Samstag, 17. Zunl 1922 Erstes Blatt 172. Jahrgang s. | Deutschlands Trauer um Oberschlesien. | die e 1 c. der die i l>t !N Itt an je iv oe ?d. Euer Heimatland zerreißt, die Bruder vom Bruder trennt, reicht Euch das ganze deutsche Bolt Hand." einem Gebiete, auf dem Gebiete Schuldfrage im Kampfe gegen ihm nicht mehr verlangen. 6. Aufhebung des Meistbegünstigungszwangs. Er macht die deutsche Arbeitsleistung zum ohnmächtigen Spekulationsobjekt der fremden Konkurrenz und schließt darum eine Genesung unsrer Wirtschaft bis zur Zahlungsfähigkeit aus. Rur Erfüllung mindestens dieser sechs Forderungen könnte Deutschland befähigen, seine Schuld abzutragen. Wer in der heutigen Menschheit noch Empfinden für Recht und Billigkeit oder in den Völkerschicksale gestaltenden Politikern Verständnis für Weltwirtschaft vermutet, würde sich mit den sechs Punkten nicht bescheiden. Ohne ihre Erfüllung steht Deutschland früher oder später vor unbezahlten Gläubigern als Bankrotteur oder gar Desperado, der das Innere seiner leeren Laschen nach aufton zieht und mit Aselzucken erklärt: „Hier steh' ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir!" Auch seine Rachbarn aber wird schwere Rot -zu spät dann Beten und Einsicht lehren." Vorläufig scheint die Einsicht bei unseren Gläubigern noch im weiten Felde zu liegen, wie diencueÄote derReparationS- tommiffion beweist. Auch ihre Fvrdermr- gen halten sich an das nun in (Paris schon genügend erprobte Prinzip, durch Anilarheit neue Verwirrung zu schaffen und Unmögliches oder doch kaum zu Leistendes zu verlangen. Die 40 Milliarden Einnahmen, die wir durch die Zwo ngS an leihe bis zum l. Januar 1923 schaffen sollen, werden sich zum rnin- desten in der gestellten Frist wahrscheinlich nid)' aufbringen lassen, wozu noch kommt, daß vorläufig ein Weg. wie man die Zwange- anleihe überhaupt in einer für unser Wirtschaftsleben erträglichen Form durchführen soll, sich nicht .zeigen will. Ebenso steht cs mit der Beseitigung des Defizits unserer öffentlichen Betriebe, das zu beseitigen unter den heutigen politischen Verhältnissen auch weiterhin sehr schwer sein wird. Was crwiich in der Frage der Autonomie der Reicksbnnk gefordert wird, bedeutet in seiner Auswirkung eine so weitgehende Beseitigung der Finanzhoheit des Reiches und müßte unserer Finanzpolitik solche Schwierigkeiten bereiten, daß ein Eingehen auf das Verlangen der Revarationskvmmission und als nicht möglich erscheint. Do man also auch hinsieht, herrscht nach wie vor Verwirrung, Krisenstimmung und offene oder versteckte Feindseligkeit zwischen den Völkern der Erde. Schlechte Auspizien für die nun beginnende Konferenz im Haag. 3n Paris ist das Wort geprägt worden, es handele sich jegt um einen Zweikampf zwischen Lloyd George und sioin - care. Dieses Wort kennzeichnet tatsächlich recht gut die heutige Lage. 3m Haag sind im wesentlichen dieselben Mächte beteiligt wie vorher in Genua, aber es besteht doch zwischen beiden Konferenzen ein bedeutender Unterschied. Deutschland ist ausgeschieden, well es in Rapallo sein Verhältnis zu Rußland, dem ja die Haager Konferenz gilt, schon wenigstens nn Prinzip geregelt hat. Amerika ist nur als Beobachter anwesend, Frankreich und Belgien sind zwar amllich vertreten, wollen sich aber ebenfalls nur auf das „B e - o b a ch t e n“ beschränken. Ob bei dieser Sach- । läge sich hn Haag wird etwas erreichen lassen, ist zweifelhaft. Viel wird davon abhängen, was bei der Zusammenkunft Lloyd Georges mit Poincare herauskvm- men wird. Für uns Deutsche bleibt auch weiterhin die Pflicht, mit gespanntester Aufmerksamkeit die Verhandlungen zu verfolgen und unsererseits alles zu tun, um für die deutschen Belange zu wirkest. Dazu gehört aber besonders, daß wir alles daran setzen, Klarheit zu schaffen auf Schuldlüge. Erfreuliche Ansätze dazu konnte man in der letzten Zeit festststellen. Das Erscheinen der ersten sechs Bände der diplomatischen Akten des Auswärtigen Amts steht im Zeichen dieses Kanrpses um die Wahrheit. Der so eingeschlagene Weg muß zielbewußt weiter gegangen werden, von selten der Regierung, aber auch von jebeni einzelnen von uns. Jetzt, wo es sich um das Leben unseres Volles handelt, muß jeder in den Dienst unserer Sache treten im Streben nach dem Ziele, die Lüge von unserer Allein- schuld auszudeden. Poincare hat es deutlich genug gesagt: „Wenn die Deutschen den Glauben erwecken können, daß auch die anderen Rationen einen Teil der Schuld tragen, dann wäre die erste Grundlage des Vertrages (von Versailles) beseitigt, und sie wären zu allen Hoffnungen berechtigt." Nr. HO Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags, mitderLamstagsbeilage: Gietze nerFa m i li e nd lä t ter Monatliche Sezu. «preise: Uli. 20.— und Mk. 2.— Trägerlohn.durch diePost Mt.22.—, auch bei Nicht» erscheinen einzelnerNum» mem infolge höherer Gewalt. — Fernlprech» Anschlüsse: jur die Schriftleitung 112; für Verlag and Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Ziehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11688. ÄS: rin ^nne- S? dir Ablauf Kz pewnahnay, 'Kreis Als- gehoben, — 'Kreis Als» lt)l vorläufig un& Slaucn* Met erklärt. isldleLlaul- wnahnaymen Treue um Treue! Berlin, 16. Juni (WTB.) Der Reichspräsident, die Reichsregierung und die I preußis che Staats regierung erlassen folgenden Aufruf: „(3m Trauertag ist angebrochen, den zu vermeiden wir drei Jahre heiß kämpften! Ein Teil Oberschlesiens wird heute einem fremden Staatsverband einverleibt; ein Teil des Landes, dessen Unzertrennbarkeit so oft von den Staatsmännern und Sachverständigen aller Länder, am meisten aber von den Oberschlesiern selbst betont wurde, ein kostbares Stück deutscher Erde, das tjt jahrhundertelanger Arbeit durch deutschen Fleiß und deutsche Tüchtigkeit zur höchsten wirtschaftlichen Blüte gebracht worden ist, wird dadurch vom Mutterlands losgcrifsen. Rach den ersten Friedensbedingungen sollte ganz Oberschlesien kurzerhand Polen zugesprvchen werden. Eine der wenigen Aenderungen, die in Versailles durchgeseht werden konnten, war das Zugeständnis der Abstimmung. Die Oberschlesier wissen, unter wie vielen Hemmungen unb Bedrohungen, ja wie selbst unt er Gefahr für Leib und Leben die deutsche Bevölkerung an vielen Orten abftimmen mußte. Trotzdem und trotz der wenig verlockenden Lage Deutschlands sprach sich eine große Mehrheit für das alte Vaterland aus. Runmehr aber hieß es plötzlich, daß Oberschlesien teilbar sei. Vergeblich waren unsere Bemühungen, di: Widersacher zu überzeugen, daß nicht mir di: Verpflichtungen des Versailler Vertrages, sondern auch das Gebot der wirtschaftlichen V.'rnuffk die Einheit fordere. Der Geirfec Spruch zerschnitt diesen blühenden, lebendigen Organismus grausam. Gegen diesen Spruch legten wir W Kreises, ^schreiben |U Erfahren. notwendig, die Cann er Beschlüsse als Grundlage für die Haager Konferenz zu nehmen. Die Rote erklärt sich mit dem Vorschlag Frankreichs einverstanden, das Programm auf drei Punkte, nämlich Kredit, Schulden und Privat b e s i tz, zu beschränken. Deshalb sei eS unnütz, von neuem auf der Zurückziehung deS ruffi» chen Memorandums zu bestehen. Die russischen Delegierten. London, 16. Juni. (Wolff.) Reuter erfährt, daß die Delegation der Sowjetregierung ür die Haager Konferenz sich folgendermaßen zu- ammenseht: Litwinow (Vorsitzender), K ra s- fi n, Krestinski, Rakowski und S o k o l n i- l o w. Die Delegation werde von einem Stab von 11 Personen begleitet. Englisch-französische Befriedigung. London, 16. 3unl (WTB.) Reuter meldet aus dem Haag, nicht nur in britischen, sondern auch in französischen Kreisen herrschte ein guter Eindruck bezüglich der Ausstchten der Konferenz. Der französische Gesandte im Haag, D e n o i st, habe P o i n c a r 6 telegraphisch eine Befriedigung zum Ausdruck gebracht. London, 16. Juni. (WTB.) DläUermel- dungen aus dem Haag zufolge sei es kein Geheimnis, daß alles getan werde, um die Verhandlungen nicht a* kehr zu beschleunigen, bevor Lloyd George und Poin- c a r 6 am Montag in London zusammengetroffen seien, da die russische Frage zwischen den beiden Premierministern sicher erörtert werde. Annahme von Anzeige« für di« Tagesnummer di« zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit, preis für 1 mm höhe für Anzeigenv 34mmBreite örtlich 150 Pf., auswärts ISO Pf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breit-500 Pf. Bei Platz» Vorschrift20 , Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Go-y. Verantwortlich für Politik. Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. SW •’S'-' »«S 5» Glotze"-^ ^30 3 SA MWr für alle Zeiten gültige Verwahrung ein. Oberschlesier, die Ihr heute von uns scheiden müßt. Euch rufen wir die letzten Abschiedsgrüße zu. Habt Dank für Eure Treue! Die Gefühle, womit Ihr diesen 2ag erlebt, teilt mit Euch das deutsche Volk Wir bemühten uns, durch ein Abkommen mit Polen Euch und ganz Oberschlesien nach Möglichkeit zu halfen. Auf klarer Rechtsgrundlage soll Euch vor allem das Gut erhalten werden, woran Ihr hängt wie wir: die deutsche Kulturgcnreinschaft, die deutsche Sprache, daS deutsche Heimatgefühl. Oberschlesier, die Ihr bei uns bleibt, die 3f/r nach jahrlangem Dulden und Harren der Fesseln der Fremdherrschaft ledig werdet: Seid gewiß, baß wir Euch nach Kräften helfen werden, tic schweren Wunden zu heilen, welche Euch die Zaire der Bedruckung geschlagen haben. Unter dem Schutze des Rechts und der Freiheit werdet Ihr wieder Eurer friedlichen Beschäftigung nachgehen und mit uns an dem Wiederaufbau unsere« Vaterlandes arbeiten. Ihr werdet Euch durch die berechtigte Erbitterung zu keiner ungesetzlichen Handlung verführen lassen; 3hr werdet das in Genf geschlossene Abkommen wahren. 3hr wißt, chaß eine Kommission unter neutraler Führung über den Schch der Rechte der Polen Hier und der Deutschen dort wachen wird und daß 3hr Euren Dolks- genossen jenseits der neuen Grenze keinen Dienst leisten würdet, wenn 3hr für das Erduldete Vergeltung üben wolltet. Oberschlesier! 3n der Schicksalsstunde, die HE w < 5**«* Köst-0,1 lerßtn tm Trüben zu fischen. Durch Frankreichs Schuld ist also die AeparationSkrise erneut verlängert worden. Da unsere seinerzeitigen Zugeständnisse in Paris nur unter der Bedingung gemacht worden waren, daß wir eine Anleihe erhielten, ist die Lage wiederum völlig ungeklärt und sehr ernst: Wir sind vor neue, schwerwiegende Entschlüsse gestellt. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlichte unter der Lieberschrift „Deutschlands sechs Punkte" zu dem Bericht des Anleiheausschusses eine Auslassung, die uns tatsächlich durchaus das Richtige zu treffen scheint, wobei man noch berücksichtigen muß, daß die Zeitung, die be- kannlltch Hugo StinneS gehört, vermutlich die Auffassung der führenden, wirtschaftspolitischen Kreise wiedergibt. 'Das Blatt schreibt u. a.: .Unser Entschluß, auch die brüdenbften einmal übernommenen Verpflichtungen abzutragen, bleibt unwandelbar. Doch ist der deutsche Wirtschaftskörper augenblicklich nur noch ein T v r s o, dem Willkür und Vertragsbruch seit dem Dersalller Frieden tag lich Lebensblut rauben und immer wieder neue Glieder entreißen, deren Arbeit doch die uns aufgebürdeten Schulden tilgen soll. Wir können arbeiten nur mit den verlorenen Gliedern und können zahlen nur ohne den täglichen Aderlaß Solange die Gläubiger uns der Möglichkeit zu ersprießlicher Arbeit berauben, werden wir etwaigen Anleihevergebern nicht als kreditwürdig gelten. Wer von Deutschland Milliarden er^ wartet, muß uns daher zugestehen: 1. Räumung von Duisburg, Düsseldorf, Ruhrort und Fortfall der 26prozentigen Ausfuhrabgabe Primitivstes Rechtsempfinden gebot, wie seinerzeit die öffentliche Meinung besonders in England zum Ausdruck brachte, 2lufhebung dieser ^Sanktionen", als Deutschland sich dem Londoner Ultimatum beugte. 2 Räumung der besetzten linksrheinischen Lande. Gleichzeitig Milliarbenschulden abzutragen und ben fremben Militarismus zu füttern, ist für Deutschland unmöglich. Die Denkschrift des Reichsfinanzmini- fterhimS über bic Defehungskosten nennt schier groteske Einzelziffern des täglichen Aderlasses am Rhein. 'Die Iahressummme kommt nahezu dem gesamten Lieberschuß der deutschen Volkswirtschaft der Vorkriegszeit gleich. Das muß uns zahlungsunfähig machen. 3. Räumung des Saarlandes. Der Versailler Friede vertraute das Saargebiet bis zur Rückgabe an Deutschland der Obhut des Völkerbundes an. Trotzdem bereitet eine rein französische Verwaltung durch Aushungerung und Verdrängung der 3nbuftric der Bevölkerung die Annexion vor, besteht für die kerndeutschen Saarländer kein Selbstbestimmungsrecht. Anspruch darauf sicher' ten ihnen mindestens jene 34 Punkte". die uns tm Herbst 1918 verführten, die Waffen niederzulegen. Eine Mehrheit unsers Volks traute dem Wort eines Präsidenten der Vereinigten Staaten und baute auf den nationalen Ehrsinn der Wnerikancr. die wir noch heute durch das feierlich aller Welt verkündete Versprechen ihres damaligen Staatsoberhauptes gebunden betrachten. Ungehemmter Handelsverkehr mit einem nicht geknechteten Saarland und deutsches Verfügungsrecht über die Saarkohlen würde das Abträgen unsrer Kriegsschulden beschleunigen. 4. Freigabe des deutschen Handels m i t Danzig und durchden „Äorriöo r“, wie in Versailles stipuliert worden ist. Die Beengung unseres Handels bezweckt lediglich die Abschnürung Deutschlands voii einer unentbehrlichen Kornkammer. Wir sollen arbeiten, aber dürfen nicht offen. 5. Grenzregulierung in Oberschlesien gemäß Versailler Frieden. Die Widersinnigkeit der willkürlichen Zerreißung wirtschaftlicher Einheiten, die nur in Geschlossenheit Werte schassen und Schulden- tilgung fördern können, entlockte sogar in Oberschlesien weilenden Engländern von Amt und Rang Worte dec Empörung vor deutschen Ohren. Brutaler Vertragsbruch entriß unserem Wirtschaftskörper das vielleicht noch träftigfte seiner Glieder. Wer einem Schuldner die rechte Hand abhackt, darf Qlrbcit und Bezahlung von General-Anzeiger für Gberhessen Druck unb Verlag: vrllhl'sche Univ, vuch- und Sfehtbrnderci R. Lange. Schriftlettung, Geschäftsstelle unb Druckerei: Zchulstratze 7. Wochenrückblick. Ohne zu einem greifbaren Ergebnis seiner \ Beratungen gekommen zu sein, hat sich der Anleiheausschuß in Paris vertagt. Die Anletheverhandlungen sind gescheitert, und die ReparativnSkrise ist wieder akut geworden. Durch wessen Schuld? Darauf gibt — wenn es überhaupt jnotwendig war, noch einmal festzustellen, was ohnedies schon jeder wußte, so geschah es hierdurch — der Bericht des Anleiheausschusses über die Gründe seiner Vertagung, den Morgan in einem Interview noch unterstrich, unzweideutig die Antwort: Durch Frankreichs Schuld. Der französische Widerstand in der Frage der Regelung der Reparationen ist es gewesen, der die Anleiheverhandlungen bewußt sabotiert hat. Dem in Paris regierenden Klüngel der Chauvinisten um Poincare ist ja auch an einer Lösung der Krise nichts gelegen; denn wenn eS so gelungen wäre, Deutschlands finanzielle Leistungsfähigkeit auf eine gesunde Grundlage zu stellen, so wäre ihnen die Möglichkeit genommen worden, wei- Die Haager Konferenz. Cine Kommission für die russischen Angelegenheiten. Haag, 16. 3uni (WTB.) (Riederländisches Korrespondenzbureau.) Heute vormittag 11 Uhr trat die Konferenz zu einer Sitzung zusammen zur Besprechung der Beschlüsse ber Genueser Konferenz Es wurde eine Kommission für die russischen Angelegenheiten ernannt, die in drei ilnterf ommif - Honen zerfällt, eine für die Staatsschulden, eine für das Privateigentum und eine für dieKredite. Die Sitzung dauerte bis 1 ilßr. Heute nachmittag 4 ilßr werden die Beratungen fortgesetzt werden. Dann werden die Methoden festgelegt werden, die die russische Kommission befolgen soll. Rach Schluß der Sitzung werden.sich mehrere Delegierte nach ihren Ländern begeben, um mit ihren Regierungen die Beschlüsse des heutigen Tages zu beraten. 3n der Sitzung vom Montag soll dann mitgeteilt werden. ob die verschiedenen Regierungen mit den heute gefaßten Beschlüssen einverstanden sind, damit endgültige Beschlüsse festgelegt werden können. Die italienische Note. P a r i s, 16. 3unj. (Wolff.) Ha va s meldet: Die italienische Antwortnote auf das französische Memorandum ist für eine weitgehende Auslegung der Feststellungen der Sacl verständigenkvnserenz, um es dadurch jeder Regierung zu ermöglichen, die befähigten Persönlichkeiten zu bezeichnen. Es sei wünschenswert, daß die Delegierten zu der Konferenz, von der bu Russen ausgeschlossen seien, auch an der Konferenz teiUuneßmen. zu der die Russen ringt- laden feien. Die erstere Konferenz hätte sich darauf befchräickt, ein Verfahren für den Zusammentritt der zweiten Konferenz festzulegen. Es sei PoincarSs Abreise nach London. Paris 16. Juni. (WTB.)Ministerpräsidenk Poincare ist heute nach London abgereist. 3n einer Hotu von offiziösem Anstrich streitet die „Liberte^ der vorgesehenen Zusammenkunft Poincares mit Lloyd George die politische Bedeutung ab, die ihr zugeschrieben worden ist. Poincare gehe auf die Einladung eines nichtvfsiziellen Vereins privatim nach London. Erst am Montag werde er auf Einladung Lloyd Georges in der Downing Street frühstücken, jedoch lasse nichts die Behauptung zu, daß sich hieran eine politische Unterredung anschließen werde Poincare sei deshalb auch ohne alles Aktenmaterial und ohne einen Beamten des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten mitzunehmen, abgereift. Das Blatt dementiert die englischen Rachrichten, daß die Besprechung sich auf das französisch-englische Garantieabkommen beziehen würde, und daß der französischen Regierung ein Memorandum hierzu übergeben worden wäre. Anfragen in der französischen Kammer. Paris, 17. Juni. (WTB.) Der sozialistisch« Abgeordnete Leon Blum hat eine Interpellation eingereicht über die Art und Weise, wie die französische Regierung bas Reparationsproblem auffaßt, und wie sie nunmehr den Versailler Vertrag und den Londoner Zahlungsplan anzuwenden gedenkt. Andererseits hat der rechtssozialistische Abgeordnete A u r i l ebenfalls eine Interpellation eingebracht, die als die Folge des Entschlusses des Anleiheausschusses bezeichnet werden tonn. Auch dieser Abgeordneter wünscht Auskunft über die Vlaßnahmen, die die Regierung zur Wiederherstellung der finanziellen und wirtschaftlichen Lage Frankreichs zu treffen gedenkt, damit in praktischer und endgültiger Weife das Reparationsproblem einer Lösung entgegengebracht werde. Aus dem Reiche. Neuwahl des Reichspräfidenten Anfang Oktober. Berlin, 16. Juni. Wie eine Parlaments« korrespondenz wissen will, sei nach den bisherigen Besprechungen zwischen den Reichstagsparteien und der Reichsregierung anzunehmen, daß Anfang Oktober die Reuwahl des Reichspräsidenten erfolgen werde. Vorher werden dem Reichstage noch zwei mit der Wahl zusammenhängende Entwürfe zugehen, von denen der eine die PensionsVerhältnisse des Reichspräsidenten regelt. Ueber die Aufstellung von Kandidaten fanden Besprechungen noch nicht statte Besprechungen der Koalitionsparteien. Berlin, 16.Juni.(Wolff.) Heute vorrnit-q tag 11 Ahr hatten im Reichstage die Koa-- litivnsparteiert Besprechungen über die Zwangsanleihe, die Erbschaftssteuer und die Getreideumlage. Heute nachmiftag wird der Reichskanzler mit verschiedenen Parteiführern sich über die Lage besprechen. Die TeuerungSzuschlage der Beamten. Berlin, 16. Juni. (Wolff./ ImBeamten* ausschuß des Reichstages erklärte R.gierungs- rat Schilling im Auftrage des RLichssinanz- Ministeriums $ur Frage der Teuerungszuschläge für die Beamten, baß die Reichs-» rcgieiung die Rotwendigkeit der Teuerungs- zulchläge nicht verkenne. Eine abschließende Stellungnahme sei aber noch nicht möglich, da zunächst noch mit den wirtschaftlichen Verbänden der Be-» amten, Arbeiter und Angestellten Fühlung genom*1 men werden müßte. Dies solle am 20. 3unj geschehen. Im allgemeinen würden sich die Maßnahmen in der Richtung der Erhöhung der Teuerungszaschläge bewegen. Der Ausschuß rahm darauf et ei Antrag Morath-Dr. Schisser lD. Dp.) an, nach dem die Vorlage über die Teu-, erungszuschläge [o zeitig ctrguErtngen ist, baß be* iWtMH«! '«'M« Svenalermeister und Frau Kathärina, geb. | Neuyort, seiner heimatlichen Gemeinde im Betrag 1 wurde zunächst die am 29. März beschlossene KrosdÄer Straße 16. von 13708 Mark. Davon sollen 7000 Mark für Jagd stelle rvrdnung, Welche seitens der sicher dazu beigetragen daß dieses so überaus 'ichtige Institut auf seiner vorbildlichen Höhe ♦ * euh toi *• Trauer um Oberschlesien. Dir Landesregierung hat angeordnet. dah aus Anlaß des Verlustes vberschlesischer Gebietsteile heute die Gebäude der Staats- und Kommunalbehörden halbmast zu flaggen sind. ** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 7. Juni 1922 der Kanzlei- gehilfe Friedrich Brand in Osthofen zum Kanzlisten bei dem Amtsgericht Osthofen. Ernannt verhinderten Ministers Dr. Bolitz, auf dessen Veranlassung die Staatsregierung 20 000 Mark Der DeichSrat für die Getreideumlage. Berlin. 16. Juni. (WTB.) Der Rrichs- tat genehmigte mit 49 gegen 16 Stimmen die Vorlage über die G c t r e i d e u m l a g e. Die Vorlage verlangt, wie im Vorjahre, eine Umlage von 21/j Millionen Tonnen. Gegenüber dem vorjährigen Gesetz sind manche Härten ausgeglichen worden. gehalten werden konnte. Ein ganz besonderes Verdienst hat sich Fromme um unsere Theaterverhältnisse erworben. Er war der erste Geschäftsführer des Theaterbauvereins und steht seit Jahrzehnten an der Spitze des Theatervereins. In Gemeinschaft mit dem verstorbenen Theodor Haubach trug er die Hauptlast der Bemühungen um die Schaffung des Theatergebäudes. Ohne ihn würden wir Gießener schwerlich die Genüsse gehabt haben, die unS die Gastspiele der Frantturter, später der Darmstädter Oper brachten. Mit stolzer Befriedigung darf Geheimrat Fromme auf sein bisheriges Leben zurückblicken. Sein unermüdliches Streben wurde mit den schönsten Erfolgen gefrönt. Die dankbare Stadt Gießen aber vereinigt ihre Glückwünsche mit der Hossnung, dah es ihrem verdienstvollen Bürger noch lange vergönnt sein möge, die Früchte seines segenreichen Schaffens reifen zu sehen. von der Deutschnationalen Volkspartei im Philosophenwald abgehalten. Näheres über den geplanten Verlauf usw. ist aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich. — Der Evangelische Arbeiter ver- e i n veranstaltet am Sonntag einen Familien- a u s f l u g nach Annerod, wo im Saale der Best auration Engelhardt Musik- und Gesangsvor- träge, Theater, sowie ernste und heitere Deklamationen geboten werden. (Siehe Anzeige.) Wettervoraussage für Sonntag: Bewölkt, trocken, kühler, Nordwest- bis "West- wind. Von Norden her dringen die Ausläufer einer lehr kräftigen über Island liegenden Depression gegen das Hochdruckgebiet, das noch immer den größten Teil des Kontinents bedeckt, vor. Das '.'detter bleibt vorläufig trocken bei zunehmender Bewölkung und Abkühlung. Landkreis Gießen. ^Alten-Buseck, 16 Juni. Eine erfreuliche Zuwendung machte der von hier stammende ßubtoig ($. Volkert, Long-Iland-City, Schwurgericht. Gießen, 12. biS 14. Juni 1922 Die zweite Periode des Schwurgerichts um- atzte nur einen Fall. Dieser nahm aber drei Tage in Anspruch und wurde unter dem Vorsitz das Landgerichtsrats Küchler verhandelt. An-- geklagt war der mehrfach wegen Diebstahls vorbestrafte, berusslose, angebliche Neisende UM* Helm Gelzenleuchter aus Mudersbach bei Wetzlar, des schweren Raubversuchs. be gangen in einheitlichem Zusammenhang mit qualifizierter Körperverletzung. Die Anklage tmirbe vertreten von Staatsanwalt Justiz- rat Weidemann: als Verteidiger fungierte Rechtsanwalt Fischer. Es wurden über 30 Zeugen und mehrere Sachverständige vernommen. Der Angeklagte lernte im Jahre 1920 in der diesigen Lupusheilstätte die Hedwig Säubert von der „Gcundmühle" bei Feldfrücken kennen und trat in nähere Beziehungen zu ihr. Gr verschaffte sich auch Eintritt in deren Familie und verkehrte mehrfach im Hause. Der Vater Daupert starb im Spätherbst 1921. Die Familie Netz dessen Nachlaß an Werkzeugen versteigern und erlöste hierfür etwa 7000 Mk. Dieses Geld wurde in einer Schublade des im Wvtzmzimmer stehenden Schrankes verwahrt. Beides wuhte auch der Angeklagte. Das Verhältnis zur Hedwig Daupert hielt er hinter dem Rücken ihrer Mutter aufrecht. Diese war Gelsenleuchter durchaus nicht sympathisch mit Rücksicht darauf daß er keiner regelmäßigen Arbeit nachging, und auf den Rus ihrer Familie verbot sie ihm Ende November 1921 ihr Haus DaS Verhältnis zur Hedwig Daupert erreichte damit gleichfalls sein Ende. In der Nacht vom 21. zum 22. Dezember 1921 wurde in die Grundmühle cingebrochen und zwar imter teilweise eigenartigen Umstünden. Das Haus der Familie Daupert ist jetzt keine Mühle mehr und liegt ein kleines Stück abseits von Feldkrücken. Der Täter drückte, die Scheibe cine£ zu ebener Erde befindlichen Fensters ein und flieg zunächst in die frühere Werkstätte ein. Dort verkleidete er sich mit schwarzen Tüchern aus einem daselbst stehenden Schrank und entnahm diesem auch einen schweren Karabiner. Sv txr- mummt und bewaffnet stieg er die in den ersten Stock führende Treppe hinauf, öffnete die Türe zum Wohnzimer und trat ein. Infolge des entstandenen Geräuschs erwachte die nach hinten schlafende andere Tochter Lina: sie zündete ein Streichholz und dann eine Petroleumlampe an und sah vor sich eine vermummte Gestalt ft eben. Diese trat auf sie zu. legte den Karabiner an und rief ihr zu: „Hände hoch". Die Worte wurden kurz und scharf herausgestosten. Auch die dort schlafende Frau Daupert erwachte, stand auf und rief: „Was ist hier los?" Der Einbrecher rief ihr zu: „Ruhig" und schlug ihr mit dem Karabiner mehrfach auf den Kopf und ins Gesicht. Nun erhoben die Frauen ein lautes Geschrei und riesen der vor der Tür in einem Nebenraum schlafenden Hedwig zu. Darauf wandte sichEinbrecher zur Türe und trat in gebückter Haltung auf den Vorplatz. Dort trat ihm die Hedwig entgegen. Diese versuchte ihm mehrfach das Tuck vvm Gesicht zu reihen. Auch ihr versetzte der Täter mehrere Kolbenschläge auf den Kopf. Nach wen terem Ringen ließ er den Karabiner in den Han den der Hedwig und gewann dann auf demselben Weg, auf dem er getommen, wieder das Freie Die am Morgen des folgendes Tages herbei- gehvlte ©enbormerie stellte den Tatbestand und Spuren von mit Strümpfen bekleideten Füßen ' fest: auch wurde ein Kleidungsstück in dem nahen Wald in der Richtung nach Schotten zu gefunden. wurde am 13. Juni der Lehrer Friedrich R zu Nieder-Wollstabt, Kreis Friedberg, zum Rei- tor an der Volksschule daselbst. Die Lina Daupert behauptet, sie habe den Täter bestimmt an der Stimme erkannt: es bestehe fein Zweifel, daß es Gelzenleuchter gewesen sei. Hierzu sei bemerkt, daß dieser etwas stottert Auch die Mutter Säubert sagt, nach Gestalt und Bewe^rngen sei es ker Angeklagte gewesen Der Balmbeamte Schäfer aus Schotten gibt an er habe am 22. Dezember früh morgens in dem'5 2b Uhr von Schotten nach Nidda abgehenden Zug einen Wann sitzen sehen: er meine, der Angeklagte müsse es gewesen sein, über den Tag bestehe kein Zweifel. Die AnNagebehorde nimmt an. Gelzenleuchter fei mit diesem Zug über Nidda nach Friedberg gefahren habe dort die Sperre passiert und eine Fahrkarte 4. Klasse nach Okarben statt nach Frank furt gelöst und zwar infolge Geldmangels Dort hat er sich bat dem einen Schaffner gemeldet, cr trolle in FrcnEfurt nachlösen, und ihm seine auf seinen Namen lautende Radfahrkarte zur Legitimation übergeben. In Frankfurt, dem Stations- beamten vorgesührt, hat er aber keine Karte narb’ losen können und ist den Betrag von 6.40 Mk. dem Fiskus heute ntxb schuldig. Es steht auch fest, bub er um 111/2 Uf>r feine frühere Geliebte, radmarder zu tun hat. Dornotizen. — Tageskalender für Samstag. Astvria-Lichtspiele. heute und morgen: „Macistes Abenteuer". 3. Teil, und „Sie Chaplin-Quelle". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße, heute und nwr- Aufsichtsbehörde beanstandet war, mit den gewünschten Änderungen genehmigt. Ferner eschlotz man, das Darlehen von 246 0000 Mk., welches am 6. Mai 1921 vom . Kreistage zu Wegebauzwecken bewilligt, aber nicht verwendet worden war, für die Zwecke des gesell schäft und pries Wetzlar als Goethestätte ersten Ranges, weil Goethe hier Selbstüberwindung zu üben lernte. Prof. Dr. Gloöl hob in feiner begeifterten und begeisternden Festrede die Subjektivität des jungen Goethe hervor und erschloß das Wesen Goethes als Menschen und Künstlers: Gefühl ist alles: alles um Liebe: schneller Wechsel der Stimmung, ungemessener Freiheitsdrang: nicht Egoismus, sondern Seelenadel. Das innerliche Erlebnis drängt ihn zum Selbstbekenntnis. Die in die Wetzlarer Zeit fallenden dramatischen Plane und lyrischen Gedichte wurden gewürdigt. Dah in Wetzlar der Werther wurzelt, das ist Wetzlars Ruhm. Wetzlar bedeutet für Goethe Selbstbesinnung. Selbstbeherrschung, Heranreifen zum echten Künstler. Goethe ist uns in schwerer Zeit ein Vorbild in der rastlosen Arbeit an uns selbst, an anderen, für andere „So wende nach innen, so wende nach auhen die Schulhause zu bewirten. Damit war die Reihe der Veranstaltungen des Goethesestes erschöpft, das alle Tellnehmer aufs höchste befriebigte und allen in schönster Erinnerung bleiben wird. Heffen-Naffau. fpd. Marburg, 16. Junü Die diesjährige Kirrnesfeier in dem Dorfe Ehlen bot kein erfreuliches Bild holder Eintracht. Die Arbeiter beteiligten sich nicht an her Kirmes- feier, weil die Bauern am 2. Pfingsttage das Arbeiter-Turnfest auch nicht besucht hatten. I Infolge dieser Mitzhelligkeiten kam es zwischen beiden Parteien zu schweren Schläge- ! r e i e n, bei denen auch das Messer eine erhebliche Rolle spielte. Der zweite KirmeStag mutzte deshalb von der Landjageret überwacht werden. ]( Kirchhain, 16. Juni. In der im Kreishause unter dem Vorsitz des LandratS [non Gilsa abgehaltenen KreiSta g sitzung •* Die diesjährige öffentliche Impfung in Gießen wird in den kommenden Wochen abgehalten. Näheres ist aus der Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteile er- sichtlich. •• Auf eine 2 5 j ö n r i g c Dienstzeit beim Finanzamt Gießen blickte am 12. b M. Oder steuert ekretar Schäfer zurück. Die Glückwunsch: des Amts übermittelte in Gegenwart der B amtLnschaft der Leiter des Finanzamts Ob'nci)'.- rungßrai Krug: er überreichte dem Jubilar als Zeichen der Wertschätzung ein von den 'Beamten gestiftetes wertvolles Geschcnl. Am Olbcnb sand eine schlichte Feier im Hotel Hvpfeld statt. »= DaS Fest der Silbernen Hoch- 3 e 11 begeht morgen das Ehepaar JakobSch l v 1 elektrischen Ueberlandwerks zu.verwenden. Zur Deckung der Restbaukvststen des AeberlandwerkS soll eine Anleihe von 400000 Mark gemacht werden. Auch den anderen Vorlagen, welche die Einräumung eines tauenden Kredits bis zur Höhe von 400 000 Mark bei den Sparkassen des hiesigen Kreises zwecks Schaffung der Betriebsmittel für das Ueberlanbwerk, die Uebernahme der Haftung für 3 500 000 Mark wegen 'Beteiligung des Kreises an dem Großkraftwerk Main-Weser (Borken) und die Erhöhung des am 29. März 922 bewilligten Darlehens bis zur Höhe von 00 000 Mark zwecks Ausführung des Brückenbaues im Zuge des Landweges Kirchhain- Akederklein betrafen, wurde zugestimmt. Die Kosten der letzteren stellen sich auf ungefähr 300 000 Mk., wovon auf den Kreis 180 000 Mk. entfallen. ta. Biedenkopf, 16. Juni. Zur Er- üllung der unserer Stadt obliegenden 08er» pflichtung bewilligten die Stadtverord- neten zur Llnterstützung der Sozialrentner, d. h. der Emvfänger von Alters- und Invalidenrente, für dte vor dem 1. April d. I. liegende Zeit, 22 461 Mk., und für das Rechnungsjahr 1922 den Betrag von 45324 Mark. liche Fürsorgestelle. Der Reichsbund hat inzwischen gewählten Gedichten 'aus Goethes Jugend schönen seine Bemühungen fortgesetzt, diese Teuerungs- Ausdruck gab. zuschüsse zu verbessern und sie insbesondere allen! Der Festakt am 13. Juni wurde um lOHbr Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen zu-1 morgens durch einen von L. Seher verfaßten, kommen za lassen. von Frau Dr. Engelmann gut vorgetragenen ** Festgcnornmen wurde hier ein Vorspruch eröffnet. Bürgermeister Dr. Kühn Fahrraddieb. Er hatte aus dem Hofe einer begrüßte die Festversammlung, im besonderen den Wirtschaft im Seltersweg ein Fahrrad entwen- Rektor, der Llniverfität Gießen, Profrtsor Dr öct und sich damit entfernt. Er konnte sich Aoloff, ©cbetmen Otat Pros. Dr. v. Oittin. 6er Beuteaber nicht l°"S-«foeu«n^ g -als der Eigentümer hatte die Tat vom Fenstet @tff(öen Gesangvereine zu Berlin, ans mitangeseoen und nahm chm das Aad Pertreter der Behörden und Vertreter der Presse. Wieder ab. Als der Dieb sich ertappt sah, Ilackdem Dr. Kühn allen Goetheverehrern für stellte er die Sache als Scherz hin und gab die dem Lottehaus gewidmeten Spenden gedankt sich als Eisenbahnhetzer aus Halle aus, der hatte, gab er einen kritisch-humorvollen ilcbcr- mit einem Lokomotivführer eine Maschine blick über die Geschichte Wehwrs bis tu die neueste nach hier verbracht habe. Die alsbald ange- Zeit. Darauf überbrachte WjjBtftOtt’ ffeUten Erhebungen ergaben, daft chic somc j ©octbtftäü« Angaben auf Unwahrheit beruhten und man es offenbar mit einem gewerbsmäßigen Fahr- gespendet hatte. Volpertshausen ließ es sich nicht nehmen, am Nachmittag die Gäste im festlich geschmückten Aus Stadt und Land. Dießen, den 17. Juni 1922. Zum 70. Geburtstage des Geh. Hofrats Prof. Dr. Fromme. Erst heute können wir biefen Gebenitag würdigen, der schon bei rnhs eine ganze Woche zu- lütfliegt, da Herr Geh.nmrat Fromme selbst, tun allen Ehrungen a rs dem Wege zu gehen, den 1 Tag möglichst geheim zu halten suchte. Wir be» begrüben es aber umsomehr, daß der vchleier deS Geheimnisses sich doch lüftete, als wohl feiten der Ehrentag eines Mitbürgers mit solchem Recht zum Gedenktag der ganzen Stadt erhoben za werden Serbien!, als b’V 70. Geburtstag deS Herrn Geheim !s Fromme für dir Stadt Gießen. Karl Friedrich Ferdinand Fromme wurde nm 11. Juni 1852 zu Kassel geboren. Er des achte Dort das Lhceum Fridericianum, an dem er 1870 die Reifeprüfung oblegte. Von 1870—1872 studierte er an der Universität Marburg Mo- ckhematik, Physik und beschreibende Natarwissm- schäften und promovierte im Oktober 1873 an ifcer Universität Göttingen. 1874 legte er dort ’Ne Prüfung für das höhere Lehi-amt ab. Von Michaelis 1873 bis Michaelis 1880 war er als Assistent am Physikalischen Institut bet Uni- rerfität Göttingen tätig. In Göttingen habilitierte er sich rm Juli 1875 ff. Physik. 1877 verheiratete er sich mit bei- Tochter Hanny des Dr. iur. Dandrnann. Am 21. Augast 1880 erfolgte feine Ernennung zum a. o. Professor für Mctthematit. Physik und Geodäsie an der Landrs- -Uniberfität Gießen. E.ne Berufung im November 1886 an die Akademie in Hohenheim Zehnte er ab. Am 9. Juni 1894 wurde Fromme zmn ordentlichen Honorarprofessor bei der philosophischen Fakultät ernannt. Seine Ernennung jmm Geheimen Hofrat erfolgte am 25. November 1911. Seit Mai 1921 ij‘ er Ordinarius. Von leinen wissenschaftlichen Werken sind zu nennen: „Physik ls he Ab> d'ungcn i.b:r OK g e i nirns ■jmb Elektrizität" und „Die Forstvermes, ung". Mehr als die wissenschaftliche Tätigkeit berührt uns Gießener ja das segensreiche Wirken des Geheimrats Fromme tut Interesse der Stadt. Auf den verschiedensten Gebieten ist hier durch seine aufopfernde, unermüdliche Arbeit Großes und Bleibendes geschaffen Nachdem er vor Jahren als Mitglied des Schulvorstandes regsten Eifer entfaltet hatte, widmete er sich in den letzten Jahren ganz besonders der A l i c e s ch u l e. Als diese im Jahre 1914 zusammenzubrechen drohte, Ha war er es, der sich dem Verhängnis ent» x gegenstellte. Seiner beispiellosen Hingebung an die wichtige Sache ist es zu danken, daß die - Schwierigkeiten der Kriegszeit überwunden wurden und aus einfachsten Verhältnissen heraus r sich die Alieeschule M ihrer mustergültigen Organisation, die die Aufmerksamkeit andererStädte und der Landesregierung erregte, entwickeln konnte. Mit dem Anschluß des F r o b e l - S e m i - nar8 an die Aliceschule im Jahre 1921 hat sich das gewaltige Arbeitsfeld Frommes als Leiter dieser Schulen noch erheblich vergrößert. In ein besonderes Licht wird diese erfolgreiche Tätig- feit noch dadurch gestellt, daß Geheimrat Fromme feine Kräfte in rein selbstloser Liebe zur Sache nfme materielle Entschädigung opfert. Ein erhebendes Vorbild tn einer Zeit der krassesten Selbstsucht! Diesen Verdiensten auf pädagogischem Gebiete gesellt sich ein weiteres im 3nterrtfe der Vclkshygiene hinzu. Geheimrat Fromme ist 1. Vorsitzender des Aufsichtsrates deS städtischen Dvlksbades und hat als '"'Ein Kammermusik-Abend zum die neuen Glocken, der Rest für Ar m en» Besten des Studentenheims fand gestern abeicd u n d K ra n k en p fl e g e und ahnllcheGemeinde- hn Saale des Heims statt, veranstaltet vom zwecke verwandt werden. Schüttler-Quartett unter Mitwirkung Kreis BÜdiNgeN. von Frl. Johanna Zimmermann. Geboten n < 16 t sinter un- wurden je ein Streichgaartett von B e e t h o v e n )( Ortenberg, 10. vjunt. un (Ob 18 Nr. 5 ä°Dur) und Haydn (Op. 54, geffeurem Andrang erfolgte hier die Heu- Nr 2 S--Dur), sowie eine Suite (Op. 3, Nr. 7 graSversteigerung der zum Furstlich- O-Moll) des alten italienischen Violln-Birtuosen Stolberg-Rvtzlaischen Hofgut gehörigen Wie- und Komponisten Evaristo Felice Dall- ^. Obwohl die Bersteigerungsbedingungen Abaco, der, aus Verona gebürtig, zu Anfang wilden Bieten Einhalt tun sollten, Über- dos 18. Jahrhunderts lebtej unb .in gettnifer boten stch die Liebhaber, durch Futternot ge- U Mor- lang wohl Haydns Mu i. Will). Schättrt gen. Die Folge der Preise war eine s.vfor- l c r, der fein Instrument sicher und geschmackvoll tige Erhöhung der Milchpretse auf meisterte, war ein guter Führer seines braven jq Mk. pro ßiter im Stall abgeholt. Quartetts, aus dem noch besonders der Cellist Ernst Schneider lobend erwähnt werden muß. »rrcts Johanna Zimmermann erwies sich als eine fpd. Friedberg, 16. Juni. In Rod- feinfühlige Pianistin, deren Spiel durch größere f^ini a. tz, Horloff wurde einem jungen Land- Gebundenhcit noch gewinnen würde. — D^r Bei- mirtschaftsgehilfen beim Häcksel schneiden die fall der Zuhörer war reichlich und verdient: t b oollständig von den Messern man bat den Wunsch, das Schattler-Quartett Jnitten öfter zu hören. —r. a d g e , aj n 11 r e n. Laufende Teuerungszuschüsse Kreis WeKlar. für Kriegsbeschädigte. Wie die (Sautet* * -u*. tung Hessen-Nassau des Reichsbundes der Kriegs- Die Wetzlarer GOetheseier. beschädigten mitteilt, werden die für Mai gezahlten el Wetzlar, 16. Juni Born 12. bis 14. Juni Teuerungszuschüsse auch im Monat Juni in der- fand hier die erhebende Feier des 150jährigen leiben Höhe nLch einer Verfügung des Reichs- Jubiläums von Goethes Anwesenheit in Wetzlar orbeitsministeriums ausgezahlt. Wie bekannt, han- ftatt. zu der zahlreiche auswärtige Gäste, vor delt es sich hierbei um außerordentliche Leue- allem auch aus Weimar, erschienen waren. Das rungszuschüsse, die den erwerbslosen und erwerbs- Fest begann am 12. mit einem Degrüßungs- unfähigen Kriegsbeschädigten und Kriegerhinter- und Vortragsabend im Schützengarten, an bliebenen und denjenigen, die nicht mehr verdienen, yem Intendanzrat Dr. ® Heir^»?öraum erlebSt Ser Abend sanden noch ,2t!. war dem Konzert geweiht, in dem Frau Marie nähme. Auch diese Ausstellung die nur 14 Tage _ G ü n t h e r - K l e m a n n aus Berlin durch bis einschließlich 2. Jul' dauert ist von morgvN Dortrag Goethefcher Lieder erfreute. Ent- Sonntag a n täglich von 11 bis 1 Uhr ge- ooraetraaen wurden z. D. „Freudvoll und öffnet: an Mittwochnachmittagen auch noch von j DDU -Beethoven. „Ganymed" von Schu- 3 bis 5 Uhr. s v - . bert, „Mignon" und „Gleich und Gleich" von - Die Frau en gruppe dei Deut ! Wolf. Die Pausen wurden durch den von scheu Volks Partei ladt Ihre Qlhtglieber I Seminarlehrer Theiß trefflich geschulten <5cmi= sowie ^6^fuhrteGast-furkOM^ narcher ausgefüllt, der z. B. im „Gesang der nach dem Schützenhaus ein. Emig^ wichtig. ^stimmig sang. Tagesfragen, die unsere Hausfraurni besonders Mittwoch früh wurde von Staats- interesfieren durften, sollen bew^n ^den archivar Dr. S m i d t das K a m m e r g e r i ch t s ° Daran wird sich em geselliges Beisammensein mit gezeigt während die Führung im Lotte- unterhaltenden Darbietungen anschlteßen. (®l<^cLaug Oberlehrer Scher, die im Jerusalemhaus Anzeige^ Prof. G l o tz l. die im Dom Frl. Sartorius — D i e hiesige u g c nJ) g ru p p c bei n 3m Lottehaus wie im Jerusalemhaus ?' Q3‘ E Samstaa dem 24^ Mai die tourbcn a([e Besucher durch das Aeußere der Feier der SonnLnwrnde auf der Kaperobreg b.i a- Fülle des Ausgestellten und die Friedberg. Zu diesem ^weck siiid von GießLii! -^„ordnung erfreut. die benachbarten Jugcmdgruppen m snanksu | &cm Mj^aoesscn im Kasino feierte Dr. n 0U., Fiicdberg Homburg und Klein aus Frankfurt den Prof. Dr. Gloel, ^nem ^^^^^trefs«i eingelaüen ui^^^ wie am Tage vorher Pref. Dr. Deetjen aus Beteiligung zum Teil schon ^ugefagt. ES emp I ven Oberlehrer Seher. llchtt sich, die volle BerpsleZuna fü.^ bie Wan- ^Nit großem Beifall aufgenommen wurde ein SÄtag S15 Mr na^ittaVs am l GlückwunKtelegramm des leib« am scheinen Bahnhof Gießen. (Siehe Anzeige.) — E i n R o s e^n s e st zum Besten notleidender Kleinrentner wird am Dienstag, den 27. Juni iebmtgt " t«reütaat J.ä£ Pj’h« iw, y» 400 DM Hjw tu|to ** ff £ S2f E»iiw, *®29.ajn » W »m ln9ta Etüden. W Äitd*atn- Wtantt. N, $ Uf ungefähr 180 000 > M Ätt Tr. ,bl|Wen 2er- 'tabtdrrvrd- SdnSvM. ^ger dvn Mr-, dvr dem 1. April M., unb für bas "rag von 45324 icht. S14. 3uni 1922 chiourgerichts um- nahm aber drei unter bcm r verhandelt An- en Diedfiahls vor- y Mendc DU- i MideMch W abversuchs, be nenhang mil ür meinen kleinen Haushalt (2 Personen! suche ich ein Hausmädchen Lohn nach Uebcrelnfuufi. Frau Wilb.aintermutb. Grosten-Lindeu. MH 3ung. Mann (Nicht Ttud-1 mabtteruä SlMMek. TngSübcr nicht All Hause. Schristl. Ängeboie unter 06138 an den Gie^. "Anz. sslist ntutn üiniiüuer und sehr gut erhaltenes Breah wegen Autoanschaffung billig zu verk. 5838V Baron Curt Riedefel, Schlotz Storkbaulen. Kreis Lauterbach (Hesien). Verk. fof. 2 guheii. runde Säulen, 2'/, w doch. 10 cm Durchm. (für Bauzwecke geeign.), sowie eine saubre fönii.ifit ver sofort ein ®t|liu|l inöbl. Zimmer für Cand. med. (Baltei in ruhigem Haufe. Lchr. Angebote unter 06141 an den Gieftener AnAeiger. Angesehene lanbro. 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Pflegeanstalten u. der Krankenanstalten Hessens. Durch seine ausgezeichneten Charaktereigenschaften und sein loyales Wesen hat er sich als Vorgesetzter große und dauernde Wertschätzung und Achtung erworben. axh TBe ein ] lein i Untoü Zeil, i 'chien bet 2 ein 8efl: Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Heimgange meines lieben Entschlafenen, für die vielen Blumenspenden, sowie für den erhebenden Gesang, und Allen, die uns in den schwersten Leidens» stunden so viel Liebe und Trost gaben, sage ich meinen herzlichsten Dank. Gießen, Lollar, Deutsch-Krone, den 16. Juni 1922. (Klinikstraße 32). ihm t die" niog- toor Lst Das Persona! der medizinischen Klinik, Frauen- und Hautklinik, Gießen. Die Beerdigung findet Sonntag, den 18. Juni, nachmittags 4 Uhr, statt. 5806 D Die Beerdigung findet am Montag, dem 19. Juni, nachmittags 3V, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. jeder Art für zahlreiche BTnss Interessenten. Heinrich Hofmann, die f Ent' fein l W ist ar c hnig bkfer clar, i Heute morgen 9 Uhr entschlief plötzlich und unerwartet infolge eines Schlaganfalles mein herzensguter und innigstgeliebter Gatte, unser treusorgender, unvergeßlicher, lieber Vater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Adolf Treppinger, Oberkasseninspektor im Alter von 43 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Treppinger geb. Christ und Kinder. ©rehstrom- Motor i 25— 30P.S., sof. zu kaufen gesucht- auch komplette Drcschgarnitur. Schr. Angeb. mit Preisangabe an Karl Walther. Bruchköbel b. Hanau. Atz N «fin. Ni fein 2Renj Für die unsrer lieben Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Minna Kratz während ihrer schweren Krankheit so herzlich bezeugte Liebe und Anteilnahme und das den Angehörigen erwiesene Beileid sagen im Namen der Hinterbliebenen herzlichen Dank Dr. Karl Kratz, Chemiker, Mainkur Otto Kratz, Hess. Forstmeister, Schotten. Deutsche Volkspartei Kauengruppe. Dienstag, d. 20. 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Anzeiger. Freitag morgen gegen 9 Uhr verschied plötzlich und unerwartet Herr Oberkasseninspektor Adolf Treppinger im 43. Lebensjahre. Wir alle, die wir mit dem so früh Entschlafenen in gemeinsamem Wirkungskreise zusammen gearbeitet haben, stehen in tiefer Trauer an der Bahre dieses vortrefflichen Mannes, der uns als Mitarbeiter, Freund und Berater immer unvergeßlich bleiben wird. Die Beamten und Angestellten der Verwaltung der med. Klinik, Frauen- und Hautklinik und der Apotheke der Universitäts- Kliniken. guter Aoporreur, laut janenb, sofort zu kaufen gesucht. Schr. Ang. mit Preisangabe unter 5850 an ben Gieh. Anz. erbet. Am 15. Juni, flbenbs 97. Uhr, entschlief sanft mein lieber Mann, unser guter Pater und Großvater Zaeob Gelzenleuchter Schuhmachermeister. In tiefem Schmerz: Familie Gelzenleuchter Familie Reinhardt. Eichen (Schulstr.il) Marburg 17. Juni 1922 Die Beerdigung findet Montag, 19. Juni, nachmittags 3 Uhr statt. Die Beerdigung unseres lieben Kameraden 3al. GelWleMkel SlMmllchernieiftA findet Montag nachmittag 3 Uhr statt. Zahlreiche Belegung erbittet [5846 Der Dorstand. Gießen, den 16. Juni 1922. 5761 Nähmaschine gut erhalt., sof. zu kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. mit Preis unter 06160 an den Gießener Anzeiger. AusgebmMte Glühlampen Metallfaden- und (tzas- Matt-Birncnb.!00Watt, Metallfaden vro Stuck 50 Pf., Gas Watt 80 bis 90 Pf. kauft stets “*h A. Wacker, Grebeubain,Oberbeff. u. B. Wacker, Wieseck - Gießen. Gebrauchtes Paddelboot nut erhalten, zu kaufen gesuchtEichweg t> V. Jugend gruppe. Samstag, d. 24. Iunir VMMM und StWRlWK aiit Ceii öenatijößtten 3iigeii')gni!)pen auf Ser SDpraöurgö.Stiemtg Abfahrt Bahnhof Gießen Samstag 5.35 nachm. Rückkehr Bahnhof Gießen Sonntag 8.02 vorm. 5814v Der Vorstand. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine geliebte Frau, unsere liebe gute Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Anna Faber geb. Menges heute früh 6 Uhr nach schwerem Leiden, im Alter von 36 Jahren, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Im Namen aller Hinterbliebenen: Karl Faber, Wagenmeister. Am Freitag vormittag verschied gegen 9 Uhr ganz unerwartet Herr Adolf Troppinoer Oberkasseninspektor an der medizinischen Klinik, Frauen- und Hautklinik zu Gießen. Danksagung Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir, da es uns nicht möglich ist, jedem einzelnen zu danken, auf diesem Wege allen Freunden, Bekannten und Vereinen * unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Reger Witwe. Lieh, den 15. Juni 1922. Billige KleiderundBInsen erhalten Sie durch Selbatfttrhen wie neu mit 3724V Wikl-Haushaltfarben. Waschechtes Schwarz auf wollene Strümpfe. Schönste Gardinenfarben. Wiki-Waschblau erzeugt blütenwelße. fleckenlose Wäsche zur Freude jeder Hausfrau. 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Winnerod be£ Aeiskirchen lOberh.i. LllMr still oder tätig, für gut* gehendes rentables En- gros - Geschäft gesucht. Beteiligung 200 000 dis 500 000 Mk. Schr. Angebote unter 5714c an den Gieß. Anzeiger, äfir jOOOO Mark auf I. ober II. Hypotheke autzuleihen. 5847v ^>ausbefitzerverciu. Kätzchen I abzug. RodkeimerStr.43 p. y-räuL, eogL, 29 I. alt, f. Beiauntich. in. soll Herrn, i. sich.^ebensstell. Witwer in. Kind bevorz., z. iväter. Heir.Schr. Ang. u. 2358 an Herw. MA.E., Mockitr.5 ^^7X6 Nr. HO Awetter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, (7. Juni 1922 Die Not der deutschen Presse. Hamburg. 16. Juni. ;jn der in Hamburg tagenden Hauptversammlung des Vereins deutscher Zcitungsverleger bringen die Hamburger Blätter teilweise beachtenswerie Degrühungsaus- lätze. Das »Hamburger Fremden blatt" schreibt u. a.; Dicht um Feste zu feiern, sind m dieser teuern Zeit Hunderte von deutschen Zeitungsverlegern, zum großen Teil aus wei'.er Ferne, an die Wasserkante gekommen. Sorge und Rot sind es, von denen sie zur Beratung ihrer Lage getrieben werden. Äomttcn in alten Zeiten die Wege zum glanzvollen Ausbau, in den letzten Hähren die Mittel zum Wiederaufbau erörtert werden, so bar beit es sich jetzt um die brenende Frage, wie überhaupt eineleistungs- fähige deutsche Presse zu erhalten imb eine große Zahl gefährdeter Blätter vor dem Untergang zu bewah.en ist. Der Hamburger hat einen zu Daren QMid für das, was notlut, um nicht zu erkennen, daß es sich bei dieser Frage um (inen Teil von Deutschlands Existenz handelt. Er weiß, baße ein Zusammenbruch ber deutschen Presse und weiteres Eindringen fremden Kapitals zur Versumpfung roa Wirtschaft, Politik und Kultur führen würden. Die »Hamburger Aach richte n“ führen in einem längeren Aussatz diesen ®eixmfen näher aus und schreiben am Schluß. Politik und Wirtschaft sind in gleicher Weise .ruf die Presse angewiesen, die, indem sie ihnen dient, dem Vaterlande dient und damit Wiederaufbauarbeit im besten Sinne des Wortes leistet. Aber noch eines andern Moments fei gedacht. Die allgemeine Säuerung hat auch eine horrende Steigerung der Tücherpreife mit sich gebracht, was zur Folge hat, daß d i e Zeitung mehr denn früher weiten Kreisen unseres verarmten Volkes dieeinzigeQuelledergeistigenAah- r u n g ist, daß sie also auch in kultureller Dezie- > ung einen viel größeren Wirkungskreis und Einfluß hat, als sie vor dem Kriege je gehabt hat. Die Bedeutung gerade dieses Umstandes haben unsere früheren Feinde wieder viel früher erkannt als Michel. Mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgen sie das Sterben der deutschen Zeitungen und das "Ringen des Restes um feine Existenz. Unwidersprochen verlautete schon vor längerer Zeit, daß die englischen Konsuln in Deutschland eingehend nach London berichten müssen, wie sich diese Entwicklung weiter vollziehe. Grundbesitz, Käufer, industrielle Unternehmen gehen maffenteilt in ausländischen Besitz über: wenn sich unsere Feinde erst daramnacheii. deutsche Blätter unter ihren Einfluß zu bringen oder sie im geheimen nach ihren Wünschen zu leiten, dann werden wir die sogenannte moralische und geistige Entwaffnung erleben, die noch schauriger fein wird als die Zertrüimnerung von Wehr und Waffen. Haben die Feinde das erreidü, bann ist auch die wirtschaftliche Knechtschaft nicht mehr -,u vernreiden, beim ohne ein eigenes Sprachrohr ist cd vorbei mit wirtschaftlicher Selbstbehauptung und Selbständigkeit. Wir begnügen uns mit diesen turaen Qütbeutungen, denn sie zeigen jedem Har, daß die Aot ber Zeitungen eine viel größere, allgemeine Bedeutung hat. als es auf den ersten Blick scheinen mag, und darum haben die deutschen Zeitungsverleger diesem Thema mit Recht in ihren Beratungen einen großen Raum angewiesen. - Das Blatt schließt mit dem Wunsch daß auch die maßgebenden Stellen in Berlin daraus hören mögen. Ham bu rg, 16. Omi (Wolff.) Die Ha i p t- acrfammlung des Vereins Z> e u t f monatlichem Leiden verschieden ist, 67 Jahre alt. der Geh. Oetonomierat Walther - Lengfeld, seit 1916 Präsident der Landwrrtschasts- kammer, mehrere Jahre Vorsitzender des Ver- uns deswegen vo nrabtfalcr Seite Verrat am 1 Klasftnlampf torgemorfen wird. Reich -a. beitsminister Brauns schilderte • den Wert-egang des Gesetzes, welches das Ziel ( ixt c igt, den WiAschastssrieden zu fördern und zu fidxin Angesichts ber jetzt völlig veränderten wlltschaftllcht-n und rechtlichen Lage richten sich bu Streiks jetzt nicht mehr so gegen die Arbeiter- fd ak als gegen das Privat! rpital. Daher müssen Äi-,: cka'slämpse jetzt auf ein Mindestmaß bc- sch. linkt und an ihre Stelle friedliche Derständi- ' gung gefetzt werden. Am Streikrecht rüttelt die < Schlichiungsordnung llineswegs, fie will nur die auch von b.m Gewerkschaften bekämpften wilden Streiis veilint>em. An den Grundsätzen der Vorlage muß di Regierung festhalten. Heber Einzelheiten läßt sich reden. Abg. Er Hardt (Ztr.) bezeichne! die Sicherung des gewerblichen Friedens als eine Lebensnotwendigleit unseres Volkes. Das Streikrecht soll nicht beschnitten werden, der Kampf darf aber nicht Selbstzweck fein, wenn er nicht zum Verbrechen werden foU._ Voraussetzung für das gute Funktionieren der Schlichtungsämier ist, daß die Vorsitzenden derselben für ihr Amt befähigt find Abg. G r äf-Thüringen (Sntl.) stimmt dem Grundgedanken der Vorlage zu und beantragt Uebertoeifung an den sozialpolitischen Ausschuß. Die zwei Bestimmungen über die zivilrechtliche Haftung der Gewerkschaften müßten aber viel bestimmter gefaßt werden, wenn die Streilfrage tatsächlich beseitigt werden sollte. Abg. Ruf baut er (il.) bezeichnet die Vorlage als ein Gesetz zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Gewerkschaften. Die Schlich- ti'.ngsordnung sei ein vergeblicher Versuch, den Ausstieg der Gewerkschaften auszuhalten. Wir lassen ben Arbeitern und Angestellten das Selbstbestimmungsrecht nicht mehr nehmen. Seine Partei wolle an der Verbesserung des Schlichtungswesens Mitarbeiten, lehne es aber ab, aus dem freiwilligen Schlichtungswesen ein Zwangsverfahren zu machen. Abg. Moldenhauer (D.Vp.) steht der Vorlage .welche der Zurückdrängung des Klassen- kampses diene, sympathisch gegenüber. Wenn das Ziel, irgendwelche Streiks zu vermeiden, zu einem gewissen Teile erreicht werde, wäre das ein Segen für unsere Wirtschaft. Abg. Dr. Fick (Dem.) macht zwar manche Bedenken gegen den bureautratischen Ausbau der Vorlage, welche der Zurückdrängung des Klassen- Ausbau mitarbeiten. Abg. Weixner (Bahr.Vp.) bringt ebenfalls Bedenken gegen Einzelheiten der Vorlage vor, hofft aber, daß die Ausschußberatungen etwas zustande bringen, was der Arbeiterschaft und dem Dolksganzen zum Segen gereicht. Samstag mittag 12 ilßr Weiterberatung, außerdem Zwangsanleihe, Erbschaftssteuer usw. Schluß 6'/z ülhr. Aus Hessen. Hessische Handwerkskammer. Dor kurzem sand eine vorbereitende Besprechung der hessischen Staatsbauverwaltung, der hessischen Handwerkskammer und baugewerblicher Organisationen über die Neuregelung des Dergebungswesens statt. 3n eingehender Aussprache wurde das Für und Wider der seither maßgebenden 'Bestimmungen, insbesondere die Wirkung des Erlasses der hessischen Staatsbauverwaltung vom 21. Februar 1919, der u. a. auch die Anwendung eines Richtpreisverfahrens vorsieht, behandelt. Die Staatsbauverwaltung gab die Zusicherung, daß sie bestrebt sei, mit dem Gewerbe eine Regelung zu suchen, die beide Teile befriedige, und machte hieraus verschiedene Vorschläge, die als Grundlage zu weiteren Verhandlungen dienen. Ebenso wurde die Stellung von Kautionen bei Staatsarbeiten, die dem Handwerk bei den heutigen Verhältnissen große Summen Betriebskapital entziehen, besprochen und we- senllicbe Erleichterungen in Aussicht gestellt. Die Frage der Nachzahlung bei unverschuldeten Mehraufwendungen für benötigte Materialien wird, abgesehen von den bestehenden Verträgen, ebenfalls entsprechend den derzeitigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, zu regeln versucht werden. Vermischtes. Folgenschwerer Wolkenbruch. Oberst ein (Rahe), 16. Juni. (WTD.) Sm schwerer Wolkenbruch ist heute mittag bei heftigem Gewitter über der Stadt Oberstein niedergegangen. Die lehmigen Wasserrnassen stürzten in reißenden Strömen von den höher gelegenen Straßen herab und richteten unermeß.leben Schaden an. Vor dem Postamt liegt der Schutt und das Geröll meterhoch. Am schlimmsten wütete das llntoelter in der ‘Burg- und Kreuhstraße. Die Wasfcrmassen drangen von dort tn die unteren Stockwerke der Häuser der niedriger gelegenen Hauptstraße ein und richteten in den Wohnungen furchtbaren Schaden an. In mehreren Gäben stand das Wasser fußhoch und zerstörte wertvolle Güter. Der Schaden beträgt 15 bis 20 Millionen Mark. Die Feuerwehr und hllfsbereite Bürger brachten, soweit es ging, Hilfe. Der Straßenbahnbetrieb mußte infolge des auf den Straßen liegenden Gerölls eingestellt werden. Das llntoettcr tobte über ein* volle Stunde. Die Pahe ist zu einem reißenden Strom geworden. Von der Stadt wird eine Hilfs- Petition an das Reich gerichtet werden. Schweres Dampferunglück in Hamburg. Hamburg, 16. Juni. (WTB.) Der dem Brasilianischen Lloyd gehörige Doppelschrauben- Pasfagier- und Frachtdampfer „Avara", der seit etwa acht Tagen im Dock III der Vullan- toerft lag, sollte heute vormittag im Tau von vier Schleppdampfern aus dem Dock auf Strom gelegt werden. Als die Schlepper den etwas nach Backbord überliegenden Dampfer anfaßten und das Deck bereits soweit gesunken war. daß der Dampfer ins Schwimmen geriet, legte das Schiff plötzlich nach Backbord über, bekam dann Reigung nach der entgegengesetzten Selle und schlug nach Steuerbord um. Die an Bord befindliche' brasilianische Mannschaft, sowie die Leute der Werft und verschiedene andere beruflich an Bord tätige Personen versuchten, herauszukom- men und sprangen ins Wasser, wo die Besatzung von Motorbanasseir versuchte, die.Leute soweit als möglich zu bergen. Ein Teil bei- Werftarbeiter wurde durch herabfallende Inventarstücke vom Schiff getroffen und verletzt Die durch das Kentern des Dampfers auf der Steuerbord- feite eingeschlossenen Leute befinden sich in größter Gefahr. Cs ist anzunehmen, daß ein großer Teil von ihnen ertrunken ist. Sofort nach Bekanntwerden des Unglücks trat die Werftfeuerwehr mit Rettungsapparaten in Tätigkeit. Es gelang ihr, eine große Anzahl von Leuten zu bergen. Bald daraus traf die Hamburger Feuerwehr ein, die an der 'Backbordselle des Schiffes mit autogenen Schneideapparaten Löcher in die Schiffswandung schnitt, um den Leuten, soweit sie noch lebten, zunächst einmal Lust zuzuführen. Von dem vchifs ist nur ungefähr ein Drittel sichtbar. Die Masten liegen zerbrochen unter bem Wasser. Von den Schornsteinen ist ebenfalls nichts sichtbar. Wieviel Leute an Bord gewesen sind und wieviel .gerettet wurden, läßt sich noch nickt feststellen, lieber die Ursache des Kenterns ist noch nichts bekannt. Es steht zweifellos fest, daß die Dustanwerst kein Verschulden grifft. Rur noch 571 Meter bis zum Gipfel deS Mount Grverest. London, 16. Juni. (Wolff.) Die Mvunt- Eve re st- Expedition hat einen Punkt erreicht, der 8268 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Die Expedition ist nunmehr nur noch 571 Meter von dem Gipfel des Mount-Everest entfernt. Mein Vetter Mus. Roman vvn Richard Skvwronnek. 13. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Josua schwieg mb trocknete sich mit feinem Tuche die Slim. Trotz ber abendlichen Kühle waren ihm die hellen Schweißperlen darauf als» getreten, fo hatte ihn die Erinnerung an die idyncre Stunde mitgenommen. Ich fdjentte unsre Gläser voll und fließ schweigend mit ihm an, denn es dünkte mir wenig passend, jetzt irgendein banales Trofleswvrt zu sprechen. Er leerte lein auf einen Zug inb hielt es mir wieder hin, baß ich es ihm von neuem fülle, Und bann, nach einer ganzen Welle grübelnden Sinnens, fuhr er wieder fort: p£og> folgende Kapitel könnte ich eigentlich aan/überschlagen, es nxxßm alles den in solcken Fällen üblichen Verlauf. Ich wurde in den Karzer gesperrt, obwohl ich gewiß nicht and Aus- teißen dachte, und ein paarmal inq-uiriert inö verhört trotzdem ich bem Universitäts rich ter ja gleich beim ersten Male meine ganze Geschichte erzählt hatte. Es schien mir überhaupt, als wenn mein Fall aus irgendwelchen Ursachen eine schärfere Behandlung erführe, auch das Urteil war ein ungewöhnlich hartes, dreiviertel Jahre Festung wegen Zweikampfes mit tödlichem Ausgange. Mir tag aber nichts daran, und es wäre wohl auch gleichgültig gewesen, wenn sie mich auf ndch längere Zeit eingesperrt hätten, mir war damals überhaupt so zumute, als tonnte ich garnichts mehr ernvsinden, weder Freude noch Schmerz. Was dazu an Fähigkeit vorhanden war. schien in den Tagen seit unsrer Fahrt von Königsberg völlig ausgebrarcht zu sein. „Rur eine schwere ©rmbe hatte ich damals. Das war, als mein alter Vater mich aus die Rachricht von meiner Verhaltung hin besuchen kam. Mein Bemühen, ihm den ganzen Fall klar zu machen, war vergeblich. Er kam in feinen einfachen Anschauungen nicht darüber hi'aus, daß fein Lieblingssohn „sitzen" mußte wstl er ein Menschenleben auf dem Gewißen hatte . . . „Von Helene hatte ich seit bem Tage, da ich von ihr Abschied nahm, nichts gehört. Frellich hatte ich auch teilten Versuch gemacht, etwas über sie und ihr Ergehen in erfaß rang zu bringen. Ich weiß auch nicht, ob ich ihr nicht ausgewichen träte, hätte ich sie in diesen Tagen einmal zufällig getroffen. Ich hatte das Gefühl, als tonnten und dürften wir nicht utehr z jjammentommen. so sehr sich auch alles in mir gegen diesen De- banten an eine Trennung für immer auf bäumte. „In den ersten Wochen meiner Festungshaft trat ich einfach ttank vor Sehnsucht mb Bangen. Dann fetzte ich mich hin und fchrieb lange Briefe, an sie und ihren Vater. Und wenn ich damit fertig war. dann zerriß ich alles wieder in tau» scrtd Feyen. ilni> wohl hundertmal stand ich oben auf der Festungsmauer und überlegte, ob es nicht das beste wäre, die Augen zuzumachen unb herumerzuspringen. Jedesmal aber, wenn ich mich schon zurückwatrdte. um den Anlauf zu nehmen, regte sich wieder der brutale Hang zum Geben und zugleich im untersten Herzen ein kleiner Schimmer von Hoffnung. Dann faselte ich mir etwas vor von dem lindernden Einfluß der Zeit, diese alberne Phrase, von Leuten erdacht, die nie in ihrem Leben einen richtigen Schmerz empfunden haben, ging in mein Kasemattengelaß zurück und fing nach einer Stunde das alte Spiel von neuem an. „ilnb fo ging es denn weiter, die ganz: Zeit'und eines Morgens war ich recht üb:r- rafcht, als mh angeiündigt wurde, ich hätte mich auf der Kommandantur ei.tzustnden, um meine Papiere in Empfang zu uehmm, da ich am Mittag frei sei und mein Bündel schnüren müßte Ich hatte es längst vergessen, nach dem Kalender zu sehen unb die Tage meiner Gefangenschaft zu zählen. Unb als ich mit meinen Siebensachen unten im Städtchen auf dem Bahn- Hofe sas, mein Sergeant mih verlas en hatte, betont ich ordentlich ein Heimweh nach meiner Stube mit den eisernen Gardinen. Am liebsten träte ich umgekehrt unb hätte gebeten, mich wieder einzusperren. Da oben war es so bequem gewesen. Man brauchte feine andern Entschlüsse zu fallen als. ob es geraten sei, schlafen zu gehen oder auf- zu stehen — int übrigen regelte sich das Leben ganz von selbst, und cs war, als wenn die dicken Mauern nichts Unangenehmes herein ließen. Und jetzt mit einemmal war ich frei und sollte selbst, aus eigener Entschließung, beftinunen, was mit mir zu geschehen hätte. Daß ich ein neues Leben zu beginnen hatte, war mir ja klar. Es galt mir einen bestimmten Entschluß zu fassen und ihn in Handlung umzufetzen. Das war aber leichter gesagt als getan, es schien, als hätte ich "ht dem neun monatlichen Leben da oben auf der Festung mein bißchen Energie vollständig cingcbüßt. ..Endlick, nachdem ich ein paar Stunden lang hinter einem fchal gewordenen Glase Bier brütend gesessen hotte, vasfte ich mich Io wett auf, noch dem Billetschalter zu gehen, v.ellercht daß mir da die richtige Eingebung käme. Vor mir trat'ein Mann an das Schubfenster und verlangte ctnS dritter nach Halle. „Das war ein sogenannter Wink des Schicksals." Der Gedanke, zunächst einmal nach Halle zn fahren, ehe ich etwas andres unternahm, hatte mich schon die ganze Zett über beschäftigt, ich hatte mich nur an seine Aassührang nicht heran- getraut. Jetzt aber trat ich kurz entschlossen vor. kaufte mir ebenfalls ein Bill et nach Halle und fragte, wann der Zug abginge. „In zehn Minuten!' Ich hatte also gerate noch Zett, mein Gepäck zu besorgen und einzusteigen. „Als ich an Zuge saß, erschien es nur unbegreiflich. daß ick mit der Ausführung biefes Entschlußes überhaupt hatte zögern können. Es war dock einfach felbstverftändlich. faß ich nach Halle fahren und enttoeber mit Helene selbst oder ihrem Vater sprechen mußte, ehe ich irgendeinen für meine Zuttrnft bestimmenden. Schritt unternahm. Was ich den beiden sagen wollte, war mir frellich nicht Har, aber ich verließ mich darauf, daß ich im gegebenen Augenblick schon bas Richtige finden würde, und je mehr der 3ug sich Saite näherte, desto zufriedener wurde ich mit dem gefaßten Entschlüße. Mir war, als könnte sich alles noch zum guten wenden. Am andern Morgen formte ich kaum die Zeit "erwarten, bis ich schicklicherweise mich auf den Weg machen durfte. Endlich schlug es eit Uhr unb zehn Minuten später stand ich vor der Wohnung des Pastors Dähne, r.ach der ich mich schon damals, im Februar, crtuibigt hatte. „Pochenden Herzens zog ich die Glocke, eine alte, freundlich blickende Frau öffnete die Tür und' fragte nach meinem Begehren. „Ich mochte gern den Herrn Pastor Dähn« sprechen." „Die alte Frau sah mich erstaunt an, alS fet eS mit mir nicht ganz richtig. „.Den Pastor Dähne? Ei Henrjehmersch, bert gibt es ja gar nicht mehr, ber ist ja schon vor mehr als sechs Monaten gestorben.' „Und seine Tochter, Fräulein Helene?' ,Ach Gott, das arme Kind! Erst den Bräutigam verloren — wissen Sie, ein andrer Student hot'n umgebracht, aber sie haben den schlechten Kerl erwischt und eingesperrt — unb nachher, tau in drei Monate draus, den Rater I* .„Und wo ist sie jetzt?' fragte ich ungebatbig weiter. „Ha, das kann ich nun nicht sagen, aber ich glaube. Verwandte tn Berlin haben sie zu sich genommen? „.Können Sie mir aber vielleicht sagen, wo ich den Aufenthaftsort von Fräulein Dähne erfragen formte ?‘ „.Das weiß ich mm auch nicht und ich glaube kaum, daß Sie es hier erfahren werden. Das Fräulein ist gleich noch dem Begräbnis mit einer fremden Dame, die von Berlin gekommen fern soll, abgereist. Mehr wißen wir alle nicht!' ..Ich bat wegen der verursachten Störung um Entschuldigung und wandte mich zum Gehen. Aber ich hatte Mühe, die Treppe herunterzu- tommen, denn um mich herum drehte sich alles im Kreise unb meine Knie wankten. Aus diese Auskunft wir ich nicht gefaßt getr-tfen. Sie zertrümmerte a les, was ih mtc auf gebaut unb ausgemalt. hatte, und mir wurde so grenzenlos eleird zumute, wie nie zuvor: selbst nicht tn der trübsten Stunden meiner ersten Festungszcit hatte mich solch ein Jammer übet mein verpfuschtes Geben gepackt (Fortsetzung folgt.) n feien ein unter Brief 16. Juni. 15. Juni. 5413,20 6420,80 6336,70 Der echte c -> 17.6. Schweizer Franken Behördliche Anzeigen Schneeweiß 387186 der den 0*1* 1600 K3ln Rodenhir0 1390,75 310,86 2’51,56 5927,55 4903,85 1,73 597,25 30,71 112,35 214,70 143,62 4269,- 8.,56 400,50 305,50 301,50 Frankfurt a. M. ist erloschen. l' Giehen. den ?. Juni 1922 , Hessisches Amtsgericht. wlUcht Settenpulver Schneekönig. Kurs 16.6. 77,50 109,50 144,- 81,50 393.- 307,- 300,- 288,- 660,- 417,- 313,- 249,- 290,- 16. G. 77,50 111,- London. . Italien . . 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Fr. 125.40 Fl. 59.20 Kr. 88.80 Kr. 88.80 Kr. 117.80 Kr. 117.80 Sh. 97.80 r 23.80 Fr. 125.40 Wteigerulig der Heuernte. Die auf den Wiesen des VrovinzialwalserwerkS in Gemarkmg Inheiden anfallende Heuernte (ea. 24 000 qrn Wiesenfläche) soll Montag, den IS. Juni 1922. vormittags 10 Uhr an Ort und Stelle versteigert werden. Zusammenkunft im Provinzialwasterwerk. Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf den Ministerialerlast vom 16. Juni 1893, das Verdingungswesen bettessend, und den Rachträgen hierzu werden für den Reu- bau eines Beamtendoppelwohnhauses in Schotten die nachstehend erforderlichen Arbeiten für den inneren Ausbau öffentlich zur Vergebung ausgeschrieben'. Glaserarbeiten: ca. 26 qm Kiefernholzfenster; Weihbinderarbeiten: ca. 800 qm Wand- und Deckenputz und Anstrich, ca. 220 qm Oelfarben- ansttich'. Schreinerarbeiten: ca. 40 Türen, 14 Haar Fensterläden ', Schlofferarbeitrn: Türen und Laden wie vor anzuschlagen: Tape-ierarbeiten: ca. 60 Rollen Tapeten; InstallationSarbetten: ca. 26 Licht- stellen, ca. 37 lfd. in Wasterleitungsrohr und ca. 13 lfd. m Abfluhrohr zu installieren. Die Verdingungsunterlagen und Zeichnungen liegen auf unserem Amt zur Einsicht offen. Angebotsformulare können zum Selbstkostenpreis abgegeben werden soweit Vorrat reicht. Verschlostene, portofreie und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Montag, den 26. Juni d. IS., vormittags 11 älhr. bei unterzeichneter Behörde einzureichen, woselbst die (Eröffnung im Beisein etwa erschienener Bewerber stattfindet. Zuschlagsfrist 8 Tage. Schotten, den 15. Juni 1922. 5833D Hessisches Hochbauamt. Plitt. Mitte« Der Heft. lanbto. Genossenschaften, von ,1913 bis zur Revolution Mitglied ter Ersten Hessischen Kammer. Er hat sich grvtze Der- Dienste um die Landwirtschaft erworben. Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluh- Schluff- Schluff- Schluff- - - — - Kurs Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt 0 wuri>e beute bezüglich der Direetion der Discvntogesellschaft, Zweigstelle Giehen eingetragen: Gemäff dem schon «rrchgefuhrten Beschluß der Aktionärversammlung vom 28. März 1922 ist das Grundkapital um 210 000 000 Mark erhöht und beträgt jetzt 610000 000. Mark. Durch Beschlich der Aktionär. Versammlung vom 28. März 1922 ist weiter nach 3n5alt der Riederschrift geändert die Satzung Anführung der persönlich haftenden Gesellschafter (Art. 1), Höhe des Aktienkapitals und Anzahl der Inhaberaktien über je 1000 Mark auf deren Br^ zrfferung (Art. 8), Auflösung der Gesellschaft (Art. 38), Aufführung der Satzungsänderungsbeschlüsse (Art. 40). Kommerzienrat Theodor Frank und ‘■<80*111^ Dr. Franz An ton Boner beide in Berlin sind als persönlich haftende Gesellschafter ein- Arbeitsvergebung. Die Erd-, Beton- und ®ifenbetonarbeiten für die Erneuerung der Ridderbrücke bei Enzheim von 4 m Breite und 11,15 m lichter Weite sollen vergeben werden. DieDerdingungsunterlagen liegen bei und zur Einsicht offen. Angebotsvordrucke sind zum Preise von 8 Mk. für daS Stück von uns er- hältl'ch. Angebote-Uuf vorgeschriebenem Formular find verschlvflen und mit entsprechender Aufschrift versehen, vor dem Gröffnungstermin bei uns ein- zureichen. Die Oessnung der Angebote erfolgt Samstag den 1. Juli 1.3d., vormittags 10 Uhr, in unserem Amtszimmer und zwar in Gegenwart etwa erschienener Anbieter. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Bekanntmachung. tzellM-verskeiMong Ser Statt Gießen. Blontagöen l9. Juni u. Dienstag -en 20. Juni soll bas Heugras von den städtischen Wiesen auf Grund der vom Hefl. Ministermm erlassenen Verordnung vom 15. Mai 1920 meistbietend versteigert wer- den und zwar: Montag den 1». Juni a) vormittag» 9 Uhr Zusammenkunft am Schlacht» hos von den Wiesen im Neustädter Feld, b) vormittags 10 /. Uhr in der Restauration von Georg Schrimpf, Kaiserallee 4, von den Wiesen im Hecgsttauch und vom Obstbaumstück an der Licher Straffe in 4 Abteilungen, sowie von der Wiese des Turnverein- im Heegsttauch, e) nachmittags 2 Uhr int Phiwsophenwald von den Wiesen am Fürstenbrunnen, im Wiesecktal, von den Hospitalwiesen in der Gemarkung Wieseck. Dienstag, den 20. Juni Landei. Berlin. 16. Juni. Börsen stimm ungs- bild. Die bet geringen Umsätzen erfolgte Befestigung der Devisenkurse führte zu keinem besonders grohen Einfluh auf die Haltung ter Effektenbörse. Hochgradige Geschästsunlust kennzeichnete auch heute den Jirdustrieaktienmarkt. Allerdings tonnte man etwas mehr Widerstandsfähigkeit feststellen. die Besserungen beschränkten sich aber auf einzelne Fälle. Lebhaftes Interesse bestand für Schuckert, Phönix und Deutsche Kali, die bei guter Nachfrage namhafte Erhöhungen erzieltet!. Lebhaft gestaltete sich wieder das Geschäft in einigen ausländischen Renten. Ungarische wurden von der Tschechoslowatei weiter zu anziehenden Kursen gekauft: auch Türken wurden höher bezahlt. Oester- reichische Papiere hatten aber ein stilleres Geschäft bei vielfach nicht behaupteten Kursen. Mexikaner büßten einen Teil ter in ten letzten Tagen erzielten Steigerung ein. Deutsche Anleihen änderten im allgemeinen ihren Kursstand wenig, 4prozentige Reichsanleihe getoami jedoch ziemlich 4 Prozent. Dcullculien tonnten ihren Kursstand behaupten. Schiffahrtsaktien neigten eher zur Schwäche. Frankfu rt a. M, 16. Juni. Börsen- stimmungsbild. Der heutige Börsenverkehr unterschied sich von ckestern dadurch, daff sich am Markt ter ausländischen Renten ein stürmisches Geschäft in ungarischen Renten entwickelte. Mangels Materials waren die Kurserhöhungen recht erheblich. In amtlich nicht notierten Werten war die Tendenz nur mühsam behauptet, das Geschäft sehr klein. QHan nannte: Jnag 380, Entreprises 3850, Benz 465, Elberfelder Kupfer 275, Ufa 220. Am Montanaktienmarkte setzte sich eine Erholung für Deutsch-Luxemburg durch, 1000-1025. Sonst sind hier mäßige Abschwächungen im Ausmaß von 10 -25 Prozent zu bemerken. Maschine- und Metallwerte lagen vorwiegend behauptet. Chemische Aktien waren überwiegend schwächer. Elektrizitäts- Werte zeigten unregelmäßige Tendenz. Im Verlaufe hielt die Nachfrage nach Auslandswerten an, sonst blieb der Verkehr ruhig bei vorwiegend behaupteten Kursen. Am Einheitsmarkte waren die Llmsähe wieder gering, cs stellten sich aber vrr- schietentlich KurSbesserungen ein. Die Börse schloß bei unregelmäßiger Tendenz. Privatdiskvnt 41/3%. Fran ksurt a. M.« 17. Juni. Marknotierrmgen. Für 100 deutsche Mark tourten gezahlt: Heugras-Versteigerung. Das Heugras von den Domanialwresen in ten Gemarkungen Alten-Buseck, Gießen und Wieseck Wird versteigert: 1. In ter Gemarkung Wieseck Mittwoch, den 21. l. M., norm. 9 Uhr. in ter W. Ph. Bierauscheu Wirtschaft zu Wieseck. 2. in Gemarkung Giehen an demselben Tage, nachm. 2 Uhr. in der Harnickel scheu Wirtschaft im Phllosophenwald bei Giehen. Am Schlüsse ter Versteigerung gegen 4 Uhr — werden 35 leere Dünger- säcke gegen sofortig«? Barzahlung versteigert: 3. in .Gemarkung Alten-Buseck Donners» tag, den 22 L M.. norm. 9V* Uhr, in der Otto Rabencmschen Wirtschaft zu Alten- Buseck. Es werten nur Personen aus Ortschaften zum Mitbieteu zugelassen. aus denen seither schon regelmäßig eine Beteiligung ftattgefunten hat. und die das Futter in der eigenen Wirtschaft verwenden. Der Zuschlag wird nur für eine den Verhältnissen des Bietenden angemessene Anzahl Lose erteilt. Giehen, ten 17. Juni 1922. ■ Oberförsterei Giehen. Or. S chüz. zu fmanzteren und es in oi innerhalb feiner Leistungsfähiake tionen zu bezahlen. Die Deutsche: , nehmendes, arbeitsames Volk, das wieder auf die Beine kommen werde, wenn ihm nur eine Kirchlich? Nachrichten. Evangelisch« Gemeinde. Sonntag, ten 18. Juni. 1. n. Trinitatis. In ter Stadtkirche. Vvvm. 8 Uhr, zu- a!«ch Christenlehre f. d. Aeuronfirnr a d. Mar- &8gem.: Pfr. Becker. 9>’a: Pfarrasf. Becker'. 11: Kinterlirche f. d Matthäusgem : Pfarrassistent Becker. — Montag, den J9. Juni, abds. 8. (Bereinigung d. foitf. männl. Jugend d. Matthä as- gemetnte. — Dienstag, ten 20. Ium, abds. 8: Bereinigung d. konf weibl. Jugend d. Matthä iä= gemeinte. Mittwoch, ten 21. Ium, ohte. S> 3ufammentimft d. Helfer u. Helferinnen im Ge- ntetntefaal. 3n ter Jo Hanne skirche. Vvrm. 8 Uhr, zugleich Christenlehre f. d. Reu konfirm. a. d. Johannesgem.: Psr. Ausfeld. 9t;!: Pfr. Dech- tolsheimer. 11: Kinderkirche f. d. Luiasgnn.: Pfr. 'Bechtvlsheimer. Abds. 8: Bibelbesprechung im Johannessaal: Pft. Mahr. Universitätsgotlesdienst, Sonntag, 18. Juni 1922, vorm. 11» 4 Uhr in der Reuen Aula. Privatdozent Dr. Frick. Wieseck. Sonntag. 18. Ium. vorm. 9' ,.: Gottesdienst. 10%: Kinterkirche. Ulachm. 1 Uhr: Christenlehre (tonfirm, männl, u. weibl. Jugend). Abds. 7s/4; Familienabend im ©aal von Braun (Reinertrag der örtlichen Jugenterrbrit). Donnerstag. 22. Juni. abds. 8V2: Mädcheilabend. Sonntag, den 18. Juni, tronn. 10: Kirchberg 11; Christenlehre f. d. männl, tonfirm. Jugend. — Rachm. 1 \A>: Da u bring en. - Aachm. IVg: Lollar. Katholische Gemeinde. Samstag, ten 1?. Juni, nachm 5 und abds. 8 Uhr: Gelegenh. z. hl. Brichte. Abds. 8: S.)- kramenLalifche Andacht. Sonntag, ,teii 18, Juni 2. Sonntag nach Pfingsten. Vor»n. 6* y: Gelegenh. z. HU Beichte. 7: Hl. Messe. Kom- ntunton d. Ha i^angeft eilten. 8: Anstellung d. hl. Kommunion. 9: Hochamt m. Pr. 11: Hl. Messe m. Pr. Rachm. 2\'< Ehristenlehre; darauf fatra» mental. Druderschaftsandacht. 4: Hairsangestellten- si Oswalda in Das Mädel mit der Maske HeNugbaum Büffet, 8 Trumeaur, verschiedene komvlctte Betten, 2Klciderschränke.Tische Ltüble. 2 ältere LofaS, 1 Waschmangel, l(Slas- schränkchen, 1 Regulator, Wartentische und -Ltüble, 1 Damen Kovl waschavvarat, Ablaufbretter, smie fir Mehger: 1 Hackklotz mit Wiegemesser, 1 Süllavvarat. ferner: iiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiimiiiimniiiiiiiiiiiiiiiiiiiinmimiiiiiiiiiiimifiimmiwTiiiniiiiiimiiimmii früher Nordpol, Stelnstrahe 76 Samstag M: Gtöffnnnosleier mit SteWier Für Speisen und SettSnle ist bestens gesorgt. Auch empfehle ich meinen guten bürgerlichen Mittagztisch. b c d e F SeifeiBgmlver Schont die Gewebe, liefert blütenweisse Wäsche. Ueberofi erhälft. Jos. MUIIer, Seifenfabrik, Ulmburg a. d. Lahn. Cafe Leib Täglich Künstler-Konzert Samstag: Vereinsvergnügen mitTanz Sonntag: Tanzvergnügen. H. Fries. Brennholz fuhren- u. zentnerweise ab Lager bat abzug. IMIo Carl Haas jr. ZrmiNllrlerStt.58. Iel.1882 Astoria-Lichtspiele Ab Houtafi; der deutsche Kolossalfilm: 5788c „Der Eisenbahnkönig“ Dem verehrten Publikum von Gießen und Umgegend zur geil. Kenntnis, daß ich die Gastwirtschaft Wolkengasse 26 Gasthaus Zentral übernommen habe. Ich bitte um geneigtenZuspruch. Für Speisen und Getränke, sowie reelle Bedienung werde ich stets bemüht sein. Fremdenzimmer vorhanden. Großes Vereinszimmer noch frei. Bilanz des Spar- und Vorschußvereins Staufenberg am 31. Dezember 1921. Aktiva. W Auf der Hardt -ME Sonntag, 18. Juni Großer Tanzvergnügen Herren, Damen und niuder Kleider u. Stic' fel. 'Vortieren, Gas u. Cafe und Wiener Feinbäckerei von Willy Hoelters Frankfurter Str. 27. Telephon 950 Gebäck in anerkannter Qüte Eis ■ Eisgetränke Angenehmer Aufenthalt Sorgfältige Bedienung! Während der Sommermonate abends WZ kW Utz.Hd bt. "nini in 5n°r KZ i urd * Meta ein untp. ^8 toitber auf ™ lhm tmt ebu 8r V- rtzlns. Ar txm “TN frei er* "ckr W lag» ^Serig in hinten. m Halfan mrr.) 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Rauch- zvIxUCU waren usw. für die Berkaufssiände sowie Geldspenden werden freundlichst erbeten und find abzuliefern an unseren Geschäftsführer, Herrn Liebscher, Löberstrage 4, oder an Herrn Hausverwalter Loh, Hinter der Westanlage 11. 3n Anbetracht des wohltätigen Zweckes der Der- ansialtung bitten wir um zahlreiche Beteiligung aus allen Streifen der Siegener Bürgerschaft. Wirtschaftswäsche Wischtücher und Handtücher, in besten Dorkriegsqualitäten ä , • =1 D>e Anlage ist neu, eia» weit unter Tagespreis adeinheb. Wohnungen. 2 Zu erfragen bei [5768h r*****55Y557?T?ZZ55**4>*****T**********ro Achtung! Neu eröffnet! Achtung! I Mmr» „5m gemülliöjen M" Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1920. . . 98 Abgang in 1921 durch Tod u. Aufkündigung. . 9 elektr. Lamveu, Leder- Zugang in 1921................... zeug siirPserdc.Bildcr, A ffnh. ,»01 ~89 Evieael, HauSbalt-S.- Daher Stand Ende 1921 . ...... • . . «J u. Küchengeräte, Rtpv- (Betgier Jung V. Aarber und Aufttellsaeben, ea. Direktor. Rechner. Kontrolleur. 2 Zentner Kartoffel« < und vieles ungenannte. Generalversammlung SttfltiätrungbtiHmnit Sonntag, den 25. Juni 1922, nachmittags 3'/, Uhr, nrrxt. rr bei Gastwirt (Belgier. L. Aityoss, | Tagesordnung^ gerichtl. beeid. Taxator und Auktionator. An ausgeliehenen Kapitalien: gegen Obligationen......... gegen Bürgschaft gegen Güterkaufgelder gegen Wertpapiere nach Tageskurs Wimein MMM, UW Samstag, den 24., und Sonntag, den 25. Juni 1922: besWWWWMMS im Garten „Ium Kühlen Grund". „„ W« ______________________ feüin der Gastwirte iOr Gießen d. Umgegend. Seitens der Brauereien wurde vlöklich eine neue .bedeutende Dierpreiserhöhung festgesetzt, die am 19. d. Mts. in Araft tritt. Wir laben alle Kollegen, auch Richtmitalieder, für Montag Den 19. cr .nach- jntttaos 4 utzr, zu einer WediioimlDOfl tm Gasthaus Sauer, Osoalbsgarten, ein und ersuchen, wegen der Wichtigkeit und der Existenzftage für jeden einzelnen, um vollzähliges Erscheinen. 5824 Der Vorstand. Passiva. Aufgenommene Kapitalien Deschäftsguthaben der Mitglieder Reservefond................. Spezialreservefond Reingewinn................. Verkaufe 4. Besoldung des Dmstands 1 Sf?umÄator?n!®at= Die Rechnung liegt 8 Tage beim Direktor zur terie, 6 Zellen mit I Einsicht offen. '2aure im Ballon. Staufenberg, Juni 1922. 5789V 1 ffitn-'i. & Sor^.nb« d.- A-fpch.---,- f(tialter, GpannungS-1 Benzler II. realer, 1 Volt und Amverc^ meter mit Sicherung-- elememen, 25 (ylüddiruen, neu. Lichtspielhaus : Bahnhofatraße 34 *,uc | Snr noch bl* einichL Sonntag: 1 Der große Raubtierfüm 5782c \s Allein im Urwald I Schüler haben vor 6 Uhr abends zu A ermäßigter; Preisen Zutritt. J ntuaiiil, wie Carl ie Vogt 41 e pdu S laibtlere le der Soweit hat W Weiler bare tropische Landschaltea. PvlilWn 'M'. altjet FM Hast Du Deine Wäsche gern So N Kemseifen-Puiver .8? o spart man Geld? 06137 Beim Einkauf D. K.W.I. II. u. III. Preis Oes ECleinen Wunders 5827c (5788h macht. 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