Nr. <37 Erscheint täglich, anher Sonn» und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GiehenerFam ilienb Idtter Monatliche Bezugspreise: Mk. 20.- und Mii. 2.— TrLgerlohn,durch diePost ML.22.—, auch beiNicht» erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.— Fernsprech. Anschlüsse: für die Schrift» tettiing 112; für Verlag und GeschLftssteve 51 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. poftsweälonto: .Frankfurt c. M. 11686. (72. Jahrgang Mittwoch, (4- Juni (922 GieheimAWiger General-Anzeiger für Oberhesfen druck tmfr Verlag: vrühl'sche Uutv.-Vuch und Stemönidcrd R. Lange. Schnftlettung, Geschäftsstelle und vruckerei: Zchnlstrahe 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher odnejcde Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen o 34 mm Breit« artlich löO 'Pf., auswärts 180 ‘Pf.; für Reklame« Anzeigen von 70 mm Breits 500'Pf. Bei Platz- Vorschrift 200Aufschlag. Hauptschriftlciter: Äug. Goetz. Verantwortlich für Poktik: Aug. Goetz; für den übrigen 2zU: Äarl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Vor der Konferenz im Haag. Äetn offizieller amerikanischer Beobachter — Eine frauzösische Wirtschaftsdelegation. Paris. 14 v3mü. (WTB.) Aach einer Blättermcldung «rus Washington soll der amerikanische ätaatäfefretär Hughes nnqctün- digt haben das) die Regierung der Bereinigten Staaten beschlossen habe, leinen offiziellen Beobachter zu der Konferenz im Haag zu eittsenden Die Bereinigten Staaten mürben sich mit den Berichten begnügen, die ihnen die ameri* lantsche Gesandtschaft im Haag über den Derlauf der Verhandlungen geben könne. London, 13. Onni. (Wolfs.) »Daily Telegraph "meldet aus Reuyork. dah Handclssekre- tär Hoover tn Erörterung der wirtschaftlichen Lage Sowjet ruhlandS erllärte, die Bereinigten Staaten hatten keinerlei Berluste im Handel mit Rußland erlitten infolge ihrer Politik der Weigerung, mit der Sowjetregierung etwas zu tun zu haben. Hoover sagte, die Handelsabkommen, die Grohbritcurnien, Deutschland und Italien, sowie andere Länder mit Ruhland abgeschlossen hatten, seien nutzlos. Laut »Daily Telegraph' werden die Aeuherun- gen HroverS von mancher Seite als Bestätigung der lieber?,eugnng angesehen, dah keinerlei Aenderung inderHaltungderameri- kanischen Regierung gegenüber der Haager Konferenz oder in der Frage ihrer Beziehungen zu der Sowjetregierung ein treten werde. Hoover sagte auherdem, Rußland könne nicht mit Waren handeln. es nähere sich rasch der wirtschaftlichen Paralyse. Die 3eit komme heran, wo in Rußland das Papiergeld wertlos sein werde und wo Geschälte nur aus dem Wege des Tauschhandels staltfinden könnten. Barts, 13. Juni. (Wolff.) Ein amtliches Commnniquc besagt Ter Blini st errat hat heute vormittag unter dem Borsih des Präsidenten Millerand angesichts des Umstandes, dah die Konferenz im Haag entsprechend den französischen und englischen Roten rein technischer Art fei und über alle Fragen sich nur ad rc- fcrenbuin aus sprechen soll, beschlossen, eine QBirt- schaftsdelegation nach dem Haag zu schicken. Die Sachverständigen, aus denen sie sich zusammensehen wird, werden später bestimmt werden. Da die für die Konferenz von Genua bewilligten Kredite nicht ausgebraucht mürben, wird ein Gesetzentwurf eingebracht werden, auf Grund dessen ein Teil des bedeutenden Restbetrages für die Entsendung von Sack verständigen Derwen- dung finden wird, sobald der Senat in der Lage ist, sich zu der Angelegenheit zu äuhern. Paris. 14. Huni. (WTB.) Rach dem ,.M a- t i n“ hat die aus Sachverständigen zusammengesetzte Studienkommission, deren Entsendung nach dem Haag der Ministerrat gestern beschlossen hat. den 2Iuftrag, den Arbeiten der Konferenz zu folgen und die französische Regierung über die Berhandlungen zu unterrichten. Wenn im Laufe der Borarbeiten, die nach dem „Matin" unter den Alliierten stattfinden, eine Verstän- btgung über die allgemeinen Richtlinien der mit den Sowjets zu pflegenden Berhandlungen möglich sein werde, so wurden die französischen Sachverständigen ermächtigt, selbst daran teilzunehmen, anderenfalls werden sie sich wahrscheinlich auf die Rolle von Referenten beschränken. Die französischen Sachverständigen werden heute offiziell bestimmt werden. Da sie zur Eröffnung der Konferenzarbeilen im Haag nicht zeitig ein treffen können, so wird in der ersten Sitzung der französische Gesandte im Haag Charles Bc - n o i st Frankreich vertreten. Paris, 13. Juni. (WTB.) Der „Ternps" sagt in seinem Leitartikel: Fürs erste hat Frankreich nichts zu fürchten, wenn es auf der Konferenz im Haag anwesend ist. Dagegen läuft es Gefahr, s i ch zu isolieren, wenn cs abwesend ist, während alle anderen nach dein Haag eingeladenen Mächte ihren Enttchluh ausgesprochen haben, sich an der Konferenz zu beteiligen. Die heute veröffentlichte französische Rote nimmt Kenntnis von den Versicherungen. die das Memorandum der englischen Regierung enthält. Sie verteidigt sich gegen die Kritik, die darin geübt wird. Sic rechtfertigt die Absichten der französischen Regierung und behauptet ihre Rechte. Wir möchten j^och. hoffen, bah diese Borbebattc abgeschlossen ist. Kopenhagen. 14. Juni. (WTB.) Als Delegierter Dänemarks auf der Konferenz im Haag ist der dänische Gesandte in 'Paris B e r n h o f t ernannt worden. Der dänische Gesandte im Haag ist zu seinem Stellvertreter bestellt worden. Als Sachverständiger ist ernannt der Direktor der staatlichen Schuldenverwaltung Andersen. dem der Direktor Seth und der Kontorchef im Ministerium des Auswärtigen B o r - berg zur Seite stehen. Der Meinungsaustausch Lloyd George — Poincar«. Paris, 13. Juni. (WTB.) Poincar 6 reist am Freitag nach London ab und nimmt bort an verschiedenen Festlichkeiten teil, die vorn englischen Hilfsdund für Verdun veranstaltet und die mit einem Empjang in der französischen Bot- ffchaft abgeschlossen werden sollen. Pvincare wirb am Akontagabend wieder in Paris eintreffen. Paris, 13. Juni (WTB.) Der Intran - s igeant" behaupte^, daß der Meinungsaustausch zwischen Poincarö und Lloyd George in London bereits am Samstag bc- gtnnen wird. — Das „Journal des DebatS" erklärt, cS gebe der Meldung einen Borgeschmack. dah die Reparationskommission sich heute nur mit der Erledigung der lausenden Angelegenheiten und der österreichischen Schuld beschäftigte, dagegen nicht mit der ergänzenden Rote an Deutschland über die am 31. Mai zurückgestellten Fragen über die Autonomie der Reichsbank, der Kapitalflucht usw. Das Reichskabinelt über das IRepamtionsproblem. Berlin, 13. Juni. (WTB.) Die Reichsregierung nahm heute den Bericht des Staatssekretärs a. D Bergmann über die Berhandlungen des Anleihekomitees in Paris entgegen. Einmütig kam das Bedauern darüber zum Ausdruck, dah das Anleihekomitee sich infolge der augenblicklichen politischen Dcr° höltnisse genötigt sah, seine Arbeiten vorläufig zu vertagen. Es wurde aber befriedigt davon Kenntnis genommen, dah der Bericht des Komitees wichtige Hinweise für di e praktische Lösung des Reparationsproblems gibt. Bon besonderer Bedeutung ist es nach der Auffassung des Kabinetts, dah das Komitee sich ausdrücklich bereit erllärte, zwecks Beratung der Reparationsanleihe wieder zu- fammenzutreten. sobald die gegenwärtigen Hindernisse beseitigt sind und dah das Komite: die sinanziellen Derhältnisse der wichtigsten Well- märkte für die Ausgabe solcher Anleihen zur Zeit günstiger beurteilt als zuvor. Die deutsche Regierung wird im Interesse der Festigung der deutschen Wirtschaftslage und des deutschen Kredits nach wie $or alles tun, um die Reichs- sinanzen aus eine gesunde Grundlage zu stellen und der Vermehrung der sch welkenden Schulden entgegenz uwirken, soweit dies unter den jetzt geschaffenen erschwerten Dec- hältnissen möglich ist. 3n den bevorstehenden Berhandlungen mit dem Garantie- komitee wird Gelegenheit gckoten sein, der Reparationskommission die nötigen Aufschlüsse hierüber zu geben. Die Zahlung der am 15. Juli fälligen Monatsrate von 50 Millionen Gold-mart für die Reparntionskornmissivn ist angewiesen worden. Bis zur Wiederaufnahme der Anleiheverhandlungen wird die Regierung ihre Aufgabe darin sehen, den einschneidenden Veränderungen der Valutaverhältnisse vorzubeugen und wird deshalb, falls die Entwicklung der Dinge es erforderlich machen sollte, mit der Re- parntivnskommission ins Benehmen treten, um durch eine vorläufige Verständigung über die weiteren Zahlungen die ungünstige Entwicklung des Rllrrkkurses zu verhüten. französische Kammerdebatte am 30. Juni. Paris, 14. Juni. (BMB.) Die bereits angdünbigte Reparativnsdebatte in derKammer wird am Freitag, den 30. Juni, staltfinden. Pvincare hat gestern den Brief Tardieus. m dem dieser seine Interpellation ankündigt. dahin beantwortet, dah er die Absicht habe, die verschiedenen, bereits vorliegenden Interpellationen über die Frage der internationalen Anleihe und andere mit der ReparationSfragr zusammenhängende Dinge unmittelbar im Anschluß an die Interpellation über Tunis zu beantworten. Er werde in diesem Zusammenhang auch auf die von Tardieu gestellten Fragen zurückkvmmen. Amerikas Bedingungen für seine Hilfe an Europa. Washington, 13. Juni. (Eigener Bericht.) Hohe, der Regierung sehr nahe stehende Beamte haben verschiedenen Journalisten erklärt, schreiben 'die „Amarvc Rews". dah die amerikanische Regierung bestimmt helfen werde, die ökonomische Basis in Europa zu fundieren, aber cs mühte erst eine Klarheit darüber herrschen, dah auf solch «eiiner Besprechung keinerlei europäisch-politischen Ziele verfolgt werden dürsten, denn damit sich abzugeben könne die Regierung sich nicht erlauben. Dieselben hohen Regierungsbeamten sind auch der Meinung, dah ein Ausgleich in dem Budget der euro- päischenRationen nur dann zu Stande kommen könnte, wenn, anstatt höhere Steuern auf das Dolk zu legen, man an eine Herabsetzung der Staatsausgaben denken und besonders die sehr kostspieligen Land- rüftungen der Armeen und so weiter vermindern würde.«Fernerhin mühte eine bestimmte Unterlage für einen dauernden Frie- d e n in Europa gegeben sein, und weiterhin mühte eine tlare Lage geschaffen werden betreffs der deutschen Reparationen und der diesbezüglichen Zahlungen Deutschlands, so dah, wenn diese Frage geregelt wäre, man auch mit Vertrauen und Zuversicht auf eine feste Einhaltung der jeweils fälligen Zahlungen rechnen könnte. Die amerikanische Regierung hält die Wiederherstellung des Goldstandards in Europa für eine der wichtigsten Fragen. Die Re° giervng wurde genau la den „ Fuhstapfen der Bankiers" gehen, aber bevor diese finanziellen Fuh- stapfcn sich bewegen Eönnten, mühte erst ein Wieder erwachen der europäischen Produktivität sichtbar sein, so dah die Kapi- talsanlagc Amerikas gerechtfertigt erscheine. Die „Nützlichkeit" einer amerikanischen Anleihe. Bon deutsch-amerikanischer Seite wirb uns geschrieben. Während Oer letzten Wochen hatten wir bas Schauspiel, einen Mann in Europa begrüßen zu dürfen, ber sich eigentlich mehr als irgend jemanb schulbig fühlen muhte, an bem grenzenlosen Unglück Europas, Mr. Pier- p v n t M v r g a n , ber grohe Wallstreet-Bankier von Reuyork-Dity. Keinem Deutsch-Ame- rifaner ist bieser Mann verhaßter als demjenigen, der tatsächlich bereit wäre, an einem Aufbaue seines alten Vaterlandes teilzunehmen, und zwar mtttels Unterschreibung einer Anleihe, die Deutschlands Finanzen helfen sollte. Herr Morgan bot uns em außerordentliches Schauspiel. Seine Anverwandte, Miß Anne Morgan, reiste während der letzten vier Wochen in den (Bereinigten Staaten umher und hetzte und predigte denselben alten Deutschenhaß weiter, wie wir ihn schon seit geraumen Monaten bei dieser Dame wahrnehmen konnten seit ihrem Erst- auftreten rm Madisvn-Square-Garten in Reu- York, als sie dreist behauptete, es gäbe keine schwarze Schmach am Rhein, und andere grobe Unwahrheiten zum Besten gab. Ihre letzte Hetzarbeit bestand hauptsächlich darin, im Westen und Mittelwesten herumzureisen und immer wieder das Thema des verwüsteten Frankreichs vor die Augen ber leichtgläubigen Farmer zu führen, bamtt ja nicht ber Gedanke eines besseren Gefühles für Deutschland bei diesen Leuten Platz greifen sollte. Man kann wohl mit Recht behaupten, baß eine große Anleihe, wenn sie in Amerika zwecks Unterschreibung ben großen deutsch- amerikanischen Massen horgdegt werben sollte, nur bann Erfolg haben kann, wenn biefe Leute beutscher Abstammung auch wirklich bas Zutrauen unb bas Gefühl ber wirklichen Hilfsleistung für ihr altes Vaterland klar sehen können. Rur bann würben sie sich bereit finben, lhre Dollars herzugeben, um bem Vaterlanbe bamtt zu helfen. Zu Morgan unb fernen Wallstreetleuten hat man kein Vertrauen. Man könnte es gerabezu begrüßen, wenn er unb seine Hintermänner niemals in die Lage kommen dürften, den Finanzmann für Deutschland abzugeben. Frankreichs Finanzhilfe für Oesterreich. Gegen die Anschluhbestrebunqen. Paris, 13. Juni. (WTB.) De.r Senat hat heute nachmfttag den Gesetzentwurf betreffend Gewährung eines Darlehens von 55 Millionen Franken an Deutsch-Oesterreich angenommen. Der Berichterstatter begründete oen Entwurf mit dem Interesfe, das Frankreich an der Erhaltung eines von dem Deutschen Reiche unabhängigen Deutsch-Oesterreich und einer bestimmten Donaupolitik im allgemeinen habe. Aehnlich äußerten sich eine Reihe von Rednern. Auch Ministerpräsident Pvincare bestätigte diese Ausfassung mit den Worten: Es handelt sich heute um die Frage der französischen Politik. Verteidigen a>ir die Verträge^ von Versailles und von St. Germain, die den Anschluß Oesterreichs an Deutschland verbieten oder verteidigen mir sie nicht. Wir wollen der Stimme Oesterreichs selbst folgen, das uns gegen den Feldzug zn Hille ruh, das auf seine coirtschaft- liche und politische Einbeziehung in das Deutsche Reich abziell. Die ganze Frage ist, ob wir uns an einem Rettungscoerk beteiligen wollen, an dem mir selbst interessiert sind, oder ob wir in Oesterreich dem Alldeutschtum freie Hand lassen wollen. Ein Antikommuniftengesetz in China. Älan schreibt uns: Die Regierung zu Peking kämpft einen Berzweislungskampf. nicht nur gegen ihre Feinde aus dem Süden des Landes, sondern ebenso gegen die bolschewistische Agitation, die von Rorden her über das unglückliche Land ausgegosscn wird. Sie macht jetzt einen, wie es beinahe scheinen will, letzten Versuch, dem bolschewistischen Giftwurm das Haupt zu zertreten und hat zu diesem Zweck ein 'Antibolschcwistengesetz erlassen. Die Verbreiter anarchistischer, bolschewistischer oder sonstiger sozialistischer Ideen, die den Umsturz der öffentlichen Ordnung predigen, werden mit Gefängnis zwischen 5 urib 10 Jahren bestraft. Wer Organisationen zur Verwirklichung dieser Ideen gründet, soll 10 bis 15 Jahre Gefängnis erhalten. Auch Ausländer sollen unter dieses Gesetz fallen, wenn sie Bürger von Staaten sind, mit denen China keine besonderen Verträge geschloffen hat. Liese Bestimmung ist ganz deutlich aus die russischen Bolschewisten zugeschnitten, die in China für ihre Ideen werben. Sehr merkwürdig und für die Wirkung des Gesetzes entscheidend ist die Bestimmung, daß reuige Sünder oder solche, die um Begnadigung bitten, leicht bestraft merken sollen. Uns will scheinen, dah China demnächst das gelobte Land der reuigen cünber sein wird und daß das Pekinger Justizministerium demnächst eine beson-1 bcrc Abteilung für Begnadigungsgesuche wird einrichten müssen. 1 Deutscher Reichstag. 225 SiKirng, mittags 2 Uhr Berlin, 13. Juni 1922 Auf der Tagesordnung stehen Anfrage«. Eine Anfrage der Adgg. Dr. Kahl unb Dr Runkel (D. Dpt.) hat die Mißhandlung unb Bcrgewaltigung einer Same aus Bingen auf dem Rochusberge bei Bingen durch ehren Marokkaner zum Gegen staub unb verlangt Auskunft. was die RcichSrcgierung getan hat, am Sühne für diese Gewalttat zu erhalten. Die Antwort der Regierung lautet dahin, dah die Tat am gleichen Tuge zur Kenntnis der Besatzung-- behördcn gebracht worden und daß eine Untersuchung eingelcitet worden ist. Rach Mttteilung des Oberbefehlshabers der französischen Rhein- aimee an die hessische Regierung konnte der Täter noch nicht ermittelt werden. Die Angelegenheil wird nachdrücklich Wetter verfolgt. ^Eine Ergänzungsansrage des Abgeordneten Dr. Kahl, ob die Reichsregicrung in Berhandlungen über allgemeine Sicherhettsmaßnahmen für die nächste Umgebung ber Städte tfii besetzten Gebiet eingetreten sei, wird nicht beantwortet. Eine Anfrage der Abgg. Dr. Lauscher und Genossen (Ztr.) verlangt eine HUfsattivn anläßlich 6er durch ein verheerendes Hagelwetter und einen Wolkenbruch verursachten schweren Beschädigung der Fluren und Dörfer des Erfttales in den Kreisen Rheinbach und Euskirchen im Bezirk Trier. Die gewünschte HUssaktion ist nach Auskunft des RegierungSvertrcters scttcnS der preußischen Landesregierung im Einverständnis mit der Reichsregierung unverzüglich eingelcitet worden. Die Hagelveisicherimgsgcscllschaften furd veranlaßt worden, die Flurschäden schleunigst ab- zuschähen Den betroffenen Landwirten sind Gell» mittel zur Beschaffung von '5uttennitte(ii z,c Verfügung gestellt worden Abg. K r ü g e r - Rkerscburg (Sotz.) fragt oft die Regierung die fett 3’' Jahren rückständigen Steuern der Angehörigen des Hauses HoE«n° zvllcrn nicht schnellstens einzuziehen gedenke Ein Regierungsvertreter antwortet, die ordnungsmäßige Veranlagung habe wegen der Beschlagnahme des Hohenzollern-Dermögens noch nicht stattfinden können. Die im Wege der vorläufigen Veranlagung festgestellten Steuern seien von den Angehörigen des Hmises Hvhenzollern eingezogen und bezahlt wvrden. Die Interpellation der Unabhängigen über das Ergebnis ber Verhandlungen mit der Repa- rationskvnnnission und diejenige des Zentrums wegen der Entenlefvrderung auf Zerstörung bei Eisenbahnen im besetzten Gebiet werden innerhalb der gesetzlichen Frist beantwortet werden. Es folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfes zur Ausführung des Artikels 18 derReichsverfassung, der sich, auf Rcugliederungswünsche der Länder bezieh. Abg. Dr. Gradnauer (Soz.) bezeichnet den Gesetzentwurf als notwendig, besonders im Hinblick auf Oberschlesien. Die Einzelheiten der schwierigen Materie mühten im Rechtsausschuh geprüft merben. Abg. Dr. Düringer (Dntl.) äußert 'Bebenden gegen das Initiativrecht der Regierung, von sich aus Reugliederungen der Länder vvrzu- nehrnen. Diese Bestimmung könnte zu einer Gefahr für den notwendigen Fortbestand Preußens werden. Er beantragt Ucoerweisung an einen besonderen Ausschuh von 28 Mitgliedern. Abg. Dr. Lauscher (Z.) will In die Erörterung des Inttintivrechtes der Reichsregierung erst im Ausschüsse eintreten. Unter allen Umständen müsse dem Verdacht voryebeugt werden, als ob die Freiheit der Bollsabstimmung irgendwie beeinträchtigt werde. Abg. Dr. Levi (U.) bcgrüht die Vorlage als Mittel, die Reste der von der alten Monarchie herbeigeführlen unnatürlichen Zersplitterung der Länder zu beseitigen. Abg. Koch-Weser (Dem > stimmt ber Vorlage zu, weil bas Interesse des Reiches dem der Länder vorangehen muh. Deshalb begrüßt et auch das Initiativrecht der Regierung. Abg. K o ch-Weser (Dem.) schließt: Die Befürchtungen, daß Preußen durch das Gesetz zu sehr leiden könnte, könne er nicht teilen. Die Frage Groh-Hamburg sei jedenfalls keine preuhische unb keine hamburgische Angelegenheit, sondern eine deutsche Frage. Im Laufe der weiteren Debatte tritt Abg. Graf Bernstorf (Deutsch.-Hann.) für die Svn- derwunsche seiner Partei ein, während Abg. von Kard or f (D. Dpt.) Vorkehrungen für nötig erachtet. welche einen Mihbrauch des Gesetzes zur Zerschlagung Preuhens verhindern. , Die Dorlage wird sodann dem Rechtsausschuh überwiesen. Für das Reichsjugendwohlfahrtsgeseh beantragt der Ausschuh folgende Reufassung beä> ersten Paragraphen: „Jedes deutsche Kind hat ein Recht aut Erziehung zur leiblichen, seelischen und gesellschaftlichen Tüchtigkeit. Wo dieser Anspruch durch die Familie nicht erfüllt wird, soll, unbeschadet der Mitarbeit freiwilliger Tätigkeit, die öffentliche Iugendhilfe eintreten.“ Abg, Frau Reuhaus (Z.) tritt für unveränderte Annahme der Vorlage ein, da die Jugendpflege nicht bureaukratisch erledigt werden dürfe und die Politisierung der Jugend verhindert werden müsse. Abg. Frau Iuchacz (Soz.) begrüht es. dah es nunmehr ben neuen sozialen Kräften möglich coerden würde, sich in der Jugendpflege zu betätigen. 2lbg. Hensel (Dntl.) betont die Rotmeridig- feit ber Familienerziehung und die Sicherstellung her konfessionellen Erziehung vnn übrigen fordert er Vermehrung der Rerchshilse für die Gemeinden. 215g. Leutheusser (S. Vp.) hält das Gesetz für notwendig, um die in den verschiedensten Gesetzen zerstreuten Bestimmungen über die Iu- gendwohlfahrtspslege zu sammeln, sieht aber in der Familie die beste Grundlage ber Jugenderziehung. Während der Rede dieses 2lbgeordneten kommt es zu einem Zwischenfall. 2lbg. D ä u - mig (11.) sinkt unter lautem Stöhnen zu 'Loden. Die Sitzung wird unterbrochen, während sich 5>rj Moses (11.) um den Kranken bemüht, der von mehreren Abgeordneten und Wienern aus dem Saale getragen wird. Als Präsident Lobe die Sitzung wieder eröffnet, gibt er der Hoffnung Ausdruck, daß der Anfall, den der schon längere Seit kränkelnde Abgeordnete als Opfer seines übertriebenen Pflichteifers erlitten habe, keine schlimmeren Folgen haben möge. Die Wciterberatung wird sodann auf Mittwoch 2 Ahr nachmittags vertagt. Schluß nach 6 Ahr. Aus Dem Reiche. Der preußische Landtag gegen OberschlLfienS Abtrennung. Berlin, 13. Juni. lWTD.) 3m. preuhi- 1 chen Landtag verlas vor Eintritt in die Tagesordnung Präsident 2cincrt eine ge*’ meinsame Protest erklärung der Partien gegen die gewaltsame 2lbtrennung Ober» schlesiens. Anter lärmenden Zwischenrufen der Kommunisten, die durch lebhafte Rufe des An- willens und Beifallskundgebungen übertönt wurden, bezeichnete der Präsident die Entscheidung der Dotschafterkonserenz als gegen Vernunft und Recht verstoßend. Der Land- tag wisse den scheidenden Oberschlesiern Dank für ihre Treue zum Deutschtum und rufe ihnen zu: In Rot getrennt, aber in Treue vereint. Unterbrechung der oberschlesischen Uebergabeverhandlungeu. Berlin, 14. Juni. Wie die Blätter aus Breslau melden, sind die Aebergabederhand- lungen in Oppeln unterbrochen worden, da sich erneut Schwierigkeiten ergeben haben, die es notwendig machten, daß sowohl der deutsche wie auch der polnische Bevollmächtigte sich von ihren Regierungen neue Instruktionen holen müssen. Die Untersuchung gegen Minister HernreS. Berlin, 13. Juni. (WTD.) Der Unter» suchungsausschuh des Reichst a g e s stimmte heute in der Angelegenheit des Ministers Hermes über die zum Falle Augustin gestellten Fragen ab, ob dem Minister der Vorwurf zu machen sei, daß er nicht zur richtigen Zeit oder in der richtigen Art und Weise gegen Augustin vorging, ferner ob dem Minister der Vorwurf zu machen sei, daß er Augustin zum Abteilungsleiter ernannte, obwohl er Kenntnis von dessen Verfehlungen hatte. Beide Fragen wurden mit allen gegen eine Stimme bei einer Stimmenthaltung verneint. , Der schweizerische Gesandte in Berlin f. Berlin, 14. Juni. (WTB.) Der schweizerische Gesandte in Berlin, Dr. Gustav C a r - l i n, ist gestern abend auf einem Spaziergange auf dem Königsplatz vor dem Reichstagsgebäude plötzlich einem Herz sch läge erlegen. Sofort herbeigeholte ärzlliche Hllfe konnte nur den Tod bestättgen. E a r l r n, der erst vor 12 Tagen seinen Posten in Berlin antrat, war während des Krieges Gesandter in London und sett 1919 Gesandter im Haag. Aus Stabt und Land. Gießen, den 14. Ium 1922. Wettervoraussage für Donnerstag. Zeitweise wolkig bis heiter, spater Regen, wechselnde Winde. Der Tiesausläufer, d« aefiern über de» Nordsee lag, hat sich abarichnuri wob liegt mit seinem Kern heute über Frankreich. Bei feinem Dvr- uberziehen werden wir mit Regenfällen rechnen müssen. ' Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 8. Juni der Lehrer Otto Becker zu Rüddingshausen zum Lehrer an der Vollsschule zu Dillingen, Kreis Gießen. ** Der erste Familien tag der Familie Güngerich fand am Sonntag auf Dem -MngolfshauS unter starker Beteiligung der Famllienglieder statt: selbst die äußerste Spitze (Königsberg) war vertreten. Die diesmal besonders mit dem Stammbaum sich beschäftigende Tagung soll jedes Jahr wiederkehren. Ihren 80. Geburtstag feiert morgen Frau verw. Funk, Mestanlag^64. ** Vorschriften für Kartoffel- Handel Der Reichsminlster für Ernährung und Landwirtschaft veröffentlicht im „Reichsanzeiger" eine Verordnung über den Handel mit Lebens- und Futtermitteln, die den Handel mit Kartoffeln vom 1. August ab nur mit besonderer Erlaubnis gestattet. Für Zuwiderhandlung gegen die Verordnung sind Gefängnisstrafen bis zu einem Jahr und Geldstrafen bis iu 100 000 Mk. vorgesehen. Reben der Strafe kann auf Einziehung der Kartoffeln erkannt werden. ** Eine große Tagung der Gabel s- berger Stenographen findet am 1., 2. und 3. Juli in Gießen statt, mit der auch dgs 25jährige Stiftungsfest der Stenvgraphengesell- schast Gabelsberger Gießen verbunden ist. An dem Wettschreiben werden sich viele Hunderte von Stenographen beteiligen. In dankenswerter Weise haben die Behörden und auch eine große Anzahl hiesiger und auswärtiger Firmen Stiftungen gemacht, so daß die zahlreichen Gäste würdig empfangen und den besten Wettschreibem Ehrenpreise erteilt werden können. Die Vorarbeiten sind so weit gedicHen, daß die ganze Veranstaltung einen gläirzenden Verlauf nehmen wird. Wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich, findet am 1.6. Juni eine Hauptausschußsihung statt, zu der sämlliche Mitglieder der einzelnen Arbeitsausschüsse eingeladen sind. Heber dass Baden in der Lahn macht das Gießener Polizeiamt erneut bekannt, daß von dem letzten, unterhalb der Pulvermühle gelegenen Badek^vffe an stromaufwärts bis zim sogenannten Schäferbrunnen das Baden in der offenen Lahn (außerhalb der Bade Häuser) sowie das Entkleiden an beiden Ufern verboten ifl. Bei dem Baden in offener Lahn sowie innerhalb der Badeanstalten haben sich die Badenden, falls sie sich nicht in einer geschlossenen Zelle haben, ohne Ausnahme der Badehosen za bedienen. Die Benutzung von Seife, das Waschen - von Kleidungsstücken innerhalb der Badeanstalten sowie jede sonstige Verunreinigung der Badezellen und Hallen ist untersagt. Die Badehäuser dürfen von Personen, welche nicht abonniert sind oder das Badehonorar nicht bezahlt haben, nicht betreten werden. In die Fraumbader dürfen Knaben nicht mitgenommen werden. ** Müllerffche Badeanstalt. Wasser- Wärme der Lahn am 14. Juni: 16 Grad R. * Die Astoria-Lichtspiele. Seltersweg, zeigen zur Zett einen außerordentlichen Film, betitelt nach dem bekannten Romane Jule Demes „20 000 Meilen unter See". Die Aufnahmen sind mittels eines patentierten Verfahrens, durch tele- fkopartige Röhren, an der Südküste Floridas her- gestellt worden. Die Beleuchtung des Meeresbodens geschieht durch hochgradige elektrische Strahlen, in deren Licht das Schauspiel sich abrollt. Reben einer sehr guten Handlung genießt man eine außerordentlich klare und feststehende Vorführung. — Zwei komische Filme beschließen das Programm. ' Pf osten schau. In unserem gestrigen Bericht war von „durchgeführtem- Material die Rede, wofür es natürlich .durchgezüchtetem“ heißen muß. Bornotizeu. — Tages kalenderfürMittwvch: Astoria-Lichtspiele: „20 000 Mellen unter See“. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Menschenopfer“. Kreis Lauterbach. △ Aus dem Kreise Lauterbach, 11. Juni. Zu Ehren der Gefallenen des Weltkrieges wurden dieser Tage wieder zwei Denkmäler eingeweiht, so in Willofs und Rösberts-Weid- mvvS. Bei der Einweihung wirkten Gesangvereine, Kriegervereine, Schülerchöre und Musllchöre mit. Die OrtSgeisUichen hielten Ansprachen. Beide Ehrenmale sirrd unter Leitung deS Regierungsbaurats Pfeiffer- Lauterbach errichtet worden. Auch die Denkmäler in Reuters, Maar und andere werden demnächst eingeweiht werden. Kreis Schotten. t A Gedern, 12. Juni. In der Rähe des Bahnhofs an der Straße nach Merkenfritz erhebt sich allmählich ern neuer Ortsteil. In den letzten zwei Jahren sind hier acht Rrubauten errichtet worden und wettere Wohnhäuser sollen errichtet werden. Auch der rührige Turnverein will t>tei seine Turnhalle erbaien. 'Man hofft die Bausumme dadurch aufzubringen, daß inneihalb der deutschen Turnerschaft sogenannte „Bausteine" verkauft werden. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 13. Juni. Der Einbruchsdiebstahl in der kürzlich errichteten Zweigstelle der Bezirkskasse in der Infanteriekäfern e tonnte durch die Kriminalpolizei rasch aufgeklärt werden. Es wurden der 25 Jahre alte, bei der Bezirkskasse tätige Obersekretär Karl Schabacker aus Griesheim, sowie der bei dem Versvrgungsamt als Obersekretär angestellte 45 Jähre alte Otto Weimar fefigenommem Der Anstifter ist jedenfalls cvchabacker, der den Schlüssel zu dem Kasienfchsrank hatte. Er wußte Weimar zu dem Verbrechen zu überreden. Weimar, der die Verhältnisie kannte, da das Versorgungsami auch in der .gleichen Kaserne untergebracht_ ist. erhielt am Samstag von Schabacker die Schlüssel zum Kassenschrank, drückte am Sonntag mittag eine Türfüllung eilt, nahm in dem Bureau die Schlüssel zum Kassenzimmer und entnahm dann aus dem Kassenschrank eine Kasette, die er öffnete, bei einer anderen machte er einen vergeblichen Versuch, eine dritte ließ er unberührt und eine vierte nahm er mit. Die Beute, die geteilt werden sollte betrug etwa 5000—6000 Mark in bar, sowie für 155 000 Mari in Schecks. Wan konnte den größten Seil wieder herbeischaffen. Der Vorfall erregt Lier großes Aufsehen Hessen-Nassau. Verbrecherische Anschläge aus Die Eisenbahn. fpd. Frankfurt a. M., 13. Juni. Zum zweitenmal haben verbrecherische Hände bei der Station Rödelheim einen Spann - draht über die Eisenbahngleise gezogen, ferner em Vorsignal heruntergelassen und Laternen ausgelöscht. Als mutmaßliche Täter kommen vier junge Burschen in Dettacht, die sich an der fraglichen Stelle in verdächtiger) Weise herumtrieben. Auf ihre Ermittlung hat die Eisenbahndirektivn eine Belohnung von 3000 Mark ausgesetzt. Aeber eine Million Mark verloren. * Bad-Homburg, 12- Juni. Ein Amerikaner, der mit einer Frankfurterin einen Spaziergang im Hardtwald unternommen hatte, verlor bei dieser Gelegenheit seine Brieftasche mit ausländischen Banknoten, hauptsächlich amerllanischen, die einen Gesamtwert von über 1 Million Mark darstellen. Obwohl die ganze Gegend sofort abgesucht worden ist, konnte die Tasche nicht wieder beschafft werden. Der Verlierer hat jetzt eine Belohnung von 100 0Q0 Mk. auf die Wiederbeschaffung der Tasche ausgesetzt. In den Tod gelaufen. Frankfurt a. M., 13. Juni. Ein zweijähriges Bübchen, das mtt seiner Mutter auf der Bergersttahe in einem Gemüseladen einkaufen gegangen war, lief seiner Mutter aus dem Laden davon und btreft in die von Bornheim heruntergekommene Sttaßenbahn hinein. Es geriet unter den Wagen und wurde so schwer verletzt, daß es bald darauf verstarb. • ][ Warburg, 12. Juni. Arn Scunstag begannen hier bei zahlreicher Teilnahme die Verhandlungen des 3. Bezirkstages des Schuh- macher-Fachverbandes für Olaffau. Bei dem gestrigen Obermeistertag hiett der Syndikus des ^irheffischen Handwerkerbundes, Dr. Hartmann aus Kassel, einen Vortrag über Lebensfragen des Handwerks, und bei dem heutigen Dertretertag sprach Prof. Dr. med. Müller über Fußanatomie. Ferner verbreitete sich Schüh- machermeister Weber- Darmstadt über denWert der Fachpresse. Mtt dem Derbandstag war auch eine Fachausstellung verbunden. ][ Kirchhain, 11. Juni. Gestern gingen die Verhandlungen des 2 9. Hessisch Walde ckischeu Städtetags zu Ende. Vorher hatte unter dem Vorsitze des Landeshauptmanns v. Gehren eine Hauptversammlung des Verkehrsverbandes stattgefunden. In dieser wurden nach Erledigung des geschäftlichen Teils bessere Zugverbindungen von Kassel nach Marburg, von Kasiel nach Hersfeld, von Kirchhain nach Gemünden usw. angeregt und auch die Erweiterung des Verkehrs mit Sonntagsfahrkarten gewünscht. Seitens her Vertreter der Eisenbahn wurde möglichste Berücksichtigung der Wünsche zugesagt. Die sich anschließenden Verhandlungen des Städtetages leitete Oberbürgermeister Dr. Antoni- Fulda, als Vertreter des Rasiauischen Städtetages wohnte 'Bürgermeister Birken» d a h l - Herborn den Verhandlungen bei. Wie aus dem Geschäftsbericht hervorging, gehören dem Städtetag jetzt 61 Städte an. Im Laufe der Verhandlungen wurde eine Entfchließung gegen b i c neue Städteordnung angenommen. Es folgten eine Reihe Vorträge über Organisation und Finanzierung des Wohnungsbaues, über Finanz- und öteuerfragen, über geschäftliche Entlastung der Gemeinden usw. Bei der Vrrstandswahl wurden die Herren Dr. Anton i, Dr. Stolzenberg und Radke wieder- und Rüdiger-Melsungen, sowie Mehrgardt- Melsungen neugewählt. An die Versammlung schloß sich ein" Ausflug nach dem Städtchen Amöneburg. Giehener StQdttheotter. Scampolo. Komödie in 3 Akten von Dario Ri cMCo Demi Gießen, 14. Juni 1922. Wenn sich jemand der Mühe unterziehen würde, eine Umfrage bei den Besuchern der gestrigen Aufführung denen das Stück noch nicht bekannt axir, anzustellen, ob das Gehörte ihren Erwartungen entsprochen habe, so möchten wir ihm mit einiger Sicherheit ein überwiegend nega tivcs Resultat Voraussagen In der Tat war der Eindruck, den Dario RiceodemiS Komödie hervorrief, eine Enttäuschung, aber eine Enttäuschung im besten Sinne. Titel und Gattungsbe- zeichmmg des Stückes im Verein mit der Um besanntheit des Verfassers hatten bei dem jm- befangenen Zuschauer wohl im voraus einen Resonanzboden geschaffen, der auf wesentlich leichtere Klänge eingestellt 'war als auf den tiefernsten Grundton, der in dem ganzen Werke mitschwingt. Reu ist ja das Motiv mcht, daß ein Mädchen aus einfachsten Verhältnis,en zu höheren sozialen Schichten emporfleigt. aber Riceodemi hat seine Heldin, das zerlumpte Gasienmädel Scampolo, mit so gewinnenden Zügen ausgestattet, dah allein schon diese Gestalt das Stück doch über den Durchschnitt der gleichartigen Dühnenwerke em* porhebt. iinb wie geschickt weiß der Autor feine Heldin in immer Alleres Licht zu stellen durch die Gegenüberstellung mit den übrigen Personen, die auf Grund ihrer Bildung und gesellschaftlichen Stellung auf das Gassenmadel, das feine Rattu> lichkeit nicht verlernen kann, überlegen herab - blicken zu können glauben. Durch die schonungslose Aufdeckung der moralischen Fäulnis in dieser Gesellschaft wird das Werk zu einer scharf gpr schlifsenen Satire, die man leider nur allzusehr für unsere) Zett als treffend bezeichnen muß. Lieber diese stttliche Verderbtheit tröimphteri aber die Idee des Guten und 'Reinen. Ein hvhet Idealismus ist in den Worten ausgesprochen, die Tito Fanti im 2. Akt an Scampolo mit etwa folgendem Sinne richtet: Für jeden Mann — •mir fügen hinzu: jeden innerlich gesunden — kommt einmal die Zett, wo er sich danach sehnt, in der Liebe eines reinen Weibes, dem er Beschütze- und zugleich, wenn nötig, Erzieher in geistiger Hinsicht sein tann, für alle Enttäuschungen unk Irrtümer seines bisherigen Lebens entschädigt zu werden. Mtt der Aussicht auf dieses Glück für die beiden Hauptpersonen schließt das Stück, dessen letzte Worte allerdings doch zu sehr aus den Rahmen der Komödie herausfallen. Doch, abgesehen von solchen geringfügigen formalen Man geln, ist mit Genugtuung feit^ufteHen, dah hie eine gesunde — man muß dieses 'Attribut heut ja besonders erwähnen — Idee klar und folge richtig mit unverkennbarer dramatischer Begabung durchgeführt worden ist. Der edle Grund» gebaute des Stückes sichert dem italienischen Dichter verständnisvolle Aufnahme bei deutschen Zuschauern. Die Aufführung selbst hatte unter Adolf Telekys bewährter Spielleitung einen starken Erfolg. Als Träger der beiden Hauptrollen führten sich Karl ßambertin (Tito Fanti) und Marianne Saling (Scampolo) bei dem Gießener Publikum sehr glücklich ein. Karl ßamber- t i n traf sicher den Ton des leichtfertigen jungen Ingenieurs, dessen schlummernde gute Eigenschaften durch die Biebe zu dem unverdorbenen Mädchen geweckt werden. Diese seelische Entwicklung wirkte in feiner Darstellung durchaus überzeugend Marianne Saling wurde ihrer schweren Aufgabe, als Scampolo ein ungebildetes und unverbildetes Mädchen, das noch halb Kind und schon halb Weib ist, in seiner gesunden Aatürlichkett zu verkörpern, voll und ganz gerecht. Odette Or -- czy, deren Dekmntschaft wir bereits im „Tenor der Herzogin" gemacht haben, brachte die Oberflächlichkeit der herz- und gemütlosen Franca zum richtigen Ausdruck. In der sehr kleinen Rolle des unbekannten Herrn war MapMann feine Möglichkeit geboten, auf fein Talent Rückschlüsse ziehen zu lassen. Die bekannten Kräfte unseres Gießener • Ensembles boten ausnahmslos ihr Bestes. Oskar Mein Vetter Mus. Roman von Richard Skowronnek. 10. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) .Den ßototrvier haben die beiden Hackser warm gemacht. Er geht ganz aus sich heraus md prrduziert wirklich ein paar ganz hübsche Sachen, ohne damit jedoch bei Franzens eif einer Ruhe etwas cmszurichten. Der steht wie eingema tert, sein rechter Arm ist das einzige, was sich an ihm bewegt, und in jedem Gange sitzt drüben ein größerer oder kleinerer Spritzer, während ihm noch nicht die Spitze eines Härchens getroffen ist .Jetzt, sehe ich, kommt die Entscheidung. „Franzens Linke, die hinten Jen Riemen des Paakschurzes hält, ballt sich fester zusammen, seine Gestalt reckt sich noch etwas heraus, und ich sage zu dem neben mir stehenden Ersten bei Roriker: Herr Kartellbruder, paffen Sie auf, jetzt wird abgeläutet!' „Franz schlägt eine Hochquari an, von der ex scheinbar ganz ungedeckt zurückgeht, der ßatointet sieht das offene Loch und läßt sich verleiten, einen tiefen Hieb nachzuschlagen. Das gab ihn in Franzens Hand . . „©dyon auf halbem Wege pariert er den Durchzogenen mit der Klinge und dann, wie :tn Blitz, eine steile Terz daraus, daß die Haare stiebten. Sie saß so lang, als dafür Platz gab; es war Rest I „Der ßatotnier sank unter dem fürchterlicher. Hieb, der ganz unbar tert bincingetonuneii war, fast zusammen. Sein Sekundant griff ihn intet den Arm and erhärte Abfuhr, ohne die Untersuchung durch den Pattarzt erst aty warten. „Ein Sturm bei Begeisterung ging d ird) dtt Korona, die dem Zweikampfe in atemlose,: Span« njurtfl gefolgt war. Alles drängte sich um Franz, er mußte hundert Hände schütteln, ein ganz alter Herr umarmte und küßte ihn sogar und erklärte diese Mensur für den größten Genuß seines Lebens. „Weißt du, die sind da unten im Reich überhaupt etwas überschwenglicher als bei uns. Sie küssen sich gleich, wie die Frauenzimmer, und schwören beim sechsten Schoppen Freundschaften fürs ganze Leben. Mir ein bißchen zu rasch und leicht beweglich, aber in ihrer Art prächtige Kerle. „Drüber, auf der anderen Sette flickten unter* dessen zwei Doktoren an dem armen ßatoinier herum, der ganz blaß, aber doch mit Haltung, auf feinem Marterstuhle saß. Der mir Bestimmte stand neben ihm, und wie ich ihn so mastere und nach seinem Aussehen auf sein Können taxiere, da schießt mtr mit einemmal -mb ganz unversehens der Gedanke durch den Kopf: das ist Helenens Bräutigam! „Wie ich dazu tarn, weis' ich auf den heu tigen Tag noch nicht, aber als mir der Gedank: erit einmal angeflogen war, fing ich an zu grübeln, und schließlich war für mich überhaupt fein Zwei' sel mehr vorhanden. Weshalb hätte sonst wohl Helene sich so eingehend nach unserer Suite und der Partie erkundigt, die ich fechten sollte? „Die plötzliche Erkenntnis benahm mich so, daß mir ganz schwach wurde. Ich mußte einen Schnaps trinken .mb mir ‘einen gehörigen Ruck gehen, damit es nicht etwa so aussah, als hätte ich am Ende Angst vor meiner Mensur. Trotz oller Anstrengung wollte aber die dumpfe Beklemmung nicht weichen. Ich stand da, wie geistesabwesend, und merkte es kaum, daß jetzt der schöne Heinrich gegen den zweiten ßatoinier auf den Plan geführt w-rrde. „5)ie Geschichte dauerte kerne halbe Minute, schon im zweiten Gange, den der ßawinier ganz heimtückisch mit einer Tiefquart eröffnete, war sie zu Ende. Schöne schlug feint ehrliche Hochquart mit. und zwar so kräftig, daß fein Gegner noch einer zweiten rein Verlangen trug. „Es war affo aus und ich kam an die Reihe. „Ich wurde bandagiert, unb immerfort war mir so, als müsse jeden Augenblick etwas dazwischen tommen, als könne diese Mensur nicht statffinden. „Man führte mich an den Kreidestrich, drüben auf anderthalb Armslängen stand mein Gegner, ich bekam einen Spieß in die Hartt» gelegt, der ganze Einleitungssermon tönt mir in den Ohren, und tch kann mich noch immer nicht von dem Gedanken losreißen, daß das alles nur Schein ist. daß die Mensur gar nicht statffinden wird. „Da konnnt scharf und laut das Kommando, die Sekundanten duckten sich zurück, and tch sehe drüben einen Spieß hochfliegen. Ich gehe in die Aussage, gerade noch rechtzeitig, um die schaff herausgesetzte Hochquart nicht auf den Kopf zi kriegen, schlage nach, so: kommst nicht heute, tcmmfl morgen, und mir ist, als wenn mir ein Zentncrgewicht am Arm hängt. „Der erste Gang ist zu Ende, tote durch ein Wunder bin ich heil geblieben. Franz tritt von hinten an mich heran und raunt mir ins Ohr: ,ilm Himmels willen, Menschenskind, was ist das^ Rimm dich doch zusammen I' ..Der zweite Gang beginnt, ich spanne meine ganze Willenskraft an, aber es hilft nichts, der Arm ist mtr wie Blei, ich bringe ihn taunt hoch aus dem Achselgetenk. Ich sehe die Quart konv men, steil von oben, bin .tnfähig, sie zu parieren, und taffe sie mir ruhig über den Kopf schlagen. Ein Wunder rwch. daß ich nicht zuckte. „Ich fühle das warme Blut aus den Haaren übers Gesicht laufen, der Paukdoktor wischt an mir hemm, aber mir ist. als ginge das alles nicht mich an. sondern irgend einen Fremden. „Da sehe ich. wie's bet dem ßatoinier in den Augen aufleucbtet. Er verzieht höhnisch den M.ind und raunt seinem Sekundanten, der ihm die Halsbinde hochzieht, irgenbetne Bemerkung zu. Wie ein Feuerstrom läuft es mtr jetzt durch die Adern, 'eine brennende Wut kocht mir in der Brust empor: ich sehe nichts als diesen höhnisch lächelnden Mund, und eine jähe Begierde faßt mich, ihl da zu treffen, wo vielleicht noch Helenens letzte Küffe brennen ... „Kaum kann ich das Kommando zu dem neuer Gang erwarten. Als es endlich fällt, schlage ich drein, wie ein Rasender. Ich glaube, ich hab< nie vorher in meinem ßeben mit solchem wilder Ungeftüm gefochten. „Die Sekundanten springen dazwischen, drüben sitzen drei, vier Bluffge. fast jeder Hieb, den ich schlug, hat gebiffen. Ich achte gar nicht auf die andern, sondern sehe nur den einen, der ihm quer über die Wange und ßippe bis in den rechten Mundwinkel geht, und aus dem jetzt die roten Dlutpetlen langsam hervorquellen. „Durch die Korona geht ein Rapschen der Verwunderung: man hotte mich nach den ersten beiden Gängen wohl für abgetan erachtet. Ich muß an mich halten, um vor ingrimmiger Freude nicht laut aufzulachen, und fürchte nur, daß es zu Ende ist und sie ihn mir abführen. Der Pautdoktor drüben macht auch ein bedenkliches Gesicht, aber mein ßawinier preßt die Zähjne aufeinonder unb schüttelt mit dem Kopfe. Er will nicht abtreten, sondern deickt nach feiner ersten Quart doch noch etwas herausdzubeißm. „Also sie lassen ihn stehen, es geht Wetter, und ich wieder über ihn her, wie ein Sturmwind- Zwei, bret Hiebe von jeder Sette, und da, jetzt, seine ganze Backe ist frei. Mein Spieß herum, wie ein Blitz, hurra, es hat gesoffen l Der Hieb war so heftig, daß ich in meinem Amr ordentlich einen Ruck verspürte, als er auffah. c Fortsetzung fotgtJ inrt>erbicnte 3ntcrefle[x>figfeit tr. Dealer. Gerichtssaal. Freispruch im Offenburger Prozeß. Offenburg. 13. Juni. (Wolff.) 3n dem Pwzeß gegen Äopttänleutntmt von Killin- flcr verneinten die Geschworenen nach kurzer Beratung die beiden Schuldfragen, die dahin lauteten, ob der Angeklagte den Mördern Beihilfe geleistet habe, um sie der Bestrafung zu entzieh«', und ob er den Tätern diesen Beistand vor der Begehung der Lat zugesagt habe Der Angeklagte wurde freigesprochen und sofort auS der Hast entlassen. Vel'e'eT zeichnete Ben Sarin Benini mit allen Tgenschaiten eine« skrupellosen Ehemannes Al« dessen Frau Emilia bot 6 [ f c Koop das passende <8epenltü j zu ihrem Gatt«' Paul Mehnert gab en Kellner Flavio mit überwältigender Komr Der Lehrer Buritti erhielt durch Heinz Bcchsteins Darstellung alle Züge eine« kindischen Greiss Da« Publikum brachte der vortrefflichen Aufführung die verdiente Würdigung entgegen Leider klagten auch diesmal wieder viele leere Plätze über Kirche und Schule. i| Marburg. 12. Zuni Bei Zahlreicher ÄetLiligung auS allen Teilen OberhessenS wurde oefUrn hier das (Zahresfefl für innere Mission abgehalten. Es bestand in einem Fest- Wtteodrrnsl in der lutherischen Kirche and einem Gottesdienst im Garten der Anstalt Glisabethvf. Ansprachen hielten Pfarrer Heermann - Mar- . hurfl. Pfarrer I « rael - Oberrosphe. Pfarrer daher-Marburg als Leiter der genannten Anstalt und Generalsuperintcndent Dettmering- Kassel Bei der Feier wirkten auch mehrere Pv- strunenchöre mit. Witt ?®fS »U. Lvlt>nl lit tngen Ä achie £*. & W ?r den ettfa. w' * S’-Js'S -ML auch ht: «rn ; er " &ni 1922 s» mWen ipir ^UenL ntflQ: ? Komödie hex. 60 ernt tznvM, Sawwotbe, mit bttlhr 001 bem jm- potm eine- &, 11 Mlentlich lech Deck mitschsiiwi oah ein Mchn >u höheren,ojialen ictclwni hu feine Wei Scampviv mit Met, dah aheai hoch über den DüHnemoerle an- 6 der Autor seine Ä zu stellen du ah übrigen Personen nd geseNschasilchn , ba8 seine 2Mi» überlegen herab- ch die schonungSIosk Fäulnis in dies« zu einer scharf g*- eider mir altzulch, d bezeichnen mub. rbchelt trfaimt)b:i2ti Reinen. ®n 1 ausgesprochen, du xampolo mit etwa jeden Wann - mir gesunden - bnnm anach sehnt, io der dem er DesWe rzieher in geistiger Enttäuschungen und Lebens entschädigt aus dieses Glück für ehl das Stück, Mler , zu fak aus den fallen. Soch abqe cn formalen Wan yifteflcn, bah fr1' ses Ltribut hoü et üat und W- »rcmaüM W' Dn edle Grund m itaiienisÄen M ne bei deutschen > halle unter 2doli lellung einm M“ en Hauptrollen fühv impolo) bei dem Sie- ein. Karl Lamber' leWfertigilg •nbc gute Hgenschai unverdorbenen Wad- eelt'chc SnMckbmS rchausübelMS^ ibruschtveren 2us' K2 M un^r- L-rt) Md und schon S ehr «einen ,s daS Heugras in den letzten Tagen Yierfleigert wurde, erzielten die Gemeinden sehr hohe Preise. Richt feiten kam der Morgen Wiese auf 8000—10000 Mk. Das Heugras zeigt im allgemeinen einen guten Stand, und der jetzige Regen wird noch recht vorteilhaft auf die (Srntc einwirken, zumal die feineren Gräser und Futterpflanzen noch genügend Feuchtigkeit zum Rachwachsen erhallen. Man rechnet jetzt mit einer guten Heuernte. Sofort nach den gegenwärtigen Siegentagen wollen die Landwirte mit dem Grasschnitt beginnen. )( Aus dem Riddertal. 12. 3unt Mehrere schwere Gewitter brächten am Freitag und Samstag den ersehnten Regen, der aber noch nicht in gewünschter Menge nieberging. Zur Zeit sind die Landwirte mit dem Zerklopfen der dicken Schollen auf den Kar- toffclädern beschäftigt, in den nächsten Tagen beginnen die Grasversteigerungen, die bei der Knappheit des Futters wohl' gewaltige, alles bisher an Preisen Erlebte noch überbieten werden. - - Allmählich läßt sich die Entwicklung des Obstes überfeinen. Der Stand ist behie» sägend, wir scheinen eine sehr gute Steinobst- emte zu bekommen, während die Kernobsternte hie und da wohl bei einzelnen Sorten und in einzelnen Lagen sehr gut, jedoch im allgemeinen mir mittel aidfällt Leider sind die Sauer- tirschen durchweg von einer sehr ansteckenden Krankheit, der Womlia cinerea, befallen. Die (Srf’.anfung äißerl sich in hem Dürr werden einzelner Zweige unb dem Abfallen der Früchte. Die befallenen Zweige müssen entfernt, der Boden rate Kali bestreut und die Bäume im Winter und Frühjahr mit 2 bzw 1 Proz. Kupferknll- brühe gespritzt weiden. Hochschulnachrichten. * Zur Linderung der Rot der akademischen Jugend linb dem Vater- sandsdank, der als erster seit drei Jahren dieser Aufgabe dient, von Sellen der rheinifch-west- sälifchen Montanindustrie erneut große Mittel, unb zwar in der Höhe von 15 Millionen Mark angeführt worden Der Vaterlandsdank wird diese MMe! weiten Kreisen der Studentenschaft zur Verfügung stellen. Sin weiterer Betrag von fünf Millionen Mark ist der dringend nötigen Ausbef ’erung und Gr Haltung der akademischen Mittags- ische zugedacht worden. rrus dem AmtsvertÄndtguugSblatt. " Das AmtsverkündigungSblatt Rr. 71 vom 13. 3uni enthält Llusführung des Einkommensteuergesetzes. Aushändigung der Reichsversassung an iic zur Entlassung kommenden Schüler. Uebcmabmc .der persönlichen Dotks- schullasten auf den Staat Einlösung von Rot- (iclb der Stadt Wetzlar. Gebühren in Wild- ichadenSangelcgcnheiten. Straßensperre. Viehseuchen Dienstnachi-ichten Feldbereinigungen Röthges und Treis an der Lumda, vrlsfatzung über die Benutzung der Gemeinde- Fuhrwerkvwage und der Gemcindeviehwage der Gemeinde Ober-Hvrgcrn. Polizei-Verordnung, die Dadeanstaltcn zu Gießen betreffend. — St raßensperre-Auf Hebung. Einlösung von Rvtgeld der Stadt Wetzlar. Tas von der Stadt Wetzlar am 1. Mai 1920 und 14. September 1920 auegcgcbenc Rvt- gelb (Gutscheine) über 50 Ps., 25 Ps und 10 Pf. ist sar Einlösung auf spätestens den 31. August 1922 ausgcrusen. Die Einlösung erfolgt bei den öffentlichen Kasten und Banken in Wetzlar. Walzar beiten. Die Kreisstraße Grünberg Röthges (Südausgang Grünberg Äm. 1,2) wird vom 10.— 24. Zuni Ifd. Zs. wegen Vornahme von Wal^arbeiten gesperrt. Der Verkehr wird während dieser Zeit über den sog. Allen Steinweg geleitet. Die Straßensperre in ® 5 b c 1 n» rod wird am 12. Zuni wieder aufgehoben Maul- und Klauenfeuchc in Hungen 3n Hungen ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden Es wird gebildet ein Sperrbezirk, bestehend aus der Gc-inarkung Hungen einschließlich Tiergarten. Das seitherige Beobachtungsgebiet bleibt bestehen. Die Maul- und Klauenseuche in Riederweimar und bei der Schafherde in Lohra (Kreis Warburg) ist erloschen. Die angeordneten Schutzmaßrcgeln sind aufgehoben. Die unterm 24. März 1922 angeordnete Sperre des Rieaelpfades zwischen Liebig- und Ludwigstraße wird aufgehoben. Vermischtes. fpd. Mannheim, 13. Juni. Der Buchhalter Johannes Knecht von hier wurde als der Mordtat an dem Kaufmann Sina Arvnsfrau verdächtig verhaftet. Der Verhaftete war bei dem Ermordeten als Buchhalter in Diensten. Turnen, Sport und Spiel. z< Butzbach, 11. Juni. Hier fand heute in Anwesenheit des Kreisfechtwarts Stassen (Hanau) ein Bezirksfechtertag der Fechter des Turngaues Hessen statt. Dem Schul fechten in drei Waffenarten am Vormittag schloß sich nachmittags eine Beratung an. Hierbei wurden die Wettübungen für das Gau turnfest in Wetzlar bestimmt, und zwar ist für die Zungmannen schwerer Säbel, für die Altmannen-Klasse leichter Säbel und Florett vorgesehen. Die Meldungen zum Gauturnfeft nimmt Gaufechtwart A Roll (Gießen) entgegen. Beschlossen wurde, den nächsten Vezirksfechtertag am 15. September, den nächsten Gausechtertag am 19. Rovember abzuhalten. Als Ort wurde für beide Tagungen Gießen bestimmt. nd. Ridda, 12. Zuni. Gestern beging der hiesige Turnverein fein Anturnen in besonders feierlicher Weife. Morgens um 8 Hhr sand vor der Turnhalle ein Feldgottesdienft statt, wobei Pfarrer Laut eine eindrucksvolle Ansprache über die heutigen Ziele der Erziehung der Jugend hielt. Daran schloß sich das volkstümliche Turnen der Schüler-, Mädchen- und der übrigen Riegen des Vereins. Hm 2 Hhr zog dann der Verein vom Bahnhof aus durch die Stadt auf die Gänswiese, wo der Gerätewettkampf bei einer großen Zahl von Zuschauern, unter denen sich auch Vertreter der Turnvereine der Hmgegenb befanden, statt- fand. Musterhafte Leistungen ernteten großen Beifall. Da eine größere Anzahl der Turner und Turnerinnen die vorgeschriebene Punktzahl erreichte, toerben an diese Ehrenurkunden überreicht. Den Schluß der Feier bildete abends im Garn- brinus ein Vortrag des rührigen Vorsitzenden des Verein«, Dr. med. Fritz Koch, über „Zahn und die heutige Zeit". Lichtbilder aus dem Zahnschen Turnen, musikalische Vorträge und Deklamationen boten interessante Unterhaltung. Die ganze Feier gab einen Heberblick über die Arbeit und Ziele des. Turnvereins und den Beweis, daß der Verein unter seiner vortrefslichen Leitung seine Aufgaben in der jetzigen schweren Zeit vollauf ersaßt hat und eifrig bestrebt ist, ftc möglichst ganz zu erfüllen. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinde. Mittwoch, den 14. Zürn, nachm. 5 Hhr und abends 8 Hhr: Gelegenheit zur hl. Beicht Donnerstag, den 15. Zuni. Fronleichnamsfest. Dorm. 61/3: Gelegenheit zur hl. Beicht. 7: Hl. Weste. 8: Austeilung her hl. Äomunintrm. 9: Hochamt, daraus Prozession durch Wil heimst raße. Ludwigstraße und Liebig- straße. 11V4: Hl. Wesse Rachm. 2ys: Fest-Andacht mit Segen. — Freitag und Samstag abds. 8 Hhr ist S^kensandachl. Handel. Berlin. 13. Juni. B ö rfe nst immun g S d i l d. Am Devisenmarkt herrschte am Vormittag Unentschiedenheit mll Neigung zur Abschwächung und demgemäß hielt sich^an der Effektenbörse die Kauflust zurück, zumal man geneigt ist. der weiteren Entwicklluig der Re- parationsfragc mit einiger Hoffnung auf ein günstigeres Ergebnis entgegenzufe^n. Die Kurse zeigten vorwiegend Rückgänge, die aber nur vereinzelt 20 Prozent erreichten oder überschritten. Festere Haltung bestand für gewisse Chemische und Elektr. Werte, Chem. Heyden besserten sich sogar um ca. 50 Prvz. Späterhin gestaltete sich die Tendenz am Zn- dustrieaktienmarkt freundlicher unter Hervortreten einiger Rückkäufe. Auf allen Gebieten, namentlich am Montanaktienmarkte, kam es zu einer bemerkenswerten Aufwärtsbewezung. Schiffahrt und Bankaktien unterlagen nur belanglosen Aenderungen. Am Anleihemarkt behauptete sich im allgemeinen der Kursstand. Deutsche Llnlerhen hatten keine einheitliche Kursbewegung, 3proz. Preuß. KonsolS gewannen 1 Prozent. Frankfurt a. W.. 13. 'Zum. Börsenstimmungsbild. Die Aufwärtsbewegung am | Devisenmarkt kam zum Stillstand. Der Dollar Dries 13. Juni. 12. Juni. Datum: 1,15 14.6. Schweizer Franken 100 Kr. 100 100 100 100 100 204.25 L65 00/27 10.C5 46.- 23.485 26.05 (L53 524.25 L83 0,12 16,45 1.40 -.32 8,60 Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Reuhork . . Paris. . . . Fl. Kr. Kr. Kr. Kr. Sh. I Fr. Kurs 13. 6. 77,50 108,- 133,- 81,75 *Ofe.- 318,- 299,— 288,- 580,- 415,- 314,- 250,50 290,- 100 3L 100 All. 100 Kr. 100 Kr. 100 Fr. 1 £ 810,- 1000,- 1050,- 1855,- 895,- 700 - 1225> 736,- 643,- 685,- 820,- 650,- 498,- 438,- 84,- 765,- 200 - 59.20 88.80 88.80 117.80 117^0 97L0 23.80 125.40 649,- 685,- 775,- 625,- 495,- *58,- 81,- 755,- 198,- Brüsiel-Antw. . Ehristiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. .. . Helfingfors. . . Italien..... London ..... Reuyork..... Paris...... Schweiz..... Spanien..... Deutsch-Oesterr» Prag...... Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan...... Rio de Janeiro 5503,10 6851,40 8139,80 378,65 1573,- 1406,70 312,60 2781,50 5992,60 4684,10 1,55 605^>0 32,20 113,97 219,70 149,- *344,- Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Ällg. Slektr.-Ges. . . Felten A Guilleaume Schuckert-We^ke. . . Adlerwerke...... Daimler....... 4° 0 Hess. Staatsanl. Electron GrieSheim Dtsche. DereinSbank 12. 6. 1,65 1.7.14. Fr. 125.40 KurS 12.6. 77,50 110,- 135,- 83,50 403,- 312,- 302,- 290,— 556,- 417^0 315,- 249^5 293.- 1090,- 799,- 985,- 1000,- 1850,- 870,- 680,- 1174,- 725,- 644,- 680,- 840,- 645,- 491,- 446,- 79,50 770,- 6868,60 8160,20 660,35 1577,- 1409,30 318,40 2788,50 6007,50 4695,90 1,59 60630 32,30 114,27 220,30 150,50 *346,- KurS 13.6. 77,50 109,- 136,- 84,- 406,- 317,- 302,50 290,- 556,- 417,60 317, - 250,75 293,- 1098,- 814,- 1021,- 1035,- 1870,- 910,- 675,- 1220,- 738,- 644,- 693,- 795,- 675,- 499,- 444,- 7726 779,- 16,30 1,44 -^1 3,50 Berliner Devisenmarkt. Geld Dries Gcckd 2583,25 5516,90 13.6. 1,66 -,82 1,50 2^3 Markno tterun gen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Wechsel auf Holland....... Deutschland . . . . Wien........ Prag........ Paris........ London ....... Italien....... Brüssel....... Budapest...... Reuyork....... Agram....... Warschau . . . . . Kurs 12.6. 77.50 108,- 132 - 82,- 410,- 315,- 299,- 288,- 555,- 415,— 313,- 250. — 5568 - 7001,20 82600 682,10 1622,95 1428,20 318,10 2851,40 61C2L35 504X65 1,53 611,20 32,95 115,85 224*70 152,50 4419,- = 204^5 = 1.625 S 00)2 - 100)25 = 47.45 =™ 23.49 = 26.42.5 = 432» = 0.525 = 523.25 — 1.84 - 0,127 2043,30 5582.- 7018,80 8320,40 683,90 1527,05 1431,80 318r90 2856,60 61 >7)65 5056*35 1^7 612^0 330)5 116,15 225,30 153,50 4431,- L. Fr. Kr. r Züricher Devisenmarkt. 13.6. Datum ö" ,Dtfch. KrieaSanl. 4* A®tfcb. Reichsonl. 3° ,Drsch. Reichsanl. 4° 0 Preuß. Konsols Hamburg-Pakets . . Rorddeutscher Lloyd Eomm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Drsconto-Gesellschaft Dresdner Dank. . . Witteld. Ercditbank. Amstd.-Rotterd. 12434,40 2636,70 12*65,6012334,6512365,45 ------- 2576.75 7----- Aationalbank f. D. . 294, Doch. Gußstahlwerke 1025, Bud.-Eisenw.- Akt.. 806, D.-Luxemb. Bergw.. 970 Gelsenkirch. Derg w.. 980, Harpener Bergbau. 1840, Oberschi. Sisenb.-D. 850, Oberfchles. Sisenind. 680, Phönir-Bergb.- Akt. 1165, ----- * ‘ 725, letzte heute früh Mit 312 und bewegte sich tn den ersten Morgenstunden zwischen 316,50 und 315. An der Börse vollzog sich ein Wandel in der Art der gestern bevorzugten Papiere. Ramcntlich in oberlchlesilchen Attien trat heute eine Reaktion ein, so daß die Kurse anfangs etwas gedrückt waren: fpätcr waren sie erneut befestigt. Bescheiden waren die Hmsätze in Elettrizitätswerten Ehe- mische Attien fanden regere Beachtung. Autoalticn lagen nicht ganz einheitlich 3m Verlaufe traten Metallwerle durch regere Hmsätze hervor. Zucker- abrilaktien konnten sich gut behaupten. Im freien Verkehr wurden u. a folgende Kurse genannt: Deutsche Petroleum 1975. Benz 485. Lastauto 240, Gebrüder Fahr 535. Die Haltung der Kassa-In- dustriepapiere fann im allgemeinen als fest angesprochen werden. Auf die Abschwächung des Dollarkurses, gegen 1 Hhr 312,50, trat eine schwankende Haltung in Auslandswerten ein. Der Schluß blieb behauptet. Privatdiskont 4*Prozent. Frankfurt a. TL, 1*. Juni. Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Märkte. Frankfurter Obst- und Gemusemarkt. mc. Frankfurt a. 2L, 13. Juni. Aus dem Grvh-Frankfurter Gebiet war der heuttge Markt recht gut beschickt. Das Angebvt von Gelberüben, Kohlrabi und Kernerbsen war gegenüber dem Frertagsmarkt wesenllich besser. Kopfsalat war, ausreichend vorhanden, die Preise lagen aber in der Frühe unverhältnismäßig hoch. Auf dem Obsttnattt war die Nachfrage trach Erdbeeren sehr lebhaft. ES wurden durchweg höhere Preise gezahlt als S' ern. Kirschen hielten bei mäßigem Llngebvt settherigen Preis. — Beim Großhandel kostete der Zentner Karwffeln 190—250 Mk.; italienische 700 Wk.; Zwiebeln 850—950 Mk.; Spargel (erste Sorte) das Pfund 12—14 Mk.; Rhabarber der Zentner 150—130 Mk.; holländischer Blumenkohl das Stuck 18—23 Mk.; holländische Gurken das Stück 13—15 Mk.; Rettich das Stück 2—3 Mk. Bei Erzeugern wurden Gelberüben in Bündeln zu 3.80—4.00 Mk., Kernerbsen das Pfund zu 7—10 Mk., Kohlrabi das Stück 2.00—4.50 Mk., Spargel das Pfd. 8—10 Mk.. Kopfsalat das Pfund 250 Mk., die vvllentwickelte Staude 250—3.00 Mk., Römisch kohl das Pfund 6—7 Mk., Rhabarber 1.70—2.20 Mk., neue Zwiebeln das Bündel 1.20—150 Mk., Radieschen das Bündelchen 70—80 Pf., und Rettich das Bündel 1.00—1.20 Mark an geboten. Auf dem Obstmarkt kosteten Kttfchen der Zentner 800—1100 Mk., Erdbeeren das Pfnnd 26—34 Mk., und Stachelbeeren 7—8 OHt — Landbutter kostete da« Pfd. 72—74 Mk^Tafelbutter 75—78 Mk. Sier sind wieder im Preise gesttegen. Das Stück kostete 5.10-520 Mk (In einem Teil der Auflage wiederholl.) Sine neue Note der Reparation«kommisston an Deutschland Pari«. 13. Zuni (WTB.) Die Repara- tionSkornmission ist gestern zu einer ofsi- ziellen Sitzung zu kam menget ret en, um über den Text einer neuen Rote an Deutsch land zu beraten, die die Ergänzung des an- 31. Mai als Antwort auf die Rote der deutsche» Regierung vorn 28. Mai nach Berlin gerichteten Memorandum- barftellen soll. In diesem Memorandum hat die Reparationskvmmission sich Vorbehalten, einige noch ungeklärte Punkte, wie die Frage der Autonomie der Reichsbank und Maßnahmen gegen die Kapitalflucht, zum Gegenstand einer besonderen Mitteilung zu machen. Die Kommission, die gestern noch zu keinem cntgültigcr Entschluß gekommen ist. wird heule ihre Beratungen fortsehen. Der ,P e t i t Parisicn" teilt in diesem Zusammenhang mit, es sei wahr scheinlich. daß sich der Gedankenaustausch zwischen der ReparationSkommis- s i 0 n unb der deuts chen Regierung in nächster Zeit wieder sehr lebhast gestalten werde, da das Scheitern der internationalen Anleihe eine neue InflationS- to dl e in Deutschland vorauSsehen laste, der die Reparationskommission schon heute feste ®rcn zen zu ziehen beabsichtige. Hm die Teilnahme Frankreichs an der Haager Konferenz Paris, 13. Zuni. (WTB,) Auf der T a g c «• prhnung des heutigen Ministerrates steht unter anderem die Foaye der Tellnahme Frankreichs an der Konferenz im Haag ES handelt sich insbesondere darum, zu bestimmen, ob und in welcher Form Frankreich auf der Konferenz vertreten fein soll. Der „OK a t in" glaubt zu wissen, daß angesichts der bestehenden Meinungsverschiedenheiten zwischen der französischen und englischen Regierung die erstere voraussichtlich ablehnen wird, in eine Diskussion mit den Russen einzutreten. Sie wird sich unter diesen Hmständen darauf beschränken, sich gleich der Regierung der Vereinigten Staaten durch einen oder mehreren Beobachter auf der Konferenz vertreten zu lassen. Der Mmisterrat wird sich außerdem auch mit der Frage der Entsendung eines Vertreters der französischen Regierung nach Washington zu Verhandlungen über die Frage bei Kriegsschulden zu befassen haben. Abreise der britischen Delegation nach dem Haag. London, 13. Zuni (WTB.) Die britische Delegation für die Haager Konferenz fährt heute n^ch Holland ab. Sie umfaßt etwa 40 Mitglieder, einschließlich der Vertreter für Australien, San aha, Reu-Seeland, Südafrika unb Indien. Beendigung de« amerikanischen HilsSwerkes in Deutschland. Berlin. 13. Zuni Die seit Z-mi 1920 in Deutschland bZ'mdlichen amerikanischen Hilfsgesellschaften, besonders die Gesellschaft der Meunde (Quäcker). die Vrnga. Gesellschaft christlicher junger Männer, werden In aller Kürze ihre Tätigkeit in Deutschland aufgeben. Verschiedene deutsche Gesellschaften haben die Welter sühcung der Hilfsarbeiten, wie das Kinderhilfswerk. übernommen und werden es weiter führen. Ebenso ist auch das Hilfswerk für Rußland an besondere Vereine tretkrq?geben worden Das Hauptwerk der amerikanische:,' Liebesarbeit erreichte den Höhepunkt im Sommer 1921, als 1 010 000 unterernährte Kinder und Mütter in 8364 verschiedenen Plätzen ernährt wurden. Siu- uTtihTEur.aig Tonne» Rahrungsmittel wurden durchschnittlich täglich an über 500 000 TZüttcr verteilt. An Mitarbeitern wurden gegen 40 600 Personen beschäftigt, deutsche Aerzte standen ebenfalls zur Seite. Revolution in Mexiko. San Antonio (Texas), 13. Zuni. ®tnc revolutionäre Bewegung in ganz Mexiko durch Anhänger des Felix Diaz Regimes ist schon seit geraumer Zeit im Gange. Das mexikanische Kriegsdepartement zensuriert alle ausgehenden Rachrichten. Verschiedene Indianerstämme sind auf dem Kriegspfade und die Vagui-Indianer haben bei Tombstone und ®acum in Southern Sonora bedeutende Aufstände hervorgerufen. AIS Grund für die neuen Hnruhen wird angegeben, daß sie auf einen Hmsturz he« Obregon Regimes abzielen, well dieses sich der Kirche gegenüber feindselig gezeigt hätte und ebenso weil es bolschewistischen Steigungen zugänglich sei Felix Diaz" Aufenthalt selbst ist unbekannt, doch nimmt man an, daß er in Kürze hie Grenze überschreiten wird, um die Revolution selbst zu letten. Die Obregon-Regierung läßt alle ergriffenen Revolutionäre enthaupten. Verantwortlich für den politischen Teil: I.D.: Karl Walther. Doppelt haltbar sind Continental»Absätze. BOfiger und sparsamer im Verschleiß als Lederabsätze. Durch den neuen Sparkeil D. R. P. bleibt der Absatz rnmer gerade und ist dadurch restlos auszunutzen. Trag nur (gnfinenfal Absätze ElhäMich bei jedem Schuhmacher. So gwt wie Continental-Reffe«! 1 behördliche Anzeigen a) Tages-Angebot b) c) der a) Dofe 28.88 MM b) im Haase W. Borjans oeo«o 57008 W 20.89 ‘W 14.09 V 26.00 Schade & Füllgrabe 5692c Filialen in allen Stadtteilen. Schotten, Hauvtstratze 15. Nidda, Raun 26. 57118 Astoria-Lichtspielg | Vermietungen TüchtiaeS [oeoie MMwlIl Dietzen, den 14. Juni 1922. 5688V 06056 zu verkaufen. Stelle bei 06035 06062 gesucht von 5707 gesucht. Vereine | <*k. Dahmer, Neuenweg 40. Habe hier am Platze eine Filiale meines Geschäftes aus Hanan am Main eröffnet. 1 1 1 1 weg 9, Zimmer 3, entgegengenommen. Bietzen, den 14. Juni 1922. bekannt machen zu lassen. Bietzen, den 6. Juni 1922. steigert werden. Zusammenkunft im Provinzialwasserwerk. 3o Ißöfeo gefault: 1 Fahrrad, l Klavier, WWl für Lastwagen gelernter Schlosser, der auch Nevaraturarbeiten machen kann und nachweislich in gleicher Stellung war, für sofort nach Friedberg gesucht. Schrtftl. Angebote unter 5672V an den Gietz. Anz. Vergebung von Wafferlei'tungsarbeiten. Zur Erweiterung der Quellfastung für die Gemeinde Eberstadt sollen die Schürfarbeiten öffentlich vergeben werden. Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich, sind bis zum 20. d. Akts., vormittags 10 Llhr, bei uns einzureichen, woselbst die Eröffnung in Anwesenheit der Dieter erfolgt. Bekanntmachung deagtos-Berfleioergng öer Ml Kietzen Montagden |9.3uni u. Dienstag den 20. Ium soll das Heugras von den städtischen Wiesen auf (Brunb der vom Heff. Ministerium erlaffenen Verord- nung vom 15. 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Juni d. F., nachm. 3 Llhr, ttt der Turnhalle der Stadtmädchenschule, Schiller- sttahe 8, zu erscheinen. Es ist erwünscht, dah sich auch die Ettern zu gemeinsamer Besprechung mit dem Lehrerrat einfinden. Giehen, den 10. Juni 1922. 56378 Der Vorsitzende des Schulvorstandes: 3. D.: Dr. Sei b, Beigeordneter. Bekanntmachung. Aus der Karl Ludwig Kirsch-Stiftung sind 97,71 f Mark an bedürftige Giehener Bürger (Witwer und Wttwen) zu vergeben. , Meldungen nimmt das Wohlfahrtsamt, Abteilung Sttftungsamt, Gartenstrahe 2, Zimmer Ar. 14, bis 30. Juni 1922 entgegen. 56998 Giehen, den 10. Juni 1922. Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt.) Dr. Freh. Direktion deS Provinzialwafferwerks Inheiden. Ugemeitle Srtßfmntcnftifie Gieße« Die noch rückständigen Beiträge zur Krankenkaffe und Invalidenversicherung für den Monat April 1922 können noch bis zum 30. ds. Mts. ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieses Termins sind der Einzahlung auf unser Postscheck- Konto auch die Kosten beizufügen. Giehen, den 14. Juni 1922. 5710c Allgemeine Ortskrankenkasse Gietzen. 3. A.: H. Hinkler. M. Führma»«. für sofort gesuckt. 5653 Chr. Inderthal. Jüngerer kräftiger Lagmrbciltt gtflltzt. J. B. BlttuRer, 08055 Neustadt 56. Mädchen &S der Woche gesucht Frankfurter Str. 33 L Gärtnerei Rieger, Wiefecker Weg 19. Aelteres Fräulein 41 Jahre, sucht Stellung in frauenlosem Haushalt. Briese zu richten 0<013 Bleichstratzc 14 Htb. | VerkaMfo ) Zeklmse prelMekl MemM'Sölldili mit 4 O ungcn, au di Hündin und Junge einzeln, o«« W. Nenhanm, Lollar, Billa Lahnperle. Tel. & GrohbanKfiliale in Dad-2lauheim sucht für aussichtsreiche Dauerstellung für sofott oder 1. Juli mehrere Ächt. Beamte (Buchhaltung und Korrespondenz). Bezahlung nach Klaffe A, evtl, auch über Deichs- tarif. 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