Mtag, 18. August 1922 172. Jahrgang der Akten des Auswärtigen ist Heutiger Staub des Dollars 1175 Kampfe mit roten fünften» worden. Je weiter ba8 Werk vorrückt, desto mehr derartige Ausblicke werden sich aufdrängen, für heute nehmen wir von ihm Abschied mit tiefstem Respekt vor dem gewaltigen Können und dem reinen Wollen des Fürsten Bismarck und seiner Mitarbeiter. Der „Berl. Lokalanz." meldet aus ßotr bon: Enver Pascha hat am 4. August süd zu sichern und sich selbst ein Faustpfand zu verschaffen: „für Europa sei die Möglichkeit eines englisch-russischen Krieges eine viel größere Kalamität als diejenige eines russisch-türkischen." Ein Politiker, der, wie oft böswillig behauptet worden ist, schwarze Pläne gegen Frankreich im Schilde führte, hätte gewiß die Möglichkeit benutzt, Rußland mit England und Oesterreich zum Konflikt zu treiben, um die Hände gegen Frankreich frei zu haben. Bismarck hat sich dagegen bemüht, „dem Lord Salisbury das Mißtrauen gegen Kaiser Alexander möglichst zu benehmen". Enver Pascha im Kampfe gefallen. 10 Uhr vormittags: Berlin 1180. Frankfurt a. M. 1165 e sich gegen eine Koalition Oester» ' ~ ~ "stand Der Reichskanzler gegen die Behauptungen Pomcares ktt.M Erscheint täglich, cmtzer Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GiehenerFamilienblätter Monatlich« Stzugspreift: Mb. 29.- und Mk. 3.- Trägerlohn,durch diePost Mk. 32.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: für dieSchrift» leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Siege». postscheÄonio: Frankfurt a. M. 11686. Annahme von Anzeige! für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 500Pf. Bei Platz- Vorschrift 20 »/o Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Die Veröffentlichung ! gewann^beglÄndeteE kms^^mtt^^d^^Dehau^wirg, QTfoton I muff; Amts seit 1871. Bon Prof. D r. Roloff. II. Diel neues Licht fällt auf die Beziehungen Deutschlands zu Rußland. Es ist ja allbekannt, daß Bismarck wie jeden europäischen Krieg so besonders einen deutsch-russischen für ein ungeheures Unglück gehalten hat, da Deutschland selbst im Falle eines Sieges nichts von Rußland erwerben könne. Aber mit bisher unbeftinnter Deutlichkeit geht aus den Aktenstücken hervor, daß Bismarck schon sehr früh einen solchen Krieg für keineswegs unmöglich gehalten hat. Obgleich Deutschland sich nie zu irgendwelchen „feindlichen diplomatischen Manövern" gegen Rußland hergab, obgleich es ihm 1871 in der Pontuskonferenz, die Rußland von den drückendsten Fesseln des Krim- krieges befreite, einen großen Dienst geleistet hatte, bestand in Rußland doch eine stark antideutsche Richtung, die vornehmlich von Panslawisten geführt wurde. Tlnd daß Fürst Gortschakosf, der Leiter der auswärtigen Politik, diesen Kreisen nahestand, war mindestens seit 1875, wo er Bismarcks Aktion gegen Frankreich in illoyaler Weise zu durchkreuzen versucht hatte, unzweifelhaft. Einen Schutz gegen den maßgebenden Einfluß dieser Sttömungen auf die auswärtige Politik sah Bismarck einstweilen in der deutschfreundlichen Gesinnung Zar Alexanders II., aber er war keineswegs unbeeinflußbar, und Bismarck fürchtete, daß ihn ein Irrtum über die wohlwollende Rachbarschaft Deutschlands „zu fe^er- haften und für beide Reiche nachteiligen Entschlüssen veranlassen" könne. Mtt großer Sorgfalt hat er deshalb gerade den Zaren — zum Teil durch direkte persönliche Einwirkung des Äai= sers — über die deutsche Politik zu unterrichten gesucht und immer wieder betont, daß Deutschland an den orientalischen Dingen, insbesondere an der Erhaltung des Osmanenstaates, fern Interesse habe, indessen alle Bemühungen waren umsonst, da Rußland in seinem Streben nach Zertrümmerung der Türkei und Beherrschung der Balkanhalbinsel auch die österreichischen Interessen nicht schonte und, von Deutschland im Herbst 1876 mit einer von Bismarck tzef empfundenen Ueberhebung Duldung oder gar Unterstützung dieser Politik, die mit Riederwerfung Oesterreichs rechnete, begehrte. . ußland müsse sich gegen eine Xt>niuu>n ucilec» reich-Frankreich-Eng and in Verteidigung zustand setzen. Eine lächerlicye und unglaubliche Erfindung, sagte Bismarck. Diese und andere Ereignisse zwangen schließlich Deutschland zum Bündnis mit । Oesterreich: „die anspruchsvolle Se bstükeSchatzung ' der Russen", schrieb Bismarck an Kaiser Wilhelm ] (7. September 1879), „hat sich gesteigert und zwingt Europa, gegen die Gefahren auf der Hut zu bleiben, die der Chauv'N' VamHmen Cäsarentums für unseren Frieden heraufbeschworen kann. Den einzigen to^u-j ge^eu diele Gefahren sehe ich nicht im Dertrauen auf die unsichere Freundschaft Rußlands, sondern nur in unserer Entschlossenheit, uns zu wehren, und in dem Zusammenschlüsse der bedrohten Rachbarn Rußlands zu gegenseitiger Derteidigung". Das nach hartem Kampfe mit.dem Kaiser, der auf die Loyalität des Zaren vertraute und in dem Bündnis mit Oesterreich ein unverdientes Mißtrauen gegen ihn sah, veränderte den Grundcharakter der deutschen Politik nicht. Rach wie vor suchte Bismarck die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den 3 Ostmächten zu erhalten, und es gelang dem Schwergewicht des neuen Bundes, Rußland zur Vertagung seiner orientalischen Angriffsabsichten zu bestimmen. Für mehrere Jahre trat das Dreikaiserbündnis wieder ins Leben, durch geheime Abmachung sicherten sich die drei Mächte wohlwollende Reuträlität in allen etwaigen Verwicklungen zu, und mit Hilfe dieser Kombination gelang Deutschland der Eintritt trt die Kolonialpolitik ohne gefährliche Reibungen. Mitte der 80er Jahre freilich kam die Freundschaft wieder ins Wanlen, da Rußland und Oesterreich in der bulgarischen Krisis entgegengesetzte Anschauungen bertraten. Rußland lehnte daher die Erneuerung des Reutralitätsvertrages mit Oesterreich im Jahre 1887 ab, Deutschland behielt den feinigen mit Rußland (den sog. Ruckversicherungsvertrag) bei. Gegen das Bündnis mit Oesterreich verstieß er nicht, da er ausdrücklich die Bündnispflicht Deutschlands in einem russischen Angriffskriege gegen Oesterreich wahrte. Auch daß Deutschland den Russen freie Hand in Bulgarien und auf dem Schwarzen Meere ließ, war mit der bisherigen Politik durchaus im CinF klang, denn Bismarck hatte oft genug öffentlich erklärt, daß er keinen Anlaß habe, Rußland in diesen Gebieten entgegenzutreten. Aber auch in dieser Zeit war eine wirkliche Sicherheit gegen Rußland nicht vorhanden, denn die Prehagitation der Katkow und Genossen ging weiter,_ und Vertrauen in die inneren russischen Zustände hegte der Fürst nicht mehr als früher: „auf den möglichen Bruch der russischen Freundschaft infolge revolutionären Drucks oder Aufruhrs müssen wir mit und ohne Vertrag gefaßt bleiben", schri^ er während der Verhandlungen über den Ruckversicherungsvertrag (März 1887). Es ist begreiflich, daß Bismarck angesichts der russischen Unzuverlässigkeit und der steigenden Kriegslust Frankreichs auch die englischen Cpe» Ziehungen zu pflegen suchte. Selbst ein englisch- russisches Bündnis hat er nicht für unmöglich gehalten. Der Gedanke eines englisch-russischen Bündnisses, schrieb er 1885 dem Kaiser, werde von den Panslawisten, den Trägern der Kriegsidee, gehegt und sei auch der Partei Gladstone nicht fremd. Diese Allianz habe die Möglichkeit, „sich jederzeit nach Bedürfnis durch Frankreich zu verstärken; es wäre die Basis für eine Koalition gegen uns gegeben, wie sie gefährlicher Deutschland nicht gegenübertreten kann". Mit Eifer hat er deshalb England näher an den Dreibund heranzuführen gesucht und manche kolonialen Projekte beschränkt, um Schwierigkeiten mit England zu vermeiden. Er hatte Erfolg. Ein Abkommen zwischen England, Italien und Oesterreich kam zustande (1887), wodurch die Mächte „sich zur gemeinschaftlichen Aktion bezüglich der Aufrechterhaltung des Statusquo im Mittel- meer und im Schwarzen Meere verpflichteten . Da ein Zusammenstoß zwischen Deutschland-Oesttr- reich und Rußland höchst wahrscheinlich zur Gefährdung dieses Zustandes führen mußte, konnte man also auf Englands Beistand in einem etwaigen Kriege mit Rußland rechnen. Fürst Bismarck ging aber noch .weiter. Er trebte nach einem Verteidigungsbündnis mit England gegen Frankreich, ein Gedanke, der bei Lord Salisbury zwar lebhafte Sympathie fand, aber mit Rücksicht auf die parlamentarische Lage nicht ausgeführt werden konnte. Bei jedem tieferen Blick in die diplomattsche Geheimgeschichte sieht man immer wieder, wie weit sich Fürst Bulow und Herr v. Holstein im Jahre 1901 von Bismarcks Bahnen entfernten, als sie das englis^ Bündnisangebot zu Fall brachten, in der Meinung, daß England und Rußland sich uie verständigen könnten und daß ein deutsch-englisches Bündnis Deutschland in englische Dienstbarkeit führen müsse. Damals ist der erste entscheidende Schritt auf dem Wege zum Verderben getan Man weiß, daß Deutschland unmöglich Oesterreichs Tleberwältigung ruhig mitansehen tonnte, weil es dann jedem Einverständnis zwischen Frankreich und Rußland aasgeliefert gewesen wäre, und es ist überaus interessant, zu verfolgen, wie Bismarck versucht hat, die russische Feindseligkeit gegen Oesterreich einzudämmen und zwischen beiden eine Einigung zu vermitteln. Einzelheiten können hier wegen der Kompliziertheit des Problems nicht gegeben werden, bezeichnend ist aber, daß der Kanzler auch in der orientalischen Frage, die seitdem die europäische Politik nicht mehr zur Ruhe kommen ließ, das europäische Friedensinteresse im Auge hatte. Da Rußland seit Schluß des Jahres 1876 einen Krieg gegen die Türkei plante, war die Wahrscheinlichkeit eines englischen und österreichischen Eingreifens, und damit die Gefahr eines europäischen Krieges vorhanden. Bismarck riet in London wie in Wien dringend, jeden Bruch mit Rußlands zu vermeiden und lieber durch Des hang irgendeines Teiles des türkischen Gebiets dieses vor Rußland nach Berlin ab. München, 17. Aug. (WTD.) In der Rckchmittagsbesprechung der Koalitionspar« teien, an der sämtliche OMnifter teilnahmen, wurde eine vollkommene Einigung darüber erreicht, daß die zwischen Berlin und München erzielten Vereinbarungen in derbeschlvssenen Formt nicht angenommen werden tonnten, sondern daß eine Reihtz von Ergänzungen notwendig sei Anschließend an diese Besprechungen fand ein Ministerrat statt, in dem zu den Be- schlüsscn der Koalilionsparteien Stellung genom- me nwurde Der Ministerrat wird hiernach die notwendigen Schritte bei der Reichsregierung ungesäumt einteiten. Die erste Sitzung des Reichseisenbahnrats. Berlin, 17. Aug. (WTB.) Die heutig erste Sitzung des Reichseisenbahnrates eröffnete Staatssekretär Stieler, der vom Reichspräsidenten zum Vorsitzenden des Reichseisenbahnrates ernannt worden ist, mit folgenden Ausführungen: 2m Auftrage d^ Reichs- Verkehrsministers, der durch eine unaufschiebbare Dienstreise am Erscheinen verhindert sei, drücke er feine Freude aus, daß nach langwierigen Verhandlungen es gelungen sei, den nach der Reichsverfassung ihm beigegebenen Rat zur Verhand- lung der Verkehrs- und Tariffragen zu berufen. Die Mitglieder, zu denen gegen früher auch Dcr- treter der Verbraucher und Arbeitnehmer getreten waren, begrüßte er herzlich. Im Gegensatz zu der früheren Hebung der Länder habe die Reichs- regierung darauf verzichtet, ihrerseits die Mitglieder für die Landeseisenbahnräte und den Reichseisenbahnvat zu bestellen, und dies dem Reichswirtschaftsminister überlassen. Im Vordergründe der Aufgaben des Reichseisenbahnrates stehe die Begutachtung der Tarifmah- nahmen der Verwaltung. In letzter Zeit Die Erkenntnis, daß das Reparationsproblem ein Weltprvblem darstelle, habe besonders in der angelsächsischen Welt und in Italien große Fortschritte gemacht. Allein, wenn aus dieser Erkenntnis keine politischen Folgerungen gezogen würden, gehe es, tote es Deutschland im Kriege gegangen sei: Man kommt zu spät und kann eine soziale Katastrophe für Europa nicht meh r ab wenden. Die deutsche Regierung hat die Pflicht, dafür zu sorgen, daß das deutsche Volk Brot hat für das Spätjahr und den schweren Winter. Ich verweise auch auf die Folgen der Geldentwertung für die Durchführung der Getreideumlage. So zerbricht alles in unseren Händen, was wir politisch, staatlich und sozial geschaffen haben. Was gewinnt Frankreich aus seiner Politik? Es gewinnt nichts, denn es macht Deutschland nur reparationsunfähig. Auf die TlnMöglichkeit der Gold- leistungen muh natumotwendig die älnmöglichkeit der Sachleistungen folgen. Von der dritten Stufe der Verelendung, die kommen könnte, will ich nicht sprechen. Was dann folgt, das ist nicht mehr Gegenstand der Politik, sondern höchstens des Geschichtsschreibers. Die ReparstisnskommWon. Paris. 17. Aug. (WB.) Die Delegierten der Reparationskommission traten heute im Hotel Astoria zusammen und hatten Besprechungen, um, wenn möglich, zu einer Lös ing zu kommen, die die Interessen Frankreichs wahrt und zugleich für die anderen Regierungen annehmbar ist. Eine amtliche Sitzung im eigentlichen Sinne findet heute nicht statt. Ein Bericht wird heute nicht ausgegeben. Paris. 17. Aug. (WB.) Zu den heute begonnenen Verhandlungen der Reparationskommission teilt das „Journal des Döbats mit, die Delegierten seien auf der Suche nach einer Einigungsformel, die den Interessen Frankreichs^ des Hauptgläubigers, Rechnung trüge, aber aich die anderen Gläubiger zufriedenstelle. Es seien Bemühungen um eine Abschwächung der Gegensätze festzustellen, die man unterstreichen müsse. Im Augenblick scheine nicht die Berechnung der Stimmenzahl, die auf dieses oder jenes Proiekl entfallen könnte, sondern mehr die Möglichkeit eines Kompromisses vie Hauptsache zu sein. Seit gestern hätten die Delegierten untereinander private Unterredungen gehabt^ Das Dekanntwerden der Antwort der Reparationskommission sei also nicht vor zwei oder drei Tagen zu erwarten. Zuziehung von Vertretern der deutschen Negierung. Bayern und das Reich. Berlin, 17. Aug (Priv.-Tel.) Münchener Meldungen zufolge hat der Parteiausschuß der Bayerischrn Dvllspartei eine Entschließung gefaßt, in welcher das Bedauern ausgedrückt wird, daß durch das geringe Maß an Entgegenkommen, der Reichsregierung die Vereinbarung vom 11. August nicht alles enthalte, was zur Wahrung der staatlichen Selbständigkeit und der Hoheits- rechte Bayerns verlangt werden müsse. Ferner wird die Hoffnung ausgedrückt, daß es gelinge, die noch bestehenden Bedenken zu beseitigen. Bis dahin aber müsse die Verordnung der bayerischen Staatsregierung vom 24. Juli in Kraft bleiben itnd der Kampf für die baldige Aushebung der Schntzgesehe und Sicherung und Erwei'erung der bayerischen Hoheitsrechte fortgesetzt werden. Berlin, 18. Aug. Die Morgenblätter berichten aus München, daß Graf Lerchenfeld es abgelehnt haben soll, zum zweitenmal als älnterHändler nach Berlin zu gehen. So wird diesmal eine aus anderen Regierungsvertretern zusammengesetzte Kommission nach Berlin fahren, die ganz bestimmte Wei- sui'gen hat. Wie die „Deutsche Allgemeine Ztg.' wissen will, reift diese Kommission heute bereits ausgezeichneten Eindruck zurückgelassen hätten, ind daß es ihnen durch diesen möglich geworden fei, die Bedingungen des ersten Moratoriums zu regeln. Wenn die Delegierten wirklich mit der deutschen Regierung verhandeln wollten, gäbe es zwei Methoden, sie in Berlin aufzusuchen, ober nach Paris kommen zu lassen. Heber diese Frage hat die Kommission gestern beraten, sie " aber noch zu keiner Entscheidung gekommen. Berlin, 17. Aug. (WTB.) Der Reichs- r a N z l e r empfing gestern abend eine Anzahl Ver treter ausländischer Zeitungen und erklärte ihnen über den Stand 'der Reparationsprobleme u. a.: Die Konferenz in London ist unter ülmständen zu Ende gegangen, die nicht nur die dringend nötige Klärung der europäischen Lage nicht gebracht haben, sondern vielmehr noch größere Unsicherheit zurücklassen werde, als sie vorher bestanden habe. An der Behauptung Poin- carös, Deutschland habe der Tschechoslowa- kei eine Anleihe von vier Milliarden angeboten, sei kein wahresLb orttEbenso unrichtig sei die Behauptung, daß Deutschland Banken in Dänemar k, Rumänien und Holland gegründet h a b e mit der Absicht, den Verkauf der Mark im Ausland zu erleichtern. Wenn der französische Ministerpräsident behaupte, Frankreich brauche eine Beteiligung von 60 Prozent an der deutschen chemischen Industrie, um die Herstellung von Giftgasen zu vechüten, so müsse demgegenüber darauf hingewiesen tnerbert, daß der Friedensvertrag den Alliierten Möglichkeiten genug gebe, diese Betriebe daraus zu kontrollieren, daß keine Giftgase 'hergestellt werden. Diese Behauptung seieinfachei nD o r w a n d dafür, daß man in die Geschäftsverfahren der dentschen Industrie eindringen und ihre Konkurrenz beseitigen wolle. Heute sei die Mark auf V250 ihres Friedens- betrages gesunken. Diese Tatsache mache es unmöglich, für Barzahlungen an die Alliierten ausländische Zahlungsmittel auf dem Devisenmarkt zu kaufen. Hätte London zu einem vernünftigen Ergebnis geführt, dann stände der Dollar vielleicht wieder auf 400 ober 500 und das Vertrauen der Welt in die deutsche Kreditfähigkeit wäre teil» weise wieder her gestellt. So aber sei auch zunächst die internationale Anlei'he zerschlagen worden, die allein Frankreich schnell in den Besitz großer Barmittel hätte bringen können. Der Reichskanzler wies bei einem späteren Empfange noch mit größtem Rachdruck darauf hin, daß er sich ein Weiterleben des deutschen Volkes im Rahmen unserer staatlichen Ordnung bei völlig entwerteter Valuta schwer denken könne. Dieselbe diplomatische älnterstühung hat der Reichskanzler der russischen Polittk auch in den weiteren Phasen der Dalkantoirren, vor allem auf dem Berliner Kongreß, angedeihen lassen, hat doch niemand geringeres als Graf Schuwalow einer der Hauptvertreter Rußlands auf dem Kongreß, dem Zaren gegenüber betont, „daß die 'deutsche Politik sich offen als eine Rußland freündliche und eminent nützliche bei dem Kongreß betotefen habe". Aber die Flut der pcuiflavisti- schen Strömung stieg trotzdem immer hoher, immer schwächer wurde die Hoffnung auf erfolgreichen Widerstand des Zaren. Schon kurz nach dem Türkenkriege (Mai 1878) fällte Bismarck das herbe Urteil, daß es in Rußland keine „stramm^ sparsame, feste Regierung" mehr gebe und daß im ganzen großen Reiche keine Männer vor- banben seien, eine solche zu begründen: ball danach berichtete der deutsche Botschafter in Petersburg, daß die älnterwühlung der Regierungsautorität durch die Presse stetig fortschritt und die Minister gar nicht wagten, „gegen gewisse für national mid volkstümlich gellende Strömungen anzugehen". Ja, die Regierung ftirchte sich, „eine Presse zu zügeln, durch welche sie wider Willen in den Türkenkrieg getrieben wurde, und sehe es nicht ungern, wenn der öffentliche Unwille sich von der eigenen Regierung ab und gegen .das Ausland, d. h. gegen Deutschland, wendet". Also selbst bei gutem Willen diw Regierung war nichts gegen die deutschfeindliche Hetze zu erreichen. Aber dieser gute Wille war gar nicht vorhanden. Denn Rußland vermehrte seine Truppen, insbLsondere in den westlichen Provinzen, unausgesetzt, und der Kriegsminister Mib- Der britische Botschafter bei Poincar^. Paris, 18 Aug. (WTD) Ministerpräsident Poincars empfing gestern nachmittag den britischen Botschafter Lord Hardinge. Frankreich als Schuldner Amerikas. Paris, 18. Aug. (WTD.) Die (Blätter melden aus Washington, daß der französische älntephändler in der Frage der Kriegsschulden bei Amerika, Parmentier, am nächsten Mittwoch Reuyork verlassen wird. Cs wird hinzugefügt, daß Parmentier gestern beim Schatzamt vorgesprochen und Staatssekretär M e l l 0 n g e von seiner Abberufung in Kenntnis gesetzt habe. Er habe dabei sein Bedauern ausgesprochen, daß es seiner Mission nicht gelungen fei. irgendetwas über die Fundierung der französischen Schuld zu erreichen. Seit einiger Zeit sei es bereits offenkundig gewesen, daß die Mission Parmen- tiers keinerlei Erfolg habe und wahrscheinlich auch keinerlei Aussicht auf einen solchen vorhanden war. Mit der Zeit habe sich sowohl in England als auch in Frankreich die äleberzeu- gung festgesetzt, daß es das Gebotene sei, daß sich zuerst England über die Fundierung seiner Schuld mit Amerika verständige und daß bann Frankreich und Italien ihrerseits Abmachungen träfen auf Grund der amerikanisch-englischen Vereinbarungen. GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesien Druck rmd Verlag: Vrllhl'sche Univ.-Vuch- und Stekndnrckerei H. Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulftratze 7. Paris, 18. Ang. (WTD.) Wie der „Ma- tin“ berichtet, haben die Mitglieder der R e - Parationskommission gestern nachmittag die Frage erörtert, ob man, bevor die Entscheidung über das Moratorium getroffen wird, Vertreter der deutschen Regierung hören soll, etwa den Vorsitzenden ^r Kriegs- lastenkommission Staatssekretär. Dr. Fischer oder uuh. v- -.....—- Staatssekretär Bergmann oder den Reichs- westlich von Buchara in einem verzweifelren 1 ftnanzminister Dr. Hermes Die Mitglieder der ’■ Truppen seinen Tod ae- Repararionsrommission hatten sich daran cvin- | nert, daß Verhandlungen mit dem letzteren einen toert>e so oft von Diktatgelüsten des ^eichSver- kehrSministers gesprochen. Solche Gelüste lägen ihm durchaus fern. Ader die gebotene rasche Entscheidung über die durch den Sturz der deutschen Währung nottvendig werdenden Tariferhöhungen müsse die Dorberatung durch wirtschaftliche Körperschaften unmöglich machen. Der Minister lege aber größten Wert daraus, das Gutachten des Retchseisenbahnrates zu allen grundsätzlichen Änderungen des Tarifes rechtzeitig anzurusen Er bitte, die Reichsbahn doch mit demselben Mahr zu messen, das man an große privatwirtschaftlich. Unternehmungen anlege. Der Reichsoerkehrv- Minister wisse ganz gut, wie schlimm kurzfristige Tariferhöhungen aus die deutsche Wirtschaft wirken, aber niemand könne etwa der Kohlenwirt- schaft oder der Gisenindustrie zumuten, von solch raschen Erhöhungen ihrer Preise abzusehen. Der Redner gab alsdann einen kurzen Ueber- bltck über die heutige Lage der Reichsbahn. Der Verkehr betrage heute etwa 115 Prozent deS Verkehrs zu dem entsprechenden Zeitpunkte des VorjcthrcS; mit Sorgen sehe die Reichsbahn dem Herbstverkehr entgegen. Ein Saisontarif sei nur für Kali möglich gewesen, da nur an Kali ein gewisser den augenblicklichen Bedarf übersteigender Vorrat vorhanden gewesen sei. Gin Schmerzenskind sei die Kohlenversorgung Die deutsche Ko'hlenproduttion habe der Reichsbahn entgegen der Zusage des Reichskohlenkom- missars mir zwei Drittel ihres Tagesbedarfes geliefert. Die Bevorratung mit Saar- und englischer Kohle sei mißlungen. Heute schon müjfc diese fremde Kohle zur Befriedigung der Tagesleistungen herangezogen werden. Diese fremde Kohle sei 440ma[ so teuer wie die deutsche Ruhi> kohle vor dem Kriege und doppelt so feuer mle heute die deutsche Kohle. Angesichts ihrer Kohlen- bcstände müsse die Reichsbahn größte Sorge haben, ob sie den Herbstverkehr glatt überstehe. Was die Finanzlage der Reichsbahn anlange, so habe bekanntlich das erste Vierteljahr das Jahres 1922 einen Ucberschuß ergeben. Die neueste Entwicklung der Mark und die hierdurch verursachte gewaltige Steigerung aller Preise, als deren Folge auch' die der Gehälter und Löhne, habe bte Hoffnung des ReichSverkehrSministers während des laufenden Vierteljahres deS Wirtschaftslebens mit neuen Tariferhöhungen verschonen zu können, zu Nichte gemacht. Um nur einigermaßen die Au-gabensteigerung ausglcicken au können, sei die deutsche Reichsbahn genötigt, den Gütertarif am 1. September um dOPrvz. -u erhöhen. Dieser Zuschlag werde in die organische Umarbeitung der Tarife auf den 1. 10. einbezogen. Die Reichsbahn habe nicht »ine der allgemeinen Geldentwertung vorgreifende Tarifpolttik getrieben. Die Bemühungen, Sie Ausgaben herabzuschen, düZten nach der Seite ihres Erfolges nicht unterschätzt werden. Die Frage der Herbeiführung höherer Persona l l e t st u n g e n sei ganz unabhängig von der Frage, ob Staatsbahn oder Privatbahn. Von der Reichsbahn verlange man mit Rachdruck eine Senkung ihrer Betriebskosten, wählend man sich ohne weiteres damit abfindet, daß die Leistungen im Bergbau nicht gesteigert werden Können und das) die Kohlenpreise svrtwäh-reird erhöht werden müssen. Da vermisse die Reichsbahn mit Schmerzen die Anwendung von gleicherlei Mast. Auf dem Gebiete der Selbstkostenverminderung bedürfe es noch weiterer angestrengtester Arbeit. Diese könne aber nie ba« ausgleichen, was infolge der Geldentwertungen an Ausgaben zuwachse. Stieler schloß mit dem zuversichtlichen Wunsche für ein gedeihliches Zusammenarbeiten zwischen Reichsbahn und Reichseisenbahnrat. Die Erhöhung der Gütertarife. Berlin. 17.Aug. (WTB.) Die Reichs- d ahn ist infolge der katastrophalen Entwicklung der Mark und der sich daraus ergebenden AuSgabestelgerungen genötigt, die zur Zett gültigen Gütertarife zum 1. September um 50 Prozent zu erhöhen. Die Erhöhung wird bei der zum 1. Oktober erfolgenden organischen Umarbeitung des Gutertarifeö, wobei der neue Reichseisenbahnrat mitwirkt, berücksichtigt. Die durchschnittlicheTariserhöhung gegenüber dem Frieden beträgt ab 1. September das Hundertvierzigsache. Aus dem Reiche. Der Reichspräsident in Hamburg. Berlin, 17. Aug. (WTB) DerReichS» prüs ident ist heute nachmittag in Begleitung der ReichSmintster Dr. Köster und Gröner nach Hamburg abgefahren, um an der Eröffnung der Hamburger Ueberseewoche teilzunehmen. Hamburg, 17. Aug. (WTB.) Der Reichs- Präsident ist heute abend gegen 8 Uhr in Begleitung der Reichsminister und Dr. Kösters hier eingetroffen. Rach Beendigung der Empfangsfeierlichkeit fuhr der Reichspräsident, von einer zahlreichen Volksmenge herzlichst begrüßt, nach dem Rathause, wo der gesamte Senat und die Gäste der Ueberseewoche seiner Ankunft harrten. Im Rathause begrüßte Bürgermeister Sleftet den Reichspräsidenten und die Reichsminister mit einer Ansprache, auf die der Reichspräsident erwiderte. Hierauf wurden dem Reichspräsidenten eine Anzahl Herren und die Mitglieder des Konsulats vorgestellt. Während des Empfanges im Rathause hatten sich auf dem Rathausmarkt Tausende eingefunden, die den _ Reichspräsidenten sehen wollten. Der Reichspräsident trat auf den Balkon und wurde mit stürmischen Hochrufen begrüßt. Er dankte für die herzliche Begrüßung und führte in einer hir- xen Ansprache aus, daß er In dieser Kundgebung die Bereitwilligkeit erblicke, mitzuarbeiten an dem ! Werke der Wiedererstarkung unseres Vaterlandes, i Der Reichspräsident schloß mit einem Hoch auf 1 die deutsche Republik, die Stadt Hamburg und unser deutsches Vaterland. Die Menge stimmte hieraus das Deutschlandlied mit dem dritten Vers „Einigkeit und Recht und Freiheit" an. Die Teuerungszulagen. Berlin. 17. Aua. (WTB.) Der in den Parlamentsferien bestehende Ueberwachungs- auSfchuß des Reichstages ist auf den 21. August berufen worden, um sich mit denDefol ° düngen der Reichsbeamten und den Zuschlägen anläßlich der Teuerung zu beschäftigen. Zu demselben Zweck ist der Reichsrat zum 19.'August berufen. Die Deamtenverbände der gewerkschaftliche Spitzenorganisalionen haben sich für ble für August auf^ustellenden Forderungen den Blättern zufolge auf ein einheitliches Programm geeinigt, nach welchen Beamte, Angestellte und Arbeiter eine prozentual gleiche Erhöhung erhalten sollen. Die Forderungen bewegen sich zwischen 4000 und 5000 Monatszulage, ©ic wurden in bei- heute mittag im Rcichssinanz- Ministerium eröffneten Verhandlung der Reichsregierung unterbreitet. Erhöhung der Sozialversicherungen. Der „Vorwärts" berichtet, daß der Zentralverband der Angestellten mit den übrigen Afaverbänden sich in einer Eingabe an das Reichsarbeitsministerium unter Hinweis auf die fortschreitende Geldentwertung gewandt hat. auf dem Verordnungswege die Erhöhung der Versicherungsgrenze vorzunehmen. 3n der Eingabe wird eine Heraufsetzung der Krankenversicherungspflicht von 72 000 auf 300000 Mark unb der versiche- runyspflichtlgen Grenze in der Angestellten- Versicherung von 100 000 auf 300000 Mark beantragt. Erhöhung der Ausfuhrabgabe. Der Ausfuhrabgabenausschuß des vorläufigen Reichswirtschaftsrates hat 'ich laut „Vorwärts" am Donnerstag mit der Frage der Erhöhung der Ausfuhrabgabe be- chäftigt. Die Arbeitgeber waren gegen die Erhöhung, während die Arbeitnehmer der Erhöhung zustimmten. In später Abendstunde wurde mit geringer Mehrheit ein Beschluß ge- aht, der eine Anpassung der Ausfuhrabgabe an die Devtsenlage fordert. DaS Reichswirt- chaftSministerium ist demnach ermächtigt, die bisherigen Abgabetarife heraufzusetzen. Am Schlüsse der Sitzung wurde ein engerer Arbeitsausschuß eingesetzt, der sich mit weiteren wirtschaftlichen Maßnahmen gegen die durch die Valutanot geschaffene Lage zu befassen )at. Verbot der „Roten Fahne". Berlin, 18. Aug. Wie die Morgenblatter berichten, ist die „R o t e F a h n e" vom preußischen Minister des Innern auf drei Wochen verboten worden. Das Verbot wird begründet mit der aufreizenden Sprache insbesondere des Moskauer Aufrufes vom 10. August, sowie dadurch, daß die „Rote Fahne" der bayrischen Regierung direkt den Vorwurf des Hochverrats gemacht habe Argentinien und Bolivien als deutsches Auöwanderungsziel. Dem Deutschen Auslanb-Institut. Stuttgart, wird von einem guten Argentinien- und Bolivien- Kenner geschrieben: In Argentinien ist vorläufig kein Platz mehr für Einwanderer. Es ist nicht anzunehmen daß die Regierung in absehbarer Zeit das geplant c gieße Siedlungsprojekt durchführen kann Argentinien ist bad Land der großen Latifundien^ gegen die die Regierung schwerlich Gesetzesbestimmungen durchführen kann. Was Argentinien als Einwandei ungselement braucht, sind billige Arbeitskräfte für die Landwirtschaft, wie sie von Spanien, Italien und Portugal kommen. Für „Intellektuelle" ist in Argentinien wenig Raum. Die wirtschaftliche Lage Argentiniens 'bat sich durch die Unruhen im Süden nicht gebessert Ich habe Rachricht, daß zwischen Santa Cruz, Cerro Palcnque Lago Buenos Aires fast keine Farm mehr steht, das Vieh abgeschlachtet ist und die Estancieros als Geißeln verschleppt sind Der blühenden Schafzucht Patagoniens ist damit ein schlechter Dienst erwiesen. Hier in Bolivien geht die Krisis luftig weiter, die Lqute merken es nicht, da sie durch die Freigebigkeit der Ratur vor dem Hunger geschlitzt sind und im übrigen keine Anforderungen an das Leben stellen. Wie verlautet, will Argentinien eine Da'hn von Embarcacion nach Sta Cruz bauen, um den boL Osten zu erschließen Hier in Südamerika wird man aber skeptisch gegenüber solchen Rachrichten. Neue Einwanderungs-Ziffern ans den Vereinigten Staaten. _ Der Presse ist ein kurzer Vorbericht des General-Kommissars für Einwanderung zugegan- gen, woraus wir u. a. entnehmen, daß wahrend des mit Iunii zu Ende gehenden Jahres die Zahl der weiblichen Einwanderer diejenige der Männer um 11 500 überschreitet, während eS früher stets umgekehrt war. In den ersten 10 Monaten, also bis Ende April, wurden in den Vereinigten Staaten 124 563 männliche und 136 048 weibliche Einwanderer zu- gelassen: während derselben Zritperivde kehrten 127 784 männliche Fremde nach ihrer Heimat zurück gegen nur 46 402 weibliche Rückwanderer ^eber 25 Prozent der Einwanderer ließen sich im Staat Reuyork nieder, die große Mehrheit in Groß-Reuhork selbst. Sämtliche Einwanderer. von Wenigen tausend abgesehen, blieben in den östlichen Staaten der Union. Den größten Prozentsatz der Einwanderer lieferen die Juden. Während der letzten 10 Monate sind 47 248 Eingeborene aus Italien, Sizilien und Sardinien nach ihrer Heimat zurückgekehrt, während nur 29 888 in den Vereinigten Staaten -infamen. Danz ähnlich ist es mit Griechen, deren 6721 zurückkehrten, während nur 3427 ankamen. Unter dem 3 Proz.-Ouotcn-Elnlvandcrungs- gefch waren In dem Jahr 355 825 Einwanderer zulässig: bis zum 31. Mai waren 230 537 angekommen, so daß bis Ende des Jahres — 30. Juni — nach dem Gesetz noch 125 288 landen dürfen. Richt weniger als 11 066 Ausländer durften in der zu Bericht stehenden Periode vom 1. Juli bis 30. April 1922 nicht landen und 3624 wurden deportiert: es zeigt dies, wie strikt alle (Sin- toanbetungöbefthnmungen gehandhabt werden. ■ .......... —«MMxaMM— । ----- Aus Stabt unb Land. Gießen. den 18. 2Ijg. 1922. Sitzung des Krcisausschusses. Der KreiSausschuß hielt am Mittwoch im Regierungsgebäude daHler eine Sitzung ab Auf der Tagesordnung standen: 1. Reuregelung der Vergütung des ‘Bürger- Meisters und der Besoldung der Beamten der Gemeinde Röthges. 2. Desgleichen derjenigen der Gemeinde Utphe und T r a i s - H o r l o s f. Während bezüglich der ersteren Gemeinde noch vor der mündlichen Verhandlung eine Einigung zwischen Gemeinde und ‘Bürgermeister bzw Gemeindebeamten erfolgte, wurden die beiden letzteren Gemeinden kostenpflichtig ver- urteilt, die Vergütungen der Bürgermeister und die Besoldungen der Gemeindcbeamten unter Zugrundelegung der von dem Ministerium des Innern aufgestellten Besoldungsordnungen und der von dem KreiSaiusschuß für angcmes'cn gehaltenen Befchäftigungsdauern zu gewähren. ' Wettervoraussage für Samstag: Wolkig, meist trocken, warm, Westwind. Die Depression hat sich langsam nord-nordvst- warts verlagert. Bel westlichen Quftftröm ingen haben wir noch immer wolkiges Wetter, aber keine erheblichen Riederschläge zu erwarten. e *• Unser neuer Roman, betitelt „Baalstempel", beginnt in unserer heutigen Hummer. Die Arbeit entstammt der ausgezeichneten Feder der Schriftstellerin Margarete von O e r h e n - F ü n f g e l d. Unsere Leser werden der Erzählung sicherlich mit lebhaftem Interesse folgen. Amtliche Perfonalnachrichten. Ernannt wurden am 25. Juli der AegierungS- baumetffer Rudolf Krause zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. April 1922 an zum Regierungsbaurat bei dem Kulturbauamt Darmstadt und um tb August der Geheime LandeAokonomierat Wilhelm Muller zu Darmstadt mit Wirkung P'om 1922 an zum Ministerialrat bei dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft - .Ernannt wurden am 12. August mit Wirkung tn>m 1. April 1922 an: der Derwaltungsoberfekro- tar bei der Zentralstelle für die ©etoerbe Adolf -u Darmstadt zum Rechnungsrat bei der Buchhaltung des Ministeriums für Arbeit unb Wirtschaft: Hieronymus Elses s er zu Darmstadt zum Rochnungsrat Im Baudienst bei dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft: der Ober- Baufefretär Ludwig Kronauer zu Darmstadt zum Ministerial-Oberrevisvr bei der Buchhaltung deS Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft der Finanzpraktikant Johannes Müller zu Darmstadt zum überplanmäßigen Ministerial- Oberrevisor bei der Registratur des Ministeiäums für Arbeit und Wirtschaft: die Dermessungs- Praktikanten Georg Benz und Heinrich Eid- mann zu Darmstadt zu überplanmäßigen Mi- nist-erial-Oberrevisoren bet der Buchhaltung des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft: der ehemalige Kabinettskanzlist Friedrich Steiger zu Darmstadt zum Kanzleisekretär bei dem Mini- tertum für Arbeit und Wirtschaft: der Haus.vart Wilhelm Schmidt zu Darmstadt zum Mini- sterlalamtSgMlfen bei dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft. — Ernannt wurden am 15. August mit Wirkung vom 1. April 1922 an: ber Oberbaurat Ludwig Klump zu Darmstadt zum Ministerialrat bei dem Ministerium für Ar- beit und Wirtschaft: der Regierungsrat Otto Linkenheld zu Sarmftabt zum Vortragenden Rat bet dem Ministerium für Arbeit und Wirt- schäft mit der Amtsbezclch.ung „Oberregierungs- rat' ; der Regieoungsrat Ferdinand Pennrich zu Darmstadt zum Vortragenden Rat bei dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft mit der Amtsbezeichnung „CBcrrcgkrungSrat“; der Re- gi. ungsrat Dr. £ubtiij Bernheim zu Sann- ftaot zum ständigen Hilfsarbeiter bei dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft unter Be- lassuna der Amtsbezeichnung als „Regierungs- rat“; der Landtagsabgeordnete Wilhelm Knoll Mi Darmstadt zum ständigen Hilfsarbeiter bei dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft mit der Amtsbezeichnung „Regierungsrat". △ Universitäts-Reubauten. Auf dem Universitätsgelände ist wieder eine rege Bautätigkeit im Gange Sv wird auf dem Gelände der alten Veterinäranstalt ein Tierseuchen- institut gebaut; die Mauern sind schon bis zum ersten Stockwerk errichtet. Hinter der neuen Veterinäranstalt wird zur Zeit em Wirt- s cha s tsgebäude mit Scheuem errichtet. Die Frauenklinik hat einen bedeutenden Reubau erhalten, der gegenwärtig im inneren Ausbau begriffen ist. D i e Trockenanlage der Elektrizitätswerke soll zur Verarbeitung der dks- jährigen Obsternte versuchsweise wieder in Be- trieb genommen werden. Räheres Ist aus einer Bekanntmachung des heutigen Anzeigenteils zu ersehen. < Fahrplan-Rotizen. Die Schnellzüge D 27/28, die sog. Bäderzüge Bad Münster am Stein über Wiesbaden—Homburg v. d. H.- Dad-Rauheim nach Berlin und zurück, die laut Fahrplan nur bis 31. August verkehren sollten werden bis 7. Oktober gefahren. In der Richtung nach Berlin fährt der v-Zug in Gießen 1.03 mittags und von Berlin nach Wiesbaden in Gießen um 5.38 nachm. ab. Der Pz- Z94 Gießen ab 5.44 nachm. nach Frankfurt verkehrt bis 7. Oktober in diesem Plan, nachher bereits 5.32 nachm. Baalsfempel Roman von Margarete v. Oertzen- F ü n s g e l d. (Rachdruck verboten.) Vor dem Stadttheater standen zwei, drei Herren, die Hände in den Hosentasclxm, gähnend, aus dunkelumränderten Augen die Straße hinabspähend. Den Herren sah man eS an, daß sie hier zu Hause nxircn, und den Augen, daß sie heute schon Rampenlicht und staubige ‘Bretter äesehen hatten. Pause . . . Man tat sich ein wenig um In der frischen Luft . . . Auf der gegenüberliegenden Seite der Straße spazierten drei Vacksisä-e, fesche, junge Dinger mit Schultaschen aus welchem Leder und enaen Röcken. ° „Gr Ist nicht dabei," sagte die eine, worauf die andere laut erwiderte: „Tennis, sagst du? Verdirbt die Hände — schon ganz überlebt I" „Schon wieder die Mädels," sagte der lange „Ich sollte mal die Mutter sein!" „Meine Herren, wem, ich bitten darf!" „Menschenskind, heute dauert die Probe mal wieder bis drei! Ich mache Krach!" „Du, verdirb eS nicht mit dem Alten — der hat so ’ne infame Art sich zu rächen." rDu." flüsterte der erste Backfisch an den Straßenecke stehenbleibend, „war das nicht Gül- dewln?" „Ra, ich traf ihn neulich bei Möller- im .Laden. ®r taufte sich gerade weiße Handschuhe für Rigolctto". Weißt du, die er so himmlisch elegant in der ersten Szene überstreift: .Endsich zum Schlüsse führ' ich das Abenteuer!' Ich sag' dir — die Zähne! Und keine Plombe drin 1" „Sind sie beim echt?" »Du kannst daran zweifeln?" rief die andere empört. „Gott, ein Tenor!" Die Dritte zuckte die Achseln. „Für einen Tenor schwärmen doch nur noch ganz unreife Würmer! Da lob' ich mir Rottmann!" Ein Hohngelächter antwortete ihr. «DaS Ekel! Den grünbleichen Kerl! Der immer die unsympatbifchen Rollen hat! Und außerdem ist er nur Schauspieler!" Eben gerade. Ich hasse Schlagsahne. Kaviar ist mir lieber. Und Schnecken und Froschschenkel" „Lauter Greuel!" „Meinetwegen!" lächelte die Erste und heftete einen seltsamen Blick in die Ferne. „Das versteht ihr eben nicht! Für so waö muß man die Zunge haben. Und Rottmann — der hat so etwas — daS halb abstoßend wirkt — und doch svieder so anziehend!" „Höre mal. daS ist verrückt!" „Laß das nur deinen Onkel hören, Judith!" Die Schmale, Blasse hielt die Hand vor den Mund: „Es kribbelt mich ordentlich, toerm er mit feinem häßlichen Gesteht irgendeine Riedertiäch- tlgkeit sagt von der Sorte, wie die modernen Dichter sie so sehr lieben. Ok. Wedekind!" „Was!? Da hinein darfst du?!" „Ich lese alles — ich seh' alles." „Möchtest du ihn kennen lernen?" brachte die Erste wieder das Gespräch auf das Persönliche. In Judiths Augen blitzte es. „Rein! Riel" „Dann ist's lauter Blödsinn," begann die Kleine, Blonde wieder. „Was hast du denn dann davon?" „Man kann das nicht so erklären." ./Wartest du zuweilen hier auf ibn?“ Judith errötete. »Ich bin doch kein Idiot!" „Ra, vorwärts, wir erregen ja Aufsehen, hinter unS marschiert schon daS ganze Theater! Und auch Rottmann — wirst du ihn dir nicht mal wenigßenS ansehen? Der im braunen Ulster — der ist'S!" „3dj> will nicht." Judith gab ihren Büchern einen Ruck, hob den Kopf und stakte eigensinnig mit langen Schritten darauflos, ohne einen Blick zurückzuwerfen. Sie war lang, dunkel, ungeschickt. Leicht nickte sie den andern zu und bog um die Ecke. Die sahen sich an. „Würde ihr auch nicht viel nützen! Sie ist gerade so mordshähllch wie er." Gin feiner Regen klatschte Ihnen InS Gesicht, sie gingen weiter. Dicht hinter ihnen, eng In seinen Mantel gewickelt, die hagere Gestalt von Rottmann. Sein scharsgeschnittenes Gesicht von bleicher, aber klarer Farbe, mit der gewaltigen, gebogenen Rase und den fuickelnden Augen, die von einem ungeheuren Schlapphut bald verdeckt waren, konnte alles andere eher als mordshäßlich genannt werden ES war nicht die gewöhnliche Minen- Physiognomie, die gern daran gemahnt, daß diese Leute viel vor dem Spiegel stehen müssen — Gleichgültigkeit oder Menschenverachtung sprach daraus. Die Hände in den Manteltaschen, die Schultern hochgezogen, kämpfte er gegen' den widrigen Regenwlnc» an. „Bähe!" knurrte er verächtlich, als er an den beiden MadelS vorüberging, die in gespielter Unbefangenheit miteinander sprachen, daß er es hören muhte. Alles verstimmte ihn beute. Grau in Grau. Die Berge verhangen. Im Restaurant machte es sich schon die Valetta bequem an feinem Platz, und er sah die Reste ihres ersten Ganges auf den kalten, aufeinander gestapelten Schüsseln. DaS verdarb ihm den Appetit. Er legte ab, lieh sich weder und studierte schweigeird die Speisenkarte. Die Dame ließ ihn gewähren. Sie forderte sämtliche Tageszeitungen, blätterte nervös darin und stürzte sich in die Lektüre der Kritiken - bin und wieder verriet ein hervorgestobenes, halb zwischen den Zähnen zermalmtes Wort ihren Gemütszustand. „Unverschämt — verrückt — versteht nichts — Trottel!" . . . Rottmann seufzte und zog ein Vuch aus der Tasche. «Was haben Sie denn da?" fragte die Sängerin unwirsch, ihre Zeitung hinwerfend. „La Rochefourauld!" «Wen? Haben Hie 'ne Rolle drin?" „Rein," erwiderte Rottmann. ohne eine Miene zu verziehen, „es ist ein Gebetbuch" „Machen Sie keine Witze! Vin nicht aufgelegt 1 ■Bergen schmeißt die ganze Szene im Venusberg, und wer wird dafür verrissen? Ausgerechnet die Valetta! Ratürllchk Well sie den Herrschaften noch nicht ihren Kratzfuß gemacht hat! Habe ich nicht nötig! Tu' ich auch nicht" „Regen Sie sich nicht auf.“ Die Sängerin erboste sich. „Booten hat gepatzt. Schon als er loSlegte — ,0 Königin, o Götter' — da ahnte ich, waS kommen würde." Rottniann verzog fchmeiAlich das Gesicht, erhob sich und fahndete nach feinem Hut. Die Valetta bebte am ganzen Körper. »Ich geh' hin! Rachher geh' ich gleich hin! Mir nachzufagen, ich sei für bic Venus zu robifl - - - ich lasse cs mir nicht gefallen!" Sie amtmete, als fei ihr Kleid ihr zu eng, und doch trug sie eine lose Vlufe, die viel zu dünn und locker war für ihre üppigen Formen. „Was war denn Ihr werter Herr Papa Valetta?' fragte Rottmann, seinen Mantel zuknöpfend. v -AitterSutsbefiher." antwortete sie prompt, doch über ihre großen Augen huschte ein falscher Glanz. Dann gratuliere Ich! Dann nehmen Sic mal sechs Wochen Erholungsurlaub! Habe die Ehre! Sie erhob sich ebenfalls. Gott. Sie! Sie nimmt ja überhaupt niemand ernst! Sie können reden. waS Sie man^oi“ (Fortsetzung folgt) Handel. Schweizer Franke« 100 Kr. M83D 100 100 100 100 Wein-Großhandlung Bad - Nauheim Gegr. 1876 Telephon 65 Vorteilhafteste Bezugsquelle für 203.-10 O.GG 0.01 14.35 4190 23.44 23.90 39.80 0.37 52550 1.575 0,075 204.40 * 0.46 7 0.005 40.80 41.60 23.52 23.70 39.60 0.35 524-25 1.52 0,07 . 100 FI. = . 100 Mk. --- . 100 Kr. = . 100 Kr. — . 100 Fr. = . 1 £ - . 100 L. -> — Die Seife in den v-Zügen, die bei den Wartesrauen käuflich zu haben ist, kostet nicht 3,50 OHL, sondern, wie man uns von zuständiger Seite mitteilt, 5 2L Pro SMck. fpd. Eisenbahn-Iubiläum- Die Bahnstrecke Betzdorf—Gießen kann m diesem Qflfyre aus ein 60jähriges Bestehen zurück- frühere Wasserreichtum bald wieder eintreten wird. 2ttelleicht ist auch die Anlage eines Braunkohlenbergwerks in der Nahe der Leitungsguellen mit von unheilvollem (Sinfluu auf deren Wasserergiebigkeit. da im Schacht des Bergwerks viel Wasser zutage tritt. Ein polizeilich geschlossener Fabrikbetrieb. fpd. Frankfurt a. M., 17. 2lug. Die gebracht werden. Ein interessanter Kommunalstreit. fpd. Königstein, 17. Aug. Zwischen den Stadtverordneten einerseits und dem L a n d r a t und Bürgermeister Iacobs anderseits ist ein eigenartiger Streit entstanden. Die Stadtverordneten verlangen, daß Jacobs eines der beiden von ihm verwalteten Aemter nieder lege, und haben ihm zu diesem Zwecke einen bestimmten Termin gesetzt. Da Herr Jacobs sich dessen aber weigert, unterbreitete eine Abordnung der Stadtverordnetenversammlung dem Regierungspräsidenten diesen 'Beschluß des Kollegiums. SHe Regierung will nun den Termin hinausziehen. Damit erklärte sich aber die gestrige» Stadtverordnetenversammlung nicht einverstanden, und sie fordert jetzt die Erteilung einem Mißtrauensvotums gegen den Bür- germeister und Landrat. Bestimmte Beschlüße wurden jedoch nicht gefaßt. Wechsel auf Holland....... Deutschland . . . . Wien........ Prag........ Paris....... • London...... Italien....... Brüssel....... Budapest...... Reuy ork. ...... Agram....... Warschau..... Fr. = Kr. = $ = Kr. — Bornotizen. — Lageskalender für Freitag. Astvria-Lichtspiele: „Die brennende Akrobatin" und «Hart an der Grenze". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die schwarze Lou" und „Der Märkte. Frankfurter Schweines und Kleinbiehmarkt. Frankfurt a. M., 17. 2lug. (Amtlich.) Marktverlauf-. Kälber und Sctzfe wurden bei flottem Geschäft ausverkaust. Schweine hinterließen bei ruhigem Handel Ueberstand Im mn- zelnen ist M bemerken: Llufgetneben N«ren 745 Kälber, 261 Schafe, 389 Schweine mid 28 Zieg«i. An Preisen wurden angelegt per Zzntner LebNw- aewicht: Kälber beste Qualitäten 6200-6o00 Mk., Einer Qualitäten 5500-6103 Mk germge Qualitäten 5000-5400 OM.: Mark Schweine unter 90 KgüebendgewiA 7200 bis 8100 Mk, von 80—100 Kg. 8000 8600 Mk., non 100—120 Kg. 8400-8800 Mk., von 120 bis 150 Kg 8400—8700 Mk.; Sauen und Eber 7600 bis 8000 Mk. Außerdem wurden 16 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Die Preise sieaen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinne in sich schließen. Flaggenviebstahl. I fpd. Siegen. 17. Aug. Bom Stttionsge- I bäude wurde in der Rächt nach dem Derfassungs- feiertage die schwarz-rot-goldene Fa'hnege stöhlen. Das gleiche Schicksal teilte die erst wenige Stunden zuvor eingetroffene Reichsfahne des Stationsgebäudes in Betzdorf. Hochschuinachrichlen. * Zu Strahlungsmessungen an Bogenlampen wurden dem durch seine langjährige Tätigkeit bei den Optischen Werken E. Leitz in Wetzlar bekannten Universitätsprofessor Dr. F. Zenhsch in Gießen von der Rot- gemeinschaft der Deutschen Wissenschaft 25 000Mk. zur Verfügung gestellt. Kirche nnd Schule. Arbeitsjubiläum. 60 Jahre im Däckergewerbe tätig ist der hiesige Bäckermeister Heinrich Faß. Im Jahre 1862 begann er seine KfaSt in Hannover. Danach arbeitete er in Dien Basel und anderen Städten, bis er im Jahre 1876 hier ein Geschäft eröffnete, dem er noch heute vorsteht. t ** 125jährtgeS Geschaftsjubi-! läum. Die Kupferdruckerei O. Felsing m Charlottenburg bestand gestern, am ".August, 125 Jahre. Die Firma leitet ihren Anfang aus dem Jahre 1797 mit dem Beginn der-Tätigkeit des ersten Kunstdruckers.in der Familie Felsing, mit Vornamen Johann Con- rc^Friedrich, her, der am I.März 1766 in Gießen geboren wurde. Dieser war Kupferstecher und richtete am 17. August 1797 eine Kupferdruckerei in Darmstadt ein. Einer seiner Söhne ist der später berühmt gewordene Kupferstecher Jakob Felsing (1802—1883). In Darmstadt hielt sich das langsam und solide Vorwärtsschreitende Unternehmen anfänglich Kirchliche Nachrichten- Israel. Religions-Gesellschaft. Sabbatfeier den 19. August 1922. Freitag abd 6.50. Samstag vorm. 8.00. Rachm. 4.30. Sabbatausgang 8.25. — Wochengottesdienst: morg. 6.00, abds. 7.00 Uhr. Israel-ReligionsgemeindL Gottesdienst in der Synagoge (Sudanlage). Swnstag. den 19. August 1922. Borabd. 7.15. Morg. 8.30. Predigt. Abds. 7.45 u. 8.25 Uhr. Meter. Junioren: 100 Mtr.: 1. A. Wallenfels. Gießen 1900, 12,1 Sek.; 2. Hoffmann, Leun (zwei Meter zurück), 12,3 Sek.; 3. Butterow 1900, 12 4 Sek. — 200 Mtr.: 1. Butterow, 25,5 Sek.; 3 W. Schmidt, 26,1 Sek.; 3. Wagner, 26,2 Sek.; sämtlich 1900. — 5000 Mtr.: 1. Kleemann Leun, 1792 Min.; 2. Gerhardt, Weilburg, 17.12 Mm. Rüdiger, Wetzlar, aufgegeben. —.Speerwerfen: 1 Beller 1900, 37,63 Mtr.; 2. Luft, 1900 34,40 Meter; 3. Süß, Leun, 31,20 Mtv Offen: Weitsprung: 1. E. Paulus, Gießen 1900, 5,75 Mtr.; 2. Lehrmund, Leun, 5^50 Mtr.; 3. A. Wallenfels, 1900, 5,42 Mtr. - Schleud^- ballwerfen: 1. Goldberg, F. E- 05 Wetzlar 35,58 Meter; 2. A Wallenfels, 1900, 33,53 ailtr.;d. Luft 1900, 32,70 Mtr. „ , Staffeln: Olymp. Staffel offen: 1. Gießen 1900 I, 4,16,9 Min.; 2. l^^I. 4.19,2 Mm.; 3. TG. Leun 4,22 Min. — 4x100 Klasse B. 1. Leun I. 49,7 Sek.; 2. Leun II, 53,4 Sek. — 3x1000: 1. Leun, 2. F. C. 05 Wetzlar. • ' Der Verein Rudersport Gießen 1913 hält am 27. August die Her bst r eg at t a für die Lahnvereine des Deutschen Ruderverbandes ab. Sie ist Ersah für das fiüher übliche Dauerrudem der Lahnvereine das coegen der Anbeständigkeit des Wa erstandes weggefallen ist. Die Veranstaltung soli den ^- sammengeschlosfenen Vereine.i innerhalb desVer- bandes die Möglichkeit geben, sich nach Schutz der großen Regatten in verschißenen Klassen sportlich zu messen. Es sind 12 Rennen ausge- chrieben worden, die sämtlich Wjmt gemetoet ind. 26 Bote und 299 Ruderer haben ihr Erscheinen angesagt, so daß mit den Borrmnen bereits am Samstag, den 26. August begonnen werden muß. Man erwartet scharfe Rennen. Die Preise sind im Laufe der nEten Woche bei der Oberhessischen Auto- und Fahrradindusttte Otto Göbel, Schulstraße 6, ausgestellt R^es ist aus dem morgigen Anzeigenteil ersichtlich. wähl ist nach Sachgruppen gegliedert: Luther der Held, der kindliche Christ, Lebensweisheit, Luther und die Vernunft usw. und so eine wohlgeordnete Fundgrube der Weisheit und Mannhaftigkeit. — Die Seele der Zeit in der Dichtung um die Iahrhundertwende. Don Alfred Wien. R. Voigttänders Verlag in Leipzig — Wir folgen dem geistreichen Verfasser gern in seiner Schilderung der Parallelzvit vor etwa 120 Iahren; in den Kapiteln: Raturanschauung und Raturgefühl, die entgötterte Welt und der Glaube, von der Masse und der Persönlichkeit, Liebe als Lebensgeseh, Lebensgefühl und Tod erleben wir an unseren Vorfahren, wie „voller Unruhe und boller Ahnung mit viel ungebärdigem Drängen" eine neue Zeit anbricht. Qualitätsweine Spirituosen - Liköre - Südweine Kreis Friedberg. * Bad-Rauheim, 17. Aug. Bis heute betrug der Gesamtbesuch 31088 Personen. Kreis Schotten. a. Ober- Lais, 17. Aug. Am letzten Sonntagnachmittag fand die Weihe unserer neuen Glocken statt. Der Festgottesdienst war von nahezu tausend Personen besucht, kein Platz war leer viele Festgäste mußten, da der ständige Regen ein Derweilen vor dem Gotteshause unmöglich machte, wieder umkehren. Rach kurzem Orgelvvrtpiel leitete der örtliche Musikchor mit einem stimmungsvollen Dortrag die Feier ein. Wahrend des Altardienstes sangen der Männer- Hessen-Nassau. Dee Frankfurter Duchdruckerstreik. fpd. Frankfurt a. M., 17. Aug. An der Börse wurde heute mitgeteilt, daß der Duch- druckerslleik beendet fei und von Freitag nach- mittag die Zeitungen wieder erscheinen wurden. Dem ist nicht so. Die entscheidenden Verhandlungen über das Schicksal des Frankfurter Streiks finden erst morgen, am Freitag, in Berlin statt, wohin sich je zwei Vertreter der Arbettgeber und der Arbeitnehmer begeben. Wie wir hören, verlangen die Frankfurter Buchdrucker außer den reichstariflichen Sätzen, die bekanntlich am Freitag in Berlin festgesetzt werden, noch eine Sonderzulage von wöchentlich 120 Mark die jedoch die Arbeitgeber unter allen Umständen ablehnen. Am Samstag dürfte dann in Frankfurt wieder zwischen den hiesigen Parteien verhandelt werden. Frühestens durfte die > Arbeit am kommenden Montag ausgenommen werden. *• Erledigte Lehrer st eilen. Erledigt sind eine mit einem evangelischen Lehrer zu besehende Schulstelle zu Vielbrunn, Kreis Erbach (Dienstwohnung ist vorhanden; mit der Stelle war bisher Organistendienst verbunden), eine mit einem evangelischen Lehrer zu besehende Schulstelle zu Ober-Mossau, Kreis Erbach (mit der Stelle war bisher Organistendienst verbunden, Dienstwohnung ist vorhanden), und eine mit einem evangelischen Lehrer zu besehende Schulstelle zu Schönnen, Kreis Erbach. (Dienstwohnung vorhanden.) Turnen, Sport und Spiel. fpd. Frankfurt a. M., 17. Aug. Dör- senstimmungsbild. Die Tendenz der Börse war auch heute lebhaft und fest. Am bewegtesten gestaltete sich das Geschäft auf dem Ostrentenmarktj dessen Werte dem Dvllaraufstieg entsprechend stürmisch in die Höhe getrieben wurden. Der Montanmarkt verkehrte nicht einheitlich, doch überwiegend fest. Harpener -abermals abgeschwächt 5000 (— 150), ebenso Rheinstahl 2585 (—115), sonst Phönix unverändert 2500, Luxemburg 2000 (+25), Bochum 2150 (+ 8OV2), Oberschlesische Werte weiter anziehend, Laura 2875 (+ 175). Kaliwerte fest und gesucht. Westeregeln 2175 (+ 75V Der Markt für chemische Werte war m seiner Gesamtheit fest. Anilin 1035 (+ 15), Griesheim 1020 (+22), Höchster 900 (4- 2). Uneinheitlich verkehrten Maschinen- und Elek- trvwerte. Kleyer 575 (+ 10), Doigt u. Haeff- ner Stamm 650, Pokorny u. Wittekind 680 (+^5), Stempel 735 (+34). Mainkraftwerke Höchst 318. Bon sonstigen Industrieaktten Filzfabrik Fulda 630, Gummi-Peter 990, Motoren Oberursel 638, Schuhherz 568. Der süddeutsche Zuckermarkt verzeichnete weiterym ansehnliche Kurssteigerungen. Frankenthal 870 (+ 50), Waghäusel 875 (+ 29), Stuttgart 818 (+ 28). Schiffahrtsaktien gut behauptet Lloyd 485, Paket 615. Auf dein EinheitSmarkt die Bankaktien teilweise etwas schwächer, auch Stadtanleihen leicht nachgebend. 3prozentige Reichsanleihe 307 (-3), 3l/.4>ro3. Reichs- anleihe 91V2. Unerhörte Kurssteigerungen erfuhr der Ostrentenmarkt. Ungar Gold 760 (4- 408), Alt Lombarden 995, Zolltürken 649 (+ 99), Ungar Krone 760 (+ 255), Bagdad II 810 (+90). Otaviminen 2475 (+100). Baltimore 6350 (-950). - Devisen: Brüssel 8079, Holland 41200, London 4725, Paris 8275, Schweiz 19 875, Spanien 16 200, Italien 4650. Dänemark 22 350, Norwegen 18 000, Schweden 27 400, Reuhork 1038. Die Börse Büchertisch. - Meistererzählungen Don Iere- mias Gotthelf. «Sammlung „Deutsche Erzähler".) R. Doigtländer-Derlag in Leipzig — Der Schweizer Jeremias Gottes' Albert Bihius hieß und lange Oahreals Pfarrei in Lühelflüh wirkte, war ein „Datmensch , der eine dämonische Tiefe des .Grilles mit einer erstaunlichen Weite des Geistes verband. Sein Christentum zeigt keine Spur von Frömmelei ober tatenscheuer Selbstzerknir chung^Ueber Gotthe als episches Genie hat kein Geringerer als Gottfried Keller geurteilt: „Wohl mögen Dickens und andere glanzender an Sormbegabung, schlagender. gewandter im Schreiben, bewußter und zweckmäßiger im ganzen -tun sein, bie Tiefe und großartige Einfachheit Gotthelfs, welche in neuester Gegenwart wahr ist und zugleich so uZprünglich. daß sie an das Sebarende und maßgebende Altertum der Poesie erinnert, an Die anderer Zahrtausende, erreicht feiner. D e vorlte^nä Ausgabe umfaßt fünf Erzählungen, die ?u Gotthelfs reifsten Schöpfungen ge- hören a r 11 n Luther in feinen Tisch- r c b e n Herausgegeben von Georg D u ck - wald. R. Doigtländers Verlag in Leipzig |- Luther war, so schrieb der gründliche Leichtathletische Wettkämpfe Les Bezirks Gießen—Wetzlar 1922. Die Kämpfe fanden in Gießen auf dem 1900-Platz a. d. Hardt statt. Am Start hatten 'ich Wetzlarer F. C. 05. Lg. Leun. Weilburger F. V.. Wetzlar-Riedergirmes und Gießen 1900 eingefunden. Die einzelnen Felder waren sehr ckwach beseht, die Leistungen guter Durchschnitt. Den Vogel schoß, wie zu erwarten war. Gießen 1900 mit 14 ersten. 11 zweiten und neun dritten, insgesamt 34 Siegen ab. Im Gesamtklassement standen an zweiter Stelle mit neun Siegen und Plätzen die leichtathletisch sehr teilungsfähigen Leuner, die sogar einen so großen Kluh wie den F. C. 05 Wetzlar (5 Erfolge) auf den 3. Platz verweisen konnten. Die Abwicklung ämtlicher Konkurrenzen vollzog sich reibungslos. Die Ergebnisse sind folgende: Erstlinge: 100-Mll.°Laus: 1. Lenz, Gießen 1900, 14 Sek.; 2. Hopfner 1900, 14 2 Sek.; 3. Wallenfels, 1900, 14.4 Sek. — 300 Mtr.: 1. Wagner, 1900, 41.8 Sek.; 2. Schneider. F.C. 05 Wetzlar. 45,4 Sek.; 3. W. Wallenfels 1900, 47 3 Sek. — 3000 Mtr.: 1. H. Schönberger, Riedergirmes, 10,32,3 Min.; 2. Reinel, FC. 05, 10,55,4 Min.; 3. W. Schönberger. 10.57,2 Mm. — Weitsprung: 1. Lenz, 1900, 5,60 Mtr.; 2. W. Wallenfels, 4,95 Mtr. — Kugelstoßen: 1. Seebold, 1900 7 20 Mtr.; 2. W. Wallenfels 1900. 6 50 Mir. An sang er; 100 Mtr.: 1. Luft. Gießen 1900 12,3 Sek.; 2. Cramer. 1900 Brustbreite 12,4 Sek.; 3. Höpfner. 1900. 13,1 Sek. — 400 ORtr : 1. Cramer. 1900. 61,6 Sek.; 2. Lehmann. F. C. 05 Wetzlar 62 2 Sek. — 1500 Mtt.: 1. Kallenbach. 5.08 Min.; 2. Eich, 5,22 Min. beide 1900. — tzochlprunz. 1. Lenz. 1.45 mtr.; 2. Ä 1,40 Meter; 3. Cramer. 1.40 Mtr., alle drei 1900. — Diskuswerfen: 1. Detter, 1900, 28 Mir.; 2. Lehmann, Leun. 21,60 Mtr.; 3. Süß, Leun. 20.60 wenig Freude, aber recht viel Verdruß und Ent- I täuschung gebracht. Schon im zeitigen Frühjahr muhten sie erleben, daß die Völker, welche | der strenge Winter noch am Leben gelassen hatte, von Zeit zu Zeit immer weniger und schwächer tourben, und mancher Imker hatte da schon den Mut verloren. Sehr lange hat es dann gedauert, bis die Völker im Frühjahr in die Brut gingen, was sie später int Juni und Juli in so seltener Uebermähigkeit taten, daß noch bis Ende Zull Schwärme fielen. Schreiber dieser Zeilen hat bei alten starken Mutterschwärmen, die n i ch t geschwärmt hatten, gefunden, daß sie vollstendig ohne Futter waren und in den ersten Tagen Nu Grunde gegangen wären, wenn 'nicht im letzten Moment noch Futter gereicht worden wäre. Gestützt auf diese Beobachtung möchte ich allen Imkern empfehlen, ihre Völker nach;useh«i und ihnen etwas Futter zu reichen, damit nicht schon im Herbste Verluste ein treten. schloß fest. Frankfurt a. W.. 18. August 1922. Züricher Devisenmarkt. 15* O. A». o gesangvere'm Glashütten unter Geltung von Lehrer Zudersleben und die bereinigte erste Schul-1 klasse von Ober-Lais und Glashütten unter Lehrer j | Ströhinger. Pfarrer Raurnann-Schwickarts- v f Hausen, der langjährige Spezialvikar der Pfarrei« im Krieg, gedachte in einem geschichtlichen Rück- i blick der zwei alten Glocken, deren eine im Zuli 1917 abgeliefert wurde, während die andere in Anbetracht ihres hohen Alters (etwa 1000 Zähre) als Krtegergedächtnisglocke für alle Zukunft erhalten bleiben soll. Rach dieser Ansprache grüßte die alte Glocke das neue Schwesternpaar und der , Gemischte Chor von Glashütten sang unter Leitung von Lehrer L e h m e r. Darauf hielt der Ortsgeistliche, Pfarrer Weidner, eine sehr zeitgemäße Predigt über die Glockeninschriften (große Glocke: „Rach Krieg und Leid und harter Feit ruf' ich erneut zur Seligkeit"; kleine Glocke: „Bete und arbeite“). Die Predigt wurde umrahmt von einem Violinsolo mit Orgelbegleitung (1. Sah aus dem Violinkonzert v-Moll von Tar- tini, vorgetragen von Konzertmeister S t um p f ° I Essen und Pfarrer Stumpf- Eschenrod) und einem Chorgesang des Männergesangoereins I Ober-Lais unter Leitung von Lehrer Ströhinger. Run folgte nach einigen von Konfirmanden vor- Änen Glockenliedern die Glockenweihe s Erstgeläut der neuen Glocken, das Pfr. I Stumpf stimmungsvoll auf der Orgel begleitete. I Mit einer packenden Ansprache des letzteren über die Bedeutung der Orgel, der Königin der Instrumente. erreichte die in allen Teilen weihevoll v—— —।—unt> würdig verlaufene Feier ihr ®nite. in bescheidenen Verhältnissen durch mehrere Glocken, die in Ausführung und Ton (dis, ns) den Generationen von Besitzern. Im Jahre 1875 Beifall der Gemeinde gefun^n haben, \vnbux her seit dieser Zeit war der Aufschwung em Gemeinde getragen we schneller, so daß im Jahre 1911 der heutige Starkenburg UNV Rhernheffen. Besitzer, Wilhelm Felsing, seine Kunstanstalt Mainz, 17. Aug. Der Andrang der in dem eigenen großen Reubau in Charlotten- Valuta starken. kauflustigen A u s- burg weiter ausdehnen konnte. Die Haupt- [änber in den hiesigen Geschäften hat in Den tätigkeit der Kupfekdruckerei lag auf dem Ge- letzten Tagen derartige Formen angenommen, daß biete des Kupferstiches und der Radierung, die Firmen dem Ansturm einfach nicht mehr 2lii dem kle^enAnfange, der im Jahre 1797 gewachsen sind, ^reiche Geschäfte smd dazu motxr nXA hon Envsprstecher Felsina 6e» ubergegangen. nur stundenweise die Laden offen nicht mehr als den Kupserftec^r seifing ve » » » b Lager aufsüllen und in Ordnung schäftigt-, ist -in z-ltgem-ster B-tneb gew°r° ftar( ,inb di-In. den, und d e einzelnen S.ufen der Herstellung, toefieröe beschäftigt, und viele haben sich — uni die früher ein einziger Mann allein durch- drohenden Leerkauf zu entgehen — ent» arbeiten konnte, werden heute im Verein mit Mossen. ihre Geschäfte ganz zu schließen. Mit der einem ansehnlichen Stab von Mitarbeitern Rachfrage steigt naturgemäß auch der Preis und ausaefübrt. so steigt denn die Teuerungswelle in den letzten " Eine Mahnung an die Imker. Tagen derart sprunghaft, daß dieckleinen Loyn- Aus unserem Leserkreise wird uns geschrieben: und Gehaltsempfänger an größere Einkäufe uder- Das Jahr 1922 hat den Bienenzüchtern bisher Haupt nicht mehr denken können und ttoh fino tomta Kreube, aber recht viel Verdruß und Ent-1 wenn ihr Einkommen zur Destteitung des nackten lLebensunterhaltes ausreicht. । vuthertenner Statoeran, „darin ein echt I deutscher Mann, daß es chm ein Bedürfnis war, wenn er au3 der Amtsarben heimkehrend oder aus der Studierstube heraastretend mittags oder abends sich an den Tisch des Hauses setzte, die gemeinsame Mahlzeit durch ernste und heitere Rede zu würzen, und im Kreise der Freunde und Hausgenossen in traulichem Gespräche noch ein wenig zu verweilen und auszuruhen." Diese neue, von einem anderen bedeutenden Lutherkenner besorgte handlich? Aus- 6knunt)^Iffe MellaN<.Gastspi-1-N Firma Maher-Mabin 21.-®. betreibt in einer mird man eine b^te Leihe von DoMhrnngen: WteMng Beer w Flörsh-tm ^en cha. K-rtrnlunststücke. das geheimnisvolle Zisserbtatt, mischm Werke aach die Herstellung " l -> r ^^mltDerte für Ässraucn besonders -ehr- b°rium, *e 6«B fie blerferberti^ retd*. Kunst, aus Papierschnitzeln Kassee, Milch bchordftche ^Genehmigui^ ^stM ^nsoige unge anb"C ’U EÄ XÄtS 0 Ä St- bekommen. (Siehe Anzeige.) meter Schwefelwasserstoff in die Landkreis Gietzen. Luft geblasen. Dadurch wurde die Einwoh- • CÖeuern 17 Aua. Dieser Tage wurde nerschaft schwer belästig^ Ais polizeiliche An- t- _L_ --r n A o‘n n t f» n f ch n f t • © e l b ft = ordnung ist nun die Gesellschaft aufgefordert wor- Hilfe zur Bekänwfung der Wohnungsnot ge- den. den Ghlvrbarrumbetrieb zu schließen, arünbet An der Gründung beteiligten sich sofort Arzthonorar in Äaturalien. 42 Gemerndemitglieder. darunter die Lehrer, der ... ay Neuzeitlich bat Pfarrer, Handwerker, Dauern und Arbeiter.! Yd- Dad Sm gi- Ieder Genosse hat einen Anteil von 5000 Mk. st^ obere nnaänaia ist sein Honorar tn Teilzahlungen zu leisten und eine Haftsumme ® (Shretfyfl-unbcn in Ra - von 5^ Mk. zu übernehmen. Die Genchsenschaft ur K^nkenb suche und Svrechstu^en m R a WM für ihre Mitglieder Eigenheime mit tu r a 11 e n ©o nimmt;ecu. Garten erbauen. Zur Verbilligung des Unter- Plund Weizenm h onnp Sacke nehmens will sie sofort mit der Anfertigung 8 u h k« r mit^babef Der Doktor von Backsteinen und der Herbeischaffung von Und beide Feile fahren gut ^ber : «onw Hand und Bruchsteinen beginnen. Zahlreiche Ge- h^st dem Kranken und z troffen arbeiten zu einem bestimmten Sah in ihrer hosten. »»irhtfiim freien Zeit neben den ständigen Arbeitern mit Derhangnisvoller Leichtsinn. und verdienen dadurch den Genossenschaftsbeitrag fpd. Frankfurt a.M., 17._ Aug. Dec ab. Die flüssigen Mtttel sollen durch Bareinlagen, Leichtsinn von Gasinstallateuren führte in der durch die gesetzlichen Zuschüsse des Staates und Schweizerstrahe zu einem Unglücks fall, der teicht der Gemeinde und durch Darlehen, die mit Hilfe schlimme Folgen für eine Familie gezeitigt hätte der Hessischen Landeshhpothekenbank und der Ge- Die Installateure hatten bei Arbeitsschluv ver- metnbe beschafft werden sollen, aufgebracht werden, gessen. in einer Wohnung die Derschl uv - Das Unte+ehmen soll gemeinnützig fein. s chraube eines Gasrohres emzudreyen, tt Treis a. d. L., 17. Aug. Der hiesige Ge- obwohl sie selbst noch bei ihrem Fortgang den meinberat hat den Beschluß gefaßt, in diesem vorher verschlossenen Haupthahn aufdrehten. Durch Hahre keine Kirchweihe dahier abhalten das ausströmende Gas wachten die Bewohner des zu lassen — Unsere Wasserleitung liefert oberen Stockwerkes auf und veranlaßten, als die auch in diesem Jahve nicht ausreichend fraglichen Wohnungsinhaber sich auf anhaltendes Wasser so daß die Leitung täglich einige Schellen nicht meldeten, die polizeiliche Oefsnung Stunden abgestellt werden muh. Man hofft aber, der Wohnung. Hier fand man die Dewohnec — daß infolge des anhaltenden Regenwetters der ein Ehepaar — bewußtlos in den Betten vor. — - ■ ' r -***•♦—♦*-1 Das Ehepaar muhte sofort in das Krankenhaus OT»U im Bause Gebrauchte Stolle. 7644 Gut erhaltener gesucht. 07931 Konditorei Hettler. Erfinder —, Aufklärung über oder früher 7577 Postillon gesucht. 7660 Wäscherin gesucht. 7635B Medizinische Klinik. 7649c Eröffnung Samstag, den 19. August Ferner: (7650c Vorztellungsbealnn 8'/, Uhr, Kazzenöffa. 6 Uhr ......Mutj.uoH.uii v vu,, uiaiuuuuu. O UDT , Othello Trauringe preis werb cas4 gesucht. 7659 fionöüorei SeiBner. gesucht. Bewerbungen erbittet Verlag des GisHener Anzeigers Schulftraire 7. Passagierdampfer: Dreischraubendampfer „Minnekahda“ . . . Doppelschraubendampfer „Manchuria“ . . Doppelschraubendampfer „St. Paul“ . . . . Doppelschraubendamfer „Mongolia“ .... Dreischraubendampfer „Minnekahda“ . . . Doppelschraubendampfer „Manchuria“ . . Doppelschraubendampfer „St. Paul“ .... Frachtdampferi 10000 Mark gegen Möbelsicherheit u. monatl. Rückzahlung (2000 Mk.) zu leihen gesucht. Schrift!. Angebote unter 07948 an den Gieß.Anz. erbeten. srooBiniEu ats?D auch vorzüglich jum Carl Schunde. Bekanntmachung. Infolge der in Aussicht stehenden reichen Obsternte soll die Trockenanlage des Elektrizitätswerkes versuchsweise demnächst wieder in Betrieb genommen werden. Die Anlage wurde während des Krieges für Verarbeitung kleinerer Mengen errichtet. Hm einen Heberblick über die voraussichtliche Benutzung zu gewinnen, werden von heute ab Anmeldungen entgegengenommen. Erfolgt die Anmeldung schriftlich, so ist Rückporto' für die Mitteilung über den Tag der Anlieferung beizufügen, Es wird besonders darauf hingewiesen, daß nur trockene, frische Früchte angenommen werden. Die Bekanntgabe für den Zeitpunkt der Inbetriebnahme und der Trockenpreise erfolgen rechtzeitig. Giehen, den 17. August 1922. Direktion der Elektrizitätswerke und Straßenbahn. hochachtungsvoll A. Haberland Astoria-Lichtspiele Seltersweg 81. Tüchtiges Alleinmädchen das selbständig kocht und gründlich die Hausarbeit versteht, zum 15. September nach Offenbach a. M. 7M6es Kleinen ruhigen Haushalt l3 Personen) gesucht. ^Off.an Frau Marx. Offenbach a.M.,Luisenstr.30^ Junger Hausimrsche zu sofortigem Eintritt Intelligenter junger Mann oder Dame für Bureau (auch gewandt im Verkehr mit Kundschaft) per sofort gesucht. 765ih btto Abt Nidda (Oberhessen). Tüchtiges, ordentliches Mädchen das kochen kann und alle Hausarbeit versteht, per 14. Sept. ob. 1. Oft. gesucht. Frau Ang. Kilbingcr, 7545 Selters weg 79. Achtung! Große Sendung Linmachgurken Stück 0,60 —1,20 Ajk. Salatgurken Stück 2.— Mk. eingetroffen. Verkauf Samstag früh von 7 Uhr an am Eingang zum Botanischen Garten. Frau Frosch tsb Obst- und Gemüsegrosthandlung. Tel. 1051. Grnbenholchandluug im Rnhrrcvicr sucht große Posten eich.Schachtholz Spurlatten und Steege. Schr.Angeb.unt.75970 an den Gieß. Anzeiger. Buderkl. ,0n‘ Samstag, 19. August: Monats- Versammlung im Bootsbau«. 7647v Der Vorstand. . fo. August . 26. . 2. September . 16. . 23. . 30. . 7. Oktober Hamburg - Baltimore Hamburg - Boston Hamburg - Philadelphia usw. Auskunft erteilen: American Line, Hamburg, Börsenbrücke 2 Vertreter: Wilhelm Jullmann, Gießen, Bahnhofstraße 65. 7361A 1 American Line Regelmäßige Passagier- und Frachtdampfer Hamburg ■ Newyork Heute bis einschl. Sonntag: DietaosotiWiii Monumentaler Zirkus- und Variet6-Film in 6 Akten. In der Hauptrolle: Lee Parry, gegenwärtig die gefeiertste Filmdiva Deutschlands. Die Vorzüge dieses Films, der in Amerikas und Deutschlands größten Zirkussen und Varietes hergestellt ist, bestehen in der Hauptsache darin, daß er von Anfang bis Ende den Besucher in atemloser Spannung hält. Außerdem sehen wir Zirkus-Attraktionen, die man in Gießen in den Zirkussen, die nach hier kommen, nie sehen wird. Hart an der Grenze Großer Wildwest-Film in 5 Akten. Auch dieser Film bleibt in keiner Weise dem Besucher etwas schuldig. Im Gegenteil, einer bestimmten Geschmacksrichtung folgend, ist dieser Film eine ganz hervorragende Leistung. Alles in Allem ein Glanz-Programm. Wwlelll für Konditorei u. Tages- Langjährig erfahrener Fachmann sucht rrilMMWN in Iigarren-Fabrik Spätere Beteiligung nicht ausgeschlossen. Schriftliche Angebote unter 07941 an den Gießener Anzeiger erbeten. MiniMen das kochen kann u. alle Hausarbeit versteht, in kleinen Haushalt per bald gesucht. 07939 Frau Siegfried HaaS Sclteröweg 68. Tüchtiges (7662 Mädchen für Küche u. Haus gegen hoben Vobtt für sofort ges. Frau NcchtSanwalt vr. Katz, Bahnbofstr. 50. Verreist Dr. Wolf Vertreters Dr. Plooh, Dr. Sohäffcr V Henle bis InkLBonateg d. epann. SlttenlUm Die schwarze Lou Ferner: Der glänzende Affen-Humorist Joe Martin in | Der Shimmy-Affe. Montag 4 Uhr: Premiere L ’*®8 Slng-B Umspiel« in 5 Akten | biBttleoGnmde ..unter Mitwirkung namhafter Sänger u. Sängerinnen. M Täglich nur 2 geschloss.Vorstellungen- 4 Uhr nnd 8 Uhr. “WS W/ Besorgen Sie sieh si diesem Kanal- V/ Bonns reehtseittg Einlafikarten I Slrenn diskrete VonSlIhrvorm. Evö. Besuch reelle Bedienung bis 6 ührabds. In- und Verkauf m ! Jii* »t Edelmelalleu Zahle für Juwelen, Gold nnd Silber die höchst. Ta^espreiee! Zsahngebisse und einzelne Zähne per Zahn 30 und 35 Mark, lliir Freitags und Samstags! Kirchenplatz23 II.r. (hintd.Kirche) aÄÄÄ F* Gebraucbsinnsler Taffetkleid, neu- Fahr- ^Ä"urch unsere radlatcrne, Brenna- l^^oschüro umsonst. bor-Sitzwageu zu ver- I .Patentbüro: kaufen 07956 | iAIIg.Handelsgesellsch. Dleichstrafie 8 1. I |Ulrieh & Co.,Komm.-6es. ----------------------- 11 Leipzig 293, Wlndmünlenstrafle 1/5. jüngerer Beamter (möglichst unverheiratet) für Werkzeugausgabe und Werkzeugkontrolle zum baldigen Eintritt gesucht Fachleute (gelernte Dreher), die ähnliche Posten bereits bekleidet hohen, erhalten den Vorzug. Ausführliche Bewerbungen mit Lebenslauf und Zeugnisabschriften erbeten an ’""D Friedrich Hollmann PräzistonS-KugeNager-Fabrik, Wetzlar. Brillanten (Gold-Si Iber^Ä Plafinbruch ö Zahngebisse gg Gg.Gtimblein wiBruchstrlder ßMMW gesucht. Fritz Nowack, 7661c Seilersweg. Jüngeren [07966 Laufjungen sucht Emil Fischbach. «lappwagen neu, nut Verdeck ausierst ......_ ■ ■ —-tf—■ i preiswert zu verk. o?e»o " * * Naifcrallee 48 I. r. GamStag, 19. Augnst, 81/, Uhr abends, [7648v „Schlpkapaß“ Spieler-Versammlung