Nr. 61 Der Siebener erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags. Monatliche vezuqrpreise: MK.I1.S0 einschl.Tröger- lohn, durch die Post Mk 14.- emschl. Bestell, gelt), auch beiBtchterschei- nen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fern sprech. Anschlüsse: sürdieSchriftleitung 112; für Druckerei, Dcrlag und Geichäftsstelle 51. Anschrift für Drahinach- lichten. Anzeiger Stehen. poftscheltlonto: Sranffurl a. M. 11686. Erster Blatt 172. Jahrgang Montag, 15. März 1922 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bn zum Nachmittag vorher ohne jede Berdindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen o. 34 mm Breit, örtlich 90 Df., auswärts 120 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 350Df- Bei Platz- Vorschrift 20°/, Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik- Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Vrn» und Verlag: vrühl'sche Univ.Guch. und SldnOruderei R. ränge. Schrifllettung, Scschästsslelle und DnKterei: Schulftrahe 7. Das Ergebnis der Pariser Finanzkonferenz. Paris, 12. März. (WTB.) Nach Beendigung der letzten Sitzung der Konferenz der alliierten Finanzminister wurde folgendes amtliches Cornmuniquö herausgegeben: Die Finanzminister haben eine Regelung der schwebenden Fragen vorgenvmmen und kamen zu einem vollkommenen Einverständnis über die Verteilung der deutschen Zahlungen. 3m Lause der Verhandlungen haben die Finanzminister auch die a l I g e m e i n e Frage der Reparationen besprochen und sie sind zu der ^leberzeugung gelangt, daß nach dem Versailler Fricdensvertrage und nach den Erklärilngen der Regierungen diese Frage ausschließlich zu den Befugnissen der Re- parationslom Mission gehört. Sie haben aber einmütig anerkannt. Ivie wichtig cs sei, daß die Regierungen ihren Delegierten in der Repa- rationskommission die Notwendigkeit begreiflich machen, so rasch wie möglich eine bestimmte Lösung ins Auge zu fassen, um die Reparationszahlungen sicherzustellcn, sei es durch Sanierung der deutschen Finanzen und durch eine effektive Kontrolle, oder sei es durch die Ausgabe ausländischer Anleihen durch Deutschland, die durch die Zolleinnahmen oder durch andere Einnahmequellen, die die Reparations- kommission auswählen wird und die dazu dienen sollen, einen Teil des Kapitals der deutschen Schuld zu tilgen, sichrrgestellt werden. Die Minister beschäftigten sich auch mit der Regelung der von den alliierten europäischen Mächten untereinander kontrahierenden Schulden. Ueber den Abschluß der Verhandlungen der alliierten Finanzminister wird r/nn der Agentur Haras folgende halbamtliche Auslassung verbreitet: Das Abkommen, das von den alliierten Finanzministern gestern unterzeichnet wurde, wird dem französischen Parlament zur Ratifizierung unterbreitet werden. Die Konferenz hat dem Status quo bei verschiedenen Punkten des Eanneser Abkommens auirechterhal'.en. Die Entscheidungen bedeuten in keinem Punkte einen Rückschritt, sie bieten dagegen für Frankreich sehr anerkennens» werte neue Vorteile, namentlich in der Frage des genehmigten Pauschalshstems für die Te» sahungskvsten. Finanzminister L a st e y r i e hat auch die Annahme des Antrages, die Kosten für die Mobilisierung der Jahres- klasse 1919 Deutschland zu Lasten zu schreiben, erreicht. Man erinnert sich, daß bic Ct b ru u 'g dieser Wahres klasse k urch tie Ve'.- stä rinn gen der französischen Rheinarmee zum Zwecke der Besetzung von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort bewirkt war, die von der Londoner Konferenz im März 1921 wegen der Nichterfüllung der Bedingungen durch Deutschland beschlossen wurde. Die französische Regierung hatte entgegen der Meinung, die in gewissen alliierten Kreisen vertreten wu:de. immer behauptet, daß die Kosten für die Mobilisierung der Zahresklasse 1919 in die Kosten für das Be- sahungshecr einbegriffen werden müßten. Diese Ausfassung ist heute als gerechtfertigt anerkannt worden und der französische Standpunkt wurde gebilligt. Die Frage der Verteilung der bereits geleisteten deutschen Zahlungen ist durch eine Verständigung freundschaftlich erledigt worden, so daß die Finanzminister die allgemeine Frage der Reparationen ins Auge fassen konnten. Auch hier ist während der viertägigen Beratung ein großer Fortschritt erfolgt Die alliierten Minister waren der Ansicht, daß die Rolle der Reparationskommission durch die Tagungen ugd Entscheidungen des Obersten Rates etwas beiseite geschoben war. Sic haben sich deshalb dahin entschieden, der Reparationskommission wieder alle ihre Rechte zuzuerkennen. Da sie aber ein Ausführungsorgan ist. schien es doch notwendig. daß die alliierten Regierungen ihren Vertretern bei der Reparationskommission gemeinsame Weisungen geben. Lieber diesen Punkt ist eine Einigung erzielt worden. Die Gemeinsamkeit der Ansichten trat durch die Annahme des Aktionsprogramms in Erscheinung, das dazu bestimmt sein soll, die deutschen Finanzen zu sanieren und Deutschland die Ausführung seiner Verpflichtungen durch Ausgabe einer Anleihe im Auslande zu erleichtern. Was die Kontrolle der deutschen Finanzen betrifft, so ist es wahrscheinlich. daß die Machtbefugnisse des Garantieausschusses verstärkt werden. Die deutsches Anleihen sollen dazu dienen, das Kapital der deutschen Schuld zu tilgen; sie können nicht dazu dienen, die Zahreszahlungen zu decken, die Deutschland zu entrichten hat. Auf diese Weise wird der Zahlungsplan aufrechterhalten. Was die Pfänder für die Anleihen anbelangt, so hat man außer an die Zolleinnahmen, die in Gold entrichtet werden können, an die Aufrechterhaltung den 26prozentigen Ausfuhrabgabe gedacht. Diese Abgabe hat im Jahre 1921 ungefähr eine Million Goldmark ergeben, ein Betrag, der ausreichend erscheint, um eine Anleihe in Höhe von 13 bis 14 Milliarden Goldmark zu verbürgen. Natürlich soll nicht die Reparationskommission die Anleihe auflegen, vielmehr soll diese Operation durch ein Finanzkonsortium erfolgen. Die Operation wird abhängig sein von der Aufhebung der allgemeinen Hypothek, die auf den Einnahmen Deutschlands ruht. Die alliierten Minister haben alsdann als letztes wichtiges Problem die Frage der internationalen Schulden aufgerollt. Eine Lösung ist noch nicht erfolgt, allem Anschein nach wurden aber gewisse Vorschläge besprochen, so die Rückzahlung der Schulden durch die Obligationen der Serie C. Wenn dieses Vorgehen von den europäischen Alliierten angenommen wird, so ist nicht zu zweifeln, daß es auch opm der Regierung der Vereinigten Staaten gebilligt wird. Paris, 11. März. (WTD.) Die Havas- agentur veröffentlicht den wesentlichen Inhalt des heute von den alliierten Finanzministern unterzeichneten Abkommens. Das Schriftstück hat folgenden Wortlaut: Was die Desehungs- kosten nach dem 1. Mai 1922 anbetrifft, sind die von Deutschland zu zahlenden Summen an die betreffenden Länder wie folgt festgesetzt worden: 102 Millionen belgische Franks für Belgien, 2 Millionen Pfund Sterling für England, 460 Millionen französische Franks für Frankreich. Die Verteilung der deutschen S a ch l e i st u n> gen im Jahre 1922 wird nach dem Beschluß der Reparationskvmmission so erfolgen, daß 65 Prozent an Frankreich und 35 Prozent an die anderen Mächte fallen. Die unterzeichneten Regierungen stimmen dem Wiesbadener Abkommen auf drei Jahre unter dem Vorbehalt zu, daß der Betrag, dessen Begleichung aufgeschoben wird, nicht über 350 Millionen Goldmark im Jahre 1922, über 750 Millionen im Jahre 1923 und über ebenfalls 750 Millionen im Jahre 1924 hinausgeht. Auch die anderen Mächte, die an den Reparationen Anteil haben, tonnen, wie Frankreich, Abmachungen treffen, ähnlich dem Wiesbadener Abkommen unter dem Vorbehalt einer Begrenzung des Gesamtwertes der Sach- lieferungcn, die Deutschland daraufhin bewirken würde. Keine Macht braucht für die im Jahre 1922 von ihr bezogenen Sachlieferungen Zahlungen in bar zu leisten. Die Lieferungen werden in Rücksicht gezogen bei der Bestimmung des Anteils jeder Macht an den von Deutschland geleisteten Reparationszahlungen im Jahre 1923 und den folgenden Jahren. Was die Kohlenlieferungen anbetrifft, erklären sich die alliierten Regierungen damit einverstanden, daß Frankreich für deren Gesamtumfang nur mit dem deutschen Inlandspreis belastet wird. Sie erklärt sich ferner geneigt. Italien zu unterstützen, das von Deutschland dieselben Vorteile in bezug auf die Kohlcnliefcrungen verlangen wird wie Frankreich. Die erste Milliarde wird wie folgt verteilt: 500 Millionen an England zur Deckung eines Teiles seiner Besahungskosten im Jahre 1921, 140 Millionen Goldmark an Frankreich für den gleichen Zweck. Der Rest wird zur Deckung der belgischen Priorität bestimmt bis auf eine Summe von 172 Millionen italienische Papierlire, die Italien zusällt. • Der Rest der Forderungen Englands und Frankreichs für ihre Besahungs- kosten bis 1. Mai 1921 werde man nach Erledigung der belgischen Priorität von den ersten Dareinnahmen der Reparationskommission zurückerstatten. Was die Saargruben anbetrifft, werde Frankreich im Jahre 1922 mit 300 Millionen Eoldmark belastet. Wenn die Reparationskommission für die Gruben einen höheren Wert festseht, werde der Mehrbetrag auf den Anteil Frankreichs an den Obligationen der Serie C berechnet. Die Frage der Rückzahlung der belgischen Schuld werde gegenüber den Alliierten mit den früheren Vereinbarungen geregelt. Die Verteilung der Reparationszahlungen der ehemaligen Verbündeten Deutschlands werde gemäß der Fi- nanzablommen vom 13. August 1921 aufgestellten Grundsätze geregelt. Amerikas Anspruch aus Desatzungskosten. Die amerifmnfdic Note. Berlin, 11. März. (WTB.) Das von den amerikanischen Delegierten gestern den Finanzministern von England, Frankreich, Italien und Belgien überreichte Memorandum hat folgenden Wortlaut: Ich habe noch heute vormittag ein Kabeltelegramm aus Washington erhalten, das mir die Instruktion erteilt, Ihnen zu erklären, daß die Ausgaben für das amerikanische Besatzungsheer bis 1. Mai 1921 sich aufungefähr241 Millionen Dollar belaufen. Die alliierten Regierungen, mit Ausnahme vielleicht von Großbritannien, haben ihre gesamten Okku- pativnSkosten bis 1. Mai 1921 zurückerhalten und wahrscheinlich wird die Ausgabe für das britische Heer vollkommen durch das bevorstehende Abkommen gedeckt. Unter Würdigung dessen wünscht die Regierung der Bereinigten Staaten die lückenlose Zurücker st at- tung der Ko st en für das Desatzungsheer mit Zinsen bis 1. 5. 1921 zu erhalten, bevor irgendein Anteil hiervon verteilt wird. Was die laufenden Kosten anbetrifft, lautet meine Instruktion dahin, zu erklären, daß die Regierung der Bereinigten Staaten ihre volle Zahlung verlangen wird, daß sie aber, wenn sie hierfür eine Zahlungsversicherung erhält, kein Hindernis sieht, sich auch über die praktischen Einzelheiten der Zahlung zu verständigen. (gezeichnet): Bohden, nichtoffizieller Bertreter der Bereinigten Staaten in der Reparationskommission. Paris. 12. März. (WTD.) Der sozialistische Führer Leon Blum schreibt im .Populaire". bfc deutschen Zahlungen hätten schon nicht genügt. die Besetzungskosten Belgiens. Englands und Frankreichs zu decken. Wenn die nicht geringen amerikanischen Desetzunqs- k o st e n noch hinzukämen, die jedermann durch den Ausgleich von Gewinn und Verlust als erledigt geglaubt habe, [o fei man übel daran. Jahre könnten vergehen, bevor das Deschungs- konto gedeckt sei und die deutschen Zahlungen für ihren eigentlichen Zweck verwendet werden könnten, d. h. für die Reparation der verwüsteten Gebiete. Das sei die Lage, der das plötzliche Auftreten der Vereinigten Staaten eine neue ernste Wendung gebe. Werde die öffentliche Meinung endlich begreifen, daß die ganze Leistungsfähigkeit Deutschlands auf die eigentlichen Reparationen konzentriert werden müsse, wenn man reparieren wolle, daß man aber die Besetzung einstellen müsse, wenn die Reparationen durchgeführt werden sollen? Werde man endlich inne werden, wo die Narren seien und wo sich die Verräter an den Interessen Frankreichs befänden. Andre Tardieu bezeichnet im „Echo National" den Schritt des amerikanischen Vertreters bei der Reparationskommission als ein unfreundliches Vorgehen, das die Bemühungen für die Organisation Europas unfruchtbar mache. Es fei unfreundlich, weil es die Forderung der Qlermften J^or die des Reichsten stelle. NitLi über die Lage Italiens. Rom. 12. März. (WTD.) Der ehemalige Ministerpräsident N i 11 i hielt heute in Melfi in Süditalien eine Rede über die Lage Italiens. Er sprach zunächst über die schwierigen finanziellen Verhältnisse Italiens und hob hervor, daß durch die Entwertung des italieni=< scheu Geldes die italienische Industrie gefährdet sei. da durch den Rückgang der Kaufkraft des Geldes der Bezug von Rohstoffen äußerst erschwert würde. Die demagogischen Finanzmaßnahmen hätten die Grundlagen eines Teiles der Industrie vernichtet, als sie sic aller für die-. ilrnfteUung der Kriegszeit erforderlichen Reserven beraubten. Kein Land in Europa biete ein solches Beispiel für den Inbegriff unsinniger Maßnahmen, die die gesamte Produktion lahmten. Statt der notwendigen größten Sparsamkeit würden durch eine Unmenge von Gesehen die Ausgaben fortgesetzt gesteigert. Zur auswärtigen Politik äußerte Nitti, wenn Italien sich nicht wieder als mitteleuropäisches Land fühle, und wenn es den Verkehr mit Rußland nicht wieder aufnehme, so werde es keine sichere Grundlage haben. Ohne wahren Frieden werde niemals ein neues Gedeihen kommen, ohne gröbere} Gerechtigkeit niemals wahrer Friede. Die italienische Politik zeige seit einiger Zeit Mangel an Verständnis für den Islam. Sie habe die Türkei, verstimmt, ohne die Griechen zu gewinnen. An den Flanken Italiens habe sich die Kleine! Entente gebildet, der wahrscheinlich auch Griechenland beitreten werde. Nitti verlangte für Italien eine in Wahrheit nationale, ihren eigenen Weg gehende auswärtige Politik. Rußland müsse anerkannt werden. Italien sei Frankreichs aufrichtigster Freund. Zwischen Italien und Frankreich gebe es keine Interessengegensätze, die nicht leicht zu überwinden wären. Schließlich betonte Nitti, daß er auch dem neuen Kabinett solange Vertrauen schenken werde, als es nicht zu sehr von den von ihm zum Heile der Nation als notwendig erachteten Maßnahmen abweiche. Stegerwald darf im Saargebiet nicht sprechet». Saarbrücken, 11. März. (Wolff)Lau- „Saarbrücker Zeitung" hat die Regie- rungskommission für das Saargebiet dem Borfitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Stegerwald, die nachgesuchte Erlaubnis, an verschiedenen Orten des Saargebietes Borträge halten zu dürfeir, mit der Begründung verweigert, daß inr Allgemeinen außerhalb des Saargebiets wohnenden Rednern die Erlaubnis zu ösfentlichen Versammlungen nicht erteilt werde. Das Blatt findet es sehr seltsam, daß ausgerechnet einem Manne wie Stegerwald, der sein ganzes staatsmännisches Können für den Wiederaufbau Europas und die Versöhnung der Völker eingesetzt habe, das Auftreten im Völkerbund - land „Saargebiet" verweigert werde, während es anderen Rednern früher gestattet worden sei. Gunaris und seine europäische Mission. Athen, 10. März. (Wolff.) In der Nationalversammlung berichtete Ministerpräsident Gunaris über feine Reise nach Paris, London und Rom. Er sagte. Briand habe ihm auf das entschiedenste versichert, daß Frankreich weder durch das Abkommen von Angora noch durch ein geheimes Zusatzabkommen eine Her- pslichtung zur Hilfeleistung an die Türkei übernommen habe. Briand habe geraten, Schroffheiten zu vermeiden; er sehe bei den Türken Anzeichen von Versöhnlichkeit und glaube. Griechenland empfehlen zu sollen, gleichfalls eine versöhnliche Haltung einzunehmen, um auf diese 1-eise die Wiederherstellung des Friedens im Nahen Osten zu ermöglichen. Auch Lord Curzon habe ihm auseinandergesetzt, wie sehr der Friede für Europa, für England und Griechenland notwendig sei, und die Gründe dargelegt, aus welchen ein gemeinsames Vorgehen der drei alliierten Mächte unumgänglich ist. Gunaris wies darauf hin, daß er Lord Curzon der Zustimmung Griechenlands zu der vor- geschlagenen Aktion der alliierten Mächte versichert habe und daß er der englischen Regierung eine besondere Denkschrift überreicht habe, in der die Anschauungen der griechischen Regierung über E bei den Verhandlungen erwogenen Fragen £ftgclegt seien. — Heber die in London wegen d s Abschlusses einer Anleibe geführten Verhandlungen berichtete Gunaris, sie gediehen so weit, daß nur noch die Uebcrnabmc und die Kontrolle der Verwaltung der als Sicherheit für den Anleihedienst dienenden Einkünfte durch die internationale Kommission und die Zustimmung der Regierung der Vereinigten Staaten ausstehen, um das Anleiheabkommen in die Wege zu leiten Da die notwendigen Schritte bereits getan seien, sei das Abkommen demnächst zu erwarten. , In Rom fand er, so erklärte Gunaris weiter, bet Bonomi und della Torretta dieselbe Stimmung in der Frage des Friedens im Nahen Osten wie bei Briand und Curzon. Pvincarö er- flärtc ihm nach einem Rückblick, den er selbst nur als einen historischen bezeichnete, der. wie er betonte. keinen Einfluß auf die Politik feines Kabinetts haben dürfe, daß die französische Regierung bereit sei. auf einer dernnächstigen Konferenz zusammen mit der englischen Regierung eine Lösung zu suchen, die einen gerechten und dauernden Friedei, im Orient sichere. Leider kam es noch nicht zu dieser Konferenz der drei alliierten Außenminister. Gunaris nahm weiter Bezug auf die Denkschrift der französisci-en Regierung, in der diese ihre Ansicht über die Art, wie das Eingreifen der drei alliierten Mächte stattfinden könne, darlegt; er erklärte, nach Ansicht der griechischen Re- gierung müsse Griechenland die Ergebnisse der Konferenz der drei alliierten Außenminister abwarten, in der Zwischenzeit jedoch alle Maßnahmen finanzieller und anderer Art ergreifen, um jeder Eventualität begegnen zu können. Der Finanzminister werde Finanzmaßnahmen ein- führen, die angesichts der gegenwärtigen Lage und bis zum Abschluß einer äußeren Anleihe nötig seien, um die Finanzlage zu Bessern. Gegenüber den Gegnern der gegenwärtigen Regierung betonte Gunaris schließlich, daß die Regierung ihr Werk mit der Autorität fortsehen werde, die ihr das ston der Kammer abzugebende Urteil zu- billigen werde. Sturz des Kabinetts. Athen, 11. März. Das griechische Kabinett Gunaris ist mit 162 gegen 155 Stimmen gestürzt worden, als Gunaris nach Abschluß der Diskussion die Vertrauensfrage ftellle. „Eduard der Friedliebende". Paris, 12. März. (WTD.) Heute ist iit Biarritz ein Denkmal Eduards VII. enthüllt worden. Der anwesende, die englische Königsfamilie vertretende englische Botschafter Hardt n g e sagte in feiner Rede, das deutsche Argument fei immer gewesen. Deutschland sei in den Krieg getrieben worden durch die Einkreisungspolitik Eduards VII., in dessen Ziel es gelegen habe. Deutschland zu vernichten. Diese Theorie sei absolut ohne Grundlage, denn König Eduard VII. habe den Krieg gehaßt und den«Frieden mit allen Nachbarn gewünscht. Den Titel, den er geliebt habe, sagte Hardinge, und den er wohl verdient habe, fei gewesen: Eduard der Friedliebende. Der französische QHarinc- minifter Raiberti. der im Namen der französischen Regierung sprach, sagte unter anderem, bei Beginn der Herrschaft Eduards VII. habe er zwischen Frankreich und Deutschland zu wählen gehabt. Er habe Frankreich gewählt und den Plan einer Annäherung an Frank» reich entworfen. Dies habe nicht nur dem Interesse Frankreichs und Englands entsprochen, es habe dies auch eine Weltfriedensgarantie sein sollen. Die Kammerwahlen in Rumänien. Bukarest. 12. März. (WTB.) Nach dem bisher bekanntgewvrdenen Ergebnis der Kammerwahlen sind 260 Anhänger der Regierung und 97 oppositionelle Kandidaten gewählt worden. Bon den notwendig gewordenen Stichwahlen sind sechs für die liberale Partei aussichtsreich, die über mehr als Zweidrittel der Kammersitze verfügen wird. Somit erscheint die Annahme der neuen Berfassung gesichert. General Averescu ist gewählt, dagegen Marghilvman unterlegen. Streik in Südafrika. London, 11. März. (WTB.) Die Aach- richten aus dem südafrikanischen Streikgebiet lauten sehr ernst. In Be- noni, im östlichen Teil des Randgebiets, kam es zu lebhaften Kämpfen. Flugzeuge und Maschinengewehre nahmen, daran teil. Auf beiden Seiten gab es Tote und Verwundete. Die Streikenden haben die Arbeiterzenttale in Johannesburg mit Sandsäcken verbarrikadiert. Später kam es in Johannesburg selbst zu Kämpfen mit einigen „Kommandos" der Stteikenden von Fordsburg. Rach den bisherigen Meldungen sind vier Polizisten und dreizehn Streikende verwundet und ein Streikender getötet worden. Eine bisher noch nicht bestätigte Meldung besagt, die Stteikenden hätten das Bergwerk von Kerakpan angegriffen und hierbei neun Hilfspolizisten sowie den Direktor des Bergwerks getötet. In Äew- land seien 27 Polizisten gefangen genommen worden. In Durban sei der Generalstreik er- llätt worden. Eine weitere Meldung vom 10. d. MtS. besagt: Gestern abend und heute ereigneten sich im Randgebiet sechs Explosionen. Sofort nach der Proklamation des Belage- rungszustandes wurde das Rathaus von Johannesburg von der dortigen Polizei besetzt, die die dort aufgesteckte rote Fahne entfernt. Andere Polizeibeamte bemächtigten sich der Arbeiterzentrale und beschlagnahmten alle dort befindlichen Papiere und Dokumente. Jn dem Augenblick, in dem der Belagerungszu- zustand verkündet wurde, fanden Kämpfe zwischen den Kommandos der Streikenden und der Polizei in Benvni, Springs. Kerakpan und im östlichen Teil des Randgebiets statt. London, 12. März. Reuter meldet aus Johannesburg vom 11. d. Mts.: Im Laufe des größten Teils des Tages haben erhebliche Kämpfe stattgefunden. Flugzeuge bewarfen die Abteilungen der Streikenden zweimal mit Bomben. Die Aufständischen, die durch die Bomben getroffen wurden, hatten schwere Berluste. Aus Rache begannen sie in Denvni und Bvksburg Häuser in Brand zu stecken. Aus dem Reiche. Kundgebungen in Berlin. Berlin, 12. März. (WTB.) Das Mit- telstandskartell, das in Berlin etwa 200 000 Mitglieder zählt, veranstaltete heute nachmtttag im Lustgarten eine gewaltige Kundgebung gegen die steuerliche Erdrückung des Mittel st andes. Aus allen Stadtteilen zogen Zehnlausende mit Tafeln und Plakaten herbei, Redner großer Organisationen und Innungen sprachen von verschiedenen Plätzen zu der zahlreichen Menge. Indem die Verwaltung im Reich, im Staat und in den immunen krittsiert wurde, wurde der Schutz des selbständigen Mittelstandes in Handwerk, Handel und Gewerbe gefordert und gegen die neuerliche Belastung durch eine abermalige Erhöhung der Gewerbesteuern Front gemacht. Zum Schluß der Kundgebung kam es zu einem Zwischenfall. Auf der Museumstreppe erschien ein Trupp junger Leute, der schwarz-weiß-rvte Fahnen mit sich führte. Während ein Teil der Demonstranten die alten Fahnen mit lautem Beifall begrüßte, gab der andere Teil seinem Mißvergnügen durch Johlen und Pfeifen lebhaften Ausdruck. Schließlich gelang es den Ordnern, die jungen Leute unter Hinweis darauf, daß es sich hier um keine politische Kundgebung handle, zum Abzug zu bewegen. Unter dem Gesang des Liedes „Deutschland, Deutschland über alles" marschierten sie ab. Berlin, 12. März. (WTB.) Häßliche Szenen spielten sich heute nachmittag im Westen Berlins ab. Eine etwa fünfhundertköpfige Menge zog mit schwarz-weih-rvten Fahnen vom Wittenbergplatz nach dem Kurfürstendamm. Die Demonstranten johlten, trieben allerlei Anfug und belästigten und schlugen vorüber- geheWe Passanten. Ein Posten der Schutzpolizei war gegen die Menge machtlos, wes- talb dieser Verstärkungen herbeirief. Als etwa 0 Beamte in einem Lastauw anfuhren und Jin Beamter versuchte, den Fahnenttäger festzunehmen, riß dieser das Tuch von der Stange lind entfloh. "Die Beamten muhten mehrfach durch Schreckschüsse die Angreifer abwehren. Der flüchtende Fahnenttäger wurde schließlich festgenommen und zur Wache geführt, wo er als ein 20jähriger Friseur festgestellt wurde. Außerdem wurden 10 Personen wegen groben Anfugs und Widerstandes festgenommen. Die Verdächtigung des Reichsfinanzministers Hermes. Berlin, 11. März. (Wolff.) Reichsfinanzminister Hermes richtete heute an den Reichskanzler folgendes Schreiben: Zu den an Sie gerichteten Schreiben der A. S. P. vom 10. 3. beehre ich mich, Ihnen Rachstehendes zu unterbreiten: „Wenn in Gegenüberstellung der Punkte 1 und 3 zu Punkt 2 (Redaktionsvermerk: Die Punktei und3 des Schreibens der A. S. P. bettafen die Weinlieferungen, Punkt 2 die Zuckerlieferung an den Winzerverband) in dem genannten Schreiben die Verdächtigung eines Amtsmißbrauches ausgesprochen werden soll, so muh ich die Verdächtigung, wie ich dies bereits in der gestern vor meiner Ernennung zum Reichsfinanzminister gepflogenen Anterredung tat, mit aller Entschiedenheit als jeder Grundlage entbehrend zurückweisen. Ich teilte Ihnen schon vorgestern mit, daß ich wegen einer derartigen, in der „Freiheit" enthaltenen Verleumdung Sttafantrag stellte. Das bevorstehende Gerichtsverfahren wird eine vollständige Aufklärung über alle in Betracht kommenden Punkte bringen. Ich habe die erforderlichen Schritte unternommen, um eine beschleunigte Durchführung des Verfahrens zu erreichen." Die Maßregelungen von Eisenbahnbeamten. Berlin, 11. März (Wolff.) Rach einer Mitteilung des Reichsverkehrsministeriums wurden von den kündbar angestellten B e a m t e n der Reichsbahn etwa 250 wegen schwerer Verfehlungen beim Streik gekündigt. Außerdem schwebt das förmliche Disziplinarverfahren zur Zeit gegen etwa 340 unkündbar angestellte Beamte. Bedauerlicherweise ist die Zahl der Beamten, die nach dem bisherigen Ergebnis der Antersuchung sich schwerer Verletzungen schuldig machten, so groß, wie die gemachten Angaben. Andererseits sind die Zahlen geeignet, das Märchen von dem Rachefeldzug des Reichsverkehrsministers gegen die Reichsgewerkschaft end- güttg zu zerstteuen. Die Disziplinarverfahren werden, wie der Reichsverkehrsminister von vornherein anordnete, mit größter Beschleunigung durchgeführt. Die Fmanzgerichte. Berlin, 11. März. (Priv.-Tel.) Heute oormtttag hat im ReichSfinanzministerium eine Besprechung des neuen Reichsfinanzministers Hermes mit den Präsidenten der den Landesfinanzämtern angegliederten Finanzgerichte über ihre Amtstättgkeit stattgefunden. Hermes erklärte in seiner Ansprache, er be- daure, daß die Steuerverwaltung bisher zwar mit allem Rachdruck die Steuerveranlagung zu betreiben hatte, aber nicht in gleicher Weise für den Rechtsschutz des Einzelnen sorgen konnte. Für keine Verwaltung ist es wichtiger, das Vertrauen des Publikums zu gewinnen, als für die Steuerverwaltung. Dies aber kann nur dadurch geschehen, daß durch die Finanzgerichte dem Publikum ein schneller Rechts schütz zutell wird. Aus Stadt und Land. Gießen, den 13. Marz 1922. Zum Jahrestag der oberschlesischen Abstimmung. Wir erhalten folgende Zuschrift: Wenige Tage noch, und ein Jahr iß vergangen seit jener geschichtlichen Abstimmung über das Schicksal Oberschlesiens, an der sich am 20 März 1921 Tausende von Personen beiderlei Geschlechts und fast aller Altersstufen beteiligten. Wir alle, meine oberschlesischen Freunde der Ortsgruppe Gießen, hatten die Ehre, das unsrige dazu beizutragen, damit das Land unsrer Geburt dem lieben deutschen Vaterland, uns selbst und vor allem sich selbst erhalten bleibe. Aber trotz der von jedem guten Deutschen so innig ersehnten Mehrheit, sind wir alle um das Resultat betrogen worden. Ein Ausschuß des sogenannten Völkerbundes war unseren Feinden mehr als uns selbst gewogen und sprach bekanntlich die besten Teile des oberschlesischen Industriegebiets den Polen zu, obwohl sich !in dem Gebiet rein deutsche Städte und Ortschaften befinden. Seitdem hat sich des deutschen 'Völks und auch der meisten Overscytester der immer noch so wichtigen Sache wegen eine gewisse Gleichgültigkeit bemächtigt, die einem orientalischen Fatalismus zum Verzweifeln ähnlich sieht. Das sollte nicht sein, ihr lieben deutschen Landsleute, ihr lieben Oberschlesier. Das Interesse an einem so toert- vollen Stück Heimat, das uns ungerechterweise enttissen worden ist, sollte niemals erlahmen und auf unsere Kinder und Kindeskinder vererbt werden. Am die gute große Sache von neuem im ganzen deutschen Vaterland zu neuem Leben flammender Begeisterung zu erwecken, hat man beschlossen, an dem Iahrestag der Abstimmung, also am nächsten 20. März, bei Gelegenheit der Iahresfeier, zu den Verbänden der Heimattreuen Oberschlesier auch Mitglieder zuzulassen, die nicht in Oberschlesien geboren sind Die Kinder Mittel- und Riederschlesiens sowie im allgemeinen jeder gute deutsche Mensch kann sich von jetzt an zur Mitgliedschaft melden. Wer kann sich einer so verlockenden Gelegenheit, der großen Idee zum entschließlichen Siege zu verhelfen, entziehen?! — Zur Feier des Tages der Abstimmung findet an dem Abend des 20. März im Postkeller eine Versammlung statt, die fich, wie heutige Zusicherungen bereits gewährleisten, zu einer Massendemonstration ersten Ranges gestalten wird Eine überaus rege Teilnahme an der Zusammenkunft ist unerläßlich. Mitbürger der schönen deutschen Stadt Gießen, Schlesier und Oberschlesier, die ihr das Glück habt, hier und im lieben Oberhessen zu wohnen, kommt in möglichst Hellen Scharen zu der Versammlung, um eure Liebe Deutschland und den uns entrissenen Lieben Oberschlesiens zu beweisen! Dr. F. A Wyneken. ♦ Amtliche Perfonalnachrichlen. Regierungsassessor Jakobh beim Finanzamt Darmstadt-Land wurde zum Regierungsrat ernannt. Zum Steuerassistenten wurden ernannt' die Militäranwärter Wilhelm Peter beim Finanzamt Offenbach-Stadt. Emil Huno Oskar Koch i n k e beim F.nanzan.1 O fe ba H-Lanö und Karl Kasper beim Finanzamt Dieburg, Steuerbe- ttiebsassistent Karl Hardt beim Finanzamt Seligenstadt, die Militäranwärter Ludwig Wilhelm Schmucker beim Finanzamt Friedberg, Eduard Gustav Doenke und Michael Becker beim Finanzamt I Mainz und Ludwig Simon beim Finanzamt III Mainz. — Steuerbetriebsdiätar Friedrich P i h beim Finanzamt Offenbach-Stadt wurde zum Steuerbetriebsassistenten ernannt. ** D i e Errichtung einer Scheune s ü r die Veterinärkliniken in Gießen wird im Landtag vom Landesamt für das Bildungswesen mit folgender Begründung beantragt; In der Veterinäranstalt zu Gießen sind keinerlei geeignete Räume zum Lagern von größeren Heu- und Strohvorräten vorhanden. Die Bemühungen seitens der Verwaltung, geeignete Lagerräume in nächster oder weiterer Umgebung zu erwerben oder zu mieten, blieben erfolglos. Mit Rücksicht darauf, daß die Futtermittelbeschaffung auf absehbare Zeit sich nicht günstiger gestalten wird und durch den Einkauf der Futtermittel direkt nach der Ernte erheblich gespart wird, ist die Errichtung einer Scheune ein dringendes Bedürfnis. Zur möglichsten Ersparung an Baukosten ist beabsichtigt, eine Baracke aus dem früheren Gefangenenlager von der Stadt Gießen zu erwerben und diese zu einer Scheune umzubauen. Rach dem aufgestellten Plan und Voranschlag werden die Kosten einschließlich des Betrags ^s Ankaufs 123 000 Mark betragen, welche in den Staatsvoranschlag 1922 eingestellt worden sind. Da die Scheune bereits bis zur nächsten Ernte in Gebrauch genommen werden soll, muh mit den "Sauarbeiten baldmöglichst begonnen werden. • * Die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. gibt bekannt: Dom 1. April d. J. ab wttd mir noch auf folgenden Bahnhöfen zu den Zügen abgerufen werden: Bad Homburg, Bad-Rauheim, Bebra, Betzdorf, Frankfurt a. M. Hb., Fulda, Gießen, Hanau Ost, Haiger, Höchst a. M., ßtmburg. Auf denjenigen Bahnhöfen, auf denen das Abrufen eingestellt ist, werden in den Watteräumen Schilder mit der Aufschrift „Zum Einsteigen wttd nicht abgerufen", vorgesehen werden. ** Wvchenmarktbericht. Die Anfuhr auf dem Samstag-Wvchenmarkt war reichlich. Die Preise hielten sich mit Ausnahme von Einigen Gegenständen noch auf der alten Höhe. Für Butter betrug der Preis 42 bis 44 Mk. für das Pfund, für Eier 2,50—3 Mk. für das Stück. Bornotizen. — Tageskalender für Montag: Astotta-Lichtspiele, ab heute: „Das Haus in der Dragonergasse" und „Verlogene Moral". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße ab heute: „Aus den Akten einer anständigen Frau" und „Das ungeschriebene Gesetz". — Gefährdete Iugend. Am Dienstag, 14. März, wird im kath. Vereinshaus Frl. Fnna v. G i e r f e aus Berlin über Jugendwohlfahrt und Familie" sprechen. Der Abend verspricht von besonderem Interesse zu werden, da Frl. von Gierke, die in der Jugendhortbewegung schöpferisch gearbeitet hat, einen hervorragenden Hamen in der deutschen Frauenwelt besitzt. — Die Gießener Freiw. Feuerwehr Hält heute abend chre Monatsversammlung ab. (Näheres s. Anzeige.) Wettervoraussage für Dienstag: Wolkig, meist ttocken, kühl, wechselnde Winde. Das Tiefdruckgebiet Wer der Discaha bringt langsam nordwärts vor und verdrängt das Hoch in nordöstliche Richtung. Wir müssen mit Zunahme der Bewölkung rechnen. Landkreis Gietzen. = Hungen, 13. März. Endlich nimmt die Frage nach Errichtung einer V e r t e i - lungsstelle des Konsumvereins Gießen am hiesigen Platze greifbare Form an, und der langjährige Wunsch vieler hiesiger und auswättiger Bewohner scheint nunmehr seiner Verwittlichung entgegen zu gehen. In einer von hier und den benachbarten Orten gutbesuchten Versammlung wurde eine Kommission von fünf Mitgliedern gewählt, welche die notwendigen Vorarbeiten übernehmen soll, so daß mit der Eröffnung der Ver- tellungsstelle in einigen Monaten gerechnet werden kann. Kreis Friedberg. fpd. Bad-Rau he km, 12. März. Zwischen der Hotelbesitzervereinigung und den Rauheimer Aerzten wurde eine Interessengemeinschaft gegründet, die den Zweck verfolgt, die lebenswichtigen Interessen der beiden Verbände und auch des Kurottes in jeder Weise zu vettreten. fpd. Vilbel, 12. März. Am die Mitglied scha ft im neuen Schulvorstand ist es zwischen den bürgerlichen und der sozialdemokratischen Gemeindevertteterfraktion zu Konflikten gekommen. Die Bürgerlichen fordern neben ihren bishettgen Vertretern noch zwei Mitglieder in den Schulvorstand und erklären, daß sie, wenn diese Forderung keine Erfüllung findet, jede Mitarbeit verweigern. Kreis Wetzlar. ra. W e tz l a r, 11 März. Einem alten Brauch folgend, soll auch in diesem IW re wieder in unserer Altreichsstadt der Geburtstag des größten Kanzlers, Fürst Bismarck, festlich begangen werden. Am 30. März, abends 6 Ahr, findet im Schützengarten eine Bismarck-Gedenkfeier statt, zu der Professor Dr. S ch i a n = Gießen als Festredner berufen ist. ra. Riederweh, 11.März. Die durch den Geschäftsführer der Deutschen Volkspartei Herrn Beier- Wetzlar einberufene Volksversammlung erfreute sich eines zahlreichen Besuches. Es schloß sich eine rege Aussprache an. Hessen-Nassau. mc. Fran kfurt a. M, 12. März. Das Stadtgesundheitsamt weist daraus hin, daß augenblicklich zahlreiche Schulkinder von einer neuen an st eckenden Hautkrankheit befallen werden, deren Erreger ein mikroskopisch kleiner Pilz ist. Die erkrankten Kinder verlieren das Haar in großen Mengen und werden bei nicht rechtzeitiger Behandlung kahlköpfig. Die Krankheit wurde bisher noch nirgends beobachtet, zumal auch ihre Symptone mit anderen Hautkrankheiten vollkommen unähnlich sind. fpd. Frankfurt a. M., 12. März. Die Grippeepidemie in denMonaten Dezember und Januar hat an die Leistungsfähigkeit der Ortskrankenkasse gewaltige Anforderungen gestellt. Von 185 000 Mitgliedern waren an einem Tage nicht weniger als 15 707 krank gemeldet. Die Kasse zahlte im Jahre 1921 nicht weniger als 32V- Millionen Mark Krankengelder aus, in den Monaten Januar und Februar allein 20V2 Millionen Mark. Sie muhte infolge dieser hohen Anforderungen auf ihre Reserven zurückgreifen und einen Teil der verzinslich angelegten Kapitalien flüssig machen. Ganz besonders hohe Anforderungen stellte die Familienversicherung, für die der Wvchenbeittag auf 5 Mark erhöht werden muhte. In den letzten Tagen haben die Aerzte neue Forderungen an die Kasse gestellt, Die jedoch von derselben abgelehnt worden sind. Aeber die Forderungen soll ein Schiedsgericht entscheiden. fpd. Crvnberg, 12. März. Der Wohnsitz des Pttnzen Fttedrich Karl von Hessen, Schloß Fttedttchshvf, wurde in der Rächt zum Samstag von einer Einbrecherbande heimgesucht, die, soweit bisher ermittelt werden konnte, Silbergegenstände von bedeutendem Werte stahlen. Auf Ersuchen der Wiesbadener Staatsanwaltschaft nahm die Frankfutter Kriminalpolizei die Ermittlung der Einbrecher auf. Als mutmaßlicher Täter verhaftete sie noch am SamStag nachmittag den hier wohnhaften 22jähttgen Schlosser Friedttch Krieger. Krieger wurde dem Frankfutter Pvlizeigefängnis zugefühtt. Schlichtungsausschutz der Provinz Oberhessen. Sitzung vom 9. März 1922. Die Webereien in Alsfeld, Lauterbach und Schlitz, die dem Arbeitgeberverband für die Kreise Alsfeld und Lauterbach angehören, sollen vom 1. März 1922 an Stundenlohnzuschläge zahlen von 2 M. an die Arbeiter und Arbeiterinnen über 23 Iahre bis herunter zu 65 Pf. an die 14—16jährigen unter Einrechnung der Zulagen, die einige "-betriebe schon freiwillig gewährt haben. In den Woll- und Leinenwebereien kämen hiernach die Arbeiter im Zeitlohn auf 10,45 Mk. Stundenlvhn, die Arbeiterinnen auf 7,55 Mk., in den Jutewebereien auf 10 Mk. und 7,25 Mk. Der Grundlohn für die Akkordberechnung wurde auf 3 Mk. belassen. Die bisherigen Löhne waren ab 1.2.1922 vereinbart. Dem Deuts chen Transpvrtarbei- terverband und dem Arbeitgeberverband für Handel und Gewerbe sowie den Vereinigten Fuhrwerksbesihern in Gießen wurde eine Erhöhung der Löhne der Arbeiter und Arbeiterinnen über 20 Jahre um 15 v. H., unter 20 Jahren um 10 v. H. mit Wirkung vom 3. März 1922 vorgeschlagen. Die Kraftfahrer bekämen z. B. hiernach 517,50 Mk. Wochenlohn, die Fuhrleute über 21 Jahre 471,50 Mk. und die Lagerarbeiter über 23 Jahre 448,50 Mk Die bisherigen Löhne galten feit dem 3.2.1922 gemäß Vereinbarung vom 30. Januar 1922. Den Parteien wurde im übrigen aufgegeben, über den Abschluß eines neuen Tarifvertrages zur Regelung der sonstigen Arbeitsbedingungeitt-zunächst innerhalb vier Wochen miteinander zu verhandeln. Den ungelernten Arbeitern und Arbeiterinnen der Molkerei „Oberhessische Milchzentrale e. G. m. b. H." in "Hieber- Wöllstaot, für die der Transportarbeiterverband den Schlichtungsausschuß angerufen hatte, wurde eine Erhöhung ihres Barlohns um 20 v. H. von der laufenden Lohnwoche an zugesprochen. Aeber etwaige Ablösung der Sachbezüge (Milch) und die sonstigen zwecks Abschlusses eines Tarifvertrages gestellten Forderungen sollen die Parteien zunächst innerhalb drei Wochen miteinander verhandeln. In einer weiteren Sache verständigten sich die Parteien.-- Vermischtes. Don der Eisenbahn überfahren. Berlin, 13. März. Wie der „Berl. Lokalanzeiger" aus Bochum meldet, fuhr der Personenzug, der kurz nach 8 Ahr früh von Bochum abgeht, unmittelbar hinter der Station Bochum-Präsident in eine Gruppe Arbeiter, die das Herannahen des Zuges infolge des dichten Nebels nicht bemerkt hatten. Der Rottenführer und vier Arbeiter wurden getötet und mehrere Arbeiter verletzt. Gießener Konzertverein. Liederabend: Johanna Hesse und Alexis af Enehjelm. Am Klavier: Gustav Deck. Gießen, 12. März 1922. Frau Hesse und Hnr Enehjelm haben sich bereits bei den Darmstädter Operngastspielen in die Herzen des Gießener Publikums hineingesungen, und ihre Beliebtheit gab sich in herzlichstem Beifall kund, der beiden Sängern Einzelzugaben und ihrem Zusammenwirken eine Wiederholung des Schlußduetts abrang. Ganz lieh sich der Bühnenberuf der Künstler nicht verhehlen. Ihm wird eine gewisse Anrast des Vottrags zuzurechnen fein, die sich auch technisch in einiger Schwäche des Hinüberbindens und in ungleichmäßiger Ausfüllung sowie in Anterwertung bedeutungsvoller, vor allem aber abschließenderTöne auswirkt. In jedem Falle waren die von wärmster Anteilnahme, vornehmer Auffassung und gediegener Musikalität erfüllten Vorträge ein hoher künstlerischer Genuß. Das Programm umfaßte ausschließlich Lieder von Fran; Schubert. Angesichts der mit erlesenem Geschmack aufgereihten Kette von köstlichsten aller Perlen der Liedschöpfung war es nicht leicht, auch nur ein Lied durch ein anderes ersetzt zu wünschen: und tzar einen anderen Komponisten wird schwerlich ein Hörer vermißt haben. Von den Soprannummern mochte die zuerst gebotene „Allmacht" zu sehr nach tieferer Lage oder überhaupt nach der Männerstimme verlangen, um voll anzusprechen. Dagegen kamen besonders „Liebesbotschaft" und „Im Grünen" zu entzückender Wirkung, und das einzigartige „Auf den Wassern zu fingen“ dürfte kaum vollendeter ausgeführt zu denken sein. Verzeichnet schien uns „Die junge Rönne": die Gegensätze gewannen keine rechte Gestalt, vor allem auch infolge zu schleppenden Zeitmaßes bei den dramatischen Partien: im Vorjahre ist dies Lied einer |än sich mehr lyrisch ausgestatteten Sängerin besser geglückt. Der Tenorist hatte sich in der Auswahl vorzugsweise der todestraurigen Entsagung Schuberts genähert, die einen tieferen Grundzug von dessen Schassen bildet als die bei oberflächlicher Bekanntschaft entgegentretende Fröhlichkeit. Der Sanger weih sie nachzuempfinden und erschütternd wiederzugeben. Die unheimliche „Krähe", der vernichtende „Doppelgänger" und der eigentlichste Schubert: das „Wirtshaus" waren hervorragende Leistungen. Der „Erlkönig" wurde mit vorzüglicher Gestaltungskraft gegeben, schien nur etwas gar zu schnell dahinzugleiten. 3m „Ständchen" waren die Abschlüsse zu stark ausgettagen. Ein stimmungsvolles Ausklingen waren die schlichten und doch überaus reizvollen Duette. Am Klavier sah ein seiner großen Ausgabe voll hingegebener tüchtiger Begleitungskünstler. Er spielte mit sicherer Anschmiegsamkeit und sehr anzuerkennender Deutlichkeit — dies nicht ohne Ausnahmen, insbesondere in „Gretchen am Spinnrad" — und trat herzhaft hervor, wo die prachtvollen Kompositionen es fordern. R. H. Hessischer Evangelischer Landeskirchentag. rm Darmstadt, 12. März. Die Beratungen begannen am Samstag unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. v. Diehl um 3/4g Ahr, nachdem Pfarrer Kleeberger das einleitende Gebet gesprochen hatte. Zunächst wird als § 48 a der neuen Verfassung eine Bestimmung fesigelegt, welche die Ein- berufung der Kirchengemeindevertretungen, ihre Vorbereitung und Leitung, sowie die Einberufung etwaiger Kirchengemeindeversammlungen betrifft. Abg. K a h l i ck begründet diese Aenderung mit dem Hinweis auf die Wichtigkeit dieser Fragen. Abg. W a i h gibt seinem Bedauern Ausdruck, daß es im Derfassungsausschuh nicht gelungen ist. die obligatorische Einführung der Gemeindeversammlungen durchzubringen, während man in Sctchsen trotz der dortigen viel schwierigeren Lage sich nicht gescheut hat, in der Verfassung diese Einrichtung festzulegen. Schon die ältesten Kirchengemeinden hatten derartigcGemeindeversamm- lungen. Die Gemeindeversammlung muh und wird kommen. Abg. Wahl- Schlitz beantragt, die Gemeindeversammlungen durch ein besonderes Statut Ab heute bie elnachl. Mittwoch r ◄ Debatte Aächstl Da bei; ein. esse unb überwiesen. § 59 und § 60 finden ohne Annahme. Schluh der Sitzung nach 1 Uhr. Tagung Montag, nachmittags 3 Uftr. im. „Verl. Lv- l, fuhr der früh von unter der Gruppe des Zuges i)t bemerkt rr Arbeiter iter verletzt. ft M Ä ^berigrn ^rbei. Server. ",e sowie Ädern r° ne der Oohre um « e Kratz. Wochen- yU Hk. % Al 11 3.2. io»? 1922.^ über den .3ur Äey,. Zunächst Ä^ln. ' «beiter, dessilche u Met. ^verband u"e, wurde {H von Jen. Heber Kllch) und Tarifver- e Parteien ander ver- Sirnsitzdie hierzu gcschichtllchc Srläutcrungcn. SS netze zr» befürchten, baf) bie nach der Revolution aufgehobenen landgräflichcn Rechte über die Prisen- tation wieder auflchcn, damit werde die Hälfte aller hessischen Psarrstcllen wieder von den Patronen abhängig. Es sei eine der dringendsten Aufgaben, bie Frage jetzt in Düte zu rege n. Geheimrat Dernbeck bezweifelt, ob es möglich sein werde, die Frage des Patronat- noch in dieser Tagung durch ein Gesetz zu verabschieden. Aach der hessischen Staatsverfassung wurden die Grvhherzoglichen Rechte abgelöst, die prioatrecht- lichen Patronate gehen nach einem geiois en Zeitpunkt «nach 2 Jahren) ein Das Recht des Slaa- tes zu diesem Vorgehen werde bestritten. Abg. D. Schian beantragt, den Verfassung-- ausschuf) zu beauftragen, gemeinsam mit dem Kirchenregiment zu prüfen, in welcher Form sich die Frage des Patronats regeln lasse Abg. Lenz- Lich tritt für die Patronate ein. In schweren Zeiten wurde deren Berechtigung erwiesen. In vielen Fällen haben dir Patronats- Herren jahrhundertelang die Kosten getragen, in solchen Fällen habe man kein Recht, die Patronate anzugreifen. In den meisten Fällen werde daS Patronatsrecht mit grobem Ernst und christlichem Gewissen ausgeübt. Abg. Herrmann hält es nicht für richtig, den Gemeinden ihre Rechten dauernd zu beschneiden, zumal die Patronats- besehung nicht immer gewissenhaft erfolgt. Abg Freiherr von Hehl glaubt, dab die Frage der alten landgräflichen Patronate keine Bedeutung mehr hat, da der Grobherzog seit dem Jahre 1918 von seinem Rechte keinen Gebrauch mehr macht. Dann wird der Antrag Schian angenommen. Dann wird der 8.Abschnitt „Der Psarrer* erledigt. § 57 enthält das Ordinationsgelübde und wird angenommen. In § 58 ist von den Amtspflichten bie Rede und hierzu wird ein Antrag des Abg. Wagner- Stoclstabt, der dem Pfarrer auferlegt, auf Anordnung des Superintenbenlen auch über seine allgemeine Tätigkeit hinaus- gehende (z. B. Bedienung der Presstz usw.) Arbeiten zu übernehmen, dem Verfassungsausschuy Praxis des Zusammenlebens regeln. Der § 54 findet mit einer redaktionellen Aenderung Annahme. Zu Art. 55, der bie Benützung der (Schäube und Geräte der Kirchengemeindc regelt, gibt Abg^ Dr. Schian der Auffassung Ausdruck. dab aus den Wünschen und Anregungen der Gemeindemitglieder hervorgehe, mit welchem Interesse sie mitarbeiten. Diese Mitarbeit der Gemeinschasten fei von gröbtem Werte, man solle ihnen daher soweit wie möglich entgegenkommen. Die Stimmung sei gegenüber den Zuständen vor mehreren Jahrzehnten gewandelt, der kirchliche Sinn ist stärker geworden, man wolle keine Pastorenkirche. Wo sich Leben zeigt, müsse man helfend eingreifen. Freilich gebe es auch Schwierigkeiten, da sich nicht alle Wünsche erfüllen lassen. Die Einheitlichkeit der Kirche muh gewahrt werden. Obwohl manchmal bas Entgegenkommen gegenüber den Wünschen der Gemeinschaften schwer war, habe man trotzdem bereitwillig manche Bedenken -urückgestellt. Der Derfassungsausschub ist der Meinung, dab er mit dem § 55 kein abschliebendes Werk geschaffen hat. Er regt eine andere vereinfachte Fassung an, die eventuell durch besondere Satzung zu regeln ist. Prälat Euler glaubt, dab über die Bildung von Minderheiten in der Verfassung wenig gesagt fei: zu deren Schutz könne jedenfalls noch etwas mehr geschehen. Er begrübe den Antrag des Abg. D. Schian. Abg. Weber weist nochmals auf die DÄ>eutung der Gemeinschaften hin. das Interesse am religiösen Leben fei vielfach sehr stark. Abg. Zaudt schliebt sich im groben und ganzen dem Anträge Schian an und hofft, dab die Gemeinschaften auch das Entgegenkommen würdigen. Abg. L e n ä - Lich ist über das Entgegenkommen gegenüber den Gemeinschaften erfreut, beim die Kirche sei diesen auch Dank schuldig, da sie in schweren Zeiten die Kleinodien des Glaubens Christi trotz hartem Druck in Treue zur Kirche hvchgehalten haben. Die Kirche mub freilich die Hauptarbeit leisten, man solle aber die Warnungen der Gemeinschaften nicht überhören. Abg. Dr. übrig begrübt den Antrag Dr. Schian und empfiehlt dessen üeberweisung an den Derfassungsausschub, was einstimmig erfolgt. § 56, der bestimmt, dab die Besetzung Der Pfarrstellen nach einem besonderen Kirchengefeh erfolgen soll, gibt dem Abg. Kablick Veranlassung, hier die Frage des Patronatsrechts aufzurollen. Die Frage müsse an dieser Stelle geregelt werden. Abg. Wagner- Darmstadt fordert, dab man in der Verfassung wenigstens grundlegende Bestimmungen treffe. Abg. Archivrat Herrmann gibt Sammlungen abgehalten werden müssen, die unter ümständen schwach besucht sind, flaue das Interesse ab. In Darmstadt sei der Erfolg jedenfalls ein guter. Er bestreitet entschieden, grundsätzlicher Gegner der Einrichtung zu fein. Aach weiteren Erörterungen wird der Antrag Kahlick angenommen. Es folgt die Beratung des 7. Abschnitts: D i e P f arre i. In §49111 ist bestimmt, dab eine Kirchengemeinde, in der mehrere Pfarrer angestellt sind, in die gleiche Zahl von Pfarrbezirken cingclcilt werden mub. Abg. Ranft will diese Mubvorschrift beseitigt wissen, da sie nach seinen Erfahrungen nachteilig wirke. Man möge statt dessen das Wort „soll" sehen. Abg. Dr. Schian verteidigt die im Entwurf festgelegte Fassung, da cS sowohl für die Pfarrer, wie für die Gemeindemitglieder vorteilhaft sei, dab sie genau wissen, wohin sie gehören. Abg. Wagner- Darmstadt empfiehlt den Antrag Ranft, besonders mit Rücksicht darauf, dab jetzt sog. Spezialpfarrer, wie Zugendpfarrer usw. beschäftigt werden sollen, denen man auch keinen bestimmten Bezirk zuweisen kann. Zur besseren Ausnutzung der geistlichen Kräfte sei die Soll-Dorschrift vorteilhafter. Aach weiteren Ausführungen der Abg. H a u d t. Wahl- Schlitz, Dr. Schian und K a b l i ck wird der Antrag Ranft abgelehnt und der § 49 nach dem Entwurf angenommen. Auch die §§ 50, 51 und 52 finden ohne Widerspruch Genehmigung. In § 53 ist das Recht des Pfarrers auf alleinige Ausübung der geistlichen Amtshandlungen fest- S' jt; hier wird ein Abänderungsantrag des . W a g n e r-Stockstadt angenommen, der Verständnisse beseitigt, auch Absatz II wird etwas abgeänbert, Abs. III findet Annahme, als Abs. IV wird auf Antrag des Abg. Dr. Schian eine neue Bestimmung angenommen, durch die eS Aichtgeistlichen mit Genehmigung des Kirchenvorstandes ermöglicht ist, „zur Verkündigung des Wortes" zugelassen zu werden. Bei Beratung des § 54, der die Rechte der Gemeindemitglieder festlegt, gibt Prälat Euler einige Erläuterungen über die Stellung der Gemeindemitglieder zu der Kirchenverfassung. Bei der Ausführung der Amtshandlungen und der Cinpfarrung habe man deren Wünschen Rechnung getragen, soweit sie bereit sind, an dem Aufbau er Kirche mitzuarbeiten. Soweit der Mangel eines gemeinsamen Bekenntnisses erhoben werde, sei doch darauf hinzuweisen, dab in zahlreichen Stellen der Verfassung das Bekenntnis zum Ausdruck komme. Im übrigen werde sich das Verhältnis der Gemeinschaften durch die festzulegen Abg Wagner- Darmstadt widerspricht der Ausfassung, als ob er mit feinen Freunden grundsätzlicher Gegner der obligatorischen Einführung der ®emein&t>erfammlungen sei. Aur aus praktischen Erwägungen, zu denen besonders der Mangel an geeigneten Versammlungsräumen gehöre, da sich auch das Gotteshaus nicht immer verwenden lasse. Abg Frhr. v. Hehl widerspricht den Ausführungen des Abg. Waih, der die frühere Gemeinschaftskirche mit der Volkskirche verwechselt habe. Die Arbeitsgemeinschaft sei wohl geeignet, Die Zukunft der Kirche zu sichern. Man solle aber In Der Dechtskirche mcht Bestimmungen festlegen, Die nicht durchführbar sind. Wenn man jemand In der Stadt das Recht gebe, Versammlungen abzuhalten, müsse man auch die Möglichkeit dazu schassen, sie abzuhalten. Dies lasse sich besonders auch in Worms nicht durchführen. Abg. D. Dr. Berger begrübt die Einführung der Gemeindeversammlungen mit grober Freude, Da eine Lücke bestanden hat, Die hierDurch ausgefüllt toerDe. Er tritt für Den Antrag Kahlick ein. Prälat Euler ertoiDert auf eine Anfrage des Abg. Weber, Dab man einmal in Mainz mit der Einberufung einer Versammlung bei der Frage der Einführung der Hostie einen Versuch gemacht habe, der aber nicht sehr ermutigend ausgefallen sei. Dies fei aber belanglos im Hinblict auf das, was die Gemeindeversammlungen leisten können. Abg. Kleeberger empfiehlt den Antrag Kahlicr Wo es nicht nötig fei, müsse man Die obligatorische Einführung als eine Härte betrachten. Falsch fei es. auch die Einrichtung als nebensächlich zu behandeln, da die Hoffnungen der Kirche auf Gemeindeversammlungen gerichtet sind. In Darmstadt wurden die Versammlungen mit grober Freude begrübt; das Bedürfnis war vorhanden. Abg. Pf. K a p e f s e r teilt mit, dab man mit Der Gemeindeversammlung bei ihm gute Erfahrungen gemacht habe. Abg. Wahl- Schlitz hält für das Land das Bedürfnis nicht für vorhanden, eine Verankerung in der Ver- fassung sei daher nicht nötig. Abg. Orth hält derartige Versammlungen in lebhaft bewegten Zeiten für bedeutungsvoll. Rach seinen Erfahrungen komme es aber nur selten zu wirklichen Aussprachen. Abg. Schian widerspricht dem Antrag Wahl, da man hierdurch der guten Absicht Den Todesstob versehe. Abg. Frhr. v. Hehl glaubt nicht. Dab jemanD im Hause gegen Die fakultative Einrichtung ist. In Worms habe man in befonDeren Fällen glänzen De Versammlungen gehabt, wenn aber regelmäbtg bestimmte Ver- Ausschub, wie Die Gruppen noch am Vormittag Beratungen abhalten wollen, werben am Montag zunächst einige kleinere Vorlagen erledigt und die Kirchenverfassung erst am Dienstag weiterberaten. Klavier: WT Hersts neue" 6in. psl-he die $re Ss ie Äri^s ÄS jS**1 Mrz 1922. n haben lich Gastspielen in Ms hinein- sich in Herzigern Einzel- eineDieder- >anz lieh sich hl verhehlen. Dorttags ;u- ch in einiger in ungleich- :lvettung be- ehenöerLöne on toärmftcr und gedie- i ein W’: m umfiW Hubert. Annas gereihten Liedschöpfung ied durch em einen anderen ,örec vermiht jte die zuerst lieferet Lage stimme Der« gegen kamen Zm Grünen" einzigartige e kaum voll- Verzeichne'. ie Gegensähe ■ allem auch >\ den dr auu- es Lied einer len Sängern e sich i" raurigen 6nt” einen tiefen ttt als Die ta «SS -Mrtshau^ Ser.Erlkönig M gegeb". dahiMglS rs‘S yretchen ern. Illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllillllllllillllll!lllllll!ll Kaffeedecken in reicher Auswahl 2373a Ständiges Lager von mehreren hundert Kaffeedecken Fritz Nowack Wäfchefabrik und Ausftattungshaus iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiM Statt Karten Ihre Verlobung geben bekannt Anita Stegh Heinrich Hoffmann Diplom-Landwirt Ringelshausen Elberfeld März 1922 ....................... Billige Kleider undBlusen erhalten Sie durch Selbetfhrben wie neu mit Wiki-Haushaltfarben Waschechtes Schwarz auf wollene Strümpfe. Schtinete Gard in en färben. 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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern nachmittag 4 Uhr meine liebe Frau, unsere Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Anna Elisabethe Weiß geb. BuB im Alter von 62 Jahren, nach langem Leiden zu sich in die obere Heimat zu rufen. In tiefer Trauer: Heinrich Weiß II., Weißbindermeister nebst Familie. Watzenborn, Allendorf, Leihgestern, den 13. März 1922- Die Beerdigung findet Dienstag, den 14. März, nachmittags 3 Uhr, in Watzenborn statt. oisai der bei der in Frage kommenden Kolonialwaren- und Seisenhandlungskund- schaft bestens eingeführt und bekannt ist. Beste Verkäufer wollen sich mit Angabe von Referenzen schriftlich melden unter 2500V bei dem Gießener Anzeiger. Heirat. Wer würde einem engt echt deutschen Mädchen von 24 I., das fein Vermögen besitzt, wohl aber Gesundheit, Arbeilsfreu« digkeit u. heiteres Gemüt, Glück u. Heimat n. d. Seite eines treuen Vebenökame- raden geben? Nichtanonyme schrifll. Angeb. unt. 01904 an den Gieß. Anz. 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Das Ge'ey sah vor, datz die Länder und Gemeinden je 5 Prvz. des Nutzungswertes der Gebäude, berechnet nach dem Stande vom 1. 3uli 1914, als Abgabe zu erheben haben. Ein gewisser Teil der A gäbe war an das Reich abzuliefern, und aus ihm wurde ein Ausgleichsfonds gebildet, der vom Reichs- arbeitsminister verwaltet wurde. Zur Zahlung der Abgabe war verpflichtet, wer zum Gebrauch eines Gebäudeteils berech'igt war, d. h. also in erster Linie der Mieter. Es erwies sich jedoch, hast mit dieser geringen Abgabe der vorgesehene Zweck auch »ächt annähernd erreichbar war. Eine Erhöhung der Wohnungsabgabe wurde sowohl vom Reichstag in einer Entschließung vom November 1921 wie vom Vorläufigen Reichswirtschaftsrat empfohlen. Die Reichsregierung legte daraufhin den gesetzgebenden Körperschaften einen entsprechenden Gesetzentwurf vor. der eine Erhöhung der Abgabe auf 50 v. H. vorschlug. 3n der Begründung wurde ausgeführt, das) man für die Neubau tätigest des Jahres 1922 mindestens eines Betrages von sechs Milliarden Mark 6c- dürfe. Die unmittelbare Ausbringung der Mittel, hätte eine Erhöhung der Wohnungsabgabe auf 100 Proz. des Friedensmietwerts bedeutet. Durch eine derartige Erhöhung hät e das gesamte notwendige Kapital aufgebracht werden können, so bab es nicht erforderlich gewesen wäre, zur Deckung der Baukosten Anleihen aufzunehmen. Die Erträgnisse der Wohnungsabgabe hätten lediglich zur Verzinsung und Tilgung dieser Anleihen verwendet werden können. Mit Rücksicht Darauf, das) die gestiegenen Aufwendungen des Hausbesitzes für die Verwaltung und Rinderhaltung der Gebäude sowie die zu erwartende Erhöhung der staatlichen und kommunalen Grundsteuern eine nicht unbeträchtliche Steigerung der Miete notwendig machen wird, hat jedoch die Reichsregierung sich ^darauf beschränkt, eine Erhöhung der Wohnungsabgabe auf insgesamt 50 v. H. des FriedensmietwerteS vorzuschlagen. Der Reichstag hat den Gesetzentwurf am 22. Februar 1922 angenommen. Die Regelung ist danach folgende: Vom Lande und von der Gemeinde muh eine Wohnungsabgabe von je 25 v. H. — bisher 5 v. H. — des Gebäudenuhungswerteö erhoben werden. Mit Zustimmung der obersten Landesbehörde kann die Gemeinde die von ihr erhobene Abgabe erhöhen. 5 v. H. des Ertrages der Abgabe sind an daZ Reich für den bereits erwähnten Ausgleichsfonds abzuliefern Aus sozialen Gründen kamt die Abgabe erlassen werden, u. a. wenn baß steuerbare Jahreseinkommen des Abgabepflichtigen für das der Veranlagung vorausgehende Rechnungsjahr 20 000 Mk. — bisher 10 000 Mk. — nicht übersteigt oder wenn die Erhebung der Abgabe wegen Krankheit oder Erwerbslosigkeit des Abgabeschuldners oder aus sonstigen Gründen eine besondere Härte bedeuten würde. Der Ertrag der erhöhten Abgabe wird nach Abzug der Erhebungskosten und der eintretenden Ausfälle von der Reichsregierung auf etwa 2 Mililarden Mark geschätzt. Hiermit können etwa 60 — 7 0 0 0 0 Wohnungen bergest eilt werden, eine Zahl, die angesichts der grohen Wohnungsnot allerdings nur sehr gering ist. Es ist damit zu rechnen, dast die Wohnungsnot und die weitere Entwicklung der toirt- schastlichen Verhältnisse bald eine weitere Erhöhung der Wohnungsabgabe notwendig machen werden. --- „Dienstzeit oder Arbeitszeit". Als Erwiderung auf den Artikel in Rr. 41 vom 17. v. M. „Dienstzeit oder Arbeitszeit" erhalten wir von der Eisenbahndirektion Frankfurt folgende Zuschrift: Vie Pforte öes Paradieses. Roman von Ingeborg Bollquartz. Berechtigte Uebetfefcung au-3 d m Dänischen. 9. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) „Doch, da ist leicht za helfen!" rief Rora, entzückt darüber, endliche einmal eine Art von Zustimmung erreicht za haben. „Wenn du meinem Rate folgen willst — ich weist gut, was das einzige ist, das Jens helfen kann. Selbstverständlich mutz er in ein Irrenhaus — oder wenigstens in eine Rervenheilanstalt. wenn dir das lieber ist." „Tlein, Rora," erklärte Frau Dorris und stand auf’ Ihre sanfte Stimme klang beinahe heftig und in den graublaaen Augen erschien ein Ausdruck der Entschlossenheit. „Wie kram Jens auch werden mag — und ich will zageben, bah sein Geist zuweilen kraut ist — so soll er bodji niemals aus seinem Heim fortgebracht werden, solange er selbst vorzieht, da^uoleiben." „Keinem Kranken gefällt die Kur. die er durchmachen soll," erklärte Rora; „namentlich nicht, wenn er so krank ist wie Jens. Darum müssen wir Gesunde für ihn denken und die Starken fein." „Ich. weist, Rora, bah öu mit ihm darüber geredet hast," sagte Frau Borris, und es lag ein Hauch von Vorwurf in ihrer Stimme. _ .Das hättest du nicht tun sollen, denn das qaalt ihn und drückt ihn nieder. Er meinte, ich halte dich gebeten, ihn .txorgubereiten4, wie er sagte, und es hat lange gedauert, bis er mir glaubte, bah da ihm den guten Rat auf eigene Rechnung gegeben hast. Das allerärgste war ihm der Gedanke, von hier weg zu müssen, und toeim man das weist, ist es unrecht, ihn damit zu quälen, dast man ihm jagt, das einzig Richtige für ihn wäre, von hier fortzugehen." „Kannst du denn gar nicht stark fein, Ingen Lenk doch, wie glücklich ihr alle miteinander wäret, venn er gehellt zurückkäme!" „Ich habe dir bereits gesagt, Rora, bah ich. ihn damit nicht quäle, wenn er nicht selbst fort will." „Unb das heistt sich Liebe!" rief Rora empört. „Ich heihe das Schwäche!" Die Auffassung des Verfassers „Dienstzeit oder Arbeitszeit" — Rr. 41 vom 17. v. M. des „Giehener Anzeiger-" — ist nicht zutreffend. Der Gedanke des schematischen Achtstundentages ist in den Fabrik- und ähnlichen Betrieben ent- standen, in denen jeder Arbeitnehmer während seiner achtstündigen Arbeitszeit voll beschäftigt werden kann, was bei der Eisenbahnverwaltuna beim besten Willen an vielen Stellen nicht möglich ist. Schon vor dem Rovember 1918 war auch bei der Eisenbahnverwaltung für eine grobe Zahl von Beamten und Arbeitern ein achtstündiger Dienst eingerichtet worden, z. D. für stark beanspruchte Betriebsbeamte, Fahrdienstleiter, Weichensteller, Rangierer auf groben Bahnhöfen usw. Erst das Gesetz über den Achtstundentag brachte die mehr oder weniger schematische Einführung für alle Dienstzweige, auch für solche, die in feiner Weife mit Fabrikarbeitern verglichen werden können. Hierin liegt, abgesehen von den wesentlichen finanziellen Folgen, eine grobe Ungerechtigkeit gegenüber den stärker beanspruchten Angestellten. An einen Schlosser in der Werkstätte oder einen Rangierer auf dem Rangierbahnhvs z. B. werden während seiner achtstündigen Arbeitsschicht fortgesetzt schwere körperliche Anforderungen gestellt, an die die Tätigkeit eines Schrankenwärters einer nicht stark befahrenen Eisenbahnstrecke niemals heranreichen kann. Hierin Besserung und Ausgleich zu schaffen, bezweckt das Arbeitszeitgeseh. Aus Hessen. Deamtenwünfche. Man schreibt uns: Vom Vorstande der hiesigen Ortsgruppe der Deutschna'.ionalen Volks- Partei wurde beschlossen, die zu der Partei Wählenden Abgeordneten des Hessischen Landtages und des Reichstages zu ersuchen, bei allen kommenden Beamtengesetzen dafür einzutreten, bab die neuen Besoldungen einschl. Teuerungs- usw. Zulagen den im Ruhestand befindlichen Beamten (gegebenenfalls auch den Offizieren) in derselben Weise zugebilligt werden wie den noch Dienst tuenden. Die hessischen CanDtagdabgeorDneten unserer Partei sollen ersucht werden, dafür einzulreten, bab die jeweiligen neuen Gehalts- usw. Zulagen jedesmal späte,.eas in 4 Wochen allen Beamten ausbezahlt werden; sollte das aber nicht möglich sein, sondern die Auszahlung in Teilen erfolgen müssen, so ist der Rest den Empfängern zu verzinsen. In der Besprechung wurden eine Anzahl von Fällen zur Kenntnis gebracht, die em merkwürdiges Licht auf die Auszahlung einzelner Gehälter werfen. So wurde über einen Beamten mitgeteilt, bah er zwar über ein Dekret über feine vor einem Vierteljahr erfolgte Anstellung verfüge, aber noch keine Mitteilung habe über die ihm zustehenden Bezüge, so bah er von Vorschüssen lebe. Auf die Rachzahlung über die durch Vorrücken von Gi.sten in Ortsgruppe b entstandene Gehaltserhöhung ist manchem Beamten bisher nur eine Abschlagszahlung geworben u. a. m. LcmdtagSangelegenheiten. Gegen einen angeblichen Häuserverkauf in Dad-Rauheim richtet sich eine Anfrage des Abgeordneten Lux (M.S.P.), die folgenden Wortlaut hat: Ist der Regierung bekannt, dab die Firma Meguin-Duhbach und bje Geschäftsleitung des Rejormbundes der Gutshvfe zahlreiche Villew in Bad-Rauheim angeblich zur Unterbringung ihrer Beamten und Angestellten käuflich erworben haben? Und was gedenkt die Regierung zu tun, um die Interessen des Bades zu wahren und derartige Vorkommnisse für die Zukunftzu verhindern. Mit der Einrichtung eines Luft- und Lichtbades zu Bad-Salzhausen beschäftigt sich folgende Vorlage des Finanzministeriums: Zur Ausgestaltung des DadesDad- Salzhausen ist Vorgesetzen, ein Lust- und Lichtbad mit Sole^usche einzurichten. Die Einrichtung der Anlage wird — zumal in Verbindung mit einer Soledusche — als ein wichtiger Heilfaktor von ärztlicher Seite dringend empfohlen. Sie erfordert einen Kostenaufwand von 71 000 Mark, der sich zusammenfetzt, wie folgt: „Und du hast ja auch natürlich ganz recht," sagte Frau Dorris mit einem etwas bitteren Lächeln. „Aber alte Menschen lassen sich nicht mehr erziehen; Jens und ich wir werden getoih nicht mehr anders, als wir nun einmal sind." „Rein, das ist ja gerade das Verztoeislungs- vvlle!" riefRora klagend. „Du weiht recht gut, dah wir Menschen nie müde Weden sollen zu lernen. Ich versichere dir, es vergeht kein Tag, an dem ich nicht fühle, dab ich etwas gelernt habe und klüger und einsichtsvoller geworden bin. Und du willst also durchaus nicht, bab ich noch einmal mit ihm rede — so recht eindringlich?" „Rein, Rora; ich bitte dich herzlich, darüber nie mehr mit Jens zu.reden. Tas muht du mir überlassen." „Tu solltest aber auch an die Kinder denken; für die wäre es viel besser, toeim er nicht tm Haus wäre." „Ich habe um seinetwillen den Kindern viele Opfer gebracht," sagte Frau Dorris ernst. „Aber er liegt ja wie ein schwerer Truck auf allen," wandte Rora ein. „Wenn das der Fall ist, so müssen sich die Kinder eben darein finden," erklärte Frau Dorris, und wieder Hang ihre sanfte Stimme merkwürdig hart und bestimmt. „Ich kann leider nur recht wenig für Jens tun, und ihn aus dem Haus jagen, wenn er lieber dableiben will, das tue ich nicht — und wenn die ganze Welt sagt, dab es das beste für ihn wäre." „Mutter, Grobtante hat herun'ergcschickt. ob du nicht ein wenig zu ihr hinaufkommen könntest," berichtete Ellen, die hastig ins Zimmer trat. „Geht's ihr schlechter?" fragte Frau Dorris besorgt. „Tas treib ich nicht, Marthe sollte nur fragen, ob du nicht hinaufkommen könntest." „Sage, ich käme in einer Viertelstunde." „Und sage Marthe, sie möchte ihre Frau fragen, ob ich mitkommen soll," sagte Tante Rora, und dann blieben beide still sitzen und horchten, während Ellen hinauflief und dem Mädchen De- icheid sagte. „Grosstante lässt sagen, sie sei zu müde, um außer Mutter noch jemand sehen zu können; für Einfriedigung der Anlage 8 000 Mk. für b^lliche Herstellungen 42 003 Mk. für Wasterzu- und -ablritung 21 003 Mk. Um eine zu stark einmalige Anforderung zu vermeiden, soll der Detrag ratenweise auf vier Jahre verteilt und in den Staatsvoranschlä- den 1922 usw. (Kapitel 7 B) eingestellt werden. Für 1922 werden 18 000 Mark vorgesehen. Die Anlage soll bis zum Beginn der Kur- und Tobe «eit 1922 betriebsfertig sein. Die nötigen Anpflanzungen sind daher vor Eintritt der Frost- Periode bereits vorgenornmen worden. Mit den übrigen Olussührungen soll alsbald begonnen werden. Aus diesen Gründen muh der Betrag alsbald verwendet und einstweilen vorlagsweise verausgabt werden, bis er nach Mahgabe der ratenweisen Bereitstellung in den Staatsvoranschlägen verfügbar wird. Unter Bezugnahme auf Artikel 56 der Verfassung setzen wir den Finanzausschuß hiervon ergebens! in Kenntnis unter der Voraussetzung seines Einverständnisses mit der vorgedachten Mahnahme. „Ein Schlag gegen die SozialisierungSidee." Darmstadt, 11.März. Der frühere demokratische „Minister" und jetzige Sozialdemokrat Dr. Strecker bemüht sich eifrig, als Schriftsteller zu betoeifen. bab ihm die Schlagworte seiner neuesten Weltanschauung in Fleisch und Blut übergegangen sind. Im „Hess. Vollsfreund" (Rr. 56 vom 7. März) schreibt er einen Artikel mit der Ueberschrift „Sin Schlag- gegen die Sozialisierungsidee". Man ist gespannt, zu wissen, worin dieser „Schlag" bestehen mag. Es ist das nach Streckers Olussührungen die Steuerpflicht der Genossenschaften und Konsumvereine, die im Steuerkomvromib ausgesprochen ist. Ueberflüffig, zu sagen, dab sich der genannte Herr als eifriger Vertreter des Mittelstandes aufspielte, so lange er noch Demokrat war. Hetzt jammert er herzzerbrechend, weil den sozialdemokratischen Konsumvereinen dieselbe Umsatzsteuer auf er legt wird, wie dem selbstärrdigen Geschäftsmann. Äatürlich ist daran nur die böse Deutsche Vvlkspartei und ihr Abg. Dr. Decker schuld. Diese wird mit Genugtuung den Zorn Dr. Streckers vernehmen und gerne bereit fein, ähnliche „Schläge gegen die Sozialisierungsidee" überall zu führen, wo sich nur irgendwie Gelegenheit bietet. Dab Dr. Strecker im übrigen in demagogischer Weise über die Grobindustrie, Stinnes usw. herfällt, mag ihm verziehen sein. Er ist ja noch ein Anfänger in der sozialistischen Laufbahn. Aeltere Gewerk- schastler und Sozialdemokraten wissen „selbst" über Stinnes sehr vernünftige Ansichten auszusprechen. Aus Stobt und Land. Sieben, den 13. März 1922. L.U. Von der Landesuniversität. Die venia legendi bei unserer Landesuniversität wurde erteilt dem Studienrat Lic. theol. Dr. phil. Heinrich Adolph bei der theologischen Fakultät für das Fach der systematischen Theologie; dem Dr. Walter K 1 üpfel bei der philosophischen Fakultät für das Fach der Geologie, dem Dr. Paul Kö11gen bei der philosophischen Fakultät für das Fach der-geologischen Dodenkunde und dem Dr. Theo Spira bei der philosophischen Fakultät für das Fach der englischen Philosophie. — Der «überplanmäßige autziei-vrdentliche Professor für Ohren-, Rasen- und Halskranktzeiten an unserer Universität Dr. Alfred Brügge mann hat einen Ruf an die Stelle des nach Berlin gehenden ordentlichen Professors Dr. Carl von Eicken erhalten und angenommen. ** Dom Polizeiamt Dieben. Regierat Lauteschläger wurde vom Ministerium des Innern vertretungsweise mit der Leitung der Dienstgeschäfte des Polizeiamts Darmstadt beauftragt. Den Dienst des Vorstands des hiesigen Polizeiamts hat Regierungsassefsor v. Gemmingen übernommen. ** Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und Post erfolgt in der Woche vom 13. bis 19. März d. I. unverändert zum Preise von 850 Mk. für ein 20- Markstück, 425 Mk. für ein 10-Markstück. Für ausländische Goldmünzen werden entsprechende Preise bezahlt. Exprebgutbeförderung zur Frühjahrs in efte 1 92 2 in Frankfurt. Zu. der vom 2. bis 8. April ds. Is. währenden Frühjahrsmesie tre.ben in der Zeit vom 28. Rlärz bi- 4. April täglich besondere Wagen von Derlin, Leipzig und Köln für die beschleunigte Beförderung von Mestgütem, zu denen solche Güler als beschllunig es Cilgui au g li-tert werden können, na; 3. Prinz Siegismund von Preußens Preuhenstolz (Fr. v. Krieger). — Eignungsprüfung für Gespanne: 1. W. Tiedkes Gespann (Fr. H. Menzel). — Hunioren-Prcis; Kinderreiten: 1. Fr. W. Kaufmanns Tutti (D. Laugwitz); 7 Teiln. — Eignungsprüfung für Damen-Reitpferde: 1. Glahns Alexis (Fr. Glahn); 2. Frhr. v. Langyns Diadem (Frfr. v. Langen); 3. Glahns Herzog Ernst August (Fr. Glahn); 10 Teiln. — Santen- Jagdspringen: 1. Graf Trautvetters Meerkonig (Fr. Wiener); 2. Frhr. v. Lüttwitzs Erich III (Fr. Wiener); 3. Frhr. v. Langens Hanko (Frfr. v. Langen); 19 Teiln. — Sen Groben Preis vom Rieder- rhein, offen für alle Herrenfahier der Gaue 4a und 4b des B. S. R., schreibt der Gau 4b RHeInland für den 9. April aus. Start und Zisl befinden sich in Viersen. Dort muh eine 100 Kilometer lange Rund st recke zweimal durchfahren werden. — Eine Weltmeisterschaft im freien Ringlampf kam zwischen dem Polen Stanislaus Z b y s z k v und dem befnnntcn „Otrangler“ Lewis zum Austrag. 2ct)terer siegte in zwei Gängen und holte sich damit den Titel als Weltmeister im freien Ringkampf zurück. Vermischtes. * SieGranaten als Kirchenglvcken. Aus Dremen schreibt man uns: Die Heine Gemeinde Marhorst bei Twistringen hat. seinerzeit. wie viele andere auch, ihre Kirchenglocken dem Kriegsmoloch zum Opfer bringen müssen, und da ihr bisher die Mittel fehlten, neue Glocken anzuschaffen, verfiel sie aus einen gewih nicht alltäglichen Gedanken, dem Llebelstand des fehlenden Geläutes abzuhelsen. Man sagte sich: gingen einst die Glocken als Granaten ins Feld, so mögen jetzt die Granaten als Glocken in den Kirchturm wandern! ilnb in der Tat, in luftiger Höhe des Marhorster Glockenstuhles hängen seit einiger Zeit die metallenen Hüllen zweier großsr Artilleriegeschosse als Glockenersah. Zwischen ihnen ist ein beweglicher Eisenkrüppel angebracht, der die Pseudo-Glocken anschlägt, die nun, statt ihrer eigentlichen Bestimmung gemäß Tod und Verderben zu speien, allsonutäglich mit freundlicher Heller Stimme die Gläubigen zum Gottesdienst rufen. * E i n Rathaus für 50 Millionen Dollar abgebrannt Das prachtvolle Rathaus der Stadt Montreal ist durch einen Brand, der in den frühen Morgenstunden des 4. März ausbrach, vollständig vernichtet worden. Die Verluste, die durch dieses ungeheure Drandunglück entstanden sind, werden auf 50 Millionen Dollar geschäht Das Bauwerk, das nicht versichert war, wurde vor 45 Jahren im Stil der französischen Renaissance errichtet. Fast der einzige Gegenstand, der gerettet wurde, war die massiv goldene Amts- fette des Bürgermeisters, die ein Angestellter mit Lebensgefahr aus dem Feuer herausholte. Das neue Rathaus, für das die Regierung die Aufnahme einer Anleihe gestattet hat, soll nid>t auf demselben Platze errichtet werden, weil man den Ort jetzt für eine cklnglücksstätte hall. Bei den vergeblichen Versuchen, das Feuer zu löschen, wurden zahlreiche Feuerwehrleute verletzt * Tiere a l s Diebeshelfer. Ein Londoner Straheirdieb richtete kürzlich einen Hund ab, der nach den Handtaschen der Damen schnappte, sie ihnen fortrih und dann damit sortlief; er Catn mit der Deute gehorsam nach einer bestimmten Stelle, wo sein Herr auf ihn wartete und ihm die Taschen abnahm. Die Samen, die auf diese Weise Eeraubt wurden, waren anscheinend Opfer eines bedauerlichen Zufalls geworden, und erst allmählich kam man darauf, dah es sich dabei um einen sehr geschickten Siebestrick handelte. Solche Fälle, in denen Tiere als Diebes- Helfer benutzt werden, sind gar nicht so selten. Eine englische Wochenschrift führt verschiedene Beispiele dafür an. Ein Mann richtete einen Hund ab, Fleisch aus den Auslagen der Fleischerläden za stehlen. Das Tier war so vorzüglich dressiert dah es das Fleisch seinem Herrn vollkommen unversehrt überlieferte. Auf diese Weise wurden die Fleischer in den verschiedensten Stadtteilen ausgeplündert, ohne recht zu wissen, wer der Sieb war. Schließlich vergiftete ein Metzger etwas Fleisch und legte es an sehr sichtbarer Stelle nieder. Der Hund nahm es, und seine Tugend wurde belohnt, denn sein Herr erkrankte schwer nach dem Genuß dieses Fleisches. Siese Erkrankung führte bann auch zur Aufdeckung des Tricks. Katzen sind von Leuten, die durch eine unauffällige Brandstiftung in den Besitz der Versicherungssummen kommen wollten, verschiedentlich dazu abgerichtet worden, eine brennende Lampe umzuwerfen. Die Tiere wurden in einen Raum gebracht, in dem sich eine brennende Lampe befand, um die herum Petroleum ausgegossen war. Während der eigen.liche Brandstifter sich sorgfältig von diesem Raum entfernt hielt, rief die Katze eine Feuersbrunst hervor, und lange kam niemand auf den Gedanken, dah der Besitzer, der sein Alibi nachweisen konnte, der Schuldige war. Ein Vierfüßler war die Hauptperson bei einer Anzahl aufsehenerregender Diebstähle, die in verschiedenen Iuwelenläden stattfanden. Wertvolle Schmuckstücke verschwanden Rächt für Rächt, ohne daß man die geringsten Spuren von einem Einbrecher finden konnte. Eines Morgens aber fand man einen Affen, der in dem Winkel eines Zu- welenladens lauerte. Ser Besitzer des Tieres hatte es abgerichtet, funkelnde Gegenstände, die es sah, aufzuheben und festzuhalten Ser Sieb schmuggelte den Affen durch einen kleinen Lichtschacht oder sonst eine Oeffnung in den Laden hinein und wartete geduldig, bis das kluge Tier mit irgendeinem Schmuckstück zurückkam. Aber als er seinen Helfershelfer einmal schlecht behandelte, blieb der Affe eines Rachts im Laden fitzen und brachte damit den schlauen Plan seines Herrn ans Licht. Handel. — Die Zeichnungen auf die öprozentigen, vom Jahre 1927 ab zu 102 Prozent rückzahlbaren Teilschuldver- schreibungen der Badischen Landeöelektrizi- tätsversvrgung A.-G. werden von heute bis 24. März 1922 auch von der Dank für Handel und Industrie, Zweigstelle Gießen, ent- regengenommen* Frankfurt a M., 11. März Marknollerungen. Füv 100 deutsche Mark wurden gezahll: Datum: 1.7.14. 10.3. 11.3. Zürich Fr. 125 40 2,03 2,00 Amsterdam ..... Fl. 59.20 1,03 Kopenhagen ..... Kr. 88 80 . —1,88 Prag Kr. 117 80 24,26 Stockholm Kr. 88.80 1,52 Wien Kr. 117.80 3022,- London Sh. 97.80 Pari« Fr. 125.40 4,57 Aeuvork $ 23-80 -,39 -,38 Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brnis Datum: 10. Mörz. 11. März. Amsterdam-Rotterd. 9600,35 9619 65 9640,35 9659 65 Brüssel-Antwerpen. 2182,85 2187,15 2147,85 2152 J 5 Ehristiania.....4o05,35 4 J14.65 4560 40 4569,60 Kopenhagen. .... 5334,66 5345 35 5340,60 536i’ 40 Stockholm......6628,35 6641 65 6573, <06686.70 HelsingforS 515,45 5.6,55 524,45 525,55 Italien 1286,20 128s,80 1298,70 1301,30 London 1106,j5 1108,65 111 ,85 1116,15 Aeuyork 253,i 4 254,26 255,99 256,51 Paris 2272,70 2277,30 2297,70 2302,30 Schweiz 4980,- 4990,- vpamen 4005, 5 4014,05 Deutsch-Oesterr.. . . 3,48 3,52 3,33 3,42 Prag......... 417,55 418,45 439,55 44u,45 Budapest 31,96 32,04 32,11 32,1» Buenos AireS . .. 93,77 93,97 93,65 93,85 Bulgarien 16*55 169,96 167,80 168,20 Züricher Devisenmarkt. 1.3., 13. 3, Wechsel auf Schweiz« Franüär Holland 100 Fl. = 195.10 194.75 Deutschland 100 Rst. = 2.- 2.- Wien 100 Kr. ” 0.07 0.07 Prag 100 Kr. = «.60 8.775. Paris 100 Fr. =° 46.20 45.95 London 1/ — 22.49 22.45 Italien 100 L = 26.20 26.05 Brüssel 100 Fr. = 43.25 43.10 Budapest 100 Är. = 0.65 0.64 Deuyork 100 $ = 515-50 516.- Agram 100 Kr. = 1.80 1.75 Warschau 100 Kr. — 0,12 0,1 IS (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Der „Fußtritt- der Vereinigten, Staaten. Reuyork, 11. März. (WTD.) Einige Morgenblätter drücken ihre Enttäuschung über den Beschluß dev Regierung, die Einladung zur Genueser Konferenz adzu lehnen, ai$. „World" sagt, daß die Genueser Konferenz der stärkste Beweis für die aufrichtigen Bemühungen Europas sei, sich zusammenzuschließen. Aber als Europa sich an die Vereinigten Staaten gewandt habe, habe es als Antwort einen Fußtritt bekommen. Die Delegierten der Schweiz für Genua. Vern, 11. März. (WTB.) Set Ban des - tat hat als Setegiertefürbte®enuefer Konferenz die Bundesräte Motta und S ch u 11 h e ß ernannt Ser -Delegation wurden als Sachverständige beigegeben: Rativnalrat Frey, Präsident des schweizerischen Handels- und Industrievereins. Zürich, und Leopold Dubois. Derwaltungstatsmitglied des schweizerischen Bankvereins, Basel. Themtis bei Poincare. Paris, 11. März. (WTB.) Ministerpräsident P o i n c a r 6 hat gestern den belgischen Mi-' nisterpräsidenten T h e u n i s empfangen. Rücktritt des Dizekörllgs von Indien? London, 11. März. (WTD) »Pall Mal», and Globe" hält es für sicher, daß der Vizekönig für Indien, Lord Reading, zurücktreten wird. Verhaftung des indischen Nallonalistenführers GhandiS. London, 11. März ("^TB.) (SW amtliche Meldung b s igt, daß der indische Rationallstew- führer G Han dis verhaftet worden ist. Die Blätter nehmen an, daß er deportiert werden wird. Die Aussperrung in der englischen Metallindustrie. London. 11. März. (WTD) Die Blatter glauben, daß durch die heute beginnenbe Aussperrung in der Metallindust rre ungefähr eine Million Arbeiter betroffen werde. Eckstein Gold 80 Pfg. köstlich im Geschmack TortCt'O 1OO Pfg. elegant in der Packung Traviata 120 Pf$. Digaeette«t«SviS A. SSI. SSsisin & SSHns » Dvssdem-K. ES » M. V 1 •■wS&S Behördliche Anzeigen Holzsubmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Atten-Buseck soll das nachverzeichnete Holz im Submifsionswege verkauft werden. Distrikt Gichbusch: Los 1. Fichtenstämrn« 3. Kl. 4. „ 5a „ 5b „ Los 2. Weißtannenstämme5a „ 5b „ Weitztcmnen-Derbstangen 3 St.-- 4,38 Fstm. 6 „ = 5,10 „ 17 „ -- 7,33 „ 62 „ = 17,64 „ 28 „ =16,07 „ 138 „ =41,51 „ 9 „ = 1,19 „ Distrikt Untere Eckardshausen: ' Los 3. Kiefernstämme 1. Kl. 1 St. = 0,98 Fstm. 3. „ 10 „ = 7,01 „ 4. „ 25 „ =13,25 „ 5. „ 104 „ = 35,39 „ (Dau- u. Grubenholz) Distrikt Kettenschlag; Los 4. Fichtenstämme 3. Kl. 1 St. = 1,09 Fstm. 5a , 4 „ = 2,01 „ 5b „ 83 „ = 16,15 I Fichten-Derbstangen 1. „ 372 „ = 38,62 „ Distrikt Ellersberg u. Lichteiche (hier teils trocken): Los 5. Fichtenstämme 3. Kl. 1 St. = 1,74 Fstm 4. „ 5 „ = 4,21 „ 5a „ 39 „ = 16,11 „ 5b , 196 „ =39,12 „ Los 6. Eichenstämme 2. „ 2 , = 2.36 „ 3. „ 4 „ = 3,15 „ Das Holz ist mit Rinde gemessen. Etwaige Einwendungen wegen der Verweisung sowie der Düte des Holzes werden nicht berücksichtigt. Angebot« sind verschlossen, getrennt nach Losen, Sortiment und Klassen, mit der Aufschrift „Holzfubmission" bis spätestens Samstag, den 18. März d. 3s., nachm. 2 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Eröffnung der eingelaufenen Angebote stattfindet. Die näheren Bedingungen werden vor Eröffnung der Angebote bekanntgegeben. Alten-Buseck, den 10. März, 1922. 2498l) ________Bürgermeisterei Alten-Bvseck. Rau.________ Verftchnngvon Arbeiten. Das Eindecken und EinschlSmmen bei den diesjährigen Walzarbeiten soll öffentlich vergeben werden. Angebote sind bis Dienstag, den 21. d. Mts. bei dem Unterzeichneten, Regierungsgebäude Land« graf°Philipp.Plah 3, Zimmer 22, einzureichen. Gießen, den 10. März 1922. 2502V Kreisbauverwaltung Gießen. _______________Cellarius.________________________ Aufforderung. Sie folgenden EinlagebLcher der Bezirks- fparkaffe Gießen, lautend auf die Aamen: 1. Rr. 35878 Emma Müller 2. Rr. 72714 Karl Schneider 3. Rr. 75669 Emmi Möller 4. Rr. 68037 Margarethe Rocker find abhanden gekommen. Die Inhaber der genannten Bücher werden hiermit aufgefvrdert, ihre Ansprüche an diese binnen drei Monaten vom Erscheinen dieser Bekanntmachung an, bei uns geltend zu machen, andernfalls die KraftloSerklärung der Sparbücher erfolgen wird. Gießen, den 10. März 1922. Der Vorstand der DezirkSsparkaffe Gießen. Zaches 2504V Holzsnbmission. 4,90 Fstm. rr n 5. 6. 8 9 14 2 5a 5b n u n n n 11 1 Kiefern-Bauholz 32 130 217 3 Fichtenstämme 12 34 75 232 roege vergeben: 3 Eichenstämme = 12,40 t= 14,56 = 6,49 --- 0,57 = 1,63 = 3,61 --- 8,35 = 1,06 = 34,64 = 108,45 = 114,54 ---- 7,03 = 15,55 = 34,60 -- 43,66 = 55,41 Donnerstag, den 16. März L Is.» vormittag« 10 Uhr, werden aus den hiesigen Waldungen, Distr. Kinnwald, Rabenauer Straße,Langebruchsttaße, Forst» wartet II, folgend« Holzfortimrnte im Snbmissions- 2. Klaffe 3. „ 1 Kiefern-Schnittholz 1 3 2. 3. 2. 3. 4. 5. 2. 3. Angebote sind nach Klaffen und Sortiment getrennt, verschlossen und mit Aufschrift versehen, bis zu obigem Termin bei uns einzureichen. Angebote, mit zusammengezogenen Klaffen ober Vorbehalt versehen, werden nicht berücksichtigt. Es wird empfohlen, dar Holz (weil Kuferholz darunter) vorher zu besichtigen, da spätere Reklamationen nicht angenommen werden. Forstwart Franz zeigt auf Wunsch das Holz vor. Die Bedingungen können auf hies. Bürgermeisterei eingesehen werden. AUendorf a. d. Lda., den 10. März 1922. 2472V Hess. Bürgermeisterei Avendorf a d. Lda. Rein. WMMWMWLL-'/LV wm Oie 3rti6^*e N. vaoae. (Siegen Saaifortoffeln! Ich empfehle mich zur Beschaffung von Speise- u. Saatkartoffeln in Waggonladungen gegen Provision, unter selbsttätiger Verladung. 2507 H. Raas, Gießen, ^Telephon 152L Vergebung. Am 1., 2. und 3. Juli d. Is. feiert der Radfahrer-Verein „Wanderlust", Steinheim, das Fest seiner Bannerweihe. Die hierzu in DetrachtkommendeMusik,Wirtschaft,Metzgerei sowie die Plätze für ^aruffell, Schiffschaukel, Schaubuden und Iuckerstände jeglicher Art sollen vergeben werden. Interessenten wollen ihre Angebote bis zum 15. April d. Is. bei dem Vorstand des Vereins einreichen. Auskunft über die Bedingungen erteilt der Vorstand. Da ti.it der Bannerweihe gleichzeitig ein Dundesfest des Oberhessischen Radfahrer- Bundes (32 Vereine) verbunden ist, kommen in anbetracht der Größe des Festes nur erst» klassige Unternehmen in Frage. 0lMf) Radfahrerverein „Wanderlust" Steinhelm (Gderhessen).