Nr. m (Erftheint täglich, außer Sonn» und Feieriaas, mit berSamstaqsbeilage: GießenerFamrlienblätter Monatliche Bejuaspreif«: Mk 18.— und ifih. 2 — Trägerlohn,durch di» Post Mk 2V.—»auch bei Nicht» erscheinen einzelner Nurn» mern infolge höherer Gewalt.- Fernlprech» Anschlüsse: sürdieSchrift« leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach» richten. Anzeiger Stehen. postscheklkonto: Sranlfurt a. M. 11686. Dienstag, ;6. Mai 1922 Erstes Blatt 172. Jahrgang EM a. jJk '<3S*f f'X Tlnnanmv von Anzeigen WM WM für die laqesnummer bis yk. »x A a jk. a yA A A ▲ zum NachMiltag vorher Z^A vS? 4\ xvk *<► ohnejede Berdindlichüelt ■ MM 4>|T MM Hl yfll £Y Air .hobt M 0 7 1 LA ly ffiOr | > ■ H H Z 7 L fj |g ftjF B Anzeige., v mm Breite Vtr : *v A fti |h er M H ■ Bf M Mf ■ V\ I j 11M 65 «5 v-\ Xl >■ MM M I M ■ M BL k» I® HS FS I3v wjy idL tFmQL L.y Anzeigen von 70 mm ▼ 5tz7 y El H V ^Nr M V y V vö v Breit« «OPf. Bei Platz. B AM Vorschrift20" „Aufichlag. <'w' VLF Hauptschriftleiter Slug. General-Anzeiger für Oberhesien MW Anzeigenteil Hans ‘Bedt, Drnd und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steinöruderci H. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchnlstrahe 7. sämtlich in Gr-ßen. Die schwierige Einigung mit den Russen. Die „einladenden Mächte" hatten mit ihrer Abmachung für Haag die Rechnung ohne den Wirt, nämlich Rußland, gemacht, und dieses führt ihnen in «einer Protestnote setzt ganz einleuchtend zu Gemüte, daß das Verfahren nicht feine Zustimmung fände. Indessen hat cd den Anschein, als ob eS den neuesten Interpretationen Lloyd Georges und SchanzerS gelingen würde, unter gewissen Voraussetzungen die Russen bei der Stange zu halten, damit die beiderseitigen Ausschüsse am 26. Juni 1922 im Haag zu gemeinsamen Beratungen zusammentreten können. Die Vorschläge für eine Tagung im ßaai. Genua, 15. Mai. (Wolff.) In der Villa Alberti fanden gestern vormittag und gestern nachmittag Besprechungen der einladenden Mächte statt, an denen Lloyd George, Worthington Evans, Barthvu, Colrat, Ishil, Schanzer und Zaspar, nachmittags auch Barriöre, teilnahmen. Die Vorschläge, die Lloyd George machte, wurden sämtlich angenommen. Dabei handelt es sich insbesondere um folgendes: Je zwei Vertteter der in Genua vereinigten Mächte und je ein Vertteter der übrigen werden sich am 15. Juni im H a a g einfinden. ES werden 33 Nationen voraussichtlich anwesend sein, unter denen sich naturgemäß in der Mehrzahl Sachverständige für russ sche Fragen befinden werden. Diese 33 Nationen werden durch ihre Vertteter ihrerseits eine Sachverständigenkom- Mission wählen, über deren Stärke und Zusammensetzung Näheres noch nicht genau feststeht. Voraussichtlich wird die Kommission aber aus Z bis 8 Köpfen bestehen. Daß die Deutschen im Haag vertreten sein werden, ist nicht wahrscheinlich, da es sich um eine rein russische Frage handele. Die Kommission wird dann mit der von den Russen gewählten Kommission zusammen die drei Fragen: Schulden, Kredite und Privateigentum prüfen. Die begrenzte Treuga dei soll für drei Monate auf der Basis der Gegenseitigkeit Geltung haben. In dieser Zeit dürfen Svnder- verttäge mit Rußland nicht geschlossen werden. Der italienisch-russische Handelsvertrag wird dadurch aber nicht berührt. Lloyd George sd)lug eine weitere Demarche bei den Vereinigten Staaten vor, damit auch diese Vertreter nach dem Haag entsenden möchten. Lieber alle.Punkte wurde man sich völlig einig. Die Beschlüsse von der Villa Alberti sollen heute vormittag der Llnterkommission der politischen Kommission unterbreitet und in ihr zur Abstimmung gebracht werden. Es ist an» zunehmcn, daß die Annahme erfolgen wird. Die Konferenz kann sich dann ihren weiteren Ausgaben widmen und wird dazu noch etwa acht Tage gebrauchen. Genua, 15. Mai. (Spezialbericht des Verttetcrs des WTB.) Die Antwort an die russische Delegation ist heute nachmittag übersandt worden und zwar in derselben Form, wie in dem Entwurf der einladenden Mächte vorgesehen war. Von französischer Seite war gestern gemeldet worden, der erste Teil der Antwort werde eine Zurückweisung des polemischen Teils der russischen Rote enthalten. In der heutigen Sitzung der politischen Llnterkommission wurde aber beschlossen, diesen Gedankenaufzugeben, wie es heißt mit der Begründung, daß einige Mächte erklärt haben, sie könnten die Antwortnote nicht unterzeichnen, weil sie an der Absendung des Memorandums auch keinen Anteil hätten. Ein energischer Einspruch der Russen. Genua, 15. Mai. (WTB.) Die russische Delegation hat an den Präsidenten der Konferenz das folgende Schreiben gerichtet: Herr Präsident! Die heutigen Zeitungen rer- öffentlichen. o f z eile Commui.iques und Tlach- richten über Vorbesprechungen. die gestern zwischen gewissen Mächten, die in der politischen Llnterkommission vertreten sind, stattgesunden haben, und zwar über den Vorschlag der russischen Delegation, die in ihrer Antwort vom 1. Mai die Bildung einer gemischten Kommission Vorsicht, der die weitere Prüfung der finanziellen Probleme übertragen werden sollte. Rach Informationen sollen diele Michte beabsich:-g.rn, sr tuende Entschließung anzunehmcn: 1. Die Vertteter Rußlands von der Kommission auszuschliehen und ihnen nur beratende Stimme zuzuerkennen. wenn es den übrigen Mitgliedern der Kommission angebracht erscheinen sollte: 2. die an der Konferenz von Genua teilnehmenden Staaten zu verpflichten, keine Sonderabkommen mit Ruh'and zu schließen, solange die Arbeiten jener Kommission an- Lauern. Die russische Delegation sieht sich dadurch der Möglichkeit beraubt, offizielle Informationen über die Beratungen der Anterkommission, insbesondere über die vorgenannten Entschließungen zu erhalten, in Anhetrachl der Bedeutsamkeit der Vorgänge ihren durchaus unannehmbaren Charakter für Ruhland zu unterstreichen. Dor allen Dingen muß die russische Delegation ihr Bedauern darüber auödrücken. daß sie nicht eingeladen wurde, um ihre Ansicht über den Vorschlag, den sie selbst machte, darzulegen Was den eigentlichen Kern dieser Entschließungen, die man fassen will, anlangt, so muh die russische Delegation feststellen, daß diese Entschließungen, anstatt die Einigung zwischen den Mächten und Rußland zu erleichtern, nur dahin führen können, die Annäherung zwischen den Machten und Rußland, wie sie durch die Konferenz von Genua erfolgt ist. wieder zunichte zu machen und die Art des Vorgehens für die Lösung des russischen Problems, die sich bisher nicht nur als fruchtlos, sondern auch als schädlich erwies, wieder aufzunehmcn. Der Ausschluß Rußlands von den Arbeiten der Kommission würde dieser Kommission jeden objektiven Charakter und jede moralische Autorität entziehen, und zwar nicht, nur in den Augen des russischen Volkes, sondern auch in den Augen der unparteiischen öffentlichen Meinung. Die zweite Entschließung, die die Mächte verpflichtet, mit Ruhland, solange die Arbeiten der Konferenz dauern werden, keine Abkommen zu schließen, ist selbst, wenn dieses Verbot sich nur auf politische Abkommen bezieht, nichts weiter als eine neue maskierte Blockade, die sich gegen die Interessen des russischen Volkes richtet, das in dieser Entschließung nur einen neuen Akt der Feindschaft gegen seine politische Existenz und seine Lebensintercssen sehen könnte, plebrigens würde eine derartige Entschliehung vollkommen im Widerspruch zu einem anderen Vorschläge stehen, von dem in demselben Com- munique die Rede ist. in dem es heiht, daß die an der Konferenz beteiligten Mächte verpflichtet sind, auf alle Handlungen der Feindschaft untereinander zu verzichten, so daß also die in Rede stehende Entschliehung eine Erneuerung der Feindschaftspolitik gegen Ruhland bedeuten würde, die zwei Zähre vor der Konferenz von Genua eingestellt wurde. Die imssi'che Delegation stellt erneuf mit Bedauern fest, daß jedesmal, wenn eine Einigung zwilchen Rußland und den anderen Mächten einzutreten tm Begriff ist, gewisse Mächte ihre Interessen über die allgemeinen Interessen Europas und Ses Friedens stellen, indem sie verbuchen, die g-memlamen Anstrengungen zunichte zu Machen und dir Beziehungen zu Rußland und anderen Mächten a if den Standpunkt znrückzuführen, auf dem sie sich vor der Konferenz von Ge.ma drfanden. Durchdrungen von dem Gefühl ber Achtung und von von dem Verlangen, das Eintreten neuer 'Verzögerungen zu verhindern, wie sie drrch das Hinzießen der einsei igen Beprechungm o! ne jede Aussicht auf Erfolg in die Konferenz hinein» getragen werden, betrachtet es dir ruf ische Delegation als ihre Pflicht, die sofortige Einberufung der politischen Kommission zu verlangen, damit sie dort thron Vorschlag bezüglich der Schaffung einer gemischten Kommt f on darleg?n und cn Wicke n kann. Dte Einbe u,u"g der Kommission muh a len Mächten die Möglichkeit geben, zu dem Vorschlag Stellung zu nehmen. Genehmigen Sie, Herr Präsident usw. Tschitscherin. Eine llnfcrrcbiinq Schanzcrs mit Tschitscherin. Genua, 15. Mai. (Spezialbericht des Vettreters des WTB.) In der heutigen Vor- mittagssiyung der Anterkommission erklärte Schanzer nach Verlesung des Briefes Tschitscherins, er habe diesem heute vottnit- tag u. a. auseinandergelegt, daß man keineswegs die Absicht habe, die Russen von den Verhandlungen im Haag auszuschließen, sondern im Gegenteil hoffe, daß die Russen kommen würden, um auf dem Fuße völliger Gleichberechtigung zu verhandeln. Der Umstand, daß die Vertreter der Mächte vor den Grüssen zusammentreten, sei darin begründet daß erst die Kommission gewählt werden müsse. Außerdem müßten die Mächte, die in der Kommission nicht dertteten sein würden. Gelegenheit haben, ihren Standpunkt zu erklären und zu sagen: was sie zur Wahrung ihrer Interessen für nötig halten. Er habe Tschitscherin ferner darauf hingewiesen. dop die Bestimmung betreffs des Richt- abM'licßenS von Sonderverttägen keinesfalls in die russische Souveränität eingreife, son- d'ern lediglich eine Behinderung der Arbeiten der Sachverständigen vermeiden solle. Bar- '.hou sagte noch zu TschitscherinsBrief. dieser bedeute einen Angriff auf Frankreich, den er zurückweisen m ü s s e. Frankreich sei für die einladenden Mächte bemüht, ein Abkommen zu ermöglichen und arbeite an diesem Ziel mit vollem Herzen mit. Z a s p a r schloß sich dem Protest V-arthous an. Hierauf wurde das Dokument, wie gemeldet, angenommen und beschlossen, die Russen für morgen vormittag 10*/? Uhr zur Sitzung der Unterkommission einzuladen. Nunmehr erklärte Batthvu, er werde an dieser Sitzung nicht teilnehmen, da die französische Delegattvn an der Absendung des Memorandums keinen Anteil hatte. Aber wenn Rußland annchmen werde, so werde die französische Delegation ihrer Regierung die Anna Hine der Bedingungen der Anterkommifsion empfehlen. 2Bic Lloyd Gkorfle die Russen beschwichtigen will. London, 16. Mai. (WTB.) Einer Reutermeldung aus Genua zufolge sagte Lloyd George auf eine Frage bezüglich der Rote der Mächte an Rußland, Deutschland sei von der Haager Kommission a u S- g e s ch l o s s e n, da es ein besonderes Abkommen mit Rußland .abgeschlossen habe. Die Rote sei tatsächlich in ihrem Kern eine Annahme des russischen Vorschlages. Die Vertteter Rußlands und die anderen Vertteter würden sich nach dem 26. Juni alle auf der Basis einer absoluten Gleichheit zusammenfinden. Wenn, erklärte Lloyd George, Rußland ablehne, im Haag zu erscheinen, dann haben wir nichts mehr zu sagen. Die britische Delegation fei indessen der Ansicht, daß die Russen die Lage mißverstanden haben, daß durch Erläuterungen dieses Hindernis beseitigt werden kann. Cine Erklärung Nakowcikis. Genua. 15. Mai (Spc ialbe icht des Vertreters des WTB.) Das Mi.glied der rttssischen Delegation, Rakowski, hat heute nachmittag Prcstevertretern folgende Erklärung abgegeben: Wir haben die Mi t Jhtng des Cvmmuni^ues der Alliierten noch nicht empfangen, fennen aber den Inhalt. Wir muten unser Erstaunen ausdrücken, daß man zwar unseren Vorschlag angenommen hat, uns aber bei der Beantwortung nicht fragte, wie wir uns die Sache gedacht hätten. Hätte man das getan, hockte man eine ungeteilte gemischte Kommission vorgeschlagen. Wir fürchten, daß das, was man jetzt mit getrennten Kommis!ionen machen will, einen schlechten Erfolg haben wird. Man wird aneinander vor bei reden und sich mit Roten bombardieren, also die Methode beibehalten, die sich in Genua als unfruchtbar erwies. Wir fürchten, daß drese Riethode ba^u führen wild, die Gegensätze zu vertiefen, aber nicht dazu, eine Drucke zu schlagen. Wenn man eine einheitliche Kommission gehabt hatte, hätte man sich gegenseitig viel näher kommen können. Trotzdem werden wir nach dem Haag gehen und dort jede Gelegenheit benutzen, unfern guten Willen zu zeigen. Richt annehmbar ist für uns die Bedingung, während der drei Monate der Kommission.beratungen keine Verträge zu schließen. Haag ist uns als Tagungsort nicht sehr sympathisch, weil wir mit Holland keine Beziehungen haben: auch Haden wir keine Perträge mit Holland. Die Stadt liegt uns sehr unbequem, noch un' ciuemer als Genua. Wir hätten Riga oder Stockholm vorgezogen, weil sie für uns bequemer liegen. Die Zerstörnngspolilik Poinear^s. Paris, 15. Mai. (WTB.) Eine Ha- vasmeldung aus Genua besagt, daß die gestern in Genua vereinbarte Regelung, daß die französische und belgische Delegation ihren Regierungen empfehlen sollen, sich im Haag in dem Sachverständigenausschuß ver- ttcten zu lassen, falls die Sowjetvertreter das ihnen vvrgeschlagene Verfahren annehmen, der französischen Auffassung entspreche, die der Fortsetzung der Konferenz in anderer Form ohne Pause, der Ernennung der Sachverständigen durch die Konferenz selbst und der Zulassung der Russsen in den zukünftigen Ausschuß immer ablehnend gegenübergestanden haben. Diese Punkte seien jetzt sämtlich zu ihrer Zufriedenheit geregelt. Außerdem sei die französische Regierung durch keinerlei Entschließung der Genueser Konferenz gebunden, und es stehe ihr deshalb vollkommen frei, der Empfehlung ihrer Abordnung sich im Haag in dem Sachverständigenausschuß vertteten zu lassen, nachzukommen oder nicht. Selbst wenn die Regierung beschließen würde. Sachverständige zu entluden, werde sie inaner noch berechtigt sein, sie zurückzurufen, und sich nicht mehr als nötig frei den Besprechungen zu verpflichten, wenn die Vorverhandlungen vom 25. bis 26. Juni nicht ihren Absichten zu entsprechen scheinen. Paris, 15. Mai. (WTB.) Der „Temps- schreibt unter der Aeberschrift: „Das Testament der Konferenz": Was den nach Beendigung der Konferenz einzuschlagenden Weg betrifft, so kann Frantteich auf seine Handlungsfreiheit nicht verzichten. Wir unterstehen weder einer Konferenz noch einem Ausschuß, noch einem Kvnsottium, noch einem Aeberstaat. Wir sind Bürger, Bürger eines Landes, das sich selbst regiett und wünschen, daß alle Länder wie Frantteich Herren ihres Besitzes bleiben. Wir erwarten also den letzten Willen der Konferenz in Ruhe und bemerken nur, daß es gut sein wird, die Schluhformalitäten nicht in die Länge zu ziehen. Aus dem englischen Unterhaus. London, 16. Mai. (WTB > Lambert ersuchte die Regierung, die Bedingungen und den Zeitpunkt der Einladung zur Erörterung der Frage mitzuteilen, welche gemeinsame Aktion gegenüber Deutschland h ter- nommen werden soll, wenn eS seinen Reparationszahlungen nicht nachkonrme, und ob die Regierung die Gründe mitteilen könne, mit denen die Regierung ihren ablehnenden Standpunkt erklärte. Chain berlain erwiderte: Am 26. 4. ersuchte Llovd George Dtttl-rm, tie Zusammenkunft der alliierten S'aaten und der Llntcrzeich- ner des Vers »iller F i dmsre. t ages m g - noch vor Abbl-uch Oer Konferenz in Genua statyinden, um die Haltung zu erörtern, die am 31. 5. gegenüber Deutschland eingenommen werden soll. Die französische Regierung LiKe durch 'Barthon mit, daß sie keinerlei Anteil an (rgcnO einer Konferenz vor dem 31. Mai weder in Genna noch sonst an einem Orte nahmen werde. Auf weitere S a;en gab Ctzamb rl i i yar Antwort: Zwischen Barthvu und denr Prea.ierinlnister wurden keinerlei Dokumente aus<,etauscht. Dte Mitteilungen waren auf beiden Seiten Ve.bolnoten. Lambert frage, ob Chamberlain wisse, daß viele Mitglieder des Parlaments mit Besorgnis der wachsender, Spannung zwischen Frankreich und England entgegensehen. Chamberlain erwiderte. auch er sei der Erörterung von Ereignissen, die zu einer Entfremdung bei tragen oder Schwierigkeiten erzeugen könnten, nicht günstig gesinnt. Kenworthy ersuchte um die Versicherung. daß eine Erörterung im älnterhause flatt- finden werde, bevor irgendeine Aktion militärischer Art gegen Deutschland vor- genommcn werde. Der Sprecher wandte ein, daß diese Anfrage angemeldet werden möge. Chamberlain teilte auf eine Anfrage unter Beifall mit, daß die britisck-e Regierung nicht beabsichtige, irgend eine Anleihe an Sowjetrußlarid zu gewähren. Auf verschiederrc Anfragen bezüglich der Konferenz von Genua antwortete Chamberlain, die Antwort der Sowjetregierung auf das Memorairdum vom 3. Mai sei eingegangen. Sie sei von den Mächten geprüft worden. Zu einer Zeit, da die letzten Informationen abge- scmdt wurden, sei es wahrscheinlich gewesen, daß die Mächte über die geeinigte Methode der Behandlung dieser Antwort Übereinkommen würden. Er, Chamberlain, verfüge über keine offizielle Information. Das deutsch-polnische Abkommen. Genf, 15. Mai. (WTB.) Heute nachmittag wurde das deutsch-polnische Abkommen über die Regelung der älebergangsverhältnisse in Oberschlesien von den DevollnMchtigter' des Deutschen Reiches und der Republik Polen in öffentlicher Schlußsitzung unterzeichnet. Reichsminister a. D. Schiffer dankte dem Präsidenten und seinen Mitarbeitern für ihre wertvoll- Hilfe. Bor allem, erklärte er, fei die oberschlesische Bevölkerung dafür dankbar, daß Calonder sich persönlich in ihr Land begeben habe, um dort dio Verhältnisse zu studieren, während man es vor der Entscheidung des Votschafterrates n'cht für angezeigt erachtete, mit der Bevölkerung hi Fühlung zu treten. Er betonte dann, daß, wenn er auch die Genugtuung des Präsidenten über das vollbrachte Werk verstehe, er als Deutscher keine ungetrübte" Befriedigung empfinden könne, da Deutschland nicht aus freiem Willen nach Genf zu den Verhandlungen kam, sondern unter dem Zwange der Entscheidung der Botschasterkonferenz, und da der Derttag außerdem den Tagen näher rücke an dem abermals Taufende von Deutschen vom Reiche getrennt werden Die Rech'sverWahrung, die gegen den Beschluß der Dotschafter- konscren» (ingcl.gt wurde, besiehe daher fort und werde nicht durch die älnlerschrift unter daS gegenwärtige Abkommen berührt. Rich sdesto- uxmiger habe Deutschland alles getan, was in feiner Macht lag, um günstigere Bedingungen zu schaffen, unter Denen das verwundete oberschle- sische Volk fortleben könne, und er hoffe nunmehr, daß der Vertrag gute und aufrichtige Beziehungen zwischen Deutschland und Polen und eine allgemeine internationale Beruhigung schaffen werde. Kurz nach Beendigung der Konferenz schritten Reichsminister a. D. Schiffer und Minister 01- szowski zur Unterzeichnung zweier Son- derablommen. die zwar im Zusammenhang mit dem großen Vertrage, aber in völlig selbständigen und unmitt [baren Verhau? langen zwischen den beiden Staaten abgeschlossen worden waren, nämlich des Posts ' eckabkommens und des Abkommens über das Grenzpaßwesen. Genf. 15. Mai. (WTB.) In der heutigen Sitzung der Polnisch-Danziger Kom- nf i f f i on, an der außer den beiden Abordnungen auch der Dölkerbundskommissar für Danzig teilnahm, wurde über ba£ Rechtshilss - abkommen zwischen Danzig und dem polnischen Reiche folgende Vereinbarung erzielt: Polen erklärt sich bereit, auf der Grundlage des deutsch-polnischen UeberleiiungSabfom- men« ein ähnliches äleberleitungsabkommen zwischen Danzig und dem Deutschen Reiche unter Berücksichtigung der Wünsche der dr-tz Staaten abzuschließen. Gleichzeitig erklärt sich bü polnische Abordnung bereit, ü er den Abschluß eines Rechts- Pfleg eabkommens zwischen Danzig u. Polen einerseits und dem Deutschen Reiche andererseits sofort in Verhandlungen einzutteten und unverzüglich nach dem Dorbilde oeS augenblicklich zwischen, Polen und dem Reiche bestehenden Rechtsverkehrs unter Berücksichtigung der Danziger Wünsche den Rechtsverkehr zwischen Polen und Danzig zu regeln. Auf Grund dieses polnischen Zugeständnisses wird die Freie Stadt Danzig die Berufung zurückziehen, die sie gegen die 1921 gefällte Entscheidung des BöllerbundskommiMrS eingelegt hat. Diese Entscheidung sprach sich gegen die Ratifikation des bereite 1920 zwischen Danzig und Lein Deutschen Reiche abgeschloßenen Rechtshilfe- Vertrages aus. Der Völkerbund wird die heute getroffenen Vereinbarungen zwischen der Freien Stadt Danzig und Polen wahrscheinlich in der nächsten Sitzung zur Kenntnis nehmen. 2his dem Reiche, DaS DerslcherungSgefrtz für Angestellte. Berlin. 15. Mai. (WTB.) Der sozialpolitische Ausschutz des ReichStvirtschaftsrateS hat u. a. den Entwurf des Gesetzes über die Aenderung des BersicherungSge- seyes für Ange st eilte mit den Vorschlägen des Unterausschusses beraten. ES wurde eine Einigung dahin erzielt, datz die obere Grenze oes verftcherungSpflichtigen Einkommens auf 80 000 Mark erhöht wird. Die Abstimmung ergab für den Beschluß des Unterausschusses die Mehrheit. Erhöhung der Löhne der StaatsangesteNten und -Arbeiter. Berlin, 15. Mai. (Priv.-Tel.) Den Blättern zufolge haben im Reichöfinanz- mtnisterium Verhandlungen über die Erhöhung der Löhne der Staatsange- stellten und - arbeiter begonnen. Sollten die jetzigen Verhandlungen zu einem schnellen Abschluß gebracht werden können, so besteht die Möglichkeit, die neuen Löhne bereits mit Beginn des Juni auszuzahlen. Ein kommunistischer Landrat. Holle, 15. Mai. (WTB.) 3n der Sitzung des Kreistages wurde der kommunistische Arbeitersekretär Grabow in Halle mit 15 Stimmen zum Landra 1 des Saale- kreises gewählt. Der Demokrat Mutzak erhielt 10 Stimmen und der kommissarische Letter, Regienmgörat Müller (Soz.) 2 Stimmen. Däckerstreik in Leipzig. Leipzig, 15. Mai. (WTB.) Die Bäckergesellen sind in den Streik getreten. Die Bevölkerung ist ohne Brot. Die Bäckermeister haben die von den Gesellen verlangte Lohnerhöhung abgelehnt, tneil sich der Magistrat gegen eine Brotpreiserhöhung erklärte. AuS der Reichsgewerkschaft Deutscher Eisen- bahnbeamten. Vom Pressedienst der Reichsgewerkschaft Deutscher Gisenbahnbeamten und -Anivärter wird uns geschrieben: Es gingen in letzter Zeit wieder einmal Meldungen durch die Presse, die einen Zusammenhang zwischen der Leitung der Reichsgewerkschaft und der Kommunistischen Partei Deutschlands zu konstruieren versuchen. So sagte man, datz in einem Rundschreiben der Partei ein- möglichst wohlwollende Haltung der kommunistischen Par- tetinitglieder gegenüber der Reichsgetverkschaft und ihren Bestrebungen empfohlen worden sei. Wir stellen demgegenüber fest, datz unsere Ge° wcrlschastsleitung von diesem Rundschreiben lediglich durch die Presse erfahren hat und datz keines unserer Vorstandsmitglieder zur Kommun stisch n Partei Deutschlands in irgendwelchen Beziehungen steht. Auch in bezug auf die Reugründung einer Organisation,' die sich „Gewerkschaft Deutscher Reichsbahnbeamten" nennen soll, und angeblich schon 83 000 Mitglieder aus den Kreisen der mit der jetzigen Rcichsgewerlschastsleitung unzufriedenen Elemente zählt, werden die irreführendsten Meldungen verbreitet. Die Wahrheit ist. datz lediglich die durch satzungsgemätze Entscheidung der Hauptversammlung Glicht wiedergewählien ehemaligen Führer der Reichsgctverkfchaft unter Anschluß ihrer persö.nlichcn Anhängerschaft die genannte Reugründung betreiben. Der gemeldete Austritt ganzer Fachgewerkschaften aus der R. ©. ist gemätz den Reichsgewerkfchaftssatzungen ci'fl nach verhältnismä. ig. langer Frist möglich Von einem pl glichen Zerfall der Reichsgcwerkschast kann deshalb kcine Rede fein. Es sind vielmehr auch in einzelnen Fackgewerkfch.nften nur die augenblicklichen Vorstände, die gegen die Meinung des größten Teiles ihrer eigenen Mitgliedschaft zur Rettung ihres persönlichen gewerk- schaftlich'n Einilusses auf eigene Faust Zersplit c- rungspalitik treiben. Selbst von unserer Fach- gewerklchaft VI (her gehobenen mit leien Beamten) stehen noch heute große Teile fest auf dem Boden der Reichsgetverkschaft Deut cher Cisen- bahnbeamten und -Anwärter. Sie sind im Falle eines endgültigen Beschlusses ihrer Fachgewerkschaften. aus der R. G. aus u'' iden. ent chlossen, ihrer Stammorgant'alion als Cia e'.m tglieder bei-- zutrcten. Die letzte Hauptversammlung der R. G. hat diesbezügliche Satzungsänderungen bereits be- chlofsen. Völlig irreführend, weil vollständig unwahr, ist die Meldung, datz die neu zu gründende Split- tero.ganisalion neben der Reichsgewerkschaft in den Deutschen Veamtenbund ausgenommen werden könne. Die Satzungen des Deutsch.'« Beamtenbundes verbieten ausdrücklich eine solche Aufnahme konlurrierender Verbände, und die Bundesleitung hat am 27. April ds. Zs. einen Antrag der Reugründer um Aufnahme in den D. B. B. in aller Form abgelchut. Es steht danach fest, datz die sogenannte „Gewerkschaft Deutscher Reichsbahnbeamten", falls sie wirtlich zustande känie, den gewünschten Anschlutz an eine Parti- politisch neutrale Spitzenorga.äjation ohne schü>ere Erschütterung des D. Bö B. niemals finden könnte. , ■inn»i^B——1——-- Aus Stabt und Land. Gießen, den 16. Mai 1922. Gesundheitszustand und Sterblichkeit im Streite (Anken im Jahre 1921. Im Anschlutz an die Veröffentlichung über die Bevölkerungsbewegung und die Sterblichkeit in der Stadt Giehea teilt uns das Kreisgesundheitsamt aus der Statistik des Kreises Gietzen folgendes mit. In Klammern sind die entsprechm- den x3a0len des Vorjahres beigesügt. Im Jahre 1921 sind in den 79 Gemeinden des Kreises Gietzen 2660 (2785) Kinder lebend geboren worden: hiervon kommen als Devölle- rungSzuwachs nicht in Betracht 438 Kinder, die in der Frauenllinil geboren als Kinder kreis- fremder Mütter alsbald wieder weggebracht wurden. so datz 2222 (2417) Kinder als Geburtenzuwachs anzusehen sind. Von diesen entfallen auf die Stadt Gietzen 704 (698) und auf den Landkreis 1518 (1719) Kinder: bei einer Einwohner- zahl von 97 600 des Kreises nach der letzten Volkszählung im Jahre 1919 kommen auf je 1000 Einwohner 22,7 Geburten (24,7). Für die Stadt Gietzen beträgt diese Zahl 21 %o und für den Landlreis 23,6"/oO. Eheschließungen fanden im Berichtsjahr 1167 (1488) im Kreis Gietzen statt. Die Zahl der Gestorbenen beträgt 1513 (1638). Rach Abzug der in den Gietzener Krankenanstal- ten Verstorbenen, die dem Kreis Gietzen nicht angehören, bleiben 1203 (1368) Kreisangehörige übrig, für die sich eine Sterblichkcitsziffer von 12,3" üll (1920: 14"/00, 1919: 13,7"/Oo) berechnet: es i st dies eine verhältnismäßig günstige Sterblichkeitsziffer. Wie sich die Gestorbenen auf die einzelnen Altersklassen verteilen, ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich, in welcher auch die in der Stadt Gietzen Verstorbenen den im Landkreis Verstorbenen gegenübergestellt sind: ftrei-i ®*c6,n Stobt (Dieben Ponbhreiß (Bloßen nn ganzen (07 000 (Cinto ) (33300 ffhnü.) (643VÖ (Finto.) 0-1 Jahr 188 = 15,6" 0 83 21.5% 105 - 12,8"/.. 1-5 „ 53= 4,5'7» 16 = 4,1% 37= 4,5" o 5 15 „ 42 3.5"/, 12= 3.2% 30= 3.7% 15-30 „ 130 — 10,8"'n 46 = 11.8"/0 84 = 10,4" 0 30-60 „ 232 = 19,2% 74 = 19,2% 158 = 19,3"/., 60- 70 „ 213 = 17.8% 64 16.5% 149 = 18.3" 0 über 70 „ 345 - 28.6" „ 92 = 23,7" > 253 = 31.0"', 1203 " 100.0 387 = 100,0 816 = 100,0 Von den in der letzten Altersllasse Verstorbenen hatten 84 (91) Personen das 80. und 7 das 90. Lebensjahr überschritten (2 in Gietzen 92 b;w. 98 Jahre. Lollar und Wieseck 2 mit 94 Jahren. Bellersheim 93 I.. Alle idorf a. d. Lahn 92 I., Langd und Queckborn 91 I. und Lang- Göns 90 I.). Betrachten wir die Todesfälle der Kreisangehörigen nach den wichtigeren Krankheitsgruppen geordnet, so ergibt sich'folgendes: Von den 183 (177) Säuglingen sind allein 84 (34) im Laufe des ersten Leb msmonats an Lebensschwäche (Bildung Je! l.u , Frühgeburt) g'storben, Darm- latarrh und Ernährungsstörungen sind bei 30 (14) Kindern als Todesursache angegeben. Die namentlich dem Kindesalier gefährlichen ansteckenden Krantheiten haben in den letzten Jahren eine besondere Verbreitung und ein bösartiges Auftreten nicht gezeigt. Von 109 (84) uns gemeldeten Diphthevi .rcrnlungen sind 6 (8) Fälle mit tödlichem Ausgang verzeichnet. Scharlach forderte von 170 (95) angemeldet en Srlran- kungssällen 2 (2), Masern 3 (4) und Keuchhusten, dessen Auftreten aus einigen Orten des Land- Ireifes gemeldet wurde, keine (10) Opfer. An Typhus erkrankten im ganzen im Kreis Gietzen 5 (6) Personen, und zwar alle in det Stadt Gießen: Paratyvhns wurde 27 mal (9 mal) gemeldet, davon 21 Fälle aus der Stadt Gietzen, 2 aus Wieseck und je ein Fall aus Klein-Linden, Steinberg, Lollar und Heuchrlheim. Alte diese Grkran- lungen gingen in Genesung über, desgleichen auch zwei Erkrankungen an epidemischer Genickstarre. An Wochenbettfieber starben 7 (7) und an anderen Folgen der Geburt 5 (1) Frauen. An Tuberkulose sind im Kreis G.etzen 153 (159) Personen gestorben, und zwar entfallen auf Tuberkulose der Lungen Hl (115), auf Tuberkulose anderer Organe 34 (31) und aus Miliar- tuberkulöse 8 (13) Todesfälle. Unter den 78 Land- gemeinden des Kreises sind in 38 (40) Orten keine Tubeikulofetodes,älle vorgekommen. An Lungenentzündung tzarben im Berichtsjahr 99 (150) und an Grippe und deren Folgen 17 (58) Personen. Erkrankungen der Atmungsorgane führten in 56 (60) und der Kreislauf» organe in 142 (131) Fällen zum Tod: Gehirn- schlag ist 59 mal (67 mal) als Todesursache angegeben. 8 mal (3 mal) endete Blinddarmentzündung tätlich. Krebs brachte 84 (98) und andere bösartige Reubildungen 10 (22) Todesfälle. Durch Selbstmord endeten 15 (26) Personen, und zwar 10 (20) Männer und 5 (6) Frauen. 27 (25) Personen starben an den Folgen einer Verunglückung. Dr. Schupper t. * ** I m Lichtspielhause in der Bahn- hofstratze wird noch bis einschl. Donnerstag der Film „Kaiserin Elisabeth von O e st e r - reich" gezeigt, der nach den bisher unveröffentlichten Aufzeichnungen der Gräfin Larisch, einer Richte Elisabeths, abgefaßt ist. Interessant wird das Werk besonders durch die persönliche Mitwirkung der Gräfin und deshalb, weil zu den Aufnahmen Kostüme und Requisiten aus der Wiener Hofburg benutzt wurden. Boruotizcn. — Tageslalender für Dienstag. Astoria-Lichtspicle, ab heute: „„Die Schlucht des Grauens". - Aerztekurs. Der Fortbildungskurs über das Mittelgebiet zwischen Krüppelfücsorgss, Kivderheillunde und Reirologie beginnt am Mittwoch, den 17. M a i, nachmittags 4 11 Ij r in der Kinderklinik. Wettervoraussage für Mittwoch. Ziemlich heiter, warm, Südwestwinde, Rei° flung zur Gewitterbildung. Die Depression an der Westküste Englands zieht nordostwärts und beeinflutzt unsere Witterung nur schwach. Geringe Luftdruckschwankungen in dem Hochdruckgebiet über Deutschland bedingen Gewitterbildungen. Landkreis Gicften. ' L a n g - G ö n s, 16. Mai. Am vergangenen Sonntag wurde die neue Orgel eingeweiht unter großer Beteiligung der Gemeinde ^ndvieler cuSlDärilger Gäste. D.r Ortsgeist.iche, Psar.er Weber, und Pfarrer Stumpf- Eschenrod breiten die Wcihepredigt. — Hungen, 15. Mai. Im Saale des „Darmst. Hofes" gab gestern abend der Gern- b ardt sehe Zither- und Mandolinen- d) o r Gießen ein Konzert und bot damit den zahlreich erschienenen Zuhörern einen vorzüglichen Genutz. Datz man hier Verständnis für schöne, volkstümliche Musik hat, bewies die musterhafte Ruhe, die während der Vorträge herrschte, so datz alle Feinheiten und Pianostellen voll zur Geltung kommen tomitcn. Das reichhaltige gut zusammengestellte Programm wickelte sich in flotter Weise ab und die einzelnen Darbietungen ernteten lebhaften Beifall. Ramentlich der Sängerin, Frl. Pfaff- Gietzen, wurde geradezu stürmischer Applaus gespendet für ihre tief empfundenen, wirkungsvoll zu Gehör gebrachten Lieder, die Musiklehrer Gernhardt in präziser Weise auf der Zither begleitete. Die Sängerin, die über eine klangvolle Sopianstimme verfügt, mutzte sich daher zu mehreren Zugaben verstehen. Der Chor hgt sich mit diesem wohlgelungenen Abendkonzert hier einen guten Ra men geschaffen und wird bei seinem nächsten Besuche bei uns wieder vor einem vollen Saal konzertieren. Kreis Büdingen. )( Ortenberg, 15. M i - Gestern abend sprach in öf,en l eher Ver'amm u g R ich t gs- abgeoidneter Pfarrer Korell über „Genua and die deutsche Zukunft". Die Versammlung wurde vom D igwrdneten Landwirt Pfeiffer geleitet. In der AuZsprache vertrat Schneidermeister Schis, den Sta.idpunkt der mehrheitssozialdemotratischeu Partei. Starkenburg und Rheinhessen. * Mainz, 15. Mai. Der regelmäßige Personenverkehr aus dem Rhein wurde mit dem gestrigen Sonntag sowohl von der Köln- Düsseldorfer als auch von der Holländischen Linie aufgenvinmen. Das schöne, wenn auch noch etwas kühle Wetter hatte bereits zahlreiche Rheinreisende auf die Schiffe gelockt. * Mainz,. 15. Mai. Bekanntlich ist vor einigen Wochen im städtischen Kranken- h ans G r o tz feuer ausgebrochen, das ziemlich große Dimensionen angenommen hat. Wie sich ic'.t bei den Wiederherstellungsarbeiten heraus- geftcltt hat. ist der Schaden viel bedeutender als man zuerst angenommen hatte. Die Wiederinstand'e un.isarbeiteii all in verschlingen eine Summe von mindestens zweieinhalb Millionen Mark und dazu kommen noch große Ausgaben für die Wiederbeschaffung der vernichteten Einrichtungen. * Offenbach, 15. Mai. Das hiesige Gaswerk soll einer bedeutenden Grweite - r u n g unterzogen werden, da sich die derzeitige Anlage als dm Verhältnissen nicht mehr entsprechend täglich mehr bemerkbar macht. Die Stadiverordnetenversamml mg l:at daher in ihrer letzten Sitzung beschlossen, für die Erweiterung der Ofenanloge eine Summe von 22 Millionen Mark bereitzustellen. Hessen-Nassau. Selbsthilfeorganisation des Mittelstände-. Frankfurt a. M., 15. Mai. Private Kreise und Magistratsmitglieder hielten am Samstag eine Besprechung ab, in der be- chlvssen wurde, eine großzügige Selbsthilfe- organisation in die Wege zu leiten, um auch denjenigen Kreisen, die keinen genügenden Beisicherungsschutz genießen, den Besuch einer Erholungsstätte zu ermöglichen. Zur Durch- ührung der gefaßten Beschlüsse wurde ein Komitee gebildet: der Berein „Altershilfe" hat dem neuen Unternehmen gleich 50 000 Mark zur Verfügung gestellt. * Frankfurt a. 1, 15. Mai. Gestern and hier einFrankfurterZugendtag takt, der am Vormittag zahlreiche Knaben und Mädchen zu einer Morgenfeier im.,Saalbau vereinigte. In der Paulskirche hielt Hermann Schafst-Messel eine kernige Ansprache an die Jugend, und am Rachmittag wurden gemein- am schöne Stunden bei Gesang und Spiel im Hutparl verlebt. Abends veranstalteten die Teilnehmer an dem Iugendtag einen großen Fackelzug durch die Straßen der Stadt. fpd. Kassel, 15. Mai. Ein 22jübriger Kaufmann hat einem hiesigen Geschäft, bei dem er in ©iellung war, 30 000 Mk. unterschlugen und ist damit flüchtig gegangen. In seiner Begleitung befinden sich wahrscheinlich zw.u „Damen". --- Landwirtschaft. Protest der oberhess'schen Dauern gegen die Getreideumlage. Gleichzeitig mit Bersammlungen der Bauern- bereinigungen Htarkenburgs in Darmstadt (siehe unseren gestrigen Bericht) und Rheinhessens in Albig bei Alzey sand in Gießen auf Textors Terrasse eine Protestkundgebung der ober hessischen Bauernschaft statt, die von dem Landesvorsitzenden des Hess. Bauernbundes, Dr. von Helmolt, mit einer Begrüßungsansprache eröffnet wurde. Als erster Redner sprach Dr. Dauer, der darlegte, aus welchen Gründen eine Fortführung der Zwangsbewirtschaftiing des Getreides im volkswirtschaftlichen und bäuerlichen Interesse unbedingt abzulehnen sei. Seit dem Zutritt Deutschlands zum Weltmarkt hat jede Zwangsbewirtschaftung ihre Berechtigung verloren und greift unnatürlich in das lebendige Geschehen des Wirtschaftslebens ein. Sie ist weiterhin abzulehnen, weil sie ungerecht erscheint angesichts der Tatsache, daß sie nur einen Stand, die deutsche Land» wirtschaft, unter Zwang stellt. Die Zwangsbewirtschaftiing vermindert aber vor allem die Erzen- gungsföhigkeit d?S deutschen Bodens an Getreide, indem sie Bodenfläche und Ertrag für diese Frucht verringert und führt außerdem zur Extensivität des landwirtschaftlichen Bewiebes, indem sie den Landwirt verleitet, an Düngemitteln und Arbeitskräften zu sparen. Man solle durch Beseitigung der Handelszwischengewinne und durch eine Auslage auf die Gesamtheit der besser gestellten Schichten unseres Volkes eine Verbilligung des Brotes für die wirklich Rotleidenden in Deutfch- land bewerkstelligen, nicht aber einem Stand die Kosten für eine Senkung des Biotpreises nuf- bürden. Der Bauer verlange mit Recht, daß ihm sein Getreide mit dem Tagespreis befahlt werde. Landwirt S ch ö n s e l d - Wendc'sheim überbrachte die Grütze der rheinhessischm Bauern, Landtagsabgcordneter Glaser die der Siarken- burger. Für dos besetzte Gebiet sproch Secker, während Abgeordneter Fenchel zur Einigkeit mohnte. Rachdem noch eine Reihe weiterer Redner zu Worte gc-konrmen war. sprach Dr. von Hel- mol t das Sch n':wort. Bei einer erneuten Umlage sei es dos gute R -hl des Bauernstondes, seine Mithllse in jeder Fvrmi zu verweigern. Die Landwirte wären bereit, für die wirklich Minderbemittelten sorgen zu helfen, im übrigen aber kämpften sie für sich und damit für das Wohl des deuischen Volkes, das auf einem gesunden Bauernstand bernt.e. 2luf seinen Vorschlag wird ein Protesttclegrcrmrn an den Reichsernähiungs- miniflev abges.rndt. Rochstehende Cntschlietzung wird einstimmig angenommen: „Die Landwirtschaft der Provinz Oberhessen, Starkenburg rind Rt-einhessen, lehnt jede Form der Zw-rngsbewir-tschoftung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, besonders auch des Getreides ab. Die Zwongswii-Ischaft Verteuert die Preise, wirkt produktionshemmend und ist nicht geeignet, die Ernährung des deutschen Volkes sicherzustellen. Das Hilfswert der deutschen Landwii4schaft mützte naturgemätz untergraben werden. Die unsachliche und ungerechte llmlogc des letzten Jahres, die völlig verfehlte Preispolitik, hoben in de>- hef i'ch m Landwi tschäft eine solche Erbitterung hervcrg..rufen, da>tz i ie la dwirtschost- lichen Organisationen nicht mehr in der Lage sind, die Landwirte zu einer erneuten zwangsweisen Ablieferung zu bewegen. Jeder Versuch einer neuen Wi 'dereinsiihrung wird scheitern. Wir fordern unbedingte Einlösung des im Vorjahre seitens der Regierung gegebenen Ver° Feuilleton. Frankfurter Opern-Araufführungen. Frankfurt a. M., 15. Mai. Das Frankfurter Opernhvrus machte in trefflichen (reichstentschrn) Urauffüh.ungen mit zwei Schäpfunee i des ungarischen Komponisten Vc la Dartäk bekannt. Eia ernst Begabter, sucht dieser angesehene Künstler neue Wege, indem er sich in vergangene Musikperioden versenkt und aus den primitiven Tonarten und Bruern- und Rationalmelodien Bereicherung für den Nang- lichen Ausdruck hervorzuheben bemüht isl. Dar- töf kommt so zu vielfachen Dissonanzen und Kakophonien, die ober nich als Selbstzweck oufzufossen sind: seine Musik will nicht einfach untermalen und illust.ie.en. wohl ober den ©timmung8geb.il f der Dichtring wiede: spiegeln lösten. Den Opernalt „Herzog Blau vor ls Burg" (Tert von Dela Dolttü) 1 rennt von der naiven Gruseilegende des franz si'chen Bolksinäi chens die V rbrämung mit Symbilck der nur schwer beizukornmen ist. Ein drarnolischer Impuls fehlt dies in Dialog zwischen zwei Personen völlig, und das Mo'iv von den Türen, die Judith öffn, l sind damit die geheimen .'be'-zenSkomme n deS Mann v gemeint?- fJ :t\ ich! we i( ;e alS fibcamol w eder Vom 5. Bild an wird die Vertonung lebendiger und lyarmci; sie ist, an Wcigner und ivob.psn gebildet, das Werk eines eigcnailig begabten n, dem jvk dramatische und iben• tralische Gestoltungslrieb abgel t. Um einige Grade leichtflüssiger ist das Tonbild zu beni Tanz!Piel ..'S) c r holzbeschnitzte Prin z" Mi er graz ösen 5a mlosiglett . o o o artiger Liebcsszeueir sch.loert die pantomimische Vorlage das Werben eines Märchenprinzen um seine Prinzessin, und der KompOirist, der hier die il) ämische Bewegu'rg recht glücklich trifft, findet einige Male die Ansätze zri frstcher und unmittelbarer Melodiengestal'ung. Freilich, Dann ver° sinken sie wieder in den Tonfluten, und, bei seiner AnspruchZlosigkeil, ist das Tollett, zum Schaden der Wiilung. viel zu breit ausgesponnen. Ti. Aufnahme der beiden Werk: war freundlich gemessen. In „Herzog Blaubarts Burg" fangen mit bewährter Künstierschaft Robert vom Schlldt und Else Gentner-Fisch er: in die Regie teilte sich mit Dr. fiert Ilse Petersen, die dem Ballett graziöse Formung zu geben mutzte. Liebevolle Vorbereitung hotte der Dirigent Eugen Szenkor beiden Stücken ongedeiheu losten. Mit den Sängern, der Tonzss i lleit -rin und dem Ko- pellmllsler konnte Velo Vollöl mehrfuck>en Hervorrufen Folge leisten. Dr. Georg Schott. Ein Schnitzler-Abend. DoS Reue Theoler Hot zu Schnil lerS 60. Geburtstag seine (Einakter „P o r o c e l s u s", „D i e Cefährti n", „D er grüne Kotod u" ncu- einfluDieit und damit einen guten Griff getan. Für des Dichters nochbenkliche, etEs müde Skepsis wie für die Atmosphäre des wellenden Aliösterrcieh sind sie bez-i hnend wie kaum ein anderes seiner Werke. Richt der Gegensatz, sondern das Ineinandergleiten von Traum vnö Wachen, Schein und Sein, Spiel und Leben be- schäfllgt diese Welt, die selbst dahingeht iiyic ein Traum. Eine reizvolle, tultuvierte Welt, die aber deutlich die Spuren des nahenden Verfalls auf- weist. Die Spielleitung Robin Robe ts l>erstand es. namentlich das zweite und dritte Stück zu doller Wi'kaino zu bringen und wurde dabei durch die tüchtigen Cinzelleistungen der Herren Gerdcs, Stanchi.a, Grotzmonn, Hennings. Weber, der Damen Reiter und Rohde unterstützt, p. sch. Gustav Frenssen in den Vereinigten Staaten. Aus Reuyork wird dem Deutschen Ausland- Institut berichtet: In einem längeren sympathisch gehaltenen Artikel über Gustav Frenssen sagt die Reu Yorker Evening Post, daß die Amerikanische Hilsa- kommission keine geeignetere Persönlichkeit hätte finden können, um den Amerikanern Interesse iü' die hungernden Kinder in Deutschland einzu- flötzen. Frenssens Programm sch'ietzt Vorträge in einigen zrvcmzig Hochschulen (Colleges) und Universitäten zwischen dem Hudson und der Pa- zilischen Küste ein. wozu dann eine Reihe von Klubs und Gesellschaften hinzukommen. In einem Interview mit dem Vertreter deS genannten Blattes sprach er seine Ueberzeugung aus, datz Deutschland binnen 10 oder 30 Jahren seine frühere nationale ..Sauberkeit" wieder erlangen werde. Der amerikanische Interviewer berichtet, Frenssen sei lange ein Gegner der Auswanderung gewesen, nun wolle er während seines Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten vor allen Dingen den deutschen Farmer treffen. „Ich weitz, datz er ein Amerikaner ist. Aber ich will sehen, was geistig aus ihm geworden ist." Der Artikel fährt fort: ..Als ich ihn verliest, nachdem vor mir eine andere Menge bei ihm gewesen war, kam schon eine andere Menge herein." Er seufzte: „Ist das aber eine Wirtschaft." * nn. Darmstadt, 15.Mai. Ehrenvolle Berufung. Der Obersprelleiter für Opern am hiesigen Landestheater, Jean Hehthekker, wurde zum Generaldirektor der „generale opera“ in Amsterdam, Haag und Rotterdam zum 1. Juni d. I. zu sehr günstigen Bedingungen ernannt. H. kam im Jahre 1919 von Straßburg nach hier, vorher toar er als Ober- regiffeur an der Metropolitan Oper in Reuyork mit bestem Erfolge tätig. H. beabsichtigt in seinem neuen Wirkungetreise deutsche Opern in deutscher Sprache zur Aufführung zu bringen. sprachen« traf (Xnfü^nmfl der gichzlvy Treten 'Tßtritoaft/' Rach einem Hoch auf daS deutsche Taterlanb unb dem Absingen deS Deutschland-Liedes ordneten sich die Versammlungsteilnehmer zu einem ProtestMge. der ein Abbild ihrer Geschlossen heft mar. « )( AuS dem Aiddertal, 15. Mai. linier herrlich gelegenes Tal hat -um Empfang all der Wanderlustigen fein schönste- Blüten- f let b angezogen. Die Da umblüte entfaltet 3. ihre vollste Pracht. Aach der Dlüte darf man auf ein gutes Obstjahr rechnen. DiS jetzt scheinen Die gelinden Rackftf röste keinerlei Schaden getan -u haben, leider war das Detter sehr häufig not) und kühl, fv bah die Dienen, die treusten Freunde deS Obstzüchters, nicht recht fliegen konnten. Hoffentlich halt daS seit gestern eingctcetene rvarme Detter an Die Arbeiten des Landinanns und Tartenbauers brängen sich auf furze 3eil sehr zusammen. Die Winterfrucht unb die Oelfaat hat vielerorts so schlecht überwintert, bah sie umgcpflugt werden musste. (Infolge deS späteir Frühjahrs herrscht übevaN eine grosse -Fulterknapph it. die hoffentlich durch das warme Detter bald behoben wird. ' Vorträge Der Landwirtschaft-- fommer. 3n Oder-Hörgern (~b h sf.n, (inbet am kommenden Sonntag ein Ü) e m a r • ! ungSrun dgan g statt, der von Landwirt- Ichaftsral Dr. May, Landw.r fchaf lche Schu e Llch. geleitet wird. — Am gleichen T»zr findet in Drohen-Linden ein Do trag statt über: .Re a z e i l l i che D ü n gu n g s f r a g e n", den Landwirtschaftsrat Dr. Schad, Lairdwirtschaftl. Schule Butzbach, hält. (BerichtsfaaL rz. In Ergänzung unseres Reichs- gerichtsbriefeS fei sestgeslcllt, bah Ölfen- oahnfekretär D. 3 in m e I, der damals in Frankfurt a. M. tätig war, bei seiner seinerzeitigen Verurteilung gleichzeitig sofort begnadigt wurde und bau somit die Strafe nicht verbüfft. sondern nur aktenmähig festgelegt wurde. Lediglich dagegen war beim Reichsgericht Revision eingelegt worden, die nunmehr aus formellen Ti-ünden zurückgewiesen werden muhte. rm. Frankfurt, 15. Mai. Verschiedene Bedienstete des Frankfurter Wohnungsamtes wurden wegen einer Reihe von Schiebungen zu Gefängnis st rafen bis zu acht Monaten verurteilt, weil sie Wohnungsuchen- ben gegen teilweise namhafte Beträge erhebliche Vorteil zukommen liehen. 3m ganzen waren 24 Beamte mit dem Leiter des Wohnungsamtes wegen dieser Schiebungen unter Anklage. Die Aufklärungen haben ergeben, bah die Klagen gegen den Leiter und die Mehrzahl der De» diensteten nicht aufrechterhalten werden konnten. Vermischtes. 4 Personen m der Ruhr ertrunken. Mülheim a. d. R., 15. Mai. (WTB.) MS gestern abend gegen 7 Uhr eine Ruhr - fähre 18 Aersvnen übeefeyte, verursachten drei junge Burschen durch Schaukeln eine Panik. Das Boot schlug um. Bon den Insassen konnten drei Frauen und das bjährige Töchterchen einer Frau nicht gerettet werden. Die Täter erreichten schwimmend daS Ufer. Man ist ihnen aus der Spur. Turnen, Sport und Spiel. • Handballspiele der Deutschen Turnerschaft in Giehen. Am 28. Mai finden in Giehen (Spielplatz auf dem Trieb) die Kreisgruppenspicle der Deutfchen Turnerschaft statt. Die Kreismeister der Turnkreise Oberweser, Mittelrhein, Rheinland-Westfalen und Thüringen kämpfen um die Meisterschaft. Die Mannschaft, die siegreich aus den Giehener Kämpfen hervorgeht, hat die Berechtigung, sich an den Kampsspielen, in Berlin zu beteiligen. Da sich nur die Besten an die Spitze zu setzen vermögen, werden wir hiev Spiele au sehen bekommen, wie sie in Giehen noch nicht ausgetragen werden konnten. Am Vormittag finden zwei Vorkämpfe statt unb am Nachmittag stehen sich bie Sieger ber Spiele bes Vormittags zur Entscheidung gegenüber. DiS jetzt sind gemeldet der KreiSmeister des Mittelrheinkrcises: Turnverein Frankfurt-Sachsenhausen und der Kreismeister des Oberweserkreises: ©emtnarturn- verein Eschwege. — Hungen, 15. Mai. Am gestrigen Sonntag sanden auf dem hiesigen Sportplatz „Cllen- toiefen“ drei Fuhball-Gefellschafts- spiele statt, die den ganzen Rachmittag ausfüllten und bei dem herrlichen Wetter viele Zuschauer angelockt hatten. Bei dem Spiel der 2. Mannschaft des Sportvereins „Hellas", Friedberg gegen die 1. Platzmannschaft standen sich in Technik unb Kombination zwei gleichwertige Elf gegenüber, die ihr bestes Können hergaben und in jeder Hinsicht ein schönes Spiel vorführten, reich an spannenden, aber auch kritischen Momenten. Drohe Anforderungen an Kraft und Ausdauer waren sowohl an die beiden Torhüter als auch an die einzelnen Spieler gestellt. 3n der 5. Minute seht F. das 1. Tor, für das H. in der 13. Minute den Ausgleich schafft. 3n der nächsten Minute sendet H. fein 2. Tor ein, leider abseits. 3n der 22. Minute folgt das 3 unb in der 23. Minute das 4. Tor für H., letzteres wiederum vom Schiedsrichter als abseits abgelehnt. 3n der 42. Minute kann F. nach heftigem Behördliche Anzeigen Betrifft: Die Erhebung ber Kurtaxe unb Der Bade- gelber zu Bad-Rauheim. Bekanntmachung. Ortsanfässige Personen, die in Bad-Rauheim die Kurmittel gebrauchen wollen, ohne dortselbst Wohnung zu nehmen, erhalten nur dann Bäder verabfolgt, wenn ste eine von hier ausgestellte Aus- weiskarte im BadehauS vorzeigen können. Die Ausstellung von Ausweiskarten erfolgt im Stadthaus Dergstrahe 20, Zimmer 29. Giehen, den 8. Mai 1922. (44148 Der Oberbürgermeister: Keller.______ Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. R. wurde heute bezüglich der Firma Götz & Soldan, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Giehen, eingetragen: Der Sih der Firma ist nach Mittelstmühle, Post Alten- Buseck. verlegt. Franz Göh und Franz Soldan von Alten-Buseck sind als Geschäftsführer ausgeschieden, Karl Keller in Frankfurt a. M., Klüberstrahe 24, ist zum Geschäftsführer bestellt. Derselbe ist als solcher wieder abberufen und ist der Kaufmann und Landwirt Hans Fischer in Bern, Gesellschafts- strahe 14a zum Geschäftsführer bestellt. Giehen, den 9. Mai 1922. 47878 _____________Hessisches Amtsgericht.______________ Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma H. Schneider'sche Buchhandlung Röder & Pfeiffer in Giehen eingetragen: Karl Röder ist auS der ostenen Handelsgesellschaft ausgeschieden, Heinrich Keihner in Giehen ist als persönlich hastender Gesellschafter eingetreten. Die Firma ist ge- änbert in Schneider'sche Buchhandlung Keihner & Pfeiffer. Giehen, den 6. Mai 1922. 47858 __Hessisches Amtsgericht._____________ Bekanntmachung. In unser Genoffenschaftsregister wurde heute be- züglich des Konsumvereins Daubringen, eingetragenen Genoffenschaft mit beschränkter Haftpflicht, eingetragen: Die Genossenschaft ist durch Beschluh vorn 14. April 1922 aufgelöst. Wilhelm Wagenbach in Daubringen und Franz Diener in Giehen sind zu Liquidatoren bestellt. Giehen, den 10 Mai 1922. 47898 _____________Hessisches Amtsgericht._____________ Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. A. wurde heute bezüglich der Finna Geschwister Altenpohl, Giehen eingetragen: Das Geschäft ist auf Carl Albert Witwe, Hermine, geb Möser in Giehen übergegangen. Der llcbergany der in dem Geschäfte seither begrün- beten Forderungen unb Verbindlichkeiten ist bei dem Erwerbe des Geschäfts durch Earl Albert Witwe, Hermine, geb. Möser in Giehen ausgeschloffen worden. 47868 Giehen, den 6 Mai 1922. _____________Hessisches Amtsgericht.______________ Der Voranschlag bei- Gemeinde Tltphe und Feldheim für das CRj. 1922 liegt vom 18. d. M. ab eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters offen. 3nnerhalb dieser. Zeit kann der Voranschlag während der Bure.iustunden ein- gcfehen und auf der Bürgermeisterei schriftlich oder zu Protokoll Einwendungen gegen seinen 3nhalt angebracht werden. Cs ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu Der auch die Ausmärker herangezogen werden. LI t p h e , 13. Riai 1922. 4792D Bürgermeisterei Lltphe. Dietz. k Bekanntmachung. 3n unser Genoffenschaftsregister wurde heute bezüglich des Konsumvereins Giehen und Umgegend, eingetragenen Genoffenschaft mit beschränkter Haftpflicht, Giehen eingetragen: Das Statut ist hinsichtlich der §§ 10 und 42 geändert. 47908 Giehen, den 10. Mai 1922. __Hessische- Amtsgericht._____________ Jagd - Verpachtung. Am 1. Juni, nachmittags 3 Uhr, soll in der hiesigen Wirtschaft Bingel die Gemeinde- und Interessentenjagd, etwa 270 ha und 102 ha öffentlich verpachtet werden. Die Pachtbedingungen haben zwei Wochen lang, vom 20. April bis 5. Mai 1922, ausgelegen unb werden im Termin nochmals bekannt gegeben. Sichertshausen, den 5. Mai 1922. 45150 Der Iaqdvorsteher: Gilbert. WMTWMW Aktiva. JC An ausgeliehenen Kapitalien: a) gegen gerichtliche Obligationen . 861 659.12 b) „ Bürgschaft......281 116.22 c) „ Güterkaufgelder . . . . 1 02- >. - d) * Wertpapiere nach Abschreib. 217 430.- „ Kaffenvorrat........ 84 3?4J'8 „ Ausständen......... 8 033.53 „ Mobilien..... 36.70 5•/. Abschreibung . . 1.85 34.85 1 453 667.80 Passiva. Jt Aufgenommene Kapitalien 1 420 340.80 vesgl. bei Banken . . 1 105 - 1421 445.80 Stammguthoben der Mit- Zugang 1921 .... 1 200 — 21 900. — Abgang 1921 . . . I 200. - 20 700.- Stanb Ende 1920 . . 40 865.70 Zuweisung aus d. Reingewinn 1920 . . . 1 533.06 42 398.76 Abschreibung. 1. Vergütung an die Mitglieder 35x500= 17 500 2. Abschreibung auf Kriegsanleihe 23 022 40 522. - Stand Ende 1921 ... 1 877.03 Reingewinn..... 9 644.97 1 453 667.80 Stand der Mitglieder Ende 1920 ...... 35 In 1921 gingen ab......2 Zugang 1921....... 2 Stand der Mitglieder Ende 1921.....35 Die Haftsumme beträgt pro Mitglied Mk. 2000.- Stanb der Haftsumme 1921 ... „ 70000.- Die Rechnung liegt 8 Tage bei dem Rechner zur Einsicht ber Beteiligten offen. Dtr Döritaö ö?5 Spar- nnö MsüMvereftz 1, Beuern e. G. m. d. H. Georg Stein, Direktor. K. Walther, Rechner Generalversammlung Samstag, den 27. Mai 1922, nachmittags 4 Uhr, bei Karl Ludwig Ranft dahier. Tagesordnung: 1. Rechnungsvorlage. 2. Beschli.hfaffung über Verwendung bes Reingewinns. 3. Derfchicbenes. 481213 Für den Aufsichtsrat: Dan. Lubwig Sommerlad. Kampf fein 3. Tor etnfenben, so dah mit 3:2 für F. die 1. Halbzeit schliefst. Aach Wiederantritt nimmt das Spiel noch schärfere Formen an und S). ist sichtlich überlegen. 3n der 31. Minute sendet H. zum 5. Mal ein und schon in der 34. Minute fällt sein 6. Tor. Run nimmt die Gästemannschast eine Umstellung vor unb ist nur noch auf die Verteidigung ihres Tores bedacht, indem sie vor demselben eine Mauer bildet, an der alle Durchbrüche H.s scheiterten 'Deshalb kann die Playels nur noch durch Weitschüsse über die Verteidigung hinweg operieren, auf tdelche Art ,hr auch die beiden letzten Tore gelangen. Durch die Abwehrstellung der Gäste konnte nunmehr der Ball aber nur selten von ihnen über die Mitte vorgetragen werden, so dah der Platztormann nicht viel Arbeit hatte, dagegen das gegnerische Tor dauernd gefährdet war. Trotz aller Energie konnte F. kein Tor mehr erzielen und das Spiel schloff mit 4:3 für H. Ecken 4:2. Der Schiedsrichter war sehr korrekt. — DaS Spiel der 3. Friedberger Mannschaft gegen die 2. Platzelf war ebenfalls recht interessant. Halbzeit 0:1, Ende 1:1. — Zum Schluff standen sich noch die Schülermannschaften von Laubach unb Hungen gegenüber. Die kleinen Sportsleute liehen schon recht gute Leistungen erkennen und es war eine Freude, ihren Vifer unb ihre Ausdauer zu beobachten. Halbzeit 2:1, Ende 5:1 für Hungen. — Rächsten Sonntag wird Ridda mit drei Mannschaften hier erwartet. — Die Deutschen Hoch schulmei ste r- schaften 1 922 finden, wie wir erfahren, am 15. und 16. Juni in Darmstadt statt. GS soll diesmal gleichzeitig mit den Hochschulmeister- schäften auch das Endspiel um die deutsch-aka- dem sche Fuhballm.'isterschäft a.-gcja.ten werden. * Deutsche Fuffballmei st erschuft. Mit dem 14. Mai haben die Fuffballspiele in den Landesverbänden zur Ermittlung des jeweiligen Meisters ihr Ende erreicht. Nachdem West- und Milleldeutschland in Arminia-Diele- seld und Spielvereinigung Leipzig als erste ihre Meister herausgebracht hatten, folgte amSamslag der Verband Brandenburgischer Ballspiel-Verel.ie in den übrigen Verbänden die Situation geklärt mit Rorden Rordwest, während am Sonntag wu'de. — 2n Südostdeutschland schlug Viktoria-Forst auf heimatlichen Boden bk Breslauer Sportfreunde mit 6:1. Obgleich mit diesem Spiel .die Treffen ihren Abfchluff noch nicht erreicht hatten, bestimmte der Spielausschuff des Südostdeutschen Verbandes Vittoria-Forst mit der Vertretung seiner Farben in der Deutschen Meiste.schäft. — In Süddeutschland wurde, wie nach den letzten Ergebnissen nicht anders zu erwarten war, Wacker-München Meister, jedoch stellte sich ihnen am Sonntag in Frankfurt a. M. in Boruffta-Aeunkirchen ein schwer zu überwindender Gegner. Grst nach Spielverlängerung siegten, wie bereits gemeldet, die Münchener mit 2:1. — Die norddeutschen Interessen werden in den Endspielen um die Meisterschaft, wie im Vorjahre, durch den Hamburger Sportverein vertreten, der Im Endtressen am Sonntag Eimsbüttel mit 1:0 schlug. — Alm die Meisterschaft des Valtenverbandes siegte am Sonntag in Königsberg t Pr. Titania Stettin gegen den V. f. B. Königsberg mit 3:0. Doch wurde seitens des Unterlegenen Protest eingelegt — Westdeutschland schlägt Oft- Holland mit 4:2. Der 11. Fu ff ball kämpf zwischen Westdeutschland unb Ostholla gelangte am Sonntag in Düsseldorf zur Entscheidung Die Westdeutschen zeigten sich dem Gegner durchweg überlegen und nur durch das ganz auS Anscils eingestellte Spiel der Holländer blic 'en weitere Erfolge versagt. Das erste Tor fiel bereits nach 15 Minuten, und erst als die Westdeutschen mit 3:0 führten, konnte Holland das erste Tor erringen. Halbzeit 3:1. Aach der Pause buchte jede Partei noch ein Tor. Der Schiedsrichter entledigte sich feiner Aufgabe in vorbildlicher Weise. — Budapest schlägt Berlin im Fuh- ballstädtekampf 4:2 (2:2). Vor etwa 30000 Zuschauern trafen sich am Sonntag zum 4. Male die lepräfenlatiinm Städtefuffballmann'chasten hon Berlin und Budapest. Das Spiel nahm von Anfang an einen recht flotten Verlauf, sah iedvch aus feiten der Ungarn die bessere Gesamtleistung, bie der Mannschaft dann auch den Sieg brachte. Aachdem Tewes und Wolter aus Aniah ihres 50. bzw. 25. repräsentativen Spieles für den Verband Ehrungen zuteil wurden, nahm das Spiel feinen Anfang. In regelmäßigen Abständen fielen durch Orth und Molnar zwei Tore, doch konnte Berlin bis zur Halbzeit durch Schmidt und Hartmann ausgleichen. Kur^ vor dem Wechsel wurde der ungari'che Mittellauser Hajos verletzt und durch einen anderen Spieler erseht, □lad) der Pause lieh das Tempo ein wenig nach. Berlin spielte mit Sonne und Budapest buchf zwei weitere Treffer durch die gleichen Spielen Der Schiedsrichter Schmidt-Hannover leitete das Spiel m einwandfreier Weise. ges.gesch. Schuhputz 47786 hervorragend in Glanz und Qualität. Bekmmrmachnng. In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bezüglich der Firma Seuling & Co., Fabrik künstlicher Baumaterialien, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gieffen, eingetragen: Die Gesellschaft ist aufgelöst. Liquidator ist der Kaufmann Otto Göbel in Giehen. Giehen, den 5. Mai 1922. 47888 ______________Hessisches Amtsgericht. Nutzhoizversteigerung. Versteigert werden: M 0 n t a g , 2 2. l. M., aus den Domanial- walddistrikten Klosterwiese 44 b, 45 b, Schiffenberg 30c, Tempel 13e unb Dörnergrund 56b: Stämme, Ahorn: 2 St, 4. Kl. — 1,08 Fstm., 4 St. 5. Kl. -- 1,77 Fstm., 20 St. 6. Kl. = 3,53 Fstm.; Fichte (Schnittholz) 1 St. 1. Kl. — 1,76 Fstm., 2 St. 2. Kl. - 2 62 Fstm , Fichte (gewöhnl.) 2 St. 2. Kl. - 3,58 Fstm.. 7 St. 3. Kl. = 8,71 Fstm., 31 St. 4.Kl. = 30,24 Fstm., 165 St. 5a-Kl - 102,85 Fstm., 745 St. 5b-Kl. - 221,89 Fstm., Äutzscheiter, Fichte -= 12,3 Rm.; Rutz- knüppel, Fichte = 13,7 Rm. Beginn ber Versteigerung vormittags 9 Ahr im Distr. Klostcrwiese auf ber Kreisstrahe Giehen Haufen. Vorgezeigt wird nur das Holz im Diftr. Klosterwiese. Händler sind vom Mitbieten ausgeschlossen. Weitere Auskunft erteilt Her. Förster Menges, Forsthaus Baumgarten. Giehen, 15. Mai 1922. 4798D Oberförsterei Schissenberg. Trau twein. | Hans Joachim IfTSie glückliche Geburt eines U gefunden Sonntagsjungen zeigen in dankbarer Freude an Hans Roth und Frau Liesel geb. Kraushaar r Giehen (z.It.St.-Iosephs-Krankenh.),14.Mai 1922 | .....................................................- Da ihnen vor dem Weggang von Giehen ein i persönliches Dorfprechen nicht mehr möglich war, j gtftatten sich auf diesem Weg hiermit von allen t Freunden und Bekannten zu verabschieden | Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Usinger und Frau Usinger ....................................-..........11: J AWslMkle«. Meiner werten Kundschaft zur Kenntnis, dah ich mein Lager nach Löberstratze 3 verlegt habe. — Ich bitte, die neuen Bezugscheine im Laufe dieser Woche abzugeben. S. M, WrnMlW ItiCDhOn 865 05050 Wohnung Wetzsteingasse (9, i.Stod. Bauernbund! W« ed Jih^bh! Donnerstag, 18. Mal, 2 Uhr, tu Foatkeller (Wanen- gaaae) in fileflcn Besprechung Uir Bsheradskopl W a. Werhewoebe. 05047 Der rerberellenfle Aaaaehall. [Tages-1 1 : .'A b ä 12 SOldlÖI......Liter 60.00 • •' Seines lafelll . . . . Liter 64.00 Allerseinsles lafelöl Flasche 55.89 '/^Flasche 31.59 W 1 d E368I 13 Liter 55.00 !--A --I u 'n tHflififiriah weiff. auIkochend, nuhcr- * l{iUluyllvD oeivöUnliä) ütel-3* 7 A? F ivert .......Pfund i-UU t Bsönen braune .... Pfund 4.90 W fjBgl la, weihe . . . Pfund 7.Ö0 SKW-Wliff "ana “■ •*“« 6.60 D Zitllel^sek.... . Pfund 8.00 k Z Snttergeiffe.... . Pfund 8.00!J Hirse, geslhöll . . . . Pfund WA r Mliseise . 250-Gramm-Stück 8.15 S ; Seisevvllftn .... BakelJ.50?l üStte* Ä BFüllgrahgg jäj Silialen in allen Stadtteilen. Schotten, Hauptstraße 15. Nidda, Raun 2«. 4782c U ■ 9 | Todes-Anzeige. Heute morgen ?y2 Uhr entschlief sanft nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unser guter, teurer Sohn und Bruder Karl Debus im blühenden Alter von 20 Jahren. In tiefer Trauer: Vorsteher Karl Debus und Frau Meline Debus, Schwester. Launsbach, den 15. Mai 1922. Die Beerdigung findet am 17. Mai 1922, nachmittags 3% Uhr statt. 4795D ■ Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Mutter, unsere Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Maria Velten geb. Ebel im 77. Lebensjahre in die Ewigkeit abzurufen. Familie Ludwig Lang. Lang-Göns, Großen-Linden, den 15. Mai 1922. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 17. Mai, nachmittags 3x/2 Uhr, statt. 05057 trauernden Hinterbliebenen: Anton Velten XVI. Im Namen der Familie Tanzunterricht. Zu den in dieser Woche beginnenden S omm erkursen für die Herren Studierenden werden noch Anmeldungen von Damen entgegengenommen. Th. Bäulke, Tanzlehrer. Unbestrafter, solider und rüst. Mann als Wächter «Dauerstellung nef. Ojieücnev Wach- und schlich Institut. Bo vauit (9 v. S i einiu. IG HI Tüchtige Anstreichergehilfen Frischs Fische! Mittwoch srüb 9 Ubr, Donnerstag und Freitag eintreffei.d: Fste. 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Snfcii, St'rbrifif irr Blrtlti-MiirsS zwischen dem verschwundenen Wecbfeldalg von dem er gestern im Ärvf etwas halle läuten hören, und dem Heidemädul möglicherweise ein Zusammenhang bestand. Er kniff sich in den 21rm, um sich zu überzeugen, das) er noch wach sei. Er rieb sich die Äugen und fab sich um. Dämmrig sah der Morgen durch die Scheiben, bte ersten Vogelstimmen waren wach. „CRotc Haar und Erlenstecken —“ Wo hatte er diesen Spruch schon einmal gehört c Richtig! Der Weberhannes hatte ihn gebraucht, als er gestern seine Geschichte zum besten gab. Run erinnerte er sich wieder der Erlebnisse des Abends, des Spottes der Bauern, ihrer älnwissenheit und ihres Aberglaubens. Besonders der letztere gab ihm za denken! Es schien ihm, als ob er bxe unabänderliche Form ihres Denkens fet Er sprang mit beiden Demen aus dem Bett. Deutscher Reichstag. 210. Sitzung, 2 Uhr nachmittags. Berlin, 15. Mai 1922. Fortsetzung der Aussprache über den Poftetat. 2Cbq. Zubeil (Unabh. Soz.) meint, mit der Sparsamkeit bei der Post sei es schlecht bestellt. Es wimmele dort von höheren Aufsichtsbeamten, während Arbeitspersonal fehle Wenn nicht viele höhere Beamte durch mittlere erseht würden, werden sich trotz aller Gebührenerhöhungen keine groben Ersparnisse erzielen lassen. Beamte einer Oberpostdirektion seien gezwungen worden, eine Glückwunschadresse nach Doorn zu unterschreiben. Darin liegt eine Verhöhnung der Republik Der Redner geht dann auf die Zustände bei den Berliner Postämtern ein und beklagt, dast die Beamten vielfach bei der Ausübung ihrer politischen Rechte beschränkt werden Außer- dem Iritifiert er die fortdauernden Entlassungen von Helferinnen, welche über viele Familien Sorgen und Entbehrungen bringen und die allem Anscheine nach zwecklos seien, da an die Stelle der Entlassenen junge 16jährige Mädchen treten würden. Abg. OH obrat (D. Dpt.) regt an, bei der Tarifierung der Pakete entsprechend drö Wünschen der Handelstreibenden die Staffelung von 5 Kilogramm aus 6, 7 und 8 Kilogramm vorzu- uehmen, statt gleich auf 10 und 15 Kilo. Der Redner wendet sich gegen die Forderung des sozialdemokrattschen Parteitages, alle Beamten zu entlassen, welche noch die alten Vordrucke mit den Worten Kaiserlich" verwenden. Diese Leute zeigen jedenfalls mehr Eharakterstärke, als alle die, welche bis zum 9. Rovember kaisertreu bis zum Knopfloch waren und sich dann plötzlich als Republikaner gerierten. 3m übrigen dürfe man von den Beamten nicht den Achtstundentag in wirklicher Arbeit verlangen, wenn für die Helfer schon der achtstündige Dienst als voll angesehen werde. Der Aufbesserung der Postagenten stimme er zu, nicht aber der Entschließung, daß Beamtinneir wegen unehelicher Mutterschaft zu entlassen seien. Relchspostminifter Gtesberts (Ztr.): Die Ibrungtafte Entwertung des Geldes macht die Gebützrener Höhung unbedingt notwendig. Dtr Postkarte soll tm Ortsverkehr wie bisher 75 Pf kosten, tm Fernverkehr 1.50 Mk., Briefe im Orts- bertebr 1 Mk. statt bisher 1.25 Mt., im Fernverkehr 3.00, 3.50 und 4.00 Mu, fc nach Gewicht Die Kosten für bte Drucksachen beginnen bei 50 Pf. Die Einnahmen Haden sich schon im März nach anfänglichem Rückgang über die Voranschläge hinaus vermehrt. Bei der Aufstellung der Dienstpläne mutz der Sei rat darauf achten, daß bte achtstündige Arbeitszeit auch restlos aus- genützt wird 3m übrigen wird das Hilfspersonal nicht einfach auf die Straße gesetzt, sondern erhält nach Ablauf der Kündigungsfrist noch einen Monat Gehalt. Die Wünsche der rntttseren Beamten hinsichtlich ticr Beförderungsmöglichkeiten sind berechtigt und muffen wohlwollend verfolgt werden. Auch die Frage der ver- heirateten Beamtinnen wird sich hoffentlich noch regeln lassen. Es gibt aber auch Fälle, in denen die Beschäftigung einer Hausmutter geradezu in» ingen spatte ihm im Kops. Zu Hause angelangt, legte er sich unverzüglich ms Bett, er hoffte die Mißstimmung zu verschlafen. Er schlief auch gleich ein, nachdem er sich die Kissen in der gewohnten Weise unter dem Kopf zurecht gestopft hatte. 3n dieser Rächt hatte Heiner einen seltsamen Traum: 3n der Heide sich ergehend, sah er plötzlich einen seiner ehemaligen Examinatoren aus der Ferne daherkommen. Er wünschte diesem Herrn aus dem Weg zu gehen, weil er das Gefühl hatte, schlecht vor ihm bestanden zu haben. Aber der Professor kam mit Windeseile auf ihn zu, es gab kein Entrinnen. Er trug auf dem Kopf statt des Hutes loderndes Feuer. Unb als Heiner genau hinsah. war es gar nicht mehr der Professor, sondern em weibliches Wesen, Frau v. Oheimb dankte dem Regierungs- Vertreter für die freundlichen Worte und betonte, daß es ihr bei allem Machtverlust in Deutschland so erscheine, als ob wenigstens eine Macht geblieben sei. die Macht der Presse, die sich ient einmal einheitlich bewährte, nämlich bei den Der Handlungen in Genua Eie hoffe von dieser Olkacht, daß sie den Weltfrieden und die allgemeine Gesundung fördern werde. Hierauf ergriff Regie rungsrat Kusserow das Wort, um den Erschienenen die Grüße der Provinzialregierung und die besten Wünsche für den erfolgreichen Derlaus der Tagung zu übermitteln. Ramens der Stadt Goslar drückte Bürgermeister K l e n g^c den Wunsch aus, daß sich die Teilnehmer der Tagung in der tausendjährigen Stadt wohlfühlen möchten. Er verwies auf die alte Tradition GoslarS und den Geist, der stets die Reichsherrlichkeit im Auge gehabt habe, und der auch über der jetzigen Tagung schweben möge. Das Wort von der „Großmacht Presse" sei kein leerer Wahn. Ze länger und intensiver die Fühlungnahme Saluten den bedeutendsten Männern des politischen und wirtschaftlichen Lebens mit den Männern der Feder ausgebaut werde, desto enger und nachhaltiger werde sich der Staatsbürger in einer Richtung bestimmt ausgeprägter Politik beeinflussen lassen, damit sich die Einheitsfront des Gedankens eines großen starken Deutschlands gegenüber dem Ausland durchsetze. Rach Ansprachen der Vertreter verschiedener Parteien erklärte der Vertreter des Reichsverbandes der deutschen Zeitungsverleger v. B o e 11 i ch e r. die gesamte deutsche Verlegerschaft bringe der heutigen Eröffnung der außenpolitischen Tagung ganz besonderes 3nteresse entgegen. Richt nur die Redakteure trügen eine schwere Verantwortung gegenüber der Volksgemeinschaft, sondern ebenso die deutsch? Verlegerschaft. deren Präsident Dr. Faber nur durch Erkrankung verhindert fei. persönlich seine aufrichtigen Wünsche für den erfolgreichen Verlaus der außenpolitischen Woche darzubringen. Die Versammlung, die eine namhafte Anzahl hervorragender Vertreter des öffentlichen Lebens vereint hatte, schloß mit einem angeregten Meinungsaustausch. Aus Stabt und Land. Gießen, den 16. Mai 1922. "DieDvrderseitederPo st karten. Es wird vielfach nicht beachtet, daß bei Postkarten die rechte Hälfte der Vorderseite für die Anschrift des Empfängers, der Freimarken und die dienstlichen Vermerke (Einschreiben usw.) Vorbehalten ist. Am häufigsten axirb gegen diese Dorschrift dadurch verstoßen, daß die Angabe des Absenders sich über die ganze Breite der Dorder- seite erstreckt. Dies führt tm Derkehr mit dem Ausland, besonders mit den Rrederlanden, zu erheblichen Unzuträglichkeiten, weil solche Postkarten als Briefe behandell und demgemäß mit hohen Rachgebühren belegt werden. Denselben hohen Rachgebühren unterliegen Postkarten nach dem Ausland, deren Ausdehnungen 14:9 Zentimeter überschreiten. Größere Karten (bis 15,7: 10 7 Zentimeter) sind nur tm 3nlanb und im Derkehr mit Danzig. Memel und Oesterreich zugelassen. Auf die 3nnehaltung obiger Dorschristen werden daher die Versender im eigenen Ruhen erneut dringend hingewiesen. Landkreis Gießen. Beuern. 15. Mai. Don dem Reinertrag der in Steuern gegebenen Meist erbilder- anda cht konnte Herr Zordan dem Dotts- bildungsveiein 520 Mk. zur Verfügung stellen. Kreis Schotten. E. La u bach. 14. Mai. Die heute dahier ab» gehaltene Dürgermei st erwähl erbrachte folgendes Ergebnis. Don den sieben aufgestellten Kandidaten erhielten Stimmen: 1. Böhm. Zul. Johann, 372 Stimmen, 2. Emmelius, Aug., 32 Stimmen, 3. Kreider, Wilh., 135 Stimmen, 4. P i h, Wilh. II., 105 Stimmen, 5. Schmidt. Otto II., 203 Stimmen, 6. Stotz, Karl Konrad, 29 Stimmen, 7. Schreiner, Wilh., 10 Stimmen. Da die Abstimmung eine absolute Stimmenmehrheit nicht erbrachte, wird eine Stichwahl zwischen den zwei Höchstbestimmten stattfinden müssen. Don 1170 Stimmberechtigten wurden 886 Stimmzettel abgegeben. Starkenburg und Rheinhessen. tob. Bingen. 14. Mai. Ein Wald- branb entftanb stn Distrikt Kreuzbach im Binger Wald. Die Ursache ist noch nicht bekannt. Das Feuer dehnte sich trotz der Feuchtigkeit des Laubes verhältnismäßig schnell aus. Ein ziemlich großes Stück Wald ist ver- 6 Damit. ’ Dingen. 14. Mai Eine Hamster« plage in Rheinhessen veranlaßt die Gemeinden, mit allen Mitteln zu versuchen, sich dc- gefährlichen Ragers zu erwehren, der jetzt besonders an den jungen Saaten großen Schaden anrichtet. So haben z. B. die Gemeinden Gimbsheim und Mettenheim fürjeden HamsiereinePrä- mie von 15 Mark ausgesetzt. Kreis Wetzlar. el. Wetzlar. 15 Mai Dom 12. bis 14. Zant wird hier das 150jährige Zubilaum an Goethes Aafenihalt in Wetzlar gefeiert werden, und zwar am 12. durch einen Rezitationsabend im Kasmo, am Dien-taz, den 13. Zuni, durch Festakt rm 10 Uhr, gemeinsames Mittagessen am 1> ? Uhr und Konzert am 8 Uhr abends, alles im Schutzengarten. am Rachmittag wird ein Aasslug nach Garbenb nn—Wahlheim gemacht. Am 14 Z.rni um 9 Ubr ein Bef rch des ReichslammergerichtS-Archivs. des Doms. d?S Zerasalemhauses und anderer SedenSwürdig- teiten der Stadt, Mittagessen tm Kaftno, nach mittags Abflug nach Vo pell-Hausen and dm Kirschenwäldchen. Di? Fvstkarte lollll 30 Mt.. die für 2 Personen gilttge Familien karte 50 Mt Diese berechtigen zu allen Veranstaltungen inb zum Eintritt in alle Sammlungen. Preis für die einzelne Darbietung 15. 10 und 5 Mk., Preis des Mittagessens etwa 35 Mt Es ist sehr wünschenswert. daß die Karten früh bestellt w?rden and die Teilnahme am Mittagessen möglichst bald beim Bürgermeisteramt zu Wetzlar angem?lbet wird. Handel- Frankfurter Echlachtdiehmarkt. Frankfurt a. 1, 15. Mai. (Amtlich.) Marktverlauf: Bei langsamem Handel wurden Rinder unb Kleinvieh ganz, Schweine nahezu ausverkauft. 3m einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 1059 Rinder (einschl. 18 aus Dänemark), darunter 95 Ochsen, 38 Bullen, 926 Färsen unb Kühe, ferner 535 Kälber. 214 Schafe unb 1433 Schweine. An Preisen wurden angelegt pro Ztr. Lebendgewicht: für Ochsen 1800-2950 Mk., für Bullen 1800 bis 2700 Mk., für Färsen unb Kühe 2000 bis 2950 Mk. für beste Färsen unb bis 2100 Mk. für beste Kühe, für Kälber, beste Qualitäten, 2400—2800 Mk., mittlere Qualitäten 2000 bis 2300 Mk., geringe Qualitäten 1500—1900 Mark, für Schafe von 1000—2000 Ml., für Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht 2600—3000 Mk., von 80—100 Kilogr. 3000—3400 Mk.. von 100—120 Kilogr. 3200 bis 3400 Mk., von 120—150 Kilogr. 3200 bis 3400 Mk., Fettfchweine über 150 Kilogr. 3200- 3400 Mk., für Sauen unb Eber von 2600—3100 Mk. Die Marktpreise Liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nickt unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen. Des Himmel- fahrtsfestes wegen wiro Der Markt von Donnerstag, 25. Mai, auf Mittwoch. 24. Mai, verlegt. 3n der Pfingstwoche wird der Hauptmarkt auf Dienstag, 6. Juni, verlegt. Frankfurter Getreidemarkt. Frankfurt a. M., 15. Mai. Begründet wurde heute die große Zurückhaltung durch die Bewegung der ausländischen Zahlungsmittel. Das Geschäft blieb klein. Selbst der wenig befriedigende Saatenstand für das Deutsche Reich konnte zu lebhafteren Geschäft Anregung geben. Etwas Rachfrage besteht eigentlich nur für Roggen. Für Weizen halten die Käufer zurück, da die Mühlen scheinbar gedeckt sind, unb der Absatz an Mehl zu wünschen übrig läßt. Bescheiden waren die Umsätze in Hafer, da der Konsum nur geringe Nachfrage zeigt. Mais liegt schwächer. Bessere Kaufneigung war für Kleie, ebenso bleibt für Rauhfutter infolge der unbeständigen Witterung, die Stimmung gut behauptet. Die Tendenz im Bormittagsverkehr war infolge der lustlosen Haltung behauptet, die Preise der letzten Olotierungen zeigen geringe Berände- rungen. Preise: Weizen 1550—1565 Mk., Roggen 1200—1225 Mk., Sommergerste für Brau» zwecke 1400—1420 Mk., Hafer 1275—1300 Mark, Mais Mixed 1025—1035 Mk., Weizenmehl südd. Spezial 0 1850—2110 Mk., Weizenmehl nordd. 70prvz. Ausmahlung 1750 bis 1950 Mk. bei Waggvnbezug ab Mühlenstation, Roggenmehl, nordd. 1300—1375 Mk., Weizen- und Roggenkleie 825 Mk., Speiseerbsen, je Die Ueberlegungen, die auf ihn ein stürmten, machten ihn aufs äußerste gespannt. Hetzt erinnerte er sich, daß auch die Dörflerrn. die ihm aufwartete, einmal von einem Kind erzählte, das auf rätselhafte Weise verschwunden sei. Es lockte ihn, tzen realen Hintergrund dieser sagenhaften Erzählungen ausfindig zu machen, und er tarn unter dem Einfluß seiner Stnnmung zu den abenteuerlichsten Schlüssen. Stand das Heidemädel in Zusammenhang damit Y Auf jeden Fall nahm er sich vor, Licht in die Sache zu bringen. Daß die unumgängliche Voraussetzung dafür war, das Heidemädcl wiederxus ehen, gab feinem Vorsatz die nötige Schwungkraft. Unb weil es mit dem Schlafen ohnedies ein Ende hatte, kleidete er sich an und ging hinaus in die Heide, über die der Morgentau als ein lichtgrauer Schleier lag mit silbernen Taoverlen besetzt. Zenseits des Moores, das den dem Marktflecken zugelehrien Rand des Sakramentswaldes begrenzt, in dem noch unbeleckteren Teil des Hochwaldes, stand tiefversteckt eine Hütte, in der ein alles Weib hauste, von den wenigen, bte es lannten, das Wurzelfräle genannt. 3m Heide- borf war es nur dem Hörensagen nach bekannt. 3m Winter lebte das Wurzelfräle in ferner Behausung wie ein Höhlenbär, durch Frost und Schnee oft mondelang in den kümmerlichen vier Wänden sestgehalten. Währenddessen vertrieb es sich die Zeit, indem es aus getrockneten Kräutern und Wurzeln heilsame Essenzen hersteltte, die es im Marktflecken dem Apotheker verkaufte. 3m Sommer trug die Alte aus Heide, Wald und Moor die Stosse zusammen, die fee zur Herstellung der Heilmittel bedurfte. Man rühmte rhr große Geschicklichkeit nach. Dor Zähren hatte ste auf der Suche nach gewissen Spätlingen des Herbstes, weit drrnnen in der Heide ein Mädchen leblos zwischen den abgestorbenen Heidelbcecstauden gefunden. Allein es war nicht tot, wie sie bei näherem Hinsehen' bemerkte, einer schwacher Atem belebte noch seine Brust. Kurz entschlossen hatte sie es ass ihrs lastgewohnten Schullern geladen und hrimgelra- gen. Dort war es ihrer Pflege gel ingen, Lene — denn diese war eS —, zum Leben zurück; i rufen. Als Lene die Augen cussschlug, bemächtigtr sich ihrer die größte Verwirrung. Wo war sie', Was war das für em altes Gesicht, das sich von Zeit zu Zeit über sie beugte? Harte Hände han- tierten an ihr herum. Wohltun ging von ihnen aus. Unb sie träumte nicht, wohlig fühlte sie das neuerwachende Leben durch die Adern strömen. Aber ihr Geist fand lange nicht den Weg von der Gegenwart zu dem Vergangenen zurück. Ernes Tages aber stand alles vor ihr! Mit einem Hammerlaut begrüßte sie die Erinnerung. Da war eS, daß die Alle zum erstenmal dei Mund vor ihr auftat. Rauhe Worte sprach sie, doch es klang ein vertrauenerweckender Ton darin, es war nicht die Herzlichkeit der allen Christ ine, aber auch nichts von dem werktätigen Eiter der Walds- ackerin. Reugierig sah Lene von ihrem Lager aus sich die neue Umgebung an. Ein rauchiger Raum war es, in dem sie lag und in dessen einer Ecke ein Kessel hing, dem feltfame Düfte entstiegen. (Fortsetzung folgt) irgendeine Äßmmtffton an zuer kennen, die ernornnt ist, um sich mit der russischen Frage zu befassen, in der Rußland nicht vertreten ist. Wir wollen mit einer solchen Kommission nichts zu tun haben und werden ihr nicht gestatten, in RutzlänL liachforschungsi anz istrl- len. Ausserdem werden wir jeden Versuch, R ttz- la.rds Souveränität zu beschcanten, Verträge mit irgendeiner Macht abzuschlretzen, oder das Recht anderer, mit Russland Verträge ab- zuschliesten, als einen unfrenndl r'ch e n Akt gegenüber Rußland a n f e I) c n. Wir bestehen auf unserer vollen Freiheit, 'Verträge jeg® sicher Art mit jeder Ration abzuschließen, sowohl während der Konferenz als auch nach ihr. Die Abordutmg der Saarbevölkerrmg m Genf. Genf, 14. Mai. (WLB.) Die Abordnung der politischen Parteien des Saargebiets hat gestern Genf verlassen, nachdem sie mit den meisten Mitgliedern des Völkerbunds- rates eingehende Besprechungen über die Beschwerden ^der Saarbevölkerung geführt hatte. Vor ihrer Abreise gaben die Mitglieder der Abordnung dem Sonderberichterstatter des W. T.D. in Genf folgende Erklärung ab: Wir sind diesmal nach Genf gekommen, um die ernsten Beschwerden der Bevölkerung des Saargebiets über das unzulängliche and undemokratische neue Parlament vorzubringen, das durch die Verfügung über den Landesrat geschaffen worden ist. älnser Aufenthalt in Genf hat uns auf jeden Fall gezeigt, wie notwendig es war, die Ratsmitglieder über dieses Problem sowie über die wahren Gefühle der Bevölkerung und ihre Ansichten über die jüngste Verfügung aufzuklären. Wir geben jedoch nicht die Hoffnung auf, dah in den Kreisen des Völkerbundes das Verständnis für die politischen DÄ»ürsnisse des Saargebirtes wachsen wird und vor allem das Verständnis, daß es nicht Aufgabe des Völkerbundes fern tonn, die bedeutendsten demokratischen Forderuiwen unserer Parteien zu verkennen, wenn er nicht allen Kredit in unserem Lande ustd darüber hinaus endgültig verlieren toill. Die Generalratswahlen in Frankreich. Paris, 15. Mai. sWTD.) Rach einer Meldung der Haoasagentur jcheint nach den bisher bekannt gewordenen Ergebnissen der Generalratswahlen, die sich auf etwa die Hälfte der Mandate erstrecken, kein nennenswertes Symptom eines politischen Am- s ch w u n g s zu verzeichnen zu sein. Rach enter Zusammenstellung verlieren die Konservativen und die Aktionsliberalen einen Sih, die fortschrittlichen Reputliker und die Linksrepublikanec elf Sitze: die Radikalen, die Radikal-Sozialisten sowie die republikanischen Sozialisten erhalten drei weitere, ebenso die Kommunisten. Die Mitglieder der Regierung, die Räte waren, Porncare, Äar- ixait und Le Troguer, wurden wiedergewähLt. 29 Senatoren und 35 Abgeordnete sind wieder- gewählt worden, darunter Doumer, Pams, Fernand, Loucheur und Klotz. Zwei Senatoren und drei Dotierte unterlagen. Iamtard wurde wiedergewählt, ebenso Castelnau. Die beiden aus dem Prozess gegen die Meuterer der Schwarz en - Meer - Flotte bekannten Marth and Vacquer, die als kommunistische Kandidaten ausgestellt waren, wurden getixüzlt Ein Theaterskaubal. Berlrn, 15. Mai. Wie die BlälLr melden, kam es gestern bet der Premiere des Bronnenschen Dramas „Dater- mvrd" rm Deutschen Theater gegen Schluß der Vorstellung zu stürmischen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern mrd Gegnern der Dichtung. 'Auch nach Fallen des Vorhangs hörte der Lärm nicht auf und das Publikum blieb rm Hause. Die Verdunkelung des Hauses schaffte gleichfalls keine Abhilfe. Schupobeamte muhten berangezvgen werden, um die Räumung des Hauses durchzuführen. Ern Einbruch bei einem Kunsthändler. Beilin, 13. Mai. (WTB.) Heute abend drangen Einbrecher in das Gemälde!uger des Kunsthändlers Münz in de>- Eourbiörestrahe iw Westen Berlins ein. Sie überfielen den Kunsthändler mit einer Keüle und Totschläger und verletzten ihn schwer. Als Beamte dort eintrafen, waren die Täter bereits ergriffen und eine viel hundertköpfige Menge wollte sie lynchen Herangezogene Verstärkungen der Schutzpolizei konnten mir mit Muhe die Einbrecher nach bei Wache bringen. Die Täter find ein ^Landwirt Hasse, dessen Schwester und ihr Ehemann, ein Kaufmann Rajerk. Die Geschwister Haste stammen aus einer sehr guten Familie, der Vater ist Generalmajor in Mühlhausen t G. Raubmord. Berlin, 15. Mai. Den Blattern zufolge wurde in der Rächt zum Sonntag oer Mrnisterialamtmann Pauli unt> der bei ihm wohnende Student S lieh le auf der Chaussee Malchow—Weihen see von 2 Männern überfallen, durch Schüsse schwer verletzt und ausgeraubt Ohne sich um die in ihrem Blute liegenden Opfer zu bekümmern, entfernten sich die Tater und griffen den wenige Minuten später vor- überkommenden Arbeiter Scholz an. Der eine der Räuber wollte auf Scholz schießen, die Waffe versagte aber. Die Räuber entkamen. * Sin amtliches Dementi zu einer Llmbkldmrg des hessischen Kabinetts. Darmstadt, 15. Mai. (Gig. Drahtber.) Sie „Darmstädter Zeitung" schreibt: „Indem Organ der Deutschen Volkspartei, Dem „Täglichen Anzeige r", wird in Fettdruck mitgeteilc, Staatspräsident Ulrich trage sich mit Rücktrittsgedanken, und als sein Dachfolgsr komme Dr. David in Betracht. (Sin angeblicher Rücktritt des Staatspräsidenten wird mit den | Anträgen gegen den Staatspräsidenten aus An- ! last der verschiedenen Fälle" in Verbindung gebracht. Selbstverständlich ist, dah der Staatspräsident, wenn der Landtag seine Regierungs- mastnahmen mihbilligen sollte, daraus die nötigen Folgerungen zöge. Dann müßte jedoch nach Der Verfassung mit ihm das gesamte Kabinett ab* treten. Es ist ein Zeichen von politischer Naivität und zeugt von einer unglaublichen ünleimtniS in parlamentarischen Dingen, wenn der Schreiber im „Täglichen Anzeiger" glaubt, daß ein Konflikt, wenn er entstehen sollte, durch einen ein- fachen Personenwechsel im Staatspräsidium beseitigt werden könnte." Bitiflästa- WM (ri tnliWiti SM ÜMtehtUw »er Htuett- t* btfonfttp M AFhme WMX. Mm*****!. Ke VlWk, Wdrone. Irfcaltli» ia »tn tMttcUe u. nud) QmMtät, 1025—1375 Ml., Heu, südd^ gut, gesund, trockn 630—650 Mk., Weizen-- und Aoggenstroh, drahtgepreht 310—335 Mk^ Biertreber, getrocknet, 870—890 Mk. ♦ Berlin, 15. Mai. Börsenst immun g s b i! d. In der bisher an der Börse herrschenden Zurückhaltung und Geschäftsstille ist auch bei Wochenbeginn eine wesentliche Veränderung nicht eingetreten. Die Spekulation fuhr in mäßigem Umfange mit Rückkäufen und Deckungen fort. Auch das Privat- publllum, das mit seinen besten Verkäufen am Einheitskursmarkt für Industriepapiere aufgehört hat. beteiligt sich etwas mit Käufen. Infolgedessen konnte sie schon in den letzten Tagen dec Vorwoche bemerkbar gewesene Erholung Fortschritte machen. Das anfangs lebhaftere Geschäft erlahmte jedoch bald wieder, und Veränderungen von Belang traten weiterhin nicht ein. Die Kursbesserungen, denen ganz wenige Nachlässe gegenüberstanden, be- ttugen durchschnittlich 20 bis 40 Prozent, vereinzelt auch 50 Prozent, und bei einigen wenigen Papieren bis 90 Prozent. Staatsbahnaktien wurden weiter um 200 in die Höhe gesetzt. Am Rentenmarkt erhielt sich für Auslandsrenten Kaufinteresse, so dah von türkischen Papieren namentlich Zollanleihe und Sütientofe, von ungarischen Gold- und Kronenrente erheblich stiegen. Auch 4proz. rumänische Renten, sowie Bosnier und Mazedonier zogen an. Am Devisenmarkt war Der Kursstand bei kleinen Umsätzen geringfügig verändert. Frankfurt a. M., 15. Mai. Börsen- stimmungsbild. Die am Wochenschlutz ein« getretene Befestigung an der Börse übertrug sich mir in vereinzeltem Matze auf den heutigen Verkehr. Von feiten des Devisenmarktes war keine Anregung ausgegangen. Der Dollar stellte sich im heutigen Frühverkehr auf 284—285. Am Markte der unnotierten Werte wurden folgende Kurse genannt: Htöckicht-Gummi 405—410, Benz 490—495. Gebe. Fahr 565, Deutsche Petroleum 2025—2050. Auf dem Wontanaktienmarkt war eie Preisbewegung weniger bedeutend. In chemi- schen Aktien war der Verkehr ruhiger, AnPn- werte fester. In Clektrizitätspapieren war die Kursbewegung geringfügig. Zuckerfabrikaktien wurden stärker gesucht. Schiffahrtswerte setzten zu besseren Kursen ein. In ausländischen Anleihen hat das Geschäft nachgelassen. Am Markte der Einheitswerte und der lonftigen fortlaufend notierten Werte war der Gefchästsverkehr still. Die Börse zeigte bet ruhigem Geschäft ein freundliches Aussehen bis zum Schluß. Privatdiskont 41/? Prozent. m 5r anff urt a. M., 16. Mai. Züricher Devisenmarkt. 15.5. 16.5b Wechsel auf Schweizer Franl-u Holland 100 Fl. = 200.50 203.50 Deutschland 100 Mk. -- 1.80 1.85 ’ Wien 100 Kr. -- 0.65 0.05 Prag 100 Kr. -- 10.- 10.- Paris . . . 100 Fr. --- 47.40 47.90 London 1 £ 23.10 23.33 l Italien ... 100 2. --- 27.35 27.70 Brüssel 100 Fr. --- 43.20 43.75 * Budapest 100 Kr. ---- 0.67 0.67 , Reuyork. 100 $ = 519-50 523.- ' Agram 100 Kr. = 1.87 L91 Warschau 100 Kr- -- 0,13 0,13 Börsenkurse. Frankfurt Berlin Hchlutz- Schlutz- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs Datum: l2- 5- 5% Dtfch. Kriegsanl. 77,50 4°/oDtsch. Reichsanl. 9J-50 3"/o Dtfch. Reichsanl. 124.- 4e/0 Preutz. Konsols Hamburg-Paketf.. . 407.- Äorddeutfcher Lloyd 3-3, - Eomm.u.Privatbank 29»,- Darmstädier Bank . 296,— Deutsche Bank . . . 594,— Disconto^Gefellschaft 433,-- Dresdner Bank. . . 315,- Mitteld. Ereditbank. 260, — Nationalbank f. D. 296, - Boch. Gutzstahlwerke 1055,- Bud.-Eifenw.-Akt.. 790,- D.-Luxemb. Bergw.. 340, - Gelfenkirch. Bergw.. 985, - Harpener Bergbau. 18.10,- Oberfchl. Tifenb.-B. 845,- Oberschlef. Eifenind. 700,- Phönft-Becgb.--Akt. 1120,- Bad.Anilin-u. Soda 735,- Höchster Farbwerke. 680, - Allg. Elektr.°Gef. . 665,- Felten & Guilleaume 8 JO, — Schuckert-Werke. . . 620,- Adlerwerke 500,- Daimler 421,- 4° 0 Hefs. Siaatsanl. 78,- Electron Griesheim 765,- Dtsche. Vereinsbant' 224. 15.5. 12.5. 15.5. <7,50 77,50 77,60 93.50 94, - 93 50 116,- 120,- 114,- 84 - 85.75 85,50 415,- 406,59 408,- 329,- 315,75 327,50 293, - 298,- 300,- 296,- 297,50 299,- 598,50 597, — 600,- 433,- 433,- 435,- 319,50 318,- 319,- 263.- 280,- 262,- 297,- 298,25 300,- 1000 - 109/,50 1100,— 799,- 802,- 805,- 970 - 950,- 985,- 1020 - 998,751023,- 1815 - 1825,- 1810,- 870'- 849,- 850,- 715- 705, - 695,- 1U0,- 1101,- 1131,- 760,- 730,50 759,- 694,— 679, - 693,- 675,- 665,- 682,- 800,- 810,- 8 8,- 620,- 619,- 623,75 505,— 501,— 5C7,— 450,- 430,- 453,- 79,75 79,- 77,- 775,- 775,75 780,- 224,- Berliner Devisenmarkt. Geld Vries Geld Brief Datum: 13. Mai. 15. Mai. Amstd.-Rotterd. Brüfsel-Antw. . Shristiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . Helstngfors. . . Italien London Reuyork..... Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr» Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro 1131,8011189,- 239 %45 2455,55 5393,25 5406 75 6142,30 6157,70 7415,70 7434.30 639,26 610*80 15'8,13 1521,90 1283,35 1286,65 288,38 289,12 26)4,26 2640,80 5558,- 5572,- 4489,35 450i',65 3,15 3,19 536,30 557,70 37,30 37,40 104,72 105,02 212,70 213,30 136,50 137,50 3970,- 3980,- .1061,1511088,85 2387.- 2393 - 5333,30 5346.70 6082,35 6097,65 7330,80 7349,20 594,25 595,75 1503,10 1546,90 12 72,90 1276,10 285,89 236,61 2619,20 2625,80 549?,10 5506,90 4451,90 446 , 0 2,90 2,94 549,05 550,45 37,40 37,50 104,47 104,77 209,70 210,30 135,50 136.52 3957,50 3967,50 Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . > Reuyork . . Paris. . . . Marknotierungen. 1.7.14. . ... Fr. 125.40 . ... Fl. 59.20 _ Kr. 88.80 . . . . Kr. 88.80 . . . . Kr. 117.80 . . . . Kr. 117.80 . ... Sh. 97.80 .... $ 23.80 . ... 3t. 125.40 13. 5. 15. 5. 1,80 1.82 0,90 0,90 1,66 1,67 1,37 1,38 3520,- 18,40 1,28 1,27 -.34 0,35 3,81 3,82 (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Tschitscherins Standpunkt zur der geplanten SachverstLntz^We»k»««» • N 3 T M , r O # *> ukutoamerecaä mmks sng Nach nord-, zentral- und sod- AMERIKA AFRIKA, OSTASIEN USW. BiHige Beförderung über deutsche und ausländische Häfen.— Hervorragende III. Klasse mit Speise- und Rauchsaal. Erstklassige Salon-u.Kajütendampfer Etwa wöchentliche Abfahrten vea HAMBURG NACH NEW YORK Auskünfte and Drucksachen durch HAMBURG-AMERIKA LINIE HAMBURG und deren Vertreter in: GO ESSEN: S. Loeb, Zigarrenhaus, Bahnhofstr. 52 a. (30Ö7D Freitag, Den 19. Mai 1922, norm. 10 Uhr, werden im A)fe des Hauptzollamts zu Gieße» gegen bar bestimmt versteigert: Zirka 14 Gramm Platmdraht, 1 Reminaton^Schreibmafchine, zirka 400 Kg. doppel deck. 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