Nr. 02 Erstes Blatt X12. Zahrgang Dienstag, H. März (922 GietzenerAnzeiger |tr General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrLHI'schc Unlv.vuch- -nd SteinOruderet H. Lange, rchristleitung. Seschäf,-stelle und Druckerei: Lchulstraste 7. Sonn- und feiertags. Monatliche Vrzuospreife: Mk t l.50 emfchl. Träger« lohn, durch die Post Mk 14. - einschl. Bestellgeld, auch bei Nichterschei« nen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fer n sprech - Anschlüsse: fürdieSchriflleilung 112; für Druckerei, Verlag und Geichasisstelle 51. Anschrift für Drohtnach« richten Anzeiger Siehrn. Vofl|(hedfonlo: Frankfurt a. M. 11686. Der Siehener Anzeiger erscheint täglich, äug' Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Steile örtlich 90 Pf, auswärt, 120 'Pf., für Sehlame« Anzeigen von 70 mm Breite 350 Pf. Bei platz- Vorschrift 200 0 Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Polthk. Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Giehen. Der Relchssparmrmster. Das sogenannte Mantelgefeh, welche- die 14 Steuergcsehe mit der Zwangsanleihe verknüpft, ist am Samstag in den Vereinigten V e i ch s t a g s a u s s chü f f e n überSteuerfragen als Initiativantrag der fünf Parteien Zentrum, Mehrheitssozialisten, Demokraten. Deutsche Dolkspartei und Bayerische Dolkspartei gegen die Stimmen der Deutsch- nationalen und der Unabhängigen angenommen worden. Das sogenannte Steuerkompromih ist damit perfekt und eine breite Mehrheit, die dem vielzitierten Block von Stresemann bis Scheidemann entspricht, hat sich hinter die Vorlagen gestellt, deren Annahme nunmehr gesichert ist. Ob sich aus diesem Steuerblock, wie man hofft, der politische Block entwickeln wird, bleibt ab- zuwarten: aber die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dah die Zwangsläufigkeit der Ereignisse sich nach dieser Richtung hin auswirken wird. 3m übrigen ist man sich in den parlamentarischen Kreisen darüber völlig klar, dah es mit der Durchdringung der Steuervorlagen allein nicht getan ist. sondern dah noch ein Mehr geschehen muh. wenn diese neuen schweren Opfer der deutschen Staatsbürger nicht umsonst gebracht werden sollen. Falls mit der Vermehrung der Einnahmen die der Ausgaben weiter Schritt hielte, danpi wäre das ein totes Rennen, bei dem der Steuerzahler zum Schluh auf der Strecke bleiben mühte. Die dem Reichstag zugegangene Denkschrift über die Kosten der Millionenheere von Beamten und nicht beamteten Hilfskräften beim Reiche, zu denen sich die bei den Ländern und Gemeinden gesellen, haben den Parteien ernstlich zu denken gegeben. Braucht man sich doch nur vor Augen zu halten, dah die Mehreinnahmen aus den Steuervorlagen glatt aufgesogen werden würden, wenn die Bewilligung der neuen Deamtenforderungen, die Mehrkosten von nahezu 50 Milliarden Mark verursachen würden, wirklich ernsthaft in Frage käme. Eben deshalb haben sich ja auch sowohl die Regierung wie die Parteien mit den in den Richtlinien der Deutschen Dolksvar- t e i ausgestellten Sparsamleitsgrundsähen rückhaltlos einverstanden erklärt. Wie notwendig eine sparsamere Gestaltung der Reichsverwaltung (und nicht minder der Verwaltung der Länder und Gemeinden) ist. das lehren uns die Ziffern des Etats, der sich bekanntlich auf nicht weniger als 265 Milliarden Mark beziffert. Freilich ist hierin die aus dem Zwangsvertrag von Versailles sich ergebende Belastung einbegriffen, deren Herabsetzung eine Frage für sich bildet und auch von der Gestaltung der äuheren Politik, der Weltlage abhängt. Aber neben dd. Bei Behandlung der Zwangsanleihe wurde mit 12 gegen 4 Stimmen (Arbeitgeber und ein Vertreter der freien Berufe) ein Antrag Hil- serding angenommen, nach dem der finanzpolitische Ausschuh die Emission der Zwangsanleihe für wirtschaftlich äußerst bedenklich hält. Die oberste Forderung der Finanzvolitik, nämlich Herstellung des Gleichgewichts im Staatshaushalt. bleibe unerfüllt. Die Inflation mit ihren verhängnisvollen Wirkungen dauere fort. Zugleich verderbe die Zwangsanleihe auf längere Zeit den Anleihemarkt und schädige den Kredit Deutschlands im Auslande. Der Ausschuh bedauert, dah nicht andere Arten der Kreditaufbringung versucht wurden, wie z. D. die Auflegung einer freiwilligen und goldwertbeständigen Anleihe, deren in Gold zu berechnende Zinsen und Amort«- sationsbeträge dem Besitz aufzuerlegen wären Für die „Rotgemeinschaft der deutschen Wissenschaft.- Berlin ,.13. März. (Wolff.) Der Haupt- ausschuß des Reichstags hat bei der Beratung des Etats des Reichswehrministeriums des Innern den von fast allen Parteien unterzeichneten Antrag, den Förderungsbeitrag für die „Rotgemeinschaft der deutschen Wissenschaft" von 20 Millionen Mark auf 40 Millionen zu erhöhen, angenommen. Aus der Deutschen Dolkspartei. Berlin, 13. März. Der Reichsaus» schuh der Deutschen Dolkspartei hat. der „Zeit" zufolge, einmütig die Tätigkeit der Reichstagsfraktion, insbesondere ihru positive Mitarbeit am Steuerkornpromih und den damit verbundenen Vorschlägen für die Wiederherstellung einer geordneten Finanzwirtschaft, gebilligt Es wurde eine Entschließung angenommen, in der der Parteileitung, der Reichstagsfraktion und den der Partei angehörigen preuhischen Ministern das einmütige Vertrauen des Reichsausschusses zum Ausdruck gebracht wurde. Die Abenteuer eines französischen Konsulats» sekretars. Berlin, 14. März. (Priv.-Tel.) Zu dem UeberfaH auf einen französischen Konsulatssekretär in Leipzig melden die Blätter aus Leipzig eine amtliche Darstellung, derzufolge sich der Konsulatssekretär in Begleitung der Tochter seiner Wirtin auf dem Heimwege befand, nachdem er mehrere Lokale besucht habe. Wegen der Dame haben sich dann mit mehreren anderen Herren Differenzen ergeben, die dazu geführt haben, dah der Sekretär vor seiner Wohnung mit dem einen der Herren in Tätlichkeiten geraten ist. Man nimmt an, dah dieser Herr ein nordischer Ausländer war. Wenn auch die Untersuchung des Falles noch nicht abgeschlossen ist, so kann jedenfalls mit Sicherheit gesagt werden, dah es sich bei dem Vorfall nur um eine Eifer -s suchtsszene gehandelt hat. Aus Stadt und Land. Sieben, den 14. März 1922. *• Zahlungen an Eisenba Hn-Ru Hegehaltsempfänger. Ab 1. April 1922 finden die vierteljährlichen -Zahlungen an Eisenbahn- Ruhegehaltsempfänger nicht wie b^/her viertel- jährUch. sondern monatlich statt. Zahlungen an Ruhegehaltsempfänger. welche auf ein Bankkonto überweisen lassen, werden hierdurch nicht berührt. Anträge auf Banküberweisung sind umgehend der Eisenbahnstationskasse Sieben vor- zulegen. ** Vom Dühnenvolksbund wird uns geschrieben: Allen denen, die noch im unklaren über die Ziele dieses Bundes sind, diene folgendes zur Erläuterung: Der Bund will keinen Menschen, keine Partei, keine Religionsgemeinschaft bekämpfen- er will aufbauen, alle Geister sammeln, die nach dem Lichte streben und das Dunkle, Häßliche, -Unreine verabscheuen, das jetzt so viele Bühnen überschwemmt. — Bei dem Suchen nach einem Ramen fand man, dah das Wort christlich dieses Streben am besten ausdrückt, im Gegensatz zu dem heidnischen Wesen, das sich unter allerlei Etiketten in alle Gebiete des Lebens eingeschlichen hat, besonders aber in die Erotik. Was sich hier als neu, als fortschrittlich anpreist, ist so alt, uralt. Es fand sich z. B. im Tempeldienst der Babylonier, dessen Nachahmung in Jerusalem, beiläufig gesagt, von den Propheten Israels aufs äußerste bekämpft wurde: es fand sich bei den alten Griechen, Römern und Aegyptern, wo Sklaven und Sklavinnen die Opfer des Sinnenrausches wurden. In den letzten Jahrzehnten nannte man es in Deutschland „sich ausleben" pder „Recht der Ratur". Und von Stufe zu Stufe sind wir ins Heidentum zurückgesunken,- in den Rackttänzen und im Reigen so ungefähr auf den Tiefstand Heliogabats, dessen widerlichen Schaustellungen die eigenen Söldner ein Ende machten, indem sie ihn totschlugen. Der Dühnenvolksbund verschmäht alle gewaltsamen Mittel, geht aber energisch auf sein Ziel los: Sammlung der Menschen, denen das Gewissen, die göttliche Stimme, kein belangloser Gegenstand ist, wie ein Dühnenschriftsteller in einer Fachzeitung es neuerdings zu verspotten beliebt. Krähwinkelbewegung nennt man den Dühnenvolksbund. Das ist nun ein Irrtum. DerAnstoß zu dieser Bewegung ging von ejner ganz Deutschland umspannenden Macht aus: Gießen ift cur ein Glied in der Kette. Was das Wort rückständig betrifft, das man uns als furchtbaren Donnerkeil entgegenschleudert, so ertragen wir es gern Mit Worten macht man Unwissende bange: die Waffe ist veraltet. Ebenso steht es um alle anderen Anwürfe. Der Bühnenvolksbund heißt alle willkommen, die ein Herz für Deutschland haben und an seiner Gesundheit, seinem Aufstieg mitarbeiten wollen. Entzweiung und Zersplitterung wird erst durch falsche Auslegungen hineingetragen. ** Diebstähle. Am 13. März wurden aus einem Geschäftshause in hiesiger Stadt in einem unbemerkten Augenblick, zweifellos von einem Bettler, eine goldene und eine silberne Herrenuhr im Werte von 12 000 Mark entwendet. Bor Ankauf wird gewarnt. — Bei dem in der Nacht zum 1. März d. 3- in das Selterswasserhäuschen auf Os- waldsgarten begangenen Einbruchsdieb- stahl kommen zwei auswärtige junge Burschen als Täter in Frage, die in Kassel, als sie im Begriff waren, das gestohlene Gut abzu- sxtzen, festgenommen wurden. Für etwa 1300 Mark Schokolade wurde bereits am nächsten - Vormittag am hiesigen Bahnhof beschlag- .nahmt, während die übrige Schokolade und ^die -Zigaretten in Kassel beschlagnahmt tour» den und dem Geschädigten nunmehr wieder zugestellt werden konnten. ** Ihr 25jähriges Geschäftsjubi- läum feiert am 15. März die Firma Mathilde Nachmann (Puh- und Modewaren), Inh. Frau Machilde Spier. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater. 7 Ähr: „Der keusche Lebemann". — Kalb. Vereinshaus, 8 Ähr: Dritter Bortrag der Gießener Frauenvereine. — Im Oberhessischen Kun st verein ist morgen Mittwoch die Ausstellung von 11 bis 1 Ähr und am nachmittag von 3 bis 5 Ähr ge- öffnet. Am Donnerstag bleibt die Ausstellung wegen teilweiser Aenderung geschlossen. Zur Waldbühne-Auffüh rung am Donnerstag wird uns geschrieben: Die Gießener Waldbühne hat in freundlichster Weise den Ertrag chrer Aufführung, auf die schon hingewiesen wurde, in den Dienst der Kriegswaisenpflege gestellt. Wir hoffen dadurch eine große Anzahl dieser Kleinen mit einem Nahrungszuschuh bedenken zu können. Besonders sei noch auf die Gesangseinlagen von Schülern und Schülermnen der Oberrealschule, die von Herrn Studrenrat Die Pforte öe$ Paradieses. Roman von Ingeborg Dollquartz. Berechtigte Ueberfetzung aus d?m Dänischen. 10. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Nein, das nicht," sagte Frau Inger ruhig und fest. „Wir wissen nur, daß du keinen Lärm magst. und geben uns Mühe, still zu sein, weil wir dich Heb haben." -Mell ihr mich lieb habt?" wiederholte er müde und legte die Hand über die Augen. „Ach Inger, wie lange wird das noch weitergehen?"' Frau Borris ging zu ihrem Manne hin, umsaßle seinen Kopf mit den Händen und küßte ihn liebevoll. „Ich werde niemals damit aufhören, Jens das weißt du wohl," sagte sie. Er drückte seinen Kopf an ihre Schulter tote em Kind, das Schuh bet seiner Mutter sucht. "Ach, irgend einmal wirst auch du müde werden — wie alle andern!" flüsterte er. „Mutter I" ries Ellen draußen vor der Tür „Marthe fragt, ob du kommst. Großtante war bange, du kämest überhaupt nicht." „Alle rufen nach dir!" rief der Hauptmann beinahe böse. „Änd immer gehst du von mir!“ »Aber Jens!" sagte Frau Inger lächelnd „Wir dürfen doch über uns selbst die andern nicht ganz vergessen. Ich komme ja bald wieder herunter." »3a, ja," sagte der Hauptmann und strich sich mit der Hand über die Augen. „Geh nur and grüße Tante Ellinor von mir." Krauß ernstudiert, Lönslieder und Lieder zur Laute bringen werden, aufmerksam gemacht. — Die Gießener Radfahrergesellschaft von 1 89 6 „Die Wanderer" hat ihre alte Bereinstätigkeit wieder ausgenommen. In der kommenden Saison sollen sämtliche Sportarten der Räder, vornehmlich die so sehr beliebten Wanderfahrten wieder ausgenommen werden. Heute abend findet im Dereinslokal »Hindenburg" die diesjährige Generalversammlung statt. Landkreis Giesren. X Wieseck, 13. März. Endlich kam — durch den Streik verschoben — das Konzert unseres Männerquartetts Harmonie zustande, und wieder wurde, wie so oft, was lange währte, gut Ein aufnahmefreudiges Publikum füllte den großen Saal von Braun bis zum letzten Platz: vertreten war in ihm noch Gießen und Frankfurt a. M, von wo beste Kräfte mit Einheimischen in Chor und Orchester trefflich zusammenwirkte.t. Das feit 1902 bestehende Frankfurter Doppelquartett, bei seinem langjährigen Dirigenten Karl Kern in guten Händen, hatte Sänger geschickt, die schon gleich mit Seiberts „Maiennacht" die Herzen gewannen und deren Tenöre besonders im Pianissimo ihren ganzen Reichtum zu entfalten vermochten. In Hugo Hüngsts schlichtem „Ständchen aus dem 17. Jahrhundert" langten sie in die ferne Vergangenheit und in den beiden in der Stimmung so grundverschiedenen Zugaben, dem neckischen „Spinn, spinn" (Schauß), bei dem man sich in eine echte Spinnstube verseht meinte und dem choralmäßigen „Der liebe Herrgott hält die Wacht" (Eiles) zeigten die Vortragenden die Fähigkell eines sicheren seelischen Mitklingens, wie int Scherz, so im Er.tst: sie halfen auch dem hiesigen, z. Z. 13 Öllann ft irlen Männerquartett bei der Bestreitung seiner Nummern: Vinete (Heim), Mein Lied (Äthmann), wo — dort im Verllingen, hier im Jauchzen — bekannte Vorzüge, einer trefflichen Aussprache, unverloren sich zeigten: auch die Wiesecker bewiesen innige Vertrautheit mit den Gedanken der Komponisten in dem überschäumenden „Junge Lieb und junger Wein" (Angerer) und dem kindlich-innigen Wiegenlied von Brahms. Der Stimmungswechsel kam in Sauers Episode aus dem Zigeunerleben „Hinterm Dorfe fließt die Szamos" packend zu Wort. Als Solist trat aus der Schar der Gäste Herr Hormann (Tenor) vorteilhaft heraus, einer stimmlichen Indisposition kühn trotzend mit Heinz' „Ein treuer Freund" und dem Wanderlied von Schumann. Mit dem Quartett wetteiferte ein in der ganzen Besetzung einmütig gleicherweise dem Dirigentenstab Otto Manks folgendes Orchester: diesem, unseren durch seinen Beruf als Telegraphensekretär nach Frankfurt verseytenMit- bürger ist wohl in erster Linie das Zusammenwirken von Großstadt und Vorort zu verdanken. Der Cellist des Orchesters, Herr Schröder- Gießen, zeigte in „Col Nidrei" von M. Bruch eine feine Technik. Das Orchester eröffnete mit Drülls Ouvertüre zur Oper „Das goldene Kreuz", übertraf die Erwartungen bei der großen Fantasie aus Gounods Faust. Nach der Ouvertüre „Raymond" von Thomas und einem flotten Walzer von Ohlsen schloß es den schönen Abend mit dem Marsch „Regimentskinder" von Fucik. *Sch. Alt en-Bus eck, 12. März. Heute nachmittag fand im Saale des Gastwirts Rühl eine Schulfeier statt, die zahlreich besucht war. Die Schüler der Oberklasse trugen Gedichte ernsten und heiteren Inhalts vor. Der Gesang einer großen Zahl mehrstimmiger Lieder, zum Teil mit Klavierbegleitung, sowie die Vorträge des Schüler-Streichquartetts gaben dem Programm eine äußerst gelungene Abwechselung. Alle Darbietungen waren vorzüglich und bezeugten, daß mit wenig Mitteln auch in kleineren Orten voller Erfolg erreicht werden kann. Am Schlüsse wurde Herrn Dr. Nicolai und allen Mitwirkenden der Dank für die genußreiche Feier ausgesprochen. Am nächsten Sonntag findet eine Wiederholung im nämlichen Saale statt. * Allen dorf (Lahn), 13. März. Am Samstag fand im Gasthaus zum „Grünen Grund" das Stiftungssest des Gesangvereins „Einheit" statt. Die von Lehrer Jung eingeübten Chöre wurden mit gutem Eindruck ausgenommen, ebenso die Aufführungen: „Der Glockenguß zu Breslau" und „Der Wildschütz". Der Abend nahm einen schönen Verlauf. tt Allendvrf a. d. Lda.. 12. März. Heute nachmittag hielt der Dienenzüchterverein Lumdatal hier seine Frühjahrsversammlung im Gasthof zum Bahnhof ab. Nach der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden, Lehrer Adam, erstattete der Rechner den Jahresbericht, der bei einer Einnahme von 521 Mk. und einer Ausgabe von 492 Mk. mit einem baren Vorrat von 29 Mk. abschloß. Nachdem dem Rechner Entlastung erteilt war, verlas der Vorsitzende einen sehr anregenden Vortrag über das Thema: „Starke Völker". Er führte u. a. aus: Weide und Volk kann der Züchter beeinflussen und die Entwicklung des Volkes so leiten, daß es puf die Höhe der Sammelkraft kommt. Deshalb dürfen nur starke Völker in den Winter genommen werden, die genug „Verstimmt es dich, toeim ich gehe?" fragt Frau Borris und sah ihren Mann bekümmert an. »Rein, nein, geh du nur.“ Er blieb stehen und sah ihr nacch bis sich die Flurtür hinter ihr geschlossen hatte: dann ging ec zurück zu seinem Platz auf dem Sofa und mar- melte: „Was hätte ich davon, wenn du bei mir bliebest, wenn ich doch sehe, daß all» deine Gedanken bei andern sind!" Viertes Kap itel. Die große westindische Mahagonibettstelle, die beinahe schwarz war vor Aller, stand mitten im Schlafzimmer. Vier hohe gewundene Säulen tragen einen weißen Betthimmel: aber statt des Moskitonetzes, das früher daran befestigt gewesen war, zog sich, jetzt eine ellenbreite Spitze herum, die dem Betthimmel ein merkwürdiges baldachinähnliches Aussehen verlieh. In dem breiten Bett, von vielen tlemen Kissen 8-eJ Ia9 achtzigjährige Frau Ellinor Borns. Das kleine gelbliche, von weißen Haaren eingerahmte Gesicht in den weißen Kissen sah ganz leblos aus. Die eingefallenen Augen waren geschlossen, und wären nicht die etwas pfeifenden Atemzüge zu hören gewesen, so hätte man glauben können, die alte Dame fei bereits tot. Mer im selben Augenblick, wo Frau Inger über die Schalle trat, schlug Frau Ellinor die Augen auf: damit kam ein merkwürdiges Lebrn m das alte runzelige Gesicht, und sie sagte lächelnd: „Guten Abend, meine Liebe." ilnb so schwach wie sie war, streckte sie doch ' "yt Mägk^er Anmut die Hand a ls und bat die i Ochste, auf dem niederen Sessel am Bett Platz 1 zu nehmen J Wmtervorvat haben und gut verpackt sind. Königinzucht und Schwarmverhinderung sind zu beachten. Nach dem Vortrag, der eine ausgedehnte Aussprache veranlaßte, wurde über die Beschaffung von Zucker zur Herbstfütterung gesprochen und der Vorstand des Hauptvereins beauftragt, keine Mühe zu sparen, um den Zucker zu be» schaffen. Als Vertreter des Vereins bei der diesjährigen Ausschußsitzung wurde Bahnmeister Hilz gewählt. △ Grohen-Duseck, 13. März. Der hiesige Kriegerverein feierte gestern sein fünfzig- lähriges Bestehen. Es sand ein Vortrag statt, an den sich humoristische und musikalische Darbietungen schlossen. — Hier starb der Altveteran Christoph Rohrbach I. im Alter von 74 Jahren. Er nahm im 2. Hessischen Ins.-Reqt Nr. 116 am Feldzug 1870/71 teil. — Bellersheim, 14. März. Der hiesige Damenchor unter Leitung des Lehrers Deitz veranstaltete am vergangenen Sonntag einen Änterhaltungsabend, der in allen Tellen einen wohlgelungenen Verlauf nahm. Theaterstücke, Couplets usw. füllten den Abend aus und in den Zwischenpausen konzertierte eine Musikkapelle. Kreis Alsfeld. △ Alsfeld, 13. März. Die Dau-, Wald- und Landarbeiter hielten im Stadtpark eine Versammlung ab, die sich mit dem Lohntarif beschäftigte. Nida- Frankfurt erstattete Bericht über die Tätigkeit des Derbandsvorstandes und brachte den neuen Lohntarif zur Kenntnis. Es wurde durch die anschließende Aussprache festgestellt, dah es noch Landarbeiter mit einem Stundenlohn von 4,50 bis 5 Mk. gibt. △ Grebenau, 12. März. Die Lichtleitung macht jetzt auch in der äußersten Nordspihe der Provinz Oberhessen gute Fortschritte. Die Orte Dieben und Lingelbach sind dieser Tage in den Besitz des Lichtes gekommen. Die Dörfer Schwarz, Ädenhausen und Eulersdorf sind nahezu fertig angeschlossen, Grebenau kann etwa in vier Wochen sein Lichtfest abhalten. Kreis Schotten. e. Eichelsdorf, 13. März. Für die Inhaber der hier während des Krieges errichteten Gendarmerie st ation soll in diesem Frühjahre eine Dienstwohnung erbaut werden. Die Bauleitung liegt in Händen des hessischen Hochbauamtes Schotten. Kreis Lauterbach. △ Lauterbach, 13. März. Ein Hchlag- ansall machte am Sonntag dem arbeitsreichen Leben unseres Bürgermeisters Stöpler plötzlich ein Ende. Herr Stöpler war eine bekannte Persönlichkeit. Bis zur Revolution gehörte er in mehreren Wahlperioden dem Hessischen Landtage als Abgeordneter für den Vogelsberg an. ©einem Wirken hat der Vogelsberg manche Fortschritte mit zu verdanken. So setzte er sich für die Erbauung der Vogelsbergbahn, die Ausdehnung der elektrischen Äeberlandzentrale Oberhessens bis in den Vogelsberg, und die Förderung des Hutweidenwesens ein. Als Bürgermeister stand er 33 Jahre an der Spitze unserer Kreisstadt. Mit rastlosem Fleiße hat er an der Verschönerung der Stadt gearbeitet, die Kanalisation wurde erbaut, ein Elektrizitätswerk errichtet, die Wasserleitung angelegt und vergrößert, und so noch manches andere Gute geschaffen. Während des deutsch- französischen Krieges diente er im 2. Hessischen Infanterie-Regiment 116 in Gießen. Der Verstorbene erreichte ein Alter von 73 Jahren. △ Wernges, 12. März. Dem hiesigen Lehrer wurden in der Nacht seine beiden hoch- trächtigen Ziegen von zwei Wolfshunden zerrissen. Die eine war bis auf Kopf und Deine vollständig verzehrt, die andere stark angefressen. Kreis Friedberg. Dad-Nauheim, 12. März. Äm eine Reihe von Werkanlagen aus der Vogelschau photographieren zu lassen, hatte sich die Meguin- A.-G. ein Flugzeug der Deutschen Luftreederei von Leipzig bestelltt Es kam am Freitag tro hungünstiger Witterung nach zweistündiger Fahrt von Leipzig in Butzbach an. Gestern und heute erfolgten die photographischen Ausnahmen, die das Flugzeug auch nach unserer Badestadt führten. Es wurde hier stürmisch begrüßt, zumal es sehr niedrig flog. — Das herrliche Frühlingswetter führte heute viele Ausflügler aus den benachbarten Städten nach hier. Starkenburg und Rheinhessen. wd. G r o ß-G er au, 13. März. Die an Stelle des „Darmstädter Tagblatt" erschienenen „Hess. Neuesten Nachrichten" sind vorläufig vom Delegierten der Rheinlandkvmmission in Groß- Gerau für drei Tage verboten worden. Kreis Wetzlar. ra. Dornholzhausen (Kr. Wehlar), 13. März. Äm unser Kirchengeläutewieder zu vervollständigen, hat die Gemeinde bei der Firma Ninker-Sinn zwei neue Glocken bestellt. „Wie geht dir's, Tante Ellinor?" fragte Frau Inger und gab der ihr gereichten Hand einen leichten Druck. „Schon recht," lächelte die alte Dame ihr entgegen. „Ich Eün des Regens und Sturms und der ewigen Finsternis hier bald recht müde. Ich sehne mich nach Licht unb Sonnenschein. Änd wie geht es dir? Du siehst auch aus, als ob du dich nach, Licht und Sonne sehntest." „Ach, Tante Ellinor, ich will nicht Nagen." Frau Inger machte einen Versuch zu lächeln, muhte sich aber in die Lippen beißen, um nicht in Tränen auszubrechen. S^e fühlte sich so unruhig und gequält, vielleicht darum, weit ihr noch nie so deutlich, tote an diesem Abend, zum Bewußtsein gekommen war. daß Tante Ellinor, ihr einziger Trost, nur noch wenige Tage zu leben hatte. „Warum willst du dich stärker stellen, als du bist, Kind? Meinst du denn, du könntest mich hinters Licht führen?" Tante Ellinor schüttelte leicht den Kops und fuhr bann fort: „Man fängt an, klar zu sehen, wenn man der Well Lebewohl sagen soll. Ich will nicht zudringlich sein, Kind — aber ich bin alt, meine Augen haben viel gesehen: vielleicht könnte ich dir doch helfen." „Nein, Tante Ellinor, nur kann niemand helfen," sagte Frau Inger und machte einen tapferen Versuch, zu lächeln. „O, du willst dir nur nicht helfen lassen. Aber du solltest doch, wissen, so dumm und kindisch es ist, sein Herz fremden Blicken zu offnen und seiner Freude oder seinem Leid oder auch seinem Groll Gleichgültigen gegenüber ben Lauf M lassen, ebenso verkehrt, ebenso engherzig und ra. Braunfels, 13. März. Dem Beispiel der Kreisstadt folgend hat sich auch hier ein Mieterschutzverein gebildet. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 13. März. Eine Gesellschaft beabsichtigte hier nach spanischem Muster die Abhaltung von Stiergefechten und bewarb sich bei dem Polizeipräsidenten um die Erlangung der Konzession. Das Polizeipräsidium hat das Ansuchen glatt abgelehnt, da es sich auf den begrüßenswerten Standpunkt stellte, daß ein Bedürfnis dafür nicht vorhanden sei. Hessischer Evangelischer Landeskirchentag. rm. Darmstadt, 13. März. Die heutigen Beratungen wurden unter dem Vorsitz des Präsidenten O. Dr. Diehl nachmittags 3,15 Ähr begonnen, nachdem Pft. Knodt (Wimpfen) das Gebet gesprochen. Zunächst wird der Antrag des Erweiterten Oberkonsistoriums auf Errichtung eines^llrchlichen Landesjugendpfarramtes beraten. Prälat Euler gab hierzu eine eingehende Begründung. — Abg. Fritsch begrüßt die Vorlage. Rbg. Dr. S ch i a n schließt sich den Vorrednern an. Ein Novum sei allerdings, dah die Wirksam- leü aus acht Jahre zeitlich begrenzt wird. In dieser Richtung müsse man in Zukunft besondere Bestimmungen treffen. Prälat Euler hält es für richtig, einen nicht zu langen Zeitpunkt festzusehen tote s. Zt. bei den Missionsgeistlichen. — Der Antrag wird angenommen. An der vereinten evang.-protest. Gemeinde Offenbach soll eine neue Iugend-Pfarr- st e l le errichtet werden. Die Vorlage wird nach Bericht des Abg. Fritsch angenommen. — Auch die Errichtung einer Pfarrstelle an der evangelischen Gesamtgemeinde Darmstadt für die Kea n» f e n b ä u f e r, die durch Abg. Kleeberger begründet wird, findet Annahme. Der Pfarrer soll auch ein Stück Gemeindearbeit leisten. Einen Teil der Kosten tragen die übrigen Gemeinden. Von dem Kirchspiel Kirchbrvmbach sollen einzelne Orte tote Affolterbach, Kilsbach, Vierbach und Vallbach an das Kirchspiel Brensbach und Langenbrombach nach Kirchbrombach zugeteilt werden. Der Antrag findet Zustimmung. Die Filialgemernde Klein-Gerau soll von Gr.- Gerau losgelöst und mit der Gemeinde Worfelden zusammen eine selbständige Gemeinde bilden. Abg. S c r i b a wünscht einen bestimmten Termin, den 1. April, festzusehen. Die Zuteilung der Evangelischen des Hofgutes Oppelshausen zu der Pfarrei Stammheim wird genehmigt. Die Reformierten in Mitlerstein, welche seither zum Kirchspiel Schlierbach gehörten, wollen der Kirchengemeinde Fürth zugetellt werden, was nicht beanstandet wird: die Bewohner des Weilers Wünsch bach. L O. wollen von Reichelsheim abgetiennt und nach Kirch-Brombach angeschlossen werden. Der Antrag wird genehmigt. Die Deutsche Gesellschaft zur Förderung der evang.-theolog. Wissenschaft, Gruppe Hessen, hat um eine Änterstühung nachgesucht. Es waren 2000 Mk. vorgesehen, doch tritt Abg. Dr. Sch ian in warmen Worten für die Summe von 5000 Mk. ein. Der Antrag findet Annahme. Die Sitzung wird um 4 Ähr geschlossen. — Nächste Sitzung Dienstag 8l/2 Ähr. Kirche und Schule. . * Freie Lehrer st eile. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besehende Schulstelle zu Großen-Duseck, Kr. Gießen. )( Liß berg, 11. März. Wie man hört, wurde zum Pfarrer unseres Städtchens Pfarrer Adam aus Vielbrunn ernannt. Pfarrer Adam war seither Pfarrer in Hammelbach, Schaafheim und seit 1914 in Vielbrunn im Odenwald. Er wird bald nach Ostern nach hier übersiedeln. )( Gelnhaar, 11. März. Gutem Vernehmen nach wird bald nach Ostern unser Orts- geistlicher, Pfarrer Schultheis, seinen Dienst in der hessischen Landeskirche aufgeben, um als Leiter des Siedlungswerkes und der Volkshochschule des Neuen Werkes nach Schlüchtern zu ziehen. Pfarrer Schultheis war, nachdem er vorher in Birkenau und 6 Iahre als Pfarrer von Herrnhaag in Büdingen tätig gewesen war, im Jahre 1919 nach hier gekommen. )( Darmstadt, 11. März. Für den allgemeinen Buß- und Bettag, der nach alter frommer Sitte in unserer hessischen evangelischen Kirche am Sonntag Palmarum begangen wird, hat das Oberkonsistorium folgende Tezte bestimmt: Ieremia Kap. 2, Vers 13: Mein Volk tut eine zwiefache Sünde, mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich hie und da ausgehauene Brunnen, die doch löcherig sind und kein Wasser geben, und Matthäus Kap. 5, Vers 6: „Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden." hochmütig ist es, aufrichtiger Teilnahme gegenüber sein Herz zu verschließen." »Tante Ellinor, du weißt wohl, daß es nicht Hochmut ist, wenn ich am liebsten über mich selbst schweige," flüsterte Frau Inger. „Nein," erwiderte die Kranke lächelnd. „Du gehörst nur zu den Menschen, die leichter geben als nehmen. Du gehörst zu denen, meine Liebe, die immer auf neue Pflichten ausgehen, die dazu geschaffen find, sich Lebensaufgaben aufzuladen. ,Laß mich — laß mich —nicht wahr?" „Tante Ellinor, du kannst es nicht ertragen, so viel zu reden." „Ei, ei, du kannst wohl nicht ertragen, die Wahrheit zu hören," lächelte die Kranke, die ganz lebhaft wurde. »Dock), von dir schon, Tante Ellinor," er- toiberte Frau Inger. „Aber du weißt doch-, wenn Nora dagewesen ist, dann —“ „Dann hast du für den Tag nicht noch mehr Schelte nötig," vollendete Frau Ellinor den angefangenen Sah. -2lch. ich kann nicht gerade sagen, daß mich Nora ausschilt," wandte Frau Inger ein. „Aber sie hat über alles ihre eigene Meinung, und da sie Jens' einzige Schwester ist, und wir doch einmal verkehren müssen, so will ich sie nicht durchs Widerspruch reizen." „Sehr tlug von dir," stimmte Tante Ellinor bei und machte eine anerkennende Bewegung mit der Hand. „.Wenn du im Fluß leben mutzt, so mach dich gut Freund mit den Krokodilen«. Aber du kennst doch ihre Redensarten. Hatte sie heute etwas Neues?" (Fortsetzung folgt) Schwurgericht. Dießen, 11. März. Unter dem OSotfÜ) des Landgerichtsrats Schade tourte am 9. und 10. d. Mts. gegen den Arbeiter Wilhelm H i h e I, den Landwirt Karl Burger und den Dahnarbeiter Friedrich D o pp von Trais-Münzenterg, sowie den Kaufmann Georg D e ck e r von Gartenteich verhandelt. Cs tourte ihnen zur Last gelegt, am 20. 11.21 zu Trais-Münzenberg: 1. Hinel, Burger und Decker vorsätzlich den Karl DeduS von Münzenterg gemeinschaftlich mittels gefährlichen Werkzeugs unb hinterlistigen älebcrsalls körperlich mißhandelt zu haben- 2. Bopp die vorgenannten zu dieser Körperverletzung des Debus angestiftet zu haben; 3. Hitze! und Burger durch eine wettere selbständige Handlung den Debus gemeinschaftlich derart mißhandelt zu haben, daß hierdurch dessen Tod verursacht wurde. — Als Verteidiger waren die Rechtsanwälte Dr. Katz, Fischer. Dr. Spohr und Dr. Aaron tätig: die Anklage vertrat LtaatSanwalt Finger. Die Beweisaufnahme ergab folgenden Sachverhalt: Am 20.11.21 hatte der Karl Debus von Münzenterg sich dort mit einem Mädchen namens M. von Trais-Münzenberg getroffen, diese abends nach ihrem Ort zurückgebracht und war bei ihr aus ter Straße stehen geblieben. In Münzenberg war auch der Angeklagte Decker gewesen und hatte die M, mit der er bisher ein lHerhällnis gehabt hatte, bei dem Debus gesehen. Er suchte daher in Trats-Münzenberg eine Gelegenheit, um mit ter M. zu sprechen. Während er auf ter Straße wartete, der Angeklagte Bopp zu ihm und reizte auf, bei seinem Mädchen stünde ein Münzeitoerger, daS dürfe er sich nicht gefallen lassen, sie würden ihm schon helfen. Bopp alarmierte nun auch die in ter Mörschelschen Wirtschaft befindlichen Trais-Münzenberger Burschen und diese verfolgten zunächst einige auf dem Heimweg befindliche Münzenberger, die sie mit Steinen und Flaschen bewarfen. Als die Angeklagten Hihel und Burger, die den Münzenbcrgern am weitesten gefolgt waren, im Ort mit Decker und Bopp zusammcntrafen, machte letzterer auch sie darauf aufmerksam, daß noch ein Münzenberger im Ort sei, der bei dem früheren Mädchen des Decker stehe. Hitze! und Burger, die sich schon früher mit Lattenstücken bewaffnet hatten, eilten dorthin: Decker und Bopp gingen nach Als erstere den Debus sahen, gingen sie auf ihn zu und Hihel schlug ihm unversehens von hinten mit ter Latte derart auf den Kopf, daß eine blutend« Wunde entstand. Als Debus sich bückte, offenbar um das Blut abzuwischen, stieß ibn Hihel von hinten um. Daß bei diesem Vorfall auch Burger den Debus geschlagen hat, war nicht festzustellen. Hihel und Burger verschwanden plötzlich und Decker, nochmals von Bopp aufgereizt, schlug nun mit einem zwei Finger dicken Stock auf den wehrlosen Debus ein. Nachdem er sein Mütchen an ihm gekühlt Halle, veranlaßte er ihn, seinen Heimweg nicht durch das Dorf zu nehmen, weil er da noch mehr Schläge bekomme, sondern durch die Gärten sich davonzumachen Kaum war Debus fort, als Hihel und Burger sich wieder einfanten und den Debus suchten: sie drohten dem Decker^ falls er ihn habe flüchten lassen, mit Schlägen^ Decker zeigte ihnen ten Weg, den Debus ein- geschlagen hatte. Beide eilten ihm nach und holten ihn auch bald ein. Hihel versetzte ihm mit einem Prügel einen derartigen Schlag auf den Kopf, daß Debus zusammenbrach. Dann wurde er von beiden oder einem von ihnen (genaue Feststellungen waren nicht möglich) auf das brutalste Behördliche Anzeigen 8I1MNEQ A-G • KARLSRUHE-Gt>ÖNW1f. ^lejea □□□□□□□□□□□□□□□□ I ? 01925 Kinde oeiucfjt. 3 Uhr, in Dutenhofen statt. 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Die polnische Presse ist voll Jubels über die durch Gewaltmittel aller Art und Einschüchterung des deutschen VevölkerungSteileS nur allzuschnell erreichte starke Verminderung der Zahl der Deutschen in den verlorenen preußischen Ostgebieten. 3n einigen polnischen Blättern werden Vergleiche des bisher noch nicht veröffentlichten Ergebnisses der Zählung der Zivilbevölkerung in Len ehemals preußischen Landesteilen vom September 1921 mit den Ziffern der Volkszählung von 1910 angestellt; dazu wird allerdings bemerkt, daß die Vergleichung deshalb nicht genau ausfallen könne, weil sich ein Teil der Polen 1910 als deutsch bezeichnet habe. AehnlicheS könnten wir ja aus ähnlichen Gründen umgekehrt für 1921 annehmen, z. V. für die Kassubei, das Gebiet nordwestlich von Danzig. Aus der polnischen Zusammenstellung greifen wir einiges heraus: Graudenz, Kreis und Stadt zusammen, hat von seinen annähernd 63 000 Deutschen soviel eingebüßt, daß eS heute noch 24 000 sind gegenüber etwa 53 000 Polen. Thorn, Kreis und Stadt, hat von 58 000 Deutschen noch knapp 17 000 gegenüber 76 000 Polen. Soldau hat von über 9000 Deutschen weniger als 600 ein» gebüßt, Kreis und Stadt S ch w e tz dagegen von 42 000 fast die Hälfte verloren. 3n der ganzen WvjewvdfchaftPomerel- len (Westpreußen) find von über 424 000 Deutschen noch 196 000 übrig gegenüber 743 000 Polen, unter denen allerdings die durchaus deutsch kultivierten K a s s u b e n sämtlich mitgezählt sind. 3n der W o j e w o d « schäft Posen sind in Stadt und Kreis Bromberg von über 105 000 Deutschen noch reichlich 41 000 übrig gegenüber knapp 100 000 Polen; die zweifellose deutsche Mehrheit ist zu einer Minderheit von */3 der Bevölkerung zusammengeschrumpft. 3n G n e s e n haben die 21 400 Deutschen die reichliche Hälfte verloren; sie stehen mit 10 000 den 47 600 Polen gegenüber. 3n Kreis und Stadt O st r v w o ist noch - c der früheren deutschen Bevölkerung übrig mit 1600 Köpfen neben 46 000 Polen. Aehn- lich ist eS in der Stadt Posen: anstatt 65 000 Deutscher gibt es noch 11 000, daneben 159 000 Polen; die beiden Kreise Posen-Ost und »W e st haben von reichlich 21 000 Deutschen noch 9000 neben über 87 000 Polen. Nur im KreiseAdelnau hat sich die deutsche Bevölkerung gegen 1910 vermehrt, weil ihm Teile der Kreise Nam 6 lau und Groß-Warte n b c r g angeschlossen sind. Die ganze Wojewodschaft Posen zählt heute 351000 Deutsche gegenüber 678 000 von 1910 und über 1 600 000 Polen. Die „Gazeta Gdanska" berechnet nach dieser Statistik, daß die Wojewodschaft Posen heute 82* 1/? Prozent Polen und IZ’/a Prozent Deutsche zähle gegen 39 Prozent im Jahre 1910. Die Stadt Posen habe anstatt der früheren 42 Prozent nur noch 6‘/a Prozent. Die Wojewodschaft Pome- rellen zähle 79 Prozent Polen und 21 Prozent Deutsche; das ist der „Gazeta" ein Beweis, daß dieser Landesteil „ebenso polnisch ist wie der Posensche, umsomehr, als auch die Städte, bisher Horte des Deutschtums, eine erdrückende polnische Mehrheit aufweisen": Thorn 1910 66 Prozent, heute 14 Prozent Deutsche; Graudenz früher 84, jetzt 28 Prozent Deutsche. Diese schnelle Umwandlung sei ein Beweis für den „rein polnischen Charakter dieser Landesteile". Wir Deutschen sind leider gezwungen, eine andere Schlußfolgerung zu ziehen. Die Zahlen beweisen, daß man die deutschen Bewohner mit Gewalt und abermals Gewalt schikaniert und in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht hat, enteignet und vertrieben hat, daß man „entaermanisiert" hat wider Recht und Gesetz, daß man sich den Teufel scherte um Gesetze und Derttäge über den Minderheitenschutz, daß man das Land um jeden Preis polnisch machen will. Die Folgen der „Entgermanisierung" bleiben nicht aus: das einst blühende Land ist wirtschaftlich und kulturell im Niedergänge. Die enteigneten deutschen Besitzungen werden öffentlich feilgeboten, ober es sind keine Polen da, die sie bewirtschaften können. Trotzdem tobt der polnische Haß gegen alles Deutsche weiter; er ist stärker als jede wirtschaftliche Einsicht. Tagung des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes in Gießen. Man schreibt uns: Am Sonntag hielt der Gau Hessen und Hessen-Aassau des Deutschvölkischen Schutz- und Druhbundes im Hotel Grohherzog zu Gießen seinen Gautag für 1922 ab. Vertreter zahlreicher Orte, in denen Ortsgruppen des Deutschvölkischen Schutz- und Truhbundes bestehen, waren zu diesem Tag erschienen. Eine seiner Hauptaufgaben sieht der Bund in der Bekämpfung des Schmutzes in Theater, Kino und Literatur. Seine Hauptarbeit aber ist die Aufgabe, die Erneuerung Deutschlands und die Beseitigung aller fremdvölkischen Einflüsse aus das Rutsche Volk. Einstimmig wurde folgende Erllärung angenommen. „Die aus allen Teilen Hessens und der Aach- bargebiete zur Gautagung des Deutschoölkischen Schutz- und Trutzbundes in Gießen versammelten Männer sprechen einer Regierung ihr aller- schärfstes Mißtrauen aus, in deren Mitte ein Rathenau die maßgebende Rolle spielt. Ein Außenminister des Deutschen Reiches, dessen Ernennung bei unseren Feinden hellen Jubel auslöste, bietet keine Gewähr für eine deutschtümliche Führung der politischen Geschäfte unseres Vol:^. Darum fordern wir alle Deutschbewußten zum entschiedenen Kampf gegen ein undeutsches System auf, das vom Geist eines Rathenau bestimmt ist. der ein Berater des Kaisers war und dennoch während des Krieges nach eigenem Eingeständnis einen Sieg dieses Kaisers als dem Sinne der Weltgeschichte widersprechend erklärte. Der Deutschvölklsche Schutz- und Truhbund ist selbstverständlich ernsthaft gewillt, am Ausbau des Deutschen Reiches mitzuwirken, er ist aber überzeugt, daß Deutschland nur durch Deutsche geholfen werden kann. Angehörige des internationalen Dolles aber wie Rathenau müssen als Mitglieder jeder deutschen Regierung abgelehnt und bekämpft werden. Deutschland den Deutschen!" Der Hansa-Bund fordert einen Mock der Vernunft. Der Hansa-Bund für Gewerbe, Handel und Zndustrie verbreitet folgende Mahnung: Die wirtschaftliche Aot des deutschen Volkes wächst von Tag zu Tag. Düster liegt die Zukunft vor ihm. Reich, Länder und Gemeinden wissen in ihren finanziellen Sorgen weder ein noch aus. Die steigende Teuerung droht zahlreichen Familien zum Verhängnis zu werden. Der Feindbund drängt auf Zahlung. Die Ausgabe von immer neuem Papiergeld erhöht in verderblichem Kreislauf das wirtschaftliche Elend. Der parteipolitische Hader blüht wie nur je. Das Parteiprogramm gilt vielen euch heute alles. Das verarmende deutsche Volk ist des politischen Stteites überflüssig. Es verlangt, daß die Parteien die wirtschaftlichen Notwendigkeiten des Tages erkennen. Besserung kann nur der Zusammenschluß der Parteien zu einem Block der wirtschaftlichen Vernunft und tatkräftigen Hilfe bringen. Es gilt, parteipolitische Gefühle durch wirtschaftspolitisches Handeln zu ersetzen. Das Präsidium des Hansa-Bundes hält die Stunde für gekommen, um die Parteien und ihre Führer eindringlich aufzufordern, endlich das Trennende bei Seite zu lassen und einen einheitlichen, geschlossenen Block der nationalen Arbeit zu schaffen. Deutschland ist unrettbar verloren, wenn es nicht gelingt, alle Kräfte des deutschen Wirtschaftslebens in positiver Leistung zusammenzufassen. Geschieht dies nicht, so wird die ungeheure Not der Zeit dazu führen, daß die deutsche Wirtschaft über die Parteien hinweg sich eigene Wege sucht. Büchcrtisch. — Die Meggendorser-Dlätter spenden jeden: ihrer Leser frohe Stunden beim Lesen und heitere, ungetrübte Laune. Ihr Witz ist nie beleidigend, ihre Satire stets scharf, doch nie boshaft; so wird Gewähr dafür geboten, daß sich der Leser nicht langweill, daß er sich gut unterhalt, und daß sich niemand gekränkt fühlt. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, den 13. März 1922 Von einem Abonnenten unseres Blattes erhalten wir nachfolgende Zuschrift, mit deren Veröffentlichung wir der Allgemeinheit einen Dienst zu erweisen glauben: Etwa um Mitte Dezember meldete der Werkmeister einer hiesigen Filialsabrik seiner Firma eine Arbeiterin mit der Begründung ab. „sie will zu Hause bleiben, da der Vater auf Der Dahn und Unterstützung für sie bekäme." Mit Brief vom 20. 12.21 wandte sich die Firma daraufhin an das betr. Eisenbahnbetriebsamt mit der Ditte um Aufklärung und bemertte dabei, die Begründung erscheine ihr sonderbar, denn sie könne sich nicht denken, daß die Dahn dafür da fei, den Vätern für arbeitsfähige Töchter Unterstützung zu zahlen, damit diese zu Hause bleiben können. Auf diesen Drief traf prompt am 14.2.22 die Antwort von Frankfurt a. M. ein: „Aach den Ausführungs- bestimmungen zu dem ab 1.4.20 geltenden Besoldungsgesetz sind an Kinder unter 2 1 Jahren KindeiZuschläge zu zahlen, ohne Rücksicht darauf, DD, wie im vorliegenden Falle, das betr. Kind erwerbsfähig ist oder nicht. Wenn wir auch erkennen, daß die Zahlung der Kinderzuschläge bei erwerbsfähigen Kindern eine durchaus ungerechtfertigte ist, so sind wir jedoch nicht befugt, bei Stellung eines diesbezügl. Antrages die Zahlung bzw. Gewährung der dem betr. Beamten zustehenden Beträge zu verweigern, da uns eine gesetzliche Handhabe fehlt." Es liegt also hier der Fall so, daß eine gesunde und kräftige Arbeiterin lediglich deshalb zu Hause bleibt, weil der Vater bei der Dahn beschäftigt ist und dann Unterstützung bekommt! und zwar werden diese Kinderzuschläge für alle Kinder unter 21 Jahren gezahlt. Man hört heute sehr oft: „Aur die Arbeit kann uns retten!“ und: „Wir müssen sparen!" Im borliegenben Falle, und so mag es noch viele geben, ist hiervon nichts zu merken, im Gegen- tell, es scheint mir genau umgekehrt verfahren zu werden. Wäre eß nicht bald an der Zeit, daß Der Staat anstatt Steuer. Porti, Frachten und Personentarife dauernd zu erhöhen, einmal ernstlich versuchte, den umgekehrten Weg einzuschlagen und seine Ausgaben, von denen man im vorliegenden Falle wirklich nicht behaupten kann, daß sie die Arbeitsfreudigkeit beben, einzu» schränken? H. S. Handel. — Der Vorkatalog der Frankfurter Frühjahrsmesse, den das Meh- amt Fr an Nuri jeweils ein paar Wochen vor Den Messen an etwa 150 000 Interessenten Des In- unD Auslandes versendet, und Der für die nächste Wesse vom 2. bis 8. April soeben erschienen ist, stellt eine außerordentlich brauchbare Gelegenheit dar, sich über Umfang und Beschickung der Messe, Die bevorsteht, zu unterrichten. — Z e i ch n u n g e n auf die Teilschuldverschreibungen der Baoifcyen Laiu>e,e.etrri- zilätSversorgung werden auch von der Deutschen DereinSbank, Gießen, entgegengenommen. Berlin, 13. März. Dörsenst immun gs b j l d. An der heutigen Börse wurden die Käufe in Industrieaktien die schon Ende voriger Woche eine ansehnliche Aufwärtsbewegung herbeigeführt hatten, in noch etwas erweitertem Umfange fortgesetzt. Die KurSerhöhun- gen machten am Montanmarkte meist 30 bis 52 Prozent aus. Ilse-Bergbau. Rheinstahl und Westeregeln gewannen sogar 125 Prozent. Andere Dertgattungen setzten sich etwa 10 biS 30 Prozent höher, vereinzelt traten auch leichte Abschwächungen infolge von Realisierungen bemerkbar. Der Kaufandrang war weniger lebhaft, als man wegen der drohenden Geldentwertung eigentlich e-uxii- tct hatte. Als Hemmnisse betrachtete man die Sorge der Rohstofsbeschaffung für die Indust ie und die noch nicht übertouixbene Geldvetsteisung und den allerdings noch skeptisch beurteilten Plan einer internationalen RevarationSanleihe. Auch die Höhe der Spesen machte das Privatpublikum vorsichtig. Die Dörte verlies unter kleinen Schwan- hingen ziemlich träge und die Kursbesserungen konnten sich im allgemeinen behaupten Devisen stellten sich höher. Die Umsätze bliebe i bei beiderseitiger Zurückhaltung beschränkt. Frankfurt a. M., 13. März. Börsen» stimmungsbild. Die Geldmarllage hat sich noch wenig verändert, doch ist eine mäßige Erleichterung unverkennbar, was wohl auch der Giund der feileren Stimmung war, die sich verschiedentlich bemcribar machte. Gleich zu Beginn zeigte sich eine freundlichere Stimmung, wenn sich auch das Geschäft nur für vereinzelte Spezialpapiere lebhafter abwickelte. Montanpapiere waren bei mäßig anziehenden Kursen höher. Chemische und Elektri-itälsattien werden mehr beachtet. Chemische Rhenanja 1235. D Petroleum 2000, Rastatter Waggons 870, Gebr. Fahr 730, Benz 730—725 Der Dollar war heute schwankend Im Frühverkehr wurde er 258, dann 259—260,50 genannt Aus den variable., Märken waren die Kurserhöhungen vorwiegend. AnilinWerte gingen 30—40 Prozent höher hervor. Bankett befestigt, Schifsahrtsaktien höher Der Schluß gestaltete sich ruhig, aber fest. Privatdiskont 4*/i Prozent. Frankfurt a M., 14. März Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß» Schluß» Schluß» Schluß- Kurs KurS Kurs Kurs Datum: 13. 3. 13.3. 13.3. 5"/,Dtsch. Kriegsanl. 77,50 4° ,Dtjch. Reichsanll - 3°/«Dtsch. Reichsanl. — 4°/0 Preuh. Konsols -,- Hamburg-Pakets.. . 6f8 - Norddeutscher Lloyd 415,- Comm u.Privatbank -,- Darmstädter Bank -,— Deutsche Bank ... — Disconto-Gesellschast Dresdner Bank. . . — Mitteld. Crcditbank. — Nationalbank f. D.. -,- Doch. Gußstahlwerke - ,- Bud.» Eisenw.-Akt.. 1002, - D.-Luxemb. Bergw.. 1155,- Gelsenkirch. Bergw.. 1160,- Harpener Bergbau. 17C0 - Oberfchl. Eisenb.-B. 1190,- Ooerschles. Eisenind. Ifel5 - Phönix-Dergb.-Akt. Dad.Anilin-u. Soda 780,- Höchster Farbwerke.' 740 - Allg. Slektr.-Ges. . . 870, - Felten L Guilleaume 12-to’- Schuckert-Werke. . . 795^- Adlerwerke 600,- Daimler - 4° 0 Hess. Staatsanl. Electron Griesheim 970,- Dtsche. Dereinsbank 77,50 77,50 90.- 91,50 123,- 120,- 76, - 77, - 546, - 539, - 418.- 414,50 3i0,- 341,- 833, - 336,- 598,- 501,- 502,- 370,- -,- 314.- 314,- 349,50 348,- -,- 1205,- 102-3,- 1005,- 1 5),- 1060,- 1162,- 1170,- 1755 - 1770,- 1190,- 1190,- 990,- 985,- 1290,- 1280.- 770,- 760*- 745,- 739,- 880,- 880,- lz40,- 1244,- 783,50 790, - 600,- 611,- 591,- 590,- 78, - SSO, — 245,- 13. 3. 77,50 91 50 120, - 78,50 53"), - 414,50 342,- 33 t,- 581,- 601 - 372,- 315,- 350.- 1250, - 1020,- 1169,- 1190,- 1755,- 1190,- 985,- 1240,- 768,- 741,- 1244* — 799,- 618,50 587, - 76,20 990,- Derliner Devisenmarkt. Geld Bries Geld Brief Datum: 11. Marz. 13. Marz. Amsterdam-Rotterd. 9640,35 9659,65 9865,10 9884,90 Drüssel-Antwerpen. 2147,85 215'2,15 2I8u,30 2 i 84 70 Ehristiania 4560,40 4569,63 4 >85,40 4 >04.63 Kopenhagen 5340,6; 5 6 ,40 u489,50 5500 50 Stockholm 6373, 066do,<0 681b,i6 686 ! 86 tzelsingfors 524,45 525,55 536,45 537,55 Italien........ 1298,70 1 301,30 1333,65 1 306,55 London 111 ,851116,15 1143,85 11*6,15 Neuyork 25 ,99 256,51 262,23 263,77 Paris 2297,70 2302,30 2 >12,05 2317,35 Schweiz 4980,- 4990, - 5104,85 51 i5,15 Spanien 4005, 6 4014,05 4105,85 511E,15 Deutsch-Oesterr.. .. 3,33 3,42 3,48 3,52 Prag 439,öi 44u,45 450,60 451,50 Budapest 32,11 32,19 32,46 32,54 Buenos Aires . . . 93,65 93,85 94,90 95,10 Bulgarien ..... 167,80 168,20 171,80 172,20 Marknolierunge«. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Saturn: 1.7.14. 11.3. 13.3- Zürich Fr. 125 40 2,00 1,96 Amsterdam Fl. 59.20 1,03 1,01 Kopenhagen Kr. 88.80 1,88 1 85 Prag Är. 117 80 -,- 23,37 Stockholm Kr. 88.80 1,52 1,50 Wien Kr. 117.80 -,- London Sh. 97.80 —,- 5,16 Paris Fr. 125.40 -,- 4.30 Aeuvork $ 23-80 -,38 -.38 Züricher Devisenmarkt. 1.3. 13.3. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl- = 195.10 194.75 Deutschland 100 Akk- = 2.- 2.- Wien 100 Kr. = 0.07 0.07 Prag 100 Kr. == «.60 8.775 Paris 100 Fr. =■ 46.20 45.95 London \£ “ 22.49 22.4 > Italien 100 2. = 26.20 26.05 Brüssel 100 Fr. = 43.25 43.IG Budapest 100 Kr. — 0-05 0.64 Aeuvork 100 $ — 515.50 516.- Agram 100 Kr. = L30 1.75 Warschau 100 Kr. = 0,12 0,115 Märkte. Frankfurter Echlachtviehmarki. Frankfurt a. M.. 13. März. (Amtlich.) Markrverlauf: Bei Rindern und Kleinvieh flottes, bei Schweinen reges Geschäft. Bei Schweinen verblieb Ueberstand 3m einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 1134 Stück Großvieh (Darunter 9 Stück aus Der Tschecho-Slowakei), davon 148 Ochsen, 41 Dullen. 995 Färsen und Kühe, ferner 435 Kälber, 213 Schafe und 1946 Schweine. An Preisen wurden angelegt pro Zentner Lebendgewicht: für Ochsen 1300 bis 2000 Ml , für (Bullen 1250 bis 1850 Mk.; für Färsen und Äübe 1450 bid 1900 Mk. für beste Färsen und bis 1550 Mk. für beste Äübe; für Kälber 1200 biS 1350 Mk.; für Schafe 600 bis 1400 Mk. für Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht 1800 biS 2200 Mk.. von 80 bis 100 Kilogr. Ledendgewich. 2200 lis 2400 Mark, von 100 bis 120 Kilogr Lebendgewicht 2300 bis 2500 Mk, von 120 bis 150 K.logr Lebendgewicht 2300 bis 2450 Mk, Feltschweine über 150 Kilogr. Lebendgewicht 2303 bis 2453 Mk, Sauen und Eber von 2000 bis 2400 Mk Die Marktpreise liegen um so viel über den Preisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M. 13. März Auch beute waren die Devisen bestimmend für die Tendenz des Detreidemark:es. Man war aber anfänglich über den Dollarvreis noch nicht genau unterrichtet, und da dieser sich, soweit man erfahren konnte, noch unsicher stellte, wenig unternehmungslustig. Immerhin blieb die Gesamttendenz fest. Etwas vorsichtiger waren die Kluse in Weizen und Roggen, doch wurden die geforderten Preise bewilligt Braugerste findet gute Au nähme, auch Hafer wurde bei ermäßigten Preisen flott ge- handelt Die Haltung in Hülsensrüchten ist erheblich ruhiger geworden. Futterstoffe und Rauhfutter lagen fest. In Kleesa rten machte sich regere Nachfrage bemerkbar. Soweit zu erfahren war, bewegten sich die Preise vorwiegend auf dem Niveau der Dorwoche. Das Geschäft war zeitweise lebhafter. (In einem Teil Der Auflage wiederholt.) Die Konferenz von Genna. London. 13. März. (WTB.) Der „Observer" tritt erneut dafür ein. daß die Genueser Konferenz noch um einen oder mehrere Monate verschoben werde und daß vorher in England Neuwahlen stattfinden Lloyd George müsse nach allem, was sich inzwischen ereignet habe, nach Genua gehen mit dem klaren Vertrauen der Nation oder überhaupt nicht. London. 13 März. (WTB.) Wie der „Observer" mitteilt, wird das Gerücht, daß die Konferenz von Genua nicht flattflnben solle von amtlicher Seite entschieden Dementiert. Die Dorbereitungskonferenz für Genua. Paris. 12. März. (WTB) Wie die ..Chi- cago Tribüne" mittclll, wird die französische Delegation, die sich an Der am 20. März in London beginnenden Technischen Vorbereitungskonferenz für Genua beteiligt, bestehen aus dem Ministerialdirektor Seydeux als Vertreter des Auswärtigen Amts, aus dem Vertreter des Finanzministeriums, Chase'e^, und dem Justitiar Fromageot. Dem französischen Sachverständigen würden sehr genaue Instruktionen gegeben. Di^se Instru t'vnen würden im voraus niedcrgeschriefen. Sie u itcilägen im Augenblick Der Genehmigung des Ministerpräsidenten. Die neue Orientkonferenz. Paris. 13. März. (WTB.) Es ist nunmehr bestimmt worden, daß die Konferenz der alliierten Au -enminister zur Besprechung Der Orientfragen in Paris am 22. März zusammentritt. Die amerikanisch« Forderung. Paris. 12. März. (WTB.) Die „Chicago Tribüne" behauptet, daß außer den von Amerika als Desahungskvsten verlangten 241 Millionen Dollar demnächst eine Rechnung über 2 3 Millionen Dollar für Die Unterhaltung der amerikanischen Truppen vom 1 Mal 1921 bis 1. Mai 1922 überreicht werden würde. Die Moralpächter. Brüssel, 12. März. Havas. Die Veranstalter des dritten InternatlonalenKon- gresses für die moralische Ausbildung, der im Juli in Genf stattsinden soll, haben sich geweigert, die deutschen Abgeordneten von der Teilnahme an diesem Kongreß auSzu- schliehen. Daraufhin hat der belgische Ausschuß beschlossen, jede Detelligung daran ab» aulebnen. Die Aussperrung in der englischen Metallindustrie. London, 13. März. (WTB.) Den Blättern zufolge beträgt die Zahl der Arbeiter, Die infolge Der am Samstag in Kraft tretenden Aussperrung erwerbslos wurden, 400 000 Mann. Ein Attentat auf die amerikanische Botschaft in Sofia? Reu York, 13 März. (WTB.) Der „Asto- ctateb Preß" wird aus Sofia gemeldet: In Der amerikanischen Gesandtschaft in (So* s 1 a sand eine starke Explosion statt. Mehrere Fensterscheiben wurden zertrümmert und Die Räume Der Kanzlei beschädigt. Personen sind durch die Erplosion nicht zu Schaden gekommen. Der GesanDte ist der Ansicht, daß man es mit einem Attentat zu tun habe. Der Aufruhr in Südafrika. Zohannesourg, 13 Mä.-z. (WTB.) Die Kommandos der Streikenden machen alle Anstrengungen, um sich der Stadt zu bemächtigen. In mehreren südlich von Johannesburg gelegenen Ortschaften fanden Ee'ech e statt. Die Regieiungs- truppen haben Brakpan besetzt und bringen bis gegen Springs vor. Die Streikenden haben die Kaserne von Ordsburg in Draird gesetzt. Die Bevölkerung von Johannesburg ist in großer Erregung. Wanen des Roten Kreuzes durchfahren Stadt nach aHen Rich ungen. Das finanzielle Ergebnis der Frankfurter Goethe-Woche. Frankfurt a. M., 13. Män. (Privattel.) Das finanzielle Ergebnis der Frankfurter Goethe- Woche wird sich, soweit es sich aus den bisherigen Berechnungen feftftellei läßt, auf eine Million Mark belaufen, hierunter 300 000 Mark Ueberschuh aus Den Feftvor'tettungen Der städtischen Theater. Da angesichts Der großen Geldentwertung mit dieser Summe nur die augenblickliche Not gelindert werben kann, ist zu Doffer» daß viele andere Städte diesem Frankfurter Bei spiel folgen werden, um eine dauernde Sicherns des Frankfurter Goethe-Hauses ferbefouführen WlSMMsHW Seltersweg 31 Wir machen unsere Kunden darauf aufmerksam, N 2540c Li Kapital 2543V Henko In unscrerZentrale irisch eingetroffen Telephon 1304, 1604. MUUUWMWUWUWMUUWM^ abends 8 Uhr: 2533V ZüWMküWIlüWUU BoßnUl® 17.50 »8.75,7.75 Bachmann & Schäfer Bankgeschäft 2574V SeMle Blanneloöe Pfund 6.50 Telephon 124. Postscheckkonto Frankfurt a. M. 61707. = Stück. Zimmer ist angeschrieben. 2601ss 1 ®Q8flon Mlnffee gar. rein 1 Waggons BlßteumeDl w L^enlvl^Waslch- Bleich- un