m.2^ Ericheni läylich, «free Sonn» un* Feiertags, mit fccrSanislaqsbeilage: GietzenerFamilienblätter »onailiche vrzmrrpreife: 'JHfa. 102 - unbUlh. 8.- TrSgerlohn,durch diePost VUr. 125.- .auch beiNrcht- erscheinen einzelner Nummern infolge höher« Gewalt. - Fernsprech« Anschlüsse: für die Schrift« tethtng 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzelaer Sietzev. postscherttonlo: ^rsmkfutt e. M. 11686. 172. Jahrgang Kektag. 13. Gktober 1922 Brutf üh6 Dtrlag: Srühesch« Univ.-Vvch- und Stctnönitferei B. Lange. Schriftleitung, Seschäftrftelle und vruckerei: Schnlstratze Z. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede D«dindlichKett. Preis für 1 mm höhe für Anzeigern,. 27 mm Breite örtlich 400 Pf., auswärts 500 Pf.; für Reklame Anzeigen von 70 mm Breite l KOOPf. Bei Platz. Vorschrift20° „Aufschlag Hauptschriftleiter: Aua. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Das Waffenstillstands- abkommen im Orient. Paris. 12. Ott. Die am 11. Oktober, vormittags 5 Ufyr 45 Minuten von den militärischen Delegierten Englands, Frankreichs und Italiens sowie der Türkei abgeschlossene Konvention zur Herbeiführung eines Waffen- stillstandeS zwischen Griechenland und der Türkei wird von der Ha versagen tur trn Wortlaute veröffentlicht. Die wesentlichsten Bestimmungen dieses Abkommens sind: Dle^ Feindseligkeiten werden aufhören, wenn das getroffene Abkommen in Kraft getreten ist. Die griechischen Truppen werden aufgefordert, sich bei Inkrafttreten der Konvention auf das linke Ufer der Mariha zurückyuziehen. Das rechte Ufer wird von alliierten Abteilungen an noch zu bestimmenden Punkten beseht. Der Brückenkopf von Adriarwpel fällt mit unter diese Bestimmung. Die griechischen Truppen beginnen sobald wie möglich mit dem gesamten Material Thrazien zu räumen. Die griechischen Behörden werden ebenfalls sobald tote möglich zurückgezogen. Aach Maßgabe dieser Furüchiehung wird die Zivilder- waltung den alliierten Dcchörden übergeben, die sie sobald wie möglich den türkischen Behörden überlassen. Für das thrazvische Gebiet soll diese Mah- nahme spätestens 30 Tage nach Beendigung der Räumung von den griechischen Truppen durch- geführt fein. Mit den türkischen Beamten zieht türkische Gendarmerie in Stärke von 8000 Mann ein. Die yorsiehenden Räumungs- und Lleber- gabemaßnahmen vollziehen sich unter Leitung tnterat'iicrter Kommissionen, die Ausschreitungen aller Art verhindern sollen. Außerdem bleiben zur Unterstützung der Missionen etwa 7 alliierte Bataillone in Thrazien. Die alliierten Missionen und die Truppen werden 30 Tage nach Beendigung der Räumung von den griechischen Truppen zurückgenommen. Falls die Alliierten Regierungen sich darüber verständigen. kann die Zurückziehung früher erfolgen, namentlich, wenn vor Ablauf der 30 Tage die türkische Verwaltung und Gendarmerie geregelt arbeitet. In Kleinasien bleiben die türkischen Truppen in der Gegend von Techanak auf einer Linie stehen, die etwa 15 Kilometer von der Küste entfernt ist; auf der Halbinsel Ismid auf einer Anie, die von Daritscheh und Gebseh nach Schlleh verläuft. Diese Linien toi rden von Kommissionen festgesetzt, die sich aus je einem Offizier der alliierten Armeen und einem Offizier der Regierung von Angora zusammensehen. Die alliierten Regierungen und die Regierung von Angora verpflichten sich, auf der Halbinsel Ismid ihre Truppenstärke nicht zu erhöhen und keine Befestigungen anzulegen sowie keine militärischen Arbeiten vorzunehmen vom Bosporus bis 15 Kilometer östlich der Linie Dos- burnu—Kumburnu sowie vom Bosporus bis 15 Kilometer östlich der Linie Daridscheh—Schileh. Die Regierung der Rationalversammlung verpflichtet sich, bis zur 'Ratisikation des Friedensvertrages keine Truppen nach Ostthrazien zu befördern, noch dort eine Armee auszuheben oder zu unterhalten. Die Konvention tritt vom 14 auf den 15. Oktober um Mitternacht in Kraft. Die Räumung Thraziens. Konstantinopel, 12. Ott. (WTD.) Die alliierten Generale haben beschlossen. eine alliierte Kommission zu dem Oberbefehlshaber der «iechischen Streitkräfte, General Rider, nach Rodosto zu schicken, um mit ihm die Bestimmungen bezüglich derRäumungThrazienzund der Dcsehung des Landes durch alliiertes Militär festzusehen. Die französischen Kontingente werden in Adrianopel, Kirkilisse und Lüle Burgas. die englischen in Rodesto, Keschan und Ufen- kvprü, die italienischen in Tschorlu stationiert werden. Insgesamt betragen die alliierten Streitkräfte sieben Bataillone und zwei Eskadronen. Eine interalliierte Kontrollkommission wird sich in jedem Zentrum befinden. In Rodosto wird eine interalliierte Transportkommission ihren Sih haben. Endlich sind Maßnahmen getroffen worden. um die interalliierte Desehung des rechten Mari Hausers zu organisieren für den Zeitpunkt, an dem die griechischen Truppen abgezogen sind. Der Waffenstillstand von den Griechen noch nicht unterzeichnet. Athen, 12. Oft. (WTD.) Da die Instruktionen der Regierung von Athen bezüglich dec 'Wanderung von Einzelheiten einiger Punkte des Protokolls und bezüglich der Amnestie für die Bevölkerung von Thrazien nicht rechtzeitig in Mudaniaein- getrvffen sind, haben die griechischen Delegierten das W a f f e n st i l l st a n d s a b k o m° men nicht unterzeichnen können. Da der Beschluß der griechischen Regierung, die Bestimmungen des Protokolls anzunehmen, endgÄ- tig ist, so werden die griechischen Delegierten bis zum nächsten Samstag unterzeichnen. Die griechische Regierung hat die französische und englische Gesandtschaft hiervon benachrichtigt. Heute wird General Mazarakis in Athen erwartet, der den Text des Protokolls mitbringen wird. Eine türkische Streitmacht in der neutralen gone. London, 12. Oft. (WTB.) Wie aus London von 6.50 Hfrr abends gemeldet wird, ist heute vormittag eine Streitmacht von ungefähr 4000 Kemalisten bei Air an auf der Halbinsel ISmid in die neutrale Zone eingedrungen. General Harrington ließ die Türken durch Flieger und Boten darauf aufmerksam. machen, daß sie sich in der neutralen Zone befänden, und sandte Telegramme an Ismid Pascha und Must apha Kemal Pascha, um ihre Aufmerksamkeit auf diese Verletzung des soeben getroffenen Abkommens zu lenken. Ein Vertrag zwischen England und Mesopotamien. London, 12. Oft. (Wvlsf.) Zwischen Gr oß- Britannien und König Fessal ist ein Vertrag unterzeichnet wordM, der auf legalen Grundlagen die Beziehungen Mesopotamiens und Grobbritanniens regelt. Dieser Vertrag wurde gestern abend als Weibbuch veröffentlicht. Er gibt Großbritannien für zwanzig Jähre die Kontrolle über die auswärtigen Angelegenheiten und die Finanzen Mesopotamiens. Gleichzeitig enthält er Bestimmungen, die mit dem Mandat des Völkerbundes zusammen- hängen. Weiter heißt es darin, wenn Mesopotamien in den Völkerbund aufgenommen sei, ende damit das britische Mandat. Die Beziehungen zwischen beiden Staaten würden bann solche wie »wischen souveränen Staaten sein, mit Ausnähme der durch den Vertrag vorgesehenen Einschränkungen. Auseinandersetzungen in der französischen Kammer. Paris, 12. Oft. (WTB.) Kammer und Senat haben heute nachmittag ihre Arbeiten wieder aufgenonunen. Auf Anfragen des Kammerpräsidenten erflärte Ministerpräsident Poincare, die Regierung sei bereit, sofort alle Interpellationen, die sich auf die untere und äußere Politik der Regierung beziehen, zu beantworten. Der Abgeordnete Margain als erster Interpellant ergeht sich in skeptischen Betrachtungen über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands, namentlich über seine Kohlenproduktion, und bespricht die Riederlage der Griechen in Kleinasien. Der Abg. Favre fragt, durch welche Mittel man Deutschland dahin führen wolle, die 150 Milliarden Goldmark zu bezahlen, die es schulde. Das einzige Mittel, zu einer Regelung der Reparationsfrage M gelangen, sei zu suchen in einer vernünftigen Herabsetzung der deutschen Schuld. (Protest auf vielen Bänken. Don der rechten Seite wird gerufen: Was hätten die Deutschen getan, wenn sie Sieger gewesen wären?) Favre sagt weiter, man habe behauptet, das) Frankreich seine Forderungen nur herabsehen könne, wenn England und Amerika die gleiche Geste in bezug auf ihre Forderungen machten. Er habe die Lleberzeugung, dah Amerika und selbst England bereit seien, die Höhe ihrer Forderungen herabzusehen. Es kommt hierauf zu einer dramatischen Szene, da Abg. Favre Poincarö fragt, ob er nicht befürchte, als der Kapellmeister einer Presse angesehen zu werden, die gegen fremde alliierte Regierungen in der heftigsten Weise vorgehe. Poincars verwahrt sich gegen einen derartigen Vorwurf von der Kammertribüne herab. Favre empfiehlt eine Politik der Klugheit und Mäßigung, jede andere Politik würde unvermeidlich in einigen Jahren zu einem neuen Kriege führen. Eine grobe Strömung im Lande sei gegen jede Politik der Abenteuer gerichtet. Das ganze Land werde sich erheben und dem Staatsmanne Beifall zuklatschen, der die Politik der Klugheit, der Qttäftigung und der Toleranz in die Praxis umsehe, die es verlange. (Beifall links.) Hierauf interpelliert der sozialistische Abgeordnete Lobet über den Achtstundentag. Die weitere Debatte wurde auf morgen Freitag 8 Uhr vertagt. Der neue französische Botschafter in Berlin. Paris, 12. Oft. (Wolff.) Das „Journal officiel“ veröffentlicht heute vormittag die Ernennung de Margeries zum französischen Botschafter in Berlin. Begnadigungen deutscher Kriegsgefangenen in Toulon. Paris, 12. Oft (WTB.) Rach berechtigten Vorfdkllungen, die der deutsche Botschafter Dr. Mayer bei der französischen Regierung er» bat, hat sie sich dazu entschlossen, 21 deutsche Kriegsgefangene, die während ber Kriegsgefangenschaft Strafe erlitten hatten, und sich in Toulon befinden, zsu 'begnadigen: ihre Rückreise nach Deutschland erfolgt in den nächsten Tagen. Im ganzen verbleiben jetzt noch 5 deutsche Kriegsgefangene in Toulon, denen ihre Strafe heute teilweise erlaffen wurde Frankreich für die Rcchtlosmachung der Memeldeutschen. Im Echo He Paris vom 2. OEAber bringt der Kommandant D'Etschegoyen einen Arttkel über die Memelfrage. Er beklagt bitter, dah die Deutschen sich durch das Abkommen vom 9. Januar 1920 gewisse Rechte über das Territorium gesichert hätten und stellt es nun so dar, als ob es sich bei Memel um ein vollständig litauisches Gebiet handelt,'das infolge des Abkommens nun deutsche Lehrer, preußische Polizisten, deutsche Pfarrer, deutsche Beamte usw. sich gefallen lassen muß. Dieses Abkommen fei dem Vorgänger des jetzigen Kommissars durch den schlauen Diplomaten Graf Landsdorf aufgedrungen worden. Der jetzige Kommissar sei, aus einem Bestreben nach an sich anerkennenswerter, aber doch Wohl nicht ganz gerechtfertigter und gerechter Llnparteilichkeit heraus, bestrebt, dieses Abkommen als die Charta des kleinen Staates zu betrachten, trotzdem dieses Abkommen, da eS nicht vom Botschafterrat bewilligt sei, keinerlei Gesetzeskraft habe. Es sei die höchste Zeit, das durch die deutschen Umtriebe gestörte Gleichgewicht zwischen Litauen und Deutschen wieder herzustellen. Die Deutschen hätten den Plan, die Unabhängigkeit der Stadt proklamieren zu lassen, und sobald dies geschehen sei, werde der unabhängige Staat Memel sich wieder an Deutschland anschliehen. Es sei nur die Frage, ob der Botschafterrat sich das gefallen lassen werde. Der Artikel des Echo de Paris läßt unschwer erkennen, dah man sich in französischen Chauvinistenkreisen noch allen Ernstes mit der Absicht trägt, das Memelgeblet zu Litauen zu schlagen oder, wenn es nicht das ist, wenigstens d«6 Deutschtum des Memelgebiets ebenso rechtlos zu machen, wie man das im Saargebiet und an anderen Orten schon lange getan hat. Das neue Gesetz gegen den Devisenhandel. Berlin, 12. Oft. Auf Grund des Artikels 48 der Verfassung des Deutschen Reiches wird zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung für das Reichsgebiet folgendes verordnet: § 1. Die Zahlung in ausländischen Zahlungsmitteln darf bei Inlandsge- schä f ten nicht gefordert, angeboten, ausbedun- gen, geleistet oder angenommen werden. Im Kleinhandelsverkauf ist auch die Preisstellung in inländischen Zahlungsmitteln auf der Grundlage einer ausländischen Währung verboten. Entsprechende Vorschriften für sonstige Inlandsgeschäfte bleiben Vorbehalten. Zahlungsmittel im Sinne dieser Verordnung sind Geldsorten, Papiergeld, Banknoten und dergleichen. Mrszahlungen, Anweisungen, Schecks und Wechsel. § 2. Der Erwerb ausländischer Zahlungsmittel ist nur nach vorheriger Genehmigung der Prüfungsstelle zulässig, in deren Bezirk der Auftraggeber seine gewerbliche Rrederlassung bzw. Wohnsitz oder Aufenthalt hat. Der Genehmigung bedarf es nicht, wenn der Auftrag von der Reichsbank oder von Danken oder Brnsiers im Sinne des § 1 des Gesetzes über den Verkehr mit ausländischen Zahlungsmttteln vom 2. Februar 1922 (depositenannahmeberechtigt oder im Besitz der Devisenhandelsbescheinigung. D. Der.) oder von einer Person oder Personenvereinigung erteilt ist, die im Handels- oder Genossenschffts- regifler eingetragen ist und der die zuständige Handelskammer eine Bescheinigung darüber erteilt hat, dah ihr ©etoerbebetrieb regelmäßig Geschäfte mit sich bringt, zu deren Abwicklung Zahlungen nach dem Auslände notwendig sind. § 3. 7$)ie genannten Danken und Bankiers dürfen Derkaufsgeschäfte über ausländische Zahlungsmittel nur abschließen, wenn sie sich über die Person des Antragstellers vergewissert haben. Ist die Person des Antragstellers nicht bekannt, so haben sich die Danken und Dankiers die Gewiß hell durch Einsichtnahme in einen mit Lichtbill» versehenen behördlichen Personalausweis zu verschaffen. Die Auftraggeber haben vor oder beim Abschluß des Geschäfts einen Beleg in drei Stücken, bei Ausländem (entsprechend den Vorschriften der Reichsabßabenordnung vom 13. Dezember 1919) in zwei Stücken einzureichen, aus denen chr Rame, Stand, gewerbliche Riederlassung, Wohnsitz oder Aufenthaltsort, Wohnung, Finanzamt und Gegenstand des Geschäfts und, soweit es sich um den Erwerb von ausländischen Zahlungsmttteln "handelt, der Verwendungszweck ersichtlich ist. Die in Absatz 1 bezeichneten Tanken und Dankiers haben nach Absch^rll. des Geschäfts ein Stück von jedem Deleg dem für den Auftraggeber Zuständigen Finarizamt zu übersenden, nutzer bei Ausländem (gemäß Reichsabgabenordnarg vom 13. Dezember 1919). Ein Stück ist der Prüfungsstelle zu übermitteln. § 4. Die Prüsungs stellen haben die ihnen übersandten Belege daraufhin zu prüfen, ob die ZaHlungsmittel zur Bezahlung von Einfuhrwaren, zur Abdeckung von damit zusammenhängenden Verbindlichkeiten (Frachten, Teriicherungen, Pro- rdfionen, Spesen usw.). zur Abdeckung von Verbindlichkeiten, deren Zahlung in ausländischer Währung zu erfolgen hat. oder zu sonstigen im Interesse der deutschen Wirtschaft notwendigen Zwecken erforderlich gewesen sind, ob der Q3er- Wendungszweck richtig angegeben ist und ob die Zckhlungsmittel zu dem angegebenen Zweck verwendet worden sind. Zu diesen als zulässig erachteten Zwecken geboren nicht Käufe von ausländischen Zahlungsmitteln zu.Zwecken der Spekulation oder der Vermögensanlage. § 5, Ergibt die Prüfung, daß die ausländischen Zahlungsmittel zu andern als den im § 4 angegebenen Zwecken erworben oder verwendet worden sind, so kann die hierfür beftimmtc Stelle anordnen, daß diesen Erwerbern künftig aus ländische Zahlungsmittel nur nach vorheriger Genehmigung der zuständigen Prüfungsstelle abgegeben werden dürfen. Gegen diese Anordnung steht dem CBetroffenen binnen einer Woche die Di- schwer de an den Reichswirtschaftsminister zu, der endgültig entscheidet. Endgültig getroffene ’5Ln- Ordnungen dieser Art sind im „Reichsanzeiger" bekanntzumachen. § 6. Personen, die ausländische Zahlungsmittel erworben 'haben, haben der Prüfungsstelle alle von ihr zur Prüfung der Verwendung dieser Zahlungsmittel für erforderlich gehaltenen Auskünfte zu erteilen und die nötigen Unterlagen vorzulegen. § 7. Geschäfte, die entgegen dem Verbot des § 1 abgeschlossen werden, sind nichtig. Die Richtigkeit kann nicht zum Rachtell von Personen geltend gemacht werden, die den die Richtigkeit begründenden Sachverhalt beim Abschluß des Ge^ schafts nicht kannten. 88. Vorsätzliche Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu drei Jahren und mit Geldstrafe in Höhe des Ern- bis Zehnfachen des Wettes der ausländischen Zahlungsmittel z.nn Kurs am Tage der Strafhandlung oder mit einer dieser Strafen bestraft. In leichteren Fällen kann auf eine geringere als die zulässige Mindeststrafe erkannt werden. Fahrlässige Zuwiderhandlung wird mit Geldstrafe bis zum Fünffachen des Wettes der ausländischen Zahlungsmittel b:» straft. Dei vorsätzliches Zuwiderhandlung sind die ausländischen Zahlungsmittel, auf die sich die strafbare Handlung bezieht, zugunsten des Reich's einzuziehen, sofern sie einem Täter oder Teilnehmer gehören. § 9. Inhaber von Dankgeschäften, deren gesetzliche Dettreter, Devollmächtigte und Angestellte werden mit Geldstrafe bis zu 100000 Mk bestraft, wenn sie vorsätzlich oder fahrlässig den Vorschriften des § 3 2ll>s 1 dieser Verordnung zuwider handeln oder die in § 3 Abs. 3 auf- geführten Delege nicht oder unvollständig einreichen. §11- Wer vorsätzlich oder fahrlässig die in § 3 Abs 2 vorgeschriebenen Angaoen unvollständig und falsch macht oder die gemäß § 6 von ihm geforderten Auskünfte nicht innerhalb der gesetzt liehen Fttst oder falsch gibt, wird mit einer Geldstrafe bis zu einer Million Mark bestraft. § 12. Die Prüfungsstellen in Dingen dieser Verordnung sind die Reichsbankstellen, sofern nicht die Reichsregierung im Einvermehmen mit der Reichsbank eine andere Stelle bestimmt § 13. Die §§ 2, 3, 5 und 6 des Gesetzes über den Verkehr mit ausländischen Zahlungsmitteln vom 2. Feöruar 1922 werden vorübergehend auhev Kraft gesetzt. § 14. Der Reichswittschaftsminister erläßt die wchorderlichen Ausführung>besttmmungen. Er kann im einzelnen Falle oder für bestimmte Gruppen von Fällen Ausnahmen von den Bestimmungen dieser Verordnung zulassen § 15. Diese Verordnung tritt mit dem Tage nach der Verkündung in Kraft. Wie die Blätter' hören, trägt die Verordnung gegen die Devisenspekulation nur den Charakter einer Rotmaßnahme für kurze Zeit. Das Gesetz, das sich eingehend mit der Arterie befassen wird, befindet sich in Vorberettung und wird voraussichtlich schon in allernächster Zeit den gesetzgebenden Körperschaften zugehen. Der Prozeh Rathenau. Leipzig, 12. Oft. (WTD.) Rathen au- Prozeß. Die Sitzung wird um 9.15 ilf>r eröffnest Dor Eintritt tn die Verhandlung macht der Vorsitzende den Angeklagten Günther daraus aufmerksam, daß seine Taten als einheitliche Handlung angesehen werden, also unter den § 75 des Strafgesetzbuches fallen föimten. Techow macht der Vorsitzende darauf aufmerksam, daß möglicherweise statt Mittäterschaft auch Deihilfe vorliegen könnte. — Es folgten die Plaidohers der Verteidiger. Detteidiger Dr. Sack führte u. a.: T£>a& Ernst Werner Techow betrifft, so ist er langsam hineingeschliddett. Wenn der Oberreichsanwall aus der Bemerkung Te- chows über die Maskierung des Autos beim zweiten Desuche bei Küchenmeister schließe, daß Techow eingeweiht worden sei, so ist daS eine Vermutung, die für die Frage von Tod oder Leben nicht maßgebend sein kann. Aus der Bemerkung Brandts geht hervor, daß Techow nicht eingewecht war. Kern behandelte Techow als Untergebenen, dem er seinen Plan nicht aufdeckte. Dah Techow von den Schießübungen nichts bemerkte, wäre wohl möglich, da er Zündkerzenstörung hatte. Dah Techow sich der Deihilfe schuldig machte, ist tlar, ich halte es aber nicht für wahrscheinlich, dah er sich der Folgen bewußt war und wuhte, wozu er sich verpflichtet hatte Dafür sprach vor allem sein Verhallen bet seiner Verhaftung: er hatte nicht den Vorsatz der Mittäterschaft, dafür spricht weiter, dah er wegen der Reparatur des Autos nicht drängte. Der Verteidiger Techows, 2ü tgebrunc, führte weiter aus. es handle sich ganz allein um die Frage der Willensrichtung des Täters, um die Mtttäterschaft zu begründen: es genüge aber vicht, dah ein bewußtes gewolltes Zusammenwirken zwischen Kern, Fischer und Techow Dor- liege. Der Mittäter erkenne einen feigen en beherrschenden Willen nicht an, der Gehllfe unter werfe sich dem Willen des Täters, das sei aber gerade typisch für Techow. Was hätte Techow getan, wenn Stern lehren Plan nicht ausgeführt hätte- Die Frage stellen, heiße sie beantworten. Die Verhandlung wurde auf Freitag vormittag vertagt. Aus dem Reiche. Die Kartoffelversorgung. Berlin, 12. Oft (WTD.) Der Wirtschafts- politische Ausschuß des Reichswirtschaftsrates nahm einen eingehenden Bericht des Hnlevausschusses für Landwirtschaft und Ernährung über die Kartoffelversorgung entgegen. Sn der sich hieran anschltahenäm Erörterung betonten die Vertreter der Landwirtschaft, daß für die zur Zeit wieder wie im Vorjahre einsetzende Preis st eigerung seitens der Landwirtschaft kein Anlaß gegeben wird, da dre Ernte gut und das Angebot reichlich ist. Die Erzeugerpreise sind bisher mäßig, so in Schlesien z. B. nicht über 300 Mk. der Zentner, älnregelmäßigkeiten in der Versorgung sind jedoch von der mangelhaften Wagengestellung seitens der Eisenbahn zu befürchten. Sn der letzten Zeit würde nur ein Fünftel der angeforderten Wagen gestellt. Hiernach faßte der Ausschuß folgenden Beschluß: I. der Entwicklung der Kartoffelhandels- preise in den nächsten Wochen besondere Aufmerksamkeit zu schenken,- 2. dahin zu wirken, daß die Reichseisenbahnverwaltung in erhöhtem Maße Wagen vor Eintritt des Frostes für den Kartoffelversand zur Verfügung stellt: 3. zu erwägen, ob nicht eine Ausdehnung der Sperre für den Versand der Fabrikkartoffeln den 15. Oktober 1922 hinaus angebracht ist. Erhöhung der Getreideumlagepreise. Derlin, 12. Okt. (WTD.) DecReichs- rat nahm in seiner heutigen Sitzung unter dem Borsitze des Ministers Fehr ohne Erörterung mit 47 gegen 18 Stimmen eine Vorlage an, welche die Preise für das erste Drittel der Getreideumlage erheblich erhöht. Der Preis für eine Tonne Roggen soll von 6900 auf 20 500 Mark, Weizen von 7400 auf 22 500 Mark, Gerste von 6700 auf 19 000, Hafer von 6600 auf 18 000 Mark erhöht werden. Als Preisbemessung ist das Sndexverfah- ren zugrunde gelegt. Der Hmlagepreis wird immer nur noch ein Fünftel des Preises auf den freien Markt vom 10. Oktober betragen. Angenommen wurde ferner eine Verordnung über die Erhöhung der Teuerungszu- schüsse für Militärrentner und eine solche über eine weitere Erhöhung der Anwaltsgebühren. Die Anschluhbestrebungen in Meiningen. Berlin, 13. Oft Sn Meiningen ist, nach einem Telegramm des „Derl. Tageblatts", eine Vereinig un g gegründet worden, deren vorbereitender Ausschuß den Beschluß gefaßt hat bei der Reichsregierung den Antrag zu stellen, einen Volksentscheid in Sachsen-Meiningen herbeizuführen, zwecks Angliederung an ein anderes Land. Ein Wechsel im badischen Kabinett. .Karlsruhe. 12. Okt. (Wolff.) Staatspräsident Dr. Hummel hat heute dem badischen Kabinett von seiner Absicht Mitteilung gemacht, nstt Ablauf seines Staatspräsidiums sein Amt <46 Anterrichtsminister niederzulegen. Er ist zu diesem Entschluß lediglich aus tom Grunde gekommen, weil er ein Angebot nicht zurückweisen zu dürfen glaubt, das ihn wieder auf das Gebiet seiner eigentlichen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Sntereffen zurückführt Dr. Hummel wird nach Rücktritt von seinen Aemtern unter Beibehaltung seines Landtagsmandats in die chemische Großindustrie übertreten. V ___ - „„m • Aus Stabt und Land- Gießen, den 13. Oktober 1922. Städtische Notstandshilfe. Heber die Verwendung der von der Stadtver- verordnetensammlung bewilligten 72 Millionen Mark für Wohlfahrtszwecke hat die Wohl. fahrts-Deputation am 10. ds. Mts. Entschließung gefaßt. Ein Tell der Summe soll verwendet werden, um die Winterbeihilfen an die Rentner der Sozialversicherung zu ermöglichen. Die hierfür ausgeworfenen Mittel des Reichs und des 53anöed werden nur unter der Bedingung gegeben, daß auch die Stadt einen Zuschuß leistet. Das gleiche gilt von der Winterhilfe für Ka- Pitalkleinrentner. Auch hierfür müssen Mittel abgezweigt werden. Der hiernach noch : verbleibende Hauptteil der städtischerseitS bewilligten Mittel wird in gleicher Weise wie im Vorjahre zu einer Dahrlehenshilfe für die mindestbemittelte Bevölkerung verwendet An dieser Darlehenshilfe nehmen jedoch diejenigen nicht teil, die in einer Sonderfürsorge stehen nach deren Maßstab und Aichllinien sie bedacht werden, wie Sozialrentner und Kleinrentner. Auch diejenigen kommen nicht in Frage, die mit einer gewissen Regelmäßigkeit Hnterstühungen zum Lebensunterhalt aus der Armenkasse der Stadt beziehen. oder in letzter Zeit bezogen haben. Für sie sorgt, wie früher, die Armenkaffe, indem sie Kartoffeln und Brennstoffe in kleinen Mengen in Ratur abgibt Die Schwerkriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen nehmen jedoch an dieser Darlehnsfürsorge teil, da die ihnen vom Reiche zugebilligte Sonderfürsorge für diesen Winter nicht ausreichend erscheint. Sie sollen, soweit bedürftig, sogar den Vorzug genießen, daß auf Rückzahlung der Darlehnssummen von vornherein verzichtet wird. Der Notftandshilfe von Handel, Industrie, Banken und Gewerbe hat sich nunmehr auch die Landwirtschaft an- geschlossen. Erfreulicherweise kann berichtet werden, daß sich der Reformbund der Gutshöfe und der Hessische Bauernbund mit unentgeltlicherLieferung erheblicher Mengen von Kartoffeln beteiligen werden, die voraussichtlich den notleidenden Kleinrentnern, dem Studentenheim und den bedürftigen Schwerkriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen zugute kommen werden. Ein Aufruf an die Landwirte zur Abgabe von Kartoffeln und anderen Lebensmitteln für die notleidende Bevölkerung in den Stabten ist von den landwirtschaftlichen Organisationen ergangen. Den Appell haben unterschrieben: die Land Wirtschaftskammer für Hessen, der Hessische Bauernbund, die Freie Rhcinhessischie Bauernschaft, die Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft Darmstadt, der Ver-» band der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften, der Hessische Bauernverein Lorsch (Hess.), der Reformbund der Gutshöfe und die Ein- und Derkaufsgenossenschaft des hessischen Bauernvereins Lorsch (Hessen). Sn der Kundgebung heißt es u. a_: Die wirtschaftliche Rot bedrängt weite Bevölkerungskreise, so alte Kleinrentner, Witwen, alleinstehende nicht voll arbeitsfähige Männer und Frauen, Kriegshinterbliebene, Erwerbsunfähige und Gebrechliche. sowie kinderreiche Famllren. Das Einkommen dieser Kreise reicht nicht mehr aus, nur das Mindeste an Rahrung sich zu beschaffen, ganz abgesehen von der ebenso dringlichen 2hr= schasfung von Kohlen, Kleidern, Schuhen und sonstigen Dedarfsstoffen des täglichen Lebens. Wenn hier nicht geholfen wird, gehen viele dieser, einen stillen Kampf gegen Hunger und Entbehrung führenden Personsn. die ost in der schwersten Seit unseres Vaterlandes diesem ihr Letztes gegeben haben, dem Tode entgegen. Hier ist es vaterländische Pflicht und das Gebot der Nächstenliebe, daß mildtätige Menschen helfend und unterstützend eingreifen. Die unterzeichneten landwirtschaftlichen Körperschaften und freien Organisationen haben deshalb beschlossen, sich durch diesen Ausruf an unsere Landwirte zu wenden mit der (Bitte um kostenlose Abgabe von Nahrungsmitteln aller Art, besonders aber von Kartoffeln. Die Genannten sini> überzeugt, daß sie nicht vergebens an die Mildtätigkeit unserer Landwirte appellieren und daß diese zu weitgehender Hllfe bereit sind. Sn den einzelnen Gemeinden werden Sammellisten allen Landwirten vorgelegt zum Cinzeichnen derjenigen Rahrungsmittelmengen, die die Landwirte abzugeben bereit sind. Die so zur Lieferung bereitgestellten Nahrungsmittel. besonders Kartoffeln, werden alsdann durch einen aus Vertretern aller landwirtschaftlichen Körperschaften und Organisationen sowie der Wohltätigkeitsvereine gebildeten Ausschuß in den Städten zur Verteilung gebracht. Die Landwirte können versichert fein, daß die gelieferten Nahrungsmittel wirklich nur in berufene Hände und zwar in diejenigen gelangen, die sie wirllich dringend benötigen. Heber die Verteilung, Lieferung und den Transport ergeht befonbere Mitteilung. So hoffen wir, die Standwirte nicht vergebens aufzurufen zur Linderung der Rot im hessisc^m Land. Gebt rasch und reichlichl Eine neue Erhöhung der Postgebühren in Sicht. 100prozentiger Zuschlag ab 1. Dezember. Vom ReichSpostministerium wird mitgeteilt, daß die fortschreitende Geldentwertung zu einer weiteren Erhöhung der Post-, Postscheck-, Telegraphen und Fernsprechgebühren nötigt. Die Vorbereitungen sind jetzt zu einem gewissen Abschluß gelangt. Der Verkehrsbeirat soll zum 24. Oktober einberufen werden. Als spätester Zeitpunkt der Einführung der neuen Gebühren ist der 1. Dezember in Aussicht genommen worden. Sn Frage kommt im allgemeinen ein 100prozentiger Zuschlag zu den seit dem 1. Oktober gültigen Gebühren. Beim Pa- kewerkehr denkt man jedoch an eine Gewichts- ftaffelung von Kilogramm zu Kilogramm, und beim Telegraphenverkehr an eine Beseitigung der Mindestgebühr für 10 Wörter. * ** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurden aim 5. Oktober: der Lehrer Karl O st e r h e l d zu Schotten zum Lehrer an der Volksschule zu Großen-Vuseck, Kreis Gießen: der Schulamtsanwärter Karl Fehh aus Düßfeld zum Lehrer an der Volksschule zu Bellersheim, Kreis Gießen: der Schulamtsanwärter Franz Roll aus Mainz zum Lehrer an der Dolls- schule zu Rieder-Roden, Kreis Dieburg: der Schulamtsanwärter Karl Ott aus Birllar zum Lehrer an der Volksschule zu Munster, Kreis Gießen. — Durch Entschließung des Hessischen Landesamts für das Bildungswesen wurden die ©tubiencefecenöare Dr. Karl Büttner zu Gießen, Dr. Georg Durst zu Mainz, Hans E r t e l zu Gießen, Erich Kurz zu Gießen, Dr. Friedrich Maurer zu Gießen, Christian Rausch zu Gießen, Dr. Friedrich August Röschen zu Gießen, Georg Schmidt zu Darmstadt und Peter Schnell zu Mainz mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 ab zu Studienassessoren ernannt. ", Reue Gebührensätze für amts- iierärztliche D i e n st v er r i ch t u n g e n werden vom Ministerium des Snnem im neuesten Amtsverkündigungsblatt veröftenllicht. Diese Bestimmungen gellen mit Wirksamkeit vom 1. Oktober ab Sntereffenten seien hiermit besonders daraus aufmerksam gemacht. ** Heberdie Abgabeder Steuererklärungen für die Gewerbesteuerveranlagung des Steuerjahres 1922 ist eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil veröffenllicht, deren Bestimmungen von den Steuerpflichtigen genau beachtet werden müssen. •* Der hiesige Mieterverein hüll heute abend 8 Hhr im Katholischen Vereinshaus eine öffentliche Mieterversammlung ab. Die Versammlung ist, so schreibt man uns, von besonderer Wichtigkeit, weil darin den Mietern die Zuschläge zur Grundmiete, die zur Einführung gelangen sollen, befarmtgegeben werden. Die Berechnung der zukünftigen Miete sowohl als auch der Hntermiete wird an verschiedenen Beispielen gezeigt werden. Auch gilt es für die Mieter, zu diesen Prozentsätzen Stellung zu nehmen. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater, 7 Hhr: „Der Bürgergeneral" und „Der eingebildete Kranke". — Gasthaus zum Augustiner, 57s Hhr: Hauptversammlung des Deutschen Seevereins. — Kath. Ver- einshaus, 8 Hhr: Oeffentliche Mieterversammlung. — Postkeller 81/» Hhr: Mitgliederversammlung der Deutschnationalen Volkspar- tei. — Physikalisches Snstitut, 87« Hhr: Vor- ttag über „Der Segelflug der Vögel und die Flüge in der Rhön". — Astoria-Lichtspiele: „Der maskierte Reiter", 3. und 4. Teil. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Graf von Monte Christo". — Aus dem Stadttheaterbureau. Auf die heutige Abonnementsvorstellung von Goethes „Dürgergeneral" und Molieres »Der eingebildete Kranke" sei auch an dieser Stelle hingewiesen. Die Titelrollen werden von den Herren Volck und Goll gegeben. Die beiden Stücke werden auch am kommenden Sonntag nachmittag bei kleinen Preisen als Schülervorstellung aufgeführt. — Die erste Operettenaufführung am nächsten Sonntag abend bringt das beim hiesigen Publikum sehr beliebte „Schwarzwaldmäde l". Die neue Operettensoubrette, Fräulein Lu Wander, wird sich als Därbele dem Publikum vorstellen, die übrige Besetzung des Werkes ist die von früher her bekannte. —- VolksHvchschultagung. Das Programm der morgen beginnenden Veranstaltungen tft im heutigen Anzeigenteil veröffenllicht. — Der Gvang. Ar bei t er verein er» ,öffnet den Reigen seiner Winterveranstallungen mit einem Lichtbildervortrag, den Professor K o o b am Sonntag abend im Markussaal rar ... m».- iiwaannEioiiinw. über tnv „Sternenwelt" hälr. Dnde dieses Monat» ist ein Volksunterhaltungs abend in der Turnhalle geplant, 6:i dem das Drama in 5 Akten „Der Wilderer" von Fr. Cerstäcker von Mitgliedern des 'Vereins zur Aufführung gelangt (Stahe Anzeige.) — Die Palast-Lichtspiele beginnen morgen ojit der Vorführung der Filmoperette „Heinrich Heines erste Liebe", die nach dem gleichnamigen Singspiel Wilhelm Lindemanns von Friedel Köhne und Lissy Reincke für den Film bearbeitet wurde. "• Wettervoraussage für Samstag: Rebelbildung, Tags meist heiter, Rachtfrost» gefachr. Ein Hoch liegt über Deutschland. Das kühle, trockene Wetter 'hält an. Landkreis Gießen. * 2ich, 12. Oft Am Sonntag fand hier die Herbstbezirksvertreterversammlung des Bezirkes Gießen Gabelsberger Stenographen, verbunden mit einem Wettschrei- ben von 60 Silben aufwärts, statt, wozu sich zirka 300 Stenographen aus der näheren und weiteren Hingebung unseres Städtchens zusammengefunden hatten. Am Preiswettschreiben nahmen §twa 185 und am Schon- und Richtig- schreiben fünf Personen teil. Rachmittags vereinigte die Stenographen ein gemütliches Beisammensein in Sterns Saalbau. Dank der rastlosen Arbeit der Preisrichter konnte die Preisverteilung noch in den Rachmittagsstunden verkündet werden. Zur Belohnung der besten Arbeiten standen 13 von der hiesigen Bürgerschaft der Stenographen - Gesellschaft „Gabelsberger" Lich gestiftete wertvolle Ehrenprerse zur Verfügung. Zwei Preise hiervon errang der Verein Lich. Den Schluß der Veranstaltung bilbete der Fest ball am Abend in Steins Saalbau. Snfolgc der mangelhaften Zugverbindungen konnten jedoch die auswärtigen Gäste leider hieran nicht teil- nehmen. Die Gesangsabteilung der Gesellschaft „Gemütlichkeit" dahier, die durch Gesangsvorträge 2X16 Fest verschönern half, erntete reichen Beifall. Hnfer noch junger Ortsverein berechtigt zu den schönsten Hoffnungen. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 12. Oft. Die Kreisgruvpe Alsfeld des Hessischen Bauernbundes stimmte einem Anträge des Ren tn er bu n d e s um Belieferung mit verbilligten Ka r to f feln zu. Der 'Bedarf des Rentnerbundes tourbe zum Preise von 200 Mk. pro Zentner sichergeftellt. Hesseu-Nassau. fpd. Franksurt a. M.. 12. Oft. Die Stadtverordnetenversammlung genehmigte heute eine abermalige Erh oh ung d erStraßenbahn- fahrpreise um 25 Prozent. Die durch die neuerliche Erhöhung zu deckenden Fehlbeträge der Dahnverwallung sind auf 2 2 8 Mi l° lionen Mark angewachsen. Sn den Kreisen der Stadtverordneten macht sich eine starke Stimmung für die Wiedereinführung der Monatskarte bemerkbar. Auch die Bahnverwaltung steht ihr freundlich gegenüber, nachdem sie eingesehen hat, daß ihr durch ben Fortfall erheblicher Schaden erwächst. Die Versammlung beauftragte sodann den Magistrat, bei ber Reichsregierung sofort vorstellig zu werden, daß die immer katastrophaler sich gestaltende Versorgung mit Kartoffeln in geregelte Bahnen geleitet, und daß zur Bekämpfung des Wuchers die sofortige Einführung von Höchstpreisen für Kartoffeln verfügt wird. Der Staatsbahnverwollung wurde der Vorwurf gemacht, daß sie für die Beschaffung ausreichenden Wagenmaterials nicht rechtzeitig Sorge getragen hat. - Der Magistrat lehnte auf eine Anfrage es ab, die Wohnungsbauten des in Schwierigkeiten geratenen Po ft-Siedlungsvereins zu vollenden und begrünbete dies damit, daß das Reich 2>azu verpftichtet fei, die Wohnung en feiner Beamten zu vollenden. Es handelt sich um, eine Summe von annähernd 3,8 Millionen Mark, die die an den Bauten beteiligten Handwerker zu fordern haben. Die Sjadt habe zudem soviel von ben Wohnungsabgaben an den Staat gegeben, daß sie jetzt nicht in der Lage fei, der artige Zuschüsse zu leisten. fpd Frankfurt ä. M. 12. Oft Snmitten einer sehr reichen Ernte herrscht hier seit einigen Sagen eine große Kartoffelnot so bafi Heutiger Stand des Dollars 10 Hhr vormittags: Berlin 2712, Frankfurt 2700—2750. Die Herrveghs. Eine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill. 14. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Shr Schützling, em cellospielender junger Künstler. «Sie haben ihn gewiß schon im Kurhaus gehört", dem sie das Geld zum Studium gegeben hatte, war von einer Frauensperson verführt worden, die nun auf Alimente klagte. Man konnte ihr zwar auch andere Männerbekannt- schäften nachweifen, aber sie war nun einmal darauf versessen, von dem Künstler geheiratet zu weichen, und drohte sonst mit einem Skandal. Herwegh nahm sich der Sache an und ordnete die Angelegenheit zur Zufriedenheit aller Parteien. Das Mädchen wurde abgefunden, und Frau Rumpf konnte nun wieder beruhigt in den Kurgarten gehen und wahrend des Cellosolos triumphierend wie eine aufgeregte Henne den Musikpavillon umkreisen, wo der junge Mann feine Kunststücke auf der Kniegeige ausführte. Shre DanDarkeit dem jungen Anwalt gegenüber äußerte sich darin, daß sie diesen nun aud> mit ihren geschäftlichen Angelegenheiten betraute. Vor allem mit einem Prozeß, der schon so lange lief, daß er keinen Benschen mehr interessierte außer Frau Rumpf. Es war eine kniffliche juristische Sache, die sich um ein von ihr gekauftes Haus drehte, in dem sich nachträglich der Schwamm herausgestellt hatte. Der ehemalige Besitzer der Villa Trocadero war unterdessmi gestorben und der Prozeß zuungunsten der Willm Rumpf entschieden worden. Sie hatte dagegen Berufung eingelegt, und sie „hing noch immer mit dem verdammten Haus in der Luft", denn hineinziehen konnte sie schon wegen ihres Rheumas nicht. Run hatte Jic endlich einen Mieter dafür gefunden, einen Herrn Kottenhan, der aus Rußland kam und Größenwahn hatte, und Zimmerwände einreißen ließ, um eine Orgel einzubauen. Dieser Rarr hatte nun auch etwas von dem „Schwamm" gehört und hatte sie verllagt, denn sie hatte ihn gleich mit einem zehnjährigen Kontrakt festgenagelt. Daraus hatte sie wieder Kottenhan verllagt, well er die Wände eingeriffen hatte, ohne sie darum zu fragen. Es war ein Rattenschwanz von Klagen und Berufungen „in Sachen der Witwe Rumps", aber Herwegh machte sich guten Mutes dahinter. War nun dieser endlose Prozeß in der Tat reif geworden, oder hatte sich das hohe Reichsgericht anders besonnen, jeden.falls hatte nach einigen Wochen Frau Rumpf diesen Prozeß gewonnen. Shre Dankbarkeit strömte auf Herwegh über. Shre sämtlichen Freundinnen, eine Schar älterer Witwen, die nachmittags die roten Samtbanke des Kurhauses füllten, kamen nun mit ihren Hypotheken, Aktien und Beschwerden zu ihm. Es strömten allmählich Goldquellen in das Herweghsche Bureau, daß es dem braven Herrn Bantelmann angst und bange wurde. Es galt als abgemacht, Prozesse, die Hera>egh führte, gewann jnan. Er wurde schon bei Gericht gefurchte!. Er hatte die Rede in einem Maße in der Gewalt, daß die Hörer- wie hypnotisiert lauschten. Er gab sich nie eine Bloße und behandelte alle Menschen gleich menschlich. „Aber er sieht alles durch em rosa Glas," sagte Liane. „Run, ist es nicht besser, als die Welt so nüchtern anzusehen wie du mit deinen dreiundzwanzig Zähren?" sagte die Mutter. Aus sie fiel nun ein doppelter Glanz zurück: der Reichtum der Schwiegertochter und die Siege ihres Sohnes am Gericht. „Vielleicht wäre es besser umgekehrt," erwiderte die Tochter. „Aber es ist nun mal so." Sie ahnte eine Gefahr. »Er ist für diese vielen verwickelten Geldgeschäfte zu unerfahren und zu anständig." „Man kann nie zu anständig sein," sagte die Mama „Besonders als Zurist" Aber Liane blieb dabei, „H embrasse trop de choses , und fte blickte dem bläulichen Rauch ihrer Zigarette gedankenvoll nach. Die Eppeirhausener Ziegelei arbeitete ihrem Bankrott entgegen. J Ernst al« juristisch« D-ir-ck im Aus. ,ichtsr«t -m,— 33N,— —,— —,— Vaurabütte........3800,— -,— 3600,— 4050,— Cberbebnrf 2000,— 2050,- 1950- 1995,- Piiönir Bergbau 4600,— 4800,— 4550,— 4525,— Rheinstahl 4500,— 4700,— 4500,— 4500,— Rlebeck Montan .... 3850,- 4300,- 3730,- 4600- Tellus Bergbau 1025,— 1054— —,— —,— Hamburg-Amer. Paket 915,— 935,— 920,— 935,— Norddeutscher Vloab . . 630,— 6X5,— 620,— 625,— KementtverkHeidelberg 1380,— 1400,— — Philipp Holzmann . . 900,— 915,— —,— —,— Anglo-Cont.-Kluano. . . 6200,— 5600,— 6000,— 5100,— Badische Anilin 1960,- 2050,- 1975,- 2010,- Goldschmidt 1760,- 2200,— 1810,— 2100,- Griesheinier Electron. 13 0,— 1440,— 1400,— 1450,— Höchster Farbwerke . 1475,— 1525,— 1499,— 1500,— Holzverkohlung 1110,— 1090,— —,— —,— NütgerSwerke 1094,- 1200,- 1010,- 1175,- --cheideanstalt 1775,— 1805,— —,— —,— Slllg. Elektrizitäts-Ges. 875,— 915,— 860,— 905,- Bergmann 805,- 850,- 830,- 900,- Schuckert 1725,— 2050,- 1760,- 2025,- Liemens L Halske. . . 3100,— 3500,- 3100,- 3200k- Adlerwerke Sieger. . 470,— 495,— 510,— 502,— Daimler Piotoren. . . . 540,— 590,— 545,— 580,— Hepliaenstaedt 930,— 1045,— —,— —,— Meanin 1900,- 2200,- 2160,- -,- Mctallges. Frankfurt. 2350k— 2350,— ——,— Lchuhsabrik Herz.... 565,— 550,— —,— —,— Sichel............ 623,- 585,- -,- Zellstoff Waldhos .... 1130.- 1150- -,- 1150,- Zuckeriabr.Hrankenthal 999,— 960,— ——,— ZuckerfabrikWagoäusel 990,— 940,— —,— —,— Frankfurter Devisenmarkt. Amtliche Notierungen. Datum: 11. Oktober 12. Oktober Geld Bries Geld Bries Antw.-Brllsiel . 18631,30 18668,70 171 »2^0 17217,20 Holland 104395.50104604'/' 97302M 97497,4) London 12037,90 12062,10 11088,90 11UL10 Paris 20029,90 20070,10 18881,10 18918,90 Schwei» 49350,60 49449,40 46503.40 4^)96,60 (Spanien 40159,80 40240,20 37862,10 37937,90 Italien 1127120 11298^0 1060L80 10623,20 Lisfabon-Ovorto —— ,— Dänemark .... 53246,70 53353^0 5(849,60 50450,40 Norwegen .... 46W3,— 47047,— 43/a6,20 43843M) Schweden .... 70179,70 70320.30 ^43450 G56L50 HelüngsorS. . . . 5594,40 5605,60 —,— ---,— Neuyork 262L30 2627,70 2462^0 2467.50 Teutsch-Oesterr. 3,46 3^54 3,41 3,49 Budapest..... 99,90 100,10 96,90 97,10 Prag 8891,10 8908,90 849150 8508.50 Sofia....... —»— Markte. Berliner Produktenmarkt Berlin, 12 Oft. Der Produktenmarkt ,s€igt* un Einllang mH dem weiteren Rückgang der Devisen eine schwache Haltung, doch schien spater sich eher eine leichte Befestigung durchzusetzen. Das Angebot aus erster Hand war jedenfalls zurückhaltend. Weizen war knapp, während Roggen billiger zu haben war Für spätere Lieferung cif Bremen oder Hamknirg zeigte sich Kauflust. Gerste war auch in guter Brauware merklich rußiger. Mais war auf höhere amerikanische Preissorderungen ruhig. Für Hafer zeigte sich nur tpenig Angebot. Andere Artikel wurden in geringem Maße umgeseht. Weizen, märkischen 5300—5400 Mk. (matter), Roggen, märkischen 4750 bis 4850 Mk. (matter), Sommergerste 5300 bis 5400 Mk., Wintergerste 4800-4900 Mk. (matter), Hafer, märt 5500—5600 Ml (matter), Mais, ohne Prov., loco Berlin 5150—5200013. (matter), Weizenmehl (100 Kg.) 15 000—16 000 Mt. (matt), Rog- genmcbl (100 Kg.) 13 700-14 500 Mk (matt). Weizenkleie 2800—2900 Mk. (matt). Rogaenkleie 2900 Mk.. Raps 6500 - 6700 Mk. (sest), Viktoria- erbfen 8000- 8200 Ml., kleine Erbsen 6400 bis 6600 Mk.. Lupinen, blau 3200— 3300 Mk., Raps- kuchen 2900—3000 MI, Trocken schnitzel 2700 bis 2750 Mk. Rauhfutter Weizen> und Roggenstroh. brabtgeb. 1275—1325 Mk., Haferstroh, drahtge- preßt 1275—1325 Mk.. Strvb, strohseilgebündelt 1275—1325 Mk., Wiesen Heu. gut, gesund und trocken, Vormahd 720—780 Mk.. Nachmahd 650 bis 720 Mk. Frankfurter Schweine- und Kleinviehmartt. Frankfurt a. M., 12. Oft. (Amtlich.) Marktverkauf: Kälber und Schafe bei lebhaftem Handel geräumt; Schweine hinü-rlassen bei ruhigem Handel Zrößeien llebersland. Im einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 750 Kälber, 836 Schafe und 401 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht: Kälber, beste Qualitäten 14 000—15 000 Mk. mittlerer Qualitäten 12 800—13 800 Mk., geringste Qualitäten 11 000—12 500 Mk.: Schafe 6000-11 000 Mark: Schweine unter 80 Kilo Lebendgewicht 18 000—23 000 Mk. von 80-100 Kilo Ccbenb- gewicht 23 500—26 000 Mk., von 100 -120 Kilo Lebendgewicht 26 000-27 100 Mk. Außerdem wurden 79 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Die Preise liegen um soviel über den Slallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen. Büchcrlisch. — „Burschentum und Leben" Ein buntes Buch von Norbert Boeder und Erich W iep recht. Verlag von H. Plasnick, Großenhain i. Sa. — Die Dreiteilung des Inhalts: „Ser deutsche Bursch und feine Welt", „3m Kranz des Jahres und der Liebe". „Alltag und Gegeirwart", deutet an, daß neben der engeren Welt des jungen Studenten alles, was ein beut- Ausdruck und Widerklang findet. Ausdruck und Widerklang finden. — „Lieber Land und Meer" (Deutsche Derkags-Anstalt, Stuttgart) nimmt unter den wenigen lllustrierten Blättern, die an der wöchentlichen Erscheinungsform festhalten konnten, einen hervorragenden Platz ein. Gang den Bedürf nisten der Zeit angepaht, enthält jedes Heft einen lleberblick über technisch-praktische Neuheiten entweder auf dem speziellen Gebiet der Hauswirtschaft oder auf dem allgemeineren des zum täglichen Leben notwendigen Bedarfs. Eine Umschau orientiert über die wichtigsten Tagesereignisse m der ganzen Welt. Zur Unterhaltung dienen kurze, abgeschlossene Erzählungen und vor allem zwei ständ.g nebeneinanderlausende interessanteRomane erster Autoren Aus kurzen belehrenden und unterhaltenden Artikeln, die über Neuerscheinungen auf allen Gebieten das Wissenswerteste mitteilen, aus Mode-. Reise- und Theaterberichten, die ständig abwechselnd erscheinen, kann sich jeder das ihn besonders Interessierende auswählen. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Beratungen in der Neparationskommission über den Sturz der Mark. Paris, 12. Oft. (WTB.) Die Repara- tionskornrnifsion veröffeMlicht folgende Mitteilung: Angesichts des neuen Marksturzes kamen die Bevollmächtigten 'und stellvertretenden Bevollmächtigten der Reparationskommisfion gestern nachmittag unter dem Vorsitz Darthvus zu einer halbamtlichen Sitzung zusammen, um die finanzielle Lage Deutschlands zu prüfen. Die Zusammenkunft dauerte von 3 vis 6 Llhr. Die Prüfung wird in einer weiteren halbamtlichen Sitzung am Freitag fortgesetzt werden. Eine Havasnote fügt hinzu, in offiziellen Kommissions- kreisen hätte man keine Einzelheiten über die gestrige Sitzung mitgeteilt. Es scheine jedoch, daß sich die Bevollmächtigten auf eine allgemeine Prüfung der finanziellen Sage Deutschlands beschränkt haben und erst in einer weiteren Sitzung die Mittel erwägen werden, die zur Abhilfe in Kraft treten sollen. Amerika und die europäischen Finanzen. Paris, 12. Oft. (WTB.) Nach einem Bericht der „Chicago Tribüne" aus Washington heißt es, es sei befanni geworden, daß die Regierung es vermeide, weitere Anleihen an die Alliierten in Betracht zu ziehen. Heute verlaute Übrigens, daß die Regierung auch der Geldverleihung durch private amerikanische Finanziers entgegenarbeiten werde. Nach Ansic^ der Regierung und des Präsidenten Harding habe die politische Lage in Europa einen Tiefstand erreicht, in dem es Wahnsinn wäre, seine Verlängerung zu ermöglichen, wenn es in der Macht der Vereinigten Staaten läge, die europäischen Länder durch Verweigerung der finanziellen Linierst ühung an der Verfolgung ihrer Politik zu hindern. Anderer» seits würden die Vereinigten Staaten, falls die Schuldennationen ihre Budgets nach Gesichts- I punkten des Wiederaufbaues auf ft eilten and ihre militärischen Rüstungen beschränkten, in finanzieller Hinsicht entgegenkommend fein. Das Weiße Haus teile mit, daß. wenn die Vereirrigten Staaten später zur Teilnahme an irgendeiner europäischen Wirtschaftskonferenz sich bereit zeigen sollten, im voraus abgemacht werden müßte, daß die Schulden nicht in Betracht gezogen werden fomuen. Eine russisch-türkische Militärkondention? Paris, 12. Okt. (WTB.) HavaS berichtet aus Riga, nach einer Nachricht aus Moskau sei jüngst eine Militärkonvention zwischen der russischen Regierung und der Regierung von Angora abgeschlossen worden. Zuverlässige Frau , ob. Mädchen Small roöcbcniLüorm. 9 bis 11 Uhr nef. 09583 Seltersweg 38 II. Suche Fran oder Mädchen f. tägl. einige Stund. Frau Dr. Schröder, Engelavotheke. o«?* Morgensrau oder Morgenmädcheu für tägl. vorm. zwei Stunden gesucht- 09569 Lonyttr. 17. Weg. Verheiratung meines seitherigen langjährigen Mädchens suche ich ein. tüchtiges Mädchen bei bobem Lob« für meinen kleinen Haushalt. 09253 Stevbanstr. 26 I. Zuverlässiges Mädchen in gute Dauerstellungin kl. bess. 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Stiftungsfest am Samstag, 21. Oktober, abends 8 Ahr, in der Turnhalle hiermit ein. Eintrittskarten (1 Dame frei) wollen bei Mitglied Stephan, Zigarrengeschäft, Bahnhofstraße 24, abgeholt werden. JirKa SOWaggon prima vungkall steine- u. sandfrei, auch zu Mörtelzwecken bisher bestens bewährt, sofort promt lieferbar, abzugeben. Bewerte- n. Bflnöeönrf tt Metzen 9181J2) 3rflnnutt«5fr.i3,Stal)tii)ott:Bflu(ieöatf. Gießen, Butzbach, Grünberg, Hungen, den 11. Oktober 1922. Die Finanzämter. OeHHe taosliiip Samstag, 14. Okt.. abends 8 Uhr, Eröffnung: Vortrag des Herrn Prof. Dr. Hamann-Marburg: Deolselie Köpfe des Millelallers (Mit Lichtbildern). Musikalische Darbietungen. Sonntag, 15.Okt.: Referate mit Aussprache: Vorm. 9*/t Uhr: Universität nndVolksbildung. —Volkshochschule und Jugend. — Nachm. 4 Uhr: Stoffgebiete der Volkshochschule. Alle Veranstaltungen i. großen Hörsaal der Universität Zn dem Vortrag am Samstag abend wird ein Unkostenbeitray von 5 Mk. erhoben.— Am Sonntag nach jed. Vortrag Aussprache. Jedermann ist eingeladen. 'Der Saal ist geheizt. 9166v f Bekanntmachung über die Abgabe der Steuererklärungen für die Gewerbesteuerveranlagung des Steuerjahres 1922 (1. April 1922 bis 31. März 1923). Nach Art. 15 des Gemeindeumlagegesetzes 8. Juli 1911 r . .. . . , vom 7^-jgäö sind biejentgen Personen, deren Anlage- und Betriebskapital mindestens 3000 Mk. beträgt, verpflichtet, bei ihrer erstmaligen Veranlagung zur Gewerbesteuer eine Erklärung über das Anlage- und Betriebskapital chbzugeben. Die Steuererklärungen find einzureichen: 1. für Minderjährige, Abwesende, sowie für Personen, die aus anderen Gründen unter Vormundschaft oder Pflegschaft gestellt sind, von deren gesetzlichen Vertretern; 2. für juristische Personen (Gemeinden, Körperschaften, Stiftungen, Anstalten), ferner für Gesellschaften, Genosienschaften und sonstige juristische Personen, Erb- maflen, soweit eine Steuerpflicht hier überhaupt in Betracht kommt, von den gesetzlichen oder bestellten Vertretern oder Verwaltern; 3. in allen anderen Fällen von dem Steuerpflichtigen selbst. Den Angaben ist der Stand und Wert der Bestandteile des Betriebskapitals wie folgt zugrunde zu legen: 1. Bei Betrieben, die am 1. Sept. 1921 schon bestanden, ist dieser Tag maßgebend. 2. Bei Betrieben, deren Eröffnungstag nach dem 1. Sept. 1921 liegt, der Zeitpunkt des Betriebsbeginns. 3. Bei Betrieben, die Handelsbücher nach H 38 H. G. B. führen, der bilanzmäßige Abschluß, der unmittelbar vor dem Be- ginn des Steuerjahres liegt. Die Vordrucke sind von den zuständigen Finanzämtern zu beziehen. Die Steuererklärungen sind bis zum 15. November 1922 bet dem Finanzamt einzureichen. Einsendung durch die Post ist zulässig, geschieht aber auf Gefahr des Absenders und deshalb zweckmäßig durch Einschreibebrief. Die unterzeichneten Finanzämter fordern deshalb die zur Abgabe von Steuerer- Klärungen Verpflichteten hiermit auf, ihre Erklärungen bei Meidung der gesetzlichen Nachteile und der verwirkten Strafen (Hinterziehungsstrafen in Höhe des 4-20fachen Betrages der hinterzogenen Steuer Ordnungsstrafen bis 100.- Mk.) bis zu dem angegebenen Zeitpunkt an uns gelangen zu lasten. Den Steuerpflichtigen, die nicht zur Abgabe von Steuererklärungen verpflichtetsind, bleibt die Abgabe fteiwilliger Steuerer' | Mietgesuche ] Sehr ruhiger, solider Student, t Verb, angehörend, sucht heizbares, mobl. Zimmer. Schr. Ang. unt. 09579 a. d. Gieß. Anzeiger. Neutraler Ausländer sucht 9t5iss 1 oder 2 gut mobl. Zimmer m. elektr. 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