Nr. 165 Erscheint täglich, anfeer Sonn» und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GiefeenerFamilienblätter Monatliche Bezugspreise: Mk. 22.50 und Mk. 2.50 Trägerlohn.durch dieDost Mk. 25.—, auch bei Ntcht» erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse-: fürdieSchrist- leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: &r$ Monarchist bin, leugne ich nicht. Aber an einen monarchistischen Putsch denkt in Bayern kein vernünftiger Mensch. Ein Rechtsputsch könnte in Bayern erfolgen, wenn in Rorddeutschland der Boden der Verfassung verlassen würde und wenn sich der Rorden vorn Süden trenne. Wenn tm Rorden der Bolschewismus offen oder veftchleiert zur Herrschaft kommen wurde, dann müßte sich für Bayern die Notwendigkeit ergeben, die Verfassung zu schützen. Wenn ich einen monarchistischen Putsch versuchen würde, so würden vielleicht zunächst 80 Prozent der bayrischen Bevölkerung „Hosiannah" rufen. Wenn sich dann aber die wirtschaftlichen Folgen zeigen würden, würden sie schreien: „Ans Kreuz mit ihnen!" Deutscher Reichstag. 250. Sitzung am Donnerstag den 13 Juli, nachmittags 2 Uhr. Der Gesetzentwurf, der die Regierung ermächtigt, tm Falle eines dringenden wirtschaftlichen Bedürfnisses nach Anhören des Reichswirtschaftsrates und nach Fühlungnahme mit den» Reichstag die Eingangszölle zu erhöhen, herabzusetzen, oder neue Zölle ein* zusühren, wird in zweiter und dritter Lesung angenommen. Dem Entwurf wird noch hinzugefügt, daß neben dem Reichsrat auch ein Ausschuß des Reichstags gehört werden soll. Rach der Erledigung einiger kleinerer Auslagen stimmt das Haus in zweiter und dritter Lesung der Streichung der in dem Etat eingestellten Sätze für sachliche Ausgaben der heimatlichen Aufklärung, der Förderung des Rach- lichtendienstes des Reichskomm ssars für öffentliche Arbeiten zu. Der Reichstag beschliefet jedoch, bafe. durch einen besonderen Rachtragsetat die erforderlichen Mittel für diese Zwecke zur Ver- fügung gestellt werden. Darauf folgt die zweite Beratung des Amneftiegesetzes. Rach den Ausschufebrschlüssen soll sich bk Amnestie aus die Personen erstrecken. die .rach dem August 1920 an einem hochverräterischen Unternehmen gegen das Reich teilgenommen haben, oder die von den 1921 errichteten außer- ordentlichen Gerichten verurteilt worden sind, so- fern die Handlungen nicht lediglich auf Rohheit, Eigennutz oder nicht auf politischen Beweggründe beruhen. Abg. Schmidt (Soz.s 'verlangt die Ausdehnung der Amnestie über die bis 1918 zurückliegenden Straftaten und vor allem seine Anwendung auf Bayern, wo die milde Behandlung des gräflichen Eisnermörders Arco und die brutale Behandlung des Dichters Toller eine Kultur- schände sei. Redner verlangt ferner die Einbeziehung der Eisenbahner in dieses Amnestiegeseh, dagegen strenge Ausschliefeung der Kappisten und aller sonstiger Personen, die sich monarchistischer Bestrebungen schuldig gemacht haben. Reichsjustizminister Dr. Radbruch: Die Amnestie müsse auf die Zeit bis 4. August 1920 beschränkt werden, well die früheren Taten unter die Kapp-Puffch-Amnestie fallen. Das Jahr 1922 ist ausgenommen worden, weil sonst auch die Attentate gegen Erzberger, Scheidemann und Rathenau darunter gefallen wären. Rcichsverk hrsminister G r ö n e r erklärt sich mit der Ausschußenlschließung einverstanden, daß die Cisenbahnverwaltung bei der Handhabung der Disziplinargewalt gegen die am Eisenbahnerstreik beteiligten Beamten die äußerste Milde walten lassen wolle. Auch da, wo bereits Entlassungen erfolgt sind, soll dem Reichspräsidenten die Wie- Oereinstellung im Gnadenwege empfohlen werden. Der Redner kann aber einer Amnestie für die Straftaten beim Eisenbahnerstreik nicht zustimmen. Abg. Dr. Dell (Zentr.) tritt für Wiederherstellung der Regierungsvorlage ein. Der Eisen- bahnerstreik habe mit dem Schutz der Republik gar nichts zu tun gehabt. Abg. Leutheuser (D. Dp.) lehnt die Vorlage ab. Eine allgemeine Amnestie wäre ein Freibrief für künftige hochverräterische Unternehmungen. Abg. Dr. Barth (D.-Ratl.) ist grundsätzlich gegen eine Amnestie. Sollte die Vorlage aber angenommen werden, so müsse die Frist bi* ^.August 1920 gestrichen werden, damit auch die «beschlagnahme in landwirtschaftlichen Jos' Fubrer des Kavp-Pütsches unter die Amnestie I reiten. Es findet eine namentliche Abstimmung statt. Der Antrag des Ausschusses, den Antrag Müller abzulehnen, wird mit 45 gegen 16 Stimmen angenommen. Desgleichen wird der zweite Teil des Antrags gemäii AuSschuß- antraa abgelehnt, während der Zusan an trag Dr. Müller gegen die Stimmen der Linken a n - 1 Hessischer Landtag. jr (16. Sitzung.) St. Darmftadt, 13. Juli. Die Sitzung wird, da zunächst der Ae l» test en rat und im Anschluß daran die Frak- twnen über die gestrigen Tumultszenen und ihre Erledigung Besprechungen abhalten, statt um JolO erst um II1/4 Ahr durch Präsident Adelung eröffnet. Sm Aeglervngstische^ Finanzminister Hen» r t"ch WirtschastSminister Raab und AegierunqS- tommissare. Präsident Adelmig: Meine Damen und Herren! Die gestrige Sitzung muhte vorzeitig abgebrochen werden, weil im Anschluß an eine Rede des Abg. Dr. Müller sich Szenen abgespielt haben, die in diesem House bedauerlich sind und von denen ich dringend hvfse. daß sie nicht wiederkommen. Es sielen Ausdrücke^ die, wenn die Rufer bekannt waren, zu tadeln und durch Ordnungsrufe zu ahnden sind. Der Herr Vizepräsident hatte, wie nach dem Protokoll fest- gestellt wurde, leinen Anlast, den Redner Dr. ALlller zur Ordnung zu rufen, und ich nehme an. dast Vorgänge dieser Art nur zu erllären sind aus der allgemeinen politischen Stimmung, dienen werden als eine gewisse Lehre, und dast sie in Zukunft vermieden werden können. Wir treten nunmehr in die Tagesordnung ein und kommen zur Abstimmung über den An- trog Dr. Müller, betr. die Wohnungsgenommen wird. Anfragen: Zur Anfrage des Abg. R u st Reichsregierung einwirkt, dast den Landwirten ihr Recht wird, Last die Weigerungen Les Rcichssiskus d ach nichts begründet sind und einen völligen Mangel an Verständnis für die Psyche des besetzten Gebietes verratest. Abg. Dr. Köhler (D. Vpt.) spricht sich im gleichen Sinne aus. Es sei durchaus unverständlich, wie die Reichsregierung sich hier verhalte: man sollte mit allem Rächdruck nochmals auf die Reichsregierung einwirken, dast den schwer geschädigten Landwirten bier ihr Recht werde. Man verstehe nicht, warum Len Landwirten nicht alsbald nach Kriegsschluh der Boden zurückgegeben tourbe. Abg. Obenauer (Dem.) spricht sich im gleichen Sinne aus. Es handelt sich hier um eine Sache einfachster Gerechtigkeit. Es sei zu hoffen, Last das gesamte Haus sich dieser Ansicht an« schliestt. Abg Blank (Zentr.I erörtert Verhältnisse, die ähnlich, jedoch umgekehrt liegen in Wackernheim und Garrlsheim. Hier will die Reichsver- mögensverwoltung den Bauen, das abgetretene Gelände abpachten und fast nichts dafür bezahlen, und in Pfiffligheim will die Reichsvermögens- Verwaltung das Gelände den Bauern zu äusterst hohen Summen verpachten. Präsident Adelung gibt einen inzwischen eingelaufenen A n t r a g der Abgg. Dr. Müller und Gen. bekannt, die Regierung zu ersuchen, bei der Reichsregierung darauf hinzuwirken, dast den Psiffligheimer Landwirten das enteignete Gelände zurückgegeben wird. Im Sinne der Interpellanten sprechen noch die Abgg. Lutz (Doz.), Dr. Müller (Bbd), der den 'Antrag feiner Partei begründet, Schot t lD.Bpt.) und Schaub M.S.P.), der den Antrag ab lehnt, weil der vom Reich geforderte Pachtpreis nicht zu hoch sei. Der Antrag Müller wird angenommen. Zur Anfrage deS Abg. Köhler (D. Vpt.s, die gewerblichen Fortbildungsschulen betreffend, macht der Interpellant längere Ausführungen zu der Regierungsantwort, die auf den Tribünen meist nicht verstanden werden. ' Das Deamtengesrtz. Berlin, 13. Juli. (Wolfs.) Der Rechts- a u s s ch u h des Reichstages genehmigte den Antrag des Zentrums, der den Paragraphen 10b Abs. 2 folgendermasten fastt: Reichsbeamte, die mit dem Schuhe der Republik besonders vertraut find, haben sich auch austerhalb der amtlichen Tätigkeit jeder tätigen Anteilnahme au Bestrebungen zu Aenderungen der versassungSmästigen republikanischen Staatsform zu enthalten. Diese Beamtenstellungen sind in dem anliegenden Verzeichnis aufgeführt. Die Reichsregierung kann das Verzeichnis unter Mitwirkung des Ausschusses des Reichstags ändern. Der Rechtsausschuh des Reichstages hat die 'ibrigen Artikel des Deamtengesetzes im wesentlichen nach dem Wortlaut der Regierungsvorlage angenommen. Damit ift die erste Lesung deS Gesetzes im Ausschust erledigt. Der Ausschuß hat sich vertagt. Die Novelle zum Einkommensteuergesetz. Der Steuerausschust des Reichstages erledigte in zweiter Lesung die R v v e 11 e zum Ginkvmmensteuergesetz. Angenommen wurde u.a. ein Antrag des Dr. Hertz (/U.S.P.), wonach Militär-, Alters- usw. Renten steuerfrei bleiben sollen, auch wenn sie 8000 Mk. über» steigen, während bisher dieser Betrag die Höchstabzugsgrenze bildete Ebenso wurde der neu« formulierte Antrag Merck (D. Dpt.) auf Freilassung der bei Sparkassen usw. nach Ar» der Lebe ns Versicherungen hinterlegten Gelder bt& zum Höchstbetrag von 8000 Mk. angenommen. Weiter wurde ein Antrag zugunsten der Kleinrentner und Kleinkapitalisten angenommen, wonach Einkommen bis zu 20 000 Mark einkommensteuerfrei bleiben sollen. Zu den Werbungskosten beantragt Hertz die Festsetzung auf 1000 Mark. Rach längerer Aussprache wird auch dieser Antrag angenommen. Abg. Schucking (Dem.) will trotz mancher Bedenken der Vorlage zuftimmen. Redner weift dann unter stürmischem Protest der Linken die Bersucheder Gewe rkschaftzurück, das Parlament zu beeinflussen. Abg. Dr. Rosenfeld fXL) verlangt weitere umfassende AuSdebvunq der Amnestie, um die Sünden der Klassenjusti-, wieder gutzumachen. Abg. Leicht 'Bayr. Dpt.) sieht in einer allgemeinen Ohr v'r etwas Bedenkliches. Wenn sie in die Re-ch'mästigkeit anderer Länder eingreife, müsse sie schon aus verfassungsrechtlichen Gründen abgelehm worden. Abg. Hölle in (Komm.) sucht unter Hin- lveiS auf verschiedene Fälle von Klassenjustiz" die Rotwendigkeit einer allgemeinen Amnestie für 1919 zurück zu beweisen " Sämtliche Abänderungsantiagc incrben ab- gelehnt und die einzelnen Paragraphen in der Ausschuhfassung angenommen, ebenso die Ent- fchllehung. Milde gegen die Eisenbahner wallen zu lassen. Auch das ArbeitSnachweiögesatz wird dann in dritter Lesung mit unwesentlichen Aendürungen angenommen. Morgen nachmittag 3 Übr: Kleine Vorlagen, darunter Rotlage der Prelle Schlust 7 Uhr. Die Regierung hat folgendes erklärt. 21af Grund eingehendem Beratung mit Vertretern ö:r gewerblichen Berufs stände und der Zentralstelle für die Gewerbe hat eine Regelung auf sollender Grundlage ftattgefJititen: 1. Die Fortbildung Ich ulen iiner G.m i.de bilden vin Gtn- h«it und unterstehen dem Kreisschulamt. In den Rahmen der beruflich gegliederten Fortbildungsschulen sind auch die Handwerkerzeichen- inb Handwerkerfortbildungssch den ebenso di kaufmännischen Fortbildungösch ulen einzubeziehen. 2. In den Städten mit größeren gewerblichen Bollanstalten (Kunstgewerbe-, Bargewerkund Gewerbeschulen) gliedern sich die mit ihnen ver- cinigten Handwerke Jo r tbildungSsch den in die allgemeine Fortbildunassch ule 5 ifürtf ttg derart ein. Las) sie berufliche Abteilungen derselben bilden. Siefen gewerblichen Abteilungen werden alle FortbildungIch ulpflichtigen überwiesen, die technisches und konstrukdves Zeichnen für ihre Be»-ufsausbildung bedürfen. Die Leitung dieser gewerblichen Abteilung wird, wenn möglich, dem Leiter der gewerblichen Dollschute übertragen. 3. Kleine Orte werden, um Fachabteilungen bilden zu können, zu Bezirken bereinigt, dabei sollen die in nächster Äähe der gewerblichen Bvllscyulen besindsichen Handwerberfortbildungsschulen, an welchen die Gewerbelehrer der Dollschulen dm ■ilntemdjt erteilen, möglichst mit diesen Schulen in Verbindung bleiben. Der grösste Ort, oder berfentac mit eigenem Handwerkerschulha us, soll den Mittelpunkt und etwa auch den Wohnort der Wanderlehrer bilden. Zu dem örtlichen Schulvorstand der Fortbildungsschule gehören Vertreter des Gswerbevereins. 4. Die Aufsicht über den Fachunterricht steht der Zentralstelle für die Gewerbe urrd ihren Organen zu. Bei den kaufmännischen Schulen soll in demselben Sinne verfahren werden. Weiter wurde vereinbart: 1. Vorstehende Leitsätze werden gutgeheisten. 2. Es besteht Einverständnis darüber, dah die vom Hessischen Lan-- desamt für das Dildungswesen unter dem 9. März 1922 erlassenen Ausfichrungsbestimmungen zum Dolksschulgesetz vom 25. Oktober 1921, soweit die Zusammensetzung des Schulvorstandes in Frage kommt, den 'Forderungen der beteiligten Kreise (Handel, Gewerbe, Industrie und Gewerkschaften) entsprechen. 3. Es besteht Einigkeit darüber, dah der Lehrplan für die einzelnen Schulgruppen von dem Schulvorsteher und den Lehrern derselben entworfen, dem Schulvorstand zur Begutachtung und alsdann der betreffenden vorgesetzten Behörde zur Genehmigung vorgelegt wird. 4. Es besteht Einverständnis darüber, dah vor Anstellung der hauptamtlichen Fachlehrer die Schulvorstände anzuhorcn sind. Größeren Schulen soll die Initiative zur Gewinnung von geeigneten Lehrern zugestanden werden. 5. Ferner wird vereinbart, dah die feste Anstellung der hauptamtlichen technischen Fachlehrer nach Benehmen mit dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft durch das Landesamt für Las Bildungswesen erfolgen soll. Bei loyaler Durchführung und Einhaltung der vereinbarten Richtlinien, insbesondere der unter vorstehenden Ziffern 4 und 5 normierten, ist u.E. ein genügender Einfluh des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft auf die Ausbildung der gewerblichen und kaufmännischen Fortblldungsschüler gewährleistet und kein Anlaß zu einer Beunruhigung in den Kreisen der Beteiligten gegeben. Wirtschaftsminister RagB: Die Regierung hat gerade im Interesse der Fortbildungsschulen zu handeln geglaubt in der Unterstellung unter das Landesbilärngsamt. Wenn sich ergeben sollte, dah dieser Weg nicht gangbar, werde mdn in eine erneute Prüfung der Frage eintreten. — Damit schliestt die Besprechung. Die Tagesordnung ist damit' erschöpt, da einige Positionen zurückgestellt werden. — Rächste Sitzung Dienstag, 10 LIHr. Schlust -,1 Llhr. , Au§ Stabt und Canb. (Stehen, Den 13. Juli 1923 £>ci!ftättcnfurcn für versicherte rnberkrrlöse Kriegsbeschädigte. Invalider versicherte tuikxLiPfc Kriegsbeschädigte fönnen von zwei Stellen eine Hrilftätteakur erhalten, und zwar sowohl von der Oandes- vellicherungsanstast als auch von den Versorgung? behöiden. 5>i.f< doppelte Möglichkeit birgt aber die Gefahr von ZuständiZkitSstreistg- keiten in sich und Hot oft zur Folge, bah das Heilverfahren, statt beschleunigt zu werdet», verzögert wird Durch Tcrmb.-.r mg mit den La.rd svcrsich - rungZan stallen hat das RIHsaib.itsnnnifterium sich bereit erklärt, die Heilstättenkuren aller an- c ka nnten tubc k dösen v rficher e i Kriegs beschädigten selbst durch;ufi'chren. Die Landesversicherungsanstalten übersenden alle entsprechenden Anträge sofort dem zuständigen Versorgungsamt: sie selbst führen die Kuren nur in drrngArden AuSnahmefäden im Auftrage der Versorg ungs- l-ehorden durch. Ist Dienstbeschädigung für da8 tuberkulöse Leiden nod) nicht anerkannt, ban* fann die Stelle, an die sich der kurbedürftige Beschädigte wendet, die Äur bewilligen. Auf diese D-ise ist Vorsorge getroffen, daN Heilstättenbehandlungen mit der gebotenen Schnelligkeit durchgIuhut werden. Ltatiftjfches vom Schaumweinverkauf. spd. Im ersten „ Frieüensjahr" 1919 stieg der Verbrauch an Schaumwein ganz er- hcblich. Die Zahl der ^>chaumwernfabr.ken erhöhte sich auch noch von 1919 auf 1920 von 179 auf 212. Trotzdem ging der Verbrauch in den seiden Jahren um 34,9 Prozent zurück, eine Folge der Steigerung der Preise und der Steuersätze mit dem 1. Juli 1920. Statt 15,2 Millionen Flächen, wie im Jahre 1919, wurden 1920 nur uvch 9,9 Millionen Flaschen getrunken. Denn Fruchtschaumwein betrug der Rückgang sogar 45,5 Prozent. Auch die Einfuhr ging z i r ü d von 672 540 auf 246 484 Flaschen. ' Die Aus- führ stieg um nicht weniger als 718 Prozent, von 378 800 auf 642 200 Flaschen. Arotz alledem stieg der Steuererttag von 42,7 auf 101$ Millro neu Mark infolge bet Rachsteuerung der Sätze. Wettervoraussage fü r S a m s t a g. Wollig, regnerisch, wechselnde Winde. Von der sehr ausgeprägten 'Depression zwischen ISland und Irland drängen Ausläufer gegen das Festland vor und rufen unbeständiges Wetter hervor. , * ** Amtliche jPersonalnachrich-- t e n. Ernannt wurden die RegierungsbaufiÜH- rer: Paul Bornemann aus Clenze (Hannover), Paul Busch aus Grvh-Steinheim, Otto Ehlers auö Eberstadt (Kreis Darmstadt), Paul Franzen aus Witten a. d. Ruhr, Ludwig Griebel aus Leun a. d. Lahn, Max Haubold aus Apolda, Dr.-Ing. Heinrich Knipping aus Breckerfeld Ggreiö Hagen i. Westfalen), Karl Rocker aus Wiesbaden, Dr. Georg Spieh aus Darmstadt, und Jakob Steinbrecher aus Mainz zu Regierungsbaumeistern. L. Professor D r. Stepp hat den an ihn ergangenen Ruf als Letter des Alexan- derhvspttals in Petersburg abgelehni. ß.Ü. Aniversitäts-Gvttesdienst. Am nächsten Sonntag, 16. Juli, vormittags 1V/4 Mr, findet in der Reuen Aula em Unidersitäts-GvtteSdienft statt, zu dem >tn erster Linie die Angehörigen der Llni- versitat eingeladen sind. Selbstverständlich hat aber auch jeder andere Zuttitt. Die Predigt hält Professor Dr. Hans Schmidt. *• Die neuen Dtrahenbahn-Fahr- preise werden heute im Anzeigenteil zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Man übersehe die De kanntmachung nicht. ** Das städtische Wohlfahrtsamt weist heute in einer Bekanntmachung auf die RuhniehunA an zwei Stiftungen hin. Interessenten mögen der Deröffentllchung ihre Aufmerksamkeit widmen. *• Die Vornahme der Ernteflächenerhebung für das Erntejahr 1922/23 gibt der Oberbürgermeister in unserem heutigen Anzeigenteil bekannt. ** Den Handel mit Kartoffeln betrifft eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in unserem heuttgen Anzeigenteil. Für alle am Karwsselhandel Interessierten ist diese Veröffentlichung von großer Wichttakett. ** Wegsperre. 3m Hinblick auf bk Ruderregatta ist morgen nachmittag von 3 bis 6 Mr und Sonntag, vormittags von 8 bis 12 Mr und nachmittags von 2—6 Mr der Feldweg am Bahndamm vom Bovtöhause der Gießener Rudergeselisch ast bis an den Durchgang nach der Edersttahe (Bahnüberführung) für den Durchgangsverkehr polizeilich gesperrt. ** Alle rlei Diebstähle. Aus einem hiesigen GeschäftSlvkal wurde gestern eine hellblaue Chaiselongue-Plüschdecke im Werte von 3000 Mk. gestohlen. Ein Margarinekistchen mit 14 Kilvgr. Seifenflocken wurde ebenfalls gestern aus einem Hofeingang in der Bahnhofstraße entwendet. Dor Ankauf wttd gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen über den Verbleib der Gegenstände, sowie über die Diebe erbittet die Kriminalpolizei. ** Wiederholte Felddiebstähle auf den Aeckern am Schiffenberger Weg haben unter den Pächtern der dortigen Grundstücke lebhafte Erbitterung hervvrgerufen. Die Spitzbuben reißen jetzt schon Kartoffelpffan- zen heraus, obwohl die Stauden noch keinerlei Fruchtanhang haben. Namentlich sind es llei° nere Leute, die durch derart unsinnige Hand- w Nümse» sm SSB. Roman von Ernst Scherte!. 12. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Die Glut der afrikanischen Sonne, die alles umher in einen vivlettrn Dunstschleier hüllte gleich atnern Zaubermantel, brütete auch über ihrem Blute und ließ ein dunkles Fühlen und Begehren keimen, das in ihrer nordischen Heimat vielleicht rwch lange geschlummert hätte. Sie empfand sich wie mit tausend Schlingen an Eduard gekettet, er hielt ihre Seele in der Hand und konnte sie liebkosen oder zertrümmern, wie es ihm beliebte. Ein magischer Bann hatte um sie und ihn seinen Kreis geschlagen, aus dem kein Entrinnen möglich war. Unb doch schien dies alles nur wie der Vorhof uncrllärlicherer Wellen. Silly beneidete Eduard, daß er bereits einen Dliä hatte tun dürfen in die verborgenen Abgründe, die sich nur dem Mutigen öffnen, und wieder und wieder fragte sic nach dieser unb jener Einzelheit, und Eduard konnte nicht ausführlich genug erzählen. 6» hatte für sie einen spannenden Reiz, daß von bei Hütte ihres HerbccgvaterS ein Zugang nach dem unterirdischen Aegypten führte, und daß es nur eine Falltüre aus Holz war, die dort zwei We!-en voneöiander schied Mildcrwelle waren Silly und Eduard nahe jn Doktor PerzeliuS berangefommen, der immer rod) neben dem Baron ritt und in ein eifriges "ekprüch mit ihm ivrdefi schien »Ser Fellache ist mir durchaus nicht sympathisch". sagte der Dvttor soeben, .ich denke, wir sehen ihn bei der nächsten Gelegenheit wieder ab. Lieber wenige Leute haben, alS unsichere." „Aber mit wem wollen Sic denn Ihre Ausgrabungen machen und wer soll die Sachen alle tragen, die wir finden werden?" entgegnete der Baron, wie einer, der gewöhnt ist, die schwierigsten §>inge zu leiten, ohne eine Hand dabei zu rühren. „Ausgrabungen werden wir keine machen", gab der Doktor zurück, „und um die Sachen zu tragen, die wir finden werden, genügt mein Notizbuch" Der Baron sah ihn erstaunt und etwas enttäuscht an. Aber Doktor Perzelius fuhr ganz ruhig fort: „Nach dem wenigen, was ich heute nacht erlebt habe, gibt es auf unscrm Gebiet überhaupt nichts auszugraben, sondern es handelt sich mir darum, die Augen offen zu hakten und zu beobachten. Ss ist ja alles da und lebt und etliche Spatenstiche genügen, um den Zugang zu diesen Dingen zu gewinnen. Das Wichtige sind die Orte selbst. Denn jeder Ort hat eine magische Kraft, er bindet das Leben, das einmal an ihm wirkte und zieht immer ncued Leben in seinen Bannkreis. Orte sind dauerhafter als Bauten, Lehren und Gesetze. Wenn die Mauern, die einst dort gestarrden, längst verfallen, die Menschen vermodert und die Herrscher gestürzt sind, ioenn neue Boller Besitz ergriffen haben von den Heimstätten der Alten, und Herden weiden auf der Stelle, wo Paläste geragt und der Klang der Feste durch die 'Rächt gerauscht - dann wirkt noch geheim und unfüblbar das Leben des Orte», entläßt Schwarme Heiner unsichtbarer 'Wesen, die die Seelen der Menschen überfallen und in ihnen ernt Flamme erwecken, die derjenigen verwandt ist. die in der Asche versank — und scheinbar sinnlos und im Widerstreit mit dem bestehenden Reuen bricht das Alte wieder durch, verhüllt und geschminkt, unerkennbar für den flüchtigen Blick, aber im Grunde dasselbe, a>as immer war." Dvktvr PerzeliuS hatte diese Worte fast mit einer Art Glut gesprochen, die merkwürdig ab- stach von seiner sonstigen Gelasienheit. Mittlerweile war es Mittag geworden. Die Sonne brannte auf dem 6raunen Sande, daß er zu verdunsten schien in einem mihfarbigen Dampf, der die Augen beizte und den Mund austrvcknete und wie mit tausend Radeln in die Haut stach Man mußte trachten, ein Unterkommen zu finden während dieser Stunden, in denen' die Erde zurückzusinken schien in den feuerflüssigen Zustand ihres Anfangs. In der Ferne zeichneten sich gleich weißen Kalkwürfeln die Häuser einer Niederlassung gegen den Himmel ab, einige Palmen standen herum und ein grünlichrr Flor bedeckte den Dod«^. Die Heine Reisegesellschaft beschleunigte ihr Tempo, und schließlich langte man in geschloffenem Trupp bei der Oase an. Hier schien alles wesentllch wohlhabender zu fein als in jenem Dorfe, das man morgens verlassen hatte. Die Häuser waren sämtlich aus richtigen an der Sonne getrockneten Lehm.zicge.ln gebaut und sauber geweißt. Die Leute machten einen freundlichen und umgänglichen Eindruck und schienen an den Besuch von Fremden gewöhnt zu sein. Eine recht gut eingerichtete Karawanierai nahm die vornehmen Gäste auf. während die Diener die Pferde und Lastesel zur Trank führten. Doktor Perzelius musterte alles sehr eingehend. Schließlich sagte er — als er sich gerade mit dem Baron allein sah — wie aus einem längeren Gedankenzusammenhang heraus. Trotzdem glaube ich Baron, daß es besser und sogar geboten ist, die Damen zurückzulassen." Baron Hallam blickte ihn überrascht an, bann sagte er fast mißmutig: „Ohne meine Tochter reise ich nicht. Ich würde au<- für meine Person auf eine Fortsetzung unsrer Expedition verzichten, wenn Sillh nicht dabei fein sollte." „Es tu tmir leid", entgegnete der Doktor. ..dann Ihre Gesellschaft entbehren zu müssen. Ich könnte aber die Verantwortung nicht tragen. Meine Berechnungen haben sich in unheimlich viel weiterem Umfang bestätigt, als ich erwartete. Ich wäre schon zufrieden gewesen, in irgendeinem versteckten Winkel eine Spur von dem zu entdecken, was sich mir jetzt in geradezu grauenerregender Weise aufdrängt. Ich hatte sonst auch trotz IhreS Zuredens nie eingewilligt, diese Reise mit Ihren Samen zu unternehmen." „Aber was sollen wir nun tun?" entgegnete der Baron mit dem Ausdruck von Enttäuschung und Sorge, „ich habe auS Ihren Berichten bis jetzt nur entnehmen können, daß alleS sehr gut geht." „Für mich schon", sagte der Doktor, „beim ich sehe, daß ich auf dem richtigen 'Weg bin. Für Sie und die Ihren wächst aber stündlich die Gefahr. Ich wollte Ihnen das nicht verhehlen. — Ich schlage also vor, daß wir die Damen so rasch wi crnöglich aus die Eisenbahn setzen und nach Kairo aui üdbcf6ti)cm. Wir haben noch einen halben ^agcSmarsch biS zur Station.“ (Fortsetzung folgt} ümgttt empfindlich geschädigt und um den ®r- folg ihrer Mühen ünd Ankosten gebracht werden. Wie man und erklärt, soll der Feldschutz nicht ausreichend genug sein, um dem Rowdytum wirksam entgegentreten ^u können. Man trägt sich daher mit dem Gedanken, durch einen Zusammenschluß der Pächter und abwechselnde Nachtwache dem Diebesvvlk das Handwerk zu legen. "DerDerbanddermittleren B a u- beamten in Hessen hielt dieser Tage seine diesjährige ordentliche Hauptversammlung in F r a n k f u r t a. M. ab. Rach Erledigung der sehr umfangreichen Tagesordnung wurde, so schreibt man uns, von den aus allen Teilen des Landes -mhlrctch 'erschienenen Mitgliedern mit Entrüstung iest gestellt, daß die von den mittleren Daubeamten schon seit Jahren erstrebte Gleichstellung mit den übrigen mittleren Beamten seitens der Regierung .mmer noch nicht erfüllt ist. Diese Zurücksetzung Scheute eine Harte, ganz abgesehen von der finan- ■Hellen Schädigung, die von den Daubeamten nicht länger ertragen werden kann. Die Versammlung nab bezüglich der ungerechten Behandlung ihren ^Inlvillen in nachfolgender Entschließung kund und bat die maßgebenden Stellen, hiervon Kenntnis zu nehmen: „Die Hauptversammlung bekundet ihren schärfsten Anwillen gegen die zurücksetzende Behandlung der mittleren Daubeamten hinsichtlich ihrer Einstufung. Sie fordert restlose Gleichstellung mit den übrigen mittleren Beamten und alsbaldige endgültige Einreihung ohne Rücksicht auf die geplante Neuordnung der Baubehörden. 3n gleicher Weise findet die 'Beschlußfassung über die der Gruppe VII beigcfügte Anmerkung 1, die auf die mittleren Daubeamten bis jetzt noch keine Anwendung findet, schärfste Verurteilung. Wir ersuchen um deren alsbaldige Erfüllung." '* Die Ehrenpre i se zur Gießener Regatta des Süddeutschen Ru» derverbandes sind im Schaufenster der Firma Karl Frensdorf, Ecke 'Bahnhofstraße und Neustadt, ausgestellt. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Philosophenwald, 6 Ahr: Festabend des Vereins für das Deutschtum im Ausland. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Mann über Bord" und „Betrogene Betrüger". — Goethe-Bund. Wie zu erwarten war, scheint der Aufführung des Liederspiels „Das deutsche Volkslied" durch den Goethe-Bund, unterstützt durch den Sängepkranz und weitere hiestge Musikfreunde, von allen Seiten unserer Bürgerschaft lebhaftes Interesse entgegengebracht zu werden. Ist es nicht heute mehr denn je erforderlich, unfer Voll auf die Schönheit unseres deutschen Vollsgesanges hinzuweisen und ihm althergebrachte Sitten und Gebräuche wieder traut zu machen. Ist es doch gerade das Vollslled, in dem sich die Seele eines Volles wiederspiegelt, das den Menschen von der Wiege bis zu dem Grabe begleitet und in trüben unb frohen Stunden sein treuer Begleiter ist. Die schönsten deutschen Volls- lieder werden in Bild und Ton an uns vorüberziehen und un,s in den Liederhain des deutschen Vollsgesanges führen. — Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen. Morgen, Samstag, abends 8 Ahr, in Sauers Restaurant, Oswaldsgarten, Mitgliederversammlung. (S. Anzeige.) — Die Astoria-Lichtspiele bringen den vaterländischen Film „Friederi- ceS Rex", der überall starken Erfolg errang, im Laufe der nächsten Woche zur Vorführung. Landkreis Gießen. • Lich, 13. Juli. Vor einigen Tagen sand hier eine von den KoalitivnSparteien veranstaltete Rathenau-Gedenkfeter statt, in der die Herren Prof. Hüter und Rektor Fischer aus Gießen als Redner auftraten. Kreis Büdingen. * Ober-WidderSheim, 13. Juli. Don zuständiger Seite wird und zu der Nachricht aus DvrSdvrf in Nr. 161 mitgetellt, daß nicht drei Glocken gesttftet wurden, sondern nur eine aus der Stiftung herrührt. Auf dem Dachreiter des Kirchleins hätten überhaupt nur zwei Glocken Platz. Die gestiftete Glocke sei ferner nicht nur von drei, sondern von allen vier Mitglt^ern des Kirchenvorstandes angeschafft wurden. Kreis Friedberg. fpd. Bad-Nauheim, 13. Juli. Zwischen der Hvtelbesitze rverernigung und dem Zentralverband der Hotel- augestellten ist es wegen des Ange- stelltensefretärs Wiedmannzu einem scharfen Konflikt gekommen. Die Hotelbesitzer verboten dem Sekretär das Betreten ihrer Häuser. Eine unerfüllte Versammlung der Angestellten sprach dem Sekretär ihr Vertrauen aus und forderte ihn auf, die Betriebe nach wie vor zu besuchen. Sollten diese Besuche verhindert werden, dann drohen die Angestellten mit den schärfsten Gegenmaßnahmen. Auf den Ausgang des Streites darf man gespannt sein. Hessen-Nassau. zeugen trotz enrdrtnglichcr Zurufe rücksichtslos m die ein- und aussteigenden Fahrgäste der Straßenbahn hineinfuhr, überfahren und so schwer verletzt, daß sie kurz nach der Einlieferung in das Heiliggeisthospital verstarb. Der rohe Kutscher wurde heute vormittag verhaftet. Ehe die Bewohner einer Villa im Wetzend in die Sommerfrische reisten, ließen sie alle Rolläden des Hauses sorgsam herunter. Das merkten E i n- brecher, die schon in der nächsten Rächt in das Haus einbrachen, sämtliche Behälter mit Stemmeisen zerstörten und Schmuck- und Silbersachen von sehr bedeutender Höhe raubten. Von den Dieben fehlt natürlich jede Spur. Der Schmiedemeister Dinges, der, wie gemeldet, am Mittwochnachmittag von seinem Buchhalter Seidel im Streit durch mehrere Revolverschüsse in die Brust schwer verletzt wurde, ist seinen Verletzungen im Krankenhause erlegen. Darüber, ob Seidel in Notwehr gehandelt hat, sind die Anterfuchnngen noch nicht abgeschlossen. Der Erschossene wird als ein sehr aufgeregter und jähzorniger Mann geschildert. Kirche unb Schule. Dorfkirchen-Tagung in Marburg. * Marburg, 13. Hali Die Tag ing der Dotfkirche für Hessen, 2lastau und Krrhessen eröffnete der Vortrag des Superintendenten D. theol. v. L ü p ke: „Wie wird die biblische Geschichte fruchtbar für den Geschichtsjinn Les Landvolkes", v Lüpke forderte ihre Behandlung als israelitische Dolk^geschichte an Stel e der üblichen dogmatisch-the).ogischer. D.ha. d ung. In farbenprächtigen Einzelbildern sprach sodann Pfr. Ritter von Richer >de (Hessens, der' Leiter einer ländlichen Volksschule, über „Die länd ich-christ- liche Volkshochschule". Morgen spricht Pfr. Mahr (Gießen) über „Aufgaben der Dorfkirchenbewegung". ♦ ri. Grünberg, 14. Juli Am Dienstag und und Mittwoch trat hier im Hotel zum Hirsch d i e eva ngelisch - lutherische Konferenz für Ober Hessen zu ihrer diesjährigen Tagung zusammen. Trotz der Angunst der Verhältnisse zeigte die Konferenz auch diesmal ihre alte Anziehungskraft. Nachdem Pfarrer A u s f e l d - Gießen die Tagung mit einer Andacht eröffnet hatte, ergriff Medizinalrat Dr. Walge r-Gießcn das Wort zu einem auf gründlichen Studien beruhenden Vortrag über R. Steiners Anthroposophie und die Stellung des christlichen Glaubens zu ihr. Die Abendandacht hielt Pfarrer Nebel- Laubach Nach dem gemeinsamen Abendessen fanden geschäftliche Besprechungen statt, unter denen die von Missionar Guth und Pfarrer S c r i ba - Wetterfeld eingeleitete Aussprache über die Lage unserer Leipziger Mission und der von Pfarrer Fritsch- Ruppertsburg erstattete Bericht über den Landeskirchentag und die neue hessische Kirchenverfassung besonders zu erwähnen sind. Der zweite Tag begann mit einer von Pfarrer Dr. V ö m e l - Bergebersbach gehaltenen Morgenandacht. Darauf wurde nach einem klaren und gründlichen Korreferat von Pfarrer Schneider-Butzbach das Thema „Anthroposophie" in lebhafter Diskussion besprochen. ©eridttsfaal. Die Frankfurter Novokokain-Dergiftungsfalle vor Gericht. fpd. Frankfurt a. M., 13. Oilt Ein weit über das totale Interesse hinausgehender Prozeß irnirbe beite v)r der hiesigen Strcrf- fammer verhandelt. Vor einem Zähre starben in einer Klinik unmittelbar nach der Einfuhr ing einer stark verdünnten Kokainlösung and einer Novokokainlösung zwei Frauen, an denen eins Mandelausschalung vorgetrommen werden sollte. Gegen den behandelnden Arzt Dr. Maier und die Krankenschwester Emmy R ü ß mann wurde Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben.. An der Verhandlung nahm ein großes Auditorium v)n Sachverständigen ind Zihörern aus Aerztckkceisen teil. Die Angeklagten wurden durch drei der ersten Rechtsanwälte vertreten. Den Angeklagten wurde zur Last gelegt, den Tod zweier Frauen dadurch verschuldet z i haben, daß sie bei den den Operationen voraus gehenden Arbeiten zur örtlichen Betäub ing ihre Der rfs- pflichten außer Acht gelassen haben. Die Angeklagte Dußmann aab an, daß sie Anter- weisung über die Wirkung der beiden Mittel erhalten, und daß sie an bem Anglückstage auch ordnungsmäßig verfahren habe. Eine Verwechslung könne nicht borgetmmten fein. Der Angeklagte Dr. Maier konnte eine erschöpfende Auskunft über die Todesursache nicht geben, bet beiden Mitteln fet eine tödliche Wirkung möglich gewesen. Die Zeugenaussagen stellten der Schwester Rüßmann das beste Zeugnis ais. Auch die anderen Aerzte tonnen über Den rätselhaften Fall nichts Näheres geben. Es wurde von einem auswärtigen Arzt bestätigt, daß auch m seiner Praxis ein Todesfall unter gleichen Umständen eingetreten sei. Nach den eingehenden Gutachten der Sachverständigen und den ausführlichen Plai- doyers der Verteidiger beantragte der Staatsanwalt gegen jeden der beiden Angeklagten eine Gefängnisstrafe von ♦ Monaten. Das Gericht sprach nach langer Beratung in spater Abendstunde Dr. Maier frei, weil er die zur ßofal- betäubung erforderlichen Mittel aitoenbert darf. Das Urteil gegen die Schwester Rüßmann wurde ausgesetzt, weil dir Todesursache nicht festgestellt werden konnte. Es soll als weiterer Sachverständiger Dr. Karl Mayer-Basel hi z g zog n werden, der darüber gehört werden soll, daß die Bestreichung der Schleimhäute mit Kokain zum Tode führen kann. Der Spanier im Theater. mc. Frankfurt a. M., 13. Juli. In öci gestrigen Vorstellung im Neuen Theater rauchte ein Herr in der Seitenloge seelenruhig seine Zigarre. Als ihn die Schupo herausholte, um seinen Namen festzustellen, entpuppte sich der Raucher als Spanier, der der Auffassung war, er dürfe auch in den deutschen Theatern unbehelligt suchen, weil es in Spanien so üblich sei. Da der Mann wohl aus Ankenntnis gesündigt hat und seine Aebertretung sehr bedauerte, wird er wohl mit einem Verweis davon- kvmmen. * spd Frankfurta. M.. 13. Juli. Am Allerheiligentor wurde am Mittwochnachmittag bic 57jährige Frau Weinberg, als sic in bic Straßenbahn steigen wollte, von einem Kohlen^ fuhrwerk, dessen Lenker nach Angaben von Augen- ßanbmirtfcliaft, *Zweiternasf auischer Kartoffel- ta g t n Gießen. Am 17., 18. und 19. Juli findet in Gießen der zweite nassauische Kartoffeltag statt. Am Montag sprich! Herr Geheimrat Pros. Dr. G i s e v i u s über „Die Bedeutung der Kartoffelzüchtung und -pflege für den Ertrag", am Dienstag hält Herr Dr. E i s i n g e r , Leiter der Ackerbau- und Saatzuchtabteilung der Landwirt- schaftskammer in Wiesbaden, einen Vortrag über „Erfahrungen in der Karloffelzucht und im Kartoffelbau in Holland und ihre Bedeutung für die nassauische Landwirtschaft" Im Anschluß an die Vorträge finden Besichtigungen von für den Kartoffel bau und die Kartosfelverwertung wichtigen Maschinen sowie von Versuchsfeldern statt. Am letzten Tage der Veranstaltung sollen Vesichtigungen von Mustergütern vorgenommen werden. Gesellige Devmstaltungen werden der ernsten Beratung»' und Lebrarbeit einige frone Stunden der Erholung beimifchcn Explosionen. Hamburg, 13. Juli. (WTB.) Zur Sx- plvfion in Zweedorf wird noch gemeldet: Sic wurde durch eine Reibungszündung bei der Reinigung eines Kessels in der Perchlv- ratanlage verursacht. Der Betriebsleiter, ein Meister und sieben Arbetter wurden in Stücke gerissen. 10—15 Arbeiter wurden verletzt. Der Betriebsschaden wird auf viele Millionen Marl geschätzt. Eine spätere unbestättgte Meldung spricht von 12 Toten. Warschau, 13. Juli. (WTB.) Bei RzeSzvw (Galicien) ist ein Pulvermagazin in die Luft geflogen. Die Projektile flogen in die Stadt, wo sie explodierten. RzeSzvw hat wenig gelitten. Das Dorf Powizona (?) ist vollkommen zerstört. Die Zahl der Opfer und der Umfang des Schadens ist noch nicht festgestellt. Die Ursache ist unaufgeklärt. Folgenschweres Automobilunglück. -fpd. Aschaffenburg, 13. Juli. In einer scharfen Wegbiegung überschlugsich bei Crnsttal ein Heilbronner Automobil und begrub die Insassen unter sich. Bankdirek- tor Deckle aus Heilbronn wurde sofort getötet, der Führer und ein anderer Fahrgast erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Zwei weitere Personen wurden leichter verletzt. Das Unglück wurde dadurch herbeigeführt, daß Bubenhände die Warnungstafel an dieser gefährlichen Stelle z e r - st v r t hatten und daß demzufolge die ortsunkundigen Reisenden die Kurve nicht kannten. Unfall oder Verbrechen? fpd. Aschaffenburg, 13. Juli. Nachdem vor drei Tagen ein junger Mann an den Beinen gefesselt als Leiche aus dem Main geborgen wurde, länbete man jetzt den seit einigen Tagen als vermißt gemeldeten 21jährigen Schneider Franz Bock aus Obernburq aus dem Main. Bock hatte in Aschaffenburg Kleider abgeliefert und führte eine große Summe Geldes bei sich. Bei der Leiche fand man «nur noch einen geringen Barbetrag. Die Möglichkeit eines Verbrechens ist nicht von der Hand zu weisen. Schweres Unglück in Aegypten. London, 13. Zull. (WTB.) Reuter meldet aus Kairo, daß durch den Einsturz einer Moschee heute 14 Personen getötet und 12 schwer verwundet worden sind. Nachrichten. Israel Religionsgemeinde GötleS- dienst in Der Synagoge (©übantagc). Samstag, den 15. Hali 1922. Vorabd. 7.45. Morg. 8.30. Abds. 8.50 unb 9.30 Ahr Israel. Religions-Gesellschaft. Sabbatfeier den 15. Zull 1922. Freitag abd. 7.30. Samstag norm. 8.00. Nachm. 4.30. ©abbat- ausgang 9.30. — Wochengottesdienst: morg. 6.00, abds. 7.30 Ahr. Handel. Berlin, 13. Juli. Börsenstimmungsbild. Die Unsicherheit über den endgültigen Ausgang der Pariser Verhandlungen hinsichtlich des deutschen Stundungsbegehrens kommt m den starken Schwankungen am Devisenmärkte zum Ausdruck. Vormittags setzte der Dollarkurs mit 405 ein, erhöhte sich bis 430 und schwankte dann zwischen 416 und 425. Dabei sind die Umsätze am Devisenmärkte bedeutend kleiner geworden. Auch am Effektenmärkte herrschte eine gewisse Unsicherheit vor, die wiederum in unemheit- licher Kursbildung zum Ausdruck kam. Es überwogen Rückgänge von 20—30 Proz. Vereinzelt waren auch Kurserhöhungen um 40 bis 50 Proz., bei Deutschen Kali annähernd um 100 Proz. zu verzeichnen. Für die gute Haltung der Mvntanwerte wirkte die Hoffnung, daß bei den Verhandlungen mit den Bergarbeitern des Ruhrgebietes die erzielte Verständigung von den Arbeitern angenommen werden, so daß der drohende Streik vermieden werden kann. Frankfurt a. M, 13. Juli. Börsen- stimmungsbild. Wenn auch heute das vorliegende Material, welches zum Verkauf stand, nicht so drängend war, so gab es dvch Anlaß, daß die Börse den Verkehr in schwächerer Haltung eröffnete. Die Abwärtsbewegung setzte sich In mäßigem Tempo fort. Die innerpolitische Unsicherheit vermehrte die Zurückhaltung deS Publikums und der Spekulation. Die Kursbewegung der Devisen war sehr unsicher. Dollarnoten nannte man im Frühverlehr 398 Geld unb 400 Brief. Der Kurs stieg jm Verlaufe auf 432, um dann wieder eine rückgängige Bewegung einzuschlagen: 423, 415, 418—421. AuSlandSwerte lagen in der Hauptsache unregelmäßig. Im freien Dettehr hörte man ebenfalls niedrigere Kurse. Den.; 490, Brown-Boweri 365, Gebe. Fahr 580, Rastatter Waggons 625, Inag 445. Am Mvntanaktienmarktc hielt die lustlose Haltung an. Das Geschäft bewegte sich bei nachgebenden Kursen in engen Grenzen. Die Werte der chemischen Industrie wiesen niedrigere Kurse auf. Wesentlich gedrückter waren GlektrlzitätS- papiere. Auch Metall-, Maschinen-, Auto- und Zuckerfabrikaktien erniedrigten ihren Kursstand um 10 bis 30 Prozent. In Schiffahrtsaktien war die Kursbewegung bescheiden. Am Einheitsmarkt war, wie auf den übrigen Gebieten, eine unregelmäßige Tendenz zu erkennen. Im weiteren Verlaufe traten teilweise Erholungen ein. PrivatdiSkvnt 5 Prozent. Frankfurt a. M. 1*. 3ufu Züricher Devisenmarkt. 13. 7. 14. 7, Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 51. --- 202.70 202.75 Deutschland 100 Mk. — 1.29 1.50 Wien 100 Ät. --- 0.02 0.017 Prag 100 Str. = 11.10 11.15 Paris 100 Fr. — 42.40 42.80 London U - 22.20 23.18 Italien 100 2. - 23.70 23.00 Brüssel 100 Fr. ---- 41.10 40.85 Budapest 100 Str. — 0.40 0-425 Reuyork 100 $ =522.- 522.- Ägram ....... 100 Str. = 1.65 1.55 , Warschau......100 Str. --- 0,095 0,0951 Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs SturS Kurs KurS Datum: 12.7 13.1. ,2.7 13.7 r"/,Dtsch.Striegsanl. 77,50 77.50 77,50 77,50 4*,«Dtfch.Reichsanl. "6,- 120,- 120,75 120,- S°.Dtfch.Reichsanl. 19u,- 190 - 20C,- 189,- 4e/0 Preuß. Konfols 63,- 89,- 80,75 80,30 Hamburg-Paketf.. . 440.- 442,- 450,- 444,- Nvrddeutscher Lloyd 334,50 330,- 325,- 311,- Eomm.u.Privatbank 290,- 287,- 288, - 287,- Darmstädter Bank 290,- 287,- 289,- 283,- Deutsche Bank . . . 600,50 496,- 500,- 494, - Disconto-Gefellfchaft 396,- 393,- 397,- 396,- Dresdner Dank. . . 298,- 295,- 301,- 298,- Mitteld.Ereditbank. 251,- 251,- 252,- 251,- Rationalbank f. D. 294.50 287,- 292,- 291,- Boch. Gußstahlwerke -,- 1240,- M8G, Vud..Eisenw..Akt.. 700,- 667 - 679,- 662,50 D.-Luxemb. Bergw. 1140,- 1105 - 1100,- 1080,- Gelfenkirch.Bergw.. 1200,- 2176,- 1180,- 1141,— Harpener Bergbau . 2080, — 2120,— 2160,— 2060,— Oberfchl. Gisenb.-B. 925,- 850,- 934-14 901,- Oberschles. Eisenind 689 - 6*44,- 6ö2,- 6<5,- Phönir-Bergb -Akt. 1270,- 1230,- 1230,- 1201,- Bad Anilin-u. Soda 825,- 795,- 840,- 805,- tzvchster Farbwerke. 720,- 7u9,- 700,- 695,- Allg. Elektt -Ges. . . 765,- 770,- 790,- 760,- Felten L Guilleaume 895,- 865,- 910,- 835,- Schuckert-Werke. . . 700,- 670,- 705,- 684,- Adlerwerke 495,- 480,- 461,- 460.5G Daimler 426,— 429,- 425,- 430,- 4°»Hest. Staatsanl. 77,- 72,- 71,56 74^0 Electron Griesheim 850,- 800,• —820,• Dtsche. Dereinsbank 195,- 192,— «*,- Derliner Devisenmarkt. Brief Datum: 2032,65 1939,35 2027,45 1977.5U »46,94 3640,40 8589,25 Budapest ‘Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan 1,92 1026,30 35,05 159,95 285,40 1982,50 448,06 3649,60 8610,75 1,88 1023, rü 34,95 159,55 284,60 251,50 439,45 3615,45 8439,40 682L45 1,55 868,90 33,95 156^0 269,65 208,60 440,55 362^5 8460,60 6843,56 1,59 871,10 34/15 157,20 270,35 209,50 Helstngfors. . . Italien . . . . . London . . ... Olcuyork Paris ..... Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr. Geld Brief Gell» 12. 3ulu 13. Juli. Amstd-Rotterd. 20474,35 20525,65 16529,3016570,70 Brüssel-Antw. . 3488,10 3496,90 3425 70 3434J0 Ehristiania. . . 7390,75 7409,25 7016,20 7033 80 Kopenhagen .. 9563, 9587,- 9313,30 9336J0 Stockholm. . . . 11485,6011514 4011186,- 11214 - 996,75 999,25 858,90 861,10 1985,- 1990,- 1935,05 r------ Rio de Ianeiro 7215,- —5917,— 5933, - Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 12.7. 13.7. Zürich Fr. Amsterdam Fl. Kopenhagen Str. Stockholm Str. Wien ......... Kr. Prag Kr. London Sh. Reuyork I Paris Fr. 125.40 1,17 4,18 59.20 - ,58 -.69 88.80 1,07 1,09 88.80 - ,87 -,»7 117.80 117.80 9,90 11,90 97.80 23.80 .,22 125.40 2,75 2,90 Märkte. Frankfurter Schweine- und Klemviehmarkt. Frankfurt a. M., 13.Juli. (AmÄch.) Marktverlauf: Lebhafter Handel. Schweine wurden nicht ganz ausverkauft. Im einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 540 Kälber, 78 Schafe und 584 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht: Kalber beste Qualitäten 3600—4000 Mark, mittlere Qualitäten 3100—3500 Mk., Schafe 1500—2800 Mk., Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht 6000—6500 Mk^ von 80—100 Kilogr. 6500—6800 Mk., von 100—120 Kilogr. 6500-6800 Mk., von 120 bk« 150 Kilogr. 6500—6800 Mk., Fettschweine über 150 Kilogr. 6500—6800 Mk., Sauen und Eber von 5600—6000 Mk. Außerdem wurden 86 Rinder ohne amtliche PreiSnotterung gehandelt. Die Preise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewlnne in sich schließen. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Französische Stimmen zur Frage deS Moratoriums für Deutschland. Paris. 13. Juli. (WTB.) Nach dem „Mattn" sei oie Meinung der ftanzösischen Delegierten die, daß man im Falle eines Moratoriums von der deutschen Regierung erneut Pfänder nehmen müsse. Diese Pfänder Ginnten unter anderem durch eine direkte Erhebung von Aktien der deutschen Gesellschaften erzielt werden. Diese Frage würde in den nächsten Sitzungen der Kommission geprüft werden. In offiziellen Kreisen sei man der Ansicht, daß die Kommission Deutschland das verlangte Moratorium bewilligen werde, indem sie die Bedingungen feststelle, die eö restlos zu erfüllen habe. Das „Journal" läßt erkennen, daß von englischer Seite der Standpunkt vertreten werde, nichts dürfe die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands hemmen. Man sei also der Ansicht, man müsse den Zahlungsaufschub bedingungslos bewilligen. Die Haager Konferenz und die Zukunft M Sowjetregimes. Paris, 13. Zuli. (WTB.) Der „Reuyork- Herald" meldet a^s Washington, der Mißerfolg der Konferenz vom Haag sei geeignet, den Sturz der Sowjets zu beschleunigen, man sei jedoch der Ansicht, daß das Aegime nicht über diese? Hahr andauern werde. r BAD-NAUHEIM Huplelds Kurpark-Kasino Der bevorzugte Gesellschafts-Tanz-Tee Mittwochs, Samstags und Sonntags nachmittag. Vorführungen und Unterricht d. d. Melsterschaftetanepaar Grete und Gerd Ollendorf Eintritt frei. st&sD 1870—1920 Am 11. Juli wurde unser lieber Altersgenosse, unser allseits verehrter Schriftführer, Herr Reallehrer Ferdinand Torvinus durch den unerbittlichen Tod aus unserer Milte hinweggenommen. Wirverlieren in dein Entschlafenen einen lieben Freund und treuen Anhänger unserer Bereinigung. Ein guter Mensch von seltener Herzensgüte ist mit ihm dahingegangen. Ehre seinem Andenken! Beerdigung Samstag nachm. 47« Uhr. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. mh Der Vorstand. Bekanntmachung. Goethe-Bund, Gießen Dienstag, 18., und Mittwoch, 19. Juli, abends 7'/, Uhr im Stadttheater: Das deutsche Volkslied Liederspiel in 6 Bildern mit Chor und Orchester. Musikalische Leitung: Musiklehrer Kasten: in Szene gesetzt: Spielleiter Volck (Kurtheater Bad- Nauheim): Chor: Sängerkranz und Goethebund. Eintrittskarten zu 20, 18, 15, 12, 10, 8, 7 und 6 Mk. in der Musikalienhandlung Cballieru. Abendkasse. 1. Vorstellung (Dienstag), Gültigkeit: Blaue Eintrittskarten. 2, Vorstellung (Mittwoch), Gültigkeit: Rosa Eintrittskarten. 39. Regatta des Siidd. Rinlsrverhandes Betrifft: Den Handel mit Kartoffeln. Bach der Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 23. Mai 1922 (Darmstädter Zeitung Rr. 141 vom 20. Juni 1922) ist vom 1. August 1922 der Großhandel (Absatz an Wiederverkäufer) mit Kartoffeln nur solchen Personen gestattet, denen eine besondere Erlaubnis zum Betriebe des Handels mit Kartoffeln erteilt worden ist. Eine auf Grund früherer Bestimmungen erteilte Erlaubnis zum Handel mit Kartoffeln wird mit dem genannten Zeitpunkt ungültig. Anträge auf Erteilung der Erlaubnis,zum Betrieb des Handels mit Kartoffeln sind unter Beifügung eines Lichtbildes aus neuester Zeit in Patzformat unter Benützung eines bei der städtischen Handelszulaffungsstelle (Asterweg 9) erhältlichen Formulars dortselbst einzureichen. Dom 1. August 1922 ab ist jeglicher Ankauf von Kartoffeln bei dem Erzeuger zum Wiederverkauf oder zur gewerbsmäßigen Verwertung oder für Gemeinden, Betriebe usw. in eigenem oder fremden Aamen nur solchen Personen gestattet, die im Besitz einer auf Grund der erwähnten Bestimmungen erteilten Ankaufserlaubnis sind. Dies gilt auch für Angestellte von Personen, die die besondere Erlaubnis zum Betriebe des Handels mit Kartoffeln besitzen. Anttäge auf Erteilung der Ankaufserlaubnis sind bei der Pro- vinzialdirettion Gießen unter Beifügung eines Lichtbildes zu stellen. Kartoffelerzeuger dürfen vom 1. August 1922 ab Kartoffeln an Händler oder Beauftragte nur verkaufen, wenn diese im Besitz der besonderen Erlaubnis zum Betriebe des Handels mit Kartoffeln oder der Erlaubnis zum Ankauf von Kartoffeln sind. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Vorschriften werden nach der Äeichsvervrdnung mit Gefängnis bis zu 1 Jahr und mit Geldsttafe bis zu 100000 Mk. oder einer dieser Strafen besttaft. Gießen, den 13. Juli 1922. 6680B Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. S e i b. Bekanntmachung. Betr.: Die Vornahme einer Ernteflächenerhebung für das Erntejahr 1922/23. Auf die Bekanntmachung des Kreisamts Gießen vom 10. Juli 1922 im Amtsverkündigungsblatt Ar. 79 vom 11. Juli 1922 werden hiermit alle Bewirtschafter landwirtschaftlicher Betriebe ohne . Rücksicht auf deren Gröhe mit dem Bemerken hingewiesen, daß die Aufnahme der Anbauflächen in den nächsten Tagen durch eine Kommission erfolgen 'wird, der die geforderten Angaben zu machen sind. Aach Ziffer 8 genannter Bekanntmachung werden 1 Zuwiderhandlungen mit einer Geldstrafe bis zu 50 000 Mk. und mit Gefängnis bis zu 1 Jahr oder mit einer dieser Strafen geahndet. * Gießen, den 12. Juli 1922. 6630B Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Seib. Bekanntmachung. Es sind zu vergeben: (.Aus ber Stiftung der Daniel Moog Witwe am 2. Oktober 1922 die diesjährigen Zinsen im * Bettage von 175 Mk. an hiesige bedürftige, unbescholtene, im Wttwenstande lebende Bürger und Bürgerinnen. Keine Gabe unter 20 Mk. 2.Aus der Stiftung der Friedrich Teator Eheleute am 23. September 1922 240 Mk. Jahreszinsen in Gaben nicht unter 50 Mk. an verschämte Arme, ohne Ansehen der Religion. Meldungen nimmt das Städtische Wohlfahrtsamt, Gartensttahe 2, Abteilung Stiftungsamt, Zimmer Rr. 8, bis 31. Juli l. Js. entgegen. Gießen, den 7. Juli 1922. [6639B Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt.) _________________Dr. Freh.________________ Bekanntmachung. Die Fahrpreise der Sttaßenbahn sind ab 14. d. Mts. wie folgt festgesetzt: Für eine Fahrt bis zu 9 Teilstrecken . . Mk. 2. - „ „ „ über 9 „ „ 3. - Fahrscheinheftchen, enthaltend 12 Stück Fahrscheine, gültig für je 9 Teilstrecken Mk. 20.-. Fahrscheinheftchen, enthaltend 12 Stück Fahrscheine, gültig für mehr als 9 Teilsttecken Mk. 30. -. Das Monatsabonnement befragt Mk. 140.-. Die Sammelfahrscheine [Fahrscheinheftchen) sind in den bekannt gemachten Verkaufsstellen erhältlich. Einmaliges Umsteigen auf dem Marktplatz ist nach den seitherigen Bestimmungen gestattet. Gießen, den 14. Juli 1922. Direktion der Elektrizitätswerke und Straßenbahn der Stadt Gießen. Stolte. 6647B am 15. und 16. Juli 1922 zu Giessen auf der Lahn unter Leitung des Ruderklubs „Hassia“ Es starten: 16 Vereine, 66 Boote, 330 Ruderer. fff Näheres durch Plakate. "Wl (6405D _______Der Regatta-AusschuB. Richard I Die Geburt eines gefunden Jungen | zeigen hocherfreut an Georg Grünig und Frau Anny geb. Ilgner. Wilhelmsfraße 14 L, z. Zt. Kath. Schwesternhaus Gießen, den 13. Juli 1922. Achtung! Große Sendung Heidelbeeren pr. Pfd. nur 12 Mr. und Einmach- u. Salatgurken eingetroffen. Verkauf Samstag früh von 7 Uhr an auf dem Brandplatz am Eingang vom Botanischen Garten, bei Regenwetter Markthalle. M MU gföätt «nötig W- Nehme heute schon Bestellungen entgegen! in- und Mal von' Men und Edelmetallen Zahle für Juwelen, Gold und Silber die höchst. Tagespreise! Zahngebisse und einzelne Zähne per Zahn 30 und 35 Mark. Nur Freitags und Samstags! Ki rchenplatz 2311. r. (hint d. Kirche) Streng diskrete VonBöhrvorro. Evtl. Besuch reelle Bedienung bis 6 ührabds. im Hause AreibmMlen Wem „Adler" neu und gebraucht, von Fabrikbureau gesucht. Schriftl. Angeb, unter 6633 an den Gieß. Anzeiger. I Mietgesuche j Ein möbliertes Zimmer per sofort in der Nähe der Kliniken zu mieten gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 06928 an d. Gieß. Anz. WÄMMm für oustündigen Arbeiter gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 6636 an deil Gieß. 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Juli XX 8.30 pünktlich Gewerbehaus. 06932 Samstag, d. 15. Juli, 8V2 Ahr: W7v Vereinsabelld. Zangerkranz Die für Sonntag, den 16. d. Mts. vorgesehen Partie nach Annerod wird verschoben. [6649 Der Vorstand. FRIEDERICUS REX Zur gefälligen Beachtung! Allen gegenteiligen Gerüchten entgegen, wird der größte deutsche Film vom 17. bis 23. Juli 1922 zur Aufführung gelangen. Dieser Film war niemals verboten, da er kein Tendenz- sondern ein deutscher Film ist. Mitglieder der Filmliga, eine Kommission, die teilweise über der Film prüfsteile steht, hatte sich dahingehend begutachtend ausgesprochen, daß dieser Film überhaupt keine politischen Gesichtspunkte verfolgt. 6635c A. Haberland, Astoria-Lichtspiele, Seltersweg