Vr. 16^ Erscheint täglich, nutzer Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GietzenerFamilienblätter Monatliche vezugspreife: Mk. 22.50 und Mk. 2.50 Trägerlohn,durch dicPost MK.25.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. - F er n s p r e ch - Anschlüsse: fürdieSchrist« Teilung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Lmeigcr Eiehen. poftscheäkonto: Frankfurt a. M. 11686. 172. Zahrgang Samstag, 15. Zull 1922 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mjn Brett- örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platz- dorschrift 20 B/o Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik. Apg. Goetz; für den übrigen Teil- Ernst Blumschein; für den Druck und Verlag: Vrühlfche Univ.-Vuch- und Retndruckerei H. Lange. Zchriftlettung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7. sä"mu?ch'in^?eße^ WochenrückbNck. Der Reichstag hat einige ruhigere Sitzungen abgehalten, und es zeigte sich dabei, daß die verdPnmenswerte Ermordung Rathe- naus keineswegs nur in der Linken heftigsten Abscheu und tiefstes Bedauern hervorgerufen hat. Wir sind noch nicht so weit, daß weite Schichten des Volkes den politischen Mord begünstigen wollten. Darum findet sich eine parlamentarische Mehrheit bereit, einer etwaigen weiteren Verbreitung mörderischer Propaganda gesetzgeberisch nicht nur einen, sondern viele Riegel vorzuschieben. Wo sich gewalttätiger Geist erhebt, da soll er erfaßt und niedergeschlagen werden. Das neue „Gesetz zum Schutze der Republik", wie es durch zwei Lesungen hindurch paragraphiert wurde, ist — man muß dies in der Betrachtung seiner Einzelheiten doch nunmehr feststellen — mehr als ein Gesetz „zum Schutze der Verfassung". Denn es umgibt die heutigen und die ehemaligen Träger der republikanischen Regierungen mit einem Schutzwall, der beinahe auch einer geistigen und polemischen Anantastbarkeit gleichzukommen droht. Wir sind keine Vertreter einer scharfen und aufreizenden Tonart im politischen Kampfe und wünschten alle Mittel angewendet zu sehen, um rednerischen und journalistischen Pöbeleien entschieden und wirksam zu begegnen. Aber das beschlossene Gesetz schützt etwas einseitig die Inhaber und Streiter der jetzigen Regierungsgewalt, während die Rufer und Wühler im Linkslager, unter denen doch so mancher zu finden ist, der die Verunglimpfung des politischen Gegners mit wüster Hetzerei geradezu gewohnheitsmäßig betreibt, ungeschoren bleiben. Gleiche Gerechtigkeit für alle scheint uns in diesem Schutz- aesetz nicht erreicht zu sein. Trotzdem wünschen wir, daß es in einer vernünftigen Fassung zustande kommt. Denn wir verkennen es nicht, daß in diesen Zeiten leidenschaftlicher Erregung über das Elend unseres Vaterlandes, die in nativnalgestimmten Herzen und Köpfen emporwallt, vermehrte Siche- rungsmahnahmen gegen drohende Gewaltakte wirklich nötig geworden sind. Würdiger, ruhiger u.nd sachlicher Geisteskampf sei die Parole, ünd er mag sich auf die Gegenwartsfragen beschränken und die Republik als solche respektieren. Ihr einen vaterländischen Inhalt und Wert zu verleihen, das sollte sich jedermann angelegen sein lassen in Fragen, wo der eigentliche und gefährliche Feind nicht rechts, sondern leider noch immer jenseits der Grenzen des Reiches steht. Die Interessen und das Ansehen der Republik werden von denjenigen schlecht vertreten, die den außerhalb der sozialistischen Parteien stehenden Gegner gehässig anpöbeln. Darum nehmen wir es nicht allzu tragisch, daß auch in der Zukunft noch der Staat nicht unparteiisch allen Auswüchsen der Polemck und allem Aufhetzen der niedrigen Instinkte entgegen- trttt. Die allgemeine Volksbildung wird doch schließlich die richtigen Schlüsse ziehen, und das Schicksal des deutschen Volkes selber wird es jeden Tag von neuem verkünden, daß nicht Verhetzung, sondern Mäßigung und Versöhnung der Vvlksklassen dem Ganzen frommt. Es ist noch nicht ausgeschlossen, daß es trotz der guten Wege, auf denen man sich in der parlamentarischen Verständigung über die von der Reichsregierung eingebrachten neuen Gesetzesvorlagen befindet, zu einer Reichstagsauflösung kommt. Die Gewerkschaften haben sich in den politischen Kampf eingemifcht und die sozialdemokratische Partei neuerdings zu Forderungen gedrängt, für die es auf parlamentarischem Wege keine Verwirklichung gibt. Zentrum und Demokraten weigern sich, den Einflüssen einer solchen „Rebenregierung" stattzugeben. Der „Vorwärts" bemüht sich, darzutun, es handle sich bei den Konferenzen mit den Gewerkschaften nicht um eine Nebenregierung; wenn aber selbst die „Frankfurter Zeitung" zugeben muß, daß die parlamentarischen Führer der Mehr- hertssozialdemokratie unter Druck stehen, wird diese sogenannte Dermittlungstätigkeit der Gewerkschaften zwischen den beiden sozialistischen Parteien' doch wohl auf eine Art Nebenregierung hinauskommen. Es wird von links kategorisch namentlich der Eintritt der Unabhängigen in die Regierung verlangt; auch will man auf Verschärfungen der sogenannten Schutzgesetze bestehen. So tappt man vielleicht in die innerpvlittsche Katasttophe ähnlich wie Bethmann-Hollweg in den Weltkrieg, nämlich ohne alles rechtzeitig vorgesehen und wohlbestellt zu haben. Die Sozialdemokratie könnte sich über den Ausgang eines Wahllampfes bttter täuschen; .sie besitzt durchaus nicht die wirksame und vielschneidige Wahlparole, von der Scheide- mann im „Vorwärts" sprach.' Gin gewichtiger Block der bürgerlichen Parteien hütet die besser verstandenen Interessen der Re- publck. Es wäre kern Kampf einer großen Koalttion der Linken gegen Rechts, sondern von bürgerlicher Seite her die Abwehr skrupelloser Machtgelüste des Linksradikalismus. Die alleinige Verantwortung für diese furchtbare innerpvlittsche Auseinandersetzung in den Tagen folgenschwerster außenpolitischer Entscheidungen allein müßte der Sozialdemokratie empfindliche Verluste einttagen. Die Wähler würden, auch wenn es zu spät 'sein sollte und nie wieder gut zu machende Schäden eingetteten wären, sich daran erinnern, daß die große und größte Aufgabe unseres Volkes, Achtung und Geltung in der Welt wieder zu erringen, unerttägliche Lasten und Fesseln des Friedensverttages abzulegen, durch die Verblendung einer Klassenparteiherrschaft mißachtet und versäumt worden sei. Die beiden bürgerlichen Parteien der bisherigen Koalition wissen genau, warum sie das einseitige Hinzutteten der Anabhängigen ablehnen. Die Kluft im Volke mühte sich unheilbar erweitern, das Ausland, besonders Amerika, auf dessen Mitwirkung bei der Lösung der großen Wirtschaftsfragen so viel ankommt, würde von einem nach links rutschenden System die schlimmsten Befürchtungen hegen, und die Aussicht auf finanzielle Hilfe könnten tetr begraben. Ursprünglich war es ja der Gedanke einer Volksgemeinschaft, der die beiden genannten Mittelparteien mit der Sozialdemokratie zusammenbrachte, und diesem Gedanken hat namentlich das Zcnttum große Opfer seiner eigentlichen Parteizwecke dargebracht. Es hat sich gezeigt, daß trotz der Parole des Reichskanzlers: Der Feind steht rechts!, weder Zentrum noch Demokraten daran denken, chr Schiff einer roten Flut an- zuverttauen. Selbst das Leibblatt Dr. Wirths, die „Germania", befindet sich mit Meister nicht mehr in Aebereinsttmmung, denn es schreibt heute, eine einseittge Frontver- längerung nach links „müßte den sozialistischen Einfluß in einem Maße stärken, der in keinem Verhältnis stände zu dem Kräfteverhältnis der Parteien zueinander". Die Ermordung Rathenaus hätte in ihren traurigen Befunden das Erinnern erwachen lassen müssen, daß die schon früher versuchte Erweiterung der Regierungsbasis nach rechts, also.mit Hinzunahme der Deutschen Volkspartei, nun endlich durchgeführt werden müsse. Die Haltung der Partei Strese- manns in diesen Tagen war, auch nach schweren Provokationen, von vollem Verständnis für das außenpolitische Gebot der Stunde getragen. Wie verständnislos hat der „Vorwärts" vor dem „Nirwana" der Volkspartei gewarnt! Ist der Ausgleich verschiedener Volks- und Klasseninteressen wirklich ein Nirwana? Aeberdies handelt es sich um mehr als nur eine Politik der Mischung. Ranke hat bei der Betrachtung der großen Religionskämpfe des deutschen Volkes folgendes Arteil abgeleitet: „Will man nicht, daß die Volksbewegungen eine verderbliche Richtung einschlagen, daß die Nation in sich selber zerfalle und sich zerfleische, so muß man ihre wahren Bedürfnisse ins Auge fassen und zu befriedigen suchen; man muß ihr das Selbstgefühl gesetzlicher Ordnung geben und eine große Zukunft eröffnen." Ein „Selbstgefühl gesetzlicher Ordnung" " wird unser Volk aus den Fassungen des Reichstags sich aneignen, denn es will nicht in Konflikte hinein-, sondern aus dem Meer des Irrtums herausgesteuert werden. Möge nun aber auch von Links in allem polittschen Tun künfttg darauf gesehen werden, daß Recht nicht Willkür wird! Eine Arbeitsgemeinschaft der sozialistischen Parteien. Berkin, 14. Iuli. (WTB.) Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion und die Reichstagsfraktion der unabhängigen Sozialdemokratie haben heute abend nach einer Vorbesprechung der beiderseitigen Irak- tionsvorslände in getrennter Sitzung den übereinstimmenden Beschluß gefaßt, sich zu einer Arbeitsgemeinschaft der sozialistischen Reichstagsfraktionen zufammenzuschliehen. Dieser Beschluß wird im Laufe des Samstags der Regierung und den Reichstagsparteien offiziell bekanntgegeben werden. Der Beschluß der Reichstagsfraktionen der Sozialdemokratie und der unabhängigen Sozialdemokratie, eine Arbeitsgemeinschaft zu bilden, wird von den Blättern als ein Ereignis von großer politischer Tragweite angesehen. Heber die Ausführung des Beschlusses werden sich laut „Vorwärts" die beiden Fraktionsvorstände im Laufe des heutigen Tages ins Benehmen sehen. Wie das Blatt schreibt, ist es Zweck der Arbeitsgemeinschaft, zwischen den beiden Fraktionen, das Maximum an möglichster Einigkeit zu verwirklichen. Die Selbständigkeit der Fraktionen und der hinter ihnen stehenden Organisationen bestehen dabei noch weiter fort. Alle Wahrscheinlichkeit spreche jedoch für die Annahme, daß mit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Weg zur dauernden Einigung betreten werde. Die Arbeitsgemeinschaft. dürste immer mehr bei den schwebenden politischen Entscheidungen als eine Einheitlichkeit im Verhandeln und Handeln in Erscheinung treten. Das Deamtengesetz zum Schutze der Republik. Berlin, 14. Juli. (WTB.) Der Rechts- a u s s ch u ß des Reichstages erledigte in seiner heutigen Sitzung den Gesetzentwurf über die Pflichten der Beamten zum Schuhe der Republik in zweiter Lesung. Angenommen wurde ein Zentrumsanttag den Ausdruck „Herabsetzung" der Republik durch „Mißachtung" zu ersetzen und weiter eine Entschließung, welche die Regierung ersucht, dafür zu sorgen, daß im Dienste bei Behörden keinerlei parteipolitische Propaganda betrieben wird. Angenommen wurde ferner ein Zentrumsantrag, Bestimmungen, welche die Richter in der DqWwssung der 6träfe ein» engten, zu streichen. Weiter wurden Zentrumsanträge angenommen, laut denen der von der Regierung vorgeschlagene fleine und große Strafsenat durch Disziplinarkammern und einen Difzii- plinarchef ersetzt werden sollen. Die Disziplinarkammern sollen bestehen aus 7 Mitgliedern, darunter zwei richterlichen Beamten (ein Vorsitzender und erster Beisitzer) und einem Difziplinarhvf aus 11 MitgliÄxern. Das Verzeichnis der mit dem Schutze der Republik besonders betrauten Beamten ist im Kabinett genehmigt und auf die Beamten des Bureaus des Reichspräsidenten ausgedehnt worden. Gestrichen sind die Minister-ialamtsmänner in der Reichskanzlei. In dieser Fassung wurde das Verzeichnis vom Ausschuß angenommen. Neue deutsche Reparationszahlung. Wie die „Deutschs Allg. Ztg." hört, ist der Barbettag für die Reparationsleistungen für Juli in Höhe von 32 107 397 Gold- marf an die Reparattonskommission abgeführt worden. Amerikanische Studenten beim Reichskanzler. Berlin, 14. Iuli. (Wolfs.) Heute vormittag hat der Reichskanzler in der Reichskanzlei eine Gruppe von etwa 50 amerikanischen Studenten, die sich im Zusammenhang mit der so überaus dankenswert in Amerika arbeitenden europäischen Studentenhilfe auf einer Rundreise durch Europa befinden empfangen. In einer Ansprache behandelte der Kanzler das Reparationsproblem und führte aus, daß erfreu» licherweise sowohl in England als auch in Amerika immer mehr die Erkenntnis wachse, daß das Reparattonsproblem ein europäisches und ein Weltproblem sei und daß die Erkenntnis jetzt auch schon an die Pforten Frankreichs llopfe. Wirtschaftliche Fragen ließen sich nicht durch ein -Ultimatum und Diktate mit Säbeln lösen. Zum Abschied gab der Kanzler den jungen Amerikanern auf besonderen Wunsch ein Geleitwort mit und sagte: „Auch ein besiegtes Voll hat Anspruch auf Gerechtigkeit. Man kann von einem Voll nicht mehr verlangen, als in feinen Kräften steht. Amerika erlebte die Sklavenbefrei- ung. Wenn man von einem Voll in Europa mehr verlangt, als es leisten kann, so ist das der Beginn einer neuen Völkersklaverei." Die günstige finanzielle Lage Englands. London, 14. Zuli. Im Un t erhau se erflärte Schatzsekretär Home, die Finanzlage des Landes habe sich ständig gebessert. Der englische Kredit stehe höher als vor drei Monaten und der Wert des Pfundes sei höher als zu irgendeiner Zeit seit 1914. Bezüglich der Schulden in den Vereinigten Staaten erflärte Hörne, diese Schulden seien Ehrenschulden und müßten unbedingt bezahlt werden. Der amerikanischen Aufforderung, die Frage der Fundierung der Schulden zu erwägen werde A)lge gegeben werden. Im ganzen sei England Heute in einer stärkeren Position als jemals seit dem Waffenstillstand. Es sei kein Grund vorhanden, die gegenwärtige Lage als verzweifelt anzusehen. Es würde ein Weg gefunden werden, um die ernsten Gefahren auf finanziellem Gebiet zu vermeiden. Reise Poinearss nach England. London, 14. Iuli. Der „Times" zufolge wird der französische Ministerpräsident P o i n - care Ende Iuli oder Anfang August zur Erörterung der Reparationsfrage nach London reifen. Auch die Frage der interalliierten Schulden soll mit den britischen Staatsmännern erörtert werden. Tschitscherin in Berlin. Nach1 der „Deutschen Allg. Ztg." ist der russische Volkskommissar für auswärtige An- gelegenheiten, Tschitscherin, wieder in Berlin eingetrvffen. Revolverschüsse beim französischen Nationalfest. Paris, 14. Iuli. (Wolff.) Hm lli/t Hhr heute vormittag bei Schluß der Parade gab eine Person an der Ecke der Champs Elysees und der Avenue Marigny aus der Menge heraus drei Revolverschüsse auf den Polizeipräfekten ab, der dem Wagen Milleraitos vorausfuhr. Die Menge stürzte sich auf den Angreifer, der übel zugerichtet wurde. Dann eilte sie aus den Wagen des Präsidenten der Republik zu und rief: „Fahren Sie nicht weiteill^Man hat soeben geschossen!" Millerand, der infolge des Rollens der Wagenräder nichts. Vochem Attentat« gehört hatte, gab den Befehl, weiterzufahren. Rachem er im Elysee angekommen war, beglückwünschte Mlllerand herzlich den Polizeipräfekten. Der Angreifer Gustave B o u v e t, genamtl Iuvenis, ist 20 Iahre alt, Zeichner in einer Automobilfabrik und gehört der Kommunistischen Partei an. Er ist schon zweimal m>rbeftraft und erklärte, geschossen zu haben, um die Aufmerksamkeit auf die Lage des Proletariats zu lenken, Paris, 14. Iuli. (WTB.) Heute vormittag nach der Rückkehr von der Parade, die aus Anlaß des N a t i o n a l f e st e s, wie üblich, statt- fand, hat ein junger Mann von 23 Jahren, namens Gustave D o u v e t, der Settetär eines anarchistischen Iugendvereins sein soll, auf den Wagen des dem Präsidentenzuge voranfahrenden, zwei Tagen neuernannten Polizeipräfekten (21 aw Sin zwei Revolverschüsse abgegeben, ohne jemand zu treffen. Der Attentäter ist sofort verhaftet worden. Er erllärt, er habe den Präsidenten der Republik treffen wollen, um ein Beispiel zu geben. Der Attentäter soll sich im Besitze eines zweiten Revolvers' befunSen haben. Vor dem Untersuchungsrichter erklärte Douvet, er habe niemanden töten wollLS, es sei ihm um eine Demonstration zu tun gewesen, um die Aufmerksamkeit auf die Lage des Proletariates zu ziehen. Der Täter soll bereits ein« Bestrafung von einem Iahr Gefängnis für anarchistische Propaganda erlitten haben. SwenHediu über das Unrecht am Rhem. Berlin, 14. Iuli. Der „Lokalanz." veröffentlicht ein Schreiben des schwedischen Forschers Sven Hedin über das Hnrecht am Rhein- lande. Darin wird die Politik Frankreichs als wahnwitzig und selbstmörderisch bezeichnet. Es gelingt freilich, so heißt es weiter, ein Land und Voll gewaltsam zu zertreten, solange die Heber^ macht so groß ist. Aber dafür wächst der Haß und gedeiht die Rache für'^bie Zukunft Iedes Hn= recht, das gegen ein Voll begangen wird, fällt früher oder später auf den übermütigen Sieger zurück. Solange das Rheinland und andere Telle desDeutschen Reiches in dieser Weise zertreten werben, kann Deutschland nicht genesen. Einigkeit und Zusammenhallen in Deutschland ist die Haupffache. Solange Pariellämvfe toben, hat Deutschland keine Zukunft Die Mörder Rathenaus. Berlin, 14. Iuli. Die Verfolgung der Ministermörder Fischer und Kern ist bisher erfolglos geblieben. Eine greifbare Spur wurde vorläufig nicht gefunden. Es ist mtt der Möglichkeit zu rechnen, daß es den Mördern gelungen ist, aus der Eintteisung hexauszukommen und einen bedeutenden Vorsprung zu gewinnen. Berlin, 15. Iuli. (WTB.) Wie die Blätter aus Braunschweig melden, Warden aaf dem Bahnhof Lutter 2 verdächtige Männer fe st genommen. Sie bestreiten zwar irgend eine Beteiligung an dem Mord an Rathenau Die Verhafteten wurden in das Amtsgerichtsgebäude in Königslttter gebracht. Der „Lokalanz." berichtet aus Mainz: Die Wormser Kriminalpolizei benachrichtigte die Gendarmerie, daß bei Pfiffligheim zwei Radfahrer in der Richtung nach Ser-Pfalz beobachtet wurden. Das Aussehen der Beiden stimmt mit der Beschreibung bei- Mörder Rathenaus überein. Entsprechende Maßnahmen sind getroffen worden. Auf der Suche nach den Mördern Rathenaus wurde .gestern, wie Sic Blätter melden, von Landjägern Line Spur gefunden, die nach Hannover führt. Bei Peine stießen die Veftolger auf zwei Männer, auf die die Beschreibung der Kleidung der Täter paßte. Als sie angerufen wurden, flüchteten sie und gaben einige Schüsse auf ihre Verfolger ab. Die Landjäger erwiderten das Feuer und verwundeten einen der Flüchtlinge. Trotzdem gelang es ihnen, zu entkommen. Korsanty,polnifcher Ministerpräsident. Warschau, 14. Iuli. Der polnische Reichstag hat heute mtt 219 gegen 206 Stimmen Sen früheren deutschen Reichstagsadgeori>- neten Korfanth zum Ministerpräsidenten gewählt. Warfchau 15. I-ffi- (WTB.) Der Staatschef Pilsudski hat an Trompczynskl etn Schreiben gerichtet, worin er sagt, daß die Wahl K o r f a n t y s zum Ministerpräsidenten mtt seiner Ansicht über Sie innere Lage des Staates tn Widerspruch stehe und er sich daher gezwungen sehen würde, in kürzester Zett fein Amt niederzulegen. Dus dem Reiche. Ein PresseaSend in Berlin. Berlin, 14. Juli. (WTB.) Der Pressechef der Reichsregierung hatte zu gestern abend die Leiter der reichS-. hauptstädtischen Zeitungen und Nachrichten^ burcaus, sowie die Berliner Dertteter der auswärtigen deutschen Zeitungen zu einem Bierabend in die Festräume des Palais Leopold eingeladen, zu dem auch der- Reichskanzler Tritt dem Staatssekretär Dr. Renner, die Abg. Professor Dr. Hötzsch und Dr. Schreiber, Wirklicher Geheimer Rat Dr. Hanv, mann, die Pressechefs der verschiedenen Mi- ilisterien des Reiches und Preußens und axv* dere namhafte Persönlichkeiten erschienen. <5Ru nisterialdirekwr Oskar Müller und Gemahliitz empfingen, unterstützt von jüngeren Herren kordsprung. Seit dem 4. Mai sind die Gehälter der Angestellten der Gasgesellschaft dreimal Wetters ans dem ganzen Ländchen außerordentlich vielen Hunderte von Missivnsfreunden, die zu- 1922. Rechnung und Verwallungsbeiicht des Prvdinzialwasserwerks Inheiden für 1920. Voranschlag des ProvinzialwasserwerkS Inheiden für 1922. Rechnung und VerwaltungS- bericht der elektrischen lleberlandanlage für 1920. Rechnung und Verwaltungsbericht über den Dau der elektrischen Lieberlandanlage für 1920. Voranschlag der elektrischen Äeber- landanlage für 1922. erhöht worden, außerdem gingen auch die Löhne entsprechend in die Höhe und dazu kommt die scharfe Verteuerung der Frachten und der Rohprodukte. Wenn sich die Verhältnisse so weiter entwickeln, wie in den letzten Wochen, so kann heute schon vvraus- gesagt werden, daß die Frankfurter Gasgesellschaft mit diesem erhöhten Preis nicht lange wird auskommen können. wb. Frankfurt a. M., 14. Juli. Nachdem die letzte Erhöhung des Gaspreises am 4. Mai den Preis damals von 3,15 Mk. auf 4,58 Mk. hinaufgeschraubt hatte, tritt ab 15. Juli für das VersvrgungSgebiet der Frankfurter Gasgesellschaft ein ganz bedeutender Preisaufschlag in Kraft. Der Preis kommt jetzt auf 7,6 0 Mark für das Kubikmeter und macht damit einen Re- gur Erhöhung der Eisenbahn-Personentarise -- Eine wissenschaftliche Exkursion nach Frankfurt wird am 23. Iuli von der Oberhessischen Gesellschaft für Ra- Lur’ und Heilkunde unternommen. (Rah. 3 dem beutiaen 511 c 1 ! Das Schlitzerländer Missivnsfest, das nach altem Herkommen alljährlich zwischen Heu-- und Schlitzerkänder Missionsfest, rr. Schlitz. 14. Iuli 1922. Nachklänge zum Kapp-Putsch. Aus Köln wird dem „Lvkalanzeiger" berichtet: Dei Herdecke'wurden etwa 40 Geschütze aus der Ruhr gezogen. Man vermutet, daß diese dort in der Zeit des .Kapp-Putsches versenkt worden waren. Die Mietpreiszuschlage in Frankfurt. mc. Frankfurta. M. 14. Iuli. Der Magistrat hat nach langwierigen Verhandlungen die Mietpreiszuschläge gemäß bem Reichs- nnctengeseh auf 341 Proz. der Friedens- Miete festgesetzt. Mit dieser hohen Quote steht Frankfurt ziemlich an der Spitze der deutschen Großstädte. Man fordert Beweise. mc. F r a n k f u r t a. M 14. Iuli. In der letzten Stadtverordnetensihung vor ben Ferien hatte der mehrheitssozialistische Stadtverordnete Schneider den Stadtrat Schanz beschuldigt, er habe sein Amt zu unlauteren Geschäftsausträgen zugunsten des Handwerks mißbraucht Nunmehr hat der Magistrat beschlossen, von Stadtverordneten Schneider die nötigen Beweise für eine Behauptungen zu fordern. Aus Hessen. Die Hessische Regierung gegen ein Kinostück. Berlin, 14. Juli. Die Regierung des Freistaates Hessen hat laut dem „Lokalanzeiger" bei der Filmoberprüfungsstelle den Anttag gestellt, gegen das Kinoschauspiel „FriedericusRex" das Widerrufverfahren auf Grund des Lichtspielgesetzes einzulei- ten, well es die Ordnung und Sicherheit gefährde. — Wie das Blatt weiter hört, wurden die Kommandeure zweier seinerzeit in Jüterbog übender Regimenter, deren Mannschaften sich an den Aufführungen für den Friedericus-Film beteiligten, ihrer Stellung enthoben. Darmstadt, 14. Zull. Die Abg. Frl. Birnbaum hat folgenden Anttag gestellt: „Ich beantrage, daß nach dem Vorbild von Mainz an allen Mädchenschulen den männlichen Leitern eine erfahrene Lehrerin als erste Beraterin und Helferin zur Seite gestellt wird, evtl, diese Stellen in den nächsten Staatsvoranschlag eingestellt werden." Aus Stabt und Land. Gießen, den 15. Iuli 1922. Der oberhessische Provinzialtag häll am nächsten' Samstag, 22. 3uIL * vormittags 10 Ahr im Sitzungssaale des Regie- rungSgebäudes zu Gießen seine diesjährige ordentliche Tagung ab. Folgende Tagesordnung steht zur Beratung: Rechnung und DerwaltungSbericht der Provinzialkaffe Die neuen Einheitssätze für das Kilometer werden betmgzn: In der vierten Klasse 45 Pf., in der drillen Klaffe 67,5 Ps. in der JI2-5 in der erstm Klasse 202,5 Pf. Die Schne l lzugsza s ch lä ge werden betragen: Für die Zone I (1—75 Klm.) in der dritten Klaffe 15 Mk., in der ersten und zweiten Klaffe 30 Mk. Für die Jone II (76 bis 150 Klm.) in der dritten Klaffe 30 Mk m der ersten und zweiten Klasse 60 Mk., für die 'Zonetti (über 150 Klm) in der dritten Klaffe 45 Mk in ncr ersten und zweiten Klaffe 90 Mk Aich auf Zeitkarten aller Art erstteckt sich die Erhöhung der Fahrpreise von 50 Prozent ihn ledoch ben Berufs» unö Siedlungsverkehr zu schonen, soll der sogenannte Rot- standstaris, demzufolge die Monatskarten sch,n fetzt zu nur 16 Einzelfa-Hrten. die Wochenkarten zu 4 Einzelfahrten berechnet werden, noch dahin ausgebaut werden, daß vom 1. Oktober ab der Berechnung nur 14 bzw. 3V2 Fahrten z-iarrnde gelegt werden. Als Einheitssatz für den Mrlr- ^/personenverkehr ist. entsprechend der Erhöhung der Fahrpreise des allgem-.inea Verkehrs in der dritten Wagenklasse auf das 20- fache des Friedenspreises, der Betrag von 20 Pf. für das Kilometer in Aussicht genommen Dre jetzigen Preise für Bettkarten und Plah- anWeisungen bleiben mit Rücksicht aff die vor kurzem vorgenommene Erhöhung zunächst bestehen. Der Preis der Hundefahrkarten beträgt künftig die Hälfte des Fahrpreises dritter Klasse, ^me Bahnsteigkarte wird 1 50 Mk rosten. r «. Gepäcktarif muh aus denselben Cwünden wie der Personentarif zum 1. Oktober 1922 erhöht werden, und zwar ist ein Fracht - ,ah von 10 Pf. für 10 Klgr. und 1 Klm in Aussicht genommen. Die Mrndestftacht für Gepäck wird von 5 auf 10 Mk. heraufgesetzt. "Denn auch diese Tariferhöhung weite Kreife des reisenden Publikums schmerzlich betrifft so 'st fte ledoch durch die fortschreitende Teuerung und Geldentwertung unvermeidlich geworden Soziale Gesichtspunkte sind soweit wie möglich berücksichtigt, so daß befonbere Härten vermieden werden dürften. Neue Höchstpreise für Brot irr der, Landgemeinden. Durch Beschluß des KreiSauSschusseS des Kreises Gießen vom 6. d. Mts. sürd die Verkaufspreise für Brot an die Verbraucher der Landgemeinden des Kreises ab 16. Juli wie folgt festgesetzt: a) für den 4-Pfund-Laib 15 Mk., b) für den 2-Pfund-Laib 7,50 Mk. Das Derkaufs- gewicht des BrvteS muß noch 24 Stunden nach seiner Fertigstellung vorhanden sein. Das vom Kommunalverband gelieferte Mehl darf nur gegen Brotmarken abgegeben werden. Zuwiderhandlungen sind sttafbar. Wettervoraussage für Sonntag: rJ?^ecft und regnerisch, später bei Rordwind aufklärend. Die Depression, deren Ausläufer -uns- gestern und heute Regen brachten, liegt über der südlichen Rordfee und scheint nordöstlich zu ziehen. Auch morgen muffen wir zunächst noch mit trübem und regnerischem Wetter rechnen. Landkreis Gießen. Oberbessingen, 15. Iuli. Gestern abend zwischen 7 und 8 Ahr stürzte der hiesige Bürger m e ister Damer so unglücklich vom Scheunengerüst, daß er infolge innerer Verletzungen heute morgen gegen 3 llhr verschied. Dauner war im Iahre 1912 zum Beigeordneten von Oberbessingeil unb noch dem Tode des Bürgermeisters Kühn zu dessen Aach'olgrr gewählt worden. Sein ruhiges und freundliches Wesen hat dem schllchten, einfachen Mann überall Achtung erworben. Das gesamte Dorf nimmt innigen Anteil an dem herben Schicffaisschlag der Familie. Oberhessischer Kun st verein. Die Otto-Abbelohde-C-edächtnis-Ausstellung kann nicht, wie vorgesehen, morgen Sonntag, sondern erst um einige Tage später eröffnet werden, da die für die Ausstellung besttmmlen Kunstwerke erst heute eintreffen. " DieGießenerKunstsammlung im Reuen Schloß ist morgen, Sonntag, von 11—1 Ahr unentgeltlich geöffnet. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener 3utritt. " Arbeitsjubiläum. Auf eine vierzigjährige Tätigkeit in der Möbelfabrik Th. Brück Rachf. konnte am vorigen Montag der Schreiner G. Beck zurückblicken. Der Iubllar wurde durch Ehrungen seitens seines Prinzipals, sowie seiner Mitarbeiter ausge- zerchnel. An seinem Arbeitsjubelrage konnte er gleichzeitig seinen 67. Geburtstag feiern. S^rnotizen. — Tageskalender für Samstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, heute und morgen: „Mann über Bord" und „Betrogene Be- leitet die ländliche Volkshochschule für Kurhessen, die zuerst auf dem Knüll, jetzt in Richerode bei Kassel ihr Heim. auf einem Gutshof hat. Die Volkshochschule ist auf christlicher ©runbmge auf» gebaut, um einen gemeinsamen Grund zum Ausbau zu haben und sich in ihre Arbeit nicht zu verzetteln. Ihr -Ziel ist Erziehung zum Vollssinn und Offenstehen für die moderne Kultur in der Gewißheit, daß Christ sein und moberner Mensch fein nicht miteinander in Widerspruch stehen. Der Kuffus, der nicht mehr als 15 Teilnehmer in engster Lebensgemeinschaft mit dem Letter umfaßt, dauert vier Monate und führt vor allem in möglichst konkreten Stof fein heilen in die Geich i ch t e mit steter Beziehung auf Gegenwartsfragen ein, nicht mindeu in Wirtschaftslehre, Weltanschauungsfragen, soziale Ethik, Literatur und anderes. Eine lebendige Diskussion im Anschluß an beide Vorträge füllte den Abend aus. Es wurde betont, daß das Alte Testament ganz anders einzuschähen sei als seither für die Erziehung, auf Goethe und seine Acußerungen über die Bedeutung des Alten Testaments hingewiesen, die Einführung in israelitische Geschichtskunde als Amtliche Personalnachrichten. Verllehen wurde am 14. Iuli dem Bibliothekar an der Landes-Dubllothek Dr. Karl E s s e l b v r n zu Darmstadt die Amtsbezeichnung «Professor". 2.U. Von der Landesuniversität. Zer a o. Professor Dr. W. F. Druck hat einen Ruf alsemW-M!. 30% Fettgehalt. 6673 ss Vertreter Moste, Cassel Für unser Einkaufsbureau suchen wir zum bal- 6632V Durchaus tüchtige [6721D 20 jährige (Siehen emo Wehrdaer Weg 7. 6703D .^SciMSeeÄ vefseres Mädchen Lehrling können sos. ein- alS angehende Verkäuse- 6586« Anzeiger-. 2-. von führender Lack- u. Farbenfabrik gesucht, der nachweislich beste Beziehungen zur einschlägigen Industrie und Handel unterhält. Angebote unter F. C. 4549 an Rudolf überträgt Generalvertretung, die ca. 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Es sei weder empfehlenswert noch möglich, den Begriff des übermäßigen Gewinns gesetzmäßig zu fassen und in eine juristische Form zu bringen. Dagegen stimme er der Entschließung zu, welche eine Erleichterung des Wiederaufnahmeverfahrens, eine verstärkte Heranziehung von Sachverständigen und Maßnahmen gegen die Preistreiberei der Kartelle und Syndikate fordert. Abg. Hammer (Dntl.) fordert eine Verschärfung der Wucherbestimmungen, verlangt aber andererseits für den Kaufmann einen angemessenen Zuschlag als Ausgleich für höhere Kosten bei der Wiederauffüllung des Lagers. Abg. Sivkovick (Dem.) empfiehlt den gemeinsamen Antrag der bürgerlichen Parteien zur Annahme, der die Feststellung verlangt, daß der Preis keinen übermäßigen Gewinn darstellt, wenn er der Marktlage entspricht. Der Wiederbeschaf- fungspreis nebst den nachweisbaren Geschäftskosten soll als Grundlage für die zulässige Preissteigerung dienen. Abg. Krätzig (Soz.) lehnt diesen Antrag entschieden ab, da er geeignet sei, jeden Schutz der Konsumenten unmöglich zu machen. Abg. Cuno (D. Dpt.) fordert schärfstes Einschreiten gegen den Wucher, andererseits aber »Schutzmaßnahmen für den reellen Kaufmann, der »durch die veraltete Wuchecverordnung unberechtigten Schikanen ausgesetzt sei. Abg. Korthaus (Ztr.) unterstützt ebenfalls 4>en bürgerlichen Antrag, ungerechte Schikanen für den wirklich reellen KaiHmann zu vermeiden. »Es bestehe kein Zweifel, daß die bisherige Wuchergesetzgebung durchaus versagt habe. Abg. Korthaus schließt mit einer Hnter- fftützung der Forderung für strenge Kontrolle der Kartelle und Syndikate, gegen die bisher noch nicht stark eingeschritten worden sei. Nachdem sich noch die Abg. Hnterlettner W-) und Dr. Hirschfeld (Korn.) gegen den Versuch ausgesprochen haben, in dieser Zeit unverschämtesten Wuchers das Wuchergesetz abzubauen «rllärt Reichswirtschaftsminister Schmidt, er »bedauere es tiest daß in der gegenwärtigen Zeit ern Abbau der Wuchergesetzgebung versucht werde. ^Die bürgerlichen Partäen brachten hier die Klagen von Handel und Industrie vor, fänden aber reine IDorte für die berechtigten Klagen der schwer leidenden Derbraucherschaft. Ihn würden sie zu einem Abbau des Wuchergesetzes nicht bereit fin- Sie MMen W Slllvos. Roman von Ernst Schertet. 13. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) „Sillh wird sehr bekümmert sein", sagte bedauernd der Baron, „denn sie bringt allem, was Sie unternehmen, ein überraschendes Interesse und Verständnis entgegen, älnd ich muß mich dann natürlich auch von Ihnen trennen." „Run hilft eben nichts weiter", schloß der Doktor trocken, „als daß wir es den Damen schonend beibringen. Besser jetzt die Enttäuschung, als später ein älnglück." Damit stastd Doktor Perzelius auf und trat mit dem Baron vor das Haustvr, wo ein reges Treiben herrschte. Eine große Karawane war aus dem Westen eingetroffen und suchte eine kurze Rast, bevor sie weiterzog. Dicker Staub hing in dem Pelz der Kamele, die herumstanden oder kauend am Boden knieten. Die Wärter und Kaufleute liefen hin und her, um Futter zu holen oder die Lasten anders zu verteilen. Braune, bronzen glänzende Gestalten in weihen Gewändern oder mit grellen kurzen Tüchern um die Lenden drängten sich an den Schänken, wo eine mißfarbene Flüssigkeit, die nach nassen, welken Blumen roch, als Rosenwasser feilgeboten wurde. Bald hatte Doktor Perzelius Eduard entdeckt, der auf einer Dank saß und sich das bunte Durcheinander anfah. Perzelius klopfte ihm auf die Schulter und fragte tfjnw wo er seine schone Begleiterin gelassen habe. „Die Baronesse wird bei Miß Mason sein, die hinter dem Haufe einen Brunnen entdeckt hat und sich dort das Gesicht waschen wollte." Bei diesen Worten tauchte auch die Erzieherin hinter den Treibern und Lasttieren hervor, glühend vor Hitze, aber mit dem Vollgefühl eines PNenschen, dem es durch seine Klugheit gelungen den. Er werde alles tun, dem Wucher Einhalt zu gebieten. Wenn aber über den Mangel an Kapital für den Wiedereinkauf geklagt werde, so gebe es doch einfache Mittel, nicht Gewinne von 200 und 300 Prozent an die Aktionäre auszuschütten, sondern Reserven anzulegen. In erster Linie mühten die Klagen der Verbraucher berücksichtigt werden, die furchtbar zu leiden hätten. (Stürmischer Beifall links.) Damit schließt die zweite Lesung. Rächst e Sitzung: Mvrnen nachmittag 2 Ü6r„ MiHskr minalgcseh, B.'amten-Diszip.inarge- setz, Zwangsanleihe, Steuervorlagen, Schluh gegen 8 älhr. Aus Hessen« Landtagsvorlagen. rm. Darmstadt, 13. Juli. Eine ganze Reihe (neun) Anträge, vom 10. Juli datiert, sind soeben dem Landtag von Seiten der Abg. Kaul u. Gen. zugegangen. Sie betreffen u. a. die Erklärung des 11. August Zum gesetzlichen Feiertag, die Reichs- zentrale für Heimatdienst bzw. deren älmwandlung in eine Propagandazentrale für die Republik, die Besetzung von leitenden Stellen in Verwaltung und Justiz mit zuverlässigen Republikanern, die Bestellung eines Staatskommissars zur Kontrolle: ein Gesetz: Entlassung von Richtern usw., die Disziplinarverhältnisse der nicht richterlichen Beamten, die disziplinarische Verfolgung solcher Beamten, die Hoheitszeichen usw. nicht rechtzeitig aus den Amtsräumen entfernt haben, Erlah über das Flaggen staatlicher Gebäude. Ein anderer Antrag betrifft eine Verordnung für die Lehrkräfte der Schulen und die Hochschüler. — Mehrere Regierungsvorlagen betreffen den Staatsvoranschlag, den freien Ankauf von Gebäuden zu Staatszwecken, die Erhöhung der Kosten für die Bekleidung der Polizei von 1 Million Mark auf 3 500 000 Mark. Um darzutun, in welchem Geiste die neuen sozialdemokratischen Anträge gehalten sind, geben wir die folgende vorgeschlagene Fassung einer Verordnung über das Verhältnis der hessischen Hochschulen zum republikanischen Staate wieder: „Im Anschlüsse an die Reichsverordnung zum Schuhe der Republik vom 26. Juni 1922, die wie für alle Staatsbürger auch für die Angehörigen der Hochschulen gilt, verordnet das Landesamt fü r das Bildungswesen noch folgendes: 1. Es ist den Studierenden der Hochschulen seines Geschäftsbereiches verboten, an Vereinen und Vereinigungen, Versammlungen, Aufzügen und Kundgebungen teilzunehmen, in denen Erörterungen stättfinden, die zur Beseitigung der republikanischen Staatsform oder zu Gewalttaten gegen Mitglieder der jetzigen oder einer früheren republikanischen Regierung des Reiches oder eines Landes aufreizen, solche Handlungen billigen oder verherrlichen, oder die republikanischen Einrichtungen des Staates verächtlich machen, apch wenn ein Verbot dieser Veranstaltungen gHnäß § 1 der erwähnten Reichsverordnung nicht erfolgt ist. Gegen Zuwiderhandelnde form die sofortige Wegweisung von der Hochschule durch das Ministerium verfügt werden. 2. Allen Dozenten, Assistenten, Beamten, Studierenden, Angestellten und Arbeitern der Hochschulen ist es untersagt, während des Dienstes oder Unterrichts politische Abzeichen zu tragen. / 3. Zuwiderhandelnde haben, wenn sie Professoren oder tarnte sind, die Einleitung eines Disziplinarverfahrens unter sofortiger Suspension vom Amte, im übrigen sofortige Entlassung oder Wegweisung von der Hochschule zu gewärtigen. 4. Die Rektoren und Direktoren der Institute haben für die Durchführung dieser Verordnung zu sorgen und Zuwiderhandlungen dem Ministerium unverzüglich anzuzeigen. Für die Bekanntgabe dieser Verordnung ist ausreichend Sorge zu tragen, insbesondere ist sie in allen Lehrstätten am schwarzen Brett anzuschlagen/ Zinn Aufruhr in Darmstadt erfährt das „D. Tgbl." Das staatsanwallliche Ermittlungsverfahren, worüber kürzlich bereits einiges gemeldet werden konnte, ist hinsichtlich einer größeren Anzahl von Personen nunmehr dahin abgeschlossen, daß gegen fünfzig Beteiligte die förmliche Voruntersuchung beantragt ist, sich einen Vorteil vor den andern zu verschaffen. „Ist die Baronesse bei Ihnen?" fragte Doktor Perzelius rasch. „S . . . Sillh... ist doch bei dem Herrn Baron", entgegnete Miß Mason gedehnt. „Der Herr Baron ist ja hier", sagte Perzelius und deutete auf Hallam, der gerade über den Platz schritt. Die Erzieherin entfärbte sich und Üeh beide Arme steif herabhängen. „Mer die Baronesse ist doch soeben noch mit dem Herrn Baron in das Haus eingetreteo" beteuerte sie aufs neue. „Ist meine Tochter nicht hier?" fragte nun der Baron selbst, mit einer vor Mgst fast barsch klingenden Stimme. „Rein, sie ist nicht hier", nahm nun Doktor Perzelius das Wort, „und das Gewühle wird immer stärker." Die fremde Karawane rüstete zum Aufbruch. Die Wärter drängten von den Schänken her zu den Tieren, die Bewohner des Dorfes schoben sich gaffend und in große Rudel geballt zwischen den Kaufleuten durch, bettelten, halfen oder versuchten zu stehlen, wo es ging, und vermehrten das chaotische Treiben. Der Baron erblaßte sichtlich, trotzdem beherrschte er seine Erregung und sprach tonlos, aber bestimmt: „Wo sind meine Diener? Sie sollen sich sofort sammeln und das Dorf absuchen. Vielleicht ist Sillh vor den vielen Menschen in irgendeine Hütte geflüchtet und kann mm nicht zu uns." Es dauerte eine geraume Zeit, bis die eingeborenen Diener, die es sich inzwischen bequem gemacht hatten, aus ihren verschiedenen Schlupfwinkeln hervorkamen und sich um ihren weihen Herrn scharten. Inzwischen verlief sich die Menschenmenge etwas und der Baron schöpfte neue Hoffnung, daß nach eingetretener Ruhe auch seine Tochter wieder zum Vorschein kommen würde. wurde. Die Anschuldigung lautet auf Vergehen bzw. Verbrechen nach §§ 124, 125 StGB, (auf schweren Hausfriedensbruch und einfachen, sowie schweren Landfriedensbruch). Von den dafür in Betracht Kommenden sind dreißig noch verhaftet, während sich die übrigen wieder auf freiem Fuß befinden. Der ersterwähnte Tatbestand liegt bann vor, wenn sich eine Menschenmenge öffentlich mit gewalttätiger Absicht zusammenrottet und in Häuser usw. cindringt, was jeden Teilnehmer an sich strafbar macht. Landfriedensbruch erscheint dann gegeben, sobald die zusammengerottete Menschenmenge mit vereinten Kräften Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen begeht oder Plünderung, Beschädigung oder Zerstörung verübt. Qualifiziert ist der Landfriedensbruch nach § 125 Aös. 2 StGB, für dis Rädelsführer und jeden gewalttätig Gewordenen, und es greift in diesem Falle die schwurgerichtliche Zuständigkeit Platz. Don letzterer abgesehen, ist Verhandlung vor Strafkammer oder Schöffengericht möglich, so daß voraussichtlich nicht die Gesamtheit der fraglichen Vorgänge das Schwurgericht beschäftigen, sondern Trennung und Verhandlung an verschiedener Gerichtsstelle stattfinden dürfte. Dis dahin wird noch geraume Zeit vergehen, denn die jetzt staatsanwaltlicherseits beantragte Voruntersuchung verspricht schon umfangreich zu werden, und erfährt jedenfalls noch weiteren Zuwachs. Bezüglich neu erwachsenden Materials werden nämlich auch die Ermittelungen der Staatsanwaltschaft noch wie bisher fortgesetzt und erforderlichenfalls Anträge auf Voruntersuchung gestellt. 62. Konferenz der hessischen Bergwerks- betriebsleiter. Am 12. d. M. waren in Butzbach die Betriebsleiter der hessischen Bergwerke zur 62. Konferenz zusammengetreten. Vor Eintritt in die Tagesordnung widmete Decgrat K 5 b r i ch dem verstorbenen Leiter der Hessischen Dergwerks- direktion Friedberg, Dergrat Mbert Fölling, warme Worte des Rachrufes. Ms erster Punkt der Derhandlungen wurde dann durch Direktor Sch esfzick die zeitgemäße Reuregelung der Marksch^idergebühren erörtert. DieDer- sammlung war einig in der Ansicht, daß man auch auf diesem Gebiete der Geldentwertung Rechnung tragen müsse und ermächtigte die früher bestellte Kommission, die jeweils notwendigen Ge- bührener Höhungen mit dem Markschei-er za vereinbaren. Sodann erfolgte nach eingehendem Referat be§ Bergrats Hundt eine Ausfprache über die Lagerung und Verwendung von Ritrozellulose zu Sprengarbeiten. Besonders wurde eingegangen auf diejenigen Sprengstoffe, die z. Z. aus früheren Heeresbeständen an die Industrie zum Derbrauch abgegeben Derben. Dergrat Köbrich erörterte sodann die Wahrung der Interessen des Bergbaus bei der Feldbereinigung. Der vorliegende Entwurf einer Rovelle zum Feldbereinigungsgesetz gibt Anlaß zu der Forderung, daß der Derg- werkseigentümer von der Einleitung eines Feldbereinigungsverfahrens Rachricht erhallen muh, da er sonst nicht in der Lage ist, seine mannigfachen Interessen bei den Veränderungen des Oberflächeneigentums, den Wegeverlegungen, der Grundstücksumlegung usw. wahrzunehmen. Ekst- gehender wurden besprochen die Fragen des standesherrlichen Grundeigentums im verliehenen Dergwerksfelde und der Mbau rechte Im sog. Grundeigentümerbergbau (Schwerspat, Bauxit u.ä.). Degierungsrat Dr. Andres als Der- treter des Feldbereinigungskommissärs beteiligte sich an der Aussprache und gab dankenswerte Erläuterungen. Endlich wurde noch besprochen die Rovelle zum Berggesetz, betr. den Vorbehalt des Bitumens für den. Staat und im Zusammenhang damit die Frage weiterer etwa wünschenswerter Aenderungen des derzeitigen Berggesetzes. Zum Schluh gab Direktor M ö h - ring einen Ueberblick über Entwicklung und Arbeitsgebiet der M e g u i n - A k t. - G e f.. die sich an der Saar aus lleinsten Anfängen heraus zu einem bedeutenden Werk mit 1100 Arbeitern entwickelt hatte und infolge der Französierung der Saarindvstrie nunmehr nach Butzbach übergesiedelt ist. Der freundlichen Einladung der Verwaltung folgend, besichtigten die Konferenzteilnehmer sodann das neue, großzügig angelegte Weck dieser Gesellschaft, die durch ihre Mfbereitungs-, Hart- zerlleinerungs-.Dkikettier- und Transportanlagen sowie durch ihre sonstigen industriellen Erzeugnisse den Dergbautreibenben vielerlei Dedarfs- material zu liefern in der Lage ist. Der Besuch des Werkes unter kundigster Führung bot beim Einige der Diener wurden abgeschickt, die andern lieh der Baron noch warten, bis sich auch der Fellache eingefunden haben würde, denn dieser war der einzige, der noch fehlte. Doch es verrann Minute um Minute, ohne daß er kam. Schließlich suchte man nach ihm ebenso angestrengt wie nach Sillh, aber ohne Erfolg. — Der Spätnachmittag begann bereits feine Kühle zu verbreiten und noch immer war keine Spur der Dermihten zu entdecken. Dvttor Perzelius hatte sich die ganze Zell über ruhig verhalten und keinerlei Mordnungen gegeben. Eduard aber war gleich mit dem ersten Trupp der Diener ausgezogen, um sie zu beaufsichtigen und ihnen suchen zu helfen. Er war fahl *vor Mgst und konnte kein Wort hervorbringen. Wie geistesabwesend und von einer nervösen Hast getrieben rannte er durch die engen Gassen und drang in die Häuser ein, deren Bewohner ihn erstaunt und oft unwirsch empfingen. In immer weiterer Ferne erscholl sein Ruf nach dem Mädchen, das er vor kurzem erst lieben gelernt hatte und nun schon wieder verlieren sollte. Mer eine grausame Stille war jedesmal die Antwort auf seinen geprehten Schrei. Der Baron hatte sich dafür entschieden, mit Doktor Perzelius die äußeren Teile des Dorfes abzusuchen und in die nächste Umgebung zu reiten — ohne jedoch zu einem Ergebnis zu gelangen. Die beiden Männer ttabten schwÄgend nebeneinander her. Der Baron schien nicht fragen zu wollen, aus Angst vor einer Antwort, die ihm den Rest seiner Hoffnung rauben würde, und Doktor Perzelius sprach nichts, da er erst das Ergebnis der Rachforschungen abwarten wollte, bevor er mit einer bestimmten Ansicht und einem darauf begründeten Plan hervortrat. Schon breitete die Abenddämmerung ihre braunen Schatten über die Gegenstände und noch immer war nichts von den Vermißten zu sehen. Langsam und verstört kam einer der Sucher nach dem andern auf dem Marktplatz wiederum an auch eine Fülle von Anregungen, für die alle Teilnehmer zum Schluß ihren besonderen Dank gebührend zum Ausdruck brachten. Aus Stabt und Land. G ie hen, den 15. Juli 1922. Oberhessifches Museum und Gailsche Sammlungen. Das wichtigste aus dem Zuwachs der v o r - geschichtlichen Abteilung ist durch Mll- teilungen an anderer Stelle dieser Zeitung bereits bekannt geworden. Die Reuerwerbungen gaben Anlaß zum Durcharbeiten der betreffenden Gruppen. So wurde insbesondere die Vitrine mit den Beständen aus dem nördlichen Vogelsberg, die zumeist der Bronzezeit angehören, mit ihrem ziemlich reichen Inhalt neu geordnet. Um Gelehrten und Laien einen Ueberblick über die gesamten vorgeschichtlichen Denkmäler Oberhessens zu gewähren, sollen die wichttgeren der aus unserer Provinz in ftemde Sammlungen gelangten Funde im Bild vorgeführt werden, eine Aroeit, die schon recht weit gediehen ist: gesteigerter Wert wird dabei auch auf die Veranschaulichung der Fundörtlichkeit und ihrer Lage im Rahmen der Landschaft gelegt. — Es erweist sich als notwendig, immer wieder daran zu erinnern, daß eine vorgeschichtliche Sammlung nicht dazu bestimmt ist, gedankenloser Unterhaltung zu dienen. Wer die Räume bloß flüchttg durcheilt, hierhin und dorthin einen Bück werfend, darf nicht erwarten, einen Gewinn davon zu haben. Wem Zell oder Lust fehlen, die Erklärungstäfelchen, an deren Vervollständigung dauernd gearbeitet wird, sich sorgfältig zu Ruh zu machen, der wird verhältnismäßig wenig bereichert die Mtellung verlassen. Eilige Besucher mögen sich darauf beschränken, die am Eingang zur vorgeschichtlichen Mtei- lung angebrachten Tafeln zu lesen und die rechts hinter der Tür aufgestellte s. g. Typenvllrine, die in gedrängter Kürze das CDe-fen der verschiedenen Kulturperioden mittellt, sowie die Modelle vorgeschichtlicher Geräte an der Wand und am Fenster einer genauen Besichtigung zu unter» ziehen. Mit den dadurch gewonnenen Kenntnissen ausgerüstet, wird auch jeder Richtfachmann, toeim er den übrigen Beständen sich zuwendet, reiche Belehrung schöpfen tonnen. Das aber sind die verständigsten unb jedenfalls am liebsten gesehenen Museumsbesucher, die man oft hintereinander im selben Raume antrifft, well sie langsam das Gebotene sich zu eigen machen, um an Stelle eines rasch verfliegenden Augenblickseindruckes einen dauernden Besitz sich zu schäften, der nach den verschiedensten Richtungen hin zum Rachdenken anregt. Heidelbeeren als Volksheilmittcl. Don altersher ist die Heidelbeere m der Dolkshelllunde als gutes diätisches Mittet gegen Magen- und Darmkatarrhe berühmt. Im Laufe der letzten 20 Jahre geriet das jedoch etwas in Vergessenheit, weil die zahlreich einander drän genden Präparate der chemischen Hellrnlltel- industrie der Denkträgheit mancher Devöllerungs- treife zu sehr Vorschub leisteten. Es ist das große Verbleust des alten Vorkämpfers der physikalisch-diätischen Heilkunst Prof. Dr. Winter- nitz, seit 25 Jahren unausgesetzt nachdrücklich auf die hervorragenden Eigenschaften der Heidelbeere hingewiesen zu haben. Ihren Ruhm verdankt -sie ihrem Reichtum an aromatischen Fr ichp- säuren, ihren Rährsalzen, zu denen sich noch Zucker und ein gerbstoffhaltiger Farbstoff gesellen. Ihres zus.nnnerzich^.den und gähcung;- widrigen Charakters wegen ist die Heidelbeere aber nicht nur als Darmmittel verwendbar, sondern auch bei Krankheiten anderer Schleimhäute, z. D. bei Mund- und Zahnfleischentzündungen, bei Kehlkopf- und Rachenkatarrh, läßt sich ihr Saft verdünnt mit bestem Erfolg als Gurgel- und Spülrnlltel verwenden: bei Schnupfen wirkt Durchspülung der Rase sehr wohltätig auf die Schleimhäute. Ratürllch sind solche Spülungen öfters zu wiÄwrholen. Bei Flechten auf der Haut wirken dick eingekochte Heidelbeeren, die man, fein durchgeseiht, als dünne Paste zu älm- schlägen benutzt, sehr heilsam. Mer auch.die Blätter sind vielfach als Tee oder Aufguß für Heilzwecke verwendbar. Prof. Writtrrrtth hat seine Erfahrungen über die Heidelbeere kürzlich zusammengefaßt und veröffentlicht. Hoffentlich regen diese Hinweise recht viele zur neuen Beachtung des einfachen Kräutleins mit den blauen Beeren an, deren Reichtum so verschwenderisch jedem im Walde entgegen blüht und in allen — Eduard als letzter, mit entgeisterter Mine und völlig gebrochen. Miß Mason hatte sich mit rührender Hingebung und fast über ihre Kräfte an dem qualvollen Suchen beteiligt und sank nun erschöpft zusammen. Die Diener standen scheu in einiger Entfernung und sahen schweigend zur Erde. Endlich sagte Doktor Perzelius zu dem Baron, der nur noch mit Mühe seine Verzweiflung verbergen konnte: „So furchtbar unsre Lage auch ist, besteht dennoch kein Grund, alle Hoffnung sinken zu lassen. Was ich befürchtete, ist leider rascher eingetreten, als in menschlicher Voraussicht stand. Mer ich glaube auch, daß meine sich daran knüpfenden Vermutungen begründet genug sind, um darauf einen Plan zur Rettung der Baronesse bauen zu können." Alle blickten gespannt auf den Doktor, und ihre Qlugen drängten ihn förmlich zur Eile bei der Darlegung seiner Gedanken. „Zunächst." fuhr er weiter, „treibt uns gar nichts zu tun, als so rasch wie Möglich nach Kallo zurückzukehren. Erst von dort aus kann eine systematische Verfolgung des Verbrechers einsetzen. Hier tappen wir völlig in der Lust." „Unb bis dahin wird alles verloren fein“, brach Eduard heraus, der der entsetzlichen Erregung nicht mehr gewachsen schien. „Rein", entgegnete ihm der Doktor, „ich glaube, daß uns noch so viel Zeit bleibt, als wir nötig haben. Doch darüber später. Wir müssen eilen, nach der Bahnlinie hjnunterzu- kominen, quer durch das Fruchtland. Rach Mitternacht können wir dort sein, und sollte kerne Zeit mehr bleiben, die Station selbst zu erreichen, dann hallen wir den Zug auf offener Strecke an. Er muß uns mitnehmen. Wir sind morgen früh an Ort und Stelle." In höchster Eile wurde der Aufbruch betrieben. Eduard gewann seine Haltung zurück, nun, da ein Hoffnungsstrahl glimmte und ein fester Plan zum Handeln antrieb. (Forts, folgt) Berliner Devisenmarkt. Handel» Wiener etwas lebhafter. Privatüiskont 5 Prozent. Kurs 667, 662,50 691 Züricher Devisenmarkt. 100 Ar. 14.7. 1,13 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 117.80 97.80 23.80 125.40 100 100 100 100 100 1 100 100 100 100 100 Kurs 13. 7. 77,50 120,- 189,- 80 30 444 - 311,. 287.- 288,- 494,- 396,- 298,- 251.- 291,- 1180, . . Fr. . . Fl. . . Kr. . . Kr. . . Kr. . . Kr. ..Sh. . . $ . . Fr. 11,90 -,22 2,90 Makkaroni, Nadeln oder Hömle, vollwertiger Ersatz ;ir Fleisdt. dabei nm vieles billiger. Bekömmluh für Gesunde und Kranke. 958,80 2067 40 2052,4a »56,92 3755,40 881.'LU5 7141,05 1,58 10-8,60 34,85 163,27 294,60 6192^- 13. Y. 77,50 120,- 190 - 89,- 442,- 330,- 287 - 287 - 496,- 393,— 295 - 251.- 287 - Kurs 14. 7. 77,50 117,50 188,- 79,60 455 - 328,- 286,50 288, - 491,50 394,- 295,- 252,- 291,- 1250 - Berlin, mungsbild. 14.7. 77,55 118, — 190,- 80,- 459.- 326,- 285,- 286,- 486,- 394,- 291,- 251,- 287 - ly39,95 440,55 362-1,55 8<6Cj60 684J|55 1,59 871,10 34/05 157,20 270,35 209,50 5983, - Frankfurter Gebäck in Eis. Aiigtne Sorgfät Während der. 715, 1140, 1180, 2160, 916, 698 1240, 810, 730, 789, 86G, 695, 615,. 434,- 75,. &t0,- i,18 -.59 1,09 -,V7 Christiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . HelsingforS. . . Italien London Reuyork Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr. Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro 1985,- 1935,05 439,45 3615,45 843.L40 6823.45 1,55 868,90 33,95 l?6^0 269*65 208,50 6917,- kunden. Der Zwischenlauf stellte Paulus vor die schwere Aufgabe, gegen den deutschen Meister Dill mann (München) erfolgreich zu bestehen. 110 Meter-Hürdenlauf brachte Paulus'den verdienten Erfolg. Jin Vorlauf siegte er gegen den Oberschles. Gisenind. 6*4, Phönir-BergbAkt. 1230, 1100,- 1176,- 2160,- 900,- 686,- 1270,- 820,- 711,- 776,- 845,- 720,- 518,- 447,- 75,- 808,- 861 10 1990,- 1080,- 1141,- 2060,- 901,- 6*5,- 1201,- 805,- 695,- 760,- 835,- 684,- 460,50 430,- 74,50 820,* kaht-.Roh^ Uitzu.farbi> '•«fern in allen gart Lag« Masgi Mas-Kot frttnnif 1683. Ma Nijinen P-ö.Bed)) Fl. = All. = Kr. = Kr. ----- Fr. --- £ <=. ß. ZG Fr. = Kr. = r ----- sinn sie meine Mhtlloten äußer „folge jinbbiel Big iS, |i« Sichen, ®on botet. Luhba- botet. Nidda, ** 795,- 709,- 770,- 865,- 670,- 480,- 429, - 72,- 800,- 192,- 202.75 1,50 0.017 11.15 42.80 23.18 23.60 40.85 0.425 522.- 1.65 0,095 1,08 -,S6 6432,50 9,70 ',22 Wechsel auf Holland Deutschland .... Wien Prag Paris . . London Italien....... Brüssel ...... Budapest Aeuyork....... Agram ....... Warschau Abend aus ihn ein. Sehr hübsch schildert ein englischer Dramatiker dieses wichtige Erlebnis: ..Aun war er da der große Abend. Und ich stand unter, den Schauspielern. Zwar hatte ich mich eigentlich in irgend einen entfernten Winkel vergraben wollen, aber ein Bote des Direktors hatte mich aufgespürt und an Ort und Stelle gebracht. Aun fühle ich mich so unwichtig und verlassen unter der Geschäftigkeit der Schauspieler, der Kulissenarbeiter und Regisseure. „Sie sehen nervös aus," sagt der erste Held zu mir mit einem ironischen Lächeln, und er fügt sachlich hinzu: ^,Wie finden Sie meine Maske?" Ich murmele, dah die Maske großartig ist. Ein Freund kommt und will mir gratulieren aber ich wehre ihn mit verzweifelt erhobenen Händen ab Haus ist voll. Da sitzen also die Menschen, dre mir mein Stück töten können, von denen mein Schicksal abhängt. Ich blicke auf dre Schauspieler- sie sehen alle so nett aus and so hoffnungsvoll' das tröstet mich. Aun geht der Dorhang auf* ersten Worte flattern in den Zuschauerraum, ulun, Schicksal, nimm Deinen Lauf! Gott sei Dank fann mich niemand sehen. Die Worte die ich in Stunden freidigen Schaffens -usammen- gefügt habe und die mir so vertraut sind, hallen leer und kalt zu mir her: sie erscheinen mir Jo dumm und so gekünstelt. ES ist ein einaktiges Lustspiel: nun ist schon die Hälfte gespielt und noch niemand hat gelacht. Da plötzlich lacht je* manb, ganz unerwartet und auf so gewöhnliche Datum: 5°/0 Dtsch. Kriegsanl. 4°/„Dtsch. Reichsanl. 3°/o Dtsch. Reichsanl. 4®/0 Preuss. Konsols Hamburg-Paketf.. . Norddeutscher Lloyd Comm.u.Privatbank Darmstädter Dank . Deutsche Bank . . . Disconto-Desellschaft Dresdner Bank. . . Mitteld. Credttbank. Rationalbank f. D. . Doch. Gußstahlwerke 14. 7. 15. 7, Schweizer Franken Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Aeuyork . . Paris. . . . Bud.» Eisento.- Akt.. 667, D.-Luxemb. Bergw.. H Gelsenkirch. Bergw.. 2176, Harpener Bergbau. 2120, Oberschs. Eisenb.-B. 850, Formen, frisch ober konserviert, als Kompott, Säst oder Tee, köstlich und heilsam zugleich verwendbar ist. Wenn das Dvlk sagt, die Heidel- beerzeit fei die schlechteste für dne Aerzte und die beste für die Gesundheit, so hat es wirklich «cht. Möchte diese Zeit recht ergiebig zum ©Hen und Sammeln für die Wintertage benäht werden. 202.40 1.12 0.017 11.85 42.275 23.17 23.575 40.45 0.42 621.50 1.52 0,095 I Frankfurt a. M. 15. Juli. Börsenkurse. Frankfurt Berlin Das Geld hat keinen Wert mehr, fönen Biele. Weit gefehlt, man muh es nur richtig anwenden. Wer feine Kleider Blufen, Strümpfe. Gardinen nur mit den weltberühmten „Hcltmann's Warben", Marke „wuchskovf im Stern" felbft färbt, wird an dem prachtvollen Erfolg erkennen, ivelchen hohen Wert selbst der verausgabte kleine Betrag hatte. Schluss- Schluss- Schluss- Schluss- Kurs Ä ~ I ^äßigep^ | ^burg 6rJ*n« IUr"a«y,Ch ed. Eichelsdorf, 14. Juli. Wie alljährlich begann jefct wieder in den Waldungen unserer Oberförsterei das Grassamenschneiden. Die Arbeit hatte kaum begonnen, da stürzte ein 20jähriges Mädchen zusammen und war wwrt tot. Ein Herzschlag hatte dem jungen Leben em Ende gemacht. s La u b^i ch, iß. Juli. Einem in der Aähe beS Jägerhauses beschäftigten Landwirt wurde das Fa h r ra d. das er auf seinen Wagen gestellt hatte, g e st oh len, als er beim Abmähen einer Wiese der Strasse den Rücken wandte. Die Gendarmerie nahm die Derfolgung des Diebes auf. ©eit Abschaffung der Aummerplatten mehren sich die Raddicbstähle. Die Aummern boten bei aller Unbequemlichkeit doch einigen Schutz. Kreis Alsfeld. , 21118 bem Ohmtal, 13. Juli. Em solch häufiger Rus der Wachtel, tote man ihn gegenwärtig aus dem Felde vernimmt, gehört zu den Seltenheiten Treten die Wachteln häufig auf, dann folgen ihnen auch die R e b h ü h n e r in Das ist eine alte Waidmannsregel. Em seither in unseren Dörfern gar nicht aufgetretener Gast ist die Turmschwalbe. Sie macht sich jetzt auch in Dorfschaften bemerkbar und nistet sogar hier. Jicbtd«* Tran*"1 Kraft, AnlaüfeU. Achs- uBd Sicherheit F»*° vorgeW . yun,^ uiiviu.jLLEi jno aif jo gewöhnlich_ I Art. Die Darstellerin der Hauptrolle, die neben Frankfurt a. M, 14. Juli. Dörsen- timmungsbild. Der heutige Börsenverkehr eröffnete in ziemlich schwacher Haltung! es zeigten ich allerdings bescheidene Ansätze zu einer Erholung. Am Markte der ausländischen Zahlungsmittel zeigte sich wieder stärkere Nachfrage. Der Dollar, der heute früh 465 genannt wurde, zog bei Beginn der Börse werter an bis auf 480 und wurde dann 467—470 gehandelt. Benz 516, Brown-Bo- toeri 400, Hansa Lloyd 285—295, Deutsche Petroleum 2175, Ufa 250. Am Montanaktienmarkte machte sich ebenfalls eme mässige Aufwärtsbewe- gung der Kurse geltend. Auch die Aktien der chemischen Industrie hatten grösstenteils bescheidene Kursgewinne zu verzeichnen. Elektrizitäts- Papiere setzten ebenfalls höher ein. Bei den Metall-, Maschinen- und Autoaktien stellte sich mässige Erholung ein. Am Einheitsmarkt blieb die Haltung vorwiegend ruhig. Im Derlaufe war die HmfatjtättgJeit ' (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Reparationsfrage. London, 14. Juli. (WTD.) Die „Tbnes^ melden, in gut unterrichteten Kreisen falte man es für sicher, dass Poincare Ende dieses oder Anfang nächsten Monats nach London kommen werde, um die Frage der deutschen Reparationen und der interalliierten Schulen zu erörtern. Der Pariser Korrespondent des Blattes teilt unter Hinweis) auf den gestrrgen Leitartikel des ^Temps" mit, eS sei klar, dass in Paris eine gefährliche Tendenz be-, stehe, die Krise als beendigt zu erklären. Es würde, so schreibt der Berichterstatter, töricht sein in Apathie zurückzusinken und solange zu warten, bis wiederum eine gefährliche Lage entstehe. Man dürfe- nicht annehmen, dass die Schwierigkeiten schon jetzt überwunden seien, obwohl ein gewisser Stillstand eingetreten sei. Als Beispiel für die oben erwähnte Tendenz führt der Berichterstatter an. er habe ae», hört, das Datum der endgültigen Antwort 5er Reparationskommmission auf die deutsche Aote werde möglicherweise von der weiteren Entwicko» lung abhängen. i Llohd George will die Vertrauensfrage stellen. London. 14. Juli. (WTB.) Llohd George teilte dem Oberhause mit, die Regierung werde bei der Abstimmung am nächsten Montag die Der traue ns frage stellen. Es handele sich über die Diskuffion über den von 279 Mitgliedern des Unterhauses unterzeichneten Antrag wonach ein besonderer Ausschuss ernannt werden soll, um zu berichten, welche Deränder mgen evtl, nötig sind, um sicherzustellen, dass Aaszeichnan- gen nur als Belohnungen für öffentliche Verdienste gewährt werden sollen. Demission des serbischen Kabinetts. Belgrad. 14. Juli. (WTB^) COadj einer Sondermeldung der „Aowodny" hat Ministerpräsident Passitsch dem König gestern abend die Demission des Ministeriums angezeigt, dieser Schritt werde auf Meinungsverschiedenheiten mit den Parteien zurückzuführen sein. Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurdÄl gezahlt: Datum: 1.7.14. 13.7. Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elektr.-Ges. . . Felten & Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke Daimler 4° o Hess. StaatSanl. Electron Griesheim Dtfche. Dereinsbank Geld Brief Geld Brief Datum: 13. Juli. 14.3uIL^ Amstd.-Rotterd. 16529,30 16570,7018’77 25 18222 76 Drüssel-Antw. . 3425 70 3434,30 3570*50 3579*50 7016,20 703180 7730*80 7749,70 9313,30 9336 70 9997.45 10022,55 11186,- 11214,- 12084,85 12115,15 858,90 861,10 958 80 961,20 2072,60 2057,60 458,08 3764,70 8836,05 7168^6 1,62 1091,40 34(95 103,72 295,49 6208^- 14- Juli. Börsen st im- 3n der Note der Nepara-' twnökommission wird trotz des Hinweises der deutschen Negierung, daß die Nate vom 15. Juli zur Bezahlung von LebenSmittel- ankäusen im Auslande erforderlich sei, deren Begleichung gefordert, und erst für die weiteren Raten Aussicht auf Stundung eröffnet. Am Devisenmärkte machte deswegen die schon gestern nachmittag sich anbahnende Befestigung Fortschritte, so daß der Dvllarkurs wieder bis 475 anzog und auf diesem Stand hin- und herpendelte. Am Effektenmärkte setzte sich die bereits gestern nachbörslich eingetretene Erholung erneut fort bei durchschnittlichen Kursbestrebungen von 20—50 Prozent, für einige Werte bis 80 Prvz. Das Geschäft wär nur anfangs etwas lebhafter. Weiterhin war ein bettachtliches Nachlassen vorherrschend, was wesentlich auch auf die Zurückhaltung des Publikums wegen der ungeklärten polttischen Lage zurückzuführen ist. Dies war der Hauptgrund auch für die am Einheitskursenmarkte sich zeigende geringe Unternehmungslust, wo sich mäßige Kursbesse- rungen mit ebensolchen Rückgängen ungefähr die Wage zu halten scheinen. Auch im Großverkehr waren einige nicht besonders ins Gewicht fallende Kursnachlässe festzustellen. In Dalutapapleren stellten sich Mexikaner und Baltimore wesenllich höher. Am Aentenmarkte war das bisherige enorme Kauftnteresse der Spekulation, das im Gefolge von starken Ausland Serwerbun gen aufgetreten war, etwas gedämpfter. Türkische und ungarische Renten- lapiere setzten die gestrige Kurssteigerung nur in bescheidenem Rahmen fort. ior dem M--,,chmleb-n gerriigenb Jer" ®- P,--u lu s und mütell? - Scr 2tei>nar vergleicht bann ® 1900 °°rg-'°b-n waren, Eisner- und Münchner Geiselmord und aeigt | $attcn’ welch' klaffender Widerspruch seitens der Gerichte hw ♦ ° ? r ^5 ursprünglich im gleichen 100- den Angeklagten gegenüber obwaltete, ilnö welch^ ÖCr^eu?stfrtmunb), Wendt (Münster), Jung- und Führer des deutschen Dolle«'soll es' sein —- tKassel) nicht unter den drei ersten, und von An die mit tosendem Beifall aufgenommenen Aus- allen leichtachletischen Einzellämpfern Westdeutsch- ' führungen des hervorragenden Giehener Gelebr- ^n6£$, (ausgenommen die Damen) waren nur ten schloh sich eine lebhafte Aussprache an Don P£uJ)cn lKrefeld) als Erster im 100 Meter-Lauf den Rednern, die sich alle zustimmend äußerten und Paulus als Dritter im 110 Meter-Hürden- sei besonders Herr Prof. Fritzsche genannt der ^uf erfolgreich. als Wichtigstes das Derhältnis der bürgerlichen * Demokratie zur Arbeiterschaft erkennt Der Geaen- • /w r« - Tat} hebt sich auf im Gedanken der Demokratie werd«m^^ ?E/tkampfe wenn alle in der Volksgemeinschaft auf- 6.3<^Tta9T>a,b 4 nach- Ä unh i°drm Sinzcinen muh bi- Cmpsinbung werden, dah er innerhalb der Volksgemeinschaft P , ausgetragen. fießt — Um IO1/2 Uhr konnte der Vorsitzende, Herr Ä W i h rn a r. 14. Juli. Der dem am vorigen Rektor Loos, die glänzend verlaufene Ders'amm- Sonntag in Kirchhain stattgefundenen Gauteng schliessen. F $ sommerfest des Gaues 9 a des D.D.R. errang der Aadfahrerverein Germania 03 Witz. canotret« Gießen. mar unter starker Konkurrenz in der Gruppe .... * Hungen, 14. Juli. Strah en sperre Ä Grossen Preis-Korso sowie in der 75-Km.° We^en Vornahme von Walzarbeiten werden je den ersten Preis. Kie Sstvassen T r a i s.H 0 r l 0 ff-S t ein he im ^Hungen-Inheiden bis auf weitere« für den Fährverkehr gesperrt. Vermischtes. Kreis Schotten. * W ie ich mein erstes Stück sah. Die ed. Schotten. 14. Juli. Gin hiesiger 17jäb- e?tc Premiere ist im Geben jedes Dramatikers tiger Junge hantierte im elterlichen Hause mit I Ä" Augenblick, .und die verschiedenartig sten einem Revolver. Die Waffe entlud fick und Enrpnudungen sturmen an diesem ereignisrichen die Kugel drang dem Jungen in den Kops' Der ,hn *£" T 0 d trat sofort ein. Untervertreter gesucht. 51531) w Ä die über. 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Das Pachtgeld für das Rj. 1922; 5. Das nachträgliche Pachtgeld für die Rechnungsjahre 1920,21; 6. Das Holzgeld von den Versteigerungen 1 bis 7 für das Rj. 1922; 7. Das 1. Ziel Schulgeld für das Rj. 1922 des Realgymnasiums, der Oberrealschule, der Höheren und Erweiterten Mädchenschule. Gießen, 15. Juli 1922. Stadtkaffe Gießen. 66948 Bekanntmachung. < Zn unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen. Am 8. Juli 1922 a) bezüglich der Firma Arnold Mueller, Gießen: Die offene Handelsgesellschaft ist in eine Kommanditgesellschaft mit Wirkung vom 1. Mai 1922 umgewandelt. Persönlich haftender Gesellschafter ist Kommerzienrat Gustav A. Mueller in Gießen. Es sind 2 Kom- -manditisten vorhanden; b) bezüglich der Firma Alfred Töpelmann, Gießen: Die Prokura des Wilhelm Zander in Gießen ist erloschen. Am 10. Juli 1922 die Firma Böhringer L Kirstein, Gießen. Gesellschafter sind die Kaufleute Heinrich Böhringer und Adolf Kirstein beide in Gießen. Angegebener Geschäftszweig: Herrenkonfektion und Tuchhandlung. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Juli 1922 begonnen. Am 11. Juli 1922 die Firma Aron Steinreich, Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Aron Steinreich in Gießen. Angegebener Geschäftszweig: Eier und Lebensmittelhandlung. Gießen, den 12. Juli 1922. 6661B Hessisches Amtsgericht. MgemeilleLrtskrallktllWGichkir Die noch rückständigen Beiträge zur Krankenkaffe und Invalidenversicherung für den Monat Mai 1922 können noch bis zum 31. ds. Mts. ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieses Termins sind der Einzahlung auf unser Postscheckkonto auch die Kosten beizufügen. Gießen, den 14. Juli 1922. 6669c Allgemeine Ortskrankenkasse Dietzen. 3. A.: H. Hinkler. Die Gemeinde BerSrod beabsichtigt einen jungen, sprungfähigen Schafbock anzuschaffen. In- tereffenten wollen 'sich an unterzeichnete Bürger-1 meisteret schriftlich wenden. Bersrod, den 11. Juli 1922. Hessische Bürgermeisterei Bersrod. Becker. 6652DI Stadt. Arbeitsamt Gießen Liebigftraße 16, Teleph. 2054. ES können eingestellt werden: a. bei bicnaen Arbeitgebern: 1 Schneider, ein Wagenlackierer, 1 Schlaffer, 1 Kellner, 1 Schmied, 2 Schuhmacher. Lehrlinge: 1 Friseur, 1 Kaufmann, 2 Glaser' 1 Lackierer, 1 Polsterer, 2 Bilderrahmenmacker' 1 Steinbildhauer, 1 Steinhauer, 1 Dachdecker, 2 Bäcker, 1 Metzger, 2 Spengler und Installateure, 1 Stukkateur, 2 Wagner, 3 Schmiede, 1 Wagen- und Autoschlosser, 1 Kellner, 1 Schuhmacher, 1 Weißbinder, 3 Schlosser, 1 Gärtner. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 Nieter, zwei Dreher, 2 Kesselschmiede, 5 landw. Knechte und Arbeiter, 1 herrschaftlicher Kutscher, der landw. Arbeiten verrichten kann, 1 landwirtschaftl. Eleve, 1 landw. Verwalter, 1 Tapezier und Polsterer, 1 Friseur, mehrere Weiß bin der und Anstreicher, mehrere Maurer, 1 Schlosser, 1 Bäcker, vier Schreiner, 1 Polsterer, 1 Küfer, 1 Koch, 2 Spengler und Installateure, 1 Müller. Lehrlinge: 1 Spengler u. Installateur, 1 Zigarrensortierer, 1 Gärtner. ES suchen Arbeit: Kaufleute, Schreiber und Reisende, Packer, Hausbnrschen und Ausläufer, Maschinenschlosser, Banschlosser, Schuhmacher, 1 verh. landw. Knecht, 1 Krankenpfleger, 1 Sattler, 1 Polsterer, Bäcker und Metzger, Kellner, 1 Küfer, 1 verh. Hofmeister, 1 Mechaniker, 1 Optiker, ' 2 Buchbinder, 2 Wagner, 1 Müller, 1 Installateur und Svengler, 1 Monteur, Maschinisten u. Heizer, 3 Kraftfahrer, Bauhilfsarbeiter, Erdarbeiter. Lehrlinge: 3 Elektromonteure, 1 Elektrotechniker, 3 Autoschlosser, 2 Maschinenschlosser, 1 Mechaniker, 2 Kaufleute, 2 Schlaffer, 1 Schuhmacher mit Kost und Wohnung. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls entgegengenommen. Weibliche Abteilung: ES können eingestellt werden: a. bei diesigen Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Lauffrauen und -mädchen für einzelne Tage, nichtige Alleinmädchen, 2 Küchenmädchen, 1 Stütze, 1 Kaffeeköchin, 1 Köchin, eine Haushälterin, 1 Zimmermädchen, 1 Kochlehr- mädchen, 1 Schneiderin als Beihilfe zur Herrenschneiderei. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 4 landwirtschaftliche Dienstmädchen, Dienstmädchen, Alleinmädchen, Zimmermädchen, Küchenmädchen, zwei Haushälterinnen, 1 Köchin s. Hotel, 1 Kaffeeköchtn, 1 Blumenbinderin. Es suchen Arbeit: 3 Waschfrauen, einige Lausfrauen,auch für Nachmittagsbeschästigung/Mädchen für tagsüber, 1 Büglerin, 1 Schneiderin als Beihilfe aii Schneiderin, 2 Berkäuferinnenlehrmädchen, 1 Flickerin, 1 Kontoristin. Tie Berufsberatung und Arbeits-Vermittlung für Musiker findet werktags von 10 bis 12 Ubr statt.____________________________6640B Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lollar für das Rechnungsjahr 1922 liegt vom 17. Juli 1922 eine Woche lang auf dem Geschäftszimmer der Bürgermeisterei offen. Einwendungen sind schriftlich oder zu Protokoll vorzubringen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Lollar, den 13. Juli 1922. [6642D Hessische Bürgermeisterei Lollar. Schmidt. Oberhessische Gesellschaft . für Natur- und Heilkunde. Naturwissenschaftliche Abteilung. ‘ Wissenschaftliche Exkursion , am 23. Juli nach Frankfurt. Besichtigung des Senckenborgischen Museums und des Zoologischen Gartens. Führung: Herr Professor Dr. Erhardt. Gemeinsame Fahrt 4. Klasse ab Gießen 6" vorm. und Rückfahrt von Frankfurt 737 abends. Anmeldung für Teilnehmer bis 20. Juli bei Maschinist Ruhl im Physik. Institut, Stephanstr. * Gäste willkommen!_________Der Vorstand. MheMnbM Deutscher KrieOesWigter und Hinterblikbkueu, e. Leipzig Gau Hcsscu-Nassau-Darmstadt. Bis zur Errichtung der Geschäftsstelle finden im Gasthof Zauer, Neustadt, jeden Dienstag von fv Uhr vorm. bis 6 Uhr tObenös Sprechstunden statt. (57,50 Der Vorstand. Akademische Wettkämpfe Sonntag, 16. Juli, 4 Uhr nachm. auf dem akademischen Tum- und Sportplatz am Schützenhaus Eintritt lOu.5 M.,Schüler die Hälfte 6682D, Auf der Hardt! Sonntag ___ grs-ffler Ball Anfang 4