Nr. U6 Erscheint täglich, außer Sonn- vnd Feiertags, mit berSamstaqsbeilaqe: GießenerFarnilienblätter Mo»aNichev«jliorpreise: Mk. 18.- und Mk. 2.— Träger lohn,durch dirPost 7NK. 20.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. -Fernsprech- Anschlüsse. iürdieSchrift- leilung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Sietzeu. poftscheälonto: Frankfurt e. M. 11686. Donnerstag, s8. Mal 1922 Erstes Blatt 172. Jahrgang Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm HSde für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 120 Pf.auswärts 150 Pf.: für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 450Pf. Bei Platz. Vorschrift20 „Ausschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck flttb Verlag: vriihl'sche Univ.-Vuch- und Steindnickerei H. Lange. Schristleitung, Seschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7. Das deutsch-polnische Abkommen über Oberschlesien. Son Korvettenkapitän a. D. Metzenthin, M. d. L. Montag nachmittag ist in Genf die Unterschrift unter das deutsch-polnische Abkommen über Oberschlesien gesetzt worden. Der Augenblick darf nicht vorübergehen, ohne daß noch einmal mit aller Entschiedenheit fest- gestellt würde, das) das Genfer Diktat mit seiner brutalen Nichtachtung der großen deutschen Abstimmungsmehrheit für Deutschland stets Unrecht uno Vergewaltigung bleiben wird, dessen Wiedergutmachung wir vom Gange der Weltgeschichte erwarten. Diese grundsätzliche Einstellung überhebt die deutsche Negierung aber nicht von der Pflicht, in vertraglicher Kleinarbeit nach bestem Können für die Interessen des Deutschtums in den verloren gehenden Gebieten zu sorgen. Denn dieses Deutschtum muß stark und lebenskräftig bleiben. Das zu erreichen, ist der Zweck des Abkommens. Für den Minderheitsschutz ist auf kulturellem Gebiet festgesetzt, daß überall dott, wo 30 deutsche Schüler vorhanden sind, eine deutsche Schule errichtet werden muß, eine höhere Lehranstalt, wo 300 Schüler dafür vorhanden sind. Gibt es in der oberen Klasse einer polnischen höheren Lehranstalt 20, in einer unteren Klasse 30 Deutsche, so müssen für sie Parallel-Klassen eingerichtet werden. Die Staatszugehörigkeit regelt sich in folgender Weise: Persönlichkeiten, die vor dem 1. Juni 1908 in Oberschlesien ansässig waren, erhalten ohne weiteres die polnische Staatszugehörigkeit; sie können aber innerhalb zwei Jahren für Deutschland vp- tteren. Leute, die erst später nach Oberschlesien gekommen und setzt noch ansässig sind, können sich innerhalb zwei Jahren darüber entscheiden, welchem der beiden Staaten sie angehören wollen. Lieber die Liquidation deutschen Eigentums ist festgesetzt: Unternehmungen der Großindustrie, also in erster Linie Bergwerke. Hütten, Lagerungen sowie die zu ihrer Versorgung dienenden Güter können innerhalb 15 Jahren, d. h. bis zum 1. Juni 1937, nur unter der einen Bedingung enteignet werden, „wenn eS für die Aufrechterhaltung des Betriebes unerläßlich" ist. Diese Besttmmung klingt etwas nebelhaft und hat auch vielfach eine wenig freundliche Beurteilung in den betroffenen Kreisen gefunden. Nach einer Auslegung. die ich wegen der Stelle, von der sie kommt, für authentisch hallen muß. soll sie nur dann in Anwendung gebracht werden dürfen, wenn es sich um eine absichtliche Stilllegung des betreffenden Werkes durch den Besitzer handelt. Forstbesitz kann nicht enteignet werden, landwirtschaftlich benutzte Güter nur dann, wenn sie eine Größe von mehr als 100 Hektar haben. Ausgenommen sind solche, die jetzt von ihren Besitzern bewohnt sind. Von dem Rest darf höchstens ein Drittel zur Enteignung kommen. Nach Berechnungen, die angestellt worden sind, kann cS sich um höchstens 2000 Hektar handeln. Eine Garantie für die Durchführung des VerttageS hat man dadurch zu schaffen gesucht, daß eine ..gemischte Kommission". die aus zwei Deutschen, zwei Polen und einem neutralen Vorsitzenden besteht, eingerichtet wird. Außerdem ist ein paritätisch zusammengesetztes Schiedsgericht für die Schlichtung aller privatwirtschoftlichen Sttei- ttgkeiten, die sich aus der Durchführung des Vertrages ergeben, vorgesehen. Auch dieses Schiedsgericht hot einen neutralen Vorsitzenden. Ein gedeihliches Arbeiten beider Sicherungsmaßnahmen wird tn der Hauptsache von der Persönlichkeit des Vorsitzenden abhängen. Dem Vernehmen nach ist für beide Posten der schweizerische Bundesrat Calvnder vorgesehen. dessen unpattellicheS Verhalten bei den Verhandlungen über das deutsch-polnische Abkommen allgemein anerkannt worden ist. Man wird zugeben müsten, daß der Vertrag an sich nicht ungünstig ist. Frellich hat die Erfahrung gelehrt, daß die polnische Vertragstreue ost außerordentlich zu wünschen übrig läßt. Gegenüber Verwaltungsschikanen ist auch ein Schiedsgericht machtlos. Immerhin erscheint es nicht ganz ausgeschlossen, daß die polnische Regierung doch allmählich zu der Erkenntnis kommt, daß ein loyales Zusammenarbeiten mit Deutschland ein Lebensbedürfnis für das eigene Land ist. Die Tatsache, daß es gelungen ist. in allen Punkten des Vertrages zu einem Lleberein- fömmen zu gelangen, so daß sich ein Schiedsspruch durch den Vorsitzenden Ealonder erübrigte. deutet immerhin in diese Richtung, namentlich da das Liebereinkommen keineswegs durch einseittgeS Zurückweichen der Deutschen zustande gekommen ist. Die Ereignisse in der großen Politik. Isolierung Frankreichs in Genua, und starkes Hervvrtteten Rußlands, scheinen in der Tat geeignet, in Warschau zu der Lieberlegung anzuregen, ob eS weiterhin angezeigt erscheint. >em östlichen und westlichen Nachbarn dauernd auf die Hühneraugen zu treten. In der Tat ist fo ganz unzweifelhaft, daß eine gewisse Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiete im Interesse von Deutschland und Polen liegt und daß in diesem Verhältnis Polen noch mehr auf Deutschland angewiesen ist, als wir auf Polen. Schlechter Gang der Verhandlungen in Paris? Paris, 18. Mai. (WTD.) Ministerprafi- bcnt Poincar 6 hat gestern den französischen Delegierten bei der Reparationslornrnission Dubois und den Vorsitzenden des Garant ieaus- sck-usses Mauclöre im Beisein des Finanzministers empfangen. Die Unterredung galt den Verhandlungen, die feit Montag Finanzminister Dr. Hermes mit den Mitgliedern der Reparationskommission führt. Ein Berichterstatter des „Echo de Paris" coill aus guter Quelle erfahren haben, daß die Dokumentierung, die Minister Dr. Hermes vorgebracht habe, um die Reparationskommission von dem guten Willen Deutschlands, sein inneres Budget auszugleichen, zu überzeugen, die Mitglieder der Reparationskommission schlecht beeinflußt hätten. Rach dem „Petit Journal" soll Hermes aufgefvrdert worden fein, nähere Angaben über die schwebenden Fragen der Reparationskommission zu überbringen. Der „Malin" glaubt mitteilen zu können, die Mitglieder seien gezwungen, stch davon zu überzeugen, daß das von Dr. Hermes übermittelte Dokument in feiner Gesamtheit die Forderungen der Reparationskommission nicht befriedigt. (Von einer derartigen Stellungnahme der MitgliÄ>er des Reparationsausschusses ist der deutschen zuständigen Stelle bis heute Donnerstag früh, nichts bekannt geworden. Die Red.) Der „Matin" berichtet übrigens noch die Reparationskommission habe sich tatsächlich entschlossen, sich sehr fest zu zeigen. Es könnten keinerlei Konzessionen gemacht werden. Paris, 17. Mai. Havas meldet: Die Vorschläge von Dr. Hermes betreffen besonders, wie es scheint, die zwei wichtigen PunkL der Kontrolle der deutschen Finanzen und das Programm der neuen Steuern. In offiziellen Kreisen wird jedoch über den genauen Inhalt des deutschen Entwurfs, der nur offiziös vorge'egt wurde, das strengste Stillschweigen gewahrt. Sie offizielle Antwort des Reiches wird erst in einigen Tagen bekannt sein. Die Bemerkungen. welche die Delegierten in der Kommission Dr. Hermes gegenüber machten, werden von diesem der Berliner Regierung übermittelt, und wahrscheinlich wird der deutsche Minister, dessen Vollmachten durch die Weisungen, die er erhalten hat, beschränkt find, fich bemühen, einige Abänderungen, die von ihm verlangt wurden, zu erreichen suchen. Es ist zu hosien, baß die verlangten Verbesserungen des deutschen Entwurfes erzielt werden und baß man bann zu einer zufriedenstellenden Lösung kommt. Aus dem Reicke. Deseittgung der Ausnahmebestimmimgen gegen weibliche Beamte. Nach einer Bekanntmachung des ReichS- verkehrsministerS werden alle Ausnahmebestimmungen gegen weibliche Beamte beseitigt. Auch alle bei Inkrafttreten der Reichsverfassung bereits bestandenen gesetzlichen Ausnahmebestimmungen oder VerwaltungS- anvrdnungen. die mit dem Artikel 128 Abs. 2 der Reichsverfassung in Widerspruch stehen, gelten als aufgehoben. Das Hilfswerk der deutschen Landwirtschaft. Der Vorsitzende des Reichsausschusses der deutschen Landwirtschaft. Edler v. B raun, erflärte Pressevertretern über das Hilfswerk der deutschen Landwirtschaft, daß die Verhandlungen über die Aktion innerhalb der landwirtschaftlichen Kreise so gut wie abgeschlossen seien. Die endgültigen Beschlüsse lägen nunmehr in den Händen der Landwirtschaftskammern. die auf dem Landwirt- schaftskammettag am 30. und 31. Mai in München zu den formulierten Plänen Stellung nehmen werden. Bei der Aktion handele es sich vor allem um eine rationell durchgeführte allgemeine Intensivie- Vierung und damit Produkt ivns st ei- gerung der Landwirtschaft, um die kostspielige Lebensmitteleinfuhr aus dem ÄuSlande einzuschränken und so zur Aktivierung unserer Handels lanz beizutragen. Lim den Landwirten das nötige Geld zur Beschaffung von Maschinen, künstlichem Dünger usw. zur Verfügung zu stellen, sei eine finanzielle Llnterstützung des Reiches, der Länder oder ihrer Provinzialverbände nötig. Lim die Landwirtschaft in weitgehendem lMaße mit Maschinen zu versehen, sei eine Arbeitsgemeinschaft der Landwirtschaft mit Iber Maschinenindustrie geschlossen worden. Eine grohe Sitzung im Unterausschuß der Konferenz. Auseinandersetzung mit den Russen. Genua, 17. Mai. (Spezialbericht des Vertreters des WTB) Die Sitzung der Unter- koin inission der er ft e n Kommission wurde heute vormittag 10’ Uhr vom Präsidenten S ch a n z e r eröffnet Zunächst ergriff Tschitscherin das Wort und machte Mitteilung von der Antwort der russischen Delegation auf die Vorschläge der Unterkvmm ssion. Er erhob zunächst Beschwerde dagegen, daß die russische Delegation von den Beratungen der Unterkommisston ausgeschlossen gewesen sei und dagegen, baß der russische Vorschlag betr. die Einberufung der Sachverständigenkommission nicht in der vor» geschlagenen Form angenommen wurde. Tschitscherin fuhr fort: QEan will also eine Konferenz einberufen auf Grundlagen, die von denen von Genua verschieden find. In Genua waren alle Staaten Europas, einschließlich Rußlands und Deutschlands unter gleichen Bedingungen vertreten. Auf der geplanten Konferenz werden sich die Vertreter der anderen Staaten ohne Rußland versammeln. Dann soll eine andere Kommission aus Sowjetvertretern gebildet werden. Dieser Plan entspricht in keiner Weise u n * seremVorschlag. Die russische Delegation erklärt, daß sie die Verantwortung für die',en neuen Plan nicht übernehmen kann. Sie will indessen nicht wegen einer Prozedurfrage einen Weg, der zur Einigung führen kann, unbenüßt lassen und gibt bekannt, baß sich Rußland an der vorgeschlagenen Kon'e enz beteiligen wirb. Die russische Delegation erhebt Einspruch gegen ben Ausschluß Deutschlands aus der Zahl der Staaten, die an ben Kommissionen teilnehmen sollen. Die der russischen Delegation in der Llnterkommissivn über diesen Punkt gegebene Erklärungen b. wiesen lebi stich, baß be r Ausschluß Deatschlanbs, ba boch Staaten eingeladen find, die mit Rußland viel weitergehenbe und viel vollständigere Verträge haben, burch leinen ernstlichen Grund gerechtfertigt i t, umson ehr, als die Teilnahme Deutschlands sehr großeprak- tische Bedeutung besitzt in der Fratze bei Kreditgewährung an Rußland, die im Vertrag von Rapallo nicht berührt wirb. — Bezüglich des Planes Haag als Sitz ber Sach- vecständigenkommif.ion fu wählen, sagte Tschitscherin, bie russische Delegation halte es für er- forderlich, baß diese Kommissionen in einem Land zusammentreten, bas durch Verträge mit Rußland verbunden sei und russische Vertretung besitzt Als passender Ort würbe Stockholm ober Riga in Frage kommen; indessen sei man auch mit London oder Rom einverstanden. Tschitscherin fuhr fort: Die russische Delegation geht von der Annahme aus, baß alle Mächte bei Regulierungen ihrer Beziehungen zu Rußlanb dieselbe Freiheit genießen werben, wie vor ber Genueser Konferenz. Wenn es sich zeigen würbe, daß andere Mächte in praxi versuchen, diese Freiheit zu beschränken, so würbe sich Rußland genötigt sehen, die Frage feiner Haltung bezüglich feiner Teilnahme an ber geplanten Kommission erneut aufzuwerfen. Der Bu rgfne- be ns Pakt werbe nur wirkliche Bedeutung für ben Frieden Europas haben, wenn er auf alle Sowjetrepubliken und i ie Repub.it ded fernen Ostens sich erstrecke. Jeder 21 -.griff gegen eine mit Rußland verbündete Republik komme einem Angriff auf Rußland gleich. Deshalb soll ber Artikel 6 des Paktes auf alle mit Rußland alli» eierten Republiken ausgedehnt werden. Während des letzten Jahres wurden Angriffe auf Sowjetrußland nicht nur von regulären Armeen, sondern auch von Banden begangen. Deshalb bestehe bie Delegation barauf, baß Paragraph 6 den Zusatz erhalte, worin auch die von Banden begangenen Angriffe erwähnt sind. Man habe Beweise dafür, baß bie vormaligen Truppen von W r a n g e I Vorbereitungen zum Angriff auf bie Sowjetrepubliken treffen. In Finnlanb unb Polen müßten Grenzwachen. Arbciterbataillone usw., die aus ehemaligen Soldaten der weißen Armeen bestehen, aufgelöst und von ber Grenze entfernt werden: auch aus Rumänien und Bessarabien müßten alle Truppen Wrangels und Petljuras entfernt werden. Am besten wäre es, auf beiden Seiten der Grenze Kontrollzonen zu bilden, wo gemischte Kommissionen darüber wachen würden, baß keine Banden auftreten und daß bie regulären Truppen, bie sich dort befinden, bie festgesetzte beschränkte Effektivstärke nicht überschreiten. Hieraus ergriff Lloyd George bas Wort und sagte unter anderem: Ich will nichts weiter über den Ausschluß ber Deutschen sagen. Wir haben diese Frage gestern diskutiert und die Gründe angegeben, bie meiner Ansicht nach gerecht und solide find. Es ist absolut richtig, baß die Deutschen von der Diskussion der Kredite ausgeschlossen sein werden. Bevor man zu Krediten kommt, müssen zweifellos erst die schwierigen Fragen ber Privatgüter unb Schulden erledigt werden. Selbst toenn man zu Krediten gelangt, muß außerdem noch berücksichtigt werden, daß Deutschland fein Land ist. bas geeignet wäre, in biefem Augenblick trgenb jemandem Kredite zu geben. Sein 1 Beitrag kann auf alle Fälle nicht sehr bedeutend fein. Auf ber anderen Seite würde Deutschland, toenn es anwesend wäre, an der Diskussion über Fragen teilnehmen, bezüglich beren es schon zu Abkommen mit ber russischen Regierung gelangt ist. Ich glaube nicht, baß bies gerechtfertigt fein würbe. Wenn bas Liebereinkommen verwirklicht ist unb toenn ben Regierungen Anempfehlungen gemacht würben, wirb man zweifellos Deulsch- lanb nicht hinbern können, beim Wieberaufbau Rußlands mitzuarbeiten. Es würde eine Torheit sein, ihm bies zu versagen. Cs ist wünschenswert, die Mitarbeit von allen denen zu erhallen, bie solche leisten können. Das ist alles, waS ich zu biefem Punkt zu sagen habe. 'Bezüglich der Einwendungen Tschitscherins gegen Haag sagte Lloyb George, dort herrsche die große internationale Atmosphäre, in ber die großen internationalen Fragen geprüft werben könnten. Es handle sich hier nicht um eine prinzipielle Frage, sondern um eine praktische. Wenn 9/10 ber aus der Konferenz vertretenen Länder für Haag seien, bann jnüßte diese Ansicht Llebergewicht haben. Lloyd George fuhr fort: Tschitscherin beschwerte sich darüber, baß man Angelegenheiten ohne die Russen diskutiere. Tatsächlich lägen die Dinge so, daß sie große Meinungsverschiedenheiten über grundlegende Fragen gegeben habe, daß man sich nicht verständigen könnte. Deshalb hab^ man die 2t itn Sachverständigen i b ttag n um erst bas Terrain zu fonbieren unb fc,i5uitellen, ob in prari unüberwinbliche Schwierigkeiten vorhanden wären. Das russische System unb das tn den anderen Ländern ber Welt herrschende, ließen sich nicht vereinigen, aber sie näherten sich einander. Es gebe eine große Menge Privatbesitz in Rußland. Nominell sei das Land nationalisiert, aber tatsächlich sei es Eigentum ber Landleute. Kein Dekret aus Moskau könne di; Landleute von ihrem Grund und Boben verjagen. Man werbe schließlich in Rußland zu einem ähnlichen System kommen, wie nach ber französischen Revolution. Es sei sehr zu bedauern, baß man am 1. Mai habe zusammentreten müssen, denn es feien in Rußland Ereignisse geschehen, bie gewissen Prinzipien übergroßes Gewicht gegeben hätten. Diese Ereignisse hätten ihre Rückwirkung bis nach Rapallo erstreckt. Durch die Haltung der russischen Delegation sei e3 schwer, zu einem ilcberelnfommen zu gelangen. Selbst wenn wir uns mit einer gemeinsamen Kommission etn- verstanben erklärten, bie vom frühen Morgen bis Mitternacht tagte, würben sich bie Russen ja boch nach Mitternacht miteinander versammeln unb dis zum frühen Morgen diskutieren. Ich glaube also, boß kein Einwand gegen die getrennten Kommissionen erhoben werden kann. Demi tatsächlich würden sich ja die Rassen mit ih.en acht unabhängigen Republiken boch gefonbert miteinander versammeln: das würbe auf alle Fälle geschehen. Bezüglich ber Beschwerde Ttzchitsch rins über Wrangels ang b iche Ang if sabsich'.en sagte Lloyb George: Als wir bie Intervention tn Rußland ermutigten, taten wir es offen unb verlangten vom Llnterhaus die nötigen Kohlte. Wir sagten, später würben wir bies nicht mehr tun unb hielten unser Wort. Mit den letzten Expeditionen Wrangels haben wir nichts zu tun. Die gegenwärtig n Sllei trifte Wrangels stlllln eine größere Gefahr für bas Lanb bar, in bem fie sich befinden, als für Rußland selbst. Es sei eine gebräuchliche Sache, fuhr ber Premierminister fort, baß jedes Land seine Friedensliebe betone unb bie anderen mit Mißtrauen betrachte. Wenn der Durgf iedenspakt angenommen werde, werde jedes Land, bas einen Angriff unternehme, diesen Vertrag. an den es durch seine Ehre gebunden fei, brechen. Lloyd George schloß: Ich hoffe, daß nach Abschluß des Burgfriedenspaktes wir uns mit den Angelegenheiten unserer eigenen Länder beschäftigen können. Nachdem ich 16 Jahre lang Minister gewesen bin, gelangte ich zu dem Schluß, daß es unmöglich fei, sich nur mit den Angelegenheiten seines eigenen Landes zu befassen: aber schon sich mit den Angelegenheiten des eigenen Landes beschäftigen, ist viel mehr, als ein Minister, ja ein ganzer Ministerrat fertigbringen kann. Infolgedessen führt es nur zu großen Schwierigkeiten, toenn man ein anderes Land angreift oder versucht, es zu reformieren oder Cr- pebilionen von Missionaren zu organisieren, wie dies Wrangel und andere tun, um russische Heiden zu befeßren, ober wie dies Tschitscherin unb Litwinow tun, um Kannibalen in unseren Säubern zu bekehren. Wenn wir uns bemühen, ben anderen zu helfen, wenn dies möglich ist, werden sich daraus große gegenseitige Vorteile ergeben. Deshalb bin ich für den Durg- friebenspakt. Ich hoffe, baß, toenn er erst unterzeichnet ist, auch loyal beobachtet wird. Schanz er bat hieraus die russische Delegation, nochmals zu prüfen, ob es mögllch fei, aufAbänderungsanträge zu verzichten, da man ja doch im Prinzip zu- stimmte. Man möchte boch nicht riskieren, mög« licherweife durch ausgedehnte Diskussionen daS erreichte lieberein£ommen zu gefährden. Tschitscherin blieb aber trotzdem dabei, daß er einige leichte Abänderungen wünschte, besonders bezüglich des Burgfriedenspaktes unb der irregulären Banden. Auch in ber Frage des Sitzes ber Sachverständigenkommission beharrte Tschitscherin auf seinem Standpunkte. Skirmnnt erklärte, Polen fei bereit, ben Burgfriebenspakt zu unterzeichnen, indessen würde durch die Unter- zufolge, nicht vorgesehen. der Arbeiten der geschlossen, ©cit voriger Woche schweben zwischen vier Monate ursprünglich vor- Kommissivnen im Haag Wch cheitergehen soll, anstatt, wie gesehen, nur einen Monat. dringenden Wunsche der in Berlin weilenden Kabinettsmitglieder und Parteiführer entsprechend. wird sich der Reichskanzler direkt nach Berlin begeben. Am Dienstag wird er im Kabinett und in einer Versammlung der Parteiführer über den Verlauf und das Ergebnis der Genueser Konferenz Bericht erstatten. Wie die „Zeit" wissen will, wird der Reichskanzler am Mittwoch oder Donnerstag seine Darlegungen über Genua in einer Sitzung des Auswärtigen Ausschusses wiederholen. Eine Aussprache über die Konferenz im Plenum des Reichstages sei, dem Blatt Kein Aufenthalt des Reichskanzlers in München. Berlin, 18. Mai. Wie mehrere Blätter mitteilen, wird Reichskanzler Dr. Wirth entgegen seiner ursprünglichen Absicht auf der Rückreise nach Berlin in Mün- * Darmstadt, 17. Mai. In Frankfurt am Main fand die diesjährige ordcmtftche Hauptversammlung des Verbandes mittlerer Verwaltungsbeamte n H e s s e n s statt, die aus allen Teilen des Landes gut besucht war. Die Tagesordnung umfaßte in der Hauptsache BesoldungS-, An- stellungs- und Ausbildungsfragen der mittleren Verwaltungsbeamten. Der von dem Vorsitzenden erstattete Geschäftsbericht zeigte, welch eine Fülle von Aufgaben der Vorstand im abgelaufenen Geschäftsjahre zu bewältigen hatte. Der in das Ministerium des Innern berufene Regierungsrat S ch n e i d e r, der seit Bestehen des Verbandes dessen erster Vorsitzender war, wurde zum.Ehrenvorsitzenden ernannt. Ebenso wurden auch dem ausgeschiedenen Verbandsrechner, Rechnungsrat Griesheimer, Offenbach, der dieses Amt gleichfalls seit der Gründung des Verbands bekleidete, besondere Ehrungen zuteil. Ai«i stelle des bisherigen Vorsitzenden wurde der bisherige 2. Vorsitzende: Kreisoberinspektor Von E i f f, Mainz, zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die bisherigen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. — Im übrigen verlief die sehr anregende und von echt kollegialem Geiste getragene Versammlung aufs beste. Hessen-Nassau. Der Streit in der Metallindustrie. fpd. Frankfurt a. M., 17. Mai. In allen Betrieben des Bezirks, in Frankfurt, Hanau. Darmstadt, Offenbach, Oberursel und Bad-Homburg, wurde heute die Kündigung durchgeführt. Im besetzten Höchst dürfen keine Aussperrungen erfolgen. Da die meisten Betriebe in der Metallindustrie sechstägige Kündigung haben, würde die Aussperrung vom nächsten Montag ab in Kraft treten. Die Möglichkeit, daß es vorher noch zu einer Einigung kommt, ist nicht aus- Amerika weigert sich endqiltig? PariS. 18. Mai. (WTB.) Rach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Washington hat das Staatsdepattement sich gestern offiziös dahin geäußert, daß Lloyd George und alle europäischen Politiker sich täuschten, wenn sie annähmen, daß die Rote des Staatssekretärs Hughes in der russischen Frage die Möglichkeit einer amerikanischen Teilnahme an der Konferenz im Haag offen ließe. In Wirklichkeit habe die Rote die Lage in Bezug auf die Haltung Amettkas gegenüber der Svwjettegierung nicht verändert. Eine Rede Hoovers über Rußland. London, 17. Mai. (Wolfs) Die „Times" berichtet aus Washington über eine sehr wichtige Rede, die Handelssekretär Hoover auf der Iahresversammlung der amerikanischen Handelskammern gehalten hat. Hoover sagte: Rußland müsse ein eigenes wirtschaftliches und poli isches Erstem ausarbeiten. Die amerikanische Wohltätigkeit sei heute in Rußland zehnmal größer als die der gesamten übrigen Welt. Amerika rette das Leben von 10 Millionen Menschen. Wirklich dauernde H.lfe müsse sich auf nackte wirtschaftliche Tatsachen gründen. Einige russische Regierungsvertreter hätten sich mit Versprechungen von großen wirtschaftlichen Vorteilen an die Vereinigten Staaten gewandt, wenn die Vereinigten Staaten in Rußland wieder einen Botschafter einsehen und Rußland wirtschaftlich unterstützen wollten. Dauernd werde behauptet, Rußland biete ein großes Feld für den Verkauf von amerikanischen Waren und für den Erwerb von Millionen amerikanischer Arbeiter. Hoover sagte, di:se Behauptungen ständen im Werte genau so tief wie der bolschewistische Rubel. Hoover fuhr fort, die Schwierigkeit fei, daß selbst unter dem augenblicklich etwas abgeänderten System in Rußland sowohl die Sicherheit als auch die Aussicht auf Produktivität nicht gewiß genug sei. Dies müsse erft klargestellt werden, nicht für die amerikanische Regierung, die nicht Geldgeberin, und auch nicht für den amerikanischen Bankier, der nur der Makler sei, sondern für den amerikanischen Kapitalanleger, dessen Ersparnisse in Gefahr seien, und für den amerikanischen Kaufmann, um dessen Waren es sich handle. Wenn nicht das Vertrauen dieser Kaufleute und Kapitalsanleger gesichert werden könne, so würde kein anderer Kredit gewährt werden als die geringe Summe der Spekulanten. Die guckernot. Berlin, 17. Mai. In der morgigen Besprechung im Reichsernährungsministerium werden, den Blättern zufolge, die Erörterungen über die Zucker - not einen breiten Raum einnehmen. Rach den amtlichen Feststellungen war die Zuckerernte für 1922 um 20 Prozent größer als im herauf gegangenen Wirtschaftsjahr unü in ihrer Gesamtheit dem Inland verblieben. Die ZuckerwittschaftSstelle gab bekannt, daß vom Oktober 1921 bis Februar 1922 nur ein Viertel der Produktion freigegeben und herfauft sei. Die Vertreter des Handels verlangen nun Aufklärung, wo die restlichen drei Viertel der Produktion blieben; ferner werden sie den Minister um sofortige Maßnahmen zur Behebung der Zuckernot für die Haushaltungen und Industrien, mit Ausnahme der Schokoladen- und Likörfabrikation, ersuchen. Aus StaM und Land. Gießen, den 18. Mai 1922. ** Eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen findet am Samstag, den 20. Mai, vormittags 8y3 Mr, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gietzen, Laidgraf-P.stlipps- Platz 3, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage des A. R. Bepperling, Gießen, Rod- Heimer Straße 2, gegen das Kreisamt Gießen wegen Versagung ei rer Legitimationsbare. 81/» Üf)r. — 2. Die Untersagung des Handels mit Drogen des Wilhelm Müller (V. zu Lang-Göns. 9i/3 Mr. — 3. Klage der Gemeinde Hirzenhain gegen die Gemeinde Alfenborn weg'M Veränderung der Gemarkungsgrenze Hirze-aHain—Alsenborn: hier: Berufung gegen das Urteil des Kreis- ausschusses des Kreises Büdingen vom 14. Rotz emb er 1921. 10 Ahr. Gerichtspersvnalien. AmtSge- richtsrat Willenbücher dahier hat den Auftrag erhalten, die bei dem Landgericht Gießen infolge Geschäftsvermehrung erforderliche Aushilfe bis auf weiteres zu leisten. — Kanzleiassistent Rahn ist zum Justiz- sekretär, die Kanzleiassistenten Wilhelm MagnuS aus Großen-Linden und Bol- l e r sind zu Oberassistenten beim Amtsgericht Gießen ernannt worden. Kanzlist Möll hat die Prüfung für die Sekretäre bei den Justizbehörden bestanden. * • Ein Achtzigjähriger. Heute begeht Herr Jakob Weither, Weichensteller i. P., Landgraf-Philipp-Platz 10, in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag. Möge dem Geburtstagskind in derselben Rüsttgkeit noch manches Jahr beschie- den sein. * * Feuerwehr. Bei der 1. Hauptübung der Gießener Freiw. Feuerwehr wurden den Kameraden Karl Krämer und Gg. Reitz die Auszeichnung für 30jährige Dienstzeit verliehen. Ferner erhielten die Kameraden Anton Betz, Karl Kalbfleisch und Andreas Wagner ein Diplom für 15jährige Dienstzeit von feiten der Stadt durch Brand- direkwr Braubach überreicht. * * Beruf und Erkrankung. (Fortsetzung der populären Vorträge.) Die erste Anlage zu beruflichen Erkrankungen, besonders der Geistesarbeiter, trifft man manchmal schon bei der studierenden Iugend im Schul- und Hochschulleben, wenn hygienische Winke zur Einhaltung eines angemessenen Wechsels zwischen Arbeit und Erholung, zwischen geistiger Beanspruchung und körperlicher Betätigung unberücksichtigt bleiben. Ergänzend läßt sich ansühren, daß Verkrümmungen der Wirbelsäule des jugendlichen Körpers infolge mangelhafter Subsellien und schlechter Haltung während der Arbeit bei Knaben in den unteren Schulklassen bis zu 12 v. H. und mehr vorkommen und bei Mädchen 8—37 v. H. betragen. Anaemie, Muskelschwäche und Rhachitis spielen dabei eine verhältnismäßig geringe Rolle. — Durch Untersuchungen über Ursachen und Häufigkeit der Myopie hat sich herausgestellt, daß dieses Augenleiden, abgesehen von hereditären Momenten und schädigenden Einflüssen mangelhafter Belichtung der Arbeitsplätze, mit steigenden Anforderungen an geistige Beschäftigung und an das damit verbundene Rahesehen hn Schulbetrieb und milienabend, wobei außer musikallsHen Darbietungen, Ansprachen und Deklamationen das dreiakiige Lustspiel „Dom Pedro", oder die verwunschene Prinzessin, von R. Hobohm. zur Ars» sührung kommt. (Näheres siehe Anzeige.) Landkreis Gießen. △ Utphe, 17. Mai. Unser Gefal- lenen-Denkmal wird am nächsten Sonntag eingeweiht. Es besteht aus einer 4 Meter hohen, achteckigen Granitsäule, auf der ein Adler thront. Kreis Alsfeld. § Elpenrod, 17. Mai. In früheren Jahren war das Brennholz bei den letzten Versteigerungen stets am billigsten. Jetzt ist es urngekehtt. Gerade bei der letzten Versteigerung waren die Preise erstaunlich hoch. Das Raummeter Buchenscheit kostete 400 Mk., desgleichen Buchenprügel. Don den -Preisen des Rutz- inib Werkholzes bekommt man eine Ahnung durch die Tatsache, daß ein Fichtenstamm von 5 Fstm. mit 12100 Mk. bezahlt wurde. >§ Aus dem Ohmtal, 17. Mai. In unseren Talvrten blüht die Aufzucht jun- gerGänscken. Sie waren anfangs sehr gesucht trotz der kalten Witterung und wurden mit 60 Mk. für das Stück bezahlt. Da wurde das Angebot stärker; nun gingen die Preise stark Herunter und stehen gegenwärtig auf 30—40 Mk. Dabei herrscht warmer Maien- sonnenschein, der Gras und Drennesseln wachsen läßt. Kreis Lauterbach. '△ ßauterbad), 17. Mai. Der Kriegerverein faßte erneut den Beschluß, der Errichtung einer Gefallenen-Denk statte näher ZU treten, nachdem die frühere Anregung infolge des Todes des Bürgermeisters Stöpler keinen Erfolg hatte. Es soll nun eine öffentliche Bürgerversammlung abgehalten und ein Denkmals-Ausschuß gebildet werden. Der Verein hat im abgelaufenen Geschäftsjahre vier Altveteranen von 1870/71 durch den Tod verloren. — Bei Angersbach verunglückte ein Fuhrwerk. Die beiden Insassen wurden erheblich verletzt, das Pferd ging durch und wurde erst am anderen Tage im Walde aufgefunden. Kreis Friedberg. △ Friedberg, 17. Mai. Der KreiS-» ziegenzuchtverein tagte hier unter dem Vorsitze des Oekvnomierats Spieß. Es wurde beschlossen, größere Ziegenschauen ab* Zuhalten in Groh-Karben und Ober-RoSbach. Starkenburg und Rheinhessen. Tagung der Hessischen Handwerkskammer. rm. Darmstadt, 17. Mai. Die Hessische Handwerkskammer tagte heute unter dem Vorsitz des Geh. Gewerberats Falk (Mainz) in Anwesenheit verschiedener Regierungsvertreter. Auf die Begrüßung dantte Ministerialrat Hechler und wies auf die Bedeutung der Gewerbeschau in München für das deutsche Handwerk hin. Er betonte, daß besonders das Handwerk im besetzten Gebiet der Unterstützung bedürfe. Der eingehende Tätigkeitsbericht, durch den Syndikus Schütt- l e r borgetragen, veranlaßte eine lebhafte Aussprache, in der verschiedene Fragen Erledigung fanden. Die Ausgestaltung des Gewerbeblattes soll IV2 Millionen Mark kosten. Der Rechenschaftsbericht, für 1921, der mit 39 000 Mark Nachtragsforderung, sowie der Voranschlag mit 903 000 Mark, der eine Umlage von 650 000 Mk. reich". — Oberhessiscker Kunst verein. Die ordentliche Mitglieoer-Versarnrnlung fin- )et am Montag, den 29. d. Mts., im Stadthause statt. (Näheres s. Anzeige.) — Gesellschaft ßiebigmujeum. Am Sonntag fpricht Professor Dr. Brendel- Frant- urt o. M. im Großen Hörsaal des Physikalifchen Instituts über „Mond und Erde". — Opernga st spiel des Hessischen Landestheaters. Der Theaterverein hat für SarnStag, den 27. Mai, das Hessische Lan- deStheater zu einem Operngastspiel gewonnen, dem vierten in dieser Spielzeit. Zur Aufführung kommt „Fra Diav0l0", von Au- b er, eine Oper, die nur einmal, im Winter 1908 ebenfalls von.Darmstadt, hier gegeben wurde. Rachdem die letzte Opernausführung infolge ungenügenden Besuchs ein starkes Defizit ergeben hatte, das im Verein mit den durch zu niedrig,angesetzte Eintrittspreise bei den beiden ersten Opern verursachten Fehlbeträgen die Kasse des Theatervereins völlig geleert hatte, soll diese Oper ein Versuch sein, ob die Darmstädter Operngastspiele noch weiter aufrecht erhalten werden können. Da stets auf ein ausverkauftes Haus gerechnet werden muß, so wird in Zukunft eine jede Oper nur einmal aufgeführt werden. Die Abonnenten des Abonnements A — die kommende Aufführung ist im Abonnement B — müssen sich also ebenfalls um Plätze bemühen, wenn sie „Fra Diavolo" gern sehen wollen. Die Einttittspreise sind gegenüber den bisherigen nur unbedeutend erhöht, sie sind immer noch viel niedriger, als in anderen Städten. (S. Anzeige.) — Land - und Luftreifen durchPa- täp Ina. Am Freitag abend findet tm Großen Hörsaal der Universität ein Vortrag statt, der vom Verein für Luftfahrt zusammen mit der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde und der ober- hessischen Gesellschaft für Rakur- und Heilkunde veranstaltet wird. Dr. Georgii, Assistent am meteorologischen Institut der Universität Frankfurt a. M., der während des Krieges als Flirger- leutnant in Palästina tätig gewesen ist, wird an der Hand eigener Lichtbilderausnahmm über seine dortigen Einbusse und Erfahrungen berichten. — Der Kriegerverein Gießen veranstaltet am nächsten Sonntag einen Familienausflug durch den Dergwrrkswald nach Klein- Linden, wobei die daran teilnehmenden Kinder wäh end 'des Spazierganges und dann in der „Deutschen Eiche" durch Spiele besonders beschäftigt werden. (Siehe Anzeige.) — Der Wartburg-Verein veranstaltet am kommenden Sonntag, abends 8 Uhr, in Aus dem besetzten Gebiet. Berlin, 17. Mai. (WTB.) Die Abgeordneten der beiden rheinischen Wahlkreise D ü s s e l d 0 r f - O st und --W e ft hab-. 1 vor einigen Tagen ein Telegramm mit Bezug auf die Aufhebung der Besetzung der Städte Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort an die Konferenz von Genua gerichtet. Koblenz, 17. Mai. (Wolff.) Die Interalliierte Rheinlandkvmmission hat die „Tägliche Rundschau" in Berlin vom 15. d. M. ab für drei Monate im besetzten Gebiet verboten mit der Begründung, daß verschiedene Artikel die Sicherheit der Be- satzungsttuppen zu beeinträchtigen geeignet seien. bei häuslichen Schularbeiten von jüngeren zu 1 älteren Altersstufen derartig zunimmt, daß 50 I v. H. und mehr der Schüler nherer Klassen höherer Zeichnung feine Abänderung kn den Abmachungen von Riga eintreten dürfen. Hierauf wurde die Sitzung auf nachmittgs 4,30 Mr vertagt. Eine Einigung. Genua, 17. Mai. (Spezialbericht des Vertreters des WTB.) Heber das Ergebnis der heutigen Sitzung der Unterkommission verlautet, daß sie zu einer Einigung führte. Als Ort der Konferenz, die sich mit der weiteren Beratung der russischen Frage befassen wird, ist Haag ausersehen. Morgen findet eine Vollsitzung der politischen Kommission statt. Am Freitag dürfte voraussichtlich um 9 Mr vormittags die letzte Vollsitzung der Konferenz eröffnet werden. Die Delegationen werden vermutlich am Freitagabend oder Samstag abreisen. Genua, 17. Mai. (Spezialbericht des Vertreters des WTB.) Die heutige Vormittags- s i tz u n g der ersten Unterkommission hat bei allen beteiligten Delegationen, mit Ausnahme der Iapaner und Rumänen, einen verhältnismäßig guten Eindruck hinterlassen, weil man das Gefühl hat, daß die Russen ehrlich bestrebt find, zu einer Einigung zu gelangen. Der schweizerische Bundesrat ist weniger davon überzeugt und glaubt, daß die Russen die Konferenz hinschleppen wollen, um ihre Sondervertrüge möglichst noch hier unter Dach zu bringen, ehe der Gottesftiede Th Kraft tritt. Die geringste Freude an der heutigen Sitzung hatten zweifellos die Iapaner und Rumänen. Hayahi trat dafür ein, daß die russische Delegation unter keinen Umständen als Dertteterin der verschiedenen Sowjetrepubliken anerkannt werde. Dratianu war besonders darüber aufgebracht, daß russischerseits gesagt wurde, daß Wvangel im Südosten Europas neue Vorbereitungen für einen neuen Angriff auf Rußland treffe. Damit könne nur Rumänien gemeint fein. Er lehne es namens seines Landes ab, auf derartige Verdächtigungen einzugehen. Tschitscherin legte hieraus vier Photographien von Originalbriefen vor, aus welchen hervorgeht, daß die Vorbereitungen Wrangels tatsächlich in die Wege geleitet wurden. Trotz dieser Zwischenfälle ist man aber besonders in englischen Kreisen mit dem Verlauf der heutigen Ätzung sehr zufrieden. Der WunschTschi- tscherins, Deutschland zur Kommission zuzuziehen, machte auf Lloyd George einen gewissen Eindruck. Französifcher- feits wird erflärt, daß Lloyd George und Dar- thou wahrscheinlich kurz vor der Sitzung am Nachmittag noch einmal zusammentreffen. S ch a n z e r unterstützt lebhaft den Wunsch der Russen, Rom als Sih der Kommission zu wählen, während Lloyd George auch mit dem Vorschlag London einverstanden ist. Genua, 17. Mai. (Spezialbericht des Vertreters des WTB.) Nachdem in der heutigen Nachmittagssihung der Unterkommission der ersten Kommission Tschitscherin der Wahl des Haag als Versammlungsort der einzusehenden Kommissionen zugestimmt hatte, nahm die Unterkommission ferner- am Wortlaut des Artikels 6 ihrer jüngsten Note zwei Wanderungen vor. Durch die eine Abänderung soll bei der Erwähnung des Burg» sriedenspalles llargestellt werden, daß unter dem Wort „Sowjetrepublik" alle acht un- besonderer Berücksichtigung der aufreibenden Betätigung der letzteren an der Börse. Einige Methoden zum Nachweis des Grades geistiger Ermüdung wurden vorgeführt und bann ihr Eiw luß auf das Gefäßsystem erörtert, an dem sich manchmal schon frühzeitig fllerotifche Veränderungen bzw. ein erhöhter Blutdruck Nachweisen lassen, der für den Betroffenen verhängnisvoll werden kann. Die Ansicht, daß die damit zu- ammenhängende Schlagaderverkalkung lediglich eine Alters- und Abnuyungskrankheit fei, wurde durch Hinweise auf das Vorkommnis der sog. Zraefklerose in jugendlichen Iahren zurückgewie- en. Auch wurde betont, daß die Schlagaderverkalkung nicht etwa nur eine Folge von Ueberreizun- gen moderner Lebensweise sei, sondern schon im Altertum auftrat, wie Untersuchungen der Ader- Wand ägyptischer Mumien, die gezeigt wurden, ergeben haben. — Nächster Vortrag am 23. Mar: Schluß der Besprechung über Beziehungen zwi- chen Beruf und Erkrankung bei Geistesarbeitern und Künstlern. *' Der OberhessischeSängerverband veranstaltete eine Sängerfahrt nach Lollar, die von den beteiligten Vereinen zahlreich beschickt war. Die Gesangsvorträge wurden eingeleitet durch einen Ehor der Lollarer Sängervereinigung. Daraus begrüßte der Derbandsvorsitzende, Rektor Valentin Müller aus Gießen, die Sänger durch eine Ansprache, in der er auf die hohe Bedeutung des deutschen Liedes und seiner Pflege für die Gesundung der Volksseele hinwies. Das deutsche Lied muß auch jetzt wieder ein Heilmittel werden, das die Seelen kräftigt für die schweren Aufgaben, die dem deutschen Volke gerade in den gegenwärtigen traurigen Zeiten und in unserer ungewissen Zukunft gestellt find und noch gestellt werden. — Die Gesangsvorträge selbst zeugten von dem regen Eifer, mit dem die Verbandsvereine die Pflege des Männergesangs wieder aufgenommen haben. Preise wurden — den Grundsätzen des Verbandes entsprechend — nicht verteilt. Die Beurteilung der Leistungen batten Univ.-Musikdirektor Professor S r a u t m a n n und Musiklehrer Franz Dauer übernommen; ihr Urteil über die Einzelleistungen und die daran sich anschließenden Winke und Rat- chläge wurden nach Beendigung der Vortragsreihe in gemeinsamer Sitzung aller Vorsitzenden und Dirigenten mitgeteilt und dankbar entgegengenommen. Mit Dankesworten des Vorsitzenden an alle, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hatten, schloß die offizielle Feier, doch wurde in gemütlichem Zusammensein noch manches schöne Lied gesungen. — Der Oberhessische Sängerverband kann mit hoher Befriedigung auf eine Frühlingssängerfahrt zurückschauen. "* Zum Eintritt m bie Reichsmarine werden von der Marinestatton der Nordsee junge Leute im Alter von 17 bis 22 Za-Hren gesucht. Die näheren Bringungen mb aus der Bekanntmachung im he-rttgen Anzeigenteile ersichtlich. •• Vogelsberger Höhen-Club. Die diesjährige Hauptversammlung desVHC. inbet am 27. und 28. Mai in Fulda statt. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Neue Aula, 8 Uhr: Vortrag des Naturheilvereins. — Im Zelt der Deutschen Zelt- mission, Oswaldsgarten, nachm. 4 Uhr: Dibel- edläiung; abends Vz9 Uhr: Vortrag, Thema: Schicksalsschläge. — Astoria-Lichtspiele, ab heute: „Das Panzergeschoß", 6. Teil. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kaiserin Elisabeth von Oester- nötig macht, wird angenommen. Der neue Anstellungsvertrag mit dem Beauftragten Nessel (Offenbach) findet Genehmigung. Der vvrgeschla- gene Berufungsausschuh wird autgeheißen und der Erhöhung der Tagegelder und Reisekosten zu- geflimmt. Eine Satzungsänderung, die innere Der- waltungsangelegenheiten betrifft, wird genehmigt. Ueber das Lehrlingswesen, sowie über die beabsichtigte Kreditaktion werden aufflärenbe Mitteilungen gegeben. Wünsche und Beschwerden sollen alsbald dem Vorstand eingereicht werden. Ueber die Handwerker^entralgenossenschast berichteteMit- glich Hillgärtner. Der Umsatz des letzten Jahres betrug etwa 60 Millionen Mark, wovon allein auf das Schreinergewerbe über 7 Millionen Mark entfielen. Mehrere Anfragen sollen durch persönliche Aussprachen Erledigung finden. cßen keinen Aufenthalt nehmen. EinemI Lehranstalten kurzsichtig sind. Seit ter in vielen tv,r in w-ilenden Schulen durchgeführten Emrichtung d^ ungeteilten Unterrichts ist ein erfreulicher Rückgang der Myopie zu verzeichnen. — Der Vortragende besprach dann die geistige Ermüdung der studierenden Iugend, der akademischen Berufe sowie der Bankbeamten und der Geschäftswelt unter der Turnhalle am Oswaldsgarten (Steinstraße). wn uuugu jivuuje« einen Iuaendwerbeabend, verbunden mit Fa-1 den süddeutschen Metallindustriellen-Verbänd« abhängigen und alliierten Sowjetrepubliken zu verstehen sind. Die zweite Abänderung sieht vor, daß der Durgfrie- Mens Pakt nach Beendigung ant> bei sMdeutschen Gewerkschaften ■SertwnNjn- gen, an denen und) der Frankfurter Metall- arbeiter-Vcrbaird kl nimmt. Di: Metallarbeiter sollen sich bereit erklärt haben, nach fron Vorschlag des Reichs rbeitSministers 47 Arbcits- siunden und eine Pflichtüderst^nde zu übernehmen. Die Metallindustrie besteht aber auf 43 Arbeitsstunden. Sollte eS in München zu einer (Süu- gung kommen, so hätte diese auch für den Franl- sutter Bezirk Geltung. Die Kündigungen würden bann -urückgenammen und die Aissperrungen würden unterbleiben. • fpd. Frankfu rt a. M., 17. Mai. An der Ecke Thociterplatz und Doethestraße (tieft ein meistens mit Ausländern besetzter Fremdenrundfahrtwagen mit einem Zuge der Straßenbahnlinie 3 zusammen. Der Wagen wurde umgeworfen, sämtliche Insassen stürzten hinaus, wobei fünf von ihnen schwere Verletzungen erlitten. Die übrigen wurden leichter verletzt. — Bei den umfangreichen Streifen der Sittenpolizei in den beiden letzten Nächten wurden wiederum 70 der gewerbsmäßigen Anzucht verdächtige Frauenspersonen festge- nommen, von denen der größere Teil geschlechtskrank war. Seit der Aufhebung der öffentlichen Häuser hat sich die Zahl der heimlichen Prostituierten ganz erheblich gesteigert. fpd. Kassel. 17. Mai. In einer der letzten Nacht 6rannte bei Ihringshausen die Starkstromleitung durch. Zur Verhütung jeder Gefahr stellte man einen Wachtposten auf. Kaum hatte dieser, ohne auf die Ablösung zu wanen. seinen Posten verlassen, als ein 1^ hriger Junge vvrbeikam. den herabhängenden Draht anfahte und auf der Stelle getötet wurde. Schlichtungsausschuft der Provinz Oberhcsscn. Verhandlung vom 16. Mai 192 2. Dem Arbeitgeberverband für Handel and Gewerbe in Gießen -tnb den Angestelltem- verbänden wurde folgende- durch Schiedsspruch vorgeschlagen: 1. Mit Wirkung vom 1. Mai 1922 sind bet kaufmännischen Angestellten des Großhandels die am 7. April im Kleinhandel für den Monat April D2reüüxirten Gehaltssätze mit einem Zuschlag von 20 v. H. zu zahlen. Der Hi'.sSbuchhalter über 28 Jahre tarne hiernach auf monatlich 3000 Mt., der Buchhalter auf 3600 Mk. und der abschließende Buchhalter auf 4080 Mk. Die Zulage beträgt etwa 25 v. H aus die Märzsähe de? Großhandels. Für den April soll es bei den Märzsähen bleiben 2. Weibliche Angestellte erhalten wie bisher 90 v. H. der Sähe der männlichen Angestellten. 3. Verheiratete Angestellte und alleinige Ernährer erhalten einen monatlichen Zuschuß von 200 Mt., statt bisher 150 Mk. 4. Auswärtige Angestellte die bei ihren Angehörigen weder essen noch wohnen können, und alleinstehende erhalten einen monatlichen Zuschuß von 150 Mk., statt bisher 100 Mk. 5. Sine Neuregelung der Aufwandsentschädigung der Lehrlinge bleibt zunächst der Vereinbarung der Parteien überlassen Es werden jedoch auch hier die rm Kleinhandel für April vereinbarten Sähe mit entern Zuschuß von 20 v. H für entsprechend gehalten. — Die 'JSar- teien erhielten Grklärungssrist bis zum 20. Mai mittags 12 Ahr. Turnen, Sport und Spiel. * Dichencr S. E. 1900-1848 Kassel 3:0 Der Gießener S. C. v. 1900 empfing mit seiner Ligamannschast die Liga-Slf des diesjährigen Gaumeisters 1848 Kassel. Der AuSgang des Spiels schien Eingeweihten nicht zweifelhaft. Hatte doch gerade unser Gießener Gauliga--Vertreter eine Krise durchzumachen, die ihn nicht zu Erfolgen kommen lieft. Doch die zahlreichen Sportanhänger, die am letzten Sonntag den Sportplatz an der Hardt besuchten, wurden aufs angsnebmste enttäuscht. Denn 1900 lieferte — das zeigte sich gleich zu Beginn — ein ungekünsteltes, erfolgversprechendes Spiel: 3m Feld raumgreifende Kombination, vor dem Tor ein sicheres Ausnützen der dadurch geschaffenen Torgelegenheiten. Zwar bot der Sturm der Gäste technische Feinheiten und bewies, daß er in den Spielen um die Westdeutsche Meisterschaft viel gelernt hat. Dennoch war 1900 'ihm völlig gleichwertig, so daft der Sieg vollauf verdient war, schon durch den Eifer, den die Mannschaft an den Tag legte. — Die Leitung des Spiels lag in bewährten Händen: Der Obmann der Gießener Sch -Bga. schiedsrichterte mit gewohnter Sicherheit. — Am Icmmcnben Sonntag spielt die erste Hockey-Mannschaft gegen den rühmlichst bekannten S. E. 1880 Fran^urt: die 3. Mannschaft gegen 1. F. B. Lollar. — Eine radsportliche Glanzleistung vollbrachte am Sonntag der Schweizer Oscar Egg. Er leistete am Vormittag dem Bordeaux—Paris-Sieger Francis Pelissier über eine Strecke von 71 Km. von Chätellerault bis Tours Schritlniacherdienste, bestieg in Tours den Schnellzug nach 'JkiriÄ, wo er um 1 Uftr eintraf, und bestritt gleich darauf auf der Prinzenparkbahn ein Match hinter Tandemführung in drei Läufen (10 und 20 Km. und Verfolgungsrennen) gegen den Belgier Deruhter und den Australier Roß. Egg gewann alle drei Läufe leicht. — Internationale Radrennen. Auf der Bahn in Turin bestritt der deutsche Dauerfahrer Waller Sa wall ein 50-Kilomcter» Dauer rennen in zwei Läusen mit den Italienern Bordoni, Ferrari und dem Franzosen Parisot. Sawall, der im 20-Kilometer-Laus 3. und im 30-Kilomcter-Lauf Zweiter hinter Bordoni wurde, belegte hinter diesem im Gesamtergebnis den zweiten Platz. — In Saarbrücken ae- wann Roscllcn den Großen Preis von der Saar über 50 Kilometer in 49:10 vor Wegmann. Weiß und Vermeer. Weiß dagegen siegte im 30-Kilometer-Rennen gegen Rofeilen, Vermeer und Wegmann. — 'Der zweite Genfer Renntag \ sah den Schweizer Meister Paul Suter im Stundendauerrennen als überlegenen Sieger mit 67,050 Kilometer vor Cvlombatto und Fostier. — In einem Zweierkampf schlug Kaufmann den Australier SpearS in zwei Läufen. — 3m Flieger treffen siegle der Engländer Barley gegen den Franzosen Dupuy. — 'Der Holländer Mveskvps iperbe auf der Balm zu R o a n n e in einem Einladungsfahren von dem Franzosen Sergent geschlagen. Schuhputz 47781 hervorragend in Glanz und Qualität. 1____L_LL_LSL-HJ2L_2L"g auf den Tisch als erfrischende Nachspeise Ä 4* ein Zu jeder Jahreszeit wird es bei Jung und Alt gern gesehen, wenn kommt. Mit frischen gekochten oder eingemachten Früchten, mit Rhabarber oder mit Fruchtsaft angerichtet. Ist dies zugleich eine nahrhafte und gesunde Speise. Der besondere Zusatz von knochenbildenden SWnSik den Gebrauch von Änpulver Schneekönig nicht hinaus, bis Ihre Wäsche von scharfen Waschmitteln zerfressen ist. Gießener Theaterverein Samstag, den 27. Mai 1922 Anfang 6'/, Uhr Ende nach 9 Uhr Am Sonntag, dem 21. Mai, nachmittags 2 Uhr, findet im großen. Saale des Caf6 Leib ein öffentlicher Vortrag statt über das Thema : MIM Geheimleiden, A nsteckungen, Erpressungen und ihre Forderung durch den neuen Gesetzentwurf Redner: Dr.med.phil.jur.dent. Hammer, Berlin. Studenten, Arbeiter, Bürger willkommen. Freie Diskussion und Fragebeantwortung! Zur teilweisen Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 3 Mk. erhoben. Homöopathischer Verein, Gießen. glllllllllllllllllllllllllllll^ Der Vorsitzende: Br. Sommer, 4850D D eintreffenb: 4875a 4863h stattsindemen Verschiedenes. 4880v Der Vorsitzende: Keller, Oberbürgermeister. Hüttenberg" statt. 4834 D von Budenbesitzern bis spätestens Der Dorstand. . Juni erbeten. Lichtspielhaus Bahnhofstraße 3i 'c verschiedene Sorten, billigst 4765 Hinter der Westanlage 11, Teleph. 178 3. 4. 1. 2. Schnellranker f zu widmen, eingestellt. Bewerber dürfen keine Brillenträger sein und müssen bei einer Min- destgröge von 1,56 Meter ein Nacktgewicht von 56 Klg., bei 1,80 Meter ein solches von 69 Klg- nachweisen. Gesuche mit ausführlichem Lebenslauf sind zu richten: An das Einstellungsbureau der Schiffs-Stamm-Dioision der Nordsee (Personalamt), Wilhelmshaven. Dort wird auch auf Wunsch jede weitere Auskunft erteilt. Persönl. Vorstellung ist zwecklos. 4843 Salzen in Dr. Oetker's Puddingpulver macht diese zu einem hervorragenden Nährmittel für heranwachsende Kinder, und sollte diesen,so oft als möglich vorgesetzt werden. Tagesordnung: Geschäftsbericht. Bericht über die Einnahmen und AusgaßeW für 1921 und Entlastung des Rechners. Ersatzwahl eines Ausschuftmitgliedes. Ärkgcrocrctn Gießen Sonntag, den 21. Mai 1922 Familien - Ausflug durch den Berawerkswaid nach Klein-Linden (GastbauS Deutsche Eiche). Abmarsch 2'/, Uhr vom Ludwigtzvlatz. T-Träger NP 13 —16, oder Bau- schienen In diversen Längen zu kaufen gesucht. || Fiep» NP 18-30, U-tlSen abaugeben. Start Hardt, Dillenburg. 4598 Nordsee-Cabliau, kopflos Pfund Mk. 12.-, 14 - Prima Leelnchs, kopflos Pfund Mk. 10.-, 12.- Frische Gratschellfische Pfund Mk. 9.— Nordsee-Lchcllfische z. Kochen Pfund Mk. 12.50 Frische Fischkoteletts Rauchfchellfische Geräuch. Seelachs in Stücken Gebr.Berdux Die aus China stammende Värwtnde inicht zu verwechseln mit unfern Gartenwinden 'J ist die beste Schlingpflanze für Bal- fone, Lauben, Gitter, Töpfe, Graber und drei« land, sie ist in Deutsch» land vollständig minier» bart hält den strengsten Printer ohne jede Decke im Freien auS. 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Mai, in dem von Nauheim um 2 ilfjr 59 nach Gießen abgehenden Zug allein in dem Kupee weiterfuhr, die Güte haben, die von der in Nauheim aus- gestiegenen Dame zurückgelassene Handtasche in welcher sich aufter Bargeld und Kurkarte auch ihr Reifepaft nebst anderen Sachen befand, selbe gefälligst an die Eigentümerin, Fräulein Gleanor Polfon, im Hotel Augusta Viktoria, 03ab* Nauheim, retournieren. 4872D Am 25. und 26. Juni ds. Is. findet in Hochelheim das 50. Stiftungsfest des Kriegervereins, verbunden mit dem Derbandsfeste des Kriegerverbandes Wir M Hetlol für Hemden und Hemdblusen Feinste Elsässer Qualitäten in modernen Mustern Erstklassige gesunde einmal geoslanzk, mit ihr. saftigen Grün u. Blüten. Sie ist eine unermüdliche Blüderin, die ganz dicht gefüllten groben Blüten überdecken über und über die ganze Pflanze gleich vom ersten Jahre ab den ganzen Sommer hindurch. 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Mal, nachmittags 4 Uhr: MW awSat,s' OlmmelfaOtttont mit Familie nach der Wctjiirg-®r.-Buietf Abm.7 Uhr v. d.Moltffestr. Iahlr. Beteilig, erwünscht. 4886] Der Vorstand. 1869-1919 Sonntag, den 21. Mai: SmeiWsW l>. Iedeiwlttm.il. cotlllk zum Besuch der dortigen Alterskollegen. Unterwegs Picknik im tzangelstein. Abmarsch 10 Uhr Stadt Marburg. Nachzügler, oder b. schlecht. Witterg. fahr, sämtl. Teiln. 3.27 per Bahn nach Lollar. Treffp. dorts. DeuffchHaus. 4879] Der Vorstand. H1S. V. vh ühr: Kräniehen. Vor- dL K. 4851c Staat des b schlag sie t>< noch -er Sink die 2 gernl Absch rechne gegen ein ve stellur sancke' Mgl Leben ttacht der 5 Ivegei beai Mg darin über noch nami Insg satzes Mck amten stellet vm i stcht diens fälefr Willi rm n Willi tm T den I Tech regte iEorti wird könne betra Laste der! gäbe lione laff. Wack teniTj Mach Wag endgü antel! das । her. Weser Telec 5,5 Q gestel die j gemj straß 17 I Wack der ® dvrges 1921. Poster leid Wil mehr Willi« herig Reick W den geger rung Kor Üvner Dark Aom rr.F°t 2ln Nau tzll ie Ntti hunfe öer-j derblc Darr Dens Hchnv -«rnn öetls« sie dj, andtz drnkr den 3 Anstel _ 2 lKe Nr. 16 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)Donnerstag, (8. Mai -922 Der neue Staatsvoranschlag. Dem hessischen Landtage ist vom Atnan-minister der neue Staatsvoranschlag zugegangen. Lieber die Lage der StaalSfinanzen wird in dem Entwurf folgendes bemerkt: Die Abfchluhsumme des Voranschlags überschreitet erstmals die Milliarde, sie beträgt 1 156 140 815 Mk., während sie noch 1921 rund Vs Milliarde ausmachte. 3n der Hauptsache ist diese Steigerung auf das Sinken unserer Währung zurückzuführen, dem die Ansätze des Voranschlags, wenn auch zögernd, folgen müssen. 3m Vergleich zu dem letzten FriedenSvoranschlag (1914) mit einer Abschluhfumme von 75,8 Millionen Mark, berechnet sich die Steigerung auf das 15fache, gegenüber der allgemeinen Preissteigerung ein verhältnismäßig niedriger Satz. Bei Aufstellung des Voranschlags wurde größte Sparsamkeit beobachtet; für neue Aufgaben find Äusgabeüeträge nur eingestellt worden, wenn Lebensnotwendigkeiten des Staates in Betracht kamen. Unter den Mehrausgaben stehen der Höhe nach voran die Mehrforderungen wegen der Dienstbezüge der Staatsbeamten usw. Das starke Anschwellen der Ausgabeziffern aller Hauptabteilungen findet darin in der Hauptsache seine Erklärung. Darüber hinaus war in einem Aachtragsetat noch eine Ergänzungsforderung für die genannten Zwecke mit 132 350 000 Mk. zu decken. Insgesamt mögen sich nach Abzug eines Ersatzes aus der Reichskasse von 50 Millionen Mark die Gesamtaufwendungen für die Beamtenschaft auf rund 540 'Millionen Mark stellen gegenüber einem Aufwand in 1914 von rund 30 Millionen Mark. Wie bekannt, steht eine weitere Erhöhung der Beamten- dlenstbezüge vom 1. Mai l. IS. ab bevor. Der Mehraufwand hierfür wird sich auf etwa 110 Millionen Mark belaufen (nachträglich erfahren wir. daß der Betrag sich auf etwa 160 Millionen Mark erhöhen wird), der allerdings im Voranschlag noch nicht vorgesehen werden konnte. Andererseits lassen die neuesten Verhandlungen der Länder mit der ReichS- regierung einen höheren Reichszuschuß erwarten. Aber auch im günstigsten Falle wird das nicht die Wirkung haben können, den voranschlagsmäßigen Fehlbetrag zu beseitigen. Der sogenannte Lastenausgleich bringt auf dem Gebiete der Ortspolizeikosten eine Mehrausgabe von 16 580 000 Mk. (zuf. rund 37 Millionen Mark), und auf dem Gebiet der S ch u l° lasten eine Vermehrung um etwa 24 700 000 Mark; der Ausbau der Fortbildungsschulen verursacht der Staatskasse einen Aufwand von zunächst 10,1 Millionen Mark. Der Voranschlag für die S ch u y p o l i z e i steht noch nicht endgültig fest; vorsorglich war ein Landesanteil von 10,2 Millionen Mark einzustellen, das sind 4,9 Millionen Mark mehr als bisher. Auch die sachlichen Ausgaben muhten wesentlich erhöht werden; allein für Porto, Telegraphen- und Fernsprechgebühren mußten 5,5 Millionen Mark mehr als für 1921 eingestellt werden. Der besondere Zuschuß an die Äreife für eine planmäßige und sachgemäße Unterhaltung der Kreisstraßen ist von 9 Millionen Mark auf 17 Millionen Mark, also um 8 Millionen Mark erhöht worden. Für die Unterhaltung der Gebäude sind rund 10 Millionen Mark vorgesehen oder 6,7 Millionen Mark mehr als 1921. Eine Reihe von namhaften Ausgabe- Posten, wie die Unterstützung notleidender Kleinrentner, zur besseren Milchversvrgung von Städten und Gemeinden usw^ sind vom Landtag bereits be- willigt worden. 2lls Antelle an den bisherigen Reichssteuern find vorgesehen aus der ReichSeinkommensteuer (für das Land) 326 Millionen, wovon 166 Millionen Mark in den Ausgleichsstock fließen. Das bedeutet gegen den Voranschlag 1921 eine Verbesserung von 88 Million. Mk. Als Anteil an der Körperschafts st euer wurden 27 Millionen Mark vorgesehen (1921 nur 666 000 Mark), wovon 17'/° Millionen in den AuS- gleichsstvck abzuführen sind; als Anteil an der Erbschaftssteuer 2,3 Millionen (gegen V2 in 1921); als Anteil an der Umsatz st e u e r 48 Millionen (10,8 im Vorjahre) und als Anteil an der Grunderwerbs- fteuer 5,5 Millionen (5 Millionen im Vorjahre). Als Anteil an den kürzlich neugeschaffenen Reichs steuern sitrd vorgesehen bei den Kraftfahrzeug steuern 1,25 Millionen Mark und bei der R e n n w e 11 - steuer 2,1 Millionen Mark. 3nsgesamt sind hiernach die Anteile des Landes aus Reichssteuern veranschlagt zu (412 700 000 Mk. abzüglich 121 500 000 Mk. Abführung an den AuSgleichSstock) 291 200 000 Mk. oder 143 Millionen mehr als für 1921. Aus der Grund- und Gewerbesteuer erhofft man einen Betrag von 50 Millionen Mark (1921: 27,1 Millionen). Die bisherigen Säye sollen verdoppelt werden. Diese Erhöhung läßt es angezeigt erscheinen, von der Möglichkeit des Steuererlasses aus BMgkeitSgründen mehr als bis- ber Gebrauch zu machen. Um die Zahl der Einzelgesuche nicht so sehr anwachsen zu lassen, fft beabsichtigt, für Fälle bestimmter Art (z. B. bis zu einem bestimmten Einkommen bei verminderter wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit infolge von Verschuldung, Krankheit. starker Kinderzahl usw.) allgemein Befreiungen vorzusehen. Die Einnahme aus Stempel ist mit 25 Millionen eingestellt gegenüber 10 Millionen von 1921, die aus dem Verkauf von Rutz- und Brennholz mit 140 Millionen (gegen 90 Millionen im Vorjahre), aus Pacht und Miete von Kameralgütern rund 8 Millionen (1 460 000 Mk. im Vorjahre), aus den Gütern unter eigener Verwcllluna (Wiesen) 3,4 Millionen (1,4 im Vorjahre). Der Anteil an der ßotterierente konnte auf 2,5 Millionen Mark erhöht werden (im Vorjahre 784 200 Mark). 3n dem Voranschlag über die Staatsschuld sind jetzt die Einnahmen und Ausgaben für den Dienst der in Anrechnung auf den Uebernahmepreis der Staatseisenbahnen auf das Reich übergegangenen hessischen Staatsschulden außer Ansatz geblieben, da sie im Reichsetat aufzubringen sind. Der Stand der hessischen Schuld wird auf den Beginn des neuen Rechnungsjahres zu 140 Millionen Mark nachgewiesen, worunter 110 Millionen Mark 2lnleihe zu Zwecken des Wohnungsbaues. Ein Vergleich der Einnahmen und Ausgaben ergibt einen Fehlbetrag von nmb 175 Millionen Mark. Es bleibt Vorbehalten, falls der R e ft ft o d nach Abschluß von 1921 noch einen Bestand aufweist, diesen in erster Linie zur Deckung des .Fehlbetrages der 1922er Rechnung heranzuziehen und erst zur Deckung des Restes den Staatskredit in Anspruch zu nehmen. 3m außerordentlichen Voranschlag werden rund 70,1 Millionen Mark zur Deckung außerordentlicher Ausgaben, itrsbesondere solcher baulicher Art eingestellt; ein Tell dieser Ausgaben ist bereits vom Landtag bewilligt. Der Gesamtvoranschlag schließt mit 1 408 505 949 Mark in Einnahmen und Ausgaben ab. Deutscher Reichstag. 212. Sitzung, vormittags 11 Llhr. Berlin, 17. Mai 1922. Fortsetzung der zweiten Beratung des Haishalts des Reichsarbeitsamts. Reichsarbeitsminister Dr. Braun: Wenn man die Bielgeschäftigkeit des Reichsarbeits» ministeriurns kritisiert, darf man nicht vergessen, daß unsere Revolution nicht rrlr eine politisch: Umwälzung, sondern vor allem eine soziale Umwälzung war. Die Gesetzgebung kann aber du: Entwickelung nur schrittweise folgen und so müssen wir unausgesetzt neue ge^geberischc Maßnahmen für Alters-, Invaliden- und Unfall- Versicherung treffen, denen stets wieder neue Forderungen ber Arbeiter folgen. Keine einzige Partei bleibt mit ihren Forderungen hinter denen der anderen zurück. (Heiterkeit.) Man klagt vielfach, daß in der Vielheit der Gesetze sich die einheitliche Linie vermissen lasse. Aber alle diese Gesetze bessern die Rechtsstellung der Arbeiter zur Wirtschaft und bestreben sich, den arbeitenden Menschen als solchen zu erfassen. Alle Probleme kann man freilich nicht mit einem Schlag durch dicke Gesetzbücher lösen. Dazu kommt der heute etwas schwerfällig? Gang unterer Gesetzgebung. Ausgearbeitel wird zur Zeit ein Entwurf der Wochenhilse und des Stillgeldes Gefordert wird eine Aenderung der ländlichen Unfallversicherung. Bon besonderer Bedeutung sind aber die sozialen Gesetze im Interesse der Bolke- gesundheit, hauptsächlich der Entwurf aji Vc- rämp>,ung der G.schllchtskrankhri en und der Trunksucht. Die Regelung der Arbeitszeit tm Bergbau ist noch nicht als erledigt zu betrachten. Der Reform des Fürsorgegesetzes stimmt die Regierung zu. Die Kaiser-Wilhelm-Akademie und die militärärztliche Bildungsanstalt sind von der Regierung übernommen worden und die letztere wird als gewerbehhgienische Anstalt erhalten bleiben. Die soziale Gesetzgebung ist ebenso unentbehrlich für den wirtschaftlichen Aufbau, tote für den inneren Frieden. Deshalb werden wrr unseren Weg weitergehen. (Beifall.) Abg. Frau Schröder (6.) erblickt in dem Detriebsrätegesetz den Anfang für eine freiere Stellung des Arbeiters. Aber von Gesetzen allein dürfen die Arbeiter ihr Heil nicht erwarten. Erst durch die Beschränkung der Arbeitszeit ist dem Arbeiter das Familienleben gesichert worden und dadurch ist auch die Arbeitsfreudigkeit gestiegen. Deshalb müssen wir uns mit allen Kräften gegen die Unterminierung des Achtstundentages wehren. Trotz aller Schwierigkeiten muß ein einheitliches Arbeitsrecht kommen: ebenso ist ein Arbeitsnachweis Borbedingung für die rationelle Gestaltung des Wirtschaftslebens. Die Rednerin protesttert dagegen, daß im Ausschuß des Reichs- wirtschaftsrates den Hausangestellten eine 13ftün- dige Arbeitszeit zu gemutet wurde und meint, daß sich auch für die 5)eimarbeit vieles bessern lasse. Zedcnsalls werde die Hinzuziehung von Frauen zur Gewerbeaufsicht manchen Alebelftanb beseitigen. . Aus Borschlag des Präsidenten L ö b e_ wird die erste Beratung des Gesetzes über die Arbeitszeit im Steinkohlen- und Bergwertsbetrieb mit dem Haushalt verbunden Abg. Behrens (D.-R.): Allerorten zeigt sich Organisationsmüdigkeit. Es herrscht bei uns zu viel Klassen- und Kastengeist. Dies müssen wir überwinden und uns menschlich näher kommen. Wenn nicht ein Abbau der Pflichtleistungen bei den Krankenkassen erfolgt, muh es zu ihrem Zusammenbruch kommen. Der Redner fordert Erweiterung des Heimarbeiterschuhes, Ausdehnung des Arbeitsgerichtswesens und seine eventuelle Angliederung an die ordentlichen Gerichte. Der Achtstundentag kann im Bergbau und in den anderen gesundheitlich gefährdenden Betrieben verkürzt werden: sonst aber muh die achtstündige tägliche Arbeit geleistet werden. Wenn man schon von der Landwirffchaft verlangt, dah sie länger arbeitet, dah • das Volk nicht Hunger leidet, sollten auch andere Berufsstände diese Pflicht erfüllen Wir awllcn nicht am Achtstundentag rütteln, aber höher als die Doktrin des Achtstundentages steht uns die Lebensnot- wendigkeit des deutschen Volkes. Der Redner schließt seine Ausführungen mit enter entschiedenen Absage an den Terrorismus jeder Art. Abg. Karsten (llSP.) polemisiert gegen den Minister, dessen Mahnahmen der Einheitlichkeit entbehrten und geeignet seien, die Arbeiterschaft auseinanderzutreiben und verschiedene Arbeitszeiten einzuführen. Man habe den Eindruck, als ob es sich nicht um ein Arbeitsministerium, sondern um ein Arbeitgeberministerium handle. Auch bei den sozialen Versicherungen ständen Leistungen unb Beiträge nicht im richtigen Verhältnis. Die mehr als zweistündigen Ausführungen des Redners gipfelten in der Forderung, das Tempo für die Ausgestaltung der Sozialpolitik nach der Richtung zu beschleunigen, dah der unendlichen Rot der Arbeiterschaft tatsächlich abgeholfen werde. Auf die grohe Reform der Reichsversicherungsvrdnung könnten die Arbeiter nicht axlrten. Abg. Andrö (3ft.) spricht im Gegensatz zu dem Vorredner dem Minister ferne volle Anerkennung aus and dankt namentlich dafür, dah seine Geschicklichkeit bei dem Kampfe zwischen Aerzten und Krankenkasien uns vor einem Aerzte- streik bewahrt haben. Auch hinsichtlich der Erhöhungen der Zulage für llnfallrentner habe der Minister die Initiative ergriffen. Der 2tebner fordert Ausdehnung der llnsallversicherang auf die Berufskrankheiten und ersucht die Betriebsräte, weniger Politik zu treiben und "sich mehr der praktischen Erfüllung ihrer Aufgaben zu widmen, namentlich, wenn es sich um Schutzmaßnahmen für die Arbeiter handle. Hinsichtlich der Arbeitszeit liegen bet den einzelnen Derufs- grappen so verschiedene Arbeitsbedingungen vor. dah man nicht alles einheitlich in ein Acht- stundenschema bir.ei tzwingen könne. Denn fetzt aber die Metallarbeiter statt der gesetzlichen Achtstundenwoche wöchentlich nur 46 Stunden arbeiten wollten, und auf der anderen Seite noch zwei freie Tage herauSdrucken wollten, so sei doS kein Kampf um die Erkaltung des "2(4)1 fhinben- tageä, wie die Linkspresse tehaupte, sondern lediglich eine Machtprobe. Rur um den Massen vinen Gefallen zu erweisen, wolle tue Linke jetzt vom Arbeitsnachweis und der Arbeitslosenversicherung nichts mehr willen. Man müsse den Mut haben, auch einmal gegen die grohe Masse zu gehen Rur der Geilt eines christlichen Sozialistnus, wie ihn das ’.entrum vertrete, nicht der internationale Sozialismus werden utrS wirtschaftlich wieder gefunden lasten. (Beilall., Abg. Dr. Moldenhauer (D. Dp.) tritt für zielbewusste Sozialpolitik ein, meint aber, dah auch bk soziale Fürsorge lbrc Grenze an der finanziellen Lage des Reiches habe. 'Das Problem der Versicherung der Arbeitslosen, deren Mehrzahl sich rein zufällig in Berlin zusammen- zufinden scheine, sei schwieriger zu lösen, alS das der Invaliditätsversicherung, weil jeder Anhalt für die Berechnung der Leistungen fehle Jedenfalls dürfe die bewahrte Einrichtung ber Betriebskosten bei ber erforderlich werdenden Reform nicht verschwinden. Auch er lege grohen Wert au) den öffentlichen Arbeitsnachweis, wolle aber andererseits auch kein Monopol des öffentlichen Arbeitsnachweises schaffen, weil daS zu einem politischen Kampfmittel ausarten könnte. Ebensowenig halte er den schematischen Achtstundentag für einen Fortschritt. Der Redner wandte sich zum Schluh gegen den Terror unb forderte gesetzliche Kraft für die Sprüche des Schlichtungsamtes, namentlich bei den lebenswichtigen Betrieben. Abg. Erkelenz (Dem.) zollt dem Minister Dank für feine bisherige Arbeit, lehnt den Staat) • tionszwang ab, da er dadurch auch für die Arbeitgeber gelten könne und gibt seiner Freude darüber Ausdruck, dah alle sozialpolitischen Mahnahmen im Gegensatz zu früher einmütige Annahme im Reichstag finden. Jedenfalls muh der Gedanke bei Entstaatlichung ber Sozialpolitik bei allen Reformen erwogen werden, da Im Volksstaat mehr Selbstverwaltung Platz greifen muh. Auch er fei für die grundsätzliche Aufrechterhaltung des Acht slundentages. Die rein schematische Bestimmung aber, dah niemand länger arbeiten dürfe, halte er nicht für zweckmäßig. Abg. Schwarzer (Bahr. Dp.) meint, bah. wenn die Sozialpolitik auch augenblicklich sowohl bei den Arbeitnehmern wie bei den Arbeitgebern in schlechtem Kurs stehe, so werde dies doch wieder einmal anders werden. Auch die Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer könne eines Tages am Ende fein. Abg Bartz (Komm.) hält eine zweistündige Rebe, in ber er eine grohe Zahl bekannter unb neuer Forderungen aufstellt. Die soziale Rente müsse wenigstens das Existenzminimum umfassen. Die Arbeitslosenunterstützung bedürfe ber Erhöhung. Der Redner ergeht sich bann in scharfen Angriffen auf bie Schlichtungsordnung, wodurch den Arbeitern das Streikrecht genommen werden solle unb die ein Bruch der Verfassung und des Achtstundentages sei. Unsere sozialen Leistungen seien in ihrer jetzigen Form viel zu niedrig. Für die Arbeiterschaft gebe es demgegenüber nur eine Forderung: Erst die Erfüllung Der sozialen Pflichten, dann Erfüllung der Reparationen Wenn die Regierung sich dazu nicht aufraffen könne, mühten bie 2m)eiter auf ber Erfassung der Sachwerte bestehen. Damit schließt die allgemeine Aussprache DaS Ministergehall wirb genehmigt. Donnerstag mittag 11 ülhr: Kleine Vorlagen, ülrheberschutz gegenüber den Vereinigten Staaten unb Einzelberalung des Haushalts des Reichsarbeitsministeriums. Schluh 1 ilf/r. Aus Hessen. Die Kohlenproduttion in Hessen. * Darmstadt, 16. Mai. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Volksstaates Hessen wstst für den Monat April 1922 folgende Zahlen nach: An Roh- braunkvhlen wurden gefördert 43 383 Tonnen; verkauft wurden davon 16 430 Tonnen; der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereiprvdukten erzeugt: 1190 Tonnen Braunkohlenbriketts, 610 Tonnen Raßpreßsteine. Außerdem wurden in Hessen erzeugt 5732 Tonnen Steinpreßkohlen. An- Die Sakramentshex. Roman von Marie Kerschen st einer. 22. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) An einer Wand standen in Reih unb Glied sonderliche Retorten unb unzählige Fläschchen, zum Tell leer, zum andern mit verschieben gefärbten Flüssigkeiten gefüllt. 3n einem Rebenraum lagen bie getrockneten Heilkräuter in Schichten geordnet. Richt ohne Bekümmernis konnte Lene bie mumien- gleichen Kinder des Waldes unb der Heide sehen. Wie waren sie am Mutter herzen ber Ratur glücklich unb schön gewesen! Wie hatten sie sich freudetrunken tm Fähwind gewiegt und geduftet, dah es zu Herzen ging! Run war das feine Gerüst ber Blumenblätter zerknickt, ihr buntschönes Kleid verblaht, ihr Duft so herbe und streng geworden: Warum sargte man sie nicht ein, wie man mit Menschen tat? Doch als sie erfahr, dah sie tm Tob noch Liebe verbreiteten, Leidende von Schmerzen befreiten unb Böse Zaubermacht in Dann legten, staunte sie in eine neue Welt. Es verlangte sie zu willen, wie das Blumenblut 31 heilsamem Trank 's ich wandle. Eifrig beobachtete sie die Arbeit ber Alten, lernte ihre Kunstgriffe und war stolz darauf, dah sie es ihr ball, nach- tun konnte. So gewann Lene wieder Boden unter den Füßen. Es wurde kein Wort darüber verloren, Lene blieb bei der Alten, die sich der anstelligen Hllfe freute Aber Lenes Arbeit blieb nicht das trockene Schalten, wie es das Wurzelfräle betrieb. Sie [egte ihre Seele hinein, die gab'dem Rüchternen einen Schümng, der es zu einem Spiel voll Tiefe und Ernst umschuf. 3n den toten Psiänzlein. so glaubte sie, lebte die Kraft ihrer Seelen weiter. Unb weil das Wunder schaffende ber Blumenseelen Wesen war, muhte ber gesunden, ber bas Blumen- Blut trank. Die Vorgänge in ber Kräuterküche gewannen so für sie die Bedeutung seelischen Geschehens, bei dem ihr eigenes Herz vollkrästtg mitschwang. Wenn die Kräuter im Kessel luftig brodelten, fühlte sie mit ihnen die Wonne der Kraftentbindung, sie litt beim Anblick'der Wurzel, bie unter Tränen ihr 3nneres gab, wenn das Messer ihr Fleisch zerschnitt. 3hr eigenes Gefühl lebte in den toten Dingen und schuf sich die Welt, darin es leben konnte. Doch diese Welt war nicht nur von lichtem Schein, es gab auch Finstemisie barm, plötzlich enthüllt und schmerzlich wieder zugedeckt. Beim Brauen der bösen Mftftäutchen toirben sie wach. Denn es gab auch tückische Heidellnder, — böfe! Die spendten verderbenbringend ihr Blut! Für wen wohl? — fragt es in Lene, — für wen? .Euch mag ich nicht!" wehrt sie ffch gegen das empordrängende Gefühl in ihrer Brust. .Rur di? guten Kräutlein leibe ich gern!' Aber sie blinzeln sie verführerisch an unb besserwillend zugleich. .Sieh doch unser Blut, wie leuchtend schön und feurig gefärbt: 'Freude schallt es dem Menschenaug' und kein Arg weckfs in des Menschen Brust. — -ilnb doch! — Rur ein Tropfen in den Decher der Schlupfline —" »Zwei. zwei!" bricht's da aus Lene hervor, „unb — für den Daldsackerer und die Weberin? — Weiht du nicht Rat. du? Besinne dich!" „Richt ich, doch die Schwester nebenan. Sperr' ihre Seele in ein Flöschlein ein, — wer es öffnet, den verdirbt Hr Hauch!" ilnb Lene arbeitet mit bebenden Händen und einem schmerzenden Druck auf ber Brust. „Ein Kräutlein gibt's — die Alle hat es ihr vertraut — wer das anrührt, dem scheint nie der Liebe Glück. — .Herl Her!" übermannt es sie da .Für den Alois, so viel es nur gibt!" Die Arbeit fliegt von der Hand. Wild stürmt ihr das Herz, der Druck lastet darauf wie ein Berg: Bor ihren Augen schwimmt's und schließ- lich zergeht ihr wogend und sausend bie Welt. Rach bleischwerem Schlaf wacht Lene bann wieder aus. Schleier fiiti> wieder über den Abgrund gedeckt. 3hr Herz strebt von neuem dem Licht zu, weil es muh. Das Finstere ist nur fein kurzer Gast.-- 3n dieser Weise verging der Wmter, ohne dah sie seine Härten erheblich empfand. Sie fühlte sich nicht glücklich unb auch nicht das Gegenteil davon. Rur wenn sie den Faden suchte und nicht fand, ber bie Vergangenheit mit ber Gegenwart verband, bann wurde ihr schwer ums Herz. Wie abgetrennte Wellen lag das Andenken an die Pfarrburg unb die Erinnerung an das Dorfleben neben dem, was jetzt ihr Leben aus- machle. Dunkel empfand sie es nur, aber aus diesem dunkeln Gefühl wuchs die ilederzeag ing heraus und gewann Kraft, dah sie verwünschen fei: Verwunschen wie die Prinzessinnen im Märchenreich. Christines Aussaat trug so Fracht. Im Sommer lebte Lene fast ausschließlich in der freien Rcttur, Wurzln, Krätter und Beeren sammelnd, die für die Winterarbeit und ihren Unterhalt unentbehrlich waren. 3hr Leben lief neben dem ber Alten her, ohne es im Guten oder im Dösen sonberlich zu berühren. So waren einförmig bie Jahre vergangen bis zu dem Tag, an dem Lene in ber Heide von dem fremden Mann überrascht worden war. Die Begegnung toar für das menschenentwöhnte Kind ein erschütterndes Ereignis. Rack)dem Heiner dem Versteck, das sie seinem Blick entzog, den Rücken gekehrt hatte, um die Wanderung ins Dorf aufzunehmen, trieb sie die Reugierde, ihm nachzustellen. Vorsichtig, sichere Deckung wahrend, schlich sie in angemessener Entfernung hinter ihm drein. 3hre Verwunderung über bie an- gewohnte Erscheinung war grenzenlos. Mll offenem Mund sah sie den Unerklärlichen über die Gräben springen, sicher unb kühn, dah die Lust sie packte mitzutun. Sah wie ber Lfftz ig ihm die Locken zauste, dah sie hell unb flockig seinen Kopf umgaben, wie das Pelzchen des Löwenzahns den Fruchtstempel. Mutwillig ahmte sie, um ihn zu necken, die Stimme eines Wildvogels nach unb wenn er sich umdrehte, dann schoß sie, tödlich erschreckt, ins Heidegras, das pochende Herz gegen bie Erde gedrückt. ilnermübüd) trieb sie das lockende Sptei, zwischen Angst unb Lust hin mb her geworfen Schließlich gewahrte sie mit heißem Schrecken, dah sie dem Dorf, dem ängstlich gemiedenen, näher gekommen war, als es die Vorsicht erlaubte. Sie floh zurück, Immer wieder den Blick nach der rätselvollen Erscheinung wendend, so lange sie sichtbar war. Der Zufall führte sie an bie Ginsterhecke zurück, ui deren Schatten der Fremde Rast gehalten hatte. Richt ohne Scheu näherte sich Lene der Stelle, ringsum spähend, ob nicht ein Schimmer des Wunderbaren z'urückgebieben sei. Behutsam bog sie die blühenden Zweige auseinander, schmiegte sich in das Strauchherz und lief! die Blätterarme über sich zusammenschlagen, wie sie immer tat, wenn sie ihre heimlichen Feste feierte. (Forts, folgt.) ter Verückftryttgrmg der ans Vvrnwulttra übernommenen Bestände, sowie deS WsatzeS Lnd Geldswerbrauchs verblieben xnn Monats- schlich absatzfähig: 7382 Tonnen Rohkohlen, 40 Tonnen Briketts, 598 Tonnen Naßpreß- steine, zusammen 1340 Tonnen Braunkohlen und Draunkvhlenprodukte im Gesamtwert von 1 244 000 Mark. Vermischtes. * Schlecht belohnte Großmut. Ein bezeichnendes Beispiel dafür, daß die gute Absicht nicht immer genügt, um eine gute Lat auS- -uführen, ist das Schicksal der Werke Tolstois in England. In einem offenen Brief haben sich nämlich verschiedene hervorragende Männer darüber beschwert, daß es keine einzige anständige Ausgabe der Werke des großen russischen Dichters im Englischen gebe. Die Gründe dafür werden im „Manchester Guardian" darauf zurück- geführt, daß Tolstoi, der seine Schriften möglichst vielen zugänglich machen wollte, feierlich auf seine Urheberrechte verzichtete. Gr gestattete einem jei>en, feine Arbeiten nachgudrucken, zu übersetzen und zu verkaufen, in welcher Form und zu welchem Preis ihm beliebe. Das Ergebnis dieser großmütigen Handlung ist nun für England, daß kein Verleger es wagte, eine wirklich gute lieber- fetjung in vornehmer Ausstattung herauszubrin- gen. Hätte unter den Verhältnissen, die durch Tolstoi selbst hervorgerufen wurden, ein unternehmender britischer Verleger eine Gesamtausgabe begonnen, dann würde er damit wahrscheinlich einige Werke beliebt gemacht haben, und dann hätten andere Verleger diese Dichtungen In schlechteren, billigeren, vielleicht auch gekürzten Ausgaben auf den Markt geworfen und den Schöpfer der Gesamtausgabe schwer geschädigt. Außerdem aber ist man nach Ansicht des englischen Blattes Überhaupt geneigt, das etwas gering zu schätzen, was man umsonst bekommt. Das Sprichwort, daß man einem geschenkten Gaul nicht ins Maul sieht, hat nun einmal feine Richtigkeit, und wenn die Werke eines Dichters nur in billigen, schlecht ausgestatteten Bänden an- geboten jperben, dann macht der Leser unwillkürlich Rückschlüsse auf seinen inneren Wert. Tolstoi hat daher in Großbritannien nicht den Les er lr eis gefunden und nicht die Verbreitung erreicht, die ihm gewiß beschieden gewesen wären, wenn er nicht so großmütig seine Rechte verschenkt hätte. ------------ Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Der auf den Stationen aus liegende, am 1. Juni tn Kraft tretende vommerfahrplan bringt bedeutende Verbesserungen. So wurde auf der Strecke Gedern—Lauterbach infolge Der Rührigkeit der betreffenden Gemeinden ein neuer Zug eingelegt. Die Strecke Stockheim— ©eben: ging leer aus. Will man zu einer größeren Tageswanderung in den Vogelsberg, so ist dazu leider nach wie vor nur einmal in der Woche, am Montag früh, Gelegenheit gegeben. Den Anschluß an den neu eingelegten Zug ab Gedern 1025 älhr erreicht man nur nach 2V-stündiger Wartezeit in Gedern. Will man in Lauterbach Wetter, muß man sich wieder entsprechend gedulden. Ebenso wurde auf der Strecke Gießen— ^Gelnhausen keinerlei wesentliche Verbesserung er= »zielt, insbesondere das auf der Strecke Giesen— Jrrlda schon längst wieder eingeftchrte Eilzugs- »jxxrr immer noch nicht etngeführt. Hoffentlich genügen diese Zeilen, um die beteiligten Gemeinden, Behörden, Abgeordneten, besonders auch die V.H.E. sofort mobil zu machen, um noch bis zum 1. Juni ihre berechtigten Wünsche durchzusehen. Einer für viele. ßanfceL DerN», TL Bt BSrsettstlrn- mungSbild. 2ln der Börse hat sich in der lustlosen, abwartenden Haltung, die seit Wochenanfang wieder Platz gegriffen hat, nichts verändert. Zu ersten Kursen lag zumeist Angebot vor, so daß diese, obwohl auch vereinzelt, namentlich am Montanmarkt für oberschlesische Werte, Erhöhungen bis 30 Proz. zu verzeichnen waren, sich doch durchschnittlich 20—30 Proz. niedriger stellten. Als spater die Devisenpreise Neigung zu einer Versteifung zeigten, wobei aber die Geschäftstätigkeit nach wie vor gering blieb, veranlaßte dies die Spekulation zu Rückkäufen, so daß die anfänglichen Einbußen wieder hereingebracht werden konnten. Das Geschäft schleppte sich weiterhin träge dahin; Umsätze von einigem Belang fanden nur in Anglo Guano und Laurahütte sowie in wenig anderen Montanwerken bet mäßig erhöhten Kursen statt. Die Geschäftsstelle beginnt an Stärke auch auf den bisher lebhaften Markt für Auslandsrenten überzugreifen, wo jedenfalls die bisherige stürmische Aufwärtsbewegung zum Stillstand gekommen ist. Mit Ausnahme von ungarischen und einigen türkischen Renten, die bei wesentlich kleineren Umsätzen weiter fliegen, war der Kursstand in österreichischen Balkanrenten nur fnabp behauptet. Frankfurt a. M., 17 .Mat. Börsenstimmungsbild. Die Börse eröffnete den heurigen Verkehr in schwächerer Haltung. Einige Spezialwerte des Industriemarktes standen im Vordergrund des Interesses. Die außenpolitische Lage ist nicht geeignet, der Börse irgendwelche Anregung zu geben. Der Devi^nmarkt konnte auch keinen Einfluß auf die Börse gewinnen. Der Dollar, der zunächst tn den frühen Morgenstunden mit 285 bis 283 genannt wurde, stellte sich dann auf 284 und stieg an der Börse auf 287,50. Im freien Verkehr herrschte eine durchaus lustlose Tendenz. ES wurden u. a. folgende Kurse genannt: Deutsche Petroleum 2050, Mansfelder Kuxe 22 000, Benz 490—495. Am Rentenmarkte waren verschiedene Auslandspapiere chwächer. Montanaktien waren ebenfalls chwächer, die Kursrückgänge betrugen durch- chntttlich 10—20 Proz. Chemische und Elektrizitätswerte verkehrten auf schwächerer Basis. Zuckerfabrikaktien waren angeboten und schwächer. Die Werte auf dem Kassa- Industriemarkte waren vorwiegend gedrückter. 3prvzentige Reichsanleihe wurde niedriger angeboren. Die Börse schloß bei lustlosem Geschäft und schwacher Tendenz. Privatdiskont 41/9 Prozent. Frankfurt a. M., 18. Mai. Züricher Devisemnartt. 17. 5. 18. b. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 51. = 202.40 202.55 Deutschland 100 OHL = 1.84 1.79 Wien 100 Kr. = 0.05 0.05 Prag 100 Kr. -- 10.- 10.- Pari- 100 Fr. --- 47.80 47.55 London 1 £ 23.24 13.21 Italien 100 L. --- 27.55 27.25 Brüssel 100 Fr. » 43.45 43.36 Budapest 100 Är. = 0^75 0.67 Reuyork 100 | = 522*60 521.- Agram 100 Kr. --- 1.90 1.90 Warschau 100 Kr. = 0,13 0,13 Foantturt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß. Kurs Kurs Kurs 965, 16. Mai. Datum: 5271,60 5368.25 3,75 18,37 1,29 Fl. Kr. Kr. Kr. Kr. 820 970 1155, 750, 687, 694, 670, 860, 625,. 515, 454, 81, 780, 224. 6022,55 7250,10 590,75 1501,90 1260,60 282,86 2603,25 5431,80 4445,o5 2,97 542,20 36,85 104,40 206,80 134,75 3917,50 Höchster Farbwerke. Allg. Eleltr.-Ges. . . Felten & Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke Daimler 4°/0 Hess. Stacttsanl. Electron Griesheim Dtsche. Dereinsbank 670, 1150, 745, 685,. 660, 858, 600, 504, 435, 80, 769, 224, 1,85 0,91 1,69 1,40 3432,50 16. 5. 77.50 94,- 111,50 86,50 410.- 329,- 303,- 297,- 597,- 433,- 315,- 265,- 300,- 1110,- 751,- 695,- 664,50 852,- 610,- 509,- 453,- 78,- 768,- 1,26 —,35 3,84 1.7.14. Fr. 125.40 829,- 605,- 5C4,- 443,- 78,60 765,- 59.20 88.80» 88.80 117.80 117.80 17.5. 1,80 0,89 1,66 1,42 6167,25 7405,70 596,75 1523,05 1287,35 288,88 2636,70 5548,05 453d,3Ü 2,93 551,80 36,75 106,60 212.70 136,75 4019,- 6.82,75 7425 30 598 25 1526,95 1290,65 289,62 2643,30 6561,96 4550,70 2,97 553,20 36,85 106,90 213,30 137,25 4031,- 16. 5. 77,50 94,60 112,50 85,- 403,84 326,- 301,- 299,- 601,- 436,- 322,- 263,- 302,- 1109,- 800,- 962,- 1005,- 1800,- 6258,40 6007,45 7240,90 589,25 1498,10 1257,40 282,14 2596,75 54 8,20 4434,85 2,93 540,80 36,75 104,10 206,20 133,75 3937,60 Datum: 5°/, Dtsch. KriegSanl. 4°/o Disch. Reichsanl. 3°/« Dtsch. Reichsanl. 4*/0 Preuh. KonsolS Harnburg-Paketf.. . Rorddeutscher Lloyd Eomm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschafi Dresdner Bank. . . Mitteld. Ereditbank. Rationalbank f. D.. Boch. Gußstahlwerke Bud.- Eisenw.-Aki.. Drüstel-Antw. . Ehristiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . HelsingforS. . . Italien London Reuhork Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr» Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro 839,50 830,60 671,- 660,- Marknotieruugen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: 16. 5. Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld 17.5. 77,50 96,60 110,- 87 - 403,- 320,- 300,- 297,- 599,75 433,- 315,25 263,- 300,- Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Reuyork . . Paris. . . . Brief 17. Mai. Sh. 97.80 5 23.80 Sr. 125.40 D.-Luxemb. Bergw.. , „ , Gelsenkirch. Bergw.. 1015,- 1007, Harpen er Bergbau . 1810,- 1822, Oberschl. Eisenb.-B. 850,- 840. Oberschles. Gisentnd. 685. Phönix-Bergb.- Akt. 1105, Bad.Anilin-u. Soda 759, «üchertisch. — Jeder Leser der Meggenborfer- B lütt er (Verlag der M.-Bl. in München) wird sich nach der Lettüre gerne als Medium harmloser Heiterkeit und fröhlicher Lustigkeit empfinden. In Wort und Bild, in Reim und Prosa und Witz und Sattre bringen die Meggendorfer-Blätter jede Woche eine reiche Auswahl humorvoller Anekdoten, Gedichte und Darstellungen, unter denen jeder bestimmt einiges finden wird, was seinem Geschmack besonders zusagt. Kurs 17. 5 77,50 95,90 211,- 84,- 402,25 323,- 301,- 298,- 603,- 436,- 262*50 301,- 1080,- 780,- 966,- 1014,75 1850,- Amstd -Rotterd 10936,8010963,70 11235,9011264,10 ------ ' 2362, ~ 2368,- 2401,95 2408,05 5271,20 5368,25 5381.75 Zu irgend einer pvlttischen Richtung sich zu bekennen, vermeiden dieMeggendorfer-Dlätter, so daß niemand sich in seiner persönlichen Stellungnahme zu den politischen Tagesereignifien gekräntt fühlen kann. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die gefährdete Stellung -eS englische» Kabinetts. London. 17. Mai. (WTBVDie .Westminster Gazette" weist darauf hin, daß di« Regierung gestern auch im Oberha i se nur mit knapper Rot einer Riederlage entging, alber Antrag von Deauthamp, der die sofortige Aufhebung des Industrieschutzgeseyes forderte, mit nur 2 Stimmen — 36 gegen 34 — angenommen wurde. London, 17. Mai. (WTB.) 'Dem polltt« schon Berichterstatter der .Westminster Gazette" zufolge herrscht in parlamientarischsn Kreisen die Auffassung, daß die R e g*re rang nicht zurücktreten werde, da die Rieder- läge als ein unglücklicher Zufall bei einer untergeordneten Frage anzusehen sei. Es hängt viel davon ab, welche Auftassung Lloyd George von der Lage habe. Gegen die Lostrennung -er Rheinlande. Trier, 17. Mai. Eine von über 4000 Personen besuchte öffentliche Versammlung, zu der alle Parteien eingeladen hatten, faßte eine Entschließung, in der es heißt: Die Bevölkerung der alten kerndeutschen Stadt Trier ist entschlossen, jeden Versuch, unser Verhältnis zum Reich unb zu Preußen zu lockern, mtt allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln bis aufs äußerste zu bekämpfen. Wir wollen auch eine Befreiung der drückenden Desatzungskosten nie und nimmer durch eine Reu° tralisierung der Rheinlande erkaufen. DaS Wannseer Schiffsunglück vor Gericht. Berlin, 17. Mai. In dem Preetz gegen den Schiffsführer Eichelmann wegen Versenkung des Dampfers Storkow auf dem Wannsee beantragte der Staatsanwalt wegen fahrläfsiger Tötung in Tateinheit durch fahrlässige Versenkung eines Schiffes 3 Jahre 6 Monate Gefängnis. Er begründete seinen Anttag damit, daß im Interesse der Tausenden, die Erholung auf den märkischen Gewässern suchen, eine ^rempla rische Strafe verhängt werden müsse. DaS Urteil lautete auf 2 Iahre Gefängnis. Gummi gegen Eisen Rad und Auto treten immer mehr in Wettbewerb mit der Eisenbahn. Was für diese die Schienen, sind für jene die Reifen. Je besser diese, um so sicherer die Fahrt — Wählst De @ntinental Steifen /0FA dann hast Du das Beste, was Technik schuf. H RARITÄT-DELIKAT RARITÄT"LUXUS HÄimuS HS RARITÄT behördliche Anzeigen Holzversteigernng. Versteigert werden: Dienstag, den 23. L MtS., aus den Domanial- walddistrikten Klosterwiese 44, 45, Schiffenberg 30, Tempel 11 und 13, Dörnergrund 46, 56. Zell rod 28, Buchenberg 59 und Deunde 33: Stämme: Kiefer 1 6t 3. Kl. = 1,54 Fstm., 3 <&t 4. Kl. = 3,36 Fstm.: Fichte 2 St. 4. Kl. = 2,18 Fstm., 8 <51 5a-Kl. = 4,83 Fstm., 91 ©L 5 d-Kl. — 20,05 Fstm. Derbstangen: Fichte 278 0t l.ÄL = 25,75 Fstm., 105 St 2. Kl = 4,98 Fstm. Ruhscheiter: Fichte 7 Rm. Ruh- kn üppel: Fichte 9,3 Rm. Ruhreisig: Fichte 7 Rm. Scheiter: Kiefer 1. Kl. - 13,1 Rm., 2. Kl. --- 4,2 Rm.: Fichte 2. Kl = 30,7 Rm. Knüppel: Kiefer 2. Kl. = 2,9 Rm., Fichte 2. Klasse = 10,1 Rm. Reisig: Ahorn 2 Hdt Wellen, Esche 1,7 Hdt. Wellen, Aspe 3,5 Hdt Wellen Kiefer 3,2 Hdt. Wellen, Fichte 90,2 Hdt Wellen. Stöcke: Kiefer 2 Rm.: Fichte 1 Kl. 102,4 Rm.. 2. Kl. 65,9 Rm. Beginn der Versteigerung vormittags 9 übt im Distrikt Kloster wiese auf der Kreisstrah« Gießen—Hausen. Man bittet, das Holz vorher einzusehen, da nur der geringste Teil im Distrikt Klosterwiese vorgezeigt werden kann. Weitere Auskunft erteilt Heri: Förster Menges, Forsthaus Baumgarten 4868D Gießen, den 17. Mai 1922. Oberforsterei Schiffenberg. Trau twein. Bekanntmachung. Betrifft: Einhaltung von Steuersicherhetten durch Polen. ES ist bekannt, daß von der polnischen Re- aterung, entgegen den Bestimmungen des Frie- densvertrages (Artikel 91 Absatz 8') den Optanten bei ihrer Auswanderung aus Polen sogenannte ^Steuersicherhetten" abverlangt worden sind und noch vorenthalten werden. Um einen Ueberblick über deren Hohe zu gewinnen, sind Angaben der aus Polen nach Deutschland aus- aewanderten und noch auswandernden Optanten darüber erwünscht, welche Beträge sie als Steuer- sicherheiten in Polen haben zurücklassen müssen. Di« Erhebung dient lediglich vorberettenden Maßnahmen und eröffnet den Geschädigten keinen Anspruch auf Entschädigung. Alle Personen, die aus Polen ausgewandert find und denen von Polen so genannte Steuer- sicherheiten abverlangt sind, werden daher auf- gefordert, sich auf dem Kreisamt oder dem Polizeiamt Gießen zu melden. Es sind folgende Angaben erforderlich: 1. Des Hinterleger- a) Raine, b) jetziger Wohnort, c) früherer Wohnort. 2. Hinterlegter Betrag mtt Angabe, ob in deutscher oder in polnischer Mark. 3. Behörde, welche die Hinterlegung angeordnet hat. 4. Stells, bei der hinterlegt worden ist. 5. Falls Sicherungshhpotheken eingetragen worden sind: a) Höhe des Betrags, b) Bezeichnung des belasteten Grundstücks, c) Rame des Eigentümers (deutscher ober Polnischer Staatsangehöriger?) Gießen, den 16. Riai 1922. Der Oberbürgermeister; Keller. Lredilverein Heuchelheim e. O. m. b. H. Bilanz am 31. Dez. 1921. Aktiva. JfC Rechnungsrest . . ...... 42 044.05 Hypotheken.......... 1 191 750.84 Vorschüsse 15 883.- Bankguthaben 64 932.96 Reichsschatzanweisungen 60 000.- Güterkaufgelder ..... 124 801.97 Wertpapiere, Nennwert Mb. 327 900. - Kurs am 31. Dezember 1921 . . . 268 627. - Mobilien........... 144. - 1 768 183.82 Passiva. Jt Kapitaleinlagen......... 1650 319.70 Mltgliederguthaben 31-Dez.M. 86 594.66 in 1921 gingen zu . . „ 6268.27 in 1921 gingen ab . . „ 521.10 Daher Stand am 31. Dez. 1921 . . . 92 341.73 Reservefonds 18 569 36 Reingewinn 6 953.03 1 768 183.82 Mitgliederstand 31. Dezember 1920 ... 208 Zugang 1921.........4 Abgang 1921 8 Stand 31. Dezember 1921 204 Heuchelheim, den 15. Mai 1922. (wj,D Kreili n g. D o l k m ann. Gdrr. DDDDDDaDDDOQDDDDaaaODDDDQ&aötlDD MUMMM 4856B wett vie örW'slve Ulltv.-Lrullecei. fi. Laase, röiezea I □□□□□□ Bekanntmachung. Der Voranschlag bet Gemeinde Münster für 1922 Rj. liegt vom Samstag, den 20. Mai bis ernschl. Freitag, den 26. Mai l. Is- auf unserem Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. M ü n st e r, den 17. Mai 1922. 4861D Bürgermeisters! Münster. Gontrum. Verfteiflerung. Freitag, den 19. Mai, von 10 Llhr ab, versteigere ich Drandgaffe 3: 1 vollst.Bett, 1 Kleider- schrank, 1 Kommode. 1 Eisschrank, 1 Weinschrank, lOStühle, 1 Schneidernäbmaschine, SFensterjalousten (80 cm breit), 1 Gasherd, 1 Buttermaschinchen, ein Fernglas, 2 Stehpulte, 1 Küchenschrank m. Aufsatz, 1 Auszugtisch, 2 runde Tische, 1 Sofa, 2 Sessel, 1 elektr. Lüster, 1 Kleiderständer, 1 Blumentreppe. 1 Waschbütte, 1 Ablausbrett, neues Aluminium, lange Damenhandschuhe, 2 Herrenanzüge, 1 Eutawah, Damenkleiber, Schuhzeug, 1 Paar Ledergamaschen. 1 Fleischmaschine, Bilder, Herrenkragen usw. tlAntiOr II Auktionator und Taxator, V» Krofdorfer 5trabe 9. (06t„ Ihre Hühneraugen werden Sie sicher los durch f Hühneraugcn-Lebetohl Hornhaut an der Fußsohle beeeithtt [Y \ Lebewohl -Bal len-Scheiben U \ Kein Verrutschen, kein Festkleben am 1 ” Strumpf. In Drofferien und Apotheken Blechdose 5.— und 7.50 Mk. a,ress Verlangen Sie ausdrücklich: „L e b e w o h 1“,