Nr. <66 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit derSamstaasbeilage: GießenerFamilienblätter Monatliche vezugspreife: Mk. 22.50 und Mk. 2.50 Trägerlohn,Lurch diePost Mk. 25.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: fürdieSchrift- leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. poftfcheükonto: Zrantfnrt a. M. 11686. Erster Blatt 172. Zahrgang Dienstag, 18. Znli 1922 GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Brühl'sche Univ.-Buch- und Zteindruckerei R. Lange. Schnstlettung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breit« örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame: Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platz, Vorschrift 20 °/? Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aua. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Das KampskabinettÄorfanty Die chronische Regierungskrise in Polen T)ot eine Lösung gefunden, durch die sie nicht beseitigt, sondern vielmehr erst recht akut wird. Seitdem der Staatschef Pilsudski, der vor mehr als vier Wochen das Kabinett Poni- Ikowski zu Fall brachte, weil ihm die auswärtige Politik des Ministerpräsidenten und des Außenministers Skirmnnt zu ergebnislos und weil es vor allem über den ausgeprägten Mißerfolg aus der Genueser Konferenz entlüftet war, hat man es mit einer ganzen Serie von Kandidaturen von Skulski bis zu Prza- nowskr versucht, unter denen übrigens auch Korfanth war, der zunächst keinen Anklang fand. Nachdem man alles durchprobiert hatte, gab Pilsudski das Rennen auf und überließ die Ernennung des Ministerpräsidenten dem Sejm, wobei der zähe Korfanth mit der knappen Mehrheit von 219 Stimmen der Rechten gegen 206 der geschlossenen Linksopposition durchs Rennen ging. Die Wahl Kvrfanths, der es vom deutschen Reichstagsabgevrdneten und fanatischem Agitator jetzt glücklich bis zum polnischen Ministerpräsidenten gebracht hat, bedeutet ^kne offene Kampfansage gegen die gesamten Oppositionsparteien in Polen, gegen die nationalen Minderheiten (die deutsche Partei hat die Kandidatur für einen Schlag ins Gesicht der Deutschpolen erklärt) und endlich auch gegen den Staatschef Pilsudski. Die sozialistische Fraktion, aus der der Staatschef hervorgegangen ist, hat bereits erklärt, daß „die Aufrechterhaltung des parlamentarischen Zusammenwirkens zum Kampfe gegen die Reaktion unerläßlich" sei, und sowohl Pil- sudski als auch die Oppositionsparteien bestreiten die verfassungsmäßige Zulässigkeit der Ernennung des Ministerpräsidenten durch das Parlament gegen den Willen des Staatschefs, welch' letzterer denn auch bereits die Riederlegung seines Amtes in Aussicht gestellt hat. Das Kabinett Korfanth ist jedenfalls ein Kampfkabinett ausgesp'.ochenster Art sowohl in innen- wie in außenpolitischer Beziehung. Wenn man sich erinnert, daß Kvr- saitth den unerhörten Putsch in Oberschlesien inszeniert hat und wenn man bedenkt, daß die Warschauer Regierung ihn damals wenigstens offiziell desavouierte, so muß man es als einen ungeheuerlichen Verstoß und Vorstoß bezeichnen, daß dieser Mann jetzt an die Spitze des polnischen Staates berufen worden ist. Die Wirkung der Ernennung dürfte sich auch bald fühlbar machen, denn es liegt auf der Hand, daß die zur Zeit schwebenden Verhandlungen über die Ausführung des deutsch-polnischen Vertrages dadurch nicht erleichtert werben! Aber die beiden Linksparteien in Polen befürchten überhaupt eine Erschwerung der auswärtigen Politik, die sich für Polen ohnehin sehr ungünstig gestaltet hat, wenn eine so ausgesprochene Kampfnatur wie Korfanth den Ton anzugeben hat. Denn dieser skrupellose Agitator ist nicht nur ein ausgesprochener Deutschenfreund, so daß unter seinem Regime sich die Spannung Mischen Polen und Deutschen noch verschärfen dürfte, sondern er tritt auch für eine offensive Politik gegen. Sowjetrußland ein, gegen das er infolge des deutsch-russischen Vertrages von stärkstem Mißtrauen erfüllt ist. Dabei fehlt es dem polnischen Staatswesen an jeglicher Rückendeckung für eine agressive Politik bis auf das Bündnis nrit Rumänien, denn die Kleine Entente hat auf die Anschlußbestrebungen Polens die nicht mißzuverstehrnde Antwort gegeben, „Polen und die Kleine Entente", d. h., man will Polen nur als Mitläufer gelten lassen. Run erfreut sich Korfanth zwar der Sympathien des „großen Bruders", nämlich Frankreichs, dem er ja eine Art wirtschaftliches Protektorat über Oberschlesien in die Hände gespielt hat; aber unter /den Parteien der Linken in Polen herrscht eine sehr bedeutsame, politisch vielleicht nicht gering einzuschätzende Mißstimmung über die französische Vormundschaft, die den Polen keinen entsprechenden Gewinn eingetragen habe. Wie sich der Kampf zwischen den Parteien der Linken und der Rechten, zwischen Pllsudski und Korfanth weiter abspielen wird, läßt sich noch nicht klar übersehen. 0m übrigen handelt es sich bei dem Kabinett ohnehin um ein Provisorium, denn im Herbst sollen die Reuwahlen stattfinden, die angesichts der ttefgehenden Erbitterung zwischen rechts und links zu einem ganz besonderen heftigen Wahlkampf führen dürften, zu einer Kraftprobe zwischen Pilsudski und Korfanth. Die Kriegskvsten wird das politisch zerrissene, wirtschaftlich sterile, finanziell zerrüttete polnische Staatskunstprodukt tragen, das von Krise zu Krise abwärts schreitet. ' , - - W.UWT» SB»g.O«i r Selbstmord der Mörder Rathenaus. Halle, 18. Juli. (WTB.) Die Mörder Rathenaus wurden gestern abend durch Kriminalpolizei aus Halle auf der Burg Saaleck bei Bad Käsen ermittelt. Die beiden Mörder haben sich vor der Festnahme im Burgturm erschossen. An den Alf cm der Saale, westlich von der allgemein bekannten Rudelsburg, liegt die Ruine Saaleck. In einem der beiden moch erhaltenen Türme haben nun die beiden unseligen Männer sich, selbst das Airteil gesprochen. Rastatt, 17. Juli. (Wolff.) Wie btc „Rastatter Zeitung" meldet, sind gestern itbend nach Beendigung oes Oetigheimer Volks- schauspiels „Joseph und seine Brüder" von der Gendarmerie Rastatt im Hotel „Teil" zu Oeligheim .zwei junge Leute verhaftet worden, die für Mitwisser des Rathenaumordcs gehalten werden. Die jungen Männer namens Emil M u ß aus L o ck st ä d t und Karl Erdmann aus Hohenofen bei Berlin stehen im Alter von 25 und 28 Jahren. Der kleinere von ihnen ist blond, der größere schwarz. Beide trugen Helle Sportanzüge. Gäste der Gastwirtschaft veranlaßten die Rastatter Gendarmerie telephonisch, die Verhaftung vorzunehmen. Die jungen Leute hatten sich durch verschiedene Fragen verdächtig gemacht. Sie sind im Amtsgefängnis Rastatt untergebracht worden. Die innerpolMche Lcrge. Berlin, 17. Juli. (Privattel.) Heute vormittag sind die einzelnen Fraktionen des Reichstages zu Beratungen über die politische Lage zusammengetreten. Hierüber berichtet der „Lokalanz." u. a.: Sowohl die beiden sozialistischen Fraktionen wie die Fraktionen der bürgerlichen Mittelparteien tagten jede für sich, und es scheint, daß augenblicklich mit einer kritischen Zuspitzung der Lage gerechnet werden muß. Wenigstens wird aus dem Reichstag berichtet, daß die Rach richt der geplanten Bildung einer bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft in den Reihen der Mehrheitssozialisten starke Erregung hecvorrief, und daß hier von ungeduldigeren Elementen als Antwort nunmehr der Austritt aus der Regierungskoalition gefordert werde. Früh nachmittags wird aus dem Reichstage berichtet, daß in dxn Sitzungen der beiden sozialistischen Fraktionen die Frage einer völligen Verschmelzung über den Rahmen der bloßen Arbeitsgemeinschaft hinaus erörtert wurde. Die Mehrheitssozialdemokraten sprachen sich grundsätzlich für eine Verschmelzung aus, überließen aber die Entscheidung über Zeitpunkt und Art ihrer Durchführung weiterer Beschlußfassung durch die Alnabhängigcn. g)ie d e m o- kra tische Fraktion beschloß nach dem »B. T." nahezu einmütig den G e d a n ken einer Arbeitsgemeinschaft mit dem Zentrum und der Deutschen Vollspartei aufzunehmen, natürlich nicht als irgendeine Fusion, sondern lediglich als interfraktionelle Arbeitsgemeinschaft zur zweckmäßigen Erledigung parlamentarischer Fragen. Rach demselben Blatte beschloß die sozialdemokratische Fraktion gegen drei Stimmen, eine Erweiterung der Regierung nach rechts abzu lehnen. <§i» Beschluß der Unabhängigen. Berlitz, 17. Juli. (WB.) Die Deichstags- sraktion der unabhängigen Sozialdemo- krat ie hat mit 38 gegen 17 Stimmen beschlossen, für das Gesetz zum Schatze der Rep i- bl ir zu stimmen. Damit ist auch die für ein verfassungsänderndes Gesetz erforderliche Zweidrittelmehrheit gesichert. Es wird erwartet, daß der Reichstag am Dienstag alle noch nicht abgeschlossenen Arbeiten erledigen und rn die Sommerferien gehen wird. Berlin, 18. Juli. Wie die Blätter mitteilen, haben sich die beiden sozialistischen Reichstags- fraltionen gestern damit einverstanden erklärt, die Regierungserweiterung durch den Eintritt von Alnabhängigen in die Reichsregierung bis zum Wiederzusammentritt des Reichstags zu vertagen. Die Gewerkschaften haben den Beschlüssen der Fraktionen zugestimmt. Die Sozialdemokraten, die Alnabhängigen und die Gewerkschaften werden am Mittwoch einen Ausruf an die Arbeiterschaft richten, in dem sie ihren Dertagungsbeschluß begründen werden, der laut „Vossischer Zeitung" zurückzuführen sei auf wichtige Erwägungen außenpolitischer und wirtschaftlicher Ratuc und schwerwiegender Bedenken, die, wie es heißt, nicht nur vom Reichskanzler, sondern auch vom Reichspräsidenten gegen eine Reichstagsauflösung im gegenwärtigen Augenblick geltend gemacht worden waren. Die Frage der Bildung einer gemeinsamen, aus Sozialdemokraten und Alnabhängigen bestehenden Reichstagsfraktion wird von den beiden sozialistischen Parteitagen während der Sommerferien des Reichstags entschieden werden. Auch die Frage der Bildung einer bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft ist noch nicht weiter gediehen. Auch hier liegt die letzte Entscheidung bei den Parteiinstanzen. Ein Nachspiel zu den stürmischen Sitzungen deS Reichstags. Die Korrespondenz der deutschnationalen Partei veröffentlicht einen Briefwechsel zwischen dem Vorsitzenden der deutschnationalen Reichstagsfraktion Herat und dem General- staatsanwalt beim Landgericht! in Berlin, der sich auf die Vorgänge in der Reichstagssitzung am Tage der Ermordung Rathenaus bezieht. Der Vorsitzende der dcutschnationalen Fraktion beantragte Einleitung eines E r m i t t e - lungsvcrfahrens gegen die unabhängigen und kommunistischen Abgeordneten, die Helfferich mit dem Rufe „Der Mörder muh raus" aus dem Saale drängen wollten, wegen Vergehens gegen § 105 des Strafgesetzbuches (gewaltsame Entfernung von Mitgliedern aus einer gesetzgebenden Versammlung des Reiches) und benennt als Täter die Abgg. Höllein, Rcmmele, Dr. Moses, Körnen, Fröhlich und Zubeil. Da der Generalstaatsanwalt wegen der Immunität der Abg:o:dneen d.e Einleitung des Ermittelungsversahrens ablehnte, richtete Dr. Hergt an die Staatsanwaltschaft das ausdrückliche Erluchen, b e im R e i ch s t a g e die Genehmigung zur Strafverfolgung der genannten Abgeordneten e i n z u h o l e n. Gin Ntttersnchnttgöattsschust geqen die Reichswehr. Die demotratische Fraktion des Reichstags lmt laut ..Vossischer Zeitung" et if Anregung des Reichswehrministers Geh l er mit Alnterstühung der beiden Regierungsparteien die Einsetzung eines Al n t c r s u ch r n g s a- a s s ch a > i e s g maß Artikel 34 der Reichsverfassung ?.ar Prüfung d e r V o r w ü r f e, die gegen die Reichswehr erhoben worden sind und derart, wie sie der Reichswehlminister erledigt hat, beantragt. WM über die „ungeheuerliche Komödie der Reparationen". Berlin, 17. Juli. (Wolff.) Der frühere italienische Ministerpräsident R i 1 ti schreibt im „B. T." über das tödliche Mißverständnis der Reparationen und bemerkt u. a.: In all ihren öffentlichen Kundgebungen während des Krieges sprach die Entente niemals von Kriegsschcll)e.n; nur für Belgien wurde die Pflicht des Wiederaufbaues anerkannt. Alle Patte und Klauseln, die die Grundlage der heutigen Verträge bilden, sind eine reine und völlige Verneinung der Prinzipien, die die Entente feststellte und die Wilson proklamierte. Das Prinzip: Reparation der Schäden wurde durch em bloßes Mißverständnis in die Waffenstillstandsabmachungen vom 2. 2ll)vember 1917 aufgenommen. Obschon alle.Pertreter der verbündeten und assoziierten Länder hervorhvben, daß ein solcher Pakt nichts mit ben Wafsenstillstandsbedingungen zu tun habe, beharrte Elemenceau darauf, daß Frankreich diese Genugtuung erhalte, vor allem moralische Genugtuung. Gleich darauf wagten sich die unsinnigsten Tendenzen hervor, und entgegen allen vorhergehenden Verpflichtungen verlangte man von Deutschland und den besiegten Völkern Dinge, die diese nach ihren Siegen niemals forderten. Deutschland wurde gezwungen, seine Kolonien, Schisse und Handelsorganisation im Auslande herauszugeben. Außerdem verpflichtete man cs noch, eine ungeheure Repa rett ionssumme zu bezahlen. Viele Forderungen lassen sich lediglich aus der Absicht erklären, die Lebensquellen der deutschen Einheit zu verschütten, nachdem man Deutschland erst rein deutsche Gebiete entriß und es'durch, den törichten Danziger Korridor glatt in zwei Teile verschnitt. Ein Minister konnte am 5. Dezember 1919 int französischen Parlament eine Entschädigung von 375 Milliarden ankündigen, zählbar mit Zinsen in 34 Annuitäten, jede zu 25 Milliarden, wovon 13 750 Millionen allein auf Frankreich kämen. Roch im Rovember 1920 beschränkte ein anderer französischer Minister die Forderungen Frankreichs allein auf 218 Milliarden, wovon 74 für Pensionen und 144 für Schäden verwendet werden sollten, und dabei schätzten die französischen Statistiker vor dem Kriege den gesamten Geld- und Grundbesitz ihres Landes nicht höher als auf 250 Mlliarden. Das durch den Krieg verwüstete Gebiet war doch nur ein kleiner Teil. Ritti verfolgt an Hand amtlichen Materials die verschiedenen Phasen der Reparationsfest seh ungen mit ihren weniger albernen, aber immer noch tollen Forderungen, und fährt fort: Dies ist die Geschichte der ungeheuerlichen Komödie der Reparationen, welche Europa erwürgt, in zwei Lager spaltet und Deutschlands Auferstehung verhindert. Das Okkupationsheer kostete allein im vergangenen Jahre 1600 Millionen Goldmrrl, also mehr, als Deutschland geben kann. Deutschland, das alles verloren hat, soll eine unmögliche Entschädigung bezahlen. Derweilen sind Frankreich und Italien nicht imstande, an England das Kapital ihrer Schulden zurückzuzahlen und an die Vereinigten Staaten nicht einmal die Zinsen. Alles, was Deutschland gezwungen ist an Reparationen zu zahlen, ruft neue industrielle Krisen hervor. Wenn die ungerechten Friedensschlüsse noch nicht ebenso viele Menschen töteten, vernichteten sie doch gewiß ebenso viel Wohlstand wie der Krieg. Jeder Tag bedeutet eine neue Enttäuschung, trotzdem bringt jeder Tag neue Irrtümer. Es sind in Europa heute mehr Menschen unter IDasfev. als vor dem Kriege. Wenn die Vereinigten Staaten sich von der wahren Gefahr überzeugen sollten, welche Europa und die ganze Well bedroht, nämlich daß diese Gefahr ganz allein von dem dummen System der Reparationen ausgeht, so würde das einen großen Schritt vorwärts bedeuten. Die Neigungen des Garantieausschusses. Paris, 16. Juli. (Wolff.) Der „Reuhork Herald" glaubt zu wissen, daß der Garantie- a u s s ch u ß sich in seinem Bericht über seine Berliner 'Mission, der diese Woche der Reparationskommission vorgelegt wird, auf den Standpunkt stellen werde, daß Deutschland tatsächlich das verlangte Moratorium brauche, daß es aber in der Lage sei, größere Sachlieferungen zu machen, als bis jetzt verlangt wurden. Demselben Blatte zufolge geben sogar 'bic französischen Sach verständigen die vorübergehende Rotwendigkeit zu, die Barzahlungen durch ^Sachlieferungen zu ersehen. Sie beflünben aber darauf, daß das Garantiekomitee, um das Verfahren wirksam zu gestalten, weitergeHende Aleberwachungsvollmach ten gegenüber allen Einzelheiten der deutschen Finanz- und Handelstransaktionen besitzen müsse. Dies alles "erklärt nach dem Blatte die eifrigen Vorbereitungen französischsrseits. Wenn auch, fährt das Blatt fort, das Ga> rautielomitee so gut wie einstimmig Deutschland zum Teil selbst für seine finanziellen Schwierigkeiten verantwortlich mache, nehme man nicht an, daß die Reparationskommission diese Verantwort lichkeit als vorsätzlich betrachten werde, obwohl Poincare in seinen Alnterrebungen mit dem Vorsitzenden der Reparationstommission, Dubois, da rauf gedrungen Habe, daß dieser in der Konu Mission den französischen Standpunll durchsetze Das Ersuchen des Garantiekomitees, ihm weite r- gehende Vollmachten als die eines einfachen Organs zur Tücherrevision zu übertragen, nachdem ein Versagen Deutschlands tor liege, werde indessen von den Franzosen willkommen geheißen werden als eine Möglichkeit. Sanktionen finanzieller Art zu ergreifen. Das Blatt glaubt, daß das deutsche Moratoriums-' gesuch Frankreich besonders in seinen Erwartungen, Deckung für seine Desahungskvsten zu finden, berührt, und daß deshalb die Repa- rationskommission ersucht werde, eine Möglichkeit ausfindig zu machen, mittels deren Deutsch land auch während des Moratoriums wenigstens die nicht aus die Reparation«, b«üglichen laufenden Rechnungen beyoHlen könne. Zu diesem Zweck werde sich Dubois auf die Vor schrisi des Versailler Friedensvertrages stützen, die eine P r r i t ä t der Ansprüche der Alli ierten vorsehe. Die Sachlieferungeti. Paris, 17. Juli. (WTB.) Wie der „TempS" mitteilt, hat der französische Bot- schafter in Berlin, Charles Laurent, die deutsche Regierung von der Entscheidung der französischen Regierung in Kenntnis gesetzt, die Abkommen von Wiesbaden und Berlin über die Sachlieferunaen in Kraft zu setzen, und zwar mit Wirkung vom 20. Qult. Aus dem Reiche. Reue Waffenfunde. Berlin, 18. Juli. Wie der „Vorwärts" mitteilt, sind gestern in der nunmehr seit einem Jahre nicht mehr mit Militär belegten Gardes du Korps-Kaserne in Potsdam von Vertrauensmännern der öd - zialdemvkraten außer zahlreichen Gewehren und Maschinengewehren rund 200 scharfe Handgranaten, Jnfanteriemunitton, 1000 Tornister, 1000 Seitengewehre, 2000 Kvchge schirre und ungefähr 600 mit Hakenkreuzen versehene Stahlhelme auf gefunden worden. Die Polizei beschlagnahmte das ihr übergebene Material uni) überwies es der Reichs- treuhandgefellschaft. Weitere politische Attentate. Berlin, 17. Juli. (WTB.) Der deutschnationale Reichstagsabgevrdnete R i e s e b e r g (Quedlinburg) wurde am Samstag Abend am Arckeschen Markt überfall ^n und geschlagen. Der Abgeordnete, der heute nach" mittag wieder im Reichstage erschien, erlitt dort infolge des Aleberfalls einen Schwächeanfall. Stettin, 17. Juli. (WTB.) Als der Ehest redakteur bet „Pommerschen Tagespost". Heerdegen, am Samstag abend, nach Schluß der redaktionellen Tätigkeit, in seine Wohnung heimkehrie, wurde er auf der zum ersten Stockwerke fiihrenden Treppe von einem ihm entgegenkommenden Mann plötzlich derart vor die Brust gestoßen, daß er die Treppe hinab st ürzte und mit einem Rippenbruch und einem Fußknöchel bruch hilflos liegen blieb. Der Täter ist in bet Dunkelheit unerkannt entkommen. Gin Streik in Lübeck. Berlin. 17. Juli. In Lübeck streiken wegen Lohndrfserenzen die Arbeiter der Aleber- landzentrale, die 40 Mark Stunden» lohn fordern. Die Direktion erklärt, dem „Loch 2lnz." zufolge, daß alle Arbeiter, die Montag die Arbeit nicht tr-ieber aufnehmen, entlassen sind. Der Betrieb der elektrischen Bahn wurde eingestellt. Die Lübecker Maschinengesellschaft schloß den Betrieb. auf der Schiffswerft Flender- weik würben 800 Arbeiter entlassen. Die völlige Stillegung des Werkes steht bevor. Einige hindert Ortschaften in Mecklenburg, Oaienbirg und Holstein, die Strom aus Lübeck beziehen, sink ohne Licht und Kraft. Da auch die Lübecker Industrien schließen müssen, werden Ta.isende Arbeiter brotlos. Die „Magdeburgische Zeitung", die durch den Oberpräsidenten Hörstng a.if vier» zehn Tage ’ verboten war, wird, nachdem der Protest des Verlags erfolgreich war, am Dienstag morgen wieder erschemm. Aus Hessen. AuS dem Gesetzgebungsausschuß der Kammer. rm. Darmstadt, 17. Juli. Der Gesetz- gebungsvassch Jth des Landtags beriet beite unter Vorsitz des Abg. Naß zunächst den Antrag der 2Ibgg. Kaul und Gen. betr. die (Srtläring des 11. 2t u a a st als gesetzlichen Feiertag, der mit Mehrheit Annahme fand. Zu dem Antrag der 2Ibgg. Kaul and Gen. betr. den „Schch der Republik', der abgelehnt Wirde, fanden folgende Zusatzanträge die Zu stimm ing: Antrag des Zentrums: Die leitenden Stellen der Verwaltung und der 3 rstiz sind nur solchen Personen zu übertragen, die rückhalll>s bereit lind, rm Geiste der repudLktanischen Derfassang ihre Dienste ausziüben, ferner die sacht indig and entschlossen sind, ihr verantwortungsvolles Amt im Geiste der republiranischen Verfassung unparteiisch ausziüben: ferner der Antrag des 2Tbg. Büchner (Dem.): Die Regierung möge an amtliche Behörden eine Verordnung ergehen lassen, durch die alle Beamten, die jetzt noch glauben, ihr Amt nicht im Geiste der republikanischen Verfassung aisüben zu können, aifgefordert werden. ihre Versetzung in den Ruhestand innerhalb einer bestimmten Frist zu beantragen. Wer von diesem Angebot keinen Gebrauch macht, gibt damit zu, das) er der Republik in seinem Amt zu dienen bereit ist. Die weiteren Anträge derselben 2lbgeordneten betr. die Aenderung des Gesetzes über die Disziplinarverhältnis e der nichtrichter- lichen Beamten, betr. Erlast eines Gesetzes über btc Rechtsverhälinisse der Richter, sowie betr. der Schuh der Republik in den Sch ulen und Hochschulen werden abgeseht. Der Antrag Kaul und Den. betr. Verordnung über das Flaggen wird mit der Aenderung angenommen, dast neben den Londesflaggen bei besonderen Anlässen auch die Reichsflagge wehen soll. Der Antrag Kaul und Gen. betr. die disziplinarische Verfolgung von Staatsbeamten, welche die Ler>rdnung über di« Beseitigung der Hoheitszeichen nicht befilgt haben, wird durch die Verordnung des Reiches für erledigt erklärt. Die Vorstellung Hessischer R eg i m e n ts ve rei n e d ir. das Verbot von Regimentsfeiern wird zurückgestellt. Aus Stabt und Land. Gießen, den 18. Juli 1922. Der Handel mit Kartoffeln ist vom 1. August ab nur solchen Personen gestattet, denen eine besondere Erlaubnis zum Handel mit Kartoffeln erteilt worden ist. Dies gilt auch für die, die bereits die nach der Verordnung über den Handel mit Lebens- unb Futtermitteln vom 24. Juni 1916 vor- geschriebene Handelserlaubnis besitzen. Auf den Verkauf selbstgewpnnener Kartoffeln und auf Kleinhandelsbetriebe, in denen Kartoffeln nur unmittelbar an Verbraucher abgegeben werden, wird dagegen die Vorschrift nicht angewandt. Einer Erlaubnis bedarf ferner vom 1. August an, wer beim Erzeuger Kartoffeln zum Wiederverkauf ober zur gewerbsmäßigen Verarbeitung oder für Gemeinden, Gemsinde- verbände, Betriebe oder als Beauftragter einer Mehrheit von Verbrauchern ankauft, sei es im eigenen oder fremden Namen, für eigene odqr fremde Rechnung. ** Amtliche Personalnachrich- trn. Am Z. Juli 1922 wurde Kanzleigehilfe 2pam IÜllich zu Birkenau zum Kanzleiassistenten bei der Oberförsterei Birkenau vom L. April 1922 ab ernannt. — Ernannt wurde am 12. Juli der Lehrer Adam Berg zu Ober-Mörlen zum Lehrer an der Volksschule zu Bad-Nauheim, Kreis Friedberg. — Ernannt wurde am 13. Juli der bayerische ordentliche Professor i. R. Privatdozent Dr. Ludwig Schleiermacher aus Darmstadt zum außerplanmäßigen ordentlichen Honorarprofessor an .der Technischen Hochschule zu Darmstadt. ** Feldpolizeiliche Anordnung Die Stadtverwaltung gibt in unserem heutigen Anzeigenteil bekannt, dast sämtliche in der Feld- gemarfung der Stadt Gießen gelegenen offenen und eingefriedigten bepflanzten Grundstücke bis zum 15. September in der Zeit von abends 9 bis morgens 5 ülhr und vom 16. September ab in der Zeit von abends 8 bis morgens 6 ülhr geschlossen sind. Allen Personen, auch den Eigentümern, ist daS Betreten der Felder in der Sperrzeit verboten. Ausgenommen von dem Verbot sind nur HausgIrken, die mit dem Wohnhaus unmittelbar verbunden sind. Durch Einsetzen von Nacht- patroMllen wird die Durchführung dieser Anordnung streng überwacht. •* Hühnerdiebstahl. Aus einem Hühnerpark wurden in der letzten Nacht 35 meist schwarze Kücken int Alter von 8 bis 10 Wochen entwendet. Dor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilung nimmt die Kriminalabteilung entgegen. ** Geschäftsführer P. Drescher, der nahezu 30 Jahre in Diensten der Sektion VI der Hess.-Nass. Daugewerks-Berufs- genossenschaft gestanden hat, ist in den Ruhestand getreten. 3n jahrzehntelanger Arbeit hat er die Derwallungsgeschäfte der Sektion geführt. Als Nachfolger wurde Sekretär Kirchner zum Geschäftsführer der Sektion gewählt. ** Fridericus Rex, das in der Oefsent- llchkeit viel genannte, von politisch linksstehender Seite in manchen Städten abgelehnte große Filmwerk. ist feit gestern nun auch In Gießen zu sehen. Die Astoria-Lichtspiele bringen diese pak- kende Kinoschöpfung in drei Vorstellungen an jedem Lage bis einschl. Sonntag zur öffentlichen Vorführung. Der gestrige erste Aufführungstag zeitigte bet jeder Vorstellung ein ausverkauftes Haus, worin sich das hohe Interesse äußerte, das man diesem Film in den weitesten Kreisen entgegenbringt. Das Werk schlägt einige außerordentlich eindrucksvolle Seiten der altpreußischen Geschichte auf, es führt in die Zeit des preußischen Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. und in die Kronprinzenjahre Friedrichs deö Großen zurück. Es bringt ein bewußtes Bekenntnis zur nationalen Staatsausfassung zum Ausdruck, irgenbebie parteipolitische Färbung, die die Abneigung gewisser Kreise gegen dieses rein historische Filmwerk rechtfertigen konnte, ist dabei in ihm nicht enthalten. Man kann den Besuch dieser Filmvorführung allen Mitbürgern empfehlen. Die Leitung der Astoria-Lichtspiele machte gestern ausdrücklich darauf aufmerksam, daß die Vorführung dieses Film nach wie vor gestattet ist. Wettervoraussage für Mittwoch: Wechselnd bewölkt, meist trocken. Temperatur wenig verändert. Die tiefe Depression ist weiter nach Osten gezogen und hat keinen erheblichen Einfluß mehr auf unsere Wetterlage. Dagegen werden Teilauswufer, von denen einer heute bereits über dem Kanal liegt, der andere sich über Schottland entwickelt, auch morgen noch unbeständiges Wetter bringen. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, 71/.. lUjr: „Das deutsche Volkslied". — Astoria-Lichtspiele: „Fridericus Rex". — Goethe-Bund. Auf die heute und morgen abend im Stadttheater stattfindenden Aufführungen „Das deutsche Volkslied" sei hiermit nochmals empfehlend aufmerksam gemacht. Landkreis Gietzen. ” Hungen, 18. Juli. Am Samstagabend fand seitens der sozialdemokratischen Ortsgruppe eine Versammlung im „Darm- tädter Hof" statt, in welcher Landtagsabgeordneter W. Widmann aus Offenbach in längerer Rede über die innerpolitische Lage und die Ziele seiner Partei sprach. □ Lauter, 15. Juli. Die Kirschenernte ist eben in vollem Gang. Der Ertrag der Früchte steht denjenigen der letzten Jahre nicht nach. Dies kommt unserem Gemeindesäckel sehr zu gut, denn unser Waldbesih ist sehr gering. Die Anforderungen an die Steuerzahler sind nicht geringer geworden, so daß der Ertrag der Kirschenernte für uns von besonderer Wichtigkeit ist. In Dankbarkeit müssen wir hierbei unseres früheren Bürgermeisters Feldmann gedenken, dessen unermüdlicher Tätigkeit unsere ausgedehnten und wertvollen Obstpflanzungen zu verdanken ind. — Die Basaltlager oberhalb des Friedhofs an der Straße nach Laubach find seit einiger Zeit wieder in Betrieb gesetzt, was der Bautätigkeit in unserem Dorfe zugut kommt. Jedoch ist dieses Steinmaterial als nicht hervorragend zu bezeichnen und steht dem anderweitigen Basalt bedeutend nach Kreis Alsfeld. ¥ Alsfeld, 17. Juli. Der Kreistag hat in seiner jüngsten Sitzung den B o r a n s ch l a g der Kreiskasfe Alsfeld für das Rechnungsjahr 1922 einstimmig genehmigt. Die Rechnung schließt iin Einnahme und Ausgabe mit 5 138 967 Mark gegen 2274627 Mk. im Vorjahre ab. Die Einnahme aus der -Umlage ist auf 3 0C0 000 Mk. berechnet, aus der Provinzialkasse erwartet man zu den Straßenunterhaltungskosten 1 150 750 Mk., zu den gleichen Zwecken rechnet man mit einem Zuschuß aus der Hauptstaatskasse in Höhe von 650 000 Mark. Zahlreiche kleinere Einnahmeposten schließen sich diesen großen Beträgen an. Auf der Ausgabenseite sind u.a. anaeseht 432 100 Mark für Besoldungen, 160 850 Mart für die Kriegsbeschädigten- und Hinterbliebenenfürsorge, 300 000 Mi. zur Fürsorge für Geisteskranke, Taubstumme und dauernd kranke Kinder, 500 000 Mk Beitrag zur Provinziallasse, 3 011 500 Mk. zur Unterhaltung der KreissttaI>Ln. 194 500 Mk. Zu- schuß zu den Betriebskosten des Kreiskrankenhauses, 69146 Mk. für Beihilfen an ehemalige Kriegsteilnehmer. Kreis Schotten. ^.Schotten, 17. Juli. Der erste diesjährige Ausflug führte die „Vereinigung Vogelsberger Geschichtsfreunde" aufs 3äger = haus zwischen Schotten und Laubach. Hier hielt Professor Dr. Röschen aus Laubach, der beste Kenner der Geschichte des Vogelsbergs, einen Vortrag über „R u t h a r d s- hausen und die übrigen Wüstungen des Amtes ßaubacf) . An den Vortrag, der eine.rege Aussprache auslöste, schloß sich eine Besichtigung und Erklärung des hinter dem Jägerhaus liegenden Kirchenstumpfes der Kirche des dicht am Jägerhaus gelegenen, ausgegangenen Dorfes Ruthardshausen. □ £ a u b a d), 16. Juli. Der Ertrag der Wohltätigkeitsaufführung zugunsten des Iohann- Friedrich-Stifts, die am Samstag letzter Woche im großen Saale des Solmser Hofs stattsand, hat ein günstiges finanzielles Ergebnis gehabt, was im Interesse der wohltätigen Anstalt sehr zu begrüßen ist. Das Stift hat, wie fast alle öffentlichen Anstallen des Landes, um seine Erhaltung schwer zu kämpfen. Kreis Friedberg. * Butzbach, 17. Juli. Die Posttraf t- wagenlinieDutzbach—-Bad-Nauheim hat in der kurzen Zell ihres Bestehens schon einen Fehlbetrag in der Detriebsrechnung tn Höhe von 224 000 Mk. ergeben. Die hiesigen und die Nauheimer Gemeindekörperschaflen haben es ab- aelehnt, sich an der Deckung des Defizits zu be- teillgen. Was die Ppstverwaltung nun Un wird, ist noch nicht bekannt. Einstweilen sind aus betriebstechnischen Gründen die Postauto- fahr ten nach Wetzlar an den Sonntagnachmittagen eingestellt worden. hr. Ossenheim, 17. Juli. Am gestrigen Sonntag fand im Offenheimer Wäldchen das Iahresfest des Zweigvereins Wetterau der Gustav-Adolf-Stiftung statt. Um 2 Uhr begann der Festgottesdienst. Pfarrer Bogel (Reichelsheim) hielt eine packende Ansprache, woraus der Kirchengesangverein Stammheim und die Schullinder von Ossenheim Gesänge vortrugen. Nach einer Kaffeepause, für die die Offenheimer Bürgerschaft reichlich guten Kuchen stiftete, begann die Nachfeier. Professor D. Dr. Diehl hielt dabei in seiner humorvollen Art die Festrede. Pfarrer Vogel erstattete den Jahresbericht des Zweigvereins, der ein Vorwärtsschreiten der Gustav-Adolf-Sache erkennen ließ. Dazwischen fangen die Kinder und der Kirchengesangverein Stammheim, gesellet von L:hrer Frank, zeigte unter dem Beifall der vielen Anwesenden noch in mehreren Liedervorträgen sein großes Können. Drei Kinder trugen Gedichte vor. Daß in der ganzen Umgegend viel Verständnis für die Arbeit des Gustav-Adolf-Dereins besteht, zeigte neben dem guten Besuch des Festes auch die Festtollekte, die den Betrag von 1600 Mark erbrachte. Hessen-Nassau. Sturmlauf gegen die Frankfurter MictS- zufchläge. fpd. Frankfurts. M„ 17. Juli. Die Magistratsverordnung über die ^Festsetzung der Zuschläge zur Grundmiete in Höhe von 345 Prozent auf die Friedenssätze hat in der Bürgerschaft einen Sturm der Entrüstung entfacht, umsomehr als die magistrat- lichen Bestimmungen im Widerspruch zu dem Reichsmietengesetz stehen. Die sozialdemokratische Fraktton hat die Sache bereits zum Gegenstand einer dringlichen 'Besprechung in der Stadtverordnetensitzung gemacht und außerdem beim Regierungspräsidenten Einspruch gegen die Magistratsverordnung erhoben. Die Bürgerschaft ruft Protestversammlungen ein. Die städtischen Arbeiterlöhne in Frankfurt. wb. Frankfurt a. M, 17. Juli. Nach den zwischen dem Magistrat und den Arbeit organijationen getroffenen Devrinbarungen beträgt der Stundenlohn für über 24 Jahre alte gelernte Arbeiter 29,10 Mark, für angelernte Arbeiter 28,25 Mark und für angelernte Arbeiter 27,70 Mark. Kampf gegen den Schnaps. fpd. Frankfurt a. M., 17. 3ult Nach Feststellungen der Polizei wird in einer großen Anzahl von Wirtschaften, namentlich Dielen und Bars, ein Ausschank von Schnäp- en und Likören betrieben, wofür die Inhaber keine polizelliche Erlaubnis besitzen. Die Kriminalpolizei veranstaltete nun dieser Tage eine umfassende Streife in den bekanntesten Nachtlokalen und stellte hier in vielen Fällen den unbefugten Ausschank von Likören fest. Sie beschlagnahmte sämtliche vorge- sundenen Vorräte, die teilweise sehr bedeutenden Wert darstellten, und oerffegelte "|fe antt«** lief). Gegen sämtliche Wirte wurde beim richt ein Strafverfahren wegen unbefugten Schnapsausschankes und die Einziehung der Bestände eingelellet. Wie wir hören, wir? die Polizei ihre Tätigkeit in dieser Richtung auch auf sämtliche anderen Wirtschaften der Stadt ausdehnen und eine fortgesetzte Aufsicht führen. Im Interesse der Dollsaesund- hell und der Volkswirtschaft ist dieser "Kamps gegen die Schnapsbuden aufs wärmste zu be- grüßen. Landwirtschaft. Der zweite Nassauische Kartoffeltag bereinigt feit gestern zahlreiche Landwirte aus Nassau und Oberhessen in unserer Stadt. Die ~agung begann gestern vormittag in der Aeuen Aula der -Universität. Der Vertreter der Landwirtschaftskammer Wiesbaden, Herr von Gose eröffnete die Verhandlungen mit Lern Hinweis auf die große Bedeutung des Kartosfelbaues Hir die Ernährung des deutschen Volles und dankte dem Landwirtschaftlicken Institut Gießen für das Entgegenkommen und die Mitwirkung bei öcr Tagung. Geheimrat Gisevius sprach hieraus der Universität und dem Rektor derselben Dank aus für Die tteberlassung der Aula und wie- auf die günstige Entwicklung des 1903 gegründeten Lchwwirtschaftlichen Instituts an der Universität Gießen hin. Besonders begrüßte er den Vertreter der Landwirtschaftskammer Darmstadt, Herrn Hensel (Dortelweil). „Die Bedeutung der Kartvffel- zuch tung und -Pf lege f ür den Ertrag" war das Thema, über welches nunmehr Geheimrat Prof. Dr. Gisevius sprach. Er behandelte in gedrängter Form die wichtigsten Gebiete des Kartoffelbaues: Bodenbearbeitung, Düngung, Saatgut und Behandlung. Sell dem Kriege ist ein Rückgang des Kartoffelbaues eingetreten, zum großen- Schaden der Dollsernährung. Heute ist die Kar-- toffelernte nut halb so groß wie 1913. Die Anbaufläche ist infolge der verlorenen Gebiete zurückgegangen. Doch auch in dem verbliebenen Reich kann der Anbau noch erheblich gesteigert werden Im linksn^sinischen Gebiet beträgt der Anbau an Kartoffeln 44 v. Hdt. der Ackerfläche, in H e s s en 33, in Sachsen 28, in Schlesien 25, in Nassau 23 v. Hdt., also etwa i/t vom Getreide. Mecklenburg und Oldenburg zeigen sogar nur 16 bzw. 13 von Hundert. Die Erträge auf den Hektar können noch gesteigert werden. Üm die fehlenden menschlichen Arbeitskräfte zu ersehen, muß die Ver- Wendung von Masd) inen eingeführt werden, sonst besteht die Gefahr, daß die Kartoffeln nichts alle eingebracht werden und im Felde erfrieren Hinsichtlich der Düngung ist der Stallmist infolge der schlechteren Fütterung der Haastiere im Werte zurückgegangen. Es maß mehr Gründüngung angewendet werden, bis die Tierhaltung d irch bessere Fütterung rnd auch in der Zahl sich wieder gehoben hat. Die Kartoffel ist für Gründüngung: ehr dankbar, llnfcre chemische Industrie hat inS leit Stickstoff, der wahrend deö Krieges abge* perrt war, aus der Lift gewonnen. Durch eine Anwendung werden Wachstum rnd Ertrag bedeutend gesteigert. Kali ist unbedingt not* wendig zur Knollenbildung "ini> auch Phosph >r- äurc braucht die Kartoffel. Kall ist nicht yjy vergessen, da unser Boden an Kallarmll leidet. Die Knollen sind flach zu legen, möglichst ni die obere Krume. Die Saatmenge beträgt aif berc Mlngen mindestens 12 Zentner, jeder Zentner darunter liefert 10 Zentner Ernte weniger. GS war ein Fehler, daß die Behörde während deS Krieges nut 8 Zentner für den Morgen verschrieb. Die Sortenwahl ist vm größter Wichtigkeit für den Ertrag. Im Landwirtschafttuhen Institut ist man von anfangs 270 ©orten aif jetzt 100 heruntergegangen, nur die beftgeeigneten werden auf der Versuchsstation angeflonzt und dann an die praktischen Landwirte weiter gegeben. Das Soatgut mufr für die verschiedenen Gebiets ausaewählt werden, z. B. Rheingau, Wetteva^. Ried, Westerwald. Vogelsberg und Odenwald. Die Industrie ist die ertragreichste Sorte, aber auch für Gebirgsgegenden wegen ihrer spätLNi Reife nicht geeignet. Es müssen überall 'Kar» tvffelanbaustellen geschafsen werden. D^rch geeignete Sorten können wir den Ertrag mindestens verdoppeln. Der Landwirt muß drrch ©teiger mg der Erträge die Dollsernährung sicherstellen. In 10 bis 15 Jahren müssen die Rückgänge der NachkriegSjahre überwunden sein. — An den! Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache übea Sortenwahl, Beschaffung von Saatgut. Düngung. Krankheiten und deren Bekämpfrng, sowie üben Beschaffenheit, Große und Gewicht des Saatgutes. » Im Anschluß an den Vortrag fanden Deichtigungen aus dem landwirtschastlichen Der- >.:chsselde und in den Scheunen und Hallen bet Wieseck statt. Hiermit verbunden war eine Vorführung landwirtschaftlicher Maschinen. Besonderes Interesse erregten die ausgestellten zahlreichen Kartoffelsorten des landwirt'chaftlichen In^ stituts. Abends traf man sich im Kathollschen? Dereinshaus bei einem von den Studenten ver-. anstalteten Festkommers. △ Die Dinkelsbühler Kinderzeche. Die Kinderzeche in Dinkelsbühl wird in diesem Jahre wieder im allen älmfang und mit allen Festlichkeiten begangen und damit ein deutsches Vollsfest lebendig erhalten, das zu den eigenartigsten im Festeskvanz unserer Heimat gehört. Die „Kinderzeche" verdankt ihren Ursprung einem halb geschichllichen, halb sagenhaften Dorgange, der an die Mär von den Hussiten vor Naumburg erinnert und eine Errettung der Stadt aus höchster Kriegsnot durch die Kinder enthält. Das Fest ist ein uralter Brauch, denn es wird schon in den Kirchenpfleaeakten von 1635 als „altes Herkommen" bezeichnet und geht wahrscheinlich auf eine alldeutsche Sommerfeier zurück, toteste wohl schon in heidnischen Zeiten den guten Göttern der Fruchtbarkeit dargebracht wurden. Die „Kinderzeche" ist also älter als das historische Ereignis, mit dem sie in Verbindung gebracht wurde. Dadurch aber, daß man die fröhliche Feier mit der Belagerung der Stadt durch die Schweden von 1632 verknüpfte, erhielt sie erst ihren eigen» tum liehen Eharaller, wurde zu dem historischen Stadtsest, das den Höhepunkt des gesamten Dinkelsbühler Lebens bildet und so rechi zu diesem wundervollen Stadtdenkmal aus der Bergangenhell Paßt. Schon wochenlang vorher werden eifrige Vorbereitungen getroffen. Auf dem Festplah, dem sog Schießwasen vor der Stadt, wachsen die Schau- und Wirtsbuden empor, der Rahmen für den Festtrubel. Der eigentliche Festtag ist stets >r dritte Montag im Juli, und so wird denn auch diesmal das Fest am 17. Juli gefeiert. Kanonendonner von der Höhe des Gal- genberges und von den Türmen verkündet früh morgens den Anbruch des großen Tages. Die Hauptpersonen beim Feste, die Knabentruppe, die noch Uniformen vom Ende deS 18. Jahrhunderts. aus den letzten Tagen der Reichsstadt Dinkelsbühl besitzt, eröffnen die Feierlichkeiten, indem ihre Kapelle fröhliche Weisen spielt. Der Höhepunkt des Tages ist die Aufführung des Fe stsp ie ls, das der Münchener Dramaturg Pros. Ludwig Stark geschaffen hat. Die Vorstellung erfolgt in dem fast 1000 Personen fassenden Festspielsaal, der im Schrannengebäude am Marktplatz liegt. Das Fest spiel schildert die geschichtlichen Vorgänge in ihrer sagenhaften Verbrämung. Im Jahre 1632 belagerte der Schwedenobrist Klaus Dietrich von Sperreuth die von den kaiserlichen Truppen verlassene Reichsstadt, und im Rat der Stadt herrschte Zwiespalt darüber, ob man dem Kaiser die Treue halten oder sich ergeben solle. Unterbetten flieg die Llot immer höher! der nach Regensburg zum kaiserlichen General Allringer entsandte Stadtsyndllus Äkemminger kehrte ohne jede Hilfe zurück, und so blieb nichts anderes üb^ rig, als sich dem übermächtigen Feind auf Gnade und Hngnabe zu ergeben. In biesem tragischen Augenblick soll nun ein schlichtes Mädchen aus dem Volte, die sog. Kinderlore, des Türmers Töchterlein, auf den Gedanken gekommen sein, an der Spitze der ganzen Kmderschar von Dinkelsbühl den Sieger um Gnade anzuflehen, und die rührende Ditte fand Gehör, well dem Obriften wenige Tage vorher das einzige Söhnchen durch den Tod entrissen worden war. An diese Szenen, die im Festspiel anschaulich bargestellt sind, schließt sich bann ein historischer Festzug, bei dem die Knabentruppe voranmarschiert und sämtliche Kinder der Stadt, die Mädchen in weihen Kleidern mit Dlumenkörb- chen in den Händen, die Knaben mit bunten Fahnen hinterher ziehend Der „Obrift“ des Kinderbataillons sagt einen alten Spruch: ein Festgesang wird angestimmt, und damit schließt der offizielle Teil der Feier, dem dann allgemeiner Jubel und Tanz der Devöllerung folgt. Die Knaben werden mit Bier und Bratwürsten bewirtet: daher auch der Name: die Kinder zechen. Am nächsten Tag, dem Dienstag, erfolgt noch ein weiterer älmzug der Kinder. Das Fest erfreute sich vor dem Kriege der größten Beliebtheit: von Nah und Fern kamen Besucher herbei, und bei der Aufführung des Festspiels, die fett 1897 stattfindet, war der Saal stets ausverkauft. Auch Diesmal wird das Fest seine alte Anziehungskraft beweisen. Die bedrohte Alhambra. Diq Alhambra, eins der wundervollsten Bauwerke, die Spanien besitzt, ist seit Jahren so baufällig, daß die Bewohner von Granada in ständiger Angst leben, dieses berühmte maurische Denkmal könne vollständig zusammenstürzen. Die De» Mühungen des Staates um die Erhaltung des Bauwerkes sind bisher sehr spärlich gewesen. Schon 1915 wurde darauf hingewiesen, daß der Hof des Harems und der Pavillon, der die Gräber von Ferdirrand dem Katholischen und Isabella von Castillen birgt, zu zerfallen drohen. Die gleichen Anzeichen schwerer Beschädigung wurden in den nächsten Jahren beim „Pavillon der Gemälde" und beim „Samenturm“ bemerkt. Die Wiederherstellungsarbellen hätten nach einem Kostenanschlag von 1918 rund 450 000 Peseten erfordert, aber erst 1921 wurden ganze 36 000 Peseten bewilligt, mit denen nicht einmal die wichtigsten Ausb.sserungen notdürftig vvrgenom- men werden konnten. Nun ist diese nationaler Angelegenheit, wie im „Cicerone" berichtet wird. Gegenstand einer Interpellation im spanischen Senat gewesen. Daraufhin hat der LnterrichtS- minifter zugesagt, daß er sich an Ort und Stells vom Stand der Dinge überzeugen und bann die notwendigen Mittel in das Budget einstellen wolle. , Jttntie und Schule. * Ober-Ohmen, 17. Juli. Zu einer erhebenden Feier gestaltete sich gestern die Einweihung unseres neuen Kirchengeläuts. 3m Festgottesdienst am Vormittag hielt Herr- Pfarrer 5 u n g die eindrucksvolle Festrede, daran an,chließcnd fand die Weihe und Ginsegnung der Glocken statt. Der Posaunenchor von Ginter-Seibertenrod, der Gesangverein Ober-Ohmen und der Schülerchor trugen zur Verschönerung der Feier in hohem Mähe bei. Am Nachmittag fand ein liturgischer Festgottesdienst statt, an dem etwa 1200 Personen teilnahmen. Auch hierbei wirkten der Posaunenchor, der Gesangverein und der Schülerchor in vortrefflicher Weise mit. Nachdem unsere Gemeinde nun ein so schönes Geläute hat, tft noch die Anschaffung einer neuen Orgel ins Auge gefaßt. Eine Kollekte, die den erfreulichen Betrag von fast 3000 Mk. ergab, soll den Grundstock zu einem Orgelbaukapital bilden. □ Laubach, 16. Quli. Die Vorbereitungen zur Jahresversammlung des Hessischen Hauptvereins des Evangelischen Bundes, die am 19., 20. und 21. August in unserem Städtchen abgehalten wird, sind bereits im Gange. Die verschiedenen Vereine sind geladen und Morden an der Ausgestaltung des religiösen Festes nach Kräften mitwirken. Die Feier wird dem kirchlichen um) dem religiössittlichen Aufbau dienen inö keinerlei Spitze gegen die andere christliche Konfession haben. Dies ist von der friedfertigen Richtung unserer Devöl- ietung auch nicht anders zu erwarten. Beide christliche Korrftss Ionen haben hier stets in größter Eintracht nebeneinander gelebt. Derbandsregatta in Gießen. •• Giesten, 17. Hüll. Harrptrennen am Sonntag nachmittag. Ga st vierer (Ehrenpreis, gestiftet vom (Siebener Brauhaus A. u. W. Denninghoff): 1. Wassersportverein Ludwigs Hafen 6:25; 2. Flörsheimer Nuderverein 1908 6:40. Ludwigshafen führt vom Start ab und gewinnt nach schönem Nennen mit drei Längen Vorsprung. Anfänger-Vierer (Ehrenpreis, gestiftet von Elfriede Henkel): 1. Ruderverein 1919 Wetzlar 7:11: 2. Arb.-Ruder- und Schwimmt). „Vorwärts" Offenbach 7:13,6; 3. Ruderklub „Hass'ia" ©ießen 7:29. Vom Start ab Dord-an-Bord- Rennen, Wetzlar geht dann in Führung, gefolgt non Offenbach. 3m weiteren Verlauf scharfer Kampf zwischen Wetzlar und Offenbach, den Wetzlar nach spannendem Endkampf mit halber Länge Vorsprung gewinnt. „Hassia" etwa zwei Längen zurück. Junior-Vierer (Damenpreis): 1. Was° sersportverein „Vorwärts" Mannheim 6:442; 2. Wassersportverein „Hellas" ©leben 6:52. Ruderklub „Germania" Offenbach hat aulgegeben. Offenbach führt vom Start ab mit halber Länge, „Hellas" Gießen und „Vorwärts" Mannheim Bord an Bord. Offenbach bleibt dann zurück und gibt schließlich freiwillig auf. „Dor- tvärts" Mannheim geht mit einer guten Länge Vorsprung vor „Hellas" Glehep durchs Ziel. Junior-Einer (Ehrenpreis, gestiftet von Vhibtotg Werm-Frankfurt a. M.): Es wird zweimal gestartet. Beim ersten Rennen führt Dau- :.tarnt, „Aellas"-Gießen, mit 'Dootslänge, steigert dann seinen Vorsprung auf l1/» Länge, „Ami- SchördlicheFnzeigen Bekanntmachung. Die im Abdruck nachstehende Feldpolizeiliche Anordnung bringe ich hiermit zur Beachtung in Erinnerung. Zuwiderhandlungen werden unnach- sichlich zur Anzeige gebracht. Gteßen, den 17. Iuli 1922. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Rosenberg. Feldpolizeiliche Anordnung. Auf Grund der Artikel 36 und 43 des Selb» strafgesehes vom 13. Juni 1904 wird nach Anhörung her Stadtverordneten-Versammlung und mit Genehmigung des Hessischen Kreisamts Gießen vom 6. Juni 1917 für die Feldgemarkung der Stadt Gießen angeordnet, daß sämtliche offenen und ein- gefriedigten bepflanzten Grundstücke in der Zeit vorn 15. Juni bis 15. September 1922 von abends 9 Uhr bis morgens 5 Uhr und vom 16. Sept. 1922 ab von abends 6 Uhr bis morgens 6 Uhr geschloffen sind und deren Betreten allen Personen, auch den Eigentümern, verboten ist. Ausgenommen sind Flächen, die als Hausgärten dienen und mit dem Wohnhausbesitz unmittelbar verbunden sind. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 60 Mk. oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft. Diese Anordnung tritt mit dem 6. Sept. 1919 in Kraft. Gießen, den 1. September 1919. 67648 Der Oberbürgermeister. 3. D.: vr. R o s e n b e r g. Bekanntmachung. Betr.: Landzuteilungsverfahren Geilshausen. Der Plan über die Durchführung des Ver- lahrens einschließlich des Verteilungsplanes liegt in der Zeit vom 20. Iuli 1922 bis einschließlich 27. Juli 1922 auf der Bürgermeisterei Geilshausen während der Dienststunden zur Einsicht der Beteiligten offen. Plantag zur Erläuterung und Erörterung des Planes vor dem Landausschutz sindet am Freitag, den 28. Iuli 1922, vormittags 9'/, Mr, auf der Bürgermeisterei Geilshausen statt. Einwendungen gegen den Plan und den 03er- leilungsplan können während der Offenlegungszeit schriftlich bei der Bürgermeisterei Geilshausen sowie mündlich im Plantag vorgebracht werden. Bad-Salzhausen, den 15. Juli 1922. Der Landamtmann zu Bad-Salzhausen. __Brill.____________6760D 3Mge Stadtobligationen Bei der diesjährigen Verlosung wurden folgende Nummern gezogen: Lit. A Nr. 23 und 4 je Mk. 1000.- Lit. B Nr. 14 --- Mk. 500.- Lit. C Nr. 60, 3, 10, 50 und 34 je Mk. 200.-. Rückzahlung erfolgt am 1. Oktober 1922 bei der Stadtkasse Vilbel, Dresdener Bank, Frankfurt a. M. oder Bankhaus Grünewald, Gießen. Verzinsung hört am 1. Oktober 1922 auf. würgermeifferei Vilbel. Nechthien. 6727V ettia“ versteuert sich. 500 Meter hinter bau Stan fährt „Amicitia" „Hellas" an, infolge dieser Kollision zurück zu neuem Start. Zweites Rennen: 1. Ruders portverein „Amicitia" - Frankfurt (H. Dörr) 9:34; 2. Wassersport- Verein „Hellas"-Giehen (21. Baumann) 9: 40. Der I4- 8wifel)unfl. düngen bnfr ä wellig Mmch *** Jt3 «AnS Tüchtige gelernte Maschinen- oder Werkzeugschlosser gesucht. Bänninger, G. m. b. H. Buchenbrennholz inWaggonladung ob. auch in Wagenfuhren f. Höchstpreis abzugeben. Schriftl. Angeb. unter 07043 au d. Gieff. Anz. erb. I Kauffgesuche | Teutsch-Amerikan.sucht haus mit freiwerdender &S6 gS?: ■ Cx 2 junge Wcheu aus gut büryerl. Kamille als Hausmädchen bzw. Jungfer für einen boch- Herrschaftlichen Haushalt z. 1. Sept. evtl, auch früher gesucht. Eltern, die ihre Töchter in einen geordneten und lehrreichen Haushalt gut untergebracht wissen wollen, wollen sich unter Einsendung von Bild, Zeugnissen u. 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Mär; 1924 LeickMrtsch für Mifchast r ^fstegunsüge Leider find m de> ^gegangen und dafeiten geraten ta skrupellosen iMstrie PreW W ist dne un bigtet. §re bed and) die sie bei einem w besteht. lRufe b< auch schon!s ®er die notleidende ' heimchuhvlen, M stände aus eine 21 Segen die 2lbgal von P '2 Pro MI schlossen worden Dedeickn. 2lbg. Hölle träge, wonach die V; Pwz. auf H l'/z pro Mille cu Das Seseh soll b rcnd: Die Regie kleinen Fortschritt Reichswirtschc lit gegen einen gabtsreiheil Volks 10 Hektar auf öl der Amchme du abgabe ganz un ist übrigens so Gewinnen der $ wicht fällt. Die fotmrami, Bank für Handel und Industrie. Wir bringen hiermit zur Kenntnis, daß der Gewinnanteil für das Geschäftsjahr 1921 las- die Aktien ä A. 1090 an! HL 140.— \ ?flr die „ ä H. 250 „ „ GO.— f Aktie festgesetzt wurde. Die Auszahlung abzüglich ,10% Kapitalertragsteuer erfolgt gegen Einreichung der Gewinnanteilscheine Nr. 9 bezw. Nr. 7 sofort bei der Bank für Handel und Industrie in Berlin und Darmstadt sowie bei deren sämtlichen Niederlassungen. bei der National bank für Deutschland, Kommanditgesellschaft auf Aktien in Berlin und Bremen sowie bei deren sämtlichen 3? lederiasanngen. Nach dein 19. August 1922 werden die Gewinnanteilscheine nur bei den Niederlassungen der Bank für Handel und Industrie und der National- bank für Deutschland,Kommanditgesellschaft auf Aktien, ausbezahlt. 6745 Berlin und Darmetadt, den 17. Juli 1922. Bank für Handel und Industrie. A Frische Seefische heute und folgende Tage einlreffend. 67M C.G.Kleinhenn Babnbofftraffe 59. Gut erhaltener 07019 MMMZW wenig getrag. (FriedenS- ware), billig zu verkaufen. Näheres Licbigflr. 16. Alte KliniklSeitenbau r.). Neues, schwarzseidenes esr Kleid -taa aus gutem Hause, zu verkaufen. Schr. Angeb. unt. 07024 an den Gieff. Anz. Zu verkaufen: 2 Anzüge, Stiefel, Hüte, 1 zweischläfrige altertümliche Bettstelle mit Matratze und Nachttisch. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Giehener Anzeigers. 07034 Ihre Mheteyauigen werden Sie sicher los durch (8: Für die Vorlage werden alle stimmen, welche die Republik schühen wollen Die Deutschnationaleu haben den Trennungsstrich gegen den verbreche, ischen Mör- derkreis immer noch nicht gezogen. Abg. Dr. Becker (D. Vp.) hält eine Aus- fchußberatung für selbstverständlich. Die Vorlage tvird dem Haushaltsausschuß übergeben. Für die zweite Beratung des Nelchskriminalgesehes bat der Ausschuß die Regierungsvorlage in dem entscheidenden § 1 dahin abgeändert, daß zur Bekämpfung des Verbrecher!,ims. welches seine Tätigkeit nicht auf bestimmte Orte beschränkt, ein Reichskriminalpolizeiamt errichtet wird, das mit dem Sitz in Berlin dem Reichsminister des Innern unterstellt ist. In der Regierungsvorlage tvar von einem Reichspolizeiamt die Rede Der bayerische Gesandte von Preger lehnt namens seiner Regierung das Gesetz als Eingriff in wichtige Hoheitsrechte der Lände, ab. Das bayerische Volk sei reichstreu bis aus bie Knochen, es herrsche aber ein starkes Gefühl des Unmuts gegen die Reichsregierung wegen der überflüssigen Munde, an den schmutzigsten und armseligsten Landungsstellen umher-, wo die schweren Nilkähne anlegten mit ihren riesigen, «charakteristisch gekrümmten Segelstangen von altertümlicher Form. Er beobachtete genau jedes eintressende Bo)t und sah scheinbar müßig zu, wie die Babing gelöscht wurde Bis tief in die Nacht blieb er auf feinem Posten. Er lehnte an einem hohen, morschen Pfahl, der zum Befestigen der Schiffstaue biente. Eine rußenbe Laterne brannte in feiner Nähe unb ließ die Pfützen des schlammigen Bodens in einem rötlichen Schein aufleuchten Er drückte sich in den Schatten eines niedrigen, halbverfallenen Hauses, aus dem das Gegröhle halbbetrunkener Schiffsleute drang Sonst war es einsam unb still um ihn, nur der Nil plätscherte und schlug gegen die hölzernen Planken der Boote, die schwerfällig hin und her schwankten. Da flang der Schritt eines Mannes durch die entlegenen Gassen. Perzelius horchte auf, er schien den Ankömmling erwartet zu haben Dieser ging rasch aus ihn zu und begrüßte ihn. ..Haben Sie ^was .entdeckt, Doktor?" Perzelius verneinte. „Ich glaube, daß wir noch viel zu früh daran sind, Herr von Wulfsen", fuhr er dann weiter, „der Räuber wird sich mehr Zeit lassen als wir." „Ich habe getan, was Sie mir sagten", entgegnete Eduard, „unb habe zuerst den Baron zurückgebalten, damit er nicht auf die Polizei ging, unb dann bin ich nnton nn dem großen Kai gestanden und habe die Schisse beobachtet." Eingriffe in die Hoheitsrechte. Für die Durch- peitschung des Gesetzes bestehe keine Staatsnot- toenbigfett. Abg. Em m in ger (Bahr. Dpt.) bezeichnet die Vorlage als ben Versuch einer Ausnutzung der berechtigten Erregung über den Rathenaumord zu einer Verletzung der Hoheitsrechte. Redner empsiehlt die Ablehnung der Vorlage. Abg. Lüb bring (Svz.) sagt, die Vorlage sei eine zwingende Notwendigkeit, um der Polizei bie Erfüllung ihrer Ausgabe im ganzen Reichsgebiet zu ermöglichen. Erst so sei es möglich, ben über das ganze Reich verbreiteten Mordorgani- fationen zuleide zu gehen. Die Sozialdemokratie hätte dem Paragraphen 7 lieber die klare Fassung gegeben. Der Stimmung eines Heinen Teiles des bayerischen Volkes wird vom Reich viel zu sehr Rechnung getragen. Wir werden unter Ablehnung der Aendeiungsanträge die Vorlage annehmen. Abg. Dr. Bell (Zentr.): Der Raihenau- mord Hal blitzartig die Notwendigkeit beleuchtet, die der Polizei jetzt bei der Verfolgung von Der- brechem entgegenstehen. Wir werden der Vorlage in der Ausschußsassung zustimmen. Abg. von Kar dorff (D. Vpt.): Meine Freunde werden mit einigen Ausnahmen nahezu geschlossen der Vorlage zustimmen. Wir werden den bayerischen Wünschen noch weiter entgegen- kommen, nicht aber können wir dem Antrag Emminger zustimmen, der die Einsetzung des Leiters des Reichskriminalpvlizeiamts von der Genehmigung des Reichsrals abhängig machen will. Das Verhältnis Bayerns zum Reich ist das große politische Problem unserer Zeit. Es ist das Problem der Aufrechterhaltung der Einheit des Reiches. (Beifall.) Olbg. Koch (Dein.): Wenn die Reichsregierung dieses Gesetz schon früher als Instrument gehabt hätte, so wären der Rathenaumord, der Erzbergermord, der Kapp-Putsch und der mittel- deutsche Aufruhr nicht möglich gewesen. Wir stimmen der Vorlage nach den Ausschußdeschlüssen zu. Minister Dr. Köster: Die Notwendigkeit einer zentralen Regelung der Polizei für das Reich ist schon seit langem auch von dem bayerischen Iustizmiiiister Di'. Müller betont worden. Die Mordorganisation C sitzt heute nicht nur in Berlin, sondern sie verteilt sich über alle Länder, um die Schwierigkeiten auszunuhen. die der Polizei jetzt durch die verschiedenen Zuständigkeiten entstehen. Wir haben auf die Länder alle nur denkbaren Rücksichten genommen. Die Rerchs- regierung muß bie Rücksicht auf bie 6 oder 7 Millionen Bayern zurückstellen, wenn diese Rücksicht kollidiert nut der nötigen Rücksichtnahme auf 60 Millionen deutsche Reichsbürger. (Deif. links.) Minister des Innern Köster (schließend): Gewiß, wir müssen heraus aus den Perioden der Ultimaten, aber auch aus ben Zeiten der Drohungen mit dem Abfall vom Reich. (Sehr gut, links.) Vielleicht gibt es in Bayern Elemente, bie auch gar keine Bayern sind (Rufe: Lüden- borff!), die aber ein Interesse daran haben, die Haltung der Reichsregierung falsch zu beleuchten und die Kluft zwischen Bayern und dem Reiche zu erweitern. Die Mehrheit des bayerischen Volkes wird nicht wollen, daß die Verfolgung von Verbrechern erschwert wird aus Gründen der bayerischen Staatshoheit. (Beifall links.) Abg. Geck (-11.): Unter dem Sozialistengesetz hat kein Boizderstaat, auch Bayern nicht, dagegen protestiert, daß die Berliner- Zentrale von sich aus die Verfolgung der bösen Sozialisten betrieb. Wir gönnen den Bayern alle Reservatrechte, ben König Gambrinus, das Hofbräuhaus, und als höchstes Recht den Ruprecht (große Heiterkeit), aber der Bestand des Reiches darf nicht dadurch gefährdet werden, daß von Bat-em aus die Mord- banben unterstützt unb gefördert werden. Wirst irnmen dem Gesetz zu, um die Republik zu schützen. (Beifall links.) Abg. Konen (Kvm.) lehnt die Vorlage ab, da nach ich- die Polizei die revolutionären Arbeiter nur noch schärfer verfolgen könne. Abg. Unterlcitner (U.) bestreitet, daß die Mehrheit des bayerischen Dolles hinter ben ©rflärungcn bes Gesandten Preger stehe. Die Dorlage wird sodann in der Ausschußfassung angenommen. Nächste Sitzung: Dienstag vormittag 10 Uhr. Dritte Lesungen. Schluß gegen 10 Uhr. Aus Stadt und Land. Gießen, den 18. Juli 1922. Die versunkene Glocke. Gerhart Hauptmanns Märchendrama soll bei günstiger Witterung am Freitag auf unserer Waldbühne in Szene gehen. Wir geben bes- Eduard trug biefeÖk Kleidung wie Perzelius unb sah müde und angegriffen aus „Mir scheint", sagte der Doktor, „baß wir hier nicht mehr viel erledigen formen, wir wollen einmal da hineingehen." Damit wies er nach dem Hause, das dicht neben ihm stand. Gin Schild über der Türe verkündigte, daß man hier Spirituosen aller Art erhalten könne, unb baß der Besitzer brr Schenke Samuel Chajim heiß)?. Perzelius unb Ebuard traten in den niedrigen Raum, der fast das ganze Erdgeschoß einnahm Ein Dunst von Schnaps und 'Tabak schlug ihnen entgegen, und der Rauch und Qualm erschwerte das Sehen Eine blakende Lampe hing in der Mitte von der geschwärzten Decke herab und verbreitete eine trübe Helligkeit. Die Bänke waren überfüllt mit Matrosen verschiedenster Abstammung, und erst nach längerem Suchen sanden die beiden Fremden in einer Ecke Platz. Samuel Ehajim schlurfte auf sie zu und fragte nach ihrem Begehren Gr trug einen langen schmierigen Rock, der steif war vor Alter. Sein Gefickt war scharf geschnitten und heimtückisch. Die Ohren standen weit ab, und das stark ergraute Haar versuchte Ringellocken an ben Schläfen zu bilden. Doktor Perzelius bestellte Schnaps und Fleischbrühe, da er und Eduard seit dem Morgen fast nichts genossen hatten. Dann saßen beide stumm nebeneinander. Jeder war mit seinen Gedanken beschäftigt. Per- zelius swwn einen bestimmten Plan zu verfolgen, von hem er aber noch zu niemand gesprochen halb einer Dorbesprechung Raum, in der die, symbolischen Bühneiiv)rgänge in kurzen Strichen zusammengesaßt sind. „Die versunkene Glocke" ist von Hauptmanns Märchenspielen das machtvollste und im Stoss am besten verarbeitete. Hauptmann nennt es ein „deutsches" Märchendrama und hat mit bühnensicherem Griff unsere Waldmythen in den Vordergrund des Spieles gestellt. Die dramatische Figur stellt sich uns in der Gestalt eines Glockengießers vor, eines Künstlers seiner Zeit, als der Glockenguß noch ein Kunstwerk war. Wir haben in ihm das Ringen nach dem ganz Großen zu sehen, das zwischen Genie und Wahnsinn nach Unerfüll- barem strebt, ohne sich der primitivsten Gedanken zu enllleiden. Er bleibt Mittelpunkt des Spieles, und alle Gestalten seiner Umgebung sind nur Rahmen, nur Erklärung seiner Existenz. Der Gang der Handlung ist kurz folgender: Hoch oben im Gebirge hat die Gemeinde eine Kapelle erbaut, für die der Glockengießer Heinrich das Meisterwerk einer Glocke gegossen hat. 'Bei dem Transport in die Berge verunglückt der Glockenwagen und stürzt in die Tiefe, in einen Bergfee. 3m ersten Akt, dessen erste Szenen uns in Rautendelein, der Wittichen, dem Nickelmann und dem Waldschrat in das Milieu der Handlung einführen, erfahren wir aus dem Munde des Wald- fchrats, wie der Unfall vor sich ging. Der Glockengießer selbst, krank und verstört, sucht Hilfe in der einsamen Bergbaude und wird von Rautendelein gepflegt. Diese, halb Kind, halb Iungfrau, saht eine tiefe Zuneigung zu Heinrich und betrachtet ihn als ihr gehörig. Sie zieht um den Schlafenden ben schützenden Zauberkreis, als der Pfarrer, der Schulmeister und der Barbier des Dorfes kommen, den Vermißten zu suchen und mit sich zu nehmen. In den Letztgenaimten stellt sich uns Heinrichs heimische Umgebung vor. Die alte Wittichen lost den Zauberkreis und Heinrich wird von seinen Nachbarn fortgetragen. Still liegt die Szene. Leise huschen die Elsen aus dem Walde und tanzen ihren Reigen, dem der Waldschrat, die Verkörperung des Bösen, ein jähes Ende bereitet. Die Schlußszene des ersten Aktes vermittelt uns den Einblick in die Gedankenwelt Rautendeleins. Das zweite Bild führt uns ins Dorf vor das Haus Heinrichs, des Glockengießers, wo fein Weib und seine beiden Kinder festlich geschmückt auf den Meister warten. Schon sickert das Gerücht von einem Unfall durch, und bald darauf bringt man den Verunglückten getragen Heinrich liegt in schwerem Fieber, Rettung hofft man noch von einer wundertätigen Frau, zu der Magda, fein Weib, geeilt ist. Rautendelein erscheint in der Verkleidung eines Bauernkindes. In der Abwesenheit Magoas versenkt Rauten belein den Meister in einen heilenden Schlaf und ergreift gleichzeitig Besitz von seiner Seele. Der zurückkehrenden Magda wankt Heinrich als ein Genesender entgegen. Der Zauber Rautendeleins wirkt, es zieht den Meister in die Berge zu dem Elfenkind, wo er ein neues Werk in Angriff nimmt. In diese Zeit führt unS der dritte Akt Heinrich ist gesundet und schasst an neuen Dingen, er ist losgelöst von der Atmosphäre des Bürgerlichen, Allzubürgerlichen, schwebt über seinem alten Leben und Wesen. Der Pfarrer tritt auf, das vom rechten Pfade abgewichene Schäflein der Herde wieder zuzusühren. Erfolglos: Heinrich ist in feine neue Welt so versponnen, daß er sich in die Vorstellungswelt des Geistlichen nicht hineinzusehen vermag. Der Gottesstreiter verläßt den Ort, als er seine Ermahnungen fruchtlos sieht. Der Höhepunkt der Handlung ist erreicht, elementar drängt alles dem dramatischen Zerfall zu. Rautendelein müht sich um den Geliebten, sucht ben fortschreitenden Verfall aufzuhalten, es gelingt ihr — zum letztenmal mit Hilfe des Nichlmanns, dem sie sich als Preis ver- spricht. Heinrich kehrt als Sieger, aber gebrochen, seelisch zermürbt, zu ihr zurück. Schemenhaft taud>en des Meisters Kinder aus dem dunklen Wald auf, Rautendeleins Bemühung, ben Spuk zu bannen, schlägt fehl, Heinrich flieht sie. Im fünften Bild erscheint der Glockengießer, von Phantom unb Mensch gehetzt, auf der Derghalde ermattet sinkt er am Brunnen nieder. Da tont von neuem Rautendeleins Stimme an sein Ohr Verwandelt steigt feine Geliebte aus dem Schacht: noch ein kurzes seelisches Ringen Heinrichs, bann zerbrechen sein Geist unb Leben. Unsere Waldbühne bietet uns die von Hauptmann vorgeschriebene Szenerie aus der Berghalbe und ist für die vier dort spi« lenden Akte des Stückes unvergleichlich geeignet. Für ben zweiten Akt muß sich ber Zuschauer ein wenig in die Illusion hineinfinden Das Spiel, das seit Jahren einmal wieder über die Waldbühne geht, wurde hatte. Eduard versank in die Betrachtung seines Unglücks. Den Tag über hatte er feine Aufmerksamkeit auf andere Dinge konzentrieren müssen, jetzt aber, wo er Feierabend machen durfte, überfielen ihn Sorge und Angst um so heftiger unb verstrickten seinen Geist in die entsetzlichsten Vermutungen und Schlußfolgerungen Samuel Chajim brachte die bestellten Getränke und stellte zwei Teller mit einer dampfenden bräunlichen Brühe vor die beiden hin Die Viertelstunden verflossen, Perzelius war schon lange fertig mit seiner bescheidenei« Abendmahlzeit und rauchte bereits wieder seine Pfeife Eduard aber hatte noch nichts angerührt. Wie geistesabwesend saß er da und starrte in die rauchige Luft. Sein feines Gesicht war verzerrt von Leid und Ekel. Perzelius stieß ihn an unb sagte leise zu ihm: „Wenn Sie so vor sich hinstarren, machen Sie sich noch auffällig. Sie müssen bedenken, daß man sich hier für jeden ungewohnten Gast interessiert." Eduard fuhr auf und bemerfte nun selbst, daß die Matrosen zu ihm hinsahen und sich Zeichen machten, wer dieser Schiffsjunge fein möchte, der einen Schnaps und einen Teller mit Suppe eine Stunde lang vor sich stehen hatte, ohne sie anzurühren. Er fing deshalb mit Widerstreben an, die Luppe auszulösfeln, die bereits kalt geworden war, dann stürzte er den fufellgen Schnaps hinunter und PerzeliuS bestellte neuen. (Fortsetzung folgt.) 715. Brief 9488,15 9491 85 96/7,35 9702,15 11395,7011424 30 11690,35 11719,65 I 951,80 954,20 945,80 948/20 1992,50 1997,50 2062,40 2067,60 2067,60 Lactotvtrk, flortMrim 4r< Uform». L WWWMs setomeo ZiI'WN prompt und preiswert 4. M» 8 Üiü 6 W NWWsM SkllkkMg 31 Telephon 248. 6641D Emanuel G. in. b. H 6747a ©kidjcs Geschäft in Frankfurt am Main im Gewerkschaftshaus 14.7. 1,13 10,95 -.22 2,72 Fr. FI. Str. Str. Str. Str. Sh. r Fr. Seit'.: W Qto^cn als KreUa! demselben r- Kreis- und L^äfer aus Giehe Der Ärei Bcid.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elektr.-Ges. . . Felten L Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke Daimler 4°/n Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtfche. Vereinsbank 1,08 6432,50 9,70 -,22 Christiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . Helsingfors. . . Italien London Reuhork Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr. Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro 2015,05 455,07 3799,75 8816,05 7108,90 1,32 1009,30 36,30 102,10 286,40 17.7. 1,14 -,57 1,06 - ,87 1955,05 438,45 364040 8424,45 6831,45 1,50 996,75 34,70 156,42 284,60 209,50 5992, - 1959,95 439,55 36i9,60 8445,55 6848155 1,55 999,25 34,80 156,82 285,40 210,50 6008, - 2009,95 »53,93 3790,25 879395 7091,10 1,28 1006,70 35,20 161,65 285,60 730,- 789,- 860,- 695,- 515,- 434,- 75,- 8»0,- Setr.: Sch Die 6c Allrndv, ! ( Heu Zahn, Spi.chslund- Herren Lch Gieße 14.7 77.50 118, - 190,- 80,- 459.- 326,- 285,- 286,— 486,- 394, 291, 251, - 287.- Setr.: Er Snjülgc Kohlen uni Ißiiiuiig V; Settflüi ffittnuß FettW Cßnus.hi Anthraz Cifvm- Dianirki Zcchenkc Zcchenk Bvislehk bahnaagrn. hks Kohlens Zuschlag !■ Für! den § 2. Für Ex den K Dri Lii 15 & Es ist allerhöchste Zeit wenn Sie Ihren Bedarf in Schuhwaren zu noch außergewöhnlich billigen Preisen decken wollen. Wir haben noch viele tausend Paare weit unter heutigem Fabrikpreis abzugeben. PerZ &iqh c« Hi 1270,- 820,- 711,- 775, - 845, - 720,- 518,- 447,- 75,- 808,- Derliner Devisenmarkt. Geld Driel Gell» Datum: 5 ,, Disch. Kriegsanl. 4"/, Disch. Aeichsanl. 3°/0 Disch. Aeichsanl. 4*/0 Preuh. Konsols Hamburg-Pakets.. . Norddeutscher Lloyd Comm.u. Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschast Dresdner Bank. . . Mitleid. Creditbank. Aationalbank f. D . Doch. Gußstahlwerke Bud -Eisenw.-Akt.. 17. (. 77.50 117,- 185 - 80,50 450, > 334, - 286 50 286^- 494,50 391 - 294 - 260 - Sir te b:kanntgeb< sügung zug Kutsch - Wagen (Halbverdeck) fast neu, 2 silberbeschlagene Kutsch-Geschirre, 1 komplette Kutscher-Livre mit 2 Zylindern und Sommeranzug zu dem billigen Preise von 40 000 Mark zu verkaufen. Loch Mühle, Lang Göns. 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 N7A0 117.80 97.80 23.80 125.40 Kurs 17. 7. I 77,50 । 117,- 185,- 79,50 446 - 330 - i 284,- 286,50 490,- 394,- 298, - 250,- 290,- 1236, 680,26 1176,'- 2220,- 888,50 673, -- 1260,- 802,- 726,- 720,- 850,- 700,- 491, ~ 423,- 76,— 803,« Zürich . . . . Amsterdam . Stopenhagen. Stockholm . . - Wien..... Prag London. . . . Neuyork . . . , Paris 1270 - 825,- 726 - 775,- 865,- 700,- 495, — 430,- 77,- 820,- 185,- Kurs »4. 7. 77,50 117,50 188,- 79,60 455,- 328, - 286,50 288,- 491,50 394,- 295, - 252, - 291,- 1250 - 690'- 691,- 1052 - 1100,- 2120*— 1176,- 2215 - 2160,- : 910, - 900,— 670 - 686,- Ilr. bl äen ftirsorgl ‘enjDttbsC Frankreich |ot Ze englischer ^erika fDmr Die d Jrge5enen q ff®. %£> ®, «n li,?11". iA lebhaft, sonst gedrückter Handel. Schweine hin'.erliefen Hebersiand. 3m einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 1440 Rinder, darunter 165 Ochsen, 95 Bullen und 1180 Färsen und Kühe. Ferner 334 Kälber, 96 Schafe und 1191 Schweine. 2ln Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht: Ochsen von 2500 bis 4000 Mk., Bullen bon 2700 bis 3500 Mk., Färsen und Kühe von 2700 bis 3800 Mt. für beste Färsen und von 1700 Bi8 3100 Mk. für beste Kühe. Kälber beste Quali- täten von 3800 bis 4200 Mk., mittlerer Qualitäten von 3200 bis 3700 Mk. Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht von 5800 bis 6400 Mk., von 80 bis 100 Kilogramm von 6600 bis 6800 Mk., von 100 bis 120 Kilogramm von 6800 bis 7000 QUart, von 120 bis 150 Kilogramm von 6700 bis 6900 Mk. Fettschweine über 150 Kilogramm von 6700 bis 6900 Mk., Sauen und Eber von 5600 6i£> 6200 Mk. Die Preise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlerqewiime in sich schließen. Frankfurter Getreide-Börse. Frankfurt a. M., 17. Juli. Der De- treidemarkt steht nach wie vor unter den: Ein» fluh der Unsicherheit der Kursbewegung der ausländischen Zahlungsmittel. Die Zu-rückhaltung der Käufer findet dadurch ihre Erklärung. Die Preise sind schwankend, besonders für Weizen. Roggen ist angeboten und billiger. Mais war wenig beachtet. Hafer und Gerste neigen nach unten. Weizen- und Roggenmehl lag ruhig, da die Dn> küufer an ihren Preisen festhalten. Hülsenfrüchte kaum beachtet. Futtermittel schwächer. Die abwartende Haltung im Frühverkehr- wurde mit der weiteren Preisgestaltung der Devisenpreise begründet. — Amtliche Notierungen der Frankfurter Getreidebörse. iGttreide, Hülsenfrüchte und Biertreber ohne Sack. Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack.) Preis je 100 Klgr. Parität Frankfurt a. M Weizen alsbaldige Lieferung. 2350 bis 2375 Mk. Roggen, alsbaldige Lieferung, 1850 Mk. Gerste, alsbaldige Lieferung, Sonnnergerste für Brai° zwecke, 2050 bis 2150 Mk. Hafer, alsbaldige Lieferung, 2150 bis 2250 Mt. Mars alsbaldige Lieferung, L a p l a t a , 1850 bis 1875 Mk. M a i s, alsbaldige Lieferung, Mixed, 1800 bis 1825 Mark. Weizenmehl, alsbaldige Lieferung südd. Spezial 0, 3075 bis 3375 Mt., der Waggon- bezug ab Mühlenstation. R )ggen mehl, alsbaldige Lieferung, 2350 bis 2450 Mk. Kleie, alsbaldige Lieferung, Roggen- und Weizeaklere' 1275 bis 1300 Mk. Biertreber, alsbaldige Lieferung, getrocknet, 1350 Mk. Erbsen, je nach Qualität, für Speisezwecke, 2300 bis 2600 Ml Tendenz: ruhig, bei stillem Geschäft. Börsenkurse. Frankfurt Berlin D.-Luxemb. Dergw. H40, Gelsenkirch. Bergw.. lW0f Harpener Bergbau. 2160, Oberscht. Eisenb.-B. 916, Oberschles. Gisenind. 698 Phönix-Bergb.-Akt. 1240, 810, a(te« W1 Du bi sondeis dar hat, zu Mter der hicrnaa bcstiiMiunge mit Eefäag' Eeldftase t An die D vchlust- Schluh- Schluh- Schluh- KursKurs ~ f da- Züricher Devisenmarkt. Wechsel auf Holland Deutschland .... Wien Prag Paris . London Italien Brüssel . Budapp Neuyork Agram . Warschau Frankfurter Schlachtviehmarkt. * Frankfurt a. M, 17. Juli. (Amtlich.) Marktverkauf: 3n guten Rindern und Kälbern zu diesem Zweck vollskanvlg neu einfdMert, wobÄ besonders den ungeschriebenen Würrfchen des Dichters weitgehend Rechnung getragen wurde. Es ist zu wünschen, dah der Besuch recht zahlreich ist, da infolge der unsicheren Wetterverhältnisse an eine zweite Aufführung kaum gedacht werden darf. Die Spielleitung liegt in Händen eines Berliner Regisseurs. —r. die Alliierten geschädigt hab«, erklärte der Staats« sekretar, dieser Vertrag sei im Interesse der Alliierten ebenso wie in dem Amerikas gewesen da es bei reiflicher Lieberlegung klar sei, dah eine neue Regelung des Versailler Vertrages nur zu einer Erneuerung der internationalen Streitigkeiten führen würde. Deshalb sei es notwendig gewesen, die Angelegenheit durch einen Sondervertrag zu regeln, und dadurch die amerikanischen Interessen auf eine Art zu wahren, die denjenigen der Alliierten keinen Abbruch tue Die Tagung des Dölkerbundsrates in London. London, 17. Juli. (WTD.) Die Tagung des Völkerbundsrates, die heute in London ihren Anfang nimmt, wird den Blättern zufolge jedenfalls U/2 Woche dauern. Hauptgegenstand der Beratungen bildet die Mandatfrage; in erster Linie die Frage des Mandats über P a l ä - st i n a. Der ^Observer" ist der Ansicht, dah die ^rage des Zutritts Deutschlands zum Völkerbund ebenfalls erörtert wird, wenn sie auch eigentlich der Zuständigkeit der VölkerbundSversammluna untersteht. "" Demonstrationen in Enaland gegen den Krieg. London, 17. Juli. (WTD.) In über achtzig Städten Grvhbritanniens werden gegen Trrde dieses Monats aus Anlah des Jahrestages des Kriegsausbruches Demonstrationen gegen den Krieg veranstaltet. In London selbst wird anr 29. Iuli nachmittags eine grvhe Demonstration stattfinden. Der irische Bürgerkrieg. London, 17. Juli. (WTD.) In Simmert cf, wo sich angeblich De Valera aufhalten sott, finden seit einigen Tagen heftige Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und den Aufständischen statt. Beide Parteien haben sich in den Strahen verschanzt. In der Stadt herrscht Mangel an Lebensmitteln. Zwischen Slibo und Athloni gerieten am Freitag Regierungstruppen in einen Hinterhalt und verloren sieben Tote und sieben Verwundete. Wiedereröffnung des deutschen Konsulates in Petersburg. London, 17. Juli. (WTB.) Die rusftsch, Handelsdelegation teilt mit, dah das deutsch' Konsulat in Petersburg am 9. Juli wie« der eröffnet wurde. Absturz eines Flugzeugs. P a rj s, 17. Juli. (WTB.) Gestern nachmittag ist das Flugzeug der französisch-rumänischen Luftschiffahrtsgesellschaft, die die Luftlinie Paris- Warschau über Straßburg und Prag ausnuht, kurz vor 4 Uhr aus Straßburg mit vier Passagieren, sämtlich Engländern, abgeflogen. Bei Zabern stürzte das Flugzeug ab und sämtliche Passagiere, wie der Flugzeugsi'lhrer, wurden getötet. ÄiMlWt aller AN. neue und geöroottile, 8 kaust stets jede Menge. Angebote mit Preis und Gröpenangabe 3 unter F. IJ. N. 227 an Rudolf 3Io*se. S Frankfurt a. M. 672888 25 Stück Elektromotor? 3, 4, 5 und 6,5 P. S, 220/380 und 380/660 Volt, fabrikneu, gutes Fabrikat, durch rechtzeitigen Einkauf weit unter den Tagespreisen. 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Der Dollar hatte im Frühverkehr einen Stand von 455 und zog bis 463 an, ging aber dann wieder auf 454 und später auf 446 zurück In Auslandsrenten waren die Umsätze unsicher In amtlich nicht notierten Werten kam einiges Angebot heraus. Benz 415—425, Hansa Lloyd 275 Rast'«tter Waggons 600. Am Montanaktienmarkt war die Haltung uneinheitlich. Bei den chemischen Aktien überwogen die Befestigungen. Der Einheitsmarkt lag crrhig. Die Börse schloh lustlos. Privatdiskont 5 Prozent. Berlin, 17. Juli. (Wolff.) Börsen-- stimm un gsb i ld.) Die Beteiligung am Börsengeschäft bleibt auch in der neuen Woche nach wie vor unbedeutend, was bei den derzeitigen Verhältnissen, unter denen die Kreditansprüche der Spekulation seitens der Bankwelt zugunsten der Industrie aufs äußerste beschnitten werden müssen, kein Wunder nimmt. Die Darlegungen in der Generalversammlung der Darmstädter Bank über die an die Banken herantretenden auhervrdent- lich starken Kreditansprüche der Industtie waren unter diesen Verhältnissen zur Hebung der Llnternehmungslusl ebensowenig geeignet als die noch immer nicht gelöste innerpolittsche Krise. Am Devisenmarkt trat nach anfänglicher Befestigung im Laufe des Vormittags bei schaltenden Schwankungen ein mäßiger Rückschlag ein. Unter diesen Umständen gestaltete sich die Kursbildung an der Börse unregelmäßig. Abschwächungen im Kursmahe von 20 bis 30 und vereinzelt 50 bis 60 Prozent standen nur wenige Kurserhöhungen gegenüber. Immerhin bekundete die Börse eine verhältnismäßige Widerstandskraft. Am Auslandsrenlemnarkt hielt jedoch das lebhafte, spekulative Treiben für türkische und ungarische Papiere bei allerdings kleineren Kursgewinnen in der Vorwoche an. Ebenso sttll wie im Großverkehr entwickelte sich auch das Geschäft in den zu Einheitskursen gehandelten Industriepapieren bei überwiegend gleichmäßiger Kursbildung. Frankfurt a. 1 18. Juli. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Amerika und der Völkerbund. Paris, 17. Iuli. (WTD.) In Beantwortung nner Frage des Zeitungsherausgebers Hamilton Holt erklärte Staatssekretär Hughes, wie die „Chicago Tribüne" aus Washington meldet, während dre Regierung vom Kongreß an einer aktiven Beteiligung am Völkerbunde gehindert werde, beabsichtige sie ihre derzeitige Politik der indirekten Mitarbeit am Völkerbunde und der ^Interstühung des Bundes weiter zu treiben, um die Sache zu fördern, eine Politik, der Erfolge in höherem Grade beschieden worden fei, als man vor 18 Monaten vernünftigerweise hätte annehmen können Gegenüber dem Vorwurf, dah die Regierung durch den Abschluß des Sonderfriedens mit Deutschland BW5M.6.1M Großhandlung, Marburg Telephonanschlüsfe Nr. 145 u. 759. ,,,,0 für Eier-^fhjurRxLchjen., Sts, Greme u$.w Im Zeichen der Tenernna steht die Welt. DeS- lmlb muß Die Hausfrau wenigstens für ein billiges tyamiliennetränr sorgen. Legt sie Wert auf Güte und Wohlgeschmack, so fallt ihr die Wahl nicht schwer, zumal viele ihrer Nachbarinnen daS vorLÜglich« HauSgetränk fett Jahrzehnten kennen und schätzen. ES beißt: „Kathreiners Malzkaffee". 5591A Marknotierungen. <$ür 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 17. 7. 18.7. Schweizer Franken 100 3L = 202.10 202.25 100 Mk. = 1.19 1.15 100 Kr. --- 0.17 0.01 100 Kr. — 11.75 11.70 100 Fr. ---- 43.20 43.75 1 £ 23.19 23.2U 100 L. --- 23435 23.93 100 Fr. = 40415 41.15 100 Kr. ---- 0*40 0.41 100 | = 521.75 521.25 100 Kr. --- 1.537 1.52 5 100 Kr. - 0,095 0,09 5