Dienstag, November 1922 112. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnlck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStr Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schnlstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer b zum Nachmittag vorher ohnejede Verdiudilchbeu. Preis für 1 mm höhe fü“ Anzeigen o 27 mm Breit«: örtlich 6U0 Pf., auswärts 800 Pf.für Reklame- Änzeigeu van 70 r.i. i Lreite2800Pf. 'Sei Platz- vorfchrifi 20" Aufjchlag. Hauptschriftleiter: 21- ■ßoe^. Verantwoitiich für Politik: Lug. Goe ,: für den übrigen Teil'. Ernst Blumichein; für v - ; Lnzeigenteil: Haus 'Bed.1, sämtlich in Gießen m. 2ö8 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monatliche vezuarpreife: Mk. 185.- u. Mk. 15.- Trägerlohn,durch diePost MK.200. - .auch oeiNicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: fürdieSchrift» leitung 112; für Verlag mb Geschäftsstelle 51. Unschrift für Drahtnach- lichten: Anzeiger Siehen. postschectlonto: Frankfurt a. M. 11686. Die Verhandlungen über die Regierungsumbildung. zialdernokraten von den Lebens Notwendigkeiten des arbeitenden Volkes vereinbar ist. Cin Brief der Deutschen Volkspartei ntt den Reichskanzler. Berlin, 13. Rov. Der Fraktionsvorstand der Deutschen Volkspartei richtete an den Reichskanzler einen Brief, in dem es heißt: AuS dem Bericht des „Vorwärts" ersehen wir, daß die Vertreter der Loz'.aldemokrat'.eIhuen bei den vor unserem Zusammensein geführten Verhandlungen keinen Zweifel darüber liehen, dah nach ihrer Auffassung ein gemeinsames Programm mit der Den schen Dolkspartei und damit eine groheKoalitionun möglich sei. Diese Haltung der Vertreter der Sozialdemokratie war uns bei den mit Ihnen geführten Verhandlungen nicht bekanntgegeden worden. Wir hätten Ihnen tonst bereits bei diesen Verhandlungen (am Samstag. D. Red.) keinen Zweifel darüber gelassen, dah die Benennung von Persönlichkeiten bei dec Besetzung wichtiger Remter in dem umzubildenden Reichsministcrium von uns abgelehnt werden mühte, wenn diese von uns vorzuschlagenden Persönlichkeiten damit gewissermaßen als außerhalb der Deutschen Volkspartei stehend angesehen werden. Mir verlangen von denjenigen Parteien, mit denen wir zusammen arbeiten wollen, die feste Erklärung, dah sie bereit sind, mit .der Deutschen Volkspartei zusammenzuwirken, damit die gegenwärtige unklare Lage, die ohne Schaden des Reiches nicht mehr länger andauern darf, endlich geändert werden kann. Die Schaffung klarer DerhÄtnisse ist unbedingte 'Notwendigkeit. Mir können daher nicht die Verantwortung für die Bildung eines Ministeriums übernehmen, das diese Erfordernisse nicht erfüllt. Rach einer Mitteilung der „Voss. Zeitung" soll die durch die ablehnende Haltung der Deut- schm Volrspartei geschaffene L^re in Zen- t r u nc s k r e i s e n trotz aller' Bedrucken den Ge° danken an die Auflösung des Reichstages und die Ausschreibung von Reuwahlen haben auftauchm lassen. Der „Lok.-Anz." will wissen, man gehe auch in sozialdemokratischen Kreisen mit diesem Gedanken um. Gin Beschluß der sozial- demokratischeu Reichstagsfraktion. Berlin, 13. Rov. Die sozialdemokratische R *>i) stagsfrartivn faßte zur Frage der Regierungsumbildung folgenden Beschluß: Die Fraktion erklärt, daß sie an der Forderung der Stabilisierung der Mark als der dringendsten Forderung der inneren und äußeren Politik festhalt und nur in ein Kabinett eintretrn kann, das diese Politik konsequent vertritt. Sie erblickt in oer bisherigen Siel'ungwahme der Deutschen BolksPartei keine Garantie für die Durchführung der Stabilisierung der Mark und damit für die Förderung der endgültigen Lösung des ReparationsprodlemS. Gruertte Vcrhattdlrnrcreu. Berlin, 13. Rov. Dec Reichskanzler beriet heute nachmittag mit den Vertretern der Parteien der bürge rlicy en Arbeitsgemeinschaft, dem Ze'.Urum, der Bayerischen Dolkspart.cn, den Demokraten, der Deu schenVolkspartei, die parlamentarische Lage. Ei' stellte an die Parteien der Arbeitsgemeinschaft die bon der Soziadenllvkratie angeregte Frage, ob sie die Einbeziehung ter Deutschen Volkspartei zu der neuzubildenden Regie: ungskcalition forderten, llkachdem die anwesenden Parteivertreter teils namens ihrer 'Fraktion, teils für sich persönlich diese Frage bejaht hatten, erklärte der Reichskanzler, dah er sich nunmehr diesem Wunsche der Arbeitsgemeinschaft a n s ch l i e h e und der sozialdemokratischen Partei alsbald von dieser Sachlage Kenntnis geben werde. Die sozialdemokratische Fraktion trat hierauf zu einer Sitzung zusammen und teilte in der spä'er einberufenen interfraktionellen Sitzung mit der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft als Crgebn's ihrer Beratung den bereits gemeldeten Beschluß mit. Die Verhandlungen werden morgen weitergeführt. Laut „Lokalanzeiger" ist man sowohl in demokratischen als auch in Zentrumskreisen per Ansicht, daß der sozialdemokratische Fraktiv n s b es ch l u h die Grundlage zu neuen Verhandlungen bildet, und dah durchaus die Möglich- , feit best^t, die große Koalition zustande zu bringen. Die „Voss. Ztg.", die gleichfalls sehr opti- ! mistisch hinsichtlich der Aussichten für die Bildung der großen Koalition ist, weih zu erzählen, daß dec Reichskanzler bei seinen gestrigen Besprechungen mit den Vertretern der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft erklärt habe, er werde bei einer weiteren Weigerung der Sozialdemokraten, mit der Deutschen Volkspartei nicht in einer Koalition zusammenzuarbeiten, daraus die Konsequenzen ziehen und seine Demission ein reichen, denn er sehe feine Möglichkeit, seine äußere Politik ohne die Mitwirkung dec in der Deutschen Volls- partei vertretenen Kreise der Industrie und der Finanz weiterzuführen. Der „Vorwärts" dagegen ist außerordentlich pessimistisch. Er spricht von einer schweren Krise, älnsere Prophezeiung, so schreibt er, wir schienen dem großen Krach näher zu sein als der großen Koalition, beginnt sich in unheimlicher Weise zu bewahrheiten. Will man die älnterstützung der Sozialdemokraten, so muh man sich dazu bequemen, sachliche und persönliche Garantien dafür zu geben, daß eine Politik trieben wird, die mit den Auffassungen der Eine neue deutsche Note an den Reparationsausschuh. Berlin, 14. Rov. Wie die Blätter melden, hat die Reichsregierung gestern über eine neue Rote an d ie Reparationskommiss ivn Beschluß gefaßt. In der Rote wird der Reparationskommission formell das Anerbieten gemacht, dah die Reichsbank mit einem Bettage von 500 Millionen Goldmark an der Stüt- zungSaktionfürdieMarksich beteiligen werde, wenn es gelinge, ausländische Bankkredite in der gleichen Höhe zu dem gleichen Zweck zu erhalten. In der Rote wird ferner darauf hingewiesen, daß ein längeres Moratorium, und zwar eine 2- bis vierjährige Befreiung von allen Zahlungen auf das Reparationskonto, für eine erfolgreiche Stützungsaktion für die Mark notwendig sei. Während der Dauer des Moratoriums sei die Reichsregierung bereit, die Sachlieferun- gen fortzusetzen, soweit dies ohne die Inanspruchnahme von Krediten oder neuer schwebender Schulden durchführbar sei. DLe Beratungen des Reparationsausjchusses. Varis, 14. lllov. (WTD.) Die Re parat rv ns kommission hielt gestern nachmittag eine halbamtlicheSitzungab, i^ deren Verlauf die ersten und zweiten Bevollmächtigten einen Meinungsaustausch über die Ergebnisse ihrer Prüfung in Berlin Vornahmen. Sie begannen die Prüfung der Vorschläge, die ihnen die deutschen Devollmäch igten während ihres Aufenthaltes in der Reichshauptstadt zur Herstellung des Haushaltsgleichgewichts und der Stabilisierung der Mark unterbreitet hatten. Diese Prüfung wird in einer späteren Sitzungfortgesetzt ebenso die Prüfung der Berichte der mlernatw- nalen Sachverständigen. Die Reparationskommission wird daher nicht vor Wochenende in amtlicher Sitzung den Wortlaut der Antwort an die deutsche Regierung fertig stellen können. In bezug auf die Kontrolle der Reichsfinanzen scheint schon jetzt festzustehen, so heißt es in dem Havasbericht, dah sich Deutschland hiermit gemäh den vom Ga'.mttieausschuh im Juli getroffenen Entschließungen einverstanden erklären wird. Betreffs dec von Deutschland 1923 zu leistenden Zahlungen wird di^MReparationskonrrnissivn wahrscheinlich Vorschlägen, diese Frage den alliierten Regierungen und infolgedessen der im nächsten Monat beginnenden Brüsseler Finanzkonferenz vorzulegen. Die FinanzdsbatLs in der französischen Kammer. Paris, 13. Rov. (WTB.) Bei der fortgesetzten Generaldebatte über daS Dud- gct 1923 ergreift Finanzminister de Lasteyrie das Wort, um sich über die all-,u vagen Betrachtungen zu bellagen, die hinsichtlich der Zukunft vorgebcacht worden seien, die auf nichts Seriösem beruhten, die aber den Kredit Frankreichs schädigen könnten. Der Finanzmimster bespricht die verschiedenen Vorschläge, die zur Herbeifühcung von Ersparnissen gemacht wurden und erklärt schließlich, das Defizit von vier Milliarden des ordentlichen Budgets wäre nicht beunruhigend. Beunruhigen müsse dagegen das Defiztt des recouvrablen Budgets mit 20 Milliarden. In Verbindung damit weist der Finanzminister wieder auf das Reparations- Problem hin, das Poincare am Freitag behandeln werde. Er selbst wolle sich nur über die Vorschläge aussprechen, die zur Verbesserung der Währung gemacht worden seien. Das vom Abgeordneten Blum vvrgefchlagene internationale WLHricngs- inflitut wäre zu verwickelt. Im übrigen bestehe ja eine internationale Währung, das sei das Gold. Was die Stabllisierung der Wechselkurse anlange, so behauptet be Lasteyrie, die Wechselkurse seien tatsächlich nur ein Indiz, eine Wirkung, keine älrsache. Wonach mar. suchen könne, seien die Mittel, dieses Indiz zu beeinflussen. L o u ch e u r habe hierfür drei Voraussetzungen angegeben: Golddeckung, Budgetgesamtgleichgewicht, Gleichgewicht der Handels- und Zahürngsvilanz. Die letzten beiden Bedingungen seien nur nach langen, geduldigen Bemühungen zu erfüllen. Was die erstere anlange, handle es sich um eine Frage des Kredites in Gold, der nur durch das Vertrauen zu erlangen fei, das die geldleihenden in die geld- aufnehmenden Staaten sehen. Das sei eine politische Frage. So werde Deutschland nur Anleihen ausnehmen können, wenn man Vertrauen zu ihm habe, daß cs in seine Angelegenheiten wieder Ordnung bringe, und dah es seine Verpflichtungen wieder halten werde. Loucheur sei für die Organisation eines großen Finanzkonsortiums zum Zwecke des allgemeinen Wiederaufbaues der Welt eingetreten. Dieses Experiment sei gemacht worden und der Plan sei gescheitert. Er gmube nicht, dah sich Europa durch irgend eine Aktiengesellschaft wieder aufbauen lasse. Wer das von der Brüsseler Konferenz erwarte, wäre im Irrtum. yc- Abg. Loucheur greift ein, der Minister- So-präsident habe auf eine" Frage von ihm geantwortet, er würde in Brüssel einen umfassenden Plan vorbringen, der nicht nur Frankreich, son- auch die übrigen Rationen beträfe. Alle Staaten der Welt mühten am Wiederaufbau Europas interessiert werden. Wenn in Oesterreich und in Polen keine Kaufkraft mehr vorhanden wäre, könnten beide Länder bei den Franzosen nichts kaufen. Wenn man also den anderen Ländern die Möglichkeit zu Käufen verschaffe, arbeite man für seine Ausfuhr. Die Spekulation, die an dec Mark verloren hätte, verkaufe jetzt Frankern Der Finanzmini st er fährt fort, es könne hinschtlich der Brüsseler Konferenz keine Meinungsverschiedenheiten geben. Der Ministerpräsident habe erklärt, Frankreich werde mit einem Plan und einem umfassenden Programm ausgerüstet nach Brüssel gehen. Dieses konkrete Programm werde die Regierung vurchzusetzen versuchen, wie Loucheur selbst es mit einem System internationaler Anleihen und Sachlieferungen versucht habe. Rur dürfe man sich nicht zu viel vornehmen. Die Fragen mühten eine nach der anderen angeschnttten werden. Wenn die Frage der Reparationen und die der interalliierten Schulden auf diese Weise gelöst würden, werde die Regierung ihre Pflicht getan haben. Der Finanzminister kommt alsdann wieder auf die Frage der Wechselkurse zurück und erklärt, selbst wenn Deutschland nicht zahle, wäre das nicht der Bankerott Frankreichs, das vielleicht seinen Bürgern große Lasten auferlegen müsse, aber trotzdem seine Verpflichtungen erfüllen werde. lllach einer Erklärung über Inflation und Handelsbilanz schließt der Finanzminister, indem er sagt, möglicherweise werde das Deutschlwid von 1522 durch seinen beabsichtigten Bankerott außerstande gesetzt werden, zu zahlen. Das sei jedoch wahr, daß das Deutschland von 1925 oder 1930 werde bezahlen können, und es wäre unerträglich, daß Deutschland, das bankerott gemacht hätte, alsdann weder eine innere noch eine äußere Schuld habe, wählend Frankreich in Bedrängnis gerate. Rach einer Geschäftsordnungsdebatte ergreift in vorgerückter Stioide der Berichterstatter Doganowski das Wort, um einige einzelne Vorschläge zu erörtern, wie das Defizit des ordentlichen Budgets herabgemrndert werden könne. EineSsvas noLe über die englisch- französischen Differenzen. Paris, 13. Rov. (WTB.) Havas veröffentlicht folgende offiziöse Rote: Sett einigen Lagen wird die öffentlich? englische,Meinung in den aus London kommenden Rach.ichten als sehr besorgt hingest elll in bezug auf die Haltung ter französischen Regierung in Len Fragen des Rah^n Orients. Man geht sogar soweit, von einer Krise in den Beziehungen der beiden Länder zu sprechen. Die Ursache dieser Spannung soll vor allem die Weigerung Poin - cares sein, dem Wunsche Lord Curzvns entsprechend mit diesem vor der Eröffnung der Lausanner Konferenz zusammenzutreffen. Man müsse in dieser Hinsicht bemerken, daß die Einberufung der Konferenz von Lausanne durch die gemeinsame Rote der Alliierten vom 23. September beschlossen worden uiti> damals nie die Rede von einer interalliierten Vorkonferenz gewesen sei. Vergangene Woche hat das Foreign Office Poincaro ersuchen lassen, in London mit Lord Curzon zu verhatiDeln, und der englische Botschafter in Paris, Lord Hardinge, hat heute Vormittag nochmals dringend dieses Ersuchen wiederholt. Poincare hat in London wissen lassen, dah er durchaus für diese Besprechung sei. Er hat jedoch darauf Hinweisen müssen, daß die Rotwendigkeit, in der Kammer seine Ausführungen Über die Außenpolitik der Regierungen zu beenden, ihn in Paris festhalte. Ferner könne der französische Ministerpräsident an einer offiziellen Besprechung über die Orients rage in Abwesenheit eines italienischen Vertreters nicht teilnehmen. Mussolini könne sich aber nicht nach London oder Paris begeben. Dagegen wäre er bereit, in eine weniger entfernt liegende Stadt, nach Genf oder Lausanne, zu kommen. Unter diesen älmständen hat Poincarö wissen lassen, daß er bereit wäre, Ende dieser Woche sich in eine der genannten beiden Städte oder auch sonstwohin zu begehen, um mit Lord Curzon und Mussolini zusammenzutreffen. Der französische Ministerpräsident werde umso lieber an diesen Besprechungen teilnehmen, als man in Paris überzeugt sei, daß in der Sache selbst, was die Bedingungen des neuen Fried«isvertraqs mit der Türkei anlange, das interalliierte Einvernehmen bereits herqestellt sei. Die offiziöse Mitteilung geht dann auf die Londoner Nachricht ein, wonach der französische Oberkommissar in Konstantinope', General Pellä nur in beschränktem Maße zur Verhängung des Belagerungszustandes ermächtig! worden ist, während die beiden anderen Oberkom- missäre uneingeschränkte Vollmachten hierzu besaßen. Diese Darstellung wird dahin ber'ch igt, dah die an und für sich völlig vorbehaltenen Instruktionen Poincarös an den General durch eine Störung der Rachrichtenoerbindung trotz der Zuhilfenahme der englischen Funkstation auf Malta nicht richtig nach Kon- stantinopel gelangt seien. Der Belagerungszustand sei aber in Wirklichkeit nicht infolge des Fehlens der Instruktionen nicht verhängt worden, sondern wegen der Unftimmigfeit unter den alliierten Vertretern in Konstantinopel hinsichtlich der Oppor ttinttät dieser Maßnahme, wo lei dir Generale Harrington, Eharpy und Mondelli alle drei gegen die Verhängung gewesen seien. Was schließlich ein etwaiges Vorgehen gegen die Türkei anlange, so sei es nicht zweifelhaft, daß, wenn diese die Konvention von Mudanir i v letze und die alliierten Truppen in der neu'm Zone angriffe, die französische Regierung ihre Machenschaften nicht dulden würde. A>a; biet: t Umständen gehe hervor, daß die Haltung de französischen Regierung der Rervosttüt, N* ; gewissen englischen Kreisen zutage getreten sei u • die sich im Lichte der Tatsachen zerstt uen tre.n nicht erklären könne. London, 14. Rov. (WTBtt Wir R"u'?r erfährt, wurde keine endgültige Abmachung über irgendeine Person'ich? Vor sprechung unter den Alliierten getroffen, a' e: di britische Auffassung ist noch immer, daß ein möglichst vollkomme-er Meinung laui tau sh stat finden solle, wenn eine weitere Hinan stchll nu -,i des Eröffnungsdatums der Lausanner Ko.ffer: ?. vermieden werben soll. Cin deutscher Schulinspektor für das deutsche Schulweseu in Rumänien. Der Staatssekretär a. D. Lutz Korv^i ist mit der staallichen Schulaufsicht im Bereich ter deutschsprachigen Schul- und Lehranstalten GrvßrumänienS betraut worden, einer Steilung, die im Zusammenhang mit der neuen Ordnung des gesamten AntexrichtswesLns i.i Rumänien neu geschaffen wurde. Am sich auch mit den ihm bislang rmbekannten Banater Schulverhaltnissen vertraut zu machen, hat sich Korodi bereit erklärt, bis zu seiner amtlichen Ernennung am Temesvarer deutschen Staats- realgymnafium als Professor Dienst zu tun und ist zunächst in diese Stellung ernannt worden. Er wird auch nach seiner Ernennung zum Eeneralinspektor seinen Wohnsitz in Temesvar nehmen, da ihm das Ministerium, wie die „Kronstadter Zeitung" meldet, die Wahl seines Dienstortes fretgestellt Hat- Amerika und Japan. London. 14. Rov. (WTD.i Rmter meldet aus Washington: Der oberste Gerichtshof hat entschieden, daß die I a p a n e r für die R a t u r a l i 11 e •; u n g in den Vereinigten Staaten nicht geeignet seien. Aus dem Reiche- Eine ^»öMsche Gruppe". B e r l i n, 13. Rov. (WTB.) Die Reichs- tagSabgeordneten v. G r ä f e, ch c n n i n g und Wulle, deren FraktionSzugehörigkeit von der deutschnationalen RsichStagSfrattron aufgehoben war, haben sich nunmehr als völkische Gruppe der Deutsch-Nationalen angemeldet. Hannover und Preußen. Hannover,13. Rov. (Wolff.) EineauL dem ganzen hannoverschen Lande zahlreich besuchte Deneralversamnttung der D e n t s ch - Hannoverschen Partei beschloß am Sonntag die sofortige Einreichung drr Qln trags auf Abstimmung zwecks Trennung Hannovers von Preußen. Kommmtsftenausschreitungen in Düsseldorf. Düsseldorf, 13. Rov. (WTD.) Heute nachmittag drang in die Geschäfts- und Druckereiräume des „Düsseldorfer Tageblatts" eine Anzahl Kommuni st en, meist halbwüchsige Burschen, ein und erzwangen die Stillegung deö Betriebes. In den Druckereiräumen wurden einige Setzkästen umgeworfen. Die Zeitung konnte nicht erscheinen. Rach einer Diertel- stunde zog der Trupp wieder ab. Ausschreitungen in Köln. Köln, 13. Rov. (Wolff.) Die Ausschreitungen. die am Freitag abend im Bororte Kalk begonnen haben, sind am Samstag fortgesetzt worben und haben im Laufe des Tages auch auf die Bororte Mülheim und Ehrenfelv übergegriffen. In einzelnen Geschäften wurden die F'.'nstetschei- ben zerttümmert. Einzelne Beamte, die ein- geschrttten waren, wurden mit Steinen beworfen, so daß sie sich mit der blanken Wusse wehren mußten. In Ehrenfeld gab ein Polizeiwachtmeister, den die Menge vom Pferde reihen wollte, in der Notwehr einen S all u h ab. Ein anderer berittener Beamter wurde mit dem Messer angegriffen. Einzelne Teilnehmer schrien „Hunger! Hunger!" und be- lästtgten die Beamten. Schließlich wurde die Menge zerstreut. Es sind mehrere Berhaftun- gen vorgenommen worden. Deutscher Reichstag- 265. Sitzung, nachm. 3 älhr. Berlin, 13. Rv^'. Das Haus erledigt zunächst eine Reihe von Ausschuhberichten ohne jede Debatte. Zu der Interpellation Dittmann (S.) wegen der Rechtsprechung des Bayerischen Bvlksgerichts in München im Lanoes- verratsprozeh Fechenbach entart der ReichSjustiznrinister, baß bte Regierung die Interpellation innerhalb der gefchafiSordnungSmähigen Frist beantworten werde. Das deutsch-polnische Bergwerks- abkommenüberOberschlesien wird dem 40. Ausschuß überwiesen, der Entwurf eines Iugendgerrchtsgesetzes dem RechtsaaS- schuy und der Antrag aller Parteien, daß Messeabgaben erhoben werden dürfen, dem volkswirtschaftlichen Ausschuß. Der 6. Aachtrag zum Retchshaushalts- p l a n wird in erster und zweiter Lesung angenommen. Nachdem cm Antrag Scholz-Brvmberg (dnll.), iüv morgen die Entgegennahme einer Regierungserklärung auf die Tagesordnung zu sehen, gegen die Stimmen der Deutfch- nationalen, der Deutschen Dolkspartei und der Kommunisten a b g e l e h n t worden ist, vertagt lia? das Haus auf morgen nachmittag 2 Ahr. Kleine Anfragen, Geschäftsordnung des Reccbs- tags und Interpellation Alarx über die Aot der Wissenschaft. --—................... Aus Staöt unD Land. Gießen, den 14. Rovember 1922. im Dienste der Wohltätigkeit. Ein dantc?swe. es Unternehmen machte gestern abend im Stadttheater die Mit» glieber der Gießener Ortsgruppe der G e n o > s e n s ch a , l Deutscher Bühnen- an gehöriger und di, Angehörigen der h i e - ligcn Gruppe des Deutschen Musi- rclverbandes sehr tätig. Beide hallen sich di gemeinschaftlich zu lösende Ausgabe gestellt, mittels ihrer Kunst möglichst umfangreiche Geld- ;.iittel zum Besten des Hilfswerts für Kleinrentner und verschämte Arme unserer Stadt flüssig zu machen. Die ®e» legenheit hier; i bot nun der gestrige Konzert- und Toi tlagsrlb.'nd, der. um es vorweg zu sagen, das gute Werr. sicherlich lehr stark fördern toirb; denn ter Besuch war recht gut, die Gebefreudig' ui: grrß - und die Mitwirkenden be'dev Ortsgruppen stellten sich in dankenswerter W.'is-e ur.rnt weltlich in der Dienst oi-ses LiEs° wrr'.ö obwohl sie selbst die Schwere der Zeit ja auch recht empfindlich verspüren. Wolf L e u t h e i s e r. der die Abwickelung des Programms im Fluh h'elt, leitete den Abend mit c..em kurzen Hr.-.-.-eie -ruf den <>c-eck der Der cn- stattuvg ein ui.-d b tonte dnh et: Mitglieder beider Ortsgruppen dtelen At-enü gern.: ins Le'oen gv» tu,c t hätten, um mit dessen Ertrag auch ihrerseits em Scherslein b:. uä. uern zu t edlen Werl der Nächstenlicbc. Tiu; y ••’.cnicitigcr, T er trauen uiu> die srcudige B" -ntwill'giett, sein:'. redrängt^ Mitmeistchcn zu Helf, n, önne im deutschen Da'er- lande die Berhältnif'e, wie sic auch kommen mögen, erträglich gestalten. Dann eröffnet' das gu. bc- seh e Orchester der Musiierverbandsmitg'ieLLr un- uv der Leitung Karl Kn Übels die Iortrags- folge mit der Ouvertüre zu Karl Maria v Wcbris großer Oper „®uri)antLKarl Bold, Ilse W i s s c n d r r f f, W: l,' T e l e T y.Rosc Nubier und Kurt Richter bestritten den erste t Teil cer Borträge mit eindrucksvollen, auf ernsten Ton gestimmten Darbietungen aus dem Bereiche ihrer tünstlerischen Fächer. Das Orchester unterstützte hierbei in feinsinniger Begleitung unter Karl K n ü b e l ü Führung die Gesm-ge Ilie Wissen- d o r s f s u. Kurt Richters. In der nun folg n- de-i Pause wurde der gute Gedante, das willige Publilum noch einem seldstbestimmbaren sinanz'el- ien Aderlaß zu unterweifen, zur erfolgreichen Tat. Damen des Stadttheatcrensembles, unterstützt von Kollegen, waren recht gut geeignete Funktionärinnen des trefflichen Organisators L e u t h e i s e r. Der Erfolg war ein Sammelertrag von iur.i> 12 000 Mark. — Den zweiten Teil des Programms leistete Karl Knübel mit der „Fledermaus-Ouvertüre" ein. Lu Wander. Martin Jacob, Kiity 'Franke, Richard H : l l b o r n. Korla Keller und Rudolf Goll mit Cläre Türk bemühten sich erfolgreich, diesen fast ganz auf den Frohsinn ab- gcstimmten Teil gar vielseitig auszufüllen. Das Orchester hatte schließlich „bas letzte Wort", das ganz im Rahmen de., munteren Charalters lag, bet dem zweiten Teil des AvendS das Gepräge gegeben hatte. Starker Beifall zeichnete sämtlich: Mitwirtenden verdienternaaßen aus. Darüber hiaaus haben sie aber noch begründeten Anspruch auf die össent- liche Anertennung ihres hochherzigen Tuns, die ihnen an dieser Stelle zum Ausdruck gebracht sei. In einer Seit, da leider die Giftpflanze des krassen Egoismus so weit verbreitet ist. verdienen derartige Werte der Uneigennützigkeit von Berufsständen, die selbst sehr stark auf der Schattenseite —iiirii—nii bmmmmmk—mmi i ii Die Herwegys. Eine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill. 37. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) „Was ist eigentlich mit dir, Grete?" fragte eines Abends ßiane. Grete tat überrascht. „Mit mir?“ „Run, es kann doch auch mal bei euch der Fall eintreten, der in anderen glücklichen Familien eintrifft." Grete erblaßte, sie faßte sich aber rasch. „Ach, Liane, das meinst du? Rein, das ist es nicht —“ Und sie spielte mit ihren Armbändern. „Run, was ist es denn?" forschte ßiane, die sich nicht beirren ließ. Da hob Grete den Kopf und sagte leise, aber fest: „Ich habe — jemand lieb." Liane schwieg. „Wer ist es denn?" meinte sie dann. „Irgend jemand," sagte Grete, „du nennst ja auch leinen Flamen, Liane." „Stein, und daran tut man gut,“ Liane sah die kleine Schwägerin an, „denn man kann dabei nur verlieren, entweder den Freund oder die Achtung der anderen, oder noch mehr," setzte sie hinzu. Run war cs Grete aber doch zuviel der Tugend. Sie richtete sich auf: „Das sagst du, Liane?" „Gewiß, das ist meine Meinung." „Run und du?" „Wenn ich etwas erlebe, geht daS niemand etwas an Ich habe niemand Treue gelobt," sagte Liane ernst und begann sich von neuem in ihren Gobineau zu vertiefen. Grete wurde diese Unterredung während deS ganzen Sonntags nicht mehr los. Auf dem Spa- deS Daseins stehen, ganz besonders mit Genugtuung vermerkt zu werden. Bn. Anstellungsgrundsätze für Inhaber eines Berforgungsscheiues. Die neuen AnstellungSgrundsätze sind am 1. September 1922 in Kraft getreten. Damit wird den Schwerbeschädigten, die den Deam- tenschein erhalten, Anwartschaft auf die gleichen Deamtenstellen gegeben, wie sie für Mili- täranwärter besteht. Die Inhaber des Deam- tenscheins werden in gewissem Umfange bei der Einreihung in die Dewerberliste und bei der Anstellung bevorzugt, wenn sie sich innerhalb dreier Monate nach Ausstellung des Beamtenscheins bei einer Behörde vormerken lassen. Bereits angestellte Schwerbeschädigte, die den Anstellungsschein gegen den Beamtenschein umtauschen können, dürfen sich bis zum 1. Rovember 1922 noch für Stellen höherer Besoldungsgruppen vormerken lassen, die ihnen als Inhaber des Anstellungsscheines bisher verschlossen waren. $?. 11 Don de r Landesuniversität. Die philosophische Fakultät der La 'de Universität hat das Vorstandsmitglied der Megutn A. G., Herrn Direktor Ernst Schlappe, in Butzbach, „den schöpferischen Organisator derMeguin A. G. den weitblickenden Förderer nationaler, technisch-wissenschaftlicher Fragen und warmherzigen Freund der Landesuniversität“ ehrenhalber zum Doktor der Philosophie ernannt " Die neuen Porto- und Teleg'-am mgebühren treten morgen in Kraft. Wir h iben unsere Leser in unseren ‘Hummern 264 ui'd 265 (Donnerstag und Freitag voriger Woche) mit den neuen, ganz wesentlich erhöhten Tarif- 9er halbmonatrbeM des Gießener Anzeigers für die Zeit vom 15. Rovember bis 30. Rovember kostet WO Uteri. Bestellungen nehmen entgegen in Gießen die Trägerinnen sowie die Geschäftsstelle und auswärts die Zweigstellen-Inhaöer. faijen bekannt gemacht. Ein Fernbrief bis zu 20 Gramm kostet danach künftig 12 Mark, im Ortsverkehr kostet er 4 Mark. Postkar - ten find im Ortsverkehr mit 3 Mark, im Fem- ve.tehr mit 6 Mark zu frankieren. Drucksachen bis »u 25 Gramm kosten 2 Mark, bis zu 50 G amm 3 Mark, bis 100 Gramm 6 Mark, und bis 250 Gramm 12 Mark. Man beachte im übrigen unsere ausführliche Veröffentlichung in der vorigen Wochr. ■' D i e Paketbeförderung. Don der Post wird uns geschrieben: Rach den bisherigen Erfahrungen werden in den letzten Tagen vor kxm Inkrafttreten neuer Postgebühren in der Regel so große Massen von Paketen aufgeliefert, daß ihre unverzögerte Beförderung nicht möglich ist. Wer daher in diesen Tagen Pakete versenden muß, auf deren pünktliche Ankunft besonderer Wert gelegt wird, — mit eiligem okter leicht verderblichem Inhalt (Lebensmitteln und bergt.) — tut gut. sie als „bringen d" auszuliefern. ** Eine neue Sitzungsperiode des Schwurgerichts beginnt am 4. Dezember. Zum Vorsitzenden ist Landgerichtsrat Trüm- p e r t ernannt worden. ** Anlagenkonzert findet am Donnerstag, den 16. Rovember, mittags 12 Ähr, am Liebig-Denkmal durch die Kapelle des 1. (Hess.) Bataillons, Inf.-Regt. Rr. 15, statt. Die Musik- fvlge ist: 1. Kavallerie-Patrouille, Konzertmarsch (I. Gilbert). 2. Dorspiel und Szenen aus dem 2. Akt d. Oper: „Der Evangelimann" (W. Kienzl). 3. Große Fantasie über Themen aus: „Parsifal" (R. Wagner). 4. Paraphrase über „Gaudeamus igitur" (QI. Schreiner). 5. Friedensmarsch aus der Oper: „Rlenzi" (R. Wagner). ** Dom Gießener Konxertverein wird uns geschrieben: Für das dieswinterliche Kirchenkonzert am 15. und 16. Rovember hat der Akademische Gesangverein drei Chor- und eine Solokantate von Ioh. Seb. Dach gewähll, die zier gang mit Lutz erzählte sie ihm davon. „Meinst du, daß sie Verdacht geschöpft hat?" „Keine Spur," sagte dec sorglose Lutz. „Mach dir doch keine solche überflüssigen Gedanken. And wenn auch, was geht Liane es an, wenn wir uns lieben?" Anfang August mußte Lutz wieder in seine Garnison zurück. Sie hatten verabredet, sich noch einmal oben im Wald an der Kapelle zu sehen, aber an dem Morgen regnete es in Strömen, und Grete schickte ihm einen Boten, daß er besser zum Tee zu ihr ins Haus käme. Lutz tat das zwar ungern, er begegnete jetzt nicht gern gerade Ernst, aber dieser war im Begriff, nach Eppenhausen au fahren, und das Wetter war scheußlich. „Ich habe abtelegraphiert," erklärte ihr Gatte beim Essen, „da wir ja doch heut abend bei Iustiz- rat Ehrlich sind, es wird mir sonst zu spät . . .“ „Du fährst nicht fort?" „Rein, ich bleibe hier." Grete erblaßte. „Gott, Emst, bis acht Uhr faiuift du doch zurück sein, und wenn nicht, so kommst du eben nach. . ." „Es paßt mir aber nicht bei dem Wetter,“ erwiderte er, und nahm von dem Filet- Grete überlegte in fieberhafter Angst, was tun. Kaum war er mit seinen Zeitungen auf fein Bureau gegangen, als das Telephon spielte. Sie rief Lutz ihre Enttäuschung zu. . . Aber der wußte immer einen Rai „Komm doch zu mir auf mein Zimmer... wir trinken zusammen Tee, baS wird sehr gemütlich. . .“ Sie zögerte, wahrend ihr das Herz schlug . . Auf sein Zimmer, ins Hotel? DaS hatte sie noch nie gewagt, es war das letzte. . . Aber seine in hiesiger Stadt noch nie zu Gehör gebracht wurden. In der ersten Kantate Rr. 48 „I ch e l e n d e r Mensch" entwickelt der Chor in Kanonform ble Worte: Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen vom Leibe dieses Todes.“ Den Instrumenten ist ein selbständiger zwölftaktiger Gedanke zu- geteilt. Dazu blasen Oboe und Trompete den Choral „Herr IefuS Christ, ich schrei zu Dir" im Kanon der Quinte. 3n der Mitte der Kantate steht ein an modulatorischer Kühnheit reicher Choral, am Schluß wird die 12. Strophe oes Chorals des ersten Chores in einfachem vierstimmigen Satze gebracht. Unter den madrigelartigen Mittelstücken ist die Tenorarie ein in rythmischer und modulatorischer Hinsicht interessierendes Stück. — Als zweites Werk folgt die Kantate 161 „Komm du süße Todes st und e.“ Sie behandelt das Thema vom seligen Job und ewigen Leben in zwei Arien, zwei Rezitativen, Chor und Choral. Die erste Arie: „Komm du süße Todesstunde", mit der Flötenbegleitung in Sechzehntel- gängen an den Schlußchoral des ersten Teils der Matthauspassion anklingend, deckt die Melodie des alten Sterbeliebes „Wenn ich einmal soll scheiden." Sprach hier ein verklärter Geist, so redet in dec zweiten Acte ein todessehnsüchtiger Mensch. Rach einem großen Rezitativ ergeht sich der Chor in dem Sah: „Wenn es meines Gottes Wille" in weicher Schwärmerei. Gr ist mit einer Reminis- cenz an die ältere Kicchenkantate vielstimmig gefehtf und abgesehen von einfachen kanonischen Fuh- 'cungen ga.cz homophon gehalten. Dem Chor setzt dec nachfolgende Choral: „Der Leib war in dec Erden" die Krone auf; über dem vierstimmigen Satze irrt fremdartigen Ganges und auf geheimnisvollen Pfaden die Flöte und bildet wunöerbare Harmonien. Die beiden Rezitative sind charakteristisch für Dach, tief melodisch empfunden und voll treffender, geistsprühender Deklamations-Accente. — In der Solosonate für Alt: „Berg nügte Ruh, beliebte Seelenlust" Rr. 170 ist besonders die zweite Arie interessant, in der Dach einen obligaten Orgelsah für zwei Manuale einführte. Aus den Generalbaß wurde ganz verzichtet, Diolinen und Bratschen Im Einklänge stellen die tiefste Stimme her. Die höchstoriginelle Kombination hat nicht nur zu einem sehr kunstvollen, sondern auch empfinduicgstcefen Stück gesührt. Die ganze Kantate gehört zu den schönsten ihrer Art. — Als Schluhkantate wird Rr. 148: „Dringet dem Herrn Ehre seines Ramens" gebrach! Der erste Chor ist besonders schwungvoll und volkstümlich kräftig, eine wirksame Mischung von homophonen Partien und Fugensatzen über prägnante Themen. Die von Oboen und Generalbaß begleitete Altarie atmet in Substanz und Klang die echteste freudig-feierliche Sonutags- fümnumg des Kirchgängers. Bornstizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, 7 Uhr: „Der Biberpelz“. — Großer Hörsaal der Universität, 8 Uhr: Dortrag des Vereins für das Deutschtum im Ausland. — Post- keller, 8'/« Ubr: Mitgliederversammlung der Deutschnationalen Dolkspartei. — Astoria-Licht- spiele: „Das Brandmal der Liebe" und „Die In- trlguen der Madame de la Pornmerege". — AuS dem Stadttheaterbureau. Das für Donnerstag abend angesagte Tanz- spiel Godlewski findet nicht ftatt — Ein Wohltätigkeitsabend zugunsten der Dertriebenen aus Elsah-Lothringen. Ortsgruppe Gießen, findet am Freitagabend im Caf6 Amend statt. (Siehe Anzeige.) Wettervoraussage für Mit two ch: Dunstig und wolkig, trocken, tags rauh, nachts Frost. In der Hochdruckverteilung über Europa ist keine Aendecung eingetreten. Die Hochdruck- Wetterlage hält an. Landkreis Gießen. * Wieseck, 14. Rov. Das Fest der silbernen Hochzeit feiern heute der Arbeiter Otto Michel und Frau Luise, geb. Deibel. ri. Lich, 13. Rov. Das Erntefest, das gestern hier gefeiert wurde, fand einen würdigen Abschluß durch einen von dem Bund für Haus und Schute veranstalteten Familienabend. Er war so gut besucht, daß viele keinen Platz fanden. In dem bekannten Dolksschriftsteller aus dem Bauernstände Heinrich R a u m a n n war ein Redner gewonnen worden, der es verstand, aus dem Herzen zu den Herren au sprechen. Deine mit ernsten und helleren Erlebnissen aus seiner reichen Lebenserfahrung gewürzten Ausführungen über Kinderecziehung machten einen tiefen Eindruck. Sein Dortrag war umrahmt mit Deklamationen seiner eigenen Gedichte durch Schulmädchen und mit musikalischen Darbietungen aller Art, bet denen der Rothsche Mannerchor, der Frauenchor, die Chorschuke, Frl. Jäger (Klavier) und Lehrer Fries (Diolme) mitwirkten. Oberjustizinspektor D o p f als Vorsitzender des Dundes für Haus und Schule, und Stiftsdechant Lenz sprachen ein Schlußwort. Hierauf fand der Abend mit gemeinsamem Gesang seinen Abschluß. i. Ettingshausen, 13. Rov. Am gestrigen Sonntag feierte «das Kirchspiel Ettingshausen-Hattenrod das diesjährige Erntedankfest. Die ernsten Gedanken, die durch die gottesdienstliche Feier hindurch klangen, fanden ihren Weg zu den Herzen der zahlreichen Kirchenbesuher. An Kirchenkollekte gingen weit über 2000 Mk. ein. Am Rachmittag ergeben die Kirchenvorsteher und die Dorstandsmitgliedec des Bauernbundes in beiden Gemeinden unter Glockengeläute eine Sammlung von Rcctu- ralgaben. Es ist dadurch die Derlabung eines Waggons Kartoffeln ermöglicht, der im Lause der Woche abgehen wird, um die □lot in der Stadt zu lindern. Auch Kraut und Gemüse wird mitverpackt werden. Den"Dorsteheru des Bauernbundes Johann S ch m i d t in Ettingshausen und Karl Albach in Hattenrod gebührt für ihr Entgegenkommen neben den eifrigen Sammlern besonderer Dank. Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., 13. Rov. (Wolff.) Bon einem Anaestellten der hiesigen Flliale derDarmstädter- und Rationalbank sind, wie die „Frankfurter Zeitung“ erfährt, Veruntreuungen dadurch begangen worden, daß er bei der hiesigen Deutschen Bereinsbank ein B a i s s e e n g a g e m e n t in Ungarischer (Soldrente einging und die Stücke, als der Kurs der Ungar. Goldrente stark gestiegen war, seinem Institut zur Deckung seiner LieferungSverbinülichkeit entwendete. Der Schaden wird auf 2 Millionen M a r k beziffert. Der Angestellte wurde verhaftet. Kirche und Schule. X Wieseck, 13. Rov. Dekan Ousman« hielt gestern hier eine ordentliche Kirchenvisitation ab. Den Gottesdienst verschönten zwei Chöre unter Leitung von Lehrer Westphal (erste Schulklasse), eingeübt nach der Eitz- schen Tonwortmethode. Ein Iugendgollesdienft bewies den Erwachsenen in guten Antworten treue Arbeit der Schule; besonders erfreute den Dekan die Pflege des Gesanges. Die Gemeindevertretung fand er einig in dem Willen gegenüber manchen bedauerlichen Bestrebungen. die Rechte der Kirche zu wahren. Sine anregende Aussprache im Kirchenvorstand zeigte Einmütigkeit In dem Entschluß, unter Berücksichtigung des besonderen Charakters unserer Dorortgemeinde zu erprobten alten auch neue Wege zu gehen. nd. Rl dda, 12. Rov. Heute fand hier eine ordentliche Kirchenvisitativn durch den Geh. Oberkvnsistorialrat Dr. Petersen aus Darmstadt statt. Rach der Predigt des Pfarrers Laut im Dormittagsgollesdienst hielt der Disi- tator eine längere Ansprache an die Gemeinde und nahm dann die Prüfung der Katechismuslehr- pflichtigen vor. Daran schloß sich eine Sitzung des Kicchenvorstandes und dec Kirchengemeindevertretung, in der besonders über Mittel gegen die sittlichen Gefahren der Heranwachsenden Jugend, über die Renovierung des Innern der Kirche und die Anschaffung einer neuen Orgel verhandelt wurde. Rachncittags predcgte Pfarrverwalter Wihmann, und zum Schlüsse wurden sämtlcche Schulen des Krrchspiels In der Religion durch den Geistlichen und Oberkonsisto- rialcat Dr. Petersen geprüft Die Gründung eines Kirchengesangvereins wurde angeregt. Turnen, Sport und Spiel. Berlin, 11. Rov. (Wolff.) Wie die „B. Z. a. M." meldet, hat die Ovecste Behörde für Doll- blutgucht beschlossen, im Jahre 192 3 feine Rennen im Reiche abzu hallen. Die Berliner Rennvereine, für die die erdrückenden Transportkosten-Entschädigungen in Fortfall kommen, wurden versuchen, ote Mittel auf das äußerste anzuspannen, um den Rennställen in der Hauptstadt wenigstens einigermaßen lohnende Rennpreise auszusehen. Aus dem bevorstehenden Heutiger Stand des Dollars 10 Ahr . vormittags: Berlin 7375, Frankfurt 7200—7300. Stimme klang so verführerisch durchs Telephon. „Ja, Kleines, du kommst?" Die Jungfer mußte den Teetisch wieder abräumen, denn Grete kleidete sich gegen 5 Ahr an. „Wollen Sie denn bei dem Wetter wirklich ausgehen?" fragte das Mädchen mit einem ironischen Seitenblick nach der erregten Heinen Frau, die immer Schubladen aufzog, um Handschuhe zu suchen, die sie doch in dec Hand hielt Grete glaubte auf dem dreisten Gesicht ein Lächeln zu bemerken. Aber an dergleichen war sie langst gewohnt Sie kam atemlos und halbtot in vcm vornehm kühlen, blattpslanzengrschmückten Destibül des Palasthotels an und wollte gerade die breite Treppe hinauf, als ihr der betreßte Portier in den Weg trat Zu wem sie wolle, fragte er. Grete blickte den Mann durch ihren dichten weißen Schleier empört an. „Zu meinem Schwager“ sagte sie von oben herab. Das könne jeder sagen, erwiderte der Machthaber des Palasthotels, und er wirs auf die Halle, in der einige Gäste hinter ihren Zeitungen verschanzt saßen. „Dafür ist die Halle La. Auf den Zimmern find keine Besuche gestattet." Grete verließ das ungastliche Haus und eilte Ins Kurhaus, um im Lesezimmer auf einem Löschblatt — anderes Papier war nicht zu sinden — ßuh mitzuteilen, daß sie ihn sofort unter den Sichen im Restaurant erwarte. Eine halbe Stunde später trafen sie sich endlich oben in einem leeren kühlen Gartensaal, der, von dem dichten Grün triefender Eichen beschallet, in einer melancholischen Dämmerung lag, und dessen offene Fenster auf einen Kirchhof hinaus- schauten. Hinter dem Büfett thronte eine dicke Kellnerin, welche strickte. Sie nahmen an dem mit tarierter Kaffeedecke geschmückten Tisch in der entferntesten Ecke Platz, und Grete erzählle ihr Erlebnis mit dem groben Vortier. Durch die offenen Fenster hörte man den Regen auf den Kies rauschrn und die halb- zerrisfenen Klänge eines Chorals, den verstimmte Trompeten bliesen, ein Begräbnis zog den Berg herauf. „Dieses weiß ich, soll ich nicht, darum mich zufrieden ge—den." Der Himmel hing dunkel und schwer über der Landschaft, und aus dem Tallesfel quoll der Rebrl herauf. Es war alles ganz anders, wie sic es sich ausgedacht. Lutz hatte alles so reizend hergeclchtet in seinem Zimmer, Liegestühle auf dem Balkon und Gretes Lieblingslilör Chartreuse. An der Straßenbahnhaltestelle drückten sie sich noch einmal die Hand, bann stieg Grete zu der Trauergesellschasl welche die Wagen füllte, wahrend sich Lutz auf einem Fußspad nach ber Stadt herunterstahl Am selben Abend packte er seine Koffer. * Gin paar Tage später sagte sich Liane zum Tee bei Gcete an, und diese schob in höchster Elle den Brief an 5ßrtz fort. Sie erwartete Liane mit Herzllopfen. Liane war verändert ihr gegenüber, • sie vertraute ihr nichts mehr an. Sie stellte gerade die Tassen auf, als Ernst ehr trat Er fand den rosigen Salon erleuchtet und warm, der Kamin brannte, ein kleiner Teetisch stand vor dem Feuer, und es sah einmal wieder behagllch aus. (Fortsetzung folgt) WtttE 9661c V ^7unb dlc SS SM Selbst -jS von fiff sich u Ä-> hanl^ Dniber Vresla^ ;y*5 sss oben AM den einen nxggiunlte der Erdolquell Hamburg tageblatt meUx Erdöllagern tn im Landkrei QHeicr Tiefe S- WE Uenge feit 2? totf in der Stiftung auf < Meiluchangen t jener an «bord Hamburg burger Millagpr dem noiwU(r aus, das lich rr Mmnlchaftslaiu llnborsichügieit wehr und ein L in Tätigkeit Di Drsayung als t Nantes Veiten zu Deianttoorten Das Erdbeben oantiaao Das Erdbebe gefordert Mehre los und ohne.L Opsevahl, die vr Seite! wird, \ agen. Dcest E Auch m den füb noch keine Aachr scheinlich Opfer desMeereSv Vimfl von Ai gtW. Kunst Derlin, J 3." melkt teilt Hajim Hosh 100000 -Ken wr l-m Menschaf Mellend für te schul Deutlchlanl ku;.8 zugunsten Nltute, weiter! Meiischaft inj euerseits auf t heutigem %“9ung ün { A etwa 303 Onitungen stM WAe 3lvecke Mugung. § ioli gebühst ^enst, die fl Ldieberei, und hier E« tolltet c Lung ter l n haber sowie die beiden Mädchen waren t o t während der junge Mann noch Lebenszeichen von sich gab. Es konnte noch nicht festgestellt wer- >. n. ob es sich um Selbstmord oder um ein Der- brechen handelt. Brudermord und Selbstmord. Breslau, 13. Nov. Die beiden 20- und 22jährigen Söhnedes Obstyrohhändlers Winkler wurden heute morgen m ihren Betten erschossen aufgcfunden. Die polizeilichen Nach-, forschungen ergaben, dah der jüngere ben alte c c n Bruder durch einen Revolverschuß von oben her in den Kopf und dann sich selbst, burcy einen Schuh in die Stirn getötet hat. Die Beweggründe der Tat sind unbekannt. Erdölquellen im Hamburger Gebiet. Hamburg, 13. Nov. (Wolff.) Wie ein Mittagsblatt meldet, wurden auher den entdeckten Erdöllagern in der Lüneburger Heide jetzt auch im Landkreis Hamburg in 350 big 400 Meter Tiefe Erdölquellen angetroffen. Die Bohrungen stellten Erdöl in erheblicher Menge fest. Die Quellen befinden sich in S a t- t o r f in der Nähe des Salzhorstes, was zu der Erwartung auf eine erfolgreiche Fortsetzung der Untersuchungen berechtigt. Feuer an Bord eines norwegischen DampserS. H a m b u r g, 13. Nov. (Wolff) Wie die Hamburger Mittagpresse meldet, brach heute früh auf dem norwegischen Damrfer „Ä in g Eric" Feuer aus, das sich mit groher Schnelligkeit von der Mannschaftskajüte aus, wo es wahrscheinlich durch Unvorsichtigkeit entstand, ausbreitete. Die Feuerwehr und ein Löschboot traten mit drei Rohren in Tätigkeit. Bisher werden drei Mann der Besatzung als t o t gemeldet. Die Urheber des Brandes werden sich wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten haben. Das Grdbebe« in Chile. — Mindesten- 1000 Opfer. Santiago de Chile, 13. 2kov. (Wolff.) Das Erdbeben hat mindestens 1000 Opfer gefordert. Mehrere tausend Personen sind obdach- ll»s und ohne. Lebensmittel. Auher der groben Opferzahl, die von C o v i o p o und Coquimbv gemeldet wird, sind 500 Tote in Dallenar zu beklagen. Diese Gegend ist völlig verwüstet worden. Auch in den südlichen Städten, aus denen bisher noch keine Nachrichten vorliegen, sind höchstwahrscheinlich Opfer zu beklagen. Die Bewegung des Meeres wurde auf über 1200 Meilen Entfernung von Antofagasta bis Valdivia gespürt. Kunst und Wissenschaft. Glue japanische Stiftung. Berlin. 13. Nov. (Wolsf.) Wie die „03. Z." meldet, teilte dec japanische Grohindustrielle H a j i m Hoshi, der bereits vor zwei Jahren 100 000 Den zur Förderung der deutschen chemischen Wissenschaft gestiftet hat, gelegentlich eines Festessens für die Spitzen der chemischen Wissenschatt Deutschlands mit, dah er eine neue Stiftung zugunsten der chemischen wissenschaftlichen Institute, weiterhin aber für dir gesamte deutsche Wissenschaft ins Leben gerufen habe. Er stellte seinerseits auf drei Jahre monatlich 2000 Den (nach heutigem Gelde 8 Millionen OKarf) zur Verfügung, im ganzen also, auf drei Jahre Der- teilt, etwa 300 Millionen Mark. Neben diesen Stiftungen stellte er 40 Millionen Mark für allgemeine Zwecke der deutschen Wissenschaft zur Verfügung. Dem japanischen Botschafter H i - jvki gebührt, wie die „B. Z." hervvrhebt, das Verdienst, die groben Industrieunternehmer Japans. die bereits vor einem Jahre Drrlln aufgesucht und hier ihre Beziehungen gefestigt haben, immer wieder auf die Notwendigkeit einer 03er« bindung der japanischen Industrie mit der deutschen Wissenschaft hingewiesen zu haben. Madrid, 13. Nov. (Wolff.) Der Erlanger Professor W i n h hat seine D o r t r ä g e vor der Madrider Fakultät und der Röntgengesellschaft über die Krebsbehandlung abgeschlossen. Die Vorträge fanden den gröhten Beifall. Winh wurde durch ein Bankett geehrt und vom König empfangen. HeschästlichtS. • Heizberatung Auf Veranlassung der Hauptstelle für Wärmewirtschaft e. 03. findet am Donnerstag, dem 16. November 1922, abends 5—7 Ahr, ein Belehrungs-Vortrag über Brennstoffe und Verbrennungskunde, sowie über den wirtschaftlichen Betrieb von ZentralheizungSan- lagen mit Lichtbildern in dem Physikalischen Institut, Stephanstcahe 24, statt. Am Freitag, dem 17. November, wird sich eine praktische Unter- Weisung über Betrieb. Instandhaltung und Pflege dec Zentralheizungen im Chemischen Laboratorium, Ludwigstrahe 21, anschliehen. -Seit iuw Ort für diese Unterweisung wird nach Schluh des s^elehcungsvortrags am Donnerstag noch bekanntgegeben. -- SanDel. Starke Kaprtalerhohung bei der Gummiwarenfabrik LouiS Pekr. Frankfurt a. M, 13. Nvv. (WTB.) Eine am heutigen Tage stattgefundene Aufsichtscats- sitzung der Mitteldeutschen Gummiwarenfabrik Louis Peter A-G Fcanl- furt a. M., beschloh, einer auf den 8. Dezember d. 3. ernzubecufenden auherorbentlichen Generalversammlung die Erhöhung des Aktienkapitals von 50 Millionen Mark um 80 Millionen Mark in Vorschlag zu bringen, und zwar mit Dividendenberechtigung für bas laufende Geschäftsjahr. Die neuen 80 Millionen Aktien sollen den Stammaktionären im Verhältnis von zwei jungen zu einer alten Aktie zum Bezüge angeboten werden, und zwar zu einem Kurse von 370 Prozent. Des Ferneren beschlob dec Aufsichtsrat, der auherordentlichen Generalversammlung die Erhöhung des Aktienkapitals um wei - tere biS zu SOMillionen Mark Stammaktien vorzuschlagen. Die Festsetzung des Zeitpunktes und der Modalitäten der Begebung der letzteren bis zu 80 Millionen Stammaktien soll im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat erlassen werden. Erhöhung der Reichsdaukziussätze. Berlin, 13. Nov. Der Wechselzinssatz der Reichsbank ist heute von 8 auf 10 Prozent und dec Lombardzinssatz von 9 auf 11 Prozent erhöht worden. Berlin, 13. Nov. Börsenftirn- mungsbild. Die seit vorigen Freitag eingetretene Kurserholung am Devisenmarkt, die bei kleinen Schwankungen auch heute anhielt, hat den ziemlich starken Kurseinbruch vom Freitag nahezu ausgleichen helfen. Die Börsenspekulation drehte sich und kaufte wieder zurück. Ihr schloß sich das Gros des Privat- publikumS an. Infolgedessen setzte die Auf- wärtSbewegung der Kurse mit erneuter Kraft ein. Der Geschäftsumfang war bei starken Kurssteigerungen sowohl in den zu schwankenden als auch in den zu GinheitSkursen gehandelten Papieren wieder ganz erheblich, so dah auch leider die Derzögerungen in der KurS- feststellung anhalten. Don Dalutapap irren stiegen Baltimore und Canada mit 1000 bzw. 14 000 Prozent am stärksten. Ihnen folgten bei großen Umsätzen Kolonialpapiere und Auslandsrenten, letztere im Ausmaß von 200 bis 1500 Prozent. Sonst hielten sich die Kurssteigerungen durchschnittlich zwischen 300 und 800 Prozent und erreichten vielfach auch 1000 bis 2000 Prozent, und vereinzelt bis 3000 Prozent. Letzteres war besonders am Montan- markt der Fall, wo die schweren Papiere wie Bochumer Guß um 5000 Prozent, und Gelsenkirchener und Harpener zeitweise um 11000 Prozent höher bezahlt wurden. Don heimischen Renten waren neben Kriegsanleihe die alten Reichsanleihen mit Ausnahme der 3° prozentigen ganz erheblich gesteigert, wie sich auch Kauflust für die Anleihen der Länder und Städte und Industrieobligationen bei überwiegend kräftigen Kursbesserungen zeigte. Die unerwartete Diskonterhöhung der Reichsbank machte keinen besonderen Eindruck, trug^aber schließlich zu einem leichten Nachgeben der Kurse von dem höchsten TageSstand bei, ohne daß jedoch dadurch die feste Grundstimmung irgendwie beeinträchtigt wurde. Frankfurt a. M., 13. Nvv. Börsen- stimmungsbild. Dollarkurs im Frühverkehr 8200, im Verlaufe 8150—8125. In der Aufwärts- benxgung bei Preise für fremde Zahlungsmittel ist ein gewisser Stillstand eingetreten. Die Preise waren in den ersten Vormittagsstunden vorwiegend schwankend. Am Effektenmarkt tagen ver- schie^ntlich V«kaufsaufträge vor. Allerdings waren auch ziemlich Kaufordres eingegangen. Die Tendenz war nicht einheillich, doch stellte sich diese verschiedentlich freundlicher. Valutapapiere waren angesichts der Dollarbewegung etwas fester. Bessere Meinung bestand für chemische Aktien, Scheideanstalt gefragter, Badische Anilin plus 100 Prozent, Griesheim plus 350 Prozent. Am Mon- tanafttemnarft zeigte sich eine feste Tendenz, Har- pener 4900, sehr fest auch Phönix. Elektrische Werte waren auch heute teilweise gesuchter. Fester AEG., Schlickert, Felten und Guilleaume. Maschinen- und Metattwerte ruhig. Festere Kurse zeigen Deith-Werke, Daimler und Kleyer. Größeres Interesse zeigte sich wieder für Industrie - Obligationen, Hhpothe!enbanken und Pfandbriefe. Deutsche Kriegsanleihe sehr gesucht. Dollar um 1 Uhr 8300. Börsenkurse. Frankfurt a. M. Berlin Schluh- S äliig* Schluh» Schluh» Äurs Kurs Äurs Kurs Datum: 10.1L 5"/» Dtsck. RetchSanleihe 4% Dergleichen SV/» Dergleichen 3"/-, Dergleichen Dlsch.Svar-Bräin.'Anl. 4'7» Preußische KonsolS 4°/,> Hessen......... 3*/i7o Hessen a"/» Hessen 77,50 290,- 200/— 1050,- 95,- 195,— 201,- 138,- 175.- 13.1L 83 50 340,- 230.- 900,- 100,- 175.- 168.- 138- 150,- 10.1L 13.11. 77.50 80,- 320,- 350,- 205, t- 260,- 950,- 830,- 9L- 105,- 136,- -,— 155,- —i9a- 4% Zollnirken 6350,-6100,— 5900.- 6000,— 57o Goldmexikaner 89000,--,- 90500,- 96000,- Berliner HandelSges • 5600,— 6000,— 5530,—6000,— Commerz- u. Privalbk 1500,— 1500,— —,— 1650,— Darm!. u.Nniionnlbnnk 1350,— 1300,— —,— 1350,— Deutsche O'ank 3200,- 348a— 3100,- 3525.- Deiusche VereinSbank. 605,— 605,— ——,— DiScomo Commandit 2100.— 2110,— — MetnUbank 6010,- 6010,— -,— Mitteldeni. Creditbnnk 1700,- 1800,- 2000,-1800,- Oesterr. Credi^anstalk 1280,— 1275,— 1060, -1200,— Bochumer Guß .... 12500,-16500,-12500,-15700,- Buderus......... 5250,- 5000 - 4100. - 5480,- Cnro 5100,- 5800,- 5600,- 5660,— Deulsch-Luremburg. . 12000,-14250,-11240,-13000.- GelsenkirchenerBerawl.5750,—21500,—14000,—18100,— Hnrvener Bergbau. . 36000,—50500,—39500,—45010,r- Kaliiverk Aschersleben 6100,— 5700,— 580j.— 5800,— Kaliwerk Westeregeln 9000,— 7500,— —.— Vaurabütte....... 6500,-14000,- 9200,— 9975,- Cberbeönrf 5000,- 5100,- 4900,- 5110,- Pliönir Bergbau. . . . 13000,-14000,-10025,-12M10,- Nheinüahl 13000,-14000,-10060,-127<)0,- Ricbeck Montan . . . 14000,-14000,-14500,-15500,- Tellus Bergbau .... 2700,— 3520, - ——,— Hamburg-Amer. Pakei 230a— 2850,— 2800,-2800,— Norddeutscher Vlotjb 17U0<- 1850,- -,-1810- ZementwerkHeidelberg 4050,— 4025,— —,— —,— Philtvv Holzmann . . . 2300,— 2525.— ——,— Anglo-Cont.-Oluano. . . 9500— 9000,— 850ft— 8700,— Badische Anilin..... 7500,- 7700,- 7525,- 7600.- Geldschmidt 5960,— 4970,- 4600,- 4925,— Griesheimer Electron. 490a— 5300,— 4500,— 5200,— Höchsler Iarbwerke . 54)0,— 5600,— 4900,— 5800,— Holzverkohlung..... 3700,— 3900,— —,— - OiüigerS merke 3500,— 3850,— 3700,— 4000,— >cheideanstalt 5960.- 5930,- -,- -,- Atlg. Elektrizktäts-Ges. 4650,- 5000,- 3000,- 5750,- Berg.nann 2800,- 2000,- 240a- E- Schuckerl 6050,— 6500,- 5375,— 6000,- Siemens & Halske. . .U00a-1180a-1000a-1050a- Adlerwerke Kleyer. . . 150X— 1500,— 1750,— 1700,— Daimler Motoren. . . . 1500,— 1695.— lölä— 1699,— Henllgenftaedt 24CK),— 220>),- —,— —. JHeanin 3750 - 350a- 3500,- 3500,- MetaOges. Iranksun. .8000,—8000»— —,— — Schuhsabiik Herz. . . 1551,— —,— —,— —,— Sichel .2520,-2650,— —,— — .— Zellüoff Waldhos . . .3300,-3925.— 330ft— 4100,— Zuckeisabr.Irankenthal 4520,—46 >5.— —,— — ZuckerfabrikWcm äitfel4500,-4800.— —,— —,— Frankfurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahluag.) Amtliche Notierungen. 11. November 13. November Geld Brief Geld Brief 493,75 496,25 488,75 4'1.25 3281,75 3298,25 W41.85 3258,15 37281,05 37468/15 36209.25 36390.75 532.65 535.35 516.70 519,30 1504,20 1511,80 147630 1483,70 1236,90 1243,10 1164.50 1190,50 364,05 365,95 363,05 364,95 1625',90 1631'10 1605.95 1611'06 1476,30 1483,70 1456,35 1463,65 2179,50 2190,50 2154,60 2165,40 8154'55 819545 8074'75 8145.25 10,59 10,V 10.34 1040 319,- 32L- 319,- 321— 260,30 261,70 25635 257,65 Märkte. Datum: Antw.-Brlissel . Holland...... London Paris Schweiz Spanien Jialien Istssabon-Oporto Dänemark . . .. di'orwegen Schweden . . . . HelsiugsorS. . . . Neunork Deutsch-Oesterr. Budapest Prag Soffa Berliner Produttenmarkt. Berlin, 13. Nov. Im Probuttenverkehr erschwert die Geldknappheit nach wie vor erheblich das Geschäft, so daß sich der Verkehr bei vorherrschender Zurückhaltung heute wieder in engen Grenzen hielt. In Weizen und Gerste bleibt das Angebot gering, wogegen sich in Roggen etwas mehr Angebot zeigte. Auswärts werden für Roggen teilweise höhere Preise als in Del'lin gezahlt. In Hafer lag die Nachfrage besonders aus den westlichen Industriegebieten vor. In Mais und Mehl liegen Angebote aus zweiter Hand vor. Für Futterstoffe bestand fast keine Nachfrage. In Hülsenfrüchten bleibt die Ware dauernd knapp. Weizen, märkischen 14 200 bis 14 400 Mk., pommerschan 13 800—14 000 Mk. (etwas fester), Roggen, märkischen 12 400—12 700 Mark, pommecschen 12 300—12 600 Mk., west- preußischen 12100—12 300 Mk., Sommergerste 13 300—13 600 Mk. (behauptet), Safer, märkische» 13 900—14 200 Mk.. pommerschen 13 800—14 000 Mark (behauptet), Mais, La Plata, loco Berlin 13 900—14 000 Mk. (ruhig), Weizenmehl (100 Kg.) 37 500- 40 000 Mk. (still), Roggenmehl (100 Kg ) 33 000-35 500 Mk. (still), Weizenkleie 7000 bi» 7100 Mk. (matter), Roggenkleie 7000—7100 Mk. (matter), Raps 20 000-21 000 Mk. (fest). Diktocia- eibfen 22 000-23 000 Mk., kleine Erbsen 20 000 bis 21000 Mk.. Peluschken 15 000—16 000 Mk.. Wicken 19 000—20 000 Mk., Lupinen, blau 14 000 bis 15 000 Mk., gelb 15 500—16 500 Mk., Sera- della, alt 25 000—32 000 Mk., Rapskuchen 8000 bis 8300 Mk., Trockenschnitzel 6300—6500 Mk. Rauhsuttec: Weizen- und Roggenstroh, drahtgeb. 4400—4500 Mk.. Haferstroh, brahtgepceht 4400 bis 4500 Mk., Stroh, strohseilgebündelt 4400 bis 4500 Mk., Wiesenheu, gut, gesund und trocken, Dormahd 2700—2800 Mk., Nachmahd 2650 bis 2700 Mk Frankfurter Getreidebörse. F r a n t f u r t a. M., 13. Nov. Das Geschäft wickelte sich ruhig ab. Die Preise der verschiedenen Artikel sind verhältnismäßig gut behauptet, teilweise als fester ju’ bezeichnen. Man nahm allerdings im Vormittagsverkehr abwartende Haltung ein, da sich die Dollacbewegung unsicher ge>- stattete. Weizen wurde bei Heinern Geschäft zu unveränderten Preisen gehandetti Roggen lag ruhiger. Gerste und Hafer sind in guter Ware gesucht, aber knapp am Markt. Mais preishattend. Für Weizenmehl besteht regere Nachfrage, während Roggenmehl leichter erhältlich ist. Sehr gesucht sind Hülsenfrüchte, besonders entwickelt sich regere Kauflust nach Viktoria-Erbsen. Futtermittel behaupteten ihren Preisstand. — Getreide, Hülsenfrüchte und Biertreber ohne Sack, Weizenmehl. Roggenmehl und Kleie mit Sack. Alsbaldige Lieferung. Parität Frankfurt a. M. Preis je 100 Kg. Weizen 28 000 Mark, Roggen 26 000 Mark, Sommergerste für Dcauzwecke 26 OOO—27 000 Mk., Hafer 26 500-28 000 Mk., Mais geschäftslos. Weizenmehl südd. Spezial 0 40 000—43 000 Mk. bei Waggonbezug ab Mühlenstation, Roggenmehl 34 000—36 000 Mk., Weizen- und Roggenkleie 13 000—13 750 Mk., Erbsen für Speisezwecke 44 000-50 000 Mk. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 13. Nov. (Amtlich.) Marktverlauf: Rinder langsam, Kleinvieh lebhaft, Schweins rege, Fettschweine gefragt; Rinder und Schweine Hinterlassen etwas Ueberstand. Im einzelnen ist zu bemerken: Auf getrieben waren 1999 Rinder, darunter 380 Ochsen, 77 Bullen und 1542 Färsen und Kühe. Ferner 202 Kälber, 195 Schafe und 629 Schweine. An Preisen wurden angelegt p Ztr. Lebendgewicht: Ochsen 14 000—24 000 Mr., Bullen 16 000—20 000 Mk.. Färsen und Kühe 18 000—22 000 Mk. für beste Färsen, 11000 bis 19WO Mk. für geringe Färsen, Kälber, beste Qual, 23 000—27 000 Mk., mittlere 20 000 bis 22 WO Mk., geringe 17 000—20 000 Mk., Schaft 10 000—20 000 Mk., Schweine unter 80 Kilogr. Öebenbgetoidjt 25 000—44 000 Mk., 80—100 Kg. 45 000-50 WO Mk., 100—120 Kg. 52 000—57 000 Mark, 120—150 Kg. 52 000—57 000 Mk., Fett- schweine über 150 Kg. 52 000—57 WO Mk., Sauen und Eber 37 5W—53 OW Mk. Die Preis« liegen um soviel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen unb Häns» lergewinne in sich schließen. OSRAM NITRA -V bewahren. 10015V Gießener Sport-Club v. 1900 e.V. Bekanntmnchlttlg. | Vernüeiungen| l»3O6D j 10 Ahr vormittags vüngeroerfteigerung auf dem Hofe der Denen Kaserne. 1. lHeff.) Batt. 15. Inf.-RegtS. AllgemeinsÖrlskrankeokasse SieSen Die noch rückständigen Beiträge zur Krankenkasse und Invalidenversicherung für den Monat Oktober 1922 können noch bis ZUM 25. November ds. Is. ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieses Termins sind der Einzahlung auf unser Postscheckkonto auch die Kosten beizufügen. Gießen, den 14. November 1922. Mn(MB Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen. I. A.. H. Hinkler. QIm V>v.v, den Dovem- ber 1922, abends 5—7 Ahr, findet im Nachruf. Am 10. November 1922 verschied leider zu früh unser liebes Mitglied Karl Möhl. Wir haben in ihm einen Freund verloren, der durch sein braves, zurückhaltendes und jederzeit liebenswürdiges Wesen bei allen Abteilungen unseres Clubs ganz besonders beliebt war. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am Sonntag, dem 12. d. M., abends 91/, Uhr, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Schwester Frau Katharine Pitz Wwe. geb. Schneidmüller plötzlich und unerwartet im Alter von 67 Jahren zu sich zu rufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Pitz Familie Karl Pitz Familie Christian Pitz Familie Friedrich Willi Pitz Heinrich Leib und Fran Kätchen geb. Pitz Robert Möhring und Frau Elise geb. Pitz Otto Pitz nnd Fran Mechtilde geb. Dammers Marie Resch verwitw. Burk geb. Schneidmüller Wilhelmine Pitz Wwe. geb. Dietz. Gießen, Offenbach, Frankfurt a. M., 14. Nov. 1922. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 15. November, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Zimmer m.2Betten zu uermteien. oims« Eeltersweg 40. j Mietgesuche [ ZuWrZWnieur in Staatsstellung, sucht sofort oder später möbliertes Zimmer Schr. Ana. u. 010435 an den Gieh. Anz. Stuöent möblierter Zimmer mit ob. ohne Pension, gegen nute Bezahlung. Schr. Ang. u. 010412a. d.G.Anz. ^tellenangebote| ZMrl.MM zur Bedienung der Zentralheizung ges. ScbuhbSQS Emanuel Selterswefl 31. 010414 Ehrliches 110008 Dikiißiiiliillhen Besucht. Zu erfr. in Geschäfts,!, d. G.A. Phhfttlttischea Institut, Stephanstr. 24, auf Veranlassung der Hauptstelle für Wärmewirtschast e. D., Darmstadt, ein Vortrag über Brennstoffe unb Der. brennungSkunde, sowie über den wirtschaftlichen Betrieb vonZeutralhei-ungS- anlagen mit Lichtbttderu statt. Eine praktische Anterweisung über Betrieb, Instandhaltung und Pflege der Zentralheizungen wird am darauffolgenden Tag (Zeit wird nach Beendigung des Vortrags belarattgegeben) im Chemischen Laboratorium, Ludwigstr. 21, erfolgen. Den Besitzern von Zentralheizungsanlagen ist Gelegenheit gegeben, persönlich und unter Hinzuziehung ihres Bedienungspersonals an diesem Vortrag kostenlos teilzunehmen. ' Gießen, den 11. Vovember 1922. [10012 Der Oberbürgermeister. 3. D.: l)r. Sei b. Donnerstag, den IS.Dovember 1922, 10006V M.T.V Anfang 4 Uhr 010424 Kenner Frische ß WWW MßßlifmO wird um 100 3U|I|UJI Adresse 10018c gebeten. Zu erfrag, m der Geschäftsstelle § deö Gieh. Anzeigers. 10014c Jüngerer Stadttheater Alle Mitglieder werken Hierzu freund- ilihft eingklnaeu. Johannes Engel VII. Emma Engel Erna Engel Anton Engel III. Hörnsheim, den 13. November 1922. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 15. November 1922, nachm. 2 Uhr, statt. Mittwoch, 1 ».Nov. ö.miNmolh-M.-vorsi. Les Meeres unö i>er £lebe Wellen. Auf. 7, En de 9«/. Uhr. Wenig getragener Tut-Anzug preisw. zu verk. ntone Hillebrands!!*. 12 II. Mittwoch und folgende Tage eintreffend. E. S. gleinbenn Telephon 66. V Astoria-Lichtspiele Todes-Anzeige. Heute früh 1 Uhr entschlief nach kurzem, schwerem mit Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere herzensgute Mutter, die treusorgende Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin Fran Marie Engel geb. Lang im Alter von 40 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Voranzeige Cafe Amend Freitag, 17.Nov., abends 8 Uhr Wohltätigkeitsabend zu Gunsten der Vertriebenen aus Elsaß-Lothringen, Ortsgruppe Gießen Unter gütiger Mitwirkung des Opernsängers AD. PLATTE, Mitglied des Frankfurter Opernhauses. Mit verstärkt. Orchester und reichhaltigem Programm. merke sich em jeder, putzt die Schuh' - erhält des Leder. Chem. Werke Lubszynski fr ArG., B er/in -Lichtenberg Junger Mann, 23 Jabre alt, sucht Stellung irgend welcher 2lrt in G egen oder Umgegend, evtl, auch in Landwirlschast. Schr. Ang. u. 010430 an den Gieü. Anz. |Verschiedenes| LIL DHttw. 15. XI. 8* - U., [Mv] Monals-Versammlung im Kanlm. Vereiosh. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ 01u,1? Kleine schwarze vackelhünüin mit der Marke 345. entlaufen Abzugeb. gegen Belohnung rriebiltttraüe 14. ▲▲aAA▲▲ Samstag, 18. 11. 22, abends 8 Ahr, Turnhalle (Lteinstrabes Minlek- WH6 JtioHor s morgen mifflnom. öen 15. Hon. 1922: sl i glnzks mm | ™ Da die Schweinenot sehr groß, und der Hunger noch viel größer, J| Lade ich die Gietzner ein, denn das sind Genießer! _k? ■ Habe heut' ein Schwein geschlacht, das 5 Ztr. hat gemacht; sulcht all. 2 Cs stammt aus meinem eignen Stall, wo Wurst und Quellfleisch wird 8 Und das Schlachten ist ein Fest, wo gern kommen alle Gast'; « Auch der Pinnschosch will dabei, war schon hier vor Wochener drei, k« Vier Damen machen die Musik, auch fehlt es nicht am Humorist, M Und Melchiorbier und guten Wein, auch Freikonzert noch obendrein, W Drum kommt Ihr Giehner all', wo's lustig wird auf jeden Fall. Sonntag abend entschlief sanft im 84. Lebensjahre unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frag Elisabelhe Balser. 3m Barnen der Hinterbliebenen: WM Wer. Gießen, den 14. November 1922. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. 010438 WA gesucht. 9D99D Hritz Nowack Wäschcfabrif und Ausstattllngöhans. tont empfohlenes Mädchen für ganz oder tagsüber ge'Uckt. o'Mse «>rau Carl Ludwig Leib, Kirchürasie 2. Gießener Konzert-Verein Donnerstag, den 16. November, abends 7 Uhr mit einer öffentlichen Hauptprobe Klttwooh, den 15. November, abends 7 ühr, lu der SladtSlrohe Bach - Kantaten Nr. 48, 170, 161, 148, für Soli, Chor und Orchester. Ausftthrende: Ruth Arndt (Alt), Antoni Kohmann (Tenor), Otto Görlach (Orgel), der Akademische Gesangverein. Orchester: Hiesige Musikfreunde und Mitglieder der Reichswehrkapelle. Leitung: Prof. Gustav Trautmann. Eintrittskarten: Aufführung Mk. 100.—, 80.—, 60.— und 40.—, Hauptprobe 30 Mk, Mitglieder 25 Mk., Schüler 20 Mk. bei Ernst Cha liier. Studentenkarten: Aufführung 25 Mk., Hauptprobe 20 Mk.. nur im Vorverkauf beim Hausverwalter der Universität. — Die für das I. Kirchenkonzert ausgegebenen Abonnementskarten haben Gültigkeit Programm mit Texte 20 Mk. Wwnoii.ssm 1—2Stunden täglich gesucht. 010418 Südanlage 10 L oiMiu Tüchtiges, eürL Wck'l! gcsuÄ. Frap Kugelmann, Sie uh an strasie 4311. ZswkIK. Wütze» nöer 3ran 2—3 Stunden vormittagsgesucht. 010413 Vudwigstrake 2911 in gut.OauS bei hob. Vobn. Getverbsmäh. Stellenvermittlung Sophie Diilfer, 010443 Nettstadt 59. Ab heute “"“c der fabelhafte Erfolg! Das Brandmal der Liebe sensatfonellerMonumentalfilm w aus den Sehoeewüsten Alaskas. 4, 7 Akte. 7 Akte. Ä L Die Intrigien der Madame^ de la Pommereye J 6 Akte aus der guten alten Zelt ‘SMS Der gestrige Erfolg bewies, Jg daß dieses Programm wieder in seiner Art d. Vollkommenste ist Massen-Elhuhvtrlauf Selttrsweg 31 Mafftn-Schuhverlauf Leltrrswtg 31 Schuhhaus Emanuel 10007a Früher haben Sie bei uns an jedem Paar Schuhe Hunderte Mark gespart. Jetzt profitieren Sie tausende Mark an jedem Paar Schuhe, wenn Sie Ihren Bedarf bei uns decken. 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