Ur. 242 Erscheint täglich, «cher Senn. uitt Feiertags mit berSamstagsbeiloge: EtiehenerFamilienblLtter »oncttllch« Btieosintifr. Mk. 102.- und Mk. 8.- LrLgerloh»,durch dieDust vvt 125.-,auch deirricht. «sch«ne» rnqeiner Nummern infolge höher« Gewalt. - FernspreH. UmschlSsft: str dieöchrist» kttwwg 112; ftr Verla, wnb «ejchäft.stele 51. «»schrtfi für Vrahtnach- richten Heretier «letz«. Erster Blatt 172. Jahrgang Samstag, H- Dttober 1922 leee^ee we le)ti,ee fix die lageenuMmcr bis A. A pu* Nachmittag vorher jlvSk ohne jede V«dtndlichkeit 1 W prri, tÄr 1 mw höhe für M ■ wqeigen o 27 mm S rette Mr ■ frnhd) 400 Pf., awemärt» ■ 500 Pf.;ftr Sebleme. W Am,eigen von 70 mm ~ Brette1600P1. Bei pk^. Vor1chrtst20'/.LRftchk4 -«p^chrtstiett«: lag. ®oe*. Bertmtmortfld) Mr potttih: Lug. Goetz flr den übrigen Teil Lrnst Btumschein; fit den General-Anzeiger für Gberheffen vntck ewe Verlag. VrShfsche Univ.'Vuch- imd $tehtömat die allgemeine Rückwärtsbewegung in Richtung auf die neue Demarkationslinie heute morgen begonnen. Offenbar haben die türkischen Truppen erst gestern abend Kenntnis von der Unterzeichnung des AbkommeenS von Mudania erhalten. Aus Sowjet-Rußland. Moskau, 13. Oft (WTB.) Das Volkskommissariat stimmte einem von ber Zentralexekutive noch zu ratifizierenben Gesetzentwurf zu, burch ben ben staatlichen Betrieben in ihrer Hanbelstätigkett im Auslanb eine gröbere Selb- stänbigkeit ein geräumt wirb. Danach erhalten bie Staatsbetriebe, welche bisher bei den Handels Operationen im Auslände nur eine passive Rolle spielten, das Recht selbständige Operationen vor zunchmen. Das Auhenhandelskomm.ssariat behäl sich jedoch daS Beto- unb Kontrollrecht vor. Dir Abschlüsse müsien rechtzeitig zu seiner Kenntnis gebracht werben. Das Auhenhcmbelsmonopol wirb somit im wesentlichen aufrechterhalten. Eine russisch-chinesische Konferenz. Moskau, 13. Oft. (WTB.) Die chtne fische Regierung schlug für bie Eröffnung ber russisch-chinesischen Konferenz ben 15. Oktober vor. Die Konferenz wirb sich mtt ber Frage der Räumung ber Mongolei, beS Regimes ber ostchinesischen Eisenbahn, ber Schift' fahrt auf bem Amur und Sungari und der Wiederau nähme ber briberfeftigenn Handelsbeziehungen beschäftigen- (Siebener Stadttheater. Der Dürgergeneral S3ußTt*teI tn einem Aufzug von Goethe und Der eingebildete Kranke. Lustspiel tn 3 Qfften von M 0 liöre. Gießen, den 14. Oktober 1922. GS tixtr ein köstlicher Wend, den man gestern hn Stadttheater verleben durfte. Ehrlichem Streben nach einem Ziel, das der Mühe lohnt, bleibt Anerkennung und Dank nicht versagt. So wurden die beiden Aufführungen zu einem vollen Erfolg, ihn so peinlicher wirkten wieder die vielen unbesetzten Plätze, die stumme und doch beredte Klage erhoben ob der unverdienten Interesselosigkeit, die auf die Dauer leider die Fortsetzung der künstlerischen Darbietungen unseres Stadt- tHeaters ernstlich gefährden mutz. Mochte dieser Ernst der Lage endlich einmal voll erkannt werden. Goethes „Dürgergeneral" ist noch von der vorjährigen Aufführung bekannt. Gestalten feiner Zeit hat hier der Dichter in fröhlicher Satire gezeichnet. Es bedarf aber keiner geschichtlichen Studien, um diesem Lustspiel volles Verständnis entgegenbringen zu können. Mutatis mutandis findet man zu allen Zeiten — und etwa nicht mrch in der unsrigen? — solche Maulhelden und Schwindler, die aus der Leichtgläubigkeit ihrer Mitmenschen Rutzen zu ziehen suchen. Karl Dolck, der auch die Regie führte, stellte einen in jeder Hinsicht gelungenen „Schnaps" auf die Dühne Erne gleich prächtige Figur gab Heinz Dechstern als Matten ab. Auch die Rollen der Rose (Karla Keller), des Gorge (G e o r g Heding), des Edelmanns (Karl Juhnke) urrd des Richters (Paul S ch u b e r t) waren aufS beste besetzt. So sehr man die Feinheiten, die auch dieses kleine Werk besitzt, schätzen mag, in dieser Zusammenstellung des Programms konnte das Stück Goethes nur den Auftakt bilden. Der Meister selbst würde seiner Schöpfung im Vergleich zu Moliöres „Der eingebildete Kranke" keine andere Bedeutung beimessen. Lustspiele nennen sich beide Werke, und doch wie wesensungleich sind sie, daß man kaum dieselbe Gattungsbezeichnung für beide dramatischen Arbeiten anwenden möchte! Hier zeigt sich, wie «Schicksal und Charakter der Dichter für ihre «Schövfungen Der Prozeß Rathenau. Leipzig. 13. Oft (Wolff.) Rathenau- Prozeß. Rachdem die Plaidohers beendet waren, erklärte der Vorsitzende, daß die nächste Sitzung zur Hrteilsverkündung ausSams- tag 12 Hhr mittags angeseht wird. Es ist aber mit der Möglichkeit zu rechnen, daß bis dahin die Beratung noch nicht zu Ende geführt werden kann. In diesem Falle erfolgt die Urteilsverkündung um 3 Uhr. Der Verteidiger Goldstücker beantragt tVv'JtS für die Angeklagten Schütt und Diestel Frerspruch Der Verteidiger Dr. Bloch spricht für Tillessen und Plaas: Die Verhandlung hat keinen Beweis erbracht, dah Tillessen am Komplott beteiligt gewesen ist. Ich bitte nicht um wilde Auffassung, sondern um die klare Erkenntnis: Freispruch Rach einer Pause ergriff Oberreichsanwall Ebermaher das Wort und sagte in einer Replik, die Drohung Kerns an Techow, chn zu erschiehen, sei nicht vor dem Anschlag, sondern nachher erfolgt Zu dieser Zeit habe die Mittäterschaft schon festgestanden. Vorsitzender: „Dann habe ich die Angellagten zu fragen, ob fie noch etwas zu ertTären haben." Ernst Werner Techow: „Ich tann nur wiederholen, dah ich die volle Wahrheit gesagt habe. Ich kann gar nicht schildern, welche Selbst- vorwürfe ich mir gemacht habe. Hm mein Gewissen zu beruhigen, habe ich offen bargelegt, was ich getan habe. Ich kann deshalb vertrauensvoll metne gerechte Sühne in Ihre Hande legen." Die HrterlsVerkündung findet Samstag um 12 Hhr oder um 3 Hhr nachmittags statt. Berlin, 13. Oft Am Schlüsse der heutigen Vormittagssitzung des Rathenau-Prvzesses verlas Iustizrat Hahn einen Drief von Frau Rathe- nauandieMutterTechows.der folgenden Wortlaut hat: „In namenlosem Schmerz reiche ich Ihnen, Sie ärmste aller Frauen, die Hand. Sagen Sie Ihrem Sohne, dah ich ihm im Ramen und Geists des Ermordeten verzeihe, wie Gott Ihm verzeihen möge, wenn er vor der irdischen Gerechtigkell ein volles und off-neS Bekenntnis ablegt und vor der göttlichen bereut. Hätte er meinen Sohn gekannt, den edelsten Menschen, den die Erde trug, so halle er eher die Mordwaffe auf sich selbst gerichtet als auf ihn. Mögen diese Worte Ihrer Seele Frieden geben!*1 Aus dem Reiche Die Wahl des Reichspräsidenten. Berlin, 13. Oft. (Priv.-Telegr.) Aus der Aussprache in der heutigen Vorstandssitzung ergab sich laut der „Zeit", dah der Parteivorstand der Auffassung zustimmt, dah eö nicht empfehlenswert erscheint, die Reichspräsidentenwahl am 3.Dezember vorzunehmen. Der Parteivvrstand ist der Meinung, daß wir in der inneren Politik zur Zell die Einheit nicht durch Wahlleidenschaften gefährden dürfen, und dah die ruhige Entwicklung auch mit Rücksicht auf außenpolitische Fragen nicht gestört werden darf. Die Deutsche Volkspartei wird ihre Bemühungen weiter darauf richten, dah die Wahl des Reichspräsidenten durch einen Reichstagsbeschluß noch hinausgeschoben wird. Berlin, 14. Oft. In einer vom Ka- cholikenausschuß der Deutschnatio- nallen Volkspartei einberufenen Versammlung sprach gestern der Parteivorsitzende Hergt über die Stellung der Deutschnatto- mrlen zur Reichspräsidentenwahl. Er sagte nach dem „Lok.-Auz." u. a.: Wir Deutsch- Niationalen haben nie daran gedacht, Hindenburg als Parteikandidaten aufzustellen. , Wir wissen aber aus ttefster Seele, dah von unserem Standpunkte aus Hindenburgs Wahl nichts entgegensteht, daß er allen unseren Anforderungen entspricht. Aber zunächst mühte er selbst aus seiner Reserve heraustreten. AuS dem Dolle heraus muß der Ruf nach einem unparteiischen Präsidenten immer lauter erschallen. Darum: die Parteien, Finger weg von der ReichSpräsidentenwahl.' Die Maßnahme« zur Stabilisierung der Mark. Berlin, 14. Oft Laut „Vorwärts" beschäftigte sich das Reichsk-abinett gestern nachmittag mit der Beratung weiterer Maßnahmen, die zu einer Stabilisierung der Mark führen sollen. Besprochen wurde u. a. der Plan der Währung sanleihe. Die Verhandlungen sollen in den nächsten Tagen fortgesetzt werden. Ein englischer Schritt gegen die Daluta- zuschläge. Die Gebühren, die in den verschiedenen deutschen Freistaaten den Ausländern für die Erlangung der Aufenthaltsgenehmigung auferlegt werden, haben, laut „Germania", zu Vorstellungen bei den deutschen Behörden seitens der englischen Regierung geführt. Das englische auswärtige Amt sieht darin einen Verstoß gegen den Friedensvertrag. Die Beschwerde bildet zur Zeit Gegenstand der Beratung bei den zuständigen Stellen in Berlin. Aus SLadt und Land. Gießen, den 14. Oktober 1922. Der Bürgerverein hielt, tote man uns schreibt im „Postkeller" eine schwach besuchte Mitgliederversammlung ab. Der Vorsitzende, Rektor Müller, gab zunächst die Gründe bekannt, die zu längerem Ruhen der Vereinstättgkell Anlaß gegeben hatten, dabei besonders bedauernd, daß die Mitglieder den Vereinsbestrebungen so wenig Interesse entgegenbringen. Sodaim legte er der Versammlung zwei Fragen vor: 1. Soll der Bürgerverein weiterbe st ehen? 2. Erscheint es empfehlenswert, zu den bevorstehenden Stadtverordneten- wahlen Stellung zu nehmen und evtl, eine eigene Liste aufzustellen? Die erste Frage wurde nach eingehender Aussprache von der Versammlung mit „Ja" beantwortet. Heber die Frage bezüglich der Betelligung an den Stadtverordnetenwahlen entspann sich eine rege Aussprache, bei der mehrere Redner für Beteiligung, evtl, durch Ausstellung einer eigenen Liste ein» traten, während andere mit Rücksicht auf das geringe Interesse der Mitglieder und das längere Ruhen jeglicher Vereinstätigfeit Bedenken gegen die Aufstellung einer eigenen Liste zum Ausdruck brachten. Es wurde beschlossen, zu versuchen, mit den politischen bürgerlichen Parteien und den Handwerkerorganisationen eine gemeinsame bürgerliche Liste zustande zu bringen. Mieter-Protest gegen den Mietzuschlag von 614 Proz. Eine außerordentlich stark besuchte öffentliche Mieterversammlung, einberufen vom Vorstand des Mietervereins, nahm gestern abend im Katholischen Vereinshaus Stellung zu dem auf 614 Prvz. bemessenen Gießener Mistzuschlag auf die Friedensmiete. Der Vorsitzende Weihbecker gab gleich einleitend bekannt, dah es zwischen den Vertretern der Hausbesitzer und den Wortführern der Mieter zu keiner Einigung gekommen ist. Die Forderungen der Hausbesitzer, pie auf das Zehnfache der heutigen Miete hinausgelaufen seien, hätten die Mietervertreter ablehnen müssen. Die Forde» rungen der Mieter seien nun inzwischen durch die rapide Geldentwertung auch überholl worden. Die Stadtverwaltung habe jetzt einen Vorschlag gemacht, der den Mietzuschlag auf 614 Proz. festsetzen wolle. Der Vorstand des Mietervereins habe diesen Vorschlag abgelehnt, ebenso aber auch die Hausbesitzer, weil sie bei diesem Satze nicht bestehen könnten. Die Mieter würden gern mit den Hausbesitzern zusammengehen, wenn die Wohnungen und die Häuser wenigstens in besserem Zustande wären als heute. Jedoch die Häuser seien in den letzten Jahren so tn Verfall geraten, dah für die Mieter eine große Last entstehe, wenn sie jetzt helfend eingreifen müssen. Hier müsse der Hausbesitz selbst unbedingt mll zur Tragung der Lasten herangezogen werden, denn er habe »die Wohnungen tn hohem Maße verlottern mitbestimmend werden. Goethe erzählt mit gutmütigem Spott ohne Bitterkeit eine heitere Episode. Molieves Lustspiele verbergen Unter dem fröhlichen Kleide ttefsten Emst. Ein Mann, dem das Leben übel mitge» spielt hat, geißelt die menschlichen Schwächen mit ätzender Schärfe. Man versetze einmal die Helden der Moliäreschen Lustspiele von der Bühne ins Leben, und man wird erkennen, daß man statt von Komödien eher von Tragödien sprechen müßte, über die nur Schadenfreude fechen kann Doch man erlebt ja nicht wirkliche Schicksale sondern Theater, und der Lustspielcharakter wird überdies durch die Rebenversonen und reiche Si° tuationskvmil gewahrt. — Auch die Darstellung des MoliSreschen Stückes erreichte unter der Leitung Adolf Telekys wahrhaft künstlerische Höhe. Rudolf Goll erzielle als Argan zahlreiche Heiterkeitserfolge. Auf diese Gestalt trifft ohne Einschränkung das zu, was wir oben über Mo- liöres Hauptpersonen sagten. Die Rolle des Kranken in der Einbildung kann nur mit ungemein (einem Verständnis wirklich gut gespielt werden. Jede gewollte Komik muß streng vermieden werden. Sonst wird der Eindruck verwischt, daß man es hier eigentlich mll einem tief unglücklichen und bedauernswerten Menschen zu tun bat. Eine große Leistung war Karla Kellers Beline Die heuchlerische Zärtlichkell, deren niedrige Motive nur dem blinden Gatten verborgen bleiben, und der brutale Triumph, als das Ziel scheinbar erreicht ist, vervollständigten in ihrer Darstellung das Charakterbild dieser falschen Frau. Elsa Engel war als Angelique manchmal etwas unfrei, während Kl. Castein als Louison das kindliche Wesen mit vollster Natürlichkeit traf. Ergötzliche Figuren erblickte man inKarlVolck (Dr. Diafoirus) und Martin Jakob (Thomas Diasoirus). Auch Paul Mehnert ließ als Dr. Purgon keinen Zweifel daran, daß der Dichter in diesem Werke die Aerzte seiner Zeit karikieren wollte. In der Dienerin Toinette fand Cläre Türk wieder die dankbarste Betätigung ihres Talentes. Man kann sich dieses vorlaute und schlagsertige Mädchen nicht besser verkörpert denken. Die übrigen Rebenrollen waren ebenfalls glücklich beseht. Es sind als deren Träger noch zu nennen: Karl Juhnke (Derald), Georg Heding (Cleant), Heinz Dechstein (Fleu- rant) und Oskar Feige! (de Bonnefvi). Beide Aufführungen fanden die vollste Anerkennung des Publikums, das feinen Beifall oft und sehr lebhaft äußerte. tr. lassen". Obwohl seit Ende 1918 die Miete immer höher geworden sei, habe man von der Vornahme von Reparaturen meist nichts toahrgenommen. Ob man mit den Hausbesitzern eine Einigung erziele, könne heute noch nicht gesagt werden. Hierauf erstattete Reallehrer Hebermehl eingehend Bericht über die Verhandlungen mit der Stadt und den Hausbesitzern über Die Zuschläge zur Grundmiete. Die Verhandlungen unter dem Vorsitz des Beigeordneten Dr. Seid hätten schon bald gezeigt, daß Hausbesitzer und Mieter nicht zuemanderkommen konnten: obwohl nur drei Sitzungen stattgesunden hätten, seien sie mit jeder Sitzung weiter auseinander gekommen. Deshalb wurden die Verhandlungen abgebrochen und die Festsetzung der Zuschläge von Amts wegen cm- geleitet. Hausbesitzer und Mieter hatten ihre Vorschläge hierzu etnzureichen. Die Hausbesitzer forderten insgesamt 894 Proz. Zuschlag, die Mieter kamen in ihrer Berechnung auf den Satz von 180 Proz.. Durch die mittlerweile eingetretene Geldentwertung ist dieser Sah natürlich überholt worden. Die Stadtverwaltung hat dann auf Grund amtlicher Ermittlungen etwa die Mlltellinie zwischen den beiden Forderungen gezogen und die Zuschlagshöhe auf 614 Proz. festgesetzt. Hiernach berechnet wird die künftig zu zahlende Miete das Sechsfache der Miete vom Juli 1914 betragen. Auch die Mieten für möblierte Zimmer werden in recht fühlbarem Ausmaß erhöht toerben. Redner beschäftigte sich nun eingehend mit den Einzelheiten der Zuschlagsberechnung und zeigte hierbei, dah die Ansichten der Hausbesitzer uni) der Mieter über die Angemessenheit der einzelnen Zuschläge in der Tat sehr stark voneinander abtoeichen. Da die Berechnung der gesetzlichen Miete auf die im Juli 1914 gezahlte Miete aufgebaut werde, diese aber heute vielfach nicht mehr bekannt sei, sollten die Mieter sich gegenseitig durch Auskunfterteilung über die Höhe der damals gezahlten Miete unterstützen. Bei den Beratungen habe die Mietervertretung auch beanstanden müssen, daß die vorgesehene Ortsfatzung nichts enthalte in bezug auf die Schaffung einer Mietervertretung. Diese sei unbedingt notwendig und ihre Existenz müsse in der Ortssahung festgelegt werden. In allen Häusern mit mindestens drei Mietwohnungen sei diese Mietervertretung einzurichten, für die Häuser mit nur einer oder zwei Mietwohnungen plane der Mieterverein die Schaffung einer ftraf}en» oder bezirksweisen Mietervsrtretung. Bon der Errichtung von Hauskonten für die großen Instand» sehungsarbeiten wolle die Stadt einstweilen insoweit Abstand nehmen, als es sich um Häuser mit nur zwei Wohnungen handle: maßgebend für diesen Entschluß sei die ungeheuer große Arbeitslast und die enorme Kostenhöhe, wenn für alle Miethäuser diese Konten geschaffen werden sollten. Für Häuser mit zwei bis drei Mietwohnungen würden die Konten aber eingerichtet. In der Gesamtheit betrachtet, hätten die Mieter an der Durchführung des Reichsmietengefehes, wie sie hier geplant sei, noch mancherlei berechtigte Ausstellungen zu machen. Ramenllich sei es die enorme Höhe der Zuschläge, die zum Widersprach herausfordere. Rur der Zusammenschluß aller Mieter könne bewirken, dah die Interessen der Mieterschaft s o vertreten werden könnten, wie es notig sei. — An den mit lebhaftem Beifall belohnten Vortrag schloß sich eine längere Aussprache an, in der einhellig zum Ausdruck kam, daß die Mieterschaft gegen die Hohe der Zuschläge sich wehren müsse. Schließlich wurde einstimmig beschlossen, gegen die von der Stadtverwaltung geplante Zuschlagshöhe Verwahrung einzulegen und dabei zu fordern, dah 1. die Zuschläge der vom Mieterverein vorgeschlagenen Hohe sich an» nähern sollten und 2. Die Mieter Vertretungen einzurichten seien. Wenn dieser Schritt keinen Erfolg habe, solle beim Kreisamt, als der Aufsichtsbehörde, Protest erhoben werden. Man hörte hierauf einen Vortrag des Justiz - inspektörs Schroeder über das „Mietrecht der Gegenwart" und beschäftigte sich in vorgerückter Stunde noch mit den S ta d t v e r o r d et en » wa h len. Bei diesen will der Mieterverein mit einer eigenen Liste vorgehen. Die (Hictzeuer Volksbochschultagunq. Zu der heute beginnenden Volkshoch- schultagung in Gießen im gut geheizten großen Hörsaal der Hmversität sei noch bemerkt: Der Vortrag, den Profeffor Hamann-Marburg heute, Samstag, abends 8 Hhr, über „Deutsche Köpfe des Mittelalters" halten wird, bringt in neuen eigenen Aufnahmen des Vortragenden Beispiele des stärksten, was deutsche Kunst des Mittelalters "hervorgebracht 'hat. Hnbekannt, teils im künstlerischen ©egenftanb überhaupt, teils in der neuen Ansicht des Kopfes, offenbaren diese Aufnähmen eine Kraft und Fähigkeit der Versenkung in das Eigen- und Innenleben der Menschen, die einen vollwertigen 'Begriff von der Höhe deutscher Kunst im Mittel- alter geben. Jeder, der die künstlerische Vergangenheit seiner Ration femten zu fernen wünscht, fei deshalb auf diesen Vortrag hingetoiefen. Auch die Referate am Sonntag über wichtige Fragen der Volks Hochschularbeit dürften weitere Kreise interessieren, zumal die Möglichkeit einer Aussprache geboten ist. Wo enmnrktsbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete Weißkraut das Pfund 3—5 Mk„ Wirsing das Pfund 4—5 Ml., Rotkraut das Pfd. 6—10 Mk„ Spinat das Pfd. 12 Mk., Blumenkohl das Stück 10—30 Mk., gelbe Rüben das Pfund 4—6 Mk., rote Rüben das Pfd. 2—5 Mark, Endivien das Stück 2—5 Mk., Ober- Kohlrabi das Stück 2—3 Mk., Anter-Kohlrabi das Pfd. 1.50—4 Mk., Tomaten das Pfd. 25 bis 30 Mk., Russe das Pfd. 30—40 Mk., Aep- fel das Pfd. 5—8 Mk., Birnen das Pfd.' 5 bis 7 Mk., Zwetschen das Pfd. 6 Mk., Kartoffeln das Pfd. 4.70—5.00 Mk., Butter das Pfund 360—400 Mk., Eier das Stück 22 Mark. * ** Neue Quittungskarten für die Invaliden - und Hinterbliebenenversicherung sind mit dem 1. Oktober eingeführt worden. Die alten Vorräte können aber aufgebraucht werden. Die Quittungs- karte A ist für Pflichtversicherung und Weiterversicherung bestimmt, die Karte B für Selbstversicherung und ihre Fortsetzung. Vorgesehen ist fernerhin je ein Raum für die Versicherungsanstalt, die Ausgabestelle, die Liste der Quittungskarten, den Tag der Ausstellung und die Zeit, seitdem die Karte verwendbar war. Wiedergegeben werden die §§ 1424, 1425 und 1495 der ReichsversicherungSvrd- raing. Auf der Karre für die Selbstversicyerung wird dargelegt, wer dazu bis zum vollendeten vierzigsten Lebensjahr berechtigt ist. 2luf der Rückseite sind die üblichen Felder und Raum für die Aufrechnung der entrichteten Beiträge. * * Der Brotpreis wird nach einer Bekanntmachung in unserer heutigen Ausgabe mit Wirkung vom 16. Oktober auf 44.50 Mk. für 1900 Gramm erhöht. * * Sin Liter Vollmilch kostet vom 16. Oktober ab im Kleinverkauf 47 Mark. * * Die Trockenanlage des Elektrizitätswerkes ist am kommenden Mittwoch zum letzten Male für die Annahme von Frischware geöffnet. _. ”2 5jähriges Dienstjubiläum. Frt. Lma Vogt von hier feiert am Montag, 15. ds. 25jährigeS Dienstjubiläum bei derPutz- fe^bft °‘>e,IXrrCn^rma -N^Mlde Rachmann hier- ** Das Fest der ftIberrt-en Hoch- £ei£ feiern heute der Schaffner t R. Leon- =a erbig und Frau geb. Schmitt, Aster- to?g 59; ferner morgen die Ehegatten Wilhelm -w e n t m elfter und Frau, geb. Mühlich, und ochrelner Georg Beck und Frau, geb. Daum. Gemeindeabend der Matthaus-Gemeinde in der Stadt- kirche. Am morgigen Sonntag, 15. Oktober, abends 8 Hhr, veranstaltet die Matthäus-Gemeinde in der Stadtkirche einen Gemeinde- abend. Der bekannte hessische Bauersmann und Schriftsteller H. Raumann, Mitarbeiter der Sohneyschen Dorfzeitung und vieler Sonntagsblätter, Verfasser der gemütstiefen Bucher: „Vom Heimatacker", „Mein stilles Tal , spricht über das Thema: „D e r große Gewinn in armen Tagen". Naumann ist, so schreibt man uns, ein vortrefflicher Redner und in Stadt und Land gleich gern gesehen. (Siehe Anz.) ruotizen. 2“ Tageskalender für Samstag. Großer Hörsaal der Hniversität, 8 Hhr: Vortrag Prof. Dr. Hamann. — Astoria-Lichtspiefe, ab heute: „Der Mann aus Zelle 19" und „Im Kampfe gegen ätzbermacht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, heute und morgen: „Der Graf von Monte Christo". — Palast-Lichtspiele, ab beute: „Heinrich Heines erste Liebe, und Di- Hexe". ~ Tageskalender für Sonntag. Stadttheater, 3 Hhr: „Der Bürgergeneral" und „Der eingebildete Kranke"; 7 Hhr: Schwarzwald» mäbel“. — Großer Hörsaal der Hniversttät, ab Vs10 Hhr vormittags und 4 Hhr nachmittags: Oeffentliche Vorträge über Volkshochschulfragen. — ©tabtfirche, 8 Hhr: Gemeindeabend das Watthausgemeinde, Vortrag des Herrn Raumann. — Markus-Saal, Kirchstraße, 81 . Hhr: Lichtbilder» Vortrag des Evangelischen Arbeitervereins. Rus dem Stadttheaterbureau. Am kommenden Donnerstag, dem 19. Oktober fenbet ein Gastspiel des Moskauer Balletts von Tamara Gamsakourdia, Alexander De- midofs und Wassilij Orlofs statt. (Siehe Anzeige.) Wettervoraussage für Sonntag: Tells klares, teils nebeliges Herbstwetter mit leichten Nachtfrösten. Das Hochdruckgebiet hat sich noch wettet verstärkt und wird für die nächste Zeit die Witterung beherrschen. Landkreis Gießen. s. Trohe, 13. Oft. Ein junger Knecht an der Mittelsmühle benutzte die Abwesen- hett seines Herrn, um mit dessen Fahrrad und 5000 Mark in bar zu verschwinden. Das Rad ist ein Schweizer Fabrikat und an der schwarzen Lenkstange leicht zu erkennen. - Kreis Schotten. § nlrich stein, 13. Olt. Zu den hier stattonierten Personen-Pvstautos ist jetzt noch ein st a r k e s F r a ch t a u t o ^ur Beförderung schwerer Frachten hinzu gekommen. Der Verkehr in der Personenpost zeigt neuerdings eine starke Beschränkung. Kreis Friedberg. fpd. Oberer(enbad). 13. Oft. Infolge Versagens des elektrischen Stromes erfolgte in dem Schacht der Hessischen B r a u n I o h l ß n 21.=©. ein Wassereinbruch. Die Verwaltung mußte deshalb d.e Kohlenförderung vorübergehend ein stellen, am die Strecken entwässern zu können. Hm in der Zwischen- zeit gegenüber den Ansprüchen der Gläubiger geschützt zu sein, hat sich die Verwaltung ent- chlossen, die Geschäftsaufsichl zu beantragen, die unter Berücksichtigung der besonderen Hmftänbe vom Amtsgericht Vilbel auch genehmigt wurde. Starkenburg und Rhein hegen. ' Darmstadt, 12. Oft. Die mangelnde Rentabilität der Straßenbahn hat jetzt zu Betriebseinschränkungen und damit zu Entlassungen von Arbeitern und Angestellten geführt. Mehrere Linien werden ganz eingehen, andere stark eingeschränkt werden. Von den 210 Angestellten werden ,112 einschl. Verwaltung entlassen. Zum Teil werden die Entlassenen in anderen Betrieben der Heag 2fer- Wendung finden. » Alzey, 12. Ott. Als Hrsache des E i s e n. bahnunglücks auf dem hiesigen Bahnhof a-urbe ermittelt, daß die Hmsteklung der Weiche zu früh erfolgte. Dadurch stürzte ein Wagen vierter Klaffe um und schleifte auf dem nebenanliegenden Gleise. Auf letzterem stand ein Rangierzug, und prallte der umgestürzte Wagen des Personenzuges mit voller Wucht gegen die Rangiermaschine, so daß er tn die Maschine eingekeilt und teilweise zertrümmert wurde. Die Rainen der Toten sind: Anton Riedel-Wiesbaden, Gustav D a ft e r t» Dingen und Frau Käthe Hudelmaier - Alzey. Hüter den Schwerverletzten befindet sich: Frau Dastert-Din» gen, Frau Marie Hornick-Alzey und Heinrich Schmidt-Rieder-Saulheim, bei den leichter Verletzten: Frau Otto Reu-Alzey, Frau Elise ®an- Seutiger Stand des Dollars 10 Hhr vormittags. Berlin 2725, Frankfurt 2675—2725. diesmal Tannenwald, abgetrieben 190 Giehen, im Oktober 1922 r 2ÄL i 9262D I Jumpers Strickjacken Statt Karlen B Gießen, den 14. Oktober 1922. Verlobte Waldgirmes tmi $ fJu^izs t Jacobi Act Ges. Leihgestern l Marie Ruhl Georg Sommer Millionen Schuhe- und zwar werden höchste RfinlyunyfArtj/t frei trfin Sch irfe. Anna Linker August Dern Verlobte Metallbetten Stablmatr., Kinderbetten. dir. an Priv., Shxt 31N frei Elsas- möhelfebr. Suhl l.Th. MMWMHH Vermischtes. Millionen Mark gestohlen. ganz besonders großeAuswahlzu mäßigen Preisen Modehaus Salomon Gießen, Schulstr. Aus der Film-Operette: Wenn ich in Deine Augen seh'. So schwindet all mein Ach und Weh, Doch wenn Du sprichst „Ich liebe Dich“, Dann muß ich weinen bitterlich. werden täglich mit Nigrin geputzt. Schwarz, braun, gelb u. weiß Aus der Film-Operette t Mädchen mit dem roten Mündchen, Mit den Aeuglein, lieb und klar. Du mein liebes, kleines Mädchen, Deiner denk'ich immerdar. VoritsIluDsbSBlu: Werktags 5*/, und 8>/. Uhr Sonntags 3, 5*/t und 8'/, Uhr. Geschlossene Vorstellungen. 4ia2 grenzend an die .Blicken". verlob worden. Da jeder Hausbesitzer ein solches Waldstück bekommen soll, wird diesen Winter ein weitere- Stück Wald. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 106 vom 13. Oktober enthält: Einführung von Dienst stempeln für Schulvorstände. — Vergnügungssteuer; hier: Tanzbelustigung bei Gesellschaftsausflügen. — Abnahmeverhandlungen der Gemeinde-Abend der Matlhäns-Gemeinde Sonntag, 15. Oktober 1922, abends 8 Ubr, in der Ctadtkirche Vortrag v. Heinrich Naumann: Der große Gewinn inarmenTagen Die Gemeinde wird herzlich eingeladen. Gäste willkommen. ““D DieMÄnner-u. Frauen Vereinigung der TlatthÄus-Gcmelnde. illgemeiDe Ortskrankenkasse GieBen Die noch rückständigen Beiträge zur Krankenkasse und Invalidenversicherung für den Monat August und September 1922 können noch bis zum 31. ds. Mts. ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieses Termins sind der Einzahlung auf unser Postscheckkonto auch die Kosten beizufügen. Allgemeine Ortskrankenkasse Dietzen. 3. A.: H. Hinkler. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag. 15. Oft: Die Afrikanerin. Montag, 16. : Der Waffenschmied. Dienst tag, 17.: Die Braut des Lucullus. Mittwoch, 18 Tannhäuser (Pariser Bearbeit.). Donnerstag. 19. Die Fledermaus. Freitag. 20.: FigaroS Hochzeit Samstag, 18.: KönigSkinder. Sonntag. 22.: Die Boheme. Montag, 23.: Tristan und Isolde Dienstag. 24.: Die Qlfrtfanertn. Mittwoch, 25 Königskirrder. Schauspielhaus. Sonntag 15. Oft, nachm. 3i/a Uhr: Hannele; abends 7* 2 Die Weber. Montag, 16.: Der Richter von Zola mea. Dienstag, 17.: Die berühmte Frau. Mittwoch, 18.: DemetriuS; hierauf: Wallensteins Lager. Donnerstag, 19.: lieber unsere Kraft, 1. Teil <5rcitag, 20.: Die berühmte Frau. SamStag, 21. Lieber unsere Kraft, 1. Teil. Sonntag. 22.. nachm. 3Vs Uhr: Hanixele; abends 71/1 Uhr: Die berühmte Frau. Morttag, 23.: Die Weber. Dienstag. 24.: Die Richter von Zalamea. Mittwoch. 25.: lieber unsere Kraft, 1. Teil. Olga Marie Freifrau von Manteuffel Adolf Münker, Bergingenieur Leutnant d. N. a. D., 1. Thüring. Feld-Art.-Rgt. Nr. 19 Verlobte Engi. u. franxöe. Anlangsonterrichl gesucht. Schristllche Angebote unter 9283 an den Gleh. Anz. Wle (toten ohtrSlitr (Schwarzlach ob. an der Lahn». Schristl. Angebote u. 9300 an den Giehen. Anzeig. Cafe Astoria üiiijiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii'iiniiiiiiiiiiiiimiiiimii Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, 15. Oft., 18. nach Trin. Stadtktrche. 10: Pfr. Decker. — 11: Kinderkirche d. Markus- gemeinde. - Abds. 6: Pfr. Mahr. — Johannes- kirche. 7, 10: Pfr. AuSfeld. — 11: Kinderkirche d Johannesgem. - Abds. 6: Pfrst. Müller. — Sonnt. 15. Oft. Kirchberg: 11: Abendm. Lollar 1' , Wieseck. 9: Deichte. — 7,l0: Gottesdienst u Abendmahl. Katholische Gemeind«. Samst., 5 xl 8: Deicht. — Sonnt., 61 /.: Deicht . 7: Meste, Kom. der Jungst. xl Hausang.; 8: Kom 9: Hochamt m. Pr.; 11: Meste m. Pr.; 4'/,: DerS. der Jungst. u. Hausang. 5: Ehristenl. u. Rosenkranz m. Segen. — Dienstag u. Freitag abds. 8: Rosenkranz m. Segen. Hungen 7« 10. Sich: 7,8 u. 7,3. Landwirtschaft. dr. Hochelheim, 12. Ott. infolge des nassen Herbstes ist die Kartoffelernte hier noch nicht, wie in anderen Jahren um diese Zeit, beendet. Llngehruer reich ist der Ertrag, aber sehr beschwerlich sind die Erntearbeiten, da fast jede einzelne Knolle von der daran haftenden Erde befreit werden muß. Die „Dirken", ein vor zwei Hahren abgetriebenes Waldstück, bringen eine ausgezeichnete Ernte, besonders die Aecker, die Frühjahr mit Stallmist gedüngt worden sind. Andere Aecker, die nur künstlichen Dünger bekamen, liefern dagegen einen viel geringeren Ertrag, wohl ein Beweis dafür, das) es dem Doden, es war früher Riederwald, an Humus fehlt, und das; man bei uns mit Kunstdünger allein nicht auskommen kann. — Vor einigen 'Tagen sind wieder 21 Parzellen Waldboden, an» Nied er«G emün d eu 15. Oktober 1922 Gefeii Herde Nähmaschinen nonölellemrogen noch vreiswerl abzugeben bei 9295 Aug. Lotz, Wieseck, Grabenstr. Landwirt! Liefere erftflast.neue llniechlftsähmasch. gegen gute Kartos fein. Schr. Angeb. unt.09591 o. d. G.-tn». Schlichtungsausschust der Provinz Oberheffen. Sitzung vom 12. Oktober. Die Mitglieder der Däckerinnungen Giesten und Dad-Rauheim sollen vom 16. Oktober 1922 an ihren Gehilfen folgende Wochenlöhne zahlen: den Schiestern 3000 Mk. (statt bisher, seit dem 1. Oktober 1922 2000 Mk.), den Teignxochern 2900 Mk. (1900) und den Leht- gehUsen 2700 Mk. (1700 Mk.). Für die Gewährung von Kost unb Wohnung sollen sie von diesen Löhnen wöchentlich 1350 Mk. (850 Mk.) ab- ziehen können. 3n Giehen soll den verheirateten Gehilfen, wenn fie es verlangen, gestattet werden, Kost und Wohxrung oder eines von beiden nicht beim Arbeitgeber zu nehmen. Für Dad- Rauheim ist der Schiedsspruch auf Grund einer tarifvertraglichen Best immung bindend. Für Giv, Wohltätigkeitsfest am 18. Oktober für die durch die Not der Zeit am meisten Bedrängten beiden Kinder dcS GhepaareS Dastert-Dingen Heffen-Naffau. fpd. Frankfurt a. M . 13. Ott. Zwischen Trvnthal und Dad Soden trug sich beute vormittag ein folgenschwere- A uto m v - Lilunglück zu, dem drei Frankfurter Einwohner zum Opfer fielen. Ein mit 10 Personen be» s«tztes Auto, das sich auf einer Deranugungs- fatrrt befand, überschlug sich und begrub die 2n fassen unter sich Dabei wurden sofort g e- tötet: Weinhold Langlob, Weserstrrhe 22, Willi Dickel, Krifteler Straste 86. und der als Gast mitsahrende Krastwagensührer ® rxebel, Dürgerstraste 87. Die übrigen Insassen erlitten mehr oder minder schwere Verletzungen Der Wagenführer Ludwig Imhof, Dürger- firahe 87. ging sofort nach dem Unglück fluchtig und konnte bisher nicht aufgefunden werden. Ob Fahrlässigkeit oder ein unglücklicher Zufall ba» Unglück verschuldete, konnte noch nicht ermittelt werden. fpd. Höchst a. M., 13. Oft.* 3n der legten Zeit werden hier zahlreiche wertvolle Hun de durch Strychnin vergiftet aufgesunden. On den meisten Fällen handelt eft sich um Hunde von Angehörigen der Be- sahungSbehörde. fpd. Eppstein, 13. Ott. Auf dem hiestgen Bahnhof sand ein Angestellter der Höchster Farbwerke einen Geldbetrag von 70 0 0 0 Mark und lieferte ihn bei der Dahnverwaltung ab. Die Verliererin händigte dem Finder die fürstliche Belohnung von — 3 5 0 Mark auS. fpd. Idstein, 13. Ott. Das französische Kriegsgericht in Wiesbaden verurteilte den algerischen Schützen Den Ole f- sar, der am 11. Juni die 19jährige Frieda GuckeS ermordet und beraubt hatte, zum Tode. IM l'/t—2 Morgen grob zu pachten ober au kauf.gesucbt.Schristl. Ang ob. unt. 9220 an denGietz.Anzeig.erb. Berlin, 14. Oft. (Priv.-Telegr.) 3n der Nebenstelle der polnischen DarlehnSkafse in Königshütte wurden von Einbrechern 40 Millionen Reichsmark und 150 Millionen polnische Mark gestvh- l e n. Sämtliche Beamten der Nebenstelle wurden verhaftet, da der Verdacht besteht, daß der Einbruch fingiert ist. Muttermord. Berlin, 13. Ott. 3n der Laubenkolonie Marienthal am Teltowkanal tötete der Wjährige Arbeiter Otto Bär seine Mutter, die geschiedene OberpostschasfnerSfrau Bertha Bär, durch unzählige Beilhiebe und stellte sich bann selbst der Polizei. Wie eine Korrespondenz erfährt, behauptet der Muttermörder, er fei gestern abend erst nach 12 Uhr deshalb Borwürfe gemacht. Er habe sich aber nach Hause gekommen. Die Mutter habe ihm nieoergelegt und sei heute morgen 6 Uhr wie immer aufgestanden, um zur Arbeit zu gehen. Die Mutter habe ihm verschiedene Besorgungen aufgetragen, ihm aber das Frühstück vorenthalten, was sie schon wiederholt getan! habe. Diesmal habe ihn plötzlich so die Wut gepackt, dah er völlig geistesabwesend zum Beil gegriffen und blindlings auf die im Bett liegende Mutter einschlug. Eine ungLckselige Schietzerei. Magdeburg, 13. Ott. (WTB.) Die „Magdeburgische Ztg." berichtet aus dem benachbarten Frohse: Am Donnerstag abend tarn es in der hiesigen Feldmark zwischen dem Polizeibeamten Haase und drei Feld- schutzbea mten, denen Haase verdächtig vorkam, zu einer Schießerei, bei der der Feldschutzbeamte Scheel getötet wurde. Der Feldschutzbeamte Elze und der Polizeibeamte Haase wurden schwer verletzt. Der dritte Feldschutzbeamte blieb unverletzt. Hotel Schütz Sonntag abend: Erstklassiges Familien-Konzert Anfang 7'/, Uhr. 09623 RetchOvohndttektton Frankfurt a. At — Drey- marft in Grün berg. Errichtung einer Zwangs- Innung der Dauu nternehmer für den Landkreis Giehen — Errichtung einer Schneiderzwangs Innung für den Kreis Giehen. — Schulzahnpflege — Fortbildungsschule. - Förderung der DolkS- bibliotheken. -- Kinderarbeit in gewerblichen ‘Betrieben. — Wiesenrundgänge. - Vertilgen der DlutlauS. — Vertilgung der Raben unb Sperlinge. Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Pauline Grein Alfred Lock 6ni haben sich die ©treftteile biS zum 16 Oktober, abends, über seine Annahme oder Ablehnung zu erllären. Den Maurermeistern W. Müller in Hir- z e n h a i n unb Werner in Oberlais gab der SchlichtungsauSschuh auf, vom 8. Oktober an ihre Arbeiter in Hirzenhain nach der Orts- klasie 3 des Bezirks-Lohn- und Arbeitstarifs für das Baugewerbe vom 22. September 1922 und feiner Nachträge zu entlohnen. Der Kreis Schotten soll feine Stratzen- toartc vom 1. Mai 1922 an 10 Proz. unter dem Gemeindearbeitertaris des Hessisch-Rassau- ischen Wirtschaftsverbandes entlohnen unb für die Monate August und September 1922 10 Proz. unter den Lohnsätzen, die die Tarisschiedsstelle des Hessisch-Aassau Ischen Wirtschaftsverbandes am 9. Oktober 1922 für die Strahenwarte der Kreise Giehen, Friedberg und Lauterbach vorge- schlagen hat. , Die Firma A. Römheld in Fried- richshütte bei Laubach hat wegen Rohstoffmangels die Arbeiter ihrer Eisengießerei vom 4. Oktober an nur wöchentlich 12 Stunden arbeiten lassen Der Metallarbeiterverband verlangte nun für die Arbeiter den vollen Lohn für die laufende Lvhnwoche, weil die Firma entgegen den Dorschriften des § 74 des Betriebs räte- gesetzes unb des § 12 der Verordnung vom 12. Febrüar 1922 ihre Maßnahme nicht rechtzeittg wenigstens mit der Kündigungsfrist vorher angekündigt habe. Der Schlichtungsausschub entschied, dab die Firma nach § 12 Abs. 2 Sah 2 der genannten Verordnung verpflichtet war, die beabsichtigte Arbeitsstreckung mit der Kündigungsfrist vorher anzukündigen. Er überlleh es den Arbeitern, ihren etwaigen Lohnanspruch auf dem Rechtsweg geltend zu machen. Ern Detriebslehrling der Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen H. Schieferstein in L i ch nahm in der Derhandlurxg den Einspruch gegen feine Entlassung nach Beendigung seiner H., Emmerich am Rhein Deutsche Fettwerke BCommandit-Geseilschaft, Mainz Rotella-Speisefett-Fabrikg Weriin Schokoladenfabrik Frankonia A.-G.y Würzburg Generalvertretung und Lager ab 15. Oktober 1922: Schanzenstraße Nr. 6 Fernruf 1624 L M Wi Q S © h © © fc 9 S I © ß S O Fernruf 1624 Fettwai-en Schokolade 9273D Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir auf diesem Wege innigen Dank. Elisabeth Kröck und Kinder. G f Ä W H Gießen (Weserstr. 19), 13. Oktober 1922. 09610 Statt besonderer Mitteilung. Am 11. Oktober verschied infolge eines Gehirnschlags unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Lehrerswitwe im 83. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Michel geb. Schneider. Gießen, Butzbach, Treis a. d. Lumda. Die Beerdigung hat in der Stille stattgefunden. Man bittet, von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. 09602 09614 erbeten. (Trostes, freundliches Vereinszimmer iit noch einige Tage in der Woche frei. Schriftliche Angebote unter 09641 an die Geschäftsstelle deS Gießener Anzeigers. Ein junger besserer Herr, nur Sonntags anwesend, sucht sofort ein gnk lüööllertes MSM. Schrift!. Angebote unter 9284 an den Gieß. Anzeiger erb. Mehrere tüchtige Eisendreher sowie 1 selb- ständig arbeitender Kesselschmied zum sofortigen Eintritt gesucht. Angebote an ■ i. ß. Butzbach/H Mädchen zu möstl. bald. Eintr. ges. Fran E. Rotb, Ludwigsp!. 9. Norwegerin sucht zum 20. d. M. in gebild. Familie Zimmer mit voller Pension und Familienan- schlust. Schr. Angeb. m. Preisangabe unt. 09616 an d. G. Anz. ^Wohnungstsuseh^ WobnungStausch i. Gießen. Sgr.Zim., Küohe geg. 4-6 21m. Umzug u. Entschäd. ro. bez. Schr. Angeb. u. 09637 a. d. G. Anz. | Vermietungen jl 2-3 möbl. Zimmer 'mit Küche in guter Vage zu vermieten. .'Näheres 09624 tzaosMtzerverein. 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SesirwSSsM. Ans. 7, Ende R/« Uhr. Mittwoch, 18.Okt.: r.MkNwlh-M.-Vorsl. Hierauf: Der eingsbildeleKranke. Ans7,Enden.9»/,Uhr Sonnerstog. 19. ort.: Operetienvreise. (Softfuiel öe? mosfauet Bafietts. Ans. 7, Ende 9 Uhr. Freitaa, 20. Okt.: Z.Nettllg-M.-MIl. Sie Iröfletin. Anf.7,Ende9'/UlbL Sonntag, 22. Okt.: MsentzM. Ans 3, Ende 5'/« Uhr. Neuheit! Neuheit! Erstaufführung. Betllehte £eate. Operette v.Künneke. Anf.7,Endegeg.l0U, Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberyeffen) Zweiter Blatt i(r. 212 Tatsache einer un. die Einheitlichkeit beS geistlichen Standes zerrissen. Siner bevorzugten Geistlichkeit gegenüber hat man den Landpfarrerstand degradiert. Schlimmer als dessen materielle Zurücksetzung, obwohl diese durch die Zeit- entwickelung auch immer fühlbarer wird, ist die ' ten Behandlung, die viel Aus dem Kapitel „Vethmann" der Erinnerungen Kaiser Wilhelms II „Ereignisse und Gestalten". amt Erlaubnis des Berlages K. F. Koehler in Leipzig such war, auch die Kirche zum Schauplatz eines verwildernden Parteikampfes zu machen. Die .jetzt gebildeten Gemeindevertretungen haben nun nach unserer neuen hessischen Kirchenverfassung eine bedeutsame Aufgabe. Sie — nicht mehr die Dekanatstage — wählen die Abgeordneten zu dem Landeskirchenlag. Wenn nun — in verständlicher Absicht — der Versuch gemacht wird, auch diese Wahl aus dem öffentlichen 3nter* efse zu rücken, so ist das ein verhängnisvoller Irrtum. Bor ihm mühte schon eine sachliche Beurteilung der letzten Landessyaode behüten. Dieser ist ganz gewih das Zeugnis auszustellen, dah sie fleihig und ausdauernd eine grobe Arbeitsfülle geleistet hat. Die lange Tagungszeit und die langen Sitzungen beweisen es. 2lber damit ist auch das berechtigte Lob schon zuerkannt. Das Resultat des aufaewandten Fleißes ist nicht in gleicher Weise zu toben. Es lag an der parteizerrissenen Zusammensetzung der letzten Synode, dah unsere neue Kirchenverfassung ein Kompromihwerk blieb, das schließlich keinen recht befriebigte. Die Verhandlungen sanken bisweilen auf die zweifelhafte Höhe eines beschämenden Kuhhandels, einer Konzessionsmacherei, in der sich Führer, die anfangs sehr auf ihrem Prinzip standen, zu der ganz unlutherischen Art hnrreißen liehen: „Sier stehe ich ich lärm auch anders". Man erinnere sich zum Beweise für das Gesagte an die Verhanblunyen über die Kirchenregierung, über den Landesblschof, seinen Titel, über die Zahl der Superintendenten usw. Hier muh die Aufgabe der Träger des Wahlrechts, der Kirchengemeindevertretungen, es sein, dah der neue Landeskirchentag aus Abgeordneten besteht, die sich wirklich von höheren und höchsten Gesichtspunkten leiten lassen, bei denen — natürlich unter Wahrung 'ihres theologischen und kirchenpolllischen Standpunktes — Gewähr dafür geboten ist, dah sie nicht den Hieg ihrer Partei mit dem Wohle der Landeskirche verwechseln. Es soll damit keiner Kirchengemeindevertretung und Landeskirchentag. Ein vberhessischer Landpfarrer schreibt unS: Die Wahlen zu den evangelischen Kirchen- gemeinbeDertrctungen sinb vollzogen. Sie fanben in den weitaus meisten Fällen „unter Ausschluh der Oeffentlichkeit" statt. Fast in allen Gemeinden ging mir ein Wahlvorschlag ein, so bah die auf ihm Borgeschlagenen ohne besonderen Wahlakt als gewählt gelten. Es ist völlig verkehrt. obwohl bas so öfter beliebt wirb, biefe Tatsache als „kirchliche Interesselosigkeit" zu beuten. Dem widerspricht schon, bah es gerabe in kirchlich lebendigen Gemeinden, die sich nicht nur durch regen Gottesdienstbesuch, sondern auch durch sonstige kirchliche Lebendigkeit (Gemeinbeleben. Opfersinn usw.) hervortun, bei ei nem Wahl- Vorschlag blieb, der m der Regel von ben berufenen Leitern des kirchlichen Gemeinbelebens auf gestellt war. Bielmehr ist biefe Erscheinung in der Regel so zu erklären, bah die Gemeinde kein Mißtrauen Jfjegt, gegen bie Sachlichkeit, bie Gerechtigkeit unb das Derantwortungsbewuhtsetn ihrer Führung. Es spricht auch bie löbliche Scheu mit, Parteiwesen mit feinen häßlichen Begleiterscheinungen gemacht werden. Eine Verschwommenheit in dieser Beziehung, der ja heute so oft das Wort geredet wird, wäre im Gegenteil ein qroßeS Unglück. Aber dafür sollten die Wähler sorgen, daß „Persönlichkeiten' in das Kirchenparlament einziehen. an denen es in der alten Landes» synobe fehlte, nach denen daS Wohl der Kirche bringend verlangt. Dann wirb die andere Hoffnung sich erfüllen, die auf den neuen Landeskirchentag gefent wird, daß er sich nämlich freihalte von der Angerechtigkeit, die man der verflossenen Landessynode vorwerfen muß. „Die kirchlichen Führer sollen besorgt sein, dah die Kirche nicht geschädigt werde" Videant consulesl! Denn Schaden ist durch die alte LandeSsynode, durch ihre Ungerechtigkeit, gc stiftet worden. Ein verhäng-risvoller Beschluß hat Copyright 1922 by the Maclure Newspaper- Syndicatc. Publication and Translation rights reser- ved, including Scandinavian, reproduction in whole or in pari without permission prohibited. Den interessanten Abschnitten über BiSmarck unb bie Erwerbung TsingtauS lassen totr heute bie Schilberung eines mißglückten Versuches bei Engländer folgen, 1912 die Novelle zum deutschen Flottengesetz zum Scheitern zu bringen. Sin weiterer Ausschnitt aus dem Kapitel „Kriegs- auSbruch" wird am 19. bss folgen. — Ende des Monats wird die Buchausgabe des Werkes in allen Buchhandlungen zu haben sein. Ein politisches Manöver Englands. Das Iahr 1912 brachte in ferner ersten Hälfte die Sendung Sir Ernest CasselS mit einer Verbalnote, in welcher England seine Qleutralität im Falle eineS auf Deutschland erfolgenden „un- provozierten" Angriffes anbot, falls Deutschland auf eine Beschränkung seines Kriegs schiff bau es und bas versteckt angebeutete Fallenlassen seiner neuesten Marinevorlage eingehen würde. 3nfo(ae unserer entgegenkommenden Antwort wurde Lord Ha l d a ne mit den Verhandlungen betraut und nach Berlin entsandt. Die Verhandlungen scheiterten schließlich an der immer intransigenter werdenden Haltung Englands (Sir E. Grey), das zuletzt Lord Haldane desavouierte unb seine eigene Verbalnote zurückzog, weil Grey befürchtete, durch ein deutsch-englisches Abkommen bie Franzosen zu verletzen unb das englisch- französisch-russische Einvernehmen zu gefährden. 3m einzelnen war der Verlauf folgender: Am Vormittag des 29. Januar 1912 ließ sich im Schloß zu Berlin Herr Dallin bei mir anmelden unb um Audienz bitten. 3ch nahm an, baß es sich um eine nachträgliche Geburtstagsgratulation handeln werde. Ich war daher nicht wenig erstaunt, als Ballin nach kurzem Glückwunsch mir meldete, daß er als Abgesandter von Sir Ernest Cassel erschienen sei, der in besonderer Mission soeben in Berlin eingetroffen sei und um Empfang bäte. Ich folgte, ob es sich um eine politische «Sendung handle, und, wenn das der Fall sei, warum nicht der englische Botschafter die Audienz vermittle Aus Dallins Antwort ging hervor, daß die Angelegenheit nach Andeutungen Cassels sehr wichtig zu sein scheine, die Umgebung des Dot- Äs aber dadurch zu erklären fei, daß man don den besonderen Wunsch ausgesprocheii habe, die amtlichen diplomatischen Stellen mit der Angelegenheit nicht zu befassen, weder die englischen noch die deutschen. 3ch erklärte mich zum sofortigen Empfang bereit, fügte aber hinzu, daß ich, falls Cassels Auftrag auf Fragen der Politik Bezug haben fällte, als konstitutioneller Herrscher sogleich ben Kanzler hinzuziehen würde, da ich nicht in der Lage sei, allein ohne ben Kanzler mit dem Vertreter einer fremden Macht zu verhandeln. Ballin holte Cassel herbei, der mir ein Schriftstück überreichte, das mit .Billigung und Kenntnis der englischen Regierung" aufgesetzt worden sei. 3ch las den kleinen Bogen durch unb erstaunte! nicht wenig, alS ich ein formelles Reutralitäts- angebot für den Fall künftiger kriegerischer Der- wicklungen Deutschlands in den Händen hielt, abhängig gemacht von gewissen Beschränkungen auf dem Gebiete deS Flottenbaues, die Gegenstand von gegenseitigen Besprechungen unb Vereinbarungen bilden sollten. 3ch ging mit Dallin ins Rcbenzimmer (Adjutantenzimmer) und gab ihm das Schriftstück zu lesen. Nachdem er das batte, sagten wir a tempo: .Eine Verbalnote!" Es war offenbar, daß sich diese „Verbalnote" auf die vorliegende Novelle zu unserem Flotten- gesetz bezog und bestimmt war, sie auf irgendeine Weise zu verzögern oder zu hintertreiben. Ieben- salls befand ich mich vor einer eigentümlichen Situation, die auch Battins Verwunderung erregte. Sie erinnerte mich an die Lage in Cron- berg-Friedrichshof 1908, als ich bad an mich persönlich gerichtete Ansinnen bes englischen Unter flaatdjefretärd Harbmge, unseren Flottenbau einzustellen, zurückweisen muhte. Jetzt erschien ein intimer Geschästsfreunb Cduarbs VII. — ohne vorherige Anmeldung aus amtlichem diplomatischen Wege — beim Deutschen Kaiser mit einer von der englischen Regierung inspirierten Preisbildung im Hanowerk. Don ber Hessischen Handwerkskammer wird unS geschrieben: Der vor wenigen Wochen erfolgte Zusammenbruch ber deutschen Markwährung hatte eine völlige Zerrüttung unserer gesamten Wirtschaft zur Folge. Die unsinnige Kaufwut breitester Kreise ber Bevölkerung und ber Ankauf durch Angehörige valutastarker Länder bewirkten ein Heraus schnellen aller Preise in kurzen Zeiträumen. Immer in solchen Zeiten ertönt der Rus nach behördlichem Eingreifen, — meist von denen, die für sich selbst nie genug herausschlagen können. — immer werden bann weitgehende Zwangsmaßnahmen gefordert, in der Hoffnung, damit ber abwärts gleitenden Mark Halt zu bieten, die fort- febreitenbe Teuerung, bie Entblößung bes Warenmarktes einbämmen zu können. Eine ähnliche Erscheinung hatten wir vor etwa 2 Jahren, alS deren Auswirkung eine große Bewegung für Preisabbau inszeniert wurde. Damals wie heute sichteten sich bie Vorwürfe allgemein gegen Handel unb Handwerk, man Norberte stürmisch bie Herabsetzung ber Verkaufspreise 3n langen Verhandlungen wurde seilens des Hanbwerks ber verschiedensten Gebiete Hessens ben Vertretern ber Lanbespreisprüfungs- stelle der Beweis erbracht, daß das Handwerk bie Preise für seine Erzeugnisse aufs genaueste kalktuliere, hierbei aber auch neben ber Rücksicht auf bie Allgemeinheit, bie für bie Handwerker in gleichem Blaße steigenden Kosten der Lebensführung nicht außer acht lassen barf. Die HanbwerkSkammer wird in aller Kürze mit ben Vertretern ber Landesverbände des Handwerks und ber Lanbespreisprüfungs- stelle erneut in Derhanblungen über bie wichtige Ftage ber Preisregelung treten. Hm ihre Mitglieber zur Kalkulation stetig zu erziehen, bie einzelnen Betriebe zu lehren, sich ben schwankenben Verhältnissen anzupassen, ist es eine ber vornehmsten Ausgaben handwerklich en Organisationen, unausgesetzt die Frage ber Preisbildung zu behandeln Die Faktovm, die bie Preisbildung im Handwerk hauptsächlich beeinflussen, Rohmaterialien, Löhne und Unfoften sind vorgezeichnet. Auf ihre Gestaltung hat das Handwerk leider keinen Einfluß, es muß in biefer Hinsicht mit gegebenen Größen rechnen, ist aber um seiner selbst willen verpflichtet, bie End- Preise den wirtschaftlichen Verhältnissen anzu- passen. AlS Endverarbei ter tritt das Handwerk allerdings der Oeffent- li (bleit mit s einen Preisen augenfälliger in Erscheinung Alle aber, die die kritische Sonde anlegen, sollten sich hierüber fiat werden, wo die Wurzel der Preissteigerung liegt und dort mit Verbesserungsvorschlägen einsetzen. Wenn, wie wir es erlebten, täglich ja säst stündlich bie Preise für Rohmaterialien steigen, wenn fortgesetzt ganz enorme Lohnerhöhungen ein treten, wenn ftänbig bie Gehälter ber An„Verbalnote", mit der ausdrücklichen Instruktion, sämtliche diplomatischen 3nstanzen beider Lander zu umgehen. Er überreichte ein Angebot der englischen Regierung, in kommenden kriegerischen Verwicklungen ihre ^Neutralität zu wahren gegen Abmachungen über Beschränkungen in unserem Schiffbau, ilnb dies geschah seitens Englands, des Mutterlandes des „Konstiiutionalismus"! Dallin sagte, als ich ihn hierauf hinwies: „Heiliger Konstitutionalismus! Wo bist du hin?^DaS ist ja „personal politics, with a vengeance“!“ *) 3d) einigte mich mit Dallin dahin, daß Herr v. Vethmann sofort zitiert werden müsse, um seinerseits sich zu informieren unb zu dieser eigentümlichen Lage Stellung zu nehmen. Telephonisch gerufen war Dethmann bald zur Stelle. Auch ihm verursachte die Situation zunächst ein gewisses Erstaunen: es war interessant, sein Mienenspiel zu beobachten, alS er orientiert wurde. Der Kanzler schlug vor, zur ressortmäßigen Erledigung auch ben Staatssekretär deS Reichämarineamts Admiral v. Tirpih hinzuzuziehen, unb empfahl, in berfelben Art unb Form, wie die von Cassel überreichte Note, eine Antwort in englischer Sprache aufzusehen unb sie Sir Ernest mitzugeben, ber abends wieder reisen wollte. (Englisch wurde gewählt, weil man iln- [(arbeiten und Mißverständnisse bei einer Ueber- setzung in London befürchtete.) Der Kanzler bat mich, da ich am besten Englisch verstände, die Note aufzusehen: nach einigem Sträuben mußte ich micy dazu entschließen, das Schreiber Handwerk selbst zu versehen. Nun ergab sich folgendes Bild: 3ch sah am Schreibtisch im Adjutantenzimmer, die Herren standen um mich herum. 3d) las einen Sah auS der Note vor und entwarf eine Antwort, bla toleber verlesen würbe. Darauf sehte bie Kritik von rechts unb links ein. Dem einen war es zu entgegenkommend, dem andern zu schroff: es wurde gemodelt, umgegossen, verbessert und gedrechselt. Besonders ber Kanzler mit seiner philosophisch prüfenden, tief forschenden Gründlichkeit, bie jedes Wort auf bie Golbwage legte, damit es von allen Seiten beleuchtet nachher niemandem einen Anlaß zur Kritik bieten konnte, bereitete mir manche grammatikalische und stilistische Pein. Nach stundenlanger Arbeit war der Guß endlich gelungen unb würbe, nachbem bie Note ein paarmal von Hanb zu Hanb gegangen unb bann noch ein halbes Duhenb Mal von mir verlesen worden war, unterschrieben. Beim Auseinanbergehen fragte der Kanzler Sir Ernest noch, wer von England aus zu ben Derhanblungen zu erwarten sei. Cassel erwiderte, es werde jedenfalls ein Minister gesandt werden, welcher, sei ihm nicht bekannt, vielleicht Mr. Winston Churchill, der jetzige Marineminister, da es sich ja um eine Marineangelegenheit handle. Dann vereinbarte der Kanzler noch mit ihm, daß der inoffizielle Weg beibehalten und Dallin die ilebermittlung aller die Angelegenheit betreffenden Nachrichten aus England übernehmen solle. Ernest drückte seinen lebhaften Dank für liebenswürdigen Empfang und seine Zufriedenheit mit dem Tenor unserer Antwortnote aus. Späten teilte mir Dallin noch einmal vom Hotel aus mit, daß Cassel sich in jeder Beziehung befriedigt über den Erfolg seiner Mission ausgesprochen habe unb über ben guten E'rnbruck, ben er empfangen hätte, auch seiner Regierung berichten werde. Als ich dann die Angelegenheit mit Admiral v. Tirpih besprach, waren wir beide uns darüber einig, daß die Novelle in Gefahr komme, also scharf aufgepaßt werden müßte. Es wurde nun in aller Stille das Material geordnet, das Admiral v. Tirpih bei den Verhandlungen Vorzügen haben würde: ein kleiner historischer ileberblla über die Entwicklung der Flotte und deren sich erweiternde Aufgaben: das Flottengesetz in seinen Zielen, feinem Wesen sowie seine Durchführung und seine Erweiterung: schließlich die vorliegende Novelle, ihre Bedeutung und die Art ihrer Ausführung. Vom Kanzler wurde erbeten, dah die Hauptver- handlung im Schloß in meiner Gegenwart flott- finden solle. Mit Tirpih verabredete ich noch dah er, soweit er könne, englisch sprechen solle, bei schwierigen Ausdrücken würde ich eventuell dolmetschen. *) „Das ist ja persönliche Politik in höchster Potenz!" Samstag, H. Dttodet sy22 ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ gestellten bedeutend heraufgefehl werden, dam muß auch das Handwerk, will eS sich nicht selbst auf geben. Schritt halten. Diese Grundgedanken handwerklicher Preis« bilbung kamen z. T. auch bei einer kürzlich in Frankfurt abgehaltenen Oihunq ber Preisprü- ungsstellen zum Ausdruck. Jedoch fehlte eS hiev» bei auch nicht an Anoriffen gegen das Handwerk. 3nsbesonbere wurde die Preispolitik ber Innungen teilweise stark kritisiert und ihre Wirtung als verheerend auf die Markttage bezeichnet. Eigenartig ist eS, dah anscheinend m Auswirkung dieser Verhandlungen mehrere/Kreisämter. auch vereinzelt Polizeidtrektionen, an die Handwerkskammer herangetreten sind mit der Ansicht, die Abhaltung von Innungsversammiungen tum Zwecke der Preisbildung und die Preisfestsetzungen ber Innungen wurden gegen § 100 q ber Reichsgewerbevrbnung verstohen, weshalb von Aussichts wegen eingeschritten werden müsse Einer solchen Ausfassung muh seitens des Handwerks grundsätzlich unb mit allem Nachdruck entgegengetreten werben. Beiläusig ist zu be- metfen, bah § 100 q der Gewerbeordnung nui für Zwangsinnungen gilt, während freie 3nmm- gen, sofern ihre Äaffulationen auf orbnung* mäßiger, vertretbarer GrMrdlage beruhen, hiervon nicht betroffen werden. § 100 q besagt allerdings, dah die Zwangsinnungen ihre Mitglieder in der Festsetzung bei Preise unb in ber Annahme von Kunden nicht beschränken barf. AuS biefer Fassung kann aber niemals geschlossen werden, den ZwangSinnungen seien die Verhandlungen über Preisbildung überhaupt verboten/ ES wurde bereits oben bargelegt, daß es unter ben gegenwärtigen Verhältnissen eine ber vornehmsten 2tuf gaben handwerklicher Organisationen, zu diesen gehören auch bie ZwangSinnungen, ist, sich mit ber Preisbildung zu befassen Die sich überstürzenden Verhältnisse zwingen mit Naturnotwendigkeit zu dieser Betätigung unb gibt es überhaupt zur Zeit keine wichtigere Frage wie diese, wenn anders man dem Handwerk nicht völlig den Boden entziehen will. Zudem besagen die Auslegungen namhafter Kommendatoren zu § 100 q, daß es den einzelnen 3nnungsmitgliedern nicht verwehrt werden kann, sich freiwillig im Wege geqew fettiger Vereinbarungen Beschränkungen auszuerlegen in bezug auf Preise und Kundenannahme vorausgesetzt, dah diese Vereinbarungen nicht wider die Gesetze unb bie guten Sitten verstoßen. Ob bies ben Warenhamsterern in ber gegenwärtigen Zeit paßt, ist eine andere Frage. Nach einer Entscheidung des preußischen Handelsministeriums kann auch der Abschluß von Tarifverträgen den Innungen nicht verboten werden, es ist lediglich nicht möglich, mit Ordnungsstrafen gegen solche Mitglieder vorzugehen. bie derartige Vereinbarungen nicht beachten. Die Aufsick)tsbehörde hat darüber zu wachen, daß die Innung die bestehenden Bestimmungen nicht überschreitet, sie bürste aber bei Prüfung der Verhältnisse im Benehmen mit den Organisationen sich davon überzeugen, dah die Preisbildung stets bie nötige Rücksicht auf die Allgemeinheit unb auch ber Konkurrenz wegen nehmen aber die Behandlung dieser Frage zur Erhaltung eines leistungsfähigen HandwerksstanbeS gerade heute unerläßlich ist. Unverantwortlich wäre es. wenn die Innungen tatenlos zusehen würden, wenn die Der» mögenSsub stanz ber Hanbwerker. denen bie Stadt-, Staats- und Reichstrippe in allen Lagen des Lebens verschlossen ist, unter ber fortgesetzten Gelbentw.ertung immer mehr unb mehr schwindet und bas Gros ber Ha ndwer ke r der Verarmung und Verelendung entgegengeht Aus Stabt unb Lanb. Gießen, ben 14. Oktober 1922. Die neuen Renten der Kricgs- beschädiflten und -Hinterbliebenen. Vom Reichsbund der Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen wird geschrieben: Nach langen schwierigen Verhandlungen mit dem Reichsarbeitsministerium ist es gelungen, die Rente der Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen, welche seit 1. Januar 1921 nicht erhöht worden ist, zu erhöhen. Die Teuerungszulage nach § 87 des Reichsversor- gungsgesetzeS wird von 35 Prozent auf 170 Prozent erhöht, was einer Verdoppelung der Gesamtbezüge entspricht. Da diese Erhöhung mit Wirkung vom 1. Oktober eintritt, gelangt am 29. Oktober der Zfache seitherige Betrag an der Post zur Auszahlung. Eine weitere allgemeine Erhöhung über den 1. November 1922 hinaus ist nicht direkt abgelehnt worden. Abgesehen von der allgemeinen Rentenerhöhung, in deren Genuß jeder Rentenempfänger gelangt, sind auch die TeuerungSzu- schüsse, welche nicht auf der Post, sondern auf der Gemeinde- oder Stadtkasse ausbezahlt werden, folgendermaßen erhöht worden, und zwar rückwirkend ab 1. Oktober 1922: Nach. Kriegsbeschädigte von zahlung: 50—80 Prozent 2000 Mk. 800 Mk. Kriegsbeschädigte mit mehr als 80 Proz. 3000 Mk. 1200 Mk. Kriegsbeschädigte, die nur auf die Rente angewiesen sind, 4000 Mk. 1600 Mk. Witwen 2000 Mk. 800 Mk. Witwen, die nur auf die Rente angewiesen sind, 3000 Mk. Halbwaisen 1000 Mk. Vollwaisen 1250 Mk. Ein Elterntell 1500 Mk. Beide Clterntelle 2500 Mk. 1200 Mk 400 Mk. 500 Mk. 600 Mk 1000 Mk. Empfänger eines Heber- gangsgeldes, Hausgeldes, einer Witwenbei- Hilfe 2000 Mk. 800 Mk. Kinderzuschuh der Schwerbeschädigten und Empfänger eines Haus- oder AebergangsgeldeS 900 M 375 Mk. Die CinkommenSgrenzen werden mit Wirkung vom 1. November erhöht. Auf Antrag Der (Siebener Arbeitsmarkt Anfang Oktober. (Eigene Information Die Lage auf dem Gießener Arbeitsmarkt bot bn ersten Drittel des Monats Oktober, in der Gesamtheit betrachtet, ein recht unerfreuliches Bild. Teilweise starkes Begehren nach Arbeitskräften kann an diesem Charakter nichts ändern, da es sich bet diesen Nachfragen vorwiegend nur um die Gewinnung von Arbeitskräften zur Erledigung von kurzen ©atfonarbeiten handelte. Für manchen unserer Mitbürger sind die Arbeitsaussichten an der Schwelle des Winters bedauerlicherweise sehr düster, zumal sich die deutsche Gesamtwirtschaftslage infolge der katastrophalen Geldentwertung immer schlechter gestaltet. Den Fürsorgestellen unserer Stadt werden die kommenden Monate sicherlich manche schwierige und sorgenvolle Aufgabe bringen. Mit diesem Gedanken wird man sich in der Bürgerschaft heute schon vertraut machen müssen. Im einzelnen ist über die Arbeitsmarktverhältnisse in der ersten Oktoberwoche zu berichten: Starke Nachfrage nach Arbeitskräften machte die Landwirtschaft geltend, die Hilfsarbeiter für die Kartoffel- und Rübenernte suchte. Bom Metallgewerbe wurden namentlich Schlosser, Dreher und Former gesucht. An der Nachfrage war sowohl die hiesige Industrie, als auch Die der UmgegenD beteiligt. Im Holzgewerbe bestand vor allem Bedarf an Schreinern. Dieser Nachfrage konnte in allen Fällen durch Gestellung von Arbeitskräften entsprochen werden. Die Arbeitslage im Nahrungs- und Genuhmittelgewerbe ist zur Zeit ungünstig. Z. D. besteht «für die B rau e r e i c n infolge des eingeschränkten Dierkonfums entsprechend geringere Absatzmöglichkeit und infolgedessen auch weniger Verwendung für Arbeitskräfte. Dasselbe trifft auf Die Ta b a k i n d u st r i e zu. Die hiesige Tabakindustrie arbeitet schon seit einiger Zeit, um eine Streckung der Arbeit vorzunehmen, mit verkürzter Arbeitszeit. Die von der Kurzarbeit betroffenen Personen, die meist m den Landorten der ilmgegenb wohnen, werden nach Mastgabe der Bestimmungen des Tabak- steuergesehes unterstützt. Auf dem Gebiete des Baugewerbes sieht es gleichfalls recht unerfreulich aus. Die von der 'Stadt und von verschiedenen Baugenossenschaften begonnenen Bauten werden zur Zeit noch fertiggestellt, die übrigen vorgesehenen Bauten aber infolge Geldmangels nicht mehr begonnen. Hierdurch entfällt auch in absehbarer Zeit für die Bauarbeiter aller Grade die weitereVerdienst- möglichkeit. Wenn bislang Arbeiterentlassungen noch nicht zu verzeichnen waren, so dürfte damit doch für die nächste Zeit zu rechnen fein. Sobald sich die Verhältnisse auf dem Geldmärkte bessern, wofür allerdings zunächst wenig günstige Aussichten vorhanden sind, wird man wohl an ein Wiederaufleben der Bautätigkeit denken können. des Giehener Anzeigers.) Für ungelernte Arbeiter war die Unterbringungsmöglichkeit am Platze bis heute sehr schwierig, dagegen bietet sich ihnen immer noch Arbeitsgelegenheit in Westfalen. Für diese Leute ist es am ratsamsten, die auswärts vorhandenen Erwerbsmöglichkeiten au^zunutzen. An weiblichem Hauspersonal besteht grober Mangel. Die Nachfrage konnte auf diesem .Arbeitsgebiet bisher bei weitem nicht gedeckt werden Aus. unserer Stadt meldet sich nicht genügend Personal zur Besetzung bey Stellen, man hofft jetzt nur noch auf den Saisonschluh in Bad-Nauheim, von dem man sich ein gröberes Angebot an weiblichen Arbeitskräften verspricht. Die Im Sommer vorigen Jahres erfolgte StillegungdesGiestener Braun st ein- bergwerks, wodurch seinerzeit etwa 700 Arbeiter beschäftigungslos wurden, übt heute noch eine fühlbare Rückwirkung auf den "hiesigen Arbeitsmarkt aus. Ein grober Teil dieser Leute hat zwar auswärts feste Beschäftigung gefunden, aber die übrigen Leute sind noch ohne dauernde Tätigkeit. Don der sozialen Fürsorge der Stadt ® leben sind bisher erfreulicherweise Notstandsarbeiten bereitgestellt worden. Damit sind zur Zeit zahlreiche Arbeiter, darunter ältere und solche mit starker Familie, beschäftigt. Dank dieser Mabnahme konnte bisher von einer direkten Erwerbslosigkeit in unserer Stadt nicht gesprochen werden: hätte die Stadtverwaltung diese Arbeiten nicht in die Wege geleitet, dann hätte das Arbeitsamt allerdings mit einer ziemlich erheblichen Zahl von Erwerbslosen zu rechnen gehabt. Maßgebend für die Schaffung der Notstandsarbeiten war auch hier der bekannte und sehr richtige Grundsatz, daft die Arbeiter nicht in erster Linie auf die öffentliche Arbeitslosenunterstützung angewiesen sein sollten, die übrigens im Verhältnis zu den LebenS- notwendigkeiten doch nur sehr gering ist, sondern dast die Kräfte der Leute produktiv nutzbar zu machen seien. Obwohl die Notstandsarbeiter bis heute noch beschäftigt werden konnten, ist jetzt aber auch nach dieser Richtung hin 7>ie Lage unsicher geworden, denn der Geldmangel macht sich auch für die Durchführung dieser sozialen Aufgabe hemmend bemerkbar. Mit Schwierigkeiten für die Weiterbeschäftigung der Notstands- arbeiter wird zu rechnen sein, da die staalliche Untgrftüfoung aus der produktiven Grwerbslosen- fürforge sehr fraglich geworden ist. Aus öftentlichen Mitteln unterstützte Erwerbslose sind zur Zeit nicht zu verzeichnen. Die Stellenvermittlungstätigkeit des Arbeitsamtes im September war wie folgt: Männer: arbeitsuchend 435, offene Stellen 374, davon beseht 284; weibliche Personen: arbeitsuchend 47, offene Stellen 144, Vermittlungen 43. « ReichMnnkteS soll febtxfj tn Erwägung ge- werden, den auf Grund der erhöhten GinkommenSgrenzen neu hinzukommenden «mpfangern bei der Dovemberzahlung den -Zuschuh für Oktober nachzuzahlen. Ebenso ist eine weitere Erhöhung des Zuschusses für die Vollwaisen in Erwägung gezogen. Es ist allttdings zu beachten, dast diese Teuerung^ Zuschüsse nur ein kleiner Kreis von Rentenempfängern erhält, und zwar solche, deren Ginkommen durch Krankheit oder Arbeits- wMeit gemindert ist oder solche, deren Verdienst unter den jetzigen allgemeinen Tarif- löhn^ liegt oder durch große Kinderzahl in der Berechnung der Voraussetzung zur Er- mngung der Teuerungszuschüsse in ihrem Ein- wmmen die Pflichtgrenze nicht überschreiten. Die Pflegezulage soll auch eine weitere Erhöhung erfahren. • ** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurden am 18. September der Amts» gehllfe bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt Philipp Helfrich zum Amtsgehilfen bei dem Amtsgericht Fürth mit Wirkung vom Tage feines Dienstantritts bei diesem Gericht an, und der Hofkutscher im Ruhestand Philipp Reichert zum Amtsgehilfen bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt mit Wirkung vom Dienstaustritt seines Dienstvorgängers ab. — Ernannt wurden am 6. Oktober der St ra fan stalts o der wach t rnei ster bei dem Landeszuchthaus Marienschloft Georg Lösch zum Strafanstaltsoberwachtmeister bei dem Land- gerichtSgesängnis in Mainz und der Gefangenen- aufteher bei dem Amtsgerichtsgefängnis in Bensheim Joses Dvdenroder zum Stvafanstalts- vberwachtmeister am Landeszuchthaus Marien- schloft, beide mit Wirkung vorn 15. Oktober 1922. - Ernannt wurde am 10. Oktober der Lehrer Zakvb K ö h r e s zu Dors-Güll zum Lehrer an der Volksschule au Bersrod, Kreis ©leben; der Lehrer Ferdinand Wolf zu Bersrod zum Lehrer an der Volksschule zu Unter-Schmitten, Kreis Büdingen. — Ernannt wurde am 11. Oktober der Pvllzeiwachtmeister Heinrich Lehmann zu Darmstadt mit Wirkung vorn 1. Oktober 1922 zum Polizeikommissar. — Der Derwaltungsinspektor bei dem Kreisamt Dieben Georg Ewald wurde auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienst entlassen. ** In einer Mltgliederversamm« Tung der DeutschenDolkspartei sprach, wie uns berichtet wird, am Montag abend der dsutschvolkspartelliche Reichstagsabg. Adams über „D ie politische und wirtschaftliche Lag e“. Herr Adams, der Führer des auf nationalem Boden steheirden „Deutschen Arbeiterbundes", gab in Caren sachlichen Ausführungen zunächst einen Rückblick auf die Gestaltung unseres wirtschaftlichen und polltischen Lebens seit der Revolution, um sodann die jüngsten Ereignisse auf diesem Gebiete eingehend zu beleuchten. Unter dem Druck des Schmach- frieben® von Versailles geraten weite Kreise unterer Volksgenossen in täglich wachsende Not, ohne dab es uns möglich wäre, aus eigener Kraft eine Revision jenes Habinstrumentes von Versailles herbelzuführen: kleinlicher Parteihader und künstlich geschürter Klassenhab machen es unmöglich, dab unser Voll den mablosen Forderungen unferer Feinde ein einmütiges „Unerfüllbar“ gegenübersetzt, um endlich eine Umgestaltung der gesamten Lage zu erzwingen. In «dieser Hinsicht wenigstens bedeutet das Stinnes- ■aMommen endlich eine Tat, die geeignet ist, jmtt Hilfe einer wirtschaftlichen Annäherong den Weg zu ebnen für die Erkenntnis, dab nur eine 'völlige Umänderung des Friedensvertrages imstande ist, der Well den wahren Frieden zu bringen. Aber auch für unsere innere Wirtschaftspolitik ist das Stinnesabkommen von weitgehender Bedeutung. Durch Heranziehung toeitefler Kreise aus Industrie und Handwerk bietet es erhöhte Beschäftigungsmöglichkeiten, die ohne Frage von günstigster Wirkung auf die Verhältnisse auf unserem Arbeitsmarkte sind. Besondere Beachtung schenkte der Redner dem „Gesetz zum Schutze der Republik". Hatte die Deutsche Dolks- partei damals die für dessen Annahme nötige Mehrheit aufbringen helfen, so tat sie dies vor allem, um unser ohnehin schwergeprüftes Voll vor schweren Unruhen zu bewahren, die im Falle eines Wahlkampses zweifellos eingetreten wären. Ferner wurde die Partei von dem Gedanken geleitet, dab sie durch ihre Mllarbeit dem Gesetz manche harte Ecke abschleifen konnte, die zu einer noch schärferen Auslegung der Schutzmaßnahmen führen konnte. Schars jedoch wandte sich der Redner gegen die Art der Ausführung, die das Gesetz in Staaten mit sozialistischer oder auch sozialistisch gefärbter Regierung erfahren hat und noch erfährt, wo z. D. Den Krieger vereinen verboten wird, mit ihren Fahnen einem verstorbenen Veteranen die letzte Ehre zu erweisen ober wo durchaus staatstreue Vereinigungen (wie bet Iungdeutsche Orden) aufgehoben werden. Die Die Herweghs. Eine rechtsrheinische Geschichte von LieSbet Dill. 15. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Ernst führte ihn durch die Fabrik und zeigte ihm die neuen Anlagen. Wenn alles gut ging, kein Krieg kam und kein Streik, konnte man in einigen 3aftren zehnfache Prozente verteilen. »Und wenn wir auch nichts daran verdienen, *o haben wir doch etwas Gutes damit getan,“ Ichfoft Ernst. Und er wies auf die weihen Ar- beiterhäuSchen der neuen Kolonie, die frischge- 'trichen in Der Sonne glänzten. „Tun Sie niemals etwas Gutes, mein Lieber," jagte Goldenberg, „toenn Sie sich vor Kummer fürchten." Und er überschlug im stillen, wie lange sich diese® überlastete Unternehmen wohl über Wasser zu halten vermöge und wie lange er feine Hypothek darauf stehen lassen würde. Er übernahm ein paar Aktien, die jetzt sehr niedrig im Kurs standen, im übrigen aber lieh sich Doldenberg nicht durch einen jungen Enthusiasten blenden. Seine Hypothek war eine Hilfe, aber sie genügte nicht. Und andere Freunde des Unternehmens wollten sich jetzt nicht finden. Ernst selbst sah sich bn Besitze grober Mittel, die Klienten drängten ihm das Geld ja aus Sollte er es in dieses neue Unternehmen stecken, statt eS in Hypotheken anzulegen? Diese Sorgen toar ien ihre Schatten auf seinen Weg. Er tonnte an (tat nichts anderes mehr denken W^halb sollte er die Summen, Die man ihm anzulegen überlieft, nicht in diese Fabrik stecken, Abschaffung veS Schutzgesetzes werde eine oer Qhifgaben sein, die die Deutsche Volkspartei fortan im Auge haben müsse. Zum Schlüsse behandelte der R^>ner die nunmehr bevorstehende Wahl des Reichspräsidenten. Eindeutig und mit aller Entschiedenheit ein weiteres Hin- ausschieben dieser Wahl abzulehnen, (Shrigung aller bürgerlichen Parteien auf einen Kandidaten, das seien die Hauplgebote der Stunde. Nur durch immer enger werdende Zusammenarbeit tonn dem Vater lande Wertvolles geleistet werden: durch Arbeitsgemeinschaft zur Vollsgemeinschaft. An die mit lebhaftem Beifall aufgenommene Rede des Reichstagsabgeordneten Adams schloh sich noch eine angeregte Aussprache über die verschiedensten Tagesfragen an. ** Wertangabe bei Warenfen- dungennachVelgien. Wenn Waren, die nach dem Wert zu verzollen sind, in Postpaketen nach Belgien versandt werden, wird häufig in der Spalte „Wert" der ZollinhaltS- erllärungen der Betrag der Rechnung angegeben. Rach den belgischen Gesetzesbestimmungen darf jedoch die für die Erhebung der Zollgebühren bestimmte Wertangabe nicht geringer sein als der Großhandelspreis für ähnliche Waren auf dem belgischen Markt zur Zeit der Einfuhr. Von dem so ermittelten Wert dürfen lediglich die voraussichtlichen belgischen Zollgebühren abgezogen werden. Die Versender werden deshalb darauf hingewiesen, daß bei Angabe eines zu niedrigen Wertes in den Zollinhaltserklärungen von feiten der belgischen Zollverwaltung Zollstrafen verhängt werden. ** Richt nach Rumänien als Kran- kenschcoester! Wie auf Anfrage von zuverlässiger Stelle nach Frankfurt a. M. mitgeteilt wird, sind die Erfahrungen, die mehrere deutsche Krankenschwestern in Rumänien bezüglich Bezahlung und persönlicher Behandlung gemacht haben, so wenig ermutigend, daß mir davon abgeraten werden kann, Krankenschwestern and Röntgenassistentinnen nach Rumänien auswandern zu lassen. In Rumänien werden Krankenschwestern im allgemeinen als Dienstboten angesehen und behandelt. Vor einiger Zeit wurden z. B. Stellungen in einem rumänischen Krankenhaus zu folgenden Bedingungen an geboten: monatliches Gehalt 250 Lei, freie Beköstigung 2. Klasse. Wäschereinigung, Vertrag auf drei Zahre, keine Rellekosten. Die Bedingungen sind so ungünstig, daß von der Annahme derartiger Stellungen abgeraten werden muß. ** Don der DezirkSsparkasse Gießen. Im dritten Vierteljahr betrugen die Einlagen im Sparverkehr 10 615 000 Mk., im Scheck- und Ueberweisungsverkehr 102 170 000 Mk., zusammen also 112 785 000 Mark. Die Rückzahlungen bezifferten sich im Sparverkehr auf 9 285 600 Mk., im Scheck- ujnd Ueberweisungsverkehr auf 81 070 000 Mk., zusammen also auf 90 355 600 Mark. Mithin blieb ein Einlageüberschuß von 22 429 400 Mark, der Gesamteinlagenbestand Ende September 1922 war 96 846 970 Mark. Hessen-Nassau. * Dillenburg. 12. Okt. Der KreiS- ausschuh des DillkreifeS ruft die mit dem Datum vom 15. September 1922 auSgege- benen Gutscheine zu 1000 und 500 Mark zur Einlösung auf. Die Scheine werden von sämtlichen Geldinstituten des Dillkreises angenommen. Sie verlieren am 10. November ihre Gültigkeit. Gießener Strafkammer. Sitzung vom 10. Oktober. Der Schreiner K K aus Gießen, der früher selbständig war, aber infolge der schwierigen Verhältnisse nach dem Kriege sein Geschäft auf- gegeben hat, versuchte, da er als Schwerkriegs- eschädigter häufig ärztliche HUfe in Anspruch nehmen mußte Mitglied der Krankenkasse zu werden. Er lieb sich von verschiedenen Personen als Arbeiter anmelden, die Krankenkasse aber war jedesmal der Ansicht, es lägen keine ernst- gemeinten Arbeitsverhältnisse vor, wies die Anträge zurück und erstattete Anzeige wegen Betrugs. Die Staatsanwaltschaft klagte K und eine Reihe von angeblichen Arbeitgebern vor dem Schöffengericht an. Dieses konnte sich aber nicht davon überzeugen, daß die Anmeldungen in betrügerischer Absicht erfolgt wären, und sprach die Angeklagten frei. Die Staatsanwaltschaft legte tn zwei Der auffallendsten Fälle Berufung ein, der jedoch ebenfalls der Erfolg versagt blieb. Dagegen wurde K. wegen Beisetteschaffung einer Urkunde au 700 Mk. Geldstrafe verurteilt, well er gelegentlich einer Auseinandersetzung auf der Orts- dle er für sicher genug hielt, um ihr sein ganzes eigenes Vermögen anzuvertrauen? Herwegh war jetzt viel unterwegs. In Eppenhausen war immer etwas los. Entweder streikten die Arbeiter ober sie hatten untereinander Streit, oder die Aktionäre sträubten sich vor den kostspieligen Wohlfahrtseinrichtungen. Man berief den Anwall fortwährend dorthin, denn mir ihm gelang es, die Arbeiter wieder an ihre Plätze zurückzuführen, er hatte Einfluß auf die Leute, er verstand sie zu nehmen, und sie suchten, wo sie konnten, seiner habhaft zu werden, um ihm ihre Familienzwiste vorzutragen, oder ihn um Rat zu fragen in juristischen Angelegenheiten Die Hauptsache war. daß die Fabrik jetzt arbeitete, denn die Aktionäre erwarteten von ihrem Geld auch endlich Leistungen. Herwegh hatte seine Arbeit allmählich liebgewonnen, denn sie brachte ihn den Menschen nahe. Wie vielen hatte er schon den rechten Weg gewiesen, tn wieviel zerrüttete Ehen hatte seine Hand rettend eingegriffen, er kam sich oft vor wie ein Arzt. Wenn er dann abends hinauskam in seine helle, blumengefchmückte Wohnung, lieft er alle Sorgen hinter sich und setzte sich an seinen Blüthnerflügel und spielle Bach Bei den Klängen feiner herrlichen Fugen wurde er über alles Irdische hinweggetragen. Unb diese Fugen hatte der alte Meister als Hebungen für seine Schüler geschrieben' Ich bin doch ein glücklicher Mensch, dachte er. Die Hypothekenangelegenheiten und die Verwaltung der Gelder hatte er allmählich dem Bureauvorsteher Bantelmann überlassen müssen, tranlentaffe eine der fraglichen Anmeldungen widerrechtlich von dem Tisch eines Beamten weggenommen hatte. Der Heizer H. Th. aus Lehnheim war wegen schwerer Urkundenfälschung angeklagt. Er hatte in betrügerischer Absicht auf einem Holzabfuhr- schekn den Betrag von 725 in 1425 Mk. abgeändert. Da die Strafkammer tn dem Schein eilte öffeittliche Urkunde erblickte, verwies sie die Dache ans Schwurgericht. Der 22jährige W. K aus Ruppertsburg war Schreibgehilfe bei der Firma Römheld in Friedrichshütte. Er hat In vier verschiedenen Fällen Rechnungen, Die er einzukassieren hatte, verfälscht, indem er auf der einen die Summe abänderte, und die drei anderen mit dem Namen des Prokiristen unberechtigt quittierte. Welter hat er sich drei Hnterfcftlagungen zuschulden kommen lassen, indem er 152 und 440 Mk. für seine Firma einzog, aber nicht an diese ablieferte, und endlich 8789 Mk., die ihm zur Besorgung von Stempelmarken übergeben waren, für sich behielt und behauptete, er sei überfallen und beraubt worden. Aus eingehenden Vorhalt lieh er später diese unglaubwürdige Behauptung fallen. Er wurde zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Der Bürgermeister W. von Herbstein war vom Schöffengericht Herbstein wegen Betrugs zu 200 Mk. Geldstrafe verurteilt worden, well er sich von dem Verwalter der Molkerei Herbstein unter der falschen Angabe, der Sohn des Besitzers sei damit einverstanden, zwei Käse geben lieft. Hiergegen verfolgte der AngellagteDerufung. Da er aber eines weiteren Betrugs und einer Ur- kundenfälschung angeklagt war und deswegen freigesprochen worden war, hatte auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt Die Strafkammer verwarf die Berufung Der Staatsanwaltschaft und hob auf die Berufung des Angeklagten das erste Urteil insoweit auf, als Verurteilung erfolgt war. einem etwas verknöcherten Beamten, der zwanzig Jahre auf dem Ghrlichschen Bureau Vorsteher gewesen war. Der Zulauf, den allmählich das Herweghsche Bureau hatte, überraschte äm meisten den alten Goldenberg. Auf diesen Erfolg hatte er nicht gerechnet, denn Lutz hatte ihn vvrausgesagt, und die Prophezeiungen dieses jungen Mannes pflegten meist nicht in Erfüllung zu gehen. Diese milde Stimmung benutzte Lutz zu einer neuen Anleihe. Und der Alte gab sie schließlich unter der Bedingung, daft Lutz einen Posten Zigaretten übernahm, „Marke Neptun“, die er linksrheinisch unterzubringen hatte, denn auf dieser Rheinseite war die vorzügliche Marke bereits bekannt. Sie hatte insofern mit Dem Meeresgott etwas zu tun, als sie auf der Ueberfaftrt naß - geworden waren, sie waren aber wieder getrocknet, und Goldenberg besaß einen Waggon davon. ♦ Das große Ereignis, auf welches das Whist- kränzchen spannte, lieft indessen immer noch auf sich warten »Wie steht'S denn bei der jungen Frau, Fräulein Schmidt? Immer noch nix in Aussicht?^ Fräulein Schmidt schüttelle betrübt den Kopf, als sei sie selbst mit daran schuld. Gretes Mutter nahm -diese Frage merkwürdig leicht. Aber „Die Kollin“ hatte eS in ihrem Qebäi noch zu keiner eigenen Meinung gebracht und wagte der Tochter nichts zu sagen. Eines Sonntags nahm Frau von Herwegh ihren Sohn zwischen Mittagessen und Kaffee, in der Stunde, da^ich jeder in seine Ecke zurückgezogen chatte und Mittagsruhe hielt, ins Gebet. „Wie steht'S denn eigentlich mit euch beiden?" Landwirtschaft. Ser Stand der Feldfrüchte in Hessen. Nach dem amtlichen Saatenbestandsbericht für Hessen von Anfang Oktober lauten die Nachrichten über die Grnteausstchten im allgemeinen gut. Durch Die andauernde kühle und nasse Witterung wird fast an allen Orten über faule Kartoffeln geklagt. Auch die Rübenernte leidet an einzelnen Orten unter der andauernden Nässe. Die Grummeternte ist ebenfalls sehr gefährdet, well sie infolge der Nässe nicht eingebracht werden kann. Der Behang der Reben ist gut, aber infolge starker Fäulnis müssen die Trauben an manchen Orten unreif gebrochen werden. Die Beobachtungsziffern im Durchschnitt für Anfang Oktober betragen: Kartoffeln 2,1, Zuckerrüben 2,0, Futter-(Runkel--)Rüben 2,3, Klee 2,5, Luzerne 2,3, Be-(Gnt-)wässerungswiesen 2,3, andere Wiesen 2,5, Reben 2,8. Hierbei Gebeutet: 2 gut, 3 mittel, 4 gering. Als voraussichtlicher Ernteertrag werden geschäht für Kartoffeln 9 560 803 Doppelzentner oder 167,5 Dz. je Hektar, für Zuckerrüben 3 299 915 Dz. oder 303,5 Dz. je Hektar, Futter-(Runkel-)Rüben 14 676 746 Dz. oder 374,8 Dz. je Hektar. Kirche und Schule. * Erledigte Schulstellen. Erledigt sind: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Vaitshain, Kreis Lauterbach. Ausreichende Wohnung ist vorhanden, aber vorerst nicht frei, eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an Der Volksschule in Worfelden, Kreis Groß-Gerau. Dienstwohnung ist vorhanden; eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an Der Volksschule m Klein-Umstadt, Kreis Dieburg. „Wie meinst du das, Mama?" fragte der ahnungslose Ernst. Frau von Herwegh faltete die Hände über Fox, der auf ihrem Schoße schlummerte. „Nun, ich meine, wünscht ihr euch keine Kinder, oder wie ist das?" Ernst sah sie verwundert an. Dann stand et auf und durchmaß lachend. das Zimmer. .Mama, du bist köstlich, nein wirklich" „Nun, was ist daran so Komisches?" fuhr Frau von Herwegh fort „Bei uns war es ja auch so, aber wir haben uns eben erst keine gewünscht, aber doch nur zwei Jahre lang, und ihr seid nun schon im dritten verheiratet, und Grete sagte mir, daß kein Gedanke Daran sei." Ernst blieb am Fenster stehen und sah auf dft neblige Strafte. „Also wollt ihr leine T beharrte Die Mama. „Nein Das heiftt, Grete will keine." „Aha." Heber Frau von Herweghs Gesicht zog ein verstehendes Lächeln. „Za, diese jungen modernen Frauen, die sind uns über. Vielleicht ist sie von Liane angesteckt?" x „Nein, Mama" Er nahm ihre Hand, und während er gedankenvoll ihre Rubinringe betrachtete, gestand er ihr mit einer Zartheit Die einem jungen Mädchen Ehre gemacht hätte, da? er eigentlich Darunter litte . . Unter der Leere des Hauses, der Einsamkeit Aber Grete hott« sich nur unter dieser Bedingung verheiratet Frau von Herwegh lieft Den Fox vom Schofte springen „Und Darauf bist Du eingegangen?“ rief sie erstaunt (Fortsetzung folgt.) ^tenfftootrmm-g O nur für einen unverheirateten Lehrer vorhanden, eine Lehrerinstelle für eine evangelische Lehrerin an der Volksschule in Altheim. Kreis Dieburg. Dienstwohnung ist nicht vorhanden: eine Lehrerinstelle für eine katholische Lehrerin an der Volksschule in Gustavs- bürg. Kreis Groß-Gerau. Wohnung für eine alleinstehende Lehrerin kann beschafft werden. Handel. Der Stand der Reichsöonk in der ersten Oktoberwoche. Die an bte Rei-chsbank gestellten An- fprüche an Zahlungsmitteln haben sich, wie der Ausweis vom 7. d. M. erkennen läßt, in der erstenOktoberwocheweiterin gewaltigem Umfange fortgesetzt. Der Bank- notenumlauf zeigt eine neue Erhöhung um 27.3 Milliarden Mart auf 344,2 Milliarden Mark: b:r Umlauf an Darlehnstassenscheinen stieg Verhältnis- mäßig wenig, und zwar um 36,8 Millionen Mark, auf 14 032 Millionen Mark. Für beide Geldzeichen zusammen beläuft sich die Z u n a h m e d es Umlaufs in der Derichtswochc also auf 2 7,4 Mill ia r den Mark. Die Kreditinanspruchnahme bei der Reichsbank nahm, wie nach Abwicklung des Quartalsbedarfs üblich, ab; die gesamte Kapitalanlage verminderte sich allerdings nur um 345,8 Millionen Mark auf 400,1 Milliarden Mark, die bankmäßige Deckung allein um 387,9 Millionen Rlark auf 399,6 Milliarden Mark. Die Abnahme ist ausschließlich durch die Bewegung auf demSchatzanweisangokonto bedingt; denn wäyrend die Geschäftswechsel weiter um 3,8 Milliarden Mark zunahmen, ging der Bestand an Schatzanweisungen hauptsächlich infolge eines verstärkten Absatzes um 4,2 Milliarden Mark zurück Der bilanzmäßige Gegenposten für die Erhöhung des Zahlungsmittelumlaufs ist vornehmlich in den Konten der fremden Gelder zu erblicken, die eine Abnahme von 22,6 Milliarden Mark auf 87,4 Milliarden Mark erfuhren. Bei den Darlehenskassen ist eine Zunahme der 5)3r- lehensbestände um rund 1 Milliarde Mark auf rund 37 Milliarden Mark eingetreten. Demgemäß hatte die Reichsbank einen der Zunahme entsprechenden Betrag an Darlehnskassenscheinen von den Darlehenskassen zu übernehmen, so daß sich der Bestand der Bank an solchen Scheinen unter Berücksichtigung her in den Verkehr gegebenen Summen auf 22,8 Milliarden Mark erhöhte. Berliner Produktemnartt. Berlin, 13. Olt. Am Produktenmarkt war die Haltung zunächst schwankend bei vorwiegender Zurückhaltung der Händler. Das Angebot vom änland war gering. Die Mühlen zeigten einige Kauflust für Weizen. Roggen war nur zu wesentlich höheren Forderungen zu haben. Gerste war wiederum in guter Drauware sehr knapp. Rach Donaugerste bestand große Rach^rage. Besonders feste Haltung zeigte sich für Hafer, für den jedes selbständige Angebot fehlt. Von Mais war bald greifbare Ware stark gesucht. Oelfaaten und Hülsensrüchte waren fest Weizen, märkischen 5700—5820 Mk.. pommerschen und schlesischen fest, Roggen, märkischen 5100—5250 Mk., pommerschen und schlesischen fest, Sommergerste 5500—5600 Mk. (fest). Wintergerste 5100—5200 Mk.. Hafer, märkischen 5800-5950 Mk. (fest), Mais, loco Berlin 5620—5700 Mk. (fest). Weizenmehl (100 Kg.) 15 500 bis 16 400 Mk. (fest). Roggenmehl (100 Kg.) 13800 bis 14 700 Mk. (fest). Weizenlleie 2900 Mk. (fester). Roggenkleie 2900 Mk. (fester). Raps 6700 bis 6900 Mk. (fest). Viktoriaerbsen 8500—8700 Mark, Lupinen, blau 3300—3500 Mk., Rapskuchen 2700—3000 Mk.. Trockenschnihel 2700 bis 2750 Mk., Kartoffeln, weiße und rote 410 bis 430 Mk.. gelbe unnotiert. Rauhfutter: Weizen- und Roggenitroh. drahtgeb 1300—1350 Mt.. Haferstroh, drahtgepreßt 1300 1350 Mk.. Stroh, strohseilgebündelt 1300—1350 Mk.. Wiesenheu, gut. gesund und trocken. Vormahd 740—800 Mk., Rachmahd 670-760 Mk. Mainzer Börse. * Mainz, 13 Oft. Bei fester Tendenz und kleinem Geschäft notierten auf der heutigen Börse Per 100 Kilo loko Mainz: Weizen 12 000. Roggen 10 500, alter Hafer 12 000, neuer Hafer 10 000, Braugerste 10 000, Weizenmehl Epez. 0 18 000 bis 19 300, Roggenmehl 14 000-14 500, Wetzen- fiele 5400-5600. Roggenkleic 5400-5600. Weizen- futtermehl 6500, Trockenschnihel 5600, Torfmelasse 3800—4000, Biertreber 5600, Luzerne 75 000 bis 85 000. ital. Rotklee 90 000—100 000. Esparsette 15 000—17 000. Wiesen Heu lose 2802—3000, Wiesen Heu gepreßt 3200—3400, Kleeheu 2400, Haser- strvb 2600 Mark. Roggenstroh gebündelt 2400, Roggenstroh, draht gepreßt 3350, weihe Bohnen 15 000. Haferflocken 19 000, Gratrpen 18 000, Auslandszucker 25 000—27 000. Für hessische und pfälzische Kartoffeln wurden ab Erzeugerstationen für 100 Kilo notiert: Erzeugerpreis für weihe und rote Kartoffeln 850—900, für gelbe Kartoffeln 1000; Großhandelspreis für weihe und rote Kartoffeln 975—1025, für gelbe Kartoffeln 1150 Mk Frankfurt a. M., 14. Ott. Dorfen° stimmungsbild. Dollarkurs im Frühverkehr 2675—2700, zeitweilig 2775, an der Börse 2770. Ausländische Zahlungsmittel lagen ruhig bei behaupteten Preisen. 3m Effektenverkehr war am heutigen börsenfreien Tage eine lebhafte Stimmung zu bemerken. 3mmer mehr drängen sich nicht nur die DerufSspeku- lanten, sondern auch das Publikum den Industrieaktien zu, deren Haltung heute wieder außerordentlich fest war. Man betrachtet diese Werte als eine Art Deckungskäufe für die Devisenverkäufer. Größeres Geschäft war wieder in Balutapapieren. Lebhaft begehrt waren auch chemische Aktien. Ferner waren Schiff- fahrts-, Auto- und Elektrizitätspapiere gesucht. Aus der großen Zahl der heutigen Kurse seien folgende genannt: Benz 860 bis 875, Daimler 680, A.E.G. 1075—1100, Höchster 1600—1700. Scheideanstalt 2200, Badische Anilin 2300. Deutsch-Luxemburg 4500. Für Kassa-Industriepapiere hörte man nur hohe Preise. Der Schluß gestaltete sich vorwiegend lebhaft und fest. Berlin, 13. Oft. Börsen st immungs- bild. Heber die Wirkung der Devisenordnung auf die Preisgestaltung herrscht noch Unklarheit. Jedenfalls schränkte sie die Geschäftstätigkeit am Devisenmarkt ein. Die Kurse stiegen aber nach vorübergehender Abschwächung auf den fortdauernden Bedarf der Industrie und angebliche Auslandskäufe. Der Dollar stieg von 2550 auf 2725. Die Aufwärtsbewegung der Kurse umfaßte einen weit größeren Kreis von Papieren als vorher. Besonders bevorzugt waren Anglo- Contmental-Guano und Siemens u. Halske und von Maschinenfabrikaktien Augsburg-Rümberger und Oebr. Döhler, und zwar letztere mit einem Kursgewinn von 1000 Proz., ferner Löwe. Oren- ftem u. Koppel. Stöhr, Schubert u. Salzer und Deutsch-Atlantische Telegraphen. Dalutapapiere, namentlich Kolonialwerte, erlangten ganz außerordentliche Ausbesserungen, Reu-Guinea undOtavi um etwa 2000 Proz., (Sanaba um 1600 Prozent, Baltimore um 700 Proz, Anatolier um 600 Proz. Deutsche Anleihen waren im allgemeinen wenig verändert, Reichsanleihen etwas nachgebend. Börsenkurse. 395ä- 2400, 31251 . 2520, Berliner Handelsyes. 350,- 360, 3S4, 1780,— 1600. 1090, 1805. Alla. 0'IekirizilätS-Gei. 915<- 1175,- 1150, 1200, 365, 950, 12062,90 12087,10 20779,20 26-20,80 50349,60 50450,40 41308,60 41391,40 11488,50 11511,50 49350,60 72627,30 Bochumer Guß Buderus Caro 48999, 72072. Bergmann Schildert....... ZicmenS L Halvke. Adlerwerle Meyer. Daimler Motoren. . Heyllgenstaedt.... lUcauiu ........ Metallgei. Frankfurt Schuliiabrik Her» . . Sichel.......... Miiteldeut. Crcdilbank 340,— Deitert. Crediianstalt 385,— 23>>0, 365. 48901- 71928,- 12012— 20520,50 50250,20 40940,90 11549,10 Auts 13. ia 77,50 11988,— 20179,50 5014U80 40859,10 11525,90 1045,- 1046,- 2200,— 2300,— 2732L0 3,64 104,11 9296,80 1726,80 Philivv Holzmann . . Anlito-Cont -Guano. . ii',adifche Anilin .... Goldschmidt Griesheimer (flectron öochster «yarbiuerfe . Holzverkohlung .... NülgerSiverke..... Zdieibcnnltnlt 49419,40 72772,70 Commerzr u. Privatbk. Darm st. u.Nanonaibank Deutsche 'jlanr Deutsche BercinSbank. DiSconio Coininandtt . MetaUdank 951, 890, 2400, 8500, 495, 630, 540,— 80,- 87,— 74,- 60,10 65.- 2350, 550, . 585, 360.- 36a- 970,- 216,- 585,- 1500,- Rur» 12. ia 77L0 253,- 140,- 550,- snr50 54901- 55055'— 54435,50 54554',50 580,- 580, 2727,20 3,56 103,89 9278,20 1723,20 Tellus Bergbau 1051— ainburg Anter. Pake, Ü35,— ^Norddeutscher Vlonb . . 635,— - 59,50 - 4200,— 34500,- - 2000,— 2697,30 3,46 103,89 9052.V0 104845,— 105055, -106093,30 106:306,70 Frankfurt a. M. Berlin Schtuh- SIuh» Schtuh. Schtutz- . 5600,■ 2050, 2200, 1440, Datum: 5'/. Dtsch. Nelcheanletbe 4% Deraleichcn 3‘/i7s Dergleichen 3*'o Dergleichen Dtsch.Svar-Pram.-Anl. 4" > Preußische StonfolB 4'/o Hessen 3'/ie/0 Hessen 3*/a Hellen......... 47O Zolltürken 57o Goldincrikaner Holland London Paris Schweiz Svunien Italien Listabon-Oporto Dänemark . . . . dkorwegen Schweden . . . - HelstngsorS. . . . 9(citnort...... Deutsch-Oesterr. Budapest. . . . Prag Sofia 4125, 1900, 1680, ZementwerkHyidelberg kur» 12.10. 77,50 240,- 140,— 540.— 79,90 sa- 7a- 60,10 643«) 2425,- 580,- 600,- 1800, 370, 365, 950. 239,- 125,- 55a— 8a7o 93,- 1-200,- 1300,- 1175,- 1250, 2702,70 3,54 10411 9072,10 . 850, . 2M0, . . 3500, . . 495, . . 590, Frankfurter Devisenmarkt. Amtliche Rotierungen. Datum: 13. Oktober 14. Oktober Geld Brief Geld Bries Antw.-Brüssel . 18731,20 18768,80 19280,70 19319,30 Zelluofi Waldhos . . . . 1150,- 1175,- Zuckertabr.arankentval 960,— 1010,— Zuckerfabrik Waa'äusel 940,— 1000,— 3850,-= 4125,- 1750,- 1925,- 365,— 1010,- 216,- 610,— 1705,- 352,- 40a- 4150,- 1970,— Kur» 13 10. .750 235,- 1985.- 980,- 905, 920,- 900, 2100,- 2025. 3675,- 320a 5ia- 502. 645,- 580, Teutsch-Lurembnrg. . . 31450,— 4300.— 3800,— 4200.— (GelsenkirchenerBergto. 4025,— 4625,— 3900,— 4375,— Harveuer Bergbau. . . —6800,— 6000,— 6850,— Kaliwerk Aschero leben. 2350,— 2100,-- 2200,— 2300,— Kaliwerk Westeregeln . 3335.— :r32.^— — Vnurnbütte 4700,— 4050,— 4080,— Oberbedarf 2650 - 2150.- 1995,- 1999,- Phönir Bergbau 4800.— 4900,— 4525.— 5000,— Mbeinitahl 4700,- 4650,— 4506- 4500,- 9.',cdeck Montan .... 4300,- 4100,- 4600.- 4300,- 1150,- —-,— 950,- 935,- 930- 649,— 625,- 630,— 1500,— —,— —,— 950,- -,— -,— 62tX),— 5100,- 6000,- 2200,— 2061,— 2150,- 2290,- 2100,- 23 >6- 1500,- 1450,- 1500,- 1590— 1500,- 1552,— 1150,- -,- -,- Staub des Dollars: Berlin (12 Ahr): 2730. Frankfurt a. M. (1 Ahr): 2727—2732. Letzte 9lad)rici)ten. Frankreich und der Moratoriumsplan DradburyS. Pari». 14 Oft (DTD.) lieber die Beratungen innerhalb der ReparationSkom Mission berichtet der „Petit Parisien", daß der Vorschlag des englischen Delegierten folgen • des enthalte 1. Während der Dauer von 5 Zähren sind die Geldzahlungen einzustelleu und durch Tratten zu ersetzen die dein atli- ierten Gläubigerlande übermittelt mürben mit der Aufgabe, sie durch ihm zur Verfügung stehende Mittel zu diskontieren 2 Was dieSachliefern n g e n Deutschlands anbetrcffc. merbc Deutschland ebenfalls Tratten ausstellen. die durch Länder avalisiert werden sollen, die Lie» ferungen in natura erhalten. Deutschland seinerseits werde diese Tratten durch ausländische Banken diskontieren, um die deutschen ßieferanten mit ausländischen Dev^en zu entschädigen, ohne die Inflation zu erhöhen. 3. Zur Stabilisierung der M a r k ist zu beschließen, die V e v Wendung der Papiermark im Aus tausch wesentlich herabzusetzen und sie durch Gold mark zu ersetzen Es handele sich also einerseits darum, Deutschland von jeder direkten oder inbireften Geldzahlung für Reparationen auf die Darier von 5 Jahren befreien, andererseits darum, die augenblickliche Papiermark bei den meisten Transaktionen zu ersetzen. Der „Malin" berichtet, daß Barthou in eine Diskussion des Bradburyschen Vorschlages eingetreten sei und daß dieser nach Schluß der Diskussion mitgeteilt habe, daß er seinen Vorschlag heute der Oessentlichkeit unterbreiten weide Andererseits habe Barthou angekündigt, daß im Laufe der nächsten Woche die französische Regierung auch die Ausstellung eines vollständigen Planes über die Kontrolle Deut schlands und die Wiederherstellung seiner Finalen vornehmen werde. Dm: „Matin" sagt weiter, es sei das erste Mal, daß man sich nicht damit begnügen werde innerhalb der Reparationskommission eine einzige These vvrzubringen, sondern man werde deren zwei vorlegen, die sich in gewissen Punk ten widersprechen, so daß also die M e i n u n g s Verschiedenheiten offen zutage treten. Rach dem „Matin" würde, wenn man Br ad- burys Vorschläge annehme, die Situation für 5 Zahre klar sein, so daß der Zusanunentritt der Brüsseler Konferenz nicht mehr nötig sei. Wenn man dies bis zur letzten Konseguevz durchdenke, vermeide Großbritannien hierdurch, sich zu einer Konferenz zu begeben, au,' der das Problem der interalliierten Schulden aufgerofit werde und auf der sich gegen England ein Block feiner Gläubiger bilden könne Die britische Regierung habe in den letzten Tagen versucht, die Konferenz von Brüssel emzuschrän- ken, und hierauf, sie zu beseitigen. Der ..Matin" wäre überrascht, wenn der'Plan Dradburys nicht dazu ausgedacht wäre, diese Politik zu erleichtern. Frankreich wünsche jedoch eine allgemeine Debatte in Brüssel Es sei zu hoffen, daß Italien und Belgien die gleiche Ansicht hätten. Wenn man Ihnen etwas j anderes neben will, dann sagen Sie bine I Nein.'ich nehme zum Färben meiner Kleider. I Blusen, Gardinen. Strümpfe ufm. nur die g weltberühmten „Heitmann'S Sorben", v Marke „ffitrf)5fouf im Stern", weil dieie ö die besten sind. 6073.-b g Bei Kopfschmerz aHofipo’ti«.»'Oh04« ■ • Frenkfurt/MSJ rrovanilleÄirJ 1 Zahnschmerz. Kheume ■■■naai ErhältK... in Apotheken Rasch u.vor« züglichwirk. 2712c marke nr'rxÄT , Io o O weinbrand vehör-liche Anzeigen^ Bekanntmachung. ---- Aus den Waldungen der Stobt Gießen Stößt. MeltMl ©lesen Kostenlose ArbeitSvermitielung und Be> rufSberatuna für beiderlei Geschlecht, u. a. auch für Slrienerronifen und Kriegs- beschädigtenkinder. Liebigftraße 16. Teleph. 2054. CS können eingesteNt werden: ■u bei bicsiaen Arbeitgebern: 1 Stein- Hauer, 1 Sriseur. Lehrlinge: 1 Rrlfeur, 1 Bäcker, 1 Maler und Weißbinder, 1 Stukkateur, zwei Lackierer, 1 (5inrahmer, 2 Schmiede, 2 Gärtner, 1 Schuhmacher. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: sechs landw. Knech.e, 1 Schmied, 1 Sattler, 2 Schreiner, 2 Zimmerer, 1 BrovistonS- reisender, 1 Elektromonteur für Krast- ftrom, 3 Dreher, 2 Schlosser, 1 Müller. 1 Schuhmacher, mehrere landw. Tag- löbner, |1 verheirat. Knecht mit älteren Kindern. Lehrlinge: 1 Schreiner, Bäcker. ES suchen Älrbeit: Schriftsever, Buchdrucker, 1 Schreiner, Kaufleute, Schreiber und Reisende, Backer, Hausburschen und AuSlänser, Maschinenschlosser, Bau- schlosser, Schuhmacher, 1 Nrankenvfleger, 1 Sattler und Polsterer, Bäcker ttnd Metzger, 2 Kellner, 1 Kraftfahrer, ein Schmied, 1 Buchbinder, Mechaniker, 1 Heizer, 1 Wagner, 1 Koch. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls entgegen genommen. Lehrlinge: 1 Kaufmann, 1 Schmied. 2 Autoschlosser, 2 Schlaffer, 1 Spengler, 1 Mechaniker, 3 Elektromonteure, ein Schuhmacher mit Kost und Wohnung, 1 Schreiner deSgl. Weibliche Abteil n n g: CS können eingestellt werden: bei diesigen Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Lauffrauen und-mädchen für einzelne Tage, tüchtige Alleinmädchen, 2 einfache Stutzen, eine Verkäuferin, 1 Köchin. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 3 landw. Dienstmädchen. Dienstmädchen, HauSmädchen. Zimmermädchen. Alleinmädchen, 1 Köchin, 1 Stütze. suchen Arbeit: 2 Büglerinnen, zwei Kontoristinnen, 2 Flickerinnen, drei Walch,rauew 2 Haushälterinnen, einige vauffrauen, auch für Rachmittagsbe- schaftigung. Mädchen für tagsüber, drei (yabtttarbeiter innen. 9314B und zwar aus den Forstwarteien: Hangelstein (Förster Loh, Wieseck) Gießen I ( „ Brück, Rödgen) „ II ( „ Arft, Forsthaus Hoch. [wart) „ III ( „ Geisel, Gießen) soll nachverzeichnetes Bauholz in Losen öffentlich meistbietend versteigert werden: a) aus Mintcrfällung 1921/22. 30 Fichtenstämme 3. Kl. mit 45,11 Fstrn. 89 „ 4. „ „ 86,64 „ 135 „ 5a „ 78,85 377 „ 5b „ 87,82 b) aus Sommerfällunq 1922 (Käferholz) 1 Kiefernstamm 3. Kl. mit 0,71 Fstm. 7 Kieftrnstämme 4. „ „ 4,06 „ 4 „ 5. „ , 1,35 „ 4 Fichtenstämme 2. „ „ 6,45 29 „ 3 35,10 „ 114 „ 4. „ „ 103,49 „ 274 „ 5a , N 161,- „ 1100 „ 5b „ „ 268,60 „ 571 Fichte-Derbstangen 1. Kl. mit 62,22 Fstm. 188 „ 2. „ „ 9,03 „ 41 „ -Reisstangen 0,45 Sämtliches Holz ist aufgearbeitet, entrindet und an die Abfuhrwege gerückt. Lvseverzeichnis und Versteigerungsbedingungen können gegen Einsendung von 6 Mark für Porto von hier bezogen werden. Die Versteigerung findet am Don,ers- tog, dem 19. Oktober 1922 vormittags 10' , beginnend in der hiesigen Gastwirt, schäft . Zur Stadt Lich", Licher Sttaße 59 (Hattestelle der Sttaßenbahn) statt. Wegen Besichtigung des Holzes wende man sich an die obengenannten Förster Nähere Auskunft erteilt auch dieOberförsterei Gießen. Gießen, den 10. Oktober 1922. 92776 Der Oberbürgermeister: 3. V.. Dr. Rosenberg Bekanntmachung. Die Itofeenanlage ist letztmalig am Mittwoch, den 18. ds. Mts. zur 2In- nähme von Frischware geöffnet. [9301 Gießen, den 13. Oktober 1922. Direkt, d. Elektrizitätswerke, Ueberland- anlage n. Sttaßenbahn d. Stadt Gießen. Stoltc. Bekanntmachung. Infolge Erhöhung der Kommunalver- bandspreisc für Mehl und der gestiegenen Unkosten im Bäckereigewerbe werben unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 18. August 1922 folgende Höchstpreise für auf Brotmarken abzugebende Backwaren gemäß Beschluß der städtischen Lebens, mittelbeputation vom 13. Oktober 1922 mit Wirkung vom 16. Oktober 1922 festgesetzt: Brot Mk. 44,50 für 1900 Gramm, Brötchen „ 1,70 „ 50 Weizenbrotmehl „ 11,20 „ 500 Roggenmehl „ 10,80 500 Beim Kauf von Mehl sind Düten oder Gefäße mitzubringen, andernfalls der Der- kaufet für Stellen von Düten einen Zu« schlag von 5% für jedes Pfund Mehl berechnen darf. 93056 Gießen, den 13. Oktober 1922. Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Bekanntmachung. Dperrzeit für Tauben. Die Besitzer von Tauben werden unter Hinweis auf Art. 39 Abf. 1 Ziffer 2 des Feldstrafgefehes vom 13. Juli 1904 auf- gefordert, ihre Tauben während der Saat- zeit vom 8. Oktober bis 6. Rovember 1922 einzuhaltcn, andernfalls sie zu gewärtigen haben, daß die Taubenhalter gemäß vorgenannten Gesetzes bestraft und die Tauben von dem Feldschuhperfonal abgefchoffen werden. Rach § 2 des Gesetzes vom 28. Mai 1894, den Schutz der Brieftauben betreffcnö, gelten für die nachfolgenden Besitzer von Militärbrieftauben die ersten 10 Tage der Sperrzeit. 1. Geißner, Erwin, Plockstraße 9 2. Hambach, Georg, Walltorstrahe 35 3. Henkel, Heinrich, Walltorstraße 27 4. Köstnger, Wilhelm, Landgraf-Philipp- Platz 1 ,5. Rofenbaum, Fritz. Lökoengaffe 20 6. Rühl, Ludwig, Marktplatz 13 7. Reufch, Konrad, Wiefecker Weg 3 8. Schmal;, Friedrich, Bismarckstraße 40 9. Schomber, Willi, Walltorstrahe 51 10. Schmidt, Hugo, Wilhelmstrahe 8 11. Vollmer, Gustav, Frankfurter Stt. 86. Gießen, den 5. Oktober 1922. Der Oberbürgermeister. V Z. V. Or. Rosenberg- 91456 Bekanntmachung. Auf Grund der Verordnung über den Verkehr mit Milch vom 10. April 1921 wird gemäß Beschluß der städtischen Lebens- mittelbeputation vorn 13. Oktober 1922 in. folge Erhöhung bes Stallpreises unb ber Molkereispanne für Vollmilch der Klein- Verkaufspreis für 1 Liter Vollmilch auf Mk. 47,- festgesetzt. Die Preiserhöhung tritt am 16. Oktober 1922 in Kraft. [9304B Gießen, den 13. Oktober 1922. Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Bekanntmachung. Die von ber Hanbelskammer Gießen aufgestellten Hebregister für bte Beiträge zu ben Kosten ber Hanbelskammer für 1922 liegen 10 Tage lang unb zwar oom 16. bis 25. Oktober bs. Zs., norm, von 10 bis 12 unb nachm. von 3—5 Uhr im Bureau ber Hanbelskammer, Gießen, Lonyfttaße 7, zur Einsicht offen. Einwenbungen gegen ben Inhalt ber Hebregister finb innerhalb dieser zehntägigen Frist bei der Handelskammer schriftlich vor- zubringen. Nach Ablauf dieser Frist wird die Handelskammer über die vorgebrachten Einwendungen entscheiden nnb die Register nach Maßgabe dieser Entscheidungen, soweit nötig, berichtigen lasten. Gegen diese Ent- scheidung ist innerhalb zweier Wochen Beschwerde an bas Hessische Ministerium für Arbeit unb Wirtschaft zulässig. [92966 Gießen, ben 13. Oktober 1922. Hessische Handelskammer Gießen, gez.: Schirmer, Kommerzienrat. Kischversteigerung. Dienstag. 17.1. Mts., werben aus bem in nächster Nähe der Haltestelle Schiffenberg gelegenen Schaftoeiher unb Mittwoch, 18. l. Mls., aus bem unweit davon liegen- den Petersweiher Karpfen und Schleie in kleineren Mengen gegen Barzahlung versteigert. Beginn ber Versteigerungen an jebem Tage um 1 •/, Uhr nachmittags. [9308l) Gießen, ben 13. Oktober 1922. Oberförsterei Schiffenberg. Trautwein. Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt ' wurde eingetragen: Am 2. Oktober 1922 bezüglich der Firma Ludwig Georgi zi (Sieben: Sie Firma ist in eine Eommandii- gesellfchaft umgewandelt. Gs sind 3 Eoin- manditisten vorhanden. Die Commandit- gesellschast hat am 1. Oktober 1921 begonnen. Am 6. Oktober 1922 bezüglich bet Firma Heinrich Vaumann L Eo. in Gießen: Hermann von Trostorf ist aus der offenen Handelsgesellschast mit Wirkung vom 1. September 1922 ausgeschieden und diese erloschen. Die Firma wird unter ileber- nahme der Aktiven und Passiven von Heinrich Baumann alS Einzelkaufmann weitergesühtt. Die Firma ist geändert in Heinrich Baumann, Gießen. Gießen, den 10. Oktober 1922. _________Hefstfches Amtsgericht. [92656 Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister, Abt. A, wurde heute bei der offenen Handelsgesellschaft Meyer Oppenheimer I. tn Langsdorf eingetragen: Der Kaufmann Meyer Oppenheimer I von Langsdorf ist durch Tod aus der Gesellschaft ausgeschieden und an seine Steve ber Kaufmann Sally Oppenheimer als persönlich haftender Gesellschafter in die Ge sellschaft eingetreten. 93136 Lich, den 9.Oktober 1922. Hessisches Amtsgericht. Bullenverkauf. Die Gemeinde Ober=BOffingen beabsichtigt einen Dullen auf Submission zu verkaufen. Angebote find verschlosten auf pro Zentner Lebendgewicht bis zum Donnerstag, den 19. Oktober, nachmittags 1 Uhr, auf der unterzeichneten Bürgermeisterei einzu reichen, wo dann sofort die Eröffnung er folgt. Die Bedingungen können vorher eingesehen werden. 9318D Ober-Bessingen, den 12. Okt. 1922 Hessische Bürgermeisterei. 3. D : Keil, Beigeordneter. Drucksachen aller Art liefert !n jeder gewünschten Aaietxttung stilrefn und preiswert die Bribl’whe ünh-.-Dmeicerei, B. 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