. )n Äpotheken u. besseren Drogerien erhältlich. Gegen Fußschweiß und Wundlaufen Kuklrol=fußbad! Drogerie Wallenfeie« Uarktplats 21. itiBBgäSggn i MM Format ca. 250x120x65 mm zur Zeit prompt lieferbaren vampfprehfteinsabrik Elektrizitätswerk Westerwald A.-G., Marienberg, Westerwald. Behördliche Anzeigen Bekanntmachung. Betr.:iDen Verkehr mit Kartoffeln. Vach einer Verordnung des Hessischen Ministeriums vom 16. Oktober 1922 ist zur Sicherung des Bedarfs an Kartoffeln für die einheimische Bevölkerung auf Grund des Art. 48, Abs. 4 der deutschen Reichsverfaffung vom 11. August 1919 folgendes angeordnet worden: 1 Der Versand von Kartoffeln in Wengen von über 50 Ztr. nach Orten auherhalb deS DolkSstaates Heffen (einfchliehl. der preußischen Städte Frankfurt a. M, Fulda, Gelnhausen, Griesheim a. M., Hanau, Höchst a. M., Homburg v. d. H., Kreuznach, Wetzlar und Wiesbaden) darf in der Zeit 'vom 17. Oktober biS4. Aovember 1922 t nur auf Frachtbriefe erfolgen, die mit 1 demGenehmigungSvermerk desjenigen r KreisamtS versehen sind, in deffen Bezirk die Versandstation liegt. Gegen , die Versagung des Genehmigungsvermerks ist Beschwerde an das Ministerium für Arbeit «und Wirtschaft (Abtlg. f. Ernährung und Landwirtsch.) zulässig; die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung. 2. Die auf hessischem Gebiet erzeugten Kartoffeln dürfen in Mengen von über 50 Ztr. nur auf Stationen zum Versand gebracht werden, die in Heffen liegen; Ausnahmen können durch das für den Grzeugerort zuständige Kreisamt bewilligt werden. 3. Die auf Grund einer Bescheinigung der Reichsregierung für die Versorgung der saarländischen Bevölkerung bestimmten Kartoffeln sind ohne den nach 1 erforderlichen Genehmigungsvermerk zu befördern. Zuwiderhandlungen gegen obige Bestimmungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe bis zu 100 000 Mk. oder mit einer dieser beiden Strafen bestraft. Kartoffeln, die ohne den vorgeschriebenen Genehmigungs- vermerk auf die Bahn aufgeliefert werden oder den Bestimmungen zuwider zum Der- sand gebracht werden sollen, sind durch das zuständige Kreisamt für verfallen zu erklären. Gegen die Verfallserklärung ist binnen einer Woche Beschwerde an das Ministerium für Arbeit und Wirt- chaft (Abtlg. f. Ernährung und Landwirtsch.) zulässig. Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung. 9397B Gießen, den 18. Oktober 1922. Der Oberbürgermeister. I. D.: l)r. Selb. Bekanntmachung. Die städt. Sandgruben unterhalb der Liebigshöhe und an der Rödger Straße werden oom 1. Vovember lfd. IS. bis auf weiteres geschloffen. Vach diesem Zeitpunkt kann Sand nur nach vorheriger Anmeldung auf dem diess. Amt in den Gruben noch abgegeben werden. Gießen, den 16. Oktober 1922. Stadtbauamt. Braubach. n3l>gB Mittwoch, den 25. Oktober d. IS., vormittags 101/, Mhr, wird in der Lehr'schen Gastwirtschaft zu Cichelsdorf der Lungsteinbruch im Vothcberg 2, Oberförsterei Eichelsdorf, öffentlich meistbietend versteigert. Vähere Auskunft erteilt Herr Förster Schmitt zu Eichelsdorf und die unterzeichnete Stelle. Gichelsdorf, den 16. Oktober 1922. Hessische Oberförsterei Gichelsdorf. Bechtel. 9391D lunwtiin 09747 rein sucht 09723 Preisen 09744 Suche zu kaufen nach Klein-Linden Mer, WMjle! '^Äbmarsch *2"uhr,' und nut erhaltenes Vereinslokal. e,u2v und aut erhaltenes Damenrad Kriegsblinder AstoriaUchtspiele 4 Junger Kaufmann i. Buchs., Stenogr. u. Masch.-Schretb. crf., sucht Vorleserin für Studienzwecke. ue7° Ünlv.-Aagcnkllnlk. Dürbeck Gies;en,Kaiserallee5 r Goid^ Silber, Platin in Bruch u. Barren BHIIanten kauft zu reellem jeweiligem Kurs 6. Gümblein Sonntag, den 22.Oktoberl922, inderTurnhalle Blanlrofl Rosenbaum, Bahnhofstraße 22. | Mietgesuche | Student Kandidat), seriös, sucht fiiöii möbliertes Zimmer in nur gutem Hause. 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