rrr. 63 Der Gietzener Xnjetaer erscheint >äql ich, außer Sonn- und Ferrriaqs. monallid}tBe}ug$prtife: Mk 11.50 ein|d)l.Iräger» lohn, durch die Post MK 14. - «ftfd)l Bestell, geld, auch beiNichlersche» nen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Aernsprech-Anschluss«: fürdikSchriftlritung 112; für Druckerei, Verlag und Geichaslsstell« 51. An'christ für Drahtnachrichten Anzeiger Lietzen. roilicnedtonto: grantfurt o. 111. 11686. Erstes Blatt 172. Jahrgang Mittwoch, 15. März 1922 General-Anzeiger für Oberheffen Driitf und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und LleindruSerri R. Lange. Schrislleltung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummtr bis zum Nachmittag vorher ohne jede'Berdinblichdeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen» 34 mm Breite örtlich ‘JO 'Df., auswärts 120 'Pf . für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 350Pf. Bei Platz« Vorschrift20' «Aufschlag. Hauvtschriftleiler: Aug. Goetz Verantwortlich für Polini, Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil Hans Beck, sämtlich in Gietzen. Die amerikanische Offensive. „Den Teufel merkt das Völkchen nie, und wenn er eS am Kragen hätte." Die Pariser Presse hat eS jetzt, wohl mit offiziöser Nachhilfe, doch begrifen. daß die so urplötzlich erfolgte Anmeldung der amerikanischen- Forderungen für die De- sayungSkosten mehr ist als ein „Theatercoup", für den man es zuerst ajiögab. Der alliierten Finanz- ministertonferenz, die bereits den Re- parationSerttag so schön verteilt hatte, ist der Schrecken ins Gebein gefahren, und sie hat ihrer Tlnterschrift unter das Abkommen den DerlegenhritSzusatz hinzugefügt, „unter Vorbehalt der Rechte Amerikas". Unterdessen aber zerbricht man sich im Lager der Alliierten, vor allem in Paris, den Kopf darüber, was Tellü Geschoß bedeuten soll. Die Washingtoner Staatsmänner erleichtern dies Raten, indem sie rund heraus erklären, daß es sich bei diesem Vorstoß um eine Ergänzung der Weigerung, an der Konferenz von Genua teilzunehmen,• handele. And des weiteren um einen Protest gegen den Ausschluß der ReparationSfrage sowie der Fragen, die die Abrüstung zu Lande betreffen, vom Konferenzprogramm. Der Wink mit dem Zaunpfahl ist nicht mihzuverstehen, und die „diskrete Pression", wie man das Vorgehen Bohdens in Washington bezeichnet, ist gar nicht so diskret. ES handelt sich um ein Druckmittel vor allem auf Frankreich, dessen imperialistische und chauvinistische Politik die Reparation zu einer Auöpoverung Deutschlands gestaltet, ohne daß damit der Wiederaufbau Europas irgendwie gefördert wird. Angesichts der Politik, die In Cannes triumphiert hat, was in dem Ersatz DriandS durch Poincar« deutlich in die Erscheinung trat, malen die smarten Bankers jetzt den europäischen Alliierten ein Menetekel an die Wand, etwa des Inhalts: Wenn ihr die deutschen Reparationen in Rüstungen ('Besatzungen für Deutschland und Heeres- und Flottenverstärkungen im eigenen Lande) und in Sanktionen anlegt, dann erinnern wir euch, daß ihr bei der Lösung der Reparationsfrage letzten Endes auf uns angewiesen seid! Das ist ja zum Schluß auch der Kernpunkt der vom britischen Schatzkanzler Sir Robert Home der Finanzministerkonferenz vorgelegten ..Reparationsreform", die allerdings dort nicht auf Gegenliebe gestoßen ist. Wenigstens bisher nicht. Danach soll die sogenannte Reparationsschuld in zwei Teile von 65 und 70 Milliarden Goldmark zerlegt werden, deren erster Teil nur dann von Deutschland verlangt werden soll, wenn die Union die Zahlung der alliierten Kriegsschulden fordert, während der zweite Teil durch eine Anleihe mobilisiert werden soll. Da man aber zur Zeit offenbar noch nicht auf die Mitwirkung Ame- ^lkas rechnen kann, so hält der Finanzplan der Alliierten, soweit man bisher etwas darüber erfahren hat, an der Fiktion fest, daß Deutschland nicht nur die laufenden Reparations- kvsten ttagen könne, sondern daß es zugleich die Zinsen für eine internationale Anleihe MeckS Mobilisierung der deutschen Schuld aufbringen soll, wobei man offenbar noch allerlei Garantien in Gestalt der Verpfändung der Zölle oder dergleichen fordert. Das sind Hirngespinste; denn es ist ein offenes Geheimnis, daß Deutschland auf die Dauer nicht in der Lage ist, die Dekadenzahlungen zu leisten, geschweige denn noch Mil- liardenbettäge für Zinsen aufzubringen. Eine derartige Verpflichtung könnte und würde auch keine Regierung eingehen. Den Londoner Zahlungsplan hat man uns durch ein Ultimatum aufgezwungen. Wenn Deutschland aber außer den laufenden Reparationszahlungen sich noch einen solchen ungeheuren Zinsendienst aufhalsen ließe, so würde es wie ein leichtfertiger Bankerotteur handeln. Vielleicht wird der Wink der Union mit dem Zaunpfahl diese Erkenntnis fördern, und es wird ja auch bereits berichtet, daß die alliierten Finanzminister nochmals zufammenkom- men wollen, um über die Vorschläge der Reparationskommission vor der Konferenz von Genua zu beraten. Vermutlich bezweckt der Vorstoß der Union zugleich einen Druck nach der Richtung hin, daß die Alliierten das Programm der Konferenz einer Revision unterziehen. Falls man sich doch noch zur Erörterung des Reparat'.onsproblems, das ja von dem Wiederaufbau Europas nicht zu trennen ist. entschließt, würde die Union möglicherweise auch ihren Ablehnungsbescheid einer Revision unterziehen. 3m anderen Falle wäre die Konferenz von Genua eine zwecklose Phraseologie, die den großen Adpcntt nicht lohnt. Und es ist gewiß nicht ohne tiefere Bedeutung, wenn Präsident H a r d i n g bereits | den Gedanken einer zweiten europäischen Konferenz nach Genua in die Debatte wirft. DaS Warnungssignal von Washington muh die Staatsmänner der Alliierten darüber belehren, daß sie am Scheidewege stehen. Paris, 15. März. (WTD.) Wie die „Chicago Tribüne" aus Washington erfahren haben will, wird dje Behandlung der amerikanischen Ersatzforderungen durch die Konferenz der alliierten Finanzminister wahrscheinlich die Zurückziehung der amerikanischen Truppen am Rhein beschleunigen und möglicherweise die Einstellung jeder amerikanischen Besatzung zur Folge haben. London, 14. März. (WTD.) Der Sonderberichterstatter des „Manchester Guardian" in London schreibt zu dem amerikanischen Ersuchen um Bezahlung der Kosten für das amerikanische Besayungs» Heer, die Aktion der Vereinigten Staaten werde in amtlichen britischen Kreisen angesehen als ein Versuch, das gesamte Reparationsdurcheinander in Europa ad absurdum zu führen. Verl in, 14. Mä.-z. (Wolff.) Die „Baseler Rachrich'en" kritisieren den Beschluß der alliierten Finanzmini st er sehr scharf wonach Deutschland mit den französ ischen IRo • bilisationskosten für 1921 zu belasten sei, und schreiben: „Wenn die Alliierten solche Kraft- und Eoldvergeudungen nachträglich bewilligen und dem wehrlosen Deutschland zur Last schreiben lassen, so heißt das nichts anderes, als daß ihnen jeglicher Sinn für die unumgänglichen Vorbedingungen einer internationalen Anleihe an Deutschland fehlt." — Auch die „Reue Züricher Zeitung'' schreibt, daß diese Bestimmung, die eine Kompensation an Frankreich sei, zweifellos mancherorts die Kritik Hervorrufen werde. Die Antwort an Amerika. Paris, 14. März. (WTB.) Wie der „Temps" mitteilt, haben der französische, der englische, der italienische und der belgische Finanz- Minister das Boydensche Memorandum vom 10. März. daS die Ansprüche der Vereinigten Staaten auf Ersatz ihrer Besahungskvsten geltend machte, schriftlich dahin beantwortet: 1. daß sie von dem Memorandum Kenntnis nahmen, V-. daß in dem interalliierten Finanzabkommen vom 1L März eine Bestimmung ausgenommen worden sei, in der die Rechte der Vereinigten Staaten vorbehallen würden. 3. daß die Finanzminister für die Regelung der Frage nicht zustän- dig feien, sie vielmehr zu dem Kompetenzbereich .der alliierten Regierungen gehöre. Mit diesen müsse die Regierung von Washington darüber verhandeln. Die Konferenz von Genua. Die Forderung der Türkei. London, 14. März. (Hadas.) Der Kommissar für auswärtige Angelegenheiten der Regierung von Angora, Zufsus Kemal Bey, hat dem Vertreter der Havasagentur gegenüber er- I klärt, er sei von der großen türkischen Rational- ‘ Versammlung nach Europa entsandt worden und vertrete die gesamte türkische Ration. Es gebe keinen Grund, anzunehmen, daß die Ansichten der Regierung von Angora und die der Regierung von Konstantinopel nicht dieselben seien. Er habe in Konstantinopel 14 Tage verbracht und stets habe vollständiges Einvernehmen zwischen beiden Regierungen geherrscht. Ihre Forderungen feien dieselben. Die geographische ßage der Türkei und ihre wirtschaftlichen Beziehungen ließen es als unverständlich erscheinen, daß die Türkei von der Genueser Konferenz ausgeschlossen fein solle. Es sei wünschenswert und ein Gebot der Vernunft, daß die Türkei dazu eingeladen werde Am Schluß seiner Erllärungen dementierte Zus- fuf Kemal Dey die gestern in einem englischen Abendblatt erschienene Rachricht, wonach die Regierung von Angora die Mission Zuffuf Kemal Deys aufgefordert haben soll, an der Konferenz von Genua teilzunehmen, selbst wenn die Türkei dazu nicht offiziell aufgefordert würde. Aus dem Reiche< Reue Tariferhöhungen bet Post und Eisenbahn? D e r l i n. 14.März. (Priv.-Tel.) Entgegen anders lautenden Meldungen erfährt das „"Berliner Tagebl.", daß im Reichspostministerium noch keinerlei Erwägungen über neue Tariferhöhungen bei der P o st als Folge der Erhöhung der Beamtengehälter im Gange sind. Heber die 5rage, wie die Mehrausgaben, die durch die neuen Gehälter für die Postverwaltung entstehen, gedeckt werden können, werden voraussichtlich noch heute oder morgen "Beratungen innerhalb des Reichspostministeriums und mit dem Reichsfinanzmini- terium beginnen. Dagegen dürften nach Mitteilung des Blattes bei der Eisenbahn neue Tariferhöhungen zu erwarten fein. Die Mehrausgabe für die Beamten der Eisenbahn dürfte über drei Mllliarden "Mark, für die Arbeiter und Angestellten beinahe 4'., Milliarden Mark betragen. 3n» 1 olge der Lohnerhöhung ist aber auch eine Ma - terialpreissteigerungzu erwarten, deren Höhe auf etwa 5 Milliarden Mark geschäht wird. Der vom Reicksverkehrministerium aufzubringende GesamttnehrLettag dürfte also etwa 13 Milliarden ausmachen. Wahrscheinlich wird sich die zur Deckung dieses Betrages in Aussicht genommene Tariferhöhung nur auf den Güterverkehr und nicht auf den Personenverkehr erstrecken. 3n Aussicht genommen ist, wie das Blatt schreibt, eine Erhöhung von 20 Prozent. Reuregelung der Lohnverhältn'.sfe der Reichsarbeiter. Berlin, 15. März. Die Verhandlungen über die Reuregelung der Lohnverhältnisse für die im Reichsdienst stehenden Arbeiter brachten laut „Vorwärts" folgende L o h n st e i g e r u n g e n: Für die 24 Zcchre alten Arbeiter in der Ortsklasse A Erhöhungen von 2,33 bis 2,90 Mark die Stunde in den Ortsklassen B, C und D vermindern sich die Löhne in jeder Gruppe unr 50 Pf. Für die Verheirateten kommt noch eine Frauenzulage von 70 Pf. die Stunde und ferner in den Ortsklassen mit äleberteuerungszufchlägen der Lieberteuerungszuschlag hinzu. Für die unter 24 Jahre alten Arbeiter werden Mehrbeträge in Höhe von 1,80 bis 2,55 Mk. die Stunde bezahlt. Spaltung in der Kommunistischen Arbeiterpartei. Berlin, 14. März. Rach einer Mitteilung des „Vorwärts" hat sich nunmehr auch in der Kommuni st ischen Arbeiterpartei eine Spaltung vollzogen. 3m Zentralausschuß der Partei, der am 5. und 6. März in Berlin seine Tagung abhielt, ist es zu Auseinandersetzungen zwischen dem Zenttalausschuh und der Berliner Organisation gekommen. Die Berliner Organisation hat darauf die Berliner Mitglieder des Zenttalausschusses aus der Organisation ausgeschlossen. "Zluch in anderen Städten sollen Aus» schlüfse erfolgt sein. Ein Soldatenversicherungsgcsetz. Berlin, 14. März. Dem Reichstag ist der Entwurf eines Soldatenversicherungsgesetzes zugegangen. Rach dem ersten Artikel soll die Reichsversicherungsordnung in der Weise abgeändert werden, daß Soldaten nach Antragstellung bei ihrer vorgesetzten Dienststelle in die Invaliden- und Angestelltenversicherung eintreten können. Er lautet: „Versicherten Soldaten wird während ihrer Zugehörigkeit zur Wehrmacht ein Heilverfahren von der Versicherungsanstalt nicht gewährt. Dafür hat die Versicherungsanstalt der Wehrmacht nach Abschluß des Geschäftsjahres für jeden entrichteten Beitrag einen Betrag zu vergüten, den der Reichsarbeitsminister festseht." — Der dritte Artikel bestimmt: „Die Ausführungsbestimmungen erläßt die Reichsregierung mit Zustimmung des Reichsrates. Dabei kann bestimmt werden a) daß das Reich nur den höheren Arbeitgeberanteil trägt, wenn der Soldat von beiden Versicherungen Gebrauch macht, b) unter welchen Voraussetzungen der Soldat den Antrag zurücknehmen darf." Aus dem besetzten Gebiet. Reden über die KrtegSschuldfrage im besetzten Gebiet verboten! Berlin, 15. März. Wie das „Bert. Tagebl." aus Wiesbaden meldet, hat die Rheinlandkommission den Führern der politischen Parteien mit- gcteilt, daß künftig in Versammlungen die Behandlung der Kriegsschuldfrage verboten ist. Aus Hessen. Aus dem Finanzausschuß. rm. Darmstadt, 14. Marz. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags genehmigte heute zunächst die Regierungsvorlage betr. die Herstellung des ehemaligen Fürsten- lagers in Auerbach a.d.D. für Zwecke des Volks- hvchschulheims. Das Reich gibt einen Betrag von 119 280 Mk. für die durch das zurückkeh- rende Militär in den Gebäuden verursachten Beschädigungen. — Zu dem Antrag der Abgg. Dr. Osann und Gen. bett, die Abgabe von Holz zu Wohnungszwecken aus den Staatswaldungen durch Versteigerungen zu entsprechend billigen Preisen hat die Regierung erllärt, daß sie diesen Wünschen zum Teil schon nachgekommen sei. Abg. Füller gibt hierzu noch eine Reihe von Winken, wie man diese Anregungen fördern kann. Der Antrag wird hierauf für erledigt erklärt. — Der Antrag der Abgg. Ebner und Rink betr. die Abgabe von Brennholz an Beamte gibt zu einer längeren Aussprache Veranlassung. Der Ausschuß beschließt, die Regierung aufzufvrdem, daß sie dem Landtag eine Aufstellung vorlegt, in der befanntgegeben wird, wie groß die Zahl der Beamten ist, die das Tarifholz bezieht und auf welche Deamtenllassen sich diese Bevorzugung erstreckt. Auf Grund dieser Vorlage wird der Ausschuß bzw. der Landtag über diese Frage entscheiden. Hessischer Evangelischer Landeskirchenlag. rm. Darmstadt, 14. März. Der evangelische Landeskirchentag setzte heute früh 8.40 Llhr ferne Beratungen über die neue Kirchenverfassung unter Präsident Dr. D. Diehl fort. Pfarrer Knodt- Groß-Zimmern spricht das Gebet. Der 3. Abschnitt handelt von dem Dekanat und seinen Organen. Paragraph 61 bestimmt, daß die Kirchengemeinden in räumlich begrenzte Bezirke (Dekanate) zusammengefaht werden. Die groben städtischen Gemeinde bezirke mit mindestens 10 Pfarrern sollen ein Dekanat für sich bilden. Rach eingehendem Referat durch Abg. Dr. Berger wird auf Antrag des Abg. Wahl- Schlitz die Bestimmung über die Bildung städtischer besonderer Dekanate gestrichen. Zu Paragraph 62, der die Zahl, Abgrenzung der Bezirke ulw. be- trifft, beantragt Abg. Waitz, die Zahl der Dekanate auf höchstens 20 festzufetzen, da sonst die Zahl der Abgeordneten zur Synode zu groß wird. Auch fei es angebracht, die Dekanate mit großer Seelenzahl durch Teilung und Angliederung an Heinere Dekanate zu entlasten. Die' Befürchtung, geschichtliche Zusammenhänge dadurch zu zerreißen, habe keine Berechtigung. Eine Reuregelung der Dekanate fei ohnehin nicht zu umgehen. Abg. Fritsch glaubt, daß durch die Zerreißung der Dekanate eine neue kirchliche Beunruhigung eintreten werde. Auch in Oberheffen gebe es viele grobe Dekanate, die man nicht noch vergrößern könne. Richt die Seelenzahl, sondern die Zahl der Gemeinden gebe das richtige Bild. Der Antrag Waih werde eine Benachteiligung des Landes zu Gunsten der Stadt herbeiführen. — Abg. gen - ch c l ersucht die geschichtliche Zusammensebung der Dekanate festzuhalten und von einer De'minderung abzusehen. Als Vertreter des flachen Landes müsse er gegen den Antrag stimmen — Abg Wegner (D.) beantragt die Worte „und Bild -ng d r S:adt- bekannte" zu streichen. — 2Ibg. Dr. Mathes halt die oft künstlich gesuchte Zusammensetzung der Dekanate für verbesserungsbedürftig. 3m 3ntcreffa ter Arbeitsgemeinschaften sei eine Reform sehr nötig, die jetzige Zusammensetzung sei der Arbeit hinderlich. — Abg. Dr. Geist glaubt, daß die völlige Abtrennung der städtischen Bezirke von dem Lande nicht sehr vorteilhaft und nicht sozial wirken werde. — Abg. Weber tritt für Übersicht- liebe Zusammensetzung der Dekanate ein. Der Wunsch nach getrennten städtischen Dekan tten habe seine Berechtigung, ein sozialer Zwiespalt werde keineswegs eintreten. — Der §62 wird mit den Abänderungsanträgen Waih und Wagner angenommen. § 63 befaßt sich mit der Zusammensetzung des Dekanatstages und beantragt hier der Abg. Wahl- Schlitz in Abs. 4 eine Beschränkung in der Zahl der Lehrer bzw. Organisten. Die nichtkirchlich interessierten Organe soll len nicht allzu stark vertreten sein. Abg. K a h l i ck spricht sich gegen den Antrag aus, woraus Abg. Dr. Mathes dafür eintritt, doch hierfür größere Gesichtspunkte walten zu lassen. Es gelte jetzt die Lehrer mehr wie bisher für die Kirche zu gewinnen, wie dies auch bei der kath. Kirche der Fall sei. Er ersucht bringen!), dieses verfassungsmäßige Recht der Lehrer beizubehalten. Auch Abg. Rektor Zockel tritt in warmen Worten für die Lehrer ein. Man solle doch das gute Verhältnis zwischen Pfadern urrd Lehrern, das manchmal getrübt sei, zu fördern suchen. Auch Geheimrat Dr. F l o r i n g hält die Fassung des Entwurfs für vorteilhafter. Die Alnterflütjung berufsmäßiger Mitarbeiter fei nicht zu unterschätzen. Auch die Dekanats Konferenzen werden eine weitere gute Stühe erhalten. Rach weiterer Aussprach: werde' die ersten drei Absätze angenommen, der strittige Punkt wird an den Ausschuß zurückvecwie'en, cbe iso ter Rest des § 63. § 64 I, der die Wahl zum De- kanatstag betrifft, geht ebenfalls nochm:ls an den Dcrfas uigsausschuh zurück, ebenso Abschn. II; Abschnitt Hl findet Annahme. § 65 setzt die Wahldauer auf 6 Zahre fest, was genehmigt wird; über die Wahl der Vertreter selbst soll der Ausschuß nochmals beraten. Die in § 66 festgelegten Befugnisse des SkfacatdlageS werden nicht beanstandet. § 67 behandelt Einzelheiten über die Verhandlungen, Tesch.ü''e usw., die mit unwesentlichen Aenderungen Annahme finken. 3n § 68 wird die Kostenftage, Voranschlag, Kassen- verwaltung usw. bestimmt. 3n § 69 wird" beschlossen, daß der Dekanatstag mindestens alle 2 Zähre zusammenzutreten hat. Rach § 70 besteht der DttanatsauLschuh aus dem D fan, feinem Stellvertreter und vier gewählten nicht geistlichen Mitgliedern. § 71 bestimmt di: Wahl der Stellvertreter und die Wahldauer; diese Angelegenheit soll der Ausschuß nochmals beraten, da hierzu die Verhältniswahl vvrgeschlagen wird. § 72 trifft bte Bestimmungen über den Zusamme itritt des Dekanatsausschusses. Die Abgg. Wagner und Dr. Berger beantragen, alle diese ge'chäftlichen Bestimmungen über Wahlen, Einladungen usw. in einer besonderen Verordnung festzulegen, und die Verfassung damit nicht zu beschweren. § 73, Beschlüsse des Dekanatsau Lschusses, § 74, Befugnisse desselben, § 75, Beschwerden über dessen Entscheidungen, § 76. Stellung des Dekans. § 77. Wahldauer. Bestätigung und Enthe'u^g, und § 78 amtsbrüderlicher Veek^r mit den P a rern, werden ohne Debatte erledigt. 3n § 79 find die besonderen dem Dekan obliegenden Geschäfte fest- gelegt. Die Fassung des Entwurfs wird >:t einigen 2tenberungen gutgehrißen. Die Beratungen über die Kirchenversassung werden hier abgebrochen. Prälat Euler gibt von einer Eingabe der Be^irksgruppe des deutschen Diakonenverbandes Frankfurt Kenntnis, ivelche eine verfassungsmäßige Festlegung ihrer Stellung anstrebt. RÄ>ner erkennt die Wichtigkeit dieser Gemeindehelfec voll und ganz an, muß es aber den Stadtgemeinden überlassen, hier vorzugehen. Man könne nur Richtlinien festlegen. Abg. Dr. Mathes teilt' die in Darmstadt nach dieser Richtung gemachten guten Erfahren mit Abg. Wagner (D.) berichtet über einen Antrag der Hess. L u t h e r st i f tung um Erhöhung ihrer Unterftütjung bzw. der ihnen gewährten Stipendien. Rach warmer Cßefürtdbr- tung durch Abg. Dr. S ch i a n wird die Erhöhung genehmigt Die Eingabe der Vaterländischen Frauenvereine betr. Unter- stützung der Derufsarbeiterinnen wirk^für erledigt erllärt, nachdem mitgeteilt wurde, daß jetzt genehmigt wurde, die Kollekte jährlich abzuhalten, wofür Abg. Frau Fürstin Erbach-Schön- berg ihren Dank ausspricht Schluß gegen 12V. 2hr. Rächst e Sitzung Mittwoch 81/. äkhr. Aus Stadt und Land. Gießen, bsn 15. März 1922. •* Amtliche Personalnachrichten. Verseht wurde: Regierungsrat Kümmel beim ^Finanzamt Darmstadt-Land zum Landesfinanz- amt Darmstadt. — übertragen wu de mit Wirkung vom J. April 1922 ab: dem Regierungsrat Korf mann zu Alsfeld die Stelle des Stellver- Dreiers des Vorstehers des Finanzamts Darmstadt-Stadt: dem Regierungsrat Köhler zu Nidda die Stelle des Stellvertreters des Vorstehers des Finanzamts Offenbach-Stadl: dem iRegierungsrat A i c o l a i zu Fürth i. O. die Stelle des Vorsteher des Finanzamts Langen: dem Re- gierunasrat Dr. Jost zu Langen die Stelle des Vorstehers des Finanzamts Fürth: dem Negie- frungsrat Weisel zu Schotten die Stelle des Vorstehers des Finanzamts Mainz III; dem Regierungsrat Franz zu G testen die Stelle des Vorstehers des Finanzamts Schotten: dem Re- gierunasrat Ploch beim Finanzamt O.fenbach- Stadt die Stelle des Vorstehers des Finanzamts Ridda; dem ^egierungsrat Schmierer beim "Finanzamt Darmstadt-Stadt die Stelle des Vorstehers des Finanzamts Alsfeld. — Zu Steuervollziehern wurden mit Wickung vom 1. April 1922 ab ernannt: die Militäranwärter und Gerichtsvollzieheraspiranten Heinrich A f e r aus Ensheim und Valentin Raab aus Ober-Hilbersheim. ** Die am 1. April 1922 fälli» gen Zinsen der Hessischen Staatsschuld- uch-Forderunaen werden von den hessischen Kassen und den Reichsbankanstalten vom 18. März ab gezahlt, bzw. von der Hauptstaatskasse durch die Post oder auf Reichsbank-Girokonto überwiesen. ♦ * Was kostet heute das Bauen? Sn den Mitteilungen des Deutschen Städtetages werden die Antworten auf eine Rundfrage veröffentlicht. deren Gegenstand der Herstellungspreis eines Kubikmeters unbebauten Raumes war. Wir finden Baukosten von massiven. Fachwerk-. Lehm- und Holzbauten, und zwar besonders für freistehende und Reihenhäuser, für Grost-, Mittel- und Kleinhäuser. Die billigsten massiven Kleinhäuser baute München mit 150—180 Mk. für das Raummeter, dann folgen Augsburg und Hamborn mit 190 Mk.. Bremen mit 200, Mainz 207, Dresden mit 210—230, Hamburg mit 210—260, Kassel mit 220, Bochum und Karlsruhe mit 225, Berlin und Erfurt mit 230, Lübeck mit 235, Breslau mit 240—250, Dortmund, Duisburg und Essen mit 250, in Mannheim zahlte man 250 bis 260 Mk., in Mülheim an der' Ruhr 265 Mk. und den höchsten Preis von 280 Mk. in Saarbrücken. Massive Reihenhäuser stellten sich im allgemeinen um 5—20 Mk. billiger als Einzelhäuser. Die geringsten Kosten verursachten sie in Braunschweig mit 160—170 Mk. für das Raummeter. Einen merkwürdig hohen Preis zahlte Frankfurt a. M. mit 300 Mk. Es folgen Halle 180, Hannover 200, Leipzig 220—230, Gelsenkirchen und Stettin 225, Nürnberg 225—230 und Düsseldorf 250 Mk. Bei Lehmbauten ergaben sich zugunsten dieser Bauweise bedeutende ünterschiede, in Hamburg und Hannover z. B. von 65 Mark. Der Preis für Holzbauten ist nur vereinzelt angegeben. Sn Augsburg überschreitet er den Massivbau um 60 Mk., in anderen Städten blieb er darunter. * * Zum 60. Geburtstag einer hessischen Malerin führt eine Zuschrift folgendes aus: älnscre Mitbürgerin Frl. Emmy Dinge l d e i n, Nord-Anlage 31, tritt am 18. März d.' Z. ins einundfechzigste Lebensjahr ein. Sn vielen Häusern Giestens. Darmstadts und Weh- tars hängen duftige Blumenstücke und reizvolle f tilleben von ihrer Hand. Sn einer stattlichen ahl lernbegieriger Malschülerinnen hat sie den ssinn für Farbe und die Liebe zur Natur zu wecken und zu fördern gewußt. Nach sorgfältigen Studien bei Helene Lobedan und in dem großen Atelier von Karl Güssow in Berlin schlug Emmy Dingeldein im Hause der Mutter, der verstorbenen Dekanswitwe S. Dingeldein 1888 ihre eigene Künstlerwerkstatt auf, die bis kurz vor Ausbruch des Weltkrieges offen stand. Die eigenen Kompositionen sprachen durch zeichnerische Klarheit und geschmackvolle Farben zu ammenstellung stets wohltuend an. Smmer freier und flüssiger hatte sich im Lauf der Jahre Emma Dingeldeins Malergeist entwickelt. Das Dunkel des Hintergrunds im getonten Atelierbild wich der Begeisterung für Licht und jugendliche Helle und das liebevolle Eingehen auf jede Einzelheit des gewählten Gegenstandes zeigte, daß ihr das Geheimnis von Still- leben und Blumenstück aufgegangen war, nämlich die Bekenntnis. Es gibt nichts Totes, Starres. Sn dem Gewebe einer Decke, in den Glanzlichtern, die auf einem Tonkruge spielen, kündet sich Leben an, und aus einem feingeordneten Wald- und Wiesenstrauß, einem Fliederbusch, einer mit Rosen gefüllten Schale grüßt uns die ewig wechselnde. mit der Fülle von Farbenillusionen uns überschüttende Schönheit der Natur. Aus Gesundheitsrücksichten mußte Emmy Dingeldein schon vor dem Kriege ihre erfolgreiche Lehrtätigkeit aufgeben, aber Kunstaufträge nimmt sie noch hie und da an. * * Aus dem Stadttheaterbureau. Am morgigen Donnerstag und am Freitag je von 10—1 Ahr findet in der Vorhalle des Stadttheaters die Abstempelung der noch ausstehenden Freitagsabonnementskarten zur Entrichtung der 10 Proz. Vergnügungssteuer statt. *• Von der Deutschen Volkspartei wird uns geschrieben: Am Montag, dem 13. März sand eine Versammlung der Frauen der D. V. P. auf dem Schützen Haus statt. Frau Reh las hielt einen Vortrag über die „Technische Nothilfe und die Frau". Sm Anschluß an ihre interessanten Ausführungen wurde fol;ende E ckschlleßung angenommen: „Die Technische Rokhilfe ist in der heutigen Zeit ein unbedingtes Erfordernis. Sie hat sich In schwierigsten, wirtschaftlichen Nöten in selbstloser Weise im Snteresse der Allgemeinheit und besonders der Kranken und Schwachen auf das beste bewährt. Shre Bestrebungen sind daher auf das aufrichtigste zu unterstützen und zu fördern. Wir fordern unsere Mitglieder auf, sich, soweit sie in der Lage dazu sind, der Technischen Nothilfe anzuschließen." — Nach einigen geschäftlichen Mittei ungen der 1. Vorsitzenden erfreuten Frau Schudt, Frau Z i e p r e ch t und Frau Mattern die Anwesenden durch musikalische Vorträge. Da die D. V. P. am 1. April eine Dismarckfeler veranstaltet, findet die nächste Versammlung der Frauengruppe erst am 2. Montag Im Mai statt. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch Stadttheater, 6V2 Ahr: „Mascottchen". — Astoria- Lichtspiele: „Das Haus in der Dragonergasse" und „Verlogene Moral". — Z 0 rdans Meisterbilder-An- dachten. Sn der Zohanneskirche wird am nächsten Sonntag abend um Ahr — zum ersten Male in Gießen — eine musikalische Meister- bilder-An dacht stattfinden. Der Leiter und Schöpfer dieser eigenartigen, in gleicher Weise künstlerischen und erbaulichen Darbietungen ist Verlagsbuchhändler Richard Z 0 r d a n aus Stuttgart, der in den Kirchen von Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg i. B. und in mehr als 200 anderen Kirchen Süddeutschlands solche Meisterbilder-Andachten gehalten hat. Cs handelt sich bei Jordans Bilderandachten um eine harmonische Vereinigung der Schwesterkünste Malerei und Musik, indem 50 originalgetreu gemalte religiöse Lichtbilder alter und neuer Meister in kunstvoller, auf eigener Erfindung beruhenberVer» bindung mit kirchlicher Musik in technisch vollendeter Weise vorgeführt werden, wobei Fräulein Sda Stammler (Gesang) und Herr Organist Habicht in freundlicher Weise mitwirken. Herr Jordan ist Auslandsdeutscher und hat vor dem Kriege als Buchhändler, Bibliothekar und Wanderredner in Riga gelebt. Zehn Jahre lang hat er ganz Rußland bereist und im Baltikum, in Finnland, Petersburg unb Moskau, in der Akraine und im Kaukasus hunderte solcher Meisterbilder-Andachten gehalten, worüber er zur Einleitung berichten wird. — Am Samstag nachmittag um V27 Ahr wird eine besondere Bilder- Andacht für die Jugend zu halben Preisen vorausgehen. Der Reinertrag der beiden Feiern ist zur Hälfte für die Kleinkmder-Dewahranstalt bestimmt. — Waldbühne-Abend. Zum Besten von Kriegerwaisen hat sich die Gießener Waldbühne, unterstützt von einstigen und jetzigen Schülerinnen unb Schülern ber Oberrealschule, in ben Dienst ber Ortsgruppe Gießen ber Kriegshinterbliebenen gestellt unb wird Donnerstag abend im Theatersaale des Katholischen Vereinshauses einen klassischen Lustspiel- und Liederabend bieten. Aufgeführt werden „Die Wette" von Goethe, ein Lustspielchen, über das in der Samstag-Nummer eine Besprechung gebracht wurde; außerdem ber Körnersche „Vetter aus Bremen", dem fröhlichster Beifall noch nie versagt blieb. Zwischen beiben Lustspielen bringt bie musikalische Abteilung ber Waldbühne unter ber Leitung von Stublenrat W. Krauß Lieber mannigfachster Art zum Vortrag. Die Leitung ber Lustspiele liegt in den Händen von Aniversitätsbibliothekar Dr. List, die Rollen sind verteilt an die Damen Trude Heß und Friedel Lerch sowie die Herren Hans Arbeit, Georg Franke, Josef H e i ß I e r, Rolf Leopold und Adolf Noll. — Heber den sozialen Zweck der Veranstaltung wird uns noch mitgeteilt: linieren Kriegswaisen tut in dieser Seit steigender Teuerung eine besondere Hilfe dringend not. Sn den meisten Familien, wo der Ernährer im Krieg gefallen ist, herrscht gegenwärtig oft bittere Entbehrung, da ja die staatliche Fürsorge mit den entsetzlichen Preissteigerungen auf al en Gebieten nicht Schritt halten kann. Vieles bleibt ber freiwillioen, ausgleichenden Hilfe Vorbehalten. Der Veranstaltung der Gießener WaVüh e sei darum auch im Snteresse unserer Kriegswaisen ein recht starker Besuch unb guter Erfolg gewünscht. Wettervoraussage für Donnerstag: Wolkig, meist trocken, Temperatur unberän- bert, Winde aus östlichen Richtungen. Das Hochdruckgebiet über Schottland verflacht sich immer mehr, so daß wir mit allmählichem Einfluß der Depressionen im Osten und Südwesten rechnen müssen. Bei zunehmender Bewölkung wird mit Fortbestand des kühlen Wetters zu rechnen sein. Der echte Briefwechsel Bettinas mit Goethe. Neunzig Jahre sind in wenigen Tagen seit dem Todestage Goethes vergangen, und so wenig yvir auch des äußeren Anlasses bedürfen, um uns des größten Deutschen zu erinnern, so ist uns doch seine Persön'ichkrit an solchem Gedächtnistage besonders naße. Grade jetzt wird ein außerordentlich wichtiges Dokument des Goetheschen Wesens, ein Briefwechsel, um den bisher ein rätselvolles Geheimnis gebreitet war, zum ersten Male der Oeffentlichkeil übergeben, der seit einem Viertel- jahrhundert erwartete vollständige Brief- wechsel zwischen Bettina u n 0 Goethe erscheint, aus dem Nachlaß des bekannten Romantik-Forschers Reinhold Steig herausgegeben, im Snfel-Derlag. Da bisher der bekannte Briefroman Bettinas „Goethes Briefwechsel mit einem Kinde" unsere Anschauungen beherrschte und die echten Briefe bisher nur in Bruchstücken zutage getreten waren, wird uns durch diese vollständige Veröffentlichung das eigenartige Verhältnis ber genialen Frau zu dem von ihr angebeteten lOlymPier erst fiargelegt. Diese Bedeutung des echten Briefwechsels erörtert Dr. F itz Be gewann im „Snselschiss" auf Grund der Arbeiten die er selbst bei der Herausgabe des nachgelassenen Manuskriptes geleistet .hat. Mit 22 Zähren besuchte Bettina die Tochter der einst von Goethe geliebten Maxe Brentano, den Dichter im April 1807 zum ersten Male. Gleich nach dieser Bekanntschaft seht der Briefwechsel ein, zuerst einseitig von Bettina geführt. Aber schon ein halb Hahr später, im November 1807, hat Bettina Gelegenheit, Goethe in einem zehntägigen abwechslungsreichen Beisammensein in Weimar w^ederzusehen. Shre späteren Briese sind voll von Rückerinnerungen an diese Zeit. So gedenkt sie in einem Brief vorn März 1808 der Tage, „da ich noch an Deinem Arm durch die Straßen ging", und späterhin eines Park- spaz'.ergangs: „So weiß ich jebei Drum des arks noch, an dem wir vorüber gegangen, auch die kleine runde Quelle, an der wir standen, die so ewig über sich sprudelt, und die Laube mit der steinernen Vank, wo eine Kugel an der Wand, da haben wir eine Minute gesessen und habe ich gewünscht, nur einen Frühling mik Dir zu sein, hast Du mich aus- gelacht." Nicht minder reizvoll ist in einem andern Brief Bettinas die Erinnerung an die Schauspielerin Clsermann: „Die einmal — es war der 10. November — mit uns an Deinem Tisch gesessen und bereu Gegenwart mich beim Abschieb verhinderte, Dich nach Willkür zu küssen. Aber nein! Du warst selbst schuld und standest da, wie zwischen Wasser und Feuer, unb mochtest feine Probe aushalten." Daß ober Goethe sich nicht immer abweisend gegen Bettina verhielt, beweist eine Drief- stelle vom Jahre 1809, da sie der Zeit gedenkt, I „da Du mich auf meinen Mund geküßt, mich in Landkreis Gießen. s. Trohe, 12. März. Einer Einladung folgend, hielt ber Student ber Staatswissenschaft, Römer von Großen-Linden, einen Vortrag über । „Lasalle unb bie Arbeiterfrage". Die sachlichen Ausführungen boten ein tresfenbes Dilb ber Arbeiterbewegung von 1864 bis zur Gegenwart. Sn re Aussprah?, an ber .ich auch Gä evon Gießen, Rödgen und Alten-Buseck beirtiigten, wurde der Wunsch geäußert, noch mehr solcher Vortragsabende zu veranstalten. Als Redner für das nächste Thema „Sozialismus und Christentum" wurde stud. rer. pol. Göbel von Großen-Duseck gewonnen. * Reinharbshain, 19. März. Am Sonntag hielt in ber Wirtschaft von Karl Roth auf Veranlassung hiesiger Interessenten Rechtsanwalt L i n b von Grünberg einen Vortrag über „Das Feldbereinigungsversahren". 0 Grünberg, 13. März. Auf Veranlassung des hiesigen Volksbilbungsvereins hielt am Sonntag abend in ber Turnhalle vor zahlreicher Zuhörerschaft Herr Lehrer Jung- Olahandja (Süb- toeftafrifa), gebürtig von Merlau bei Mücke, wo er sich zu einem halbjährigen Urlaub nach neunjähriger Tätigkeit in Sübweßafrika auf hält, einen Lichtbilber vortrag über „Das Sch Iwesen in Südwestafrika". Einleitend schilderte er die Entwicklung des deutschen Schulwesens daselbst und verbreitete sich dann über den erfolgreichen Kampf, welches bie noch jetzt bort lebenden Deutschen nach dem llebergang der Kolonie in bie südafrikanische Union mit den Engländern führen mußten, um die deutschen Schulen zu erhalten und damit ihr Deutschtum zu bewahren. An selbst aufgenommenen Lichtbildern von der Seereise, von Land und Leuten der Kolonie, vom Schulwesen, vom „Pad"°Leben, von Jagd- und Kriegserlebnissen gab er packende SHuftrationen seines Vortrags. — Die beiden hiesigen Gesangvereine wirkten zum Gelingen des Abends mit. Der Reinertrag der Veranstaltung soll zur Anschaffung eines Lichtbilderapparates dienen, der dazu bestimmt ist, den deutschen Kindern in Südwestafrika die Schönheiten der deutschen Heimat im Bilde vorzuführen. Am Tage vorher hatte Herr Jung den gleichen Vortrag vor den hiesigen Schulen und denen ber Nachbarorte gehalten. Sn ben nächsten Tagen tritt er bie Ausreise zum zweiten Male an und gedenkt weitere fünf Jahre drüben zu bleiben. Kreis Alsfeld. △ Ehringshausen, 13. März. Mit dem Landsiedlungswesen beschäftigte sich gestern eine Vertrauensmännerversammlung aus Den Orten des Kreises Alsfeld bei Gastwirt Diegel. Bürgermeister Loch- Otterbach erstattete als Vertrauensmann der Landsiedler Oberhessens Bericht über die Verhandlungen in Darmstadt. Mit der Siedlung beginnen eine An^hl Orte Oberhessens schon im nächsten Monat, damit die Siedler sofort mit der Frühjahrsbestellung anfangen können. Sn der Aussprache wurde eine Beschleunigung des Verfahrens dringend gefordert. Auch wurde gewünscht, die Paragraphen 153 und 154 des Siedlungsgesehes umzuändern. Kreis Büdingen. hr. Nie der-Mockstadt, 14. März. Sn der Nacht von Sonntag auf Montag war es hier zu einer Schlägerei zwischen Burschen von hier unb Staden gekommen. Ein erst kürzlich aus der Fremde zurückgekehrter Stavener Bursche war mit Kameraden über die Polizeistunde in einer hiesigen Wirtschaft geblieben. Als sie dann auf der Straße von dem Polizeidiener zur Ruhe vermahnt wurden, ging der erwähnte Stadener handgreiflich vor und schlug den Polizeidiener blutig. Da diesem hiesige Burschen zu Hilfe kamen, entstand eine Schlägerei, an der sich die übrigen Stadener Burschen jedoch nicht beteiligten. Bei dem vermutlichen Hauptübeltäter nahm man auf Grund einer Aeußerung Fluchtverdacht an, weshalb er noch in gleicher Nacht um 4 Uhr durch die Niddaer Gendarmerie in der Wohnung seiner Eltern in Staden verhaftet, jedoch am Mittag wieder freigelassen wurde. Eine Klarstellung der Vorgänge in jener Nacht wird die gerichtliche Verhandwng ergeben. n Aus dem südlichen Vogelsberg, 14. Marz. Sn ben letzten Tagen sind dieSchnep° f e n bei uns eingezogen. Allgemein wirb jedoch in ben letzten Jahren geklagt, baß ber Strich immer schlechter wirb. Früher, vor 2—3 Jahrzehnten noch, strichen sie wie bie Schwalben. Jetzt ist man sehr froh, wenn man überhaupt einen solchen Langschnäbler hört. Schuld hieran ist jebenfalls bas fortgesetzte Duschieren, bas neuerbingS sehr übertrieben wirb Kreis Schotten. □ Laubach, 14. März. Seit Anfang btefer Woche streichen bie Schn e pfen in unseren Waldungen. Die erste Schnepfe schoß vom gräflichen Forstpersonal der Forstgehilfe Decker am vergangenen Montag in der Silbach bei Gonterskirchen : er gewinnt damit ben hierfür ausgesetzten Preis (5 Mark). Früher beftanb ber Preis in einem silbernen Schnepfenheller von ber Größe eines 6-Kreuzerstücks (= 20 Pf.). Es wurden auch solche Schnepfenheller aus Kupfer geprägt. Sie trugen bie Buchstaben „S" unb „L" (Solms-Laubach): geprägt würben sie von den Reichsgrasen Christian August zu Eolms-Laubach (t 1<84) unb Friedrich Ludwig Christian zu Solms-Laubnch (t 1822). Die späteren Grafen zu Solms-Laubach haken keine Schnepfenheller mehr geprägt. Die Rückseite des Hellers zeigt eine Schnepje au) einem Rasenstück. Dagegen Haven bi: Fürsten zu VAuburg bis in bie neueste Zeit hinein Schnepfenheller geprägt. Von ihren Vorfahren prägten vornehmlich solche Schnepfenheller Ernst Kasimir III. von Vsenburg-Büblngen (1781—1852) (Aufschrift: ECO Y) unb Adolf II. von Vsenourg-Wachters- bach (1795—1859) (Aufschrift: A J). Diefe Schnepfenheller wurden nach der Jagd unter bie Treiber geworfen, bie sich dann grimmig um die Kupferst ücke balgten. □ Freienfeen, 14. März. Wie gemeldet, wurde beschlossen, das E h r e n d e n k m a l für unsere gefallenen Heldensöhne auf der Ost fette der bei unserem Marktflecken gelegenen Anhöhe .,Heilluch" zu emichten. („Heilluch" bedeutet: Heiliger Wald, wohl früheres Kirchengut ober geweihte Stätte.) Diese Anhöhe soll in diesem Frühjahr mit Ginbenbäumen angepflanjt'TDeeben. — Sn letzterer Zeit ziehen wieder mancherlei fahrende Leute durch unsere Gegend. So hatten wir verschiedentlich bie Ehre, Bärenführer aus ber Türkei als unsere Gäste zu begrüßen. Sn dieser Woche besuchte uns eine Zigeunertruppe. Die braunen Gestalten, mit Kinbern reich gesegnet, lagerten mit ihren Wagen vor dem Flecken: sie bettelten in der zudringlichsten Meise. Ausfällig war, daß die Truppe nur aus jungen, kräftigen Leuten bestand. e. Ulrichstein, 14. März. Der seitherige Klubwirt Roth verläßt mit dem 1. April den Hoherobskopf, um seinen eigenen Betrieb in Herbstein zu übernehmen. Mit ihm scheidet auch sein Schwiegervater, der allbekannte Clubwirt Stein, für immer aus dem Clubwirtshaus, eine Ehrenurkunde wird ihm von dem V. H. C. für seine langjährige, verdienstvolle Tätigkeit zuteil werden. — Der Vorstand des D. H. C. hat beschlossen, dem Gastwirt Wilhelm Bender vom Haus Hubertus bei Schotten den Wirtschaftsbetrieb auf dem Hoherobskopf zu übertragen. Hoffentlich wird das Clubhaus jetzt wieder die altgemütliche Herberge für Wanderer und Vogelsbergsfreunde. e. Alfa, 14. März. Von der hiesigen Molkereigenossenschaft, e. G. m. u. H., die zur Zeit 413 Mitglieder zählt, wurde im Geschäftsjahr 1921 bei guter Bezahlung der Milch an die Genossen ein Reingewinn von Mk. 2463.25 erzielt. Die Aktiven betragen Mk. 206 002.28, der Reservefonds Mark 15 672, die Betriebsrücklage Mk. 11231.02, Steuerrücklage Mk. 20 000, die Sonderrücklage Mk. 32 538.46. Insgesamt wurden im Jahre 1921 630 098 LiterMilch zur Verarbeitung angeliefert. A Aus dem Vogelsberg. 14. März, ßetreibeauftäufer für bie nächste Ge- treibeernte treiben in unterer Gegend ihr Wesen Sie wollen jetzt schon bie Erträge ber diesjähri- gen Ernte kaufen und bieten ben Bauern Anzahlungen an. Wie man vermutet, sinb bie Aufkäufer auslänbische Agenten und deren deutsche Zwischenmärmer. Die Gendarmerie fahndet nach diesen gewissenlosen Elementen. Kreis Friedberg. 4 Bad-Nauheim, 12. März. Der hiesige Stenographenverein „Gabelsberger" feierte gestern und heute sein 25jähriges Bestehen in schlichter, aber würdiger Weise. Am Samstag abend fand im Hotel „Burk" eine Feier statt, wozu außer den Mitgliedern auch auswärtige Gäste und Vertreter der Behörden erschienen waren. Sn seiner Begrüßungsansprache gab der Vorsitzende, Finanzsekretär Schnell, einen Auszug aus der von Lehrer O ß w a l d bearbeiteten, ausführlichen Vereinsgeschichte. Als Vertreter des Hessisch-Nassauischen (Main- Rheingau-) Verbandes Gabelsbergerscher Stenographen war der Verbandsvorsitzende Lehrer Schopp (Mainz) anwesend, Vereinen Fest-Vortrag über „Wesen und Wert der Stenographie" hielt. Seitens der Stadt Bad- Nauheim beglückwünschte Beigeordneter Kling, seitens der anwesenden Behörden Oberamtsrichter Dr. Fuhr den Iubelverein. Die Feier wurde von instrumentalen und gesanglichen Darbietungen stimmungsvoll umrahmt. Heute früh fand auf dem Friedhof« eine Gedächtnisfeier für die verstorbenen Mitglieder statt. Am Grabe des einstigen Gründers, Schriftsteller Wilh. Wagner, wurde ein Kranz niedergelegt. Am heutigen IubiläumS-Wettschreiben beteiligten sich 40 jüngere Mitglieder. Die mit einem Familienabend verbundene PreiSvertei- l u n g beschloß die harmonisch verlaufene Jubelfeier. — Der Stenographenverein, der Deinen Arm genommen.“ Alle diese Driefstellen waren bisher unbekannt. Bettina duzt ben Dichter in bem nun reger werdenden Briefwechsel: aber Goethe bedient sich in dem ersten uns von ihm erhaltenen Briefe an sie vom 9. Januar 1808 noch des förmlichen „Sie". Aebcrhaupt hat er stets bie Haltung bes väterlichen Freundes bem seltsamen „Kinbe" gegenüber fest gehalten, währenb sie ihn leidenschaftlich geliebt hat. Die echten Briefe stehen in ihren Liebesbezeugungen hinter bem Briefroman nicht zurück: eher im Gegenteil. „O Du" schreibt sie einmal, „wärst Du gleich da, müßt ich Dich beißen vor kindischer Fröhlichkeit." Shren Jugendfreund und späteren Gatten Arnim erwähnt sie im Gegensatz zu bem Briefroman, in dem er nicht vorkommt, häufig in ihren echten Briefen, aber er tritt hier stark hinter Goethe zurück, und sie hat immer aus tiefster Seele nur den Dichter geliebt, an den sie noch 14 Jähre nach ihrer Vermählung schreibt: „Äüffen, Beten, Versinken, alles hast Du mich gelehrt, und nur in Dir hab ichs begriffen.“ Goethe hätte schwerlich den Briefwechsel mit Bettina fünf Jahre aufrechterhalten, wenn sie ihm nur immer von ihrer Liebe vvrgeschwärmt hätte. Sie gab ihm aber auch mancherlei Anregungen und willkommene Mitteilungen, so über das Ergehen seiner Mutter, über allerlei Sehenswürdigkeiten am Nhein, über Musik. Auch aus den echten Briefen geht hervor, tote nachdrücklich sie Goethe auf das Genie Beethovens hinwies und seine persönliche Bekanntschaft mit dem Komponisten vorbereitete. Das Widersetzen in Teplitz im August 1810 stellt wohl den Höhepunkt ihres persönlichen Verhältnisses dar: ber briefliche liegt noch etwas später,' als Bettina bem Dichter jene ausführlichen Berichte für „Dichtung unb Wahrheit" gab. Auch von diesen Schreiben war ein Brief mit bem Bericht über bie Traumdeutungsgabe in ber Familie Textor unb über bie heimliche Leidenschaft der Mutter Goethes für den unglücklichen Kaiser Karl VII. sowie über ihr späteres Verhältnis zu Goethes Vater noch nicht bekannt. Dann kommt es bei bem Besuch des Amimschen Ehepaares im Zähre 1811 au jenem häßlichen Streit zwischen Christiane und Bettina, den Goethe dem „Kinde" nie verziehen hat. Vergeblich sucht Bettina nach bem Tode Christianens die briefliche Wiederannäherung, sendet ihm Haare ber Frau Rat. ein letztes Anbenken ihrer mütterlichen Freundin, teilt ihm ihren Entwurf zu dem Frankfurter Goethe-Denkmal mit. Bei ihrem Aufenthalt in Weimar 1826 ist sie dann dem Dichter auch wieder näher getreten, ohne freilich seine bitterböse Meinung zu ändern mit ber er in einem Brief an Karl August nicht zurückhielt. Einige leichtfertige Aeußerungen Dettinens über Goethes Schwiegertochter kränkten ihn noch in den allerletzten Zähren: sie aber ist ihrer schwärmerischen Verehrung für Goethe stets treu geblieben heute 250 Mitglieder zählt, gehört zu den tätigsten Vereinen des Bezirks Gießen ®a- belsbergerfcher Stenographen. Starkenburg und Rheinhessen. rm. D a r m st a d t, 15. März. Die Geschäfts- tritung der „Darmstädter Woche 1922“ hat ihr Amt niedergelegt. Sämtliche Ausschüsse werden ausgelost, da im Ministerium deS Innern im 23. Februar auf Antrag deS Oberbürgermeisters beschlossen wurde, die Veranstaltung aus ein Jahr zu verschieben, weil es nicht mehr möglich sei, die erforderliche Garantiesumme von 500 000 Mk. bis 1. Juni sicherzustellen und die Vorbereitungen zu Ende zu führen Eine Verschiebung wird einem völligen Aufgeben gleich- ?geachtet. In den Darmstadter interemerten dreien hat dieser Beschluß große Mißstimmung her- vorgerusen, nachdem die Regierung für München 250 000 OHL genehmigt hatte. e. Offenbach a.M.. 14. März. Nachdem die Fleischpreise erst vor ganz kurzer Frist hinaufgesetzt worden waren, hat die hiesige Fleischer-Innung infolge der erheblichen Preissteigerungen auf dem Diehmarkte eine erneute Erhöhung eintreten lassen. ES kosten künftig: Ochsen- und Rindfleisch je nach Qualität 18—26 Mk., Kalb- und Hammelfleisch 25 Mk., Schweinefleisch und extra Wurst 32 Mk.. HauSmacher Leterwurst 34 Mk., Blutwurst 28 Mk., und gewöhnliche Lebrr- wurst 20 Mk. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 14. März. Unser Vor- schuh- und Kreditverein, der zuerst als Darlehnskasse für kleine Gewerbetreibende bezeichnet wird, blickt nunmehr unter dem Namen Wetzlarer DolkSbank auf ein SOjährigeS Bestehen zurück. Erst vom Jahre 1872 ab wird näher über die Geschäftsvorgänge berichtet, frühere Aufzeichnungen sind nicht gemacht worden. 3m Jahre 1890 wurde der Verein zu einer Gesellschaft mit unbeschränkter Haftpflicht umgewandelt. Leider brachte das Jahr 1904 nach Abdankung des alten Vorstandes den Zusammenbruch des Vereins, vurcy Beschluß der Generalversammlung vom Jahre 1905 wurde der Verein in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umaewandelt und die Satzungen dementsprechend abgeandert. wie sie heute noch maßgebend sind. 3m letzten Berichtsjahr wurden 80 Mitglieder neu ausgenommen, so daß ihre Gesamtzahl jeyt 341 beträgt. dr. Hochelheim. 13. März. Gestern abend veranstaltete unser Gesangverein einen Volks- unterhaltungsabend bei GaslwirtPhilipp Jung. Der Saal und der Dorraum waren nicht imstande, alle Zuhörer von hier und den Nachbarorten zu fassen. AIS Hauptredner war der bekannte Dolksschriststeller Hch. Naumann aus Nanzhausen gewonnen. Er legte dar. welche Bedeutung die Heimat für jeden einzelnen hat, waS sie ihm sein soll, während ein anderer Redner, Kandidat der Theologie Paul Schneider, hervorhob, was uns mit unserer engeren Heimat verbindet. Die Deklamationen und Aufführungen, zum großen Teil von Wilhelm Reuter in Dornholzhausen verfaßt, gefielen den Zuhörern recht gut. Reichen Beifall fanden auch die vorgetragenen Lieder und die Vorträge deS noch jungen MandolinenklubS. Hoffentlich lommt der Gesangverein dem vielfach geäußerten Wunsch nach, noch öfters solche älnterhaltungsabende zu veranstalten. Hessen-Nassau. mc. Frankfurt a. M.. 14. März. Em Dlitzfunkdten st verkehr zwischen Frankfurt a. M.—Berlin—Hamburg—Leipzig ist von der Reichstelegraphenverwaltung beabsichtigt und die für den Funkdienst nötigen Dorbereitungen, Errichtung von Lichtfunkstellen, Antennen, Apparaten usw. werden gegenwärtig hier in Frankfurt getroffen. Diese neue Einrichtung wird besonders von der Dankwelt und der Kaufmannschaft freudig begrüßt werden. Allerdings ist der Dlitzfunkdimst nicht billig, kostet doch jedes Wort 50 Mk.. also die Depesche mindestens 500 Mk. fpd. Frankfurt a. M., 14. März. Der als mutmaßlicher Einbrecher in Schloß Fried- richshof verhaftete Schlosser Friedrich Krieger aus Eronberg wurde wieder aus der Haft entlassen, da er als Täter nicht in Frage kommt. Die Antersuchung nach den Einbrechern bewegt sich jetzt in ganz anderer Richtung. — Die von Berliner Blättern und vom W.T. D. übernommene Meldung, daß für „mehrere Millionen“ Wertsachen gestohlen worden seien, entspricht nicht den Tatsachen. 3n Wirklichkeit beziffert sich der Schaden auf etwa 100 000 Mark. Gerichtssaal. Berlin. 14. März. (MTB.) Der Prozeß wogen derMillionenfchiebungen bei der Reichstreuhandgesellschaft (nicht bei den Reichswerken) in Spandau hat mit der Verurteilung von 13 Angeklagten geendet. Wie bereits berichtet, handelte es sich um die Derschiebung von optischen HeereSgerüt im Werte von zirka einer Million Mark, welches als Ilmzugsgut aus dem Lager der Reichstreu» handgesellfchaft in einem ehemaligen Feuerwerkslaboratorium herausaeschmugaelt worden war und verschoben werden sollte. Nach längerer Der- handluna erkannte die Strafkammer deS Landgerichts 11 gegen die Hauptangeklagten Kinkel und Perle Witz auf je ein Jahr Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust, gegen acht Angeklagte auf je zwei Monate Gefängnis. Sin Angeklagter wurde freigesprvchen. Vermischtes. Fleischvergiftungen. Wie der „Lokalanzeiger“ aus Osnabrück meldet, sind dort 140 Personen an Fleischvergiftung erkrankt. Ein Ibjähriger Lehrling und ein dreijähriges Mädchen sind bereits gestorben. Sturm in Spanien. Madrid, 14. März. Am Sonntag und Montag herrschte in Nord span ien ein schwerer Sturm, der von reichlichen Schneefällen begleitet war. 3m Süden wurden durch wvlkenbruchartige Regenfälle Heberfcbtoemmungen hervorgerufen. ES herrscht wieder starke Kälte. Wiederauflbau heißt: Deutsche Wertarbeit fordern. Fahren Sie nur eine Bereifung, die ihren Wert durch die Praxis bewies, also l^tinental Cord Reifen g «ww.uujLim—~----1LIIIHH «I fh er bette Rat ru sparen ist es I für jeden z Pfeiffer d Oitters fiatfce-effenz Bestien-imd filalzhafftt fymnige- nemmen mrd. ■—< Dann riehen die^- örundftoffc erstrichtig «ns und man braucht viel weniger Dehnen oder Hl atz! Orig> u»Mofcn und Silberpakete Lu oab-n in den Geschäften.' uhLLLkJ das selbsttätige Waschmittel von unerreichter Wasch- und Bleichkraft Macht die Wäsche frisch und duftig, wie auf dem Rasen gebleicht Wäscht mühelos, schnell und bilti; Alleinige Fabrikanten: HENKEL & CIE., DÜSSELDORF k euch der JHcnko", Hcnkcl's Wasch* und Bleich-Soda. Behördliche Anzeigen Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. A wurde heute bei der Firma Ludwig Weiß jun., Großen- Linden, folgendes eingetragen- Der Kaufmann Karl Seibert in Droßen-Lindan ist in das Geschäft alS persönlich haftender Defellschafter eingetreten. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Februar 1922 begonnen. Die Firma ist geändert in Weiß & Seibert. Gießen, den 8.März 1922. 26136 ______________Hessisches Amtsgericht._____________ Bekanntmachung. 3n das Handelsregister Abt. 6 wurde heute bezüglich der Mitteldeutschen Treditbank Frankfurt a M.. Flliale Gießen, eingetragen: Die Prokura des Fritz Tqmme, Karl Wald. Bernhard Lüder und Heinrich Lockemann find erloschen. Gießen, den 13. März 1922. 26126 Hessisches Amtsgericht. Vergebung. Für das Rechnungsjahr 1922 soll die Lieferung deS Bedarfs an: 1. Fleisch- und Wurstwaren 2. Backwaren 3. Gis für die medizinische Frauen- und Hautklinik, für die chirurgische und Ohrenklitrik, für die Augen- und Kinderklinik und für die Klinik für psychische und nervöse Krankheiten öffentlich vergeben werden. Angebote stnd an die Derwaltungen jeder Künik bis zum SröffnungStermin, 20. März 1922, vormittags 11 älhr, zu richten. 25856 Der Doranschlag der Gemeinde Stangenrod für daS Rj. 1922 liegt vom 17. März ab eine Woche auf dem Bureau der unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht und Erhebung von Einwendungen offen. Es wird eine Umlage erhoben, wozu auch die Aus^ mörter beizutragen haben. 2604V Stangenrod, den 14. März 1922. Heff. Bürgermeisterei Stangenrod __________________Knauß._______________ Holzsubmission. 3m Wege des schriftlichen Angebots werden aus dem Gemeindewald Vetzberg folgende Holz- mengen vergeben: Distrikt I. Los 1 2 Fichtenstämme 2. Klaffe — 2,19 Festmeter Los 2 45 Fichten- und Kiefernstämme 3. Klaffe — 30,11 Festmeter Los 3 239 Fichten- und Kiefernstämme 4. Klaffe — 73,91 Festmeter. Angebote, getrennt nach Losen, erbitte bis 18. März 1922, nachmitt. 2 Ahr, mit der Aufschrift „Fichtenholzoerkauf aus dem Gemeindewald Betz- berg" an meine Adresse. Eröffnung der Offerten zur selben Zeit in Gegenwart etwa erschienener Bieter. Bieter muß sich den hier geltenden Holz- Verkaufsbedingungen unterwerfen und dies schriftlich anerkennen. Gr ist 8 Tage lang vom Tage der Eröffnung ab an fein Angebot gebunden. Zahlungs- termin 20. April er. an die Gemeindekaffe in Krofdorf. Auskunft erteilt Herr Forster Wagner Rodheim, Kreis Biedenkopf. 2329 D Krofdorf (Kreis Wetzlar), den 6. Marz 1922. Der Bürgermeister. In Qualität unerreicht 2445ss Billige Kleider undBlusen erhalten Sie durch SelbetfUrben wie neu mit MALZMANN Wiki-Haushaltfarben Waschechtes Schwarz auf wollene Strümpfe. Schönste Gardinen färben. Herrliche Eierfarben. 40jährige eigene Fachkenntnisse der Hersteller. Beste Güte Verlangen Sie nur „Wiki" und Sie werden zufrieden sein. Vßrkaul preiswerter Damenwäsche Nachthemden Taghemden Prinzeßröcke Unterröcke Untertaillen Hemdhosen Mengenabgabe bleibt Vorbehalten. Kaufhaus Katz । e. G. m. b. H. Die verehrlichen Mitglieder unserer Genoffenschaft werden zu der am 25. März d. I., abends Sälhr, bei HerrnGastwirt Eonrad MooS dahier stattsindenden MöentliMemloetfaminlgiig ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht des Dorstandes. 2. Bericht des Aufsichtsrats über die Revision. 3. Vorlage und Genehmigung der Fahresrechnung und Bilanz per 31. Dezember 1921 und Entlastungsertellung des Dorstandes. 4. Beschlußfassung über die Gewinn- Derteilung. 5. Regulierung der Kreditgrenze. 6. Gehaltserhöhung des Dorstandes. 7. Verschiedenes. Die Rechnung liegt von heute ab 8 Tage zur Einsicht der Genoffen im Geschäftslokale offen. Lollar, den 15. März 1922. 2591D Der Vorsitzende des Aufsichtsrats. Hofmann. Platin-, Gold- und Silbergegenstände Brillanten, Iahngebisie, Uhren kaust stets zu den höchsten Tagespreisen □□□□□□□□□□□□□□□ Versteigerung. Donnerstag, den 16. März, von 2 Uhr ab, versteigere ich Brandgaffe 3: 2 vollständige Betten, 2 Bettstellen mit Matratzen, 2 dreiteil. 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Die Beerdigung findet im Heimatdorf Udenheim Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme innigen Dank. 3m Namen der trauernd Hinterbliebenen: Carl Birnbaum. Heute morgen 3V2 Uhr verschied nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter und Tante Frau Elisabetha Nuhn geb. Fischer im Alter von 59 Jahren. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. I.d.N.: B. Nuhn, Zimmermeister. Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 3 Uhr statt. 01997 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute meinen lieben Mann, den treusorgenden Vater seines Kindes, unseren guten Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Philipp Weigel I. im 38. Lebensjahr zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Weigel geb. Germer. Klein-Linden, den 13. März 1922. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 16. März 1922, M. 'M- M U W E W O Ä R i. . _■■■■ DMMEWWMWWD: i 11 11L 11111 > MM au verkaufen 02112 01988 zu erfragen Frankfurt a/M. 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Döllnitz (Des.): 3. Kreon (Des.). Tot: 18, Pl. 11 14, 15. 7 Teiln. — Eine Internationale Seicfolalf)- letik-Deranstaltung grohen Stils ist für den 18. Juni in Hamburg geplant. Reben der besten deutschen Klasse sollen die besten Leichtathleten aus Oesterreich, Ungarn, der Schwei-, Schweden und Finnland cingeladen werden. -- Rütt-Krupkat an sechster Stelle. Am Sonntagfruh nach europäischer Zeit ist das 32. Reuyorter Sechstagei-eirnen zu Ende gegangen und hat mit dem Siege der amerikanischen Mannschaft Grei-.da-Mac Ramara geendet. Die Hoff- irungen dast ähnlich wie beim letzten Rennen in der letzten Stunde ein wesentlicher Umschwung erfolgen würde, hat sich als trügerisch erwiesen. dem verbotenen Handwerk nachgeht, erwidert Reichswehrminister Gehler: Die Spihelberichte des Herrn Künstler über Geheimorganisalionen, mit denen die Reichswehr in Verbindung stehen soll kenne auch ich. So saudumm bin ich denn doch nicht, dast ich Dinge, die ich geheim halten will, in Hunderten von Abzügen verbreite. Dec eine Fall betrifft eine Wach- und Schliehgesell- fchaft, bei der ich meine Soldaten unterzubringen versuchte. (Heiterkeit.) So leben die meisten De- rihte über die Deheimorganisattonen auS. Zu den Misthandlungcn kann ich 61er nicht Stellung nehmen. Dazu find die Gerichte da, deren Urteile abzuwarten sind. Für KorruptionS- und Sviyel- zwecke wird kein Pfennig auSgegeben. Bringen Sie der Reichswehr Vertrauen entgegen; ohne Vertrauen kann nichts gedeihen. Rachdem sodann der Abg. T h o m aS (K.) in breiten Darlegungen die Ausführungen Künstlers noch unterstrichen und die Angriffe auf den Minister noch erweitert hatte, wird das Gebalt deS Ministers bewilligt. Die Resolution über öle Verleihung deS Eisernen KreuzeS wird angenommen. Mittwoch nachmittag 2 Uhr Weiterberatung. Landwirtschaft. e. AuS dem Vogelsberg. 14. März. Rach Mitteilungen anlästlich der Hauptversammlung der Herdbuchgesellfchaft zur Züchtung des Vogelsberger Rinoes ist dieses rote Höhenvieh wegen feiner Bodenständigkeit für das hessische Berg- und Hügelland allen anderen Viehgattungen vorzuziehen, da eS sich sowohl In bezug auf Milch- und Fleisch- eralebigfelt alS auch als Zuchtvieh von feiner anderen Rasse übertreffen lasse. Eine Kreuzung mit Rotviehbullen aus Schlesien wird empfohlen. Grenda-Mac Ramara und Drocco-Deruhter haben eS verstanden ihren Rundenvorsprung zu hallen und nur Kaiser-Taylor ist eS von den überrundeten Mannschasten geglüdt, eine Viertel- flunbe vor Schluh zur Sptyengruppe aufzurücken. Dies^ vollzog sich ün Laufe der letzten bvrintS vor brechend vollem Hause. Drocco-Deruyter haben dadurch ihren zweiten Platz an Kaiser-Taylor verloren, weil sie eine wett geringere Punktzahl auszuwetsen batten, während Rütt-Krupkat bureb -Wei Siege in der letzten Spurtserie auf den 6- P l a y au'rudten. Der glänzend fahrende Ma- gtn schied noch am letzten Tage durch Sturz auS. Um 10 Uhr abends (amerikanische Zeit) muhten die mehrmals überrundeten Mannschasten daS Feld räumen und unter allgemeiner Spannung setzte der Kamps um die Punkte zwischen den acht vorn liegenden Paaren ein. Der Sieger erhielt 72, der Zweite 5. tx?r Dritte 3 und de Vierte einen Punkt. Egg-Eaton landeten sielen, Gou lrt- Mad- den sechs, Grenda-Ma: Ramara vier, Rült-K.up- fat und Kaller-Taylor je zwei und Eoburn-LanoS einen Sieg. Um 11 Uhr gehörte das lange Retmen der Vergangenheit an. DaS Resultat lautet: 1. Grenda-Mac Ramara 529 Punkte: 2. Kaiser-Taylor 380 P - 3. Drocco-Deruhter 59 P. Eine Runde zurück: 4. Egg-Eaton 1026 P.; 5. Goullet-Madden 847 P; 6. Rütt-Krupkat 301 P.: 7. Coburn-Lands 258 P.; 8. Thvmas-Law- rence 64 P. • Schlitz, 14. Marz. Gin Werbeabend f ü r die Tu rn lache war die Veranstaltung deS hiesigen Turnvereins am Sonntag. Turner von ©leben und Marburg wirkten mit. Ober- gautumtoart Will- Gtesten wohnte der Veranstaltung bei und sprach sich lobend über Geräteturnen, Freiübungen, Marmorgruppen, Frauenturnen und die übrigen Darbietungen aus Buch- druckereibeslyer Ehr. G u n t r u m, Mitglied deS Vorstandes, dankte den auswärtigen Turnern für ihre Mitwirkung. Handel. Frankfurt a. M., 14. März. Ddrsen- st i m m u n g s b l ld. 3m Heuti en Dörfer verkehr toar die Gi-undstimmung am Markte still, doch war das Geschäft luhiger. Auf dem Devisenmarkt waren dis P eife im Fühoerkehr belaup et. D r Dollar eröffnete mit 256 und schwankte zwischen 263 und 275. 3n den amtlich nicht notierten Werten war der Geschäftsverkehr in ®e5r. Fahr lebhaft. 765—790. Kas el -r Fast 2050, Chemische Rhe- nania 1240, DroähueS 1450, Dcutsche Petroleum 2025—2000, Benz t25, Julius Sichel 720. Hansa Lloyd 380. Von Montana!.len setzten Rheinstahl und Deutfck-Luxemburger höher ein. Abgabeneigung bestand für Oberbedarf und Mannesmann. 3n Schisfahrtsaktien traten Realisationen ein. Unter den chemischen Aktien lagen Anilin- werte entschieden ruhiger. Autoaktien ebenfalls ruhiger. und gut behauptet. Zuckerfabriken auch heute höher. Elektrlzitätsaküen unregelmä" Ig. 3m Verlaufe trat eine merkliche Geschäftsstille ein. Der Hauptverkehr spielte sich am Einheitsmarktk ab, wo Kurserhöhungen zu beobachten waren. Dankaltien vorwiegend fest. Die Börse fchlost bei gut behaupteter Tendenz. Privatdiskont Sranffurt a M., 16. März Marknotierunge«. Füv 100 deutsche Mack wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 13.3. 14.3. Zürich ........ Fr. 125 40 1,96 1,90 Amsterdam Fl. 59.20 1 01 0,97 Kopenhagen Kr. 88.80 1 85 . 1,79 Prag Kr. 117 80 23,37 20 87 Stockholm Kr. 88.80 1,50 1,47 Wien Kr. 117.80 29 34 London Sh. 97.80 1,*6 5 87 Paris Fr. 125.40 4,30 4,18 Reuvork $ 23.80 -.38 -.36 Dörseakurse. Frankfurt Berlin Schiust- Schlust- Schiust- Schlust» Kurs Kur- Kurs KurS Datum: 12.3 14.3. 13.3. 14.3. S'/.Dtsch.KriegSanl. 77,SO 77,50 77,50 4',Dtfch.RcichSanl. 90.- 92,- 92 L'/.Dtfch.Reichsanl. 12?,- 120,- 120,50 4'/, Prcuh. KonsolS 77,- -,- 78JO Hamburg-Paketl.. . 548 - 548,- 549,50 54b,- Rorddeutscher Lloyd 419,— 416,- 412, - 414,50 Eornrn u.Privatbank -,- 340,- 343,- 343 - Darmstädter Bank . 334,- 834,- 338,- 33* - Deutsche CBaut ... 598,- 594,- 595* Disconto-Gesellfchaft 502,- 820, - 5C8,- 50-?'- DreSdner Bank. . . -,- 373,— -,- 37,,50 Mitteld.Ereditbank. -,- 816,- 316,- 315,- Aatlonalbank f. D . 348,- 350,- 350 50 Doch Gußstahlwerke ,- 1210,- 1240,- 1231’- Bud-Gisenw-Att.. 1025,- 10^5 - 1010,- 1025, - D -Luxemb Dergw.. 1180 - 119j - 1189,- 1 _'00, - Gelsenkirch. Bergw.. 1137,- 1200,'- 12jO,- 1210,- Harpener Bergbau. 1/55,- 17tio'- 1770,- Oberschi. Eisenb.-B. 11,5,- 1160* — 1160,— 1165,- Oderjchlef. Eisenind. 970 - 970,- 970,- 965,- Dhonik-Bergb^Akt. 1290 - 1320,- 1310,- Bad.Anilin-u. Soda 788,- 775,- 760,- 761,- Höchster Farbwerke. 745,- 732'- 738'- 7t8,- Allg. Elektr.-Ges. . . 875,- 870,- 878,- 871,— Felten 6 Guilleaume 1255,- 1.60,- 1255,- 1255,- Vchuckert-Werke. . . 800,- 786, - 800,- Adlerwerte 610,- 610,- 623,- 614,- Daimler...... 694,- 598,- 590.- 589, - 4 . H«st. StaatSanl. 78,- -,- 75,60 eketron Griesheim 993.- 983,- 988,- Dtsche. Bereinsbank .,— 245,- —— Züricher Devisenmarkt. 14.1. 15.3. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. = 19)40 ly*.2o Deutschland 100 'M = L'5 1.91 Wien 100 Kr- =* 0.06 0.03 Prag 100 Kr- = 9.15 9.20 PariS 100 Fr. =■ 45.30 46.10 London 1 £ — 22.24 22.38 3talicn 100 Q. — 35.15 26.10 Brüssel 100 Fr. — 4 '.22 42.86 Budapest . .....100 Kr. — 0.03 0.61 Reuyork 100 1 = 51b-- 517.- Agrarn 100 Kr. — 1.75 1.65 Warschau 100 Kr. => 0,12 0,125 Büchertisch. — Au g u st Messer, Professor der Philosophie in Giehen, Erläuterungen zu RiehscheS Zarathustra, Verlag Strecker & Schröder in Stuttgart. — Diese leicht verständlich geschriebenen Erläuterungen, deren Schlustkapitel wir in unserem Blatte vor einiger Zeit veröffentlicht haben, be- hanoeln RieyscheS persönlichstes Werk. Es ist eine Einführung, die den philosophischen Ge- dankengchalt deS Zarathustra in seiner Tiefe erschlieht und seine Beziehung zur deutschen idealistischen PHUosophie aufbedt Rach einer kurzen biographischen Einleitung wird der philosophische Inhalt, der hinter der symbolischen Form sich verbirgt, bei aller Sachlichkeit in einer fesselnden und anschaulichen Weise flargelegt, ohne jedoch die ganze Gedankenfolge ihres dichterischen GewandeS zu entkleiden und in nüchterne Prosa zu übersehen. Besonderer Wert ist darauf gelegt, unter gründlicher Erörterung der Hauptgedanken den Zusammenhang der einzelnen Qlb- schnitte und damit die Einheitlichkeit des ganzen Werkes darzutun. ES ist ein praktischer Kommentar, der jeden Leser in RiehscheS Zarathustra ein führen wird, und der sich durch Handlichkeit und geschmackvolle Ausstattung aus- zeichnet. — Rolf Rost. DaS Schwimmen, sein» Erlernung und sportliche Ausübung. Mit besonderer Berücksichtigung deS Wasserballspiels. Mit vielen Abbildungen. Leipzig R. 77. Ernst Ehr. veysert. (3n einem Teil der Auslage wiederholt.) Vertreter deS Völkerbundes auf der Konferenz von Genua. London, 14. März. (WTD) Der diplomatische Berich erst alter der .Daily Mail" schreibt, der italienische Tu enminister S ch a n z e r machte den Regierungen, die die Konferenz von Genua veranstalten, den Vorschlag, die finanziellen und wirtschaftlichen Kommissionen des Völkerbundes zu ersuchen, Vertreter nach Genua zu entsenden, die daS gesamte in Betracht kommende Rachrichtenmaterial, über daS die Kommissionen verfügen, mitbringen sollen. RücktrittSabsichten Lord Eurzon-7 London, 14. März. (WTD.) Der Parla- mentS-Derichlcrftatter der .Dail) Mail" schreibt, gestern seien Gerüchte im Umlauf gewesen, dab Lord Eurzon die Absicht habe, aus Gesundheitsrücksichten zu.ückzutreten. Don Lord Eul-zon nahestehender Seite wird versichert, das) er äugen- bildlich noch im Amte bleibe. Die südafrikanischen Unruhen. London, 14. März. (WTD.) Wie aus Johannesburg aemdbet wird ist feil Sonntag früh im Randgebiet eine große Schlacht mit den Aufständischen im Gange. Das Heer der südafrikanischen Regie"ung ist im Begriff, die Aufständischen cinzu'chliestcn. Die roten Kommandos, die sich in der Umgebung von Johannesburg noch halten werden von Datlerien und Flugzeugen beschossen. Die französisch« Zollpolitik. Paris, 14. März. (WTD.) Ein Dekret vom gestrigen Datum hat die Ausfuhrverbote und Ausfuhrabgaben aus eine Reihe von Tieren und landwirtschaftlichen Erzeugnissen ausgehoben (Pferde, Stuten. Fohlen, Geflügel, "Sutter, Käse). Ferner können infolge allgemeiner Aushebung der Ausfuhrverbote von nun an ohne besondere Genehmigung ringe- führt und wieder auSgefubrt werden: Frisches Fleisch, Rindvieh, Eier, Milch und eine ganze Reihe von Artikeln, die durch einen Erlast des Finanzministers vom 11. d. Mts. näher bezeichnet werden. Hierdurch ist tatsächlich die Ausfuhrfreiheit für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse wlederhcrgestellt. Die griechische Kabinettskrise. Athen, 14. März. (WTD) Rach einer Havasmelrirng hat Strato in Anbetracht der Schwierigkeiten, die sich der 03;t ung eines dauerhaften Ministeriums entgegeiflel en, den Auftrag zur Bildung des Kabinetts abgelehnt. G u na r iS ist in den Palast berufen worden. MilNoncrWed sdwnenlo» 'ühnaauQcn Drogerie Noll, Bahnhofstraße 51, (lieeA RonnefeldtsTee «3L «L aroaiatlMh uni ausgiebig. billig Im Verbnws Miede rügen In eilen Stadtteilen 52 ^Ich »ar am ganzen 2dBemÜ Deckanzeige. KW ÄS' u «a<5tpeinigten f 46a dann lob’sl 3uemdian »ui ..L„in ui vcr Xroa. 2Ö in ter hoff, Kreu-olnt- 9 10, Löwe«-Drogerie und Victoria-Drogerie. Lncke r Leinöl i Streichfertige Oelfarben ackfarber Pinsel usw. empfiehlt Progerte llnlerboil k Kreuzplatz Z 9 u.10 »potbeten Drogerien unfc Qadümerten erhältlich Schellfische Kabeljau grfine beringe nfw. treffen beute ein. 3. M. 5chulhof 4 Marktstraste 4 Telephon 119. 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