Montag, J6. Moder 1922 172. Jahrgang GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck nnö Verlag: vriihl'sche Unw.-Vvch- und Stetnöruderei K Lange. Zchriftlettung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe l Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit Preis für 1 mm höbe sitz Anzeigen v 27 mm Breiti örtlich 600 Pf., auswärts 800 Vf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Dreite2800Pf . Bei Platz Vorschrift 20 vv 0 Aufschlag Hauptfchriftleiter: Aug Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz für den übrigen lei! Ernst Blumschein; sürden Anzeigenteil: lhans Beck, sämtlich in Dietzen ar. 245 Erscheint täglich, autz« Sonn- und Feiertags, eil derSamstagsbeilage: viehenerFamilieiiblätter Monatlich« Sezuarpreifc MK. 102. - und Mk. 8. - Träger lohn,durch diePost vlk. 125. - .auch beiRicht. «scheinen einzelner Num. wem infolge höherer Gewalt. - Fernsorech. Anschlüsse: sürdieSchrift. leitung 112; für Verlag and Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach» ttchten: Anzeiger Otetze»- poftschealonto: lfransturt a. M. 11688. auf wettere zwei Jahre zu verlän- «illiierten Regierungen würden er- zu verpflichten, vor Erlöschen der die ® cfamtf rage der beut» jedoch das Wendigkeit gern. Die sucht, sich Degelung --- ■ s chen Zahlungsverpflichtungen auf Grund des Friedensvertrages einer Prüfung zu u n t e r z iehen , um sie dauernd der deutschen Zahlungsfähigkeit an» zupassen und ihre Liquidierung mit Hilfe einer Reihe von ausländischen Zahlungsmitteln Die Regelung wird zunächst für zwei Jahre wirksam sein. Die Reparationskommission hat Recht, sie nach Maßgabe der Rot- in die Wege zu leiten. Der Plan Dradburhs faßt die endgültige Regelung der Frage der interalliierten Schulden zugleich mit der Regelung der deutschen Verpflichtungen ins Auge und empfiehlt den alliierten Regierungen, die Möglichkeit sofor- tiger Arrangements zu prüfen, um die Schwierigkeiten zu lösen, die sich zwischen^ heute und der allgemeinen Regelung ergeben könnten. Der beherrschende Gedanke dieses Planes ist, die Einstellung der durch den Friedensvertrag vorgesehenen Zahlungen zu vermeiden, wodurch den Budgets den alliiert een Ländern ernste Unge- fegcnfyriten bereitet würden. Zu gleicher Zeit -soll, auch Deutschland Erleichterungen erhalten, die ihm gestatten würden, Durch Kredit seine eigene Währung und sein Budget wieder aufzurichten, jedoch sollen die Tleberschüsse der Garantien nur zu einer vorübergehenden Regelung dienen, die Deutschland die nötige Zeit läßt, um sein Steuersystem dem gesunkenen Geldwert anzupassen und seinen Kredit Dieder herzustellen. Der Plan hat nur Aussicht auf Erfolg, wenn die Deutschland bewilligten Erleichterungen so bedeutend sind, um den Ausgleich des Budgets zu ermöglichen, und Deutschland sie wirklich den Zwecken dienstbar macht, Bradbury's Vorschlag in der Reparattonskornmisfion. Paris, 14. Oft. (Wolfs.) Die Repa- rationSkommifsion veröffentlicht einen De- ttcht über den von Sir John Dradbury unterbreiteten Vorschlag zum Ausgleich des beui- Ichen Budgets und zur Stabilisierung der beut- scheu Mark. Der Plan enthält folgende Vorschläge: 1. Das beutfche Budget ist nahezu völlig von den äußeren Verpflichtungen aus dem Friedensvertrag )u entlasten, eventuell bis zu der Dauer von tuet Jahren, um so Deutschland die Möglichkeit zu geben, Kredite zu erhalten. 2. Den Markkurs zu stabilisieren durch eine Vereinbarung, durch die die Reichsbank ermächtigt wird, Gold gegen Papiermark zu einem von einer gemischten Kommission sestzuseyenden Preis zu verkaufen. 3. Die Reparationskommission zu reorganisieren und ihren Sih nach Berlin zu verlegen. Pari«, 14. Oft. 3n der Deg r ün du n g des Dvadburyschen Vorschlages heisst es: Der ?[an einer Stabilisierung der Mark urch den Verkauf von Gold zu einem festgesetzten Preis ist mir möglich, wenn die Reichsbank der Verpflichtung enthoben wird, neue Kredite zu schaffen durch die Zwangsdiskontierang von Schahbonvs, die lediglich zur Deckung der Regierungsausgaben dienen. Wenn auf diese Weise ein neues Anwachsen der schwebenden Schuld verhindert werden kann, dürfte die Stabilisierung der Ollarf auf einen viel höheren Kurs als den gegenwärtigen, kaum ernsthaften Schwierigkeiten begegnen. Sie wäre auch ohne Gefahr für die Goldreserve der Reichsbank durchzusühren, um so mehr, als der gegenwärtige Rotenumlauf viel geringer ist, als der Bedarf des Landes. Dagegen hat der völlige Zusammenbruch der Mark die sofortige Herstellung des Dudget-Gleichgewichts, die vor sechs Monaten noch möglich erschien, völlig undurchführbar gemacht, toemi man nicht wenigstens vorübergehend das deutsche Budget von den aus dem Fr edensvertrag herrührenden Verpflichluu gen entlastet. Ohne Ausgleich des Budgets läßt sich eine weitere Vermehrung der schwebenden Schuld nicht verhindern. Die einfache Aushebung der Zahlungen in ausländischen Devisen würde heute nicht ausreichen, um die notwendige Erleichtern irg zu schassen, denn die rasche Steigerung der innerdeutschen Preise erhöht jeden Tag die in Papiermark ausgedrückte Last, die im Budget die Sachlieferungen darstellen. Rach der Ansicht Bvadburhs steht man daher vor der Dahl, entweder die Barzahlung völlig und die Sachlieserunger. fast völlig für einen beträchtlichen Zeitraum aufzuheben oder aber eine Regelung zu treffen, die der deutschen Regierung Einnahmen zur Deckung ihrer Verpflichtungen aus dem Friedensvertrag verschafft, ohne die schwebende Schuld zu vermehren. Dradbury schlägt vor: Die Gläubigermächte erklären sich bereit, die deutschen Schatzbonds in Höhe des jeder betreffenden Macht zustehenden Betrages zu garantieren. Die Mächte mit Anspruch auf Barzahlungen nehmen an deren Stelle die auf fünf Fahre ausgestellten Bonds und handeln sie unter eigener Garantie. Diejenigen Mächte, die Sach- fetffungen beziehen, geben ihre Garantie für beulsche Bonds in Höhe des Wertes der Licfe- -nmgcn. Die deutsche Regierung hat selbst das Recht, diese Bonds zu handeln. Die BondZ wären in Gold ober in ber Währung bes garantierenden Staates zahlbar. Die Kommission würde sich das Recht Vorbehalten, zu verlangen, daß die Kosten der Sachlieferungen zum Teil vom deutschen Budget erhoben würden. In diesem Falle hatten die Mächte, die Sachlieferungen erhalten, die Bonds nur in prozentualer Hohe des nicht vom Budget erhobenen Gesamt- betvages zu garantieren. für die sie bestimmt sind. Bradburh glaubt, I das) dies nur erzielt werden kann, toerm die Kontrolle über das Abkommen einem Organismus | übertragen wird, ber nicht nur in finanzieller Hinsicht Deutschland unb seinen Gläubigern Vertrauen etnflösst, sondern ber auch in engster Fühlung mit ber deutschen Regierung zu arbeiten imflanbe Ist. Brabbury glaubt deshalb, dah die Reorganisation der Reparationskommission unb ihre Ucberfiebelung nach Berlin ein integraler Deslanbteil des Planes bildet. Eine französische Auslegung. Paris, 15. Oft. (WTD.) Der Politiker des „Echo de Paris" stellt heute die Frage, warum Bradburh, ohne abzuwarten, bis die Debatte über die deutschen Zahlungen eingeleitet wurde, und ohne abzuwarten, bis das hauptsächlich interessierte Frankreich seine Meinung ausgesprochen habe, in dieser Angelegenheit allen zuvvrgekvm- men sei. Warum habe er sich nicht wenigstens bis zur Brüsseler Konferenz geduldet? Die Antwort laute: Man sei englischerseits der ewigen Kontroversen müde und glaube nicht mehr an die Einigkeit ber Alliierten. Man sei jetzt bavon überzeugt, bah man Frankreich nicht mehr hindern könne, die im August von Poincare begründete Politik ins Werk zu sehen. Daher der Gedanke, eine These aufzustellen, die ber vom Kabinett bereits getroffenen Entscheidung entspricht, sich an eine Fassade z u halten und im übrigen den Ereignissen freien Lauf zu lassen, ilcbrigen« hätte man in London in den nächsten Wochen wohl anderes zu tun, als sich mit den Reparationen zu beschäftigen Der Plan Bradburys bedeute zweifellos ein Desinteressement. Das sei jedenfalls die günstigste Erklärung. Der Politiker sagte ferner, die französische Regierung werde einen Plan für die wirtschaftliche Wiederherstellung Deutschlands aufstellen, der den Alliierten eine sehr weitgehende Berechtigung lasse, in die Geschäfte einzugreifen. Ferner würde man die deutschen Schulden in dem Mähe herabsehen, in dem die Alliierten und Amerika ihrerseits auf Forderungen an Frankreich verzichteten, und die Ent- richtting von Pfändern verlangen für die Geldzahlungen von morgen und die Sachlieferungen von heute. Jedenfalls werde man zur action isotee schreiten. Die Rede Lloyd Georges. London, 14. Oft. (WTB.) Lloyd George wurde auf feiner Fahrt zum Reformklub in Manchester, wo er feine mit ungeheurer Spannung erwartete Rede hielt, von einer grohen Menschenmenge ein stürmischer Empfang bereitet. Der Premierminister erklärte, das englische Volk glaube nicht, dah die englische Regierung vorsätzlich versucht hätte, England in den Krieg zu stürzen. Er betrachte im Gegenteil diese infame Beschuldigung als ein Verbrechen am britischen Fair Play. Die Regierung habe nicht Krieg, sondern Frieden gestiftet, während sie mit der äuHerst schwierigen Ausgabe beschäftigt getoefen sei, sei sie mit Verdrehungen und Schmähungen überhäuft worden, wie keine Regierung bei der Führung internationaler Angelegenheiten es je über sich hätte ergeben lassen müssen. Heute sei die Zeit gekommen, wo er sprechen könne unb auch sprechen werbe. Unter grober Heiterkeit ber Zuhörer erklärte Llohb George, seltsame Leute seien heutzutage in ber Presse losgelassen. Die Regierung habe breterlet bezweckt: 1. die Freiheit ber Meerengen für den Handel aller Rationen zu sichern, 2. zu verhindern, dah der Krieg nach Europa übergreife, 3. zu verhindern, dah in Konstantinopel und Thrazien sich das Schauspiel unbegreiflichen Schreckens wiederhole, wie es Kleinasien während der letzten sieben Jahre geboten habe. Die Bedeutung der Meerengen hervorhebend, führte Lloyd George aus, sie seien die einzige Zugangsstrahe zum Schwarzen Meere, wo in ber Kriegszeit ein Ueberfluft an Rohstoffen und Lebensmitteln vorhanden gewesen sei. Ein Drittel des Handels dieses Tells ber Welt sei stets von britischen Schiffen burchgeführt worden. Die Meerengen seien lebenswichtig für England und Die Menschheit. Die britische Regierung könnte sie nicht sperren lassen, ohne damit den gröhten und wichtigsten Preis aus den Händen zu.geben, den England mit seinem Siege über die Türkei im Weltkriege davongetragen habe Was würde geschehen, wenn die Türken, die jetzt siegestrunken seien, ohne bewaffneten Widerstand zu finden, den Bosporus überschritten und nach Kon- stantinvpel sowie Thrazien gegangen wären. Hätten sie in Ostthrazien Haltgemacht? Wären sie nur bis zur Mariha vorgerückt? Wer hätte sie aufhalten unb verhindern sollen, sich in Westthrazien und möglicherweise in Saloniki festzusetzen? Das hätte Krieg bedeutet. Der Weltkrieg habe sozusagen auf dem Balkan begonnen. (Seit 1914 hätten die Türken N/z Millionen Armenier und 600000 Griechen niedergemacht. Rachdem Lloyd George in feiner sarfostischen Art sich mit den gegen ihn von den Liberalen gerichteten Angriffen auseinandergeseht hatte, hob er hervor, dah sowohl die Marine- als auch die militärischen Ratgeber der Regierung erklärt hätten, dah die Freiheit der Meerengen für den frleblicben Handel nicht gesichert werden könnte, wenn nicht beide Ufer gehalten werden. Wäre England bescheiden hinter Frankreich hergegangen, dann hätten die Kemalisten Tschanak beseht und bald die Meerengen überschritten. Man wisse, was ein Versuch, die Türken wieder heraus zu bekommen, bereits einmal gekostet habe. — Erst vor einigen Wochen erhielten wir eine Mitteilung von ber französischen Regierung, dah, wenn bie Griechen oder Tür- benen verschiedene Rainen, sogar der Greys, ge narait wurden. Endlich tarn durch Ballin di e- >ie Aus dem Kapitel „Vethmann" ber (Erinnerungen Kaiser Wilhelms II „Ereignisse und Gestatten". Mit Erlaubnis des Verlages K. F. Koehler in Leipzig Copyright 1922 by the Maclure Newspaper- Syndicate. Publication and Translation rights reser- ved, including Scandinavian, reproduction in whole or in pari without permission prohibited. Dis zur Dekanntgabe des Unterhändlers ettenö Englands erging man sich in Vermutungen und Dali in berichtete über Kombinationen, bei *) „fern Festesten vorn Kaiser zu bekommen und bei den Festlichkeiten und Feuerwerken auf feine Rechnung zu kommen". Rachricht, dah Haldane — ausgerechnet der Kriegsminister, früher Advokat — mit der Verhandlung betraut worden sei und demnächst eintreffen werde. Allgemeines Erstaunen! Man denke ich mutatis mutandis, dah Deutschland an Stelle von Admiral v. Tirpitz den Kriegsminister (v. Heeringen damals) zur Besprechung einer Flottenfrage nach London geschickt hätte! Bei der Besprechung dieses Punktes mit Vethmann und Tirpitz wurden verschiedene Mutmahungen laut. Der Kanzler meinte, Haldane fei in England als Goetheforscher unb Kenner ber deutschen Philo° ophie, auch als des Deutschen mächtig bekannt, es sei also wohl eine Höflichkeit gegen uns, die ich in seiner Wahl kund tue. Tirpitz bemerkte, dah Haldane ja früher einige Zeit in Berlin gewesen sei und bei General v. Einem im Kriegsministerium gearbeitet, also die hiesigen Verhältnisse kennen gelernt habe. Ich wies daraus hin, dah das alles wohl in Betracht .komme, dah aber durch Haldanes Wahl, da er die Marine doch nur oberflächlich kennen könne, die Angelegenheit zu einer für England rein politischen gestempelt sei. Sehr wahrscheinlich richte sich das Ganze gegen die Marinepolitik Deutschlands überhaupt und gegen bie Rovelle im besonderen Man werde deshalb gut tun, diesen Punkt nicht aus den Qhigen zu lassen, Damit sich^ nicht unversehens ein fremder Eingriff in unser Selbstbestimmungsrecht hinsichtlich der Stärke unserer Wehrkraft aus ber ganzen Affäre herauskristallisiere. Hälbane kam an. Er wurde als Kaiserlicher Gast ausgenommen. Ballin, ber ihn begleitete, löste nun auch bas Rätsel von Haldanes Wahl auf Grund von Rachrichten, die ihm aus England zugegangen waren. Als Cassel, nach London heim- gekehrt, ber Regierung über seinen Empfang berichtet und bie Antwortnote übergeben hätte, wäre der Eindruck so günftig gewesen, dah dort an dem befriedigenden Verlaus und Abschluh des Abkommens nicht mehr gezweifelt wurde. Es habe sich nunmehr zwischen den Ministern, zumal zwischen Churchill und Grey, ein edler Wettstreit darüber entsponnen, wer nach Berlin solle, um seinen Rainen unter dieses grobe historische Dokument zu sehen — wenn es nämlich gelungen wäre, Deutschland zur bollständigen Preisgabe der weiteren Ausgestaltung seiner Flotte zu bestimmen Churchill habe gemeint, er sei der gegebene Wann, da er die Marine habe. Aber Grey und Asgutth gönnten dem Kollegen Den Ruhm nicht. Daher stand eine Zeitlang Grey im Vordergründe — wieder ein Beweis, dah die Politck und nicht so lehr' die Zahl der Schiffe babef bie Hauptrolle spielen sollte. Rach einiger Zett aber beschloh man, dah es Greys ganzer Person und Stellung doch würdiger sei, erst zum Schluh der Verhandlungen zu erscheinen und seinen Romen unter das Abkommen zu setzen unb — wie es in Dallins englischen Informationen lautete: „to get his dinner from the Emperor and to come in for his part of festi- vities and fireworks“*), auf gut Deutsch: bie „bengalische Beleuchtung" einzuheimsen. Da nun Churchill biese keinesfalls bekommen sollte, so muhte für die Verhandlungen eine Persönlichkeit gewählt werden, die Asquith und Grey nahe- sland und. deren volles Vertrauen besitzend, bereit war, die Verhandlungsarbett bis zum Beginn Der „bengalischen Beleuchtung" auf sich zu nehmen, unb bie au Herdern in Berlin schon bekannt und in Deutschland nicht fremd war. Churchill war das freilich auch nicht, denn er war einige Male bei den Kaisermanövern in Schlesien und Württemberg als Kaiserlicher Gast zugegen gewesen. Ballin verbürgte sich für bie Zuverlässigkeit feiner Londoner Quelle. Ohe bie Verhandlungen begannen, machte ich den Staatssekretär v. Tirpitz noch darauf aufmerksam, dah Haldane, obgleich augenblicklich Kriegsminister, sich wohl vorbereitet haben werde unb sicherlich von ber englischen Admiralität, in ber ber Geist Fisher« walte, eingehend instruiett worden fei Fisher hatte in fein Handbuch füi englische Seeoffiziere neben anderen beherzigens werten Vorschriften einen Satz aufgenommen, bei für den Admiral, feine Behörde und ihren Geist charakteristisch ist und wörtlich lautet: Jf you teil a lie, stick to it*)." Auherdem, sagte ich zu Tirpitz, dürfe man nicht vergessen, welch fabel- Haftes Anpassungsvermögen die Angelsachsen besähen; es befähige sie zur Uebernabme von Posten, bie ihrem sonstigen Lebens- unb Bll bungsgange fern lägen. Auch sei in England das Interesse für die Marine allgemein fo intensiv, dah fast jeder Gebildete bis zu getoiffem Grade für Marinefragen sachverständig fei. Bei den Verhandlungen zeigte sich Haldane vortrefflich informiert und als geschickter, zähei Debatter, wobei seine brillanten Advokateneigen schäften in die Erscheinung traten. Das Gespräch dauerte mehrere Stunden und führte zu einer generellen Klärung sowie zu einer vorläufigen Einigung über Verschiebung von Bauterminen usw Die Einzelheiten seines Verlaufs find im Reichs marincamt in den Akten niebetgelcgt. Tirpitz toai hervorragend. Rachdem noch einige Besprechungen — auch unter Teilnahme Dallins — stattgefunden hatten reifte Haldane zurück. Ballin meldete mir, Hal Dane habe sich ihm gegenüber in jeder Hi Mich befriedigt über den Ausgang seiner Mission aus gesprochen und ber Meinung Ausbruck verliehen dah in etwa 8—14 Tagen das Konzept zu dem Abkommen an uns werde übersandt werden können Die Zeit verstrich. Der Zeitpunft für Dai Einbringen ber Rovelle rückte näher Tirpm schlug vor, falls bas Abkommen vorher zum Ab schluh käme, die Rovelle entsprechend zu ändern andernfalls sie unverändert einzubringen. Endlich traf, zwar nicht der Entwurf zu einem Abkommen aber eine allerhand Fragen und Orientierung^ wünsche enthaltende Schrift ein, deren Deantwor tung viele Besprechungen und Erwägungen erforderte. Allmählich befestigte sich in mir ber Verdacht, Dafj es den Engländern mit dem Ab kommen nicht ernst sei. Denn Rückfrage reihte sich an Rückfrage. Details wurden hervorgesucht, Die mit dem Abkommen direkt nichts zu tun hatten England nahm allmählich von feinen Angeboten und Zusagen mehr und mehr zurück, und ein Entwurf zum Abkommen kam nicht. In Berlin setzte nun vom Auswärtigen Amt und von berufener und unberufener Seite ein Kesseltreiben gegen die Rovelle, gegen Tirpitz und gegen mich ein. Auch der Kanzler, der in der Hoffnung lebte, das Abkommen zustande zu brtn gen und seinen Ramen unter ein Instrument sehen zu können, das Deutschland aus der „Ein kreisung" befreien und mit England in ein geregeltes besseres Verhältnis bringen sollte, trat für das Fallenlassen der Rovelle ein. Das hätte aber nichts anderes bedeutet, als einer auswärtigen Macht eine ungeheure Cinfluhnahme auf Fragen der deutschen Landesverteidigung einzu räumen und dadurch das Selbstbestimrnungsrechi der Ration und unsere Schlagfertigkett für Den Fall eines uns aufgezwungenen Krieges zu gt fährden Deutschland hätte sich damtt, ohne irgendeine Gegenleistung garantiert zu erhalten von seinem fcfcärfften Gegner vorschreiben lassen was dieser — in seinem eigenen Interesse — für gut befinden würde, uns noch eben zuzubilligen Bei dieser unklaren Lage entstanden Meinungsverschiedenheiten und Deftige Kämpfe, die gerade von den Kreisen, die von der Marine de facto wenig verstanden, recht scharf und nicht immer ganz fachlich geführt worden find Admiral v. Tirpitz hat in diesem für ihn und mich so schweren Winter, mit klarem Blick die Lage und den Gegner durchschauend, als ein echter, vaterlandsliebender Offizier im Kampfe feinen Mann gestanden, von mir aus voller Ueber- zeugung nach besten Kräften gestützt. Alle 3n= s1an?en stimmten darin überein, dah kein fremdes Land darüber mitzubeftimmen haben dürfe, waS wir für unseren Schutz zu tun hätten ober nicht Die Hoffnung auf bas Zustandekommen des Abkommens schrumpfte mehr unb mehr zusammen England zeigte immer weniger Interesse und bröckelte wichtige Bestandteile seiner ersten Verbalnote ab So erkannten Admiral v. Tirpitz und ich, dah der ganze Vorschlag nur ein „Manöver" gewesen war. ♦) Wenn Du lügst, bann bleib' auch fest dabei " " len in bie neutrale Zone einbringen, diesen von den Alliierten mit betoaffn^er Gewalt entgegengetreten werden müsse. Wir haben dem zugestimmt, wir glaubten, sie meinte es ehrlich. Wie formten wir denken, dah das nur für eine Partei gelten sollte, auch bie Generäle glaubten daran. Von den verschiedenen alliierten Generälen wurden Truppen entsandt, bie bann wieder zurückberufen werden muffen. Unter Beifall erklärte Lloyd Gerge weiter, es fei jetzt nicht nur ein unblutiger Friede gesichert, sondern ein Friede, dessen Großbritannien sich keineswegs zu schämen brauche Er Hove feine jetzige Stellung nicht gesucht. Volle Drei Jahre fei er bestrebt gewesen, zurückzutreten, er habe Denar Law gebeten, die Regierung anzunehmen, dieser habe abgelehnt. Zu Deginn dieses Zahres habe er Chamberlain vorgeschlagen, dah er als Führer ber Mehrheitspar'ei das Amt übernehme unb habe ihm jede Unterstützung zugesagt, falls bie Regierungspolttik Pa- zisistisch sei. keine reaktionäre Gesetzgebung erhalte und der irische Vertrag burchgeführt werde. Sein Kollege habe geäußert, er würde sicherlich die Trennung von Männern bedauern, Die ihn mit so ernsthafter Treue unterstützt hätten, er würde jedoch die Freiheit begrüben. Rein menschlich sei es befriedigend, einsam vorzuschauen und zu sehen, wie andere kämpfen. Die Welt habe ft4> von den liefen Kriegswunden noch nicht erholt. Die Erholung werde nur langsam vonslatten geben. Viel Rückschläge würden eintreten. Sie nächste Aufgabe der Staatskunst fei jetzt die Pazifizrerungder Rationen. Er werde mU aller Macht jede Regierung unterstützen, die sich dieser Aufgabe furchtlos und entschlossen widme, vorausgesetzt, daß sie keine für das Land dauernd schädliche Maßnahmen ergreife, mögen sie reaktionär oder revolutionär sein. Jede Regierung, die diesen Weg nicht verfolge, werde er mit aller seiner Macht entgegentreten Die Lage Englands und der Welt fei zu ernst, als daß irgend eine Regierung sich auf Partei- oder persönliche Manöver einlassen formte. Wenn er in feiner Stellung, die er übernommen habe und in der er beharren werde, als Mensch in die Wildnis getrieben werde, so werde er stets mit Stolz daran denken, daß es ihm möglich gewesen sei, mit Hnterstützung er- gebener Kollegen in der Schicksalsstunde der britischen Ration keinen schlechten Dienst geleistet zu haben. Er werde stolzer als je auf dre Tatsache sein, wenn dies der letzte Tag wäre, an dem er sein Amt inne habe — daß es ihm in den letzten Tagen seiner Premierschast möglich gewesen sei, dre Macht des großen britischen Reiches anzurufen, um es vor unbeschreiblichen Schrecken zu schützen, und das; tausende von Männern,- Frauen und Kindern, bie auf das verpfändete Wort Frankreichs, Italiens und Groß- britannierrs vertrauten, jetzt Gott dankten, daß Großbritannien Treue gehalten habe. London, 14. Ott (WTD.) Die „Eoening Rews" verbreiten auf Grund von Mitteilungen von Personen, welche die Rede Lloyd Georges anhörten, folgende Deutung: Lloyd George beabsichtigt, entweder zurückzutreten oder eine Mittelpartei selbst als Mittelpunkt zu bilden. Das Echo in Frankreich. Paris, 15. Ott (WTD.) Die Presse kritisiert scharf die Rede, die Lloyd George >n Manchester hielt. Dor vier fahren habe Lloyd George die öffentliche Meinung gegen die Deutschen aufgerufen, heute rufe er sie gegen die Türken, ja sogar gegen die Franzosen und Italiener auf. Also in einem Europa, as eigentlich Ruhe haben will, träten dieStürme aufs neue auf und zeigten sich am Horizont an der Stelle, an der Lloyd George es notwendig l)äbe, inmitten des Blitzes auf der Szene zu erscheinen. Selbst iDerui es sich mir um eine Aeuße- rung im Interesse der Wahlen handle, könnten derartige Blitze Brandstiftungen verursachen. Der „T e m p s" ist der Ansicht, jetzt, nachdem i'ic englischen Verstärkungen und Kanonen nach T s ch a n a k gekommen seien, nachdem die Abmachungen von Mudania die Türken zwingen, das asiatische Ufer der Meerengen zu räumen, ohne daß den Engländern dieselbe Pflicht auf» erlegt werde, ändere Lord George die Tonart. St verleumde Frankreich und Italien. Er gehe sogar so weit zu erklären, die Franzosen seien im letzten Jahre von den Türken in Ciliz ien geschlagen und gezwungen worden, diese Provinz zu räumen. „Rein," ruft der „Temps" aus, „die Franzosen find der Gewalt in Cilizien nicht gewichen, ihre Front sei dort nie gröber und stärker gewesen als heute die französische Front in Tschanak. Lloyd George peitsche das englische Voll auf, damit es die Eroberung der Dardanellen mißbillige. Das wäre eine ch^ndelsweise, die unvereinbar sei mit der Unabhängigkeit der Türkei und mit den vitalen Interessen Rußlands. Er wolle, dah auf der zu- - künftigen Friedenskonferenz England sich mit vollen Händen als Herren der Dardanellen präsentiere, wie es schon Herr von Suez und Gibraltar fei. Das sei eine Eventualität die einem gewisse Betrachtungen aufnötigten, ja sogar ein gewisses Bedauern, aber man könne nicht ungestraft den Imperialismus betreiben. Dos werde Lord George erfahren. — Auch das ..Journal des Debats" verurteilt die Rede, welche die Meinungsverschiedenheiten verstärke. Während England und Frankreich ein gewisses Interesse daran hätten, das übrigens auch im Interesse eines gemeinsamen Freundes fei, sich - zu verständigen, habe niemand Zweifel, daß Lloyd George stark genug fei, um viel Hehles zu verursachen. Schwere Ausschreitungen in Berlin. Berlin, 14. Ott (Wolff.) Der „Bund für FreiheitundOrdnung" lud für heute vormittag 10 Hhr feine Mitglieder nach dem Zirkus Busch zu einer Versammlung ein, in der bekannte Redner über Deutschlands Rot sprechen solllen. Bereits um 9 Hfjr sammelten sich infolge eines Aufrufs der „Roten Fahne" mehrere 100 Personen vor dem Zirkus an, die die Versammlungsteilnehmer durch Redensarten belästigten und tätlich angriffen. Als die Schutzpolizei einem Verletzten zu HUfe eilte, wurde ein Beamter am Hinterkopf schwer verletzt so daß er besinnungslos niederstürzte. Eine zufällig vorberfah.ende Radfahrpatrouille der Schutzpolizei von 4 Mann wurde von den Rädern gerissen und niedergeschlagen. Die Räder wurden g e st o h l e n. Als weitere Verstärkungen der Schutzpolizei heranrückten, war die Menge bereits bis auf etwa 1000 Personen ange- wachsen. Bei der Räumung des Platzes vor dem Zirkus wurde den Beamten heftiger Widerstand entg g -ti.3 f’öt Renn Rädelsführer wur- den f e st g e n o m m e n. Einem weiteren Aufgebot der Beamten gelang es schließlich, die Demonstranten in die Seitenstraßen abzudrängen. Rach den bisherigen Feststellungen dürften von den Teilnehmern der Versammlung und von den Demonstranten 26 verletzt fein, vier Beamte wurden verletzt, davon zwei sehr erheblich. Bei den Tumultszenen am Eingänge des Zirkus wurden mehrere Fensterscheiben und Türen zertrümmert. Den Verhafteten wurden auf der Wache Dolche, Totschläger, Schlagringe und andere gefährliche Waffen aogenvmmen. Von den zwei schwerverletzten Hnt erwachtmeistern starb der eine, man hatte . Beamten hinterrücks überfallen und ihnen mit toten eigenen Seitengewehren die Verletzung b ig bracht Zw i Tcrfau m[in st iln Hiner wurden von den Demonstranten ins Wasser a e - Dorf en und von einem Schiffer gerettet. ®ln „Se/hntgSberfäufer, der die „Deutsche Zei- tung feilbot, wurde von der Menge furchtbar mißhandelt und seiner Zeitungen beraubt. Rach Ansicht der Aerzte dürfte er nicht lebend davonkommen. Hm 11 Llhr war die Versammlung beendet. Die Teilnehmer 4og?n in kleinen Trupps davon. Die Seitenstraßen werden noch immer von zahlreichen Demonstrant^ setzt gehalten. Berlin, 15. Oft. (WTB.) Das Polizeipräsidium teilt mit, dah die Rachricht üfr < den Tod eines bei dem heutigen Zusammenstöße schwer verletzten Hnterwacht Meisters der Schul Polizei erfreulicherweise nicht den Tatsachen entspricht. Der Beamte ist aber sehr schwer verletzt und befindet sich noch nicht außer Lebensgefahr. Wie die Berliner „Montagspost" meldet, hat der Berliner Polizeipräsident auf die Ergreifung der verbrecherischen Hrheber der gestrigen blutigen Zusammenstöße am Zirkus Busch eine Belohnung von 500 000 Mark ausgesetzt. Wie die Blätter weiter melden, kam es nach Schluß der Kundgebung im Zirkus Dusch zu neuen _ Zusammenstößen am Kasta- nienwäldchen. Die Kommunisten überfielen und sprengten einen Zug der Versammlungsteilnehmer. Auch mehrere Studenten, die von der Feier der- Rektoratsübergabe an der Hni- versität kamen, wurden mißhandelt. Gegen diejenigen, welche die kommunistische Aktion inszeniert haben, wird das Strafverfahren wegen Landfriedensbruches, Anstiftung zum Landfriedensbruch und Aufforderung zu strafbaren Handlungen eingeleitet werden. Die österreichische Sozialdemokratie gegen den Genfer Vertrag. Wien 14. Oft. (Wolff.) Die heutige Partei- lkonferenz der Sozialdemokraten, die zur Beschlußfassung über die Haltung der Partei gegenüber dem Genfer Protokoll eiinberufen wurde, wurde vom Präsidenten Seih eröffnet, der erklärte, die dauernden Folgen der Genfer Protokolle sei ein neuerliches Anspannen unserer Kette, eine Bekräftigung von St. Germain, die internationale Kontrolle eine Freiheitsberaubung und eine Ausschaltung der Demokratie im Innern. Der Parteitag müsse bestimmen, wie bei einer Ablehnung der Genfer Konvention der weitere Sturz der Krone verhindert werden könne. Der Hauptredner Dr. Otto Dauer wandte sich gegen das Genfer Hebereinkonrmen, insbesondere gegen die Einsetzung eines Eenerallommissars, der die der bürgerlichen Regierung geborgte Autorität bei der Ausschaltung des Parlaments erleichtern soll. Die Ablehnung dieser Aktion bedeute eine Teuerungswelle und die Gefahr der Hungersnot im weiteren Verlaufe nicht nur die Fremdherrschaft des Generallommissars, sondern auch die Entsendung fremder Truppen. Dr. Dauer berichtete weiter, dah mit Hilfe einer Zwangsverbindung her Banken, Bankiers und Börsen Mitglieder 120 Millionen Goldkronen, zur Valorisierung der Zwangsanleihe 60 Millionen und mit Hinzurechnung der Goldbestände der Österreichisch- Hngarischen Dank von 35 Millionen zusammen 225 Millionen Goldkronen aufzubringen wären Damit wäre das Budget für acht Monate gedeckt. In dieser Zeit müßte es ins Gleichgewicht gebracht werden. Die von Bauer zur Annahme empfohlene Resolution enthält folgende Punkte: 1. Fortsetzung der schärfsten parlamentarischen Opposition gegen den Genfer Vertrag; 2. Massenversammlung in ganz Oesterreich gegen die drohende Gefahr der Fremdherrschaft; 3. Bildung eines Parteioates, der die Grundsätze der weiteren Kampfführung festzastellen haben wird; 4. Qhiftrag an den Parteworstand, sich unverzüglich mit den internationalen Proletariervrgani- sationen und Arbeiterparteien Englands, Frankreichs, Italiens und der Tschechoslowakei ins Einvernehmen zu setzen, damit deren Einfluß einen Mißbrauch der KredilHilfe an Oesterreich zur Hnterstützung der konterrevolutionären Bestrebungen der österreichischen Bourgeoisie verhindere. Sie wurde unter stürmischen Beifallskundgebungen einstimmig angenommen. Aus dem Reiche. Die Reichsprasidenteuwahl. Berlin, 14. Oft. (WolffZ Gestern fand eine Besprechung des Reichskanzlers mit dem Führer der Deutschen Dolkspar- tei, Stresemann, und dem Ministera.D. v. Raumer, sowie eine Hnterredung des Reichskanzlers mit dem ReichSpräsiden- t e n statt. Die von der „Dena" an diese beiden Besprechungen geknüpften Mitteilungen sind unzutreffend. Das gecht schon daraus hervor, dah nach der Meldung der „Dena" die Führer der Deutschen BolkSpartei in der Aussprache auf den Beschluß des Borstandes der Deutschen Vollspartei hingewiesen haben sollen. Die Hnterredung der genannten Vertreter der Deutschen Vollspartei mit dem Reichskanzler fand aber vor dem Zusammenttitt des Vorstandes der Deutschen Dollspartei statt. In der Hnterredung des Reichskanzlers mit dem Reichspräsidenten kam die Verbreiterung der Regierungskoalition nicht zur Sprache. Die Mitteilungen der „Dena" auch über diesen Punkt sind demnach irreführend. Berlin, 14. Oft. Wie die Blätter melden, hat der Reichskanzler die Führer der Koalitionsparteien und auch den Vertteter der Deutschen Vollspartei für Montag vormittag zu einer neuen Besprechung über den Termin für die Wahl des Reichspräsidenten eingeladen. Die „Voss. Ztg." hält es nicht für ausgeschlossen, dah die Parteien am Montag zu einem anderen Ergebnis gelangen werden als in der ersten Besprechung unter dem Vorsitz des Vizekanzlers Dauer, in der der 3. Dezember als Tag der Reichspräsidentenwahl beschlossen wurde. Die Verteilung des Markenbroles. Berlin, 14. Oft. (WTB.) Wie das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft mitteilt, ist die-Auffassung, dah die über den Ausschluß der wohlbemittelten Bevölferungskreise vom Bezüge des Markenhbrotes getroffene Regelung bei der starken Markentwertung den tatsächlichen Verhältnissen nicht genügend Rechnung ttage und undurchführbar sei, irrig. Die Abgrenzung des Kreises der Markenbrotberech- tiglen ist nach dem Einkommen von 1921 erfolgt, well die Veranlagung für 1922 noch nicht vorliegt. Derjenige, dessen Einkommen 1921 30 000 Mark zuzüglich 15 000 Mark für jeden Haushaltsangehörigen ausweislich der Steuerveranlagung nicht überschritten hat, ist unter allen Hmständen auch im Wirtschaftsjahre 1922/23 berechtigt, Markenbrot zu erhalten. Die Bestimmung, dah derjenige, der nachweist, daß sein Einkommen im laufenden Wirtschaftsjahr das Vierfache der obengenannten Einkommenjätze nicht übersteigt, versorgungsberechtigt bleibt, ist eine Bestimmung zugunsten und nicht zuungunsten der Bevölkerung. Gemeinden und Rentenempfänger. Berlin, 14. Oft (Wolff.) Wie das Reichsarbeitsministerium mitteilt, werden die Grenzen, bis zu denen die Gemeinden bei der Hnterstützung der Rentenempfänger der Invaliden- und Angestellten- Versicherung gehen können, erweitert werden. Dem Reichsrat und dem Reichstag geht demnächst eine entsprechende Vorlage zu. Reben den Mitteln für die laufende Hnterstützung stellte das Reich den Ländern neuerdings eine Milliarde zur Verfügung, die zur Beschaffung von RahrungSmitteln und Heizstoffen für die Sozialrentner verwendet werden soll. Für die Kleinrentner wird der schon zur Verfügung gestellte Bettag von 500 Millionen für die Zeit vom 1. April 1922 bis 30. März 1923 auf eine Milliarde erhöht; ein großer Teilbetrag ist den Ländern schon ausgehändigt. Diese Beträge können verwendet werden zu Einzelunterstützungen und zur Hnterstützung von Heimen und Anstalten für Kleinrentner. In der nächsten Zeit wird eine allgemeine öffentliche Samlung eingeleitet. Aus Stadt und Land. Gießen, den 16. Oktober 1922. Unserer Anzeigenkundschast zur gefl. Beachtung. Infolge der schwierigen Verhältnisse im ZeitungSgewerbe muß der Armahmeschluh für Anzeigen pünktlich eingehakten werden. Die Entgegennahme von Airzeigen findet biS zum Abend vor dem Aufnahmelag statt; Anzeigen für die Samstagsnummer müssen spätestens bis Freitag mittag aufgegeben sein. Geschäftszeit von 8—12V» Uhr und von 2—5V2 Uhr. Verlag des Gießener Anzeigers. Vergrrügungsfteuerpflicht für Tanzbe- luftiguugen bei Gescllfchaftsausftügen. Das Kreisamt veröffentlicht im neuesten Amtsverkündigungsblatt eine sehr beachtenswerte Bekanntmachung über die Vergnügungs- steuerpf licht für Tanzbe uftipungen bet Gesellschaftsausflügen. Es hecht darin unter anderem: Es sind Zweifel darüber entstanden, ob die geselligen HnterHaltungen, die sich an Ausflüge von Vereinen, Gesellschaften, studentischen Korporationen usw. in der Regel anfchließen, und bei welchen häufig auch getanzt wird, der Vergnügungssteuer unterliegen. Steuerpflicht liegt nicht vor, so lange mit der Hnterhaltung Tanz nicht verbunden ist und Vorttäge, Aufführungen und dergleichen nicht von bezahlten Kräften ausgesüchrt werden. Dagegen wird die Veranstaltung bed Tanzens regelmäßig Vergnügungssteuerpflicht be- bingen; diese Auslegung rechtfertigt sich schon aus §2 der Bestimmungen über die Vergnügungssteuer vom 9. Juni 1921, wonach die Steuerfreiheit e necTe anfia.tung durch Hinzutrtten einer Tanzbelustigung in den dafür in Frage kommenden Fällen ausgehoben wird. Wenn geltend gemacht Wird, dah sich die Tanzbelustigungen. welche sich an fragliche Ausflüge anschliehen, steuerlich nicht erfaßt werden könnten, da sie nicht zur Kenntnis der Bürgermeisterei gelangten und nicht kontrollierbar seien, so ist dem c l^Enzuhalten, dah der Gastwirt, in dessen Raumen oder auf dessen Grundstück die Veranstaltung stattfindet, verpflichtet erscheint, sobald tfym die Veranstaltung mit Tanz angesagt wird, Anmeldung zu machen oder sich über die Anmeldung zu verlässigen; war die Veranstaltung bato. der Tanz nicht vorbereitet oder nicht vorherzusehen, so bleibt die Anmeldung dis zum zweiten Werktag nach der Veranstaltung nachzuholen. Gleichgültig für die Frage der Steuerpflicht ist es, ob die Teranstaltung bei bezahlter oder unbezahlter Musi? ftattfinbet; hinreichend ist die Tatsache, daß es sich nicht um pr ivate Wohnräume handelt, in welchen getanzt wird, und daß tvä'brenb des Aufenthalts des Vereins ober der Gesellschaft Speisen ober Getränke gegen Bezahlung verabfolgt werden. Als steuerpflichtig werden die mit Ausflügen verbundenen Tanzveranstaltungen mithin immer dann anzusehen sein, wenn mit dem Ausflug von vornherein ein längeres geselliges Zusammensein vorgesehen war oder dem Gastwirt die Absicht eines längeren Verweilens bekanntgegeben, ein besonderer Raum mit Klavier beansprucht wurde oder der Verein Musikanten mitbrachte und dergleichen. Beschränkt sich der Aufenthalt im Gasthaus lediglich auf eine Wanderrast und kommt es dabei zu einem gelegentlichen Tanz, so wird eine steuerpflichtige Veranstaltung nicht anzune'hmen sein. ®ic Bürgermeistereien und Polizeiorgane sollen nach diesen Richtlinien emheillich veffahren. Schweizerische Millionenfpende für die hessische Studentenhilfe. Von der schweizerisch-deutschen Hilfskommission ist durch Vermittelung des deutschen Gesandten in Bern, Dr. Adolf Muller, an Staatspräsident Hlrich die Summe von einer Million Mark für Zwecke der hessischenStudentenhilfe ü erwieftn worden. ** 6500 Mark für ein Zwanztg- markstück werden auch in dieser Woche von der Reichsbank und der Post gezahlt. Das Zehnmarkstück gllt 3250 Papiermark. Für RtzichSsilbermünzen wird bis auf weiteres das !50fache des Rennwertes gegeben. Die Gehaltsauszahlung an StaatSanwärter. Das Hess scheStaatsministerium hat in einem Rundschreiben an sämtliche ihm unterstellten Behörden angeordnet, daß sämllichen StaatSanwärtern in Zukunft die Monatsbezüge wie bei den etats- mäßig angestellten Beamten im voraus auszuzahlen seien. Die auf Dienstvertrag Angestellten erhalten in der Mitte des Monats einen Vorschuß. ** Gebt Studentenwohnungen! Man schreibt uns: Leider gehen Anmeldungen von Zimmern für Studenten nur sehr spärlich ein, während die Rachfrage ständig wächst. Wer irgend in der Lage ist, einen Raum für einen Studenten zur Verfügung zu stellen, möge nicht zögern, dies zu tun. Handelt es sich doch unter Hmständen um die Frage der Fortexistenz unserer Hniversität, die bei einem eventuellen, mit durch Mangel an Wohnungen veranlaßten starken Rückgang der Besucherzahl sicher gefährdet wird. HeberdieS geschieht das ZurücHalten von Räumen nicht zum Rächtet! der wenigen bemittelten Studenten, die für hohe Summen immer ein Hnterkom- men finden, vielmehr wird dadurch den vielen anderen, die als Schwerarbeiter in Bergwerken, Fabriken usw. während der Ferien sich kärgliche Mittel zum Studium erworben haben, dieses erschwert. Deshalb nochmals die dringende Bitte, alle verfügbaren Räume zur Verfügung zu stellen. Wo keine Bedienung gestellt werden kann und dies bei der Anmeldung bei dem studentischen Wohnungsamt in der Hniversität mitgeteilt wird, wird das Zimmer zweimal in der Woche von zuverlässigen Frauen, die als Helferinnen der Gießener Studentenhilfe bestellt werden und auf diese Weise zugleich einen Nebenverdienst haben, nach Vereinbarung mit dem Vermieter besorgt werden, während sich im übrigen der Student selbst helfen muh. ** Förderung der Dvlksbibliv» theken. Zur Hnterstützung bestehender Volksbüchereien stehen dem Kreisschulamt auch in diesem Jahre Mittel zur Verfügung. Die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises sind angewiesen, Anträge auf Beihilfen sofort einzureichen. ** Zwangsinnungen. Nachdem bei der Abstimmung die Mehrheit der beteiligten Ge° toerbetreibenben für die Einführung des (Bei- trittszwangs gestimmt, hat das Kreisamt angeordnet, dah zum 1. Januar 1923 eine Zwangsinnung der Bauunternehmer des Landkreises Gießen und eine Zwangsinnung für das Schneiderhandwerk in dem Bezirk des Kreises Gießen errichtet werden. Don dem genannten Zeitpunkt ab gehören alle Gewerbetreibende dieser Berufe im Kreise Gießen den Zwangsinnungen an. Zugleich wird zu demselben Zeitpunkt die Freie Innung für das Schneiderhandwerk im Kreise Gießen geschlossen. ** Der Gießener Eisverein hat sich in Anbetracht der außerordentlichen Steigerung aller Hnkvsten gezwungen gesehen, eine erhebliche Erhöhung der Beiträge bzw. der Eintrittsgelder vorzunehmen. Wenn man bedenkt, daß der Verein im verflossenen Winter an Arbeitslöhnen usw. über 31 000 Mk. bezahlen muhte, die in den kommenden Monaten um ein Mehrfaches steigen werden, dann wird man den jetzigen Beschluß begreiflich finden. Für Kriegerwitwen, Kleinrentner und Personen bzw. Familien, die sich in bedrängter wtttschaftlicher Lage befinden, sind jedoch Ermäßigungen ins Auge gefaßt. ** Das Fest der goldenen Hochzeit feiern morgen, 17. Oktober, der Privatier Adolf Schott und Frau Marie geb. Giminski, Lindenplatz 5 Hierselbst wohnhaft. Das Iubepaaar erfreut sich noch der besten wrperlichen und geistigen Frische. Der alte Herr ist Veteran von 1870/71. ** Das Fest der silbernen Hochzeit feiern heute der Eisenbahnfch'olfer Karl Diebl und Frau, geb. Müller, Armeröder Wer l wohnhaft. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Astoria-Lichtspiele, ab 'heute: „Draga Lunjevica" und „Flucht vor der Krone". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße, ab heute: „Der Untergang des Ozeanriesen Olhmpic" und „Der Hundefänger". — Palast-Lichtspiele: „Heinrich Heines erste Liebe" und „Die Hexe". — Aus dem Stadttheaterbureau. Das Gastspiel des Moskauer Ballets, vertreten durch die Prima-Ballerina Tamasa Gamsa- kourdia und die Herren Deneidoff und Orlvf f am Donnerstag, 19. Oftober, bitngt eine Darbietung ersten Ranges. Im Sommer im Kurhaus Bad-Rau heim und jungst wieder im Kursaal Wiesbaden haben die Gäste in wiederholten Vorstellungen außerordentliche. Au se en erregt. Die Theaterle.tung ka n solche besonderen Darbietungen aber nur bringen, wenn die Gäste hier auf ihre Rechnung kommen, und darum muß mit einem guten Besuch der Veranstaltung am Donnerstag gerechnet werden. — Die Deutsche Volkspartei hält morgen im Gewerbehaus eine Mitgliederversammlung ab. (S. Anzeige.) — Die Deutsche Demokratische Partei hält morgen abend im Postkeller eine 'Mitgliederversammlung ab. (Siehe Anzeige.) Wettervoraussage für Dienstag: Wolkig trocken, nordöstliche Winde, Temperaturen unverändert. Es bereitet sich langsam ein Wetterumschlag vor. Landkreis Gießen. * Grünberg, 16. Oft. Ein Klauen- viehmarkt wird am nächsten Mittwoch hier abgetjfclten. Der Auftrieb darf nur m der Zeit von 7—81/2 Hchr vormittags stattfinden. Kreis Schotten. □ Laubach, 16. Oft. Eine Anzahl Gießener Studenten ist hier eingetragen, um an den @rntearbeitefi, vornehmlich an der Bergung der Kartoffeln, tell'unehmen Bei dem großen Mangel an Arbeitskräften ist die Hilf«» der jungen Musenföhne sehr dankenswert. Heutiger Stand des Dollars 10 Hhr vormittags: Frankfurt a. M. 280( fpdLL M- spd. Sy : naÄ dvf? SiQ 'äS* .M der-r» flri emcin efci amgeöo' «letzt, dah er stiife rugefthc M leichte« ßilete fiuntd ÄesvU-me sicher U i lei$ Wa pkiijien ist, i einen Kl Ntfanh spd. §ra Lär zum Sa ^livogensühi txg und Zäi fc Kn junger fc lebensg -yuh soll von Hgefcen vorder fsi erbeten Im Äkcljahr 46 - 3m Stadt Mland lebet ^tränten : Ä suchte un feier Dann W. im M nuchrozeh fvh ErnstDe ÄrorechenS bei üusstrase !mmg der bw Hans 0' Ahens der 2 * der L strafe von 'm Günihei Mfe zum Dor Mg eine Zi ren unter 2G rche auf 10 v. Saloi Wk zum Dor fahren u°ngnis. 2oh tDii c Nelln, zLNaM, kennt Ä Durch das Sr? tot Ne biS Ss-allK ■ Ss hlTpN Ä Kd KZ Mtnl QHann an der Niederräder Eisenbahn IX Cftober 14. Oktober Dalum: 104845,— 105055, 100093,30100.500,70 im 5490L— 55055,— 544'10,50 54554,50 eine e r- Q3on Prof. Dr. de, Te"' Vetter- llars ktnnier brücke. Die cntgegenstehendc Aussage Gewicht. Ucbrigen# ist es für urteilung gleichgültig, ob er Moment sich seines Zweckes der Dolus der Beihilfe auch Techows ist ohne die rechtliche De- gerade in diesem bewußt war, da ohnehin vorliegt. unli oit iverl iw feder Gericht ochzeit Iiebl Icr i 12(187,10 20-20,HO .7 >450,40 41301,40 41511,50 Die Angeklagten nahmen das Urteil gelassen entgegen und wurden sofort abgeführt Gesetz zum Presse zum ist, sondern zu erfolgen eines Korn- und Tinte gefertigt hat. Das Hai keinen Zweifel gelassen, das) bei pielhaus, fangM Tiger. - De- zwei hoi fit tigerunc e nheb> er Sin- bedeult an Ar- t muhte Mehr- i Wgo Nviiven n, die fi< iben, sind Linden. ir erfreut 4.8901,— 71928,- 2697L0 3.46 103,89 9052,90 49350,60 72627,30 2727^20 3,56 103,89 9278,20 1723.20 "Degen verbotenen Waffenbesitzes erhält er Gefängnisstrafe von 2 Monaten. Lte inbeck wird freigefprochen. Schütt erhält wegen Vergehens der fitinftigung eine Gefängnis st rafe von 2Ho nuten. Distel desgleichen. die Verurteilung nicht nach dem Schuhe der Republik, wie es in der Teil irrtümlich angenommen worden nach dem bisherigen Strafgesehduch 11988,- 20479,50 50149,80 40859,10 11525,90 Büchertisch. — Goethe und Lotte. 4(1449,40 72772,70 2732,80 3,64 104,11 9290^0 1726,80 vollmtb ..... London Paris Schwei»...... Spanien Zlalien Ltifabon-Ovorto Dänemark . . . . 9ioriuencn . . . Schweden . . . HelüngiorS. . . Neunork Deutfch-Oesterr. Budapest. . . . Vraa Sofia 12012. 12082.90 20520,50 20779,20 56250,20 50349,60 40940,9" 413B8.60 11549,10 11488,50 Stttb. "Ä. errtr. taug ■wtiey Das Urteil Nathenau-Mordprozeh. Leipzig, 14. Oktober. »l ®ie: «rt. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Frankreich und der MoratorimnSplan Dradburys. Paris, 14 Oft. (WTB.) Lieber die-Beratungen innerhalb der Reparationskorn» Mission berichtet der „Petit Paristen", daß der Vorschlag des englischen Delegierten folgendes enthalte. 1 Während der Dauer von 5 Jahren sind die Geldzahlungen einzustetten und durch Tratten zu ersetzen, die dem alliierten Gläubigerlande übermittelt würden mit der Aufgabe, sie durch ihm zur Verfügung stehende Mittel zu diskontieren. 2. Was die S a ch l i e fern ng en Deutschlands anbetreffe, werde Deutschland ebenfalls Tratten ausstellen, die durch Länder avalisiert werden sollen, die Lieferungen in natura erhalten. Deutschland seinerseits werde diese Tratten durch ausländische Bauten dislontieren, um die deutschen Lieferanten jedem einzelnen der Angeklagten entstanden ist. Das Gericht hat folgendes als erwiesen erachtet: Ernst Werner Techow hatte volle Kenntnis von dem Plan. Es hat eine eingehende Beratung mit Kern und Fischer über den Mord und feine Ausführung stattgefunden. Er hat seine Zusage zur Hilfe als Autosührer erteilt. Er hat geholfen auszurüsten und hat die Maschinenpistole cinge- bracht. Keinen Glauben verdient die Annahme, das; er geglaubt hat, es handele sich um eine Probefahrt. Die ganze Entschlossenheit, in seiner eigenen Bemerkung, er kenne für sich einstehen, sein Umkleiden in der Nähe der Raiyenau-Villa die verschiedenen Anweisungen Kerns, namentlich diejenige, zur Beschleunigung der Fahrt zur Ueberholung des verfolgten Autos, sind Beweise dafür, daß er von der Tat gewußt hat. taue11* der 3^ Tillessen erhält wegen des Vergehens gegen die öffentliche Ordnung drei Jahre Gefängnis. P l a a s erhält wegen des Vergehens gegen die öffentliche Ordnung zwei Jahre ®e» sing n i s. Dost wird freigesprochen Die Urteilsbegründung lautet: Eines Ur fluchwürdigsten Verbrechen, das die Weltgeschichte kennt ist Gegenstand der Verhandlung gewesen. Durch leigen Meuchelmord ist eines der loertvollsten Menschenleben ausgelöscht worden, etn Leben, das gerade zur jetzigen Zeit unserem armen, gequälten Vaterland von größtem Auhen gewesen ist. Der Tod Rat Henaus wird zum Teil >chuld daran sein, wenn im kommenden Winter Hunderte von uns durch Tod zugrunde gehen, »der hungern oder frieren. Gerade Aathenau wäre der Mann gewesen, durch geeignete Verzüge all dieser Äot entgegenzutreten. Feige Meuchelmörder haben es nach allen Regeln >rr Mordkunst verstanden, ihn aus dem Wege zu räumen Sie haben weiter gehofft, durch Flucht 'ich der Verfolgung zu entziehen, wie es die Mörder Erzbergers getan haben Aur der un- Pheuren Empörung über die Tat ist es zu danken, daß nach monatelanger Verfolgung die Mörder yftdlt wurden, die sich durch Selbstmord der wohlverdienten Strafe entzogen. Dadurch ist d i c Tat der Hauptschuldigen gesühnt, Md hier bleibt nur die traurige Nachlese, die Bestrafung der jugendlichen Gehilfen übrig. Ob- Dohl man ihnen ein gewisses Mitleid nicht,verlegen farm, mutzte sic. soweit sie für schuldig be- stmden wurden, doch schwere Strafe treffen. Hinter Mördern und Mordgelichter erhebt der '«matische Antisemitismus verantwortungs- »oll fein verzerrtes Gesicht, wofür die Schmähschrift der „Dreihundert Weisen von Zion" ein Beispiel ist, eine Schrift, die die Juden schmäht Md Mordinstinkte in unreife Köpfe seht. Möge Handel. Frankfurt a. M., 14. Oft. Börsen- stimmungsbild. Dollarkurs im Frühver- kehr 2675—2700, zeitweilig 2775, an der Börse 2770. Ausländische Zahlungsmittel lagen ruhig bei behaupteten Preisen. Im Effek- tenverlehr war am heutigen börsenfreien Tage eine lebhafte Stimmung zu bemerken. Immer mehr drängen sich nicht nur die Berufsspeku-- lanten, sondern auch das Publikum den Indu- strieaktien zu, deren Haltung heute wieder außerordentlich fest war. Man betrachtet diese Werte als eine Art Deckungskäufe für die De- Visenverkäufer. Größeres Geschäft war wieder in Balutcipapieren. Lebhaft begehrt waren auch chemische Aktien. Ferner waren Schiff- fahrts-, Auto- und Slektrizilätspapiere gesucht. Aus der großen Zahl der heutigen Kurse seien folgende genannt: Benz 860 bis 875, Daimler 680, A. E.G 1075—1100, Höchster 1600—1700, Scheideanstalt 2200, Badische Anilin 2300, Deutsch-Luxemburg 4500. Für Kassa-Industriepapiere hörte man nur hohe Preise. Der Schluß gestaltete sich vorwiegend lebhaft und fest. Frankfurter Devisenmarkt. Amtliche Dotierungen. 6116» Dvllt. diese» irftänit etoiesen, m. bei de, ten ®t. -s Li. uni an. 23 etne lefcmtt it> eint eider- reiset miumteti de dieser feiner Frühreife dem moralisch minderwerttgen Mann die Einsicht in die Strafbarkeit seiner Handlung nicht gefehlt hat. Bei der Schwere der Tat müsse bei ihm auf die gesetzmäßige Höchststrafe erkannt werden, allerdings im Hinblick auf seine Jugend nicht auf Zuchthaus, sondern auf Gefängnis. Es liegt aber noch ein Vergehen wegen Begünstigung vor. weil er die Verbrennung der Auttmiutze veranlaßt hat. 'Das Gericht ist überzeugt, daß dies nicht nur im eigenen Interesse sonders besonders im Interesse seines älteren Bruders geschehen ist, um auch die eigentlichen Täter Kern und Fischer der Verfolgung zu entziehen. Hier liegt eine selb- ftänbigo Handlung vor, die außerdem noch mit drei Monaten Gefängnis geahndet werden muß. Günthers Verhalten charakterisiert sich von Anfang an als eine Beihilfe zum Mdrd, eine Beihilfe, die er selbst nicht bestreitet. Er nahm an den Besprechungen teil, er beschaffte die Garage. er bemühte sich um die Maschinenpistole, er versprach Geld zu verschaffen, er trug die Maschinenpistole, er besorgte die Reißfeder und Tinte zur Anfertigung der falschen Autonummer. Günther ist Pfychovath. aber dennoch zurechnungsfähig Er hat sich ferner der Begünstigung schuldig gemacht, wie das Gericht zweifellos festgestellt hat Bei von Salomon liegt gleichfalls Beihilfe zum Mord vor. Er hat schon vor Juni im Derlchr mit Kem und Fischer gestanden, und gewußt, daß Kern den Mord an Rathenau plane. Von Salomon hat auch Aufträge angenommen, zu diesem Zwecke einen Autoführer zu beschaffen All dies beruht auf Aussagen Salomons in der Voruntersuchung. Das Gericht ist überzeugt, daß v. Salomon in der Voruntersuchung den Tatsachen ent- sprechende Aussagen gemacht hat. Zweifellos ist die Sache bei Tillessen und Plaas Das Gericht legt das geltende Strafgesetz dahin aus, daß derjenige, der von Geld Brief Geld Brief Antw.-Brüsiel . 18731,20 18768.80 19280,70 19319,30 48999,- 72072,- 2702'70 3,54 10411 9072,10 HeinrichGloel. (Verlag von E. S Mittler & Sohn, Berlin.» — Im Juni dieses Jahres Hal die alte Reichskammergerichts- und Wertherstadt Wetzlar die 150jährige Jubelfeier von Goethes Aufenthalt in Wetzüir festlich begangen. Aus diesem Anlaß ist das vorliegende Buch von sachkundiger Seite herausgegeben worden. Sein Inhalt deckt sich zum giwßen Teil mit dem im Ja hre 1911 erschienenen Buche des gleichen Verfassers: „Goethes Wetzlarer Zeit", das feit langem her griffen (ft und viel begehrt wurde. „Goethe und Lotte", der neue Titel des von Wenher-Stimmung durchklungenen Buches, fenn- zeichnei klar feine Bedeutung und Ausgabe: Es ist die Darstellung eines Hauptabschnitts aus der Sturm- und Drangperiode unseres größten Dichters. Der Leser empfängt ein klares Bild, welcher Wert der Wetzlarer Zrit Goethes für ihn und für die deutsche Literatur beizumesfen ist. Der anschaulichen, lebenswahren Darstellung, in der Goethes Wetzlarer Umwelt in Berichten und Briefen zu Wort kommt, tritt ein reicher, gut gewählter Dilderschmuck zur Seite. der durch die Verhandlung geklärte Sachverhalt, die schrecklichen Folgen des Verbrechens, möge schließlich der jedes noch so versteinerte Herz bewegende Vrief der ehrwürdigen Mutter Rathe- naus dazu dienen, die verpestete Luft, die Schwüle zu reinigen, daß das elend versinkende und schwer kranke deutsche Gemeinwesen der Gesundung entgegengeführt wird. Zur Anwendung der strafrechtlichen Grundsätze führt der Präsident dann weiter aus, daß teile; A bet einem Zungen Na. > jim Renten, erfom. n Die. et tn 1 bet um et. inod). Men ü leine 'iesbej Doh. ■t tDlxf), he Don un bet en nnb erbleich mietet 6er einem Plan eines Verbrechens eines Mordes. Kenntnis erhält, in die Verpflichtung hinein- kommt, die in dem Gesetz vorgeschriebene Anzeige äu erstatten, es sei denn, daß in einem Fall durch die weitere Entwicklung der Dinge die Anzeige zwecklos geworden ist, nämlich wenn es offenbar wird, daß der Plan des Verbrechens völlig auf- gegeben und die Ausführung gänzlich ausgeschlossen ist, die Anzeige also keinen Zweck mehr hat. So liegt aber im Vorliegenden die Sache nicht. Tillessen und Plaas sind vollkommen in den Mordplan eingeweiht gewesen, das Gericht hat Tillessen geglaubt, daß er sich bemühte, Kern den Mordplan auszureden, andererseits ist die Aeuherung Tillessen» als feststehend zu betrachten: Wenn Kern den Plan aussühren will, kann ich ihn nichi hindern. Tillessen hat nichts getan, um das Verbrechen praktisch zu verhindern Ganz ähnlich liegt der Fall bei Plaas. Das Gericht hat daher Anlaß genommen, sie nach tz 138 RStrGB zu bestrafen — Margarete Bruch. „Liebes- wunder". Verlag Franz Schneider, Berlin SW. II und Leipzig — In diesen 6 Novellen offenbart sich eine Anmut irrtb Zartheit der Sprache und Empfindung, die nur einer wahren Dichteickeele eigen ist. Umrahmt von farbenprächtigen, phantasievollen Milieufchilderungen werden hier Lebensschicksale, zeugend von wuberhaftet Kraft und erschütternder Tragik, zu wundersamen Erlebnissen Theo Schleusner bat die bildhafte Wirkung dieser Märchenetzäblungen durch fein angepaßte Illustrationen erhöht. — Gustav R 0 l 0 ff: Die Bilanz de» Ktieges. Verlag der ..Blauen Bücher", Kari Robert Langewieschc, Königstein im Taunus Auf Grund sorgfältigster Studien des zugänglichen Materials hat biet ein berufener Historiker die Vorgeschichte, den Verlauf und das Ergebnis des Krieges in großen Zügen und doch sachlich erschöpfend dargeslellt. Die rein objektive Wiedergabe ist in ihrer Anschaulichkeit geeignet. allen Volksschichten die weltgeschichtlichen Zusammenhänge, die zu dem gewaltigen Konflikte führten, klar zu machen, bietet zugleich aber auch der wissenschaftlichen Forschung wertvolle Unterlagen und Fingerzeige — Römische Charakterköpfe Ein Weltbild in Biographien. Von Geheimen Regierungsrat Prof. Dr. Th. B i r t. 5. verbesserte Auflage. 356 Seiten und 6 Tafeln. Dirts Darstellungskunst ist unübertrefflich. Wie unmittelbar versteht er es doch, das Altertum im Lichte der Gegenwart zu zeigen und dem Leser zu der Erkenntnis zu helfen, daß zwischen Altertum und Gegenwart ein Gegensatz nicht besteht. Die römischen Eharakterköpfe zeigen den Aufstieg Roms zum Weltreich. Alle die glanzvollen Persönlichkeiten der römischen Geschichte, die Scipionen und die Gracchen. Marius und Sulla Pompesus und Cäsar und dann die Reihe der Cäsaren bis Marl Aurel werden durch Virts psychologische Kunst lebendig und wir sehen ihr Tun und Schaffen in seiner Bedeutung für das römische Volk. — Neuere deutsche Literaturgeschichte, bearbeitet von Paul Me rker 'Verlag Friedrich Andreas Perthes, A.-G. Stuttgart-Gotha. — Mein Weidmannsjahr. Iagd- kalender des Heger für das Jahr 1923. Veriug W. G Korn, Zcitschriften-Abteilunq, Breslau 1. — Gs ist nicht der Zweck des Kalenders, als Taschen- und Gebrauchskalender zu dienen, sondern vielmehr den Lesern aus der Fed.'r der besten Iagdfchriftsteller stammende Erzählungen und Beschreibungen jeglichen Inhalts zugänglich zu machen Diese Abl>andlungen werden allen Jägern Neues bringen und Anregung schaffen, während andererseitr die Reichhaltigkeit und V ci seitigkeit des Stoffes auch den Muhjäger den Kalender lieb machen wird — Geschlechtskrankheiten und E 1) e von Univ.-Pros. Dr. v. Nottbasft Münch.n Max -Hesses Verlag, Berlin W. 12. Psvf Nolt- hasst gibt zunächst eine ausführliche Darstellung des so ungemein mannigfaltigen Krankheitsbiides der Geschlechtskrankheiten, verbreitet sich dann über die Bedeutung und Folgen der Geschlechtskrankheiten namentlich für die Ehe und bespricht ausführlich die Vorbeugungsmahregeln und den heutigen Stand der Behanolungsmethoden. Der Gerichtshof hat Beihilfe angenommen, nicht Mittäterschaft. Er hat sich der subjektiven Theorie des Reichsgerichts angeschlossen. Gs kam darauf an, ob der Angeklagte die Tat als eigene betrachtet hat oder ob er sie als Tat eines andern fördern wollte. Die Tat entsprang Kem und seiner Anschauung und machte die Angeklagten zur Tat geneigt, doch aber nur als Gehilfen von Kern für dessen Mo^d- plan. Das ist unter Umständen die Kehrseite des Kadavergehorsams, daß er auch verbrecherische Vorsätze fordert. Im übrigen sind die Umstände der Tat die denkbar schwersten. In objektiver Hinsicht ist zu bedenken, daß es sich um einen Meuchelmord handelt, der die schwerste Schädigung des Gemeinwesens zur Folge hat. Unter diesen Umständen mußte aus die Höch st zulässige Strafe 15 Jahre Zuchthaus — erkannt werden. Das Verlangen der Verteidigung, die bürgerlichen Ehrenrechte nicht abzuerlenuen. ist als abschlägig erachtet worden. Lluch politische Verbrechen können gemein und ehrlos sein. Das trifft hier zu. Es handelt sich um einen feigen Meuchelmord. Cs kann dahingestellt sein, ob Pie Drohung Kerns Techow zur Mithilse veranlaht hat. Von (5nem Notstand Techows kann keine Rede fein. Er hätte am folgenden Morgen fortbleiben können. Auch bestand deshalb für Techow keine unmittelbare Gefahr für sein Leben. Er war als Student verbummelt. Er hat sich trotz seiner Jugend in Pcfl'ttische Dinge verstricken lassen. Nach all diesem ist ihm ehrlose Gesinnung festzustellen und mußte daher auf Ehrverlust erkannt werden. Auch Hans Gerd Techow ist der Beihilfe zum Mord für schuldig zu erachten. Gr hat ihn planmäßig gefördert. Er hat die beiden Mörder mit Stuben rauch zusammen,gebracht. Er hat mit an den Beratungen im Rathaus 511 Sieglitz teilgenommen, wo Kern feinen festen Entschluß zum Mord bekanntgab. Er hat an den weiteren Beratungen und sogar an den Besprechungen sich beteiligt, die noch am Vorabend vor der Tat stattfanden Gr hat sich auch bereit erklärt, sonstige Hilfe zu leisten. Es kommt nicht daraus an, ob die falsche Autonummer zur Tat benutzt worden ist. Tatsache ist. daß der junge Techow eine falsche Nummer mit Reih- ureau. nertrtlcn Hansa' off itijl dne in Kur- 1 Kurlaal Itn 2l>r- regt ®i« irbietui'* hier aas nutz "it im Son' tei lieber- eller e‘nt leige-1 5pop-Glühkörper?.Macke «DFeil" spanen laut teohn 1 sriieriUrLbajisuabiung M VMiM Papiermark bei den meisten Transaktionen zu ersetzen. Der „Matin" berichtet, daß Bart Hou in eine Diskussion des Bradburhschen Vorschlages eingetreten sei und daß dieser nach Schluß der Diskussion mitgeteilt habe, daß er seinen Vorschlag heute der Oeffentlichkeit unterbreiten werde. Andererseits habe Darthou angekündigt, daß im Laufe der nächsten Woche die französische Regierung auch die Aufstellung eines voll- ftänoigen Planes über die Kontrolle Deutschlands und die Wiederherstellung seiner Finanzen vornehmen werde. ®er „Matin" sagt weiter, es sei das erste Mal, daß man sich nicht damit begnügen werde, innerhalb der Reparationskommission eine einzige These vvrzubringen, sondern man werde deren zwei vorlegen, die sich in gewissen Punkten widersprechen, so daß also die Meinungsverschiedenheiten offen zutage treten. Nach dem „Matin" würde, wenn man Brad- burys Vorschläge annehme, die Situation für 5 Zahre klar sein, so daß der Zusammentritt der Brüsseler Konferenz nicht mehr nötig sei. Wenn man dies bis zur letzten Konsequenz durchdenke, vermeide Großbritannien hierdurch, sich zu einer Konferenz zu begeben, auf der das ProÄem der interalliierten Schu lden aufgerollt werde und auf der sich gegen England etn Block seiner Gläubiger bilden könne. Die britische Regierung habe in den letzten Tagen versucht, die Konferenz von Brussel einzuschrän- ken, und hierauf, sie zu beseitigen. Der „Matin" wäre überrascht, wenn der'Plan Dradburys nicht dazu ausgedacht wäre, diese Politik zu erleichtern. Frankreich wünsche jedoch eine allgemeine Debatte in Brüssel. Es sei zu hoffen, daß Italien und Belgien die gleiche Ansicht hätten. mit ausläirdischen Devj/en zu entschädigen, ohne die Inflation zu erhöben. 3. Zur Stabilisierung der Mark ist zu beschließen, die V roendung der Papiermark im Austausch wesentlich Herabzusehen und sie durch Goldmark zu ersehen. Es handele sich also einerseits darum, Deutschland von jeder direkten oder indirekten Geldzahlung für Reparationen auf die Dauer von 5 Jahren zu befreien, andererseits darum, die augenblickliche Märkte. Berliner Produktenmarkt. Berlin. 14 Okt. Wegen des Fehlens von Angebot aus erster Hand herrschte am Produkten- maitt eine feste Stimmung, wenn auch das Geschäft wegen andauernder Zurückhaltung der Käufer recht beschränkt blieb. Weizen stellte sich gegen gestern etwas teurer. Auch Roggen hatte feste Haltung. Von Gerste war gute Brauware sehr knapp vertreten Das Angebot in rumänischer Gerste begegnete keinem Interesse Haser war kaum zu haben. Für die feste Haltung von Mais war der Umstand von Bedeutung, daß Oktober- lieserunq von den Amerikanern wegen der Streik- verhältnissc vielfach zurückgekauft wird. Mehl hatte ein ruhigeres Geschäft. Das Angebot in Hülsenfrüchten ist außerordentlich gering. Futterstoffe wurden wenig umgeseht. Weizen märkischen 5800 - 5900 Ml. schlesischen 5750- 5800 Mk. (fester). Roggen, märkischen 5300—5400 Mk. pvm- mersch-n 5250—5350 Ml. (fester), Sommergerste 5750-5850 Ml.. Wintergerste 5200—5350 Ml. (fest), Hafer, märkischen 6000 —6050 Mk., pom° merschen 5850—5950 (fest), Mais, loco Berlin 5900 bis 6000 Mk. (fest), Weizenmehl (100 Kg.) 15 600 bis 16 600 Mk. (fester), Roggenmehl (100 Kg.) 14 0'0—15 000 Mk (ieftcr). Weizenkleie 2950 bis 3000 Mk. (fest». Roggenkleie 5920—3000 Mk. (fest», Raps 6800—7000 Mk, Viktoriaerbfen 8700—8900 Mk Rauhsutter: Weizen- und Roggenstroh, drahtgeb 1300—1350 Mk., Haferstroh, drahtgeprehi 1300—1350 Mk-, Stroh, strvhseil- gcbünbelt 1300—1350 Ml. Wiesenheu, gut, gesund und trocken Vvrmahd 740—800 Mk„ Nachmahd 670—740 Mk. Heule irachmttlag um 3 Uhr wurde im Rathe- rau-Prvzeh folgendes Urteil vertundet: Ernst Werner Techow erhält wegen des Zerbrechens der Beihilfe zum Mord eine Zuchtsau s st r a f e von 15 Jahren unter Dber- icitnung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 103af)re. Hans Gerd TechWw wegen des 2er- ^chens der Beihilfe zum Mord und des Der- -lehens der Begünstigung eine Gefängnis- it rafe von msgefamt 4 Jahren 1 Monat. Günther wegen des Verbrech:n> de, Del- kilfe zum Mord un > des Vergehens der Degünsti- qung eine Zuchthausstrafe von 8 Jahren unter Aberkennung Der bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre. v. Salomon wegen Verbrechens der Bei- hillc zum Mord eine Zuchthaus strafe von ^Jahren unter Aberkennung dec bürgerlichen ährenrechic aus 5 Jahre. Warnecke wird freig'-sprochen. Niedrig erhält wegen Des Verbrechens der 'Beihilfe ,un Mord eine Zuchthausstrafe oti n 5 Jahren unter Merk nnung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre. 3tf cmann wird sre (gesprochen. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M„ 15. Oft. Wenn die | Stadtverwaltung auf der Einführung der Schlemmer - und Nachthocker st euer be- rh6L tU der Streik aller Frankfurter 'S ast st ä t t e n unausbleiblich. Mit den Gast- rtrten haben sich am Samstag sämtliche hiesigen Kinobesiher und Variet6inhaber ■ alidarisch erklärt und ihrem Personal tnr- lorglicherweise gekündigt. Auch die A n g e st e l 1- renverchände des DastMirtsgewerbes gehen nil den Besitzern in diesem Falle Hand in Hand. Die wir hören, ist der Magistrat nicht gewillt. >on seinem Plane juiüit'atveten. Di Entscheidung r4d> am kommenden Donnerstag 1 allen und liegt tr der Hand der Stadtverordnetenversammlung, bereu Stnnmung geteilt ist. fpd. Frankfurt a. M., 15. Olt. Der «chwere Aut omobilunfall zwischen Cron» lEal und Soden, der drei Menschenleben forderte. ,stnach den bisherigen ErmiU-^ungen auf Fa hr- ’ affig feit zuiückzusühren. Der Wagenführer Imhof hatte ohne Erlaubnis seines Herrn, , ineä hiesigen Hofrates, den Wagen zu einer I Acpielweinreise' durch die Taunusorte benutzt 111.3 dazu eine Anzahl Kollegen und eine Frau l.üigetaben. Bei dichtem Nebel fuhr morgens gegen .! Uhr der Wagen an einer abschüssigen Stelle ert an einem Heuwagen vorüber und wurde abet urngeworfen. Hierbei fanden drei Personen en sofortigen Tod. ein Herr wurde so schwer lerleyt, daß er sofort dem Lrpnbecger Kranken- raufe zugeführt werden mußte. Die übrigen er- । tten leichtem Verletzungen. Der Lenker Imhof < üdyivtc zunächst, sand sich aber im Laufe des ^ges bi seiner Wohnung ein und befindet sich in Etlicher Belxmdlung. Der Wagen selbst wurde nur leicht beschädigt. Wie schnell das Automobil Arabien ist, beweist die Tatsache, daß man an bem einen Kotflügel einen überfahrenen Hasen vtzrfand. fpd. Frankfurt a. M., 15. Okt. In der )ladjt zum Samstag wurde auf den 22jährigen Rrafttoagenfü&rer !Th o m a an der Ecke Reuter- tixg und Gärtnerweg ein Schuß abgegeben. :er den jungen Mann tn den Rücken traf und ihn lebensgefährlich verletzte. Der öchuß soll von einem eifersüchtigen Kollegen ab- aegeben worden sein. - Im Stadtbezirk Frank- iirl erbeten Im zweiten Vierteljahr 30, im dritten Iieric'jahr 46 Personen durch Selbstmord. — 3m Stadtteil Obcrrad machte ein im Ruhestand lebender Lehrer seinem Leben durch 5r 11 ä n le n im Main ein Ende. Den gleichen 5vd suchte und fand am Samstag ein unbe- hat Das Gericht hat die Annahme plottes von organisierten Mörderbanden abge- lehnt und deshalb nicht angenommen, daß die Täter an der für sie bestimmten Stelle gestanden und gehandelt haben. Die Möglichkeit Dafür ist zwar vorhanden, ein Beweis ist jedoch nicht erbracht. Es kann aber keinem Zweifel unterliegen, daß der Mordplan mit voller Ueberlegung bei «Siebener Stadttheater. SchwarzwalbmSdel. Operette in 3 Akten von Aug. Reidhart Musik von Leon Zeffel e Gtehen. 15. Oft. Wieder die „Schwarzwaldmädel", Gewib, ®lPe recht, gefällige Theoterkost, amüsant, leicht- flüssig und sehr anziehend, das letztere namentlich vom Standpunkt des Theaterkassiers aus konstatiert. Aber — im Zanuar & 3 hier erst gegeben und heute, in den allerersten Tagen der neuen Spielzeit, als erste Operette schon wieder auf den Spielplan gesetzt — sollte das denn doch nicht etwas gar zu viel sein? Freilich, Zugkraft hat diese Operette ja noch immer. Den Beweis dafür sah man heute abend in überzeugender Weise, denn das Haus hatte in puncto Besuch einen groben Tag. Die Aufführung unter Rudolf Golls lobenswerter Spielleitung und Karl K n ü b e l s guter musikalischer Führung konnte trotz einiger gesanglicher Schwächen und darstellerischer Entgleisungen zufrieden stellen. Rudolf Goll wurde seiner Rolle als Domkapellmeister Blasius Römer darstellerisch gerecht, Lu Wander, unsere neue Soubrette, gab eine ganz charmante Bärbele: ihre gut durchdachte Art des Spiels und ihre angenehme, umfangreiche Stimme gefielen sehr. Zlse W i s s e n d o r f gab die kokette, mannstolle Malwine von Hainau,- sie arbeitete diese Rolle darstellerisch und gesanglich in trefflicher Weise heraus, nur im zweiten Akt in der Szene mit Richard (am Brunnen) tat die Künstlerin darstellerisch vorübergehend des Guten etwas zu viel. Kurt Richter als Hans und Richard H e l l b o r n als Richard boten durch ihr wohl- avgerundetes Spiel und ihre sympathischen Stimmittel einen köstlichen Genuß Karl Dvlck als Wirt Jürgen vom Blauen Ochsen schuf eine famose Charaktertype, Wolf Leutheisers Berliner Schmubheimer war mit all der selbstgefälligen Ileberhebltchkeit und Eitelkeit ausgestattet. die der Textschreiber dieser Rolle zugedacht hat. Mit Anerkennung sind noch zu nennen: Cläre Türk (Hannele), Else Engel (Corte) und Luise Ramme! (alte Träubel). Oskar Feigel und Heinz B e ch st e i n als Theobald bzw. Domprvbst gaben sich mit der Erledigung der kleinsten Rollen zufrieden. Die Kinderwägelchen- und Puppen- babh-Szene im dritten Akt hätte sich die Spielleitung gut und gern schenken können, es war auch ohne diese „Reiber" wirklich schon genug. Die Bühnenbilder verdienen lobende Anerkennung. Das Orchester unter Karl K n ü b e l erfüllte seine Aufgabe in gewohnt vollkommener Weise: es darf sich einen erheblichen Anteil an dem vollen Erfolg des Abends aufs Konto schreiben. Das Publikum zeigte sich sehr beifallsfreudig. Es applaudierte mehrfach auch bei offener Szene. --- Bn. Schöffengericht. Gießen, 13. Oktober. Ein Dienstmädchen von hier entwendete der Oberschwester dos hiesigen Säuglingsheims aus deren verschlossenem Schreibtische mittels falschen Schlüssels 2986 Mk.. und etwa einen Monat später einer anderen Schwester aus deren verschlossenen Schließkorb 1500 Mk. Zn letzterem Falle öffnete es das verschlossene Zimmer ebenfalls mittelst falschen Schlüssels und schnitt die Scharniere des Schliebkorbs durch. Es erhielt eine Gesamtgefängnisstrafe von acht Monaten. Wegen Beleidigung wurde ein Kaufmann von hier, der wegen Richterschetnens in ftmheren Terminen vorgeführt worden war, zu einer Geldstrafe von 500 Mark verurteilt. Ein Pferdehändler von hier hat einem im gleichen Hause wohnenden Zungen, der sich gegen seine Ehefrau ungezogen benommen hatte, ein paar Ohrfeigen gegeben und wird deshalb wegen Mibhandlung zu einer Geldstrafe von 50 Mark verurteilt. Wegen Beleidigung wurden ein Landwirt aus Trais a. d. Lda. und dessen Mutter mit Geldstrafen von je 10 0 Mk. bestraft. Ein vielfach vorbestraftes Dienstmädchen aus Lingelbach hat einem hiesigen Professor eine Anzahl Wäschestücke und einer Witwe eine Partie Stoffe, Kleidungsstücke und Wäschegegenstände gestohlen und erhält hierfür eine Gesamtzuchthausstrafe von einem Zahr sechs Monaten. Wegen Unterschlagung in drei Fällen wird ein Schuhmacher aus der Tschechoslowakei mit neun Wochen Gefä ngnis bestraft. Ein Schneidermeister aus Trais a. d. Lda. hat im Gemeindewald daselbst zwei Fichtenderbstangen abgehauen und nach Hause gefahren und wird deshalb wegen Diebstahls an Stelle der an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Wochen zu einer Geldstrafe von 1 400 Mark verurteilt. Der Einspruch eines Dienstmädchens von hier gegen einen Strafbefehl, durch den es wegen gewerbsmähiger ^Inzucht mit 10 Tagen Haft bestraft worden war, wurde infolge seines Richterscheinens in der heutigen Sitzung kostenfällig. verworfen. Wegen Kohlendi^bslahls erhielt ein Stadt, schüler von hier die Strafe des gerichtlicher Verweises. Ein Taglöhner von hier hat im Philo. sophenwald eine dürre Eiche von 8 Meter Gänge und etwa 12—15 Zentimeter Durchmesser mittels Beils gefällt und entwendet und wird deshalb zu einer Geldstrafe von 150 Mk. verurteil! Mehrere Privatklagen wurden durchBergleich erledigt.-- Tunten, Sport und Spiet * Turnverein 1860 Marburg ge» gen Gießener Sportklub 1900. 2kn gestrigen Sonntag trafen sich auf dem Sportplätze an der Hardt im Gesellschaftsspiel die Ligamann schäften des Turnverein 1860 Marburg und des Gießener Sportklubs 1900. Wie in ben vorher- gegangenen Spielen, so war auch diesmal der Plahverein die bessere Mannschaft. Daß dies nichr zahlenmäßig zum Ausdruck kam, lag an dem schwachen Spiel des Sturmes vor dem gegnerischen Tor. Die Hintermannschaft dagegen war in guter Form und lieh den Gegner nur schwer aufkommen Erst die letzte Viertelstunde brachte eine Wendung des Spieles. 3n dieser Zeit drängten die ©äfti stark und es gelang ihnen auch, den von Gießer erzielten Vorsprung aufzuholen, so daß das Spiel mit 1:1 Toren unentschieden endete. Beide Mann schäften spielten im allgemeinen fair, nur viel zu laut. Zn dieser Beziehung gab das vorangegangene Zugendspiel von Gießen 1900 gegen Dillen bürg ein gutes Vorbild. Gießen zeigte hier wieder ein für Jugendklasse vollwertiges Spiel und ge wann nach gutem Endspiel schließlich überlegen mi* 6:0 Toren. Der Besuch war bei beiden Spielen überaus gut. bttitaMÄrtBi Todes-Anzeige. Freitag abend 6 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Elise Bachmann Ww Die trauernden Hinterbliebenen: Frits Bachmann u. Familie Gießen (Kleine Mühlgasse 10). Otto Bachmann u. Familie. Die Beerdigung findet Dienstag, 17. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 09655 Dienstag, den 17. Oktober, 8V< Uhr, im Postkeller: Tagesordnung: Stadtverordnetenwahl. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen ist dringend erwünscht. Der Saal ist geheizt. Gut möbliertes Zimmer mit oder ohne Pension, wird gesucht. Schriftliche Angebote unter 09657 an den Giehener Anzeiger._______ MWUlllM sucht gegen gute Vergütung ein MMZiMkl Schriftliche Angebote unter 09658 an den Gießener Anzeiger erbeten. (-2 leere Räume für Bureau geeignet, im Zentrum von Giehen gegen jeden annehmbarenPreis zu mieten gesucht. Vermittler erwünscht. Offerten unt. 2545 an Herfo, Mitleid. Annoncen-Expedition, Plockstr. 5. Vermietungen | Kott u. Logis frei. Mienclbfab 3O«,omot | Mietgesuche | Assistent (fei. Dlniernneter) sucht ILM möblierte Zimmer in rilhigei Vaßt. 2chr. Angeb. unter 09654(1.6,(9.^. AA MmAAAAA w d WWW WWW WWWW Bunner Kaufmann iudit möbliertes Zimmer zum 1.11. 22. Sehr. Angebote mit Preis unt. 9325 n. d. G. 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Oktober: '71 Der to ton Monte Chrislö. 2.Teil g Der Schatz von Monte Christo. B Fretkl. Solletenorchester! 9332v Der Vorstand. dWdG Tausendfach bewährte , y । Nahrung bei: KU T6K6 Brechdurchfall, g Diarrhoe, ° American Line RegelmäBige Passagier- und Fr^chtdampffer Hamburg - Passagierdampfer: Doppelschraubendampfer „Mongolia“ . . .21. Oktober Dreischraubendampfer „IWinnekahda11 . . 28. » Doppelschraubendampfer „Manchuria“ .11. November Doppelschraubendampfer „Mongolia“ ... 25. „ Dreischraubendampfer „Minnekahda“ . . 2. Dezember Doppelschraubendampfer „Manchuria“ . 16. Doppelschraubendampfer „Mongoiia“ ... 30. , Frachtdampf em Hamburg-Baltimore Hamburg - Boston Hamburg - Philadelphia usw. Auskunft erteilen: American Line, Hamburg, Börsenbrücke 2 Vertreter: Wilh. Julimann, Gießen, Bahnhofstr. 65. 7361A Die Verwaltung, Heizung und Reinigung des Ueber- nachtungsgebäudes für Eifenbahnper- sonale auf Bhf. Gießen soll an den Mindestfordernden vergeben werden. Die Bedingungen sind im Amtsgebäude,Liebigstr.23 II, Zimmer 20, einzusehen. Die verschlossenen Angebote sind bis 20.Ott., vm. 11 Uljr, ebenda abzugeben. 9331 Der Vorstand des Eisenb.-Betr.- Amtes I Gießen. ZumlässM Wrimn Mr sofort gesucht. eM7 gtnnffattet Bit. 29. Perfekte AWW sofort zur Aushilfe gesucht. Buchdruckerei W ItechkowHki, Ludwtgstr. 4. 9339 Mehrere tüchtige Eisen- dreher sowie 1 selbständig arbeitender Kesselschmied zum sofortigen Eintritt gesucht. Angebote an mim. Botzbach/H ______03HA Sauberes Mädldenüd.Fm Mr einige Stunden gesucht. 09664 Goctbestr. 31 I. LrLentl. Aushilfe wegen Erkrankung meines MädchenSso- fort gesucht. Neustadt 1 1. 9335 Nebenerwerb erlangen penf. Beamte, Kfl., Angell- dch. Nebern, d. Vertret. ein. groll, ein- gef. Feuerversich. f. Gießen m.vorh. Inkasso. Off. u. F. 0. B. 614 nRnäol! Blosse, fr»llkturl N. m,S9 Hilfe s. einige Vormittagsstunden täglich foforr ob. später ges. 09659 Frau Professor Granmaun, Frankfurt. Str. 53 p. IIIIIIIIIIIIIIIIHIHIIHIIIIIIIIIII Siiditijcö ültcrcä llleioHttn bei gutem Lohn u. bester Behandlung für sofort gesucht. Mlttkstt. 7. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIII MM für sofort ges. 9341 Frau Gisset, „Zur Siadt tfidj". 15 Ifijafjr. trift Mädchen z. Mithilfe im Haushalt gesucht. 9285 Westaulage 38 II. Verkäufe | jähr. PinsßherhnDdin rasier.,Stammb. z.v. Ludwigstr.l2I.E> Dackelhund schönes Tier, 4iähr., Rüde, gegen Gebot zu verkauf. Schrift!. Angebote unt.9292 an denGietz.Anzeig.erb. flinhcrniogen zu verkaufen, oh» Wetzlar, Harbachstratze 5 a I. Verschiedenes r > Zch habe mich in Grünberg als Zahnarzt niedergelassen u. bin seit dem / .Oktober allen Krankenkassen zuge. teilt. Zahnarzt Dr. Goering, Grünberg, Frankfurt. Str.23 (im Hause der Zigarrenfabrik H. Lindner).^ Ä DMund «Teckel) aufd-Namen S t r o v v hörend, SamStag morg. entlausen. Gegen gute Belobn. abzug. bei Bauuntern. Müller, A.d. Warte 4,Tel.2133 Brosche (Gold und schwarz) verloren. Abzug, geg. Bel. ««o Frankfurter Str. 7 I, Deutsche Volkspartei. Mitgliederversammlung Dienstag, 17. d. M-, 8V«, GewerbehauS. Tages-Ordnung: Stadtverordneten- wähl. Der Vorstand. Stadttheater Dienstag, 17.Okt.: r.Dienswg'Ab.'vorsk. SesWsblvMen. Ans. 7, Ende i)-/« Uhr. •eeeeeieeeee® •Palast-Llchtspleli» ® GrSBtes nioraehmstesThealeram Platze ® G ~ «v • Auf vielfachen Wunsch ru noch bis elnschl. Mittwoch ® Gastspiel D ® der Film-Operette @ | Heinrich Heines | t erste Liebe 5 Außerdem: W ®DIE HEX 2 Din russisches Volksstück in ter 5 Akten. o^, 6 Akte. 6 Akte. Erlebnisse am Hofe. Ferner Dienetag: 9326c W Astoria-Lichtspiele M Vom 10. bis 19. Okt. 1928: [ Braga lunjevica Der Roman einer Königin ► Flucht vjL Krone Schreckensnächte Amerik. Sensat-Film. 5 Akte. Verlangt zu eurem Nutzen Pilo zum Stiefel putzen Meterverein Dienstag, den 17. Oktober, abends 8 Uhr, im Katholischen Dereinshaus Mitgliederversammlung Tagesordnung: Eintritt nur gegen Vorzeigen der Quittungskarte. Vollzähliges Erscheinen dringend geboten. 9334p Eintritt 2 Mk. Der Vorstand. und MN Körper beseitigt rasch und zuverlässig Zuckers Patent- Medizinal-Seife. Nach jeder Waschung mit Zuckooh-Creme nachbehandeln. Frappante Wirkung, von Tausenden bestätigt. In allen Apotheken, Drogerien, Parfümerie- und Friseurgeschästeu erhältlich. Bn (Stellen in der Drog. Winterboss, rei.»platz 9/10, Löwen-Drogerie und Victoria Drogcrtc,Herm.PlankWwe. und P. Jos. Möbs.______________B30c Arbeitsvergebung. Für den Aeubau eines Beamten« Doppelwvhnhauses (Haus 4 und 5) in der Wilhelmstrahe, hier, sollen unter Hinweis auf den Ministerialerlaß v. 16. Zuni 1893 nebst Rachträgen die Dachdeckerund Glaserarbellen, letztere in 8 Losen, getrennt oder zusammen, vorbehaltlich ministerieller Genehmigung, durch öffent- lichen Wettbewerb vergeben werden. Die Arbeitsbeschreibungen für vorgenannte Lose können ab 18. d. Mts., solange der Vorrat reicht, gegen Erstattung der Herstellungskosten von uns bezogen, Zeich- nungen und Bedingungen während unserer Geschästsstunden eingesehen werden Die Angebote sind verschlossen, mtl entsprechender Aufschrift versehen, bis spätestens 1. Rovember d- ZS.» vor« 11 Llhr. postfrei bei unserem Amte Stephanstraße 18, einzureichen, wo sie to Gegenwart evtl, erschienener Bieter geöffnet werden. Zufchlagsfrist 8 Tage Gießen, den 16 Oktober 1922. Hess. Hochbauamt Gießen. ________Z. B.: Kuhlmann. 93426 Bekanntmachung. Der Voranschlag für die Gemeinde Klein- Linden für das Rj. 1922 liegt vom 17. Olt tober I. Fs. an eine Woche auf hiesigem Bürgermeistereibureau zur Einsicht der 3it- tereffenten offen. Einwendungen bageger können schriftlich oder mündlich während der Offenlegungsftist erhoben werden. Es ist die Erhebung einer Umlage be schlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Klein-Linden, den 13. Oktober 1922, Hessische Bürgermeisterei. Jung. 9328D chenen Wtoci toi tpuri fiattfinb; tät louck Über Mc „K eui l'C( Wa ^Mgcfci »arslellt. Seiten'? Lichts [ R ans t Ä ffifür r9otD dr berH ”991, das Mten Sä । dechü 'Kng § tr.2 5*5 s M.10L ZrägF -en»/ -eoaU-, SnschE Mng ®, Snlchrif rieten: P« J Ne Sie wäre zu > Hvnnklg vielleicht & war politische «vohlvorb zahltm r den.Du Tagung wurde b Doten 8 als real gliefa i Mfmach ist.er die to mmihi bürgerlich Technisch« Lensten bi etnigung Zentrum und es Lemokrati! Lerliner •Sonntag senden 5 sammluiig nung tat der Aep! in Konsl •langten । Men : 2 den Ack Änd teer Lenburg < Latur an das gute Zeichen d dM mfol bemofratV gehen drr Mgerkri des Lum Mchen. ( Se'J W öepvts < Päd tische Man 2000 21 erhielten, stellt. 2 suchung I fest, dah tommunifi dvlen in das an d 1920 erim Nerung sind, betn näre ihr, flumenten" nlähig wxi toll Vvr und M teiligten