Nr. 3? Ter Siehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sann» und Feiertags. Monatliche vnngspreise: Mk. 9.50 einschl. Träger- lohn, durch die Post Mk. 10. - einschl. Bestellgeld, auch beiMchterschei- nen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. !sern sprech-Anschlüsse: ür die Schriftleitung 112; ür Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen, poftschealonto: Frankfurt a. M. 11686. Montag, l3. Februar 1922 Erstes Blatt 112. Iahrgang Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis tum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen» 34mm Breite örtlich 70 Pf-, auswärts SO Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Drelle 3 0Pf. Bei Platzvorschrift 20 .Aufschlag- Hauvtschriftleiter: Äug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenlell: Hans Deck, sämtlich in Gießen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesten vnrck und Verlag: vrühl'sche Untv.-Vuch- und 5teindruckerei TL Lange. Schnftleltung, Sefchäftsstelle und Druckerei: Zchulfttaße 7. Die Vertrauensfrage des Reichskanzlers Dr.Wirth. Die Aussprache des Reichstags hat zu vielfacher Kritik des Reichskabinetts, besonders auch der persönlichen Haltung deS Reichskanzlers, geführt. Die beiden Rechtsparteien formulierten, nicht nur aus Gründen, die vom Verkehrsstreik hergeleitet werden, offene Mißtrauensanträge. Dazu verweigert auch die gelomte radikale Linke dem Kabinett das vertrauen. Die Regierungsparteien verfügen zusammen über 220 Stimmen; der Reichstag zählt aber 469 Abgeordnete. Dr. Wirth verlangt eine offene Abstimmung, die am nächsten Mittwoch vor sich gehen soll. Die Lage sieht für den Reichskanzler recht kläglich aus, denn er hat auch in den Reihen des Zentrums und der Demokraten manchen Freund und Bewunderer endgüllig verloren, so daß die „Frankfurter Zeitung" ihm die Absicht unterlegt, er wolle vor allem auch im Lager der Regierungsparteien selbst die Luft reinigen. Als unersetzlich wird der unentwegte Streiter, der durch Ungeschicklichkeiten die von allen in Frage kommenden Gruppen gewünschte große Koalition verdorben hat, wohl nicht einmal von seinen Parteifreunden angesehen werden. Die Zukunft liegt aber dunkel und verwickelt vor uns, weil mit der Ka- binettSkrisis natürlich auch die Empfindlich-, Zeiten der Parteien untereinander gewachsen sind und es an Persönlichkeiten fehlt, die mit Aussicht auf Erfolg eine arbeitsfähige Mehrheit zustandebringen könnten. Berlin, 12. Febr. Zur innerpolitischrn Lage drücken die Blätter der beiden Rechtsparteien in der Mehrheit die. Hoffnung aus. daß der Reichskanzler am Mittwoch gestürzt werde, wenn auch das „Deutsche Tageblatt" und der „Reichsbote" übereinstimmend betonen, daß die Gelegenheit, das Kabinett zu stürzen? welche gestern günstig war, verpaßt worden sei. Die Blätter der Regierungsparteien begrüßen, daß der Reichskanzler den Mut zur Entscheidung zeigte und ein klares Bertrauensvotum forderte. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" meint, daß es den Anhängern Wirths vielleicht doch noch gelingt, die jetzige Krise, die die schwerste für das Kabinett Wirth sei, zu vermeiden. Das „Berliner Tageblatt" und die „Bolkszeitnng" betonen die Notwendigkeit, den Reichstag aufzulösen, falls er Wirth das für Genna erforderliche Vertrauen nicht ausspreche. Die „Bpssische Zeitung" glaubt, den Unabhängigen könne nichts daran liegen, die Aktionsfähigkeit des Kabinetts zu schwächen, deren Außenpolitik sie billige. Sie müßten deshalb die Frage der Aufrechterhaltung deS persönlichen Mißtrauensvotums gegen Wirth noch einmal nachprüfen. Die „Freiheit" hält ein Kompromiß mit der BolkSpartei bis Mittwoch für wahrscheinlich und ruft: „Sttnnes steht vor den Toren!" Die „Rote Fahne" erblickt den einzigen Ausweg in einer Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenregierung. Berlin, 13. Febr. Den Blättern zufolge hat die durch die Erklärung deS Reichskanzlers in der gestrigen Reichstagssitzung geschaffene Lage im Laufe des Sonntags keine Aenderung erfahren. Es haben gestern nur unverbindliche Besprechungen zwischen einzelnen Parlamentariern stattgefunden. Meßet die Haltung der Bayrischen BolkSpartei, die bei der Erwägung der Stimmenverhältnisse eine wesentliche Rolle spielt, erfährt der „Lokalanzeiger", daß die Fraktion bisher noch keinen 'Beschluß gefaßt hat. Sie werde wahrscheinlich die Abstimmung freigeben. Selbst wenn die Bayerische BolkSpartei geschlossen für das Vertrauensvotum stimmen würde, würde das Kabinett nur eine ganz geringe Mehrheit haben. Eine englische Kritik der Ententepolitik. London, 12. Febr. (Wolff.) Sn der »Fort« läghllh Review" unterzieht der englische Publizist D i l l v n in einem Artikel „Europa und der Bolschewismus" die Politik der alliierten Regierungen, insbesondere in der Frage deS Wiederaufbaues, einer scharfen Kritik. Er schreibt: „Die Führer der interalliierten Koalition seit dem Kriege verletzten den Crundsatz, den sie alle von Anfang bis Ende verkündeten, nämlich den der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der anderen Staaten, systematisch jedesmal, wenn es in ihrem Snteresse lag. Nachdem sie den Krieg gegen die Tolschewistcn in Mußland geführt hatten, sprechen sie heute von einer Snteroention in Rußland mit Abscheu, weil eine solche ihren Grundsätzen widerspreche. Bei Deutschland und M n g a r n setzcm sie sich jedoch über diese Grundsätze hinweg. Eine Rhein republik und andere Miniaturstaaten wurden, ohne daß man sich ein Gewissen daraus macht, aus i dem Deutschen Reicheherausgerissen, nicht mir widerstandslos von Seiten der Entente, ondern sogar mit ihrer hilfreichen Mitwirkung. Gewalt ist Trumpf. Moralität nur Dorwand. Das englische Dolk sicht, daß es nicht gedeihen, ja nicht einmal lange bestehen kann unter den augenblicklichen Derhältnissen der Welt, an deren Schaffung seine eigenen Staatsmänner einen wesentlichen Anteil haben. Sie gelangten zu der Meber^eugung, daß Deutschland das sie bisher methodisch zermalmten, chnell' wieder in die Höhe gebracht, in seiner Stellung als solventer Kunde Großbritanniens wiederhergestellt wird und in den Stand gesetzt werden muß, zur Aufrechterhaltung des britischen Haedels und der britischen Industrie beizutragen. Selbst ein Sklave muß gefüttert und arbeitsfähig erhalten tre den. Deutschlands Aktions - eld ist jedoch durch den Versailler Vertrag auf einen Umfang herabgesetzt, der Deutschland ür die ihm zugedachte Rolle so gut wie unfähig macht. Cingesperrt in ein Gebiet, das für Deutschlands wach ende Bevölkerung zu klein iß, seiner Kolonien, eines großen Teils seiner Kohlen und anderer Hilfsquellen beraubt, nähert sich Deutsch- land rasch dem Zusammenbruch. Unter den augenblicklichen politischen Bedingungen ist Rußland das einzige Feld für reutsche Unternehmungen. Der fein erdachte Plan, von dem emgenommen wurde, daß er allen interessierten Parteien zusagen werde, ist baßer der: Die Bolschewisten werden formell anerkannt, die Deutschen Erhalten Ellenbogenfreiheit für ihre wirtschaftliche Entwicklung und die Befähigung für die höheren Rassen, die in die Lage gefetzt werden, ihr Geschäft wie gewöhnlich weile.-zuführcn und Reichtum zu erzeugen. Lloyd Georges letzter Plan für den Wiederaufbau Europas ist zu bezeichnen als Plan der Ausbeutung des am Boden liegenden Rußlands durch Deutschland in der Absicht, Deutschland für die Ausbeutung durch die Entente reif zu machen. Dillon schreibt weiter: Gegen die Deutschen, als die künftigen Neugestalter Rußlands, bestehen in Rußland nicht die geringsten Einwände und brauchen auch nirgends za bestehen. Die Deutschem kennen das russische Volk, seine Sprache und die Gebräuche Rußlands besser als jebe andere europäische Nation. Die Deutschen finb die leistungsfähigen Organisatoren m Europa mb für die schwierige Ausgabe wunderbar geeignet. Man muß jedoch von einem ganz anderen Ausgangspunkt an die Aufgabe herantreten mb sie unter günstigeren B:d.n Zungen b. ginnen. Dkl Ion berichtet aus eigener Anschaumg über die in- leugbare Tatsache, Laß in Deutschland heute die Lage weit beunruhigender fet, als von den Nachbarn Deutschlands angenommen werde. Wenn die bisher von der Entente befolgte Politik fortgesetzt werde, wenn auf dem Pfund Fleisch bestanden werde, dann werde eine nicht gutzumacher.de Katastrophe herbeigeführt. Durch das diploma tifdjc Werkzeug, den Versailler Vertrag, hätten die Ententenationen Deutschland seiner Existenz- mittel und "feiner politischen Souveränität beraubt. Wirths Ausgabe sei, den Versailler Ver- tiag durch seine Ausführung aa absurdum zi führen. Kurt Eisner und das Versailler Diktat. Berlin, 11. Febr. (Priv.-Tel.) Wie die Blätter aus München melden, beendete nunmehr der vvm bayerischen Landtag mit der Erforschung, Sammlung und Bearbeitung der bayerischenDokumente zum Kriegsausbruch beauftragte Borsitzende der derno- kratischeir Landtagsfraktivn, Stadtarchivar Dr. Dirr seine Dokumentensammlung. Den Ausgangspunkt der Feststellungen bilden die Enthüllungen, die der frühere bayerische Ministerpräsident Eisner am 23. November 1918 durch die offiziöse Korrespondenz Hoffmann verbreiten ließ. Der Dirrsche Bericht stellt Eisners Auszug aus dem bayerischen Gesandtschaftsbericht den Originalen gegenüber und beleuchtet dann die Auswirkungen des Auszuges auf das Bersailler Friedensdiktat. Die Gegenüberstellung ergibt, daß Auslassungen und Streichungen, die Eisner vvrnahm, den Zusammenhang und Sinn der Dokumennte wesentlich entstellt i)nb Deut schla nd einseitig belastet. Eisner glaubte, durch rückhaltlose Dokumentterung der moralischen Schuld eine Verständigung mit den bisherigen Gegnern herbeizuführen. Das Bersailler Diktat sttafte dann den pvli- ttschen Opttrnisrnus grausam Lügen, stützte sich jedoch in der Manteltwte vom 29. März 1919 u. a. auch auf die Eisnerischen Enthüllungen, um Deutschlands Schuld am Kriegsausbruch darzutun. Ein mangelhafter Beitrag Sassanows zur Schuldfrage. Paris, 12. Febr. (HavaS.) Der ehemalige russische Minister des Aeußern Sasonow richtete an den „T e m p S" folgendes Schreiben: Seit einiger Zeit veröffentlichen deutsche Presseorgane eine neue Reihe von Artikeln bezüglich des Ursprungs des Weltkrieges. Zn diesen Artikeln gesellen sie meinen Damen denen von Poincare und Zswolöki bei, denen sie die Verantwortung an dem großen Unheil zuschieben wollen, das an der Menschheit im Jahre 1914 begangen wurde. Die Sammlungen von Kautsky und Montgelas sowie das Rotbuch von 1919 sagen uns genug, genug, daß wir wissen können, was wir von dem Wert der „friedferttgen Gesinnung" zu halten haben, welche nach der Deuteten Presse in den hohen Sphären Berlins geherrscht habe zur Zeit des österreichisch-serbischen Konfliktes. Man will die bisher nicht herausgegebene Korrespondenz zwischen 0S- wolski und mir aus der Zeit des Beginns der Feindseligkeiten veröffentlichen. Zch weiß nicht, auf welche Dokumente sich diese Schrift beziehen will. Aber von vornherein will ich Der» ichern, daß Zswolski während seiner po- litischeil Tätigkeit in Paris sich zu keiner Zeit des Verbrechens schuldig gemacht hat, dessen ihn die Gegner bezichtigen, die chm höch- tenswegenseinerzugroßenWach- amkeit und wegen seines klaren Blickes abgeneigt sein können. Hätte er es übrigens gewollt, so wäre die Luft, die er in Paris atmete, wo sich die ausführende Gewalt in so fester und loyaler Hand befand; ür eine Angriffspolitik nicht günstig gewesen. Die Wirkung der französischen Note. Paris, 13. Febr. (WTB.) Wie der Havas- kvrrespondent in Landon berichtet, wirb sich bas engü|d;<*Äabinett heute mit der französischen Note über die Konferenz von Genua beschäftigen. Lloyd George sei bis heute immer noch gegen eine Verschiebung der Äon- eien;;. Man müsse sedvch in Betracht ziehen, baß einige feiner Ministerckollegen entgegengesetzter Ansicht seien. Cs sei wohl möglich, baß sich inne.halb pes britischen Kabinetts eine Meinungsverschiedenheit zeigen werbe, da gewisse Ansichten ich geltend machten. Man wolle versuchen, zwi- chen ben Kabinetten von London und Paris zu einem Kompromiß zu gelangen. Zn der Meldung wird ferner erklärt, man habe mit Unrecht angekündigt, das englische Ministerrum fet geneigt, einem englisch-französisch-italienischen Sach» verstandigenausschuß die Diskustion der Fragen an-uvertrauen, die das französische Memorandum auf werfe. Dtts sei eine Verwechslung. Der Oberste Rat in Cannes habe sich schon Hahin geeinigt, Sachverständigen von England, Italien, Frankreich, Belgien und Japan, und zwar den Sachverständigen dieser Mächte und nicht nur solchen Der ersten drei Mächte, die Mission anzuvertrauen, die finanziellen uitb wirtschaftlichen Fragen vor Beginn der Konferenz zu studieren. Diese Sachverständigen hätten keine Befugnis, die politischen 'Fragen zu behandeln. Uebrigens sei auch diese Zusammenkunft noch nicht ins Auge gefaßt. Man habe also keineswegs die Absicht das Studium der französischen Note einer Kommission von Sachverständigen anzuvertrauen. Paris, 13. Febr. Nach einer Meldung der «Chicago Tribüne" aus Washington hat sich der Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten nach einer Vorbesprechung über das Dier-Mächte-Abkvmmen bis nächsten Donnerstag vertagt. Es sei jetzt wahrscheinlich, daß nicht vor 3 Wochen dem Senat über den Vertrag Bericht erstattet werde. Frankreich und der Anfbanplan für Rußland. Paris, 11. Febr. (WTB.) Das „Z our- nal de Debats" erklärt, französischerseits könne man die Hoffnung der Engländer nicht teilen, durch Ueberttagung deS r u s s i s ch e n Wiederaufbaues an Deutschland ihre alle deutsche Kundschaft wieder kaufkräftig zu machen, und dann im wiederhergestellten Rußland mit Nutzen zu arbeiten. Die Mittel, die Deutschland für diesen Wiederaufbau verwende, würden den Reparationszahlungen entzogen werden, die es den Alliierten schulde, und eS wäre ein schlechter Scherz von Frankreich zu verlangen, daß es warte, bis Deutschland in Rußland reich genug geworden wäre, um einen Teil seines Gewinnes abzugeben. An dem Tage, wo Deutschland auf seine Art Rußland wieder aufgebaut hätte, würde es sich stark genug fühlen, der Aufforderung der Entente kategorisch Widerstand zu leisten. Der Wiederaufbau Rußlands durch Deutschland führe unvermeidlich zum Kriege. Englischer Kredit für Ccftrrrctdi. Wien, 11. Febr. (WTB.) Der englische Gesandte überreichte der österreichischen Regierung eine Note, in der mitgekeilt wird, daß die englische Regierung beschlossen habe, Oe st erreich einen Kreditvvrschuß von zwei Millionen Pfund Sterling zu geben. Die Einzelheiten des Kreditvvrschusseö werden durch Notenaustausch geregelt. Das Kabinett Bottomi. Rom, 11. Febr. (WTB.) 3m Mini st e r r a t stellten die Minister dem Präsidenten die Portefeuilles zur Verfügung, um ihm für eine eventuelle Umbildung des Kabinetts, wenn er sie für nötig hielt', freie Hand zu lassen. Bonomi dankte, lehnte aber ab und erklärte, er wünsche, daß das Ministerium sich dem Parlament geschlossen vorstelle. Llrbeitcransfpcrrnng in Dänemark. Kopenhagen, 11. Febr. (WTB.) Dn Verhandlungen zwischen den dänischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern führten zu keinem Ergebnis. Nachdem die Organisation der Arbeiter den Vermittlungsvorschlag der Schiedsinstttution abgelehnt hatte, erklärte heute nachmittag der Arbcitt geberverein die Aussperrung der beteiligten Arbeiter, deren Tarifverträge abge-- laufen sind. Die Zahl der Ausgesperrten beträgt etwa 100 000 Mann. Kopenhagen. 12. Febr. (Wolff.) Don der angetünbigten Aussperrung Der 21 r - beiter, die am 14. Februar avenbs eintreten soll, finb ausgenommen die Wasserwerks-, ©leb trizitäts-, Gasarbeiter usw., sowie der Hol> inbufliiearbeiterberbanb, Der Schnei c ocvla.ro, der Gürtler-, ber Fvrmerverbanb und die Heizer, welche den Vermittlungsvorschlag angenommen haben. Trotzdem die Aussperrung auch cie Kopenhagener Buchdrucker betrifft, sind die Zeitungen davon ausgenommen. Die Aussperrung umfaßt 170 003 Mann, von denen 90 000 bereits arbeitslos sind. Dic Krönung Pins XI. R o m, 12. Febr. (Wolfs - Heute vormittag fand in der Peterskirche die feierliche Zeremonie der Krönung Vius Xi statt, an der außer der Familie und den kirchlichen Würdenträgern beim päpstlichen Stuhl das beglaubigte diplomatische Korps und nahezu 50 000 andere Personen teilnahmen. Aus dem Reiche. Die Preissteigerungen. B e r l i n, 11. Febr. (WTB.) Die Desamt- handelsmdexziffer des statisttschen Reichsamtes ist von 3487 im Durchschnitt des Dezembers auf 3665 im Durchschnitt des Januars gestiegen. Die Preissteigerung betrifft in erster Linie die landwirtschaftlichen Erzeugnisse, bic Lebens- und Genußmittel, und zwar stiegen Getreide und Kartoffeln von 3127 auf 3363; Zucker, Fleisch, Fette und Fische von 3106 auf 3555; Kolvnialwareü von 4652 auf 4819; landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensrnittel zusammen von 3229 auf 3509. Von Zndustrte- ftoffen sind zunächst Häute und Leder von 40o4 auf 4668 gestiegen, während Textilien von 6158 auf 5939 und Metalle von 4379 aus 4313 zurückgegangen sind. Kohle und Eisen stiegen von 3298 auf 3307. Der Dollar- kurs blieb im Durchschnitt des Januars mit 191,81 fast auf der Höhe des Vormonats (19193) während vorwiegend im Zalande erzeugte Waren nicht unerheblich, und dttxn, von 3170 auf 3383 gestiegen sind. Konrad Haußmann f. Stuttgart, 12. Febr. (Wolff.) Der Reick:- tagsabgeordnete Konrad Haußmann trr= fiarb heute Nacht nach etwa vierzehnlagigem Krankenlager an ber Grippe. Konrab Haußmann wurde am 8. Februar 1857 in Stuttgart geboren. Sein Vater Julius Hauß- mann war ein alter 48er, ber feinen grvß-dcuischcn 3ugenbtraum mit drei Zähren Festungshcht auf bem Hohenasperg büßen mußte und bann Reba.- teur des demokratischen »Beobachter" in otvt;- qart wurde. Der Sohn Haußmann besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, studierte in Zu r o München und Berlin Rechtswissenschaften un) LJ- sick dann 1883 in Stuttgart als Rechtsanwalt lieber. Er wandte sich, in den Spuren seines Vaters wandelnd, auch ber politischen Tätigkeit zu und würbe 1889 in Balingen in ben wurttembergrschen Landtag gewählt, dem er seither ununterbrochen angebörV Auch Mitglied des Reichstags, ist er seit 1890. Haußmann gehörte zu den Begründern der Wochenschrift _März", deren eifriger Mitarbeiter er ist. Als Redner seiner Partei im Reick-stag behandelte er insbesondere Fragen der auswärtigen Politik und zwar von einem politischen Standpunkt aus, den er als Mitglied ber Vereinigung für internationale Verständigung einnahm. Aus Hessen, Gebuhrenerhöhungen auf dem Der- ordnungSweg. Man schreibt und: Mehrfach war die Regierung in den letzten Jahren genötigt, Gesetzesmaßnahmen durchzuführen, die ben Zweck haben, Otc Sätze älterer Abgabegesetze unb Geb.chrenve.ord nungen in bem Maß zu erhöhen, bas erheblich gesunkenen Geldwert und damit yj.fammep- hängenden erhöhten Aufwand bä Sraates für Die betreffenden Leistungen entspricht. 5-3 vt anzu- nehmen, daß auch in ber Zutunfl das Bedürfnis nach gleichem Vorgehen wiederholt unb bringem- hervortreten wird. Ilm nun einerseits das Vcr fahren zu vereinfachen und andererseits rascher, als es auf dem umständlicher. —.g der <>efep' gebung möglich ist, dem Bedürfnis gerecht zu werden, hat die Regierung dem Landtag^,- Vorlage unterbreitet, durch die da- - - - Ministerium ermächtigt werden soll, Erhöhung Gießener ommissar für das besetzte Lan nn. sch unserer Tage wieder gesunde Wurzel taffe im Boden der Hei- und aufs (Heie v6rbüü hatte alles getan, um einen Erfolg zu verbürgen I y grausigen Fund machte der Besitzer der Reumühle dahier auf dem Boden des Hauses in einer Kiste. Man entdeckte darin die schon stark verweste Leiche eines neugeborenen Kin- des. Die Nachforschungen ergaben, daß die 23 Jahre alte Dienstmagd Gr. M. schon auf Weihnachten einem Kinde das Leben geschenkt versuchen so mitzuwirken amgaten Werke, damit der kranke Mens" bjlder waren mit Geschmack und Stilgefühl aufgebaut; als besonders gelungen nennen wir die Rütliszene und den Apfelschuh. Überlieferung. Sage, Märchen, Bolkslied. Geschichte — unsere ganze Bolkskunde — werde« auf unserer kleinen Bühne wieder lebendig anPfungstgdt, 11. Febr. Einen Es ist weiterhin erfreulich berichten zu können, daß die Darsteller ihrerseits mit anerkennenswertem Eifer und bestem Gelingen sich in ihre Rollen eingelebt hatten. Karl Juhnke lieh seinem Teil viele fein beobachtete Züge und wußte namentlich sein Lleber- zeugtsein von ter Lauterkeit seines Tuns und Fühlens glaubhaft zu gestalten; der Träger der Hauptrolle blieb so auch der Mittelpunkt des Spiels. Eine ebenbürtige Leistung war der Land- vogt Adolf T e l e k h s. Georg D a d u r a gab den Stauffacher erdenschwer und wichtig. Ein würdiger Allinghausen war Karl B o l ck, während uns Heinz B e ch st e i n als Walter Fürst zu pathetisch war. Für die Verzweiflung und den Haß des Arnold Melchthal fand Wladimir Brandes den rechten Ton. Als Rudenz erschien Fredh Döring im Anfang allzu kalt, liest sich aber dann von dem beseelten Spiel seiner Partnerin (Karla Keller) mitreisten. Gut getroffen war die Gertrud Auguste Marcks. auch mit der Hedwig Kitty Frankes konnte man sich befreunden, wenn sie auch manchmal neben dem kraftvollen Teil etwas zu schwächlich wirkte. Richt vergessen werden darf der frische Walter Tell Cläre Türks. Die übrigen Mitwirkenden müssen sich diesmal mit einem Sammcllob begnügen; sie boten ohne Ausnahme Gutes. ** Wieder voller Zugverkehr. Don heute ab wird auf allen Strecken des Direktionsbezirks Frankfurt der volle Personenzugverkehr, wie vor dem Streik, wieder ausgenommen. Die Schnellzüge 179/183 Frankfurt—^rlin über Gießen werden erstmalig heute wieder abgelassen. Die Schnellzüge 71/74 Frankfurt—Hamburg über Gießen verkehren wieder regelmäßig seit gestern und die Schnellzüge 125/126 laufen heute zum ' ersten Male. ** Wintersport. Der gestrige Sonntag gab den Freunden des Ski- und Rodelsports ausgiebig Gelegenheit zur Betätigung. Die Bahn am Eulenkopf war am Rachmittag so stark beseht, daß sich die Schlittenmassen am Start stauten. Rodler aller Altersllassen kamen auf ihre Kosten, und die zahlreich anwesenden Zuschauer ebenfalls, denn mancherlei Zwischen- und Umfälle lösten Heiterkeit in reichem Maße aus. Bei den kleinsten der Rodler gab es hier und da Tränen, wenn der Schlitten unter ihnen durchging, aber Kindertranen trocknen schnell. Ernstere Gesichter machten * allerdings die Erwachsenen besonders die Damen, wenn sie der störrige Schlitten mitten auf der Dahn „kieloben" einige Meter weitergleiten lieh, Aber schließlich machten auch diese „Entgleisten" gute Miene zum bösen Spiel. Daß ferner Hüte und Müsse sich während der Eilfahrt von ihren Besitzern lösten und von den nachfolgenden Rod- .lern kunstgerecht überfahren, und -so aus der Fassung gebracht wurden, tat dem Vergnügen ■■feinen Abbruch, auch nicht die eintretende Dunkelheit denn noch am Abend zogen Scharen von Rodlern nach dem Trieb zum nächtlichen Vergnügen. **'3n der Oberhesfischen Gesellschaft für Ratur - und Heilkunde sprach Dr. Bergmann über einen modernen Ersatz für elektromagnetische Anziehung. An der Hand einer großen Anzahl von Versuchen zeigte der Vortragende den sogenannten Zohnsen-Rahbeck- schen Effekt, das elektrostatische Relais oder den hessische Gebiet bestellt und als solcher ermächtigt worden, die hessische Regierung und die sämtlichen hessischen Behörden des besetzten hessischen Gebietes gegenüber dem Oberkommando der französischen Rheinarmee und dem Delegierten der Rheinlandkommis-- sion bei der Provinz Rheinhessen in Mainz zu vertreten. Der Beifall des gut besuchten Hauses war ichlich, ehrlich und wohlverdient. —r. mat. Wahrend aber Bühne und Puppen an- knüpfen an Althergebrachtes, erschließen unsere Stücke Reuland für das Puppenspiel. Sie versuchen — den Spuren des fingen Goethe folgend — das in den Stürmen des dreißigjährigen Krieges untergegangene Volksschauspiel mietet zu beleben und gleichzeitig Meister Raimund's Zaulergestalten bei uns heimatlich zu machen. • Tie Leiden Stücke, die der Leiter ter Bühne ge schrieben bat, zeigen die einfache Spieltechnik, mit der die „Kleine Heimatbühne" arbeitet, und es sollte uns freuen, wenn eine bejahende, auf bauende Kritik an unseren Stücken einsehen wollte im Sinne des Spruches: „Das ist die beste Kritik von der Welt, trenn einer neben das. was ihm mißfällt etwas Eigenes. Besseres stellt." Wer also an unseren Stücken etwas cruSzisetzen hat. schicke uns ein selbstgeschriebenes, besseres ein. das uns von Herzen willkommen sein wird und unsere Bühne, die nir mit Stücken arbeiten kann, die eigens für sie geschrieben sind, wird blühen und gedeihen. So harren wir freudig einer großen Schar von Mitarbeitern und versuchen unsere Kraft einstwellen an einem Märchenstück für die Kleinen, andern die Kinder selbst Mitarbeiten sollen. Unser Ziel ist aber erst bann erreicht, wenn wir Schulen und Vereinen den Sinn für die hohe Bedeutung des Puppenthimters im Dienste der Heimatbildung und Heimatpflege erschlossen haben. Gießener Stabtttyeater* Wilhelm Teil. Gießen, den 13. Februar 1922. Dor einiger Zeit bereits ist an dieser Stelle erörtert worden, wieviel uns der „T e l l" zu sagen hat in unserer Gegenwart, da sich wieder allenthalben im Lande die bange Frage erhebt: „Wann wird der Retter kommen diesem Lande?" Ihr grober, vaterländischer Gehalt macht uns gerade diese S ch i l l e r sche Dichtung jetzt so wertvoll. Der Rütlischwur: „Wir wollen fein ein einzig Volk von Brüdern, Sn keiner Rot uns trennen und Gefahr!" hat er nicht für das Deutschland von heute lebendigste Bedeutung? Cs war deshalb für die Leitung unseres Stadllheaters eine lohnende Aufgabe, den „Teil" in den Spielplan aufzunehmen, und man ist ihr zu Dank verpflichtet, daß sie sich ihr unterzog. ♦ Mit Genugtuung kann man feststellen, daß der gestrige Abend durchaus als Gewinn zu buchen ist; ja, es war vielleicht die beste Aufführung, die wir bisher in der laufenden Spielzeit zu sehen bekamen, i Es ist ja für Darstellungen der Werke unserer Klassiker nicht nur erforderlich, daß sich die geeigneten Mitwirkenden finden, sondern auch, daß ein in jeder Hinsicht würdiges Gewand ihr Spiel umrahmt. Sn dieser Beziehung blieb gestern nichts zu wünschen übrig. Hofrat Steingoetter, ter für die Neueinstudierung verantwortlich zeichnete, vorbezeichneter Art im Dervrdnungswege durchzuführen. Als Maßstab für die jeweilige Erhöhung wird dabei vorgeschlagen, den Unterschied des Aufwands anzusehen, ter sich zwischen den Dienstbezügen eines Beamten der obersten Stufe der Gruppe III—XI der Besoldungsordnung einerseits irn Zeitpunkt der früheren Regelung, andererseits im Zeitpunkt ter neuen Festsetzung errechnet. Aus naheliegenden Erwägungen wird selbstverständlich der Regierung ein Zwang, solche Erhöhungen vorzusehen, nicht auferlegt. Sie soll vielmehr freie Hand haben, aus wlrtschafllichen, sozialen oder ähnlichen Erwägungen im Einzel- sall unter dem nach Vorstehendem sich berechnenden Höchstsatz zu bleiben. Die Rechte des Landtags bleiben auch in diesem Falle dadurch gewahrt, daß ihm Verordnungen vorgedachter Art jeweils alsbald zur Kenntnis zu bringen sind. Soweit es der Landtag verlangt,, sind die betreffenden Vorschriften außer Kraft zu setzen oder abzuändern. tung zahlreiche hiesige Damen und Herren Proben ihrer Kunst beigesteuert haben, wird durch eine größere Pause unterbrochen, in ter durch kaltes Büfett, Getränke usw. auch leibliche Rahrung geboten werden wird. Ein Herr vom Vorstand ter europäischen Etutentenhilfe wird über Zweck und Bedeutung dieser Organisation sprechen. (Siehe Anzeige.) — Deutschnationale Volkspartei. Zu dem am Donnerstagabend in ter Aula statt- findenden Lichtbildervortrag wird noch bemerkt, daß Herr von Forstner unter anderem besonders die beiden Fragen behandeln wird: „Weshalb wir zum U-Boots-Kriege gezwungen wurden" und: „Weshalb muhte der U-Boots-Krieg verloren werden?" — Der Vortragende war bereits seit dem Jahre 1909 bei der damals in den allerersten Anfängen und Versuchen stehenden deutschen U- Boots-Waffe kommandiert. Dis zum (Zähre 1911 führte er unser erstes deutschen U-Boot „U 1". Der Vortragende erscheint durch seine langen Erfahrungen im U-Boot-Dienste wie nur wenige andere geeignet, uns in das Leben und Treibe^ unserer U-Boote einzuweihen, zumal er in der Lage ist, heute über mancherlei Dinge Auskunft zu erteilen, die im Kriege sorgsam als Geheimnis gehütet werden muhten. — Der Saal ist geheizt. Landkreis Gießen. — Hungen, 12. Febr. Die Mannesmann-Werke, deren Hauptsitz in Betzdorf ist, beabsichtigen hier eine Zweigstelle^ grünten und den f. Zt. eingestellten Betrieb der Eisensteinwäsche „Clisenburg". die inzwischen abgebrochen tourte, wieder aufzunehmen. Es wurde bereits ein Haus angefauft zur Errichtung ter Dureauräume. Gegenwärtig werden in dem Grenzfeld zwischen der sog. „Landwehr" und Langd Schürfungen nach Eisenerz vorgenvmmen. Wenn diese erfolgreich sind, wird die Ausbeute in gröberem Umfange betrieben werten, zu welchem Zweck wieder eine entsprechende Anlage errichtet werden wird. Sm Snteresse unseres Städtchens und der sich hierdurch ergebenden Arbeitsgelegenheit ist dem Unternehmen ein guter Erfolg zu wünschen. wa. Odenhausen, 13. Febr. Am verflossenen Sonntagabend hielt der Gesang- vereinEintracht sein diesjähriges W i n- tervergnügen in der Gastwirtschaft von Belling ab. Eine Kapelle von Londorf spielte einen flotten Eröffnungsmarsch, worauf der Vorsitzende des Vereins, Wilh. W e r n e r, die Begrüßungsansprache hielt; er sprach über das deutsche Lied und schloß mit einem Hoch auf dieses. Run wurde von Mitgliedern des Vereins, sowie von zwei Mädchen das Theaterstück „Der Glockenguß zu Breslau" aufgeführt. Alle Mitspielenden gaben ihr Bestes, so daß ihnen reicher und wohlverdienter Beifall zuteil wurde. Umrahmt wurde das Stück von gut eingeübten Liedern des Vereins unter seinem Dirigenten Lehrer Paul von Geilshausen. Den Schluß bildete ein gemütliches Beisammensein, sowie ein Tänzchen. Kreis Büdingen. Das werdende Bad Selters. )( Selters (Oberhessen), 12. Febr^Die Arbeiten an dem neu aufblühcnden DadSelters haben im Laufe des Herbstes weitere Fortschritte gemacht und sollen mit elntretcnter besserer Witterung tatkräftig fortgesetzt werden. Der Denediktussprudel ist neu gefaßt. Er wurde hn Jahre 1903 zum erstenmal erbohrt. Er kam am 21. März 1903 zutage, nach dem (Hamen des Tages erhielt er seinen (Hamen; er zeigte eine Temperatur von 12 Grad Celsius, gehört also zu den sogenannten kalten Kochsalzquellen. Das Wasser selbst ist vollkommen klar, sein Geschmack stark salzig und erfrischend. Die Zusammensetzung des Wassers ist durch die Chemiker Dr. Fresenius - Wiesbaden und neuerbi igs durch Dr. E i ck e n m e i e r-Höchst mehrfach untersucht worden, es entspricht den bekannten Quellen des Landgrafen- und Elisabethenbrunnens in Bad Homburg, des Karlsbrunnens in Bad-Nauheim, dem Wlmenbrumien zu Bad Soden und der Salzquelle zu Bad Pyrmont, er übertrifft diese Quellen durch Mehrgehalt von Chlornatrium, schwefelsaurem Kalk, Chlorkalium, Brvmnatrium und Iodnatrium. Der Versand des Wassers soll schon im Frühjahr beginnen, für diesen Zweck wurde zusammen mit einem einfachen Badehaus, das 12 geräumige und schöne Batezellen und einen Snhalatlonsraum enthält, ein mit allen Mitteln moderner Hellwassertechnik ausgestatteten Abfüllraum geschaffen. Das Wasser des Benedik- tussprudels kommt vor allem für Rheumatismus» und Gichtleidende, ferner für Leber- und Gallenleiden in Betracht; für Badezwecke wird das Wasser der am Kloster Konradsdorf gelegenen, schon in früheren Zelten bekannten Klosterquelle benutzt, die im FÄHjahr ebenfalls neu gefaßt Aus Stabt und Land. Gießen, den 13. Febr. 1922. Ein neues Polizeirevier in Gießen. Dem Präsidenten des Landtags ging vom Ministerium des Snnern eine Vorlage zu, in ter es heißt: „Durch die Verstaallichung der städtischen Polizei ist die alsbaldige Errichtung des 3. P o l i- zeireviers in Gießen zur Verbesserung des polizeilichen Schuhes daselbst dringend notwendig geworden. Räume für die Unterbringung tes Reviers sind aber nicht vorhanden, so daß an deren Beschaffung herangetreten werden muh. Nach der vorgesehenen Reviereinteilung würde das Revier am zweckmäßigsten in ter Nähe des Oswalk^artens, d. h. inmitten des 3. Bezirks, untergebracht. Sn Anbetracht der großen Wohnungsnot tpürte nun diese Frage am _ besten durch die Errichtung eines Neubaues gelöst. Da aber dem Staat in diesem Stadtteil kein eigenes Gelände für einen Bauplatz zur Verfügung steht und zur Zeit auch keines käuflich zu erwerben ist, muh zunächst von der Errichtung eines Neu- bcüres abgesehen werten. Es bietet sich aber jetzt Gelegenheit, das dem Geheimen Kommerzienrat Gg. Ph. Gail gehörige, in der Kirch st raße 11 telegene Anwesen für den Staat käuflich zu erwerben. Es liegt ziemlich in ter Mitte des 3. Poli- bezirks und wird sich daher für das Polizeirevier sehr gut eignen. Der Kaufpreis für das vorbehaltlich ter Genehmigung durch den Landtag angekaufte Anwesen ist auf 145 000 Mark festgesetzt; außerdem hat ter Käufer sämtliche Kosten zu tragen. Der Wert vor dem Kriege betrug nach ausgestellter Berechnung rund 47 500 Marks Für bauliche Snstandsetzungen der Gebäude und Verbesserungen sowie für Stempelkosten usw. werten toeitere 35 000 Mk. benötigt in iJPau-Ost T eiMbt \ »Phjn, Öie Fak Ws Deck Die Verwandlungen vollzogen sich schiell, so daß das Spiel im rechten Fluß und die Zuhörer in ter I erforderlichen Stimmung blieben, und die Bühnen- J werden soll. Alle Arbeiten werten von Der Gewerkschaft Selters ausgeführt. Hand in Hand mit dieser arbeitet die Terraingesellschaft ter Gewerkschaft Martha, die den QUidbau unseres Dorfes zu einem einfachen, gemütlichen und billigen Familienbad ins Auge gefaßt hat Sie hat von ter nahe gelegenen Stadt Ortenberg bereits den wundervoll gelegenen Rotlipp-Wald erworben und in diesem reizende Anlagen mit Ruhebänken, Schutzhütten u. dgl. mehr geschaffen. Vor dem Wald ist bereits ein Klubhaus erbaut, von dem man eine entzückende Aussicht in das Ridder- tal und auf das malerisch gelegene Ortenberg hat eine Transformatorenstation ist errichtet, neue breite und schöne Zufahrtstrahen sind angelegt, der (Bau eines Waldcafes wird im Frühjahr in Angriff genommen, ferner ist geplant am Abhang des Rotlipps eine Reihe schöner Landhäuser zu erbauen, aid? ein Kurhaus oder Konversations- Haus ist für später in unmittelbarer Rähe des Batehauses oder am Waldrand oberhalb der Molkerei Fischer geplant; ferner schweben Verhandlungen mit dem Fürst!. (Rentamt. Ortenberg zwecks Ankaufs von Bauplätzen bei der Bahnmeisterei Ortenberg, wo sich einige Private schmucke Landhäuser errichten wollen. Die für alle Anlagen bereits fertiggestellten Pläne lassen das Beste für die Entwicllung des neu aufstrebenden Bades erwarten, die Bevölkerung sieht mit den größten Hoffnungen der weiteren Entwicklung entgegen, für das vielfach daniederliegende Hanh- Werk würden sich neue Derdienstmöglichkeiten entwickeln. Sm Snteresse der Allgemeinheit ist die Erfüllung der Pläne dringend zu wünschen, auch dem Mittelstand und der Arbeiterschaft ter näheren und weiteren Umgebung wäre die Gelegenheit, etwas für ihre Gesundheit tun zu können, dringend zu gönnen, besonders da die bestehe.iden Luxusbäder ter Teuerung wegen nur wenigen zugänglich sind. Um so weniger ist es zu verstehen, daß sowohl von staatlicher als auch privater Seite den beiden Gewerkschaften alle nur möglichen Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden, besonders daß die Anträge zur 'Bebauung des Rotlipps und andere Anträge schon ein Hahr den zuständigen Stellen zur Genehmigung vorliegen sollen, ohne erledigt zu werden. Hoffentlich nehmen sich die Abgeordneten der verschiedenen Parteien im Snteresse der Allgemeinheit einmal energisch der Angelegenheit an. * tz. Hirzenhain, 12. Febr. Bei bet in den fürstlich Birsteiner Waldungen bei Merkenfritz vvrgenommenen Holzverstei- rung wurden sehr hohe Preise erzielt. Buchenscheitholz kam auf 320—390 Mk. pro Raummeter, Buchenknüppel auf 200—250 Mk., Eichenknüppel auf 150—170 Mk. und Buchenwellen das Hundert auf 190—300 Mk. Kreis Schotten. tog. Gedern, 13. Febr. Bei ter von hiesiger Fürst!. Oberforsterei abgehallenen Holzver- fieigerung wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheitholz 270 Mk., Buchen- knüppel 165 Mk., Buchenreiser 32 Mk., Fichten' scheit 96 Mk., Fichtenknüppe! 106 Mk., Fichten- flöde 65 Mk., alles je Raummeter. Diese Preise sind im Vergleich zu denen in Nachbaroberförste- teien erzielten für die Käufer als erträgliche zu bezeichnen. e. Ulfa, 11. Febr. Auf Grund des Pachtschutzgesetzes wurde der Pachtpreis für die zu dem hiesigen Pfarrgut gehörigen Aecker entsprechend erhöht. Für einen Morgen guten Ackerlandes werden jetzt durchschnittlich 300 Mk. Pacht bezahlt. Starkenburg und Rheinhessen. Dr. Ufmger Landeskommissar für das besetzte Gebiet. * Darmstadt, 10. Febr. Der neuernannte Provinzialdirektor der ProvinK Rheinhessen und KreiSdirektor des Kreises Mainz, Geheimerat Dr. U s i n g e r, ist zum eisenlosen SIÄtrvmagneten. Die Entdeckung zweier dänischer Sngenieuie, Johnsen und Rahbeck, geht Darauf hinaus, daß eine Metallplatte und eine Halbleiterplatte (z. B. Achat, Solnhofer Schiefer, Serpentin usw.) die entgegengesetzt elektrisch geladen werten, sich gegenseitig anziehen und fest aufeinander haften. Diese Anziehung erreicht im Gegensatz zu ter aus ter Elektrotechnik bekannten Kvndensatoranziehung außerordentlich hohe Beträge Der Vortragende zeigte z. D., daß ein Gewicht von 4 Kg. von dem System Solnhofer Schiefer und aufgelegter Metallplatte getragen tourte wenn eine Spannung von 440 Volt an- oelegt wurde. Sm zweiten Teil feines Vortrages beschäftigte sich Dr. Bergmann mit der technischen Anwendung dieses Effektes, die zur Zeit von ter Dr. E. Huth G. m. b. H. Berlin ausge- arbeitet wird. Wichtig ist vor allen Dingen für diese Anwendung, daß nur außerordentlich geringe Ströme von ter Größenordnung eines Millionstel Ampere in dem oben erwähnten System fließen und daß mit .derartig geringen Strömen sich erhebliche Wirkungen erzielen lassen. Eine große Anzahl von Motellapparaten wurde im Betrieb gezeigt, verschiedenartige Relais, ein Morseschnellschreiber, ter über eine 80 Kilometer lange Leitung feinsten Drahtes in Tätigkeit gesetzt wurde, und endlich ein lautspvechendes Telephon, das unter Verwendung desselben Prinzips eine gute Wiedergabe ter Sprache, des Gesangs und der Snstrumentalmusi? lieferte. Der sehr gut besuchte Vortrag fand bei den Besuchern großes Snteresse. — Sn ter nächsten Sitzung, die am 22. Februar, abends 8V4 ülhr, im großen Hörsaal der älniversität ftattfintet, wird Geh. Rat Sommer über Okälllismus sprechen. "DomHausbesiherverein wird uns in Ergänzung unseres Berichtes über dessen Hauptversammlung noch folgendes mitgeteilt: Die ausscheidenten Vorstandsmitglieder Malermeister Launspach Bauunternehmer Otto Schneider, Kaufmann Adolf Schmidt und Kaufmann Albert Binderwald wurden einstimmig wiedergewählt; neu hinzugewählt: Lehrer Hch. Walter. — Der Vorschlag des Vorstandes, den Mitgliedsbeitrag auf 25 Mk. pro Hahr zu erhöhen, tourte ebenfalls einstimmig angenommen Weiter soll die Zahlung ter ülmsatz steuer für Kaminfegerlohn verweigert werden, da die Versammlung allgemein ter Ansicht ist, daß die Einkünfte der Kaminfegermeister für Gießen so hoch bemessen sind, daß sie ihre Umsatzsteuer, tote alle anderen Berufe, selber tragen können. — Ebenso beschäftigte sich die Versammlung mit den vom städtischen Mieteinigungsamt bekanntgegebenen neuen Richtlinien für die Festsetzung von Mietpreisen für die Stadt Gießen, die allgemein für durchaus unzureichend gehalten wurden. Die Erhaltung ter Leistungsfähigkeit tes Hausbesitzes ist für Staat und Gemeinte, Vollsund Einzelwirtschaft und insbesondere im Snteresse eines gesunden Wohnungswesens für jeten Mieter notwendig und geboten. Sie kann nur durch ausreichende Bemessung ter Mieten Hertel- geführt werden. Nur dann töirnen die Häuser und Wohnungen instand gehalten werten, nur dann kann an ausreichende Neubauten gedacht werten. Das Baugewerbe mit allen seinen Rebengewerben, und mit allen Herstellern von Baustoffen und tausenderlei Zubehörteilen kann nur dann wieder zur Blüte gelangen und Hantert- taufenten Arbeit geben. Tie Forderung ter Hausbesitzer bedeutet noch nicht ein Zehntel dessen, was jeder andere Beruf, jedes andere Ge- toerbe als ganz selbstverständlich in Anspruch nimmt. — Die Versammlung nahm in diesem Sinne eine Entschließung an, die den maßgebenden Stellen vorgelegt werten soll. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Astoria-Llchtspiele, ab heute: „Die Schmuggler von San Tiego" und „Eine platonische Ehe". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Shakletons Slcdpolexpedition" und „Krt-Kn, die Herzogin von Terabac". — AuS dem Stadttheaterbureau. Die Operette „M a s c 0 11 s ch e n" von Walter Brvmme, die am Freitag zum ersten Male gegeben wird, dürfte zur Zelt die melftgegebenfte Operette sein, die über die deutschen Bühnen geht. Einzelne Grobstadttheater haben das Werk andauernd auf dem Spielplan. Bei unserer Aufführung sind in Hauptpartieen beschäftigt die Damen Otte, Wissendorf, Marcks und Türk, sowie die Herren Goll, Hellborn, Richter. Die Regie liegt in Händen tes Herrn Goll, die Tanzarrangements werten von Frau O l d i n i einstudiert, die musikalische Leitung führt Herr Kapellmeister K n ü b e l. — Der Verein „Studentenhilfe" veranstaltet unter Mitwirkung ter Gießener Frauenvereine am Donnerstag, dem 23. Februar, abends 7 Uhr, in den Räumen des Gesellschaftsvereins einen Unterhaltungsabend zum Besten des notleidenden Teils der Gießener Studentenschaft. Das reichhaltige Programm, zu dessen Ausgeslal- spd. ihren auf W sa-n- heul der jj «e ö r ? r-euerv" ^ger - ken W £SS"„ f s Hessen W? M Lettern M iem‘ Wfoften W Ub haben den Pren ttlin von 2,00 auf ■ lommt noch cm h?o Schoppen- Dem auch die Gilde der * gestorben sein. Höchst a. an, rem zugefrorene Kinder an eine nm chen ein unberi erschien. DaaruW. D betreten des Dame höchst bis Smdlinge Lelbst die Arbeiter nicht mehr den Weg jpd. fiulbaj2.1 .ciMbryMbrann mit reichen (Vorräten 1 Einen unerwartet ®itie aus der Gegend Urteil des Schöffenge Sic waren zu je fünf Mark Geldstrafe veru von chnen in den Han Drittel Wasser, stritten dies nicht, ttx Freiheitsstrafen seien nügten. Die Staaten ebenfalls Berufung, u; Anteil für eine Sri lliMlschuna sei ein üb | "nd eine Versündigung I bestraft Verden müsse, die Gefängnisstr ■nfc ordnete aufjertem Mchung des Urteils au (5-, Asolg hatte dage ^ilchsalschung 6t Erahmung der Milch Lerhandluna ergab na sachverständiger erheb! Probeentnahme eintvai N ?an9eld ausreiä H-rFreis-rechu, Mu? DWas jjnfta Angeklagter ( '"d Arkundenfäl W wu bei ^ungundbenu,e .m mtt einer von ihm ukassieren und E A Ä» ‘Ä Lehrte. Sa -wberdern Die „Kleine Hcimatbtthne" der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Hessen. Man schreibt uns: Gar mancher hat wohl den Kopf geschüttelt, als er las oder hörte, daß die Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Hessen außer ter Hessischen Landes-Wanderbühne euch ein eigenes Puppentheater auf Reisen schickt. Sa, wenn das wenigstens em Künstler- Maiionetten-Theater wäre mit Drahtpuppen in wundervollen Gewändern, das an Pracht ter Ausstattung an das 'Münchener Puppentheater tes Papa Schmidt und tes Grafen Pocci erinnert hätte. Doch nichts von alledem. Der Beschauer sieht sich vor die schlichte Bude tes verachteten Kasperltheaters unserer Messen und Sahrmärkte versetzt mit seinen derben Holzpuppen, das mir durch den gemalten Hintergrund den Schauplatz ter Handlung ändertet. Es scheint also nur für unsere Kinderwelt bestimmt zu fein, und für die kleine Zahl ter Erwachsenen, die sich das frohe Kinterlachen und den Kintersinn zu bewahren wußten. Wie kommt nun diese Klern- bühne dazu, besondere Vorstellungen auch> für Erwachsene anzukündigen? Das geschieht, weil sie sich> mit vollem Bewußtsein in den Dienst unserer ernsten Zeit stellt und gerate dem Erwachsenen behilflich sein will, wieder Freute zu finden am Einfachen und Schlichten. Der Hörer darf nicht abgelenkt teerten durch das Drum und Dran tes Theaters. Tas Wort soll unmittelbar zünden und Rachklang wecken im Herzen tes Zuschauers. Tie trauten Klänge ter Heimatsprache verkünden stolz, daß unser sonst so arm gewordenes Voll noch einen Wunterschah fein eigen nennt — den reichen Goldschatz heimischer Volks Nt ixÄjy Ä'ÄS LK'L » MÄ 'Lb -KZ Pläne [alfon "“»‘rebwta ÄrL ^ewheit ist Lie &»4 Ä* B««« wS SÄ* ru Der. alL auch pxj. echchaftm M ™ den Mg gelegt *?9e 8Ut Debauuna XSC 9°"ein Mr 'Genehmigung Dor- lveröen. Menjltä f der verschiedener, lgemeinheit einmal Sehr. Bei der Waldungen bei hvlzderstei. e We «M ß0-390 M. pro ausM-25VM., i M. und Buchen- « tten. Bei der Don hiesige» ilfencn 4)lzder° ^ende Lurchlchnitis- Iz 270 Mk, Buchener 32 M., Fichlen- l 106 X, Men- ander. Liese Preilc n Aachbarvbersörsle- •r ali erträgliche zi Aus ®runb fort ?r Pachtpreis fangut gchöügm L Für einen Mr- irden jetzt durch- »ezahlt. «ihcinhe^en. er ; besetzte Gebiet. Febr. Der neu- Dt der Pwvinz •eftor des Kreises finger, ift 3um ir das besetzte fit und als solcher che Legierung und Behörden des de- gegenüber dein schen Rheinamee RheinlanMommip Assen in Winz 11. Febr. Einen ted-rE ‘ DM» de-,^ Jte Darin Ne D» ne"Cw* 'Är jn? 'Sieder ges^ der An t i« Puppen an le und uv' frffS** [ksschaulp^^s «L■ w 9c; 'i^eltechnik.°"' che ; ,nÖ es e“ at äs^* • ■ w» '»,et SZtzS 0tud»! x tpitD n «jM 17/ Dann >*Ä L d-" el in Icrein^trrs n ÄuP^äeg^ hat. Anscheinend har das Sttrtb gelebt; dre M. ist geständig, es gewaltsam zu Tode gebracht zu haben. Sie wurde rn Haft genommen. KreiS Wetzlar. fpd Wetzlar, 12 F^bc. Die Karolinen- vütte ist infolge mangelnderZafahrvon Noblen und Rohmaterial genötigt gewesen, ihcen (Betrieb stillzulegen (von den etwa 550 Leuten, die auf dem Wert tätig sind, werden die (Verheirateten von der Firma nach Möglichkeit mit Rotstandsarbeiten beschäftigt. fr. Krofdorf. 12. Febr. Der (Siebener Konsum verein eröffnete hier eine Zweigstelle, -,c flch bereits eines sehr guten Zuspruchs er- ut — 2lm Samstag abend veranstalteten die Mitglieder der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr im Saale des DurgrestaurantS Gleiberg unter reger (Beteiligung einen Ball. — Durch das anhaltende Frost Wetter und die vorher starken Regenfälle hat sich auf den überschwemmten (Diesen auherhalb des Dorfes eine Oute Eisbahn gebildet, die bis in die mondhellen Abendstunden von den Schlittschuhläufern eifrig benutzt wird. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M, 12. Febr. Auf scsonders tragische Weise kam hier em ' v>:ijähriges Kind zu Tode. Tie Kleine litt an imer Halsentzündung und trig deshalb um den Hals ein Tuch. 3n Abwesenheit der Ellern ver- ' tte das Kind, so nimmt man an, aus dem Bett zu klettern, blieb aber mit dem Tuch an lern (Bettpfosten hängen und fand so den Tod furche Erhängen. mc. Frankfurt a. M., 12. Febr. Die 5i antfurter Aepfelweinproduzen- tn, denen die Umgebung wohl bald nachfolgen t Vb, haben den Preis für einen Schoppen Aepsel- tr ein von 2,00 a u s 2,50 Markerhöht. Dazu kommt noch ein Bedienungsgeld von 0,25 Mark pro Schoppen. Wenn das so weiter geht, wird auch die Gilde Der Aepfelweintrinker bald aus- gestorben sein. Höchst a. M., 11. Febr. (WTB.) Auf ■.em zu gefrorenen Main gerieten vier Kinder an eine noch dünne Eisstelle, brachen ein und ertranken, ehe Rettung erschien. Daraufhin haben die Franzosen das Betreten des Maineises verboten und von Höchst bis Sindlingen das Ufer abgesperrt. Selbst die Arbeiter der Farbwerke durften nicht mehr den Weg über das Eis nehmen. fpd. Fulda, 12. 'Febr. Auf dem Trätzhof :i Maberzell brannte eine grohevcheune mit reichen (Vorräten nieder. Gießener Strafkammer. (Sieben, 10. Febr. 1922. Einen unerwarteten Erfolg hatten drei Land- wirte aus der Gegend von Hungen, die gegen ein Urteil des Schöffengerichts (Berufung verfolgten. Sic waren zu je fünf Tagen Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe verurteilt worden, weil sie der von ihnen in den Handel gebrachten Milch ein Drittel Wasser zugesetzt hatten. Sie bestritten dies nicht, waren aber der Ansicht, dis Freiheitsstrafen seien zu hart; Geldstrafen genügten. Die Staatsanwaltschaft verfolgte aber ebenfalls (Berufung, und ihr (Vertreter trat im Gegenteil für eine Erhöhung der Strafen ein: Milchfälschung sei ein überaus gemeines Vergehen "nd eine Versündigung am Volk, die empfindlich vestraft werden müsse. Das Gericht erhöhte die Gefängnis st rasen auf je 2 Wochen nfc ordnete auherdem die öffentliche Vekannt- machung des Urteils auf Kosten der Verurteilten an. Erfolg hatte dagegen ein ebenfalls wegen Milchfälschung verurteilter Landwirt, dem Entrahmung der Milch zur Last gelegt wurde. Die Verhandlung ergab nach dem Gutachten zweier Sachverständiger erhebliche Zweifel, ob bei der Probeentnahme einwandfrei verfahren worden war. Mangels ausreichenden DeweiseS erfolgte daher Freisprechung. Ein wegen Diebstahls bereits erheblich vorbestrafter Angeklagter erhielt wegen Betrugs •in b Urkundenfälschung 5 Monate Gefängnis. Gr war bei einem hiesigen Kaufmann in Stellung und benutzte eine günstige Gelegenheit, um mit einer von ihm gefälschten Quittung bei. einem Hotelbesitzer 340 Mk. Kartoffelgeld ein- ufaffieren und für sich zu verwenden. Dab er Luf-erdem noch eine Brieftasche entwendet habe, wie die Anklage annahm, konnte ihm nicht nach- aewiesen werden; insoweit erfolgte Freisprechung. Ein Monat Untersuchungshaft wurde angerechnet. Verworfen wurde die (Berufung eines Angeklagten. der wegen Entwendung einer Holzmenge von etwa einem Waggon zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden war und Umwandlung der Freiheits- in eine Geldstrafe begehrte. Da der Angeklagte wegen Eigentumsvergehens bereits erheblich bestraft war. sich außerdem eines' groben Dertrauensmibbrauchs schuldig gemacht hatte und der Wert des gestohlenen Guts bebeutenb war, erlannte das Gericht. bah durch eine Geldstrafe der Strafzweck nicht erreicht werde. Spielplan der frankfurter Theater. Opernhaus, Montag, 13. 5ebruar: Der fliegende Holländer. Dienstag. 14.: Dio Dohöme. Mittwoch, 15.: Oberon. Donnerstag. 16.: Hoffmanns Erzählungen. Freitag, 17.: Der (Barbier von Sevilla. Samstag, 18.: Die tote Stadt. Sonntag, 19.: Die blaue Mazur. Montag, 20.: Mignon. Dienstag, 21.: Der Freischütz. Mittwoch, 22.: Tosca. Schauspielhaus. Montag, 13. Februar: Dantons Tod. Dlertstag, 14.: Dakchos DivnhsoS. Mittwoch, 15.: Bakchos Dionysos. Donnertag, 16.: Turandot, Prinzessin von China. Freitag, 17.: Rosmersholm. Samstag, 18.: Die lustigen Vagabunden. Sonntag, 19., nachm. 3 Uhr: Der Rvh- dieb zu Fünsing. Hierauf: Der zerbrochene Krug; abends 7 Uhr: Turandot, Prinzessin von China. Montag, 20.: Tamar. Dienstag, 21.: Die Marquise von Arcis. Mittwoch, 22.: Tamar. Vermischtes. * Der reichste Mann der Welt? Reuerlichen Feststellungen zufolge muh Hohn D. Rockefeller, der Oelmagnat und Hauptaktionär der Standard Oil, die Stellung des reichsten Mannes der Welt an Henry Ford, den Automobilhersteller, abtreten. In einem Anfang Januar durch die Zeitungen gegangenen Interview sagt Ford, dah sein Bankguthaben sich zwischen 135—145 Millionen Dollars bewege. Bis dem widersprochen wird, darf das als das probte Bankguthaben bezeichnet werden, über das je ein einzelner verfügt hat; darüber hinaus schätzt Ford seine verschiedenen Unternehmungen kapitalisiert auf eine Milliarde Dollar. Des einzelnen sprach er sich wie folgt aus: „Mein Eigentum besteht aus 100 Millionen Dollar an Immobilien, aus 100 Millionen an Wert von Maschinen und aus 100 Millionen Dollar Bargeld. Da meine Werke rn gutem (Betriebe sind, bezweifle ich nicht, dah diese Aktiven mit einer Milliarde kapitalisiert und für diesen (Betrag verkauft werden könnten. Die 100—150 Millionen Lollar, die wir auf der (Bant haben, gellen mir nur als Werkzeug, mit dem ich arbeite. Ich darf sie dem Schwungrad einer Maschine, der Transmission vom Motor zur Maschine oder dem Draht vergleichen, der einem Trambahnwagen den elektrischen Strom zuführt. Wir brauchen em großes Bankguthaben, um unsere Räder in Gang zu erhalten; wir zahlen Löhne in Höhe von 500 000 Lollar den Tag. und unser Material kostet uns täglich 750 000 Lollar; unser Bankguthaben reicht also für die Betriebsunkosten von nur etwa 100 Tagen. Alles Geld, was mir zuflieht, wandert in neue Betriebe. Ich lege niemals Geld in Bonds oder dergleichen an.“ • Die internationale Grippeepidemie. Die Grippe herrscht nicht nur bei uns, sondern sie ist auch im Ausland stark verbreitet. Wie wir einer Zusammenstellung der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" entnehmen, hat sie in Stockholm die Hälfte der Bevölkerung ergriffen, und in der schwedischen Armee zählt man 5000 Erkrankungen. 3n Kopenhagen sind 600 Fälle fest- gestellt. Zn Paris werden täglich etwa 90 Grippekranke in die Krankenhäuser eingeliefert. 3n London ist die Ausbreitung der Krankheit in den südlichen und nordöstlichen Vierteln der Stadt am stärksten. 3n Edinburg und Leith sind unter den Schulkindern 22 000 Erkrankungen, d. h. 35 Prozent der Gesamtzahl, gemeldet. Handel. Die Schiffahrtslinie Bremen—Aeuyork. (Bremen, 12. Febr. (WTB.) Der Dampfer „S e y d 1 i h“ des Rorddeutschen Lloyd hat heute vormittag feine erste Reise nach Aeuyork angetreten und eröffnete damit nach achtjähriger älnterbrechung wieder einen regelmäßigen vier- zehntägigen Passagier- und Frachtdampferdienst mit eigenen Dampfern des (Norddeutschen Lloyd. Infolge der im Eisenbahnverkehr herrschenden Schwierigkeiten erreichte nur ein Teil der gebuchten Passagiere rechtzeitig den Anschluß, so dah der Dampfer mit etwa 125 Passagieren abfahren muhte. Mit Rücksicht auf den schweren Eisgang begleiteten ihn drei starke Schleppdampfer bis zur Wesermündung. * Berlin, 11. Febr. (Dvrsenst immun gsbild.) Am heutigen Dvrsenruhetage war der Handel im Verkehr von Bureau zu Bureau, so weit aus verschiedenen Stichproben ein Urteil darüber abgegeben werden kann, ziemlich umfangreich, zumal auch bei den Banken der Eingang von Kaufaufträgen seitens des Privatpublikums sich verstärkt haben soll. Für Montanwerte wurden ungefähr die gestrigen Schluhkurse und teilweise etwas höhere genannt. Für Kali-, Schiffahrts-, Petroleum» und teilweise auch für Bankaktien wurden höhere Preise gefordert und bezahlt. Die Umsätze im Devisenverkehr blieben wiederum gering. Die Kurse zogen auf den niedrigen Aeuyorker SchluhkurS für die Mark mäßig an. Frankfurt a M., 18. Februar, Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Dries Datum: 10. Febr. 11. Febr. Amsterdam-Rotterd. 7332,65 7447,35 7452,507467,50 Brüssel-Antwerpen. 1628,35 1631,65 1635,35 1639,65 Chriftiania 3256,70 3262,30 3281,703288,30 Kopenhagen 4046,95 4049,05 4095,904104,10 Stockholm 5124,85 5135.15 5174,80 5135,20 HelstngfvrS 386,60 387,40 400,05 400,95 Italien........»60,- 971,- 969,60 971,50 London 860,10 861,SU 869, lO 870,dC Aeuyork 197,55 197,95 190,80 200,20 Paris 1760,75 1764,25 1708,251711,75 Schweiz 3838,65 3846,35 3901,05 3908,95 Spanien 3106,853113,15 3131,853138,65 Wien (altes) .... Deutfch-Oesterr.... 6,93 6,97 6,83 6,87 Prag 371,60 872,40 375,10 375,90 Budapest 30,88 30,94 30,41 30,49 Buenos AireS . .. 71,62 71,72 72,40 72,60 (Bulgarien 131,85 132,15 132,85 133,16 Konstantinopel ... — amerikanische Regierung nicht der Ansicht fei. die Verträge größere Sicherheiten vor Kriegen brächten, so würde er sie dem Senat nicht unterbreiten. Geht Amerika nach Genua? London, 11. Febr. (WTB.) Reutet meldet aus Washington, in amtlichen Kreisen verlautet, daß die Haltung Frankreichgegenüber der Konferenz von 'Genua dazu geführt habe, daß die a m e r i k a n i s ch e Re - qierung ihre Entscheidung, ob sie die Einladung annehmen solle oder ablehnen, von neuem aufgeschvben habe. Die Bereinigten Staaten feien der Ansicht, daß die Abwesenheit Frankreichs die Konferenz zwecklos gestalten würde. Der französische RevarationSplan. Paris, 11. Febr. (WTB ) Wie das .Ech > de Paris" mitteilt, hat bisher den französischen Vorschlag, den Zahlungsplan für die R c - para Nonen für 1922 durch die Reparationskommission regeln zu lassen, nur Belgien angenommen. Es scheine, daß die englische Regierung für eine Regelung dnch die vier alliierten Finanzminister gestimmt sei Das Kabinett Poincarö gefährdet. London, 11. Febr. (WTB.) Det Pariser Berichterstatter deS „DailyChro- n i c le“ schreibt, das Fernbleiben Frankreichs von der Konferenz von Genua würde in ganz Frankreich eine große Bewe- Züricher Devisenmarkt. 11.2. 13.2. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. - 191.- 190.75 Deutschland 100 (ffiL = 2.55 2.55 Wien 100 Kr. = 0.19 0.18 Prag 100 Kr. = 9.65 9.70 PariS 100 Fr. — 43.90 43.80 London 1 £ - 22.30 22.26 Italien 100 2. = 24.90 24.80 Druffel 100 Fr. = 41.60 41.70 Budapest 100 Är. = 0.80 0.80 Aeuyork 100 I = 514.— 513.50 Agram 100 Kr. = 1.65 1.60 Warschau 100 Kr. — 0,16 0,15 Marknotierungen. Saturn: 1.7.14. 10.2. 11.2. Zürich Fr. 125.40 2,57 2,58 Amsterdam Fl. 59.20 1,35 1,34 Kopenhagen Kr. 88.80 2,51 2,48 Prag Kr. 117.80 27,25 Stockholm Kr. 88.80 1,96 1,95 Wien Kr. 117.80 3622,- London Sh. 97.80 8,62 8,82 Paris Fr. 125.40 5,84 5.82 Aeuyork $ 2LL0 -,50 -.49 ♦ Märkte. Mainzer Produktrn-Börse. Mainz, 10. Febr. Die heutige Börse verlief bei gec'ngem Angebot in allen Artikeln fest. In Gerste, Hülsenfrüchten und Rauhfutter waren die Käufer zurückhaltend. Es notierten per 100 Kilo: Weizen 910-960, Roggen 700—750, Hafer 700—800, Gerste 800—825, Mais 800—850, gcschrvt. Mais 850, Weizenmehl 00 1350—1400, Weizenmehl Spez. 0 1350, Weizenmehl mit Auslandsmehl gern. 1375—1400 ameril. Weizenmehl 1550, Roggenmehl 1100, Roggenkleie 520—530, Weizenkleie 520-530, inl. Rotklee 6500-7500, weihe Dohnen 1050—1100, ungefch. Viktoria- Erbsen 1200, geschälte Viktoria-Erbsen 1300 bis 1400, Linsen 1800—1900. Burma-Reis II. 1400 bis 1500, Haferflocken 1000—1100, Graupen 1300 bis 1500, Wiesenheu, lose 410—430, Kleeheu 470 bis 480, Haferstroh 130—145, Roggenstroh 100 bis 135. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Präsident Harding an den Senat. London, 11. Febr. (WTB.) Reuter meldet aus Washington am 10. Februar: Präsident Harding unterbreitete diesieben auf derAbrüstungskonferenzabgeschlos- senen Verträge dem Senat und ersuchte darum, sie als Garantien des Friedens zu ratifizieren. Der Präsident erklärte, die Verträge würden dazu dienen, den Widersprüchen ein Ende zu machen, Zweideutigkeiten auszuschalten und größeres Einvernehmen zu schaffen. Richt verpflichtet würden die Vereinigten Staaten oder irgend eine andere Macht zu irgend einer Art von D ü n b - n i s. Bezugnehmend auf den vom Senat nicht ratifizierten Versailler Vertrag erklärte Harding, der Vertrag fei verworfen worden, weil die Welt dringend bessere De- ziehungengewünschthabe. Die Verträge, die er entsprechend demselben Wunsche unterbreite, enthielten jedoch keine Bestimmung außer solchen zur Förderung des Friedens. Die Sorge des Senats, dah AmerikavonVerpflichtungen f r e i b l e i b en sollte, fei niemals von den amerikanischen Delegierten vergessen worden. Wenn die gung Hervorrufen, und vielleicht das Le» den der Regierung Poincarä beträchtlich verkürzen. Die Aufnahme der französischen Rote in London. London, 11. Febr. (WTB.) Reuter er fährt, daß die von P 0 i n c a r € an die britische Regierung gesandte Rote von den britischen Kabinettsmitgliedern erwogen werde. In der Zwischenzeit feien Verhandlungen zwischen London und Paris In der Frage des nahen Ostens im Gange. Diese Verhandlungen hätten eine wohltuende Wirkung, indem sie schwierige Punkte beseitigten und das Terrain im allgemeinen klärten. Dah dies der Fall sei, gehe aus dem versöhnlichen Ton der französischen Rote in dieser Frage hervor. Es scheine auch kein Grund zu der An nähme zu sein, daß, wenn ein italienischer Außenminister ernannt werde, die geplante Zusammenkunft der britischen, französischen und italienischen Außenminister noch lange hinausgeschoben werde. Die allgemeine Ansicht sei, daß der Hauptgrund für eine Verschiebung der Konferenz eine eventuelle Erllärung der italienischen Regierung sein werde, daß längere Zeit für umfassende Vorbereitungen nötig sei. Andererseits könne man gegen eine ktl'rze Verschiebung um eine oder zwei Wochen nichts einwenden, wenn einer der Alliierten aus innerpolitifchcn Gründen dies Vorschlägen sollte. Bisher sei jedoch kein technischer oder politischer Grund für eine Verzögerung vorgebracht worden. Houghton als Botschafter bestätigt. Washington, 11. Febr. (WTB) Ler 6c nat hat die am Dienstag durch den Präsidenten Harding erfolgte Ernennung Houghtonö zum Botschafter in Berlin bestätigt. Die Zwischenfalle in Oberfchlefien. Paris, 10. Febr. (HavaS.) Der Ab geordnete B 0 u t e i 11 e hat tm Laufe der heutigen Sitzung eine Besprechung mit dem M i - nisterprästdenten gehabt bezüglich einer Interpellation über die „Ermordung" französischer Soldaten in Oberschlesien. Poincarä hat die Diskussion der Interpellation für nächsten Freitag angenommen. Die „schwimmende Messe" Italiens. Rom, 11. Febr. (WTB.) Der König bewilligte die königliche V a ch t ,Trinacria" für die zweite schwirnrnende Messe. Die „Trinacria" fährt am 26. Juni ab und besucht London, Antwerpen, Amsterdam, Kopenhagen, Danzig, Memel, Riga, Petersburg, Helsingsors Stockholm und Chriftiania. Sine Grippe-Epidemie in Wien. (Berlin, 11. Febr. Rach einer Meldung des „D.T." aus Wien werden jetzt alle höheren und Mittelschulen geschlossen werden, um eine Ausdehnung der Grippe zu verhindern. Shackletons Südpolexpedition im Lichtspielhaus, Bahnhosstr. von beute bis einschließlich DonnerStan. den 16. Februar 1922. Beainn 4, '/,7 und 9 Uhr. Um 9 Ubr mit Vortrag eines Fachgelehrten. Für Schüler zu ermäninten Preisen jeden Mittag V»3— «/,4 Ubr. Ueber den Inhalt des FtlmS orientiert auch ein Aussatz in den Gießener Familienblättern vom 1L Februar 1922. (1462c Verbilligte Eisenbahnfahrt zur Leipziger Frühjahrsmesse erhalten die Teilnehmer folgender Gesellechafts-Sonderxügei (Die Zeiten von 600 abends bis 5.59 früh sind in den Minutenziflern unterstrichen! an Leipzig Hbf. in Leipzig, Markt 4 Die Fahrkarten zu diesen Zügen verkauft MeSamt für die Mustermessen nur das j 1474e Ermäßigter Fahrpreis Gewöhnliche Schnellzugs- fahrpreise für D-Züge Ermäßigter Fahrpreis ab Frankfurt/M. Hbf. , Offenbach . Hanau-Ost ab L IL KL M. 332.— 325.- 315.— Gewöhnliche Schnellzug fahrpreiee für D-Züge ab L Februar: Karlernhe-Leipzig: Meßzug 5 Meßzug 6 In der Nacht vom III. Kl. M. 116.- 116.— 116.— ab Karlsruhe Hbf. „ Mannheim Hbf. , Frankfurt M. Hbf. an Lelpxlg Hbl. 1133 1147 1212 732 Frankfurt (Main)—Leipzig Meßzue 9 Meßzug 10 am 3. u. 4. März am 9. il 10. März IL KL M. 197.- 197.- 197.- Februar: II l. KL M. 197.- 193.- 186.- an 737 7-JT ab ISA wohin sofort Bestellungen unter genauer Angabe der Strecke, der Zug-Nummer, der Wagenklaese und des Verkehretagea zu richten sind. 2n jedem 2nge ^^rden nur so ^ele k'alvkai1>en verkauft. wie Sitzplätze vorhanden sind Spätester Teijin der Bestellung für die Fahrt nach Leipzig ist der 18. Februar 1922 Der Versand derlahrkaree^ e wa Mltte hebruar. wenn die Beteiligung zu übersehen ist; er wird für Einkäufer von der gleichzeitigen Bestellung des Meßabzeichens abhängig gemacht. Berat» .erkaufte> la ^rkärten können nu o werden_ Zo, 1922 zurückgenommen werden. Die Fahrkarten für die Rückfahrt von Leipzig können auch in Leiuzig bis kurz.vor V/hr?-fr^TnK^seein so^cLer vonVfk lO- erhöbet? Deckung der Unkosten wird auf jede Fahrkarte IL Klasse ein Unkostenbeitrag von Mk. 16—. zu jeder Fahrkarte III. Klasse ein solcher von MK. u. ernooe MeBamt für die Mustermessen in Leipzig. 4.Z5. März 750 10./11. März A an lt? n. KL M. III. KL M. IL KL M. 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Samstag abend 8 Uhr verschied sankt unser lieber Bater, Schwiegervater und Grogvater tzerrZoh.Gg.EU im 81. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ioh. Eiff Familie Karl Grobhaus Familie Karl Pauli Familie Georg Eiff. Lang-Göns, Leihgestern, Steinberg. Die Beerdigung sinder Dienstag, 2 Uhr, in Lang-Göns statt. Don hiesiger Lederhandlung tüchtiger junger Mann aus der Branche per 1. April 1922 sowie ein Lehrling gesucht. Schrift!. Angebote unter 0! 501 an d. Giehener Anzeiger, '/.-Geige für älteren Herrn gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 01440 an d. Giesj. Anz. erbeten. Stadttheater Leitung: B. Stelngoetier. Dienstag, 14. Februar: 17.Dien»taa-Abon.-Vorst. pefet Stauer. Anfang 7, Ende 9'/« Uhr. j Verschiedenes | Biebertalbahn. Mit Wirkung vom 1. März d. I. tritt vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörde eine weitere Erhöhung der Gütertarifsätze ein, über die die Dienststellen nähere Auskunft erteilen. 14640 Berlin, den ll.Febr.1922. 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Die Aussprache über die Regierungserklärung betreffend den Verkehr sstreik. tn Derbinbung mit den An rügen der USP. und der Kommunisten wird fortgefegt. Abg Dittmann (USM Fortgesetzt laufen neue Meldungen über Mas enmatzregelungen ein. Diese erfolgen taujendweise. (Hört! hort!) 3n Berlin sind 2600 Personen gematzreaelt worden, im ganzen ca 25 000 bis 30 000. lieber die vorzügliche Agitation, die Herr Gröner für uns treibt, könnten wir uns eigentlich freuen. Seine Trabanten in den Eifenbahndtrektionen Pfeifer; auf die Zusage des Reichskanzlers. Hier handel, es sich um eine Revolte der höheren Eisenbahn beamten, um eine Militarisierung der Eisenbahn. Der Geist des französischen Revanchegenerals Foch hat Herrn Gröner ersaht, neben dem beschränkten Kommt igelst des Stockpreutzen tums. Der Redner bestreitet dann, dah in den Krankens ufern während des Streikes die Sterblichkeit eine gröbere gewesen sei, und behauptet, Loh die Kinderstationen mit Milch voll be liefert wooden seien. Der Reichstag habe ein Recht, von seinem Mitglied Hugo Sünnes zu verlangen, darüber Auskunft zu geben, ob in London er Verhandlungen über eine Privat! fierung der deutschen Ciienbahnen geführt habe oder nicht. Sei es nicht Landesverrat, wenn man den Versuch mache, deutsches Eigentum an die Entente zu verschachern. Es müsse ein Unter* suchungeausschuh gegen Herrn Sünnes eingeietj; werden, der die Angelegenheit genau zu prüfen habe. Die Regierung entwickele sich zu einem reinen Rechtskabinett, und mit Genua werde die Verständigung des Kapitals hüben und drüben zustande kommen. Dies bedeute eine internatio^ nale Koalition zur Ausbeutung und Rieder- Haltung der Arbeiterklasse in der ganzen Welt. Darum müsse das Proletariat sich vereinigen zum Kampfe gegen die kapitalistische Staatsgewalt. MißtrauenScmträge der Rechtsparteien. Von den Deutfchnationalen ist folgender Antrag eingegangen: Da die Reichsregierung durch ihre bisherige schwache Haltung den Ausbruch des Eisenbahner- streiks mitverschuldete, und angesichts der Tatsache, dah bei dem Eisenbahnerstreck die Taten btis Reichskanzlers mit seinen Worten nicht über* einfhmmten. hat der Reichstag nicht die Zuversicht, dah die Staatsautorität in der von dem Reichskanzler Dr. Wirth geleiteten Regierung genügend gesichert ist und versagt infolgedessen der Regierung das Vertrauen, dessen sie zur Führung der Geschäfte bedarf. Von feiten der DeutfchenVolkspartei ist folgendes Mihtrauensootum eingegangen: Der Reichstag m ih billigt 1. dah der Herr Rei chskairzler die Verordnung des Herrn Reichspräsidenten gegen offenbare Verhöbe nicht angewendet hat, 2. das) der Herr Reichskanzler im Widerspruch mit den Erklärungen der Reichs» regierung mit Führern der Reichsgewetkichast deutscher Eisenbuhnbeamter und -antoärter ver- banbelt hat, bevor der Streik beendet war und 3. dah dec Herr Reichskanzler in bezug auf die Disziplinarverfahren Zusagen gemacht hat. die im Zusammenhang mit seiner Zusage in der Reichs- tagssihung vom 10. d. M. geeignet sind, die Staatsautorität zu zerstören und die .pflichttreuen Beamten zu verwirren. Der Reichstag spricht daher dem Herrn Reichskanzler sein Mihtrauen aus. Abg. Koch (Dem.): Der Streik war ein glatter Mihersolg. Die Autorität der Regierung war zeitweise gefährdet. Die Lebensmittelversorgung ist erschwert unb verteuert worden. Das Rechtsgefühl und der Staatsgedanke find von neuem auf das schwerste erschüttert worden. Das war das Ergebnis des Streikes. Die Forderungen auf dem Gebiete der Arbeitszeit lehnen wir ab. Der Achtstundentag muh möglichst ausgenutzt werden. Lebenslängliche Anstellung und Streikrecht sind miteinander nicht vereinbar. Während des Kapp-Putsches war der Streik keine Revolte, während er jetzt eine Revolte gewesen ist Es handelt sich nicht um einen Sieg der Regierung Wirth, sondern um einen Sieg der Autorität und des Staatsgedankens. Bei den Disziplinarverfahren darf nicht Rachsucht und übertriebene Milde walten, sondern Gerechtigkeit. Die Deamtenbesoldung mit ihrem Zulagesystem ist zu schwerfällig. Man gebe den Beamten einfach ausreichende Gehälter. (Sehr richtig!) Solange die Gewerkschaften nicht stark genug sind, ist die Technische Rothilfe nicht zu entbehren. Deutschland steht heute vor einer unlösbaren Ausgabe, bis der Druck der Entente von ihm genommen ist. Bis dahin dürfen wir uns nicht selbst zersleischen, sondern müssen alle Kräfte anspannen, um zur Gesundung zu gelangen. Reichsverkehrsmmister Gröner weist die von dem Abgeordneten Dittmann gegen ihn gerichteten Angriffe zurück. Er habe keineswegs die Eisenbahn heruntergewirtschastet. Auch denke er nicht daran, sie nach den Vorschlägen des Herrn Dittmann zu verwalten. In der Frage der disziplinarischen Mahregelungen bestände volles Ucbereinlcmmen zwischen ihm, dem Reichskanzler und den anderen Mitgliedern des Kabinetts. Die Richtlinien feien von ihm ausgearbeitet worden und nur unwesentlich abgeändert worden (Hört! hört!). Das Disziplinarverfahren sei in 350 Fällen eingeleitet worden, von denen 150 auf Berlin entfallen. (Stürmische Zurufe links: Das ist ein Skandal!) Kein Minister werde sich das Recht nehmen lassen, in seinem Oteffort selbst über die Einleitung von Disziplinarverfahren zu bc- stimmen Es sei aber kein Versuch gemacht worden, ihm dieses Recht zu nehmen. (Lärm auf beu äuhersten Linken.) Reichsfinaitzminister Dr. Hermes weist darauf die Angriffe des Abgeordneten Dittmann gegen die höheren Beamten zurück. Als bei Minister sich bemüht, zahlenmäbig nachzuweisen, das) bie Entwicklung bei Beamtenbesoldung mit der Teuerung nach Möglichkeit Schritt gehalten habe, kommt es bei der Linken erneut zu lärmenden Kunbgebungen. Abg. Koenen (K. > ruft: Es ist eine unerhörte Dreistigkeit, uns eine solche Rechnung vorzulegen. Vizepräsident Riesser ruft den Abg. Koenen deswegen zur Ordnung. Der Minister crtlärt darauf weiter, dab in weiten Gebieten des Reiches die Eisenbahnbeamten belfer bezahlt würden, als die entsprechend beschäftigten Angestellten der Privatindustrie. Wenn daher bie Eisenbahnverwaltung gleichmäßige Gehälter ein- führen würde, fo würde sie damit grobe Industrien empfindlich schädigen. Daher sei es zweck* mähiger, mit den Teuerungszulagen weiter fortzufahren. Eine Rachprüfung der Grundgehälter würde aber trotzdem mit grober Beschleunigung vorgenommen werden. Abg. Schirmer (Dayr. Dpt.) bestreitet, daß den Beamten in der Verfassung ein Streik- recht gewährt fei Die Linke, bie bas Deruss- beamtentuin immer bekämpft habe, habe ihre Freude an bem Deamtenstreik gehabt. Die bayerischen Beamten hätten aber nicht mitgemacht, infolge ber guten Schulung burch ben bayerischen Cisenvahnerverbanb. Anbererseits seien in Baben unb Württemberg viele Beamte burch ben Terror ber Reichsgewerlschastler gegen ihren Willen zur Einstellung ber Arbeit gezwungen worben. Die Schupo habe diesem Terror tatenlos gegenüber- gestanden. (Hört! Hört!) Diese Terroristen dürften keine Gnade finden. Aba. D r a h (Komm. Arbeitsgemeinschaft) meint, bie Regierung könne durch scharfe Mabregelungen ber Teilnehmer an bem Eisenbahner- streik nicht ihr Verhältnis zu den Beamten verbessern. Auch Minister Hermes habe bie Tatsache nicht erschüttert, daß zahlreiche untere unb mittlere Beamten nicht einmal ihr Existenzminimum oerbienen. Gegen Streiks ist unter wilhelminischem Regime nicht so brutal vorgegangen worben, wie in ber glorreichen bemokraüschen Republik. Den Beamten bürfe bas Streikrecht nicht genommen werben unb Mahregelungen unter keinen Umständen erfolgen. Der Abgeordnete schiebt bie Verantwortung für ben Streik ben bürgerlichen Parteien einschliehlich ber Mehrheitssozialisten zu. Auch bie Haltung ber 11. S. P. sei recht zweideutig gewesen. Die Erfüllungspolitik ber Regierung laufe darauf hinaus, aus ben Knochen der Arbeiter unb Beamten bie Reparationslast herauszupressen. Zu Ebert unb bem Reichskanzler habe bas Proletariat jebes Vertrauen verloren. Damit schließt bie Aussprache. In persönlichen Bemerkungen erklärt brr Adg. Benber (Soz.), seine Fraktion wexbe bie unabhängigen und kommunistischen Anträge ad- lehnen. Abg. Dr. Dtresemann (D. Vp.) weist in einer längeren Erklärung bie Angriffe ber „Frankfurter Zeitung" unb bes Adg. Dittmann auf Stinnes zurück. Abg. Dittmann (USP.) hält bemgegen- übet an feiner Forderung auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses gegen Hugo Stinnes fest unb erklärt, daß infolge ber Massenmatz- tegelungen bie Erregung unter ben Eisenbahnern so gestiegen fei, dah man mit einem Wiederaufleben des Streikes rechnen müsse. Reichskanzler Dr. Wirth ersucht, da durch eine Ablehnung der vorliegenden fünf Anträge Klarheit nicht ge- fchaffen würde, einen Dertrauensantrag ein» zubringen. Abg. Max (Ztr.) beantragt mit Rücksicht daraus, dah ein grober Teil feiner politischen Freunde noch nicht eingetroffen fei, die Abstimmung auf Mittwoch zu vertagen. Inzwischen ist em Vertrauensantrag des Zentrums, ber Demokraten und bet Mehrheitssozialisten etngegangen. D'i der Abstimmung wird der Antrag auf Vertagung aller Abstimmungen gegen bie Stimmen der Unabhängigen unb Kommunisten angenommen unb die Ad st immung aas Mittwoch nachmittag 4 Uhr angesetzt. Rächste Sitzung Dienstag, 2 Uhr nachmittags. Reichsmietengeseh. Sch luv 6i/t Uhr. Der Deutschen Einheit Schicksalsland. Elsab-Lothringen unb bas Reich im 19. unb 20. Jahrhundert. Geschichtliche und politische Untersuchungen zur groben rheinischen Frage. Von Paul W e n b d e. München. Drei-Maslen- Verlag 1921. 228 Seiten. Von einem ausgezeichneten Kenner ber alten Reichölande, bem Düsseldorfer Archivdirektor Dr. W e n tz ck e, der lange Jahre im reichslänbischen Dienste bie Entwicklung bes öffentlichen Lebens in Elsab-Lothringen aus nächster Rähe scharfen Blickes verfolgen konnte, unb ber jetzt an führender Stelle in ber Abwehr ber Angriffe auf unsere rheinische Westmari steht, wirb uns bie enge V e r- kettungberGefchickedesRheinlands, b e f o n b ers aber Clsah-Lothringens, mit dem Schicksal Gesamtbeut sch - lands unb ber deutschen Einheitsfrage in einer von der elften bis zur letzten Seite feffelnben Darstellung geschildert. Wohl an keiner anderen Stelle ist die Bedeutung des oberen Rheintals als der Schlüssel zur politischen, militärischen unb wirtschaftlichen Vormachtstellung unter ben romanisch-germanischen Völkern in gleich ein- leuchte,iber Weise gewürdigt worden. Umso erschütternder wirkt die Schilderung der Verblendung und des Mangels an politischem Verantwortlichkeit sgefühl, bie beutsche Fürsten unb Staatsmänner, aber auch die weitesten Volkslreise bis in die jüngsten Tage gegenüber dem von allem Anfang zielbewubten unb brutalen Eindringen in jene Schlüsselstellung bekundet haben. Wie schon einmal bie deutsche Einheit durch bie Grünbung des Rheinbundes in Stücke geschlagen wurde, so sind wir auch heute wieder durch französische Raubgier unb inneren Hader vom gleichen Schicksal, vor allem mit ber Losreibung ber rheinischen Westmark bedroht. Das Auf und Ab des jahrhundertelangen Ringens um den Besitz des Rheingebiets, besonders um das obere Rheintal bis auf die jüngste Gegenwart läht Wentzkes packende Schilderung an uns vorüberziehen und den engen Zusammenhang dieses für uns nahezu verloren scheinenden Kampfes mit der Entwicklung des deutschen Einheitsgedankens plastisch hervortreten. Wie schwer wurde es Bismarck nach gewonnenem Siege durch einen wahren Rattenkönig von eigensüchtigen, dynastischen und partikular!ftischen Wünschen gemacht, eine leidliche Losung der elsatz-loth- r in gif eben Frage zu finden! Wie wenig politisch reif hat sich bann im vergangenen Halbjahr hu nbert unser Volk bei feiner Stellungnahme biefer Frage gegenüber erwiesen! Sind buch oft genug in dieser Zeit bas Recht und bie Zukunft be£ Reichslanbs geradezu zum Spielball der inneren Parteikämpfe gemacht worden! Und auch während des Weltkrieges haben bie beutschen Dynastien, in kleinlichem Eigennutz unb Eifersucht auf Preußen befangen, nicht minder aber auch bie politischen Parteien, bem reichslänbischen Problem gegenüber völlig versagt. Gerabe auf bie „im Schatten bes Weltkriegs" über Elsab-Lothringens Zukunft geführten Verhandlungen und auf manche absonderlichen Teilungspläne dieser Jahre läht der Verfasser manches überraschende neue Licht fallen. Mit eindringlichem Ernste schildert der Schluhabschnitt bie furchtbaren Gefahren, mit denen unser Volk angesichts der immer kecker werdenden Versuche ber Loslösung ber Rhein lande vorn Reich bedroht wirb. Sehen wir nicht ben unerschütterlichen Willen zu einem fest zusammengefügten Einheitsstaate als Widerhall gegen jene Losreihungsversuche ein, so ist, darin wirb man» bem Verfasser beitreten müssen, der völlige Riedergang unseres Volkes besiegelt. Möchte das treffliche Werk in einem recht weiten Leserkreise sein Ziel erreichen: zur Bildung einer geschlossenen Einheitsfront für bie Abwehr aller Angriffe auf ben letzten uns noch gebliebenen Damm, bas besetzte rheinische Gebiet, wirksam beizutragen! Kirche und Schule. •• Bewerbung um Stellen an deutschen Auslandsschulen. Mit bem zunehmenden Lehrerüberfluh häufen sich auch die 'Bewerbungen, besonders jüngerer Lehrer, um Stellen im deutschen Auslands- fchulamt. In erster Linie kommen Spanien, Süd- und Mittelamerika in Frage. Das Auswärtige Amt in Berlin fxit die Vermittelung übernommen. Die Regierungen der deutschen Länder haben Lehrern, die in den deutschen AuSlandsschuldienst treten, nach Ablauf ihrer AuSlandSdtenstzeit, unter Anrechnung der letzteren, den Wiedereintritt in ben heimischen Schuldienst sichergestellt. Turnen, Sport und Spiel. — Eine englische Futzballmann- chast in Deutschland. Der Turn- unb Sportverein 1848 Bochum Hal bie englische Fubballmannschast Corinthians für ein Wettspiel verpflichtet. Es ist bies das erstemal nach dem Kriege, dab wieder eine englische Mannschaft in Deutschland spielt. Rach der in ben Rachkriegsjahren verbesserten Spielweise der Deutschen darf man barauf gespannt sein, wie bieses Spiel auslaufen wirb. Die Corinthians unternehmen bem- nächst eine Tournee durch Oesterreich unb benutzen ben Weg bahin, um bas erste englische Spiel in Bochum auszutragen. — 9. Berliner Sechst agerennen. Das seinerzeit abgesagte De.liner Sechstagerennen finbet nun doch statt. Es nimmt am Freitag, dem 17. Februar seinen Anfang unb endet am Donnerstag, bem 23. Februar. Die Starterliste ist so gut wie geschlossen. Dreizehn Mannschaften sinb verpflichtet worden, zu benen eventuell noch bas Schweizer Paar Gebrüder Suter hinzukornrnt. Rüü und Krupkat sind leider am Start verhindert, da sich beide noch vor Schlub des Berliner Rennens nach Reuyork einschifsen müssen. Die bedeutendsten deutschen Sechstagefah er Inerben hier erstmalig nach dem Kriege Gelegenheit haben, in friedlichen Wettstreit mit Amerikanern, Australiern, Schweizern, Holländern unb Dänen zu tiefen. Die Zusammenstellung der Mannschaften lautet wie folgt: Lorenz—Aberger, Saidow - Bauer, Hahn—Oskar Tietz: Stellbrink—Appel- Hans: Lewanow—A. Huschle, Schrage- Pawkc, Stabe-Kohl, Tadewald— Packe:ui d; ('amtlich Deutschland), W. Spencer—R. Husu.kc Mig K nen £ Ni Fichten 113 Stämme 3.U.4. Kl. mit 27,56 Fstm. 64 Stangen 1. „ „ 5,76 „ 120 2« ff 7,20 _ 472 w 4. „ ,, 14,16 , 26 Kiefernstämme 2>- 4. Kl. 11,07 , TnbmisfiöüsgttkgilflisilRallWmil Aus Staatsjagden werden verkauft: 1 Marderbalg, 17 Fuchsbälge, 2 Dachsschwarten, 4 Rehbecken. Gebote sind mit ber Aufschrift „Submissions- verkauf von Rauchware" spätestens bis Dienstag, ben 21. b. M., vormittags 11 Uhr, bei unterzeichneter Stelle eiuzureichen. Eröffnung der Gebote Mittwoch, ben 22. d. M., vormittags 11 Uhr, daselbst. Die Dieter erkennen die Verkaufsbedingungen an, die von unterzeichneter Stelle kostenfrei zu be« ziehen find, und sind acht Tage an ihre Gebote gebunden. Defichttgung der Ware am 17. u. 18. b. M. zwischen 11 und 12 Uhr vormittags. Romrod (Kr. Alsfeld), ben 10. Februar 1922. Hess. Oberförsterei Romrod-Norb. [1447D SiMloWe MWiMlskelgelW in Oberkleen. Am Mittwoch, ben 22. Februar 1922, von vormittags 10 Uhr ab, werden in dem Gemeindehause zu Oberkleen die nachbezeichneten Nutzholzmengen aus dem Gemeindewald Oberkleen, Nieder- kleen, (Ebersgöns und Dornholzhausen in angegebener Reihenfolge öffentlich meistbietend versteigert: 1. Oberkleen. sEichen 62 Stämme 2.-5. Klaffe mit 43,92 Fstm. (darunter Schneidestämme) 9 Rm. Nutzholz 2. Klaffe (Gartenstützel) Buchen 2 Stämme 4. Kl. mit 1,16 Fstm. Holzsubmission. Die Gemeinde Geilshausen verkauft im Wege schriftlichen Angebots nachoerzeichnetes Holz: Fichtenstämme 1 Stück 1. Klaffe ------ Alte Gebisse Sahne bis Ulf. 90.00 Gebisse bis IHf. 1700.00 kaufe nur Mittwoch, den 15. Februar im Hotel Schütz Hr.38 . 2r *l0 , tinl* L-.r DruDi«'' & $tanN “■Di Holzversteigerung Gräflichen ^orftaintS Lnnbach. Donnerstag, den 16. Februar, 10 Uhr, im Saale des Solmfet Hofs zu Laubach aus Thomas» btegcl 1, 2, 3, 4, 5 des Reviers Jägerhaus Buche Scheiter, 421 Knüppel (z. T. abständig), m Reiserknüppel; aus Kirchberg Buche Jim.: 26 ßnüppel 2. Kl., 18 Stöcke, 106 Reiierknüppel; “sc;c'ie«berg, Schiffenberg, Lingelbach Buche Rm.: 81 Stocke. Kohlreiser und Leseholz flächenweise. Hand- .er sind nicht zugelassen. Auswärtige Steigerer müffen bsn Zug ab Hungen 6.54 vorm. benützen. 1460!) Die Angebote sind verschloffen, und Klaffen getrennt, mit der Aufschrift „Hol'zsubMission" bis spätestens Freitag, ben 17. bs. Mts., nachmittags 3 Uhr, auf ber unterzeichneten Bürgen meijterei einzureichen, woselbst in Anwesenheit ber erschienenen Bieter die Eröffnung erfolgt. Die Der- kaufsbebingungen werden vor der Eröffnung bekannt- gegeben. Nichterschienene Bieter unterwerfen sich mit lhrem Angebot den Verkaufsbedingungen. 'Nähere Auskunft erteilt Forstwart Wallenfels. Geilshausen, den 11. Februar 1922. Hetz. Bürgermeisterei Geilshausen. ______________Wagner. 1457V Stangen ...... — 4,fcU Angebote, getrennt nach den Orten, Losen und Holzarten, erbitte ich bis 26. Februar er., mittags 12 Uhr, mit der Aufschrift „Hvlzver- kauf" an meine Adresse. Eröffnung der Offerten in Gegenwart etwa erschienener Dieter zu derselben Zeit. Dieter muh sich den hier geltenden Holzverkaufsbedingungen unterwerfen und dies «z für Sal Inden r i SlaMlec (F-P-S-) MSsichtenfür M btt MhnlngömM' Mgnisien ber ber DeUsam MhmngSvrl Rgender sind gemh In bn öffentlichem diese 21* renden M Ltaatsmänne Zahreöbegiim nicht unanget Datsiellung W 1 sichten des beg Anschauungen zum Ausdruck Reden, zum ar Darstellungen, und geschäftlick des Landes i dürfen als d sorgsam aber schauungen t> Industrie und türlich könne den Zeitschris nur schlagtvo aber doch so. einen Begris ungen und Mnner in H deren Stand Der W ten, Coolid das Reuyorle öestchen Diele Daß unser San ^steigerten toi hat eine durch ÄarenMriten geschlossen sche nung deutet d leben eine sesi chvvder Kabinett char jähesten Prei- lchichte unser durchgemachr noch die Wie! ten, aber vir und unsere 2 relativ besser, eine große lli nun in guter1 1922 unsere ( , William ^tarfürtza Aeck herauf sind noch haben noch Men Derkiü öesagt werde, Präsiden twnal City 1 8» L'-U-Äenin, S®. öie W.-iff uni sef"5 B Wange, Äff’ unb ten 4. Kl. --- 31,67 ten 1. Kl. --- 6,48 Oberkleen, den 11. Februar 1922. Die Gemeindevorsteher: Neineck. Ohly. Schindel. Die Angebote sind getrennt nach Sortiment und klaffe innerhalb der Lose, da keine Zusammenrech» nung stattfindet, pro Festmeter bis zum Freitag, den 17. Februar b. Is., nachmittags 2 Uhr, an unterzeichnete Bürgermeisterei einzureichen, wo alsdann die Eröffnung erfolgt. Die Verkaufsbedingungen, denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, können vorher bei uns eingesehen .werden. Das Holz lagert in verschiedenen Distrikten unb - wird auf Verlangen vorher von Forstwart Koch dahier vorgezeigt, spätere Einwendungen werben nicht < mehr berücksichtigt. Etwaige kleinere Abweichungen im Festgehalt bleiben Vorbehalten. Die Gemeinde behält sich die Genehmigung im einzelnen wie im ganzen 4 Tage vor. Beuern, den 6. Februar 1922. 1384V Bürgermeisterei Beuern. Wal t h e r. WM taseM-Folw Fabrikant: P. Jos. Mobs, Gießen Seifenfabrik. q^CoBINERd Oi WfiBS#Hi88SS5S wiit öie brüh! fche Ullilk-DrÄleceu L. Lange. tSieäea Eckstein Gold so Pfg. köstlich im Geschmack Toirero 100 Pfg. Traviata 120 Pfg Der- Voranschlag ber Gemeinde Oppen- rod für Ij. 1922 liegt vom 15. bs. Mts ob eine Woche auf bem Amtszimmer des Bürger- Meisters offen. Einwendungen können während dieser Zeit daselbst vorgebracht werden. Gs ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu ber Tuch die Ausmärker beizutragen haben. Oppenrod, ben 11. Abruar 1922. Bürgermeisterei Oppenrod. Balser. 1459V Jagd - Ver pachtung. Samstag, 18. Febr., 4 7« Llhr, soll bie ©emembejagb ber Gemeinde Hattenrod bestehend aus 415 Hektar Feld- unb 112 Hektar Waldjagd, öffentlich meistbietend auf € Jahre auf dem Gemeinberathaus verpachtet werden Das Hagbgebiet ist in 20 Minuten von ber Bahnstrecke Dietzen—Fulda, und zwar Station Reiskttchen, zu erreichen. Bedingungen liegen auf ber Bürgermeisterei Hattenrod offen. Dieselben werden vor der Berpachtung befattntgegeben. 1431D Bürgermeisterei Hattenrod. Aeeb. Holzversteigerung. Freitag, benl 7. Februarl92 2, vormittags 9V» LIhr, soll im Anneroder Ge- meinbewald folgendes Holz versteigert werden: Eichen stä mme: 3. Kl. 1 Stück 1,01 Fstm. 4. Kl. 12 Stück 8,65 Fstm., 5. Kl. 5 Stück 2,09 Fstm. 6. Kl. 9 Stück 3,75 Fstm. Fichten stamme: 11 Stück 2,91 Fstm. Kiefern st ämme: 3 Stück 2,63 Fstm. Fichten derb stau gen: 1. Kl. 170 Stück 14,08 Fstm., 2. Kl. 1175 Stück 51,03 Fstm. Fichtenreis st angen. 637 Stück 15,09 Festmeter. Die Zusammenkunft ist am Oppenn^er Weg, Kreuzung Müllerweg, am Waldeingang nädjft dem Pflanzgarten. 1479D Annerod, den 13. Februar 1922. Hess. Bürgermeisterei Annerod. Horn. Folgende Holzmengen ber nachgenannten Gemeinden sollen im Wege off entlüden Angebots vergeben werden: Gemeinde Krofdorf: Los 1 Distr. 11b, 14a. 18a: 46 Stämme Eichen 4- Kl. = 36,52 Fstm. Los 2 Distr. 11b, 14a, 18a: 249 Stämme Eichen 5. Kl. -- 148,73 Sftm. Los 3 Distr. 7c: 1 Stamm Fichten I. Klasse — 2,04 Fstm., Distr. 7c: 37 Stämme Fichten 2. Kl. = 48,27 Fstm. Gemeinde Kinzenbach: Los 1 Distr. .Drei blaue Enten": Große VersteigerrmH. Wegen endgültiger Auslosung unsere? Lagers Giehen, Seughausfafcrne, versteigern wir am Donnerstag, 16. Februar 1922, ab (0 Uhr vorm., an Ort u. Stelle in zusammengesetzten Losen gegen sofortige Barzahlung u zu unseren Bedingungen: Kummet- u. 5ielengeschirre, Leb rriemen oersch. Art, veilpicken, Kreuzhacken, $elbfabel, Sattel: Wen aus Leber unb Seoeltud?, vlechbüchsen, Segeltuchabfülle, Zeltznbehorbcutel (neu) aus Segeltuch, Sriüichhosen (gebraucht), Drahtscheren, Altleber, neue tl. Gesen, Vcilvickentaschen ans Leber, Brotbeutel, w iffettragesäcke, Leibriemen (gebrauch!), Mantelriemen. SttShnengurte, Cor- nister (größtenteils Zell), Schrott u. berg!, mehr. Besichtigung der Gegenstände am Lager und Einsichtnahme tn die Dersteigerungsliste ist 3n- teressenten täglich von 9-4 Uhr und am Der- fteigerungstage von 9- 10Uhr gestattet; dagegen Kann auf unserem Bureau, Steinmeg 9, Zimmer 126, nur Einsicht in die Versteigerungsliste genommen werden. Auf Wunsch werden Dersteigerungslisten von unserem Frankfurter Bureau sowie vom Lager Giehen g. Bezahlung von 3 Mk. p.St. abgegeben. Reichstreuhandgesellfchaft A.-G. Zweigstelle Frankfurt a. M. ,iU Cel. Hansa Q585 86. Steinweg 9, Unionhaus. Sür die armen pflegebesshlenen der Landes-Heil- U.pflegeanstalt Giehen Bei (Eröffnung der Heil- und Pflegeanstalt zu Gießen wurden von den verschiedensten Seiten alte Bücher und Zeitschriften zur Unterhaltung der Kranken in großer Anzahl zur Verfügung gestellt. Diese Spenden bereiteten große Freude, cknd viele Kranke saßen tage- und stundenlang über ihren Büchern unb Heften, bie sie wie einen Schatz hüteten, besonders wenn die kalte unb nasse Jahreszeit einen längeren Aufenthalt im Freien unmöglich machte. 3m Lauf ber Jahre ist ber damals gesammelte UnterhaltungMoff verbraucht und ©etbmittel zu Neubeschaffungen sind nicht vorhanden. Deshalb wenden wir uns an bie Freunde ber Kranken unb Unglücklichen mit ber inständigen Bitte, uns wieder mit Unterhaltungsmaterial für die Kranken zu versehen. In jeder Familie finden sich . wohl einige nicht mehr benötigte Bücher und Zeitschriften, besonders ifluftrierte, Märchenbücher unb Erzählungen für Kinder, mit denen man ben armen Kranken noch große Freude bereiten kann. Auf geschehene Mitteilung werden die Sachen im Haus abgeholt. Mitteilungen nehmen entgegen die Direktion ber Heil- unb Pflegeanstalt und bet Vertrauensmann des Hilfsoereins für die Geisteskranken in Hetzen, für Gießen Herr Rektor Val. Müller, Stabtmäbchenschule. 1307 spendet Bücher unb Zeitschriften.