nqi doi ^bln.ki ln6erl6«hniRll —----- MM lonwtije prompt lieferbar. iWlM ORLO/E DTOREN. Mannheims IRER MOTORENBAU WMchl«! *«**! MiN und Stärk' NO espretjen andl«. «•sie kstM. WeH, «W. -uchmMK ,60 M- und hoyer> jeit eneichbaren lespreije. ann.VedieMS. .such im Hause- >kM°ch»-> und ' , .rt^Awnerning m. 189 Erscheint täglich, aufctt Sonn- und Feiertag», mü derSamstagsbeilage: GirbenerFamilienblLtter Monatliche öezugrpreise: MK.29-- und MK. Z.- Trägerlohn, durch diePost MK. 32.—, auch bei Nicht« erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: für die Schrift- leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. Poftscheälonto: Frankfurt a. M. 1168«. Montag, 1^. August 1922 172. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VniS und Verlag- vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steindrnckerei «. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstratze 1. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigern). 34 mm Breite örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platz- Vorschrift 20Aufschlag. Hauptschriftleiter: Ang. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen. Neue Schwierigkeiten in London (2lo ten überreicht: 4. In dem (Abkommen vom 15. (November 1919 über die deutsche Industrie begleitet sein solle. treffen heute t. .mittag 11 Ahr zu einer der Dowmng-Stireet zu stehen. Die Verständigung zwischen der Reichsregierung und Bayern. Lloyd Georges Memoiren. London. 12. Aug. (WTB.) Wie gemeldet wird, sind Lloyd Georges Memoiren für 90 000 Pfund Sterling angekauft worden. Dieser Preis umfaßt sowohl die amerikanischen wie die britischen Rechte. In England wird das Buch von der Firma Eässe ll veröffentlicht werden. Berlin, 12. Aug. (WTB.) Die deutsche Botschaft in Paris hat der französischen (Regierung heute abend im Auftrage der deutschen (Regierung folgende beiden I. Herr Ministerpräsident! Im Auftrage der deuffchen (Regierung beehre ich mich auf die Bote vom 5. 8. 22 Ihnen folgendes mitzuteilen: Die deutsche Regierung must zu ihrem Bedauern festverpflichtete sich die französische (Regierung, Mö- bel und Kleidungsstücke .der früher in Elsah- Lothringen ansässig gewesenen Deutschen freizugeben. Ein Berbot der weiteren Möbelausfuhr bedeutet die Verletzung dieses Abkommens, wodurch durchweg Minderbemittelte und ohnehin unter den Kriegsfolgen schwer leidende deutsche (Reichsangehörige betroffen werden. Diese Maßnahme erscheint der Deutschen Regierung umso ungerechter, als sie die ihr nach dem Abkommen obliegende Leistung seit geraumer Zett- des bestehenden Verttages, dessen Lasten infolge dec rnzwishen eingetretenen OTarken'.we'lung für Deuffchland unertragbar wurden. Die deutsche Regierung zog hiermit nur die unausweichlichen Folgerungen aus einer Entwicklung, die unab- Der deutsche Notenwechsel mit Frankreich. Beratun g in sammen. Eine neue Beratung. Paris, 14. Aug. (WTB.) Havas berichtet aus London: Lloyd George, Poincars, Schanzer und Theunis Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags: Berlin 810. Frankfurt a. M. «07 beantwortete I der Oberreichsanwalt sich der polizeilichen Behörden dieses Landes bedienen. Soweit aus besonderen Gründen die Mitwirkung aus- hängig »on ihrem Willen und entgegen ihren den L a n d e s b e h ö r d e n überwre- Interes en eintrat. Wenn die französische Re- 1^, Inansvruckmabme v oli - aierung das Stundungsgesuch, ohne die Fällig- sen werden. .der^Inanfp^chnayme poil reit der Verpflichtungen der deutschen RegierungIzerlrcher Tätigkeit m einem Lande wl r u n g ein. Die Londoner Entscheidung. Paris, 14. Aug. (WTB.) Die alliierten Sachverständigen haben gestern die Frage der Ausgleichszahlungen geprüft. Vach Havas soll eine Einigung dahin erzielt worden Jein, von Deutschland am 15. 8. die Zahlung der fälligen 2 Millionen Pfund Sterling zu verlangen. Für die Zukunft werde die Frage jedenfalls auf dem Wege direkter Verhandlungen zwischen Deutschland und den alliierten Ländern geregelt. England und Italien hätten bereits direkte Abkommen mit Deutschland getroffen. Endlich berichtet der Londoner Korrespondent der »Chicago Tribüne", daß die Franzosen der Ausdehnung des Moratoriums au die Ausgleichszahlungen zuzustim- men bereit seien. Der Reichspräsident zu den Hauptmann-Festspielen in Breslau. Berlin, 12. Aug. (WTB.) Der Reichspräsident ist heute vormtttag zu den Hauptmann-Fe st spielen nach D r e s - la u abgereist. Er wird von den Reichsministern Dauer, Dr. Köster und Gröner und von den Staatsministern Severing und Dr. Bölitz begleitet.' Breslau, 12. Aug. (WTB.) Bor dem Rathause, wohin sich der Präsident im Auto vom Bahnhofe aus direkt begeben hatte, hatte sich eine Ehrenkompagnie Reichswehr aufgestellt. Unter den Klängen des Deutschlandliedes schritt der Reichspräsident die Front ab. Im Rathaus wurde der Reichspräsident tarn Oberbürgermeister sowie vom Oberprästdenten Riederschlesiens begrüßt. Auf die Begrüßungen erwiderte er mit einer Ansprache, in der er ausführte: Die ehrenden Worte, die Sie, Herr Oberbürgermeister, fanden, um dem großen Sohne Schlesiens, dem deutschen Dichter Gerhart Hauptmann zu huldigen, drangen ja unser aller Herzen. Wir, die Vertreter des Reiches und Preußens, schließen uns mit aus innerst er Seele kommenden Glückwünschen freudig all dem an, was sie dem Dichter an Worten des Dankes und der Hoffnung für die Zukurrft aussprachen. Mit der Breslauer Festspielwoche wob len wir einen Teil des Dankes abstatten, den Deutschland Gerhart Hauptmann schuldet; diese Schuld vollends abzuttagen, wird Sache des ganzen deutschen Volkes sein. Denn ihm, dem deutschen Volke, galt von Anfang an Gerhart Hauptmanns dichterisches Stteben und Schaffen. Im deutschen Volkstum und im vielgestaltigen Leben unseres Volkes wurzelt Hauptmann kräftiger and tiefer als irgendein anderer deutscher Dichter. Keiner hat so wie er in tiefem Mitleiden und in wahrer Erlösungssehnsucht die sozialen Röte der Massen und das tragische Schicksal einzelner aus ihnen erfaßt und ihnen Gestalt und Sprache gegeben, die zum deutschen Herzen dringt. So ist sein dichterisches Schaffen immer Dienst am ganzen deutschen Volke gewesen. Dankbar erkennen wir es an, daß Gerhart Hauptmann auch der Republik freudig die Hilfe seines gewichtigen Wortes lieh, wenn es galt, neben den amtlichen Vertretern des Reiches der Stimme des geistigen Deutschland Ausdruck zr geben, sei eS, um in schwerer Stunde die eigenen Volksgenossen zur Pflicht aufzurrfen, sei es, um für wärtiger Polizeibeamter in einem Lande nötig wird, werde diese nur im Einvernehmen und zur Unterstützung der örtlichen Stellen tätig werden. Dabei wird erwartet, daß die vom Oberreichsanwalt im Rahmen seiner gesetzlichen Zuständigkeit und dieser Richtlinien getroffenen Anordnungen an die Staatsanwaltschaften und Polizeibehörden der Länder von den Landesdiensttellen nicht durchkreuzt, insbesondere nicht von )er Einholung von Weisungen vorgesetzter Landesbehörden abhängig gemacht werden. Bei der Auswahl derMitglieder des Staatsgerichtshofes wird jede Ein- eitigkeit vermieden werden. Die Auswahl wird in erster Linie unter dem Gesichtspunkte der persönlichen Eignung zur richterlichen Tätigkeit erfolgen. Sie wird sich auf Personen erstrecken, die in der Oeffentlichkeit das für ein Mitglied eines höchsten Gerichtshofes nötige Ansehen haben. Die besonderen Interessen derLän- der werden bei der Auswahl berücksichtigt werden. Es werden mehrere Senate gebildet, und die Besetzung und Geschaftsver- teilung unter dem Gesichtspunkt des örtlichen (Ursprungs der Sachen aus den Ländern geregelt. Die Lebensnvtwendigkeiten unseres durch den äußeren Druck zu innerer Einheitlichkeit genötigten Reiches haben die Erweiterung der Zuständigkeiten des Reiches notwendig gemacht. Diese Entwickelung hat aber nach menschlichem Ermessen ihren Endpunkt erreicht. Die Einschränkung der Polizei- und Iustizhoheit durch das Schutzgesetz fft zeitlich begrenzt. Der bundesstaatliche Charakter des Reiches und die Staatspersönlichkeit der Länder sind in der Reichsverfassung anerkannt. Die Reichsregierung ist nicht willens, über die verfassungsmäßigen Zuständigkeiten des Reiches hinaus die Hoheitsrechte der Länder an sich zu ziehen. Sie ist der Aeberzeugung, daß die einzelstaatliche Gliederung der Länder der reichen Mannigfaltigkeit deutschen Wesens und deutscher Kultur entspricht, und daß die Pflege des Stam- mesbewußtseins in einem lebendigen engeren Gemeinwesen die beste Gewähr reichsfreudiger Einordnung in das Ganze der Ration ist. abzuwarten, mit Zwangsmaßnahmen beantwortete I und dadurch bestehende Verträge verletzte, so liegt darin ein schweres Tlnrecht. Ich | bin daher beauftragte, gegen die Maßnahmen Verwahrung einzulegen Paris, 13. Aug. (WTB.) In einer Havas m e l d u n g aus London wird sestgestellt, daß die Konferenz in einer Sackgasse angÄangt ist. Die Finanzminister und die Sachverständigen 'hatten sich über die von Deutschland zu verlangenden Garantien nicht einigen können. Ihr Bericht stelle die Meinungsverschiedenheiten der verschiedenen Delegationen fest, die sich nicht nur auf die Frage der Kontrolle der staatlichen Bergwerke im Ruhrgebiet und der S t a a t s f o r st e n auf dem linken Rheinufer erstreckten, sondern auch auf das Programmdes Moratoriums selbst. Die englische A-u f f a s s d n g gehe dahin, Deutschland für alle Geldzahlungen bis Ende 19 2 4 Zahlungsaufschub zu gewähren, ob es sich um Reparations- und Ausgleichszahlungen, oder um die Kosten des BesatzungSyeeres oder um die Tlntechaltungskosten der Kommissionen handle. Italien wolle, daß das Moratorium sich nicht über 1923 hinaus erstrecke. Die Franzosen wollten aber nichtüber!922 hinausgehen. Die Vertreter Frankreichs, Italiens und Belgiens hätten jedoch einstimmig den Teil der englifcfcen iiiwy Q14 iywii _________ Vorschläge zurückgewiesen, der die Emmission der stellen daß die französische Regierung ihrem internationalen Anleihe auf dem Ertragnis der Wunsche, eine weitere Behandlung der Aus- 26prvzentigen Abgabe von der deutschen Ausfuhr gleichsangelegen h eit bis zu den in Aus- aufbauen wolle, ohne zu gleicher Zett das Pro- stehenden Verhandlungen der beteiligten olem der interalliierten Schulden zu regeln. Sie aniterten Mächte zurückzustellen, nicht entsprach., belgischen Sachverständigen hätten sich der Die von der französischen Regierung mit» Vewilligung eines langfristigen Morato- geteilten besonderen Maßnahmen finden im Ver- riums günstig gezeigt und sie 'hätten einen Ver- sMler Vertrage und in dem mit der deutschen mitllungsvorschlag unterbreitet, durchs den das Regierung getroffenen ergänzenden Abkommen, Moratorium für die Barzahlungen bis Ende des insbesondere mit dem Abkommen 1921 feine laufenden Zahres gewährt werde, es jedoch in Grundlage und können auch mit den Regeln des das Belieben der Reparationskommission gestellt Völkerrechts nicht begründet werden: werden solle, die zukünftigen Zahlungen Deutsch- j Die Weisung an die Ausgleichsäm- lands zu bestimmen, ohne allerdings deren ilm= t c v in Paris und Straßburg, bis auf wei- fang, wie der englische Vorschlag es wollte, auf ieres jede Bekanntgabe der anerkannten deutschen den Ertrag der 26prvzentigen Ausfuhrabgabe zu Forderungen aufzuschieben, widerstreitet der posi- beschränken. Die Belgier wollten ferner die Re- iiven Bestimmung des Paragraphen 5, Anlage parationskommissron auffvrdern, die Grundlage Artikel 296, in dem vorgesehen ist, daß das für eine Anleihe zu finden. Dieser Formel hätten Schuldenamt binnen a£gemeßener Frist die an- sich die französischen und die italienischen Dele- Crfannten Forderungen bckanntzugeben hat. Unter gierten nicht anschließen können, weil sie die Frage cinec angemessenen Frist farai nur eine Frist der Regelung der interalliierten Schulden beiseite verstanden werden, wie sie sich aus dem Geschäftslasse. gange der Ausgleichsämter ergibt. Die Anwei- London 13 Aug. (WTB.) Der ,Observer" sung der Regierung, jede Bekanntgabe von Anberichtet Über'die ernste Krise, die auf der erkenntnissen an das gegnerische Ausgleichsamc Londoner Konferenz entstanden ist dadurch, daß bis aus weiteres öu unterlassenrst J*^r sowohl die französische Regierung als auch die dem Vertrage von Versaill^ unneretnbar und englische Regierung unnachsichtlich a u s stcht mit dem Guindg^)an^il des auf dem Pnnzip ihrem Standpunkt verharren. Die der Gegensettigk^ beruhenden Ausgleichsver- erstere verlangt die Kontrolle der Bergwerke fährens im Widerspruche. _ und der Forsten, und die letztere erklärt sich 2. Die vorläufige Einstellung der Zahlung dagegen. Die Krisis am gestrigen Tage hat eine der durch die llrteile der. S^tzffchken Schild- wichtige Veränderung in der Verteilung der gerichtshose festgesetzten Entschadi u gen aus dem Kräfte auf der Konferenz bewirkt. Die Belgier, Erlös der Liquidationen des deut,2)m Eigentums die bisher den britischen Standpunkt gegen die in Frankreich widerspricht dem Abkommen über Zollschranken unterstützt haben, gehen in der Frage die Bezahlung von Schadensbetragen aus^em der Bergwerke und der Forsten in das andere Artikel 297 e vom 2^ August und 3. Se^ember Lager über. Ein gemeinsamer belgisch- 1921. Hierin verpflichtet sich die französische Re- französischer Kompromihvorschlag gierung, die im Qlrtitel 297 e vorgesehenen Ent- wurde unterbreitet, wonach die Alliierten die De- schädigungen auf Grund von Urteilen oe£ ge= fugnis erhalten sollen, den Aufsichtsräten der mischten Schiedsgenchtsyofes oder von rechtsgültig Bergwerke Befehle zu erteilen. Wenn sie diese abgeschlossenen Verglichen aus dem bei der Li- Defchle nicht durchfuhren, so solle nach dem Vor- quidation deutschen Eigentums erzielten Erlösen schlage der Micherheitsausschuh die Vollmacht er- 5" bezahlen. halten, die deutsche Regierung zu ersuchen, die 3. Die an die französischen Ausgleichsamter Direktoren o.bzusetzen. Die britischen Ver- erteilte Anweisung, bis auf weiteres dem deutschen t r e t e r stellten sich diesem Vorschlag g e s ch l o s- I Ausgleichsamte die Höhe der Erlöse aus der sen entgegen. Deutschland könne letzten Endes Liquidation deutschen Eigentums nicht mehr be- den Alliierten nur zahlen durch Zusammenwirken fannt zu geben, macht tue Durchführung des a if und nicht infolge eines Druckes. Dies beweise die der Grundsätze der Gegenseitigkeit beruhenden Geschichte der letzten drei Zähre. Es gehe nicht I Artikels 297 h des Versailler Vertrages unmog- mehr um die Frage, ob Deutschland ein Mora- I lich. Diese Maßnahme widerspricht ferner dem torium erhalten wird, sondern darum, ob das I Artikel 2 des Abkommens vom 31. 3. und 9. 4. Moratorium eine Maßnahme der Erleichterung! 1921, in dem vo-zesehen ist, daß die Liauldatlons- für Deutschland sein solle und ein Mittel zum erlöse binnen bestimmter kurzer Fristen dem europäischen Wiederaufbau oder die verhüllte Reichsausgleichamte gutzuschrelben and mttzu- Form eines Druckes auf Deutschland. Die britische | teilen sind. Regierung verharre s e st auf ihrer Forderung eines Moratoriums bis zum Ende des Zahres, das für Deuffchland eine wirkliche Befreiung bedeute und nicht von irgendeiner Art Kontrolle und um deren Aufhebung z u ersuchen. Sollte die französische Regierung auf ihrem Standpunkt beharren, so schlägt die deutsche Regierung vor, einen internationalen Schiedsspruch über die Rechtmäßigkeit der ergangenen Anordnungen herbeizuführen. Genehmigen Sie... usw. Note II über die Ausweisungen aus (§lsaß-Lothringen. Durch die Verbalnote vom 11. August tellte die französische Regierung der deutschen Botschaft mit, daß sie sich in Ermangelung von Zusagen hinsichtlich der am 15.8. vom Reichsausgleichsamt zu bewirkenden Zahlungen in Ermangelung eines Erfolges der bisherigen Retorsionsmaßn.ih- men zu weiteren Maßnahmen veranlaßt sehe und deshalb ihrem GeneraIkvmmissar in Straßburg die Anweisung erteilt habe, 5 0 0 deutsche Staatsangehörige bis zum 15.8. a a s Elsaß-Lothringen auszuweisen. Die Ausgewiesenen dürfen nur Handgepäck und den Gegenwert von 10 000 Mk. für Familie und 5000 Mark für Unverheiratete über 25 Jahre mitnehmen. Ihr Vermögen soll vorläusig unter Zwangsverwaltung gestellt werden. Die Ausweisung weiterer 500 deutscher Staatsangehöriger aus Elsaß-Lothringen wird noch vorbehaltLN. Die Botschaft beehrt sich, hieraus im Auftrage der deuffchen Regierung folgendes zu erwidern: Rach den Grundsätzen des Völkerrechtes ist es zwar jedem Staate unbenommen, einzelne fremde Staatsangehörige aus fremdenpvli- zeilichen Gründen aus ihrem Gebiete auszuweisen. Die Massenausweisung, die Hunderte von Angehörigen eines bestimmten Staates plötzlich und unvorbereitet ihrer Existenz beraubt, widerspricht dagegen Zedern völkerrechtlichen Herkommen und alter natürli chen menschlichen Rücksichtnahme. Diese Maßnahme muß die Ausgecriese- nen umso härter treffen, als die französische Regierung ihnen fast vier Jahre lang nach dem Aufhören der Feindseligkeiten den Aufenthalt in Elsaß-Lothringen gestattet und damit die Hoff- rtung in ihnen ertoecEt hatte, weiter in ihrer Heimat bleiben und ihrem Erwerbe nachgehen zu können. Tlebrigens ist ein innerer Zusammenhang zwischen den Ausweisungen und der von der französischen Regierung zum Anlaß genommenen Frage der Ausgleichszahlungen nicht erfindlich. Die Geldbeträge, deren Mitnahme gestattet wurde, sind völlig unzureichend. Der für eine ganze Familie festgesetzte Betrag von 10 000 Mark entspricht zur Zeit dem Wert von zweieinhalb englischen Pfunden oder elseinhalb Dollar.^ Die Ausgewiesenen werden somit tatsächlich als Bettler auf die Straße gesetzt. Die deutsche Regierung legt gegen die getroffenen und in. Ansicht gestellten Maßnahmen der französischen Regierung hiermit nachdrücklichst Berwah- Berlin, 12. Aug. (WTB.) Die zwischen der Reichsregierung und der bayerischen Staatsregierung am 9. und 10. August erfolgten Besprechungen hatten folgendes E r g e b n i s: Die bayerische Staats- regienmg erklärt sich bereit, die unter dem 24. Juli erlassene Verordnung zum Schutze der Verfassung der Republik, spätestens am 18. August mit Wirkung vom gleichen Tage ab aufzuheben. Die Reichsregierung erklärt: Für die Abgabe von Untersuchungen an die örtlichen Staatsanwaltschaften und für die Stellung von Anträgen auf Verweisung zum ordentlichen Verfahren (§ 13 des Gesetzes zum Schutze der Republik) wird der Gesichtspunkt maßgebend sein, daß zur Verhandlung vor dem Staatsgerichtsho nur solche Sachen geeignet sind, deren Bedeutung so erheblich ist, daß ihre Entscheidung durch einen höchsten Gerichtshof des Reiches angemessen erscheint. Die Ueberweisung der Sachen an die örtlichen Behörden wird deshalb die Regel bilden. Insbesondere werden Sachen, deren Intereffe sich auf ein einzelnes Land oder auf engere örtliche Kreise be- vereinbarung erfüllte. 5. Schließlich werden nicht näher bezeichnete Sicherheitsmaßnahmen in Elsaß-Lothringen in Aufficht gestellt. Inzwischen entzog das Generalkommissariat in Straßburg den deutschen Reichs- Wie Poincar^ den Boqen spannt. langehörigen jede Verfügung Über ihre Konten " *9 I oder Depositen bei Banken oder anderen Finanz- Paris, 14. Aua. (WTB.) Havas mel- instituten in Elsaß-Lothringen und stellte diese bet aus London- Voincars habe sich mit unter Zwangsvecwaltung, gleichgültig, zu welchem Q—.ia c. _ : ä nxtyrH-oter ‘VranFreifßß Zeitpunkt sie errichtet wurden. Soweit die Ein- L-m« Dubois, d-m ^tretet ^antreid^ 8a61ungm na$ ,0 3anuar 1920 erfoigim, in der Reparattonskommtsston werden Derartige Anordnungen durch den Ver- Derbindung gesetzt, damit er dre notwenoigen trag DDn Versailles nicht gedeckt und enthalten Vorbereitungen treffe im Falle, daß die ver- Häher eine schwere Verletzung des bündeten Regierungen nicht in der Lage Grundsatzes der Tin Verletzlichkeit des wären, vor dem 15 .August, dem Tage des Privateigentums. nächsten Zahlungstermines, der deutschen Re- D'.e deutsche Regierung beantragte mit ihrer merunq eine Entscheidung über das Moraw- Rote vorn 12. 7. 1922 lediglich die Abänderung riumsverlangon zugehen zu lassen. Wenn die'^^ s Beparativnskvmmission der deutschen Regierung die Antwort nicht zum ursprünglich festgesetzten Zeitpunkt erteile, verstehe es sich von selbst, daß die Rechte der Alliierten vollkommen Vorbehalten seien. Es könnten nach Lieser Richtung keine Schwierigkeiten ent- 464,40 14. 8 Schweizer Sraniea ist Pilze sammele, nehme sich einen Pilzkenner mit. 100 100 100 100 -.13 1,55 100 100 100 100 62 ,60 11.8. -.61 -.20 -.56 -.47 2157,30 59,92 312^5 472|»O 415,45 Fr. 51. Kr. Kr. Kr. Ar. Sh. r Fr. W 2162,70 60,08 313,15 473,60 12.6 -.66 Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Neuyork . . Parts. . . . 1,42 2077,60 58,07 455*60 365,50 eine mit einem ftteireligiösen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Darmstadt. — Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle an der Volksschule zu Erbenhausen, Kr. Alsfeld. 1,38 2072,40 64,93 100 Kr. — 100 Kr. — 100 Fr. = 1 £ =■ L. =* Fr. = Kr. => I = Kirche und Schule« ** Freie Schul stellen. Erledigt -.11 1,42 204.20 0,76 0.01 13.50 4h.- 23.45 24.20 40.85 0.376 525.50 1.575 0.075 Sandel. Frankfurt a. M.. 14 August 1022. Berliner Devisenmarkt. Geld VrtA" Geld Brie) Züricher Devisenmarkt. 12.8, Wechsel auf Holland Deutschland .... Wien Prag ..... Paris London . . Italien....... Brüssel .. Budapest Neuyork Agram....... Warschau Mk. = Kr. = Kr. - 203.70 O.ti5 0.01 13.20 42.80 23.43 24.05 ♦0.70 0.37 525.50 1.576 0,072 Brüssel-Antw. . Christiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . Helsingfor-.. . Italien London .... Neuyork Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr. Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan 415,45 416,55 364,50 Rio de Janeiro 11585,- 11615,- 10287,- 10318,- Hochschulnachrichten. Die Studentenkonferenz der D. C. S. D. in Schlüchtern. Während der ersten 10 Tage des Monats fand an nicht weniger denn sechs verschiedenen Orten Deutschlands die 21. Allgemeine deutsche christliche Stuben- tenkvnferenz der deutsch - christlichen Studentenvereinigung (D. E. S. V.) und ihrer Altfreunve statt. Äe Not der Zett hatte Tettderanstaltungen nötig gemacht. Für Hessen und nächste Umgegend war vom 1. bis 4. August Schlüchtern gewählt. Gemeinsames Thema war: „Was bedeutet uns das apostolische Glaubensbekenntnis?" 1. Artikel anstelle des im letzten Augenblick verhinderten Pastor Schrenk-Bethel, Prof. Dr. Eitel. Naturwissenschaftler von der Universität Königsberg. 2. Artikel Pastor Gogar - t e n - Stelzendorf. 3. Artikel Pastor Michaelis- Bethel. Die Abendandacht des ersten Tages hielt Dr. Arnold von Schlüchtern; am zweiten sprach Prof. D. Geismar- Ko- Datum: l i. August. 12. August. Amstb.-Aotterd. 33458,10 33541,90 30362.- 30438, - ---- " 6641 65 66i8,36 6667.40 6082,60 14856,40 14893 60 13608,35 13541,95 18?2ß,8j 18573,20 16828,90 46671,10 2262165 22678,35 20574,25 20625.75 1817,70 1922,30 1667,96 1672'10 3945,05 3954,95 3585,50 3594,50 3875,15 3884,85 3495,15 3504,46 868,91 871,09 781,52 783,48 69« 1,25 7008,75 6867,- 6383, - 16579,25 16620,75 14885,35 14918,65 13383,25 13416,75 11955,05 11964,95 1,60 Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Aubrik stehenden Artikel übernimmt die Aedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Der Sirenengesang des Herrn Prof. Krämer in Nr. 184 des „Gieß. Anz." könnte mich wöhl berücken und bestricken, aber überzeugen kann er mich nicht. Im Gegenteil! Gr hat mich in meinen schweren Bedenken nur noch bestärkt und nur mit noch viel gröberer Schärfe, mit noch viel gröberem Nachdruck die Frage aufgedrängt: Warum will man für so ungeklärte, problematische Dinge gerade den schön st en Punkt der Hingebung Gierens beschlagnah men'und aus dem Volksleben ausschalten? Denn ich bleibe dabei: Sobald dort oben ein wissenschaftliches Jn- dem 8rla Winerberhält Ttac Ws*»«. 7 ,^d ein '‘fei 5a: 5 >S ^'lichen » I aKitonif(t fr \M reh.jp» A Nm; ? "Met ift't 3 h «6« PK ö C «WS K11" Ä1"4 Aus Sicuit und Land. ® leben, den 14. Aug. 1922. Dritter Jugerrdtag des Vogelsberger Hühenkiuvs in Gtesten. Die Jugendgruppen des V. H. C. hatten für dieses Jahr unsere Hniversitätsstadt zu ihrer Tagung ausersehen. Aus allen (Bewirten, sogar aus Darmstadt. Mainz. Offenbach unb Frankfurt trafen Abordnungen ein. Unter ilarker Beteiligung begann am SamStagnachmittag im Philo- sophenwald die Tagung. Nachdem der Obmann der Jugendgruppen, Prof. V e n d e r, sowie der Vorsitzende des Gesamtvereins, Dr. Bruch- Häuser-Ulrichstein, und der Vorsitzende des JweigverelnS ©leben, Acallehrer Will, Worte der Begrüßung gesprochen hatten, trat man in die Beratung ein. Reallehrer Will sprach über das Verhältnis der Jugendgruppen zu den Zweig- aruppen. Als Vertreter zum diesjährigen Wandertag nach Mainz wird Prof. Bender- Frankfurt gewählt. Zum Ort der nächstjährigen 4. Jugendtagilng wird Gelnhausen bestimmt. Der sich anschließende Fest- und Be° grühungsabend verlief äußerst angeregt. Von den Ansprachen seien erwähnt diejenigen des Aeallehrers Will und die von warmer MO e Bücherttfiy. — Deutschland und der FrcedenS- vertrag in Wort. Bild und Zahl. Ein Volksbuch über den Vertrag von Versailles von Dr. Walther Croll (unter Mitwirkung von Dr. W. Genzmer und A. Gebhardt). Zu beziehen durch alle Vuchhandlungen oder direkt vom Verlag der Kulturliga, Berlin W. 3H, zum Preise von 12 Mk. Die wichtigsten wirtschaftlichen Tatsachen sind lebendig dargestellt und durch vorzüglich gelungene bildliche Tafeln illustriert. Es sind die Tafeln, die seinerzeit in Berlin und auch in anderen Städten in der vielbesprochenen und von Frankreich stark bekämpften Ausstellung „Deutsch- land und der Friedensvertrag" gezeigt word^i sind. Die Taseln sind koloriert und vereinigen in sich volkswirtschaftliche Klarheit mit plastisch wirkender Bildlichkeit. Das Buch ist für Angehörige aller Parteien geschrieben. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Günstige Aussichten für ein Kompromiß auf der Londoner Konferenz. London, 12-> Aug. (WTB.) Der in bezug auf die Londoner Konferenz zuversichtlichere Ton im größten Teil der heutigen Presse gründet sich auf die Hoffnung auf ein Kompromiß. Der „Daily Telegraph" schreibt, man scheine zu der Ansicht gekommen zu sein, daß der durchaus vernünftige und praktische Charakter der von der britischen Regierung unterbreiteten Vorschläge seine Wirkung haben müsse. Diese Vorschläge stellten em wesentliches Zugeständnis an den französischen Standpunkt dar und seien eine so gute Methode zur Sicherstellung von Zahlungen von feiten Deutschlands, daß es schwer ei zu glauben, daß diese Vorschläge beiseite getan werden könnten. Es müsse entweder zu einem Bruche der Entente oder zu einem Kompromisse kommen und das Material zu einem Kompromiß ei jetzt vorhanden. „Daily Chroniele" schreibt, es scheine möglich daß eine vorläufige und zeitweilige Regelung zwischen Frankreich und den übrigen Alli-' ierten erzielt wird. . Ob irgendetwas aus dem französischen Plane gerettet werden könne, bleibe abzuwarten. Als Ganzes bestehe der Plan nicht1 mehr als mögliches internationale# Werkzeug. Das Blatt glaubt, daß bessere und praktischere Methoden jetzt in Sicht sind, und schreibt: Wir werden mit einer Lösung zufrieden fein müssen, die vorläufig und zeitweilig ist, aber wjr haben von dieser Konferenz nicht mehr zu erwarten. „Daily Expreß" schreibt, wenn die (Silente in Sicherheit sei und ein Kompromiß mög-, lief) sei. das der Konferenz gestatte, in Frieden zu Ende zu kommen, so bleibe immer noch die Gefahr bestehen, daß das Kompromiß nicht arbeite. Die bisherigen Wiederherstellungskompromisse hätten sich nicht als durchführbar erwiesen und nur zu neuen Konferenzen geführt, auf denen wieder dieselben Fragen durchgegangen würden und deren Ergebnisse neue Kompromisse waren. „Daily Expreß" schließt mit den Worten: Wir gehen der 14. Konferenz entgegen. „Daily Mail" berichtet, daß der britische Plan nicht weniger als sieben Stunden erörtert wurde. Er erfuhr eine Abänderung und wurde gestern abend an die britischen Sachverständigen: im Schatzamt zurückverwiesen, die zusammentreten werden, um ihn von neuem zu erörtern. Heber die Bedingungen, unter denen Deutschland ein Moratorium gewährt werden könne, müsse jetzt rasch eine Entscheidung fallen. Laut „Daily News" habe Lloyd George geftem abend das Anerbieten gemacht, die strittigen Punkte an den Völkerbund zu verweisen. Poincars habe jedoch abgelehnt, diesem Dor- chlage zuzustimmen. Paris, 12. Aug. (WTB.) Der Qonbonet Berichterstatter des „Journal" erfährt, daß nach einer Kenntnis die Frage der Dauer des Moratoriums endgültig geregelt ist. Die Engländer hätten eine sehr lange Frist borge- chlagen, jetzt schienen aber zwei Zeitpunkte wahr- cheinlich. Der 31.12. und der 31.3. Zu dieser Entscheidung sei vielleicht im Herbst eine neue Konferenz notwendig, auf der dann auch die wesentliche Revidierung des RepavativnsprvblemS angeschnitten werden müßte. Aus dem Neiche. Steigerung der Leistungen bei der Eisenbahn. Berlin. 12. Aug. (WTB.) Gin Erlaß des Reichsverkehrsministers gibt Richtlinien für die Steigerung der Personalleistungen während des Herbstver- kehreö. Für die in Füllen besonders gespannter Dienstlage nötigen Mehrleistungen werden den Beamten und Arbeitern besondere Zulagen gewährt. Je nach den Gehaltsstufen beziffert sich die tägliche Zulage auf 30, 35 oder 40 Mk. 3n besonders schweren Fällen auf 60. 70 und 80 Mk. Pro Tag. Die Rangier- Pvämien und Aufwandsentschädigungen des Zugpersonals werden, soweit die Voraussetzungen für eine besondere Zulage vor- liegen, auf die gleichen Sätze gebracht. Heber die Einführung der Maßnahme entscheiden die Präsidenten. Mit der Frage der Erhöhung der Teuerungszulagen steht diese Maßnahme in keinem Zusammenhang. Die Ausweisungen aus Glfah-Lothringen. Berlin, 12 .Aug. (WTB.) Der „B.Z. a. M." zufolge erfolgt die angekündigte Ausweisung der 500 Deutschen Elsaß-Lothringer voraussichtlich im Laufe des heutigen Tages über Kehl. 3m Einverständnis mit dem Roten Kreuz und dem HtlfSbund für die Elsaß- Lothringer traf das Reichs mini st e- rtu m des Innern Vorsorge, daß die Aus- gewiesenen dort empfangen und tunlichst in Privatquartieren vorläufig untergebracht werden. In Trier und Offenburg sind Stellen für die 'Beratung und Hnterstützung der Aus- gewiesenen eingerichtet worden. Die Aufklärung deS Anschlags auf Scheidemann. Kassel, 12. Aug. (WTB,) Die Ober- staatsanwaltschaft teilt uns mit, daß. soweit die Tat gelüst in Frage steht, der Anschlag auf den Oberbürgermeister Scheidemann nunmehr vollständig aufgeklärt ist. Die in Kofel festgenommenen Angeschul- btgten_ Hustert und Oehlschläger haben gegenüber denn zwecks ihrer Hierherbringung nach Kossl entsandten Beamten der Beniner Kriminalpolizei ein umfassendes Geständnis abgelegt. Danach haben beide die Tat nach vorheriger Verabredung gemeinschaftlich aus- geführt. Als sie am Pfingstsonntag nachmittag den Oberbürgermeister in die Straßen-- bahn steigen sahen, find sie ihm gefolgt und während de« ganzen Weges von WtlhelmS- hühe durch den Wald hinter ihm hergegangen. Oehlschläger trug tn einem Behälter die Blausäurespritze, ferner führte er eine Mehrladepistole mit sich. Auf dem einsamen Weg nach MüllerSruh hielt Oehlschläger den Zeitpunkt zur Ausführung der Tat für gekommen und übergab die Spritze dem Hustert mit den Worten: Nun machS l Hustert habe dann in der bekannten Weise dem Oberbürgermeister die Blausäure ins Gesicht gespritzt. Oehlschläger hielt sich tn unmittelbarer Nähe auf. Als er den Oberbürgermeister fallen sah, hielt er ihn für erledigt und ergriff wie Hustert die Flucht. Heber die Herkunft der Blausäure verweigern beide jede Auskunft. Sic bestreiten entschieden, in Kassel Mitwisser gehabt zu haben. Die in mehreren Zeitungsberichten erwähnte Frau v. Schlieben steht mit der Tat in keiner Beziehung, schon zwei Tage vor Pfingstsonntag sind Hustert und Oehlschläger, die bei Frau v. Schlieben als Zwangsmieter wohnten, dort ausgezogen, angeblich um abzureisen. Hermatliebe getragene Rede von Prof. B ender- Franssurt, die mit einem begeistert aufgenommenen „Frischauf" auf das deutsche Vaterland schloß. Als Vertreter- der Stadt Gießen sprach Beigeordneter Dr. Frey herzliche Worte, die dem festgebenden Verein und der Jugend galten. Ferner sind vor allem noch zu nennen die gehatt- und gemütvolle Festrede des V. H. C.-Bruders Wenzel, der die Schönheit der deutschen Heimat und das Wandern feierte, sowie die begeisterte Absprache des Vorsitzenden der deutschen Sebcrgs- und Wandecvereine, SHreftor Kissinger- Darmstadt, der hohe Worte für Heimatliebe und Wanderlust fand. Prächtige Liederborttäge des Doppelquartetts vom Bauer- schen Gesangverein wechselten mit anderen gesanglichen und theatralischen Darbietungen aß, bie alle reichen Beifall des dichtbesetzten Saales fanden. Der gestrige Sonntag führte die Festteil- nehrner auf den Schiffender (l 3n der altehrwürdigen Klosterkirche sand ein Festqottesdienst statt, in welchem Pfarrer Decker- Gießen die Preoigt hielt. Assessor Dr. Kunkel- Gießen sprach über die Geschichte des Schiffenbergs. Hnter ßeituna von Professor Bender wurden dann die Verhandlungen fortgesetzt. Dr- Bruch- bä u f er- Hlrichstein hielt einen sehr interessanten Vortrag über „Die körperliche Erziehung der deutschen Jugend, wobei er dem Wandern besondere Bedeutung bölmaf). Die Vorstandswihl hatte folgendes Erlebnis: 1. Vo>.sitz?nder Bender- Sranifu-t, Schr ftsührer Dem Cfenba n, f riet Höhn-Genh.iusen, Lohmüller- Fulda u d R i ede l - F iedb.rg. Dender Fr.inku rt zeigt dann in einer Rundschau und Umschau Z.o und Zweck der 1920 gegründeten V. 5j. C.-Jugond- aruppen, es gelte, Pflichtbewußtsein gegen Do!k, Staat und Gott in die Herzen der Jugend zu Pflanzen, bamit sie mitarbeite an der Erhaltung des deutschen Volkstums, am Wiederaufbau des Vaterlandes. M o n i t» Darmstadt ladt nochmals ein zu der Herbstwandcrung am 24. September nach Darmstadt. Mit dein Liede „O Deutschland, hoch tn Ehren" schloß der Obmann die Tagung. Der Volkstag, der am dlacßmittag öeiVolls- Itebern, Volkstänzen, musikalischen Darbietungen usw. stattfand, wurde sehr beeinträchtigt durch den unaufhörlich niedergehenden Regen. fHtut eingerichtet ist von der Bedeutung, cvie es offenbar Herrn Prof. Krämer vorschwebt, ist die erste Phase tn jener Ausschaltung eingetreten, und die übrigen müssen ihr ganz gesetzmäßig und naturnotwendig folgen. Ich muß es mir 'beute aus rein äußerlichen Gründen, aus Zeitmangel und anderwettiger 3n- anspirlchnaHmr versagen, auf Einzelheiten in den Krämerschrn Ausführungen näher ein^ugeben, behalte mir das aber für die allernächste Zeit vor. Nur das eine möchte ich im Hinblick auf jene Pläne unb auf das, was mir über die Stimmung in der Bürgerschaft unserer Stabt bekannt ist, heute schon sagen: Mir scheint, daß Herr Prof. Dr. Krämer auf dem besten Wegei st, das schone Verhältnis, das seither stets zwischen Hniversltät und Bürgerschaft bestand ernstlichzu trüben. Hnb das wäre uns nicht gut. Gießen, den 13. August 1922. Valentin Müller, 1 dcE verletz 18^« I Stellung I' I feft? I dtw91 2 bei pSS I «ber I ,otT' ^Agcrign^ -naen vcrden, zu Mit gehÄllg odei ,/fstbcm, die auf 0 ajrie oder gegen k ichtel sind, oder so I lllindung. DeM w Acpubuk od.r i jinblkben zu unterlaß Von Artikel M: .Lira! ein Won 1-4 v°r, f‘ dornen.“ - 1 iMs. und ViszlPUN' Lbg. Sturms |tr Äusschuh M Wdemngen vor, I -.gängig gemacht toi Abg. Kindt kfeö aus den gleich «gegangene. Ls Lstverständliche P Lichter. Ler <2 hr aus einem Arti : dem klar gesagt Mglied der Sleutfd Mer begründet tzrlei, nach dem es 6 |^>er politischen 'n aus dem Boden Abg. Dingeli Lisichl, dah selbst fslichteriüllunq keil hm Dr. Anchner ir i’t aber nötig!", so hauptung, die wir Selehcs und öt Ww Dir hervow Ichtoechm Wtra erhoben, ümmrrnb von ter Linken br Srciteft Sie szur die Ihnen üie L Snlläuschung bring i»r nicht anters \ (»Aen. Dem Seirur den St stimmen. Dg Sturms« i NMtobzulehm Ä'R SMS LAl^gung ter Wgr geborene Ze A^tes. Hi . wucn. W Sbner öeIbtel) wllungnahme 1 'ung. an9enc Aeußcrung des Präsidenten Harding. Neuyork, 12. Aug. (WTD) Funkspruch. Nach der „Washington TirneS" '.vird im Weißen Haufe erklärt, Har dinge halte cs für ein bemerken S wertes Ereignis im Leben der Völker, daß die deutsche Regierung, mit der sich Amerika noch vor kurzem im Kriege befunden habe, Amerika gebeten hätte, für die Kommisfion über die deutsch-amerikanl- fchten Entschädigungsansprüche einen Schiedsrichter zu ernennen. Der Leitartikel der „W o r l d" sagt, die Ditte der deutschen Regierung an Harding, einen H n - parteiischen zu ernennen, sei ein A k t der Höflichkeit und des guten Willens gewesen, her nicht zu Deutschlands Nachteil ausgelegt werden dürfe. ** Der MtlchpreiS wird nach einer Bekanntmachung im heuttgen Anzeigenteil vorn 15. d. Mts. auf 20 Mark für den Liter Vollmilch erhöht. " Fahrraddiebstahl. In den letzten Tagen wurde hier gestohlen 1 Fahrrad, Marke Panther, mit schwarzem Rahmenbau in ebensolchen Felgen, etwas hochgebogege Lenktange und schwarzen Handgriffen, von denen der linke beschädigt ist. Das Rad hat neue Bereifung. Der Laternenhalter ist abgebrochen. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilung nimmt die Kriminalabteilung entgegen. ** Gin Buben st reich wurde in einer 'er letzten Nächte gegenüber zwei Schwestern >ct Evangel. Schwesternstation verübt. Die Damen, die mitten in der Nacht zu (Samariter- diensten gerufen wurden und sich auf dem Wege zur Erfüllung ihres Weckes der Nächstenliebe befanden, wurden von Rohlingen, die anscheinend angetrunken waren, in gemeinster Weise beschimpft. Leider war niemand in der Nähe, der den Schwestern Hilfe bringen und die traurigen Gesellen dingfest machen konnte. Eine tüchtige Tracht Prügel dürfte das empfehlenswerteste Mittel sein, um v traurigen Menschen zum Bewußtftin zu )ringen, daß sie alleingehende Damen auch n den Nachtstunden zu respektieren haben. A D i e Pilzaussiellung, welche der Naturheilvereiil Samstag und Sonntag im Saale zum Felscnkellcr veranstaltete, hatte sich eines zahlreichen Besuchs zu erfreuen. Herr Scholz eröffnete die Ausstellung und wies auf die hohe Bedeutung der Pilze als Nahrungs- und Genüße mittel hin. Hniveisitäts-Garieninspektor Reh- n e l t gab dann in leicht faßbarer Weife Erläuterungen und (Belehrungen über hie 120 einzelnen Arten der auägcfiellten Pilze. Dieses Jahr herrsche in Wäldern und auf Wiesen infolge der Feuchtigkeit ein ungeheurer Pilzreichium und große Summen konnten bet Ausnutzung gespart werden. Die heutige Ausstellung solle velehrend wirken. Der beste Speisepilz sei der Eierpilz. Der er und der Schirm- oder Parasolpilz mit seinem Steinpilz gedeihe gegenwärtig in großen Mengen: beweglichen Kcagen seien vorzügliche Nahrungsmittel. ebenso der Champignon mit seinen rötlichen Lamellen: die unheimlich aussehende Totentrom- 'ete sei ebenfalls eßbar. Hnter den Röhrlingen eien Steinpilz und Rothäuptchen oder Kapuziner die besten. Leider habe der Steinpilz in dem giftigen Satanspilz einen gefährlichen Doppelgänger. Die Ziegenbärte oder Korallenpil;e lieferten sämtlich gute Speisen. Der schönste Pilz unserer Wäl- ei der giftige Fliegenpilz: der noch gefährlichere Knollenblätterschwamm wirke erji nach zwei Tagen und führe zum Tode. Pilze solle man niemals bei Regen sammeln und sie stets gleich verwenden, madige Pilze lasse man stehen, sie seien wertlos und nnappeiitlich. Wer zum ersten Male und Sehnen s e I b st der Mittelpunkt her Handlungen des Dramas. Hierin sehe ich die große Mission der Breslauer Festspielwoche, die über den Rahmen einer loLalen Veranstaltung hinaus dem geistigen und politischen Deutschland einen ftarten Impuls geben soll, als Symbol geistiger Erneuerung unseres Vödes. In diesem Sinne danke ich auch den Veranstaltern der Festspiele, Insbesondere der Deutschen Dühnengenossenschast, den Künstlern und all denen, die dazu betgetragen haben, dieses große Werk zu vollbringen. Den besten Lohn toerben sie alle finden, wenn die Breslauer Festspielwoche In einem schönen und wahren Erfolge ausklingt. Dah dies geschieht, wünsche ich mit ganzem Herzen. Die Ansprache des Reichspräsidenten war ^ie^rholt vvn lebhaften Beifallskundgebungen Wertung der Pilze gab. Die Pilze können in Suppen, in Tunke, als Gemüse und Pilzsalat, gebraten und gekocht werden, auch kann man fte trocknen und sogar einwecken. Für Kranke sind Pilze zu schwer verdaulich. Da die Pilze sehr viel Eiweiß enthalten, so können sie sehr wohl Fletsch ersetzen. Wettervoraussage für Dienstag: Dewölkt, Regenfälle, Temperatur unverändert. Die Depression über der Nordsee, die langsam nach Osten zieht, veranlaßt noch immer Regenfälle. Eine neue Depression greift von Südfrankreich her an. Die Wetterlage zeigt vorläufig keine Aussicht auf Besserung. voruotizen. — Tageskalender für Montag. Astoria-Lichtspiele, ab heute: „Das große Licht" und „Der Bankspion". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Der Fürst der Hölle" und „Die Doxerhanne". — Auf die morgen, um 7 Hhr abends, Im Stadttheater stattfindende einmalige Aufführung des dreialttgen Lustspiels von Sar- dou und de Najac „Ehprienne" sei nochmals hingewiesen. Das Lustspiel hat in Nauheim den größten Beifall gefunden. Kreis Alsfeld. o. A l s f e l d, 12. Aug. Zur Feier des Verfassungstages hotte sich am Freitag abend eine stattliche Zahl von Festteilnehmern im „Deutschen Kaiser" eingefunden. Der stellvertretende Vorsitzende des Kreis- amtes, Herr Hemmerde, hielt die Begrüßungsansprache. Gesangliche und turnerische Darbietungen verschönten den Abend. Die Festrede hielt Herr Lehrer Funk. Hessen-Nassau. js Marburg, 13. Aug. Die Feier des Verfassungstages wurde hier 1 durch einen Festakt in der Aula der Hniversi- tät, durch öffentliche Platzkonzerte der Reichswehrkapelle und entsprechende Veranstaltungen der Demokratischen Partei und des Republikanischen Reichsbundes begangen. )s Marburg, 13. Aug. Im Seebode- schen Saale hielten heute die Brotversorgungsberechtigten des Landkreises eine Versammlun g ab. Eine Kommission soll dahin vorstellig werden, daß es bei der direkten Abgabe von Getreide an die Verbraucher verbleibt und nicht wieder das Kar-- tensystem eingeführt wird. In der Aussprache wurde die Forderung des Genossenschaftswesens und der Gründung einer Verbraucher- vrganisatton das Wort geredet. Dies sei der einzige 5Deg, um den Wucher zu bekämpfen. Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 117.80 97.80 23.80 125.40 eine Verständigung der Völker «inzutveten. Auchs Lazu ist er berufen wie kaum ein anderer, ist, ijhm doch der Gedanke einer wahren Volks- Gemeinschaft im Innern und das Streben nach Versöhnung der Qlationen nach Außen stets Höchstes Ziel gewesen. Dieses Volt ist beute s e l b st Dräger seiner Geschicke: das staatliche Leben hot dieselbe Wandlung vollzogen, die der Dich er in seinen hauptsächlichsten Dramen durchgesühct bat; bei ihm, insbesondere in feinen „Webern" ift das Volk nicht der Chor der antiken Tragödie, der die Handlung nur verfolgt und begleitet, bei ihm ist das Volk in seinem Leiden Sehr lehrreich waren auch die Ausführungen^ penhagen, Dozent für Relioionsvdilosophie, welche Frau Scholz über Zubereitung und Ver-1 über Kierkegaard. M was '»ML ^heit n,;. ygitatn in M i« Ä'V£ -,1S 1,65 111. -k -i» 59.20 88.80 . 88.80 . 117.80 . 1174» >. 97.80 23.80 - 125.40 -.11 1,42 -.61 -,29 -.58 -,47 eninge«. L7T11T' IS.« del. 5 ^ernvarkt. Ä. srZA S^2Ä.Ä10 BZS L F '"'P°Z!W ®Sg 3% 6«= 4 SM? 8^0 W ÄSuÄüJS* «vijemarü. 118, 14.8 Tchlveizer Frack« $L = 203.70 20U0 M = 0.65 0,76 Kr. = W 0.01 Ar. = 13.20 IW 5t, = 42.80 4h.- £ , 23.43 23.45 L. = 24.05 24.20 Fr. = Mo 40.85 Ar. = 0.37 0.378 | = 625.50 525.50 jfr = 1478 1.575 jtt - 0,072 0,075 EufW wi-dcchM füt dn Kvmytvlaih inet Kvnferenz. ■ (TO-) Der m bezug tenz ;uderfichllichere Tvn ittgen Presse gründet sich :m Kvmprvmh. egraph" schreibt, man ivinmen zu lein, bau bet nb praktische S>* Regierung urrtabtÄ ng haben mülle- «esenllichÄ SugeftanN indpunkt dar und M zur Sicherstellung m Mands, baß es sch^ Dvöchlügc bcifeltz getan mPSuMt i» * ’ u einem »4 fl(\u einem MpW • le- schreibt. w»*s« Ä® S bestehe 0kl V . [temationai^ besM f S nicht -le Sv nid ew KEjn Frieden renz,^2er noch ° b^'7ih nicht ar- ai ^2ngskomp^ Die^Kfifirtat Twielen ls^Lt aussen rstistS ;?si’ I entg^ _ bMe Lfjtet, dao erörtert Ken »•*;> LASS WA ?•*#*•$ f. (.n gen^gerVellen- W*' Lh Dauer 5fe •rfi’3? SSs Keffkscher Landtag. 33l öüumg. GL Darmstadt, 11. Ang. (Schluß.) -In« bem Antrag, Ertast eines Gesetzes zur Abänderung des Gesetzes. $U 2kechtSverh ältntsse der Richter betr. vom 31.Mai 1879. ist hervorzuheben: Hinter dem Artikel 9 wird eingestellt folgender „Art. 9a. Sin Richter verletzt auch dann die ihm durch ietn Amt auferlegten Pflichten, wenn er mcht alles unterlästt, was mit seiner Stellung als Beamter der Republik nicht zu vereinbaren ist. Es ist ihm insbesondere untersagt: . , , . 1 sein Amt oder die ihm kraft feiner amtlichen Stellung zugänglichen Einrichtungen für Bestrebungen zur Aenderung der verfassungs- mäbigen r^ublikanischen Staatsform zu mist, brauchen! - 2. bei Ausübung der. Amtstätigkeit oder unter Mißbrauch seiner amtlichen Stellung über die verfassungsmäßige republikanischeStaats- sorm. die Acichsflagge oder über die verfassungs- mäßigen Aegiei-ungen des Reichs oder eines Landes zur Belundung der LNißachtung Aeusterunge^i ;u tun die geeignet sind, sie in der öffentlichen Meinung herabzusetzen; — 3. bei Ausübung der Amtstätigkeit oder- unter Mißbrauch seiner amtlichen Stellung auf die ihm unterstellten oder zu- gewiesenen Beamten und Angestellten im Sinne mißachtender Herabsetzung der verfassungsmästi- 3en republikanischen Staatsform oder der ver- sassungsmähigen Regierungen des Reiches oder eines Landes einzuwirken: — 4. Handlungen der in Ziffer 1—3 bezeichneten Art bei dienstlich unterstellten Personen, sofern sie im Dienste begangen werden, zu dulden: — 5. in der Oesfent- lichkert gehässig oder aufreizend die Bestrebungen zu fördern, die auf Wiederherstellung der Monarchie oder gegen den Bestand der Republik ge- rbchtet sind, oder solche Bestrebungen durch Verleumdung, Beschimpfung oder Verächtlichmachung ter Republik oder von Mitgliedern der im Amte befindlichen Regierung des Reichs oder eines Landes zu unterstützen." Dem Artikel 15 wird folgender Sah 2 an» gefügt: „Liegt ein Vergehen gegen Artikel 9a Position 1—4 vor, so ist auf Dienstentlassung zu erkennen." — Die übrigen Artikel regeln das Htraf- und Disziplinarverfahren usw. Abg S t u r m f e l s (Svz.) erstattet Bericht Der Aufschub schlägt in der Mehrheit einige Abänderungen vor, die der Presse ebenfalls nicht zugängig gemacht wurden. Abg. Kindt (Dntl.): Wir lehnen dieses Gesetz aus den gleichen Gründen ab wie das vorhergegangene. Es handelt sich auch hier um selbstverständliche Pflichterfüllung der Beamten und Richter. Der Geist des Gesetzes wird uns klar aus einem Artikel der Darmstädter Zeitung, in dem klar gesagt war, dah ein Beamter nicht Mitglied der Deutschnationalen Partei sein kann. Redner beg.indet dann einen Antrag seiner Partei, nach dem es jedem Beamten freistehen soll, sich jeder politischen Organisation anzuschliehen, die auf dem Boden der Verfassung steht. Abg. Dingeldeh (D^Vpt.): Wir sind der Ansicht, dast selbstverständliche eidlich gelobte । Pflichterfüllung keines Gesetzes bedarf. Wenn Herr Dr. Büchner mir soeben zuiuft: „Das Gesetz | ist aber nötig I", so wiegt gerade in dieser De° I hauptung, die wir festnageln wollen, der Sinn des Gesetzes und der Beweis für unsere Auflassung. Die hervorragendsten Juristen haben ihre schwersten Bedenken gegen diese Art der Gesetze erhoben. Unvereinbar sind die Gesetze mit der von der Linken bei jeder Gelegenheit betonten Freiheit. Sie (zur Linken) werden noch erleben, wie Zhnen die Wirkung Ihrer Gesetze schwere Enttäuschung bringen wird. Die Ziffer 5 kann gar nicht anders als Ausnahmegesetz gewertet werden. Dem Denunziantentum halten Sie durch dieses Gesetz den Steigbügel. Wir werden gegen das Gesetz stimmen. Abg. S t u r m f e l s (Soz.) ersucht, den An- toag Kindt abzulehnen. Abg. Rust (Ztr.) begründet den Standpunkt ftiner Partei, die niemals sich dazu bergeben i würde, Ausnahmegesetze zu schaffen. Die vor- ] liegenden Gesetze seien keine Ausnahmegesetze und i feine Beleidigung der Beamten, sondern aus der Rotwehr geborene Gesetze zum Schuhe des gegen- । bärtigen Staates. Unser Aenderungsantrag soll I lÄnglich Gleichheit mit den Reichsgesetzen bezwecken. Abg. Ebner (KPD.), Kindt (Dntl.), Dingeldeh (D. D.) begründen wiederholt ihre Stellungnahme. Dann folgt die Abstimmung. Das Gesetz wird in der Fassung der Ausschuh mehrheit in beiden Lesungen angenommen: ebenso eine Resolution Kindt, nach der jedem Beamten frei- bestellt ist, sich jeder politischen Organisation an» i zu^hliehen, die auf dem Boden der Verfassung Aus dem Erlast eines Gesetzes zur Abänderung des Gesetzes, die Disziplinarverhaltniffe der nichtrichterlichen Staatsbeamten, bom 21. Mai 1880, betr., sei' erwähnt: Hinter Artikel 5 wird eingefügt folgender Artikel 5a: Artikel 5a: Der Beamte ist verpflichtet, in feiner amtlichen Tätigkeit für die verfaffungs- mähige republikanisch- Staatsform einzutreten. ! Sr hat alles zu unterlassen, was mit feiner Stellung als Beamter der Republik nicht zu vereinbaren ist. Insbesondere ist ihm untersagt: 1. fein Amt oder die ihm kraft seiner amt- । liehen Stellung zugänglichen Einrichtungen für Bestrebungen zur Aenderung der verfassungs- i mäßigen republikanischen Staatsfvrm zu miß- I brauchen: — 2. bei Ausübung der Amtstätigkeit I ober unter Mistbrauch feiner amtlichen Stel- | lung über die verfassungsmäßige republikanische * btaaisform, die Reichsflagge oder über die ver- I sassungsmähigen Regierungen des Reichs oder ‘ eines Landes zur Bekundung der Mißachtung Aeusterungen zu tun. die geeignet sind, sie in der öffentlichen Meinung herabzusehen: — 3. bei i Ausübung der Amtstätigkeit oder unter Miß- Iraud) feiner amtlichen Stellung auf die ihm unterstellten oder zugewiesenen Beamten, Angestellten und Arbeiter, Zöglinge oder Schüler hn Sinne mistachtender Herabsetzung der verfas- slingsmäßigen rep.'blikamschen Staatsform oder der verfassungsmäßigen Regierungen des Reiches oder eines Landes einzuwirten: — 4. Handlungen der in Ziffer 1—3 bezeichneten Art bei dienstlich unterstellten Perfonen, fofem sie im Dienste begangen werden, zu dulden: 5. in der Oefsentlichkeit gehässig oder aufreizend die Bestrebungen zu fördern, die auf Wiederherstellung der Monarchie oder gegen den Bestand der Republik gerichtet sind, oder solche Bestrebungen durch Verleumdung, Beschimpfung oder Verächtlichmachung der Republik oder von Mitgliedern der im Amte befindlichen Regierung des Reiches oder eines Landes zu unterstützen. Dem Artikel 10 wird eingefügt folgender Sah 2: „Liegt ein Vergehen gegen Artikel 5 a Position 1—4 vor, so ist im Rückfall auf Dienstentlassung zu erkennen." Auch zu diesem Gesetz begründen die Abgg. Dingeldeh (D. Vp.), Kindt (Dntl.) ihre ablehnende Haltung. — Abg. Ebner (Korn.) erklärt, feine Partei enthalte sich der Stimme, wie auch zum toovfyerigen Gesetz. Der Antrag Kaul und Genossen, der Landtag wolle folgenden Gesetzentwurf beschließen: Gesetz über oie Aenderung des Gesetzes, die Vereidigung der öffentlichen Beamten betreffend, vom 10. März 1920: Artikel I. Die Wellung eines Beamten wird erst mit der durch den Artikel I des Gesetzes, die Vereidigung der öffentlichen Beamten betreffend, vom 10. März 1920 vorgeschriebenen Leistung des Eides wirksam fofern die Leistung dieses Eides nicht schon vorher erfolgt ist — wird debattelos angenommen. Heber den Antrag, den Schutz der Republik in den Schulen und Hochschulen Hessens betreffend erstattet Abg. Dr. Büchner (Dem.) den Ausschast- bericht. Der Ausschust weist auf die Schwierigkeiten Hin, ein derartiges Gesetz zu verbessern. D'£me mit dem Reich oder anderen Staaten Fühlung zu nahmen. Gr schlägt dafür eine andere Verordnung vor, die der Redner verliest und wie folgt lautet: a)EntwurfzueinerVerordnungüber das Verhältnis der Schulen zum republikanischen Staat in Hessen. 1. Die zur Wiederaufrichtung des Vaterlandes unbedingt notwendige innere Festigung der Republik erfordert weitgehendste Mitwirkung der Schule aus allen ihren Stufen, von der Grundschule bis zur Hochschule. Das seht Lehrkörper voraus, die sich der verantwortungsvollen Ausgabe eines Jugenderziehers und der Pflichten des Beamten eines republikanischen Staatswesens im gleichen Maste bewuht sind. Es genügt nicht, dah der Lehrer bei Ausübung seiner amtlichen Tätigkeit jede Herabsetzung der geltenden Staatsform oder der verfassungsmäßigen Regierungen des Reichs oder Länder vermeidet, fordern er hat auch positiv zu wirken und die Jugend für die Mitarbeit am Volksstaat heranzubilden, sie zur Mitverantwortung für das Wohl des Staates zu erziehen, republikanische Staatsgefinnung, deutsches Volkstum und den Geist Der Völkerversöhnung zu wecken und zu pflegen. 2. Lehrer und Lehrerinnen, die diese Aufgabe in ihrem Amt nicht erfüllen wollen, oder glauben, die Erfüllung mit ihrem Gewissen nicht in Einklang bringen zu können, sinh zu dem ihnen anvertrauten Amt untauglich und haben die daraus sich ergebenden Folgerungen auf sich zu nehmen. 3. Ganz besonders ist daraus zu achten, dah die Empfindungen Andersdenkender nicht verletzt werden. Der Unterricht ist demnach im Geiste der Versöhnung und Duldung und so zu erteilen, dah jede Kränkung von Angehörigen einer Konfession oder Rasse oder eines Berufsstandes unterbleibt. 4. Das Tragen von Abzeichen jeder Art, mit Ausnahme der Reichs- und Landesfarben und der vom Reich oder Lande verliehenen Kriegsauszeichnung ist Lehrpersonen und Schülern tm Dienst und Unterricht untersagt. 5. Den Schülern (Schülerinnen) aller Schulen ist verboten, Schülervereinen ober sonstigen Vereinen anzugehören oder an ihren Veranstaltungen teilzunehmen, die sich nach ihren Satzungen oder nach ihrer Betätigung gegen den Staat und die geltende Staatsform richten, seine Einrichtungen bekämpfen ober Mitgli^)er der Regierung des Reiches oder eines Landes verächtlich machen. Das gleiche gilt von Vereinen, die nach ihren Fassungen oder nach ihrer Betätigung die ver- fassungsmähigen Grundrechte der Deutschen mih- achten, Glieder der deutschen Volksgemeinschaft ihrer Abkunft und ihres Glaubens und ihres Bekenntn.s es wegen belämpsen oder die sonst in ihren Bestrebungen und Zielen die Erziehung der Bürger der deutschen Republik im Sinne des Artikels 148 der Reichsversassung gefährden. 6. Die Schülerbüchereien sind ungesäumt einer Prüfung zu unterziehen. Bücher, die in Widerspruch zur Republik stehen, insbesondere, die eine Verherrlichung der Monarchie oder des Krieges, ober eine Herabsetzung der Republik enthalten, sind zu entfernen. Meldung, dah es geschehen ist, hat bis zum 1. Rovember zu erfolgen. Vom Landesamt für das Bildungswesen eingesetzte Ausschüsse werden Rachprüfung vornehmen. Bei Reuanschaffungen sind Bücher eiüzustellen, die der neuen Zeit gerecht werden. 7. Pflicht der Schulaussichtsorgane und der zunächst vevanckvortlichen Stellen (Schulleiter und Lehrerräte) ist es, die Lehrer bei der Durchführung der durch diese Verordnung gestellten Aufgaben mit ihrer ganzen Autorität zu unterstützen, bei etwaigen Derstöhen aber unnachsichtlich einzu- fchreiten unb an bas Landesamt für das Bil- dungswefen wegen Einleitung des Disziplinarverfahrens zu berichten. 8. Die vorstehenden Bestimmungen finden auf alle Beamten und Angestellten der Schulen Anwendung. 9. Diese Verordnung ist allen Lehrern, Beamten und Angestellten sofort bei Beginn jedes Schuljahrs, Punkt 4 und 5 auch den Schülern, soweit sie die nötige geistige Reise haben, bekannt zu geben. b) Detr. den Schuh der Staatseinrichtungen und die Disziplin in den Hochschulen. 1. Studierenoen der Landesuniversität und der Technischen Hochschule Darmstadt ist es verboten, an Versammlungen, Auszügen und Kundgebungen teilzunehmen, von denen sie wissen oder wissen müssen, dah sie der verfassungswidrigen Beseitigung der republikanischen Staatsform dienen ober dah bei ihren Gewalttaten gegen Mitglieber-ber Staats- undReichsrcgierung befürwortet, veranlaht oder verherrlicht oder republikanische Einrichtungen verächtlich gemacht werden sollen. 2. Das Tragen von Abzeichen jeder Art mit Ausnahme der Reichs- oder hessischen , Landesfarben, sowie von Kriegsauszeichnungen, l t>te pvm Reich oder einem Land verliehen sind und rein studentischen Abzeichen, ist sämtlichen Hochschullebrern, Studierenden, Beamten und Bediensteten Der beiden Hochschulen in den Räumlichkeiten der Universität und der Technischen Hochschule untersagt. 3. Studierende, die den Vorschriften der Ziffer 1 und 2 zuwiderhandeln, haben disziplinäre Bestrafurrg auf Grund der Bestimmungen über die akademisch« Disziplin, Hochschullehrer und Beamte eine solche auf Grund des Gesetzes über die Disziplinarverhältnisse der nichtrichterlichen Staatsbeamten zu gewärtigen. Die Satzungen der ilniberfität Gießen werden in ihrem zweiten Teile: Satzungen für die Studierenden, wie folgt ergänzt: § 24 a. Wird ein Disziplinarverfahren in Ge- mähheit der §§ 17 u. f. der Bestimmungen über den Besuch der Aniversität auf Grund der Beschuldigung erforderlich, der Studierende habe den Anordnungen des Landesamtes für das Bildungswesen, betr. den Schutz der Staatseinrichtungen. und die Disziplin in den Hochschulen zu- wibergehandelt, so wird die erkannte Strafe erst ausgesprochen uird vollzöget,, nachdem das Lan- besamt für das Bildungswesen auf Vorlage der Akten durch den Rektor der llnit>erfität das ergangene Erkenntnis bestätigt hat. Tritt das Landesamt der Ansicht des Rektors ober des engeren Senates nicht bei, so kann es nach seiner Wahl die Angelegenheit zur Rach- Prüfung zurückverweisen oder durch eigene Entscheidung erledigen. (Entsprechender Zusatz zu den Disziplinarbestimmungen der Technischen Hochschule.) Abg. Dingeldeh (D. Vp.): Es ist ein geradezu unerhörtes Vorgehen, ein derartiges Gesetz auf Grund eines flüchtigen, neuerlich borgetragenen Berichtes hier einzubringen. (Leb'h. Sehr richtigl) Wir legen die fchärfste Verwahrung gegen dieses beispiellose Vorgehen ein. (Sehr richtig!) Der Redner gebt bann eingehenber auf bie sachlichen Bestimmungen bes Gesetzes ein. Abg. Dr. Werner (Dntl.) bekämpft den Antrag, der ein Ausnahmegesetz gegen die Lehrer bar ft eilt, daran können alle Erklärungen nichts ändern. Was das Tragen von Abzeichen betrifft, so sollte man entweder alle Abzeichen verbieten oder gar feine. Wir wehren uns mit aller Kraft dagegen, dah nur diejenigen Vereinigungen bekämpft werden, die auf völkischem Boden stehen. (Bravo rechts.) Abg. Kaul (Soz.) erinnert daran, dah bie Deutsche Volkspartei im Ausschuh sachlich auch an diesem Antrag mitgearbeitet hat. Wenn manchem die Anträge überraschend kommen, ist das nicht unsere Schuld. Wir haben.sie schon vor 5 Wochen eingebracht. Ein Gesetzentwurf liegt überhaupt nicht vor. Abg. Ruh (Ztr.) legt als Vorsitzender des Gesetzgebungsausschusses Verwahrung ein gegen den Vorwurf ber Aeberrumpelung. Es haben fünf Ausfchuhfihungen stattgefunden, an denen bie Abgg. Kindt unb Dr. Werner auch mitgearbeitet haben. Allerdings konnte noch nicht jedem Abgeordneten ein Exemplar zugestellt werben. Abg. D. Dr. Diehl (Dntl.) bedauert, dah ber Antrag nicht im Wortlaut vorliegt. Gr bekämpfe bie Vorlage nicht aus politischen, sondern aus pädagogisäxen Gründen. Wenn ein Religionslehrer einmal über die französische Revolution spricht, kann er in den Verdacht kommen, die Republik verächtlich zu machen. Es wird ein Angebertum grohgezogen, das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrer und Schüler wirb zerstört. Die Lehrer werben zu Maschinen. Diese können keine Erziehungsarbeit leisten. Was bie Abzeichen anlangt, stehe ich auf bem Standpunkt des Kollegen Werner. Entweder alle ober keines verbieten. Sonst wird Zwietracht gesät und Gruppen gebildet, die sich'mit Mißtrauen gegen- überfteben. Besonders bei Schülern Daneben will man nur Krieg auszeichnungen zulassen. Ss gibt aber auch wissenschaftliche Auszeichnungen. Diese zu verbieten, ist eine Vergewaltigung. Aehnlich ist es mit Büchern. Solche, in denen Fürsten behandelt werben, die hervorragende Astronomen waren ober sonst Hervorragenbes geleistet haben, werden verboten, nur weil das zufällig Fürsten waren. Aus dem ganzen Gesetz spricht eine Angst, bie lächerlich wirkt. Abg. Hoff mann-Alzey (Ztr.) verteidigt die Vorlage. Abg. Dingeldeh (D. Vp.) hält seine Einsprüche und Vorwürfe aufrecht. Es ist unverantwortlich, in zweimal 24 Stunden so wichtige Gesetze zu verabschieden. — Damit schließt die Debatte. Die Vorlage wirb in ber Ausschußfassung angenommen. Zu einem Antrag W i b m a n n unb Gen., betr. die Drennholzrationierung, wirb ein Ausschußantrag angenommen, bie Regierung zu ersuchen, die Drennholzrationierung für 1923 in bei von ber Regierung feftgelegten Richtlinie anzunehmen, ben Antrag W. für erledigt zu erklären. Entsprechend den Ausschußanträgen, die durchweg der Presse nicht bekannt werden, werden erledigt: Regierungsvorlage, Gesetz zur Ausführung des § 5 der Reichspachtschuhordnung vom 29. Juni 1922 betreffend. — Regierungsvorlage, Gesetz zur Abänderung ber Hessischen Pacht- schutzorbnung vom 25. Juli 1921 betreffend. Die Regierungsvorlage, Gesetz über die Beherbergung Fremder zu Dad-Aauheim betr., wird wie folgt begründet: Wohnungsmangel unb Wohnungsnot, die als Folge des Kriegs unb der wirtschaftlichen Umwälzungen überall in Deutschland herrschen, haben für Bäder unb Kurorte Schwierigkeiten besonderer Art mit sich gebracht. In Hefi - erwächst der Regierung zunächst unb vor al ' die Pflicht, den Gefahren zu begegnen, welch, die Entwickelung Bad- Rauheims bebrohen. Dabei gilt es, ebenso ben Heilung suchen den Gästen des Bades zum Genüsse seiner Heilmittel möglichst ungeschmälert zu erhalten, wie auch den wirtschaftlichen Interessen ber Bädersiadt - bem bedeutenden staatlichen Babeunternehmen nicht minder wie ben zahlreichen sonstigen Unternehmungen, Die mit seinem Gedeihen verknüpft sind — ben erforderlichen Schutz zu verleihen. Daß es emes solchen Schuhes dringend bedarf, haben bie Tatsachen gezeigt. Die politischen älmwalzungen m Deutschland, die Lage Bad-Rauheims, ebenso tote bie mannigfachen Vorzüge dieses Ortes haben zu einem beträchtlichen Zuzuge neuer Einwohner geführt. Insbesondere Flüchtlinge aus den verlorenen Gebieten des Westens, aber auch bed Ostens, ehemalige Offiziere, Beamte haben frch in größerer Anzahl in Bad-Rauheim niedergelassen Größere wirtschaftliche -Unternehmungen haben Bad-Rauheim ober dessen Rachbarschoft zu ihrem Sitze gewählt unb bannt ihrerseits Anlaß dazu gegeben, daß sich der Kreis der Wvh- nungfuchenden durch ihre Beamten und Angestellten nicht wesentlich vermehrte. Selbst in Frankfurt a. M. tätige Personen haben sich in Bad-Rauheim ansässig gemocht. Die selbstverständliche Folge dieser Vorgänge war es, daß zählreiche Räumlichkeiten, die bisher der Ausnahme von Badegästen gedient hatten, in dauernd vermietete Wohnungen umgctoanbelt wurden Roch verschärfter wurde diese Entwictlung dadurch, daß Möbelhändler die Einrichtungen von Gast Häusern und Fremdenheimen gewerbzinäßig aufkaufen. Derartige „@ntmöbe[ungen" habe., Fremdenhäuser ihrem bisherigen Zwecke ebenso ent zogen, wie hierzu ber besondere Wobnungsbedarf wirtschaftlicher Unternehmungen beigetragen Hai Wie se'hr es zur Rotwendigteit geworden ist, durch behördliche Maßnahmen auf die weiter Gestaltung der Dinge einzuwirken, wird insvc sondere durch die Angaben bestätigt, welche baß in der Anlage beigefügte Verzeichnis toeggefallc ner Fremdeühäuser enthält. Hiernach sind etwa 1200 Zimmer mit etwa 1800 Betten nicht mew zur Verfügung, die ftüher der Beherbergung be Kurgäste gebient hatten. 3m Einklang hierini- ftanb es, baß im letzten Sommer mir gegen 6000 Kurgäste in Dab-Ratcheim untergebrrcht werden konnten, während vor dem Kriege dort ohne Schwierigkeit 8000 Kurgäste UnterEunft fanden. Den ernsten Gefahren, bie nach bem Dar- gclegten Bad-Rauheim bedrohen, kann mit den Mitteln, über die Staat und Verwaltung zur Zeit verfügen, nicht genügend begegnet toerben. Die Regierung hält es baher für geboten, burch ben vorliegenden Entwurf Maßnahmen zu ermög licken, mit bereu Hilfe sich bie bestehenben Miß- stäube voraussichtlich beseitigen lassen. Die Ermächtigung hierzu ist bem Lande durch die Vorschriften der Artikel 109, 111 und 119 des Ein- führunasgesehes zum Bürgerlichen Gesehbuche, sowie des § 83 der Grundbuchordnung und des 8 2 des Einführungsgesetzes zum Zwangsversteige- rungsgesetz gegeben. D e r Vorlage wird zuge stimmt. Es folgt Beratung der Regierungsvorlage, den Entwurf eines hessischen Gesetzes über die Wahlen der Stadtverordneten und GemeinderatSnritglieder sowie ber Qltitglieber ber Kreis» unb Provinzialtage betreffend. Zu diesem Entwurf liegt eine Reihe von Ab» änberungßanträgen vor. Abg. Dr. Werner (Dntl.) begründet einen Antrag feiner Partei, die Wahlen für Kreis- unb Provmzialtagszuwahlen nicht mit ben Ge- memderatswahleu zusammen vorzunehmen unb die Zeit auf ben ganzen Tag (10—5 ülhr) auch für die kleinen Gemeinben festzusehen. Ein dritter Antrag wendet sich gegen die gebundenen Listen. — Die Anträge werden abgelehnt, das Gesetz in ber Ausschuhfassung angenom- m e n. Ebenso in zweiter Lesung. Der Antrag bes Abg. Reumann, der Landtag wolle befck-ließen, die Regierung zu ersuchen, für Hessen eine Verordnung zu erlassen, bie bie Anzeigepslichl für ansteckungsfähige Lungen- unb Kehlkopftubeickulose vor sieht, wirb ohne Debatte angenommen. Ebenso die Regierungsvorlage, die A b ä n - berung des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. September 1899 und des Gesetzes vorn 28. März 1908 betr. Hierzu noch ein Antrag des Ausschusses, die Regierung um eine Vorlage zu ersuchen, die die Ausbeutung aller Mineralien usw. in Hessen gesetzlich regelt. Endlich wird eine Regierungsvorlage beraten, die der Landwirtschaftskammer das Umlagerest erteilt bzw. erweitert mit der Maßgabe, daß die Umlage nur in Höhe ber tatsächlichen Bedürfnisse erhoben toerben darf unb baß ber Regierung bie Möglichkeit gegeben wird, bies nachzuprüfen. Abg. Dr. Müller (Bbd.) ist mit dem Gesetz nicht ehiDerftanbcn. Er protestiert dagegen, baß der Gesetzentwurf noch nicht einmal ben Abgeorbneten Im Wortlaut zugegangen ist. Minister Raab: Eine berartige ilnbanf- barfeit ist mir noch nicht vorgetommen. Wir finb um bieses Gesetz dringend ersucht worben, das ber Landwirts '.oft fam i er die Ft a Jcru g ermöglichen soll. — Qiatb langer, teils sehr erregter Debatte wird die Vorlage an genommen. — Damit ist die Tagesordnung erledigt. Präsident Adelung dankt ben Abgeordneten für ihre tatkräftige Arbeit, wünscht ihnen gute Erholung und vertagt das Haus auf unbestimmte Zeit. Dor Rovember sei keine Plenarsitzung zu erwarten. — Schluß 3 Mbr. Richtigstellung. Abg Wagner (Ztr.) Erklärte nicht, baß zwei Mitglieber seiner Fraktion irrtümlich für ben Antrag bes Dauernbuiibes zur Getreideumlage gestimmt haben, fonbern gegen diesen Antrag. Abg. Ruß (Ztr.) erklärte nicht, daß bas Zentrum nicht dafür fei, daß ber 11. August ber einzige politische Feiertag fein soll, sondern er erklärte umgekehrt, daß dieser Tag der einzige politisckre Feiertag des deutschen Volkes sein möge. Landwirtschaft. Freienwalde, 13. Ang. (WTD.) Im Kreise Oberbarnim ist ein wilder Landarbeiterstreik ausgebrvchen. ES wird zur Zeit auf 30 Betrieben gestreikt mit etwa '15 000 Hektar Ackerfläche. Das Getreide liegt geschnitten auf dem Felde und das Vieh wird in vielen Betrieben nicht gefüttert, was besonders für die Milchversorgung Berlins sehr bedrohlich ist, da der Kreis täglich 15 000 Liter Milch für Berlin zu liefern hat. Mainzer Produktenbörse. Mainz, U.Aug. Das Geschäft ist ruhig und abwartend, die Tendenz behauptet. Es notierten per 100 Kilo loco Mainz Weizen 3650, Roggen 2800, Hafer3400, Weizemnehl04875—5000, Roggen- mehl 3900—4100, Futtergerste 3300—3400, La Plata Mais 3350—3500, Maisschrot 3400—3550, Roggenkleie 1800, Weizenkleie 1800, Torfmelasse 1150—1200, Splezspreurnelasse 1500, Biertreber 1900, Inl. Rot" klee (geringere Qualitäten) 26000, Luzerne 25000 bis 27000, ital. Rotklee 30000—32000, ungar. Luzerne 35000. Wiesenheu lose 1500—1600, gepreßt 1550—1650, Kleeheu 1600—1650, Roggenstroh gebündelt 650, Drahtballen 800, Kartoffeln 750—800 Haferflocken 5400--5600, Graupen 5000 Auslands- zucker 9000—9100. 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Anfang 7, Ende 91 /, Uhr. Vorverkauf findet statt: Sonntag 11 bis 12*/« Ubr, Montag 10—lUbr.DtenS- Älu6t unb8,'Ä Bekanntmachung. Auf Grund des § 5 Abs. 4 der Verordnung über den Verkehr mit Milch vorn 30. 4. 21 wird mit hatte, und entwendete dort eine Reihe von Nahrungsmitteln, wie einen Laib Brot, Wurst, Butter, Marmelade, eine Flasche Salatöl usw. Sn Anbetracht der gesamten Umstände wurden ihm trotz seiner vielen Vorstrafen nochmals mildernde Umstände bewilligt und auf die Mindeststrafe von 3 Monaten Gefängnis erkannt. Mehrere Prwatklagen wurden teils durch Vergleich, teils durch Verurteilung zu Geldstrafen erledigt. sofort gesucht. 7542 Cass Amend. Das Holz ist mit der Rinde gemessen, jedoch geschält, und liegt ungefähr 20 Minuten von der Bahnstation Reiskirchen entfernt. Vorherige Besichtigungen empfohlen. Spätere Einwendungen werden nicht berücksichtigt. Angebote find verschlossen und mit der Aufschrift Holzsubmifsion versehen bis spätestens Mittwoch den 16. 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Marburg wurde von der Spitze Deibel- Gießen, Noll- Kirchhain, Rüdiger- und Mn hl-Gießen durcheilt und blieb zusammen bis auf dem Rückwege in Wvlfshausen Muhl einen Reifendefekt erlitt. Nun ging es in scharfem Tempo dem Ziele zu, top Noll- Kirchhain mit Handbreite vor I Rödiger anlangte. ^ls dritter folgte Dei - > WgemMMlMkknWMchn Die noch rückständigen Beitrüge zur Krankenkasse und Invalidenversicherung für den Monat Juni 1922 können noch bis zum 31. ös. Mts. ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieses Termins sind der Einzahlung auf unser Postscheckkonto auch die Kosten beizufügen. Gießen, den 14. August 1922. 7539c Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen. I. A.: H. Hinkler. , Tüchtiger Lchreinergesefte gesucht. 7540 Anton Wagner. Marburger Straße 30. Ein älterer, tüchtiger WWW der mit allen vorkommenden Arbeiten bestens vertraut ist, in bevorzugte Dauerstellung per sofort geslrcht. Wohn. Vorhand. Schriftl.Augcb. uut.75051) an den Gies;. Anz. erb. 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Mit Rücksicht auf feine Jugend und seine augenscheinliche Reue kam er mit einer Geldstrafe von 300 Mk. durch Aus Gefälligkeit betrieb ein Weißbinder von hier ein paar Tage für den neuen Eigentümer eine Wirtschaft, ohne im Besitz der erforderlichen Konzession zu sein. Er wurde dafür mit einer Geldstrafe von 100 Mk. belegt. Los 3 : 235 qm Terrazzobodenbelag herzustellen; 240 lfde. Mtt. Terrazzosockel desgl. Angebotsunterlagen werden zum Herstellungspreis von unterzeichneter Behörde, Stephanstt. 18, Mo auch die Bedingungen aufliegen, abgegeben. Angebote mit entsprechender Aufschrift und Los- Nr. versehen, sind verschloffen, post- und bestellgeldffrei, bis zum Montag, den 21. August d. I., vormittags 11 Ahr, bei uns einzureichen, wo sie in Gegenwart erschienener Bewerber geöffnet werden. Zuschlagsfrist 14 Tage. Aelteres München, mit guten Zeugnissen, für kleinen Haushalt gesucht. 7324 Seltersweg 91 1, Mntl.MWkii f. vormittags sofort gesucht. Zu melden 07827 Kaiserallec 5 I. 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Wegen Fahnenflucht wurde ein Angehöriger des hiesigen Reichswehrregiments zu einer Gefängnisstrafe von einem Hahr verurteilt. Gleichzeitig wurde auf Dienftent- l a s s u n g erkannt. Hm seine Entlassung aus der Reichswehr zu erzwingen, war er nach Oesterreich durchgegangen und hatte sich dann nach Ablauf mehrerer Wochen freiwillig in Passau gestellt. Das Gericht erkannte in allen Fällen der Srhnen- flucht, in denen nicht ganz besondere Milderungs- gründe vorliegen, im Interesse der Aufrechterhaltung der Manneszucht in unserer Reichswehr stets auf strenge ©trafen. Ein vielfach vorbestrafter, erst vor kurzem aus dem Zuchthaus entlassener Hausdiener aus Bayern schlich sich in Lang-Göns in die Wohnung eines Landwirts, in dessen Scheuer er genächtigt 115 „ 5b „ = 43,38 4 Derbstangen mit zirka 0,61 Fstm. 8 Fichtenstämme 3. Klasse = 13,04 Fstm. 35 „ 4. 113 „ 5a 1 Memme sofort gesucht. 07838 Biömarckstrahe 40 IL Die junge Dame welche am Mittwoch von Dianaburg nach Greifen» thal ging und von Katzen» furt nach Gießen fuhr, wird höflichst gebeten, ihre Adresse unt. 7534 an den Gießener Anzeiger einzusenden. faolplin Ür größeres Werk zum alsbaldigen Antritt gesucht. Schrift!. Angeb. unter 7449D g. d. Gieß. Anz. erb. Sofort gesucht jOiifl. bttvcs MMu «auch Anfängerin) tagsüber oder vormittags in kleinen Haushalt. 7529 Ludwigsvlatz 10 I. (Zwischen 2 und 4 Uhr.) BahnhctTst-aße 34 7BMc f Mäefigesuche j Student sucht Sill hä Zimoier. Schrift!. Angeb. n. 07786 an den Gi otz. Au z. erbeten. Gesucht zwei gut möblierte Zimmer (Wohn- und Schlafzimmer) für sofort. Schrift!. Angeb. unter.07831 g. d. Gieß. Anz- Junger Beamte sucht ein unmöbliertes Zimmer zu mieten. Schriftliche Angeb. unter 07829 an den Gieß. Anz. erbeten j Wohnüngstausch | Villa 7530h mit 12—13 Zimmern und all Zubeh. geg. 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