Donnerstag. \l. August 1922 172. Jahrgang der 22 durch die Umlage >racht, etwa 1,9 Mill. I Rest durch Auflauf . Verkehr. 3n diesem | 2V2 Millionen Tonnen aufgebracht, Tonnen durch Einfuhr, der von Inlandgetreide im freien Verkehr. ZleichskOnzler Dr. Wirth über den Abbruch der Londoner Verhandlungen. London, 16. Ang. (WTD.) „Daily Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags: Frankfurt a. M. 1068—1070 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen o. 34 mm Breite örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platz' Vorschrift 20 u/0 Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen. Jahre wird wiederum die Hauptmenge in Höhe von 21/o Millionen Tonnen durch Umlage von der Landwirtschaft aufgebracht. Damit wäre ber Grundstock für die Volksernährung sichergestellt. Wieviel darüber hinaus für den freien Inland- verkehr noch zur Verfügung stehen wird, läßt sich kaum schätzen, ehe nicht die endgültigen Ernte- schähungen und die Anbauflächenstatistik bekannt sind. Jedenfalls dürfte sich das Ernteergebnis zwischen dem der Jahre 1920 und 1921 bewegen. die RepavationSkommission mit der Frage des Moratoriums beschäftigt habe. Die Kommission wird morgen zusammentreten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sie entsprechend den Bestimmungen des Versailler Vertrages den Deutschen Gelegenheit geben wird, sich zu äußern. Die Antwort der Reparationskommisswn wird frühstens Freitag bekannt werden. Paris, 17. Aug. (WTB.) Poincare em> fing gestern abend den sranzösischen Vertreter in der Reparationskommission, Debois, den italienischen Minister des Aeußeren Schanker und den italienischen Botschafter in Paris. Theunis über die Enteutekrisis. Paris, 16. Aug. (WTB.) Der Londoner Berichterstatter des „Journal" meldet: Theu- n i s erklärte vor seiner Abreise, daß nach seiner Meinung in kürzester Frist eine neue Konferenz stattfinde. Er wisse aber nrch nicht, wo sie zusammentreten könne. Theunis erllärte ferner, er sei nicht entmutigt. Die Entente sei von solcher Bedeutung, daß sie die Achse der auswärtigen Politik bilde. Man müsse sie um jeden Preis erhalten. Paris, 16. Aug. (WTD.) Das von Ha- vas heute abend ausgegebene offizielle Comrnu- nique besagt, daß die Rachmittagsfthung des M i n i st e r r a t s um 41/2 Su Ende gegangen ist. Es sind die verschiedenen Moglichketten beraten worden, die je nachdem, welchen Beschluß die Reparationskommrssion faßt, ein» treten können. x _ Daris 16 Aug. (WTB.) 3n einem Havas- bericht über die diplomatische Lage hecht es: Heber den Verlauf des Mrmstervates, in dem die Aaltuna Poincarss in London gebilligt wurde, wird strengstes Stillschweigen bewahri. Aur soviel steht fest, Mj die Einberufung der Kammer im gegenwärtigen Augenblicke nicht in Frage kommt D^ ^^runa könne erst ihre Entscheidung treffen, sobald sich Unter dem Titel „Die große Politik europäischen Kabinette 1871—1914" hat das Auswärtige Amt eine Aktenpublikation begonnen, die wissenschaftlich wie politisch von größter Bedeutung werden muß. Die wichtigsten Akten, die durch die auswärtige Politik unseres Reiches entstanden sind, sollen hier der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden: Gesandtschaftsberlchte, Anweisungen des Amts an die Geschäftsträger, Korrespondenzen innerhalb des Amtes intime Briefe zwischen Bismarck und dem Äatfer, txc- trauliche Randbemerkungen und dergl. Es soll also ein Blick tn die innerste Werkstatt der deutschen Politik ermögllcht werden, womit die wissenschaftliche Bedeutung ja ohne weiteres zum Ausdruck gebracht ist: Wir werden, wenn das Werk erst vollständig vorliegt, eine absolut sichere Grrmdlage zur Erkenntnis des letzten halben Jahrhunderts deutscher Geschichte besitzen. Das Unternehmen ist gedacht als rückwärtige Fort- sehung der bekannten Dokumente zum Kriegs- ausbnich" (herausgegeben 1919), die die deutschen Aktenstücke vom Seoajewo-Morde bis zum Krregsanfang enthielten. Man glaubte mit Recht, die großen weltpolitischen Zusammenhänge, die zum Kriege geführt haben, nicht anders klar legen zu können, als durch ein Zurückgehen brs zur Entstehung des Deutschen Reichs. Zunächst liegen sechs Bände vor, die die Zeit Bismarcks, also bis März 1890, in 1365 Aktenstücken umfassen (zusammen 2311 Seiten, gebunden 1100 Die Veröffentlichung der Akten des Auswärtigen Amts feit 1871. Von Prof. Dr. R0l0ff. I. bleiben, eine ähnliche Kalamität sein wie ein russisch-österreichischer". Eine Erschütterung des bestehenden Zustandes müsse zum SchadenDeutsch- lands ausschlagen. Selbst als Frankreich Deutschland direkt droht, als 1887 ein kriegslustiges Ministerium tn Paris regierte und Deutschland zu einer beträchtlichen Vermehrung seiner Armee (im Septennat) zwang, dachte Bismarck nich-1 daran, eine Verminderung der französischen Macht anzustreben: „Frankreichs Fortbestehen als Großmacht ist für uns ebenso Bedürfnis wie das jeder anderen der sechs Großmächte", sagte er damals in einer vertraulichen Bemerkung. Selbstverständlich vereinigte sich mit dieser objMiven Anerkennung J)er Rechte Frankreichs, äu der, wie wir mit Stolz sagen dürfen, nur ein deutscher Staatsmann, die erforderliche Unbefangenheit aufbringen konnte, vortrefflich ein argwöhnisches Ueberwachen seiner Politik, insbesondere seiner militärischen Rüstungen. 3m Bewußtsein seines guten Gewissens hat sich Bismarck auch nicht gescheut, den Franzosen gelegentlich deutlich vor Augen zu führen, daß eine Fortsetzung der bedrohlichen Rüstungen zum Kriege führen müsse: wenn man auch noch so friedlich sei, sagte er, dürfe man doch in dem Gegner nicht den Gedanken aufkvmmen lassen, daß man ihm unter allen Umständen den Angriff gestatten werde, beim das werde seine Kriegslust nur steigern. Daher hat er 1 8 7 5 eine drohende Sprache gegen Frankreich geführt und tn der Tat durchgeseht, daß die Franzosen ihre Rüstungen verlangsamten, woraus sich eine Verminderung der allgemeinen Kriegsbefürchtung ergab. Mark). , , Rus diesem Plane ergibt sich zugleich die politische Bedeutung. Die Behauptung unserer - Feinde, daß das Deutsche Reich seine Polltik auf Beherrschung Europas und Eroberungen eingestellt habe und damit den Weltkrieg von langer Hand her verschuldet habe, wird jetzt an der Hand des besten Materials geprüft werden können. , ,,, rr Gs ist selbstverständlich ausgeschlossen, in wenigen Zeilen den überaus reichen 3nhalt der sechs Bände, die ungefähr alle Ereignisse von Wichtigkeit behandeln, zu erschöpfen; nur an einigen Beispielen soll versucht werden, eine Eha- rakteristik der deutschen Politik zu geben. Der erste und letzte Eindruck ist, daß Bismarck, die drei Kaiser und die sonstigen maßgebenden Männer, der Sache des allgemeinen Friedens mit der'größten Hingabe gedient haben und daß insbesondere der Reichskanzler unermüdlich und fruchtbar im Ersinnen von Kombinationen war, um Deutschland auf friedlichem Wege Sicherheit gegen die Gefahr einer übermächtigen Koalition zu schaffen. Selbstverständlich ist Bismarck der leitende Geist, der alle anderen, Freunde wie Gegner, weit überragt, aber auch andere Persönlichkeiten, wie Graf Herbert Bismarck, mehrere Botschafter und vor allem Kaiser Wilhelm I. erscheinen in hellem Lichte. 3mmer wieder erweckt es Bewunderung, mit welcher Gewissen- Hastigkeit, Arbeitskraft, Gedächtnisschärfe und Urteilskraft der Monarch bis in seine letzten Lebenslage sich in die politischen Angelegenheiten vertäte, und man begreift, daß Bismarck bei auseinandergehenden Meinungen einen schweren Stand mit einem so sachkundigen und selbständigen Herrn haben muhte. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß Deutschland mit Frankreichs unversöhnlicher Feindschaft zu rechnen hatte. 3nfolgedessen galt es, zu verhindern, daß Frankreich Bundesgenossen fand, die es zu einem Angriff auf Deutschland befähigten. Diesem .Ziele diente Bismarck zuerst durch das sogenannte Dreikaiserbündnis vom September 1872. Es war ein glänzender Triumph der Dismarckschen Staatskunst. Das 1866 vorsichtig mit Landabtretungen und sonstigen harten Bedingungen verschonte Oesterreich erkannte die Friedlichkeit des neuen deutschen Kaisertums und suchte Anschluß an den bisherigen Gegner, da es eine Gefährdung seines Besitzes durch ihn nicht mehr befürchtete, Rußland folgte dem Wiener Beispiel, und so vereinigten sich die drei Kaiser unter deutscher Führung zu einer imposanten Kundgebung zur Erhaltung des Friedens: eine „Entmutigung aller auf Krieg und Unrühe spekulierenden Elemente in Eiropa" sagte Bismarck. Der Gedanke, das Bündnis etwa zu ungunften Frankreichs geltend zu machen, tag dabei Bismarck weltenfern. Heber all, wo Frankreich Deutschland nicht bedroht, wurde es vielmehr von Deutschland unterstützt. Seine Kolonialpolitik 'fjat er nach Kräften unterstützt, um die Blicke der Franzosen von den Vogesen abzulenken, die Besetzung von -^unl8 z. D. hat er nachdrücklich empfohlen. ©tet£ hat er es verworfen, sich mit kolonialen Gegnern der Franzosen zu verbinden: er wolle, fagte_ er dem französischen Mißtrauen keinen neuen Anhalt geben, „da der Krieg zwischen zwei so großen benachbarten Völkern auch für den Sieger immer eine Kalamität bilde, die ganz Europa schädigen würde" Hinter der Förderung der afrikanischen Projekte Frankreichs stand auch nicht etwa die Absicht, es mit E n g l a n d in Konflikt zu bringen, hn Gegenteil, er wünschte ein gutes Verhältnis zwischen den beiden Westmächten, weil er meinte, dann werde Frankreich sich um so schwerer zu einem Bündnis mit Rußland entschließen. So hat er als im .Jähre 1884 Aegyptens wegen ernstliche Verwiälungen zwischen den beiden Rivalen drohten, sich eifrig um eine friedliche Losung bemüht, denn, sagte er, „ein franzosisch-.englischer Krieg würde für uns, auch wenn wir unbeteiligt Deram11iche Bericht über den Saatenstand in Preußen Anfang August ist diesmal besonders pessimistisch, vor allem fällt dies auf bei einem Vergleich der Bewertungszisfern für August 1922 und die entsprechende Zeit 1921 und 1913. Diesmal sind alle Zahlen, abgesehen von Hackfrüchten und Luzerne, unter mittet, während sie 1921 fast durchweg über mittel und 1913 ausnahmslos auf gut, bei Weizen sogar auf sehr gut standen. Dies darf jedoch kein Anlaß zu übertriebener Besorgnis fein, da die Ernte außerhalb Preußens, insbesondere in Süddeutschland, zum Teil ganz wesentlich besser steht. Annähernd richtige Zahlen für die Ernte» mengen abzugeben, ist noch nicht möglich. 1921 hatte Deutschland eine Weizenernte von 3 Millw- nen Tonnen gegen 2V2 Mill. 1920. Für den rationierten Bedarf brauchen wir eine jährliche Brotgetreidemenge von etwa 4,6 Mill. Tonnen. Von diesem Bedarf sind 1921/22 durch die Umlage Chr 0 nicle" veröffentlicht eine Unterredung seines Berliner Berichterstatters mit dem Reichskanzler Dr. Wirth. Dieser begann mit der Erklärung, daß, obwohl keine übertriebenen Hoffnungen auf die Londoner Konferenz gesetzt seien, doch niemand ein solches Ergebnis erwartet habe. Wenn die Londoner Konferenz mit einem Siege des französischen Standpunktes endete, hätte sie, wie angenommen werden könne, das Ende der deutschen Währung bedeutet. Das Ergebnis der Konferenz sei jedoch eine Katastrophe. Deutschland habe keineswegs die Absicht, sich seinen Verpflichtungen zu entziehen. Zum Rachweise dafür habe Deutschland, obgleich unter den äußersten Schwierigkeiten, gestern die Summe von 500 000 Pfund von dem Betrage der gestern fälligen zwei Millionen gezahlt. Wirth sagte: Wir sind bereit zum Zahlen im Verhältnis zu unserer Zahlungsfähigkeit. Diese Zahlungsfähigkeit nimmt vpnTagzuTagab. Der augenblickliche Zuvtrnmenbruch der Mark bedeutet eine weitere Verminderung. Ueber die k ü n f t i g e P 0 l i t i k der deutschen Regierung befragt, erklärte der Kanzler: Während der allernächsten Monate können und werden wir unsere Verpflichtungen nur insoweit durchführen, als die Sicherung der Brotversorgung für die Existenz des Volkes es zuläht. Erst Brot für das Vvlk,danndieWiederherstellung. Was wirtschaftlich unmöglich ist, muß zusammenbrechen. Zu der Frage des Moratoriums erklärte der Kanzler, es hätte, I wenn es von praktischem Wert sein sollte, sich auf viele Monate erstrecken müssen. Sechs Monate waren vor kurzer Zeit noch ganz wirksam. Mit dem Fall der Mark aber würde das Moratorium immer weniger wertvoll.* Die neuen Schritte der ReparationskommWon. Paris, 18. Aug. (WTD.) Wie das „Journal des Debats" mitteilt, wird die Repara- tionskomMission, der zur Zeit die Frage des Moratoriums vvrliegt, zusammentreten, um den Wortlaut ihrer Antwort an Deutschland festzusehen. Es sei jedoch nicht sicher, daß sie diese Antwort sofort an die deutsche Regierung ablassen wird. Vielmehr habe es den Anschein, daß die Delegierten die Richtlinien ihrer Regierungen, insbesondere die der ftanzösischen Regierung, abwarten werden. Ein neuer belgischer Plan. Paris, 17. Aug. (WTD.) Rach dem „3ntranftgeani“ soll der belgische Ministerpräsident am Sonntag in London einen Plan vorgebracht haben, der die Zustimmung PoincaräS gefunden habe. Der Ministerpräsident erklärte, das Gell), dasDeutsch- land bezahlen solle, werde Belgien zufließen. Es diene zur Deckung der Priorität Belgiens, das noch 800 Millionen zu beanspruchen habe. Hnter diesen Umständen mache er im Ramen Belgiens den Vorschlag, alles im jetzigen Zustande zu lassen, d. h. Deutschland zur Bezahlung dessen zu zwingen, was es für 1922 in bar aufzubringen habe. Aber, so sagte Theu- nis, wir werden uns unmittelbar an Deutschland wenden und chm erklären, es solle an- stattderGvldmark Sechs-Monats- Wechsel geben. Das komme darauf hinaus, daß noch ein Moratorium von einem halben Jahre gewährt werde. So sind wir zufriedengestellt, und die Alliierten erleiden keine Verzögerung der Zahlungen, die ihnen nach dem Zahlungspläne zustehen. Die Lage in Frankreich. Aus dem Reiche. Die Wirtschaftslage. Berlin, 17. Aug. (WTB.) Der ReichS- wirtschaftsministerSchmidt empfing gestern abend die Vertreter der Gewerkschaften, die ihm darlegten, daß bei weiterem Fortschreiten der Verelendung des Arbeiter st andes Ausschreitungen wie auch im vorigen Jahre zu befürchten seien. Minister Schmidt entwarf ein ausführliches Bild von der deutschen Wirtschaftslage und begrüßte die Bereitwilligkeit der Gewerkschaften, die Regierung zu unterstützen. 3n der Aussprache ergab sich über alle Fragen vollste Uebereinstimmung. Der Anschlag gegen Scheidemann. Kassel, 16. Aug. Die Oberstaatsanwaltschaft teilt mit: Hustert und Oelschläger haben vor dem Untersuchungsrichter ihr Geständnis in allen Stücken aufrecht erhalten. Oelschläger erklärte, er habe, als Oberbürgermeister Scheidemann schoß, die Pistole auf Scheidemann gerichtet, indem er etwa fünfzehn Schritte hinter Scheidemann stand. Am Schießen sei er durch den Stockhieb eines Mannes verhindert worden, der ihm und Hu- stert bewußt oder unbewußt schon während des ganzen Weges hinderlich gewesen sei. Als er diesen Mann von sich geschleudert hatte, habe er, Oelschläger, den Oberbürgermeister hinsinken sehen und ihn für tot gehalten. Selt- samerwe se hat sich eine Person, die in der von Leifajläger geschilderten Weise tätig gewesen war, bisher nicht gemeldet. Hustert hat noch am Tage seiner Einlieferung dem Oberstaatsanwalt die Stelle im Walde gezeigt, an der er das die Giftspritze enthaltende braune Blechbehältnis, bestehend aus Dose und Deckel von der Art der Gasgranatenhülsen, weggewvrfen hat. Die Rachforschungen im Walde waren bisher ergebnislos. Nachdem die Tat als solche nun vollständig aufgeklärt worden ist, handelt es sich noch darum, die Herkunft des Giftes und die Teilnahme der Mitwissenschaft dritter Personen aufzuklären. Das Ergebnis dieser Ermittlungen hat indessen an der Tat des Hustert und Oelschläger, die sich als gemeinschafttich verübten Mordversuch darstellt, nichts geändert. Auflösung des bayrischen Landtags? München, 16. Aug. (WTD.) Die Münchener Blätter beschäftigen sich in ihren hmittgen Auslassungen mit den heute vormittag begonnenen Besprechungen der Fraktionen der bayerischen Volkspartei und der bayerischen Mtttel- pattei. Wie die „Münch. Reuest. Rachr." melden, hat sich die Lage inzwischen Wetter verschlimmert dadurch, daß heute vormtttag im Landtag eine große Abordnung von örtlichen Parteiführern und Vorständen der vaterländ.schenOrganisationen aus dem Oberland und aus Schwaben erschienen und teilweise sogar in drohender Form die Ablehnung der Berliner Abmachungen unddieAufrechterhaltungderbayeri- schen Verordnung verlangte. Von einzelnen Rednern wurde die Forderung des sofortigen Rücktritts der Regierung und der Landtagsauflösung vertreten. Wie das Blatt Wetter aus Abgeordnetenkreisen hört, bestehe dort die Auffassung, daß bei dem gegenwärtigen Stand der Dinge €ine Lösung der Krise kaum anders als durch die Auflösung des Landtags möglich sein wird. München, 16. Aug. (WTB.) Wie die „Bayrische Staatszeitung" schreibt, hat. der Bauernbund bereits seine Zustimmung zu den Abmachungen Bayerns mit dem Reiche erteilt. 3n der Bayerischen Volkspartei mehren sich die Stimmen dafür, wenn auch vielfach nod)' bestimmte Sicherheiten für verschiedene Einzelheiten gewünscht werden. Auch in den Kreisen der Mittelpartei herrscht eine ähnliche Stimmung. m. 192 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertag«, mit berSamstagsbeilagc: GiebenerFamilienblätter N-natlicheöezugspreise: Mk. 29.- und Mk. Z.- Trägerlohn,durch diePost Mk. 32.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech. Anschlüsse: fürdieSchrift- Icitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gietzen. poftschecttonio: Hrankfurt a. DL 11686. Ernlevorschau. 3n früheren Jahren lagen bereits im August die Schätzungen der Anbauflächen durch das Statistische Reichsamt vor. 3nfolge der Abänderung in der Verteilung der Hmlage haben die statisti- chen Anstalten andere Grundlagen für die Schätzung aufgestellt, so daß m diesem Jahre nicht vor Oktober mit der Ermittlung der Zahlen zu rechnen ist. 3mmerhin scheint festzustehen, daß trotz der ungünstigen Witterung bei der Aussaat bei Wintergetreide und Sommergetreide die Flächen im Umfange der früheren Jahre bestellt wurden. Der Winter brachte jedoch bei Weizen erheblichen Schaden, so daß im Frühjahr rund 10 Proz. wegen Auswinterung umgepflügt werden muhten. Diese Flächen wurden zum Teil mit Sommerkorn, vor allem aber mit Kartoffeln neu bestellt. Bei Roggen war die Auswinterung gering; hingegen litt Wintergerste und besonders Winterraps sehr. Bei Hackfrüchten ist eine! Zunahme der Kulturfläche zu konstatieren; bei Zuckerrüben beträgt der Zuwachs 8,3 Prozent. Die Futterpflanzen nehmen etwa dieselbe Fläche ein wie im Vorjahre, jedoch ind sie infolge der Trockenheit im Sommer 1921 neist schlecht aufgegangen und mußten teilweise im Frühjahr umgepflügt werden. Die Frühjahrsbestellungen konnten wegen des langen Frostes und der ungünstigen Witterung erst spät in Angriff genommen werden und verschoben sich gegenüber dem Vorjahre um drei bis vier Wochen. Dis zum Zuni blieb das Wetter mit vereinzelten Rachffrösten ungünstig; es muh während der Wachstumszeit für die diesjährige Ernte als abnorm bezeichnet werden. Es ist schwer, heute schon ein einigermaßen sicheres Urteil über die Ernteaussichten abzugeben. Der erhöhte Produktionsmittelaufwand der Landwirtschaft wird sich in Rorddeutschland in Bezug auf die Brotgetreidernte nicht voll bezahlt machm. Am günstigsten dürste dieR 0 ggen- ernte ausfallen, die einen guten Durchschnitt verspricht. Die Weizenernte wird zum Teil weit unter dem Stande des Vorjahres bleiben; im besten Falle ist mit einer knappen Mittelernte zu rechnen. Bei G e r st e ist das Ernteergebnis im allgemeinen befriedigend. Hingegen sind die Aussichten für Hafer in ganz Deutschland ungünstig. Die Kartoffelernte, über die man im gegenwärtigen Zeitpunkt freilich nur mit größter Vorsicht urteilen darf, verspricht einen günstigen Ausfall, ebenso die Zuckerrübenernte, bei der vor allem auch die Vergrößerung der Anbaufläche hinzu- kommt. Die Futtermittelnot wird allerdings in diesem Jahre noch nicht behoben werden. Der erste Schnitt der Heuernte, ber wegen des regnerischen Wetters zum Teil jetzt noch nicht ganz beendet ist, war sehr gering; der zweite verspricht mehr Erfolg. Die Obst- und Gemüseernte befriedigt allgemein; insbesondere fällt die Pflaumen- und Aepfelernte ausnahmsweise reich aus. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck Mlb Verlag: YrÜhl'sche Umv.-Vuch- und Zteindruckerei H. Lanze. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schnlstratze 7. . Ne^nn^ ■ öS«D °chung SÄ m Nhte y« tob tZöen unter ter Die Pro- Aederstein in Sich«, Sust 1922. teOto Erricht. mchmig?- ist« Abt. B tourte teilt । Hoikderrms Aktim, « Mieten, eingetragen d Peter sind au« dm >»rch Beschlich der Sen» 1922 N§4 6a|2 U Satz 3,812 Ws, 2 § 19 Qttf. 1 unh 4, § 20 M 2 des Gesellschaft-, s Protokolls geraten Dvnhvfs m Stehen ch I Wan, Filius Achtel, eper, Arthur Mmann, ffamiprokmu tergestolt igt ich in Svnffnschfft oder einem anderen ff vertreten und die 7607B gnfi1922. rtsgencht____________ »achmtz. ster 2btk tourte heute L Svidan, Sesellschast g, MtelstmLhle, Post Vie Dr. -ans 5W fuumn zu Mtelstmühle sissühm bestellt Der jin geändert dich jeder Jätung der W ftrma ist fläntath' ist 1922. üsgerichi____ rachunch s'snMwrteheutt tt1 oft mit Jragen: Die SE' t mit bescher r«n. »ft 1® -- mchungv ^^nttbelhev» ein- y« **”* rnfsserK------- liichE t, ihnen Starkenburg und Rheinhessen. ®egi2rttoart Wirllrchlett Frankfurter Theater. Frankfurts. M, 15. 2lug. 1922. trotz ihres noch schwächlichen Zustandes nach Deutschland bringen solle, wehrte er energisch ab und riet, wenigstens so lange zu bleiben bis die Mumifizierrng des Knaben Zsmais xi Ende geführt fei. Zsmais war nicht mehr erwacht. Die Aerzte und auch Perzelius selbst hatten alles Vers uht, um il)!!v der vielleicht nur scheintot war, wieder zu beleben. Man hatte sogar insgeheim em en eingeborenen Medizinmann in das Geheimnis gezogen, da man hoffte, daß dieser in derartigen außergewöhnlichen Fällen ein Mittel wußte aber auch das war erfolglos geblieben. Als dann der Körper nach kurzer Zeit bei denr tropischen Klima in Verwesung überzugehen drohte, hatte der Va- rvn angeordnet, den letzten Wunsch des Loten zu erfüllen und ihn nach dem Ritus seiner Ahnen zu bestatten. Da jedoch diese Art der Beisetzung nicht mehr allgemein üblich war, machte es schon Schwierigkeiten, überhaupt sachkundige Leute zu finden, die es übernahmen, und auch dann dauerte der ganze Prozeß noch sehr lange. Perzelius hatte dabei trotz seiner scheinbaren Teilnahmslosigkeit doch sorgfältig acht aus d.e Varvnesse und die seltenen Besuche, die er immer in den ihm kritisch erscheinenden Augenblicken obstattete. genügten ihm, um sich ein Bild von dem Verlauf ihres merkwürdigen Zustandes zu machen. Für ihn war es auf Grund seiner Kenntnisse in der Medizin und der okkulten Therapie klar daß noch irgend ebne psychisch-od sche Beziehung zwischen Silly und dem toten Knoben bestehen müsse, do ja mir durch innige Vermischung der Scelenkräfte der beiden die Erweckung des Mädchens aus ihrem totenäh ilichen Schale m'g'ich gewesen war Diese Verkettung d?r b.iden Seelen mußte so lange dauern, bis jed: Spur von Leben aus dem Körper Zsmais gewichen und somit Silly Wieder Herrin ihrer selbst geworden war, zumal Zsmais ja wahrend des kataleptischen Zustandes gestorben war und infolgedessen nicht mehr kroft seines Willens die Verbindung zu lösen Vermocht hatte. Erst wenn die Mumifizierung beendet und durch diesen künstlichen ©tngdff auch der letzte Rerv in dem Körper des Knaben zur Auhe des Todes gebracht war, konnte man hoffen, daß sich die Fühlfäden von Sillhs Seele zurück^ ziehen und von der Umklammerung des fremden Zch lassen würden. Aus diesen Lleberlegungen heraus war auch Perzelius dagegen, Silly jetzt schon in die Heimat überzuführen, da das nur eine neue Erschwerung in die ohnedies verwickelten psychi chen Verhültni se gebracht Hütte. Auch war Perzelius nicht weiter besorgt oder erstaunt, als eines Tages Eduard zu i^n rnS Zimmer stürzte und ihm erregt berichtete, daß sich Silly in Krämpfen und Schmerzen winde und ihr Zustand zwischen höchster körperlicher Qual und völliger Gefühllosigkeit hin und her schwanke. Es war jo natürlich, daß sie alles mitempfand, was mit Zsmais geschah, und daß sie an ihrem eigenen Körper die Operationen der Mumifizierung fühlen mußte, die man an der Leiche des Knaben vornahm. Aachdem diese letzte P »t halle, gut. Die Büste soll an ihrem latze schon wiederholt beschädigt worden sein. Zeht steht sie inmitten der anderen deutschen Kaiser. Der Spiritist als Schwindler. fpd. Weilburg, 16. Aug. Die Schutzpolizei verhaftete einen ^Dr. Larsen", der hier und an anderen Orten Experimentalvorträge über „Phantome der Toten" angekündigt hatte Der Herr Dr. entpuppte sich nämlich als der längst gesuchte Schwindler und Verbrecher Rade cki. Zn Marburg und Dlllenburg halle der Gauner bereits Vorträge gehalten. Das Reue Theater läßt in diesen „Sommer", monaten vorwiegend Stücke der leichteren Lite- ratur, die nicht mehr und nicht weniger als gute ülnterhaltung fein wollen, spielen. Zn „Doktor Klaus" und „Mein Leopold" von L'Arrongc konnte man sich wie alljährlich, der diskreten gutmütigen, feinkomischen Darstellungsart des Herrn Karl William Büller a. G. erfreuen und das Publikum war unbefangen genug, sein herzhaftes Wohlgefallen an beiden Stücken, ihrer gänzlich unproblematischen ßufligEett wie der beigesellten Rührseligkeit, unoerfennbar auszudrücken. _ An die Tradition des deuffchen Singspiels knüpft Wlllh Bretschnelders Operette D i e oeiden Rachtigallen" (Text von' Leo Walther Stein) an, die Berliner Künstler im Opernhaus zur Ausführung bringen. Es ist ein attx9^’ 8Ur komischen Oper aufstrebendes Weck, und die Vertonung verrät den gebildeten kultivierten Musiker. Mag auch der Melodienreich. tum nicht allzu üppig sprudeln und der Komponist den deutschen Meistern von Mozart bis Wagner manches zu danken haben, die liebens- ^urdige Machart, eine hübsche Instrumentation uni das Ausbleiben alles Zweideutigen lassen den Enolg dieser, von Bredschneider selbst dirigierten Diedermeieroperette durchaus berechtigt erscheinen. Dr. Georg Schott. wird morgen durch ihre Randwirbel auch in unserem D«)bachtungsgebiet wechselhaftes Wetter Hervorrufen. * Amtliche Personalnachrichten. Am 7. August ds. Zs. wurde der Anstellungsberechtigte Aakob D i 11 m a h e r aus Dingen auf Widerruf zum Zollwachtmeister beim Hauptzollamt Dingen ernannt. — Ernannt wurden am 9. August 1922 der Hauptmann a. D. Karl Daub in Densheim, der Hauptmann a. D. Karl Wagner in Lauterbach, der Leutnant a. D. Werner Kulz in Groh-älmstaöt und der Leutnant a. D. Reinhold Stiepel in Fürth zu • Amtsanwälten. — Ernannt wurde am 10. Aug. 1922 der Registraturgehilfe Au ust Friedrich M i - chel zum Zustizsekretär bei ber Registratur des Ministeriums der Zustiz. — Ernannt wurden am 10. August 1922 der Ministerialoberrevisor Georg Waldeck zum Rechnungsrat: am 9. Aug. 1922 der Kanzleiassistent Philipp (Br a n b au Nnn Kanzleisekretär. der Kanzlist Georg Kaiser und der Kanzleigehilfe Robert D r a u n zu Kanz- leiassistenten, sämtlich bei dem Ministerium der Zustiz. — Ernannt wurde am 12. August 1922 der Ministerialoberrevisor Zakob Lutz zu Darmstadt mit Wirkung vorn 1. April 1922 an zum R-ch- nungsrat im Vermessungsdienst bei dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft. — Zn den Ruh selbst zurück: ein dicker, weißer Puder lagerte auf seinem ehedem schwarzen Haar, was seltsam abstach von seinem jungen Gesicht. „Um ZhrettoillenI" sagte er nur ernst und voll ausgueüender Zärttichkett. Slllh aber trat auf ihn ji und reichte chm ihren Mund zum Kufle. Er schlang seine 21mje am ihren kindlichen Körper, der sich an den seinen schmierte, und so fanden sich die beiden, wie zwei runge Blüten, die der Reif zu vernichten gedroht, die ober tm Augenblicke ihres Absterbens noch wachgeküßt to>rben waren durch etne gütige Sonne Riernars fragte Eduard das Mädchen übet das, was sie in den unterirdischen Räumen erlebt hatte Or wollte nicht etwas aufrühren was glücklich begraben toar. Auch sie selbst sprach nie davon. Wie ein düsterer Traum lag es hinter ihr. lind nachdem Zahre bin gegangen waren und die beiden längst als Gallen miteinanber Lebten breitete sich der Schleier des Vergessens über die vergangenen Schrecknisse, und die Liebe, die damals ihren Anfang genommen, umwucherte gleich einem dichten Rarrkenwerk von Rosen die Mauern, hinter denen das überstandene Grauen schlief, und nur der weißliche Schimmer, der auf Eduards jungem Haupte lag, gemahnte noch an bie furchtbaren Erlebnisse in Katakomben von Omb os. — Ende. — Wettervoraussage für Freitag: Zunehmende Bewölkung, vereinzelte Regenschauer, Südwestwind. Die nordische Depression hat das Hoc^ruck- gebiet ostwärts abgedrängt. Sie beeinflußt bereits die Witterung an der Rordseeküste und "h der QBobS® tu[. -ern bon AA, 11 baden bis bl^ die liebes ? Nicht Aer.en $£? -°Ä'A «Stog AiZL Ket^ vverke Abent>st°+^ 18 Bd rng ab Z Qrum,ff t° !? Kbnen ffWP 's Ende QiZftÄ hernach auf 33 80 Qm lR und 35,10 «ta, 23 ® 30 ^rvz. auf die bis. und Fnedberger M. >en Arbeitgeberverban- Mdels° und DeriehrS. Avrtorbriterlbhne für » Pwz. erhöhen. Li Ar mittags sollen sie legen mit ilebernachten ' ®’e Fahrleute über i) 1289 M., die Saget« 1233 M a unb KieSbaggerarbeiter ?nen in Gießen wurden i> 14. August vvtgeW- rnit hiermit auf 30 M Ueberstimdenoufschlags t Asphaltierarbeit mH Mtslreitigkitm erhiel- che Frist zur Srfförung blehmmg des Schieds- AH in IieSer-Mll' ntlofrtung eines ßanb= egen formte dem glti« er-Berbandes für zwei nicht entsprochen wer- chäftliche Vereinbarung itgeberin über eine zerlegt. ichm betr. Entlohnung nbigten sich die Par- r'xJr V-i sah er IW > Schule. llserenz tu Friedberg. 16. Aug. Sie Hess. die am 15. mid ade sich trot) des über- lines sehr lebhaften 2^ mittag HM n einen hochwisienfchaft vondtes und Segens^ hen Religion und to gt der StadtKrche : ein sehr ret^^ Orgelvortrage *8™ ®erner,-bt fitX 'Jfr -»»* tnö reicht 'S® )■&£ I** W i sn? beiden, ®‘v »•* . des Aeoe. . ... itnP o« -.iherit t ** 7616 achte man darauf, daß die Würze aus Maggi’s großer Originalflasche gefüllt wird; denn in diesen Flaschen darf gesetzlich nichts anderes als MAGGI5 Würze feilgehalten werden. ?6i5 Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Der Schiffeuberg. Herr Prof. Dr. K r a e m e r wird Wohl selbst tthfct erwartet haben, dah die Giehener Bürgerschaft feine Ausführungen in Ar. 184 d. Dl. kritik- unb widerspruchslos hinnehmen und ftch einfach damit obftnben werde. And da ich nun schon einmal das Wort in der Sache ergriffen habe, Drucksachen aller Irl Äaeitattang itllreln u. preiswert die BrWecfce ÜBiv.-Dreekerei, E. Lange, Bloßen □ □□□□□□□□□□'□□ □£!□□□ DOO^aO □□□□□□□ Klavierspieler für Sonntag abend gesucht. Schristl-Anaeb. unt 07933 an den Gieb. An», erbet Ne e wetterauer Kartoffeln billig abz,'geben 7613 Wl. öer Bewöge 11. Televbon 178. haben kann, wie z. D. im QBtefetftal, wo Der j Staat ebenfalls Gelände genug hat und auch die Beschaffung der nötigen Räume ebensowenig auf unüberwindliche Schwierigkeiten flohen dürfte wie auf dem Schiffenberg. Dah übrigens Herr Prof. Dr. Äraenter selbst schon Schwierigkeiten für die Entwicklung seines Instituts in den gegebenen Verhältnissen auf dem Schiffenberg erblickt, scheint mir aus der Stelle seiner Ausführungen hervorzugehen, in der er sagt, dah „sich die Haltung der gröheren landwirtschaftlichen Ruhtiere aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nicht mehr viel weiter ausdehnen Iaht". Wünschenswert scheint mir also diese ObiSdehnung zu sein, vorerst aber nicht gut möglich. Unb das bringt mich auf einen weiteren, auf den dunkelsten Punkt in der ganzen Angelegenheit, auf die Zwitterstellung, die dem Schiffenberg für die Folge zu- gedacht ist. Wissenschaftliches Institut und Gastwirtschaft! Das läht sich meines Erachtens auf die Dauer unmöglich vereinigen. Sollen beide Unternehmungen selbständig nebeneinander bestehen und sich in das vorhandene Gelände von so geringem Umfang und ohne Ausdehnungsmöglichkeit teilen, bann sind sie auch alle beide m. E. von vornherein zum Tode oder zu einem Krüppeldasein verurteilt, werden beide nicht leben und nicht sterben können, ülnd das wäre schade für beide. Darum schlägt Herr Prof. Dr. Kraemer eine Verpachtung des Gesamtgutes an das Tierzuchtmstitut und eine Weiterverpachtung der Wirtschaft an einen älnterpächter vor, und das würde m. E. den Untergang der letzteren bedeuten. Das Institut muh sich doch aus seinen kleinen Anfängen heraus weiter entwickeln, sich ausdehnen und auswachsen können, und es wird dies tun müssen auf Kosten der Gastwirtschaft, da sonst auher dem blauen Himmel da oben ja keine Ausdehnungsmoglichkeiten vorhanden sind. Dr.Jung Zahnarzt von der Reise zurück BiichsrNsiy. — „Scheinwerfer", Roman aus dem Berliner Revolutionswinter von Sophie Hoech- st etter. H. Engelhvms Verlag in Stuttgart. — Der Titel ist gut gewählt. Wie mit einem Scheinwerfer sind Ereignisse und Menschenschicksale des Revolutionswinters betrachtet, buntfarbig, merkwürdig und fesselnd, aber nicht eben gerade aus dem Tiefsten schöpfend. Man liest das lebendige Buch, ohne auf besondere Parteitendenzen geleitet zu werden: deutsche Ideale werden hochgehalten. — Der Schmachfriede n von 33 e r < sailles in seinen furchtbaren Wirkungen. Ein ernster Mahnruf an das deutsche Volk. Mit einem Anhang über die Auswirkungen des Vertrages und das eine, was uns nottut. Verlag der Meherschen Hofbuchhandlung (Max Staerckef in Detmold. Handel» Adlerwerke bornu Heinrich Kleher Frankfurt a. M. fpd. Frankfurt a. M., 16. Aug. Die heutige auhervrdentliche Generalversammlung, in der 7 Aktionäre 19 267 Stimmen vertraten, genehmigte die Erhöhung des Grundkapitals um 55 Millionen Mark auf 155 Millionen Mark durch Ausgabe von 50 000 Stammaktien und 5000 Vor- zugsattien mit Divibendenberechtigung ab 1. Aug. 1922. Die jungen Stammaktien werden einem Dankendmsortrum unter Führung der Darmstädter und Oiationalbank zum Kurse von 150 Prozent mit der Verpflichtung begeben, sie den alten Aktionären im Verhältnis von 2:1 zum Kurse von 180 Prozent anzubieten. Die sieben- prozentigen Vorzugsaktien erhalten 15saches StimmrÄht, werden dem gleichen Dankkonsortium zum Kurse von 100 Prozent begeben und verbleiben in Händen der Gesellschaft. Sie sollen zur Sicherung gegen Ülebersremdungsgefahr dienen. Die Kapitalserhöhung wird von der Verwaltung mit der steigenden Geldentwertung, den wachsenden Ausgaben für Löhne und Gchälter und der riesigen Steigerung der Rohmaterialienpreise begründet. fpd. Frankfurt a. M., 16. Aug. Börsen st immungsbild Die Börse setzte heute sehr fest ein und hielt diese Tendenz bis zu Schluß. Auf dem Montanmarkt eröffneten alle Werte erheblich über den gestrigen Rotierungen, nur Harpen er blieb um 350 Proz. unter dem letzten Schluhkurs zurück, vermochte sich auch nicht zu erholen: 5100. Die übrigen Montanaktien verzeichneten Kursgewinne bis zu 225 Proz. Der Kalimarkt verkehrte uneinheitlich, aber fest. Aschersleben gewann 120 Prozent. Der Chemie- marft war in seiner Gesamtheit sehr fest, wenn auch zu Schluh einzelne Werte etwas abbröcfel» ten. Anilin 1020, Griesheim 1000, Höchster 900, Scheideanstalt sehr gesucht 1350 (+ 38), Ma-- schinenwerte zogen weiter merklich an. Kleyer 560 (+ 30). Auch die Elektrvwerte waren bei steigenden Kursen begehrt. Siemens u. Halske 1700 (+100), Mainkraftwerke Höchst 315, Schultert 1080 (+ 40). Von Schiffahrtsaktien Llohd 470 (+40), Paket 597 (+37). Der süddeutsche Zuckermarkt erholte sich kräftig. Auf dem Ein- heitsmartt lagen die Rentenpapiere ungemein fest. 3proz. Reichsanleihe 310 (+10), 3'/2vroz. Reichsanleihe 91, Bankaktien ebenfalls gut behauptet. Der Aufwärtsbewegung der Auslandsdevisen entsprechend verkehrte der Oftrenten- marft lebhaft bei ansehnlichen Kurssteigerungen. Der Devisenmarkt verkehrte fest. Brüssel 79121/,, Holland 40 350, London 45871/», Paris 8250, Schweiz 19 800, Italien 4700, Spanien 16 075, Dänemark 22 300, Vorweg en 17 800, Schweden 27 150, Aeuyork 102772. Herr- Prof. Dr. Kraemer läßt ja schon so etwas ähnliches durchblicken, wenn er sagt, dah es „in erster Linie" kleiner Versuchstiere, Hühner, Gänse, Enten, Kaninchen, Meerschweinchen, auch einiger Schweine, Ziegen und Schafe bedarf. Run, auf eine „erste Linie" folgt meistens eine zweite, eine dritte, auf ein erstens, ein zweitens, ferner .... endlich usw. Unb so wird und muh es auch hier gehen wie mit allen ähnlichen Einrichtungen. Man vergleiche doch die Anfangsstadien unserer wissenschaftlichen Institute mit ihrem heutigen Stand und Umfang, so z. B. das ßaboritorium Liebigs mit dem, was daraus hervvrgegangen ist. Manche von ihnen haben jetzt einen Umfang und eine Ausdehnung, wie sie früher kaum die ganze Uni- versität besessen hat. Jeder Zuwachs an Kraft und Ausdehnung, den das wissenschaftliche Institut dort oben zu verzeichnen hat, wird aber einen Verlust, ein Zurückdrängen des Gasthof- und Fremdenbetriebes im Gefolge haben, und es wird trotz des besten „Willens zur Eintracht auf beiden Seiten, trotz Taktgefühls und der nötigen Lebensfeinheit" nicht an Unstimmigkeiten und schliehlich auch an Grenzstreitigkeiten fehlen. Wenn auch die Menschen guten Willens sind, „hart im Raume stohen sich die Sachen," und von ihnen können wir uns nicht ganz losen. Ich sehe schon die Zeit kommen, da das Institut gezwungen sein wird, seinen Besitz gegen den gräßlichen Geheimbund der „Unbefugten“ zu schützen, und dem gehören wir gewöhnlichen Sterblichen ohne unser Wissen und Zutun zu mindestens 99 Proz. an. Wird dann unser Aufenthalt dort oben noch so sorglos, beruhigend und nervenstärkend fein wie seither? Und werden nicht aus den Sachen und Verhältnissen heraus wettere Beschränkungen folgen müssen, bis das, was die Siebener Bürgerschaft fo sehr fürchtet, endlich doch eintritt ? Zwar, Herr Prof. Dr. Kraemer will zunächst selbst die Gewähr dafür übernehmen, dah die Gastwirtschaft den vollen Beifall der Giehener Bürgerschaft findet, ja er will sogar eine „verfeinerte Gasthofkultur" dort oben einführen. Um Gvttes- willen, sehr geehrter Herr Professor! Der Herr bewahre uns in Gnaden davor, dah wir mitten in der herrlichsten, urwüchsigen Ratur uns umkreist und umschwebt sehen von gummibesohlten, seidenbefrackten Grohstadttellnern! Von jeher war der Schiffenberg ein geruhsamer Erholungsort, wo jeder 2lnständige, auch der „gemeine Mann", der kleine Beamte, der Arbeiter und der Bauersmann sich wohl fühlen konnte. Und so teilte es m. E. auch für die Zukunft bleiben. Wenn Verbesserungen im Gasthofbetrieb herbeigesührt werden müssen, so lassen sich die wohl auch erreiche^ ohne die Errichtung einer Tierzuchtstation, wie es überhaupt eine merkwürdige Rolle ist, die man einem wissenschaftlichen Institut zuweist, wenn man es im Rebenberuf zur dienenden Magd einer Gastwirtschaft machen will. So diel für heute! Und so mochte ich ebenfalls mit einem Appell schließen wie Herr Prof. Dr. Kraemer: Der Wissenschaft und damit auch der Tierzuchtforschung alle und jede Unterstützung und Forderung; aber man lasse auch dem Gemütsleben Raum und uns gewöhnlichen Sterblichen ein Plätzchen, wo wir sagen können: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!" — Auf die Ausführungen des Herrn Prvf. Dr. Kvaemer in der heuttgen Rümmer des Giehener ' Anzeigers einzugehen, erspare ich mir. Gießen, 16. August 1922. Valentin Müller. gestatte ich mir, in dem Nachfolgenden auf einzelne Punkte seiner Ausführungen zurückzukommen. Ich beginne mit dem Schluhappell des Herrn Prof. Kraemer: „Erschwere man doch der Landwirtschaf tswifsenschaft in den dunkelsten Tagen deutscher Geschichte ihre Tätigkeit nicht!" — Sehr geehrter Herr Professor, ich bin der Letzte, dem es einfällt, der Wissenschaft Schwierigkeiten zu bereiten, dessen versichere ich Sie; und das werden mir vielleicht auch die Herren Dozenten unserer Hochschule, die mich schon länger kennen, gern bestätigen. Und wenn Sie mir heute klipp und flar beweisen, dah nur der Schiffenberg einzig und allein der geeignetste Platz für die Verwirklichung ihrer wissenschaftlichen Pläne und Ab- sichten in Frage kommen kann, dann will ich mich in Gottes Ra men damit abfinden. Aber mir scheint, als ob gerade durch die Verlegung deS Instituts auf den Schi ff en berg der einschlägigen Wissenschaft Schwierigkeiten bereitet würden, die leicht zu vermeiden wären. Ich bekenne mich „mit seltenem Freimut, der in den heutigen Zeiten besonders wohltuend wirkt", nochmals als Richt- fachmann und lärm daher nur meinem bihchen natürlichen Menschenverstand folgen. Und der sagt mir folgendes: Das geplante Unternehmen soll doch wohl nur ein Zweig der landwirtschaftlichen Institute unserer Hochschule sein, und ich kann mir nicht denken, dah es in wünschenswerter Weise gedeihen kann, wenn es dort oben in stundenweiter Entfernung von jenen ein abgeschiedenes Sonder- und Einsiedlerdasein führt. Ich denke mir doch,' dah es in steter Wechselbeziehung mit den anderen einschlägigen Instttuten, landwirtschaftl., geolog., Veterinärmedizin., chem. u. a. Abteilungen unserer Universität stehen muh. Konnte dem Staate — diese Frage drängt sich jedem Unbefangenen ohne besonderen „geschickten Appell an die gequälten Steuerzahler" von selber auf — konnte dem Staate nicht manche Doppelausgabe erspart bleiben, wenn das Institut auch räumlich näher an die Schwesteranstalten herangerückt würde? Und wenn auch diese Ersparnisse naturgemäß nur geringe sein konnten — es wird doch heute von allen mahgebenden Stellen so sehr auf Sparsamkeit im kleinen gedrungen, dah ich an diesem Gedanken nicht glatt vorbeikomme. Und wer bürgt dafür, dah nicht hinter diesen Beinen Doppelausgaben später größere auftauchen, die dann wett schwerer ins Gewicht fallen? Und welche Schwierigkeiten müssen m. E. allen denen erwachsen — Dozenten, Forschern, Studenten usw. —, die ihre Tätigkeit zeitweise an das neue Institut verlegen müssen, gleichzeitig aber auch an anderen interessiert sind? Sollen die dort oben wohnen oder ein Wanderleben von einem Ort zum andern führen? Und dürfte die Verwaltung der Station dort oben nicht ebenfalls ungemein mehr Schwierigkeiten verursachen als in der Stadt selbst oder in ihrer nächsten Umgebung? Fassen Sie, bitte, folgende Parallele nicht als Änmahung meinerseits auf! Als Leiter einer größeren Schule weih ich aus Erfahrung, dah eine einzige Schulklasse, die aus Raummangel irgendwo auherhalb, in der „Diaspora" unter gebracht werden muh, mehr Schwierigketten, Umstände und Scherereien verursacht als fünf andere zusammen. Olten denke nur an den Transport von Lehrmitteln, Material für Handarbeiten, Zeichnen, an das Hin und Her der Fachlehrerinnen und »lehrer usw. usw. Und nicht ganz unähnlich dürfte sich auch der Betrieb des neuen Instituts dort oben gestalten. Wenn es einmal wirklich ins Leben getreten ist, werden Umständlichkeiten und Schwierigkeiten auftauchen, wo man sie vorher nicht im geringsten hat ahnen können. Mir scheint also, dah der Schiffeuberg schon mit Rücksicht auf seine grobe Entfernung von unsrer alma mater nicht der geeignetste Platz für die Ausnahme eines wissenschaftlichen Insti- tuts ist. Dazu kommen noch die natürlichen Der- hältnisse dort oben, aus denen ebenfalls grobe Schwierigketten und Hindernifse erwachsen dürften. Ich habe neulich schon auf den dauernden Wassermangel auf dem Schiffenberg hingewiesen, und es ist mir inzwischen bestätigt worden, dah Versuche, in seinem Bereich Wasser zu er bohren — auch für andere geplante Unternehmungen — stets verlorene Liebesmüh' waren. Wie der Vogelsberg im ganzen bei den Geologen als wasserarmes Bergland gilt, so ist es der Schiffenberg Im besonderen. Dah wir in nicht allzu grober Entfernung von hier die Wasserwerke von Qu.eckbom, Inheiden usw. haben, ändert an dieser allgemeinen Tatsache nichts. Dort sind eben die Untergrundverhältnisse günstigere für die Stauung des Grundwassers als sonst im allgemeinen und als beim Schiftenberg im besonderen. Die Stiultur des Berges selbst und die Sande und Kiese an seinem Fuhe dürften er- klärende Faktoren in hinreichendem Mähe sein. Dah es dem Staate eher gelingen wird, in ausreichendem Mähe Wasser zu bringen als einem privaten Pächter, will ich Herrn Pros. Dr. Kraemer gerne glauben; beim die Technik kennt ja heute keine Unmöglichkeiten mehr, sondern nur Schwierigkeiten. Aber um diese Schwierigkeiten zu überwinden, braucht auch die Technik Geld, und manchmal recht viel Geld, besonders in der heutigen Zett. Und da frage ich mich: Warum gerabe hier an ein so schwieriges und hartnäckiges Objekt soviel Aufwendungen setzen, wenn man es sonst billiger und bequemer Landwirtschaft. △ Aus dem Kreis ©leben, 16. Aug. Reges Treiben herrschte gestern auf den Feldern. Rach dem zweitägigen Regenwetter und den vorangehenden regnerischen Tagen war das Getreide nahezu am Keimen. Besonders galt es, die Gerste, welche in Klecken auf den Aeckern auSgebreitet liegt, zu wenden, und hier und da fand man schon ausgewachsene Aehven. Die Kornhaufen waren vollständig durchnäht und muhten umgestellt werden. Die Stoppeläcker sind so durchweicht, dah das Pflügen, welches voriges Hahr unmöglich war, jetzt leicht geht. Und so werden allenthalben Stoppel rüden und Erbsen als Herbstfutter gesät. In den Furchen der Kar- toffeläder, in den Gräben und auf Wiesen stand gestern noch das Wasser. Für das Getreide und die Kartoffeln ist jetzt dringend warmes, sonniges Wetter erforderlich. § Aus dem Ohmtal, 16. Aug. Der Wasserstand war seither trotz dem Mangel an Sonnenschein ausfallend niedrig. Erst der jüngste Landregen schaffte etwas Abhilfe. Der Stand des Grummetgrases ist gegen das Vorjahr entschieden bester. Im vorigen Sommer weidete das Vieh auf ausgetrocknetem Boden, jetzt gibt es auch bessere Weide. § Dom Vogelsberg, 16. Aug. Mitte August, das ist die Zett der Reizfütterung für die Bienen, die von grober Bedeutung für den nächstjährigen Stand der Völler ist. Allein, bei ber diesjährigen Verspätung in der ®nttolcfelung der Voller fallen jetzt noch Schwärme. Iungfer- schwärme gehören zur Seltenheit, aber sie kommen jetzt noch vor. Rur die Honigernte fällt sehr karg aus. Wohl hat ber Sommerraps gut geblüht, er konnte aber den Ausfall des WintervapseS nicht ergänzen. 1 gutes Klein-Auto 1 prima Last-Auto sofort zu kaufen gesucht. Ausführliche Preisofferte mit Erbauungsjahr, Motornummer, genauester Beschreibung, Lichtbild an gementplattenfabrik B. Lohr, Akt.- Ges., Frankfurt a. M., Niedenau 48. 7623a sWto t;?r sichor u^chmarzios v y' in aoorttekenu. besseren Dnoqerienerhälrlkh. Gegen Fußschweiß und Wund!auf»n KukirokFußbad! Drogerie Wallenfels. Marktplatz 21. LNMrmÄftEorS D. W i t 1 e - Berlin hatte daS Thema „Was steht für die deutsL-evangelische Mission in Ehina und Japan auf dem Spiele? «r zeigte in seinem Vortrage, dah unsere Mlftwv sich gerade bei diesen Staaten eines grohen Em- oegenkommens erfreute, im Gegensatz zu bend>riftB Wen Staaten, und dah die Aufgaben der Dislionstätigkeit gleichbedeutend mit oem Ausscheiden aus der Reihe der Kutturnattonen fein Vürde. Das Schluhwort sprach Geh- Santtätsra^ Dr. Decker. Ülmrahmt waren die Vottrage durch musikalische Darbietungen, bei welchen Orgel- öorträge des Organisten ^^helmer, Ge- sangsvorträge von Fräulem W a r t h o r st, Chore be? Kirchengesangvereins und em gerneinsamer Schluhgesang eine reiche Abwechslung^boten. Die Verhandlungen des zweiten ^ages, die wieder in ber Durgkirche stattfanden, wurden durch eine von Pfarrer F i s che r - Grotzbiberau abaebaüene Andacht eröffnet. Die darauf begin- Dr Trick- Sieben eingeleitet. Er sprach über ha« Thema „Evang. Mission und deutsche Kul- wckrise im 17. Jahrhundert". Der geistvolle und hochinteressante Dortvag bot tiefe Einblicke in die ^ntstehungsgeschichte der Mission. Danach sprach qjfarrer Gengnagel- Stockhausen über bas Thema: „Warum unb wie hat die deutsch-evang. Mission ihr reformatorisches Erbe in ber Weltmission zu wahren?" An die beiden Vorträge schloh sich noch eine lebhafte Diskussion an, bei welcher eine ganze Anzahl Redner zu Wort kamen. Zu erwähnen ist noch dah Missionsdirektor v. Witte auch vor zwei Abteilungen von Schülern der Augustinerschule am Vormittag des 15. August Vorträge über seine Mifsionstätigkett In. Hochwaldhausen, 16. Aug. In ber Devgschule fand ein achttägiger vom Kreis- schulamt Lauterbach für die Qefjcer des Kreises ungeordneter: Fortbildungskursus statt, bei dem Prof. Dr. med. et phil. Steche über Biologie unb Dr. Hitzig über Einführung in Philosophie lasen. Max Heß und Frau Herta geb. Kann danken herzlichst für die anläßlich ihrer Vermahlung erwiesenen Aufmerksamkeiten Gießen Frankfurt a. M. den 17. Slugust 1922 Märkte. Frankfurter Getreidemarkk. mc. Frankfurt a. M., 16. Aug. Auf dem heutigen Fruchtmarkt herrschte feste Tendenz. Die amtlichen Aotierungen lauten: Weizen 4100—4200 Mk., Roggen 3400—3800 Mk., Gerste 3900—4000 Mk., Hafer 3700—3800 Mk., Mais (Laplate) 3750—3300 Mk„ Mais (Mixed) 3650 bis 3750 Mk., Weizenmehl 5800—6200 Mk., Roggenmehl 4700—4800 Mk., Kleie 2000—2075 Mark. ________ (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Der frühere Hofschauspieler Hacker f. rm. Darmstadt, 16. Aug. Gestern starb unerwartet das Ehrenmitglied des heftischen Landestheaters Hoftchauspieler unb Regisseur Gg Heinr. Hacker im Alter von 68 Iahl-en. Vermischtes. Siu Bauunglück. Berlin, 16. Aug. (WTD.) Heute vormittag brach ein unter Dem Dache an ber hohen Halle bes Anhalter Bahnhofs angebrachtes Baugerüst zusammen. Die auf dem Gerüst mit Reparaturarbeiten beschäftigten Arbeiter stürzten in die Tiefe. Ein zufällig anwesender--Arzt stellte bei fünf Verunglückten den Tod fest. Sechs Arbeiter wurden schwer verletzt. I il V v Iiel nei SsitschlandS dab befoni^ « geheut U fdbltim U erwerbenv Deuülchkeü für kemesw Deutschland diplomatisch obgleich es Auhkmdw triege» beft hatte, bestao beutf&XÜ visten gWl Leiter bei -tkftanb, nx Altior u durchkreil Km Lchuh Mer Ström '4 Mmarc fidjen Gesim rar keinesw fürchtete, dal vollende Äa hasten und Men vero Hai er desh< hmch direkte lcrs - über gesucht und land an den an der Ei' Interesse Hal umsonst, da 3ertrümmeu Lalkanhalbii nicht schonte 1876 mit en Ueberhebung dle'er PMl rechnete, bey Man b reichs Hebe veil es tani reich und ' und es ist i Msmrck l> 'tit gegen £ kiben eine l-'Mn hier blms nicht dch der Kan die seitdem zur Auhe k densinteresse Schluß des Mi Dian Wschen u Damit die nvrhanlxm. Mbriw ^Melden i Teiles des sichern schossens ^glisch°ru milät als Politiker K schba ,führte, hä land mit SUtreihn fr M 6at ^lerander a, .D-eseH Wfarui Vieren 9 N dem ' tau , Ä ™- Endliche i Diesen ha Un Ström lecher t ZKks'and ^butQ Nafra Ii49en. J >Nne ■ K fr Al 6^ toa ?ruen S2J ßl.193 M 5? s*1 chchtintnei' L./ns; Saoalt-" t kihing1.1; und M Anschrsttst nchten: M p-sls^ zrankstli« Othello Drama in 7 Akten. Der Film Othello wurde bis leist noch In ' keinem Theater Deotschlends gespielt, sondern gelangt bei nns nur üranflührung. -Wr.„KÄ«sW Schwank in 3 Akten.*' vecgeömg von WlffltiöHsötteifes 76208 Bahnhofstraße Ecke WolKengasfe Telephon 1403. 7637c Aktiva. Sa. Pulver gesucht. 7611 pme 2SSJH S-kamMft gegen Junger mai»l Mel und gr. Inventar. Schubkarren zu kauten .^- Schristl. Llnaebote unter geiuchl. Schristl. Anaev. »0 v, 0?J38 au d. bi teil. 2ln». erh. I ittilf*r7n1K n S ruiflt. 01... «a I ^ingiuuic uni er Marburger Str. 80 v.' 07938 an d. Gietz. Anz. erb. untetTolB a. b. 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