Donnerstag, 16. November 1922 172. Jahrgang die Inter worden war. Jede kommende Regierung, wie sie auch gestaltet sein möge, wird daher h Nr. 270 Erscheint täglich, außer Sonn« und Feiertags, mit IxrSamstagsbeilage: GiehenerFamilienblätter Monatliche veznaspreise: MK. 185.- u. MK. 15.- Trägerlohn,durch diePost MK.200. - .auch beiNicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- I-ernsprech- Änschlüsse: für die Schrift» leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Sieben. poftscheätonto: Frankfurt a. M. 11686. Die Beratungen Uber die Kabinettsbildung Annahme von Anzeiger für die Tagesnummer bh zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit Preis für 1 mm hohe fü. Anzeigen v 27 mm Breite örtlich 8 MK., auswärtr 10 MK.; für Reklame Anzeigen von 70 mm Breite 32 MK. Bei Platz- Vorschrift 20 °/0 Aufschlag Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für de» Anzeigenteil: Hans Beck, sä mtlich in Gießen. Stellung der Fraktion der Deutschen Volkspartei, die heute vormittag zu einer ständiakeit ist. ütn die Macht In den Händen der Arbeiter zu erhalten und den Weg zum Sozialismus sicherzustellen, gibt der russische Staats katitalismus Land, Industrie und Handel nicht aus den Händen, mir mittlere Unternehmungen werden in Pacht gegeben. Wir haben viele Fehler- begangen, doch mit dem Versailler Friedensschlüsse und mit dem Vertrage von P o l t k ch a k sind größere Dummheiten begangen worden als diese. diesem Programm stehen müssen. Ein Stabt nett der Persönlichkeiten ? Berlin, 15. Nov. Bei den Besprechungen des Reichspräsidenten mit den Parteiführern über die Reu.bildung des Reichskabinetts soll, mehreren Blättern zufolge, die Auffassung vorgeherrscht haben, daß man noch am ehesten mit einem Kabinett der Persönlichkeiten die Krise meistern könne. Der Reichspräsident soll nach dem „Lokalanzeiger" den Parteiführern aus- einandergesetzt haben, daß die Bildung eines WirtschajiskabinettS nötig sei, um dem Auslande die Zusammenfassung aller wirtschaftlichen Kräfte Deutschlands vor Augen zu halten. Heute nachmittag nahm der Reichspräsident auch noch mit anderen Parteiführern Rücksprache über die Lage. Außerdem traten die einzelnen Fraktionen heute nachmittag zu Besprechungen zusammen. Eine Erklärung der Zentrumssraktion. Berlin, 15. Rov. (Wolff.) Die Zen- trumsfraktion des Reichstags läßt erklären: Die Zentrumsfraktion des Reichstags hat am Mittwoch morgen sich mit der durch die Demission des Kabinetts Wirth geschaffenen Lage beschäftigt. Die Fraktionen deS Zentrums, der Demokraten und der Bayerischen BolkSpartei hatten angesichts der außen- und innerpolitischen Erfordernisse die g r o h e Koalition verlangt. Die Bereinigte Sozialdemokratie hat diese politische Notgemeinschaft abgelehnt. Die einmütige Auffassung der Zentrumsfraktion geht dahin, daß nach dieser innerpvlitischen Entwicklung der letzten Tage der Zentrums- parteikeinerleiInitiativebei der Neubildung des Kabinetts zufällt. Dem bisherigen Reichskanzler Wirth haben •Berlin, 16. Nov. Die Lösung der Regierungskrise ist gestern nachmittag nickt gefördert worden. In den Besprechungen des Reichs- p r ä s i d em t e n mit den Parteiführern erklärte der Abgeordnete Marx laut „Boss. Ztg", daß das Zentrum sich nicht nur nicht weigern müsse, Vorschläge für die Nachfolgerschaft Wirths zu machen, sondern auch keinem seiner parlamentarischen oder außerparlamentarischen Mitglieder gestatten würde, das Kabinett zu bilden. Diese Haltung des Zentrums schaltet die Berufung des Kölner Oberbürgermeisters Dr. A d e n a u e r. der eingeschriebenes Mitglied der Zentrumspartei ist und dessen Kandidatur bis in den Nachmittag am meisten in dem Vordergrund gestanden hat, aus. Ebenso wie das Zentrum soll, dem gleichen Blatt zufolge, auch die sozialdemokratische Fraktion es abgelehnt haben, den Reichskanzler zu st eilen. Da die demokratische Fraktion als die kleinste der bisherigen Koalition anscheinend nicht in Frage kommt, wie das Blatt schreibt, so werde nach einer außerhalb des Reichstages und auch außerhalb des eigentlichen Parteigebietes stehenden Persönlichkeit älm- schau gehalten, die nicht ein Koalitionskabinett, sondern ein „freies Kabinett der Köpfe" bilden soll. Der „Lokalanz." hält es für möglich, daß Dr. Wirth wiederkehrt und an die Spitze eines solchen Kabinetts tritt. Der „Vorwärts" knüpft an die Tatsache, daß sich alle Parteien des Reichstages, mit Ausnahme der Deutschnationalen und der Kommunisten, zu den beiden letzten Noten an die Repa- ratioriskomrnission bekannt haben, die Hoffnung, daß die Krise eine baldige Lösung finden werde, und betont erneut die Bereitwilligkeit der Sozialdemokratie, weiter ihren Teil an der Last der Verantwortung zu tragen, allerdings unter der Bedingung, daß sie auch innerhalb der Partei verantworten könne, was man ihr äußerlich zu verantworten zumute. Die Deutsche Dolkspartei tritt, laut „Deutscher Allgem. Ztg.", falls die große Koalition nicht erreichbar ist, für ein Kabinett der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft em. Berlin, 15. Nov. (Wolff.) Der Reichspräsident hat vormittags mit dem Reichs- tagspräsidenten Lvebe sowie mit den Vorsitzenden der Fraktionen der Sozialdemokratischen Partei, des Zentrums, der Bayerischen Dolkspartei und der Demokratischen Partei die Lage besprochen. Einen Aufttag zur Kabi- n e 11 s b i l d u n g hat der Reichspräsident bis jetzt noch nicht erteilt. Berlin, 15. Nov. (Wolff.) Don zuständiger Stelle wird erklärt: Der Rücktritt der jetzigen Regierung berührt in keiner Weise das in der Note vom 14. November an die Reparationskommission niedergelegte Stabilisierungsprogramm. Die Reichsregierung hat die Note erst überreichen lassen, nachdem sie mir den Führern der bisherigen Koalitionsparteien und der Deutschen und der Bayerischen Dolkspartei eingehend erörtert Lenin über die neue russische Wirtschaftspolitik. M o s k a u, 15. Nov. (WTB.) Russische Telegraphenagentur. Auf dem Kongreß der Kommunistischen Internationale sind die Erörterungen über die Tätigkeit des Exekutivkomitees beendet worden. Eine einstimmig angenommene Entschließung hieß das Vorgehen des Exekutivkomitees gut und erkannte die Vollmachten desselben als dieser höchsten Instanz der kommunistischen BewegunJ^der ganzen Welt an. Heute trat Lenin mit einer Rede über bie,Q3e= - deutung der neuen Wirtschaftspolitik hervor und Erinnerte daran, daß er schon 1918 darauf hingewiesen habe, daß der Staatskapitalismus eine Etappe von der Kleinproduktion zum Sozialismus sei. Die neue Wirtschaftspolitik sei ein Rückz ugsmanover, welches ebenso notwendig wie die Ausarbeitung eines Angriffsplanes sei. Im weiteren Verlauf seiner Rede führte Lenin aus: Auf dem Gebiet der Finanzen haben wir die Stabilisierung des Rudels erreicht. Die Bauernschaft ist mit dem Hunger fertig geworden. Freiwillig liefert sie die Naturalsteuer ab und denkt an keine Auflehnung gegen die Sowjetmacht. In der Leichtindustrie ist ein allgemeiner Aufschwung bemerkbar. Die Lage des Proletariates der Hauptstädte habe sich wesentlich gebessert. In der Schwerindustrie sei ein Fortschritt weniger sichtbar, jedoch mehrten sich die Mittel für ihren Aufschwung. Lenin fuhr fort: Wir erhalten keine ausländischen Kredite, ohne die nicht einmal die Industrieländer auskommen können; die Konzessionen bestehen bisher nur auf dem Papiere; der Handel hat uns 20 Millionen Gold rubel eingebracht, welche zum Wiederaufbau der Schwerindustrie verwendet werden, die ein notwendiger Faktor zur Sicherung unserer Selb- Der 60. Geburtstag Gerhart Hauptmanns. Ein Schreiben des Neichspräsidenterr- Berlin, 15. Nov. (Wolff.) Anläßlich des heutigen 60. Geburtstages Gerhart Hauptmanns lieh der R e i ch s p r ä s i - dent dem Dichter als Ehrengabe des Reiches den d e u t s ch e n A d l e r s ch i l d überreichen. Sin von Professor Wackerle-München entworfenes und ausgeführtes Kunstwerk aus Brvnzeguß, das auf einem feingez^ichneten Sockel in rundem Schild den Reichsadler zeigt. Die Rückseite des Schildes trägt zwischen Lorbeer und Eichenzweig die Inschrift: „Gerhart Hauptmann, dem^Dichter und Seher, in dessen Werk die Seele des deutschen Volkes zum Lichte rang. Der Reichspräsident." Die Gabe war von nachstehendem Schreiben des Reichs- Präsidenten begleitet: Mein lieber, sehr verehrter Herr Dr. Hauptmann! Um führende Deutsche, die ihren Namen in die Geschichte des Vaterlandes eingegraben haben, zu ehren, habe ich das Symbol des Reiches, den deutschen Adler, in Bronze prägen und diese Prägung auf einem Sockel aufstellen lassen. Das erste Stück dieses Adlerschildes überreiche ich Ihnen an dem Tage, da ganz Deutschland an der Feier Ihres 60. Geburtstages teilnimmt. In einer Zeit der ilnrafl und Bedrängnis steht Ihr Bild leuchtend vor unseren Augen; an der Wurzel un feier Gegenwart geboren, haben Sie Ihre Kämpfe und Wirrnisse vorausschauend emt funden und es vermocht, die ringenden Kräfte unserer Zeit und unseres Volkes zu unvergänglicher Gestalt zu erheben. Die Liebe zum Vaterland, auch in der Zeit seiner Leiden, und das Verständnis für die eigene Zeit, auch in ihrem chaotischen Drängen, haben Ihr Herz und Ihre Werke erfüllt. So möge Ihaen heute entgegenklingen, daß das deutsche V oll Ihren Namen als den eines Führers ehrt, und daß unsere Zeit die seherische Vedeutung Ihres Schaffens begreift. Es hat einen tiefen Sinn, den niemand besser als Sie würdigen wird, wenn Beratung zufarnrnengetteten ist, teilt die „Zeit" mit, daß in der Fraktion vorwiegend die Meinung vertteten wurde, daß ein Kabinett der Arbeitsgemeinschaft wohl die glücklich st e Lösung der Regierungskrise sei, da es die Möglichkeit biete, alle Kräfte einheitlich zusammenzufassen und einzusetzen. Diese Notwendigkeit liege vor allen Dingen bei der Besetzung des Ministeriums des Aeuhern, des WirtschaftS- und des Finanzministeriums vor. Unter diesen Umständen habe man auch die allergrößten Bedenken gegen eine etwaige Zurück- berufung des bisherigen Reichswirtschaftsministers auf diesen Posten. Die Leitung dieses Ministeriums Müsse ebenso wie die des Verkehrs- und Postministeriums in kaufmännische Hände gelegt werden. Wie das Blatt weiter schreibt, scheine bei der zunächst beabsichtigten Bildung eines K a b i - nettsderPersönlichkeiten geplant zu sein, die in der letzten Reparationsnote niedergelegten Leitsätze als progratnmatische Grundsätze zu nehmen. Die „Kreuzzeitung" stellt für den Fall der Bildung eines Kabinetts ohne Sozialdemokraten die Mitarbeit der Deutsch- nationalen Volkspartei in Aussicht. Konsequenzen in Prensten? Die „Sozialdemokratische Korrespondenz" teilt mit, daß der Fraktionsvorstand der Deutschen Volkspartei im preußischen Landtage am Montag dem preußischen Ministerpräsidenten erklärte, daß die Fraktion für den Fall des Nichtzustandekommens der großen Koalition im Reiche und in Preußen dieKonsequenzenziehen wolle. Aus der bayerischen Kammer. M ü n ch e n, 15. Nov. (WTB.) In Fortsetzung der politischen Debatte kam Abgeordneter Dr. Hilpert (Mittelpartei) auf die Gesetze zum Sch-uhe der Republik zu sprechen und erklärt, den Kampf gegen diese Schuhzesetze werde die Partei fortseyen. Die Frage der Schaffung eines bayerischen Staatspräsidenten erheische baldigste Lösung. Seine Partei stehe zum Programm Knilling. Abg. Dr. Dirr (Dem.) stellte an die Spitze seiner Ausführungen den Sah, daß es in der jetzigen Not des Vaterlandes nur einen Gedanken .g außen Kraft und einheitlichen Willen zu gewinnen. Wenn in Bayern da und dort der Reichsgedanke abgeschwächt sei, so sei dies ein Beweis dafür, daß die zerstörende Wühlarbeit nicht ohne jede Wirkung geblieben Jet Die Zusammenarbeit in einer nationalen Notgemeinschaft im Innern und in einer Einheitsfront nach außen müsse das einzige, würdige Ziel der Reichspolitik fein. Die Deutsche Volkspartei sei unbedingt zur Mitarbeit yeranzu- ziehen. (Zustimmung bei den Demokraten.) Der Redner sprach sich dann über die Gründe des Ausscheidens der Demokraten aus der bayerischen Koalition aus und betonte, daß die Stimmenthaltung der Demokraten bei der Wahl des neuen Ministerpräsidenten kein Mißtrauensvotum darstelle. Dann wandte sich Dirr gegen die Nationalsozialisten, die im öanbe Gewalttätigkeiten vollführten. Abg. Staedel (Bauernbund) erklärte, daß die Bauernbündler Föderalisten und Anhänger der demokratischen sowie republikanischen Staatsform sei. Nach kurzen Ausführungen des Abg. Aenderl (Komm.), der sich gegen den Parlamentarismus wandte, trat eine Vertagung auf Donnerstag ein. die Zentrumsfraktion des Reichstags und die übrigen Parteilnstanzen noch kürzlich ihr volles Vertrauen ausgesprochen. Daran hat sich nichts geändert. Vielmehr hat die letzte außenpolitische Tat der Regierung Wirth, namentlich die letzte Note an die Reparationskommission vom 13. November, wiederum die ungeteilte Zustimmung der ganzen Zentrums- fration, wie überhaupt die Billigung der Fraktionen von der Deutschen Dolkspartei bis einschließlich der Vereinigten Sozialdemokratie gefunden. Das einzige Erfreuliche an der gegenwärtigen verworrenen politischen Lage ist dieseaußenpolitischeKlarheit. Allerdings bestehe leider die Gefahr, daß der außenpolitische Erfolg durch die innerpolitischen Schwierigkeiten, für welche die Zentrumsfraktion keinerlei Verantwortung trifft, stark beeinträchtigt werden könnte. Die Stellung der Deutschen Dolkspartei Berlin, 15. Nov. (Privattelegr.) ileber Die Unruhen in Düffeldors und Köln. Düsseldorf, 15. Nov. (Wolff.) Heute vormittag ist eine merkliche Entspannung in bei allgemeinen Lage eingetreten. In mehreren Detiieben wird wieder gearbeitet. Dagegen versuchten die Ausständischen, die Bewegung nach Mülheim zu tragen und in die Thssen- Hütte einzudringen. Sie wurden aber von der dortigen Polizei abgewiesen. Zur Zeit sind Verhandlungen zwischen den Streikenden, den Gewerkschaften und den Arbeitgebern im Gange. Köln, 15. Nov. (Wolsf.) In der Innenstadt herrschte bis gegen 6 Tlhr abends Ruhe. Zu diesem Zeitpunkt aber versammelten sich etwa 1000 Personen in der Gürzenichstraße, die die Aufforderung der Polizeibeamten, sich zu zer- st reuen, mit Steinwürfen und Schimpfereien beantworteten. Die Straßen muhten hieraus gesäubert werden. Auf dem Neuen Markt entstand um 6 Uhr 30 eine Ansammlung, die zunächst durch Pvlizeibeamte zerstreut wurde. Als später jedoch die Menge anwuchs, mußte sie mit Hilfe der berittenen Polizei zerstreut werden. Hierbei erhielt ein berittener Polizeiwachtmeister einen Streifschuß ins Gesicht, worauf von der Schußwaffe Gebrauch gemacht werden mußte. Verletzungen wurden nicht festgestellt. Köln, 16. Nov. (WTB.) Auch In Fre- schen ist es zu Tlnruhen gekommen. In 5 Geschäften wurde geplündert. Dec Wert der gestohlenen Gegenstände wird auf ungefähr 7 0 Millionen geschäht. Auch 2 Güter wurden heimgesucht und auf dem einen 43, auf dem anderen 7 S chw e i n e weggenommen, außerdem 30—40 Zentner Frucht und andere Wintervorräte sowie Wein. In den Gasthäusern wurden die Einrichtungen teilweise zerschlagen, die Türen gesprengt und die Räume beschmutzt. Es handelt sich bei den Plünderern um ortsfremde Elemente. Weitere Erhöhung der Frachtentarife. Berlin, 15. Nov. (WTB.) Der Reichsverkehrsminister hatte den stänoigen Ausschuß des Reichseisenbahnrates auf den Vormittag einberufen, um ihm über die Folgen der Geldentwertung, die seit der letzten Tariferhöhung vom' 1. November eingetreten ist, für die Reichsbahn Bericht zu erstatten und sein Gutachten für die zur Erhaltung des Gleichgewichts zwischen den Einnahmen und Ausgaben zu tteffenden Maßnahmen einzuholen. In einer mehrstündigen eingehenden Beratung wurde die Wirtschaftspolitik der Reichsbahn, deren Ziel dahin ging, für die Aufrechterhaltung des Betriebes selbst erhebliche Opfer zu bringen, als richtig anerkannt und gebilligt. Folgende Entschließung wurde einstimmig angenommen: Der Ständige Ausschuß des Reich Zeisenbahnrats nimmt zur Kenntnis, daß die seit bem 1. November eingetretene Steigerung der Löhne und Materialien und insbesondere der Brennstoffe eine abermalige Erhöhung der Frachtentarife notwendig erscheinen läßt. Er erwartet, daß diese Erhöhung sich in den engsten durch die Verteuerung der Ausgaben unbedingt gebotenen Grenzen halten wird. Durchs Mehrheitsbeschluß wurde ein Zusatz zu dieser Entschließung angenommen, der die Erwartung ausdrückt, daß die Verschiebungen, die durch die Steigerung bet Frachtsätze für die einzelnen Güter eingetreten sind, durch die Neueintarifierung der Güter ausgeglichen werden. Es ist demnach zum 1. Dezember mit einer Ausgleichung der Gütertarife an den gesunkenen Geldwert zu rechnen, deren Ausmaß jedoch noch nicht übersehen werden kann. Der englische Wunsch nach Vorverhandlungen. Paris, 15. Nov. (WTB.) Wie Havas mitteilt, ist heute vormittag das Memorandum des Foreign Office, in dem der Standpunkt der englischen Regierung in der Orient?rage aus- einander gesetzt wird, am Quai d'Orsay übergeben worden. Der Wortlaut wird geheim gehalten. Paris, 15. Nov. (WTB.) Havas belachtet aus London: In dem Memorandum, das nach Paris abgesandt werden wird, wird das Außenministerium verlangen, daß Frankreich seine Ausfassung kundgebe, zu gleicher Zeit aber selbst die seinige mitteilen, über gewisse Fragen betreffend Mossul, Syrien, Mesopotamien, die B o l k s a b st i m m u n g in den a r a - bischen Ländern und in Westtyrazien; mit einem Wort: über alle Fragen, die von den Kernalisten seit dem Abkommen von M u b a n i a aufgeworfen worden sind. Ein anderer Teil des Memorandums betreffe die Kapitulationen, ob es sich nun um Fragen wirtschaftlicher oder juristischer Art handele. Es solle festgestellt werden, wie man sich über das neue Statut einigen könne, das in gewissen Fällen an Stelle des alten treten solle. Ferner handele e8 sich um die Frage der Zölle, der Post, der Häfen und des Regunes für die Ausländer sowie des Regimes der Gerichtshöfe, denen uiter dem System der Kapitulationen die verschiedenen Nationalitäten unterstellt werden können, die sich in Konstante nopel aufhalten. Paris, 15. Nov. (WTB.) Der Berichterstatter des „Neuyort Herald will erfahren haben, bah der Entschluß Poincares, mit Lord Curzon nach Lausanne zu reifen, im hohen Maße auf das Drängen Mussolinis zurückzuführen, ist. Paris, 15. Nov. (WTB.) Poincare hat heute vormittag den englischen Botschafter Lord H a r d i n g e empfangen. Paris, 15. Nov. (WTB) Der engtischeDele- gterte in bet Reparationskommission, Sir John B r a d b u r y, hat sich heute nachmittag nach Lonbon begeben. Die Wahlergebnisse in England. London, 16. Nov. (WTB ) Reuter. Um 10 älhr abends war der Stand der Parteien folgender: 44 Konservative, 7 nationale Liberale, 4 Arbeiterparteiler, 3 Liberale, 1 Unabhängiger. London, 16. Nov. (WTB.) Die Straßen waren abends mit großen Menschenmassen ungefüllt, die sich in den Hauptverkehrsadern be tilgten und an den Plätzen ansammelten, wo die Wahlergebnisse bekanntgeaeben wurden. Das erste Ergebnis wurde um 10 Uhr abends veröffentlicht. Cs meldete die Wahl des konser vativen Kandidaten Wallasay, der eine überwältigende Mehrheit erhalten hatte. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: yrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Zteindruckere! R. Lange in Gießen. Lchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. •er bit obas berichtet ii Kreisen das reröffnung der innig abgeben mschliehe, und »erde, für das Präsident, er sprechend den an. gut mache, un, töüi recht M ^"orÖato ®. das Ent. sein, ob Ahrheit er- Mehrheit nicht svir unseren Weise gellend -n'mAth«. i Eihungssaal ag der tzoch- die nationale nlfter und digung erhob md bestritt die I des Gerichts, onsausschusses mbigfeit des s seine Kraft «. Gunaris Wrangen. : italienisch«! & Ölungen ;■ ‘lOu beiui. .Kations. 5 Cln den- 3benn in K"en zu, Ri «ul die r°Vhe ver° Tchriite /Emission ^helfen, sich |elw * Mtt mit eilun9 eines un9. der die IN ■JJ& Migri" ,t W ichuhPutx‘ zeb""!l' ’ , Llleildok' «rf,s -"'La.d.Lda. rl . ijegen avi gw» 1‘ jen f*n6‘ 1002$ ,eL 1922- ich als Zeichen des Danke- de- dem- scheu Volke- diesen schlichten deutschen Adler über- reiche old ein Symbol dafür, dah ern großes, ringendes Volk Kraft und Mut aus den Werken seiner Meister schöpft. Mir persönlich aber ist es eine besondere Freude, Ihnen an diesem Sage meine aufrichtigsten und herzlichsten Glückwünsche zu sagen, denen ich hiermit Ausdruck gebe als Ihr Ihnen stets ergebener Ebert. Berlin, 16. Rov. In der gestrigen F e st- Vorstellung im Drohen Schauspiel' Haufe zu Ehren Gerhart Hauptmanns kam es zu stürmrschrn Huldigungen für den anwesenden Dichter. Es wurde „Florian Geyer" gegeben. Der Darsteller der Titelrolle Eugen Klöpfer überreichte am Schluß des Spiels dem Dichter, der sich immer wieder auf dem Podium zeigen muhte, einen goldgezierten Lorbeerkranz. Reichsminister des Innern Dr. Köster stattete in einer Ansprache Gerhart Hauptmann den Dank des jungen Staates ab und schloß mit dem Ruf: Sang lebe Gerhart Hauptmann, lang lebe die deutsche Kunst, lang lebe das Vaterland! Eine Ehrung in der Berliner Universität. Berlin, 15. Rod. (Wolff.) Unter BeteM- gunq der Behörden, aller Kreise der Berliner Bevölkerung, der studentischen Jugend und der Männer aus Kunst und Wissenschaft wurde in Gegenwart des Reichspräsidenten heute nachmittag in der Universität eine Feier zum 60. Geburtstag Gerhart Hauptmanns veranstaltet, wobei dec Dichter und seine Gattin persönlich anwesend waren. Roch Einleitung des Festaktes durch einen Madrigal-Chor feierte Ilniversitätsprofessor Jul. Petersen namens des Rektors der Llniversität den Jubilar als den Dichter der Jugend. Professor Max D e s s o i r brachte den Dank der Berliner dar und zeigte, was Berlin dem Dichter war und ist, danach sprachen ein Student für die deutsche Jugend und die Berliner Studentenschaft, ein Vertreter der Goethegesellschaft, des Deutschen Theaters und des Schutzbundes deutscher Schrift- steller, der dem Jubilar die Ehrenmitgliedschaft des Bundes antrug. Reichstagspräsident L o e b e überbrachte den Dank des deutschen Volkes dem Dichter des deutschen Volkes. Dann betrat Hauptmann, lebhaft begrübt, das Podium, und drückte in bewegten Worten feinen innigen Dank für diese grobe Ehrung aus. Mit Beethovens Appasionat, das Eugen d'Albert auf dem Flügel vvrtrug, fand der feierliche Akt seinen Aus klang. Dor dem Llniversitätsgebäude wurden dem Jubilar herzliche Huldigungen dargebracht. Deutscher Reichstag. Berlin, 15. Rov. Präsident Löbe eröffnet die Sitzung mit der Mitteilung, dah der Vertreter Chiles dem Reichstag seinen Dank für die teilnehmeiche Kundgebung zu der Erdbebenkatastrophe ausgesprochen habe. Der Initiativantrag der groben Parteien, welcher das Entschädigungsverfahren f-ür die verdrängten Kolonial- und Ausländsdeutschen verbessert, wird in allen drei Lesungen angenommen. Sodann begründet Aba. Dr. Schreiber (Zentr.) die Interpellation seiner Partei, welche Abhilfe der Rot der deutschen tD i s s e n s ch a f t verlangt. Drohe Forschungs- instirute blühten aus Geldmangel ihre Arbeit Hinstellen, und der Ankauf wissenschostlicher Werke aus dem Ausland werde immer schwieriger. Füh- fcenbe wissenschaftliche Zeitschriften mühten ein- Zehen. Auch die Rotlage der geistigen Arbeiter fordere dringend Abhrlse, wenn die ideellen Grundlagen unserer Kultur nicht noch mehr erschüttert werden sollten. Staatssekretär Schulz: Die erste Llrsache der Rotlage der deutschen Wissenschaft reicht in die Kriegszeit zurück. Rach dem Kriege war die deutsche Regierung gern bereit, die Äotgemein- schast der deutschen Wissenschaft mit der damals beträchtlichen Summe von 100 000 Mk. zu finanzieren. Infolge der ungeheuren Geldentwertung reichten aber alle damals ausgeworfenen Beträge nicht entfernt zur Erfüllung ihrer Zwecke aus. Immerhin war es dem Eingreifen der Reichsbehörde gelungen, den Zusammenbruch der deutschen Wissenschaft aufzuhalten. Dies ist auch von der Wissenschaft anerkannt worden. Die in lden Etat für 1923 «eingesetzten Summen sind durch die anhaltende starke Geldentwertung als überholt zu betvachten. Wir rechnen mit ihrer Erhöhung durch den Reichstag und den Reichs- nat (Beifall.) Ruf Antrag des Abg. Dr. Pfeiffer (Ztr.) wird die Besprechung der Interpellation geschlossen und um V-6 Ähr auf Donnerstag 2 Ähr vertagt. Dertin, 15. Rov. (Wolff.) Der Seltenen* rat des Reichstages entschied sich heute mittag dahin, dah auch während der Regierungskrise die Sitzungen des Reichstage- fortgesetzt werden sollen, da die Parteien sowieso zu den Besprechungen über die Besetzung des Kabinetts tn Berlin versammelt bleiben. Es sollen jedoch nur solche Gegenstände beraten werden, die eigne Angelegenheiten des Reichstages betreffen. Aus dem Reiche. Die ErwerbSlosemmterstüßrmg. Berlin, 15. Rov. (Wolff.) Die Er* Höhung der GrwerbSlvsenunterstüt* jung, um die daS RelchSarbeitSminlstenum im Benehmen mit den übrigen beteiligten Stellen seit längerer Zeit bemüht war, wird die Vollsitzung des Reichsrats am 16. Ro- vember beschäftigen. Es ist mit einer namhaften Steigerung der Unterstützungssätze für die Erwachsenen, insbesondere für die Familienväter, zu rechnen, die voraussichtlich bereits am 20. Rovember tn Wirksamkeit tritt. Dir Ausübung deS Stimmrecht- gesetzliche «? ch einer Meldung der „Dosstschen Zeilu.ig" ist dem Reichstag von der Deutschnativnalen BolkSpartei ein Initiativantrag zug«zangen, der die Reichsregierung verpflichten will, bis zum 1. Februar 1923 ein Reichsgefetz vvrzulegen, wonach die Wahlberechtigten bei den Wahlen zum Reichstag und zu den DolkSvertietungen der Länder Ihr Stimmrecht auszuüben verpflichtet fink Aus Hessen. Die Reise des Finanzausschüsse- nach Dad-Aauchrtm. rm. Darmstadt, 15. Rov. Der Finanz- a u S f ch u h des Landtags besuchte am Montag, wie vorgesehen, Dad-Rauheim, um unter Führung des Finanzmintsters Henrich eine Besichtigung der Gebäude vorzunehmen, für welche die Regierung zwecks Senberungen oder Umbauten die Mittel anforderte. 3m Bade Haus 9 sollen zwei Wohnungen eingerichtet und im Kursaal eine raue feste Bestuhlung dorgenommen werden. Es ergab sich, dah die vorgeschlagenen Verbesserungen notwendig sind, auch werden In einer darauf folgenden Sitzung für die Bestuhlung usw. etwa 1 Million Mark, für die Errichtung der beiden Wohnungen etwa 2,1 Million Mark gut- geheitzen. Eine toeUere Vorlage der Regierung ist vorgesehen für den Umbau der Dü hn e, der aus Gründen der Sicherheit für die Theaterbesucher gleichfalls als nicht zu umgehen anerkannt wurde. Aus dem besetzten Gebiet. Die amerikanische« Desutzmigstruppen. Paris, 15. Rov. (Wolff.) Wie die „Chicago Tribüne" mitteilt, hält sich zur Zeit der Obcrkommandierende der amerikanischen De- satzungStiuppen am Rhein, General Allan, in P a r i s aus. Er hat dem Blatt zufolge gestern mit dem amerikanischen Vertreter tn der Reparationskommission verhandelt, angeblich über die amerikanischen Desatzungskosten in Verbindung mit den kürzlich vom Staatsdepartement in Washington abgegebenen Versicherungen der Alliierten, die amerikanischen Desahungskosten würden von den deutschen. Reparationszahlungen bestritten werden. Aus Stabt und Land. Giesten, den 16. Rovember 1922. Anzeigen-Annahme. Die Entgegennahme den Anzeigen findet bis zmn Abend vor dem Aufnahmetag statt; Anzeigen für die Samstagsnummer müssen spätestens bi- Freitag mittag aufgegeben sein. Geschäftszeit von 8—12Vz Uhr und von 2—573 Uhr. Die DeuernnstSzalften in den fünf größten hessischen Städten auf Grund der Preise vom 8. Rovember 1922 (25. Oktober) ausschließlich Cte-Litung betrug für Mainz 33 0*9 (22 682), Darmstadt 34 115 (21119), Ossen- bach 32 192 (22 648). Worms 31 909 (21 872), und Gießen 33 710 (20 903). Die DurchschncttsteuerungSzahl für die fünf großen Städte beträgt für Ernährung 30 236 (19 649), für Heizung und Deleuch ung 2631 (2026), Wohnung 250 (170), zusammen 33117 (21 845) und ist seit 11. Oktober um 123 Prozent und seit 25. Oktober um 54 Prozent gestiegen. Verteuerung der Eisenbahn-Mouats- und Wochenkarten. Die Monatskartenpreise werden mit Wirkung vom 1. Dezember nach 18 (bisher 14) Fahrten berechnet, wobei der abgerundete einfache Fahrpreis zugrunde gelegt wird. Für Schüler- MonotSrarten und Wochenkarten verbleibt es bei dem bisherigen Grundsatz, demzufolge die Schülermonatskarten zur Hälfte und Die Wochenkarten zum vierten Teil des Monatskartenpreises unter ordnungsmäßiger Auf- rundung berechnet werden. Von demselben Tage ab werden als Mindestfahrpreis für Einzelreisekarten und Zeitkarten Sähe erhoben, die sich nach einer Entfernung von 11 Kilometern ergeben. * Amtliche Persvnalnachrichten. Ernannt wurden am 9. Rovember die Derwal» tungspraktikcrnten: Ludwig Alles aus Fried- b.-rg, Georg Biedenkapp aus Rodenbach Johannes Christ aus Dieburg, Johann Escher aus Mainz, Rudolf Werner F r e i l i n g aus Darmstadt, Karl H a n i t s ch aus Alsfeld, Atel- bert Holzhäuser aus Michelstadt, Martin Höll aus Wleseck, Karl Kneifes aus Alsfeld, Richard Michel aus Bruchenbrücken, Josef Müller aus Mainz, Georg Ludwig Schäfer aus Worms, Wilhelm Scheid aus Wvhnbach, Georg Schilling auS Heppenheim a. d. D, Karl S ch ü h l e r aus Büdingen, Heinrich Stein aus Darmstadt, Anton Trapp aus Dingen, Hermann Wassern aus Offenbach a. M.» Philipp Zell aus Oppenheim zu Derwaltungsobersekretären. — In den Landesfinanzamtsbezirk Köln wurden unter Ernennung zu Obersteuersekretären übernommen: die Steuerpraktikanten: Simon Bäcker (Land - inanzamt Da mstadt), Philipp D ö r s a m (Finanzamt Offenbach-Stadt), Wilhelm Hed- rich (Finanzamt Grünberg), Wilhelm Illert (Finanztasse Mainz II), Franz Maier (Finanz- kasse Yber-Ingelheim), Fritz Roll (Fincmzkasss Offenbach), Karl Schäfer (Steueramt Pfungstadt), Ludwig S ch e e r e r (Finanzkasse Worms), Friedrich Stock (Finanzkasse Dreifelden), Hans Weihheimer (Finanzkasse Duhbach). ** Eine gute Hilfe für die Kleinrentner. Wie uns mitgeteilt wird, ist das finanzielle Ergebnis der Wohltätigkeitsveranstaltung der deutschnationalen Dvlkspartei zum Besten not- leidender Kleinrentner am 29. Oktober als ein recht erfreuliches zu bezeichnen. Da noch Rechnungen ausstehen, hat sich die Schlußabrechnung verzögert. Inzwischen ist aber ein Betrag von 6 5 0 0 0 M a r k an den Vorsitzenden des Rentnerbundes überwiesen und auch bereits an bedürftige Kleinrentner verteilt worden. ** Die neuen Aebengebühren der Post vom 15. d. M. an sind, außer denen für Einschreiben und Rachncchme, noch nicht mitgeteilt. Sie betragen für jede post- laaernde Sendung oder Zahlungsanweisung 2 Mk^ Nachfrage nach postlagernden Sendungen außerhalb der Schalterstunden 12 OHL, Paketlaaergebühr 2 QKL, Abholungserklärungen 8 QzlL, die gewöhnliche Abholung jährlich 24 Mk., bei Prüfung der EmpsangSberech- tigung des Abholenden 72 Mk^ Schließfach 120 und 240 2RL, Zeitungsüberweisung 8 Mk., ^nbestellbarkeitSmeldungen 12 Mk^ Laufzettel 12 Mk., Nachlieferung von Zeitungen 6 Mk., Zeitungsbeilagen je 25 Gramm XU Mk., Bescheinigung über die Einlieferung eines gewöhnlichen Paketes 6 Mk., BahnhofSbriefe Monat 360 Mk., Woche 120 Mk., Zustellung 6 Mk^ Rückscheine 6 Mk., nachttäglich 12 Mk., Rückgabe nicht abgegangener Sendungen 4 Mark, Stundung für jede volle oder angebrochene Mark 20 Pf., mindestens 10 Mark monatlich, Umtausch einer verdorbenen Marke, auch auf Postkarten, 20 Pf. usw. ** Sine Tapezierer- und Sattler- Zwangsinnung für die Stadt und den Kreis Gießen ist von Angehörigen dieser Handwerkszweige beim Kreisamt beantragt worden. Dieses hat daraufhin die Bürgermeistereien ersucht, die in Betracht kommenden Handwerker zu befragen, ob sie für oder gegen die Errichtung einer Zwangsinnung sind. ♦♦ Die Preisauszeichnung für Gegen stände des notwendigen Lebens- b e o a r f s, insbesondere Lebens- und Futtermittel, betrifft eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in unserem heutigen Anzeigenteil, die wir ihrer Wichtigkeit wegen der besv.rd.ren Beachtung unserer Mitbürger empfehlen. Die Anordnung tritt am 1. Dezember in Kraft. ** Die Pflicht zur Reinigung des Bürgersteiges im Winter. Eine wichtige Entscheidung, die für alle Hausbesitzer sehr interessant ist, wurde von der Strafkammer Darmstadt gefällt.Das Schöffengericht sprach einen Hausbesitzer frei, der vor seinem Hause eine dünne Schneeschicht nicht entfernt und einen Strafbefehl dieser- halb angefochten hatte. Der Staatsanwalt jedoch verfolgte aus prinzipiellen Gründen Berufung wegen der unterlassenen Reinigung des Fußsteiges. Die Schneemenge war nur gering, aber nachträglich war auch eine ältere, vereiste und nicht bestreute oder gereinigte Stelle festgestellt worden. Entgegen dem Schöffengericht faßte das Berufungsgericht die einschlagliche Vorschrift in ihrer generellen Fassung als auf Schnee und Eis bezüglich auf, und der Hausbesitzer wurde zur üblichen Geldstrafe nebst den Kosten der zwei Instanzen verurteilt. * 900 Mark beim Silbergeld-Ein. tausch mehr herausgegeberuchat ein Beamter des hiesigen Hauptpostamtes. Er wendet sich in unserem heutigen Anzeigenteil an die unbekannte' Empfängerin mit der Ditte, ihm den Drtrag zurückzugeben. * * Silberne Hochzeit feiern die Ghe^ leute Heinrich Jung (»Zum Mer") und Frau am Freitag, dem 17. ds. Mts. ** Deutsche Volkspartei. Am Montag, den 13. November, fand in der .Stadt Wetzlar" eine sehr gut besuchte Versammlung de r Frauen der D. D. V. statt. Zu "Beginn der Veranstaltung wies die 1. Vorsitzende auf die Bedeutung der bevorstehenden Wahlen hin und forderte zu reger Betätigung auf. Rach längeren Besprechungen über die Vorbereitungen für den Wahltag erteilte die 1. Vorsitzende dem Gast der Partei, Frau Prof. Z y ch a, das Wort, die ein eZchütterndes Bild von den augenblicklichen traurigen Zuständen in Oesterreich bzw. Wien gab. Rach Ansicht der Rednerin wird die Oesterreich gewährte Lbileihe nur eine vorübergehende Besserung herbeiführen, eine endgültige Hilfe könne nur der Anschluß Oesterreichs an Deutschland bringen. Bornotizen. — Ta g es ka l e n de r für Donnerstag. Postkeller, 8V2 4lhc: Mitgliederversammlung der Deutschen Demokratischen Partei, — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „.Unter den Goldgräbern von Dawson-City" und „Schuld und Sühne". — Palast-Lichtspiele, ab heute: „Durch Kerker und Paläste von San Marco", 2. Teil, „Das Fest der Venus" und „Die Liebe und der Suff". — Die Mädcheyabteilung des Wartburgvereins veranstaltet für alte W- teilungen des Vereins am Samstag und Sonntag, jedesmal abends 8 Uhr, im Markussaal, Kirch- stratze 9, einen Familienabend, in küssen Mittelpunkt ein Lichtbildervorttag des Garteninspektors R e h n e l t über Ceylon stehen wird. Die Gesamteinnahme der Abende ist dazu bestimmt, den Kindern der Kleinkinderbewahranstalt eine Weite nachtsfteude zu bereiten. Räheres hn Anzeigenteil. * * * Schlichtungsausschutz der Provinz Oberhessen. Verhandlung vom 14. Rovember. Die Damenschneiderei Herr L Ggly tn Gießen soll den ersten Arbeiterinnen vom 1. bis 11. Rovember 1922 entsprechend ihrem Angebot 36 Mk. und vom 13. Rovember 1922 entsprechend dem Antrag des Dekleidunasarbetterverbandes 48 Mk. Stundenlohn zahlen und die übrigen Löhne entsprechend erhöhen. Der Bekleidungsarbeit er- verband hatte 48 Mk. ab 1. November 1922 gefordert. Mit der Wollstrickerei Steinmetz in Gießen schloß der Dekleidungsarbeiterverband nach öffentlicher Verhandlung einen Tarifvertrag ab. In der Lohnstreitsache dreier Arbeiter des Dreschmaschinenunternehmers Hch. Wolf II. in Ranstadt schlug der Schlichtungsausschuß für die Zeit vom 2.-28. Ottober 1922 3500 Mk Wochenlohn für den Heizer und 3000 Mk. für die anderen Arbeiter vor (Kost und Wohnung find außerdem gewährt worden). Dem Antrag eines Arbeiters der Als« felder Möbelfabrik aus Wiedereinstellung gab der Schlichtungsausschuh nicht statt, denn tote sich herausstellte, hatte der Antragsteller sich mit der Entlassung einverstanden eriläit. In zwei weiteren Sachen verständigten sich die StreitteÜe, ohne öffentliche Verhandlung. Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags. Berlin 8050, Frankfurt a. M. 8100. Die Herweghs. Tine rechtsrheinische Geschichte von Liesb e t Di TI. V. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Am Schreibtisch seiner Mutter sah Lutz, in Gedanken versunken über einem Brief, den er zu schreiben begonnen hatte, auf dem aber vorläufig nichts weiter stand als „Liebe Grete". Und das war wieder ausgestrichen. Er schaute auf die kahle, entlaubte Kastanienreihe vor dem Hause, der Herbstwind trieb die roten Blätter wirbelnd vor sich her dem Bahnhof zu. Es war Bußtag, ein grauer, melancholischer Himmel hing über der Welt, und die einzigen Farbenflecke in diesem eintönigen Grau bildeten die grünen Blusen der Dienstmänner, die mit ihren Karren hinter dem Taunusbahnhof warteten. Richt der Einfluß seiner Schwester und nicht die Erkenntnis, dah er leichtsinnig eine Verantwortung auf sich geladen, hatten seinen Eiitschluh gereift. Es waren vielmehr diese hastigen Verabredungen, die ewigen Verfehlungen mrd alles, was mit den umständlichen, geheimnisvollen Vorbereitungen ihrer Zusammenkünfte verbunden war, das Warten bei Regen und Kälte an zugigen Ecken, vor allem aber waren es die vielen Briefe, die seit diesem Sommer täglich auf feinen Schreibtisch regneten, die Szenen, toenn er nicht bereit war, Einladungen bei Vorgesetzten abzusagen ober seinen Dienst zu versäumLN, um herüdeczu ahren i jxrs Motto: Du liebst mich nicht mehr, war ihm in letzter Zeit allzuoft erklungen. Mit einem Wort, es war aus. Es war eigentlich damals schon zu Ende, als sie in dem kühlen Gartenzimmer das Begräbnis den Berg Heraufziehen sahen, und er batte der Stadt den Rücken gekehrt in der Erkenntnis, dah der Höhepunkt ihres Glückes überschritten war. denn jedes Glück hatte seinen Givfel, von dem es dann bergab ging. Manchmal langsam, oft aber auch rasch Wenn er nur gewußt hätte, wie er sie anreden sollte! Liebe kleine Kröte, das war nicht dem Ernst der Situation angemessen, und teure Grete sah sehr nach abgetühlter Leidenschaft aus. Das pätte Tränenströme verursacht, und er wollte ihr nicht wehtun . . . Auch nicht in diesem letzten Bries. Er zündete sich eine Zigarette an und begann endlich entschlossen . . . „Liebe Grete. Waö Ich Dir heute zu sagen habe, wird mir unendlich schwer . . ." Ach nein, so konnte man doch nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Er warf den Dogen fort. Es kam jetzt nur barauf an, sie zu überzeugen, dah sie sich trennen muhten, denn sie durfte um Himmel- Willen nicht den Gedanken fassen, sich etwa scheiden zu lassen, in der Hosfnugn auf ihn. Rein, danke! Die Auseinandersetzungen mit Ernst und seiner Familie, und was eine solche erzwu.rgene Ehe bann alle- im Gefolge hatte? Gr konnte den Abschied einreichen . . . und so weiter. . . Also lieber andere Saiten aufgezogen, ilnb er nahm einen neuen Briefbogen »Geliebte. sei tapfer, nimm alle Kraft zujammen, aber wir dürfen nicht länger an einem Abgrund hlnwandeln dessen Tiefe Du nicht ahnst . ." Gott, wie trivial, dachte er, fällt mir denn nichts Besseres ein? Gr stand auf und begann im Zimmer auf und ab zu wandern, als er plötzlich auf ter Chaiselongue eines jener Bücher liegen sah, die von Liane herum chhrsn. Er sch>lug es auf. Seine düstere Miene hellte sich auf. Ah, Mirabeau. Seine Briese an Sophie Mvnnier aus dem Gefängnis rn Vincennes ... die kamen ihm gerade recht. Gr batte von Miraboau eigentlich bisher nicht viel mehr gewußt als seine Worte, mit denen er die Revolution begann, und den königlichen Lakaien anherrschte: .,Va dire a ton maitrc, que nous sommes ici par la volontd du peuple et que nous n’en sortirons que par la force des baionnettes1 und einige seiner erotischeri Bücher, die er während seines Exils in Holland ge- sch icben hatte, wo er ohne Geld mit feiner Geliebten sah Da schrieb er, um zu leben, und nachher im Gefängnis zu Vincennes schrieb er, um nicht „zu verrecken". In solche bcneidenswerte Lagen kam man, wenn man anderen die Frauen entführte, und Grete kam in letzter Zeit immer wieder damit. Entflieh mit mir und fei mein Weib Ach nein, dazu muhte man noch viel mehr Illusionen haben, tote sie Lutz geblieben toa en. Der entzückende Sommer hatte ihn nur tn neue Schulden gestürzt, und Goldenberg kam immer wieder mit ter reichen Frau, auf bie er und die ganze Mainzer Straße wartete. Einmal muhte er aus diesen elenden Geldgeschichten heraus. Während er die Briese MirabeauS an seine heißgeliebte Sophie durcholätterte, überzeugte er sich daß selbst diese große Liebe kaum zwei Zähre gebautrt hatte. Dafür waren ater auch die (Briefe um so heißer. . . Donnerwetter, einmal wurde selbst Lutz ganz rot -11 nb einmal rief er laut Bravo! „Was ist Tugend? Eine glückliche Gemütsanlage, die uns treibt, unsere Pflichten gegen die Gesellschaft zu unserem eigenen Vorteil zu erfüllen.“ Großartig, dachte Lutz. Mirabeau war gerade zur rechten Zeit gestorben, nach einem opulenten Souper mit drei Damen, oder vielleicht deshalb. Er hatte sich auch zu viel vorgenommen, wie sein Bruder Ernst. Rur auf anderem Gebiet. Er frühstückte mit den Republikanern, dinierte mit den Jakobinern und soupierte mit dem Prinzan Orleans, und eines Tages fragte La Mark den Prinzen spöttisch: „Hni> wann dient Mirateau dem Hose?^' Das wäre etwas für Herrn Kollin, diese sprühende Abhandlung über die Könige, die mit verbundenen Augen hinter Mauern lebten, statt aus der Weltgeschichte zu lernen. Mais oti sont les rois qui lisent? Das müßte man ten Generälen vorlesen, bie neulich noch über Mirabeau vernichtende Urteile gefällt. Rein, es gab Charaktere, die selbst der Gemeinheit noch einen Schein von Gröhe gaben .Ünb einen solchen hatte er unter den Händen. Alles war vergessen, selbst die Zigarette während er die glühenden Liebesgestandnisse las, die aus dem feuchten moderigen Kerker Vin- ceyncs' aufstiegen und sich ihren Weg, unter Lebensgefahr für die ilebcrbringer, zu der Geliebten hinter deren dicke Klostermauern suchten. War Mirabeau an seinem Schicksal selber schuld? (Fortsetzung folgt) 1 ra. Aodl Mtf? ®iEB3 ^kköla sx SSSEK Sä, ster D T\. y. ■ den der Lai fr” , [ol^K serer ' S'E tparcn virk-Lt Frl. tT®'1 $le , Melk "Pachtung IW x’1922 L ob eine ' Vorschuß Gemeinden umgc iff. SSÄ* «Jüding tat fi'wnte ta Dols-ang'L Aesormgym" lebende Georg schon mhrsach ®c machte jetzt unse Mvon 5000C sich an Änne, H den sollen. Stärkend NN. Darm längerer ZeilJd setzung der Hu schlüge aus ( hat nunmehr da hingen Mit den ksitzerverein uni sichenden Lätze fi 30. Leptcmbe zeni aus die t Oltober ab 1950 Prozei 21/sschlag setz rang der Zinsen Prozent, laufend Prozent, gi öfter Wnt. Der < zent seht stch Zinsen 30 Proze lausende Inl/ank gröbere Onfianlfe Mlerderlcetn h Stiftung nut । m'.sfelMg geqtb; HauSkontia träge für die 3n bentet Verden seither, auf die 2om 1. Jezeni ttigermeister bo bung vorgesehc vir dem AouM.'i soll eine Erl NWnehnien fein.' mDarm sic ^"terziehun darinskidt'Lc>nd l DrieSheim bei 1 10 X GeW Wd. Aainz tetfamrnlung ans Jen mitgetcUt wo to.Nrti 5 Mainz. 3m e< Dorn an ^9«n in uniert "ottoenbig E -^ilerverbreilll LUV SEIFEN= Ua flocken zergehen in heissem Ute schnell und restlos, sie geben eine wirksame Seifenlosung und einen kräftigen Schaum. Sunlicht Gesellschaft A. 6. Mannheim-Rheinau R.MS Provinz Dollars A S!00. 6er. & 8glt) tn en vvm 1, bis irem Angebot 2 mtfprechmd riterverbantes übrigen Löhne mngSarbeUe» ovembei 1922 [ung des I für olk 2Q> und Sonntag, uifaal, Ritq> »effen Mittel' rteninfbetior# Die (ManU’ effinunt, den lt eine Weih- Anzeigvilck. nnmeh bi beiterverband >[nen Daris' eld-Ein. ein Er toenöel un. ' w den Donnert» ederverfrumn. । Partei, - «ute: .Unter und.Schuld " ab heule: 5on Nairo", i> »Die Liebe * Me The. und xNZ SrX“* tüdte mb y»5“* A t““ ® «Kteü°- St- t&Si Ilrbettcr des Dolf II. In au-fchud füi n 3500 W 1000 'Ulf. tti nb Wohnung ; der Als' xchercinfiellM stall, denn M Hier fich W' nb'gten sich die billig. -.dvll her Mt.Z s. ?l dlefer- ^tDQlt loD ? ge. eln« Wr ,98ttinigtc’ M bem 169etid)tbi( .ßenereti-,, Mch? chenDeld, Denver. '>Mvn. >,.6tabi Lftttt 3u t Dorflhende Jen Da^n 'S auf. Aach 'rbereiningen dchende dein l, das Dy^ i augenblick. erreich bzro. tn -vir- die ne vorüber. ' endgültige Meichs an h.i MS Ist L’W“1” “ Arohartig, 130. ulver- 6800,— 5000,— 5000.- 4610, (£nro 5100.- 5000, 14000, 14Ö30, 11500,-12*00, 11750,-12700,-12000, 81704.10 33915. - 34085,- 1423155 1530,15 1537^85 kauf sausträge des Publikums mit Kursrückgängen I behauptet), Roggenmehl (100 Äfl ) 32 000—34 500 tu rpAnPu Mark (fiun. Wettenkleie 7000 Älk. Mer), Rog° Eine in den 9975. 5110. egen Fußschweiß und Wund laufen KukirohFußbad Drogerie Wallenfels. Marktplatz 21. Analo-Cont -Aunno. . . Badische Anitin..... G.'ldschmidt Grieriheinier Electron. 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Bei der durch, den Rück- 7900,- 6550,— 4100,- 45'X),- 4760,— 3400'- 81545,90 47)3,85 1284,25 1OV9W 83445 1416,45 1290,75 1895,25 7094'70 9,73 287,- 226,40 88,- 848,- 230,— 850,— 140,- 150,— 12t- 105.- - 1800,- - 1200,—1170, 15700,-13000, ■ 5480,— 4601), Denikch-Lnrembnra. . 14250,-11500,-13000,-12000,- GelsenkirchenerBerglv215OO,—17ÖOO,—181OO—16O5O,— Harvencr Beradan. . 50-500,—43000,—450 )0,—46009,— Kaliwerk Aschersleben 5700,— 5300,— 5800,— 4875,- Äurs 13.lt 83.50 340,- 230,- 900,— 100,- 175.- 168.- 138,- 150.- Datunr Antw-Brüssel Holland .... Vonbon .... Pari- Schweiz. ... vanien . . . Italien .... Vissabon-Ovorto Dänemark . . .. dioriveaen . ... Schweden . . . . HelnnaiorS. .. . Nennork...... Deursch-Oesterr. Budapest Prag........ Sofia 5770,— 4150,- 2H0a- 2425,- 6000,- 5600.— 140)1),-13750,-15500,-13000, 3520,- 3495,- -■ 1397,50 2031,10 75Ä 0 10,03 311 — 242,60 80.75 350,- 250,- 840,- 125,- 149,90 Kaliiverk Westeregeln 7500,— 6250, Vaurabüfte 14000,-10000. Oderbednrf . . . Pbönir Bergbau Rheinstahl Miebeck Montan Tellus Bergbau. 9000.— 8800,— 8700, 7700,- 6700,- 7600, 4970,- 4100,- 4925, 520a- 5800,- 4609'- 605,— 580, 2110,- 1750. 60H),— 5500, 18’00,- 1500, 1275,- 1175, 1303,25 1904,75 71306)0 9,77 289,- 227,60 Äur» Kur» Kur» lo. lt 13.1t 15.11. Frankfurt a. M., 15. Rov. Börfen- NmmungSbrld. DollarkurS im Frühverkehr 7600—7800—7900, dann schwankend. 3m Hinblick auf die festere Haltung der Deviseripreise, welche in den ersten Morgenstunden höher lagen, stellten ich Dalutapapiere gut behauptet. In unnotierten Werten trat vorwiegend Abgabeneigung ein. Der Montanaltienmarkt zeigte beute ein schwaches Gepräge, wobei besonders die hoch im Kurs stehenden Werte gedrückt erschienen. Realifations- neigung herrschte bei chemischen und ElektrizitätS- papieren, doch blieben hier die Kursrückgänge in engen Grenzen. Autoaktien unterlagen Schwankungen. Die übrigen Induftriewerte schlossen sich der Gesamttendenz an. Auch Danken lagen schwächer. Später sind Auslandsrenten wieder schwach, das Geschäft ruhig. Der Dollar wurde gegen 1 Uhr 7500 genannt. Börsenkurse. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- Stzluß- Schluß. Schluß. tob. Kaiserslautern, 15. Rov. schwere Explosion ereignete sich bei Schepp gelegenen Pfälzischen P f a b r i k e n. Der zum Trocknen des Pulvers dienende Steinhausbau flog in die Luft und wurde vollständig zerstört. Auch die übrigen Fabrikanlagen erlitten mehr oder minder schwere Deschädigungen. Da die Schicht schon längere Zeit beendet war, wurden Menschen weder getötet noch verletzt. Der Sachschaden ist jedoch sehr groy. Die Gewalt der Explosion war so heftig, bab in der näheren und weiteren Umgebung, in Waldsischbach und Kaiserslautern, zahlreiche Fensterscheiben und Türen durch den Luftdruck zertrümmert wurden. Der Boden zitterte wie bei einem Erdbeben, und der Knall war bis in die Saarpfalz vernehmbar. Die Entstehungsursache der Explosion ist noch nicht ermittelt. Der Direktor der Fabrik erklärte, es sei ihm ein Rätsel, wie die Explosion in dem Trvckenraum habe entstehen können, da noch eine halbe Stunde vor der Explosion in dem Trockenraum die Temperatur gemessen und alles in Ordnung gefunden wurde. Melallges. ftranffun . . 8000,— 785(1— —, Schuhfabrik Her» .... —1300,— —, Sichel ......2650,- 2 >00,- -,- -, Scan off Waldhof .... 8925 — 5300,— 4100,— 5300, Zuckcrfabr.ftrankemba- 46'5,— 4150,— —,— — ZuckerfabrikWaa nutrl 4800,— 4200,— ——, Frankfurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahlung.) Amtliche Aotierungen. Datum: 57»Disch. Reichsanlethe 47» Dergleichen 3»/,7, Dergleichen 37o Dergleichen Drsch.Soar-Vram.-Anl. 47, Preutzische KonsolS 47O Hessen......... 37,7° Hessen 87° Hessen......... 47» Äoüiürfen 57° Goldmexikaner Berliner HandelSges. . Commerz- u. Privalbk Darmit. u.Nanonalbank Deuische Bank Deuische Bereinsbank. DiSeonio Commandir . Melallbank Mi'leideiu. Crediibank Oesterr. Crediianstalt. 80,- 850,- 260,- 830,- 105,- 136,- 155,- 190'- Dermischtes. 10 Millionen Mark gestohlen. Derltn, 15. Aov. (Wolff.) Beim Verladen von Gelkckeuteln vor der AeichSbank wurde geftam trotz starker Bewachung ein Deutel, der zehn MillionenMarkin Zehntausendmarkscheinen in der Originalpackung der Reichsbank enthielt, g e st v h l e n. Bisher ist eS noch nicht gelungen, den Derbleib des Gelde« festzustellen. Schwere Explosion in einer Pulverfabrik. Bochumer Guh .... 16500,— —»■ Buderus 5000,— 4450, Berlin. 15. Rov. BörsenstimmungS- bild. Infolge der von der nunmehr zurück- getretenen Reglerung an die Reparalionskomrnis- swn gemachten Borschläge über die Stabilisierung der Mark war vielfach mit starken Kursrückgängen an der Dörse gerechnet worden, zumal das Privat- publikum unter diesem Eindrck gesiern überwiegend Verkaufsaufträge erteilte. Wegen der Regierungskrisis schlug heute vormittag die Tendenz am Devisenmarkt um. Die Rotizen zogen erheblich an, so Reuhork bis 7750. Dies und die starke in politischer Hinsicht bestehende Unsicherheit hinderten die Spekulation, die ohnehin bestehende Derkauss- Neigung mit starken Abgaben zu fördern, so das) die Einbuhen sich in engeren Grenzen als befürchtet hielten. Immerhin betrugen sie im Durchschnitt im Grobverkehr 200 bis 500 Prozent und für führende Montan- und sonstige Spezialpapiere 1000 bis vereinzelt 2000 Prozent. Rheinische Braunkohlen stiegen aufangd sogar um über 5000 Prozent. Dabei war das Geschäft allgemein etwas weniger lebhaft als seither. Rach den ersten Kursen traten vereinzelt Erholungen ein. Späterhin überwog aber die Reigung zu weiteren mäßigen Rückgängen. Bon heimischen Renten gaben Zprozentige Eonsols stärker nach. Andere Consols waren etwas fester. Auch für die zu Einheitskursen gehandelten Industriepapiere ift infolge überwiegender Der- GerichLssaal. Der Prozeß wegen V«S Anschlags auf Scheldemann. Leipzig, 15. Rov. (WTB.) Im Prozesse wegen deS Anschlages auf Oberbürgermeister Scheidemann, brc in den nächsten Wochen vor dem Staatsgerichtshof verbandelt wird, ist den beiden Derhast.-tm jetzt die A.klageschrist zugestellt worden. Angellagt sind der zweiundzwanzigjahrige Kaufmann Hans H u ste r t aus Elberfeld und der neunzehnjährige Landwirt Karl Oe I- schläger aus Althammer bei Eosel. Hustert hat den Mordversuch ausgeführt, Oel- schläger soll die Flüssigkeit beschafft haben, die Hustert Scheidemann ins Gesicht spritzte. ♦ wd Düren, 15. Rov. Rachts wurden, tote das Ersenbahnbetriebsamt Düren mitteilt, sämtliche Fcrnsprech-, Morse-, Block- und Läuteleitungen auf etwa 200 Meter Länge von dem Dahngestänge zwischen dem Dahnhos Buer und der Blockstelle Morzenrch abge- schnrtten und entwendet. Es handelt sich um Bronzedraht von erheblichem Wert. Da sich diese Diebstähle in erschreckendem, Betriebs^efäyr- dungen her vor rufendem Mähe mehren, sind namhafte Belohnungen derjenigen Personen von der Reichsbahn zugesichert, die derartige Diebe namhaft machen. wd. Limburg (Pfalz), 15. Rov. Heute mittag drangen zwei jüngere Burschen im Alter von etwa 20 Jahren in die Wohnung des Verwalters der Limburg ein und vertrieben die Bewohner durch Revolverschüsse. Diele muhten durch die Fenster flüchten. Die Räuber durchsuchten die Wohnung, erbrachen die Möbel und raubten etwa 12 000 Mk. Sie konnten ungehindert flüchten und haben sich, wie man vermutet, nach Mannheim gewandt. genkleie 7000 Mk. (fester), Rap« 20 000-21 00p Mark (behauptet), Biktoriaerbsen 23 000y24 000 Mark, kleine Erbsen 20 000—21 500 Mk. Peluschken 14 500—15 500 Mk., Wicken 18 500 Bis 19 500 Mk., Lupinen, blau 14 000-15 000 Mk., gelb 15 500—16 500 Mk., Rapskuchen 8000 Mk., Trockenschnihel 6100—6300 Mk. Rauhsutter: Weizen- und Roggenstroh, drahtgeb. 4900—5000 Mk., Haferstroh, drahtgepretzt 4900—5000 Mk, Stroh, strohseilgebündelt 4900—5000 Mk., Wiesenheu, gut, gesund und trocken, Bormahd 3000—3200 Mk.. Rachmahd 2850-2900 Mk. Frankfurter Getreidebörse. Franksurt a. M., 15. Rov. Weizen 26000 bis 27 000 Mk., Roggen 25 000 Mk., Sommergerste 25 000—26 000 Mk., Hafer, inländischer 25 000 biS 26 OCO Mk., ausländischer 32 000—33 000 Mk., Mais Mixed 30 000 Mk., Weizenmehl, südd. Spezial 0 38 500—42 500 Mk., Roggenmehl 32 000 bis 34 000 Mk., Weizen- und Roggenkleie 12 500 bis 13 000 Mk. Tendenz: nachgebend, Mehl nur zweithändig gehandelt. tritt der Regierung geschaffenen unsicheren politischen Lage und der neuen Steigerung der Devisenpreise stellten sich auch die Rotierungen am Produktenmarkt bei allerdings geringer Unternehmungslust wieder höher als gestern. In Weizen waren die Ämsähe ganz unbedeutend. Für Roggen zeigte sich etwas mehr Kauflust. Sonst bestand noch etwas Begehr für Hafer und Mais. Futterstvjfe hatten ruhiges Geschäft und Oelsaaten und Hülsenfrüchte stellten sich in den Preisen allgemein höher. Weizen, märkischen 12 900 bis 13 200 Mk. (etwas fester), Roggen, märkischen 11 600—11 800 Ml. (etwas fester), Sommergerste 12 800—13000 Mk. (still), Hafer, märkischen 13 350 bis 13 450 Mk., pommerstchm 13 200-13 330 Mk. (fest), schlesischen 13 000—13 300 Mk, Mais. La Plata, loco Berlin 13 600-13 500 Mk. (fest), Weizenmehl (100 Kg.) 35 000-39 500 Mk. (gut (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die französische Presse über den Rücktritt de« Kabinetts Wirth. Paris, 15. Rod. (WTB) Zur Kanzler- krise in Deutschland schreibt die „®rc Rondelle": Dr. Wirth war ein periodischer Kanzler. In dem Augenblick, wo das Reich das D dürfnis nach einer aufbauenden Politik hat, verschwindet er. Das Einzige, was man befürchten müsse, sei das, datz diejenigen, die den 0tura des Kanzlers wünschten, die Herren der Lage sind. Deutschland steht mitten in der Krise. Während die Rechtsparteien sich mitelnanber verschwören, um die abscheulichste Drktatucwiederherzu stellen, brechen in Köln und Düsseldorf Revolten aus. Hungerrevolten verkrmdet man, aber nichtsdestoweniger Revolten. In Frankreich wünschen die erhitzten Ratwnalisten eine deutsche Katastrophe. Zu Ehren Frankreichs und seines Regimes arbeitet man glücklicherweise in Paris bar an, diese Kata- stropA zu oerhindern. Der „Figaro" sagt, man dürfe nicht mist- bräuchlich mit Analogien umgehen, besonders wenn es sich um Ereignisse hairdele, die tn der Entwicklung begriffen ftnb. Indessen scheine die Lage in Deutschland im Lichte dessen, was in Italien vorgegangen ist, immer mehr an Klarheit zu gewinnen, ohne dah man bereits das Wort „ F a s z i s m u s" aussprechen könne, wenn man von dem gesamten Zusammenhang der älmstände spricht, denen der Kanzler welchen mutzte. Aber daran ist nicht zu zweifeln: ®a.i erlebt eine neue Gruppierung der Bürgerlichen, fast könnte man sagen, der Parteien der sozialen Erhaltung. Es bleibt die Frage, tn welcher Weise die extremen Parteien regieren werden, denen ihre starke Organisation die Möglichkeit bieten wird, Widerstand der ernstesten Art zu leisten. , DaS „Echo Rational" schreibt Macheii wir uns auf ernsteste Dinge gefaßt Sie stehen unmittelbar bevor. Die Leute in Deutschland sehen uns anderswo, und besonders im Orient, allzusehr beschäftigt Deshalb lüfteten sie die Maske und sprachen in ihrer letzten Rote von der glatten B e- f e 11 Ig u n g des Bersailler Vertrages. Ihre Taktik besteht jetzt barm, uns zu überreden, dah wir gut täten, das linke Rheinuser zu räumen. Di« „Times" über die innerpolitifche Lag« Deutschlands. London, 15. Rov. (WTB) Das Haupt. Interesse der Blätter wendet sich heute den in Grobbritannien und Rordirland stattfindenden P a r l a m e n t s toa h l e n zu. Die „Times" sprechen als einziges Blatt in einem Leitartikel von dem Rücktritt des Kabinetts Wirth, der allerdings erst in später Stunde in London bekannt wurde, und bezeichnet ihn als natürlich. Die Industriellen bildeten heute in Deutschland die stärkste Macht. Die letzten Erörterungen in Berlin ubelr die Reparationsfrage hätten gezeigt, dah die Regierung die Bertretcr der dc'ckschen Industrie und Finanzen ausschlieht, keine ernstlichen Borschläge macht und kc-ine Berpfllchtun- gen mit irgendwelcher Aussicht, sie durchzuführen, übernehmen kann. Die kräftigen Mahnahmen, die Deutschland braucht, toenn es seine Finanzlage wiederherstellen und mit der Erfüllung seiner internationalen Verpflichtungen beginnen will, können nur durch eine st arke Regierung getroffen werden. Wirth sei zu schwach und sein Rücktritt sei unvermeidlich gewesen. Die dadurch geschaffene Lage sei jedoch ernst. Infolge des schlechten Standes der Mark und wegen der Steigerung der' Preise griffen die Unruhen In Deutschland um sich. Sowohl die kommunistischen als auch die monarchistischen Extremisten seien bereit, rlle Schwierigkeiten aus- zunützen. Die letzte Hofsnung sei, dah die Reglern ngsverantwortlichkeit so bald und so schmerzlos wie möglich auf die gelegt würde, die die Stärke hätten, sre zu tragen und die alle politischen und wirtschaftlichen Hllfsmittel mobilisieren könnten, um eine gesunde Finanzwirtschaft herzustellen und gerechte Schulden zu bezahlen. Die Alliierten hätten seit langem die Rotwendigkeit empfunden, mit dem wirklichen Deutschland zu verhandeln und nicht mit einer Schattenregierun^ ,1180ft-10950,-1050a- 9500,- . 1500.- 1325,- 1700,- 4900,- . 1695.- 1450.- 1699,- 1500,- . 220).- 197A- —,- —,— . “500,— 3150,- 3500,- 3000,- 5300,— 5C00,- 5600,— 5060,- 3900,— 3500,- 8850,- 3-200,- 5930,- 5050. 5000,- 40 0, 2900,- 26 0, 6m- 5903,• 6100,-5600,— 6000,- 5375,- -,-950 0,-96000,- 9050 ),- 6000,— 6200,- 6000,- 6100,- 1500,- 1250,- 1650— 1475,- 1300,- 957).— 1350,- 1100 — 3480,— 307>0,- 3525.- 3130,- LandkreiS G leben- * Lrch. 15. Rod. Eine nach jeder Richtung 6tn toohlgslungene Schillergedächtnis- f eier konnte hier dank der Unterstützung der Giehener Waldbuhne begangen werden. Mrt° wirkende waren Hanns Werner Langer aus Darmstadt, Frl. Speckha rdt und Frl. K 0 h- (ermann, sowie dre Herren Dr. Kling und Prosper mis Giehen. Die Beranstaltung bot den Besuchern einen selten schönen Genuh und ist hier mit aufrichtigem Danke auf genommen worden. tt. Treis a. d. L., 15. Rov. Der als dritter Mir hiesigen Gemeinderatswahl eingererchte Wahl- Vorschlag der sog. Mittelpartei (Demokratie) ist mit dem der Sozialdemokratischen Partei als verbunden erklärt worden. Wie uns von Mitgliedern des hiesigen Beamtenkartells mitgeteilt wird, steht das Beamtenkartell mit diesem Wahlvorschlag in feiner Der bindu n g. KreiS AlSfeld. * AlSfeld, 15. Rov. In der gestrigen Stadtvorstandssitzung wurde vom Bor» i'itzenden mitgeteilt, dah bei der jüngsten Reu- vcrpachtung städtischer Grundstücke insgesamt 29 670 Mk., gegen seither 827 Mk., erlöst wurden. Das Stadtparlament erklärte sich mit der Anpassung der Gemeindebeamtenbesol- jung an die neue Gehaltsordnung vorn 1. Oktober 1922 grundsätzlich einverstanden, jedoch soll beim Ministerium des Irmern angefragt werden, ob eine sichere Aussicht besteht, dah die jetzigen B 0 r s ch ü s s e des Reiches für die erhöhten Beamtenbesoldungen in feste Zuschüsse für die Gemeinden umgetoanbelt werden. Die jährliche Gehaltssumme an die städtischen Beamten macht jetzt 5 954 479 Mk. und, wenn der In Aussicht stehende Teuerungszuschlag von 49 Prozent hinzukommt, 914 689 Mk. aus. Kreis Büdingen. "Büdingen, 15. Rov. Der Gern et «berat stimmte der Umwandlung des humanistischen Wolsgang-Grn st - Gymnasiums tn ein Resormgymnasium zu. — Der in Amerika lebende Georg Albert von Büdingen, der schon mehrfach Geldbeträge für Arme gesandt hat, machte jetzt unserer Stadt eine Stiftung in Höhe von 500VV0Mark, deren Zinsen alljährlich an Arme, Witwen und Waisen verteilt werden sollen. Starkenburg und Nheinhessen. rm. Darmstadt, 15. Rov. In dem seit längerer Zeit schwebenden Streit über die Festsetzung der Hundertsähe der Mietzu- schlage auf Grund des Reichsmietengesehes hat nunmehr das K r e i s a m t nach Berhand- tungen mit den beiden Parteien, dem Hausbesitzerverein und dem Mieterveretn, die nach- sichenden Sätze festgelegt: a) vom 1. Juli bi s 3 0. September sind vom Mieter 6 7 0 P r 0 - 4ent auf die Friedensmtete zu zahlen, vom 1. Oktober ab vorläufig bis 30. R 0 v e m b e r 1950 Prozent. Der 670prozentlge Aufschlag seht sich zusammen auS: Steigerung der Zinsen 10 Prozent, Betriebskosten 120 Prozent, laufende Instandsehungsarbeiten 340 Prozent, gröbere Instandsehungsarbeiten 200 P'.vzent. Der Zuschlag von 1 970 Prozent seht sich zusammen aus Steigerung der Zinsen 30 Prozent, Betriebskosten 130 Prozent, lausende Instandsehungsarbeiten 1130 Prozent, Prohere Instandsetzungsarbeiten 660 Prozent. Die Mietervertr^ter haben ihre Zustimmung zu 'Oer Erhöhung nur unter der ausdrücklichen Boran ssetzung gegeben, dah die gesetzlich geforderten h a u s k 0 n t i angelegt und die vorgesehenen De- träge für die Instandsetzungsarbeiten wirklich verwendet werden. Das Wassergeld wird, wie icilher, auf die Wohnungsinhaber auSgeschlagen. Born 1. Dezember ab ist eine von dem Oberbürgermeister vorgescblagene weitere Erhöhung vorgesehen, die sowohl dem Mieter, wie dem Hausb.'sitzerverein bekanntgegeben wird. Es soll eine Erhöhung auf 2200—2400 Prozent anzunehmen fein. cm. Da r m st a d t, 15. Rov. Wegen Ste uer» Hinterziehung wurden von dem Finanzamt Darmstadt-Land der Händler Georg Eckert II. in Griesheim bei Darmstadt zu 27 500 Mk. und der Rehger Ferd. Reinheimer auS Eberstadt zu 10500 Mk. Geldstrafe rechtskräftig verurteilt. wd. Mainz, 15. Rov. Wie in einer Wähler- versammluna anlästlich der Stadtverordnetencoah- len mitgeteilt wurde, befanden sich im September dieses Jahres 5232 Wohnungssuchende in Mainz. Im September konnten nur 192 W 0 h- nuygen zugewiesen werden. tob. Worms, 15. Rov. Die Erkrankungen an Masern haben sich in den letzten Sagen in unserer Stadt derart gehäuft, dah es notwendig geworden ist, zur Bermeidung der Weiterverbreltüng die Schulen zu schließen. Heffen-Naffau. ra. R 0 0 heim a. d. Bieber, 15. Nvv. In der am Dienstag abgehaltenen Generalversammlung der hiesigen Betz i r k s k a s s e wurde entsprechend der heutigen Geldentwertung der Zinsfuß für Einlage und Ausleihung erhöht. Der seitherige Direktor, Bürgermeister Bechthvld, wurde wiedergewählt. Für den zurückgetretenen Dorsiyenden des AuffichtSrateS, Freiherr van der Hoop, wurde Bürgermeister W. D e n d e r gewählt. D'.e Geschäftsstun- den der Kasse finden für die Folge an jedem Vormittag statt. — Fräulein Lott scheidet mit IahreSschluh aus dem öffentlichen Schuldienst. fpd. D a d H 0 m b u r g v. d. H., 15. Rov. Der (Betrieb der 6 n vntirbe Beute wen en vcunburirWiner. Pate: 2850,— 2650,— 2800,— 2510, Nvrddeuischer Lloyd. . 1850,- 1520- 1810,- -, Zement,verkHeldelberg 4025,— 4025,— —,— —, Philivp Holzmcmn . . . 2525.— 2250,— —,— —, 14. November 16. November Geld Brief Geld Briet . 438,90 441,10 460,85 461.15 . 2780,50 2794,50 2992,50 3007,50 461,15 505,70 501,30 1290,75 1393,- 1402, - 1065,20 1157,10 116-2,90 335,85 350,60 37)2,40 MM HOU VWMeil! Vereinigte Sozialdemokr.Partei 1A m , et <« ™ Ortsverein Gießen. Der 19. November ruft uns zur Wahl der Ver- M # B We WW WWW freier für Provinz, Kreis und Stadt auf. Die furchtbare 100190 auf der Dose fleht (10063B Nr. 6. statt. vember, nachmittags S3/^ Uhr. 010502 Der Vorstand 10055c KWWnk Lieh, 14. November 1922. 10054v 10066 äufzrtalil 1008,D ! Januar landwirrichastliche | j Kaufgesuche j Maschinen Gebrauch». Ztlavier Wir empfehlen: und Malzkaffee /,.Pfd.'Paket 330 Schade & Fnllphe h 290 200 gebraucht, ca. 1,50 hoch. 0,70 breit, zu kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 10058D an den Gieß. Anz. 20% 10% . 25. November . 2. Dezember ia fiööfleifilj 180 IN la gfllöflelföj 240 M zleischlvoril 300 M Leo Jacob Z S- F Kafento extra bester Ersatz für reinen Bohnenkaffee mit 30% Bohnenkaffee, %-Pfd.- IönntUnnfti9e aus ZMe DemolrWe Buttel Mehrere hundert fdjöne MM« gesucht. Frosch, Großhandlung, Neustadt 191, Televbon 1051. ,on5t| llilllllllllllllllllllimilllll Kam ZU häufen ^?vll gesucht. Schr. Ana. ui. Preis u. 10050 an d.lA An>. iiiiiiiitiiiiiiiiiiiuminniiHii |Verschiede>ies| Bell. Allcinfandl.- ^aus mit ar. Obsta.. Nähe Giei;., Ait vert. aea-Hans inGiehen. 3hin.ii 010495 a. G A. •••••eeeeeee Wolfshund zugelaufen 010476 Buddeuraf?e 11. «••»••••eene Wnereh Mob.M e. G. m. b. H. 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Detr.: Preisauszeichnung für Gegen- stände des notwendigen LebenSbe-- darfs, insbesondere Lebens- und Futtermittel. Auf Grund des § 12 Ziffer 1 der Dundesratsverordnung über die Errich. tung von Preisprüfungsstellen und die Dersorgungsregelung vom 25. Sept. 1915 in der Fassung vom 4. November 1915 (R. G. Dl. S. 607 und 728) und auf Grund des Artikels I § 13 der Verordnung über den Handel mit Lebens- und Futtermitteln vom 24. November 1921 (N. G. Bl. S. 1370) und Ziffer IV der Verordnung des hessischen Landes ° Ernährungsamtes über den Handel mit Kartoffeln vom 5. Dez. 1921 (Heg. Bl. S. 301) sowie auf Grund vom § 1 des Gesetzes zur Erweiterung des Anwendungsgebietes der Geldstrafe und zur Einschränkung der kurzen Freiheitsstrafen vom 21. Dezember 1921 (2L G. Vl. S. 1604) wird für die Stadt Giehen mit Genehmigung des hessischen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft, Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft, vom 2. November 1922 angeordnet: § 1. Wer Gegenstände des notwendigen Lebensbedarfs, insbesondere Lebens- und Futtermittel im Kleinhandel feilhält, ist verpsiichtet, die feilgehaltenen Waren mit Preisschildern zu versehen, auf denen der Verkaufspreis und die entsprechende Mengeneinheit, soweit sich der Preis nicht auf das Stück bezieht, verzeichnet sind: bet losen Waren ist das Preisschild an dem Behälter, in dem sich die Ware befindet, anzubringen. Die Angaben können in geeigneten Fällen auch auf die Ware selbst ausgeschrieben werden. Diese Vorschrift gilt auch für auf dem Wochenmarkt, Messen und Märkten feilgehaltene Ware. ? Die Preise sind zahlenmäßig in Mark» Währung mit gut leserlicher Schrift anzubringen. Die an den in den Schaufenstern und Schaukästen befindlichen Gegenständen angebrachten Preise müssen von der Straße aus lesbar sein. § 3. Die Preisankündigung gilt als Preis» foröerung im Sinne der Preistrewerei- Verordnung vom 8. Mai 1918. Die an- gekündigten. Preise dürfen nicht über- schritten und die Abgabe der im Klein- verkauf üblichen Mengen darf nicht verweigert werden. §4. Die Bekanntmachung vomfi.Oktob. 1920 betr. den Aushang der Fleischpreise, wird hierdurch nicht berührt. Die Bekannt- machung, betr. Auszeichnung von Lebensund Futtermitteln, vom 24. März 1922 wird aufgehoben. § 5. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden, sofern nicht andere Vorschriften höhere Strafen androhen, gemäß § 17 Ziffer 2 der Verordnung über die Errichtung von Preisprüfungsstellen und die Veriorgungsregelung vom 25. September 1915 CR. G. Dl. S. 607) bzw. Ziffer IV bei Verordnung des hessischen Landes- Ernährungsamtes über den Handel mit Kartoffeln vom 5. Dezember 1921 (Aeg Bl. S. 301) bestraft. § 6. Diese Bekanntmachung tritt am 1. ®e zember 1922 in Kraft. 100651. Gießen, den 15. November 1922. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Seid