Nr. 38 Der «Itfjenet Injetoet erscheint täglich, nutzer Sonn, und Feiertags. Monatliche Bezugspreise: Mk. 9.50 einschl. Träger- lohn, durch die Post Mk. 10.- einschl. Bestell- gelb, auch beiNichterschei- nen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech - Anschlüsse: für die Schristleituna 112; für Druckerei, Äerlag und Geichäftsstelle 51 Anschrift für Drahtnachrichten: Initittr Liehen. Postscheckkonto: Zranksurt a. M. 11686. Dienstag, H. Februar 1922 172. Zahrgang Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Tagesnummcr bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzcigenv 34 mm'Breite örtlich 70 Pf, auswärts 90 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mra DreiteV OPs. Bei Platz- Vorschrift 20 o/, Aufichlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: fiarl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck nnd Verlag: vrühl'fche Unlv.'vuch- und Ztelndruckerei H. Lange. 5chriflleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulftratze 7. Die Aussichten für Handel und Industrie in den Vereinigten Staaten. Don O. P. A u st i n, Statistiker der Reuyorler Rational City Dank. (F. P. S.) Eine Untersuchung über die Aussichten für Handel und Industrie des Landes. das die Welt mit gröberen Mengen von Nahrungsmitteln, Rohstoffen und Fertigerzeugnissen beliefert als jedes andere Mitglied der Weltfamilie der Rationen, und dessen Währungsverhältnisse zum mindesten befriedigender sind als die aller anderen, ist naturgemäß in diesem Augenblick von großem und öffentlichem Interesse. And wenn noch dazu diese Aussichten von einer Reihe von führenden Finanziers, Rvlkswirtschaftlern und Staatsmännern beurteilt werden, wie dies am (Jahresbeginn 1922 erfolgt ist, so scheint es nicht unangebracht, in verdichteter Form eine Darstellung ihrer Anschauungen über die Aussichten des begonnenen Jahres zu geben. Diese Anschauungen sind in der verschiedensten Form zum Ausdruck gekommen, zu einem Teil in Reden, zum andern in sorgfältig vorbereiteten Darstellungen, die in den ersten wirtschaftlichen und geschäftlichen Zeitungen und Zeitschriften deö Landes veröffentlicht worden sind; sie dürfen als die sorgfältig durchdachten und sorgsam aber unumwunden auSgedrückten Anschauungen der großen Männer in Finanz, Industrie und Handel des Landes gelten. Ra- türlich können solche Darstellungen, die in den Zeitschriften ggnze Kolumnen füllen, hier nur schlagwortmäßig wiedergrgeben werden, aber doch so, daß außerhalb Amerikas man einen 'Begriff bekommt von den Anschauungen und Meinungen der bedeutendsten Männer in Handel, Industrie und Finanz über deren Stand und Aussichten. Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Coolidge, sagt in einer Zuschrift an das Reuhorler Journal of Commerce: „Es bestehen viele und wachsende Anzeichen dafür, daß unser Land am Anfang einer wesentlich gesteigerten wirtschaftlichen Blüte steht. Es bat eine durchgreifende Deflation auf allen Warenmäriten stattgefunden, die nunmehr abgeschlossen scheint, und jede andere Erscheinung deutet darauf hin, daß das Geschäftsleben eine feste Grundlage erhalten bat“ Hoover, der Sekretär für Handel im Kabinett Harding, erklärt: „Wir haben den jähesten Preissturz, der überhaupt in der Geschichte unseres Landes vvrgekommen ist, durchgemacht und haben in gewissem Umfange noch die Wiedergesundung Europas abzuwarten, aber wir stehen besser da als andere, und unsere Aussichten für die Zukunft sind relativ besser. Wir haben im Zähre 1921 eine große Umstellung durchgemacht und sind nun in guter Form und sind sicher, im Zahre 1922 unsere Stellung zu verbessern.“ William E. R e d f i e l d, früherer Sekretär für Handel, sagt: „Wir sind aus dem Dreck heraus; steigen jetzt den Berg hinan. Wir sind noch nicht aus dem Wald heraus und haben noch weit zu gehen, bis wir zu normalen Verhältnissen kommen. And doch dar gesagt werden, daß der Fortschritt evident ist." Präsident Mitchell der Reuyork Rational Eity Bank schloß eine Rede über die Wirtschaftslage mit den Worten: „Das Schlimmste liegt bestimmt hinter uns. Die Liquidierung der Vorräte in vielen Geschäftszweigen, die im Laufe des Zahres 1921 erfolgt ist und zum Auftauen des erstarrten Kredits geführt hat, ist soweit als möglich vor sich gegangen; der Geschäftsmann muß sich jetzt aufs neue nach Verdienstmöglichkeiten umsehen, und zwar unter schärferen Bedingungen des Konkurrenzkampfes; von einer vollen wirtschaftlichen Blüte des Landes kann nicht die Rede sein, bis die auswärtigen Märkte wieder aufnahmefähig sind für unsere Erzeugnisse. Die Wiederkehr eines balancierten Außenhandels und das allmähliche Durchsetzen der Gesetze der Volkswirtschaft, das benötigt Zeit. Im Vergleich jedoch mit ver- schiedenen führenden Ländern, die ich kürzlich besucht habe, scheinen wir im Moment uns einer wirtschaftlichen Blüte zu erfreuen und die meistbegünstigste aller Rattonen zu fein.“ Charles M. Schwab, der Präsident des Stahltrusts sagt: „Wir scheinen jetzt um die Ecke und unterwegs zu sein zu einer neuen Blüte der Wirtschaft. Man darf sehr wohl glauben, daß das Schlimmste an Deflation vorbei ist und daß, da wir unsere Geschäfte allmählich neu anpassen, bald wieder normale Verhältnisse hergestellt sein werden. Die notwendigen Anpassungen von Preisen und Löhnen mögen noch ein, zwei Zahre oder mehr verlangen, aber ich glaube, daß wir eine Rückkehr zu mächtiger Prosperität erleben werden, wenn wir einmal begriffen haben, daß wir alle die Lasten von heute tragen müssen.“ Dwight W. Morrow in Firma Z. P. Morgan und Eomp. sagt nach der Bemerkung, daß die innere Lage eng verbunden sei mit den Verhältnissen im Auslande: „Ich glaube, der tiefste Stand in der Tätigkeit un- erer Industrie ist vor ein paar Monaten erreicht gewesen, seit welcher Zeit eine deutliche Wendung zum Besseren eingesetzt hat, und unvorhergesehene Entwicklungen ausschaltend, ehe ich keinen Grund zur Annahme, daß diese Besserung nicht das ganze Jahr über anhalten werde.“ Thomas Brauch M a c A d a m S, Präsident des amerikanischen Dankierverbandes: „Die beschwerlichste unserer AmstellungSaufgaben liegt hinter uns. Das Ende von 1922 wird Besserung zeigen gegenüber 1921, vor allem insofern wir unsere Außenhandelsprobleme zu lösen vermögen.“ Präsident Robinson vom amerikani- chen Exporiverband der Industriellen: „Während wir eine volle Prosperität nur erleben können bei wirtschaftlicher Gesundung auch der anderen Länder, wird — mit kleinen Rück- chlägen — die Wied-rgesundung des Wirt- chaftSlebens schneller vor sich gehen, als angenommen, und im Zahre 1922 werden wir etwas von dieser Aenderung sehen, wenn auch erst sehr allmählich.“ Die Vertrauensfrage des Reichskanzlers. Berlin, 13. Febr. Die Demokraten und das Zentrum haben gestern in Fraktionssitzungen zu der inneren politischen Lage Stellung genommen, wie sie durch das vom Reichskanzler verlangte Vertrauensvotum ge- chaffen worden fei. Die Beratungen des Zentrums, an denen auch der Reichskanzler Dr. Wirth teilnahm, ergaben, dem „Derl. Tagebl.“ zufolge, daß das Zentrum für die Annahme des Vertrauensvotums stimmen werde. In der Sitzung der Demokratischen Fraktion wurde, dem gleichen Blatte zufolge, beschlossen, dem vorliegenden VertrauenS- antrag zuzustimmen unter Hinzufügung einer Erklärung, in der die Gründe für die Zustimmung der Demokraten ausgesprochen werden. Das Blatt teilt weiter mit, daß zwischen Vertretern der Mehrheitssozialdemokratte und der Anabhängigen über eine geänderte Fassung des VerttauenSanttageS gesprochen worden sei, insbesondere mit Hervorhebung der außenpolitischen Lage, um dadurch mit Hilfe einer teilweisen Stimmenthaltung der Anabhängigen die Annahme zu ermöglichen. Der Reichskanzler soll aber gestern dem Abg. Müller und anderen Abgeordneten er= klärt haben, daß er Klarheit wünsche und deshalb eine Verschiebung des Vertrauensvotums nicht zulassen werde. Der Versassungsausschuh des bayerischen Landtages und die Schuldsrage. München, 13. Febr. (WTB) Der Versa s- sui'gsausschuß des La n d taq es 'befähle sich heute mit der Eingabe der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Wahrheit, Recht und Ehre, in der gefordert wird, die bayerische Regierung solle 6ei der Reichsregierung dafür eintreten, daß unverzüglich eine großzügige Propa - ?an da zur Zerstörung der Lüge von er Schuld Deutschlands am Kriege unternommen werde. Der Regierungsvertreter erklärte, die bayerische Regierung stehe nach wie vor auf dem. Standpunkte, daß die Zerstörung der Schuldlüge aus ethischen und politischen Gründen notwendig und entschlossenes Handelngeboten sei. Rückhalllofe Veröffentlichung unseres Materials sei die Forderung der Gerechtigkeit und eine der wichtigsten Aufgaben, der sich Deutschland nicht entziehen dürfe. Bayern beabsichtige auch weiterhin mit Rachdruck in dieser Richtung tätig zu sein. Gegen die Stimmen der Anabhängigen und Kommunisten, bei Stimmenthaltung der Mehrheitssozialisten wurde schließlich der Antrag angenommen, die Regierung möge bei der Reichsregierung dahin wirken, daß im In- und Auslande und insbesondere den Ententeregierungen das authentische Material unterbreitet wird, das die tm Versailler Vertrag aufgestellte Behauptung von der Schuld Deutschlands am Kriege zu zerstören vermag. Die Vorgänge am 9. November. Auf eine im roten „Tag“ vom 12. Februar veröffentlichte Erklärung des Generals Bernhardt über die Vorgänge am 9. November bestrettet General S ch e ü ch, in verhängnisvoller Weise zum Gelingen der Revolution beigettagen zu »haben, da es Tatsache sei, daß die Regierungsgeschäfte durch den Reichskanzler dem Abg. Ebert übergeben wurden und der Oberkommandeur der Marken nach eigener öffentlicher Bekundung ohne irgendwelche Beeinflussung durch den Reichskanzler oder den Kriegsminister das allgemeine Schießderbot erließ, nachdem die von der Obersten Heeresleitung angeforderten neuen Truppen ausgeblieben waren. Die Vorgänge vor dem Kriegsministerium am nachmittag des 9. Rovember seien zeitlich und sachlich ohne Einfluß auf den Gang der Revolution geblieben. Die Mörder Erzbergcrs. Berlin, 14. Febr. (Priv.-Tel.) Die „Vvssische Zeitung“ veröffentlicht eine ihr zugegangene Meldung, wonach die beiden MörderErzbergerS,Schulz und T i l- lessen, in Budapest eingetroffen seien. Dort sei ihre Anwesenheit ein öffentliches Geheimnis. Das Blatt fügt hinzu, daß es keinen Grund habe, an der Zuverlässigkeit der Meldung zu zweifeln. Die Konferenz von Genua. Paris, 13. Febr. (HavaS.) Der interministerielle Ausschuß wird am nächsten Mittwoch im Ministerium des Aeußern zusammentreten, um die technischen Fragen zu prüfen, die auf der Konferenz von Genua besprochen werden sollen. London. 13. Febr. (WTB.) Lloyd George erfiärte heute im Anter hause in Beantwortung einer Anfrage, Rußland habe die Einladung des italienischen Premierministers zur Teilnahme an der Konferenz von Genua am 8. März angenommen, und zwar ohne Protest und ohne Beschränkungen irgendwelcher Art. In Erwiderung auf eine weitere Anfrage teilte Lloyd George mit, daß die Ramen der britischen Vertreter bei der Konferenz von Genua noch nicht feststehen. Ob die Konferenz am 8. März zusammenttete, sei noch nicht volllommen klar. Im gegenwärtigen Augenblick komme eine Verschiebung nicht in Frage. Weiterhin sagte Lloyd George, daß das Parlament Gelegenhett erhalten werde, die Bedingungen des englisch-französischen Paktes zu erörtern, bevor irgendwelche Verpflichtungen i>3 Zusammenhänge damit von Großbritannien übernommen werden. Von einem anderen RegierungSver- freier wurde mitgeteilt, daß noch keinerlei Vereinbarung mit Frankreich über die Verteilung der bereits von Deutschland gezahlten 1 Milliarde Goldwerte erzielt worden sei. Die Frage wurde in Cannes erörtert, es sei jedoch vor dem Rücktrttt BriandS bzw. vor Schluß der Konferenz in Cannes keinerlei endgültiges Aebereinkommen zustande gekommen. Die französische Wicdcrherftellungspolitik. Paris, 13. Febr. (Wolff.) Das „C ch o de Paris“ und mit ihm der „PetitPa - risien“ weisen darauf hin, daß die Mobilisierung der deutschen Schuld dem Wiederaufbau Rußlands vorangehen müsse. Wenn die Kapitalien nach Osteuropa gingen, dann werde vielleicht jeder Versuch der Flüssigmachung der Forderungen an Deutschland endgültig kompromittiert werden, Poincarö habe bereits wissen lassen, daß für ihn die zu lösenden Fragen nicht nur die Frage der Zahlungen sei, die man für das Zahr 1922 von Deutschland fordern wolle, sondern die chllgemeine Frage der Zahlungen Deutschlands in den künftigen Zähren. Rach dem „Echo de Paris“ scheint es, daß bei Verhandlungen zwischen Sachverständigen der Gedanke aufgetaucht sei, die Periode, in der Frankreich Bezahlung erlangen solle, so viel wie möglich abzukürzen, damit es möglich werde, durch eine Serie von internationalen Anleihen, die Deutschland auflege, die Forderungen zu mobilisieren. Am dies zu erreichen, sei man zu einem gewissen Plan zurückgekommen, der schon in Boulogne aufgestellt worden sei. Deutschland soll danach die Verpflichtung auferlegt werden, in den ersten Zähren 7 b i S 8 Prozent Diskont zu zahlen und Pfänder zu geben. Parallel mit der Regelung der alliierten Kriegsschulden solle auch die Regelung der deutschen Schuld gehen. Man komme gewissermaßen auf einen Plan zurück, den Lloyd George in ChequerS gegenüber Loucheur entwickelt habe: die deutsche Schuld um den gesamten Betrag der alliierten Schulden, die England, Frankreich und Italien zurückzuzahlen haben, zu vermindern. Amerika und England sollen für die Beträge, die Frankreich und Italien schulde, deutsche Obligationen der Serie C erhalten, die dann annulliert würden. England würde außerdem seinen 22prozentigen Anteil an den Zahlungen, also im ganzen 29 Milliarden Goldmark, opfern, und infolgedessen wurden auch alle Gläubiger Deutschlands in den Summen, die ihnen zugesprochen würden, die Beträge Nachlassen, die den Kriegspensionen entsprächen. Auf diese Weise würden die deut- scheu Zahlungen auf etwa 60 Milliarden Goldmark herabgesetzt werden, wodurch man ermögliche, den Kapttalmartt für die deutschen Obligationen aufnahmefähig zu machen. Das Problem des Aufbaues Rußlands Pari-, 13. Febr. (WTB) Die In Pari» tagende internationale Konferenz für den Schuh der privaten Interessen in R u h l a n d, an der Vertreter von 12 Ländern teilnahmen, hat heute nachmittag ihre Arbeiten mit einer Resolution n. ^schlossen, dre u. .d Kandis hinein, aß bedenll.ch viel S rcasel- tuchen und sah mit den etwas verschleierten AiSen Wi chtig jedes der .noch zU habe ten" schonen Mädchen an. Luise empfahl sich duld: sie hatte Briefe zu schreiten — natürlich an den Herzallerliebsten-, Julie schützte Kopischmer- zen vor und. ging; Fiekchen mußte auch an den Schatz episteln. So wurde der Kreis enger und enger Mama Giese war entsetzt und nahm sich vor ihren drei Aeltesten eine gehörige Stand- Paule zu halten. Aber ter Herr von Tauten- heim schien äußerst zufrieden. Er lächelte ein etwas geheimniLvolles, süßes Lächeln und schaute den verbleibender Gieserest noch p ü e-ter an Lotte und Lore: beide eigenllich bildhübsch Ja aber die Jüngste verdiente doch wohl die Krone' sah ans wie ein Por-ellanpüppchen and ha te springlebendiae Annen, in te-ien tausend Teufel- chen heurzuspuien schie en. Ueb ig.no sa^en die beiden Mädchen pt)t höchst sittsam und artig, Hand an Kant mit fast immer geschlossenen Lippen. Da nun tie Mama in Gesellschaft auch nie viel sprach, so mußte ter Gast die Unterhaltung fast allein Leckerführen. Das war rui g.ad sein Fall, e: hatte Ruf dafür, und bald, mit einige i ’g<« schickten Wendu gen fein Haupt- u d Liebckngs- thema beim Wickel. Er sprach- von den Hoffesten ter Hand drohte und dem Gaste nachelllL Er Hatzte aber im Flur schon Stock und Hut ergriffen, sie höitze ihn nur noch brummend die Stiege hinuntertapsen. Als sie ins Zimmer zurück'eh tze, saß Co:te artig und sittsam schon am S.ickrahn.e:i, und Lore räumte, auch ganz artiges Hauskind, das Teegeschirr zusammen. Drück hat sie aber ein Messer zur Hand und schreitet sich die Ober- hälfte von tem Streuselluchen ab, den ter Gast übrig gelassen. Das ist ein guter Ablenker für die Frcu. Mutter gewesen. Sie fährt auf die Lore los: „So — die Streuselni Und du wolllest heiraten?" „Aber, gnädige Frau Mama, die Streuseln sind doch- nun mal das beste," sagt die Lore und macht das unschuldigste Gesicht von ter Welt. „Ich- werd' dir was! Und diese infame, niederträchtige Geschichte mit der Perücke?" Das rosige Gesicht wird noch harmloser, wird das reine Kindergesicht. „Sie werden mir doch nicht die Schuld geben, gnädigste Frau Mama? Was kann ich da ür. wenn ter verehrte Herr von TcuUenheim rrotz seiner — hm! — trotz seiner Jugend ein Atzel- chen trägt? Was kann ich dafür, wenn die nicht festsiht? Ich- hab' sie nicht abgerissen. Ich nicht! Das hat er höchstens selbst getan. Mir darfst du das nicht in die Schuhe schieben —“ Und dabei blieb sie. (Fortseyung folgt.) Gewalt des Elementes sestgeyalten und erdrückt wird. ShackletonS Unternehmung scheiterte daran, daß ein allzu strenger Winter der Reise kurz vor dem Ziel ein Ende machte: das Schiff fror fest. Und nun sehen wir lebende Menschen in dec entsetzlichen Eiswelt monatelang ihr Dasein fristen,- erkennen, wie die Rot immer größer wird, wie schließlich nur noch ein dürftiges Lager auf dem Eisboden übrig bleibt. Als auch dieses in Gefahr kommt, wird Shackleton gezwungen, die nächsten menschlichen Riederlassungen aufzusuchen, um dem sicheren Tode zu entgehen. Rckan kommt unter verzweifelten Anstrengungen auf die Elefanteninsel: und damit ist wenigstens wieder fester Boden gewonnen. Don hier aus unternimmt Shackleton mit vier Getreuen die Fahrt nach Süd-Georgien, um hier Hilfe zu holen. Auch diese Unternehmung gelingt nach furchtbaren Strapazen. Eine vom Staate Uruguay entsandte Expedition kann schließlich auch die auf der Ele- fanteninsel Zurückgebliebenen noch rechtzeitig retten. — Reben den prächtigen Raturausnahmen der eigenartig schönen Eislandschaft ist die Beobachtung der Tierwelt von größtem Interesse. — Der den Film erläuternde Dortrag gibt gerade in diesem Punkte in dankenswerter Weise Aufklärung und erhöht den belehrenden Wert der Vorführung. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, 7 Uhr: „Peter Bräuer". — Hotel Großherzog, 81/« Uhr: Hauptversammlung der Demokratischen Partei. — Astor ia-Lichispiele: „Falschspieler" und „Eine platonische Ehe". — Im Verein der Gießener Kunstfreunde wird am Mittwoch, den 15. Februar, Professor Dr. Ludwig Curtius über die Genesis der Plastik sprechen. Curtius gehört zu jenen seltenen Gelehrten, denen es gegeben ist, über die gelehrte Forschung hinaus zu den tiefsten und allgemeinsten Problemen der Wissenschaft, vorzudringen und sie in meisterhafter Rede darzustellen. Aus einem starken Mi erleben der Gegenwart und feinfühligem Verstehen aller gewordenen und werdenden Kunst hinaus ist Curtius wie wenige geeignet, ein Führer auf diesem Gebiete zu sein. — Der Vortrag wird im Drohen Hörsaal der Universität um SV- Uhr abends stattfinden. — Crfinderwesen. Die Gesellschaft zur Errichtung eines deutschen Erfindungs-Instituts, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am Mittwoch, 15. Februar, abends 8/t Uhr im physikalischen Institut der Universität — Eingang von der Stephanstraße — eine öffentliche Versammlung. Herr Dr. Bergmann wird dabei einen Experi- mentalvortrag über die neue Entdeckung auf dem Gebiete der Elektrotechnik, die unter dem Schlagwort „eisenloser Elektromagnet" bekannt geworden ist, halten. Alle für Technik und Erfindungen Interessierten seien darauf hingewiesen. Zur Deckung der Kosten zahlen Richt- Mitglieder ein Eintrittsgeld von 2 ML — Der Wartburg-Verein veranstaltet am Donnerstag dieser Woche im Marlüssaal (Kirchstrahe 9) einen Familienabend, auf dem Missionar Schäfer, der aus der Rheinischen Micron (Barmen) hervorgegangen und gebürtig von Annerod ist, einen Vortrag mit Lichtbildern über „Rcu-Guinea" halten wird. Ebenso ist für gute musilalischr Darbietungen gesorgt. Der Vortrag ist jedermann zugänglich Der Reinertrag ist für die Barmer Mission bestimmt. (Räheres siehe Anzeige.) Landkreis Gießen. Lich, 12. Febr. Dieser Tage sind es 25 Jahre gewesen, daß Kaufmann M. Goldschmidt in ununterbrochener Tätigkeit das Amt des ersten Schriftführers im hiesigen Turnverein ausübt. Im Stillen hat der Jubilar in dieser langen Zeit eine Fülle von Arbeit geleistet, der auch Erfolge fürs Gemeinwohl und darüber hinaus für die Deutsche Turnsache nicht versagt geblieben sind, lieber den Rahmen des Vereins hinaus wirkte OH. Goldschmidt auch im turnerischen Leben des Gaues Hessen, besonders als es darum galt, die umfangreichen Vorarbeiten für das im Jahre 1908 hier stattgefundene 35. Gauturnfest zu bewältigen. Dem Gau Hessen, der demnächst mit der Schaffung eines Gauehrenbriefes eine Einrichtung schafft, um verdienstvolle Turner in schlichter Weise zu ehren, wird es daher eine angenehme Pflicht fein, den pflichtgetreuen Turners» marm als einen der ersten mit der Urkunde aus- zuzeichnen. Der Turnverein Lich würdigte dieser Tage gelegentlich der 62. Hauptversammlung die Verdienste des Jubilars in ehrender Weise. • Lollar, 13. Febr. Der Hausbesitzer- Verein E. D. hielt geftern seine Hauptversammlung ab. Der Kassenbericht zeigte geregelte Verhältnisse. Die allgeistkin verteuerte Letenshaltung verlangt eine Erhöhung der Beiträge, der die Versammlung zustimmt. Der feit- be ige Vorstand trurde wiedergewählt Die biin- genö notwendige Radierung der Mieten wird zucückgestelll, bis das neue ReichSmietengesetz belanritgegeben wird. Alsdann wird ein berufener Redner in einer Generalversammlung über diese und die den Haus- und Grundbesitz betreffenden neuen Steuergesetze Aufilärung geben. Don verschiedenen Mitgliedern wird Klage erhoben über mißbräuchliche Benutzung der Wohnungen durch die Mieter, wie Waschen und dergleichen in den Wohnräumen. Die Versammlung stellt fest, daß dies ein Kündigungsgrund sei, den das Mieteinigungsamt genehmigen mühte. Eine Eingabe an den Gemeinderat wurde beschlossen, worin dieser ersucht wird, das Wassergeld, das ab 1. April 1922 in dreifacher Höhe wie seither erhoben wird, nicht mehr vom Hauseigentümer, sondern unmittelbar von jeder wassernehmenden Famllie zu erheben, genau wie dies in den anderen Orten der Wassergenossenschaft „Glückauf" in Staufenberg und Mainzlar von jeher erfolgt. tt. Treis a. d. L., 13. Febr. Heute starb nach kurzer Krankheit die älteste hiesige Einwohnerin Frau Jettchen Wetzstein im hohen Alter von 91V« Jahren. Die Verstorbene erfreute sich bis in die letzten Tage ihres Lebens körperlicher und geistiger Rüstigkeit. Sie hat noch einen Bruder im Alter von 82 Jahren. △ Grünberg, 12. Febr. Der Gastwirt Schultheiß aus Göbelnrod v e r un- gl ü ck t e am Steinweg sehr schwer. Sein Pferd ging durch, und Sch. stürzte kopfüber vom Wagen. An der Folge einer Gehirnerschütterung ist er gestorben. Kreis Lauterbach. . △ Lauterbach, 12. Febr. Wieder konnte in einem Dorfe des Vogelsberges in Dirlammen „Lichtkirmes" gefeiert werden. Die Rheinelektra, die auch hier die Ortsleitung gebaut hat, kann damit das Jubiläum des 2000. Ortsanschlusses feiern. Auch das Städtchen Herbstein hat in diesen Tagen die elektrische Beleuchtung erhalten. Kreis Schotten. e. Schotten, 11. Febr. Vom Kreis- a m t war den Landwirten des Kreises aufgegeben worden, daß die restlose A b l i e - rung der Getreideumlage bis zum 15. Februar d. Js. erfolgt sein müsse. Im Gegensatz zu dieser Aufforderung veröffentlicht der Vorstand des hessischen Bauernbundes folgende Erklärung: „Wir weisen darauf hin, daß nach § 1 der Reichsge- treidevrdnung die Frist zur Ablieferung am 28. Februar abläuft. Die Verhandlungen mit der Reichsregierung sind noch nicht abgeschlossen. Bestrafungen wegen Richtablieferung bis zum 15. Februar können nicht erfolgen. Wir werden im Bundesblatt rechtzeitig Mitteilung machen." — Warum muß es zu solch gegensätzlichen Veröffentlichungen kommen? Und wer hat nun recht, das Kreisamt oder der Bauernbund? h. G e d e r n, 12. Febr. Der hiesige K o n- sumverein feierte dieser Tage sein zehnjähriges Bestehen. Aus dem Jahresbericht, den Lokomotivführer R u st e b e r g verlas, ging hervor, daß sich der Verein in erfreulicher Weise entwickelt hat. Der Verein begann vor 10 Jahren mit 30 Mitgliedern und heute hat er die stattliche Zahl von 188 erreicht. Mit der Feier war eine Verlosung von wertvollen Wirtschaftsgegenständen verbunden. LZ1 Laubach, 13. Febr. Infolge des starken FrostÄ ist die hiesige Eisbahn seit 8 Tagen wieder benutzt worden. Wegen der großen Trockenheit hatte sich der „Obersee", den der hiesige Eisverein als Bahn eingerckchtet hat, nur ungenügend und spät gefüllt. In der nächsten Woche wird der hiesige CiZverein. der nach dem Gießener der älteste in der Provinz ist, die Feier seiner 25jährigen Gründung abhalten. — Am verflossenen Dienstag ist die schriftliche Reifeprüfung am hiesigen Gymnasium Fridericianum zu Ende gegangen. 5 Prüflinge haben sich ihr unterzogen. Als Termin für das mündliche Examen ist der 17. Februar festgesetzt worden. Dieses Waturitas ist das letzte, das am hie- si?en Gymnasium Fricke kianum abgehalten wird. Mit dem kommenden Sommechalbjahr wird das Gymnasium in ein Prorealghmnasium und Realschule umgewandelt werden. Das Gymnasium war durch den wohltätigen (1930 verstorbenen) Grafen Friedrich zu Solms-Laubach 1875 begründet worden und hatte sich, besonders unter den tüchtigen Di Aktoren Windhaus (gefl. 1897) und Hensell (zur 3-.it im Ruhestand in Gießen) sehr günstig entwickelt: zeitweilig zählte es 163 bis 175 Schüler. Seit der Direktion Balser (seit 1899) begann es ab'unehmen und aus jenen schönen Tagen, da Mars noch nicht die Stunde regierte, zumal von der Zeit weiland, Friedrich- Wilhelms deZ Streiten. Plötzlich misch e sich die Lore in feine wohl- gesetzten Erzählungen. Sie fragte: „Trug man damals bei Hofe noch- den Zopf? Haben Sie auch noch einen Zopf getragen? Oder trugen den nur die Soldaten?" „Aber mein gnädigstes Fräulein, selbstverständlich trug man meistens noch den Zopf. Heb eigene sah er gar nicht so übel aus, gab ohne Zweifel ein honet e;, gravitätischeres Ansehen, zumal, wenn er rocht adrett gewickelt war. Man mußte schon einen tüchtigen Kammerdiener haben, wenn man dessen sicher sein wollte. „Ja, aber . . . Sie müssen einem jungen Mädchen die Frage schon verzeihen — wuchsen den Herrn denn damals wirktich die Zöp'e?" Er lächelte, tie mal ganz üb r eg n. „Ran - • ste wachsen schon einzelnen von uns. Es ist erstaunlich, aber es ist wahr: es gab QHef- fteurg mit Prachtvollen Zöpfen, freilich erst nach jahrelanger, sorgfält ger Pslcge." „Uni> die andern?" . andern, die mußten künstlich- schaffen, was ihnen Tiatura ver-sagte. Bei den Friseuren konnte man Zöpfe mit den schönsten Bändern, in allen Großen und Farben kaufen." 5Xe Lore war cu ge landen u d mache sich hinter dem Sessel der Kammer;erm zu schaffen -Warna Giese war wiederum entert, als sie sah' c-atz ch.e jung te Range sogar mit dem Zeige^ finger an feinen Racken tippte: „Aber . . . Lore!" dem würdigen Kammerherrn mußte ^iner FingerchenS ganz Pläsierlich fein. War ja auch das reine Kinderhändchen. ilnb so drollig: es kitzelte sogar ein wenig. Er spitzte den Mund, säst als ob er Pfeifen wollte. „W e wurde solch- Kan"z-Pf denn nur befestigt?" fragte die Lore weiter. „Das muß ja mit erstaunlicher Akkuratesse gemacht worden fein.“ „@e'riT\ mein verehrtes Fräulein von Giesel Es gab kleine Haken —“ „Wo denn, Herr von Tautenheim? Zeigen Sie doch- . . Also griff auch er in den Racken. Seine lange hagere Hand und die kleinen molligen Mädcher.fmger berührten sich. @3 kitzelte w eder leicht und pläsierlich. „Hier etwa!" fag:e er. „2st nicht möglich. Hier also?" sagte sie. ..Etwas höher!" sagte er. „Also ungefähr dort!" sagte sie. ilnb da geschah das Malh ur — Aus dem Hinterkopf des braten Barons hob sich das Haar: gleich darauf löste es sich vorn, die ganze Pracht schob sich nach rückwärts, die Stirn trurte mit einem Male in eine mächtige Glatze verwandelt — „O weh!" hat der Taugenichts gerufen. »Wer hätte das gedacht — ein Perücke. Ein Meisterwerk . . ." Es tippte noch einmal u$b kitzelte. Aber bem würdigen Kammerherrn schien es nicht mehr Pläsier zu machen. Er sprang auf, er griff hastig mit beiden Händen an den Schädel, drückte, preßte fest, was entgleiten wollte, machte, hochrot im Gesicht, d e Ve.k-eugung in ter Runde, sprach erregt. „Ich empfehle mich —" und stürzte aus dem Zimmer. Drinnen erhob sich ein kaum gezügeltes Gelächter, während Mama Giese ihren Rangen mit wird jetzt zu Grate getragen, wird aK^gewiß feiner Zeit wieder auferstehen. Das ist unsere feste Zuversicht! Die alte Lateinschule zu Laubach, 1555 durch den Grafen Friedrich Magnus zu Solms-Laubach, einem Halbbruder P h i - lipps des Großmütigen, unter Beihilfe Phil. Melanchthons begründet, durch Hermann August Francke 1717 neu organisiert, war 1807 eingegangen und 1875 in neuer Gestalt wiederbelebt worden. Die Erinnerung an das eingegangene Gymnasium Frideckckanum wird durch eine Vereinigung alter Lehrer und Schüler erhalten werden, die soeben begrüntet wird, und die im August ds. Js. ihre erste Tagung halten wird. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 12. Febr. (Volksbildungs herein.) In dem großen Hörsaale des Polytechnikums sprach der Direktor der hiesigen Dlinten- anstack Schmidt über „Blinde und Blinde n w e s e n“. In gedrängter Kürze gab er einen ileberblicf über die Geschichte der Blindenerziehung von ihren Anfängen bis zur Jetztzeit: er zeigte, wie die jetzige Anstaltserziehung dazu angetan ist, aus Menschen, die man früher für überflüssige Mitglieder der menschlichen Gesellschaft hielt, heute in jeder Beziehung vollberechtigte zu machen, die in ter Lage sind, den Kampf mit dem Dasein aufzunehmen und sich ihren Lebensunterhalt zu erwerben. Den Schluß des Vortrages bib dete die Vorführung ter in den Blindenanstalten eingeführten Lehrmittel für den Lese-, Schreibund Rechenunterricht: einige Zöglinge der Anstalt geigten durch Vorführung den hohen Grack der erworbenen Kenntnisse. So las ein im zweiten Schuljahre stehender Knabe aus einem Lesebuche in Braillescher Punktschrift so fließend, wie ein Erwachsener aus einem gewöhnlichen Buche. Ebenso erstaunlich waren die Ergebnisse des Aechen- unterrichts. Eingeleitet und geschlossen wurde der Abend durch musikalische Darbietungen, Gesänge eines gemischten Chors, Vivlinvorträge und DeLa- mationen, die ebenfalls einen hohen Grad der Vollendung zeigten. Das sehr zahlreich erschienene Publikum tankte durch lebhafte BeifallZbezeugun- gen für ten in jeder Beziehung belehrenden und interessanten Abend. — Rachdem die Lehrerseminare in Alzey und Bensheim bereits ihrer im Weltkriege gefallenen Schüler durch Ehrentafeln und Denkmäler gedacht haben, beabsichtigt auch das hiesige Lehrerseminar diese Dankesschuld durch Anbringung einer Ehrentafel abzutragen. Zur Ausbringung ter benötigten Geldmittel findet am Dienstag im Saalbau eine Ausführung statt, bei ter die Chöre aus Schillers Braut von Messina in der musikalischen Bearbeitung von Selle mit verbindender Deklamation zur Ausführung kommen. - Friedberg, 11. Febr. Gin hiesiges Geschäftsau'o stich, als es in Dad-Rauheim von einer Seitenstraße aus in di^ Frankfurter Straße einbvg, auf ein mit einen Geschwindigkeit von 20 Kilometer fahrendes Personenauto. Der Unfall hatte starke Beschädigung beiter Wagen zur Folge, außerdem trug einer der Insassen des Personenautos eine Kopftellrtzung davon. >5'Du h b a ch, 11. Febr. Wie stchon bellchtet. wird in dem Taunusorte Friedrichsthal sei! 3. Februar ein Ortseinwohner vermiß t. Es hantelt sich um ten 43jährigen Landwirt und Ortsvorsteher Philipp Odenweller. Alle lllmstände sprechen dafür, daß ein Terbrechm tot- liegt. Wegen des Eisenbahnerstreiks mußte ter Mann von Homkurg aus, wohin er von Frankfurt aus mit der Elektrischen gefahren war, die Reise zu Fuß fortsehen. Der kürzeste Weg führt von dort über Köppern, die Caperslurg und die Kaisergrube am Winterstein nach Friedrichsthal. Ganz sicher festgestellt ist, daß Otenweller in Köppern zwischen 4 und 5 lllhr noch in einem Gasthaus Einkehr gehalten hat. Bon Köppern nach Friedrichsthal sind es noch etwa 3 Stunden Weges. Man nimmt an, daß der Mann auf der Caperskurg Verbrechern in die Hände gefallen ist. Ein Unfall, an den man des heftigen Schneetreibens treten erst dachte, kann nicht gut üoiliegen. Denn Odenweller, der die Wälter genau kennt, so daß ein Verirren kaum möglich war, hätte dann auf dem Wege gefunden werden müssen. Mehrmaliges Abstreifen des Weges zeigte aber noch keine Spur des Vermißten. In ten Taunus- vrten herrscht über den Vorfall große Aufregung Starkenburg und Rbeinhedien. * Darmstadt. 12. Febr. Dem Betrieb des Hessischen Landestheaters angeglietert wird demnächst als „Kleines H a u g' (für Kammerspiele und Spieloper) ein zweites Theater eröffnet werten. Das hierfür vorgesehene Gebäude entstand im Jahre 1606 unter Landgraf Ludwig V., und zwar wurde es damals als „R e i t h a u s" für sportliche höfische Veranstaltungen errichtet. Ludwig VI. ließ dieses Haus zum Teil umbauen, und im Jahre 1670 wurde es zuerst für Theaterzwecke gebraucht. Sein Rach- folger Ernst Ludwig berief im Jahre 1710 den kurhannöverischen „Hof- und Prernierearchitekf Louis Remy te la Fosse, nach dessen Plänen das «*&-' ÄS i; 1« rt? a» SS S?S »xy ^225®!. e 36 Ps- - ßenbahn toj ttif« bilbungöj' Stunde zuM mLvirkendv - Dein Du denDeamt< am 15.§ebr stattgegeben, i bevorstehende soldung, b!e & Verpflegt kenhauS Mi ren für die w Aachbevtll! Mack für das für die Kinderg lungShauser, V Mtz von Zen fxnaden u. a. neuen Fru für bauliche 2 neüsche Anla * Mainz Ein Landlvirl - einen prächtig« 1500 Marl l Massenschl Diesen bei ' starken tarnte tourte die L Aeichsviehseuch zum Schche gq abgefch/Wet v 4 ta. Dehl ieusenen Woche heim das Sc brannt und Bureau nebst gebrannt. 5 ist untelannt; dadurch nicht mc. fite Sonntag oben berg aus j ^jährigen Tv ^gefrorenen 2 wollte, brach beite berfar Leichen konnte werden, ow e^eion ^fies ‘.»te Ate " d- Ä. ft LvL &’S xÄ6* Mu«“ ^öer für j^., * ®Wat PMlBtrS M mü4, LÄensuliter- Ertrages bib ."Manstalten >• Ärerb W der Qfo, \wn CM .^un^veitw JJön Le^uche W>, jhC btä Äechen- Wn wurde der ^9en, Gesänge wge und Dello. 'Den Grad der r(Hdj erschienene dfal36ejcugun- elehrenden und Ne Lehrersemi« teils ihrer im 4 Ehrentafeln absichkjqt auch diese Dansesenta f e l ab- nötigten Geld- Ibmi eine Aus- nur schiller? nschrn Drarbei- Seüamativn zur Ein hiesiges id-Aauheiin ton mlfurtcr Strahc hwindigkrit dvn icnauto. Der g beider Dogen r der Insassen Atzung davon, e schon berichtet, idrichschol seil ler dermihr. n Landwirt und feile r, M Ttrbreien tot- -iß muhte der von Franssuri war, die Aeise Leg W von :g und die Kai- Friedri'hschal. Odenwelier in noch in einem Lvn Köppern etwa 3 Stunden : Mann aus der ände gesotten iss tigen Schneetrei- >t gut vvillegen. er genau Lnnt. sich war, Me werden müssen. zeinte aber in den Taunus- ifie Lusregung »Hessen, m Betrieb M -s angcgltetcd Haus istr ein zweites S hierfür vor- ihre M Mw >urbe es da°M höfische W ieh dieses Ma grtwTgjiSf Zremierearch^ ck und M g; j brumnMd dre *«$ !?SÄ ■•ft für die fr“ U Lvre tos. itttft .. * r* s °°" * halmloiee- lugend nicht rissen-dariss itOJL * folL den fest abgebalten. der CD ständiger gründet, Schneiderin SoT Knuden ass. 01539 Hammltrake 4 v. berget Höhenklub wurden zu DvrstandL- mitglietern gewählt: Feldmann (1. Dorf.), Seibert (2. ‘Dorf.), Zier und Stern (1. u. 2. Schriftführer), ötetjer und Knappe (1. u. 2. Äalfetoart), Oechler (Wandrrmeister), L o h- müller und Grosch (Führer der Zugend- dernder Mmftünbe zu vier Jahren Gefängnis, Frau Singh wegen Anstiftung zum Morde unter Verneinung mildernder Umstände zu neun Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Den beiden Angeklagten wurde ein Jahr Untersuchungshaft angerechnet. Koerwien wurde freigesprochen, Kaufleute eine Handelsschule gc- dte zu Ostern ds. ZS. eröffnet wer- dWasch- Bloich-Soöcr unrntbehrheh für LDaxhe und Kiusnu>5 Hersteller Henkel 4. O*. Düsseldorf Gerichlssaal. Der Derwaltungsgerichtshof zur Kartoffel- Kirche und Schule. ge. Watzenborn-Steinberg, 18. Febr. Hier fand gestern abend im Saale der , Krone" einevangelischerGemeindeabend statt. Gr erfreute sich eines starken Besuches, baf) sich ba« geräumige Lokal als viel zu klein erwies. Der Leiter der Veranstaltung, Pfarrer Lenz dahier, begrüßte die.Erschienenen und hielt später einen Vortrag über'die Bedeutung und den Zweck eines Gemeindeabends. Musikalische Darbietungen von- feiten des hiesigen Pofaunenchors und anderer guten Kräfte iDedjfelten mit Gefangen und Deklamationen der ersten Schulklaffe ab und fanden reichen Beifall. 3n erfreulicher Weife halten sich vier der hiesigen Gesangvereine In den Dienst der EineDame aus Stuttgart überzeugt von der guten Wirkung Ihres Creme- Pcltser gegen aufgesprungene Hände... Creme- Peltzcr .weiß* oder ßlyzerinh ah ig. fein parfümiert Achten Sie auf Bezeichnung -Frieden^ware“. Zu haben in den Drogerien A. Nfl 1, C. Seibel u. B. Karn. zwischen Gjedser und Warnemünde, daS sich am SamStag noch durch das Treibeis hindurcharbeiten konnte, am Sonntag nachmittag vor Warnemünde im Gise stecken geblieben. Die D-Züge zwischen Hamburg und Berlin muhten daher ohne die skandinavischen Reisenden abgelassen werden. KMÜW 808qmHoircite tt MOOqm Garten 11. Wiese, siegen geeignetes unbebnutrö Grundstück au tauschen neiudjt. Sd)r. ?'ngeb. n. 1470 an den Gien. Kriegersmitwe, 30 SV, seiche Erschein., m. 4 9., wünscht m. foL Herrn tn sicherer Stell, zwecks eua Heirat in Verbindung au treten. Gehe and) bei rü'tigcn nlhimt. Herrn als Han Sh. Kinder bleiben b. Mutter. Diskretion Ebrensache. ?lno'yin Awecklos. Angebote unt A. L. 1" coft- lauernd Heuchelheim. Vermischtes. Treibeis in der Ostsee. Berlin, 13. Febr. Rach einer Meldung .MontagSpost" ift da- dänische Fährschiff 311115t «rau K'm«: arbeit. Sckr. Angeb. mit. 01517 an den Gieh. An». guten Sache gestellt und boten der Zuhörerschaft eindrucksvolle Chöre in vollendeter Ausführung Der Reinertrag deS Abends flieht wohltätiger Zwecken zu. ra. D i e d e n 7 0 p f 12. Febr. Um den f ch u l- entlassenen Knaben und Mädchen für Turnen, Sport und Spiel. ♦ Grünberg, 13. Febr. Am verflossenen Sonntag fand hier zum ersten Male ein ö f f c n t - lieber Skilauf statt, an dem sich auch der Giehener Skiklub in gröberer Zahl beteiligte. Eine grobe Zahl Zuschauer hatte sich in der Rahe der Laufbahn eingesunden, die mit sichtlichem Interesse den zum Teil hervorragenden Leistungen folgte. Mittags fand eine Preisverteilung statt. Dem schönen und gesunden Sport wäre noch weitere Verbreitung zu wünschen. ^Butzbach, 12. Febr. Hier sand heute eine Drzirksvortumerstunde des 5. Bezirks im Turm gau Hessen statt, die trotz der schlechten Der- kehrsverhältnisse recht gut besucht war. Auf den turnerischen Teil der Veranstaltung folgte eine Besprechung. Dabei wurde beschlossen, daS Geräte- toetturnen des 5. Bezirks am 26. März in Bad Rauheim abzuhalten. DaS damit verbunden,- Wetturnen der Schuler soll bereits am SamStag zuvor erfolgen. Die von allen DezirkSvereinen gemeinsam auszuführende Goetz-Wanderung soll am Sonntag vor Himmelfahrt nach Forstbaus „Hubertus" im Taunus führen. Um daS dies- jährige volkstümliche DezirkSwetturnen, mit dem ein mindestens zweistündiger Turngang verbunden sein muh, haben sich die Turnvereine zu Steinfurth und Rieder-Wöllstadt beworben. Di« Mehrheit der anwesenden Vereinsvertreter entschied sich für S t e i n f u r t h, das im Mittelpunkt des Bezirks liegt und so leichter von den Wett- tumem erreicht werden kann. L a u t e r b a ch, 12. Febr. DaS Bezirks Gerätewetturnen des 4.Bezirks im Tum- gau Hessen findet am 26. Februar in der hiesigen Spiehtumhatte statt. ^DomGau Hessen, 12. Febr. Am nächsten Sonntag findet in ©leben der diesjährige Gauturntag statt. Die sehr reichhaltige Taacs- ordnung umfaht einige Punkte, die zu lebhaften und interessanten Aussprachen führen werden. Da der Dorsitzendentag Im Oktober die meisten Fragen schon vorbereitend durchberaten hat, dürfte sich die Tagesordnung aber doch flott abwickeln. AauB völlig umgeterut wurde. Ein eigenes ®n- 1 semble hatte dieses Theater aber noch nicht, es waren reifende Truppen, die die Landgrafen hier spielen liehen. Erst im Hahre 1810 gründete Landgraf Ludwig X. (nachmalS Drvhherzog Ludwig I.) die erste seste Truppe , das Haus wurde abermals mngebaut, und erhielt damals den- Zustmid, in öem es sich heute noch befindet. Am 26. Oktober 1810 wurde es mit Mozarts .TituS" eröffnet und erhielt jetzt den Ramen .Grobherzogliches Hof- cheater". Als solches tat eS bis zum Hahre 1819 feinen Dienst. Dann geriet es in Vergessenheit, weil Inzwischen der grobe Reubau fertig geworden war. Wer alS am 24. Oktober 1871 das neue Theater durch Brand vernichtet wurde, wurde es erneut tn Dienst gestellt und diente als Interims- tbeater bi« zum Hahre 1879 feinem früheren Zwecke. Als dann Im Zähre 1904 in dem damals errichteten neuen Haufe umfangreiche bauliche Veränderungen nötig wurden, ward eS abermals 3n- terimStheater. Seitdem hat es Schul- und auch kriegsfürsorglichen Zwecken gebient, bis es nunmehr auf Betreiben des jetzigen Intendanten Gustav Hartung erneut in Dienst gestellt wird. e. Offenbach n von der Stadtverordnetenversammlung uf 2.25 Mk. erhöht, bei MünzgaSmeffern auf 2,30 Mk., für Unbemittelte auf 1.95 Mk. Die Erhöhung tritt bereits am 15. Februar in Kraft, desgleichen die für Wasser um 30 Pf. — Die kürzeste Strecke auf der Stra- benbahn kostet jetzt 1,50 Mk. — Die Der- gütung für die nebenamtlichen Lehrkräfte an der Kaufmännischen Fortbildungsschule wurde auf 15 Mk. für die Stunde zuzüglich 20 Prvz. TeuerungSzuschlag rückwirkend vom 1. Oktober 1921 festgesetzt. - Dem Wunsche der Deamtengewerkschaft, den Beamten die Gehälter für März schon am 15. Februar auszubezahlen, wird nicht stattgegeben, und zwar mit Rücksicht auf die bevorstehende Neuregelung der Beamtenbesoldung, die beschleunigt werden soll. — Die Verpflegungssätze im Stadtkran- kenhauS wurden erhöht, deSgl. die Gebühren für die Benutzung des Krankenautos. — Rachbewilligt muhten werden: 500 000 Mark für das Wohlfahrtsamt, 298150 Mk. für die Kindergärten, 942 775,32 Mk. für Siedlungshäuser. 12 426,39 Mk. für die Einrichtung von Zentralheizung in 2 Krankenhausbaracken u. a. — Für die Fertigstellung des neuen Friedhofs werden 1782000 Mk. für bauliche Anlagen, 2 152 000 Mk. für gärtnerische Anlagen bewilligt. ♦ OHaina, 12. Febc. WertvollerFang. Gin Landwirt zu Ockenheim fing in seiner Scheune einen prächtigen Marder, für dessen Fell ihm 1500 Mark bezahlt wurden. — Amtliche Massen sch lach t ung. Del einer auf den Wiesen bei Mörfelden weidenden 600 Köpfe starken wandernden Schafherde aus Waldeck wurde die Räude festgestellt. Auf Grund des ReichSdiehseuchengesehes mubten sämtliche Tiere zum Schutze gegen Weiterverbreitung der Seuche »rbqeschlachtet werden. gruppe), E l a u s (Dors, des Dergnügungsauskch ). He eg er (Dors, des Wirtschaftsaussch.). Das zehnjährige Stiftungsfest in den Stadtsälen war von über 1000 Personen besucht, 78 fleibige Wanderer erhielten das goldene D. H. C.-Abzeichen. Am 26. Februar wird in Giesels Sälen ein Berg- Alte Gebisse Zahne bis Mk. 90.00 Gebisse bis M. 1700.00 kaufe nur Mittwoch, den 15. Februar im Hotel Schütz 14MA Reichsgenchtsbrieft rz. Leipzig, 10. Fedr. Wegen Der- führung eines unbesch^oltenen Mädchens unter 16 Zähren Ist am 12. Zuni v. Zs. der 1892 geborene Pferdehändler Isidor Liebmann vom Landgericht (Sieben zu einem Zahr Gefängnis verurteilt worden. Er hatte eine 14i,> jährige Schülerin zur geschlechtlichen Hingabe gebracht. Gegen das Urteil hatte der Angeklagte Revision eingelegt; diese wurde jetzt vom Reichsgericht als unbegründet verworfen. Ein Todesurteil. Bochum, 13. Febr. Das hiesige Schwurgericht verurteilte den Gärtnergehilfen Mar- tin aus Horneburg, der am 8. November v. I. seine Geliebte erdrosselt hatte, zum Tode. * ♦ Liste der Geschworenen. Zu der am 6. M ä r z 1 9 2 2, v o r m. 9 Vs ^1 h r beginnenden ersten Sitzungsperiode des Schwur- Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 12. Febr. In der abgelaufenen Woche ist auf Grube Naab-Garben- heim das Schlafhaus völlig ausgebrannt und auf Tonwerk Allendorf das Äurcau nebst älnterkunftsbaracken nieder- gebrannt. Die Ursache der beiden Brände ist unbekannt; eine Störung der Betriebe ist dadurch nicht eingetreten. Hessen-Nassau. mc. Frankfurt a. CQL, 13. Febr. Als Sonntag abend der Arbeiter Lorenz Amberg aus der Goldsteinstrahe mit seiner 12jährigen Tochter von Griesheim über den zugcftorenen Main nach Niederrad heimkehren wollte, brach plötzlich dieEiSdecke und beide versanken in den Fluten. Die Leichen konnten bisher noch nicht geborgen werden. Amberg war Vater mehrerer unmündiger Kinder. e Fulda, 12. Febr. In der Hauptversammlung des hiesigen Zweigvereins vom Dogels- gertchtS für die Provinz Oberhessen trmv , den zu Hauptgeschworenen ausaewahlt: < 1. Schmitt, He.mann, Landwirt in Elpenrod. ‘ 2. Herling. Friedrich Wilhelm, Rentner in Rendel. 3. Schudt, Philipp. Gutspächler in Londorf. 4. Hehler. Heinrich, Landwirt in Kestrich. 5. Wahl, Heinrich XXVI., Wayner in Angecsbach. 6. Port, Georg II.. Werkm.ider in Ruvperisburg. 7. Harth, Gregor, Landwirt in Kloppenheim. 8. Ruckeishausen, Jakob, Maurer in Burg-Gemünden. 9. Goy, Johann Iakob, Bürgermeister in Heldenbergen. 10. Weber, Johannes, Bergmann in Stangenrod. 11. Bergmann, Heinrich. Prokurist in Hirzenhain. 12. Becker, Konrad, Schmied in Rieder-Ohmen. 13. Fuchs, Johannes Karl, Ziegeleiarbeiter in Angersbach. 14. Eifert, Heinrich. Landwirt tn Hörgenau. 15. Wal z. Konrad Heinrich. Spengler in Ltch. 16. Mickel, Martin, Landwirt in Ober- Mockstadt. 17. Rumpf, Friedrich, Kaufmann in (Sieten. 18 Müller, Rikvlaus, Buchhalter in Trais-Horloff. 19. Reck. Martin, Kontrolleur in Dildel. 20. Gor r. August, Landwirt in Cber- stadt. 21. Keller. Heinrich Philipp, Zigarren- rnacher in Wieseck. 22. Schäfer, Zohannes, Weihbinder tn Watzenborn-Steinberg. 23. QU e n - ges, Ludwig X-. Zigarrensabrikant in Grohen- Llnden. 24. Wagner. Konrad, Zlegeleiarbeiter in Oppenrod. 25. Schneider, I-. Konrad, Schlosser in Klein-Karben. 26. Sier, Friedrich, Friedhofausseher in G ie h e n. 27. T r i b u s, Wilhelm, Kaufmann in (Sieben. 28. Knöh, Io- Hannes, Landwirt in Oberseibertenrvd. 29. Ampt, Karl, Kaufmann in Dieben. 30. Weib- b ä ck e r, Max, Elektrotechniker in (Sieben. Leipzig, 13. Febr. (WTB.) Dor dem Reichsgericht fand heute die Revistvns» Verhandlung im Prozeb gegen cand. jur Goebel, cand. med. Jonas und cand. med. Goerdt statt. Die Angeklagten, die dem Marburger Studentenkorps angehören, hatten den bekannten Marsch nach Eisenach und Gotha während des Kapp-Putsches am 25. März 1920 mitgemaebt und hierbei mehrere mitgesührte Gefangene mitzhandelt. Sie hatten sich vor dem Landgericht Kassel wegen Mibhandlung zu verantworten. Das Verfahren gegen sie war jedoch auf Grund der Amnestie vom 21. Februar 1921 eingestellt worden. In der heutigen Verhandlung war einer der Misshandelten, der Dreher Batz, als Nebenkläger zugelassen worden. Gegen das Urteil hatten wegen der Amnestierung des Goebel die örtliche Staatsanwaltschaft und in bezug auf alle drei Angeklagten die Nebenkläger Revision eingelegt, welche Rechtsanwalt Liebknecht-Berlin vertrat. Das Reichsgericht verwarf sämtliche Revisionen als unbegründet, da ein Verstob gegen das Amnestiegesetz nicht vorliege. Berlin, 12. Febr. (Wolfs.) Im Prozeß hegen CrmordungdesindischenStu- denten Singh sprachen die Geschworenen den Angeklagten A r n o l d des Totschlags unter Zubilligung mildernder Umstände schuldig, die Ehefrau Singh der Anstiftung unter Verneinung mildernder Umstände. Bei dem Angeklagten Koerwien wurde die Schuldfrage verneint. Der Staatsanwalt beantragte gegen Arnold sechs Jahre Gefängnis, gegen Frau Singh Zuchthaus, und Frei- । sprechung für Koerwien. Das Gericht v e r - , urteilte Arnold unter Zubilligung mil- beschlagnahme. rm. D a r m ft a ö t, 13. Febr. Der Verwa 1° । tungsgerichtshos verhandelte am SarnS'ag über die Klage des Geschästsführers des Dauern- < Hundes Abg. Dr. Müller in Darmstadt gegen den Kreisdirektor Geheimrat Fey wegen Fest' stellung, Unterlassung und Schadenersatz. Auf Anordnung des Landesernährungsamtes batte das Kreisamt Darmstadt, ebenso wie die anderen heifi- schen Kreisämter im November 1920 eine Derord- nung erlassen, durch die bei den Erzeugern je 10 Zentner Kartosfekn pro Morgen zum Preise von je 20 Mk. b e s ch l a g n a h m t uno enteignet wurden. Der Kläger Dr. Mü11et erhob alsbald bei dem Landgericht Klage aus Unterlassung bzw. Unzulässigke.t der Ve.fÜLung, sowie Sch-adenersatz, da die Drschlagnahme em E i n- griff in das Eigentumsrecht sei und gegen das Reichsrecht verstobe. Das Landgericht setzte das Derfahren aus. Inzwischen befähle sich der Provinzialausschuh mit der Angelegenheit und bestritt die Zulässigkeit des Rechtswegs vunb die Zuständigkeit des Landgerichts. Im August v. I- wurde dann die Derordnung aufgehoben, der Der- treter des Klägers beanspruchte nun nur noch Entscheidung über die Kosten. Das Ministerium hat nunmehr den Kompetenzkonflikt erhoben, so hab sich der Derwaltuntzsgerichtshof mit der Frage zu befassen hat. In der eingehenden Der- handlung wird die Klage durch den Vertreter des Klägers R. A. Me isel begrüntet. Der Kläger führt u. a. aus, dah jede persönliche Spitze gegen den Geheimrat Fey fehle, man habe der Einfach he tt halber den Darmstädter Kreisrat herausgegriffen. Der Beklagte bestreitet die Zulässigkeit des Rechtsweges, nur ter Provinzialausschuh sei zuständig. Der Vertreter des Staatsinteresses hält den Klageanspruch nicht für zivilrechtlicher Natur, ter Rechtsweg sei unzulässig, auch der Provinzial- ausschuh könne über die Gültigkeit der Derordnung nicht entscheiden. Nur das Gesamlministerium könne hier das Urteil sprechen. Der Kläger führt noch aus, dah das Landesernährungsamt auf seinen Einspruch nicht geantwortet habe, während das Reichsernährungsamt die Verordnung nicht für zulässig erachtet habe. Auch ter Staatsanwalt habe auf die erfolgte Anzeige erklärt, dah die Verordnung umuläffig sei. Die Strafverfolgung des verantwortlichen Ministers des Innern, sowie des Emährungsministers sei nicht erfolgt, weil diese in gutem Glauben gehandelt haben. Der Verwaltungsgerich'shof entschied: Der erhobene Kompetenzkonflikt wird für begründet erachtet und der beschrittene Rechtsweg für unzulässig erklärt, zugleich wird festgestellt, dah das hessische Gesamtministerium zu entscheiden hat. Die baren Auslagen fallen dem Kläger Dr. Müller zur Last. Biedenkopf und Umgegend Gelegenheit zu r Weiterbildung zu geben hat auf De» anlassung vvn Kreisschulrat Eckhardt und mit Unterstützung ter Stadt der hiesige Verein selb- Kaufmann von auswärts wünscht sich an rentablem Unternehmen evtl, auch gutem Okidiätt mit 100- bis 150000 Mark zu beteiligen ober zu kaufen. Schnftl. Angebote nut. 0l5l6aubenGieß.Anz. Von einein Dr. nhll. wird tüchtige Nachhilfe In Englisch gesucht. Lcvr. Angeb. tt. 01527 an den Gleit. Anz Ans dem Amtsverkünviflungsblatt. ♦♦ DaS AmtSverkündlgungSblatt Rr. 20 vom 13. Februar enthält: Geschättogang. hier: Portokosten. — Die Umsatzsteuerpslicht des StrahenhantelS. — Uebernahme ter persönlichen Volköschullasten auf den Staat — Vergütung für die stundenweise beschäftigten Handarbeits-, £>au8- haltungs- und technischen Lehrerinnen. — Die Errichtung des Schiedsgerichts für gerneitrdlichc Beamte. — Versammlung des Kreis-Obst- und Gartenbauvereins (Sieben. — Dienstnachrichten Geschäftliches. — 2 Äallflora-perlen gefunden Aus Bremer Zeitungen ersehen wir, dah von der angekündigten IubiläumSgabe der Fa. Quelsser & (So., bestehend auS 12 echten Perlen, In der Kaliklora- Zahnpasta die erste Perle von einem Telegraphenarbeiter Hinrich Uhlhorn in Bremen gefunden worden ist. Der Finder verkaufte die Perle an die Kaliklorasabrik zurück und erhielt dafür 19 800 Mark ausbezahlt. In Euxhaven ist eine zweite echte Kaliklora-Perle vvn einem Zimmermann Jan Aggen gefunden worden. 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Februar verschied nach kurzem Krankenlager im Alter von 83 Jahren unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter FrauA. Elisabeth Hamann geb. Höpke. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Gustav Hamann, Architekt eröffnet habe. — Ich führe nur prima Ware; besonders mache ich meine werte Kundschaft auf meine Spezialität von Thüringer sowie Hess. Landwurstwaren aufmerksam. Ich werde stets bemüht sein, meine Kunden zur vollsten Zufriedenheit bedienen zu können und empfehle mich. Hochachtungsvoll / Herrn. Löber, Gietzen fil.§nnhthßttc«6jag. 1512 Marktplatz 2, ijanfgcimcho. Todes-Anzeige. Heute früh verschied sanft nach kurzem Leiden unsere liebe Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau jette Wetzstein geb. Wetzstein im 92. Lebensjahre. Lehrling aus guter Familie per Ostern gesucht Carl Frensdorf. Stadttheater Leit nag: E. steinjoeitar. Mittwoch, 15. Februar- 18.Miitivoch-Abon.-Vorst' Ae Ar «ns Nele. , Anl.7, GnbelPAUhr. .^c| LsllücS MHlhkil bei hohem Hotn tagsüber gesucht. 1517 Asterweg 47 p. Nachruf. Am 7. ds. Mts. verschied nach kurzer, schwerer Krankheit unser lieber Lehrkollege Willi Hassemer. Wir verlieren in ihm einen treuen Freund und werden sein Andenken stets in Ehren halten. MWemkrat Mei. DlenStag, 8'/. U&r, Hotel Groffberzog Jahresversammlung. Tagesordnung: Samslagnummer. 1511v Der Borttaud. Frankfurter Str. 58 I. Land. thrl. MDche» wird gesucht. - 01543 Stephan-trabe.31 II. sviid. Mhcn in kleinen Haush. sofort gesucht. Borzust. Ludwig itraffe 14 v. zwischen 4 u. Die Beerdigung fand in aller Stille statt k*d sowie Ifertiuferm durchaus firm im Bedienen, per sofort gesucht. 1499 Earl Frensdorf, i "LZ" S»W in ruhigem Haushalt. , Schriftl. Au geb. unter 01537 an den Metz. Anz. Vortrags-Vereinigung Gieflen (Bund zur Pflege von Musik o. Literatur - Kaufinännischer Verein • Gewerbeverein) Sonntag, 19. Februar 1922, in der Neuen Aula nachmittags 41/* und abends 8l/4 Uhr: 6. Vortrags-Abend Ein lustiger Abend HeitereVorträgevon Willi Braun aus München. Eintrittskarten za 7. 6 und 5 Mk. in der Musikalienhandlung Challier und an der Abendkasse. Mitglieder des Bundes eur Pflege von Musik und Literatur erhalten bei Challier für sich und ihre Angehörigen auf Mitgliedsausweis Karten zu 3.50 Mk., Studentenkarten beim Hausverwalter der Universität zu 3.50 Mk. (1480v Abends: Programmänderung. Energische Hmknii.IMil für leichte Reisetätigkeit tauch für Anfänger, ae- ucbt Meldung täglich 10—7 Uhr bei P. Ku*n. Bahnhofsbotel. 01528 sofort ges. Braugasse 6. Suche für Ostern für mein lkWWsMmii einen 1439 mit guten Schulkennt- niffen ans guter Familie. Rur solche wollen sich melden, die wirk!. Talent zum Zeichnen besitzen. G« M SelierSweg 56, gesliMeilstelyn, Anlagen. der Eisen- und Stahl- branche sucht dass. Stellung. Schrift!. Angebote unter 1509 a. d. Gietz. 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Anz. erbet. . bucd,w Jünger Sanfmann Achrmann Nr. 58 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberyeffen) Dienstag, (4, Februar 1Y22 Anbauflächen und Ernteerträge I im Freistaate Hessen. Dach den Mitteilungen der Hessischen Zentralstelle für die Lande Sstati- >t t k ergaben sich im Jahre 1921 für die A n - Hauflächen und Ernteerträge im Freistaate Hessen folgende Zahlen: Mit Doggen wurden bebaut in Oberhessen Winterfrucht 19 688 Hektar mit einem Ertrage von 332 821 Doppelzentnern (vom Hektar also 16,9 Dopvelzentner), Sommcrfrucht 9 Hektar mit 100 Doppelzentnern (pro Hektar 11,1 Doppelzentner): die entsprechenden Zahlen lauten für Starkenburg 22 982 Hektar mit 333 421 Doppelzentnern (pro Hektar 14,5 Doppelzentner), bzw. 14 Hektar mit 137 Doppelzentnern (pro Hektar 9,8 Doppelzentner); für Rheinhessen 16 314 Hektar mit 211 504 Doppelzentnern (pro Hektar 13,0 Doppelzentner) bzw. X Hektar mit 36 Doppelzentnern (pro Hektar 9,0 Doppelzentner). 3m Kreise (Ziehen wurden an Winterfrucht auf 4543 Hektar 74 788 Doppelzentner (also 16,5 Doppelzentner pro Hektar) erzielt. Für Weizen lauten die Zahlen: Ober- yessen Winterfrucht 18 327 Hektar mit 411839 Doppelzentnern (22,5 Doppelzentner pro Hektar), Svmmerfrucht 336 Hektar mit 7320 Doppelzentnern (21,8 pro Hektar); Starkenburg 6771 Hektar mit 118272 Doppelzentnern (pro Hektar 17,5 Doppelzentner) bzw. 394 Hektar mit 6411 Doppelzentnern (pro Hektar 16,3); für Rheinhessen 3679 Hektar mit 50 433 Doppelzentnern (13,7 pro Hektar) bzw. 290 Hektar mit 3342 Doppelzentnern (pro Hektar 11,5). 3m Kreise Gießen wurden an Winterfrucht auf 3604 Hektar 67 379 Dvppel- entner (pro Hektar 18,7 Doppelzentner). an Sommerfrucht auf 31 Hektar 643 Doppelzentner (also 20,7 pro Hektar) geerntet. Die Ernte an Hafer ergab in Ober» Hessen 362260 Doppelzentner auf 23844 Hektar (15,2 Doppelzentner pro Hektar), in Starkenburg 153 277 Doppelzentner auf 12 879 Hektar (11,9), in Rheinhessen 71 649 auf 7346 .9,8); im Kreise Giehen wurden 73554 Doppelzentner auf 5069 Hektar (also 14,5 pro Hektar) geerntet. Der Ertrag an Kartoffeln stellte sich >n Oberhefsen auf 1 488 723 Doppelzentner auf 20 092 Hektar (74,1 Doppelzentner pro Hektar), in Starkenburg auf 1 311 829 Doppelzentner auf 23 378 Hektar (56,1), in Rheinhessen 668 074 Doppelzentner auf 13 666 Hekä far (48,9); im Kreise Giehen 263907 Doppelzentner auf 4241 Hektar (also 62,2 Dop- oelz^ntner pro Hektar). An Zuckerrüben zur Zuckerfabrikation warben in Oberhessen 282602 Doppelzentner auf 1370 Hektar (206,3 Doppelzentner pro Hektar) geerntet, in Starkenburg 388 964 Doppelzentner auf 2918 Hektar (133,3), in Rheinhessen 833051 Doppelzentner auf 5419 Hektar (153,7); im Kreise Giehen 20 100 Doppelzentner auf 83 Hektar (also 242,1 Doppelzentner pro Hektar). Schliehlich waren in Oberhessen 12 529 Hektar Be w ä s se run g s - und 45291 Hektar andere Wiesen vorhanden, die zusammen eine Erntemenge von 1 436 630 Doppelzentnern lieferten; die entsprechenden Zahlen lauten für Starkenburg auf 9129 und 26 058 Hektar mit 974 812 Doppelzentnern und für Rheinhessen auf 527 und 4307 Hektar mit 121168 Doppelzentnern; im Kreise Giehen wurden auf 1297 Hektar BewässerungS- und 7191 Hektar andere Wiesen 251 370 Doppelzentner geerntet. Nochmals die Regierungsbildung in Hessen. Herr Zustizrat Weidemonn bittet uns nm Aufnahme seines folgenden Schlußwortes: Den beiden Herren von der Volts' und Demokratischen Partei, die auf meinen Artikel vom 6. Februar erwidert haben, sei folgende Antwort erteilt: I. Herr Prof. Schian gibt zunächst eine Kritik eines einzigen, aus dem Zusammenhang gerissenen Satzes meiner Zuschrift. Dazu sei bemerkt, daß ich natürlich die Erklärung der Volks- Partei, sie wolle tn die Regierung eintreten, gekannt habe; ich habe aber darin vermißt das ernstliche Bestreben. den erforderlichen geistigen Anschluß an die drei demokratischen Parteien, mit denen sie sich koalieren wollte, zu finden. Tie Forderung auf Hereinnahme in die Regierung allein konnte um so weniger genügen, als die größte Partei, die Sozialdemokratie, ihren Wünschen ablehnend gegenüberstand. — Was Herr Schian über das Regierungsprogramm bemerkt, ist rein formaler Ralur. Ich wollte sagen und habe gesagt, die Dolkspartei hatte zu erklären, sie akzeptiere die Richtlinien einer in den Haupt- zügen demokratisch orientierten, sich innerhalb der Verfassung bewegenden Politik. Wie den Ausdruck seines Erstaunens so hätte sich Herr Prof. Schian auch ersparen können, den Geist Dv, Streckers zu zitieren; ich selbst war ein Gegner Dr. Streckers; zudem war er schon seit einiger Zeil durch den Abgeordneten älrstadt ersetzt wordm. Auch mühte Herr Schian wifien, daß das Zentrum ihn damals als Kultusminister entschieden aidgelehnt hat. Was Herr Prof. Schian über die Bedingung: .Entweder Berbreiterung der Koalition oder Aus' scheiden der Sozialdemokraten aus der Regierilng" schreibt, geht in verschiedener Richtung fehl. Zunächst übersieht er. daß die Demokraten anfangs nicht für die Koalition zu haben waren. Sodann möge er sich doch einmal die Folgen des .Ausscheidens" vor Augen führen. Die eine Kombination war dann: Demokraten, Zentrum und Bolkspartei mit 28 Sitzen, also zu schmaler Balis: und hierbei war doch die Mitwirkung der Demokraten noch fraglich. Die andere war der Rechtsblock. Den lehnen wir aber unbedingt ab aus Gründen, die bekannt sein dürften. 3n der Tat lag die Entscheidung nicht beim Zentrum, sondern bet der Sozialdemokratie mit ihren 24 Sitzen. Die Ausgabe, die sich das Zentrum gesetzt, die Bildung der großen Koalition, war demnach damals unlösbar Sv sieht es mit der von Herrn Prof. Schian aus irrigen Doraussetzungen her- auskonstruierten .'Tatsache" aus! Gefreut hat es mich aber, daß Herr Prof. Schian davon ab- reschen hat. das Derhalten meiner Partei als Scheinmannöver zu charakterisieren. ll. Herrn Rektor Fischer, meinem zweiten Gegner, danke ich für feine alles Persönliche vermeidende Objektivität. Leider bin ich von ihm nicht ganz verstanden worden. Zur Zielklarheit gehört neben dem Festhalten an dem Ziel auch die Wahi des richtigen Ziels. Dieses konnte damals für die demokratische Partei nur die Mitarbeit an dem Ausbau des Volks- st a a t s in der Regierung und die große Koalition fein. Dieses habe ich auch den Herren Rektor Fischer und Präsident Urstadt gegenüber, als sie mich um meine Meinung an- gingen, ausgesprochen. Diesen Aufgaben hat sich aber die Partei versagt, weil sie glaubte, sich dem Spruch des Volkes beugen zu muffen Eip folgenschwerer Irrtum! Denn die demokratischen Wähler wollten die Fortsetzung der Koalitionspolitik, und die Wahlniederlage ist nicht auf mangelhafte parlamentarische Leistungen zurückzuführen, sondern hat andere Gründe (Organisation usw.) So kam die Partei in eine Sackgalle. und erst die Drohung der Sozialdemokratie mit Landtagsauflösung veranlaßte sie zum Anschluß an die kleine Koalition. Kann man diese Haltung zielllar nennen ? Die Partei kannte auch die 2u>sicht der Sozialdemokratie, sich nur auf die alte Koalition einzulassen. Sie täuschte sich aber über den Ernst dieser Absicht, weil sie annahm. diese Haltung sei nur eine Folge der angeblich „ungeschicktenTaktik" des Zentrums, was, wie das energische Vorgehen der Sozialdemokratie bald erweisen sollte, nich der Fall war. Also die Sozialdemokratie beherrschte die Situation Mm Anfang bis zu Ende! Das verkannte die Demokratische wie Volks- Partei. Ich dürfte Herrn Rektor Fischer nun verständlich sein. Gr wird auch erkennen, daß meine Bemerkung nur auf sachlichen Gründen beruht, wie auch das über Herrn Obenauer Gesagte. Hat man nicht auch Stegerwald, als er vor einem Jahre die preußische Regierung bildete, infolge Mißverständnisses bei den Verhandlungen des Wortbruchs beschuldigt? Damit möchte ich meine Darlegungen ab- schließen. Das Zentrum wird sich auch weiter um die große Koalition bemühen. Za, es hat bereits erreicht, daß das Justizministerium der Volkspartei offen gehalten wurde. Hondei. Berlin, 13. Februar. Börsenstim- mungsbild. Die in Neuhvick wieder ein- setzende Entwertung der Mark veranlaßte die Spekulation und das Privatpublikum zu neuerlichen Käufen in Industriewerten. Diese stiegen infolgedessen bei anfangs recht lebhaften Umsätzen im allgemeinen im Ausmaße von 5—50 Proz. Bevorzugt waren wiederum Montanwerte, in erster Linie oberschlesische Papiere, von denen Laurahütte sich um 120, Kattowitzer um 115 und Oberschlesische Eisenbahnbedarf vorübergehend um 60 Proz. höher stellten. Auf dem Kaliaktienmarkte setzten Westeregeln mit einer Besserung von 250 Prozent ein. Bon chemischen Werten gewannen Dynamit Aobel und Köln-Rottweiler 120 bzw. 115 Proz. Lebhaft begehrt waren ferner Schiffahrtsaktien, von denen Hamburger Paketfahrt etwa 60 Prvz. gewannen, Hansa über 100 Prvz. und Norddeutsche Lloyd etwa 90 Proz. Bankaktien besserten sich verhältnismäßig weniger. Deutsche Dank gewann aber 45 Proz. Balutapapiere zogen mit Rücksicht auf die Steigerung der Valuten an. Das Geschäft wurde nach Erledigung der ersten Kaufaufträge etwas ruhiger bei gelegentlichen kleinen Abschwächungen auf Gewinnrealisierungen. Frankfurt a. M.. 13. Febr. Börsen- stimmungsbild. Die innerpolitische Unflat» hell, insbesondere das große Fragezeichen der Ministerkrise, blieb auf die Tendenz der Börse ohne Einfluß. Die neue Dörsenwoche begann mit einer weiteren Befestigung der Kurse am Effektenmarkt. Devisen lagen im Frühverkehr gut behauptet, dann anziehend, Dollar 203 und 202. Montanpapiere waren nicht ganz einheitlich. Man bemerkte vielfach, daß die erhielten Preise der letzten Woche absorbiert wurden. Das Geschäft war in sonstigen Industriepapieren lebhaft. Am Markte der unnotierten Werte wurden folgende Kurse genannt: Benz 635—640, Gebt. Fahr 680, Inag 530, Ufa 250, Chemische Rhenania 1020, Deutsche Petroleum 1850, Kaufneigung machte sich in Kassaindustriepapieren bemerkbar. Metallbant 1059. Deutsch-Lu xemburg 960. Adlerwerke Kleyer sehr gesucht, 575. Chemische Werte verbesserten sich etwas. Kaliwerte hatten wieder regen Verkehr , Westeregeln 2600. Schi fahrtsattien hat en geringe Auswärts bewegung. Auslandswerte anziehend. Privatdiskont 4i/» Prozent. * Die Beschickung der Frankfurter Frühjahrsmesse vom 2. bis 8. April ist, wie das Meßamt uns ‘rnitteilt, ffo umfangreich, daß trotz räumlicher Vergrößerung auch diesmal in einer Reihe von Gruppen nur ein Teil der Interessenten Ausnahme finden konnte. Im Gegensatz au jenen Messen, die, wie sie selbst mitteilen, eine Dranchene nteilung erst eingete t:t ha': en sind Ei - teilung und Konzentration nach Warengattungen in Frankfurt a. M. bereits vollkommen und vorbildlich durchgeführt. Der Besuch wird durch Messegcsellschaftszüge aus allen Hauptrichtungen, für die Fahrpreisermäßigungen bis zu 45 Proz. eintreten, gefördert. Der Kartenvc :.uk erfolgt durch die bekannten Agenturen der Hamburg- Amerika-Linie, die Wohnungsvermittlung wie Hetzer durch den Wohnungsnachweis des M^ßcuntes, das sich zur Erteilung von Auskünften zur Verfügung hält. * Ablieferung österreichischer und ungarischer Dorkriegs-Staats- an leihen.. Die Entente wird jetzt auf Grund der Friedensverträge von ©L Germain und Trianon an die Verteilung der Vorkriegsschulden des alten österreichischen und des allen ungarischen Staates auf die Rachfolgestaaten heran treten, und hat daher das Reich aulgefordert, die im Besitz deutscher Staatsangehörigen befindlichen Wertpapiere dieser Art zu sammeln und abzuliefern. Sie wird dagegen Quittungen ausstellen, die später nach einem noch nicht bc- k.nnken Plan in Schuldoerschreibungen der Rach- folge • Staaten (Tschechoslowakei, Jugoslawien, I Deutsch-Oesterreich usw.) umgetauscht werden sollen Da die Frist für die Anmeldung und Ablieferung sehr kurz bemessen ist bis zum 28. Februar soll sie vollzogen sein und ein Hinausschieben dieses Zeitpunktes nicht erwartet werden kann, liegt es im Interesse eines jeden, für die baldige Ablieferung seiner österreichischen und ungarischen Vorkriegsstaatsanleihen besorgt zu fein, da die börsenfähige Votierung der aufgerufenen Werte nach einer Berliner Meldung voraussichtlich am 20. Februar eingestellt wird. Von der Ablieferungspflicht wird ein großer Teil unserer Wertpapierbesiyer betroffen, da vor dem Kriege die jetzt aufgerufenen Papiere beliebte Anlagewerte darstellten. (Siehe heutige Anzeige der hiesigen Bankenvereinigung.) ' Veugründung. Die Werke der „M e - g u i n A.-G., Butzbach, Hessen" und die Firma „Martin Eichelgrün & Eo.. Frankfurt a. M., Hohenzollernplah 58“ haben gemeinschaftlich eine neue Fabiik unter dem Rainen „Vereinigte Werke für Dahnmaterial A.-G., Butzbach, Hessen" errichtet. Das Werk wird in Kürze in Betrieb genommen. Zum technischen Direktor und Vorstand ist der Mitbegründer der Gesellschaft, Oberingenieur Otto I ü d e l l bestellt. Der Aussichtsrat setzt sich wie folgt zu- lammen: Vorsitzender Dr. Ing. h. c. W e i n l i g, Generaldirektor der Deutschen Werke, Berlin, stellv. Vorsitzender Marlin E i ch e l $ r ü n, Fabrikant. Frankfurt a. M., Dr. G. Ra11 en, Bansier, Berlin-Dahlem, Einst Schlapper, Fabrikdirektor der Meguin A.-G., Butzbach, Hessen, Bruno M ö h r i n g, Fabrikdirektor der Meguin A.-G., Butzbach, Hessen, Freiherr Dr. von D e r ck h e i m, auf Schloß Weinheim, Julius Jacob, Bankdirektor, Frankfurt a. M., Kurt T o l h, Baurat, Berlin-Lichterfelde-West. Die Feldbahnsabrik von Martin Eichelgrün in Straßburg i. Elsaß ist von den Franzosen beschlagnahmt worden, und wird nun in der neuen Fabrik ihre Fortsetzung erfahren. Frankfurt a M., 14. Februar, ‘Berliner Devisenmarkt. Geld Dries Geld Dries Datum: 11.Febr. 13. Febr. Amsterdam-Rotterd. 7452,507467,50 7572,40 7587,60 Drüffel-Antwerpen. 1636,35 1639,65 1648,35 1651,65 Christiania 3231,70 3288,30 3336,65 334'.',35 Kopenhagen 4025,90 4104,10 4155,804164,20 Stockholm 5174,80 5135,20 5269,70 5280,30 Helstngsors 400,05 400,95 405,55 406,45 Italien 969 50 971,50 970,50 972,50 London 869,10 870,dG 881,60 883,40 Reuyork 190,80 20t ,20 202,79 203,11 Paris 170^251711,75 1731,25 1736,75 Schweiz . 3901,05 3d08,96 3566,- 3974,- Svanien....... 3131,85 3138,65 3156,80 3163,26 Wien (altes) .... - — — Deutsch-Oesterr.. .. 6,83 6,87 6,93 6,97 Prag 375,10 375,90 383,60 384,40 Budapest 30,41 30,43 31,01 31,04 Buenos AireS . . . 72,40 72,60 74,52 74,72 Bulgarien 132,85 133,16 135,85 136,15 Konstantinopel ... Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs Datum: 10.2. 13.2. 10.2. 13.2. 5"/, Dtsch. KriegSanl. 77,50 77,50 77,50 77,50 4"/oDtsch.Reichsanl. 87,40 87,25 87 75 88,- 37»Dtsch. Reichsanl. HO,- 110,- 110,- 110,- 47° Preuh. KonsolS 71,50 71,12 71,90 73,56 Hamburg-Paketf.. . 423,- 479 - 423,— 461,- Rorddeutscher Lloyd 309,- 409,- 308,- 430,- Comm.u.Privatbank 8x1,- 326,- 819,— 327,- Darmstädter Bank . 312,- 323,- 316,- 324,- Deutsche Bank . . . 505, — 550,— 513, - 545,— Disconto-Gesellschaft 442,- 460,- 449,- 452,- Dresdner Bank. . . 340,— 372,- 315,- 332,- Mitteld.Creditbank. 301,- 312,- 302,50 313,- Rationalbank s. D. . 318,- 325,- 322,- 331,- Doch. Gußstahlwerke 1080 - 11C0,- 1075,- 1100, — Bud.-Eisenw.-Akt.. 970 - 990,- 950,- 985,- D.-Luxemb. Dergw.. 931 - 965,- 941,- 960,— Gelsenkirch. Bergw.. 981,-1000,50 990,- 1000,- Harpener Bergbau. 1515 - 1550,- 1505,— 1555,- Oberschl. Eisenb.-B. 1020' - 1070,- 1035, - 1080,- Ooerschles. Eisenind. v24 - 840 - 799,- 822,- Phönft-Bergb.-Akt. 1070 - 1150,- 1048,- 1101,- Bad.Anilin-u. Soda 635,- 642,- 624,50 645,- Höchster Farbwerke. 594 50 611,- 597,- 624,- Allg.Glektr.-Ges. . . 716^- 780,- 710,- 780,- Felten L Guilleaume 1080,- 1185,- 1080,- 1190,- Schuckert-Werke. . . 715,— 730,- '<11,— 711, — Adlerwerke......516,— 565,- 533,- 590,— Daimler 524,50 553,- 514,- 540,- 4° ° Hess. Staatsanl. 74,- 73,5g 73,75 Electron Griesheim 735,50 755,- 745,- 775,- Dtsche. Dereinsbank 224,- 227,- — Züricher Devisenmarkt. 13.2. 14.2. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl- = ISt- 190.70 Deutschland 100 Alk. = 2.55 2.515 Wien 100 Kr. = 0.19 0.175 Prag 100 Kr- — 9.65 9.70 Paris 100 Fr. = 43.90 43.70 London ....... X £ ” 22.30 22.2) Italien 100 2. = 24.90 24.25 Brüssel 100 Fr. = 41.90 41.70 Budapest 100 Kr. = 0.80 0.80 Reuyork 100 $ — 514.- 512.— Agram ....... 100 Kr. — 1-65 1.60 Warschau.......100 Kr. — 0,16 0,15 Marknotierungerr. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: Zürich Fr- Amsterdam Fl. Kopenhagen Kr. Prag Kr. Stockholm Kr. Wien Kr. London. .....Eh- Paris Fr. Reuyork 4 1.7.14 11.2. 13.2. 125.40 2,58 2p2 59.20 1,34 1,32 88.80 2,48 2,43 117.80 — - — 26,35 88.80 1,95 1,92 117.80 — e 8^85 97.80 8,82 125.40 5,82 5,75 2340 -r49 Märttc. Frankfurter Schlachlviehmarkt. Frankfurt a. M., 13. Febr. (Amtlich.) Marktverlauf. In allen Biehgattungen lebhafter Handel, nur bei Schweinen dürfte geringer Lieberstand verbleiben. Ausgesuchte Schweine wurden auch höher bezahlt. 3m ein» ^lnen ist zu bemerken: Aufgctrieben waren 1327 Stück Großvieh. Davon 228 Ochsen, 41 Dullen und 1058 Färsen und Kühe; ferner 319 Kälber, 107 Schafe und 1839 Schweine. An Preisen wurden angelegt pro Zentner Lebendgewicht: für Ochsen 900—1600 Mk.» für Bullen 1200—1475 Mk., für Färsen und Kühe 550—1550 Mk. für beste Färsen und bis 1400 Mark für beste Kühe; ferner für Kälber 1000 bis 1600 Mk., für Hammel 600—1000 Mk., für Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht 1600—1800 Mk., von 80—100 Kilogr. 1800—2000 Mk., von 100—120 Kilogr. 1800 bis 2000 Mk., von 120—150 Kilogr. 1800 bis 2000 Mk., Fettschweine über 150 Kilogr. 1800—2000 Ml., Sauen und Eber 1600 bis 1800 Mk. Die Marktpreise liegen um soviel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinne in sich schließen. (In einem Teil der Auslage wiederholt.) Erne Sachverständigenkonferenz in London. London. 13. Febr (WTB) Der Pariser Berichterstatter des /Daily Chronicle" erklärt, daß die französische Regierung den von der britischen Regierung gemachten Vorschlag betreffend die Bildung eines Ausschusses von alliierten Sachverständigen zur Prüfung aller technischen und wirtschaftlichen Fragen der Konferenz von Genua günftig gesinnt sei. Die Antwort Poincares werde der britischen Regierung heute überreicht werden. L o n d o n sei als Ort der Zusammenkunft für diese Sachverständigenkonferenz vorgeschlagen worden. Man erwarte in Paris, daß die diplomatischen Erörterungen zwischen London und Paris über die polllischen Fragen, die auf der Konferenz von Genua behandelt werden sollen, während der Beratungen des Vachverständigen- ausschusies weiter gehen werden. HardingS Stellung zu Genua und Rußland. London, 13. Febr. (WTB) Der Washingtoner Berichterstatter des „S a i 11> Chronicle" meldet, in Amerika herrsche allgemein die Ansicht vor, daß die Konferenz von Genua unbedingtverschoben werden müsse. Der Präsident und das Kabinett würden eine Verschiebung begrüßen. Präsident H a r d i n g und Staatssekretär Hughes seien bereit, soweit sie dies tun könnten, der von Lloyd George angeregten Wirt- schaftskonferenz von Genua zu einem Erfolge zu verhelfen Die meisten amerikanisch n kommerziellen und finanziellen Organisationen fordern eine De- teiügung Amerikas an der Konferenz. Der Berichterstatter meldet weiter, die P o l i t i k Har- dings in der russischen Frage sei eben- so wie die Wilsons. Harding wolle in keiner Weise irgendetwas mit dem bolschewistischen Regime zu tun haben. Die amerikanische Regierung gebe nicht das geringste auf die Versprechungen der Sowjetregierung. Frankreichs Haltung zu Sowjetrußland. London, 1'3. Febr. (WTB) Der Pariser Berichterstatter des „Ob ferner“ melde', e5 bestehe Grund zu der Annahme, daß in amtlichen französischen Kreisen die Ansicht herrsche, daß die Konferenz von Genua um etwa einen Monat versch oben werde. Die Konferenz werde, wie man annehme. in der Hauptsache der rassischen Frage gewidmet sein. Zahlreiche Anzeichen deuten darauf hin, daß Frankreich für die Wiederherstellungseineralten Beziehungenz i Rußland fei Der DerichLerstat.er weist im Zusammenhang damll auf den gat organisierten Feldzug in der französischen Presse zugunsten Rußlands hin. Der Moskauer Vertreter des „Obf erber“ schreibt, die Sowietd pll malle fei der Ansicht, daß der beste Weg. um die Befürchtungen zu beheben, die Vorbereitung bi- rek'terVerhandlungenzwifchenMos- fau und Paris sei. Während daS Einvernehmen mit Frankreich hauptsächlich aus polllischen Gründen gewünscht werde, seien die Sowjet- Interessen in Deutschland vornehmlich wirtschaftlicher Arl Man hoffe in Moskau, daß sich Deutschland weigern werde, an dem geplanten Konsortium teilzunehmen. Die Sowjetdiplomatte bemühe sich ernst.ich, za überzeugen. daß die Tellnahme an einer Verbindung zu.m Zwecke der Ausbeutung Rußlands nicht nur der Erdrosselung Rußlands, sondern auch Deutsch- lands führen werde. Trotz zweifelloser Re vrsi- tat sei in Moskau jedoch die Ansicht allgemein daß ein Einvernehmen mit Deutsch land sich er sei. Kämpfe in TäbriS. London. 13. Febr. (WTD.) Reuter meldet aus Teheran vom 10. Februar: Re- aierungstruppen haben Täbris genommen Der Demokratenführer Lahuti-Khan ist mit einem Teil feiner Anhänger geflohen Der Rest hat sich ergeben. Der Kosaken, führer ISmail-Khan ist zum Gouverneur von TäbriS ernannt worden. Zahlreiche bekannte Demokraten und einig-? kaukasische Bolschewisten wurden verhaftet. 3m Verlaufe deS Kampfes wurden zahlreiche Läden geplündert. Alle Europäer und Amerikaner befinden sich in Sicherheit. 3n der Stadt herrscht jetzt Ruhe. Ein deutscher Dampfer in Hongkoug. London. 13. Febr. (WTB.) Reuter meldet aus Hongkong: Am 12. d. M. ist der deutsche Dampfer „H a v e l a n d" als erstes deutsches Schiff seit Kriegsausbruch hier eingetroffen. Der in Italien beschlagnahmte deutsche Besitz Paris, 13. Febr. (Havas.) Das .Isar- nal des Tebats" meldet aus Rom, daß der italienische Staat auf das Anerbieten Deutschlands, den in Italien beschlagnahmten deutschen Besitz zurückzukaufen. als Preis hierfür die Summe von einer Milliarde Goldmart bestimmt habe. Dieser Preis soll angenommen worden fein. nt.»9, G El Die N Gor dein MS . —«ii rf fl. Bank für Handel und Industrie Niederlassung Gießen Direetion der Diseonto-Gesellschaft Zweigstelle Gießen Hessischer Bankverein A.-G. Filiale Gießen i H Deutsche Vereinsbank Filiale Gießen Gewerbebank zu Gießen e. G. m. b. H. Mitteldeutsche Creditbank Filiale Gießen 1518D SeWelSisA ail flaiarlfie Wsnleilei (BirtrleisfSallei) Gemäß Absatz 9 der Anlage zu Artikel 203 des Friedensvertrags von St. Germain und Artikel 186 des Friedensvertrags von Triandn sind die Titel der nicht sichergestellten Dorkriegsschulden (nicht Kriegsanleihen) des alten Österreichischen Staates und des alten Ungarischen Staates zur Wahrung der Rechte der Eigentümer zwecks vorläufiger Abstempelung und späteren Umtauschs in Titel der österreichisch-ungarischen Nachfolgestaaten bis spätestens 28. Februar 1922 einzureichen. Die börsenmäßige Notiz der in Deutschland aufgerufenen Werte wird voraussichtlich am 20. Februar 1922 eingestellt werden. Anmeldeformulare sind an den Effektenschaltern der unterzeichneten Banken erhältlich, woselbst jede weitere Auskunft erteilt wird. , Gießen, den 14. Februar 1922. betreffeni Verkehrs 73Z) wir! nährung die 2lb schäft Vorschris lassenen Leite 12< Hafer au Dai Hessisch Vetr.- 3n2 worden. Es w ®emarf teflefenb a littinggfxml Unsere Amtsverkün Zuwider den mit erl gangen find Tief)« aui?1 geb für < Erscheint Ür72 Inhalts- Behördliche Anzeigen vorm. 91/2 Uhr Rm. Fichtenscheit 32,5 Dm. Fichtentnüppel 120 Rm. Eichenreisig 40 Rm. Am. Duchenreisig. 9 2 Stämme 1481c von 11 Astoria-Lichtspiele 4 und Först« Ab Donnerwlag; Ihre am 12.Februar l922 vollzogene Vermählung zeigen ergebenst an 58 27 185 11 11 16 23 10 105 160 Stämme Stangen 121 Stangen 2. 280 Stangen 3. 1. 2. 3. 3.33 2,64 3,60 11 37 44 120 Duchenreisig Fichtenstöcke. 5,76 7,20 14,16 1469V Watz. 4. Kl. mit 1,16 Fstm. Fichten 4. Kl. mit 1,47 Fstm. 25. JalpBang. 8. (Ebersgöns. Eichen Erika Horneffer Am Klavier: Frau Käthe Stern. Fichten-Derbstangen 1. Kl. mit 19,16 Fstm. Fichten-Derbstangen 2. Kl. mit 0,51 Fstm. Fichten-Reisstangen mit 0,19 Fstm. Am. Eichenstöcke Am. Buchenstöcke Ulrich Jürgensen und Frau Erna geb. Klingspor Buchen 2 Stämme 2.U.3. ftL mtt 1,55 Fstm. Erlen 4 Stämme 3.U.4. Kl. mit 3,75 Fstm. Fichten 113 Stämme 3.U.4. Kl. mit 27,56 Fstm. beginnend: 6 Gießen - Neu-Ruppersdorf 1M5D Bekanntmachung. Aus den Waldungen der Stadt (Sieben sollen versteigert werden: 1. 3m Bezirk des Försters Geisel, Gietzen, Wteilungen 55, 56, 60, 64, 65. 106, 107 am Mittwoch, dem 15. Februar 1922, Xur noch heute und morgen: MH Unterstützung der Berliner Kriminalpolizei Falschspieler Kriminalfall in 6 Akten. — Ferner: Mia SVlay in iöooc Eine platonische Ehe 2. Niederkleen. Eichen 29 Stämme 4. und 5. Kl. mit 13,58 JJfcn. 31 Stangen 1. Kl. mit 2,79 Fstm. 10 Rm. Nutzholz (Gartenstützeh Buchen 4 Stämme 3 Kl. mit 3,24 Fstm. 8 Rm. Rollscheit 1,25 Mtr. lang. Fichten GewelllsM UllWlMlskeigelW in Oberkleen« 2Im Mittwoch, den 22. Februar 1922, von vormittags 10 Uhr ab, werden in dem Gemeinde, hause zu Oberkleen die nachbezeichneten Nutzholz- mengen aus dem Gemeindewald Oberkleen, Nieder, fcleen, Ebersgöns und Dornholzhausen in angegebener Reihenfolge öffentlich meistbietend dersteigert: 1. Oberkleen. sEichen 178,9 Km. _ Zusammenkunft: Alter Steinbacher Weg, Waldeingang. 2. 3m Hangelftein (Förster Lotz, Wieseck), Abteilungen 1, 6, 7, 8, 11 am Freitag, dem 17. Februar 1922, 6,30 7,26 8,04 Kiefern Stämme 4. Kl. mit 14,62 Fstm. Rm. Nutzholz 3 mtr. lang. Versteigerung. Mittwoch, den 15. Februar, von 2 Uhr ab versteigere ich Brandgaffe 3: 01521’ 1 EbZimmer (eichen) bestehend aus Büfett, Kredenz Auszugtisch, 6 Stühle, ferner 2 Kleiderschränke' 2 Kommoden, 2 Bettstellen mit Mattatzen, 1 Tisch' 4 Stühle, 1 Regulator, 4 Bilder, 1 Rauchtisch 1 Bauerntischchen, I Büchergestell, 2 Etageren, eine Partie Bücher, 1 photogr. Apparat, 1 Waffeleisen, 1 Kinderschreibpult, 1 Waschmaschine, 1 Srennabor’ Kinderwagen, 2 eiserne Hobelbankschrauben, sechs Hämmer, schwere Schraubenschlüssel, Holzschrauben u. Scharniere, 2 Sägen, Herren-, Damen- u. Kinderklei. der, Schuhzeug, Strümpfe, 2 Herrenanzüge u. o. a. H. Benner II. Auktionator u. Taxator. Kroföorfer Strafte 9. Stämme 2.-4. Kl. mit 9,10 8 Stangen 1. Kl. mit 0,72 Gesellschaft zur Errichtung eines deutschen Erfindungs-Institutes Orte