llr. 40 Der Siebener LnzeiA« erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags. Monatliche Vezutzrpreise: Mk. 9.50 einschl. Träger» lohn, durch die Post Ulk. 10.- einschl. Bestell, geld, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Ferniprech» Anschlüsse: s ür d ie S christ le itunq 112; für Druckerei, Verlag und Geschästsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Sranffnn a. M. 11686. Erstes Blatt 172. Zahrgang Donnerstag, 16. Zedruar 1922 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von Anzeigen für die Togesnummer bis znm Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 70 Pf., auswärts 90 Pf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 3 0Ps. Bei Platz, Vorschrift 20" .Aufichlag. Hauptschriftleiter: Äug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Aart Walther; für den Vrvck und Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch» und Zteindruckerel R. Lange. Schriftleltung, Geschäftsstelle und Druckerei: 5chulstrahe 7. Das Vertrauensvotum für Reichskanzler Dr. Wirth angenommen. Wit etner kleinen Mehrheit wurde gestern im Reichstag Herrn Dr. Wirth das Vertrauen bestätigt, das er gefordert hatte. 220 Stimmen gehörten ihm, 185 lehnten ihn ab. 16 enthielten sich der Stimme. Sin höchst unklares Bild, aus dem auch kein rechtes Vertrauen herausstrahlt. Für den DertrauenS- antrag stimmten im wesentlichen die Regierungsparteien. Die Opposition der Rechtsparteien blieb fest; sie stimmten geschlossen gegen den Kanzler. Auch die Kommunisten waren entschlossen, den Reichskanzler zu stürzen. Die Bayerische Volkspartei übte Stimmenthaltung. Die Unabhängigen hatten nicht den Mut, den Sturz des Kabinetts herbelzuführen; ihre Mehrheit stimmte zwar gegen Dr. Wirth, aber dadurch, dah etwa 20 Herren den Fraktionsbeschluh nicht aus- fühtten und an dez: Abstimmung nicht teilnahmen sowie durch die Sttmmenthaltung der Bayerischen Dolkspartei wurde der Kanzler gerettet. Der Reichstag zahlt 469 Abgeordnete; 220 waren nur zur Stelle, um Dr. Wirth das Verttauen zu bewilligen. So ist es klar, d^h der Reichskanzler mit dem Ergebnis auf die Dauer sich nicht wird zufrieden geben können. Es heißt denn auch, er wolle so bald wie möglich selber die Frage der groben Koalition aufrvllen. Das Abstimmungsergebnis im Reichstag. Verl in, 15. Februar. (WTB.) Für das Vertrauensvotum im Reichstag stimmten 107 Sozialdemokraten, 38 Demo- k raten, 68 Abgeordnete des Zentrums — einschließlich der vier Welfen, welche dem Zentrum als Hospitanten angehören, 3 Abgeordnete der Bayerischen Dolkspartei. 3 des Bayerischen Bauernbundes und 1 Welse. Gegen das Votum stimmten 34 Abgeordnete der Unabhängigen Sozialdemokratie. 68 Deutschnationale, 61 Wgeorünete der Deutschen Dolksparlei und 22 Kommunisten. Don der Bayerischen Dvlks- partei ftünmten 2 Abgeordnete und der Hospitant Deermann für das Vertrauensvotum. Vom Zentrum fehlten 3 Abgeordnete wegen Krankheit und der Abgeordnete Pfeiffer wegen seiner Anwesenheit in Wien, von der Deutschen Volks- Partei fehlten wegen Krankheit 5, von den Deutschnationalen 2, von den Demoklaiei 2 und von den Sozialdemokraten 1 Abgeordneter. Von den Unabhängigen Sozialdemo?, aten nahmen 14 Abgeordnete an der Abstimmung nicht teil und 12 unabhängige Abgeordnete fehlten überhaupt. Die 16 Stimmenthaltungen entfallen auf die Bayerische Volks- Partei. Eine Erklärung der Deutschen Volkspartci. Berlin, 15. Febr. (Wolff.) Die Fraktion der Deutschen Doll spart ei veröffentlicht eine Erklärung, in der es heiht: Auf Veranlassung des Abgeordneten Spahn wurden die Vertreter der Deutschen Volks- Partei gestern zu einer Sitzung in der Reichskanzlei eingc laben, woran der Reichs- x n£j c r ^wie je zwei Vertreter des Zentrums, der Demokraten und der Sozialdemokraten teil- nahmen. Bei der Zusammenkunft wurde die tnnerpvlltische Lage beraten und von dem Zentrum und den Demokraten auf die ^^w^o^gkeit Schaffung einer ertoeiter- 1 c n *91 erungsbafiä durch den Zutritt der Deutschen Dolkspartei hingewiesen. Die Der- treter der Deutschen Dollspartei erklärten, dah eine Zuruanahme des Persönlich aus den Reichskanzler abgesteNten Mihtraucnsantrages auch dann nicht in Frage käme, wenn man dem Vertrauensvotum eine noch weiter abschwächende Begründung gebe. Ihrer Auffalfung nach könne nur dann die Frage des Mißtrauensvotums erörtert werden, wenn sich vor der Abstimmung eine neue Regierung gebildet habe. Dann würde eine neue Lage geschaffen fein, wozu dann die Fraktion der Deutschen Dolkspartei erneut Stellung zu nehmen habe. Die Vertreter der Sozialdemokratie ierflärtert sich bereit, die angeregte Frage In ihrer Fraktion zu erörtern. .Rachdem inzwischen der Beschluß der Sozialdemokratie ergangen war, der feststellte, dah die in der Zusammenkunft angeregte veränderte parlamentarische Situation nicht m^hr in Frage komme, erklärten die Vertreter der Deutschen Dolkspartei in der heutigen Zusammen- kwrft, dah sie sich von weiteren Verhandlungen keinen Erfolg versprechen könnten und daher an den weiteren Beratungen nicht teilnehmen würden. „Im Namen des Pöbels". Vor einiger Zeit hat eine in ,Potsdam zugestellte Arteilsausfertigung, die statt der Ueberschrist Im Namen de§ Volkes die Lieber- schrift Im Namen des Pöbels trug, den heißen Zorn der sozialdemokratischen Presse erregt. Der Zorn wäre begreiflich gewesen, wenn einer der beteiligten Beamten sich wissentlich einer solchen offenen Verhöhnung des heutigen Staates schuldig gemacht hätte. Nun hat sich aber herausgestellt, dah weder der Richter, der die Urschrift des Urteils über- schrieben, noch der Kanzlcibeamte, der es ausgefertigt hat, sich den pöbelhaften Witz erlaubt hat, sondern daß ein unbekannter Missetäter den Kopf des Urteils geschrieben hat, als der ausfertigende Beamte kurze Zeit die Schreibmaschine, auf welcher der Bogen aufgespannt war, verlassen hatte. Die „Rheinische Zeitung" fügt chrem Bericht zu: „Wegen der Fahrlässigkeit, die darin liegt, daß der Kanzleibeamte die Urteilsausfertigung nicht durchgelesen und dadurch die falsche Ueber- schrift nicht bemerkt hat, ist das Erforderliche veranlaßt worden." ES ist nun, so schreibt dazu die „Köln. Ztg.", eine sehr verzeihliche Sünde, wenn ein Kanzleibeamter bei der Durchsicht einer Urteilsausfertigung den sachlich unwichtigen, sich gleichbleibenden Formalien keine Beachtung schenkt. Aber die Sozialdemokratie ist, wenn es sich um die Majestät des Volkes handelt, empfindlicher als die Prinzessin auf der Erbse. Wenn in früherer Zeit ein Beamter gemaßregelt worden wäre, weil chm versehentlich in der UrteilSauSfertt- gung eine ähnliche Beleidigung des Königs durchgeschlüpft wäre, so hätten die Sozialisten jedenfalls die kleinliche Rachsucht und Splitterrichterei, die elende Byzantinerei des amtlichen Bonzentums auf alle Weise lächerlich gemacht. Heute hat sich das Blättlein gewandt. Beleidigt man die Republik und ihre Spitzen, so weih die Sozialdemvkratte nichts mehr von der einst begehrten Duldsamkeit, Nachsicht, Gedankenfreiheit usw.; sie schnaubt genau so ingrimmig nach Rache, wie es früher manche von ihr als mittelalterliche Folterknechte verschrienen Bekämpfe! der Sozialdemokratie getan haben. Und ebenso wenig macht sie, zur Macht gelangt, sich ein Gewissen daraus, die Ueberzeugung vieler anders als sie denkender Staatsbürger bei jeder Gelegenheit aufs gröbste zu kränken. > ■ ■ 11. , Die Konferenz von Genna. Paris, 15. Febr. (Havas.) Der französische interministerielle Ausschuß zur Vorprüfung der auf dem Programm der Konferenz von Genua stehenden technischen Fragen ist nachmittags unter dem Vorsitz des Ministerialdirektors Sey - dou f zusammengetreten. Es wurden drei Unterausschüsse gebildet, die mit der Prüfung der Finanzprobleme, der wirtschaftlichen Probleme und der Transportfraaen beauftragt wurden. Die aufRußland bezüc l cheu Fragen wurden, da sie einen besonderen Punkt bilden, getrennt verhandelt, und werden einem besonderen interministeriellen Ausschuß zur Bearbeitung übertragen. Alle Unterausschüsse werden getrennt arbeiten und dem interministeriellen General- a u s s ch u ß, der in acht Lagen eine neue Zusammenkunft abhalten soll, ihre Berichte vorlegen. Ein französischer Antrag zur Schttldfordcruttg an Deutschland. Paris, 15. Febr. (Havas.) Der Abgeordnete Paul A u b r i o t hat eine i Re^ lat onsv r chiag eingebracht, in dem es heißt: Die Kammer fordert die Regierung auf, sowohl den alliierten Regierungen wie den Regierungen der übrigen Länder einen Finanzplan vorzulegen, der vvrschlägt: 1. Die Schuldforderungen der Alliierten an Deutschland, so wie he in ihren Verpflichtungen, ihren Garantien und ihrer Gesamtsumme durch den Vertrag von V e r s a i l l e s und durch die Entschließungen der Reparationskommission bestimmt uid festgelegt ist, an den Völkerbund zu übertragen, 2. durch den Völkerbund ein internationales Bankinstitut zu scha'fm, das beaif.ragt wird, ein durch die deutsche Schild garantiertes internationales Geld in Umlauf zu sehen and die Verteilung dieses Geldes an die Interessierten nach Maßgabe ihrer Rechte zu sichern, sowie die Amortisation desselben durch eine jährliche Abgabe auf die deutsche Ausfuhr zu betreiben. Ein Vuch Eaillanx'. Paris, 15. Februar. (WTB.) Joseph Caillaux veröffentlicht unter dem Titel: ,.Wohin geht Frankreich? Wohin geht Europa?" ein neues Buch, in dem er einen Vergleich zwischen der europäischen Wittschaftslage im Jahre 1914 und der im Jahre 1921 zieht. Gr kommt im weiteren Verlaufe seiner Studien zu der besonderen wirtschaftlichen und pvlittschen ßagc Frankreichs. Benesch in London. Paris, 16. Febr. (WTB) Havas meldet au$ £on&on: Der tschechoslowakische Ministerpräsident Dr. 2 enesch ist gestern abend aus Paris in London eingetroffen, wo er einige Tage verbleiben wird. Deneschs Anwesenheitt in London hängt mit der Genueser Konferenz zusammen. Er habe sich bereits in Paris über oie Haltung, die die französische Regierung in Genua etnnehmen werde, erkundigt und der französischen Regierung auseinandergesetzt, welchen Erandpunkt die Tschectwslowakei und die anderen Staaten der kleinen Entente in Genua einnehmen werden. Ferner habe er über die Probleme des wirtschaftlichen umd ftnartßiellea Wieder au sbaacs gesprochen und der französischen Regierung über die Auffassung der tschechoslowakischen Regierung bezüglich Rußlands Aufklärung gegeben. Das Verbot deutscher Filme in England aufgehoben. Berlin, 16. Febr. Das „Berl. Tagebl." veröffentlicht eine Meldung aus London, wonach die Vereinigung der englischen Film- direktoren die sofortigeAufhebung des 1918 auf fünf Jahre erlassenen Verbots der Einfuhr deutscher Filme beschlossen habe. Arrs Sowjct-Rnhland. Paris, 15. Febr. (WTB.) Das „Journal des DebatS" veröffentlicht einen Privatbrief aus Petersburg, wonach dort am 4. Februar ernste Anruhen ausgebrvchen seien. Die roten Truppen seien entfernt worden. Aufklärungstruppen operierten um die Stadt. Die Magazine seien geplündert worden. Die Unordnung sei durch die Lebens- mittelteuerung hervorgerufen worden. Moskau, 15. Fobr. (Wolff.) Das Präsidium des allrussischen DollzugskLmitees beauftragte den Volkskommissar für Iwlizwesen, für die nächste Sitzung einen Entwurf über die Abgabe der Kirchenschätze an das Hilfs- werk für die Hungernden vorzubereiien. In einer Hauptversammlung der Geistlichen von Nischni Nowgorod wurde bereits auf Anordn rng des Erzbischofs beschlossen, alle wertvollen Gegenstände der Kirchen und Klöster des Bistums dem Hilfswerk auszuhändigen. Der Vertreter des Patriarchen T i ch o n schlug eine Auswah i*ö:r Gegenstände vor, die ben Bedürfnissen des Gottesdienstes und dem religiösen Wert gewiiser Kunst- schähe Rechnung trägt. Die Hebergabe soll unter der Beteiligung von Vertretern der Gouveme- mentsmuseen erfolgen, damit keine Gegenstände geschichtlicher oder archäologischer Bedeutung verloren gehen. Lloyd George über Indien. London, 15. Febr. (Wolff.) Lloyd George hielt gestern im -Unterbaute eine Rede über die indische Frage. Er sagte, vieles in der Lage Indiens rechtfertige ernste Sorge. Für eine Panik sei jedoch bestimmt keine Ursache vorhanden. Die Regierung fei der Lage gewachsen, ohne deshalb die finanziellen Lasten vermehren müssen. Nichts würde von größerem Vorteil sein, fuhr Lloyd George fort, als wenn Frieden mit der türkischen Regierung geschlossen werden könne. Lord Curzon werde in den nächsten Tagen diese Frage von neuem aufrollen, am za sehen, ob es nicht mögliche sei, einen durchgreifenden Frieden zustande zu bringen. Es müsse jedoch ein gerechter Frieden fein. Nichts könne gewonnen werden durch ungerechtfertigte Zugeständnisse. Alle Teile der Welt seien infolge des Krieges ärmer geworden. I n der ganzen Welt müsse der Frieden zustande kommen. Aus diesem Grunde sei Indien eingeladen worden, einen Vertreter zur Unterstützung der britischen Delegation auf die kommende Konferenz zu entsenden, auf der die wirtschaftlichen Angelegenheiten Europas erörtert werden sollen. Bezüglich der schädlichen Propaganda in Indien und England, durch die der Gedanke im Auslande verbreitet werde, daß England beabsichtige, Indien aufzugeben, erklärte Lloyd George, er wünsche, im Namen der britischen Regierung deutlich zu sagen, dah unter keinen Mmftänben oder Bedingungen daran gedacht werde, die volle Souveränität des Königs oder Kaisers aufzugeben oder zu vermindern. Ohne die starke Hand Englands würde Indien dem Chaos verfallen. Die Laqe in Irland. London, 16. Febr. (WTB.) Michael Collins ist heute vormittag in London eingetroffen und hatte eine Unterredung mit Churchill. — AuS Dublin wird gemeldet, dah die Räumung Irlands durch die britischen Truppen wieder begonnen habe. Im Unterhause teilte Churchill mit, dah Collins die Frellassung von 15 gefangenen Ulsterleuten erreicht habe, und er hofft, dah weitere Freilassungen im Laufe des Tages erfolgen werden. Churchill fügte hinzu, dah Graig und Collins auf seinen Rat beschlossen haben, zwei besondere Ausschüsse zu ernennen, die sich an die Grenze von Ulster begeben sollen, um die Lage zu prüfen und, wenn möglich, die Bevölkerung zu beschwichtigen. Mit Rücksicht auf die durch das provisorische Regime in Irland hervorgerufenen Schwierigkeiten beabsichtigt die Regierung, bereits morgen die Gesetzentwürfe betreffend die Uebergabe der Gesetzesmacht an die provisorische irische Regierung dem Hause vorzulegen. London, 15. Febr. (WTB.) In Belfast ist es heute erneut zu erbitterten Kämpfen gekommen. Eine grobe Anzahl Personen wurde verwundet. Sin Polizist wurde getötet Die ägyptische Frage. London, 15. Febr. (WTB.) Marschall Allenbh hatte heute eine Unterredung in der Downingstreet mit Lloyd George, Chamberlain und Lord Curzon Über die ägyptische Frage. Anschließend wurde eine Kabinettssitzung abgehalten. Zu sarn m c n sch l u ü d e r d c utsch e n K ünst! er in der Tschechoslowakei. Die überwiegende Mehrzahl der deutschen Künstler in der Tschechoslowakei und der größte Teil der im Ausland schaffenden Tramhaften Kunstbeflillenen hat sich im Metznerbund (Verein deutscher Kunstschaffender in der Tschechoslowakei) zu einem geschlossenen Verband vereinigt, um das deutsche Kunstleben in diesem Staate durch Zusammenfassung aller Kräfte zu behaupten und zu stärken. Vor dem Umsturz hatte das künstlerische Schassen der Sudetendeutschen größtenteils in den kulturellen Mittelpunkten des großen deutschen Sprachgebietes ^Wien, München, Berlin, Le p ,ig, D sseldors u a ), die durch ihr reges Kunstleben bessere Entwick- lungs- und Daseinsmöglichkeiten boten als die Heimat, einen Schwerpunkt. Durch die gewaltsamen politischen Veränderungen bei Kriegsschluh wurden die engen Beziehungen zu jenen Kunststätten zerstört und der geistige und künstlerische Verkehr durch politische und wirtschaftliche Schranken unterbunden. Die sudetendeutsche Künstlerschaft sieht sich infolge der geänderten Verhältnisse nunmehr auf das engere WirtungSfeld der Heimat gedrängt wo besonders in der Provinz mangels entsprechender Ausstellungsmöglichketten und angesichts des im Verhältnis zum Deutschen Reich bescheideneren künstlerischen Dildungsdurch- schniltes die notwendigen Voraussetzungen für die Entwicklung künstlerischen Lebens erst geschossen werden müssen. Der Metznerbund macht es sich zur Pflicht, die Teilnahme für das deutsche Kunstschaffen der Gegenwart in weiten Kreisen zu fördern und vor allem zwischen Kunstfreund und Kunstschaffenden durch Veranstaltung regelmäßiger jährlicher Ausstellungen lebendige Beziehungen anzubahnen. Er will nach Kräften auf eine Hebung des künstlerischen Bildungsdurchschnittes hinwirken und dabei sein Augenmerk besonders auf den Kunst- und Zeichenunterricht an den höheren Schulen richten, der, nach kunsterzieherischen! Grundsätzen ausgestaltet, von künstlerisch durchgebildeten Persönlichkeiten erteilt werden soll. Schließlich gedenkt der Kreis Nordmähren deS Mehnerbund esfür seine engere Heimat eine Entwurfshauptstelle für das gesamte Kunstgewerbe einzurichten. Zur Lösung ihrer Aufgaben bedarf die deutsche Künstlerschaft Nordmährens der moralischen Unterstützung aller Kunstfreunde und nicht zuletzt auch der materiellen Förderung durch die begüterten Schichten. Der Kreisvorstand des nordmährischen Zweiges deS Metznerbundes wendet sich an alle künstlerisch Interessierten, besonders aber an die Heimatgenossen aus Nordmähren, dem Metznerbund, Kreis Nordmähren, durch Beitritt als Gründer, Förderer oder beitragendes Mitglied tatkräftig zu unterstützen und damit der ersten Ausstellung, die vom KreiS Nordmähren bereits zu Anfang des Frühjahres 1922 in Olmüh veranstaltet wird, einen mächtigen Ansporn zu geben. Anfragen und Anmeldungen sind an Herrn Josef Katschmer, akad. Bildhauer. Olmütz, Färbergasse, zu richten. Das Attentat in Finnland. H e l s i n g f o r S, 16. Febr. (WTB.- Der wegen des Attentats auf den Minister des Innern verhaftete Kaufmann Lendefeld war als junger Mann wegen eines geplanten Attentats auf einem russischen Kriegsschiff, das im Hafen von HelsingforS lag, furchtbaren Mißhandlungen in den russischen Gefängnissen ausgesetzt gewesen und seitdem zeitweilig g e i st i g g e st ö r t. Er erklärte, den Minister getötet zu haben, weil er in seinen Maßnahmen gegen die revolutionären finnischen Elemente nicht energisch genug gewesen sei. Die Arbeiteraussperrung in Dänemark. Kopenhagem, 15. Febr. (WTB) Die an* gekündigte große Aussperrung t t gestern abend in Kraft getreten. Die Aussperrung umfaßt Über 1 00 000 Arbeiter. Dazu t mmen etwa 90 000 Arbeitslose. Die (Bereinigung der Arbeitgeber hat eine Reihe weiterer Aussver- rungen angekündigt für solche Betriebe, die bisher nicht davon betroffen waren. Die Arbeiterorganisationen ihrerseits haben den Streik für eine Reihe von Unternehmen angekündigt, die von der Aussperrung ausgenommen waren. Die staatliche Schlichtungsbehörde macht ben Versuch, die Parteien einander näher zu bringen. Unruhen in Guatemala. Paris, 16. Febr. (WTB.- Nach einer Havasmeldung aus Mexiko sind in Guatemala infolge eines Angriffes der Anio- nisten gegen die Regierung ernste Anruhen ausgebrochen. Nach einer weiteren Havasmeldung aus Neuyork sind General Ruiz und Kapitän Perez hingerichtet worden. General Villa in hat die beiden Offiziere eines Komplottes gegen die Regierung beschuldigt. Die (Erregung unter den Eisenbahnern. Berlin, 16. Febr. Die Eisenbahndirektton Elberfeld wendet sich mit einer Kundgebung gegen die neue Streikhetze unter den Eisenbahnern. In aufreizenden Flugblättern der Reick*sgewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamten und -Anwärter werde von vielen zehntausenden Beamten gesprochen, die gemaßregelt weroen sollen. Dazu bemerkt die Kundgebung, daß im Direktionsbezirk Elberfeld, weiter rund, 14000 Beamte und rund 21 000 Weiter umfaßt. DiS- her nur fünf Beamte durch Kündigung entlassen toorben )inb. Die Jtunbgebung der Gisenbahn- bireltion hofft, daß an dem gesunden Sinn der Mehrheit der Beamten diese neue Hetzerei wir- kungslos abprallen wird. Die .Deutsche Allgemeine Zeitung" berichtet, daß auch in Berlin gestern sogar vor dem Reichstag aufreizende Flugblätter der Reichsgewerkschaft verteilt wurden, in denen wegen der Mastregelungen zum Streik auf- gefordert und die Reichsregierung beschimpft wird. Wie der .Deutschen Allgem. Ztg." aus Dresden gemeldet wird, hatte anlästlich des Streiks -er Lokomotivführer der Verband sächsischer Polizeibeamten an süne Mitglieder gewisse Richtlinien erlassen, die ihrem Sinne nach eine Anterstützung der streikenden Lokomotivführer bedeuteten. Deswegen haben. die Polizeivffiziere der sächsischen Landespolizei mit wenigen Ausnahmen ihren Austritt aus dem Verband erklärt. Aus dem Reiche. Lohnregeltmg hn mitteldeutschen Dcaunkohlenrevier. Derlin. 16. Febr. In einer vom ReichS- arbertSministeriurn angesetzten EinigungSver- handlung in Halle wurden für den mitteldeutschen Braunkohlenbergbau neue Derein- barun gen getroffen. Danach erhalten männliche Arbeiter über 18 Jahre in den Kernrevieren 20 Mk. Zuschlag pro Schicht, in den Randrevieren 18,50 Mk.. Arbeiter unter 18 Jahren und Arbeiterinnen erhalten 6Mk. bzw. 5,10 Mk. Lvhnzuschlag. Bis zur neuen Festsetzung der Gedinge erhalten die Gedingearbeiter einen festen Lohnzuschlag von 11 Mk. in den Kernrevieren und 9,35 Mk. in den Randrevieren. Die Sätze für die Lehrlinge werden um 25 Mk. pro Woche erhöht. Zur Flucht deS Oberleutnants Dithmar. Berlin, 15. Febr. (WTB.) In Antwort des IustizministerS auf eine kleine Anfrage der Mitglieder der kommunistischen Fraktion im preußischen ßanötag wegen der Flucht deS Oberleutnants Dithmar, wird festgestellt: Bisher liegen keine Anhaltspunkte für ein Verschulden der Strafanstaltsbeamten vor. Ein bestimmteres Urteil läßt sich erst nach Abschluß der eingeleiteten Ermittelungsverfahren, die mit Rachdruck betrieben werden, abgeben. Die Kriminalpolizei verfolgt mit besonderen Beamten alle Spuren. Sie traf auch Vorkehrungen gegen das Entkommen Dithmars ins Ausland. Aus Stabt unb Land. Diesten, den 16. Febr. 1922. L.A.DonderLandeS-Aniversi- t ä t. Der ordentliche Professor für Römisches, Bürgerliches und Handelsrecht an unserer Universität, Dr. Otto Eger, hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Königsberg i.Pr. abaelehnt. •’ Amtliche Persvnalnachrichten. Ernannt wurden am 10. Februar der Polizeiwachtmeister auf Probe Georg Winter aus Rußloch, Kreis Heidelberg, zum PolizeiwachV- mekster beim Polizeiamt Reu-Isenburg mit Wir- furcj vom 1. Januar 1922 an, der Polizeiwacht- memer auf Probe Karl Grünewa ld aus Eberstadt. Kreis Darmstadt, zum Pvlizeiwacht- meister beim Polizeiamt Offenbach a. M. mit Wirkung vom 16. Februar 1922 an. — Übertragen wurden am 3. Februar den Lehrern Franz Appelmann $u Fahrenbach, Heinrich Blast u G roh e n - L l nden, Emil Hahn zu Hungen, Wilhelm H e n h, z. Zt. Schulverwalter in Gießen, Heinrich Kraufch zu Bergheim. Otto 'Schneider zu Unter-Schmitten, 'Karl Theodor Zeltler zu Wald-Michelbach Lehrer- stellen, den Schulamtsanwärterinnen DoraD a u m aus Darmstadt, Marie Hoffmann aus Grün» berg, Lehrerinnenstellen an der Volksschule zu Giehen, am 7. Febr. dem Lehrer H. Roth zu Landenhausen eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Reiskirchen, Kr. Giehen, am 9. Februar dem Lehrer Augast Dollinger aa8 Ober-Gleen eine Lehrerstelle an drr Volksschule M Alsfeld, dem Lehrer Zakob Thomas zu Mosbachs eine Lehrerstelle an der katholischen Volksschule zu Groh»Zimmern. Kreis Drebirg. dem Schulamtsanwärter Georg Hebling aus Vobstadt eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Klein-Hausen, Kreis Vensl^im. ** Milchpreis. Der Kleinverkaufspreis für 1 Liter Vollmilch wurde infolge Erhöhung des Stallpveises sowie der allgemein gestiegenen Unkosten mit Wirkung vom 17. Februar auf 6,60 Mk. festgesetzt.. Die Blüchernichten. Roman von HannS von Zobeltitz. 30. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Indessen falbt und knetet der junge Hüns- wanger, und der alte treue Bieseke steht beobachtend dabei und nickt dann und wann Beifall, -un-al wenn der H;-r Feldmarfchall unter den Arzthänden hüb.ch stöhnt und schimpft. Dazwischen ratschlagt Blücher mit Gneisenau, gibt Befehle und Weisungen aas. Die Armee soll also bis Wavre ?urückgehn, sich dorten sammeln, naher zu Wellington, rem Eisernen Herzog, heran. De Ad.utanten müssen in den Sattel, dast jede Truppe rechtzeitig ihre Ordres erhalte. Durch die Rächt jagen sie davon. Auch zu dem Engländer geht Meldung ab. 3n frühester Morgenslunde aber hebt sich Blücher von feinem Schmerzenslager, verlangt Sabel und Mantel und Mutze and ein Pferd. Mögen die Herren Dolloren bedenkliche Annen machen: er will, und es must fein. Er will's, und der greife Heldenkörper gehorcht. Wohl schmerzen die Knochen, Dein, Seite und Rücken, aber der Herr Feldmarfchall weist schon, was es hellch die Zäh. e ^ufammenbristen. Wenn es gilt. Mögen andre in bequemer Equipage fahren: er will, er muh sich den Truppen zeigen, dir ihm vertrauen, auf ihn bauen, za ihm auf- schauen, wie Kinder zum guten Vater. So ritt er auf Iba r,re zu. an den marschierenden Regimentern, Schwwdronen, Dattecun vorbei, unb hat für jeden Teil ein aufmuntern- deZ Wort, einen klingenden, tröstenden Zu.uf. »Laßt's nur gut fein, Hungens! Gestern gab's •• Reue Höchstpreise für Kohlen unb Koks werden in einer Bekanntmachung des Brennstoffamtes in unserem heutigen Anzeigentelle veröffentlicht. ** Gas- und Koksmangel als Folgen des Streiks. Don zuständiger Seite wird uns geschrieben: Der anfangs dieses Monats ausgebrochene Streik der Eisenbahner ist zwar seit einigen Tagen beendet, die F^gen jedoch machen sich jetzt unb wohl auch noch in nächster Zeit in der Industrie und verwandten Geschäftszweigen in weitgehendster Weise nachteilig geltend. Durch die während der Streiktage unterbliebene Instandhaltung zahlreicher Lokomotiven, namentlich auch unter dem Einfluß des in diesen Tagen herrschenden anhaltenden Frostes, sind starke Beschädigungen derselben eingetreten die eingreifende Reparaturen erfordern. Unter diesen Umständen ist der vorherige regelmäßige Verkehr, insbesondere der Güterzüge, nicht durchführbar. Eine der empfindlichsten Folgen hiervon ist das Ausbleiben der Kohlensendungen. was bereits Arbeitslosigkeit auf zahlreichen Gebieten unb damit verbundene umfangreiche Ar° beiterentlaffungen — so z. D. auch bei den Hüttenwerken in Wetzlar — mit sich gebracht hat. Wie in anderen Städten, so hat sich auch beim hiesigen Gaswerk der Kochlenvorrat derart verringert, daß sich letzteres gezwungen sieht, wieder Sperrstunden. deren Festsetzung noch näher bestimmt wird, einzuführen. Ein weiterer Mißstand ist die durch die Einschränkung in der Gaserzeugung eintretente erheblich geringere KoksProduktion, die durch den ilmftanb, daß die hiesigen Kohlenhändler weder Vorrat an Brennmaterial haben noch in absehbarer Zeit erhalten werden, von der Bevölkerung sehr unangenehm empfunden wird. Die hierdurch dem Publikum erwachsenden Anannehmlichkeilen sind neben zahlreichen weiteren Schädigungen ebenfalls als eine Folge des Eisenbahnerstreiks anzusehen. *• Steuererklärungen für 1921. ES sei nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß in der Zeit vom 15. Februar bis zum 15. März die Steuererklärungen für das Kalenderjahr 1921 beim Finanzamt eingereicht werden müssen. Wer unter 24 000 Mk. Jahreseinkommen hatte, ist zur Abgabe einer Steuererklärung nicht verpflichtet, aber berechtigt. •* Der Landesverband der hessischen Hausbesihervereine nahm in ferner letzten Tagung, die aus allen Teilen Hessens sehr zahlreich besucht -war, Stellung zu den neuesten Vorgängen auf dem Wohnungsmarkt und im Mietwesen. il. a. standen zur Verhandlung der neue Mieterschuhgeseh- e n t to u r f. Die Bekanntgabe des Gesetzentwurfs mit seinen vernichtenden Bestimmungen für den Hausbesih löste stürmische Entrüstungsrufe der Versammlung aus. Es war der einmütige Wille der Versammlung, sich eine derartige Vergewaltigung unter keinen Ahnftänben gefallen zu lassen unb ihr mit allen Mitteln enlgegenzutreten. Es müßte ber Regierung wie der Volksvertretung zum Bewußtsein gebracht werden, dah sich die Hausbesitzer, die das finanzielle Rückgrat der Gemeinden bildeten, nicht ohne weiteres an die Wand drücken lassen. Der Gesetzentwurf wurde von allen Anwesenden als unannehmbar bezeichnet und eine scharfe Entschließung, die Regierung und Volksvertretern überreicht werden soll, einstimmig angenommen. — An nächster Stelle stand der Reichsmietengesehent- w u r f zur Beratung. Rach eingehendem Vortrag, wobei fest gestellt wurde, daß den berechtigten Wünschen der Hausbesitzer in kaum nennenswerter Weise entsprochen worden sei, dagegen die Mieterwünsche weitgehendst berücksichtigt worden seien, wurde ber Entwurf in seiner jetzigen Fassung ebenfalls als unannehmbar bezeichnet unb der Standpunkt des hessischen Hausbesitzes in einer ebenfalls einstimmig gefaßten Entschließung niedergelegt. Von allen Seiten wurde ber Abbau der Zwangswirtschaft verlangt. Rur dadurch sei es möglich, in absehbarer Zeit wieder zu einigermaßen geordneten Zuständen auf dem Wohnungsmarkt zu kommen. Die künstliche Riedrighaltung der Mieten verewige die Wohnungsnot, schaffe neue Deamtenheere, die die gesammelten Daugelder aufzehrten, so daß für das Bauen kaum etwas übrig bleibe. Die Mieter mühten durch die Daukvstenzuschläge im Laufe der Zeit wesentlich mehr zahlen, als sie bei freier Wirtschaft an eigentlicher Miete zu zahlen hätten. Der Staat werde niemals das Wohnungsbedürfnis befriedigen können. Hoffentlich käme diese Einsicht nicht erst, wenn es schon zu spät wäre. Die ganze Zwangswirtschaft im Wohnungswesen verstoße gegen die Reichsverfassung Mit den neuen Gesetzen wurden die Hausbesitzer außerhalb der Verfassung gestellt. Bornotizen. — Lageskalender für Donners- t a g: Reue Aula, 8 Ahr: Oeffentlicher Licht- Schläge, morgen zahlen wir sie zurück! Mit Zinsen, versteht sich!" ... Ist noch nicht aus, das Stück! Runter muh der Rapoleon! Was, Kinder, da sind wir dabei! Sapperlot, mir wollten sie auch an den Kragen. Aber seht ihr — h er bin ich! Bei euch! Wollen s ihm schon zeigen, dem Em- pereur, was 'ne Harke ist und wie die Preußen das Harken verstehn!" > And sie jauchzten und jubelten ihm zu und sind wieder voll Vertrauen und Mut — In Wavre hat er dann ein Stündchen oder zwei ruhen müssen, weil ber gestrenge Bieseke es defa-hl. Horcht aber immer hinaus auf den Marschschritt der vorüberziehenden Bat'i.lone, aus das Rasseln und Rumpeln der Geschütze, auf jeben Trommelsch'.ag. Hälfs doch nicht mehr aus, schreit nach Tinte und Gänsekiel und schreibt nach Berlin, an die Frau Fürstin, sein Matchen: «Rapoleon hat mich gestern nachmittag 3 Ahr mit 120 000 man Ilnien Truppen angegriffen dah geleckt dauerte bis in die nach.', beide armeen haben ville Menschen ve lohnen; ich habe mich beutle mehr an den lord Wellington gezogen, und in einigen Sagen wird es wahr scheinlich wieder zur Schlacht komtnen alles ist Volt muht und wenn Rapoleon noch einige solcher Schlachten liffert. so ist er mit seine armeh 0. . . Du kannst diesen triff in Berlin bemachen und nuhr sagen, dah sie negstens mehr erfahren sollten, den schlagen werden wihr uns nun öffter bis wir wider in Pcv is . . 3a, da hätte der Frechdachs, die Lore Giese, Wohl wieder ihr spitzes Zünglein legen können, tc«nn Z ie Frau Fürstin den „b i f" etwa nach ber Breitenstrahe in die Mansarde gebracht haben würde: Onkel Blücher mühte eigentllch noch mal blldervortrag der Deutfchnationalen VvlkS- partei. — MarkuSsaal, Kirchstraße 9, 8 Ahr: Lichtbildervortrag des Wartburgvereins. — IchanneSsaal, 8 Ahr: Vortrag des Bundes für HauS und Schule. — Astoria-Lichtspiele, ab heute: „Der Zirkuskönig" und „Charly Chaplin". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Der Weg in die Welt", „Der Van- kee-Duddler", und „ShackletonS Südpolarexpedition". — Vortragsvereinigu n g. Der für den Sonntag gewonnene Vortragskünstler Willi Braun aus München ist nicht Humorist in bed Wortes allgemeiner Bedeutung, weit entfernt vom derben Spaßmacher. Sein Humor ist immer in liebenswürdige Form gekleidet. Er versteht es. alle Mittel ber Vortragskunst in den Dienst einer fröhlichen Heiterkeit zu stellen unb verfehlt niemals bie Wirkung. — Es finben zwei Der- anflaltungen statt, nachmittags unb abends — wie dies aus ber heutigen Anzeige ersichtlich ist — wobei für jede Vorstellung ein neues Programm aufgestellt ist. — Heber General Gras v. b. Goltz und feine Tätigkeit in Finnland schreibt General von Frehtag-Loringhofen: „®er Zweck ber Ent- fenbung ber deutschen Ostseedivision unter dem Grafen Goltz nach Finnland ist vollständig erreicht worden. Wir haben dadurch bie Dankbarkeit Finnlands in so hohem Maße erworben, daß diese auch nach unserem Zusammenbruch bestehen blieb unb wertvolle Beziehungen für bie Zukunft erhoffen läßt. Als Retter unb Befreier finb unsere Truppen von biefen braven Rorblänbem begrüßt worben." — Graf v. b. Goltz spricht am Samstag, 18. Febr., in ber Reuen Aula (siehe Anzeige). — Lichtbilber-Vortragvon Forst- n e r. Auf den heute abend 8 Ahr in der Reuen Aula stattfindenden A -Boot-Vortrag wird nochmals hingewiesen. Erwähnt sei noch, baft bas von bem Korvetten-Kapitän von Forstner kommandierte A -Boot, bas neueste ber bei Kriegsausbruch fertigen deutschen A-Doote, als eines ber ersten in ben Atlantischen Ozean entfanbt wurde. Viele Lichtbilder von Torpedierungen, Sprengungen und Beschießungen feindlicher Schiffe ergänzen den Vortrag. — Der Saal ist geheizt. — Die Deutsche Vvlkspartei veranstaltet am Sonntag, 19. Februar, nachmittags eine Familienzusammenkunst im Schützenhaus. Bereitwilligst haben sich Mitglieder der Ortsgruppe zur Verfügung gestellt, um durch gesangliche und dellamatvrische Darbietungen das Beisammensein zu verschönen und die Ansprache zu umrahmen, die die Gießener Landtagsabgeordnete Frl. M. Birnbaum übernommen hat. Wettervoraussage für Freitag. Dunstig und wolkig, strichweise Riederschläge, Tag mild, später kühler, westliche und nordwestliche CEBtnbe. Das Tiefdruckgebiet über ber Ostsee füllt sich allmählich auf. AÄer ben britischen Inseln hat sich ein neues abgeschlossenes, flaches Tiefbruck- gebiet entwickelt. Es zieht langsam ostwärts unb wird uns weiterhin mildes Wetter bringen Landkreis Gießen. ri. Niederbessingen, 15. Febr. Anter Leitung von Lehrer Graulich hielt der hiesige Zweigverein des Alice- srauenvereins, der im Kriege fleißig für unsere Soldaten gearbeitet und gesammelt hat, einen Familienabend mit reichhaltigem Programm oft. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Schvrlemmer von Lich, hielt einen Vortrag über seine Erlebnisse in Angarn, Lehrer Graulich gab einen Aeber- blick über die Tätigkeit des Zweigvereins im Krieg. Daran schlossen sich in bunter Reihenfolge kleine Aufführungen und Vorträge und gemeinsame Lieder. Kreis Alsfeld. tzAnter-Seibertenrod, 16. Febr. Erst Wasser, bann Licht, so sagte sich unsere Gemeinbe unb legte erst ihre Clöa Verleitung an, Die mm fertiggestellt ist. Die Anlegung der Wassersammelstelle oberhalb des sogen. Hemmbergs verursachte große Mühe und Kosten, aber bie Gemeinde scheute sie nicht. — Jetzt schreitet man zur Anlage ber elektrischen Kraft; die Hausinstallation hat bereits begonnen. Kreis Lauterbach. △ Lauterbach, 13. Febr. Angesichts der schweren Rotlage ber Hausbesitzer fanb eine Versammlung der Interessenten statt. Es würbe einstimmig die Grünbung eines Hausbesitzervereins beschlossen. in die Schule. Hätte aber diesmal sicher das niedliche Schnäuzlein nicht geöffnet, mußte ja ihr Herz in beiden Händen haben um ihres Bause willen, der nun auch in Rot und Gefahr war. Hätt 'auch gewiß die lecke Zunge gezähmt als gute Preußin vor des alten Blücher herrlichem, festem Siegeswillen: ,bis wihr toiber in Paris find'. Das ist doch ein Wort gewesen, ein ganzes, herzerhebendes Wort! Am 18. Zuni also ist ber Tanz wieder losgegangen, der blutige, schwere Tanz. Hat der Eiserne Herzog feine Brigaden in trefflicher Schlachtstellung — das verstand er — ausgebaut, verstärkt und ausgebaut, vom Darse Diaine-l'Alleub etwa bis zum Schlosse Friche- mont, mit dem festen Oertchen St. Zean ungefähr in der Mitte, mit em paar Pachthvsen, Schlössern und Farmen, Papelotte und St. Haye, La Haye Sainte und Hougomont, vor der Front vorgeschoben. Bei Mont St. I«m hielt der Eiserne auf seinem braunen Schlachtroh, das Perspektiv in der Hand. Wartend. Anten aber, tn der Ebene, am Pacht Hof La Belle-Alliance, hart an der großen Straße auf Brüssel, sitzt der Smpereur auf einem einfachen Holzstuhl, vor sich einen Tisch mit Karten, die Füße auf ein Bund Stroh gestemmt gegen den von endlosem Regen aufgeweichten Erdboden. Den grauen -Ueberrocf hat er an, den er bei 3ena, bei Austerlitz, bei Smolensk getragen, den dreieckigen Hut des „Kleinen Korporals" dazu. Er wartet, er sinnt, er zögert. Besteigt endlich sein Schlachtroß, reitet zu den Truppen, die gleichwie zur Parade, in elf Kolonnen zur Schlachtordnung ziehen. Die Trommeln wirbeln, die Trompeten schmettern, die Musikanten spielen die Mar- Kreis Schotten. eb. Schotten, 15. Febr. Tie Mvkteret» genvssenschaf t Hoherodskopf ta Schotten lieh in allen Orten ihr^ Lieferbezirks Dor träge halten, die sehr gut besucht traten und reichen Beifall fanden. Landwirt- schafislehret Frech aus Darmstadt sprach über bie Vorteile genossenschaftlichen Bezugs ovn Dünger- und Futtermitteln, von Saatgut und Sämereien und machte mit ber Anwendung neuerer Etickstoffdüngemittel bekannt. e. Schotten, 15. Febr. Anläßlich der am letzten Sonntag stattgefundenen Winterwanderung des hiesigen Zweigvereins vorn Vogelsberger Höhenclub über den Schellnhof nach Eichelsdorf wurde von den Teilnehmern der ansehnliche Betrag von 2700 Mk. für die Wiederherstellung der Klubhäuser auf dem HohervdSkopf gezeichnet. eb. Schotten, 15. Febr. Selbst in ber waldreichen Umgebung von Schotten find bie H^l z- Preise sogar noch höher als bisher im „®. QL“ von anderen Orten berichtet wurde. InEichels- dorf galt 1 Rm. Duchenscheitholz 350—400 Mk.. an ber Kreisst raße Schotten — Gebern wurde für Ahorn-, Kirschbaum-, Eschenbrennholz 250 Mark unb mehr für das Raummeter Schellholz gelöst. Die Gemeinde Wingershausen erzielte für Bauholz (Fichten) 1500 Mark für das Festmeter. eb. Eichelsdorf, 15. Febr. Gelegentlich des Flugtags der Dienen anfangs Februar haben viele Bienenzüchter unserer Gegend Völker mit Ruhr auf ihren Ständen festgestellt. Man schreibt diese Krankheit dem Honig des letzten Rachsommers zu, der für die Aeberwinte- rung ungeeignet gewesen zu sein scheint. In höher gelegenen Orten sind die Dienen besser durch den Winter gekommen, obgleich sie infolge der großen Dürre des vergangenen Sommers auf Zucker überwintern mußten. ck. Gonterskirchen, 14. Febr. Bei der hier stattgefundenen Holzversteigerung des Gräflichen Forstarnts Laubach wurden folgende P e se ep i Vi: Ech.iter für das Raummeter 400—500 Mk., Knüppel 300—400 Mk., Stöcke 250—300 Mk. — Am Frellag fand in Hungen eine Verhandlung zwischen Vertretern der hiesigen Landbewerber, des Gräflichen Hauses Solms-Laubach und des hessischen LandeSsiedelungsamtes statt, wobei den hiesigen Landbewerbern seitens des Gräflichen Hauses 62 Morgen Wiesenland in Dauerpacht mit Kaufanwartschaft abgetreten wurden. ck. Gonterskirchen, 13. Febr. Gestern abend fand im gutbesetzten Saale der Gastwirtschaft Graf ein Theaterabend des hiesigen Gesangvereins statt. Es gelangten zwei Theaterstücke ernsten Charakters, „Anschal- big“ und „Alte Schuld" zar Aufführung; bie Darsteller ernteten reichen Beifall. Aus den um- tiegenben Ortschaften waren zahlreiche Beuchet erschienen, ein Beweis, daß sich bie hiesigen Ttzetterausfuhrungen allgemeiner Belieb h.ll erfreuen. □ 2aubad>, 14. Febr. Die ungewöhnliche andauernde Kälte hat die H o l z- undKohlen- Vorräte in unserer Stadt sehr vermindert. In dankenswerter Weise läßt die hiesige Fvrstbehörbe R o t h o l z (aus dürren, abständigen Bestanden) hauen, wodurch dem dringendsten Bedürfnis einigermaßen abgeholfen wird. — Der hiesige Frauenverein hat auch in diesem Winter eine eifrige Tätigkeit entwickelt. Auf klärend über die gemeinnützigen Ziele dieses Vereins wirkte ber Vortrag, ben Fräulein Stork unlängst in ben Räumen ber hiesigen Kasino-Gesellschaft gehalten. ed. A u s b e m V o g e l s b e r g, 15. Febr. Die Schaf besitzen der Vogelsbergorte, in denen der Futter- und Wassermangel des vergangenen Sommers besonders groß war, erleiden dadurch großen Schaden, daß eine sehr hohe Zahl von Mutterschafen »gelt" ist, d. h. keine Zungen wirft. — Rachder.» die Schneedecke ge- schmclzen ist, wurde festgestellt, daß die W r n t e r= frucht sehr gut steht, aber ber Raps wieder einmal, wie schon so oft, aud getointert ist. Kreis Friedberg. 2$. Butzbach, 12. Febr. Der Buren- kornrnandant Zoo sie stattete auf fetnei Vvrtragsreise durch Oberhessen auch uns einen Besuch ab und sprach in gedankentiefrn Ausführungen über „Die Tugenden und Fehler der Deutschen". Sin klares Bild zeichnete er dabei von deutscher und englischer Kolonisierungsarbeit, die erstere als ein „Schaffen", die letztere als ein „Raffen" kennzeichnend. Der Gesangverein „Orpheus" verschönte die Veranstaltung durch den Vorttag einiger Lieder. Ein erhebendes Schlußwort sprach Pfarrer Loos. feillaife. Zuibelnd, sie^esgewiß jauch en die Regi- meuter dem Kaffer zu: Vive I'empereur. Vive Pempereur! Auch in seiner Seele mag wieder Siegeszuversicht ei.iziehen. A.ll> doch zögert ei wieder mit bem letzten Befehl zum Angriff. Der große Schlachtenmeister verliert kostbare Zell, sitzt wieder sinnend, grübelnd bei der Meierei Ros- somme unwett Belle-Alliance und wartet. Erst gegen Mittag sprengen die Adjutanten: En avant! Die Kanonen dröhnen, die Infanterie tritt an. Stoß auf Stob, Angriff auf Angriff. Heldenhaft schlägt sich ber F anzmann, heldenhaft zäh hält ber Brite stand. Der Kanchs wogt herüber, hinüber. Stunde auf Stunde rinnt. Der Abend senkt sich. Da scheint sich die Entscheidung' za nahen: die Franzosen erobern La Haye Sainte. Vergebens hat Wellington seine zwanzig Reiterregimenter unter Ponsonbh and Axbridge ern- gesetzt. Seine Infanterie ist ' u'ammenge chmolz.m im harten D utringen. S ines Heeren stolzester Kern, die britllchen, irischen, schottischen Regimenter, sind gelichtet; zertrümmert die wack ren Braunschweiger and Hannove aner, kamp unföh'g die Rieberländer. Die Geschütze zur Hälfte zerschossen, die Munition knapp, hinter der dünnen Front ein unheilverkündendes Zurück,luten von Verwundeten, Flüchtenden, die Straßen verstopft mit Trains und Kolonnen. Sehnsuchtsvoll späht ber „Eiserne" gen Osten. Mag wohl gesagt haben, hat's sicherlich gedacht: ,Ich wollte, es wäre Rächt oder die Preußen kämen!" Die Rächt: das war die Mogllchkeit des Rückzugs; die Preaßen: das war der S.egl (Forffetzung fotgt.1 frc. 61 a b e e, 15. Febr. Mer ttmtbe am Oorrn- taa unter grober Beteiligung der Wühlenbesitzer Philipp Schuldt zu Grabe getragen. Gr war Begrünbet de- hiesigen KriegervereinS und 'Mitbegründer der QHülIereigenoffenfdbjft. die durch chre Vertreter Stränge niederlegen lieben. — Die hiesige Feldbereinigung ist soweit gediehen. bab bereit- im kommenden Herbst die Zuteilung der neuen Grundstücke erwartet wird hr. Stammheim, 15. Febr. Der hiesige Mannergesangverein .Germania" hielt feine Abendunterhaltung diesmal im engsten Kreise seiner Mitglieder ab. Der Abend war wohl- gelungen, die Auswahl der Ehöre, Theater- und ■3otDftüde vornehm und gut, so dah kein Mih- ton störte. Der Dorsland dankte im Damen des Verein« feinem Leiter. Lehrer Frank, durch leberreichung eine« schönen Taktstocke«. Damit auch die Jugend auf ihre Rechnung kam, fand am nerflossenen Samstag abend im Saale der Gastwirtschaft Gei« eine Dachseier in Form eines Valle« statt. — Die hiesigen beiden Krieger- Vereine gehen mit dem Gedanken um, den ge- adenen HeÜ>en unsere«Orte« ein Ehrenden k- mal zu errichten und hoffen, bab ihnen die Gemeinde zu diesem Zweck einen Platz neben der .irchc zur Verfügung stellt. Starkenburg und Nhctnhcsien. ' Darmstadt, 14. Febr. Blättermeldangen sufolge wurde au« dem SihungSsaale der Stras- 'immer da« leben-grobe Bild de« vormaligen Grobherzog«, ein Werk von Professor Beyer, entfernt • Grotz- Umstadt, 14. Febr. Der f. DvrtragSkursuS der Hessischen Landwirtschaftsschule war, trotzdem sein Anfang in das Ende des Dahnstreiks fiel, von Landwirten aus Starkenburg, Oberhessen, Rheinhessen und der Pfalz besucht Die Vortragenden. Prof. Dr. Biedenkopf, die LaÄrwirtschaftSlehrer Grimm und Strack und besonders Prof. Dr. Kra me r - Giehen fanden freudige Hörer, was sich an der regen Teilnahme an den Diskussivnsnachmittagen bekundete. — 3n Verbindung mit dem Kursus hielt derDereinehemaligerLand- wirtschaftsschüler seine 8. Hauptversammlung ab. Die Landwirtschaftsschule bietet in diesen Kursen ihren früheren Schülern die neuesten Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung und arbeitet so mit an der Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung. e. Offenbach a. M., 15. Febr. 3m Monat Januar starben hier 24 Personen an Grippe, 15 an Lungenentzündung. 15 (über 60) an Altersschwäche, 9 an Herzkrankheiten, 8 an Gehirnschlag. Während im Januar 1921 nur 78 Todesfälle vorkamen, forderte der Tod im gleichen Monat dieses Jahres 146 Opfer, Indes im Dezember nur 76 Stellte starben. — Die Zahl der Geburten belief sich im Januar 1922 auf 149 (125 im Januar 1921). Die natürliche DevölkerungSvermehrung Hal im Januar d. 3- nur 3 betragen, während sie im Dezember 72 und im Januar vorigen Jahres 47 ausmachte. ♦ Mainz, 14. Febr. Sine Frau aus Holland, die den V-Zug benutzte, verlieh in Mattu ihr Abteil, in dem sich ihr Koffer befand, und begab sich in den Speisesaal. inzwischen wurde ihr der Koffer, der Kleider, Wäsche und einen Geldbetrag enthielt, gestohlen. Dermullich ist er in die Hände von V-Zugdieben gefallen. Kreiö Wetzlar. ra. Aybach (Kr. Wetzlar), 14. Febr. Die hiesige Gemeindejagd war bisher zum Jahres preis von 1600 Mk. an eine Jagdgesellschaft vom Diederrhein verpachtet. Bei der jüngsten Deuverpachtung wurden 30140 Mark erzielt. Höchstbietender blieb Gg. H. Müller aus Berlin-Schöneberg, ein geborener Atzbacher. Hessen-Nassau. ra. Aus dem Biebertal, 14. Febr. Das Tagesgespräch bilden hier die unae» heuren Holzpreise. Die Gemeinde Rod heim, die nur Kiefernnutzholz vergeben kann, erzielte 680—855 Mk. pro Festmeter. Buchenbretmhvlz kostete bei der ersten Versteigerung aus dem Schutzbezirk Strupbach durchschnittlich 400—450 Mk. pro Raummeter. fpd. Frankfurt a. M., 15. Febr. Zufolge der t in getretenen wärmeren Witterung ist die Maineisdecke bereits brüchig geworden und an vielen Stellen vom Wasser überflutet. Die Polizei hat deshalb das Betreten des Mains verboten. Bei dem langsamen Fortgang des Tauprvzesses hofft man. das) der Eisgang sich so leicht vollzieht, dah die Dvtbrücke erhalten bleiben kann. Die ein- geknickteu Brückenpfeiler werden gegenwärttg abmontiert. Zahlreiche Kräfte sind auch mit dem Bergen der im Eise liegenden Boote beschäftigt. Trotzdem sind alle VorsichtSmah- regeln für den Eisgang getroffen. Sobald der Main in seiner ganzen Ausdeutung au geht, werden Alarmschüsse abgefeuert. Auch i t ein telegraphischer und telephonischer EiSbe- obachtungsdienst eingerichtet. Hanau, 15. Febr. (Wolff.) Wie der „Kommunist" meldet, haben die im Deutschen Metallarbeiterverband organisierten Gold- und Silberarbeiter der Hanauer Edelmetallindusttie heute mit 1000 gegen 121 Stimmen den Streik beschlossen. Der Streikbeschluß tritt sofort in Kraft. Kirche und Schule. • Dvn der Allgemeinen deutschen Pensionsan st alt sür Lehrerinnen und Lehrer in Berlin (Abteilung III, Er- satzkasse für die Reichsangestelltenversicherung) toirbmitgeteilt: Es wurde dieBeobachtung gemacht, bab Lehrerinnen und Lehrer, bie statt bei der Reichsversicherungsanstalt in der Abt. III unserer Anstalt versichert sind, bie Versicherungsbeiträge nach einer niedrigeren Gehaltsklasse entrichten, als ihrem versicherungspflichtigen Einkommen (bis zu 30 000 Maid) samt Teuerungszulagen entspricht. Ein derartiges Verfahren ist gesetzlich unzulässig, da bie Versicherung in ber Abt. III unserer Anstalt nur barm von der reichSgesehlichen Angestelltenversicherung befreit, wenn sie dieser gleichwertig ist, b. h wenn die ‘Bd'räge in ber gleichen Höhe gezahlt werden, wie sie durch das Dersicherungsgesetz vorgeschrieben sind. Außerdem erfordert ber eigene Vorteil ber Versicherten bie Entrichtung ber ‘Beiträge in ber vorgeschriebenen Höhe, da sich nach der Summe der eingezahlten Beiträge bie Höhe deS Ruhegehalts richtet. rt L i ch, 15. Febr. Wochenlang war hier daS Tagesgespräch bie rottoenbige Erhöhung der Pacht für die Grundstücke des evangelisch-lutherischen Marten st i st s. Da ber Stiftsvorstand, insbesondere die Pfarrer, sich hierin für nicht sachkundig hielten, wurden gemeinsam mit dem OrtSgericht, dem Bürgermeister and drei Vertretern des Gemeinderats neue Sätze vor- geföfagen. Da diese den Pächtern zu hoch schienen, wurden in entgegenkommender Weise neue Verhandlungen gesiegt, die bis letzt noch nicht zu einen; enbgiltigcn Adschlus; gelangt stnd. Obwohl man so bemüht war, die Preise durch sachkundige und unparteiische Leute festsetzen zu lassen, wird von vielen die Festsetzung der Preise dem Dechanten des Stift« zur Last gelegt Auch sind manche naive Gemüter immer noch ber Meinung. die Pfarrer hätten einen persönlichen Vorteil bat>du. Dm Vorteil aus dm erhöh.en Einnahmen bat lediglich die Gesamtgemclnde. bie für den Fehlbetrag des Stift« aufzukvmmen bat. — Ter Plan, ein neue« Schulha rs zu bauen, findet hei der Bürgerschaft toertig Gegenliebe, da die gegentoärttgen unsicheren und te-ieTcn Verhältnisse die Inangriffnahme elneS solchen groben Planes zurzeit nicht erlauben. — Unter den Kindern sind zurzeit b i e Masern sehr verbreitet, die Krankheit verläuft jedoch gutartig. X Wieseck, 13. Febr. 3n einer gutbesuch- ten Frauenversammlung am Freitagabend im Ratssaal sprach Frl. Storck, Sekretärin deS Hessischen Verbandes ber evangelisch-kirchlichen Frauenvereine, über „Wert unb 'Aufgabe des Frauen- vereinS in ber Gemeinde" unb zeigte in sehr anschaulicher Weise, wie für diese Arbeit, die die Seelen ber Menschen erreichen will, sich kein Schema geben lasse. Aus die Gröhe ihres Arbeitsfeldes weisen Worte hin .wie: Jugend- fragen, Krankenpflege. Hausfrauenhil e, Dau von Gemeindebaus und Kleinkinderschule, Mütterabende, Kirchen- und Friedhofspflege, Sittlichleits-- und Alkohol rage: Kirchen- und Schul- fragen. Streng parteilos wollen sie bie Kluft überbrücken helfen unb sich rühren nach dem Wort: .Die Männer machen die Gesetze, aber die Frauen machen die Gitten eines Landes." Dem Dank ber Anwesenden Ausdruck gebend, sprach dann Pfarrer Sattler über die brennendsten Fragen des örtlichen Gemeindelebens, für das auch bie Herausgabe eines evangelischen Gemeindeblattes geplant ist. U a. wurde feine Anregung, dah Frauen als Helferinnen für einzelne Strahen und zu schaffende Bezirke die Arbeit des Geistlichen unterstützen sollten, freudig auf genommen. Der erste Frauenabend, zu dem sich Frauen mit und ohne Handarbeiten zusammenfinden, ist für Freitag. 24. d. M, im Ratssaal geplant; dort haben solche, die dem am Schluh der Versammlung einmütig gegründeten Frauenverein noch ferne stehen, Gelegenheit, noch weitere« über seine Pläne und Aufgaben zu erfahren. 4 Friedberg, 14. Febr. Um die Lehrerschaft in die Arbeitsmethoden der Altertumskunde einzufühivn. veranstaltet das hiesige Museum eine Reihe von Vorträgen für Lehrer des Kreises. Prof.'Dr. Blecher spricht über die Vorgeschichte der Wetterau und zeigt in anschaulicher Weise wie sich vorgeschichtlich? Betrachtungen im Schulunterricht anstellen lassen. ^Rieder-Weisel, 14. Febr.Pfarrer Edgar Schäfer aus Darmstadt, der Bevölkerung unserer Gegend durch seine packende Pfingstpredigt in Arnsburg zu Pfingsten 1920 noch in bester Erinnerung, weilt diese Woche hier, um religiöse Vorträge zu halten. Pfarrer Schäfer, der vor dem Kriege in Aegypten als Missionar und während des Krieges bei unseren Orienttruppen als Feldgeistlicher tätig war, jetzt Reiseagent der inneren Mission. Er begann seine hiesige Vorttagstätig- kett am Sonntag mit einer Predigt in der Kirche und setzte sie gestern und heute abend im Christlichen Dereinshause fort. Die De- völlerung besuchte zahlreich seine erbauenden Vvrrrage: auch au« Rachdarvrten kommen Besucher. Der Redner w'rd noch bie ganze Woche hier sprechen. Auch in anderen Orten Oberhessens hat Pfarrer Schäfer bereit« mit grvhem Erfolge gesprochen. er Dundesturntag soll für die Folge im Herbst abgehalten werden. Die diesjährigen Turnfeste sind in folgender Weise geplant; Bundestumsahrt am 18. Cunt in LaunSbach: Bundesfest ani 16. Juli in Wieseck (1923 in All-rdors a. d Lumda). Das Schillerwetturnen wurde für Au- gust dem Turnverein Dieder, und da« Bergfest dem Verein In DurkardSselden übertragen. Kirchliche Nachrichten. Israel.Religionsgemetnde. DotteH- dienst tn der Synagoge (Südanlage). Samstag 18 Febr. 1922. Vorabd. 5.30. Morg. 9. Add« 5.55 und 6.35 llhr. Israel. Religion« - Gesell! chatt ©atbatfeier, 18. Febr. 1922. Freitag abb. 5.20 öamftag vorm. 8.30. Aachm. 3.30. SabbataaS- gong 6.35. — Wvchengottesdienst: morg. 7.00, abds. 5.00 llhr. wewbremr/ere; mSsRMD OyjflLODl 1880 ^fjTTGRRT- behördliche Anzeigen Bekanntmachung. Der Gerichtsvollz.-Asp. Stang in Gießen ist für die Dauer der (Erkrankung der Gerichtsvollziehers Junker in Giehen zu dessen Stellvertreter bestellt worden. 1582 Giehen, ben 15. Februar 1922. _________Der Präsident des Landgerichts.__________ Der Voranschlag ber Gemeinde Leihgestern für 1922 liegt während einer Woche vom 17. d. M. ab bei der unterzeichneten Stelle zur Einsicht offen und können während dieser Zeit Einwendungen erhoben werden. Zu der Gemeindesteuer werden die Ausmärker herangezogen. 1572V Leihgestern, den 14. Februar 1922. ____________Bürgermeisterei Leihgestern._______ Holzsubmission. Die Gemeinde Ober-Dessingen beabsichtigt, auf dem Wege des schrifllichen Angebots nach- verzeichneteS Hoh zu verkaufen: Fichtenstämme, öa-Klasse, 2 Stück, 0,79 Fstm. Fichtenstämme, 5b-Klasfe, 67 Stück, 12,17 Fstm. Eichenstämme, 5. Klasse, 9 Stück, 3,05 Fstm. Eichenstämme, 6. Klasse, 34 Stück, 6,54 Fstm Kiefernstämme, 4. Klasse, 3 Stück, 0,93 Fstm. Kiefernstämme, 5. Kl., B, 62 Stück, 16,65 Fstm. Kiefernstämme, 5. Kl., G.. 102 Stück, 20,18 Fstm. Lärchenstämme, 5. Kl., 1 Stück, 0,12 Fstm. Fichten-Derbstangen, 1. Kl., 159 Stück, 14,69 Fstm. Fichten-Derbstangen, 2. Kl., 460 Stück, 19,87 Fstm. Reisstangen, 158 Stück, 1,77 Fstm. Bohnenstangen, 2820 Stück. Fichtennutzreisig, 86 Raummeter. Angebote sind, getrennt nach Sortiment und Klassen pro Fest Meter, verschlossen mit der Aufschrift „Holzsubmifsion" bis spätestens Mittwoch, den 22. d. M., vormittags 11 llhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, woselbst alsdann die Eröffnung der Angebote erfolgt Rähere Bedingungen werden im Eröffnungstermin bekanntgegeben. Die Gemeinde behält sich die Genehmigung im einzelnen wie im ganzen vor. Ober-Dessingen, den 15. Februar 1922. Hessische Bürgermeisterei. 1574V Samer. Bekanntmachung. Infolge Erhöhung des Stallprei'ses für Vollmilch von 4,00 Mk. auf 4,80 Mk. sowie der allgemein gestiegenen Unkosten wird mit Genehmigung der städtischen Lebensmitteldeputation mit CEDirfung vom 17. Februar 1922 der Kleinverkaufspreis für 1 Liter Vollmilch auf 6,60 Mark festgesetzt Giehen, den 16. Februar 1922. 1591B Ser Oberbürgermeister. (Lebensmittelamt) Bekanntmachung. Infolge Erhöhung der Zechenpreise und Frachtsätze für Kohlen und Koks sind die Höchstpreise durch Beschluß der städttschen Brennstoffdeputation vom 15. Februar 1922 mit Wirkung vom 16. Februar 1922 wie folgt festgesetzt: Fettstückkohlen 45,90 Mk. f. d. Ztr. Fettnuhkvhlen 46,70 Mk. f. d. Ztr. Fettkohlen, meL 40,40 Mk. f. d. Ztr. Ehnuh (Halbmagerkohlen) 50,50 Mk. f. d. Ztr. Anthrazit 56,40 Mk. f. d. Zlr. Eiform- und Steinkohlenbriketts 50,53 Mk. f. d. Ztr. Braunkohlenbriketts 24 80 Mk. f. d. Ztr. Zechenkoks, grob 53,10 Mk. f. d. Ztr. Zechenkoks, Ruh 59,70 Mt f. d. Ztr. Vorstehende Preise verstehen sich in Fuhren ab Eisenbahnwagen bis vor das Haus des Käufers oder frei Qagerplab des Kohlenhändlers für den Zentner einschl. Wareirumsahsteuer. Zuschläge dürfen erhoben werden für den Zentner. 1. Für das Ein werfen des Brennstoffes von der Strahe in den Keller 0,70 Mk. 2. Für das Einträgen des Brennstoffes von der Strahe in den Keller 1.35 Mk. 3. Bei Lieferung bis zur Höchstmenge von 15 Zentner ab Eisenbahnwagen in den Keller 1,70 Mk. 4. Bei Abholung von dem Lagerplatz des Kohlenhändlers bis zur Höchstmenge von 15 Ztr. 0,85 Mk. 5. Bei Lieferung des Kohlenhändlers ab Lagerplatz bis vor das Haus für Kohlen 1.80 Mk., für Koks und Briketts 2,25 Mk. 6. Bei Lieferung in Säcken oder Körben bis xur Höchstmenge von 15 Ztr. ab Lagerplatz des Kohlenhändlers bis tn den Keller für Kohlen 3,10 Mk., für Koks und Briketts 3.50 Mk. 1592B Giehen, den 16. Februar 1922. Der Oberbürgermeister. (Drennstoffamt.) Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Adt. B wurde heute bezüglich der Bohrgesellschaft Hessen-Nassau, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen eingetragen: Heinrich Selbst, Johann Wilhelmi und Carl Frens- darf sind zu Geschäftsführern bestellt, Adolf Bär ist als Geschäftsführer ausgeschieden. Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 12. Januar 1922 stnd die §§ 6 und 16 der Satzungen gestrichen. § 9 Abs. 2 erhält folgende Fassung: Die Gesellschaft wird durch 3 Geschäftsführer vertreten, von denen stet» 2 zusammen zeichnen müssen, soll die Gesellschaft ver- pflichtet werden. Sollte jedoch der Fall eintreten, dah nur noch ein Geschäftsführer vorhanden ist, so ist dieser berechtigt, die Gesellschaft bis zur nächsten ordentlichen Gesellschafterversammlung allein zu ver- treten. 3n dieser hat spätestens Neuwahl der Geschäftsführer zu erfolgen; sobald eine solcke erfolgt ist, hört die Befugnis eines Einzelgeschäftsführers zur Vertretung der Gesellschaft wieder auf. Giehen, den 10. Februar 1922. 1558B Hessische« Amtsgericht. HolzversLeigernng. Versteigert werden Dienstag, den 21. L Ttts. aus den Distrikten Noll 2, 4, 5, 6 u. 7: Stämme: Esche 6. Klasse 1 St = 0,16 Fstm.; Nutzscheiter: Eiche 2 Nm., Buche 6 Nm., Kiefer 2 Nm.: Nutzknüppel: Fichte 2 Nm.; Nutzreistg: Esche 1 Nm.; Scheiter: Buche 84 Nm., Eiche 2 Nm.; Knüppel: Buche 378 Nm., Eiche 26 Nm., Birke 9 Nm., Erle 19 Nm., Aspe 5 Nm., Kiefer 24 Nm., Lärche 2 Nm., Fichte 2 Nm.; Knüppelreistg: Kiefer 17 Nm ; StammreiRg: Buche 708 Rm., Eiche 26 Nm., (Erle 26 Nm., Fichte 22 Rm.; gewöhn!. Reifig: Buche 261 Rm., Eiche 37 Rm., Esche 2 Rm., Aspe 4 Rm., Erle 12Rm., Fichte 46 Rm.; Stöcke: Buche 44 Rm., Eiche 3 Rm., Kiefer 12 Rm. Beginn der Versteigerung vormittags 8'/t Uhr (Zug 6,15 vorm. Giehen-Odenhausen) am alten Pfianzgarten Vizinalwegs Geilshausen - Weitershain. Das in Abt. 6 und sonst zerstreut sitzende Holz wird nicht vorgezeigt. Das Holz mit unterstrichenen Nummern wird nicht versteigert Weiteres durch den Freiherr!. Forstwatt Korn, mann zu Rüddingshausen. 1566D Gießen, den 15. Februar 1922. Freiherr!. Oberförsterei Rabenau. Trautwein, Geh. Forstrat Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt B wurde bezüa» lich der Deutschen Vereinsbank Filiale Giehen in Gießen eingetragen: 1. Arn 14. Dezember 1921 - die Generalversammlung der Aktionäre vom 6. De, zember 1921 hat die Erhöhung des Grundkapltalc um 40000000 Mark beschlossen. Dieser Beschluh ist durchgeführt Das Grundkapital beträgt nunmehr 100000000 Mark. Die Generalversammlung der Aktionäre vom 6. Dezember 1921 hat die der erfolgten Kapitalerhöhung entsprechende Aenderung des § 5 Abs. 1 des Gesellschaftsoertrages beschlossen. 2. Am 10. Februar 1922 - das bisherige Vorstands- Mitglied Direktor Rudolf Wolfskehl zu Frankfurt am Main ist ausgeschieden. 1557B Giehen, den 13. Februar 1922. Hessische« Amtsgericht__________ Holzversteigernng tm Fürstl. Revier Hungen, Distrikt Dietrichsberg. Mittwoch, ben 2 2. Februar, vorm. 11 Ahr, Im Saale der Wirtschaft Strack- Dillingen. Ds kommen zam Ausgebot: 265 Rm. Duchenscheiter. 224 Rm. Buchenprügel, 31 Rm. Etchenprügel, 3 Rm. Lindenprügel, 13 Rm. Fichtenprügel, 62 Rm. Duchenstöcke, 8 Rm. Eichenstöcke, 709 Rm. Duchenastreiser, 45 Rm. Eichenastreiser. 222 Rm. Duchenstammreiser, 35 Rm. Buchen- Langwiedstangen. Auskunft erteilt Förster Sarnes, Hungen, sowie der Fürstliche Rottmeister Zimmer von Villingen; letzterer steht am Versteigerungstage um 7 Uhr vormittags am Bahnhof BLIlngen als Führer zum Dorzeigen des Holzes zur Verfügung. Das Holz sitzt 3—4 Kllometer von der Bahnstation Villingen an und tn der Rahe der Ehauslee. Die blau durchkreuzten Dummern kommen nicht zum Ausgebvt 1575V Fürsttiche Rentkammer. BsSG'SC-SfrS MMN SMWenMM M \!! attüQ 2 stii! n ld neu Sie brüvl'slvr UQio.-öniaecei. n. mi>. (ßiejen KU'T’O V=.l. MA 'Sid&w«- AWB MA M B'J MK ME wieder ar bis auf d Ser 76 Nchtet, bit SUderßchti M- \ iW für । Amndfahel nur dazu Beamten c [ebne tw Minis Reichsrat Lander a [lamme - hinfällig- wird dur benötigt, so knapp bauten fi Abg. es alle L Auf darauf d< mietenges Abstill bzw. über Aach Bespreche sortS^) tfle N« arbeit-^ verlos (IÄ *&. g$< iS h*. K ■A’ Mmcn/ r> Kreche ej Jaoingen L &fa ta Ä s* die dritte schneie & ^.egungc forti ,Wil Nttt die j Ä- Wg. sejerlichci förmliche trauend Deiterfü! gen. Für cmherorde inzwischen worden se kanzlers i Votum au feiner M lintä.) Ser /ich aber tri regierung bt der Reichst halten des Antrag entl trauen füi i kanzlet aus- kanzlet, ob ■ Meinung fe Parteien d« Teilungen en Aegietungs Detttauensi tvütde, die Mg. C 'chofl ist ök Kampfe der Aelreguna , Nmemc^nc 'Meiner er Vtmes und bete *51. Mel» ^rnihnha Wir suchen für die Bezirke Hanau und Gberheßen 1565c je einen Reisebeamten Angebote erbeten an die Direktion der „Concordia", Cölnische Lebensoers.- Gesellschaft, Köln am Rhein. Wieseck, den 15. Februar 1922. 01625 Brnchstraße 16 I. MMl an den Gieft. Anzeiger. Pohl-Göns 4Ä 50ottroa0?n, Göalfe- 17. II. 9 Uhr. KonL Die General-Vertretung A Ueinhensleiler Werner & Merl* A,*6. Maina Katharine Müller Ernst Müller Verlobte Maria Henrich Otto Arnold Verlobte bnß verfett selbständ.kocht, wU r2 ^.crA°ncn bei hohem Vobit bolbigit nefiirfit. Vmitfrmt vorhanden. Hotnbrmacher K a r p, Darmstadt. 1583 Vitbiotaitrnbe 20. Verwaltungsbureau der Deutschen Lebensverficherungrbank „Arminia" Frankfurt a. M„ Bleichsttaße 4. Die Beerdigung findet Freitag, den 17. Febr., nachm. 3 Uhr, vom Sterbehause Gießener Straße 103 aus statt. bei hohem Lohn tagsüber gesucht. 1517 Asterweg 47 y. II f^delmetall- L Einkauf, Mädchen zum Erlernen einer sauberen Arbeit gesucht. Zu melden 01618 Mllslrotze 9, Menu. Fing- rind Einsatz-Käfige zu kaufen gesucht 01619 Wolkengasse 17. Kutscher für GeschSftsfuhrwerk Graf Goltz spricht am 18. Februar, abenhs 8 Uhr, in der Neuen Aula über MeineSendung i. Finnland und im Baltihim. Karten beiEballier und den Buchhand- hmneti von Ferber, fWirfcrt und Free» zu k» u 3 Dit Studentenkarten ah 2 Mk. beim Hausverwalter. 1M6D Hochschulring dentscherAr! Stadttheater Leiinng: H. Stelnioeüsf. Freitag, 17. Februar: 18. Freitag - Abou.-Borst. M«scs!iive«. Operette von Bramme. Anfang 6'/«, Ende 9 Uhr. Heule entschlief sanft nach Kurzem Kranksein unser guter Vater, | Großvater und Ur- großvater ÄMreilingl. im Alter von 86 Iah- rett" . . O15M Die trauernden Hinterbliebenen: Annemargarete Rreilinggeb.Vrescher Zam.Ludw.Rreiling Heuchelheim, 15.1122 | Die Beerd.findet statt | Freitag,17.d.M.,mitt. 127, Uhr, v. Sterbeh. Drauhausstraße aus. 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GesangL und deklamatorische Darbietungen. Alle Mitglieder u. ein» geführte Gaue sind heizl. eingeladen. i57Gv Ter Vorstand. Wieseck, den 16. Februar 1922. ——............................................ Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heim gange unserer lieben Entschlafenen, für die vielen Kranz- und Blumenspenden und für die überaus zahlreiche Begleitung zur letzten Ruhestätte sage ich auf diesem Wege, zugleich auch im Namen meiner drei Kleinen, herzlichsten Dank. Besonders danke ich noch den kath. Schwestern für die aufopfernde Pflege meiner Frau und Kinder während ihrer Krankheit. In tiefer Trauer: Joseph Ludwig. Gießen (Marburger Str. 74), den 16. Februar 1922. 01886 311m baldigen Eintritt gesucht. Stadt- und landkundiqe bA gewissenhafte gute Pftrdepfleaer sind und sich durch la Zeugnisse hierüber ausweisen können, wollen sich unter 1559 an den Gießener Anzeiger melden. Bewerber, die bei fnhr»nhPH ‘Tr«r..- Heu einige Beniner, kauft F. 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In diesem Antrag ist besonders vorgesehen das) die Repa- . aturzusch'.äge zunächst für grobe Instandsehungs- acbeiten an den Gebäuden des Dermreters zu verwenden sind, Gemeinden könnten mit Zustimmung der obersten Landesbehörden einen Ausgleichsfond einrichten, aus dem wirtschaftlich Schwächere unterstützt werden könnten. 2lbg. Bahr (Dem.) erklärt, dab über die Aufhebung der Zwangswirtschaft seine Fraktion geteilter Ansicht sei. Ein Teil sei für die sofortige Aufhebung, ein anderer Teil wolle ihr l.rfl in einigen Jahren näher treten. Eine reine Freude werde niemand an dem Gesetz haben. Srogbem müsse aber sein Scheitern verhindert Abg. Iaud (Bahr. Dp.) hält den Entwurf nicht für durchführbar, weil er nicht auf den Grundsätzen der Praxis aufgebaut sei. Er werde nur dazu dienen, das) eine neue Unmenge von Beamten angeschafft werden mühte. Seine Partei lehne daher den Entwurf ab. Ministerialrat Riffel: Der Entwurf ist vom Reichsrat mit Zustimmung der Vertreter der Länder angenommen wordmi. Der Borwurf, als stamme et wieder einmal aus Berlin, ist damit hinfällig. Richt ein einziger Reichsbeamter mehr wird durch das Inkrafttreten des Gesetzentwurfes benötigt Der Beamtenapparat wird im Gegenteil so knapp wie möglich gehalten werden. Auf Reu- bauten soll das Gesetz keine Anwendung finden. Abg. T e u b e r (K.) lehnt das Gesetz ab, weil eS alle Lasten den Mietern auferlegt. Auf Vorschlag des Präsidenten unterbricht darauf das Haus Die IDeiterberatung des Reichs- mietengesehes und schreitet zur Abstimmung über das Vertrauensvotum, bzw. über die Mihtrauensvoten. Rach einer Pause von 10 Minuten wird die Besprechung der Erklärung der Reichsregierung zum Eisendahnerstrei? wieder aufgenommen. Inzwischen hat sich der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt, während am Regierungstisch Die Mitgliürer des Kabinetts mit Dem Reichskanzler Platz genommen haben. Abg. Hergt (D.-R.) erinnert an die in feierlicher Weise von dem Reichskanzler gestellte förmliche Vertrauensfrage, die ein positives Vertrauensvotum verlangt, um Klarheit über die Weiterführung seiner politischen Arbeit zu bringen. Für die heutige Abstimmung sei es daher von außer ordentlicher Bedeutung, ob der Antrag, der inzwischen von den Regierungsparteien gestellt worden sei, tatsächlich den Wünschen des Reichskanzlers und den von ihm für das Vertrauensvotum ausgestellten Richtlinien entspreche. Rach seiner Meinung fei dies nicht der Fall. (Lachen links.) Der Meinungskampf der letzten Tage habe sich aber nicht nur auf die Erklärungen der Reichsregierung bezogen, sondern auch auf das Verhalten der Reichsregierung, insbesondere auf das Verhalten des Reichskanzlers zur Streikfrage. Der Antrag enthalte nichts davon, ein positives Vertrauen für die Reichsregierung oder den Reichskanzler auszufprechen. Er frage daher den Reichskanzler, ob er trotz dieser Bedenken gleichwohl der Meinung sei, das) dieser Antrag der Regierungsparteien den von ihm selbst aufgestellten Voraus- sehungen entspreche, d. h. ob er in dem Antrag der Regierungsparteien Klarheit und ein positives Vertrauensvotum erblicke, das' ihm ermöglichen würde, die politische Arbeit weiterzuführen. Abg. Crispien (USP.): Tre Eisenbahnrr- schaft ist ökonomisch proletarisiert und muh die Kämpfe der Arbeiterschaft mitmachen. Gegen diese Bewegung geht die Reichsregierung mit Ars- nahrnemaßnahrnen vor. Der Reichskanzler hat in seiner ersten Rede ebenso wie die Minister Hermes und Gröner scharf gemacht. Wir können es nicht verantworten hn Interesse der Arbeiterschaft, diesem Vertrauensvotum z izustimmen. Tre kapitalistischen Kreise wollen den Kampf. Sie sollen ihn haben. Reichskanzler Dr. Wirth: Der Abg. Hergt pat an mich die Frage gerichtet, wie der Antrag der Reglerungsparteien zu verstehen sei. Zunächst ist es Alfgabe der Regierungsparteien selbst, wenn sie es für richtig halten, zu dem Sinn des Antrags Stellung 51 nehmen. Für mich ist der Weg ganz Rar. Ich spreche es aufrichtig aus: Es werden die Er- rcämngen gebilligt, die die Regierung abg »geben hat. Lesen Sie die Erllärungen nach. Es sind drei. Die erste Erllärung, die auch formell als solche gekennzeichnet war, die zweite Rede and iöie Dritte von Ihnen als besonders feierlich bezeichnete Erllärung. Ausgangspunkt meiner ersten Darlegungen war nicht etwa ein innenpolitischrr Streit, sondern Ausgangspurrkt auch der gesamten Stellungnahme der Regierung zu Dem Damaligen Streik war die Gesamtlage unseres Vaterlandes. In Dieser Gesamtlage unseres Vaterlandes spielt die Deuriellung der auswärtigen Pvlltit die Hauptrolle. Wer also heute zu diefm Voten Stellung nimmt, ntuf) sich Darüber klar sein, das; er auch ein Werturteil über die gesamte p)° lltische Tätigkeit abgibt. Hm dieses Urteil "bitte ich Sie, Damit es mir Klarheit schafft. Reichsverkrhrsminister Gröner (von Den Kommunisten mit Den Rufen »Hundsfott!" empfangen): Bei den Klagen über Die Mafsendifziplinarverfahren handelt es sich um Verfügungen, die in den ersten Streiktagen erlassen worden sind. Nachher ist verfügt worden, dah zunächst zu prüfen sei, ob der Verdacht durch die unter Ziffer 1 fallenden Richtlinien der Urheberschaft hinreichend gegeben ist. Trifft daS nickt zu, so ist entsprechend den Paragraphen 97 und 98 des Reichsbeamtengesehes die Einstellung des Verfahrens zu beantragen. Ferner ist verfügt worden, dab, wenn ein Beamter bereits entlassen ist wegen einer nicht unter diese Richtlinien, fallenden Pflichtverletzung, diese Entlassung durch die Stelle zurückzunehmen ist. die sie ausgesprochen hat. (Hört, hört! bei den Soz.) Diese Beamten, sind in ihr bisheriges Recht wieder einzusehen. Ebenso ist verfügt worden, daß die sogenannten Mitläufer, die ohne Gedanken der Parole zum Streik gefolgt sind, wieder eingestellt werden. Abg. Dr. Petersen (Dem.): Die Demokratische Bolkspariei hält die Behauptung, dab zwischen den Worten und Taten der Regierung ein Widerspruch vorliege, für nicht erwiesen. Sie hält es für die Pflicht Der Partei, sich an die Erklärungen der Regierungsvertreter im Parlament zu halten. Die Redner der beiden kommunistischen Parteien, Dr. Levi und Koenen, betonen, dah sie auf ihrem Misstrauen gegen die Regierung beharren, und bringen dies besonders dem Minister Gröner entgegen. Abg. Dittmann (U. S.) wiederholt noch mals, dah der Antrag seiner Partei sich lediglich auf das Verhalten Der Regierung zum Eisenbahnerstreik beziehe, nicht aber auf Die Außenpolitik des Kabinetts, die sie unterstütze. Sie werde aber gegen das Vertrauensvotum stimmen, weil ie die scharfmacherischen Reden der Regierung mißbillige. Abg. Leicht (Bahr. Bpt.) erilärt, dah feint Fraktion sich Der Abstimmung enthalten werde, um nicht den Anschein zu erwecken, als ob sie die Innenpolitik, namentlich Bayern gegenüber, in allen Teilen billige. Abg. Müller-Franken (Soz.): Wer nicht mit Blindheit geschlagen ist, muh begreifen, dah das ganze Manöver, das hier inszeniert wurde, nur den Zweck hat, aus auhenpolitischen Gründen das Kabinett zu stürzen. Abg. Marx (Zentr.) schlieht sich den Aus-- ührungen von Dr. Petersen und Muller-Franken an. Das Ergebnis der Abstimmung ist von außen- politischer Bedeutung und muh meiner Meinung nach zugunsten des Antrags der Regierungsparteien ausfallen. Die Abstimmung über das Vertrauensvotum. Präsident L ö b c schlägt vor, zunächst namentlich über den Antrag Der Koalitionsparteien ab- zustimmen. Würde diese Abstimmung zugunsten der Regierung ausfallen, so wären damit alle anderen Anträge erledigt. Letzteres würde aber auch im Falle Der Richtannahme des Antrags Der Koalitionsparteien Der Fall fein, da ja dann das Kabinett zurücktreten müsse. Das Haus beschließt mit großer Mehrheit nach Antrag des Präsidenten. In namentlicher Abstimmung trtrD der Vertrau ensantrag Der Koalitionsparteien mit 230 gegen 185 Stimmen bei 16 Stimmenthaltungen angenommen. (Lebh. Bravorufe, Händeklatschen auf Den Tribünen.) Dagegen stimmten Die beiden Rechtsparteien, Die Unabhängigen und Die Kommunisten. Es enthielten sich Bayer. Bollsparirt und Bayerischer Bauernbund. Damit sind Die Mißtrauensawräge erledigt. Die Anträge betreffend Aufhebung Der Verhaftungen und Gelderbes chlagnahme sowie Rückgängigmachung der Disziplinierungen werden abgelehnt. (Groye Unruhe im ganzen Hause, die andauert, während der vorhin unterbrochene De- ratungsgegenstand weiter behandelt wird. Abg. Heidemann (K.): Der Entwurf ist ein ganz elender Kompromiß. In keinem Lande Der Welt sind die Arbeiterwvhnverhältnisse so schlecht wie bei uns. Dabei bringt Der deutsche Arbeiter weit höhere Mietsbeträge auf als Der ausländische. Rach kurzer weiterer Debatte, in der Abg. I s e m a n n (Z.) sich für Die Ablehnung des Entwurfs ausspricht, wird die Weiterberatung auf morgen nachmittag 2 Uhr vertagt. Präsident Lobe teilt mit, daß bei der Feststellung der namentlichen Abstimmung ein Rechenfehler unterlaufen sei. Mit Ja hätten 220 Abgeordnete gestimmt. Demgemäß sind 421 Stimmen abgegeben worden. 185 Abgeordnete haben mit Rein gestimmt, 16 sich der Abstimmung enthalten. Schluh gegen 7 Uhr. Freiwillige Sanitätskolonne Gießen. Dem Bericht über die Tätigkeit der Freiwilligen Sanitätskolonne Gießen im Jahre 1921 entnehmen wir folgende Angaben: Die in den Jahren 1919 und 1920 der Betätigung Der Kolonne hindernd entgegenstehenden Umstände waren im vergangenen Jahre soweit überwunden, daß wieder an die regelmäßige Friedenstätigkeit in Ausbildung der Mitglieder, Versorgung des öffentlichen Rettungswesens, die übrigens auch in Den vorhergegangenen Jahren, wie während des ganzen Krieges nicht geruht hatte, Gewinnung und Ausbildung neuer Mitglieder, Veranstaltung von allgemein zugänglichen Kursen zur Ausbildung in der ersten Hilfeleistung bei Unglücksfällen gedacht werden konnte. Ausbildungskurse unter Leitung des Kolonnenarztes wurden zwei veranstaltet, der erste in den Monaten April und Mai mit 37 Teilnehmern, von denen 11 der Kolonne beitraten, Der zweite im Oktober und Rovember mit 26 Teilnehmern, von denen 16 sich zum Beitritt meldeten. An diesen Lehrgängen beledigten sich auch Die Kolonnenmitglieder, teils zur Unterstützung des Arztes, teils zur eigenen Belehrung. Der Mitglieder st and betrug zu Beginn des Jahres 39, hinzugekommen sind 34, so daß die Kolonne abzüglich eines zu den Inattiven übergetretenen Mannes zum Schluß des Jahres 72 aktive Mitglieder hatte. Unter den Reueingetre- tenen sind zwei, die bereits früher der Kolonne angehörien und sich wieder zum attiven Dienst meldeten. Weiter wurden fünf ehemalige Heeres- sanitätsangehörige ausgenommen. Inaktiv sind fünf ‘ Leute. An Hilfeleistungen sind 1162 zu verzeichnen, darunter 755 Krankentransporte, von Denen 220 mit dem städtischen Krankenkraftwagen, die übrigen mit den Räderbahren der Kolonne ausgeführi wurden. Es wurde gerufen von Aerzten oder Den Kliniken in 526 Fällen, von Der Feuerwehr, Polizei, Bahn oder Privatpersonen in 229 Fällen. Es handelte sich um: Knochenbrüche 56, sonstige Verletzungen 491, innere Erkrankungen 324, ansteckende Krankheiten (Die eine Desinfekiion Der Transportmittel nötig machten) 37, Frauenkrankheiten (meist Blutungen) 115, Rervenkrank- heiten 32, Blinddarm- und Dauchfellerkrankungen 106. Aus die von Der Kolonne an verschiedenen Stellen der Stadt bei Kolonnenmitgliedern eingerichteten fünf Derbandsstellen, deren Vermehrung in Aussicht genommen ist, entfallen 242 Hilfeleistungen und zwar auf Die Verbandsstelle Kraushaar 200, Kratz 110, Pfeil 20, Decheri 6. Wahl 6. Außerdem wurden Wachen gestellt bei zwei Pferdemarften, beim Reiterfest, beim Sängerfest auf der Liebigshohe am 19. und 20. Juni, bei der Zusammenkunft ehern. 116er am 2l. August. Br im Xinderhilfstag am 26. Juni besorgte die Kolonne Dc.i Rettungsdienst mit 28 Mann. Bei einem Groß» euer in der Reuen Kaserne am 21. Mai stellte die . IDirne eine Sanitätswache in Stärke von fünf M.r:m mit einer fahrbaren Trage. 37 Wachen an Srnntagnachmittagen während Der Zeit von zwei b?3 8 Uhr. Im Dezember konnte die seit Jahren geplante Verleihanstalt für Bedarfsgegenstände der Krankenpflege nach langer Vorbereitung in Tätigkeit treten. Sie will Haupt- sächlich Den Bedürfnissen des geringer bemittelten Mittelstandes in Krankheitsfällen entgegcnlom- nicn, für den es unmöglich ist, die nötiaen Mate- talicn selbst anzuschaffen. . ' Handel. Berlin, 15. Februar. Börsen stimmt! n g s b i l d. Das Interesse der Londoner und Pariser Börse für vberschlesische In- uslrieunternehmungen bildete auch heute die Ursache für eine kräftige Fortsetzung der Aus- usbewegung dieser Werte. Lauraaktien gewannen wieder annähernd 200 Proz. und o l er schlesische Eisenbahnbedarf, HvlX'tlohe, Kaltowitzer und vberschlesische Eisenindustrie folgten mit bedeutenden Sprüngen. Sonst beschränkte sich die Steigerung der Kurse auf einzelne besondere Werte. Am Kalimarkt stiegen Deutsche Kali um 70 Prvz. Don Elektrizitätswerten gewannen Felten u. Guilleaume weitere 20 Proz., und Berliner Elektrizitätswerke erfuhren bei lebhaften Umsätzen eine Besserung von 50 Prvz. Aschaffenburger Zellstoff stieg um etwa 140 Proz. Sonst bot die Kursbewegung eher ein Bild der Unsicherheit, da neben mäßigen Erhöhungen vielfach infolge von Gewinnrealisierungen sich kleine Abschwächungen bemerkbar machten. Im Verlaufe blieben nur vberschlesische Werte lebhaft bet weiteren Steigerungen, namentlich in Hohenlohe und Oberschlesiem Eisen-- bahnbedarf, während sonst das Geschäft ruhiger wurde im Zusammenhang mit der herrschenden Spannung über die heute nachmittag bevorstehende Entscheidung in der Kabinettskrise. Schiffahrtswerte litten durchweg unter Realisierungen, Bankaktien bröckelten ab. Da- lutapapiere waren wenig beachtet. Der Markt der festverzinslichen Werte bewahrte seine ruhige Haltung. Frankfurt a. M., 15. Fevr. Börsen- ftimmungäbilD. Die Börse eröffnete Den heutigen Berkehr in fester Haltung. Im Border- grunD Des Interesses ftanDen InDustrieaktien. Der Einheitsmarlt zeigte ein vorwiegend festes Aussehen Am Markte Der nicht amtlich notierten Werte erzielten Benz eine Kurserhöhung, 710 bis 725. Gebr. Fahr 720, Hansa Lloyd 400 dis 405, Ufa fester, 280, Inag 575 bis 585, Deutsche Petroleum 1910 dis 1925. Montanpapiere liehen verschiedentlich etwas nach. Aufsteigende Richtung verfolgten Laurahütte, in welchen große Kaufaufträge Vorlagen; 2250, + 400 Prozent, spater nieDriger. Bankaktien ruhiger. Anilinwerte schwächten sich ab. Elektrizitätsaktien neigten ebenfalls nach unten. Schiffahrtsaktien schwächer. Die Börse schloß bei unregelmäßiger Tendenz. Privatdiskont 4'/z Prozent. Frankfurt a M., 16. Februar, Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs Datum: 14.2. 15.2. 14.2. 15.2. 5°/, Dtsch. Kriegsanl. 77,50 77,50 77,50 77,50 4"/o Dtsch. Reichsanl. 87,75 87,90 88,- 87,90 3°/«Dtsch.Reichsanl. HO,- 110,- 110,- 110,- 46/0 Preuß. Konsols 89,- 72,30 73,— 72,80 Hamburg-Pakets.. . 481,- 470.- 483,— 475,- Rorddeutscher Lloyd 3ö6,- 360,— 380,— 360,— Comm.u.Privatbank 326,- 326,- 330,— -, - Darmstädter Bank . 323,- 323,— 322,- 332,- Deutsche Bank . . . 550,— 545,— 540,— 540,— Disconto-Gesellschaft 455,- 449,- 453,- 451,- Dresdner Bank. . . 375,— 365,- 365,- 362,- QKittelD. (SreDitbant. 314,50 314,50 3.4,- 313,- Rationalbank f. D. . 338,- 335,- 331,- 330,- Boch. Gußstahlwerke 1100,- 1125,- 1130,- 1075, — Bud.- Eisenw.-Akt.. - - 1050,- 980,- 1050,- D.-Luremb. Dergw.. 995 - 970,— 980,- 1000,— Gelsenkirch. Dergw.. 1022,- 1015,- 1035, - 1030,- Harpener Bergbau. 1560 - 1560,- 1550,- 1555,- Oberschl. Eisenb.-D. 1130^- 1290,- 1160,- 1315,- Oderschles. Eisenind. 856 - 975 — 850, - 965, - Phönir-Dergb.-Akt. 1110,- 1119,- 1100,- 1100,- Bad.Anilin-u. Soda 655,- 640,- 650,- 659,- Höchster Farbwerke. 630 - 635, - 645, - 640, - Allg.Elektr.-Ges. . . 802,- 785,- 800,- 798,- Felten L Guilleaume 1190, - 1184,- 1170,- 1180,— Schuckert-Werke. . . 710,- 700,- 700,— 700,— Adlerwerke 635,— 628,— 675,- 644,— Daimler....... 570,- 598,- 561,- 540,— 4'«Hess. Staatsanl. 74,10 73,75 73,- 74,— Electron Griesheim 783,- 765,- 790,- 789,- Dtsche. Dereinsbank 230,- 24U,- — Marknotierungen. 1,92 16.2» 8,75 5,75 -,50 Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag .... Stockholm . Wien.... London. . . Paris. . . . Reuyork . . 8.65 5,82 -,50 Züricher Devisenmarkt. 15. 2. 2,60 1,34 2,46 26,37 1,92 1.7.14. . Fr. 125.40 . Fl. 59.20 . Str. 88.80 . Str. 117 80 . Str. 88.80 . Str. 117.80 . Sh. 97.80 . Fr. 125.40 . $ 23.80 2,56 1,33 2,45 Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: 14.2. 15.2. Wechsel auf Holland Deutschland .... Wien Prag Paris • • London Italien Brüssel Budapest Reuyork Agram Warschau Schweizer Franken 100 5L = 191.75 191.25 100 Wk- — 2.58 2,56 100 Str. = 0.17 0.165 100 Str. = 9.70 9.70 100 Fr. = 44.85 44.32 1 £ - 22.37 22.33 100 L. = 25.- 24.90 100 gt, » 42.30 42.10 100 Str. — 0.79 0.79 100 r = 512-25 513.- 100 Str. — 1.675 1.65 100 Kr. — 0,15 0,15 Berliner Devisenmarkt. Geld Bries Geld Dries Saturn: 14. Febr. 15. Febr. Amsterdam-Rotterd. 7442," 5 7457,45 7482,50 7497,90 Brüssel-Antwerpen. 1638,25 1636 65 165?,30 1656,70 Christiania..... 3270,70 3283 30 33 44,15 3359,8» Kopenhagen 4088 40 4 '.»6,60 4130,85 4139,15 Stockholm 5179,80 5190 20 5244,75 5255.25 Öclfingfor» 395,60 396 40 397,10 397*90 Italien 95 ,- 954, - 977,50 979,50 London 867,60 869,40 874,10 875,90 Reuyork 199,30 199,70 199,80 200,20 Paris 1723,251726,751733,251735,75 Schweiz 8896,10 3^08,9 J 3901,95 3908,93 Spanien 3116,85 3(23,15 3151,80 3158,26 Wien (altes) . . . . Deutsch-Oesterr.. . . 6,33 6^7 6*43 6,47 Prag......... 377,10 377,90 378,10 378,90 Budapest 31,01 31,14 36,86 30,14 Buenos Aires . . . 72,90 73,10 73,40 73.60 Bulgarien 133,35 133,65 133,35 133,65 Konstantinopel ... — (In einem Teil der Auflage wiederholt.) (tzraf Lerchcnfcld gegen die französische Nanbpolitik. München, 15. Febr. (WTD.) In Beantwortung der Interpellation Bühler (Dem.) und Stang (Bayr. Bolksp.) wegen Der französischen Abtrennungsbestrebungen im Saargebiet erklärte Ministerpräsident Graf L e r ch e n s e l d in der heutigen Borrnit tagssitzung des bayerischen Landtages: Die staatsrechtliche Trennung des Saargebietes vorn Deutschen Reick wird auf alle Weise, namentlich auch durch die Borbereitung eines besonderen staatsrechtlichen Berhältnisses durch die Saargerichtsversassung, vertieft. Das Land ist von französischen Truppen beseht. Die wirtschaftliche Entwicklung des Saarlandes wird infolge des Mißverhältnisses zwischen Marlwert unb Franken durch die Maßregeln zur Einführung Der Frankenwährung aus ihrem natürlichen Gleichgewicht gebracht. Weite Kreise des Bolles leiden unter Der von jenem Mißverhältnis hervorgerufenen übermäßigen Teuerung. Die fran- zöfische Kohlenpolitik schädigt die Weltwirtschaft. Die Saarbevölkerung hat kein Bertrcrnen zu den Fähigkeiten der Regierungskommisfion, ausschließlich ohne politische RiÄsichi die Interessen Der Bevölkerung zu vertreten. Hier erhebe ich bewußt vor aller Oeffentlichkeit Die Anklage: Dre Politik, wie sie von Der französischen Regierung betrieben wird, ist ein Teil der französischen Rheinlandpolitik, welche Die dauernde Ausdehnung ihres Machtbereiches bis an das Rheinufer in verschiedenen Formen und auf verschiedene Weist» erstrebt. 3m Saargebiet geht sie im besonderen auf die Ang liederung dieser wertvollen Provinz nach Ablauf der 1 5 Jahre an Frankreich aus. Die Stellung Der deutschen wie der bayrischen Regierung kann nur darin bestehen, jede rechtliche Verletzung und Beugung deS Friedensvertrages auf diplomatischem Wege hervorzuheben und durch unmittelbare Verhandlung mit der Regierungskommisfion auf eine Besserung bet Verhältnisse hinzuwirken. UebrigenS Dürfen wir nicht müde toerDen, Die Pflege aller Die Saarpfalz und das Saargebiet im ganzen berührenden Angelegenheiten als unsere heilige Pflicht wie bisher zu erachten. Unsere zeitlich von uns getrennten Brüder haben ein Anrecht darauf, in ihrem Kampfe um die Selbsterhaltung nicht allein gelassen zu werden, vielmehr haben sie ein Anrecht auf eine verständnisvolle Behandlung ihrer Wunsche, auf t milchst« Erhaltung Des kulturellen Zusammenhanges, wie auf materielle Unterstützung. Die Treue, Die sic Dem deutschen und Dem bayrischen Vaterland« halten, muß ihnen DurchtatkräftigeTreu« vergolten werden. England sieht keinen Grund zur Vertagung. Paris, 15. Febr. (WTD.) Ter diplomatische Berichterstatter der Havasagentur glaubt zu wissen, auf der gestrigen Zusammenkunft mit P 0 incarö habe Der englische Botschafter Lord HarDinge Dem Ministerpräsidenten wißen lassen, daß nach Ansicht Der britischen Regierung keine Veranlassung vorliege, Die Konferenz von Genua zu vertagen. Ein Der; artiger Vorschlag könnte jedenfalls nur vov Italien ausg ehen, und Italien hätte bs jetzt nod? keine Derartige Absicht kundgegeben. Tas Datum der Konferenz sei Der einzige Punkt PoincarHs, Der gegenwärtig Gegenstand einer Antwort von London bilden würde. Der übrige Teil der Rote, Die im voraus zu ertangenDen Garantien von Deutschland und öotojetriblanD, seien zwischen den beiden Kanzleien noch nicht dis> tutiert worden. Man scheine jetzt in Paris sicher zu fein, daß wegen des an Deutschland zr be- willigenden Moratoriums und hinsichllich der von ihm zu fordernden Garantien die britische Regierung Die von Frankreich vorgeschlagene Pro- zeDur annehmen werde, d. h. das Problem an Dk Reparationskommiss ron weiter zu geben anstatt es im Obersten Rat zu erörtern. Die Haltung der Vereinigten Staaten. London. 15. Febr. (WTD.) Reuter meldet aus Washington: 3m Weißen Hause wurde gestern erflärt, der Grund für Den Aufschub Der Entscheidung bezüglich der Teilnahme der Bereinigten Staaten an der Konferenz von Genua sei die Tatsache, daß offizielle Informationen über Ziel und Tätigkeit der Konferenz noch fehlten. Welche Haltung die Regierung einnehmen werde, wenn Die Mit- teiUtng über das Programm rechtzeitig in Washington einträfe. Damit Vertreter ernannt werden könnten, ist nicht gesagt worden. Die aSV gemeine Auffassung in den amtlichen Kreisen geht aber heute dahin, dah Die Bereinigten Staaten nicht in offizieller Eigenschaft an der Konferenz teilnehmen können, wenn die Konferenz, wie geplant, am 8 März beginne. Die Kosten der Defatzungsarmee. Paris 15. Febr. (WTD.) Rach einer Londoner Meldung des »Petit Parisien" CT- Härte im Unterhause auf eine Anfrage der Fi- nanzfekretär QJ o u n g, dah die Kosten Der De- sahungsarmee fett 1. Mai 1921 auf 16 ^ilI^onen Goldmark geschätzt werden konnten nach Abzug der Zahlungen Deutscklands in bar oder in Waren- SWM SellMW ZI früher Central-Cafe Große Sendungen Schuhe und Stiefel, die wir noch zu alten Preisen abgeschlossen, sind jetzt eingetroffen Wir empfehlen unseren Kunden und denjenigen, die es werden wollen, sofort ihren Bedarf zu decken :: Die Preise der Schuhfabrikanten steigen ins Unerschwingliche Emanuel G.m.b.H. 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