m.29t Erschein täglich, cnfrtT So im- xnb Feiertays, mÜbtrSomslagsbetlagt: (MefcextT^amilien blätter Monatliche Bejeaspreift: 380 Mark und 20 Mark Trägerlohn,durch dirDost 400 Mark, auch bei Nichterscheinen einzelner Nnm- ment infolge höher« Gewalt. - Fernsprech- AnschlLsseftirdieLchrist- leitnng 112, für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Kietze«. poftschecttonto: $rcmffwrt a. M. 11686. |72. Zahrgang Donnerstag, U- Dezember 1922 GießenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen t>nKf Mtb Verlag: vrühl'sche UniverstlStr-Vvch- tmb Steinbruderei K Lange in Siehen. Schriftleitung nnb Geschäftrftelle: Schulftratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnunnn« bis zum Nachmittag oorhei ohne jebe Verbindlichkeit. Srels für 1 mm höhe für njeigeno. 27 mm Brette örtlich 12 Mk, auswärts 15 Mk., für Reklame Anzeigen von 70 mm Breite 40 Mk. Bei Platz- Vorschrift 20",. Aufschlag. Hanptschriftleit«: Aog. Goetz Berantrvortlich für Politik: Aug. Goetz für den übrigen Teil: Ernst Diumschein - für den Anzeigenteil: >>anr Beck, sämtlich in Gießen. Die Antwort Sonar Caws an den Reichskanzler. Berlin, 13. Dez (WTB ) Der Reichs - kanzler hat auf oa8 neulich veröffentlicht« Schreiben vom englischen Premierminister folgende Antwort erhalten: (Buer Exzellenz habe ich die Ehre den Empfang deS Schreibens vom 9. 12. zu bestätigen, das einen Plan für eine vorläufige Beilegung der mit der Reparationsfrage verbundenen Schwierigkeiten vvrlegt. Das Schreiben wurde auf der hier abgeholtenen Sitzung der alliierten Premierminister in Betracht gezogen, und mit aufrichtigem Bedauern muh ich sagen, daß der vorgelegte Plan nach ihrer Auffassung nicht eine Lösung bietet, die bei der gegenwärtigen Lage als befriedigend für die alliierten Regierungen angesehen werden könnte. Ich habe die Ehre (gez.) Donar Law. Die Industrie nnb das Reparationsproblem. Derli n, 14. Dez. Wie den Blättern aus industriellen Kreisen versichert wird, steht der Reichsverband der deutschen Industrie der Rotiz der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" über die Haltung der deutschen Industrie in der ReparationSfraqe vollkommen fern. Auch ist von führenden Persönlichkeiten des DerbandeS die Notiz nicht veranlaßt worden. Der Verband als solcher hat laut „Voss. Ztg." zu den deutschen Vorschlägen in London überhaupt keine Stellung genommen. Die große Mehrzahl der Verbanbs- mitglieder nehme sicher den gleichen Standpunkt ein, den der Reichskanzler im Reichswirtschaftsrat vertreten hat, dah nämlich die politische Führung der auswärtigen Angelegenheiten allein bei der verantwortlichen Regierung liegen kann. Die Zentralorganisation der deutschen Industrie werde jederzeit gern ihren Rat in wirtschaftlichen Dingen zur Verfügung stellen. DaS „D. T." teilt mit, es sei damit zu rechnen, dah die Industrie von sich aus bestimmte Vorschläge zum ReparationSprvblem machen werde. amerikavische Erklärung. Washington, 13. Dez. (WTB ) Havas. Im Weihen Hause wird erklärt, die Washingtoner Regierung betrachte die Reparattonsfrage als eines der akutesten Probleme, denen Europa gegenüberstehe. Die CBe reinigten Staaten beschäftigen sich mit dieser Frage. Ihr Interesse erstrecke sich noch auf andere europäische Probleme, hinsichtlich deren die Washingtoner Regierung nicht untätig geblieben sei. Cicmcnceaus Rückreise. Paris, 13. Dez. (WTB.) ©lernen« ceau hat, wie die Abendblätter berichten, heute an Bord des Dampfers „Paris" die Rückreise nach Frankreich angetteten. Eine Interpellation im bayerischen Landtag über die Maßregelung von Postbeamten. München, 13. Dez. (WTB.) Im Landtag stand 'heute die Interpellation der Mittelparte, wegen der Dienstenthebung von drei Nürnberger Po st beamten zur Besprechung, die sich im Gespräch mit Dienstgenossen nach der Ermordung Rathenaus abfällig üby: diesen und die Juden geäußert haben sollen. Abg. Rothmann (Bayr. Bp.) erklärte, die Denunziation sei von der «Fränk. Tagespost" ausgegangen. Die Anordnungen des Reichspräsidenten seien ein Uebergriff gegen die ihm in der Verfassung eingeräumten Rechte. Die Staatsregierung habe die Pflicht, dafür zu sorgen, dah die Angelegenheit nach dem Recht und Gesetz erledigt werde. Abg. Hilpert (Bahr. Mittelpartei) bezeichnet das Verfahren gegen die bestraften Beamten als eine Kabinettsjusktz>OSeine Partei erhebe dagegen entschiedenen Einspruch. Finanzminister Dr. Krausneck erhärte in Beantwortung der Interpellation, die betreffenden Beamten seien beschuldigt worden, abfällige Aeuhemngen über den Reichspräsidenten, die Mitglieder der Reichsregierung und allgemein gegen die Juden gemach', zu haben. Daraufhin habe die Abteilung München des Reichspost- ministeriums unter Gegen zeichn.mg des Reichspostministeriums in Berlin gegen die drei Beamten wegen grober Verletzung ihrer Pflichten die Einleitung eines Disziplinarverfahrens verfügt und die vorläufige Suspendierung " o m Amte angeordnet. Da sich das Ergebnis der Voruntersuchung für die Beamten jedoch nicht so ungünstig gestaltete, wie man an genommen hatte, wurde ihre Suspendierung aufgehoben. Das Disziplinarverfahren nimmt jedoch seinen Fortgang. Gegen einen der Beteiligten ist das Disziplinarverfahren bereits eingestellt. In der Besprechung erhärte Abg. Roß- haupter (Soz.), dah die Klagen der Interpellanten völlig unangebracht seien. Die Beschimpfungen der Reichs,vgie'ung durch die Beamten könnten nicht dazu beitragen, das Ansehen des Beamtentums zu heben. Der Reichspräsident falbe in keiner Weise gegen seine Befugnisse -erstoben, zumal in ähnlichen Fällen unter der üheren Staatsform in gleicher Weise verfahren urde. Die Besprechung der Interpellation war imit beendet. Obstruktion der Arbeiterpartei im englischen Unterhaus. London, 13. Dez. (WTB.) Im Unterhaus drohte gestern die Arbeiterpartei, Ob- struktion zu treiben und die Beratungen über die Zusahkredite die ganze Nacht andauern zu lassen, wie verlautet, als Protest gegen die unzureichenden Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung der Arbeitslosen. Die Beratungen über die Zusahkredite hatten um Mitternacht erst geringe Fortschritte gemacht. Die Debatte wurde bis r/-5 ilbr morgens fortgesetzt. Als die Resolution betreffend Bewilligung von einer Million Pfund Sterling zur Behebung der Arbeitslosigkeit an die Reihe kam, erneuerten die Arbeiterverbände ihre Klagen darüber, dah dieRegierungsmahregeln unzureichend seien. Der Arbeiterabgeordnete Kirkwood rief in großer Erregung, wenn die Forderungen der Arbeiter nicht auf verfassungs- mäßigem Wege bewilligt würden, mühten sie in unkrnstitiutioneller CDÄifc erreicht werden. Wir werden im Potfalle auf der Straße darum kämpfen. Schließlich wurde unter großer Unruhe mit 147 gegen 61 Stimmen ein Antrag auf Schluß der Debatte angenommen. Um 7 Uhr morgens vertagte sich das Haus. In der heutigen Nachmittagssitzung tarn es während der Kleinen Anfragen zu einer großen L ä r m s z e n e. Die Arbeitervertreter, die von der Antwort Donar Laws über die Arbeitslosen- frage unbefriedigt waren, protestierten entrüstet und überschütteten den Premierminister mit Fragen. Em großer Teil der Arbeiterführer hatte sich von den Sitzen erhoben, schrie durcheinander und gcftiluiic te lebhaft Schließlich gab Bonar Law noch eine weitere Auskunft über die Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und erklärte, er könne nicht mehr sagen, worauf Ruhe eintrat. Ein Weltfriedenskongreß. Haag, 12. Dcz. (Wolff.) In der gestrigen Nachmittagssitzung des Weltfriedenskongresses sagte Radek, anstatt Beschlüsse über den Generalstreik zu fassen, solle man lieber etwas Positives tun, zum Beispiel eine Protest- w oche gegen den Versailler Frieden veranstalten mit anschließendem 24stündigem Proteststreik. Das wäre doch zum wenigsten eine Tat. Die dem Kongreß vorliegende Devolution zeige keine Spur von Karnpfesgeist. Begnüge man sich damit, dann werde die Bourgeoisie den Kongreß aus lachen. Vandervelde -Totalen führte aus, er 'frabe nichts gegen eine Einheitsfront, könnten aber die Kommunisten nicht einige Sich« chnten geben, z. B. durch die Rückgabe der Selbständigkeit u. a. Georgiens, durch die Begnadigung der Sozialrevolutionäre in Rußland? Er - sei bereit, gegen den französischen Nationalismus, iei englischen Imperialismus und den itaHenifdie \ Dou- langismus zu kämvfen Er wende sich gegen die Schwarze-Meer-Politik Englands, aber auch gegen die russische Petroleumpolittk. Du p t o n - England erklärte, die Repara- tionspvlitik falbe ihre Grundlage in der unn>ah:en Behauptung, daß das deutsche Volk allein die Verantwortung für den Krieg trage. Wir sollten Protest erchelen regen die soridauemde Desetuig deutschen Gebiete?, die mit dem Selbstbostim- mungsrecht des deutschen Volles unvereinbar sei. (Beifall.) Der Vorsitzende bemerkte, die von Burton aufgeworfene Frage beschäftige auch viele andere Kongreßteilnehmer. Darum werde eine Resolution beantragt werden, die sich auf die weitere Besetzung deutschen Gebietes beziehe. - Am Donnerstag werden die Kommissionsve^faind- lungen beginnen. Abbruch der Moskauer Abrüstungskonferenz. Lausanne, 13. Dez. (WTB.) Die russische Delegation hat eine Mitteilung aus Moskau erhalten, wonach die Haltung >sc polnischen, finnischen, estländischen und lettischen Abordnungen die russische Abordnu-ig nötigten, die Ad - rüstungskonfereuz in Moskau ab- zubrechrn. Die Lausanner Konferenz. Lausanne, 13. Dez. (WTB.) Der erste Unterausschuß setzte heute die Wvatung über die Minderheitenfrage fort. I ? metPascha entgegnete zunächst auf bi? gestrigen Aus ü rungen 2orb Curzons, indem er sich mit einer allgemeinen Amnestie einverstanden erklärte, der j >d.'n Eingrift in die Souveränität der Türkei durch die Kontrollkommission, die Befreiung der Christen vo-n Militärdienst und die Schaffung einer nationalen Heimstätte für die Armenier ablehme. Nachdem V e n i s e l o s die gestrige Forderung Curzons unterstützt hatte, hielt LordCurzon ein* neue außerordentlichem st gehalteneRe de. Dr ging vor allem sehr eindringlich aus d.e armenische Frage ein und bemerkte ironisch, daß es heute nicht schwer sei, mit den Armeniern brüderlich zusammen zu leben, nachdem die meisten nicht mehr lebten Er fügte hinzu, dah sie sich jedenfalls nicht selbst getötet hätten. Er sprach sich gegen den Devolke ungsaustausch und die zahlreichen Ausnahmebest immunce.r aus, die von der Türkei für die Grieche i rn Konstantinopel vorgesehen sind. Er bebaue te von neuem lebhaft die Haltung der Türkei dem Völkerbund gegenüber. der das geeignete Organ für den Minderheitenschutz fei. und dessen Tätigkeit er lebhaft rühmte. Er forderte die türkische Abordnung auf, die Beratungen durch eine baldige Stellungnahme zu dem Problem dos Völkerbundes und durch ihren Beitritt zu erleichtern, gab aber zu. daß gegebenenfalls auch eine andere Körperschaft den Minderheitenschutz übernehmen könne. Zum Schluß erklärte er. daß die Mächte vielleicht schneller Lausanne verlassen würden, als man es annehme. Dic Minderheitenfrage interessiere die Welt aufs lebhafteste, und em Mißeriolg in dieser Frage mürde eine große Enttäuschung he vorrufen. Ismet Pascha erklärte hierauf, daß er sich seine Antwort für später Vorbehalte Diese Antwort dürfte morgen im Unterausschuß erfolgen. Die Erhöhung der Dezemberbezüge der Beamten. Berlin, 13. Dez. (WTB.) Heute nachmittag fanden im Reichsfinanzministerium die Verhandlungen statt mit den zuständigen Verbänden der Beamten und Angestelltem über btt Ausgleichung der Dezember le, ü g e an den S and derTme- rung. Cs wurde eine Einigung auf der Grundlage erzielt, daß eine Erhöhung der durchschnittlichen Dezemberbezüge gegenüber den Novemberbezügen um etwa 44 Prozent ein tritt. Das Reichs kabinett wird voraussichtlich am Donnerstag über diese Regelung Beschluß fassen. Die Auszahlung der erhöhten Bezüge soll möglichst noch vor Weihnachten erfolgen. Sitzung des N?ichsmirtrchaftsrats. 47. Sitzung vom 13. Dezember. Das Haus stimmt dem Gesetzentwurf der Aenderung der Gewerbeordnung betr. den deutschen Handwerks- und Gewerbekammertag za als eine Notstandsmaßnahme, bis zum Erlaß eines endgültigen Gesetzes über die Berufsorganisationen des deutschen Handwerks, in dem auch die Arbeitnehmer berücksichtigt werden sollen. Es folgt hierauf die gemeinsame Beratung der Gesetzentwürfe über die Arbeitzeit gewerblicher Arbeiter und über die Arbeitszeit der Angestellten. Der Sozialpolttische Ausschuß hat sein Gutachten mit 14 gegen 12 Stimmen angenommen. Danach wird im allgemeinen die 48-Stundenwvche ausschließlich der Pausen gesetzlich festgelegt. Ueberarbett kann, wenn eine vertragliche Vereinbarung nicht zustande kommt, von der zuständigen Schlichtungsbehörde bestimmt werden: in besonderen Fällen kann das Reichs- arbeitsministeriurn ein besonderes Schiedsgericht einsetzen. Nach einer allgemeinen Aussprache wird die Einzetbesprechung auf Donnerstag vertagt. Die SBtinfdjc der Stadt- nnb Landgemeinden. Berli n. 13. Dez. (Wolff.) Bei der Aussprache im Reichstagsgebäude über die Wünsche der Stadt- und Landgemeinden xur Steuergesetzgebung lenkte Oberbürgermeister B l ü h e r - Dr sden die Ausrnerkfarn'eit der Versammlung sofort auf den Zusammenhang, der zwischen d n sinanftellei Sch'vi.rigkeilen und den S agen der sozialen Fürsorge, Volksgesundheit und Kulttn besonders des Bildungswesens, besteht. Die Gemeinden braudyn neue Mittel. Aus dem neuen Landessteuergeseh. so führte er im einzelnen aus, entfallen auf die Länder und Gemeinden Mehreinnahmen von 8 4 Milliarden, was auf den Kops der Bevölkerung nur 70 Mark jährlich audmadit Die Gemeinden müßten einen Sah von mindestens 90 Pro^nt für Besoldungszu- schläge ihrer Beamten und Arbeiter fordern. Sie müfaen neben einer Erhöhung des Cint'ommen- steuerantcils und der Besol'ungszuschüsse auch einen größeren Anteil an der Ümfaüfteuer beanspruchen Die Erhöhung des Anteils an der (Slnfommenfleuer muß rückwtriend schon vom 1. April 1921 ab verlangt werden. Im Interesse der Selbstverwaltung ist den Gemeinden wieder ein größeres Maß Selbständigkeit zu geben Obetbürgermri’?er Schmidt- München stimmte den Ausführungen des Dorr ebne s vollkommen zu und erinnerte daran, daß die Gemeinden im Süden des Reichs noch schlimmer daran sind als im Norden Dein Süden muß durch Erfüllung der Forderungen be3 Deutschen Städtetages rasch geholfen und dementsprechend die Landessteuervorlage rascfastens erledigt werden. Im selben Sinne nahm Obe.bürgermeister Belli a n » Eilenburg Stellung Das neu» Landessteuergesetz kann den Bankrott der Gemeinden nichtt verhindern, diese können nicht wieder hoch kommen, toerni sie nich' ein Zuschlags recht für die Einkommensteuer wieder erhalten Der Umfatz- fteueranteil muß für die Gemeinden auf 33Va Prozent erhöht werden mit Rückwirkung vom 1. Januar 1922. Die ilmfatjfteuer muß mindestens 21/2 Prozent betragen. Die Desoldungszuschüsse find auf 90 Prozent zu erhöhen Das Sperrgeseh biache nur eine Verzögerung und darf nicht ausrech erhalten werden. Alle Gemeinden leiden in gleichem Maße, auch die Landgemeinden. Bürgermeister M e n g e s - Germsbach i. B. unterstrich die Tatsache, daß die deutschen Landgemeinden nicht weniger Not leiden als dieStädte. Den Gemeinfarn müsse daher das eigene unbe- sch änkte Steuerrecht toi ri>er gegeben werden. Eine Diskussion über diese Referate, die die wachsenden finanziellen Schwierigkeiten von Stadt- und Landgemeinden eindrucksvoll beleuchteten, war nicht beabsichtigt. Die Versammlung schloß um 12 Uhr. Aus dem Reiche. Das Werk deS deutschen Roten KreuzeS. Verl in, 13. Dez. (Wolff.) Führende Persönlichkeiten Deutschlands schlossen sich zu einem Bund zur Förderung des Roten Kreuzes in Deutschland zusammen, dessen Ehrenpräsidium der R e i ch S p r ä s i. d e n t übernahm. Der Bund will die Stellung deS deutschen Roten Kreuzes als Wohlfahrts^ organisation neben den anderen Wohlfahrtsorganisationen befestigen und auSbaucn. Er sieht ferner in dem deutschen Roten Kreuz ein berufenes Werkzeug zur Vertretung deutscher Wohlfahrtsinteressen dem Ausland gegenüber. Jeden Deutschen ohne Unterschied deS Standes, des religiösen Bekenntnisses, der po- littschen Gesinnung und des Geschlechts ruft der Bund zur Mitarbeit an dem Werk des deutschen Roten Kreuzes auf, denn die Not deS Vaterlandes erfolgreich zu lindern, könne nur mit vielen Kräften und vielen Seiten gelingen. Sozialdemokratie und Nationalsozialisten bi München. München, 14. Dez. (WTD.) Die So. zialdemokratische Partei Münchens hatte am Mittwoch abend 5 Versamm hingen einberufen, um durch ihre Redner Über Geheimbündelei und Nationalsozialisten, „den Ruin Deutschlands-, sprechen zu lassen. Die sozialdemokratische Aktion erwiderten die N a * tionalsozialisten damit, daß sie am gleichen Abend 10 Versammlungen einberiefen. Diese 15 Versammlungen sind ohne einen Zwischenfall verlaufen. Die Vorgänge in Göppingen. Stuttgart, 13. Dez. (WTB.) Das Ministerium des Innern hat jede Veranstaltung von Versammlungen der National- sozialistischen Arbeiterpartei btt! auf weiteres verboten. Veranlassung hierzu haben die Vorgänge in Göppingen vom 11. Dezember gegeben, die in erster Linie durch die Heranziehung eines nichtwürttembergi- scheu nationalsozialistischen Sturmtrupps verursacht worden sind. Deutscher Reichstag. 281. Sitzung, nachmittags 3 Uhr. Berlin, 13. Dez. Nach Annahme einer Reihe kleinerer Vorlagen wird die zweite Lesung des 7. Nachtrags ctats vom Haushalt beim ReichsarbeitS- m i n l ft e r t u m sortgesetzt Auf Beschwerden des Abg. Mal zahn (K.) erwilert Reichsarbeltsminister Brauns, die G enze der Dezugsberechllgung der Sozialrentner sei auf 42 200 Mark erhöht worden. Die Gemeinden würden gesetzlich verpflichtet weiden, die Fürsorge fürdie Kleinrentner zu übernehmen. Auch für die Arbeitslosen sei die Unterstützung erhöht worden. Daß die Unterstützungen der Sozialrentner hinter dem Bedarf zurückblieben, fei bekannt, das Reich könne eben dem Bedarf der Notleidenden leider nicht entsprechen. Der Etat wird nach den Beschlüssen des Ausschusses genehmigt und die Ausschußenlschlkehung angenommen. Morgen nachmittag 2 Uhr: Einkommensteuer, Kapitalflucht und Haushalt. Schluß gegen 51/2 Uhr. Aus den Reichsta^sausschüssen. Berlin, 13. Dez. (WTD.) 3m Sozialpolitischen Ausschuß deS Reichstages wurden die Unterstützungen für Invalidenrentner beträchtlich erhöht und der Gesetzentwurf über die Beschäftigung Schwerbeschädigter ohne große Aenderungen angenommen. Bei jeder Hauvtfürsorgestelle und bei der Reichsarbelksverwaltu g werden Schwerbeschädigtenausschüsse gebildet, worin außer den schwerbeschädigten Ar eitnehmern sich auch Vertreter der Arbeitgeber, der Gwerbeauf- sicht und der Berufsgenosfensfaiften befinden. Berlin, 13. Dez. (WTB.) Der Haus- haltsausschuh des Reich ^agi! hat einen Antrag der Starkommission angenommen, wonach dem Hausbaltsausschuß zu den (Bern tr.n gen des Etats für 1923 die Zahl der am 1. April 1922 und am 1. April 1923 bei den einzelnen Etatspositionen vorhanden gewesenen Beamten, Beamtenanwärier, beamteten Hilf frei te und nicht- beamteten Hilfskräfte initgeleilt werden soll. Der Au schuß erhöhte abfaiim den Dispositionsfonds des Reichspräsidenten zwecks Gewähimng von Unterstützungen an rund 8000 ehemalige Kriegsteilnehmer und deren Hinterbliebene auf 19 Millionen Der bewilligte Mehrbetrag ermöglicht eine Erhö un j der Unterstützungen um 400 Prozent. Bei Besprechung des Nachtragsetats des ReichSminifter>ums für Ernährung und Landwirtschaft stellte Minifie Luther test, daß bei Anspannung aller Kräfte eine Br 0 t- not im laufenden Winter nicht zu erwarten fei. Ein Drittel der Umlage sei abgeliefert worden. Hessischer Landtag. 36 Sitzung St. Darmstadt, 13. Dez. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung 9.40 Uhr. Vor Eintritt in die Tagesordnung gibt Abg. Ebner (Komm.) eine Erklärung ab, daß die Kommunisten mit der gestrigen Erklärung desPrä- sidenten Adelung nicht einverstanden seien. Sie lehnten die sogenannte „nationale Einheitsfront" foegen 6te fvansSMHen PVtee ob, ba acht, sondern rramentlich an Preußen mit seinen svzial- dewokratischen Landräten. Staatspräsident LI l r i ch: Gr bezeichne die ätzten Aeuherungen des Abg. Werner als kurios. Die wenigen Männer, die hier In Hessen in höheren Stellen sähen, wie er selbst zum Beispiel, hätten eher finanzielle Rachteile von ihrer Berufung gehabt. Dem Abg. Werner bezahle der neue Staat so gut seinen Erhalt wie der alte und aus seiner politischen Gesinnung sei ihm noch kein Rachteil entstanden. Abg. Werner (Dtn.) stellt fest, dreimal sei ihm von dem System Strecker die Versetzung verweigert worden. Seine Aeuherungen. betr. der' „Rutznießer", halte ec aufrecht. Rach weiterer Debatte wurden die Vorlagen gegen zwei kommunistische Stimmen angenommen. Zur Kenntnis des Landtags gebracht, wird gemäß Art. 22 der Geschäftsordnung die Annahme der Regierungsvorlage, die Reubeschaffung von zwei Kirchenglocken für die katholische Kirchs in Vilbel betreffend. Der Antrag der Abgg. Kaul und Gen., den Gesetzentwurf über die Dienstaltersarenze der Staatsbeamten betreffend, wird gemäß Ausschuß- antrag angenommen, der Antrag der Abgg. Ruh und Hattemar, die Rotlage der Pensionäre betreffend. für erledigt erklärt. Der Antrag der Abgg. Hoffmann-Alzey und Genossen, die Ruhegehalte und die Hinterblie- Dis Herweghs. Eine rechtsrheinische Geschichte von L i e s b e l Dill 61. Fortsetzung. (Dachdruck verboten.) Zu ihrem Geburtstag war ein großer Korb prächtiger Weiher Rosen eingetroffen im Auftrag von Ecnst. Der Gärtner brachte ihn kaum zur Türe herein. In der Mitte steckte eine zierliche vergoldete Lyra, die zwar in keiner rechten Beziehung zu Frau von Herwegh stcmd, denn sie hatte das KlaviersPiÄ nur während ihrer Mädchenzeit betrieben, aber der Korb rührte ihr Mutterherz. Sie bearbeitete Lutz, nach Rheinbaben zu fahren. ist deine Pflicht, nach deinem Brudec zu sehen. Man muh doch wissen, was er tut und wie er sich die Zukunft denkt, ob er ins Ausland geht oder was er anfangen will." Denn hierbleiben konnte er nicht. Sie hatte immer Angst, eines Abends flöge die Türe auf und Ernst stünde vor ihr als verlorener Sohn. „Eine zweite Herzattacke halt' ich einfach mcht mehr aus." Darauf hatte sich der glückliche Bräutigam denn in die Bahn gesetzt imb fuhr nach Rheinbaben. Lutz bereitete sich eben zur Laufbahn eines Militärattaches vor, denn seine Braut war sehr ehrgeizig. Während er seine Zigarette rauchte, schaute er gedankenvoll aus die fruchtbare Rhein- ebene, die sich zwischen Fluh und Felsenhügeln dehnte. Lleberall grünten die Apfelbäume, welche die langen Landwege flankierten, in den Gärten wurde fleißig gearbeitet und auf den Feldern ging der Pflug, der in der Sonne blitzte. Im Mvrgen- wind eines heiteren Frühlingstages flatterten die Fahnen auf den Burgen, große Schleppdampfer zogen kvhlenbeladen auf dem Rhein. Er sah ihnen gedankenvoll nach während er überlegte, wie man Sonst auf dem Schiff nach Australien benenversvrgung der Staatsbeamten betreffend, wird angenommen. Der Antrag der Abg. Hatte- mer, die Ruhegehalte und die Hinterbliebenen- verforgung der Staatsbeamten betreffend, wird gemäß Ausschuhantrag für erledigt erklärt, nachdem die Abg. Frau Hattemer (Ztr.) die Gleichstellung der Alt- und Reuperrsionäre gefordert hat, unter Beseitigung der entgegenstehenden Bestimmungen des Reichssperrgesetzes. Den Antrag deS Abg. Ruh, die Drenn- holzversorguna für 1923 betreffend, beantragt der Ausschuß gegen eine Stimme anzunehmen. Abg. Ebner (Komm.) fordert die Wiedereinführung der Zwangsbewirtschajtung des gesamten Brennholzes. Der Antrag wrrd angenommen. Die Vorstellung des Vereins höherer Vermessungsbeamten. Landes verein Hessen des D.V. W., die Tagegelder und Reisekosten des Vermessungspersonals betreffend, wird abgelehnt. Der Antrag des Abg. Dr. Osann, Pensionen der hessischen Offiziere sowie Offiziers- Witwen und -Waisen betreffend, wird gemäh Ausschuhantrag durch die Zusicherungen der Regie- lung für erledigt erklärt, nachdem die Abg. Roth (Komm.) gegen die Ludendorffs und Hohenzollernprinzen Sturm gelaufen hat und Abg. D i n g e l d e y (D. Vp.) darauf mifmerksam gemacht hat, dah es sich um Hinterbliebene der alten hessischen Offiziere handele (aus den Jahren 1866 und 1870), die heute fast nichts mehr zum Leben und durchschnittlich ein Einkommen von nur wenigen 100 Mark im Jahre haben. Minister v. B r e n t a n.o bedauert ebenfalls das Verhalten der Abg. Roth. Abg. Delp (S.) bittet um Annahme des Antrags. Es handle sich um 93 Personen. Die älteste Witwe sei 93 Jahre, die jüngste 60 Jahre alt. Abg. Ebner (Komm.) lehnt den Antrag ab. da es sich um eine Bevorzugung einer bestimmten Gesellschaftsschicht handle. Abg. Ruß (Ztr) bedauert, daß politische Erwägungen hier eine Rolle spielten, wo nur die Stimme ter reinen Menschlich , t zu sprechen habe. Rach einem Schluhwort ter Abg. Roth (Komm.) wird ter Antrag einstimmig angenommen. (Stürmische Heiterkeit.) Die Abgeordneten Ebner and Roth erheben sich nachträglich. Die Regierungsvorlage, die Gewährung staatlichen Zuschusses an Privatschulen betreffend, beantragt ter Ausschuß amu nehmen. Abg. Roth (Komm.) lehnt für ihre Fraktion die Vorlage ab. — Abg. Köhler (D. Vv.) macht darauf aufmerksam, daß die Gemeinden die Zuschüsse länger nicht leisten könnten. Die Bedingung ter gleichen Leistung der Gemeinden bei staatlichen Zuschüssen müsse Wegfällen. Eine Klärung bedürfe die Frage, ob auch für von auswärts kommende Schüler die Gemeinte den Zuschuß leisten müsse. Staatspräsident L.I l r i ch bejaht diese Frage. Der Antrag des Abg. Roh, Erhöhung der Waisengeldsätze betr., wird für erledigt erklärt. Die Regierungsvorlage, Entwurf eines Gesetzes zur Ergänzung des GesezeZ über d:e Erhebung von Zuschlägen zu gerichtlichen Deur un- ku gen betr., wir) in zwei Gelungen ohne Debatte einstimmig genehmigt. Die Anträge ter Abgg. Mann und Gen., Wohnungsbauabgabe betr., und ter Abgg. Kaul und Gen., Förderung des Wohnungsbaues tetr., werten gemäß Aus- schußanträgen ter Regierung als Material überwiesen. Der Antrag ter Abgg. Schott und Gen., Anstellung ter Lehrer an den Gewerbeschulen als Staatsbeamte tetr., wird gemäß Ausschuß- antrag durch Regierungsantwvrt vorn 3. April für erledigt erklärt. Schluß bei Sitzung 1 Llhr. — Rächste Sitzung Donnerstag, 9x/a Llhr vormittags. Aus Hessen. 1 Anfragen in der Stammet. rm. Darmstadt, 11. De;. Eine kleine Anfrage haben ter A'g Brauer un) Gen an die Regierung gerichtet, in ter auZgesü.irl wird: Trotz wiederholter Zusagm ist der 'Entwurf einer Abänderung des F e l d b e r e i n i g u n g s- gesetzes noch immer nicht dem Lan tag vorgelegt worden. Wir fragen an, bis wann ter Gesetzentwurf zu erwarten ift — Ein Antrag ter Abg. Dr. Werner und Gen. betrifft die Lleberfremdung des Hess. Haus- und Grundbesitzes. Sie beantragen, die Hess. Regierung zu ersuchen, einen Gesetzentwurf vp.» zulegen, der die Lleberfremdung des Hess. Hauä- und Grundbesitzes unterbindet. — Die Abgg. Brauer, Kindt und Gen. fragen an: Ist es wahr, daß in Darmstadt eine Art Dellet- dungsstelle eingerichtet ist, in der dieDienst- tekleidungsstücke ter gesamten Hess. Polizeibeam- ten hergestellt werden? Ist es wahr, dah zu diesem Zweck Meister, Schneider, sowie Verwal- tungsteamte neu eingestellt worden sind? Wenn ja — wieviel Personal wurde eingestellt? Werten die Meister, Schneider usw. nach dem Tariflohn oder nach dem Akkordlohnsystem bezahlt? Ist den Reuangestellten zugesagt worden, dah sie jetzt oder später Beamteneigenschaft und Pensionsberechtigung erhalten sollen? Aus welchen Fonds des Haushaltungsvoranschlags werten die Besoldungen und andere persönliche Ausgaben für die Reueingestellten bestritten? Ist sich die Regierung tewuht, dah diese Reueinrich- tung eine Benachteiligung des schwer um sein Leten kämpfenden gewerblichen Mittelstandes bedeutet? Warum ist eine Vergebung ter Herstellung ter Deamten-Dienstlleidung auf Dem Wege ter öffentlichen Ausschreibung unmöglich, bzw. warum hat die Regierung von einer solchen Vergebung abgesehen und vorgezogen, den amtlichen Apparat abermals zu vergrößern? Auf die Anfrage des Abg. Dr. Werner tetr, die Eisenbahndammrutsche in Rheinhessen erwidert das Ministerium ter Finanzen, dah in den letzten Monaten in Rheinhessen drei Dammrutschungen infolge ter anhaltenden Rässe vorgekommen sind. Bei sämtlichen Rutschungen sind weder Verletzungen noch Betriebsfchäten vorgekommen. Es wird seit Jahren versucht, unter Aufwendung erheblicher Mittel Rutschungen vorzubeugen Vollstän)ige Sicherheit könnte nur mergelfreies Schüttung material bieten. Die Beseitigung tes jetzigen mergelhaltigeu Materials ist mit ungeheuren Llnkosten (Herstellung neuer Bahnstrecken) verknüpft. Es ist daher dauernde Llebecwachung eingerichtet, die mit Erfolg bisher und auch weiterhin im eigenen Interesse ter Eisenbahndirektion Durchgeführt wird. Aus dem besetzten Gebiet. Die Köln. Ztg. zeitweise verboten. Köln, 13. Dez. (WTB.) Der kommen- dierende sratrzösische General Deaurain hat in Duisburg die „Kölnische Ztg." vom 14. bis 21. Dezember mit der Begründung verboten, daß das Blatt angeblich „lügenhafte, b hhafte Bemerkungen zu einem Artikel „Belgische KriegsgerichtSurteile" in Rr. 855 vom 8. Dezember gebracht habe. Es handelt sch um die Berichte über die Verurteilung des belgischen Polizeibeamten Schmitz wegen der Erschießung eines deutschen Poli- zelbeamten in Hamborn im März d. I. Der Hrrrdenprozetz. Berlin, 13. Dez. (WTB.) Im Hardenprozeh wurde nach 6 Llhr die Sitzung auf Donnerstag vormittag vertagt. Der Oberstaatsanwalt eröffnet Dann die Reihe ter Plädoyers. Aus und ßanö. Gießen, den 14. Dezember 1922. Verlängerte Umlaufzeit für das Notgeld. Der Reichsminister ter Finanzen verlängerte im Einvernehmen mit Dem preußischen Minister für Hantel und Gewerbe mit Rücksicht aus ten nahen Jahreswechsel, der erfahrungsgemäß besonders starke Ansprüche bringt, die Umlaufgeit für das mit seiner Genehmigung ausgegetene Rotgeld nochmals bis 5. Februar 1923. ♦ * * Für b i e Prüfung von Gas- und Wasser einrichtungen wird tton jeder Gas- und Wa s seren tnahmest el'e eine Gebühr von 20 Mcu-k erhoben. (Siete Bekanntmachung.) • * Hebet Gewerbest euer zahlun° gen bringt Der heutige Anzeigenteil eine wichtige Bekanntmachung " Eine Zuckerausgabe für Anstalten, Gasthöfe, Apo Heien und gerre bliche Betriebe wird im h.uttgen Anzeigen eil tefanntgegeten. *' Grober Unfug wurde in einer ter le-,ten Rächte an einem hiesigen bekannten Denkmal verübt. Selbst wenn man kein Kleinigkeitskrämer ist und auch einen derben Scherz junger Leute ganz gern mal belacht, so muß man es doch bedauern, und verurteilen, dah sich ter jugendliche Tatendrang Denkmäler zum Gegenstand feiner Handlungen wählt Die 'Denkmäler sollte man doch aus Dem Spiele lassen, denn hier wird ter Späh zum groben UnfugI * * Jugend von heute. Am Dienstag hatte ein Geschäftsmann von auswärts sein Fuhrwerk auf dem Ludwigsplatz einen Augenblick ohne Aufsicht hingestellt, um in einem Geschäft eine Besorgung zu erledigen. Als er zurückkehrte, gewahrte er, dah ein Säckchen mit bringen konnte, denn in Amerika nahmen sie keine fragwürdigen Existenzen mehr auf. Es war Den Anwälten gelungen, endlich eine klare Uetersicht über Die Herweghschen Verhältnisse xu erlangen. Aus den vielen Unternehmungen, die er geleitet hatte, hatte man wenigstens soviel herausgeschlagen, daß alle Gläubiger befriedigt werden konnten, außer Herrn Kolkin, ter seine fünfzigtausend Mark heute noch nicht verschmerzt hatte. Die in ter Eppenhausener Fabrik verschwunden waren. Aber Ernsts Kasse war leer, und wenn er wieterkam, stand er vor dem Richts. Er hatte umsonst das Abitur gemacht, umsonst Den Referendar, Den Assessor und den doctor juris, umsonst eine geborene Kgllin geheiratet und umsonst Die größte Praxis ter Stadt gehabt. Seine Ehre war das einzige, was aus diesem Schiffbruch übriggeblieben war. Leiter konnte man davon nicht leben. Ernst hatte in seinen Briefen einmal einen Freund erwätert, Den er in ter Anstalt gefunden hatte — wo fand ein Herwegh keine Freunde? — Ernst hatte ja Gefängniswärter bestochen und Cellotanten bezaubert, er würde selbst auf dem Schiff nach Australien einen Freund finden. Der ihm „in jeder Lage zu helfen bereit" war, wie jener wunderliche Wilhelm Kottenhan, von Dem in Hrnsts Briesen soviel stand. • Es war gerate Mittagspause, als Lutz, von d.-m Wärter begleitet, durch den Anstaltspark ging, um Emst zu suchen Schon von weitem sah er Die Gestalten ter Kranken in Den grauen Kitteln paarweise aus Der Türe treten. Sie schienen ten Sonnenschein mit erlösten Gesichtern zu begrüßen, und Lutz hätte sich nicht gewundert, wenn sie die Arme erhoben und „Wie herrlich ift das Sonnenlicht" angestimmt Hütten. In welche Lagen kommt man durch einen Brüter, Dachte er. Er trug dunkles Zivil, nur ein buntes, zierliches Ortensbändchen im Knopfloch, ter Frühstücksorten eines liebenswürdigen Fürsten. Da sah er Ernst. Er kam Die Allee herunter an ter Seite eines kurzbeinigen Herrn, ter, ten Stock auf Dem Rücken, lebhaft redend neben ihm hersch itt und dessen weißer Bart im Sonnenlicht flimmerte. „Ach. Du,“ sagte Emst freundlich und begrüßte Lutz. „Darf ich Dir meinen Freund Kottenhan vorstellen? Er kommt aus Rußland und ist sehr musikalisch." „Ich spiele das Cembalo," setzte Kottenhan hinzu, als wolle er sagen: ich habe Amerika entdeckt. „Soso," sagte Lutz, Der keine Ahnung von Der Existenz Dieses Instrumentes hatte. Lind er schloß sich Den beiden an. Er fand ®rnft besser aussehend als damals im Gefängnis. Er hatte ftische Farben bekommen und schien in vergnügter Stimmung. Doch fiel ihm eine gewisse 'Llnruhe an ihm auf. Emst konnte keinen Schritt gehen, ohne zu sprechen, zu lachen oder ein Blatt von einem Baum zu zupfen, es zu verreiben, um es Dann wegzuwerfen. Währenddessen erzählte Kottenhan von dem mssischm Da tett und Dem Wohllaut Der Balalaika. „Es ist ein Zwischending zwischen Mandoline und Laute, die Russen gebrauchen es mit großer Gewandtheit und wissen tem einfachen Instrument Töne zu entlocken —“ Kottenhan rollte Die grauen Apgen. „Wenn Sie jemals Gelegenheit haben sollten, ein Balalaikaorchester zu hören mit tem Gesang Der Wolgaschi f er, Dann versehen Sie Ihr letztes Paar Lackstiefel unD gehen hin. Die können Tänze spielen! Mit Kastagnetten, Zimbals unD Tamburins!" „Run, unsere Militärkapellen können doch auch wahrhaftig Tänze spielen," meinte Lutz, „ich habe kürzlich das Straußorchester gehört, alles war einfach platt." „Jawohl, platt, das ist das richtige Wort, — Kottenhan schlug mit feinem Stock auf einen 185 000 Mark und zwei Butterwecken als Inhalt, das er auf seinem Wagen liegen hatte, verschwunden war. Der Polizei gelang es geftern, zwei Taugenichtse im Alter von neun Jahren, der eine in der Kaiserallee, der andere im Schiftenberger Weg wohnhaft, als Diebe zu ermitteln und das Geld, welches sie in Gärten versteckt hatten, herbeizuschaffen. Ein Seil des Geldes war bereits in Rascherer umgesetzt. ** G e stöhlen wurden in der Rächt zum 9. ds. Mts. aus einer Gärtnerei am Reuen Friedhof fünf Wasserleitungshahnen aus Messing; in der Nacht zum 11. ds. MtS. aus einem Garten am Rahrungsberg von den Köpfen der Spalierpfosten Zinkbeschläge, und aus einem Häuschen ein 5 Meter langer Gartenschlauch mit Messinggewinte. Bor Ankauf wird gewarnt. * * Beschlagnahmt wurden 20 Kilogramm neues Bleirohr mittleren Durchmessers, in Stücke geschnitten, das zweifellos von einem Diebstahl herrührt. Etwaige Eigentümer wollen sich auf Der Kriminalabteilung melden. * * Deutsche Volkspartei. Am 11. Dezember fand in der „Stadt W e tz - l a r“ eine gut besuchte Frauenversammlung der D. B. P. statt. Landgerichtsrat T r ü m p e r t hielt einen interessanten Dortrag über „Eheliches Güterrecht und Testamentserrichtung", und gab dadurch den anwesenden Frauen Aufklärung über manche ihnen bis jetzt noch nicht bekannten gesetzlichen Bestimmungen und ihre Auslegung. Frau Schwarz und Frau Lerch erfreuten durch musikalische Dor- träge. Vorrwtizen. --TageskalenberfürDonnerstag. Stadttheater, 7y2 Llhr: Vortragsabend des Kammersängers Hans Rüdiger. — Räume Des Gesellschaftsvereins, 4—’/2Z Llhr: Kinderfest: 7 Llhr: Llnterhaltungsabend. — Astoria-Lichts piele, ab heute: „Das Geheimnis ter grünen Villa", „Du sollst nicht begehren" und „Der tugendhafte Balduin". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Das schwarze Gesicht" und „Der Zechpreller". — Palast-Lichtspiele, ab heute: „Der böse Geist Lum- paci-Vagat undus" unD „Die Dollarbraut". — Aus Dem Stadttheaterbureau. Wir wollen , ht versäumen, nochmals auf Den heute abend '/28 Llhr beginnenden Vortragsabend, betitelt Heiteres und Heiterstes, des Kammersängers Hans Rüdiger hinzuweisen. Wir entnehmen noch einigen Breslauer Zeitungen folgendes übex Rüdiger: „Das Publikum befindet sich in angeregtester Stimmung unD wird bei ferneren Abenden diesen neuen Konkurrenten ter besten Humoristen nicht übersehen. Ein Schmunzeln wird zum Lächeln — ein Lächeln zum Lachen — und schließlich gab es wahre Lachorgien." — Die Theatergemeinde des Düh- nenvvlksbundes läßt am nächsten Montag. 18. Dez., die zweite Vorstellung folgen, wobei „Wallensteins Tod" zur Aufführung gelangt. Trotz der enormen Preissteigerung ist den Mitgliedern auch diesmal wieder Gelegenheit geboten, zu mäßigem Preise das Theater zu besuchen, so daß wohl wieder auf ein volles Harrs zu rechnen ist. (Räheves siehe Inserat.) — Der Bienenkorb-Wohltätig- keitsbasar, den ter Alice-Frauen--Verein heute in ten Räumen des Gesellschaftsvereins veranstaltet, beginnt nachmittags um 4 Llhr mit einem Kinderfest, das den Kleinen viel Freute bereiten dürfte. Von 7 Llhr abends ab bringt ein Llnterhaltungsabend ernst und heitere Aufführungen und Tänze. Im Hinblick auf den guten Zweck der Veranstaltung fei Deren Besuch warm empfohlen. Wettervoraussage für Freitag: Wolkig, trüb, trocken, Temperaturen um 0 Grad, südwestliche Winde. Südwest teutschland bleibt unter dem Einfluß eines kontinentalen Hochdruckgebietes. Landkreis Gießen. * Garbenteich, 12. Dez. Der Gesangverein „Viktoria" hielt am Sonntag unter ter Leitung seines Dirigenten Burger sein Heutiger Staub des Dollar- 10 Llhr vormittags: Berlin 7900, Frankfurt a. M. 7800—7850. im Wege stehenden Blumentopf.ater was Die Russen unter Tanz verstehen, sind Bacchanale, daß Ihnen die Augen übergehen, junger Herr." „Waren Sie lange in Rußland?" fragte Lutz höflich denn er fühlte, daß man Herrn Kottenhan gewinnen müsse. „Was' heißt lange?" sagte Kottenhan, „ich hatte eine leitende Stelle auf tem Gute eines Radyhkys, nicht zu verwechseln mit ten Rady- schis, Denn das ist eine andere Linie. Fürst Iwan hielt sich meist in Petersburg auf, und durch ihn leinte ich ten russischen Hof kennen." „Du wirst ja auch bald mit Höfen zu tun Daten,“ sagte Ernst und brach ein kleines Aest- chen von tem Birnbaum am Weg, „laß dir nur erzählen." Was soll mich in aller Welt das Gewäsch dieses Rarren interessieren, dachte Lutz, ater er sagte artig, daß er begierig sei, etwas vom russischen Hofe zu erfahren ,Wir wollen uns lieber sehen, meinte Emst. Sie nahmen auf einer Dank am Ende tes Parkes Platz, die vor ter großen Wiese stand. Ater als man daraus wartete, daß Kottenhan sprechen sollte, schlug er die kurzen Deine ütereinanter und schwieg. „Der russische Hof, das ist ein großer schwarzer Tintenklecks, voilä tout! Von Der Bedeutung eines russischen Grohgutes ater hat hier ja niemand einen Begriff. Wir hatten einen See, in tem man fischte. Ihn zu ummtem, brauchte man sieben Stunden, wir hatten einen eigenen Fischmarkt. Schulen. Kirchen, Getreidebörsen und Lesehallen, Datehäuser, einen Zirkus sogar und mehrere Kirchen, denn die Russen sind gläubige Menschen." „Es sind sehr viele Llnrichttgkeiten über die Russen verbreitet," warf Emst hm, ter mit Dem Stock im Sande Figuren zog. (Fortsetzung folgt.) 'SsZ LW 4 die WÄ Jet W I ri Kloster 2 : hicsigeLettung«! tag. 3b einm alten Sie Kinder brachte ^.SedichteMd^ Jnstaltslehrertn 3* Norden waren- üeberblick über die C 3n dem knappen ja i -es Gründers der 1 unb unter tiWr ® Juno SÄ4® fljet Jahren auf Ma ten sind seitdem butd (Die statistisch nachgell brauchbare Menschen Walt sehr mit M Denn sie nicht hilfte gehabt, hätte sie j schließen müssen. Zui 1 Pfarrer Ködding Amen der Freunde itt Lehrerin und den i Kre« \ ' Alsfeld, I .Ml«ÄMdgang der ,IderDvthilfe det ^chengemeinde h *400000 « itnb 5 100- btt 120000 > ansehnlichen Daten Aol wird gerechnet. Emrichtllug eines unterernährte Kreise * Nrieööerg, Etz er in Degenwa wiwaltschaftdkL^ ' verschwundenen Weller aus Friedr ter tiefen Schacht „ Odenweller hatte be nen in FrMkfurt a. sucht und konnte wer brvchenen Eisenbchn. chren. Er begab sict 4 Weggang 1 ^ehen. Die Leiche schlie wrf Papiergeld, fot , wren jedoch noch bD] IX? i JV V- ten Aieder. | Staatsanwaltschaft y S’Änt; Ä CMrifa) e ■/I , - > % Franks^ i m jeder in e I Hai 5 kitt «?.Anung, Q KW 120 Kilo- Durchmeß wttM boti .Eigen- Mteiiunfl *nHs3«. ^qu Wmg5 ’Ä"* fiste fr ®® ’^rci Ulfe As ä= Jf^unb ^gerSar. Jot Ankauf "ei- Lm btJM. de^nim- 7«elitzttlat 'tenDvlkao Testamem- anwefenden Mn bisjehl ^stinmun- hlvarzund allsche Dvk- nnerstag. nSdeZKam. - des Seiell. teil; 7 Uhr: Wele, ab ■ ‘Sifla", .Du endhaste M abc, ab baite: iechvreller". - >|s Geist Lum- itbraut“. terbureau. matt aus den Dortragt- heiterstes, des r hinzutveisen. luer Zeitungen ilitum befindet inb wird bei nturrenten der Gin SchmuN' rin zum Lachen Zachorgien? »edesDüh- chsten Montag, folgen, wobei mg gelangt , ist den M» enhei'l geboten, u besuchen, so uL yr rechnen DvhltStig- Frauen-Derein rllschaftsveieins um 4 W mit m viel freui-c z ab bringt ein m Äufführun- en guten 3rea ch jMrnt emp» \t jerahntn um >r dem Sinflck ries. N. Der Gesang' Sonntag unter Bürger fetn i Dollar- 7800—7850. 'S .aber -oas !dS»°K i, junger He ■ \V sMte Gut iS«* M-nban, > ^Autc eines ben W fgürflW« und durch Cfi,1 Höfen zu wn *.&JS etwaS " Snde^rals st<, sprecht eb°^ iE s'L glöu^ tN । y. r*> Mm stmeet * "3«r *28ttl**t*g Mltll bte ’ZRurrffcWfte Mein? (TBiefed) an7) Herr Hera- , wer (©teften) gewonnen worden. Sämtliche ;. IBM®* and Svbworträge, sowie die Märmerchöre Warden lehn? gut zu G^hvr gebracht unb fanden : bei dichtbe-etztem Saale reichen Beifall. ll. Lollar, 13. Dez. Die hiesige Schule £eea»ftaltete vor einigen Tagen im Linden- HNde einen Glterngbend, au dem auch per Gemeinderat und der Schulvorstand ein» jgeladen waren. Lehrer D ö h n hielt einen Vortrag über Elternhaus und Schule, M dem er zu dem Ergebnis kam, daß Eltern «ad Lehrer eine GrziehungSgemein- 1 ch a f t bilden müssen, wenn das ErziehungS- tyri erreicht werden soll. Lehrer G e r n a n d t /ührte mit Schülern der 5. Klasse ein Märchen» 'lpiel und zwei Kinderreigen vor, die mit großem Beifall curf genommen wurden. Der Schü- ! lerchor der 1. xlasse unter Leitung von Lehrer Döhn verschönte den Abend durch passende Lieder. Drohen Anklayg fanden auch ± die vorgetragenen Gedichte. — 3m Laufe des | Winters soll für jede Klasse em Elternabend eingerichtet werden, an dem wichtige Er- ehungSfragen ohne Beisein der Kinder für freien Verhandlung kommen. rt Kloster ArnSburg. 13. Hüb. Das bieftaeHe1tungsha « s für ML dchen feierte i im Kvetse seiner Freunde seinen 7 5. ® ebu rtd- tag. 3n einem mit ®rün geschmückten Saal des alten Älofter baud versammelten sich die Seftgäfte. Die Kinder brachten reizende, kleine Aufführungen, Gedichte und Lieder zu Gehör, die von der Anstaltslehrerin Fräulein Schmidt eingeübt worden waren. Stiftsdechant Lenz gab einen lleberblick über di« Geschichte des Rettungshauses. 3n dem knappen Jahre 1847 auf Anregung des in ganz Oberhessen bekannten »DlMdenschäfers", I deS Gründers der Friedberger Blindenanstalt, und unter tätiger Mithilfe des fürstlichen Hauses vwi Lich des aräflichen Hauses von Laubach und ; Pfarrern von Lich und Ilmgegend gegründet, trieb die Anstalt zunächst ihre Arbeit an Kindern beiderlei Geschlechts, beschränkte sie aber seit den Vierzimmer Wohnung. Seiner Frankfurter Geliebten • hatte er kostspielige Geschenke gemacht. — Der - Löffels chlucker Heinrich (Södel aus ’ Kelsterbach, der kürzlich bei einem Einbruch überrascht und festgenommen wurde, hat die Gepflogenheit, sobald er in das Gefängnis ein» oeücfert wird, einen Löffel zu verschlucken. Man bringt ihn dann in das Krankenhaus, aus dem er dann regelmäßig mit oder ohne Löffel im Magen entweicht. Auch diesmal ist ihm das Manöver wieder geglückt. Gr meldete sich im Gefängnis krank, kam ins Krankenhaus und entwischte aus diesem schon am zweiten Tage wieder. ] [ QKarb ur g, 12. Dez. Ein in der hiesigen Landesheilanstalt zur Beobachtung seines Geisteszustandes weilender Zuchthaus- sträfling, der lebenslänglich zu sitzen hat, ist entflohen. Der Flüchtling heißt Otto Meier, ist ungefähr 35 Jahre alt, mittlerer Gröhe, blond, blaß und tragt gestutzten Schnurrbart. Er war nur notdürftig in Kleidung. — Zur Pflege deutsch-schwedischer Beziehungen hat sich hier eine Deutsch- schwedisch-akademische Bereinigung gebildet, die über 100 Mitglieder zählt. Dem Studentenheim ist bereits eine schwedische Stiftung in Höhe von einigen hunderttausend Mark überwiesen worden. Landwirtschaft. " Das Treiben von Vieh durch Orte, die infolge der Maul» und Klauenseuche gesperrt sind oder sich im Beobachtungsgebist befinden, ist verboten. Das Kreisamt hat die Bürgermeistereien der Landgemeinden und die Gendarmeriestationen angewiesen, Zuwiderhandlungen unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. — Infolge des Ausbruches der Maul- und Klauenseuche zu Grohen-Linden hat der Landrat zu Wetzlar aus den Grenzortschaften Hörnsheim unb Hochelheim, einschließlich deren Feldmarken, einen Beobachtungsbezirk gebildet. — Die Maul- und Klauenseuche unter dem Viehbestände des Hofgutes Hohensolms ist erloschen, die Schutzmaßnahmen sind wieder ausgehoben. •• Der ansteckende Scheidekatarrh .unter den Viehbeständen in Grünberg, Hüb- dings hausen unb Stangenrod ist erloschen, die Schutzmaßnahmen sind aufgehoben. Schlichtnngsausschuß -er Provinz Oberheffen. Sitzung vom 8. Dezember. Dem Zentralverband der Fleischer und der Darmgrrßhandlung I. Theisebach in Gießen schlug der Schlichtungsausschuß durch SchiÄ)sspi-uch folgende Stundenlöhne vor: ab 16. Rovemder 1922 165 Ml., ab 1. Dezember 1922 260 Mk und für die Zeit vom 16. bis 31. Dezember 1922 320 Mk. Heber Anfang und Dauer Der Lohnvegclung waren die Streitteile einig. Die Maschinenstrickerei Steinmetz inGie- ben soll vom 1. Dezember 1922 an folgende Stundenlohne zahlen: den Strickern über 20 Jahre 215 Mk., über 17 Jahre 150 Mk. und unter 17 Zähre 120 Mk ; den Strickerinnen und Häberinncn über 18 Jahre 90 Mk., über 16 Zähre 75 Mk. und über 14 Jahre 55 Mk unb den Spulerinnen 90 Mk Eine entsprechende Ausbesserung der LehrlinaSvergütungon empfahl der Schlichtungs- ausschuh den Parteien. Der Schiedsspruch über die Dezemberlöhne der Putzmacherinnen in Gießen lautete auf 83 Prozent Erhöhung der Rovernberlöhne. Für eine Arbeiterin der Schneiderin Sam- beis in Gießen schlug der Schlichtungsaus- schuh 30 Mk. Stundenlohn ab 11. Dezember vor. 3n seiner Lohnstreitsache mit der Wäschefabrik Hartmann in Gießen zeigte der Beklei- dungsarbeiterverband Eürigung vor der Schlichtungsverhandlung an. Eine Arbeiterin der Damenschneiderei A. Kramer Hachf. in Gießen erhob unter Berufung auf die Decprdmmg vom 12 Februar 1920 Einspruch gegen Kündigung. Kü>rdigungsgrund war aber nicht die Absicht, die Zahl der Arbeiterinnen zu vermindern, sondern Streit über die Lohnhöhe. Der Schlichtungsausschuß gab daher dem Einspruch nicht statt, empfahl jedoch die Weiterbeschäftigung zu einem Lohn, den er vorschlug. Die Aktiengesellschaft Rinn und Cloos in Heuchelheim (Zigarrenfabriken) hatte wegen Absatzstockung den beiden Deifahrern ihrer Lastkraftwagen ohne vorherige Arbeitsstreckung gekündigt. Der Schlichtunqsausschuß erflärte die Kündigung nur als Ankündigung der Arbeits- streckung im Sinn des § 12 der Verordnung vom 12. Februar 1920 für gerechtfertigt. Dem Einspruch nach § 84 Absatz 1 Z 4 des Betriebsrätegesetzes gab er statt Die Antragsgegnerin muh die beiden Leute weiterbeschäftigen oder, wenn sie dies ablehnt und der Staatsivmmissar denSchieds- spcuch nach der Verordirung vom 12. Februar 1920 nicht für verbindlich erklären sollte, ihnen die Entschädigungen nach § 87 des Gesetzes zahlen, die der Schlichtungsausschuß festsehte. Die Entscheidung nach dem Betriebsrätegesetz ist bindend. Die Bahnhofsbuchhandlung Julius Vater n a h m hatte einem Angestellten ihres Gießener Detriebes gekündigt, um ihre Ankosten zu verringern. 3n der Schlichtungsverhandlung vereinbarten die Streitteile die Weiterbeschäftigung des Angeklagten bei tariflicher Entlohnung und voller Beschäftigung bis zum 31. Mürz 1923. Findet er vorher eine entsprechende Stellung, bann steht seinem Austritt nichts entgegen. Auf Verlangen erhalt er habet fetn Gehalt bis zum 31. März 1923. Schöffengericht. Gießen, 5. Dez. Zwei Arbeiter von hier haben in der Pro- vinzial-Siechenanstalt dahier mittels Einbruchs 3 Hühner gestohlen und an Ort und Stelle ab- geschlachtet. Mit Rücksicht auf ihre Vorstrafen — der eine ist rückfälliger Dieb — wurden sie zu Gefängnisstrafen von 5 Monaten und von einem Jahr verurteilt. Ein der Hehlerei angeklagter Arbeiter wurde mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. Aus dem gleichen Grunde erging wegen eines andern Hühnerdiebstahls Freisprechung. Ein Ehepaar und eine Ehefrau von hier erhielten wegen gegeiffeitiger Beleidigungen Geldstrafen von 2 0 0, 800 und 100 M k. 3m letzten Februar hatte ein Sattler von Klein-Linden von einem dortigen Schneider ein Haus getauft, in dem ein Händler zur Miete wohrrte. Auf Grund eines Spruches des Mieteinigungsamtes war dem Sattler die Erlaubnis erteilt worden, dem Händler drei Wohnräume zu kündigen. Er begab sich nun im Oktober nach der Wohnung des Händlers, um die drei Zimmer $n räumen, obwohl er schon vorher darauf htn- getokfex worden war, daß bee Räumung der Wohnung nur im Wege der Räumungsklage herbeigeführt werden könne und jedes selbständige Vorgehen strafbar fei Als der Händler den Sattler, den neuen Hauseigentümer, kommen sah, holte er sofort den Bürgermeister, der den Sattler nochmals auf die Strafbarkeit der beabsichtigten Selbsthilfe aufmerksam machte. Der Sattler nahm daraufhin an diesem Tage auch von seinem Vorhaben Abstand, erschien jedoch am nächsten Tage wiederum in Begleitung feines Schwiedervaters und seiner drei Schwäger. Er forderte die Ehesvau des Händlers in dessen Abwesenheit dreimal auf, die Türe zu öffnen, und schlug, als dies verweigert wurde, ein Fenster ein, durch das er in ein Zimmer einstieg. 3n Gemeinschaft mit seinem Schwiegervater und seinen Schwagern, die zum Teil ebenfalls in das Zimmer geklettert waren, räumte er die Möbel aus und nahm die drei Zimmer in Besitz. Wegen nötig ung und HauSfrie- densbruchs wurden die Angellagten zu Geld st rasen von 2 000, 5 0 0, 150 M k. und einer von ihnen zur Strafe des gerichttichen Verweises verurtei-lt. Ein Metzgergehilfe von hier fand im vergangenen Sommer auf der Straße Klein-Linden— Grohen-Linden ein Paket mit einem Paar Herren- und zwei Paar Dammischuhen, das er nicht auf dem Polizeiamte ablieferte, sondern zu Hause versteckte. Wegen älnterschlagung erhielt er eine Geldstrafe von 2000 W k. Wegen 'Fahnenflucht wurde ein Reichswehrsoldat zu neun Monaten Gefängnis, wegen FahneTfflucht und älnterschlagung von militärischen Ausrüstungsstücken ein anderer Reichswehrsoldat zu einer Gesamtgefängnisstrafe non neun Monaten zwei Wochen verurteilt. Eine Reihe von Privatklagen fand teils durch Vergleich, teils durch Rücknahme ihre Erledigung. Vermischtes. Eine Driefmarkensammlung von hohem Wert erschwindelt. Karlsruhe, 13. Dez. Am 5. Dezember wurde von einem gewissen Sibert aus Hürnberg unter dem Borgeben, Sohn eines Fabrikanten aus Hürnberg zu sein, von einem hiesigen Sammler ein Album mit einer Brie fmarkensammlung im Werte von 1 200 000 Mark erschwindelt. Der Täter hat in Frankfurt einen ähnlichen Betrug verübt. Auf die Beibringung der Sammlung ist eine Belohnung von 100 000 Mark ausgesetzt worden. Aus dem Grotzstadtfmnpf. Berlin, 13. Dez. On Charlotten- burg nahm die Polizei in der vergangenen Hacht in den Bahnhöfen Sharlottendurg und Zoologischer Garten mehrere hundert Verhaftungen von Personen vor, die u n- lautere Hachtgeschäfte betreiben. 3n der Hardenbergstrahe wurde ein lediglich von Ausländern besuchtes A a ch t l o k a l ausgehoben, in dem die Hälfte der Anwesenden in völlig nacktemZustandewar und wo zu Tanzvorführungen Sekt zu wucherischen Preisen feilgeboten wurde. DiebstLhle. Berlin, 13. Dez. (WTB.) 3n einem hiesigen Hotel wurden einem Leipziger Ingenieur aus seinem Gepäck ausländische Devisen, deutsches Geld, Juwelen und Toiletten- gegenstände im Gesamtwert von 2 8 M i l l i o - nen Mark gestohlen. Auf die Wiederbeschaffung ist eine Belohnung von 5 Millionen Mark ausgesetzt. — Die Berliner ch i n e - sischeGesandtschaft wurde gestern nacht von Einbrechern heimgesucht. Es wurden vier Koffer erbrochen und daraus wertvolle Kleidungsstücke gestohlen. Augsburg, 13. Dez. Aus dem Stadt- psarrhaus St. Georg wurden von Einbrechern Kirchengeräte im Werte von über 1 5 M illionen Mark gestohlen. Kindesmord. Görlitz, 13. Dez. Vergangene Rächt versuchte der Telegraphrnarbeiler Daum seinen 9jährigen Sohn im Schlafe durch Axthiebe au töten. Dem Knaben wurde die Schädeldecke zertrümmert. Sein Zustand ist hoffnungslos. Die Ursache der Tat soll in Rah- rungSmittelsorgen zu suchen sein. Schweres Erdbeben in Japan. Osaka, 13. Dez. (Wolff.) Durch ein schweres Erdbeben auf der Insel Kiu» schiu wurden 23 Personen getötet und 22 verwundet. Das Beben dauert an. Ein sechs englische Meilen von R a g a s a k i entfernter Vulkan befindet sich in Tätigkeit. Die Einwohner des betroffenen Gebiets fliehen in voller Panik. Kirchliche Nachrichten. 3fr. Religionsgemeinde. Gottesd. i. d. Shnag. (Südgnl.). Samstag, 16. Dez. Dorabd. 4,30, morg. 9. Predigt.Abds. 4,35 u. 5,15.—3fr. ReligivnSgefell- fchaft. Sabbatfeier. 16.Dez. Freitag abd.4, Samstag Vorm. 8,30, Predigt, Rachm. 3,30, Sabbatausg. 5,15. Wochengottesd. morg. 7,05, abds.4. Handel. Frankfurt a. M., 13. Dez. Börsen- stirnmungsbild. Der Dollar bewegte sich heute zwifchen 8400 und 8100. Devisen lagen bei bescheidenen LImsätzen schwächer. Am Effektenmarkt nahm die Spekulation eine abaxxrtenbe Haltung ein. Auch Kaufaufträge sind heute wenig umgegangen. Montanaktien eröffneten vorwiegend abgcschwächt. Maschinen- und Metallaktien sind tefltorffe gestutzter. QMbnmtt iaoen fttzr fest, Mektrizitätswerte nicht ganz eintzertlAtz. Hon sonstigen 3nbu fhrictocrten blieben unter anderen gesuchter Zuckeraktten und Zellstoff-Wawhof. AuS- lanbrentcn paßten sich der Devisenbelvegung an. Der Dollar wurde um 1 äühr 8000 genormt. Börsenkurse. Frankfurt a. M. Berlin S4M. 3d)U6. ÄMr» Akt» Here Rurs Datum: 11.12. 18.12. 1L 12. 13.12 57. Dtsck. RetchSanlethe 78,- 7M0 80,75 8L- 4% Dergleichen 40£x- 405.- 422- 426,- 3'/,7. Dergleichen 260,— Ast- WO,- 260,- 3% Dergleichen 101U,- lltiä-1025.- 1Ü50,— DlschSonr-Präm-Aul. 140,— 160,— 130,— 165,— 47, Preutztsche S»ns«l» 160.— 180,- LOÜ— 200,— 47. Hessen......... 110,— 130,- 97,- 3*/,7o Hessen 99.- -,- 37o Hessen......... —1SÜ— 190,— 190,- 47° Zoll türken 990(1- 8850,- 9750,- 8700,- 57° Goldmextkaner ——,—95100.— Berliner HaudelSges. . 1780Q.- 15800,-16100- 1700O- Üommerz- u. Privalbk. 26(X),— 2500,— BfiTXl— — ,— Darms,. u.Nattonalbank 2625.— 2500,— 2675,— 2575,- Demsche Bank Si’>O- 6000- 5700— 6100,- Demsche BereinObank. 1090,— 1095,— — DiScomo Commandtt . 3400.— 3350. - 3400,— 3500— Metallbank 15100,- 1(1100- Mineldeut. Creditbank 2300 - 2300.-2270- 2300,- Oesterr. Crediianstalt. 1600,— 2400,-2000,— 2425,— Bochumer Guß .... 20500— -,—22750,-30520,— BnderuS......... 13000,—12100,—13200,-12900,— Earo........... 11005,— 9100.-10000,- 9050,- Deutsch-Lnrembura. - 20000, —20000,—19500,—19'.i0Ö,— Gelsenkirchener BergwS600(>,—22000,—2ÄXX),- Harpener Bergbau. . 67000,—(i07O0,-6(SO0,-tzOOOO,- Kaltwerk Aschersleben 12200.-11000,-10400,- 10000,— Kaliwerk Westeregeln 13500,-13500,- —.— —,— Vaurnbüttc....... 15700,-12950,-22000,— -,- Oberbedars 15160,-12900,-13250 -12400,- 'l'bönii Bergbau. . . . 21100,-21000,-20500,-22500,- sliheinstabl 18000,—17000,—18900,-17500,— Ricbeck Montan . . . 35800,-36750.-37000,-37000,— relluS Bergbau.... 5000,- 5.300,- -,- yanibura-Wmer. Paket 7900,— 8700 - 7950,- 8300k— Norddeutscher Vleub. . 4400.— 4500, - 4000,— 4490,— Zement,verkHetdelberg 750(^—7600,- —,— -,— Phillvv Holzmann . . . 5700,-4700,— ——,— Anglo-Lont -Auano. . .23500,-26000,-26500,-27500- Badische «nllin 4500,—170 0,-16100.—KP>00,- Ol ldfchmidt 19000.— -H . 10 hm,- 891)0,- Ärlesbeiiner Electron 120iX^—15000,—15500.—15000, — Höchster Farbwerke . 12000,— —,—15000,— — voltverkohlung 8000,— 8500,— —,— -,— NlilgerSwerke 880",- 8200,- 8300,- 8025,- cheideanstalt 17000,-15100,— —,— — ANg. ElektrizilälS-Ges. 7005,- 7100,- 6600,- Bergmann 6000,— 5775,— 6000,— 5800,— Schlickert......... 12000,-110M—10-25,—10601 ),- Siemens & Halske. . .20"0ü— —,—19700,—17700,- Adlerioerke Meyer. . 4000,-3200,- 4000,- .M0,- Daimler Motoren. . . . 4700,— 4200,— 4400,— 4425,— Heyllgenstaedt 5175-5000- -,— —,- Meguin.......... 7000,- 7700,- 680ft- 6500,- Metallges. ^rankfvn. 2700a-2850ü- -,- Schuhfabrik Herz.... 2600,-LM.- -,- Sichel............4110,-:fiXX).- -,- Zellstoff Waldbos . . . . 105-)0,-16500,- 10500,- 17000,- Zuckersabrä>rankembnI11000,—12000,- —,— —,— ZuckerfabrikWaavauselllOOO,—12100,- —,— —,— «ückerlisch. — Die Abenteuer deS MüllerS Crispin. Roch schlesischen Sagen erzählt von Juliane KarwatH. Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt. — Zuliane Karaxrttz zeigt sich als meisterhafte Märchenerzählerin. Richt in wirrer, eigenwilliger Phantastik spinnt sie die Fäden der Handlurrg^ fie knüpft an Sage und Aberglauben den Dolles in den schleffschen Bergen an. Indem die Dichterin andererseits das Treiben in den Mühlen, die alten Zunftbräuche untd Sitten der Müller, das Leben des oberschlesischen Volkes (etwa tm 17. Jahrhundert) mit frischem Realismus, oft auch mit gesundem Humor schildert, gibt sie all dem Märchösthaften eine feste Grundlage, dem Unheimlicheir und Grausigen ein wohl tuendes Gegengewicht. So ist die Geschichte vom Müller Crispin eines der wenigen Märchenbücher, die alt und jung mit der gleichen Teilnahme und Liebe lesen werden. — Martin Andersen Rexö, Stine Menschenkind. Roman. Fünfter Teil: Zu den Sternen. (Verlag von Albert Langen in München.) — Das Werk ist die durch das Medium M):ter Menschlichkeitsdichtung gesehene, von Poesie urnglänzte Darstellung eines in Qualen hart mit dem Dasein ringenden Weibes und seines allmählichen Werdens. Stine lebt weiter in der trüben Atmosphäre drückendster Armut, mit Röten und Widerwärtigkeiten kämpfend, die andere Menschen ihr bereiten. Aber nichts vermag die unermüdlich Schaffend« soweit irieder^uschmettern, daß sie am Leben verzweifelt. Sie rafft sich immer wieder auf, well sie fernen Hot leiden sv Der Voratand. ! Lichtspielhaus | Bahnhofstraße 34. 1IVR4c N7A Junglehrer kausm. Borbildg., sucht znm 1. Januar Stellungin iudustr. Betrieb. Schristl. Angeb. unter 011275 a. d. Gien. Anz. erb. W und ffloftiiarafWer d. auch t. d.Leitungs- branche Bescheid weih, sucht Stel- WerlSfl 2 m gr. zu kauf.ßges. L sqveitzec. Mtzlor Langgasie64I.Ai2« Stelienangerjoie^ Zuverlässiges W für Küchen» u. Hausarbeit per 1. Januar -Krame •Schleier -Seide -Handschuhe -Wäsche Modehaas Salomon Dießen, Schulstr. w 2,40 X 3,50, gut erh., zu verkauf. Zu erfr. in der Geschäftsstelle des Gietz. Anz. «n«? Verwaltungsbehörde sucht sofort I LMchMW als Beredeten u. für leichte Bureauarbeiten. Schrift!. Angebote mit Lebenslauf u. Zeugnissen unt. 10765D an d. Gießener Anzeiger. Hinliin iiiiiiiimiiHiiiiiiimiiniinni krsgWlevlldeliiSelSam Bepatatnten Vertreter: Otto Reitz, (Biegen Asterweg 44 :: Telephon 1250 Hamburg - Baltimore Hamburg - Boston Hamburg - Philadelphia usw. Auskunft erteilen: American Line, Hamburg, Börsenbrücke 2 Vertreter: Wilh. Jullmann, Gießen, Bahnhofstr. 65. 7361 A W zu kmsen gesiitt. Schrift!. Angeb. unt 011290 a. d.Gietz. Anz. MerleMe aus Privatband zu kaufen gesucht. Zahle je nach Qualität bis M.60000pr. qm. Für befand. Prootnien- zen roicStirntan, Bo- chara, Täbris zahle bei groyeu Ziininer- tepvichen b. 1000000 Ma, k per Sluck. Eil- angedote erbeten an Am 10. d. Mts. verschied sanft nach kurzer Krankheit in Darmstadt unsere liebe Mutter, Großmutter und Schwiegermutter Freifrau Louise von Rico» geb. Binder in ihrem 82. Lebensjahre. I. A. der trauernden Hinterbliebenen: Anna Schirmer geb. Freiin von Ricou Kommerzienrat Heinrich Schirmer. Man bittet von Beileidsbesuchen absehen Von heute bis elnschl. Sonntag ein auserwähltes Programm: > Oos Geheimnis »ter grünen Villa Sensat-Detektiv-Film. 5 Akte. 2. r in sollst nicht 9 hegehren... bk Mond.Sittenfilma.d.Gegenwart BERLIN WO GIESSEN Unt d. Linden 1 Th. Loos, Kirchenplatz and alle bedeutenden Reisebureaus GWWlMM Zreitag, -en 15. Dezember von 10 Ubr ab, versteigere ichBraudgasse Nr. 3: 2 Taschen- und 2 Wanduhren, neue Messer, Gabeln, Löffel, Schltetzkörbe, Fensterputzer, Tovfreiniger, Blumenkörbe, graue Körbe, Handwagen, Grammophon- platten, Notenständer, Noten, 1 Waschbütte, 1 Revolver, Muscheln, Nipp- und Aufstellsachen, Bilder und Bilderrahmen, Bücher «dar. wiffenichasiliche), Tischtücher, Bettbezüge, 1 Neihbrett m. Schiene u. Zirkel, Schubzeug, Herren-, Damen- u. Kinder- kletder (bar. 1 neuer Matzanzug, Gr. 52), Gehrock, Frack nt Weste, g. Herren-Ueber- zieher, 1 Knopfinaschtne für 30—36-linige Knöpfe usw. — Von2 Uhrab: Mobiliargegenstände als 2 SovhaS, 1 Vertiko, 1 Koni ode, 1 Komode m.Schretbaufsatz, IKleider- Für April 1923 werden 45 Scblosserlelirlinge 3 öreherlehrliBge 2 ScluniedelebrliBge eingestellt. 10743A Söhne achtbarer Eltern wollen sich bis zum 15. ds. Mts. mit dem letzten Schulzeugnis melden bei der Betriebsleitung der ME6ÖIN A.B. Butzbach (Hessen). 2 Bear 5«? Gr. 43 u. 44. preiöw. zu verkauf. Zu erfr. in der Geschäftsstelle des Gieh. Anz. 01ttM] Sehr gut erh. B0«W sowie Hut für Kon- sirnmnden, n. Zim.- Schaukel zu verk. Bruchstraste 8 l. n»T um9 ? SÄ Do Am Montag entschlief sanft im Marienhospital zu Siegen unser lieber Kamerad Karl Brasch im blühenden Alter von 26 Jahren. Ehre seinem Andenken! Reichsvereinigung ebemal. Kriegsgefangener Ortsgruppe Gießen. Die Beerdigung findet Freitag, den 15. Dez, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Erich Beyer Juwelier, Gießen, Bahnhofstraße 1.8|61D Zinn j für das Kilo über 2000 Mk., kauft Ludwiattratze 6 lLaden rechts). Gut erhaltene Strickmaschine zu kaufen gesucht. Schr. Ang. mit Preis u. 011289 o. d.G.Anz. Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton, Cherbourg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierungsdampfer der United States Lines NÄCHSTE ABFAHRTEN« America.......... 3. Jan. 7. Febr. President Roosevelt. . 6. Jan. 14. Febr. President Harding ... 17. Jan. 28. Febr. George Washington . . 21. Febr. 28. März Southampton u. Cherbourg 1 Tag später. Verlangen Sie Prospekt» und Sege fristen Nr. 152 Noch preiswert ZU haben: demäenM welker Köper. Mel. «MakW.ße!-i-liMstilI 80 0.130 Breit, Bettmtjleioen in 160 breit, öOTSftnl), Beträte o.3eohtr. fertige Sotinnntertötfe. fertige Stöüaen, fertige Domen-gemöen, -öofen unO Wieden. GW wen. fiieiöerorutfe iifro. nfro. Del L. Teitler, Gietzen Dammftratze 25 p. 011,74 Doppelschraubendampfer „Manchuria« . Al. • Doppelschraubendampfer „Mongolia“ ... 3. Februar Dreischraubendampfer „Nlinnekahda11 . . 10. ■ Doppelschraubendampfer „Manchuria“ . 24. • Ein gut erhaltenes Reitzzeug lSnstem Riester oder Richter) zu kaufen gesucht. Schr. Ang. mit Preis unt. 011226 an den Gietz. Anz. | Empfehlungen"! Herde Z u. Oefen Edgar Dorrmann, L>tsenhandlugn. 3um 1. Januar tücht. ZrSulein Bereinigte Wtzmerksbesitzer le. B.) non Men. Wer Hilst, auch in diesem Winter der Not armen Wandernden in der Herberge Mr Heimat einen Weihnachtsabend zu bereiten? Freundliche Gaben in Geld erbeten an Prof. D. Schian (Postscheckkonto 14483), in sehr erwünschten Naturalien an Hausverwalter Loh, Hinter der hlast-LMiM — Lindenplatz — 011997 GröBies n.vornsiimstesTlieateramPlatze tosrican Line RegelmäBige Passagier- und Frachtdampfer Hamburg - Newyork Passagi erdampfer: Doppelschraubendampfer „Manchuria« . 16. Dezember f Heute bin elnschl. Sonntag 1 I Variete- tl Sensationssch^nspiel V 1 in 5 Akten e t von Dr. Johannes Brandt V / L d. H.: Mara Techuklera. \ Ferner: 7 k Thea Steinbrecher in ihrem Ä i neuesten Lustspiel in 2 Akten fl stellen, Bettzeug, 1 Spiegel, 3 Kronleuchter, 1 Nickel-, 2 andere Tische, 2 Oefen, 1 Bank, 1 Waschmasch.,1 Feöschaukelvferd, Puppenstuben, Spielzeug, 1 Latemamapica, 1 Barometer mit Höhenmesser, Luven, 2 grohe Oelgemälde, 1 Werth.-Schneidermaschine, 1 Messtng-Wasserwage u. a. m. 011296 H. Benner II., Auktionator und Taxator. ______Krofdorfer Strane 9. seltener Schönheit: Der böse Geist Lnmpacl- Vagabundus 6 Akte und ein Zwischenspiel nach der Zauberposse von Johann Nestroy. Motto: Das Lachen ist des Menschen bester Freund. Ferner: Die Dollarbraut Ein Abenteurerfilm großen Stils voll neuer Tricks u. Sensationen. In den Hauptrollen: Lotty Morgan Henriette Bonnard. 3. Der tugendhafte Dalduin Reizendes Lustspiel in 3 Akten. Freitag, den 15. Dezember, abends 81/* Uhr: MeWWMMIM im Kathol. Vereinshaus BlMtrBtOl? Redner: Univ.-Prof. Dr. Hans Schmidt. Freie Aussprache. ArbeitSMtinsW zur Mrapfoo i>:S 3lfo|oli8fflnD: Guttemplcrloge Hasfia Blaukreuzvereiu Deutsch.Ver.g.d.Alkoholismus Evaug. Arbeiterverein Naturheilvereiu Jugendrina Deutscher Bund abst. Frauen Neumark, Ber.llbst.Studenteu Wartburgverein. 10758D Die im e' Londv gestern im $ klare, BaJ. Jeremtgien erlassen toi Alliierten einleuchtend feil mehi Sicherhe lung in Eu jung der zu erlangen Fragen der paration >0 der intemlli Aeparotions zen adhängi großen Fehl« frage vor, ■ ausfchuo. muligl linirix es Ivar die öeranttoortlid beiten nicht der Frage de macht werde gierung in • wert wäre, ei national« die Vereinig berufen. Di Europas föi nicht eine schaffen wer! ßtärfung das beste zur Diederh« an. Es sei wem der Gc Europa wieü« würde. Der n wenn di« Ae Deutschla Völkerbünde Möchte sich Aüstungsf auf hin, baf; von Frankreich Dran nach Er an England 1 toelliaen Aea der Länder, c tvurden, begii Ungen zu 1 sehr scharfe Frankreich un Dezahlung bt morgen zu 6e der verlierend« erhält, die Di augenblicklichen schoftlichen Ac einen Deysch^ sondem m Ml eme Zah fttoekntlic r?, siedens ■ Heilung d^ U Aschen SjQ] ßnglanö in ti Änm 1 Dulden erlas als umn °are v L £ Eurvd SA nt Zeitig du dein °Äme'^ Ste LW. Ä: Verkäufe | d>nstnerrz- maschine FrredenSware, Schetbendurchmesser 26 cm, und Erveri- mentierkasten dazu preiswert abzugeb. Zu erfr. tu der Ge- schäftßst.d.G.A. iw*ST oäß gjlar« ^Q09Jlar«( erschein-"' fern '"l Ee-oalt.- Suschlüsse. leiwnglb Lnsch^s ptW zraass^1 Platin-, Gold- und Silbergegenstände kauft zu hohen Preisen W. u. W.-K. 9 Uhr Vortrag. Br. J. 107B,v Stadttheater Freitag, 15. Dez. I0.zretlag-Av.-Voi1l Der Vulkan. Anf.7,Ende9»/.UHr Westanlage 11. Junges Mädchen tagsüber für Haushalt u. zur Erlernung d. Schneiderei gesucht. 10781D Bleichstr. »2 p. Zucker Ausgabe für Anstalten, Gasthofe, Apotheken und gewerbliche Betriebe. Der November-Jucker ist eingetroffen 'und wird ab heute durch die Import- und Handelsgesellschaft Benner, Krumm & Sauer, .Bleichstratze 4, an die Bezugsberechtigten ausgegeben. Preis Mb. 100.— für das Pfund. Die Ausgabe erfolgt nur gegen «Barzahlung und Abgabe der Marken A und B für November 1922. Säcke und Gefähe zum Einfüllen sind mitzubringen, auch bei Abholung größerer Mengen. Gießen, den 13. Dezember 1922. [10783B Der Oberbürgermeister. (Lebensmittelamt.) Bekanntmachung. Das im Monat Aovember d.Fs. zur Aacherhebung kommende Ziel Gewerbesteuer für das Rj. 1921 kann noch bis >zum 28. d. Mts. ohne Kosten bezahlt werden. Diejenigen, die mit der Zahlung dieses Zieles noch im Rückstände sind, werden hiermit gemahnt, die Abgabe bis zum 28. Dezember an die Stadtkaffe >zu bezahlen. Am 29. Dezember beginnt Beitreibung, wobei die vorgeschriebe- nen Kosten erhoben werden. Giehen, den 13. Dezember 1922. __________Stadtkaffe Gietzen. 1O78OB Bekanntmachung. Für die Prüfung von Gas- und Waffereinrichtungen wird vom 15. ds. Mts. ab eine Gebühr in Höhe von 20,— Mark für jede Gas- und Wafferentnahmestelle erhoben. Gietzen, den 13. Dezember 1922. Städtisches Gas- und Wafferwerk Gietzen. gesucht, die flott das Schreibmaschine be- _______________ dienen kann und in amerikanischer Buch- Großes SoliHtenorchenter. ^8! bewandert ist. öchnstl. Angebote unter 10742D an die I Geschäftsstelle des Gieß. Anz. erbeten. [Verschiedenes | Ä Madel wünscht die Bekanntschaft eines jungen lebensfrohen Herrn zwecks spaterer Heirat. Schr. Ang. m. Bild, das znrnckges. w., u. 011283 o. d. G. Anz. Grieche (Student) wünscht Bekauut- schaft mit junger Dame aus guter Familie zwecks deutscher Konversation. Diskretion ehren- wörtlich zugesichert. Schr. Ang., mögl. m. Bild, d. znrückges. w., u. 011203 a. d. G.Anz. Weihnaehtnwnnseh. St -Beamt., spt. ven- stonsber.,Dktt.20,eo., v schl., revräs. Fig., sucht intefi., lebens!, verm. Frl. i. Alt. v. 17-23 F. lKonseff. ist Nebensache)zw. spät. Heirat kenn. z. lern. Anon, u.postl. zweckt. N. ernstg.Off. m.Bild u. 10728 a. d.G.A. erb. Klavleriehrerln ges., wo Neben gestalt, ist. Off. u. 011280 a.d.Erp> Ofen | worin man kochen kann, au verk. Wo? sagt die Geschäfts- stelle |d. Gieh. Zlnz. 1 er. PuMühttd sowie 1 Burg zn vk. Westaulane 58 II. I MeMtz-M mit stlb. Griff, vernickelte neue Schlittschuhe (26) bitt, zu vk. Celtersweg 9 I. Ml'MMiik w. Hobe Filzttiesel mit Ledersohle zu verkaufen 101121)4 Liebigstratze 7<> v. _____________[10768 Einige gebrauchte LkskuuMe sowie ein gutes, satt neues halbverdeck preiswert zu verk. Schr. Ang. u. 011270 an d. Gietzener An». ingemeiDeOrtskrankenliasseGießen. Außerordentliche Ausschußsitzung Freitag, den 22. Dezember 1922, abends 8/,Ahri. Gewerkschastshaus (Schanzenstr.) Tagesordnung: 1. Satzungsänderung (§§ 1,17,42 unö 57) 2. Verschiedenes. Der Vorsitzende des Vorstandes: ___________AdamV 0 lz. 10771c Einladung. Sämtliche Fuhrunternehmer des Kreises Gießen u. angrenzenden Orte werden zwecks Zusammenschlusses zu einer am 5onntofl,ö.n.9ei.,mmDg5211lit, imBeMmiil.SMWleltzlM" stattfindenden Besprechung ergebenst 1 Gasherd i Kaufgesuche I 1 P. warme Schube „ ........■ w* Möbl. Zimmer an solid. Herrn z. verm. Derselbe muh Quartaner b. d. Schulaufg. helfen. Näh. Hillc- brandttr. 6 p. ^odnung8t3U8etz^ Eine elegante 3-Zifflffier-Wohu. geg. eine ebensolche z« Wen gesucht. Schriftliche Angeb. unter 011286 an d. Gieh. Anz. erb. Z« verkaufen: Berreu-Ziißiner komplett, 6leiligneu, schwer Eiche, erstes Fabrikat, Blblioihek 2 m breit, zu s/8 des Fabrikpreises. Schr. Angebote unt. 10774 an den Gien. Anz. IkhglsklDWk gebraucht, zu verk. Babnbofttr. 34 I.