Druck und Verlag: Vriihl'sche Univ.-Vuch- und Stetndruckerei R. Lange. §chnft!ettung, GeschästsfLelle und Druckerei: Zchulstratze 7. Vizepräsident Dittmann. Ruhrort. Die Haltung Frankreichs. Da die Handschrift, mit der sich die beiden iml^l Schöninger Gasthaus eingetragen haben, mit jener jähre 1922 schon jetzt (Ulf 11 der Deutschen Vollspartei zu- Verständigung Ruhrgebiet? Eine im mit Zustimmung stände. In einer Bemerkung der natl. Korresp. über den bekannten Zwischenfall im Reichstag, als der Vizepräsident Dittmann den Abg. Kahl auf- forderte, nicht so provozierend zu sprechen, heißt es: Die an sich durchaus maßvollen Ausführungen Dr. Kahls waren namentlich den Unabhängigen, aber auch zum Teil den Mehrheitssozialisten so unbequem' daß sie sich in einem dichten Haufen um das Rednerpult drängten und die Ausführungen Kahls durch lärmende Zwischenrufe zu ersticken suchten. Als sich Bizepräsident Dittmann hierum nicht kümmerte, wandte sich der Redner um und ersuchte den Präsidenten, die ihm so nahestehenden störenden Zwischenrufer zum Aufsuchen ihrer Plätze aufzu- fcrdern. Herr Dittmann entblödete sich nicht, knter dem Deifallsgeheul seiner Parteigenossen, dem volksparteilichen Redner zu sagen, er solle nicht so provozierend sprechen und dadurch die Zwischenrufe der Linken Hervorrufen, was natürlich bei der Deutschen Volkspartei in erster Linle, aber auch bei den bürgerlichen Koalitionsparteien übereinstimmt, die zuletzt in Lenhen an der Elbe als die der beiden Mörder einwandfrei fest- Lcmt „Lokalanzerger" teilt der Reichspostminister in einer Sitzung des Postgebührenausschusses des Reichstages mit. daß sich das Defizit der Postverwaltung im Rechnungs- geben haben. Sie haben in Schöningen, südlich von Helmstedt, am Dienstag übernachtet und sind am Mittwoch vormittag weitergefahren. Da die Handschrift, mit der sich die Beiden ;~ stelle. Gleichzeitig kündigte der Reichspost- minister neue Erhöhungen der Gebühren mit Wirkung vom 1. Oktober an. Der Sparkommissar der Reichspostverwaltung Pvstrat Rindsland' erklärte, daß das Personal Essen, 12. Juli. (WTB.) Die Verhandlungen über die Streitfrage im Manteltarrf des Ruhrkohlenbergbaues, die tun 11. Hili im Gebäude des Zechenverbandes unter Leitung des Reichsarbeitsministeriums begonnen hatten, haben heute zu einer vollen Verständigung geführt. Die getroffenen Vereinbarungen bedürfen noch der endgültigen Zustimmung der beteiligten Verbände, die bis zum 15. Hutt zu erwarten ist. Die deutsche Note em Reichskanzler wurde von diesem Beschluß Mitteilung gemacht, worauf dieser sich sofort mit dem Reichspräsidenten in Verbindung setzte und ihn c r s u ch t e, nach, Berlin zurückzukchre n. fetzentwurf zu sprechen." Das Beamtengesetz zum Schutze der NepudLik Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breits örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 500Pf. Bei Platz, Vorschrift 20 °/0 Aufschlag Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen TeU: Ernst Llumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Die Mörder MQthenaus. Berlin. 12. Huli. (Wolff.) Amtlich. Die Mörder Rathcnaus. für deren Ergrsisang und Einlieferung die Reichsregierung eine weitere Million als Belohnung ausgesetzt hat, befinden sich zweifellos noch in Mitteldeutschland. Sie werden voraussichtlich versuchen, ihre Absicht, auf Fahrrädern Süddeutschland zu erreichen. wahrzumachen. Einer von ihnen, der 26- jährige, in Florenz geborene Ingenieur Hermann Fischer, ist 1,75 Meter groß, hellblond, hat braune Augen, ovales, eingefallenes, braungebranntes Gesicht, spricht säch'ischo Mundart, trägt braunes Jackett oder bochgLichlofiene -'xün- lich« Sommerjoppe, graue Militärhosen, Waden-1 Anmakuna des Kenerals der strümpfe, schwarze Schuhe, grauen, weichen W x • X • L Hut und hat ein Fahrrad mit sich, auf dem deri interalliierten ^rappen in Duiöburg- Berlin. 13. Huli. (Pnvattel.) Rach einer Meldung der .„Deutschen Allgem. Ztg." veröffentlicht der kommandierende General der interalliierten Truppen im Bezirk Duisburg-Ruhrort eine Verordnung, durch die die ehemaligen OffizierederdeutschenArmeein seinem Befehlsbereich gezwungen werden, sich vor einer von dem General zu ernennenden Kommission und von einem• von ihm zu bestimmenden Zeitpunkte zu melden. Hede äleberttetung dieser Vorschrift zieht eine Gefängnisstrafe bis zu einem Hahre und eine Geld strafe bis zu 10 000 Mark nach sich. Wie das Bsatt hierzu mitteilf, sind gegen diese Vervrd nung, die nicht allein dem Friedensver- trag, sondern auch jeder Völkerrecht lichen Gepflogenheit widerspricht von deutscher Seite energische Vorstellungen erhoben worden. gestellt worden ist, dürfte es sich um. die richtige Spur handeln. Die beiden Mörder sind weiter mit der Dahn über Quedlinburg in der Richtung nach T h a l e gefahren, haben aber kurz vor Thale den Zug verlassen. Die Polizei ist ihnen andauernd dicht auf den Fersen. Manfred v. Killinger wieder freigelassen. Berlin. 12. Juli. (WTB.) Manfred v. Killinger ist vom Untersuchungsrichter freigelassen wvrden. Er ist nach Prerow (Ostsee) zu seinen Angehörigen, wo er verhaftet wurde, zurückgefahren. Zum Anschlag aus Harden. Berlin, 12. Huli. (Wolff.) Auf die Ergreifung des früheren Oberleutnants Anker- mann, welcher bei dem Anschlag auf Maximilian Harden beteiligt war, ist jetzt eine neue Belohnung von 100 000 Marl ausgesetzt worden. Hardens Befinden ist der .D. Z." zufolge noch immer bedenklich. Die acht Kopfwunden heilen schwer und Professor Borchardt hat größte Ruhe verordnet. ’ Aus Dem Reiche. Das Ende des Berliner Duchdruckerstreiks^ Berlin, 12. Huli. Rach gtoölftägiger lln- terbrechung, durch den Buchdrucker streik veranlaßt, ist die Berliner bürgerliche Presse heuto abend nach der Beilegung des Konfliktes wieder erschienen. Der Arbeitgeberverband für das Berliner Zeitungsgewerbe veröffentlicht eine Erklärung, worin er u. a die Hoffnung ausdrückt, daß der nunmehr beendete schwere Kampf den Zweck erreichte, der Arbeiterschast mit aller Klarheit vor Augen zu führen, daß die Aufrechterhaltung der seit Hahrzehnten bestehenden Tarifgemeinschaft der deutschen Buchdrucker letzten Endes im wohlverstandenen Interesse sowohl bei- Arbeit gebet als auch der Arbeittlehmei- liegt. Der „Vorwärts", der die materiellen Forderungen der Buchdrucker an sich billigt, wirft ihnen politische Einsichtslosigkeit vor, In derb er es u. a. als unmöglichen Zustand bezeichnet, daß die gesamte deutsche Fi- nanz Wirtschaft durch das Bestreiken der Reichsdruckerei und die Durchführung der republikanischen Schuhgesetzgebung durch die Stillegung des Reichs- und des Preußischen Staatsanzeigers gelähmt wird. Bor einer neuen Postgebührenerhohung. Berlin. 12. Huli. (WTB.) Im Rechts- a u s s ch u ß des Reichstages wurde heute der Gesetzentwurf über die Pflichten der Beamten zum Schuhe der Republik beraten. Angenommen wurde von der Reichsregierung die vorgeschlagene Aenderung der Fassung des § 3 des Reichsbeamtengesetzes, in dem es heißt: Heder Reichsbeamte ist auf die Reichsverfassung und auf gewissenhafte Erfüllung, aller Obliegenheiten des ihm übertragenen Amtes eidliche zu verpflichten. Paris 13 Huli. (WTB.s Havas be-! Wird die Eidesleistung verweigert so ist die Errichtet über 'die gestrigen in der Reparativ ns- I neu nung des Beamten m die Rechtsverhaltmffe kommissivn geführten Verhandlungen, es scheine zum Reiche nichtig. Rach längerer Aussprache sich innerhalb der Kommission eine Mehrheit wurde auch der m das Rerchsbeamtengeseh neu zugunsten eines neuen Moratoriums einzufügende § 10 a in folgender Fassung ange- gebildet zu haben. Aus alle Fälle sei es ver- nvmmen: Der Reichsbeamte ist verpflickftet, m ftüht, anzunehmen, wie man es in London tue. seiner amtlichen Tätigkeit für verfassungs- daß die französische Regierung schon jetzt geneigt mäßige republikanische Staatsgewalt ernzutEen sei, Deutschland einen Teil seiner Schulden zu und hat alles zu unterlassen was nut ferner Steter lassen. Weder über einen Zahlungsnachlah, hing als Beamter tex "Rüpubiit m^jt zu vereinen noch über eine internationale Anleihe zugunsten I ist. Insbesondere ist ihm untersagt. Deutschlands, die man in denselben englischen 1. Sein Amt o'der die ihm fraftjemer wtel- Kreisen ins Auge fasse, könnte entschieden wer- lung zugänglichen Einrichtungen fstr Bestrebungen den ohne daß vorher, wie es der Derttag vor- zur Aenderung der verfassungsmäßigen repubtt- schr'eibe, die Reparationskommission ihre Ansicht kanischen Staatsform zu mißbrauchen. über dieses ernste verwickelte Problem ausge- 2. Bei Ausübung seiner Amtstätigkeit oder sprachen habe, da die letztere ins Auge gefaßte unter Mißbrauch seiner amtlichen Stellung über Maßnahme eine Sanierung der deutschen Finanen die verfassungsmäßige, republikanische Staats- zur Voraussetzung labe. Der Zahlungsnachlah für form, die Reichsflagge oder über die Verfassungs- Deutschland sei von dem Erlaß der inter- mäßigen Regierungen des Reiches oder Landes allii'erten Schulden abhängig. Erst nach- zur Bekundung der Mißachtung Aeußerungeii dem man die Ansicht der Reparationskommission zu tun, die geeignet sind, sie in der öffentlichen leimen werde, könnten die alliierten Regierungen Meinung herabzusetzen. mit Ruhen darüber beraten. Man kündige in- 3. Bei Ausübung seiner Amtstätigkeit oder dessen von London aus an, das englische Kabinett unter Mißbrauch seiner amtlichen Stellung auf werde bei Pomcare vorstellig werden, daß er sich die ihm unterstellten' oder ihm zugewiesenen Bein den nächsten 10 Tagen nach London begebe, amten, Angestellten, Arbeiter, Zöglinge oder um eine englisch-französische Besprechung abzu- Schüler im Sinne der Herabsetzung der verhalten. Erst bann werde ein oberster Rat, in fassungsmähigen rch)ub.ikanischea Staatssvrm oder dem natürlich Italien und Belgien vertreten seien, | der verfassungsmäßigen Regierung des Reiches siattfinden. Dis gestern abend sei die französische Regierung von diesen Vorschlägen nicht unter- rtd^et worden. Man wisse nicht, wie sie dieselben, wenn sie erfolgten, ausnehmen werde. allen Bestrebungen, innerhalb der achtstündigen Arbeitszeit eine Erhöhung der Arbeitsleistungen herbeizuführen, Widerstand entgegensetze. Die vorn Bereinfachungsausschuß vorgeschlagenen Maßnahmen ließen sich nicht durchfuhren, weil das Personal sich widersetze. Starker Rückgang der deutschen Kohlenförderung. Berlin, 12. Juli. Infolge der Ab» t.rennung Oberschlesiens und des gewalttgen Förderrückganges an der Ruhr fyit sich die inländische Steinkvhlenerzeugung sehr stark vermmdert. Alle Verbraucher in Industrie und Gewerbe sowie von Hausbrand werden dringend ersucht, sich'soviel wie möglich mit ausländischer Kohle einzudecken, sowett nicht Ersatz durch Roh- braunkvhle oder Torf geschaffen werden kann.. In Anbetracht dieser Rollage wird die eingeführte ausländische Kohle bis zum 31. Mär? 1923 von der Kohlensteuer befreit bleiben Eine Aenderung Ver Ehescherdnugs- Vorschriften. Die demokratische Fraktion deL Reichstags hat den Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung der Vorschriften über die Eh e f ch e i' düng beantragt. Der § 1568 des BJD. soll danach folgende Faffung erhalten: Ein Ehegatte kann auf Scheidung klagen, wenn eine so tiefe Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses besteht, daß keine begründete Aussicht auf Herstellung einer dem Wesen der Ehe entsprechenden Gemeinschaft vorhanden ist. Die „Schlesische Gebiraszettimg" verboten. H i r s ch b e r g, 12. Huli. (WTB.) Wegei Verächtlichmachung des Reichskanzlers ist ba? Erscheinen der deutschnationalen „Schlesischen Gebirgszeitung" vom Oberpräsidenten der Provinz Niederschlesien auf zwölf Tage verboten worden. Die Fleischversorgung. Berlin, 12. Huli Der amtliche Pr^ißischt Pressedienst veröffentticht folgende Auslassung des preußischen Landwirtschastsministers in ferner Eigenschaft als Staatskommissar für Dolksernah- rung: Die große Trockenheit des Vorjahres hat die Futterernte außerordentlich ungünstig beem- ftußt. Auch in diesem Hahre sind die Aussichten £- Raubiuttevernte nick»' a'm'tia. Die V"* Rucksack und Mantel a.'.fgeschnallt sind. Der andere ist der 24jährige Oberleutnant z. S. a. D. Erwin Kern aus Kiel, 1,65 bis 1,68 Meter groß, von untersetzter, kräftiger, breitschulteriger Gestalt, hat krrzgeschnittenes dankles Haar, volles, scharfgeschnittenes Gesicht, kleine Augen, dunkle, nicht zfiammengewachsrne Augenbrauen, ist bartlos, hat gerade Rase und trägt einen grauen Anzug wie ars Militär stoss (Pfeffer und Ärlz) oder ebensolche hochgeschlossene grünliche Sommerjoppe wie Fischer, ferner Kniehosen, graue Wickelgamaschen und schwarze Schih-?, hat ebenfalls ein Fahrrad, aus dem Rucksack und Mantkl aufgeschnallt sind. An sonstigen Sachen, mit denen sie ihr Aussehen verändern können, haben die beiden flüchtigen Mördm: noch bei sich: Ein grünliches Sporthemd mit gleichfarbigem ilm= legekragen, ein hellblaues Leinensporthemd, weiße weiche ilmfegehx-gen, braungrüne bzw. graugrüne Sportmützen, weiche Hüte. Die Täter sind am 8. Juli in Lenzen über die Elbe geflüchtet und entfernten "sich dann in füMidyer Richtung nach Arendsee, vermutlich dann weiter auf Gardelegen zu. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sie versuchen, nach Westen, also in die Provinz Hannover hinein (Lüneburger Heide) oder nach Osten in Richtung Genthin- Treuenbrietzen, Luckenwalde, Wittenberg, Torgau usw. in das Königreich Sachsen auszubiegen, um ihr Ziel, Süddeutschland, zu erreichen. Von denjenigen, die ihnen bisher Obdach und ünter- stützung gewährt haben, ist eine ganze Anzahl bereits festgenommen worden und sieht schwerer Bestrafung entgegen. Die Täter müssen dritte Personen zur Deschafftrng von Lebensmitteln, an denen sie anscheinend Mangel leiden, in Anspruch nehmen, vielleicht auch über Wege be= fragen.- Die weiteste Oeffentlichleit wird aufgerufen, die Behörden bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Landleute, Eisenbahner und Forstbeamte werden gebeten, auf die Flüchtigen zu achten und ihre Wahrnehmungen ungesäumt der nächsten Polizeistelle mitzuteilen ober die Flüchtigen selbst zuzustellen. Eilige Angaben können telephonisch an die nächste erreichbare Polizeiverwaltung, Gendarmerie. das nächste Forsthaus oder an Amt Gardelegen, Rr. 64, gegeben werden. Wie der „Vorwärts" über die Verfolgung der Rathenaumörder meldet, hat sich die Genthiner Spur nicht als richttg herausaestellt. Es ist vielmehr festgestellt worden, daß sich die beiden Mörder nach dem Harz be- Berlin, 12. Huli. Die deutscheRegie- rung hat heute der Reparativnskom- missivn in Paris eine Rote überreichen lassen, in der festgestellt wird,' daß sich die Währungs- verhältn sse Deutschlands katastrophal zuungunsten Deutschlands verändert haben. Wenn die deutsche Regierung unter den jetzigen Umständen sich noch weiterhin ausländische Zahlungsmittel für Iftic ihr auferlegten Verbindlichkeiten im gegenwärtigen Umfang beschaffen müsse, so würde die Wertverminderung der deutschen Papiermarck noch rascher und unaufhaltsamer sortschretten und zur volllommenen Zerrüttung des finanziellen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens Deutschlands führen Die deutsche Regierung sehe sich deshalb außerstande, eine weitere Leistung von Barzahlungen auf Grund der Entscheidung vom 21.März in Aussicht zu stellen und stelle daher den Antrag, ihr die während des Kalenderjahres 1922 noch fällig werdenden --------,----- —o— , . Barzahlungen zu stunden. Weiter wird und selbst in den Reihen der Mehrheitssoziattsten •inc Reparationskommission, was den am 15. Huli Entrüstung u. (Srbitteruitg heroorries. Es sei gleich fälligen Betrag angeht, von der deutschen Re- hier eingeschaltet, daß dem Abgeordneten gierung ersucht, ihr den Restbetrag von 33 Mil- Kahl von Vertretern aller Parteien lionen Goldmark, der unbedingt zur Bezahlung biszu denSvzialisten persönlich das der in den nächsten Monaten eintreffenden Aus- Bedauern über diese Haltung Di11- landsgetreidemengen nötig sei, zu belassen, da es manns- ausgesprochen worden ist, nur dann möglich sein werde, einigermaßen das weil sie mit den Erfordernissen eines Reichstags- Gleichgewicht in den sozialen Ver- Präsidenten nicht in Einllcmg zu bringen ist. Viel- hältnissen und Finanzen Deutsch- leicht nimmt der Aeltestenrat des ReichstagsDer- l a n d s herzustellen. Die deutsche Regierung sei anlassung, Herrn Dittmann einmal llar zu sich nicht im Zweifel darüber, daß zur Wieder- machen, daß er im Pr ä sidenten st u h l Herstellung dä Markkurses schleunigste Maß- nicht die Partei der Unabhängigen na^nien erforderlich feien, die auch über das zu vertreten, sondern über allen Parteien Hahr 1922 hinausreichen, und es sei unerläßlich, zu stehen hat. Die beste Abfuhr lieh ihm fofort daß Deutschland auch für 1923 und 1924 Herr Dr. Kahl zuteil werden, indem dieser ferne von Barzahlungen befreit bleibe. 3n 1 ^rt= der Rote wird ferner erwähnt, daß sich die deutsche Regierung wegen einer anderweitigen Regelung der Ausgleichszahlungen an die beteiligten Regierungen wenden wird. Die 'Äepa- rationskommisiion wird gebeten, ihrerseits diesen Antrag bei den betreffenden Regierungen zu unterstützen. Die Entwickelung des MarKurses in der letzten Zett mache eine alsbaldige vorläufige Regelung der Barzahlungen notwendig, da eine Vlnterstüyung durch eine äußere. Anleihe nicht eingetreten sei. Die Regierung bittet, über den Stundungsantrag mit größter Beschleunigung die Entscheidung zu treffen. Eine Reise Poinearss nach London? Paris, 12. Huli. Die englische Regierung hat der ftanzösischen Regierung bis jetzt rwch keinerlei Mitteilung darüber zugehen lassen, daß es ihr erwünscht wäre, wenn Poincars sich zu einer Vorbesprechung über die Reparationszahlungen und den Markkurssturz nach London begehe. (Elftes Blatt (72. Zayrgang Donnerstag, 13. ZM 1922 GietzenerAnMer General-Anzeiger für Gberbeffen feabe Valuta macht den Ankauf ausländischer Suttermittd zum Ersatz für die fehlenden In- lanb6futtermittd immer schwieriger. Der Wiederaufbau der während des Krieges stark geschwächten Viehbestände ist durch diesen ilnv stand bedauerlicherweise schwer beeinträchtigt worden. Die seit zwei Jahren erfolgte Abgabe von Vieh als Reparationsleistung auf Grund des Vertrages von Versailles hat weiter dazu beigetragen, das Mißverhältnis zwischen Schlachtvieh und Fleischerzeugung einerseits und dem Fleischverlangen der Bevölkerung andererseits immer mehr zu vergrößern und dadurch die Preise für Vieh und Fleisch von Monat zu Monat in die Höhe zu treiben. Die Fleischpreise haben eine solche Höhe erreicht. daß weite Kreise der Bevölkerung Fleisch nicht mehr kaufen können und daß die Fleischerläden vielfach leer stehen. Eine Abhilfe kann zur Zeit nur der Verkauf ausländischen Gefrierfleisches und amerikanischen Corned-Deefs bringen. Wenn selbstverständlich auch die Preise dieser Waren von der Entwicklung unserer Valuta abhängig sind, 80 sind doch jetzt noch solche Preisunterschiede zugunsten des Auslandssleisches vorhanden, daß das ausländische Fleisch um mindestens 25 bis 30 v. H. billiger abgegeben werden kann als inländisches Fleisch. Wenn man bedenkt, daß es sich habet jetzt um gute frische Ware und nicht um dre vielfach von der Bevölkerung verweigerte überalterte und unansehnlich gewordene Kriegsware handelt, so ist hier die Mglichteit gegeben, der Bevölkerung noch zu einigermaßen erschwinglichen Preisen Fleisch zkzcführen. Vus Stabt unb Land. Gießen, den 13. Juli 1923. Um den Schiffenberg. Wie uns von unterrichteter Seite mlt- geteilt wird, hatte sich die Stadtverwaltung den letzten Tagen mit einer Angelegenheit 2,11 beschäftigen, die für die Bürgerschaft unfe- ;cc Stadt vvn weitreichender Bedeutung wer- ■::~n könnte. ES handelt sich nach den uns zu- aegangenen Informationen um die Stellungnahme der Stadtverwaltung zu Verhandlungen zwischen der Landesuniversität und der Begierungin Darmstadt, die bezwecken, den Schiffenberg der Hniversi- iät zur Errichtung einer Tierzuchtstation zur Verfügung zu stellen. Die Verhandlungen zwischen der Hniversttät und der Regierung hatten schon ein vorgeschrittenes Stadium erreicht, als die Stadtverwaltung m den letzten Tagen des vergangenen Monats Vvn ihnen Kenntnis erhielt. Sie hat die Angelegenheit unverzüglich und sehr ein- gehend beraten und sich auch mit drei .Ausschüssen deö Stadtparlnments ins Benehmen gesetzt. Als Ergebnis der Beratungen glaubte die Stadtverwaltung erhebliche Bedenken gegen das Schiffenberg-Prvfekt der Universität geltend machen zu müssen, die dahin gehen, es könnte der Schiffenberg nach der Uechergabe an die Universität als Ausflugs- und Erhvlungspunkt der Gießener Einwohnerschaft nicht mehr in Betracht kommen. Ein von diesen Bedenken getragenes Schriftstück hat die Ltadtverwaltung der Regierung und mehren Abgeordneten der Kammer zu gesandt, imd sie erwartet mm, daß sie vor der endgültigen Entscheidung von der Regierung gutachtlich gehört wird. Es bleibt obzuwarten, wie die Universität vor der Oeffentlichkeit, deren Interessen sie sicherlich nicht unberücksichtigt zu lassen gedenkt, ihre Plane im einzelnen dartun wird. Jedenfalls wird man aber wohl allgemein mit uns der Auffassung sein, daß der Schiffenberg als geschichtlich und landschaftlich hervorragender Punkt unserer Gegend sowie die zugehörige Gastwirtschaft als Erholungsstätte bem allgemeinen Zutritt offenge- halten bleiben muh. Die Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenprvduktion des Vollsstaates Hessen weist für den Monat Juni 1922 folgende Zahlen nach: An Roh- braunkvhlen wurden gefördert 49 309 Tonnen, verkauft wurden davon 15 730 Tonnen, der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeitenden Rohkohlen wurden neben Schwelereiprodukten erzeugt: 2579 Tonnen Braunkohlenbriketts. 2260 Tonnen Raßpreßsteine. Außerdem wurden in Hessen erzeugt 6758 Tonnen Steinpreßkohlen. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und SelbstverSrauchs verblieben am. Monatsschluh absatzfähig 6122 Tonnen Rohkohlen, 2979 Tonnen Rahprehsteine, zusammen 9101 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlenprvdukte im Gesamtwert von 4 132 720 Mark. Abgabe für Fischereikarteu. Durch eine Verordnung des Ministeriums des Innern iß die seitherige unterschiedlich' De Handlung bei Festsetzung bcr Angaben für Fischereikarten zwischen solchen Personen, die im Volksstaat Hessen, und solchen, die in einem anderen deukßhon Lande ihren Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt haben, weg gefallen. Es wird nur noch ein Unterschied zwischen den im Deutschen Reich wohnenden Reichsdeutschen und Ausländern, sowie im Inland nicht ansässigen Reichsdeutschen gemacht. Die beiden letzteren Per- sonenllassen haben den erhöhtem Stempelbetrag von 50 Ml. bzw. 25 Mk. (für Monatskarte) in Die Teuerung. Wb. Die vvn Dr. Moritz Elsas-Frank- furt a. M. über die Kvsten der Lebenshaltung einer vierköpfigen Familie in Frankfurt a. M. für jeden Monat ermittelte Indexziffer ist vom 1. Mai bis zum 1. Juli d. Is. von 830 auf 1115, demnach innerhalb der letzten zwei Monate um rund V.3 gestiegen. Die größte absolute', also am meisten ins Gewicht fallende Steigerung weisen die Nahrungsmittel mit 227 Punkten auf. - Die innere Kaufkraft der Mark in Bezug auf die Lebenshaltung beträgt jetzt 2,38 Pfennige. Der äußere Geldwert am Dollar gemessen, betrug am 1. Juli 1,05 Pfennige. Wenngleich der innere Geldwert eine starke Senkung aufweist, so muß doch festgestellt werden, daß die Spannung zwischen innerem (in Bezug auf die Lebenshaltungskosten) und äußerem Geldwert gegenüber dem 1. Mar d. Is., prozentual — und nur die prozentuale Spannung, nicht die absolute ist von Bedeutung — sich nicht verringert hat. Die innere Kaufkraft der Mark in Bezug auf die Lebenshaltung ist am 1. Juli 1922 noch immer um 127 Proz. größer als die äußere. Am 1. Mai betrug die Spannung 122 Prozent. (Die Feststellungen, die in der vorstehenden Mitteilung für das Frankfurter Wirtschaftsgebiet gemacht werden, treffen im großen und ganzen auch für den Gießener Bezirk zu. Kleine Abweichungen nach oben oder unten ändern nichts an dem übereinstimmenden Durchschnittspreisbild hier und in Frankfurt. D. Schriftltg.) Sv-prozentige Erhöhung der Eisenbahrifahrpreife in Sicht. Das Wolffbuveau meldet beute: Mit Rücksicht auf die fortschreitende Steigerung der persönlichen und sachlichen Ausgaben der Reichsbahn und das ständige Sinken des Geldwertes ist emo Erhöhung der gegenwärtigen Fahrpreise zum 1. Oktober um etwa 50 Prozent in Auss icht genommen. Post-, Telepraphen- und Fernsprechverkehr mit Oberschlefien. Nachdem die Postanstalten im polnischen Abstimmungsgebiet Oberschlesiens am 18. Juni an die polnische Post Verwaltung übergeben worden sind, gelten für den Post-, Telegraphen- und. Fernsprechverkehr mit diesem Gebiet die Bestimmungen des Genfer Abkommens. Dieses unterscheidet zwischen dem Verkehr innerhalb des bisherigen Abstimmungsgebietes und dem Verkehr zwischen dem übrigen Deutschland und Polnisch-Oberschlesien. Der Verkehr in letztgenannter Hinsicht gilt grundsätzlich als Auslandsverkehr, doch werden alle bisherigen Dienstzweige aufrechterhalten. Rur Postprotestaufträge, Briefe mit Zustellungsurkunde und Päckchen stnd bis auf weiteres nicht zugelassen. Der Paketverkehr ist vorläufig gesperrt: für ihn sind ermäßigte Auslandsgebühren vorgesehen. Die Wortgebühr eines Telegrammes beträgt 12.60 Mk. Im Fernsprechverkehr bleiben die Sähe des innerdeutschen Verkehrs in Kraft. Die am 1. Juli ein getretene allgemeine Gebührenerhöhung gilt auch für Sendungen nach Dentsch- unb Polnisch-Oberschlesien. Wettervoraussage fürFreitag. Wolkig, wärmer, meist trocken, Südwestwinde. Das umfangreiche Tief, das gestern verbreitete Regenfälle in Sud- und Mitteldeutschland hervorrief, hat sich ostwärts verlagert. Eine neue Druckstvrung erscheint über Irland. Ein neuer Goethefund. (Anbekannte Gedichte und Aeußerungen.) Gin. dem Rachlaß des romantischen Dichters Rudolf von 'Beyer vom Jahre 1820 über ein Zusammentreffen mit Goeche in Berka entstammender Bericht, den Rudolf Schade im neuesten Heft der „Deutschen Rundschau" mitteilt, werft neue Lichter auf Goethes Verhältnis zur Musik und den musikalischen Kreis um ihn. Seine besondere Bedeutung erhält dieser Fund durch einige unbekannte Gedichte Goethes, bic mit Sicherheit als sein Eigentum anzusprechen find. Dec junge Rudolf von Beyer hatte in Berlin bei Zelter Allcsik studiert und war ;820 auf eine Osterfahrt gegangen, bei der er in dem freundlichen Waldsladtchen Becku, das nach Entdeckung einer Schwefelquelle als Bad eingerichtet worden war, Ausenthalt nahm. Zum Dadeinspektor des Oertchons wurde der als rnusikulifcher Berater Goethes bilannte Organist und Lehrer Ioh. Heinrich Friedrich Schuh er-- nannt. Beyer war an Schütz empfohlen und sand in seinem idyllischen Heim gastliche Aufnahme. Beim Durchstöbern der 'Roten entdeckte er auch einige Werke von Bach, die Schütz von Goethe oeschenkt bekommen hotte und auf denen von des Mejsters Hand Gedichte geschrieben waren, die er sich sofort abschrieb und die uns auf diese Weise erhalten sind. Auf Bachs Chorälen standen die folgenden herrlichen Worte: „Laß mich hören, laß mich fühlen, • Was der Klang zum Herzen sp'icht: In des Lebens nun so kühle i Tagen jpendc Wärme, Licht. Immer ist der Sinn empfänglich, Wenn sich Reues, Großes beut, Das ureigen, unvergänglich, Keines Krittlers Tadel scheut. Das aus Tiefen sich lebendig Zu dem Geisterchor gesellt llnb uns zwanglos und selbständig Auferbauet eine Well. Tritt der Jünger vor den Meister, Sey's zu löblichem Gewinn, Denn die Rähe reiner Deister Geistigt auf gcfdjloff’nen Sinn." Weimar. Weihnachten 1818. Goethe. Bachs wohltemperiertes Klavier" trug die folgende Ausschrift: „Denn aus Geringem wächst das Tüchtige. Dem Hälmchen gleich, das sich zur Sonne kehrt. Cs sondert sich wie Spreu das Richtige: Das Kom des Geistes allein hat Crnlewerth." Beyer hat in seinem Bericht noch verschiedene andere wundervolle Gedichte ausgezeichnet, die sich unter Schützens Rotizen befanden und die wohl sicher von Goethe stammen: darunter auch eines „Osterbotschast", das ihn — es war gerade Ostern — besonders ergriff: „Osterbotschast — Auferstanden Tönt's in allen Christenlrlnden^ Weckt der Güster Hochg.s.mg, Tritt auch Du ais Deinen Falten Zu den höheren Gestalten, Seele, Gott seh Dein Gesang." Bald sollte er auch den Dichter persönlich kennen lernen. Es irar am Mittwoch nach Ostern, cm 5. Avril 1820, in dem sich in Goethes Tage- buch die Bemercung finb.’t: „Früh nah Berka." Beyor hörte im Mujikzimmec Töne; er trat die letzten Gründe dafür gegeben, und so dürfte denn das Göttliche in jeder höheren künstlerischen Manifestation zum Ausdruck gelangen." Goethe äußert dann noch allerlei Gedanken, die an Spinoza anklingen, und wendet sich gegen neuere Anschauungen über Literatur und Musik, von denen „nur Mißmut und Enttäuschung als Rest und Bodensatz bleiben." Als Goethe geht,' verabschiedet er sich freundlich von dein jungen Manne und sagt ihm: „Fahren Sie fort, tote Sie begonnen haben: an tüchtigen Lehrmeistern fehlt es in Berlin nicht. Hnd bedenken Sie stets, baß die "Musik uns keine andere Kunst oder Betätigung ersetzen kann, fommt sie doch unmittelbar aus dem Inneren unb rührt den Mensche» an ferner empfindlichsten Stelle. So wird sie zur universalen Kunst, aus der wir alle andere^ zu verstehen haben." tzördNche BtitTt d> t uttge-n fei etnge- bfcungen urifr Sachschaden hrrbLigeführt worden. Die Parteigen>sten werden. aufgefor- dert, selbst sofort gegen derartige Elemente Stel- (ung gu neunten, die der ganzen Bewegung njr Schaden zufügten Die Derrmreinigung des Mainwassers. mc. Frankfurt a. M-, 12. Julr. On letzter Zeit wird wieder außerordentlich über Die Verunreinigung des Maines durch Abwässer der cbemrschen Fabriken m Offenbach und Fechenheim geklagt. Namentlich die wenigen Berufsfischer fühlen sich benachteiligt, da fortgesetzt große Wengen Fische durch die Verseuchung des Flusses zugrunde gehen. Die Stadtverwaltung will nun, auch im Interesse der Volksgesundheit, bei den zuständigen Stellen gegen den anscheinend nicht auszurvttenden Unfug Vorgehen. Opfer des Mains. spd. Frankfurt a. W, 12. Juli. Im Freibad des Osthafengebietes ertrank ein junger Mann, dessen Namen bisher nicht ermittelt werden konnte. Bei den Wiederbelebungsversuchen wurden dem Magen des Ertrunkenen gröbere Mengen Kirschen entzogen. Ferner wurde im Freibad an der Frantziusstrabe die Leiche eines jungen Mannes gelandet, die einen Zettel mit dem Namen Hans Pfeil bei sich trug. Außer diesen Unfällen muhten am Montag durch das Badepersoual weitere sechs Personen vom Lode des Ertrinkens gerettet werden. Kirschenpreistreiberei. fpd. Aus dem Taunus, 12. Juli. Im vorigen Jahre erlöste die Vezirksverwaltung aus der Kirschenernte der Gemeinde Neuenhain 1720 ML., in diesem Jahr rissen sich die auswärtigen Händler um die Ernte und trieben den Preis auf 45 400 Mk. Einzelne Bäume wurden bis 1000 Mk. bezahlt. Fast die gesamte Ernte kommt nach auswärts, vielfach in die Branntweinbrennereien. • fpd. Frankfurt a. M., 12. Juli. In der Schmiedewerkstätte von Dinges in der Ru- dolfstrahe geriet heute nachmittag der Besitzer Heinrich Dinges mit seinem Geschäftsführer Rudolf Seidel in Streit, in dessen Verlauf der letztere, wie es hecht in der Notwehr, zu dem Revolver griff und seinen Gegner durch mehrere Revolverschüsse in die Brust lebensgefährlich versetzte. Seidel stellte sich sofort der Polizei, die nhm vorläufig in Haft nahm. Zwischen beiden Personen sollen schon seit langer Zeit Zwistigkeiten an der Tagesordnung gewesen sein. )s Marburg, 12. Juli. In der gestri- gea Stadtverordnetensitzung erstattete der Oberbürgermeister einen amtlichen Bericht über die Geschehnisse bei dem Demonstrationszug am Dienstag. Es kam darüber zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen den Verttetern der bürgerlichen Parteien und denjenigen der Sozialdemokraten. Erstere bedauerten lebhaft die Heranziehung der fremden Hüttenarbeiter und die H e r a u s g a b e des in S ch u tz h a f t befindlichen Studenten, dessen Schußwaffe sich bekanntlich bei der Rempelei entladen hatte. Es ist auch festgestellt, daß niemand verletzt wurde, und der Arbeiter, der angeblich getroffen fein wollte, seine leichten Verwundungen auf andere Weise erhalten hat. Die sozialdemokratischen Redner bemerkten, daß Gefangenenbefreiungen in Marburg eine altgewohnte Sache seien, das hätten die Studenten bei nächllichen Konflikten mit der Polizei ftüher schon mehr gemacht, ohne daß die Bürger Verstärkung Iber letzteren beantragt Mten. Es sei gut, daß jetzt mehr Polizei vorhanden sei, denn jetzt würden wohl auch die nächtlichen Ruhestörungen etwas nachlassen. Allgemeine Anerkennung fand die Tatsache, daß die Studenten am Dienstag gute Disziplin zeigten. Man gab der Hoffnung Ausdruck, daß derartige unangenehme Zwischenfälle nicht Mehr Vorkommen. Die Marburger Arbeiter seien auch wohl durchweg daran unschuldig und für Ausschreitungen nicht zu haben. 14. Verbandstag Der Fabrikarbeiter Deutschlands. fpd. Frankfurt a. M-, 12. Juli. Dach einer ausgiebigen Aussprache über den Geschäftsbericht und die Tarifstatistik des Verbandes sprach der Vorsitzende Reichstagsab- geordneter Brey über den „Klassenkampf", wobei er Freimütigkeit und Wahrheit als beste Politik und beste Taktik bezeichnete. Der Antrag aus Austritt aus der Arbeitsgemeinschaft wurde mit 128 gegen 88 Stimmei' abgelehnt. Eine im Sinne der Mitwirkung der Arbeitsgemeinschaften bei der Regelung von Lohn- und Lariffragen gehaltene Entschließung fand Annahme. Dagegen wurde eine Zusammenarbeit mit Hirsch-Dunkerschen und ch r i st l i ch e n Gewerkschaften in Lohnfragen mit 105 gegen 90 Stimmen abgelehnt. Die von der Verwaltung gemachten Vorschläge über die Erhöhung der Beiträge, der Neuregelung der Erwerbslosenfürsorge und des Sterbegeldes fanden die Billigung der Versammlung. Hochschulnachrichten. — Grünes Cartes l im Rudolstadter Seniorenkonvent. Eine Jubelfeier begingen die vier Korps des grünen Cartells im RSC. in den ersten Tagen dieses Monats in Hannover. Dor 50 Jahren wurde dieses Eartell, das älteste im RSC.» zwischen den Korps Franconia (Berlin) und Norrnannia (Hannover) in Hannover abgeschlossen. Ihm gehören seit* 1878 Suev o - Salingia (München) und seit 1922 auch Hubertia (Gießen) an. Die Festlichkeiten fielen zusammen mit dem 58. Stiftungsfeste der Norrnannia und verliefen mit Rücksicht auf den Ernst der Zeitverhältnisse in würdiger Einfachheit. Den Höhepunkt bildete ein Kommers in den Hansasälen, zu dem 150 Teilnehmer aus nah und fern und ein reicher Damenflor erschienen waren. In den Reden, die bei den einzelnen Deranstal- tungen u. a. vpn den Herren Oberregierungsrat Dr. O e h m t e (Braunschweig), Oberregierungsrat Dr. Stang (Berlin) und Zahnarzt Dr. Addicks (Hannover) gehalten wurden, betonte man die persönlichen Wechselbeziehungen im Korps- und Car- telleben, die bei nicht wenigen von entscheidender, richtunggebender Bedeutung wurden, die krafterprobte Treue in Freud und Leid zu den geliebten Idealen und nicht zuletzt den Gedanken des deutschen Korpsstudententums und seine Bedeutung für Familie und Staat. Die große Zahl der Festteilnehmer trennte sich von dem Wunsche beseelt, daß das Grüne Eartell, getreu der .Lieberlieferung, reichen Anteil haben möge an einem hoffentlich bald beginnenden Wiederaufbau unseres heißgeliebten deutschen Daterlandes! fpd. Frankfurt a. W.. 12. Juli. Dm Göttinger Privatdozent 'Dr. Karl Siegel hat den Ruf als Ordinarius der Mathematik an der Universität Frankfurt als Nachfolger des Geheimrats Schönflies erhallen und angenommen. Dr. Siegel, ein geborener Berliner, steht erst im 2 6. Lebensjahre. Prag, 12. Juli. (Wolff.) Der akademische Senat der Prager deutschen Llniversität wählte,den Historiker Prof. Samuel Steinherz zum Rektor für das nächste Studienjahr. Hiergegen protestierte fein Dell der deutschen Studenten üiit der Begründung, daß Steinherz ein getan f t e r Jud e sei. Steinherz veröffentlicht nun eine Zuschrift an den Senat, worin.er gegen den Dorwurf, Nichtdeutscher zu sein, Widerspruch erhebt. Die Studenten hallen ihren Protest aufrecht und erklären, jeden Verkehr mit dem Rektor zu meiden und auf alle Promotionen verzichten zu wollen. Steinherz erklärte, er werde dem Terror der Studenten nicht weichen. Kirche und Schule. *• Kirchliche Dien st Nachricht. Am 4. Juli wurde dem Pfarrer Pfarrverwalter Otto Adam zu Lißberg die evangelische Pfarrstelle daselbst überttagen. * Eine Westdeutsche Studienfahrt: ..Lahn —Mosel" soll Lehrern und Lehrerinnen deutscher Volksschulen wissenschaftlich begründete Kenntnis des Lahn- und Moseltales vermitteln. Der Beginn der Veranstaltungen, die im Einvernehmen mit dem Hessischen Landes amt für das Bildungswesen von ilniversitätsprosessor Dr. Ernst Küster- Gießen geleitet werden, ist aus den 23. Juli festgesetzt.. Für den 24. und 25. Juli sind Dorträge der'Professoren Dr. Messer, Dr. v. A ste r, Dr. Klutc, Dr. Harrassowitz und Dr. Rauch, sowie Ausflüge in die nähere Umgebung Gießens vorgesehen. Am 26. beginnt die Bahnfahrt und Wanderung im Lahntal, die am 27. von Limburg bis ins Mosellal nach Trier fortgesetzt werden soll. Der 28. und 29. ist der Besichtigung der Stadt Trier gewidmet, womit die Studienfahrt ihren Abschluß finden soll. Schöffengericht. Gießen, den 10. Juli. Ein Händler von hier hatte ein P f e r d. das er von einem Rentner in Marburg geka ist und an dem sich dieser bis zur völligen Zahltag des Kaufpreises das Eigentumsrecht Vorbehalten hatte, ohne Befrage.' des Derkäa- fers gegen ein anderes Pferd vertauscht, obwohl der Kaufpreis noch nicht völlig bezahlt war. In diesem Derhalten ist eine Unter* schlagung za erblicken, da d irch den Tausch seitens des Händlers über eine Sachs, die ihm noch nicht gehörte, verfügt worden ist. Da tn der Zwischenzeit der Kaufpreis fast ganz getilgt ist, wurde auf eine Geldstrafe von 1000 Mark erkannt. Wegen Körperverletzung, Beleidigung und Deamtennötigung war gegen einen vielfach vorbestraften Ai beiter von hier durch Strafbefehl auf -eine Gesamtgefängnisstrafe von einem Monat erkannt worden. Sein dagegen eingelegter Einspruch wurde beite wegen seines Nichterscheinens trotz ordnungsmäßiger Ladung 'veiwoi fen. Ein Elektrotechniker von hier war- an- geklagt, in der Zeit von Dezember 1921 bis März 1922 seinen Elektromotor an den Kraftzähler einer andern Firma, deren Werkstatt sich auf dem gleichen Grundstück befindet, angefchlos- sen und ohne deren Wissen den durch diesen Zähler gehenden Strom für seine Zwecke verbraucht, also fremde elektrische Arbeit sichrechtswidrrg zugeeignet zi Haden. Nach dem Ergebnis der /Beweisaufnahme steht an sich fest, daß der Angeklagte, dessen Motor tatsächlich an der fremden Leitung angeschlollen war, fremde elektrische Arbeit entzogen hat, es fehlt aber ein ausreichender Beweis dafür, daß es sich um eine rechtswidrige Entzieh ing gehandelt hat. Der 2Ingetilgte behauptet nämlich, nicht gewußt। zu haben, an welcher Leitung sein Motor angeschlossen gewesen sei, und die Verhältnisse in der in Betracht komm enden Werkstatt sind in der Tal derart kompliziert, daß selbst ein Fachmann über die Stromleitungen nicht ausreichend Bescheid wissen tonn. Ein ausreichender Beweis für die Schuld des Angeklagten war daher nicht zu erbringen, weshalb seine Freisprechung erfolgen mußte. Heute wurde einem Grabschänder sein gemeines Handwerk für einige Zeit gefegt. Ein Arbeiter ©., der eine mehrjährige Zuchthausstrafe wegen einer Reihe von Diebstählen in Ziegenhain verbüßte, wurde Ende März l. I. dortselbst entlassen, da ihm wegen guter Führung im Zuchthaus einige Monate seiner Strafe unter der Bedingung weiteren Wohlverhaltens erlassen worden waren. Kaum war er hier eingetroffen, als verschiedene Grabdenkmäler auf dem hiesigen neuen Friedhof ihres Bronze- schmuckes beraubt wurden. Zunächst war der Täter nicht zu entdecken, bis ein Junge von 15 Jahren im Laden eines hiesigen Althändlers festgenommen wurde, bei dem er zusammen- gehämmerte Teile des geraubten Bronzeschmuckes veräußern wollte. Bei der Dernehmung ergab sich, daß die Veräußerung im Auftrage des G. erfolgen sollte. Eine Haussuchung in der Wohnung dessen Schwagers Sch. förderte keinerlei Gegenstände, die auf die Grabschändung Bezug hatten, wohl aber noch 2 Hühner zutage, die in der Nacht vom Karfreitag auf Karsamstag mit 12—13 anderen Hühnern in der hiesigen Bahnhofstraße mittels Ein steigens und Einbruchs von G. gestohlen worden waren. Letzterer behauptete, die Dronzeteile auf einem Schutthaufen am alten Friedhof gefunden zu haben. Allein die heutige Beweisaufnahme ergab, daß er mindestens e t n Grabdenkmal beraubt hatte. Den Diebstahl von 6 Hühnern gab er zu, er wurde jedoch durch das Geständnis seiner Schwester, der Ehefrau Sch., auch des Diebstahls der anderen Hühner überführt. Wegen des Diebstahls der Dronzeteile, der eben- falls mttteB Einst mgenS erfolgte, wurde der rückfällige ®ieb zu drei Jahren Zuchthaus und wegen des Hühnerdiebstahls zu zwei Jahren sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Diese Strafen wurden auf eine Gesamtzuchthaus st rafe von vier Jahren drei Monaten zurückgeführt. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt und seine Stellung unter Polizeiaufsicht für zulässig erkannt. Die Eheleute Sch. erhielten wegen Hehlerei bzw. Begünstigung Geldstrafen von 1 500 bzw. 900MÜ Der bei- Hehlerei angeklagte Junge wurde mangels ausreichenden Beweises frei- gesprochen. Schlichtungsausschutz der Provinz Oberhessen. Verhandlung vom 11. Juli In der Lohnstreitsache der Wächter ‘6c3 Gießener Wach- und Schließ-Instituts wurde durch Schiedsspruch bestimmt, daß von Wiederaufnahme der Arbeit an für den Rest des Monats Juli die Entlohnung unter entsprechender Verrechnung auf eine monatliche Vergütung von 1600 Mk. zu erfolgen hat. Zugleich wurde den Parteien nahegelegt, /ab 1. August 1922 eine anderweite Regelung der Entlohnung vorzunehmen, wenn bei Fortsetzung des Dienstverhältnisses dieses als Hauptberuf auö- gestallet wird. Bei den Astoria-Lichtspielen in Gießen wurde der Tagessah der Entlohnung auf 165 Mk. mit Wirkung vom 10. Juli 1922 festgesetzt und den Parteien die Neuregelung ab 1. August auf der Grundlage der in gleichwertigen Betrieben festgesetzten Entlohnung auf- gegeben. In der Antragssache des Parkhotels Bad-Nauheim gegen den Betriebsrats- Vorsitzenden wurde beschlossen, daß die angebliche Berechtigung zur fristlosen Entlassung auf dem ordentlichen Rechtsweg festzustellen sei. In Er -, gänzung des Schiedsspruches vom 27. Juni 1922, durch den die Kündigung von 42 Angestellten des Parkhotels in Bad-Nauheim für ungerechtfertigt erklärt worden war, wurde die wegen verweigerter Weiterbeschäftigung ton 2 Kellnern, die im Mai und Juni im Dienst des Parl- hotels gewesen waren, gemäß § 87 Absatz 2 des Betriebsrätegesetzes zu leistende Entschädigung aus 1100 bzw. 1500 Ml. festgesetzt. In der Lohnstreitsache des Deutschen Textil- arbeiterverbandes Fulda, gegen die Weberei H ch. Schmidt !., Grünberg, hatten die Parteien sich mit Rückwirkung auf 16. Juni 1922 auf neue Lohnsätze (Spihenlohn über 23 Jahren — 18,50 Mk.) verständigt. Anschließend an diese Verständigung wurde die Entlohnung im Betrieb der Spinnerei und Weberei Albert Godesar, Georgen- Hammer bei Grünberg, unter Ausschluß der Rückwirkung, für die Zeit ab 10. Juli 1922 derart geregelt, daß auf die dortigen bisherigen Löhne Zulagen von 2—6 Ml. bewilligt wurden. Zugleich wurde den Parteien aufgegeben, bei einer Neuregelung unter Hinzuziehung der zuständigen Organisationen eine möglichst einheitliche Regelung für die beiden 'Betriebe Schmidt und Godo- far herbeizuführen. LandWirtschQft. Wie wird der Heurige? mc. Aus dem Rheingau, 12. Juki. Bisher sind die Winzer mit dem Stand der Weinberge zufrieden. Die Blüte der Stöcke ist, begünstigt durch gutes Wetter, ziemlich glatt vvnstatten gegangen und hat reichlichen Fruchtansatz bewirkt, der bisher von Reb- schädlingen noch picht viel belästigt wurde. Man ist aber nichtsdestoweniger eifrigst an der Arbeit, durch vorbeugende Schädlingsbekämpfung Ausfälle oder gar eine Mißernte zu verhüten. Geklagt wird allgemein über den hohen Preis der Schutzmittel. Turnen, Sport und Spiel. Die deutschen Hochschulmeisterschaften hn Zechten. fanden in Jena unter Beteiligung der Universitäten Berlin, München, Jena, Leipzig und bei Technischen Hochschulen Cha lottenburg irü) Darmstadt ihre Erledigung. Sowohl tm Florett, als auch im leichten Säbel siegte Pra use- Leipzig, im Florett gegen Gaggenhsim- Darmstadt und Hoops-München and im leichten Säbel gegen Wittmann-Charlottenburg und GaggenHeim-Darmstodt. durch Schimmel u. Gärung werden alle für den Winter eingemachten Früchte sicher geschützt, wenn man sie mit Dr. Oetker’s Einmache-Hülfe einmacht. Dies ist das einfachste, billigste u. trotzdem ausgezeichnete Verfahren. 1 Päckchen von Dr. Oetker’s Einmache-Hölle genügt, um 10 Pfd. eingemachte Früchte, Gelee, Marmelade Fruchtsäfte. 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Juli; nachmittags 41/* Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. Gießen, den 12. Juli 1922. Im Namen des Lehrerkollegiums der Höheren und Erweiterten Mädchenschule zu Gießen Nahezu 28 Jahre war er an unserer Schule tätig. Seltene Arbeitsfreude und nie ermüdende Pflichttreue zeichneten ihn aus. Seinen Schülerinnen war er ein wohlwollender und gerechter Lehrer, ein väterlicher Freund und Berater. Wir alle betrauern in dem allzufrüh Entschlafenen einen treuen Mitarbeiter, dessen liebenswürdiges und bescheidenes, aufrechtes und bestimmtes Wesen ihn uns allen lieb und wert machte. Er wird in unsem und seiner Schülerinnen Herzen weiter leben. für den Geschäfts- und Privatbedarf in erstklassiger Ausführung zu mäßigen Preisen liefert die ’S" Sommornianlß! (Covercoat) auf d. Strecke Sonnenstrahe — Seltersweg — Plockitrane — Süd- anlage in der Nacht vom L.—10. Juli. Abzngeben gegen hohe Belohnung auf dem Fundbureau des PolizeiamtS. 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Aus der Landrichter vr.Müller'schenStiftung zu Darmstadt sind durch uns 1. sechs Anterstützungsvermächtniffe von je 500 Mk. jährlich an bedürftige elternlose Stu-- tzjerende der Rechtswiffenschäst aus den Provinzen Starkenburg und Oberheffen, 2. ein Llnterstützungsvermächtnis von 500 Wk. jährlich an eine bedürftige nicht kinderlose Witwe eines richterlichen Mitgliedes bei einem der Amts-- oder Landgerichte der Provinz Starkenburg oder Oberheffen, vorzugsweise als Beihilfe zur Erziehung minderjähriger Kinder, zu vergeben. Bewerbungen um dieseDermächtniffe sind binnen vier Wochen bei uns einzureichen. Darmstadt, den 10. Juli 1922. Hessisches Ministerium der Finanzen. I. D.: Seip. 6613D | Wohnungstausch | Wohnungstausch Alsseld Gießen. Bersctzungshalber möchte ich m. moderne 3 Zim.- Wohnung, 1. Stock, freie schöne Lage, Gartenanteil, in AlSfeld, gegen eine 3 od. 4-Zimmer-Wob nnna in Giesten tauschen. Schriftliche Angebote unter 06882 an den Gieh. Anzeiger erbeten. 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Der Antrag wird gegen die Stimmen der drei sozialistischen Parteien abgelehnt und der Rest des Abschnitts „Verbotene Vereinigungen" in der Ausschuhfassung angenommen. Auch die übrigen Paragraphen werden nach längerer Debatte, die sich bis in die späten Abendstunden hinzieht, im wesentlichen nach den Ausschuß- Beschlüssen angenommen. Nächste Sitzung Donnerstag mittag 2 Ahr. — Amnestiegefetz, kleine Vorlagen. die Parteien, kein Mißtrauen in die republikanische Zuverlässigkeit der von ihm vorgeschlagenen Richter zu sehen. Der'Minister bittet schlieh- lich, es bei der Regierungsvorlage zu belassen, welche drei Berufsrichter und vier Laienrichter vorsieht. Qlbg. Dr. Rosenfeld (U.) bedauert diese Haltung des Ministers und empfiehlt nach dem Ausschuhantrag zwei Berufsrichter und fünf Der Antrag der Volkspartei auf des Staatsgerichtshofes an das stohe bei der breiten Dolksmasse Mihtrauen und sei deshalb abzu- Auch Eduard kam aus seiner Behausung hervor. Er hatte sich umgekleidet und fühlte sich erfrischt durch den Schlaf. Verschwommen lagen die Abenteuer der vergangenen Nacht hinter ihm und er vergah bald völlig die überstandenen Leiden, als er Sillhs gewahr wurde. Er grüßte sie mit verhaltener Freudigkeit und half ihr gleich bei ihrer kindlich-weiblichen Tätigkeit, und als schließlich die gan^e kleine Gesellschaft bei dein duftenden Tee sah, hätte niemand mehr gedacht, daß nicht viel gefehlt hatte und es wären zwei von ihnen an diesem Morgen nicht mehr erwacht. „Wir wollen nicht zu lange verweilen", meinte Doktor Perzelius zum Baron gewendet, „wir müssen noch vor Mittag hier weg sein. Eine zweite Nacht können wir hier nicht riskieren." „Wieso?" entgegnete Baron Hallam erstaunt, »ich dachte, wir wollten heute grabend „Daraus kann unter diesen Amständen nichts werden", erwiderte der Doktor bestimmt, „wir dürfen jetzt schon zusehen, dah wir ungeschoren fvrtkommmrn." „Aber das ist doch sehr schade", mischte sich Mih Mason ein, „ich war so ungeheuer gespannt." Dabei tunkte sie mit gespreizten Fingern eine Waffel in ihren Tee, als hielte sie ein gefährliches Insekt. „Ich werde Ihnen die ganze Geschichte noch ausführlich erzählen, wenn wir mir erst einmal in Bewegung sind", sagte Perzelius zum Baron, „also vollen wir aufbrechen." Rasch wurde alles zusammengelegt, die Diener verschnürten die "Körbe und Säcke und nach kurzer Zeit stand die ganze Karawane reisefertig ba. Eduard and der Doktor hatten sich zwei Erhöhung der Diäten. Abg. Delp (Soz.) berichtet über den Oft»» trag, die Diäten der Landtagsabgeordneten zu erhöhen, die durch die allgemeine Teuerung notwendig wird. Es wird vorgeschlagen, den Abgeordneten von Darmstadt 120 Mk., den Auswärtigen 1 80 Mk. Tagegelder und letzteren außerdem 180 Mk. Aebernachtungs- z u l a g e zu bewilligen. Das Haus stimmt debattelos zu. Die Abgg. Ki-e l und Gen. beantragen, der Landtag möge beschließen, die Regierung zu ersuchen, bei der Reichsregierung darauf zu dringen, daß § 3 b der Ausführungsbestimmungen zu 8 91 des Tabaksteuergesehes dahingehend geändert wird, daß an Stelle: „Der Gesuchsteller Ein Antrog der Abgg. Kaul und Gen.. Wir beantragen, zu befchliehen, dir Regiering möge dafür Sorge tragen, daß der Staat im Verhältnis der von ihm zugeschossenen Mittel eine entsprechende Vergütung in den Verwaltings- körperfchaften der (Zentrale für Mutter- ind Säuglingsfürsorge, sowie sonstiger von ihm unterstützten Wohlfahrtsanstalten erhält, wird ohne Debatte a n g c n omme n. Den Antrag Rinl und Ebner, betr ftär- lere Zulassung zu dem A -i s b i l d u n g s k „ r s u s s ü r H e b a- m m e n in Mainz, beantragt der Aus schuß, durch die Regierangsantwort für erledigt zu erklären. — Das Haas stimmt za Die gleichen Abgeordneten beantragen: 1. Sie Volkskammer wolle beschließen, daß alles Drücken geld in Hessen aufgehoben wird: 2. desgleichen Aushebung der Fahrradsteaer: 3. Aenderang der Landgemeindeordnung zum Gemeindevoranschlag und Gemeinderechnang, daß an Stelle der ter meralistischen die kaufmännische Buchführung tritt Diese Anträge finden die gleiche Erledigung. Abg. Dr. Müller beantragt, die Regierung zu ersachen, auf die Reichsregiering einzuwir- ken, daß den Landwirten, die infolge Auswinterung von Wintergetreide nachweislich Sommersaatgetreide beschaffen müssen, die entsprechende Menge auf die Umlage angerechnet wird. - - Der Ausschuß beantragt Erleb igterklärang. Nach kurzer Debatte beschließt das Hais demgemäß. Die ZMMen m Mos. Roman von Ernst Scheitel. Hessischer Landtag. (14. Sitzung.) Darmstadt, 12. Juli 1922. : (Schluß.) Zum Antrag der Abg. Reiber, 11 rftabt und Gen.. Beamtenrecht betreffrnid, hat die Regierung ebenfalls eine längere Antwort gegeben, in der festgestellt wird, daß z. Z. die Einbringung eines derartigen Gesetzes nicht angängig ist. Es müsse vielmehr die Reichsgesetzgebung abgewartet werden. Doch könne eventl. für Hessen eine vorläufige Vertreterorganisation geschaffen werden. Das ist in die Wege geleitet. Der Ausschuß beantragt Erledigterklärung des Antrages und die Regierung . zu ersuchen, im Sinne des Antrages bei der Reichsregierung vorstellig zu werden. Abg. Reiber (Dem.) kann die Regierungserklärung nicht als befriedigend anerkennen. Er behält sich vor, bei der Etatsberatung eingehender auf die Angelegenheit zurückzukommen. Finanzminister Henrich: Neuerdings scheinen die Dinge in Berlin in ein etwas lebhafteres Fahrwasser gekommen zu sein, so daß zum Herbst eine Vorlage zu erwarten ist. Qlbg. Dr. Werner (Dtschntl. Dp.) ersucht die Regierung, sich mit den süddeitschen Staaten in Verbindung zu sehen und einmal diese Fragen den süddeutschen Verhältnissen entsprechend zu bearbeiten, um den Zentralisier ungsbestreb ungen in Berlin entgegenzutreten. Finanzminister Henrich stellt fest, daß die Regierung in diesen Fragen dauernd in Verbindung mit den übrigen süddeutschen Staaten steht. - Der Antrag des Ausschusses wird angenommen. lieber den Antrag der Abgg. Dr. Osann und Gen., die Notlage der außeretatmäßigen, außerordentlichen Professoren und Privatdozenten an der Universität und Technischen Hochschule betr., berichtet Abg. Herbert (Zentr.). In der Regierungserklärung wird die Notlage z i= gestanden, doch muß es bei dem bisher in dieser Richtung Geschehenen bleiben. (Stipendien, Assistentenstelle, Lehraufträge asw). In den nächsten Voranschlag sollen 100 000 Mark für derartige Stipendien eingestellt rcerfren. Der Finanzausschuß hat die Summe auf 150 000 QKart erhöht. Abg. D. Schian r Sie zu wachen." Es soll damit ehr Ausgleich geschaffen werden, der den heutigen Verhältnissen Rechnung trägt. Die Vorlage wird in erster und zweiter Lesung angenommen. Die Regierungsvorlage, betr. die Neckar- tanalifierung und den Ausbau der Neckarwasserkräfte wird angenommen. Es handelt sich hierbei um die Ausgabe weiterer Obligationen bis zu der bei der Gründung vorgesehenen Gesamthöhe von 1200 Millionen Mark und Hebern ahme des Teilbürgschaft Hessens unter Rückbürgschaft vom Reich und Württemberg au diese Summe, gemäß früheren Beschlüssen des Landtages. Gemäß den Anträgen des Ausschusses für erledigt erklärt, bzw. der Qiegierung als Material überwiesen werden die Anträge der Kommunisten betr. Kunst ft raßengeseh (Einreihung der Straßenwärter in die Beamtenkategorie) und Lese- hvlzkarten im heffischen Staatswald. — Dann tritt Vertagung ein. Nächste Sitzung Mittwoch 91/- Uhr Schluß 3/41 Ahr. Eduard freute sich halb unbewußt, nun einen Vorwand zu haben, um sich in der Nähe des Mädchens halten zu können, und es wirkte auf ihn befreiend, daß er nun in seiner Rolle als Beschützer sich mehr auf die einfache Kraft seines Körpers und auf die ungebrochene Tapferkeit feiner Seele stützen konnte. So entging er all den verwickelten Forderungen eines Liebesspieles. „Erzählen Sie mir doch was gewesen ist, aber ausführlich", sprach Silly weiter, und es war Eduard, als hörte er in ihrer Stimme einen Unterton, der mehr verriet als das bloße Interesse an einem Qftenteuer. „Ich glaube“, entgegnete er, „daß sich hier sehr dunlle und grausige Dinge ereignen, über die ich mir selbst nicht klar bin und die sich auch schlecht erzählen lassen. Öfter ich will es trotzdem versuchen." An nun berichtete er, so gut er vermochte, was er erlebt hatte und was er aus den Berichten des Doktors entnahm. Er wußte selbst nicht, was er alles redete — er war nur selig, nahe bei Silly reiten zu dürfen, zu ihr zu sprechen, ihren Blick aufzufangen und aller Sorgen ledig zu fein. Einmal wurde er unterbrochen. Ein fellachi- scher Reiter sprengte heran und ersuchte in gebrochenem Englisch den Baron, mit einem der gemieteten Diener sprechen zu dürfen, da er diesem eine wichtige Nachricht zu bringen habe. Doktor Perzelius betrachtete den Fremdling argwöhnisch von unten bis oben, während dieser seine Botschaft ausrichtete. Der Diener, an welchen diese gerichtet war, brach plötzlich in einen lauten Freudenruf aus, lobte Qlllah und den Propheten urb erzählte jedem aus der Gesellschaft, daß ihn der Herr mit Zwillingen gesegnet habe. Er bat den Baron, doch gleich umkehren zu dürfen. Dieser wollte es jedoch nicht gestatten, da er die Leute notwendig brauche. Endlich aber erbot sich der Fellache nack langem Hin- und Herreben, an die Stelle des Dieners zu treten und Deutscher Reichstag. 249 Sitzung vom 12. Juli, nachmittags 2 Ahr. Ein Gesetz zur Regelung von Angelegenheiten der Sozialversicherung und des Arbeiterrechtes bei der Durchführung des Vertrages von Ver- sallles wird in allen drei Lesungen angenommen. Es wird sodann die zweite Beratung des Gesetzentwurfes zum Schutze der Republik fortgesetzt § 1, der die Strafbestimmungen über Mord enthält, wird fast einstimmig mit Einschluß eines großen Teiles der Deutschnationalen und der bayerischen Vollspartei angenommen. Beim § Id (Anzeigepflicht) befürwortete Abg. Dr. W u n d e r l i ch (D. Vp.) einen Antrag, der von der Anzeigepflicht neben den Geistlichen auch die Qlerzte, Rechtsanwälte und Verteidiger ausnehmen will. Abg. Bell (Z.) erklärt, daß sich im Ausschuß seine Fraktion grundsätzlich für den Antrag ausgesprochen habe, ihm aber jetzt nicht -ustimme, weil zu befürchten sei, daß das Schicksal der ganzen Vorlage dadurch gefährdet werde. Der Antrag wird nunmehr abgelehnt. Ein weiterer QIntrag der Deutschen Volkspartei. die Gejchvister von der Anzeigepflicht zu entbinden, wirb mit 200 gegen 188 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmen die beiden Rechtsparteien, Bayerische Volkspartei, Demokraten und ein Teil des Zentrums. § Id wird sodann gegen die Parteien der Rechten in der Ausschußfassung angenommen. Es sind also nur die Geistlichen von der Anzeigepflicht ausgenommen, sowie Verwandte auf- und absteigender Linie und Ehegatten, wenn sie sich nach Kräften bemüht haben, den Täter von der Tat abzuhalten. Zum tz 2 (Strafbest imrmingen für Begünstigung staatsfeindlicher Verbindungen) beantragt Abg Koehnen (Komm.) statt „staatsfeindlich" monarchistisch-militaristisch zu sagen. Qlbg. Wissell (Soz.) begründet einen Antrag der beiden sozialistischen Parteien, eine neue Ziffer einzufügen, wonach bestraft wird, wer es unternimmt, auf die Errichtung der Monarchie gerichtete Bestrebungen in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden W-effe zu fördern oder die früheren Reichs färben in gleicher Weise zur Schau trägt ober stellt. Der Antrag Wissell wird gegen die Stimmen aller bürgerlichen Parteien abgelehnt, ebenso der Antrag der Kommunisten. Es werden aber einige Milderungsanträge der bürgerlichen Parteien gegen die Stimmen der Sozialisten angenommen. Schließlich wird 8 2 mit 232 gegen 147 Stimmen angenommen. § 5 regelt die Einsetzung deS Staatsgerichtshofes. Abg Emminger (Bayer. Vp.) sieht in dem Staatsgerichtshof ein mit der Verfassung nicht zu vereinbarendes Ausnahmegericht. Zudem sei der Staatsgerichtshof ein schwerer Qlngriff gegen das Reichsgericht. Abg. Dr. Zapf (D. Vp.) beantragt, den Staatsgerichtshof dem Reichsgericht als Senat anzugliedern, wobei dem Laienelement das Aeber- gewicht über die Berufsrichter gegeben werden solle. Qlbg. Hamm (Dem.) tritt gleichfalls für die Heranziehung des Reichsgerichts ein, das sich schon bei den Kriegsverbrecher Prozessen durchaus bewährt habe. Bayern wolle das Gesetz nicht sabotieren. Wo der Oberreichsanwalt sich an die bayerischen Behörden um Anterstützung gewandt habe, seien leine Hemmungen eingetreten. Demokratie solle herrschen, aber Uefeereinflimmung sei nicht immer ber Weisheit letzter Schluß. Zwar . hielten 90 Prozent der bayerischen Bevölkerung augenblicklich die Republik für die beste Sicherung der Reichseinheit. Man kann aber nicht einfach militärisch kommandieren „Nun links schwenkt marsch in die Freiheit I" Moralische Eroberungen für die Republik müsse man durch Derstänfrigangs- toillen erzielen. Reichsminister Dr. Radbruch: Wir sind in den Ausschußberatungen den bayerischen Wünschen so weit entgegengekommen, daß uns fast nichts zu tun übrig bleibt. Hoffentlich wird es dem Qlbg. Hamm gelingen, die noch bestehenden kleinen Differenzen auszugleichen. Der Staatsgerichtshof ist kein Qlusnahmegericht, sondern ein Sondergericht und verstößt deshalb nicht gegen die Verfassung. Der Reichsgerichtspräsident wird natürlich auch nach der Regierungsvorlage zu Vorschlägen herangezogen werden. Wird das Vorschlagsrecht aber gesetzlich festgelegt, so wird es zur entscheidenden Gewalt. Der Vorsitzende des Staatsgerichtshofes appelliert nochmals an he ich bei 6624D alles ge- ianke ich ^Höheren £ ru Gießen 6620D wniis. ■r Schul? k« LZ. «uL e' fr wird in ' •* leben. WM oder Wohnhaus mit sreiwerdender Wohnung in Gießen obev t mgegend W taufen gesucht. Lchrisli. Angeb. uut.CMan b.@iefe.3ln6. 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Vizepräsident Svherr kann endlich in den Tumult hineinrufen: Wenn diese Unruhen nicht aufhören, muh ich die Sitzung schliehenl Die Linke ruft: „Dravo! Schluß!" Darauf schließt Vizepräsident S o h e r r die Sitzung. Auch nach Schluh hält die Erregung und Unruhe noch 10 Minuten lang an. Abg. Müller, vor den jetzt schützend seine Parteigenossen getreten sind, wird andauernd von der Linken bedrängt, bis er den Saal verlassen hat. Nächste Sitzung Donnerstag 9.30 Uhr. Vermischtes. Landwirtschaft und Zwangsmieter. Die Abgg. Dr. Müller und Gen. beantragen, der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, durch das Ministerium für Arbeit uni> Wirtschaft: 1. die Wohnungsämter anzuweisen, daß bei landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäuden und zu geschlossenen Hofreiten gehörigen Wohnhäusern die Wohnungsbeschlagnahme unterbleibt, soweit räumliche Trennung der beschlagnahmten Räume von der Hofreite unmöglich ist und besondere Zugänge von der Straße her nicht geschaffen werden können: 2. die Wohnungsämter darauf hinzuweisen, dah nach bürgerlichem Recht gültig bestehende Altenteils- und Auszugswohnrechte von den Wohnungsämtern beachtet werden müssen. Abg. Schott (D. Vpt.) erstattet den Aus- ^hußbericht und verliest längere gutachtliche Aeußerungen des Wohnungsamtes Darmstadt, des Wirtschaftsministeriums usw. Der Ausschuh beantragt mit 7 gegen 3 Stimmen Ablehnung des Antrages Müller. Auch der Dann eingebrachte Zusatzantrag Müller, die Regierung zu ersuchen, sämtlichen Wohnungskommissionen zu empfehlen, bei Beschlagnahmen von Wohnungen dem § 6a der Verordnung zu entsprechen, wurde vom Ausschuß abgelehnt Abg. Schott persönlich ist für den Antrag Müller, weil dieser nur Fälle betrifft, in denen start in den Wirtschaftsbetrieb eingegriffen wird. Abg. Dr. Müller (Dbd.) begründet seinen Antrag, der nur vermeiden will, daß durch Zwangseinmietungen eine Behinderung von Landwirten in ihrem Beruf und ihrer Wirtschaft eintritt. Das führt auch zu einer Schädigung der DvllSernährung. (Lachen links.) Abg. Lücke! (Soz.): Der Antrag müßte gerade in das Gegenteil verwandelt werden. Wenn die Landwirtschaft anständige Löhne zahlen würde, und ihren Arbeitern anständige Wohn räume zur Verfügung stellte, wäre der Arbeitermangel auf dem Lande sofort behoben. Abg. Obenauer (Dem.) ist ebenfalls gegen den Antrag Müller, der keinen anderen als agitatorischen Zweck habe, zumal das Reichsmietengesetz eine gewisse Abhilfe der Mißstände bringen muß. Abg. Henzel (Svz.) spricht sich ebenfalls gegen den Antrag aus. Desgleichen der Abg. Lang (Sr^.), während der Abg. Blank (Ztr.) für den Antrag Müller eintritt und die Unterstellungen des Vorredners zurückweist. — Rach weiteren Ausführungen des Abg. Glaser, der für den Antrag eintrttt, führt Minister Raab aus. keine Regierung Emme angesichts der heutigen Verhältnisse einen Antrag' vye den des Abg. Müller annehmen, und er bitte dringend, den Antrag abzulehnen. Für den ^Standpunkt des Abg. Müller könne man tatsächlich kein Verständnis haben. F Abg. Ebner (K. P. D.) spricht ebenfalls gegen den Antrag. Dann folgen, wie der Blitz mus heiterem Himmel, wüste Tmmrltszenen. Abg. Müller (Dbd.): Die Ausführungen des Ministers Raab überraschen uns gar nicht. Es wäre tatsächlich das erste Mal, daß der Herr Landwirtschaftsminister Verständnis für die Land- wirtschaft gezeigt hätte. Bei diesen Worten des Redners erhebt sich aus der linken Seite des Hauses ein Sturm der Entrüstung und in seiner Folge Llnruheszenen, tote sie der hessische Landtag noch nicht erlebt hat. Rufe, wie „Gemeinheit", „Llnverschämtheit", „Raus mit dem Kerl", „Schluß". „Der darf heute, nicht mehr weiter reden" und dergleic^n mehr, werden aus dem Tumult hörbar. Eine Allahs sozialdemokratischer Abgeordneter trommelt mit den Fäusten auf den Pulten. Vergeblich sucht Vizepräsident S o h e r r sich Ruhe und Gehör zu verschaffen. Abg. Müller ruft: So wahren Sie die Würde dieses Hauses! Abg. S ch i l d b a ch ruft entgegen: Dessen erstes Wort hier im Hause war, daß er dem Staatspräsidenten vorwarf, er sei ein Schieber. Ausgerechnet der ist berufen, die Würde dieses Hauses zu wahren. Darauf erneuter Tumult. Eine ganze Anzahl Abgeordneter der Linken stürzt auf Abg. Müller zu mit erhobenen Fäusten. Ein Abgeordneter ruft: So wie Sie hier provozieren, provozieren Sie auch draußen auf dem Lande! Erneute Rufe, tote „Gemeinheit", „älnverschärntheit höchsten Grades". Erneute Tumulte und Trommeln auf den Pulten. Fast die ganze Linke umringt mit drohend erhobenen Fäusten den Abg. Müllen. Furchtbare Explosionskatastrophen. Hamburg, 12. Juli. (Wolfs.) Rach einem amtlichen Bericht der Kommandantur in Cuxhaven ist im M i n e n d e p o t in Groden sämtliche Munition (Minen, Wasserbomben, Sprengpatronen und sonstige Munitionsgegenstände) explodiert bzw. abgebrannt. Das Gebäude des Minendepots und einige um- liegene Häuser sind durch Explosionen und Brände vollständig zerstört worden. Zahlreiche Häuser der nächsten Umgebung sind beschädigt. Den „Hamburger Rachrichten" zufolge lagerten im Depot etwa 6 00 Minen, von denen der größte Teil in die Luft geflogen ist. Das Minendepot, welches ein Arm! von mehreren Hektar bedeckte, bildet eine völlige Trümmerstätte. Die Sicherheitsumwallungen sind teilweise durch den Luftdruck abgetragen worden. Die Explosion war so stark, daß sie in Dremervoerde gehört wurde. Dis nach Döse und Rordholz sind die Fensterscheiben eingedrückt worden. In Cuxhaven sind mehrere Straßen besonders stark mitgenommen worden. Der Sonderberichterstatter des „Hamburger Echo" meldet hierzu noch: Das Depot ist vollst ändig zerstört worden. Die erste große Explosion ist nachmittags 2,28 Ikhr im Schuppen 40 erfolgt. Während der Explosion befand sich der Hamburger Zug in der Rähe des Depots und passierte die Stelle in rasender Fahrt. Sämtliche Fensterscheiben des Zuges sind zertrümmert worden. In Cuxhaven sind fast sämtliche Schaufenster und andere Scheiben zerbrochen. In G r o- d e n sind die Siedlungshäuser zerstört, etwa 100 Dächer abgedeckt, viele Giebel zerschlagen. Im ihnTreife Vvn etwa 5 Kilometern sind 2 Bauernhöfe in Brand geraten. DK verhältnismäßig geringe Zahl der Opfer ist darauf zurückzuführen, dalß Kur Zeit der Explosion sich, niemand im Schuppen befand. Bisher sind ein Toter und vier Vermißte gemeldet. In das Cuxhavener Krankenhaus sind 13 Schwer- und 34 Leichtverletzte ein- geliefert worden. Außerdem sind etwa 100 verletzt, die sich in Privathäusern befinden. In Cuxhaven sind verschiedene Kinder durch Glassplitter und herumfliegende Dachziegel verletzt worden. Unter den sonstigen Verletzten befindet sich auch ein Ententevffizier. Kurz vor der Explosion fand eine Besichtigung durch eine Enten te- kvmmission statt. Der Sachschaden geht in die Millionen. Etwa 20 Häuser müssen neu auf- geoaut werden. Bv izenbur g a. d. Elbe, 12. Juli. (Wolfs.) Vormittags ereignete sich auf dem Platz der Gesellschaft zur Verwertung von Heeresgut in Zweedorf bei Schwanheide ein furchtbares Explosivnsunglück. Soweit bisher festge- stellt, sind 10 Tote zu beklagen. Eine größere Anzahl Personen sind schwer verletzt worden. * Sine gefährliche Ecke in Persien. Eines der gefährlichsten Gebiete, die es wohl gegentoärtig auf der Erde gibt, ist die perfifd>e Provinz Luristan, von der bisher wohl nur wenige gehört haben mögen und die zu bereisen nach den neuesten Berichten wohl auch niemanden gelüsten wird. Ein englischer Konsularbeamter C. I. Edmund bringt hn „Geographica! Journal" nähere Mitteilungen über die Zustände in diesem Gebiet. Obwohl die Provinz doch durchaus nicht außerhalb aller Kultur liegt und es sehr viel„wll- dere" Gegenden auf dem Erdball gibt, ist doch kaum ein Reisender in Luristan Gefahren und Un- cinnehmlichkeiten entgangen. Der Grund dafür liegt in dem recht unangenehmen Vollscharatter der Beiwohner, der Gur. „Der Charakter des Gur,“ schreibt Edmonds, „kann mit einem einzigen Wort bezeichnet werden, wenn es erlaubt ist, ein solches Wort auf Menschen anzuwenden. Er ist ein „Schwein", ein unerzogenes Schwein, mit einem hinterlistigen und bösartigen Wesen. Seine Haltung gegen jeden Reisenden, mag es nun ein Fremder oder ein Perser sein — der Gur bezeichnet die Perser als „Iraqis" und fühlt sich mit ihnen nicht verwandt — ist die beliebte des Räubers: „Das Geld oder das Leben." Giris von beiden will er unbedingt haben. Er ist verräterisch, und fein Schwur ist ihm heilig. Er ist habgierig und würde seine Seele für Geld verkaufen. Er ist das, was die Araber „ibn-ul°waqt" nennen, das Kind des Augenblick ohne Gedächtnis und ohne Dorairssicht: er handelt nach der Laune des Augenblickes ohne Rücksicht auf frühere Erfahrungen oder die wahrscheinlichen Folgen seiner Handlung. Es ist dieser Mangel an jeder Logik in seinem Wesen, diese absolute Ungewißheit über das, was der Lur tun wird, die das Reifen in Gurtfi'vt Jn überaus gefährlich macht. Der Lur kennt nu -,wci Gemütszustände: der eine ist der, daß er „umidvar" ist, d. h. hoffnungsvoll. In diesem Zustand befindet er sich, wenn er Geld zu erlangen hofft, entweder durch das, was er Gastfreundschaft nennt, oder durch irgendwelche Dienste, wie z. B. das Geleiten einer Reisegesellschaft. Der zweite Gemütszustand ist der, daß er „ma'yas" ist, d. h. hoffnungslos. Das ist er, wenn er kein Geld bekommen hat ober nicht so viel, wie er dachte, oder auch wenn er Geld bekommen hat und nun nichts mehr herausschlagen kann. Lind in diesem hoffnungslosen Zustande richten sich nun seine Wünsche von dem Geld auf das Leben, und dann kommt es ihm auf einen Mord mehr ober weniger nicht an." Rach den Angaben des Engländers sind die Verhältnisse gegenwärtig schlimmer denn je. Denn seit die persische Verfassung und mit ihr die Herrschergewalt des Zaren vernichtet wurde und an ihre Stellung der durch den Weltttieg auch hierin gebrachte vage Begriff der „Selbstbestimmung" trat, tut der Lur, was er will: keiner hört auf den andern ober fühlt sich durch irgendeine höhere Gewalt von seinen Untaten zurückgehalten. Das Wort „Mashruth", d. h. Verfassung, hat für den Lur nicht die Bedeutung einer staatlichen Gewalt, sondern ist für ihn gleichbedeutend mit ^Unordnung" und so „macht er selbst Konstitution", indem er die Reisenden ausraubt und tötet. Handel. Berlin, 12. Juli. Börsenstimmungsbild. Die vorliegenden ausländischen Zeitungs- stimmen berechtigen zur Hoffnung auf eine entgegenkommende Haltung der Reparationskommis- sion in der Stundungsfrage. Infolgedessen haben die Angstkäufe auf dem Devisenmärkte aufgehört, so daß die bereits gestern zu beobachtende rückläufige Kursbewegung, besonders für den Dollar, der mit 493 einsetzte, mittags bis 445 zurückging, wobei er die anderen Devisenpreise entsprechend mit nach unten zog, anhielt. Das Geschäft bleibt auf diesem Gebiete bei der Undurchsichtigkeit der allgemeinen Verhältnisse unsicher. Es nahm keinen größeren Umfang an, da auch die Industrie nicht mehr so lebhafte Rachfrage bekundet. Am Ef- fektenmartte blieb die Kursbildung unregelmäßig, die Realisationen wurden teilweise fortgesetzt, teilweise fanden auch Rückkäufe statt. Wenn trotzdem der Kursstand weiterhin mäßig abbröckelte, war eine gewisse Widerstandsfähigkeit unverkennbar, die sich auch bei den zu Einheitskurfen gehandelten Industrietoerten zeigte, wo die Kursbildung ähnlich verlief. Im Grvßverkehr standen den Rückgängen bis 50 Prozent Erhöhungen ungefähr in gleichem Ausmaße gegenüber, wobei zunächst erstere überwogen. Stärker rückgängig, teilweise bis 100 Prozent, zeigten sich neben ober-schlesischen Papieren Hoesch Eisen, Westeregeln und Ober- schlesische Kokswerke. Die älmsähe nahmen bei der vorherrschenden Zurückhaltung keinen größeren Umfang an. Don heimischen festverzinslichen Werten waren 4prvz. Reichsanleihe um 10 Prozent im Kurse her ausgesetzt. Don ausländischen erhielt sich das Interesse für türkische Werte, obwohl die Kurse hierfür nicht höher, sondern wie bei Zoll- Obligationen, teilweise niedriger wurden. Ein Feld lebhafter spekulativer Betätigung bildeten ungarische Papiere, bei denen ungarische Goldrente über 70 Prozent anzogen. Frankfurt a. M, 12. Juli. (Bo rsen- stimmungsbild.) Die schwache Haltung machte an der Börse weitere Fortschritte. Das Geschäft hielt sich in engen Grenzen unb lediglich einige Spezialpapiere waren vvrübergeheiü» gesuchter. Der Devisenmartt lag recht unsicher. Dollarnoten wurden im Frühverkehr 500 genannt und gingen später auf 487, 477, 462 bis 454 herunter. Im freien Verkehr stellte sich Angebot ein. Es wurden folgende Kurse genannt: Benz 525, Drown Doweri 390, Hansa Lloyd 290, Gebrüder Fahr 640, Deutsche Petroleum 2000 bis 2050, Ufa 210. Montanaktien unterlagen einer neuen Schwankung. Die ersten Rotierungen wiesen meist niedrige Kurse auf. 3prozentige Reichsanleihe verloren 20 Prozent. Der Kassa- Industriemartt unterlag im Verlause starkem Angebot. Die Dörse schloß schwach bei ruhigem Verkehr. Privatdiskont 5 Prozent. Frankfurt a. Olt. 13. Juli. Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Dries Saturn: 11. Juli. 12. Juli. Amstd.-Rotterd. 18876,35 18923,65 20474,35 20525,66 Brüssel-Antw. . 3710 35 3719 65 3488,10 3406,90 Christiania . . . 7940,05 7959,u5 7390,75 740d,25 Kopenhagen . . 10486,85 10513 15 9563, — 9587, — Stockholm. . . . 12534,30 12565 70 11485,60 11514,40 HelsingforS. . . 1088,60 1091,40 996 75 999,25 Italien 2197,25 2202,75 2027 45 2032,55 London 2157,30 2162,70 1977,50 1982,50 Reuyork 482,39 481,61 »46,94 448,06 Paris 3885/0 389-t^O 3640,40 3649,00 Schweiz 9188 50 9211,50 8589,25 8612,75 Spanien 743b,65 7454,35 -, - Deutsch. Oesterr. 1,95 1,99 1,88 1,92 Prag 1188,50 1191,50 1023,70 1026,30 Budapest.... 3=,20 36,30 84,95 35,05 Buenos Aires . 174,25 1/4,75 159,55 159-,95 Bulgarien ... 316,60 317,40 284F0 285,40 Japan 229,- 230,- 251,50 Rio de Janeiro 6441,- 6459, - 7215,- Börfenknrse. Frankfurt Berlin Schluß- l-älhr- Schluß- Ans-' Kurs Kurs Kurs Kurs Datum: 11-7. 12.7 11.7. >2.7 5",Dtsch.Kriegsanl. 77.5° -7,50 77,50 77,50 4° „Disch. Reichsanl. 108.50 "6, Ul,- 120,75 3°/°Dtsch. Aeichsanl. "zl° - 19u.~ 202,- zOC,- 47o Preuh. Konsols 80,20 83,- 80,75 80,75 Hamburg-Pakets.. 460,- 440.- 456,- 450,- Rorddeutscher Lloyd 326, — 334,50 345,— 325, — Eomm.u.Privatbank 293,— 290,- 291,- 288, - Darmstädter Bank 290,- 290,- 291,- 289,- Deutsche Dank 515,- 560,50 504,- 500.- Disconto-Gesellschaft 400,- 396,- 400,- 397,- Dresdner Bank 305,- 298,- 306,- 301,- Mitteld.Creditbank. 252,- 251,- 255,- 252,- Aationalbank f. D. . -*,— 294.50 292,- 292,- Boch. Gußstahlwerke 1286, 1240,- Bud -Gisenw.-Akt. 770,- 100,- 725,- 679,- D.-Luxemb Bergw. 1205 - 1140,- 1180,- 1100,- Gelsenkirch.Bergw.. 2210,- 1200,- 1220,- 1180,- Harpener Bergbau . 2140 - 2080,- 2100,- 2160,- Oberschl. Eisenb.-B. M),- 925,- 90^ 934,84 Oberschles. Sisenind. 703,- 689 - 690,- 652,- Phönir-Bergb-Akt. 1340,- 1276, - 1260,- 1230,- Bad.Anllin-u. Soda 760,- 825,- 803,— 840,- Höchster Farbwerke. 725, - 720,- 710,- 700,- Allg. Elektr.-Ges. . . 778,- 765,- 750,- 790,- Felten & Guilleaume 840, - 895, - 885, - 910, — Schuckert-Werke. . . 710,- 700,- 715,- 705,- Adlerwerke 505,- 495,- 500,- 461,- Daimler 449,- 426,- 430,- 425.- 4°/o Hess. StaatSanl. 79,- 77,- 72L5 71,56 Electron Griesheim 900,— 850,— 850,» — Dtsche. Vereins bank 200,— 195,- «*,* Marknoti ertrugen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 11.7. 12.7. Zürich Fr. 125.40 i,08 1,17 Amsterdam ..... Fl. 59.20 -,54 - ,58 Kopenhagen Kr 88.80 ,99 1,07 Stockholm Kr. 88.80 -.80 -,87 Wien Kr. 117.80 5150,- Prag Kr. 117.80 8,60 9,90 London Sh. 97.80 Reuyork I 23.80 -.20 Paris Fr. 125.40 2,55 2.75 Züricher Devisenmarkt. 12. 7. 13. 7, Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. = 20L25 202.70 Deutschland 100 Mk. --- 1.035 1.29 Wien 100 Kr. = 0.02 0.02 Prag 100 Kr. — 12.50 11.10 Paris 100 Fr. = 44.50 42.40 London 1 £ — 23.10 22.20 Italien 100 2. = 23.26 23.70 Brüste! . 100 Fr. = 86^0 41.10 Budapest 100 Kr. — 0.40 0.40 Reuyork 100 $ = 522.- 522 - Agram 100 Kr. — 1.565 1.55 Warschau 100 Kr. = 0,09 0,095 (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Fahndung nach den Mördern Rathenans. Berlin, 12. Juli. (WTD.) Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Die Fahndung nach den flüchtigen Mördern Rathenaus in Mitteldeutschland hat bisher noch zu keinem Ergebnis geführt. Da fett Hack^usch (Regierungsbezirk Magdeburg) eine sichere Spur von den Tätern fehlt, ist es möglich, daß sie flch noch in der gleichen Gegend verborgen hatten. Mit Rücksicht auf verschiÄ>ene, bei der Polizei eingegangene Meldungenn ist aber auch damit zu rechnen, daß die Mörder auf ihren Fahrrädern bereits ein großes Stück weiter nach Süden geflüchtet sind und sich bereits jetzt in der Linie Magdeburg- Braunschweig-Hannover auf hatten. Alle Rach- richten über die Flüchtlinge sind bis auf weiteres an die Fahndungsstelle der Berliner politischen Polizei in Gardelegen (Landratsamt, Tekephvn- nurngter 64) zu richten. Abbruch der deutsch-belgischen Derhaudttmgen über den Amt aus ch des deutschen Papiergeldes. Brüssel. 12. Juli. (WTD.) HavaS berichtet, daß die belgische Regierung die Verhandlungen über den Amtausch der Markbeträge angesichts der Forderungen der deutschen Regierung abgebrochen habe. Eine Aiederlage der englischen Regierung London, 12. Juli. (WTD.) Die Regierung erlitt gestern im Ausschuß für die Gesetzentwürfe über die Le hr e r pensio nen eine Riederlage. Ein Antrag des Anterrichts- Ministers Fisher wurde mit 13 gegen 80 Stimmen qbgelefmt In ÄDOiheten u. besseren Drogerien erhältlich Gegen Fußschweiß und Wund laufen KuklrohFußbad Warzen Drogerie Noll, Bahnhofstraße 51; -Ct#0A Drogerie Wallenfels, Marktplatz 21.