Er. U Lietzener Anzeraer erscheint täglich, außer Sonn« und Feiertags. Monatliche Bc^ucspreife: 9Jlh. 9.50 einschl. Träger- lohn, durch die Post Mk. 10.- einschl. Bestell« gelb, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n i p r e ch - Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; tot Druckerei, Verlag and Geichäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Siehe». postschectlonto: Frankfurt o. M. 11688. Erster Blatt 172. Zahrgang Zreitag, 15. Januar 1922 SiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick unö Verlag: vrühl'sche Univ.-Yuch- und Steinöruderei n. Lange. Schriftleltung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer dis zum Nachm klag vorher ohnejede DerdindlichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 min Breite örtlich 70 Pf, auswärts 90 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 3^0Ps. Bei Platz. Vorschrift 20'0 Aufschlag Hauptschriflleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in (Biefjen. Rücktritt des Kabinetts Briand. « 6 als Nachfolger DriandS in Dvr- tcht. 3n den Kreisen der Kammer Po i nc are Platz für eine gerechte Abwägung der vitalen Interessen Frankreichs, für Mahnahmen, die einen neuen Gewaltstreich verhindere könnten. Einen wahrhaften Frieden könne man nicht auf Ungerechtigkeit ausbauen dadurch, daß man die Der» nichtenl^n Kriegslasten auf die Länder abwälze, die das Opfer des Krieges gewesen seien, um den zu entlasten, der aus verbrecherischer Absicht den Krieg, entfesselt habe. Hierauf ergreift Ministerpräsident Briand das Wott, am eine Erklärung abz2° geben. Sie Kammer ist sehr stark besetzt. Mehr als 500 Abgeordnete sind antce end. Briand beginnt damit, zu erklären, er wisse nicht, ob es nicht die Pflicht der Vertretung F ankreichs fei, sich anderwärts zu befinden. (Widerspruch rechts ) Aber er habe geglaubt, es sei seine Pflicht, dem Lande und dem Parlament die Wahrheit zu sagen, um die falscher und lügenhaften Nachrichten zu widerrufen. Seitdem er ach der Konferenz in Cannes sei, seien Nachrichten Verb e.tct worden, die ungenau seien. Briand e i.mect an die Erklärungen, die er als Antwort auf die Anfrage des Abg. Klotz abgegeben t>ibe uw fährt fort, die Negierung stelle das Parlament nicht vor eine vollendete Tatsache. Sie gibt Auskünfte über die Unterhandlungen, was noch wenige Negierungen getan haben. Sie gibt Erklärungen ab, während die Konferenz mitten in den Arbeiten steht. Ob das die Berhandlungen erleichtern wird, ist nicht sicher. Aber es scheint notwendig zu sein, um die Beunruhigung der öffentlichen Mei urg zu verscheuchen. Man diskutiere in Cannes das ernste und bedeutende Präsident hebt die Sitzung auf, die er unter all-- gemeiner Erregung aus kommenden Donnerstag vertagt. Die Sitzung war um 4.40 Uhr (französische Zeit) beendet. Eine Rcde des Scnatspräsidcnten Leon Bourgeois. Paris, 12. Jan. (WTB.) Aach einer HavaS- Meldung ist der bisherige Senatspräsident Leon Bourgeois mit 205 von 220 Stimmen »um Präsidenten des Senats wiedergewählt woroen. Paris, 12. Jan. (WTB) Bei der lieber- nähme seines Amtes als Präsident des Senats hielt Leon Bourgeois eine Nede, in der er zunächst auf die schwierige finanzielle gelegt werden könne. Briand vor der Kammer. Paris 12. Jan. (WTB.) Zu Beginn der heutigen Kammersihung hat der wieder- gewählte Präsident Naoult Peret die übliche 'Antrittsrede gehalten, in der er u. a. sagte: Die Bolker, die fieberhaft nach einem Allheilmittel suchten, das alle Kriegsleiden heilen könnte beobachteten sich mit offenkundigem Miß- trauen. Dieses Unbehagen laste in ziemlich beunruhigender Weise auf den natioiialen Beziehungen. Selbst der Gedanke der Gerechtigkeit habe eine starke Einbuße erlitten. Entstelle mannicht die Absichten Frankreichs, ind«n man es als kriegerische Nation, die die Beherrschung fuct«, und die das Volk aufgebläht habe, stelle?Das nehme Frankreich nicht an. Es gebe kein Land das ein größeres Interesse am Weltfrieden habe als Frankreich, und es gebe auch kein Land, das entschlos erer sei, ihn aufrechbzuerhalten Seit seinem Siege habe Frankreich ungeheue^ Opfer gebracht, damit niemand das Recht habe, sein Wort in Zweifel zu ziehen. Was habe Frankreich nicht vor 1914 unternommen, damit Der Weltfriede nicht gestört werde? Der Imperialismus, Der Militarismus und Der Evoberungsgnst seien anderweitig zu finden gewesen. Man sei aber noch nicht 9W sicher dast er nicht noch dort zu finden fei. Aber zwischen einer Haltung der Provozierung und e ner Art Nachgiebigkeit, gegen Die sich das nationale Empfinden auflehnen wurde, gebe es diesen Umständen habe er die Verhandlungen mit Lloyd George begonnen. Briand entrüstet sich darüber, daß man verleumderischerweise erklärt habe, England habe Bedingungen gestellt, die für die Würde Frankreichs unannehmbar seien. Es sei entschieden worden, daß die Frage von Tanger .den Gegenstand von Berhandlungen bilden solle und die Orientangelegenheiten von den drei Außenministern Frankreichs, Englands und Italiens nach der Konferenz von Genua durchgefprochen werden sollen. Er babe feinem englischen Kollegen klar gemacht, daß es nicht im Interesse Frankreichs allein, sondern im allgemeinen Inrer- esse von Frankreich und England liege, einen Vertrag abzuschlietzen da die Grenze Frankreichs mit Deutschland auch die Grenze Englands sei und Da England, wenn es diese verteidige, zugleich seine Existenz verteidige. Mit Entrüstung tadelt Briand die, die geschrieben haben, die Allianz der beiden Völker sei eine Erniedrigung, weil Frankreich seine Stellung am Rhein aufgeben müsse. Diese Gerüchte seien falsch. Im Qlugen- blick, in dem er Cannes verlassen habe, habe Lloyd George ihm erklärt, dah die englische Regierung vollkommen Den französischen Standpunkt einnehme. Gestern fei ihm ein Versprechen gegeben worden, durch das sestgelegt werde, dah Die Garantien der Artikel 42, 43 und 44 des Friedensvertrages ungenügend seien, um den Frieden im gemeinsamen Interesse von Frankreich und England sicherzustellen, und dah, wenn diese Grenze bedroht werde, Großbritannien m i t allenseinenStreitkräftenzuWasser und z u Lande an der Seite Frankreichs stehe. Ein Abgeordneter der Rechten, der dazwischen ruft: England hat ja kein Heerl, wird zur Ordnung gerufen. Briand fährt fort, er sei der Ansicht, dah eine derartige Garantie nicht gering angeschlagen werden könne. Wenn sie das Land besitze, werde es sie zu würdigen wissen. Aber toenrt am Tage nach einer großen Konferenz zwischen den Völkern zu der Friedensgarantie durch Aufrechterhaltung Der belgischen und französischen Grenze noch ein Abkommen käme, das die Ost grenze garantiere, habe er doch die Empfindung, dah etwas geschehen sei, um den Frieden aufrechtzuerhalten. Er täusche sich vielleicht, aber angesichts derartiger Probleme mühten die Politiker ihre Verantwortung übernehmen. Er habe geglaubt, die wünschenswerte Autorität zu besitzen, um im Namen Frankreichs zu sprechen, aber — Briand macht eine Bewegung, dah er enttäuscht sei — und fährt fort, aber er habe nicht das Recht, auf einen Kampf post en zu treten, wenn er nicht die Gewihheit babe, keinen Dolchstich zu erhalten. Der Minister- Präsident müsse eine vollkommene unantastbare Autorität haben. Er könne nicht sagen, dah er die nötige moralische Kraft besitze. Er babe von weitem gefühlt, dah er nicht daS volle Vertrauen besitze, er bleibe aber Dabei, dah die Verhandlungen mit den Alliierten Frankreichs nützlich seien. In keinem Augenblick seien Die Interessen Frankreichs vernachlässigt worden. Weiter hat Briand nicht gesprochen. M 11 einer Geste Der Entmutigung verlaßt er die Rednertribüne und begibt sich auf seinen Platz. Zum Erstaunen einer großen Anzahl von Deputierten nimmt Briand seine Mappe unter den Arm und v e r l ä h t mit sämtlichen Ministern die Kammer. Die Sozialisten schrien: Auflösung! und Der Kammer- schlag gebracht. In Den Kreisen der Kammer ist man der Ansicht, dah hauptsächlich die Leichtigkeit, mit der das Kabinett und das Parlament die vagen Gerüchte über die Verhandlungen in Cannes aufnahmen und die von Den beiden KammerauSschüfsen angenommenen Tagesordnungen Briand zur Demission gestimmt haben. Einige Abgeordnete glauben, Briand sei zurückgetreten, um daS Kabinett umzubilden. Aber die meisten nennen P o i n - care als Nachfolger Briands. Einige Abgeordnete Der Linken und der äußersten Linken halten die Auflösung der Kammer für angebracht, da sie dem Lande Gelegen» heit geben würde, seine Meinung auszusprechen. Viele Abgeordnete bedauern es, dah daS Kabinett ohne Parlamentsabstimmung zurückgetreten ist und befürchten, dah im Auslande die Gesinnung der Kammer falsch aus- Reparativnsproblem und Den Wiederaufbau Europas. Man spreche v.el vom Fried.n, aber es genüge nicht, Davon zu reden. Man müsse Den Mut haben, Die erforderlichen Handlungen za unternehmen. Damit er realisiert werden könne. Sonst könnten Die Völker noch lange auf ihn warten. Für ein Volk wie Das französische genügt es nicht, Dah seine Grenzen garantiert sind Es gibt Grenzen, diö noch fein Friedens- Vertrag hat anerkennen lassen, über Die jeden Augenblick ein Krieg sich entrinnen kann. Frankreich kömie sich nicht Desinteressieren, Denn, wenn es Das heute tue, werDe es nottoenDigertoeife morgen ein Opfer werden. Es sei eine Notwendigkeit für Die Völker, sich zu vereinigen, um etwas OrDnung in Diese ilnorDnung zu bringen unD etwas Sicherheit in Dieses Chaos. Er sei In keiner Weise beengt, in Cannes Stellung zu nehmen, Demi er habe im Senat als Antwort auf Die Frage Ribvts erklärt, er halte Die Solidarität Der Völker für notwendig. In diesem Sinne habe Die Konferenz von Cannes eine Entscheidung getroffen. Aber Das Reparationsproblem fei Davon nicht berührt worDen. Der Friedensver- t r a g von Versallleskönnenlcht Den Gegen st anD irgenDeiner Diskussion bilDen, und Die Klauseln, Die Die Sicherheit Frankreichs gewährleisten sollen, stünden außerhalb Der Debatte. Davon könne man nicht abgehen. Die Tagesordnung Der Konferenz von Genua sei wirtschafllicher Art. Er wisse ganz genau, Daß man alles voraussehen könne, aber Die Völker, Die an Der Konferenz teilnehmen würden, muhten Garantien annehmen. Was hätte man von Den Vertretern Frankreichs gesagt, wenn eine Derartige Konferenz ohne sie entschieden worden wäre? (Der Ministerpräsident wird von verschiedenen Seiten unterbrochen.) Er fährt aber alsdann fort, indem er von Der Zusammenarbeit im Botschafterrat spricht. Er sei davon überzeugt, so sagte er, dah, wenn Deutschland gewußt hätte, dah ein Bündnis zwei Großmächte, wie Frankreich und Großbritannien mitemanber verbunden hätte, es nicht zum Kriege gekommen wäre. Was die Reparationen anbetreffe, so babe Deutschland von Der Reparationskommiision Zahlungsbe.abfetzung und Zahlungsfrist rerlangt, also ein Moratorium. Die Reparationskommission habe das Recht, mit Mehrheit Zahlungsaufschub zu bewilligen. Frankreich habe in dieser Kommission nicht Die Mehrheit. Es hänge nicht von ihm ab, ob Das Moratorium bewilligt oder abgelehnt werde, und er könne nur sagen, dah Die Mehrheit für da s Moratorium f e ft - Darüber seien die herzlichsten Verhand'ungen in Cannes geführt worden. F.ankreich trrli.re nicht einen Centime ban seinen Forderungen. England bringe ein großes Opfer, wofür Belgien anD FraMreich dankbar seien. (Die Rechte unterbricht Briand wiederum.) Briand entrüstet sich Darüber, daß politische Absichten in Die Debatte bineingetragen werden. Er erläutert alsdann, welche Vorteile Frankreich daraus ziehe, daß eine neue Kombination über Die Zahlung Der Saargruben gefunden worden sei. Briand fährt fort, indem er erklärt. Die Schwierigkeit wegen der 400 Millionen Mark bezüglich Der Saargruben sei also zu Frankreichs Vorteil gelöst worden. Er wisse ganz genau, daß Die ungünstigen Fragen gegen Die Regierung ausgebeutet würden, währenD man über Obecschlesien, Ruhrort, Düsseldorf und andere günstige Lösungen schweige, weil man Dies alles rasch vergessen habe. Frankreich sei in Der Lage, mit einem Gläubiger Der sich mit an Deren Gläubigern an einen Tisch gesetzt habe über Die Unmöglichkeit eines Schuldners, zu bezahlen, zu verhandeln. Man könne nein lagen. Aber- alsdann müsse man sich vor Augen halten, was sich ereignen werde. Es sei ja sehr leicht, zu behaupten, die Regierung gebe Die Rechte F ankreichs Preis. Aber er wünsche, daß das Volk und das Parlament aus Der Atmosphäre der Beunruhigung herauskämen. (Es entsteht wieder ironischer BÄfall.) Briand macht Miene, Die Kammertribüne zu verlassen. Kammerpräsident Peret hält Briand zurück. Der Die wenigen Stufen, Die er bereits von Der Rednertribüne herunter gestiegen war, wieder emporkkettert und ruhig abwartet, bis Kammerpräsident Peret seine Rede beendet hat, in der er in Der schärfsten Weise Die Abgeordneten tadelt, die den Ministerpräsidenten in systematischer Weise unterbrechen. Briand fahrt fort, indem er sich über die Lage in Deutschland ausspricht; niemand habe Voraussagen können, daß Die Mark ihren Wert parliere. Der Beweis dafür sei, daß die vorausgegangenen Regierungen Milliarden davon in Den Safes hätten liegen lassen. Der R^rner geht alsdann dazu über, von Der französisch-englischen Allianz zu sprechen. Die für Die beiDen Länder von Nutzen sei. Unter Lage Frankreichs zu sprechen kam und anbeutete, daß möglicherweise eine weitere Erhöhung der Steuerlasten notwendig sein werde. Ferner fei eine Verminderung der Ausgaben und eine energische Reform Der Derwaltungsmethvden im Sinne einer Vereinfachung und Dezentralisation nötig. Man Dürfe nicht vergessen, daß in allen Ländern und zu allen Zeiten finanzielle Krisen Die Vorboten von Revolutionen gewesen seien. Frankreich habe das Schlimmste schon überstanden, aber die Zeit Der Opfer fei noch nicht abgefchlos en. Die ernsteste Frage der auswärtigen Politik fei Die Der Ausführung Des Friedensvertrages. Tat'ächlich fei er bis hm le auch noch nicht ausgeführt worDen. Frankreich habe bis zum heutigen Tage, das, woraus es Anspruch habe, noch nicht erhalten. Deutschland habe erklärt, daß es nicht zahlen könne. Die Unaufrichtigkeit Diejer Versicherung springe in die Augen. Deutschland besitze im Auslande beträchtliche Werte. Während Deutschland einen Teil seines Aktivums verheimliche, ruiniere es sich im Innern des Landes freiwillig, indem es unablässig seine Ausgaben vermehre und es ablehne, die Steuerlasten ebenso hoch zu machen, wie sie in Frankreich sind. Dabei sei Die Wirtschaftskraft Deutschlands wesentlich ungeschwächt. Die Taktik sei klar. Deutschland sei nur Darauf aus, Die Alliierten zu veruneinigen. Es sei sicher. Daß es keine Negierung in Frankreich gebe, Die einer Verminderung der Ansprüche Frankreichs, wie sie sich aus Dem Zahlungsstatut ergeben, zustimmen würde. Im weiteren Verlauf feiner Rede kam Bourgeois auf die Konferenz in Cannes zu sprechen. Ev sprach die Hoffnung aus, daß sie zu einem Bündnis zwischen Frankreich und England führen werde. (Beifall.) Was die wirtschaftliche Reorganisation Europas betreffe, fo erkenne Der Senat ihre Notwendigkeit an. Er sei aber der Meinung, dah diese Frage von Det Der Reparationen streng getrennt werden müsse. Bourgeois hob Die Notwendigkeit Der Einigkeit unter Den Alliierten bei der Vertretung der gemeinsamen Rechte hervor. Wenn Frankreich und Belgien die Gewißheit hätten, dah ihre gerechten Ansprüche auf Reparationen erfüllt würden, so würden sie auch mit aller Kraft an der Wiederherstellung des Wirtschaftslebens Der Welt mitarbeiten. Zum Schlüsse seiner Ansprache kam Bourgeois auf die ^abscheuliche Kampagne" zu sprechen, Die gegen- toärtig gegen Frankreich mit dem Zwecke, es zu isolieren unD sein moralisches Ansehen zu schwächen, geführt werde. Er verwahrte sich gegen den Vorwurf des MllttarismuS und Imperialismus. Briand au Lloyd George. Paris, 12 Jan. (HavaS.) Briand hat folgendes Telegramm an Lloyd George gerichtet: Der Minister Der auswärtigen Angelegenheiten an Den Vorsitzenden des Obersten Rates in Cannes, Lloyd George: In Anbetracht Der politischen Umstände, die ich bei meiner Ankunft in Paris vorgefunden habe, war ich Der Ansicht, Dah eS mir nicht möglich sei, Den Vorsitz im Ministerrat zu behalten. Da ich Dem Herrn PräsiDenten der Republik den Rücktritt Des Kabinetts unterbreitet habe, kann ich nicht nach Cannes zurückkehren, um an Den Arbeiten des Obersten Rates teilzunehmen. Ich bitte Sie, dies unseren Delegierten Kollegen mitzuteilen, und ihnen gleichzeitig meine Bitte um Entschuldigung und DeS BeDauernS zum Ausdruck zu bringen. Daß ich Die Zusammenarbeit mit ihnen aufgeben mußte. Was Sie, mein lieber Herr Lloyd George, persönlich betrifft, so tut es mir besonders leid, Dah wir Die Unterhandlungen, Die wir im Interesse unserer beiden Länder und im Interesse DeS europäischen Friedens begonnen hatten, und die ich so gerne zu einem guten Erfolg geführt hätte, nicht zu Ende führen konnte. Ich hoffe, daß mein Nachfolger sie wieder mit Ihnen aufnehmen wird und dah er glücklicher als ich die 2lbsichten verwirklichen kann, die wir angestrebt hatten. Ich bitte Sie, den Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochachtung und Ergebenheit zu genehmigen, (gez.) Briand. Erklärungen Rathenaus vor dem Obersten Rat. Cannes, 12. Jan. (WTB.) Der Son» derberichterstatter des Wölfischen DureauS meldet: Die Sitzung des OberstenRa-« teS wurde durch Lloyd George eröffnet, der die deutsche Delegation deren Der französische Ministerpräsi- d e n t, der Den Kvnferenzort Cannes, ohnehin wohl schon zum Aerger Der übrigen Delegationen, und namentlich Lloyd Georges, eilig verlassen hat, um der in Paris, in Kammer und Ministerrat sowohl als auch im Elhsee, umgehenden Unvernunft entgegenzuwirken, hat vor Der Kammer noch einmal eine lange Rede gehalten, in Der er sich gegen die Schläge der Nationalisten mühsam verteidigte. Er fand eine Stimmung vor, die er nicht mehr beherrschen konnte, und trat mtt feinen Kollegen endgültig vom Schauplatz ab. ES steht schon fest, daß Poincarä, der ausgemachte Deut- schenfreffer, ans Ruder kommt. Lloyd George kann also feine Denkschrift, die gestern in der deutschen Presse veröffentlicht worden ist, wieder in die Aktenmappe zurücknehmen. Die englisch-französischen Beziehungen werden wohl eine weitere starke Abkühlung erfahren. Im übrigen muß man ein Urteil über die Wirkung deS Wechsels in Frankreich zurückhalten — bis die Stimme der neuen Pariser Gewalthaber zu vernehmen ist. So wird Lloyd George denken, und so müssen noch mehr die Deutschen, soweit sie in der Oeffentlichkeit und den Aemtern etwas zu sagen haben, die gleiche Zurückhaltung sich auferlegen. Die Reichsregierung müßte freilich zu festem und sicherem Handeln vorbereitet sein. Paris, 12. Ian. (WTB.) Offiziell wird gemeldet: Nachdem Briand in Der Kammer eine Erklärung abgegeben hatte, in Der er seine Haltung in Cannes rechtfertigte, begab er sich ins Elysee, um Die Demission Des Ministeriums anzukündigen. Paris, 12. Jan. (HavaS.) Der Präsident der Republik, Miller and, hat den Rücktritt des Kabinetts Briand angenommen. Paris, 12. Jan. (WTB.) Der Prä- sident der Republik hat bereits feine politischen Verhandlungen zur Lösung der Mi- nisterkrise begonnen. Um 6 Uhr hat er den Kammerpräsidenten Raoul Peret empfangen. PslnearS mit der Bildung des Kabinetts betraut. Paris, 12. Jan. (HavaS.) Poincars ist mit der Bildung des neuen Kabinetts be- aufttagt worden. Er wird morgen seine endgültige Antwort geben. Der Kammerpräsident Peret hat stehe. (Bei diesen Äußerungen des Ministerpräsidenten kommt es zu stürmischen Szenen. Einige Abgeordnete auf der Rechten rufen: Briand müsse vorsichtig sein, wenn er Auskunft Briand fährt fort: Das ist eine Tatsache. Es gibt eine Mehrheit, die nach Prüfung den Zahlungsplan abändern will. (LLon Daudet ruft dazwischen: Das ist bedauernswert.) Ministerpräsident Briand wartet einige Minuten, bis sich der Lärm gelegt hat, und Kammerpräsident Peret fordert die Kammermitglieder auf. den Ministerpräsidenten in Ruhe an uhören.) Briand fährt dann fert: Das ist t.’tne Regie ungssrage. Hören Sie doch zu, wie tre t Die Dinge gediehen sind. Weil es unmög'ich ist, Diesen Zahlungep an zu verhindern, t t iie fran- zs f s he ‘jie; erunj b:mi h , Die fra z sf 'ei Interessen |ieß unserer Groben dllkraft steht und von den Spur. Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., 12. Ian. Dor Förderung des Wohnungsbaues angenommen. Danach können die sogenannten Äeberteue- rungözuschüsse verdreifacht werden. — Liga zum Schutze der deutschen Kultur. Der böse W ' ..... Giehener Ltadtthealer. Nathan der Weise. DramatischcsGedichtvon Lessing. Berlin. 12. Januar. (WTB.) Der Reichs rat hat in seiner ersten öffentlichen Sitzung im neuen Jahre il a. das Gesetz zur Abänderung des Gesetzes über die Erhebung einer Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaus (Mietsteuer) nach den Aus- schußbeschlüssen mit Mehrheitsbeschluß ange* nctnmen. 3m Zusammenhang damit wurde der Entwurf einer Bekanntmachung über die stritten auch des Dichters anderen dramatischen Werke, insbesondere sein „Natha n". Rur will es uns scheinen, als ob hier der lebendige Gehalt und Wert für uns nicht mehr so unmittelbar und zwingend sei wie dort. Wir haben gerade in der letzten Zeit immer wieder darauf hingewiesen, wie begrüßenswert die Bemühungen der Theaterleitung sind, den Spielplan auf einer Gießens würdigen * Don den dramatischen Werken Lessings ist eins lebendig geblieben, seine „Minna von B a r n h e l m": dieses Lustspiel in dessen Hintergründe die Gestalt des großen Preußenkönigs aufragt. und das nach Goethes Wort „als die wahrste Ausgeburt des Siebenjährigen Krieges, von vollkommenen norddeutschen Nationalgehalt" uns noch heute wie damals in seinen Dann zwingt. Gleichen Literaturhistorischen Wert haben unbe- — Der Wartburg-Verein veranstaltet am kommenden Sonntag abend für seine Mitglieder und deren Angehörige einen Fa° milienabend, der nach dem uns vorliegenden Programm sehr genußreich zu werden verspricht. (Näheres siehe Anzeige.) — Astoria-Lichtspiele. Der 6. Teil des Films „Der gehcimni v Ne Dolch" gelangt erst später, also nicht in vieler Woche zur Vorführung, da zwei Alte dieses Films g stöhlen worden sind, und d e Nachbestellung in Muyort erfolgen mußte. Es gelangen dafür 1. D i e 13 ausStahl und 2. CharlhChaplin lernt Roll schuh laufen zar Vorführung. leidenschaftlich und innig zugleich. Ein trefflicher Saladin war Karl Juhnke; gleich gut gelang Kitty F r a n k e ihre Sittah. Für den köstlichen i’t man Adolf Teleky erneut zu größtem Dank verpflichtet. Weniger befreunden fonn- ten wir uns mit Georg Hedings Tempelritter; der ist kein Polterer und darf vor allem nicht so patbetisch kommen. Reichlich naiv, zu naiv faßte Luise Rammel zum Schaden ihres Spiels die Daja auf. Nun noch einige Worte über die Vertreter des Mönchtums: Da ist Rudolf Goll als Patriarch. Ob man gut tat, als man ihm diese Nolle gab? Wir schätzen Herrn Goll ass Darsteller viel zu hoch ein, als daß wir glauben könnten,er habe d esenLacherfolg beabsichtigt; wir glauben vielmehr zu wissen und bemerkt zu haben, daß es ihm durchaus darum zu tun war, seinen Eiferer glaubhaft zu gestalten; wir übersehen auch nicht, daß Lessing selbst dein Patriarchen fein-komische Züge gegeben hat, aber s o darf er doch nicht wirken wie gestern. Das ist, um es noch einmal zu formulieren, sicher nicht Schuld des Darstellers, sondern des Teils seiner Zuhörer, die ihn sich nun ein- mal nur.in durchaus komischen Rollen denken können oder wollen. Wurde so Herrn Golls Spie', wider seinen Willen komisch, so schien es leider 'Karl Volck hierauf angelegt zu haben; man könnte es sich sonst nicht erklären, warum er sv dick auftrug und die schlichte Herzensfrömmigkeit des Klosterbruders karrikierte. Lob ist ihm dagegen zu zollen für se nr Spielleitung, die aus dem Werk ein abgerundetes Ganzes schuf und aut gelungene Bühnenbilder zeigte. —* P a r i s, 12 Ian (WTB ) D.r S mderber'chll erstatter der Havasagentur meldet aus Cannes Minister Loucheur hat die Demission des Kabinetts im Laufe der Sitzung des Obersten Rates gegen 5 Uhr erfahren. Er erklärte den Chefs der alliierten Delegationen, er befinde sich in der Notwendigkeit, Cannes heute abend zu verlassen Trotz des Ersuchens von Lloyd George beharrte Loucheur dabei, abzureisen Der Oberste Rat hat die Mitgliederder Reparationskommission angegliedert, um nach der Abreise von Loucheur die Verhandlungen mit den deutschen Vertretern fortsetzen zu können. Erst nach der Bildung deS neuen französischen Kabinetts könne die Rede von der Ein- Berufung eines neuen Obersten Rates Tein. Ein Teil der französischen Delegation verläßt heute Aus Stabt und Land. Gießen, den 13. Ian. 1922. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag: Stadttheater, 61/, Ülhr: „Der Barbier von Bagdad". — Astvria-Lichlspiele, bis einschl. Sonntag: „Die 13 aus Stahll und „Charly lernt Rollschuhlaufen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute bis einschließlich Sonntag: „Die Maske des Todes". „Der Manu mit dem Silberslelett" und „Das Geheimnis der Zisterne". — Gießener Konzertverein. Arn Sonntag, dem 15. Januar, findet b_r zweite Kammermusikabend des Konzertvereins statt, für den das Wendling-Quartett aus Stuttgart gewonnen ist das vor kurzem von einer erfolgreichen Reise durch Spanien und Südamerika zurückgekehrt ist. Wie aus den Mufikberichten hervorgeht, war es in diesen Ländern Gegenstand größter Huldigungen. Das diesmalige Programm bringt außer zwei bekannten Quartetten: Haydn Q-Dur und Beethoven V-Dur als Neuheit für Gießen: Reger E s = S u r. Reger der erste, der nach Bach wieder die Kunst des Solo- violinspiels zu fordern begann, hat die Kammer-' musik mit einer überwältigenden Fülle von Werken bereichert. Es steckt eine überwältigende Tatkraft und ein ungeheurer Schaffensjubel in dieser Regerschen Fuge. Daß das Wendling-Quartett der berufenste 3rterpret Regerscher Kammermusik ist bat Reger selbst oft genug zum Ausdruck gebracht; wie bekannt, hat er sein letztes Kammermusikwer!, das Klarinettenquintett. Professor Wendlina zu- geeignet. Beethovens 1>-Dur-Ouartett op. 18, ist sein erstes Streichquartett; eS steht noch unter H.rydnschem Einfluß, laßt aber im Schlußsatz schon die folgenden, großen Quartette ahnen. Jedenfalls dürfte der kommende. Quartettabend, der mit einem allerliebsten Haydn auSllinqen wird, jedem Musikfreund einen großen Genuß verbürgen. — Karten find bei Herrn Challier und an der Kasse zu haben. Aus Hoffen. Gemsinüewahlen in Hoffen. In allen Städten und Landgemeinden des BolkSstaates Hessen finden im Laufe des Jahres 1922 die Wahlen zu den Stadtverordneten-' und Gemeinderatsversammlungen statt. Das dreijährige Mandat der im Herbst 1919 gewählten Stadtverordneten- und Gemeinderatsmnglieder läuft am 31. Dezember 1922 ab. Die Wahlen müssen so zeitig erfolgen, daß etwaige Wahlreklamationen durch die Derwaltungsinstanzen bis zum genannten Tage erledigt sein müssen. Ebenso müssen bis zum 1. April 1922, dem Tage des Inkrafttretens des neuen Hessischen BolkSschulgesetzes, die nichtständigen Mitglie- der der Ortsschulvvrstänoe durch die Gemeinde- bzw. Stadtparlamente neu gewähll werden. der auch die Strom-Weichsel der Verwaltung deS Hasencmssch s e3 und nicht P l n unteIte.it. soll erst am Ende dieser Ratstagung besprochen werden, um den Vertretern Polens und Danzigs in ©e-f Gelegenheit zu g:b.n, rn direkten Verhand uagen ci.ne Eingang zu erj'cL n, womit sich Prä ident S.chm un ec gru d al-lichem Dovbe.-a t eiiD rstandei erklärte. E d ich tourt e die gvage der A'^ä:de ung der Saviger Verfassung. m der bekannt.ich laut Ra.s e ch utz de Amtod'uer der 6e xitoren auf vier Jahre h r° abgese -t werden soll, be'chl) sen. Da ein ent- sprechender Ant ag des Da z ger Sn ti infolge des Wide-sprach Z der Oppo i i?n im Voillstaat nicht die vvrgeschi bene Zweidritte'rnehrheit erlangt hatte, beschloß der Dolkerdundsr.it, der Freien St.rdt Danzig eine neue Frist für die Durchführung bcr Br fassu igsä Z>en n \ zu geben und nach erfolgter A nähme icn Obe' kcmmissar mit dec Inkraftsetzung der g-planten Versagung zu be'rauen. Die Sitzung war öffentlich. Obgleich in den meisten vorliegenden Fcagen sachliche üleberein- funfi herrschte, benutzte der polnische Vertreter A k s e n a s y zu Wiederhofen Malen die Gelegenheit zu Aus s alle n gegen die Freie Stadt Danzig, die Präsident Sahm, der deutsch sprach, mit versöhnlichen aber entschiedenen Worten berichtigte. Der Völle'.bundsrat war sichtlich Peinlich ke ährt von der Art deä polnischen Vertreters, und Präsident HymanS, der die Debatte mit großer ^Parteilichkeit leitete, sah sich einmal gezwungen, einen Zwischenfall, den Herr Aksenas) anläßlich der E'plvii.flof.tcansporte unter unrichtigen Anschuldigungen gegen Danzig herausbes chworen hatte, kurzerhand abzubrechen. Interessant war auch die Bemerkung Mse- nasys bei tec Besprechung der Weichselfrage, als er erttä.tc, daß Danzig von dem Deutschen Reiche einzig und allein deshalb losgelöst worden sei. um Polen den Zutritt zum Meere zu gewähren, da sonst fein Grund bestanden hätte, es beim Reiche zu belassen. Präsident Hhmans beglückwünschte die Vertreter beider Länder zum Abschluß des Abkommens vom 24. Oktober 1921 und zu der Einigung in den anderen erledigten Fragen. Aus dem Reiche. Die Einberufung des Reichstags. Berlin, 12. Ian. (WTB.) Die Einberufung des Reichstages zum 19. Januar geschah in der Voraussetzung, daß nicht der Verlaus! der internationalen Verhandlungen eine frühere Einberufung erfordert. Berlin, 12. Jan. (WTB.) Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages ist von seinem Vorsitzenden, dem Abgeordneten. Dr. S t r e s e m a n n, auf den' 18. Januar ein- berufen worden. Reichsrat und Wohnungsbau. einigen Tagen wurde im Bahnhofsdiertel der Baron Franz von Wamboldt aus Birkenau an der Bergstraße von einem Lastauto so erheblich verletzt, daß er jetzt im Krankenhause verstorben ist. Der Verunglückte. der 34 Jahr alt war, wurde am Mittwoch seiner Heimat zugeführt und heute dort beigesetzt. Kirche und Schule. )( Büdingen. 11. Ian. Das ev. De» fanat vevansta tet vom Sonntag, den 15. Ian. biS Sonntag, tei 29. Ian. in be.i verschiedenen Dekanatsgemeinden zwei große Missions ° Wochen, für die die frühere Missionarin der Das-ec Mission. Frl. Wuttke ai8 F anksart a. M. gctoonnert ist. Die Red ne in spitzt am 15. J3an. auf dem Herrnhag, in Orleshausen und'Büdingen, am 16. in den Büdinger Schalen, am 17. in Dübels eim, am 18. In Hainchen, am 19. und 20. in Eckarts Hausen, am 22. in Orten - berg und Lißberg, am 23. in llsendorn. am 24. in Weni gZ, am 25. und 26 in Ole Mockstadt, am 27. in Stader-S^aminheim, am 29. in Rohrb'ch. Frl. Wuttle ist nanc er Gemeinten von früheren Vo t ägen her rotz in bester Ecinne u g ihr Wie erd.mnen wird daher überall freud g't b grübt werden. a. Ober-Lais, 12. Jan. Da in den beiden Schulllassen über die Hälfte der Kinder ertrank ist, wurde die Schule bis aif wetteres geschlossen Ganze Familien liegen an der Grippe darnieder. Glücklicherweise sind alle Gr» franfungen nicht schwerer Natur. — Die Gemeinde beabsichtigt die Anschaffung zweier neuer Glocken für die Kirche in ttnter-Lais. Die Kosten für die eine Glocke will die Gemeinde tragen, Die in den letzten Tagen aus ihrem Wald- besitz einen recht günstigen Verkauf abgeschlossen hat. Die zweite Glocke soll durch freiwillige Spenden der Gemeindeglieber bezahlt werden. tz. Friedberg, 12. Zan. Das hiesige Lehrerseminar, das seinen Unterricht wegen zahlreicher Grippeerkrankungen unter den Seminaristen am 9. d. Mts. schließen mußte, wird am nächsten Dienstag den U n - terrtcht wieder a'üfnehmen. gen ein allgemeines Blld der wirtschaftlichett und finanziellen Lage Deutschlands und von den Schwierigkeiten, die sich durch die Leistung der Reparationszahlungen, wie sie im Londoner Abkommen festgelegt seien, ergaben. Um V82 Uhr wurde die Sitzung auf V>4 Uhr nachmittags vertagt. Aachenau wird in derselben dann seine Ausführungen fort» setzen. Paris, 12. Jan. Havas meldet aus Cannes, Dr. Rathenau habe in der heutigen Rachmittagösitzung des Obersten Rates u. a. noch erklärt, Deutschland sei bereit, die Frage zu erwägen, ob die R e i ch s°. bank Autonomie erhalten solle. Bezüglich der Konferenz von Genua habe Rathenau gesagt, Deutschland sei bereit, am Wiederaufbau Rußlands mit Hilfe von Fachleuten und Kapitalien. an denen Rußland Mangel leide, mitzuarbeiten. Paris, 12. Jan. (WB.) Nach dem Sonderberichterstatter der Agentur Harus in Cannes hat in der heutigen Vormittagssttz-o g des Obersten Rates Dr. Rathenau die Erklärungen erneuert, tu er gestern ix r der Re - Parationskommission in seinen Ausführungen über die Schwierigkeiten abgegeben hat, Lenen die deutsche Regie u g bei dem Versuch, ihre Wiederhe^steckungsvrrpfuch.ungei zu erfüllen. begegne. Die langen technischen Au sein- andecse u tgen Dr. Ratdenaus hätten sich auf die für Deutschland maßgebenden Notwendiak i en bezogen, in e h b ich em Um a g? sei . e Auss. hc zu steigern, um sich Einnahme in Devisen zu beschaffen, an denen es zur Zell lebte. Rathenau habe weiter e Lirt. un dem den.schen Handel und be.: deut chm I Duft le Ardei em;g ichlliten zu verschaffesei die Einfuhr u erlitzlich. Sie dürfe nicht geringer als 5—5 Mil ia den Gvld- nrart fein. Die Ausfuhr b tage ab r 3 2 d s 4 Mllliarden Gvldn ark. Dadurch e ein e ist ches D^izll vorhanden, daS noch da urch anwayie, daß Deutschland jetzt den alliierten Mächten Wiederherstellungszahlungen leisten solle. Ru- thenau habe festgestellt, daß i'as deu sche Budget, für sich genommen, mit 83 Milliarden Papi rmark im El i vg wicht sei. daß eher die v r- schiedenen A ie^e.hetz c u gS a'ten für das Jahr 1922 sich auf 135 Milliarden beliefen Zu einer Diskussion ist cs nach dem Smdrrbettcht- erstatter nicht gekommen. Ra he-au wer e feine Auseira^der'e''ungen h«rte n chmittag 3 '<» Uhr fort e en u ib da n auf die Fcage der Garantien zu spreck.en k. mm en. Paris, 12. Jan. (WTB ) D utscherfeits wird vffiziell auS EanneS gemeldet: In der heutigen Rachrnlltagssitzung d^ Obersten Rates beendete Dr. Rathenau seine Ausführungen, in denen er besonders die von der deutschen Regierung inS Auge gefaßten Maßnahmen zur Beseitigung der finanziellen Schwierigkeiten barlegte. Während der Sitzung ging aus Paris die Nachricht von dem 7 Rücktritt Triands ein, worauf Loucheur den Obersten Rat verließ. Nach Beendigung der Ausführungen Dr. Rathenaus erklärte der Vorsitzende LloydGeorge, daß angesichts des Fehlens einer alliierten Regierung die Beschluß- und Derhandlungssähigkeit des Obersten Rates zweifelhaft sei. Die Frage müsse erst in i einer internen Beratung geklärt werden. Die Sitzung wurde darauf kurz nach 6 Uhr nachmittags vertagt. Louchcnr aus CanneA nbqrrriff. ** Der Beginn des Unterrichts an fänttlichen Schicken ist auf LRontag, deck 16. Januar, festgesetzt worden; die Fortbildungsschule nimmt den Unterricht am Donnerstag, den 19. Januar, wieder auf. * Personalnachrichten. Durch Entschließung des Ministeriums der Justiz vom 3. Januar l. Is. wurde der Kanzlist beim Hess Amtsanwalt Gießen, Gottlieb Fleck zum Kanzlei-A,'siste..ten bet dieser Behörde ernannt. L. U. UniversitätS - Gottesdienst. Am Sonntag, 15. Januar, vormittags IP/t Uhr, findet in der Neuen Aula ein Universitäts-Gottesdienst statt, zr- dem in erster Linie die Angehörigen der Universität eingeladen sind. Selbswerständlich hat aber auch jeder andere Zuttttt. Die Predigt hält Prof. Dr. S ch i a n. Kreis Schotten^ □ Laubach, 10. Jan. Die Hessische Lanoeswanderbühne führte hier im Solmser Hof Max Halbes dreiaktiges Drama „D e r S t r o m" auf. Die Dar.'rietungen waren vorzüglich und jedermann verließ hochbefriedigt die Aufführung. — Verschiedene hohe Kunstgenüsse stehen hier bevor. Ende der Woche wird ein Kirchenkonzert veran- stallet werden, bei dem erstklassige Künstler Mitwirken werden. Im Februar dagegen soll unter Mitwirkung von Künsllern des Landes- theaterS ein Kammermusikabend abgehalten werden. Man hofft, die Veranstaltungen der Konzert- und Vortrags-Vereinigung für Laubach und Umgegend wieder in das Leben rufen zu können, wie sie vor dem Weltkrieg bestanden und sich allgemeiner Beliebtheit erfreuten. Kammerdirekwr Birnbaum, der bereits früher sich in dieser Richtung verdient machte, hat sich um die Veranstaltung der Konzerte wieder eifrig bemüht. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 12. Ian. In der ver» gangen en Nacht wurde in dem Kreis- arbeitsnachweiS ein Einbruchsdieb stahl begangen, bei dem den Tätern 2 Kartons mit Wäsche und Kleidungsstücken im Werte von 2000 Mü in die Hände fielen; —i-,rm, be*- sich tief in bas Leben Zf un am n de Tü'ke.- ( uropa 1 cingef ef en hat und vor allen Singen am Lebensmark un.eres Volkes zehrt, ist die große Weltlüge von der Schuld am Kriege. Auf dem Schulbparagraphen aber ist der Schanbbau der Friedensdcktate von Ve^-sailles bis Genf aufgerich.et. -Eine fruchtbare Revision des Versailler Diktates und feiner Nachfolger ist nur möglich, wenn die Welt draußen den großen Dettug endlich erkennt. Und wenn wir nur einmütig werden in dem Volksprotest- schrei gegen die Alleinschuld Deutschlands, so ist schon viel erreicht. Von einer Alleinschuld D utsch- lands kann keine Rede sein. Wer das noch zu behaupten wagt, der lugt schamlos. Dc. Casperson zeigt nun in seinem Vortrag am Montag den 16. Januar auf Grand der eintoan' f et selk- gestellten Tatsachen, tote das 11mg r.un^s- nel; immer dichter und lügejihaster um Deutschland g fo^nnen wurde. Der Vortrag ist ein mächtiger Appell an die deutsche Volksseele, Mut zu fassen, das Selbstbewußtsein wieder zu erlangen und wahr zu sein um jeden Preis. Mitglieder chm vorher persönlich vorgestellt worden waren, begründete und sie aufforderte, sich über die Gründe der Zahlungsschwierig-- keit und über die deutschen Vorschläge zu ihrer Abstellung auszusprechcn. Hierauf ergriff Dr. Rathen/iu das Mort in deutscher Sprache und drückte zunächst den Dank der deutschen Regierung für die Einladung aus. Ferner dankte er der französischen Regierung für die dargebotene Gastfreundschaft und gab in längeren Ausführun-' Publikum sie in ihrem Bestreben unterstützt. Wir können deshalb um so weniger in den Verdacht kommen, uns gegen ein möglichstes Zurückdrängen der leichten Tagesware wehren zu wollen, wenn wir der Meinuna Ausdruck geben, als ob uns die Wahl eben dieses Lessingschen Dramas für eine Neueinstudierung nicht ganz glücklich zu fein scheint. Wir wollen auch hier nicht auf die oben erwähnten Angriffe eingehen, die sich gerade gegen ben »Nathan" in besonderem Maße nicht selten werden, sondern die Frage rein vom Zweckmäßig- keitsstandpunkte erörtern. Wie gesagt wir meinen nach wie vor, das Bestreben der Theaterleitung, Gutes zu bieten und auch unsere Klassiker zu Worte kommen zu lassen, ist löblich und verdient vollste Unterstützung. Nun muß man aber gerade wenn man sein Publikum sich erziehen will, sorgfältig sein Augenmerk darauf lenken, daß man auß bem Reichtum des Geistesschahes unserer Großen das herausnimmt, was in Vollkraft steht und lebendig ist. Nur so wird es gelingen, d t e sicherer in das Theater zu bekommen, auf die es doch in erster Linie abgesehen ist. Ein Beweis dafür daß wir mit unserem Zweifel, ob der ^Nathan" in diesem Sinne geeignet ifc recht yuven, bewies Danzrger Fragen vor Dem VöLkerbundsrat. Genf, 12. Ian. (WTB.) Der Völkerbunds rat erledigte heute in Anwesenheit des Oberkommis.'ars von Danzig, General Haking, des Präsidenten des Senats der Freien Stadt Danzig, Dr. Sahm und des polnischen Delegierten Aksc- nasy eine Reihe die Freie Stadt Danzig betreffender Fragen. Einige der wichtigsten Puntte, wie die auswärtige Vertretung Danzigs, das rechtliche Verhältnis mit Deutschland, die Stellung der polnischen Beamten und des polnischen Ministeriums in Danzig, die Ausweisungsfraae und die Finanzlage, waren von der Tagesoronung abgesetzt worden, weil die einschlägigen Berichte nicht vollständig Umlagen. Eine andere, für Danckg sehr wesentliche Frage, die den Anlegehafen betrifft, wurde auf Antrag des Berichterstatters Ifhii-Iapan aus demselben Grunde vertagt. Zur Erledigung kamen dagegen drei Punkte, in denen es sich im wesentlichen um die rein formelle Genehmigung der von Danzig abgeschlossenen Vecttäge oder Gesetze handett. So wurden das 'Danziger Gesetz über Erwerb oder Verlust der Staatsangehörigkeit, der Handelsvertrag zwischen Polen, Danzig und Norwegen und der bekannte polnisch-deutsche Derttag vom 24. Oktober 1921 vom Rate ohne weiteres genehmigt. Der polnische Einspruch gegen den Entscheid des Obertommijarß in Danzig, unser Stadttheater gestern schon rein äußerlich Dicht besetzt nur einige Vvrderreihen des Parketts und L Rangs; der zweite Rang fast leer, llns will scheinen, als ob somit der Zweck nicht voll erreicht ist. ilni> noch eins: Wenn man immer und immer wieder und mit Recht betont, daß es eine Hauptaufgabe der deutschen Bühne gerade in der Gegenwart fein müsse, unserer Jugend in guter Darstellung die Schatze unserer deutschen Kunst zu erschließen, sv müssen wir hier ebenfalls sagen, daß es unserer Ansicht nach auch in dieser Hinsicht Werke genug gibt, die uns dazu als wertvoller erscheinen. Wenn wir also auch aus den genannten Gründen diesmal mit der Leitung des Stadttheaters nickt ganz in einem Atem nennen, so wollen wir doch anderseits erneut anerkennen, daß man sich wiederum redliche Mühe gegeben hat, der Erfolg beschieden war und die anerkannt werden muß. 4 Um zu einer Würdigung der Darstellung zu kommen, so sei zunächst über den Träger der Titelrolle gesprochen. Herr Da dura hatte sich seines Nathans mit viel ßiebe angenommen und gab wohl sein Bestes in der Erzählung von den drei Ringen, wo er überzeugend wirkte. In den ersten Szenen' des Werkes allerdings schien uns sein Spiel zwar nicht verzeichnet, aber nicht ganz getroffen zu fein; soll heißen, der „weis e" Nctthan war unseres Erachtens nach zu stark unterstrichrn und lieh deshalb gefühlsmäßig falt; wie schon gesagt, im Verlauf des Spiels fand sich der Darsteller mehr in feine QtclXe hinein. Vom ersten Wort an überzeugend wirkte dagegen Karla K elle r als Rechn, Gießen, den 13. Januar 1922. Grundlagen zu dem Neubau einer echten deutschen Kunst insbesondere zu einem deutschen Drama geschaffen zu haben, das ist Gotthold |t._, wiec rouroiaen war ”«* und tote -- zu wünschen ist, d-b ia» wider die Fremdtümelei, unter deren Joch das Geistesleben deS deutschen Volkes stand. In der Geschichte der deutschen Literatur wird sein Wirken deshalb für immer einen Platz haben müssen. Nicht eingegangen werden kann im Rahmen dieser Betrachtung, da dies deren Grenzen allzu weit überschreiten würde, auf die Angriffe und Vorwürfe, die gegen Lessing von durchaus ernst zu nehmender Seite früher und auch in unserer Zeit im einzelnen gerichtet worden sind. Zweck dieser Zellen ist es vielmehr nur zu erörtern, ob die Leitung unserer städtischen Bühne mit der Einstudierung des „Nathan" daS Richtige traf, und wie die Aufführung gelang. 453c B LZ 6 Ä: W' S)aHe melden, war vergangenes Jahr Die 23 Jahre alte Tochter eines Strahenwärters in Lockstedt nach Hechtsprlnge geschickt worden, um in einer Irrenanstalt Aufnahme zu finden. Die Aerztc erklärten jedoch das Mädchen für normal. Seitdem hat man von ihm nichts mehr gehört. Durch einen Zufall ist jetzt das Mädchen in einem furchtbaren Zustand, zum Skelett abgemagert, in einem Spei- cherverfchlag aufgefunden worden, wohin der Vater und die Stiefmutter das Mädchen gebracht hatten. In diesem Verschlag hatte daö Mädchen fast ein Zahr zubringen müssen. Der Vater und die Stiefmutter wurden verhaftet. Eisenbahnunglück. München, 12. 3an. (WTV.) Nach einer Mitteilung der Eisenbahndirektion in 'München fuhr, gestern vormittag ein Güterzug bei der Einfahrt in Heigenbrücken auf eine stehende Wagenreihe. 27 Wagen und 2 Lokomotiven entgleisten. Zwei Zugbeamte wurden getötet, drei weitere und ein Viehwagenbegleiter wurden leicht verletzt. • • DrahmS-Drucknerfest in Aachen Aas Aachen wird uns geschrieben: Zwei durch der Parteien Gunst und Hatz Zeil ihres Lebens Getrennte werden hier, und zwar zum erstenmal im deutschen Wusilgeschchen, gemeinsam gefeiert. Wieviel den nord- mit dem süddeutschen Meister verbindet, führte Dr. Karl Grunskh (Stuttgart) in einer daS Fest einleitenden acDankn- unl> liebevollen Rede auS. Dann spielte das Städtische Orchester Bruckners achte Sinfonie Wie Generaldirektor Dr. Peter Raabe diese- Werk zu einer nach Gehalt und Form geschlossenen Einheit nachgestaltete, muh als eine Dirigcntcntat ersten Ranges bewertet werden. Führer und AuS- führende ernteten denn auch lebhaftesten Dank — zur höheren Ehre Meister Antons. In einem tags zuvor veranstalteten Einfübrungskonzert bereitete die Erläuterung derselben achten Sinfonie durch Dr. GrunSky die Hörer aus den kommenden' Genuh vor. Eine Besonderheit deS Abends bildete der Vortrag des Werke- an zwei Klavieren, und zwar nach dem neuen, ausgezeichneten AuSzuge oeS Stuttgarter Gelehrten und Künstler-. Der tüchtige Dortmunder Pianist Gerard Bunk bewies sich dabei ald ein auch völlig in Bruckner- Welt eingelebter Meister seiner Kunst. Gerichtsscral. München. 12. Jan. (WTB.) Der fünf- wöchige Prozeh gegen die hiesige Kleiderfirma Isidor Bach wegen Wuchers ist heute beendet worden. Der Angeklagte wurde zu fünf Monaten Gefängnis, einer Geldstrafe von 200 000 Mark, Einziehung des aus dem gerichtlichen Der.auf feines Lagers erzielten Erlöses in Höhe von annähernd zweieinhalb Millionen abzüglich einer Wiilion zur L. a- gung dec Gerlchtskosten und den Kosten der Strafvollstreckung verurteilt. Vermischtes. Nabenelter«. Berlin, 13. Jan. Wie die Blätter aus Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau und treusorgende Mutter, Schwiegermutter, unsere Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Christine Pfaff nach kurzem Krankenlager zu sich in die Ewigkeit abzurufen. ROMEO Man spricht darüber, daß unsere neuen Schuhe durch ihre elegante Pin ul ie litten erregen, sind wir so leistungsfähig? W ei! wir für 126 Verkaufsstellen unsere Schuhe in sehr großen Mengen einkaufen. Unsere Preise sind bis zur letzten Möglichkeit herabgesetzt. Erstaunlich billigÖK? Gießen (Kaiser-Allee 5), den 12. Januar 1922. Die Beerdigung findet statt: Samstag, den 14. Januar, nachmittags 2 Uhr, von der Kapeile des Neuen Friedhofes aus. Statt Karten. Für die zu ihrer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken herzlich Hermann Loewenberg und Frau Paula geb. Baer. Leipzig, Januar 1922. 0455 Wtzeuer MMfellWsl vm 18?? Samstag, den 14. Jan. 1922 Herrenabend Anfang pünktlich 8 Uhr Restaurant „Hindenburg". 13 aus Stahl f S An Rn t.i nn p.l 1 er Detekfl vfllm In fi Akten. Sensationeller Detektivfllm In 6 Akten« Das zweifelsohne schönste Programm der Gegenwart noch bi* elnechl. Sonntag: ■> Ästoria-Liehtspiele A A 2. Charly Chaplin in ä Mj M HscWsd Ein Lnmt** Id, wo man eo recht k herzhaft lachen kann. •^3 Anfang der Vorstellungen: y ' -4, ’/46 and V-jO Ihr. 465c DamMe schwarzer Atlas 59.50.« Simple schw., auffallend billig v. 16.75 an 463D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Pfaff Else Bachmann geb. Pfaff W. Bachmann und 4 Enkel. 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A.-E., Petrolsummotor -tu kaufen gesucht. 454 Heute früh verschied nach kurzem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante In tiefem Schmerz: Wilhelm Hardtmann und Frau verw. Knittel Johanna Schnizler geb. Knittel 10 mm , 1 Kiill im 18. Lebensjahre nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden zu sich zu rufen. Chem. „______ Bellersheim lOberdess.). 10447 Der Vorstand Einzelfahrerver i iguog Gau 9 a B. D. R. SamStaa, d. 14. Jan., abends 8 Uhr. bei Mit» nlieb Dimke!: ÜRo'.'.dtöoerifli» mluiifl. Vollzähliges Erscheinen Sonntag, o. 15. Jan., abdö. 8 Ubr, im Mnrkuv- fnoL Kirchstr. 9. Familien- aband (mnfif. Darbielnu- grn. Rezitation usiv.t. Gäste herzlich willkoin- men. Eintritt für Mital. u. d. Angeb. 50 Pf. 461v Verein M Rudersport Gie6en1913 P (e. V.) Sonntag abend: Familien- Zusammenkunft im Hotel Schütz. Im Namen der Hinterbliebenen: Adolfine Heß geb. Omnus Die Beerdigung findet Sonntag, den 15. Januar, nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause Gießener Straße 79 aus statt. 0453 tzangeisteiner 'höhenklub. Sonntag, v. 15. Jan., nachmittags 3 Udr: Mitglieder Versammlung aus der Weltersburg. Vollzähliges Erscheinen erwünscht. 477 Der Vorstand. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere innigstgeliebte Tochter, Schwester und Tante Adelheid Knittel Für die vielen beim Heimgange sagen wir allen innigsten Dank. Die Beerdigung findet Montag, den 16. Januar, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Sonntag, 15. Januar FmlicmW NO Mlü-WkN. Trefsvnnkt: Heim des Turnvereins Kl.-Vinden. Abmarsch 2', Ubr vom Kalb Vereinöbaus [4ä8v Cin Waggon sssenietzl billigst abziigebeil. Carl Haas jr., Jranksurter Strane59, Telephon 1682. 478c Beweise herzlicher Teilnahme unseres teuren Entschlafenen auf diesem )Vege unseren SamStag, 14. Jan.: «Welle SmW Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine Hebe Frau, die treusorgende Mutter ihres Kindes, meine liebe Tochter und Schwiegertochter, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Frau Minna Rinn geb. Klein nach langem, schwerem Leiden im Alter von 31 Jahren am 11. d. Mts. in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ph. Rinn. Ludwig Spuck II Lollar, den 11. Januar 1922. Todes Anzeige. Am Mittwoch, den tl. Januar 1922 entschlief nach langiährigem Leiden mein lieber Mann, unser guter Baler, 'Bruder, Schwiegersohn. Schwager, Onkel und Nene Heinrich vöringer yilfsschaffner im 35. Lebensjahr. Im Namen 0444 der trauernden Hinterbliebenen: Zrau Margarete Minaergeb.SWanot neüff filnoeuL Heuchelheim, den 13. Januar 1922. G Die Beerdigung findet SarnSt., den 14. Januar, nachnnttags 1 Uhr?- voin Traucrhaufe (Siebener Strahe Nr. 46 aus statt. Georg Hebstreit Fritz Pabst und Frau geb. Hebstreit Louis Hebstreit und Frau Gießen (Klinikstrnße 21), Marburg. Ernst Hebstreit und Frau den 13. Januar 1922 6-orz Hebstreit und 4 Enkel. „MW" Mittwoch, 18. Januar. nbendS 8 Ubr: ktmalmsliMlW (Stadt Wetzlar). 0422 Ter Vorstand« Danksagung. Für die vielen beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unserer lieben, guten, unvergeßlichen Gattin, Mutter, Großmutter und Schwägerin Frau Dorothea Spuck geb. Kraft sowie für die trostreichen Worte des Herrn Dekans Gußmann am Grabe der Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank und widmen ihr den Nachruf: „Du lebtest nur für andere und dachtest nicht an dich*. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:* Freitag, den 13. Jan.» abcndL8'/, Ubr: ZONIMNwl am Stammtisch Caf6 Aetorla. Schiläufer u. Gäste will- Am Mittwoch, 11. Januar, abends 10 Uhr, verschied nach kurzer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Schwager, Onkel und Pate Herr]ohann Peter Dietz HI. Rentner. Im Namen der Hinterbliebenen: Anna Katharine Dietz geb. Uhrhan. Lieh, den 13. Januar 1922. ßut erhaltklltt $n faufrn gcsiM.dL uni. 03iu an d. Gtch. Anz. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Ueberführung unseres lieben Entschlafenen lern Telegrapterirelär Karl H sagen wir allen unseren innigsten Dank. Insbesondere danken wir dem Herrn Pfarrer für seine trostreichen Worte, dem Herrn Direktor des Telegraphenamtes sowie der Gewerkschaft der deutschen Post- und Telegraphenangestellten für ihre ehrenvollen Nachrufe. «Iraner ANZUg > saft neu, mittelgroß preiswert zu verkaufen. Näb. 0410 Lndwigstr. 37 v. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil« nähme bei dem Hinscheiden unserer lieben Mutter SrimNatharine klein geb. Gerhard sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. 3m Namen der trauernden Hinterbliebenen: Eubroig klein. Mmnnem. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Verluste unseres lieben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Friedrich Freund 041« nebst Angehörigen. Alten-Buseck, den 13. Januar 1922. Sehr wachs. 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Roman von HannsvonZobeltitz. scheu Kultur _ tzen) in der Wirtschaft Lemp dahier einen Dortrag über die Entwicklung der deutschen Landwirtschaft, der 'den uneingeschränkten Beifall der zahlreichen Zuhörer fand. Mit dem Dortrag war die Dor- führung von Lichtbildern verbunden__ (j Marburg, 11. San. Eine im Lederer» schen Saale gestern abend abgehaltene, stark 6c- suchte Versammlung desKreishandwerker- b u n d e s , m der Reichstagsabgeordneter Schrei- nermeister Kniest aus Kassel einen Dortrag über „Lebensfragen des Handwerks" hielt, sprach sich gegen die Vergünstigung der Konsumvereine und Genossenschaften bei der Umsatzsteuer aus Aus dem AmtsverküudigurrgSblatt. •• Sa« Amtsverkündrgungsblatt Ar. 7 vom 12 Januar enthält: Mrtteiiungrn der Amtsgerichte an andere Behörden betr. Aus- Stich auf Stich tat sie, bis die Schwestern ihre Röslein hart an die Fensterscheibe gedrückt hatten Dann lieh sie wohl die Arbeit aus ein paar Momente sinken und sah geradeaus auf die andere Wand. Ganz steif und starr, als ob Ls dorten etwas Besonderes zu lesen gäbe. Lind war doch nichts da, als ein paar alte schlechte Stiche in häßlichen Rahmen. Mit einem Male jubelten jetzt die am Fenster auf' Da kommt er! Da kommt der Fürst!" Lind sie rissen Las Fenster auf, beugten sich weit hinaus. Die strenge Frau Mutter hatte das ja freilich verboten. Ader Las junge Dolr war nicht immer -u bändigen. Die drüben auf der andern Seite der Straße taten's ja auch nicht anders. Lleberall flogen die weihen Mullgardinen zur Seite, in allen Etagen, bis in die Dachkammern hinauf. War doch auch etwas: so den Sieger von der KatzbaH und von Möckern, von Paris und in zehn andern Schlachten zu schauen, der Len Napoleon, den L^orsen, kleingekriegt hatte, Lah er jetzt auf dem elenden Felseneiland Elba im Mittelländischen Meere Kleinkaiterlrin spielen mochte. War doch etwas, dem Mars.tzall Vorwär s zuz -j b In, in die Hönde zu klatchrn, Lah es von Haus zu Haas schallte und hallte. War recht etwas für die lieben Berliner, die immer Lärm machen und haben müssen, nun zumal, wenn das Herz dabei ist. Der gegenwärtige Stand der Landfrauenbewegung. Don Helene Wenck. Die Landfrauenbetvegung ist mit der allgemeinen Frauenbewegung insofern nicht zu dergleichen, als chre Geschichte noch in den Anfängen steht, während die städtische Frauenbewegung schon einen gewissen Ab- schluh erreicht hat, dem ein Neuaufbau mit anderen Zielen folgt. Erst ganz allmählich entwickeln sich die von den führenden Land- fraucnorganisationen ausgehenden Bestrebungen und Bemühungen, Einslus) auf die behördlichen Maßnahmen und auf die Gesetzgebung zu gewinnen und die Interessen der Landfrauen in jeder Weise auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens zu vertreten, zu einer wirklichen ,.Bewegung", die ihre Wellen durch ganz Deutschland bis ins kleinste Dorf hinein trägt. Jedenfalls hat die Landfrauenbewegung sich bereits soweit durchgesetzt, daß sie anerkannt und nicht mehr von Persönlichkeiten befehdet wird, dir jeder Selbstbehauptung der Frau gern Kampf ansagen, well sie fürchten, daß ihre Alleinherrschaft dadurch erschüttert wird. Die Landfrauenbewegung ist kein Kampf um Rechte, viel eher um Pflichten, sie ist kein Kampf gegen den Mann, sondern ein Kampf mit dem Mann für das Wohl und die Gesundung deS Landes und der Landwirtschaft und damit zugleich des Vaterlandes. Wichtige Beratungen, bei denen es sich um erstrebte Neuerungen im Interesse der Land- frauen-ArbeitSgebiete handelt, werden daher innerhalb der Landfrauen-Organisativnen immer mit den maßgebenden Herren der landwirtschaftlichen Beruf Sve ctretun gen gemeinsam gepflogen bzw. es werden sachverständige Persönlichkeiten zugezogen. Die Zentrale der deutschen Landfrauen pflegt eben so gewissenhaft die Verbindung mit der HauptlandWirtschaftskammer und den landwirtschaftlichen Reichs-, Landes- und Provinzialbehörden. wie der ReichSverband der landwirtschaftlichen Hausfrauenvereine mit dem Reichslandbund und der Deutschen Land- wirtschaftSgesellschast zusammen arbeitet. Ein positiver Erfolg der Landfrauenbewegung, vertreten durch dir Zentrale der deutschen Landfrauen, ist dir im Gesetz vom 16. Dezember 1920 scstgrlegte Wahlberechtigung der selbständigen Landwirtinnen und der Ehefrauen der Eigentümer, Nutznießer und Pachter zu Mitgliedern der Landwirtschaftskammern. Wenn auch zunächst nur sechsundzwanzig Frauen durch die gesetzlich geforderte Zuwahl am 20. März 1921 in die Preußischen Landwirtschaftskammern einge- gezvgen sind, so können sie doch in den Haupt - irersammlungen, in den Fachausschüssen für Gartenbau, Geflügelzucht, Milchwirtschaft, ländliche Wohlfahrtspflege und Hauswirt- Kartoffelernten. •• Gemeindesteuerzahlung Lin er den heutigen amtlichen Bekam tmachungen der Statt Gießen befindet sich auch die Mahnung Les 1.—3. Zieles Gemeindesteuer vom Grundbesitz und Gewerbebetrieb für das Ri. 1921. Die Zahlung kann noch bis elnschl. 28. Zanuar ohne Kosten Lei der Stadt'asse erfolgen. — Am 36. Za- iruar beginnt die Be treib rng, wobei die vorgeschriebenen Kosten erhoben werden. Aus Stabt und Land. Gießen, den 13. Jan. 1922. L. Ll. Don der Landesuniversitöt. ... Burk, der sich für das Fach der Landwirtschaft an unserer Llniversitat zu habilitieren wünscht, wird am Montag den 16. Januar 1922, nachm. 5 LIHr c. t, in ter Kleinen Au a ferne öffentliche Probevorles ung halten über das Thema: Maßnahmenzur Erhöhung der Der fiurfl von Wahlstatt ging damals — Mehr: er vor amro 1815 — meistens im Bürgerkleide. Rur! mödels wohnten; er warf zu und sprang ab. Immer noch wie ein Jüngling, I der Greis. Nun stoben die am Fenster auseinander, hatten plötzlich rote Gesichter, trabten durchs Stübchen, liefen bis zur Küchenlür, rissen sie auf: „Frau Mutter, ch6re Mama . . . der Marschall . . . Onkel Blücher . . . Durchlaucht ... er kommt zu uns . . ." x „llnfimi!“ schallte es zurück. „Was ihr Gänse euch immer einbildet." „Gewiß und wahrhaftig, gnädigste Frau Mutter. Er ist schon auf den Stiegen." Do tauchte denn die lange hagere Gestatt der Frau Majorin in der Türe auf. Auch sie hatte ein rotes Gesicht: das kam aber fteter vom Herdfeuer. Einen hölzernen Qnrl hatte ße in der Hand und fuchtelte damit in der Lu.t herum. „Wenn ihr lügt, ihr Langen, letzt es wasl Lind ihr lügt gewiß. Durchlauft sollte — was ihr euch embildet! Der Herr Feldmar- s4all ..." Da klang auch schon die leise Schelle der Flur- tür. „Du lieber Himmel! Wahrhaftig, Ad ich nicht angezogen — mach du auf, Corel 3d) will mir schnell die Schürze abbinden neue Häubchen . . . Streicht euch das Haar glatt ihr WUdförge . - .“ Hrnaus war bte £ra_t TTiutter Aber man horte fte noch öu Kochtöpfe rücken und hörte i&r: ,,«ie trennen nnr wahrhaftig noch> an, bte Buben . . . Was er an den Tagen, wo große Parole war. legte er die Montur an. So heute. Ein paar Offiziere waren um jhn und ein paar Ordonnanzen dahinter. Aber all die Leute an den Fenstern sahen nur öen alten Husaren mit dem rosigen, offenen Angesicht, mit dem weißen mächtigen Schnauzbart über den vollen Lippen und den jugendlich-feurt- gen Augen. Sahen, wie er lächelte und lachte, wie er mit den Offizieren sprach und scherzte und bald hierhin und bald dahin grüßte. Sahen auch, wie er nach einem Mansardenfenster hin, aus dem vier blonde Mädelsköpse wir Rosenknospen hingen, eine Kußhand hinaufwarf. Tlein, es waren nicht mehr vier, es waren ja nur noch drei. Der eine der Zwillinge, die Sophie mit den Kornbiumenaugrn, war plötzlich aus dem Schwesternkreise fottgehuscht. Plötzllch. grab als der Zägeroffizier. der links neben dem Feld- marschall ritt, fjinaufgegiüf't hatte. Kurz und heimlick hatte sie zurückgenickt, war dann zu der Schwester auf Las Kanapee geflüchtet und starrte nun auch auf Las Bild an der 'Wand gegenüber, auf Öen gleichgültigen Stich, der eine ve fallende Mühle am Bachrand Larstelttr. Aber wahrend Julie wie immer einen feuchtschimmerirden Glanz in öen schönen dunkeln Augen hatte, glitzerten in ihren hundert Kobolde und spielte um ihre Lippen ctroas wie trotzige Siegeszuversicht. „Hallo, Ztekchen," rief es jetzt vom öenfter . her. „Du versäumst etwas. Was ganz Besvn- Der Alle hat übrigens nicht große Llmstände gemacht An die schrna'en Schultern hat er das Lorchen gefaßt und sie vor sich hergeschoben: „Wlll die gnädige Frau Muller sprechen, Kindl" Bis zur Stubentür schob er sie und hat ganz derb zugepackt, so daß sie einmal trotz allen Respekts ,.Au!" sagte. »Also La ist ja Las ganze Gemüse!" hat er dann drinnen gesagt, hat mit seinen großen blanken Augen auf die fünfe geschaut und gelacht. Laut und so herzlich, wie er nur konnte. „Wie Kraut uni) Rüben steht das herum. Also 'nu maf fix antreten!“ Lind er schiebt sie zusammen in eine Reihe und zählt batet: „Lowise—Ialchen— Fiekchen—Lottchen—Lorchen! Ist's fo rlch ig. Hol mich dieser oder jener: Leicht ist's nicht, die Ranren von die Rangen alle zu behalten. Aber nu Dtillgestanden und die Fingerchen an die Hosennaht!" Wie die Lichter standen sie. Lind er ging die Reihe herunter, und jede kriegte einen tüchtigen Schmatz. Richt etwa solchen kühlen Onkel-' kuß auf die Stirn, sondern einen ordentlich«: Kuß auf die Lippen. Rach jedem Kuß schnalzte er mit der Zunge, wischte sich über den Schnauzbart und ging weiter. Dis er zur iGore tarn. Die bekam nur einen kleinen Stups auf die Stupsnase und war unzufrieden: „Herr Oheim, ich will auch einen Kuß!" schmollte sie und y)g das Mäulchen. Worauf er wieder aoflachte. „Seht mal da- Kiekindiewelt. Ra also . . . da haft du ihn!" Lind er rieb ihr leinen lang herabhängenden D»rt auf öen roten Kindermund, daß sie laut auf» Kreis Lauterbach. § Dom vorderen Dogeisberg, Il.Ian. Run kann der Landwirt seit einem Jahr zum ersten Male wieder an die Wässerung geben. DaS Wässern der Wiesen geschah in normalen Jahrgängen im November Die Hauptsache aber ist, daß es überhaupt erfolgen kann, und zwar gründlich. Durch den reichlichen Schneefall am Sonntag und den darauf einsetzenden Landregen sind zum erstenmal feit Jahresfrist die Bäche bis Zu den Ufern geschwollen und die versiegten Wasserläufe wieder neu erstanden Donnernd stürzen wieder die Wassermassen über die lange slittgestandenen Mühlenräder, und die Klein- müller brauchen nicht mehr zu den größeren Müllern zu fahren, um ihre Kunden zu befriedigen. Auch in den Oelmühlen hört man wieder das Gepolter der Stampfer und den Schlag der Bolzen. Sn den Brunnen ist das Drundwasser höher gestiegen, und wo es ganz versiegte, da sprudeln wieder die Quellen. Ueberall bringt das Ueberwasser lang entbehrten Segen Kreis Schotten. tz Eschenrod, 11. San. Ein Zagdtefitzer aus der Rachbarschaft hatte das Glück, mit einer Tel'.etfalle vier Füchse zu fangen Der letzte pon ihnen ist aber mit der Falle spurlos verschwu 'den. Man nimmt än. Laß er einem Linke u’eaen in it? Hä de gefa len ist. s. Laub ach. 12 Han. GefiederteGäste. aus der Hochtundra. Hie: wurde ein mehrere hundert Individuen umfassender Flug Schnee - oder Eisammern beobachtet, die sich längere Zeit auf einem baumfreien Strauch- selde au, hielten und nach Sämereien und Insekten suchten. Die Dchneeammer ist ein Kind der Tundra und folgt ihr bis in den höchsten Norden, wenn der einige Schnee auch mir für wenige Wochen gewichen ist. Sie ist auf Island der gemeinste Vogel und brütet selbst noch in Rordgrönland und auf Spitzbergen. Don hieraus wandert sie im Winter soweit nach dem Süden hinab, als sie unbedingt muß. inerter südlich höchstens als verflogener I.-rgast, und kehrt, sobald sie kann, nach dem Rorden zurück. Bezeichnend für die Schneeammer ist die grobe Menge, in der sie auftritt. In Deutschland, das sie im Winter besucht, stellt man jedoch seltener solche Massen fest. Al er in Rußland, wo man sie „Schneeflocken" nennt, ist dieser Rame für sie ganz angebracht: denn, wenn sie au {treten, tolrteln sie wie Schneeflocken vorn Himmel herab und bedecken ganze Straßen, Dächer und Felder. e. Alrichstein, 12. Jan. Die Gesangvereine des Bezirkes Ulrichstein beabsichtigen sich mit den nächstliegenden Orten des Kreises Alsfeld zu einem O h m - Felda-Sängerbund zusamae ^schlle- ßen. Solche Vereinigungen mehrerer Heiner Vereine zu einem Bunde können der Pflege eines schönen deutschen Gesanges durch gegenseitige Annäherung nur förderlich sein. a. Aus dem südlichen Vogelsberg, 12. Ian Das Vergnügen der S ch l i 11 e n b a r • tien, die am letzten Sonntag nach Möglichkeit gehuldigt wurde, war leider sehr kurz. Räch' dem schon am Montag leichter Regen niederging, nahm der Regen in den b'iden letz en Tagen zu, daß heute der Schnee, der sehr start gefallen war, wieder vollständig verschwanden ist. — Das elektrische Licht macht in letzter Zell wenig Freude. Kaum vergeht ein Abend, ohne daß eine Störung eintritt Bei den gegenwärtigen hohen Strompreisen sollte das nicht so oft Vorkommen. Hessen-Nassau. Leipzig, 11. Jan. Im Mittelpunkt heutigen Dormittagssi^ung stand Crispiens Referat über die sogenannte Wiener Internallo- nale Die internationale Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Parteien, so führte nach einem Bericht öcr „ Frkf. Ztg." Crispien aus, wolle nicht d i c Internationale sein, sondern das Mittel zur Schaffung einer allumfassenden aktionsfähigen Internationale. Man sehe die vergeblichen Bemühungen der kapitalistischen Mächte, die totrte schaftlichen Weltprvbleme zu lösen. Hinsichtlich der Entwaffnung nehme Frankreich jetzt die Haltung res früheren Deutschland ein. Was sich jetzt auf den Konferenzen abspiele, sei der Kampf um die kapitalistische Aufteilung der Erde. Die Methode des Klassenkampfes hänge ab von den verschiedenen Bedingungen in den verschiedenen Ländern Die Demokratie sei ein günstiges Terrain für diesen Kampf. Cs werde daher in Deutschland •einer Macht gelingen, sie wieder zu beseitigen. Wenn nun aber auf dem Wege der Demokratie sich die Herrschaft des Proletariats entwickle, dann werde die Bourgeoisie die Demokratie wieder zu zerschlagen suchen. Für diesen Fall fei man entschlossen, alle Kampfmittel anzuwenden bis zum bewaffneten Aufstande des Proletariats. Crispien richtete die Warnung an M o s k a u, von den Verbuchen abzulassen, den Ausbau der Wiener Internationale zu durchkreuzen. Man müsse sich vor den Fehlern Moskaus hüten, um das Vertrauen der Massen nicht durch sinnlose Aktionen zu erschüttern. Crispien schloß mit dem Bekenntnis: „Wir kennen keine Rationen und auch kein deutsches Vaterland. Linser Vaterland ist die Erde, das Proletariat." Bei den nun folgenden Abstimmungen wurde, wie bereits gemeldet wurde, das Manifest einstimmig angenommen und der F.attion ebenfalls bered!“ Sie rührte sich nicht. Lind doch war es wirklich etwas ganz Besonderes. Denn Durchlaucht hatten sich unfern des Schloßplatzes von feinen Herrn verabschiedet und kam, nur von circr Ordonnanz gefolgt, langsam zurückgerllten Mehr: er hielt vor dem Hause, 'm,Dem die Gtese- ten Rächte wurde einem hiesigen Einwohner das lederne Verdeck seines Wagens durch mehrere Messerschnitte von einem Rohling beschö- d i g t. Auf Ergreifung des Täters hat der Geschädigte eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt. — Die Grippe scheint hier noch nicht abnehmen zu wollen. Auch die 3. Schulllasse muhte wegen Erkrankung des Lehrers geschlossen werden. Die Krankheit verläuft im allgemeinen milde. — Im ~ ’ ja »um Schuhe der beut» hielt Dr. Falckenberg (Gie- •* Zur Behebung der Brennstoff- not soll eine Ausstellung beitragen, die auf Veranlassung der hiesigen Firma I. B. H ö u f e r dieser Tage bis einschließlich heute im „Einhorn" stattfindet. Die Frankschen Eisenwerke in Adolfshütte-Riederscheld führen dort ihren Sparheizer „Dränier" vor^Dieser Apparat, der die Abgase der Oefert ausnutzen soll, ist mit einem Ein- und Auslaß stutzen versehen, verstellbar nach den jeweiligen Ofengrößen bzw. der Schornsteinlage. Die Abgase des Ofens werden nun mittels einer Rohrmuffe durch den Sparheizer geleitet und find in ihrer Geschwindigkeit durch geringere oder größere einschaltbare Widerstände regulierbar. Die Widerstände verlangsamen den Zug und zwingen die Gase, ihre Wörme bei; äußeren Heizfläche des Apparates mibuteUen und von da aus in gleichmäßiger Weise den Räumen. Dadurch ist es möglich geworden, die Mgastempe.aturen, die bei irischer Oete.i c b s 800 Grad betragen, auf 100—150 Grad herabzudrücken. Cs ergab sich bei Versuchen je nach der Brennstoffart eine Ausnützung von 68 bis 93 Prozent. Der Sparheizer kaim entweder zur Ergänzung des Ofens für die Heizung eines Raumes verwendet werden, oder er kann in einem angrenzenden Raum zur Beheizung desselben aufgestellt werden. Für (Srtoärmung des Raumes, ohne den eigentlichen Heizofen in Tätigkeit zu sehen, ist ein Dparheizer mit Hllfsfeuerung konstruiert. Die Ausstellung bringt ausgiebiges statistisches Material (Diagramme usw.), auf Grund dessen die Angaben leicht und übersichtlich nachzuprüfen sind. 06 Das Fest der silbernen Hoch- z e it begeht heute das Ehepaar Pvlizeiwacht- meister Richard Reinhardt und Ehefrau geb. Roß. Landkreis Gietzen. tt. T r e i s a. d. Lda., 12. Jan. In einer der leh- gewünscht, daß man da bei den „Großen" und nicht bei dem Mittelstand zufassen solle, denn die unheimlichen Gewinne bei diesen bildeten die Llr- sache der Teuerung. — Auch hier tritt die Grippe sehr stark aus. Fast in jedem Haus sind Erkrankte einstimmig das Vertrauen des Parteitages ausgedrückt. Aus dem Geschäftsbericht, der nunmehr erstattet wurde, ist zu entnehmen, daß die Partei jetzt 300 659 zahlende Mitglieder stark ist. darunter 44 000 weibliche. Die Zahl der Parteizeitungen beträgt 48, die in 28 eigenen Druckereien hergestellt werden. Am Rachmittag wurde die allgemeine Aussprache fortgeseht, ohne nennenswerte Einzelheiten zu bieten. Leipzig, 12. Ian. (WTD.) In der heutigen Sitzung des Parteitags der Ll. S. P. D wurden zu Vorsitzenden der Parteileitung gewöhll: Crispien mit 181, LeLediur mit 124. Dittmann mit 164 von insgesamt 183 Stimmen. Zum Schluß begrüßte Vorsinender Dittmann noch die Vertreter der ausländischen Bruderparteien Die Tagung habe bewiesen, welch hohes moralisches und politisches Ansehen die Ll. S. P. D in der proletarischen revolutionären Internationale besitze. Mit einem dreifachen Hoch auf die Ll. S. P. D. und die revolutionäre internationale Sozialdemokratie wurde der Partellag geschlossen. nur wlll. “ ' Core öer Rokokobackstsch, hatte geöffnet und hatte einen tiefen Knicks gemacht, faft einen richtigen Hofknicks. Man hätt's ihr cmsehen tonnen »s «e schall linbLi.tschaftlicheö Bilduniswe e.i ih e.i Einfluß geltend machen. Einzelne Kammern, so in Brandenburg, Sachsen, Hannover, Schlesien und Rheinland haben Frauen als Referentinnen für die Frauenarbeitsgebiete eingestellt, denen zugleich der Ausbau der Wanverhaushaltungsschulen auf dem Laude und der Organisation det Landwirtschaftlichen Hausfrauenvereine obliegt. Es sind vor kurzem Eingaben der Landfrauen-Organisativnen an die Regierung gerichtet worden, sowohl im Landwirtsck-aftSministerium, als in der Haupt- landwirtschaftskammer Frauenreferate einrichten zu wollen. Begründer werden diese Forderungen schon allein durch die Tatsache, daß die landwirtschaftliche Produktion zum großen Teil auf der Mitarbeit der Frau beruht. Schon 1907 arbeiteten 4 593 000 Frauen hauptberuflich in der Landwirtschaft. Ihr Anteil erreichte fast 50 v. H. bei einer Zahl von insgesamt 9 883 000 landwirtschaftlich Berufstätigen. Von den in der Landwirtschaft arbeitenden berufstätigen Frauen sind der größte Teil, fast 3 Millionen, also etwa 60 v. H. aller landwirtschaftlich berufstätigen Frauen mithelfende Familienmitglieder. Ohne die Mitarbeit der Frau würde die Landwirtschaft nicht in der Lage sein, ihren Betrieb aufrecht zu erhalten und den an sie gestellten Anorderungen gerecht zu werden. Das Bestreben des ReichSverban- des der landwirtschaftlichen Haus- rauenverrine geht dahin, die Mitarbeit der Frau im landwirtschaftlichen Betriebe nicht nur im vollen Llmfange auftecht zu erhalten, sondern mit allen Kräften im Interesse der Landwirtschaft und des Staates zu steigern. Die Vereine haben den Zweck, die Fähigkeiten der Landfrau durch fortgesetzte Schulung zu erweitern und die Mitglieder in dem Svlidari- tätSgedanken der gemeinsamen landwirtschaftlichen Interessenvertretung zu stärken. Der ReichSverband erstrebt gemeinsam mit bc: Zentrale der deutschen Landfrauen die Vertretung der landwirtschaftlichen Hausfrauen als Produzentinnen im Reichswirtschaftsrat, in dem sie bisher unbegreiflicherweise noch nicht Sitz und Stimme haben. Er wird darin unterstützt vom Bund deutscher Frauenver- eine, der kürzlich in einer Eingabe die Einberufung von 2 Mitgliedern der L.H.V. in den Reichswirtschaftsrat beantragt hat. Aus dem Jahresbericht der Landfrauen- zcntrale geht die FvrtschrittSbewegung der Landfrauenbestrebungsn deutlich hervor. Das ländlich-hauSwirtschaftliche Bildungswesen, die ländliche Berufsberatung, HauSangestell- ien- und Arbeitsnachweisfragen und soziale Aufgaben wie: Anstellung von Wohlfahrts- Pflegerinnen, Kinderfürsorge, Iugendwoyl- ahrt, Seuchenbekämpfung, Hilfe für Deutsche ouö geraubten Landesteilen, erfreuen sich der ständigen 'Beobachtung und Bearbeitung von eiten der Zentrale und werden den jeweiligen örtlichen Verhältnissen entsprechend berücksichtigt, gefördert und durch praktifche Maßnahmen den Bedürfnissen der Neuzett an- gepaßt. Letzten Endes bauen alle diese Frauenkräfte an der FrledenSbrücke, die Stadt und Laird miteinander verbinden soll. Stadt- und Landfrauen nähern sich gegenseitig in den Versammlungen der HauSsrauenvereinr, hören dort von den gegenseitigen schweren Nöten, lernen einander verstehen, können Llnbegreif- liches aufllären und zwei Gesellschastöschichten miteinander verbinden, die trotz aller Gegensätze und trotz der scharfen Grenze zwischen den beiden verschiedenen Wellen „Stadt und Land" unlöslich aufeinander angewiesen sind. iifung deS Wahlrechts. — Lrzneitaxe. — Strteger- grätecfürforge. — Unterbringung erßDlungd- bedürftiger oderfchlesi cher Rinder. — Vermißt. — Sollmut — ©d? he,ung der Schrien weg-'N Gitppe. — Höchst preise für Mehl und Brot. — Tienstnachrich'en. — Ve.ordi.u g über Die (Sin- flellung und E tlafsang t>an Arbeitern und 21 geslrsllen wahrend der Zeit der wirtschafllrcheu Lemobilmachung (Fottserung). Der schn.-ach t .nige La Darm: Lu wig Lad - ner, geb. am 13 Marz 188Z zu Eschenrod, Streik Schrtien, ist. nachdem er vom 14. Ott>ber bis 7. Rovember 1921 in der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten zu ©teilen verpflegt werden war. unbekannt wohin verschwunden. Tie Ottspoli ^erdehörden u d Gendarmerien werden angewiesen, nach Ladner Nachforschungen anzuftetten und ihn im Detrctungs all Lern Hrs> Kreisamt Schotten auf Kosten des Landarm en Verbandes Schotten vorführen ?a las« fen. Es ist zu vermuten, daß Ladner sich mit I Hansa-Preis vom Schauplatz ob. Trainer ist nach wie vor 3. Gaida. Dem Jockey QL Zimmermann steht diesmal H. Staudinger zur Seite. — Bur ein Pferd weniger, 33, umfaßt der Renn stall der Herren 21. u. E. von Weinberg, der seit dem Jahre 1920 in der Liste der erfolgreichen Rennstailbesiher an führender Stelle steht. Ein Blick in die Trainingsliste zeigt, daß die Waldsireder Züchter mit ihrem auserlesenen Material auch diesmal eine überragende Rolle spielen werden. Als einziger Fünfjähriger ist Lalaud im Training geblieben. Den Jahrgang 1918 vertreten der Derbysieger Omen, der im Vorjahre gewinnreichste Dreijährige Ossian, sowie Graf Ferry und Landesfürst. Von den 10 Dreijährigen haben neben Lentulus, dem Sieger im Preis des Winterfavoriten. Memling. Simson, Lonja und Metis ihre Maidenschaft abgelegt. Vervollständigt wird die Liste durch 17 Zweijährige, die durchweg von Fels, Fervor und Pergolese gezogen sind. Betteln umhertreibt oder Aufnahme in einem Kianlenbcus oder eine andere öflentliche Anstalt gefunden hat. Gegebene falls sind d e L.r- tung der Anstalt und das Hess. Kre.samt Sch>r- ten sofort zu benachrichtigen. Höchstpreise für Mehl und 'Brot Lurch Beschluß des Kreisaueschusles und des Kreises Gießen vom 6. d. Mts. sind mit Geneh- migung des Hesli chen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft. Abteilung für Ernäh ung und Landwirtschaft, die Berkau spceise für Mehl und Brot am die Verbraucher der Landgemeindeil des Kreises ab 16. Hanuar d. Hs. wie folgt festgesetzt: 1. für Mehl: 3) Weizei 'brotinehl 2.10 Mt !daö Pfund, b) Roggenmehl 1,95 Mk. das Pfund, c) Gerstemnehl 2 MI. das Pfund: 2. für B r o t a) für den 4-Pfund-Laib 7,30 Mk., b) für den 2-Pfund-Lavb 3.65 Mk. Tas Derkaussgewicht des Brotes muß noch 24 Stunden nach seiner Fertigstellung vorhanden fein. Tas vom Kommunal» verband gelieferte Mehl darf nur gegen Brotmarken abgegeben werden. 3n der Gemeinde Kloppen heim (Kr STiebberg) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Ort und Gemarkung Kloppenheim bilden einen Sperrbezirk. Die Gemeinden Groß-Karben. Klein-Karben und Ober-Erlenbach einschlie ßlich ihrer Gemarkungen bilden cm Bei^achtungsgebiet. Turnen, Sport und Spiel. — S. E. 1900 Gleßen — S. C. 05 Göttingen. Der kommende Sonntag bringt in Fortsetzung der Gauliga-Spiele die Begegnung der Mannschaften des 6. C. C5 Göttingen u.u) S. E. 1900 Gießen. Das Vorspiel in Göttingen endete mit einem knapppen Siege Gießens, der erst nach zähem Kampf errungen werden konnte. So werden auch diesmal die Besucher des Sportplatzes an der Hardt Zeugen eines spannenden Kampfes werden (Beginn 2 Llhr). — Vormittags um 10'/, Llhr findet ein Hockey-Wettspiel zwischen den 1. Mannschaften des R. GL Wetzlar und des S. C. 1900 Gießen statt. Bei der anerkannten Spieltüchtigkeit beider Mannschaften wird sicher guter Sport geboten werden. — Stadte-Doxkarnpf Wien —Berlin. Zu dem am 23. Hanuar in Berlin stattfindenden Städtekampf zwischen repräsentativen Amateur-Boxmannschaften von Wien und Berlin 'find die Verhandlungen so ziemlich abgeschlossen. Berlin wird durch folgende Mannschaft ver- \ treten sein: Fliegengewicht: Kohler (Heros). Ban- ~ tarn: Lohe (Heros). Feder: Boa cf (V. f. L.). . Leicht: Funke (Heros), Mittele Ferchow (Felfen- - fest), Halbschwer: Kupsch (B. f. 2 ). Die Wiener Mann s cha f t wird voraussichtlich folgendes Aussehen haben: Fliegengewicht: 3nns!)aufer (Sportklub). Bantam: Wottava (Fünf Haus). Fcder: Haniczik (Funshaus). Le.ch': R:rß (oron), 2BeIter: Czerny (Funshaus), Mittel: Tommek (3ron). Ha.bchwer: Schwarzer (F^nhaust — Internationa le Ski-Wettkampfe in Klosters. Unter Beteiligung von dewfchen und österreichischen Skiläulern kamen in Klosters bei anhaltendem Schneefall Lang- und Sprungläufe zur Entscheidung. Den Langlauf gewann Marugg-Klosters mit Bote 1.3 vor Hitz- Klosters 1,4. Das größte Interesse lösten die Sprungkonkurren^n aus. Den längsten gestandenen Sprung erzielte Luzi Bartsch mit 43 m, der auch das ©entorfpnngen der 2. Klasse gewann. Der Oesterreicher Hani aus Bad Aussee belegte hier den achten, der Münchener Schulz den zehnten Platz. Im Seniorspringen der 3. Klasse triumphierte Mühlbauer-St.Moritz und im Juniorsbringen Hans Lechleitner-DavoS. — Die Ställe Obpenheim und Weinberg geben die Trainingslisten für das neue Jahr bekannt. Ter S.all des Frhrn. S. A v. Oppenheim greift mit einem Lot von 34 Pferden in die Rennsaison 1922 ein. Der jüngste Jahrgang ist durch acht Henaste und vier Stuten vertreten Von den 15 Dreijährigen haben Königsadler Ma- gyare. Matador. Meerschaum. Schlingel. Sommer- flor. OrafcL Mariele. Madonna und Walpurgis schon Proben ihres Könnens abgelegt, während Dindar. Solaro. Abbazia. Isis II und Isabella noch keine Bahn betreten haben. Unter den Vierjährigen Damenweg, Meergeist, Schalk II und Athene vertritt ersterer die beste Klasse. Von den Fünfjährigen Der Mohr. Mazzin und Wallenstein hat sich letzterer in der vergangenen Saison als ein ganz hervorragendes Pferd gezeigt. Dor ihm mußten sich im Wilamowitz- und Gladiatoren- Bennen die besten Dreijährigen wie König Midas Ossian. Gras Ferry, Geiser usw. beugen. Der Mohr trat 1921 nach seinem Siege im Großen Berlin. 12. Han. Börsen stimm ung s° bild. Ta die Ve.'hand.ungen in 0air.es de» sonders hinsicht.ich des e igli ch-sranz s.schen Ga- vanlievertrages wegen des 'Wioerstandes der französischen Kammer und ter oje..Hießen Blcinug doch nicht ganz so glatt vonstalten zu gehen scheinen, wie vielfach erwartet wurde, trat hier bereits vormittags bei allerdings bescheidenen Umsätzen eine Bcfeftigu *g der Tevisenpreiie ein, die sich auch aus ten Effektenverkehr bei Borfen- erössnung übertrug. Der Kursstand der zu schwankenden Rolizen gehandelten Papiere c höhte sich durchschnittlich um 30 bis 50 Prozent, für einige Montan- und Industriepapiere im 80 bis 9), für Hösch um 135 Prozent. D.e Umsätze nahmen nur am Kalimarkt einen größeren Umfang an, wo Deutsche Kali und Asche:S eben um je 100, Westeiegeln um 400 Prozent st.egen. Sonst hielten sich die Kuvsverändeiungen tn recht engen Grenzen und nur am Montanmarkt waren Hohenlohe und Rheinstahl zeitweise etwas mehr beachtet. Geringfügiger waren die Bessern gen am Schilf' fahtts- und Banienmar't bei kleinen Umsätzen. Ter Bcntemnarlt wies ct.i se'^es Au sehen aut, namentlich für alte Reichs- und p.cu ische Kon- sols. Von Aus andsre ten waren Balkarenten fest. Oesterreich ische und ungarische Beuten waren nach den S.eigeiUngen der le;,ten Zeit abgeschwächt. In den zu Eindeitskuis.n gelxinbePen Int-ustriepaPieren zei ste sich ei ig« Kau lusi des Publikums. daS frühere Verkaufsaust cg: strich, so daß auch hier mit einem ziemlich feiten Verlauf zu rechnen ist. Sonst erfuhren die Kurse weiterhin üb:rnnegenb mäßige Ausbesserungen. Frankfurt a. M.. 12. Han. Börfcn* st i n: m u n g s b i l d. Die Ereignisse von Cannes machten auf die Börse keinen Eindruck. Auf dem Devisenmärkte stellten sich ausländ.sche Zablungs- mittel im Frühverkehr höher, ooch unterlag der Dollar bald wieder mäßigen Schwankungen. Am Effektenmarkt war die Tendenz bei Eröffnung etwas freundlicher. Am Markte der urmoherten Werte zeigte sich etwas regerer Verkehr. Aus den variablen Märkten war das Geschäft nur für vereinzelte führende Papiere etwas reger. Am Btontanmarfte festere Stimmung für Gelsenkirchen. Luxemburg und Oberbedarf. Anilinwerte gut behauptet. Der Einheitsmarkt zeigte ruhiges Aussehen. Die Tendenz gestaltete sich weiterhin gut behauptet. Privatdiskont 4>/x Prozent. Frankfurter Schweine- und Kleinviehmarkt. F rankfurt a. M.. 12. Han. ('Amtlich.) Marktverlauf.' In allen Viehgattungen wurde bei lebhaftem Handel ausverkauft. Aufgetrieben waren: 1068 Kälber, 687 Schafe und 279 Schweine. An Preisen wurden angelegt p. Ztr. Lebendgewicht: für Kälber beste Qualitäten 1200—1350 Mk., mittlere Qualitäten 1100 bis 1200 Mk., geringe Qualitäten 1000—1075 Mk., geringste Qualitäten 625—800 Mk.; Hämmel 500—850 Mk.; Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht 1400—1600 Mk., von 80 bis 100 Kilogramm Lebendgewicht 1600—1750 Mark, von 100—200 Kilogr. Lebendgewicht 1600—1750 Mk., von 120—150 Kilogr. Lebendgewicht 1600—1750 Mk., über 150 Kilogramm Lebendgewicht 1600—1750 Mk. Außerdem wurden 109 Binder ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Die Marktpreise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen. Frankfurt a. BL, 13. Januar. Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: 11. Ian. 12. Ian. Amsterdam-Botterd. 6493,50 6506,50 6653,306666,70 Brüssel-Antwerpen. 1398, 0 14 1,40 1433,55 1436,4® Ehristiania 2747, 5 2752,75 4*22,15 2S27 85 Kopenhagen 3511,45 351b, 5 3621/5 362b,6& Stockholm 4420,55 4429 45 4^05,45 4514,55 Helsingfvrs 324,65 325*35 335,15 335,85 Italien 759,25 760,80 78 \73 782,30 London 748,25 749,75 764,20 765,80 Reuyork 176,57 176,93 180,81 lbi,l8 Paris 14'8,501461,50 1497,501500,50 Schweiz 3126,55 3433,45 3 496,50 3503,50 Spanien 2637,35 2642,65 26j7,J0 2702,70 Wien (alte-) .... _ Deutsch-Oesterr.... 5,18 6,23 6^13 6,*17 Prag......... 284,70 285,30 238,20 288,90 Budapest 28.37 28,43 29,22 2-,28 Buenos AireS . . . 58,90 59,10 60,15 60,35 Bulgarien 116,85 117,15 122,35 122,65 Börsenkurse. Sranifurt Berlin 1-Uhc- 1-Uhr- Schluß- Schluß- Kurs Kurs KurS Kurs Datum: II. 1. 5"/, Dtsch. Kriegsanl. 77,50 4°/„Dtsch. Reichsanl. 89.- 3°/» Dtsch. Rcichsanl. 102,75 4°/0 Preuß. Konsuls 71,75 Hamburg-Paketf.. . 415,- Borddeutscher Lloyd 430, - Comm.u.Privatbank *92,- Darmstädter Bank . 286,- Deutsche Bank . . . *50, - DiSconto-Gefellschaft 4°9, - Dresdner Bank. . . 320, - Mitteid. Cred itbant. 300, - Bativnalbank f. D. . 280, - Boch. Gußstahlwerke Bub.-@Uento.-Brt.. 720,- D.-Luxemb. Bergw.. 7«8,- Gelsenkirch. Bergw.. 788,- Harpener Bergbau. 1145,- Oberschl. @isenb.»B. 735, — Oöerschles. Eisenind. 880,- Phönir-Bergb.-Akt. Bad.Bnilin-u. Soda 570,- Höchster Farbwerke. 555, - Bllg. Glektr.-Ges. . . 605,- Felten & Guilleaume 960, - Schuckertz-Werke. . . 590,— Bdlerwerke 640,- Daimler 495,- 4° n Hess. Staatsanl. 76,75 Electron Griesheim 350,- Dtsche. Vereinsbank 2 9, - 12. 1. 77,50 88,- 103,- 71,- 414- 412,- 287.- 280,- 480,- 409.- 312,50 300,— 290, - 899,- 710,— 8 ö,- 848,- 1100,- 76^,— 8.1 - 950,- 5i0,- 560,- 655,- 980,- 600,- 625,- 503,- 76,75 660.- 229,- 11.1. 12. 1. -,- 77,50 -,- 88 50 104,50 - - 71 10 418,75 - - 421- 330 - - - 285,- — - 475.- 420 - 315,- - - 3GU,- 290,- - - 920,- - - 720,- - - 835,- - - 850,50 - - 12o0,- 765,- - - 840,- -*- 925,- 579,- -,- 561,- 648,- -,- 962,- 610,- —,- 600,- 500,50 76.- 660,- Für 100 deutsche Biari wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 11.1. 12.1. Zürich Fr. 125 40 2,t5 2,85 Amsterdam Fl. 59.20 1,55 1,49 Kopenhagen Kr. 88.80 2 92 2,85 Prag Kr. 117 80 34,75 34 - vtockholm Kr. 88.80 2,30 2,30 Wien Kr. 117.80 London Sh. 97.80 7,42 7 65 Paris Fr. 125 40 6,69 6 66 Beuyork $ 23-80 -,57 -,5b Züricher Devisenmarkt. 12. 1. 13.1. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. = 163.-5 189.uü Deutschland 100 Mk. = 2.95 2.60 Wien 100 Kr- =■ 0.175 0.17 Prag 100 Är. = 8.30 8.20 Bari« 100 Fr. = 4 '.05 42.55 London \ £ 21.8t 21.76 Italien 100 L. = 22.45 22.22 Brüssel 100 Fr. «= 41.30 39.90 Budapest 100 Kr. --- 0.83 0.825 Beuyork 100 $ — 515.- 516.- Bgram 100 Kr. --- 1.65 1.60 Warschau 100 Är. = 0,195 0,18 (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die englische Denkschrift. Paris, 11. Han. (Fortsetzung des Aide Btcmolre.) Diese Zahl hat sich In der Folge schnell vermehrt und im Verlaufe der zwei letzten Kriegsjahre hat das britische Beich in Frankreich und in Flandern trotz der merklichen Schwächung, die durch die fortwährenden Verluste verursacht wurde, eine Streitmacht von zwei Millionen Menschen unterhalten. Großbritannien hat insgesamt 6 211 427 Mann zum Dienste zu Lande, zur See und in der Luft einberufen. Die autonomen Dominions, Indien und die gesamte Streitmacht, die das britische Reich in den Krieg geworfen habe, betrage also annähernd 10 Millionen Menschen. Die Verluste an Toten und Verwundeten und Vermißten haben 3 268 733 Mann erreicht. Davon sind 947 364 gefallen. Es ist undenkbar, daß Deutschland diese Tatsachen mitsamt der Schlußsc-.gerung, die sich daraus für die Garantie des französischen Bodens ergeben könnten, übersieht. WaS das britische Beich einmal für die Zivilisation getan hat, wird es wieder tun, wenn dies nötig ist. Die großen Reserven an ausgebildeten Offizieren und Mannschaften, die ihm der Krieg gelassen hat, wird (Großbritannien genau so lange nutzbar machen können, wie es auf deutscher Seite der Fall ist. Das für den Krieg her- gestellte Material wird in Großbritannien besonders den künftigen Generationen zur Verfügung stehen, während daS deutsche Material von den Alliierten vollständig weggenommen ist. Infolgedessen wird Deutschland, wenn es sicher ist, daß das britische Reich in einem künftigen Kriege an der Seite Frankreichs ist, nicht versuchen. etwaige Revancheträume auszuführen. Es ist ebenso wichtig, die Deutschen von derartigen Bestrebungen abzubringen, wie es auch wichtig ist, Maßnahmen zu treffen, um die Biederlage dieser Bestrebungen, wenn sie zur Reife kommen sollten, sicherzustellen. Die britische Regierung glaubt, daß oiese zwei Ziele erreicht werden, wenn eine Abmachung getroffen wird, daß die beiden Batla» nen einem nichtherausgeforderten Angriff Deutschlands gegen das französische Gebiet gemeinsam die Stirn bieten werden. Es glaubt auch, daß eine derartige Verpflichtung die Bande der Freundschaft zwischen den beiden Ballonen von Hahr zu Hahr enger und kräftiger gestalten werde. Diese gegenseitigen Verpflichtungen könnten auf zwei verschiedene Arten eingegangen werden: Einerseits lasse sich ein O f f e n s i v° u n d D e f e n s i v- bündnis denken. Ein derartiges Bündnis könnte in Frankreich als wünschenswert betrachtet werden. In Wirklichkeit aber würde es den sran- zösischen Interessen schlecht dienen, weil derartige I Bündnisse den britischen Traditione» widersprechen. Das britische Volk begreife» daß Frankreich das Recht fordere, gegen eine Invasion seines Gebietes eine Garantie zu haben; aber es würde nicht freiwillig Verpflichtungen militärischen Charakters auf sich nehmen, wenn der Friede eines andern gestört werden sollte. An militärischen Unternehmungen in Mitteloder Osteuropa teilzunehmen, würde seiner Absicht nicht entsprechen. Sin Bündnis, das eine derartige Verantwortung einschließen oder auch nur anscheinend einschließen würde, würde nicht die herzliche Unterstützung des britischen Volkes haben. Es würde infolge» dessen für Frankreich nicht denselben Wett haben, wie eine in anderer Form eingegangene Verpflichtung. Auf der anderen Seite lasse sich ein klarer Garantievertrag den!en, wonach das britische Reich an Frankreichs Seite einem nicht provozierten deutschen 2lngr.fi die Stirn zu bieten hätte. Die Lösung, die die Regierung Seiner Majestät anzunehmen vorsieht, ist die folgende: Die Regierung sieht In dem Plan efTiedBer» träges zwischen Großbritannien und Frankreich, der diesem Memorandum a n g e f ü g t i st, und dessen Annahme sie vor- schlägt, dte Form einer Verpflichtung, die am geeignetsten ist, die gemeinsamen Interessen der oeiden Mächte in Westeuropa zu schützen: indessen ist es, damit der Vertrag Folgen zeitigen kann, nötig, daß er durch ein völliges Einver« n eß men zwischen den leiden Ländern beg e.tet wird. Was die Ll-Voot-Frage anbetrifft, so würde die öffentliche Meinung in Großbritannien unfehlbar auf der Annahme eines großen Bauprogrammes von U-Bootzerstürern bestehen. wenn das franzöfifche Programm bezüglich der U-Boote ausgeführt würde. Ein solcher R ü ° ftungStocttbetoerb muß jedoch durch ein beiderseitiges Abkommen vermieden werden. Hebe» die Einladung der russischen Regierung zu der Konferenz von Genua wird gesagt, daß die Gegenwart der wirklichen Führer Rußlands für den Erfolg einer solchen Konferenz nötig fei. Man müsse natürlich gewisse Sicherheiten haben, um mit Rußland Handel treiben zu können. Rußland müsse alle Schulden anerkennen und sich verpflichten. jede Propaganda zu unterlassen, die der Staatsform eines anderen Landes gefährlich werden könne. Die Regierung S. M. ist der Ansicht, daß auch der Friede im Orient wieder her- gestellt werden müsse, und daß zwischen Großbritannien und Frankreich auch hier ein U e herein l o m m e n getroffen werden müsse. Dieselbe Erwägung gilt für andere wichtige Fragen der auswärtigen Volitik. Die Zeit ist vorüber, da die Staatsmänner im Barnen ihres Landes Verpflichtungen qlngehen konnten ohne dabei völlige Rücksicht auf das Volk zu nehmen, deren Vertreter sie sind. Damit der ins Auge gefaßte Garantievertrag einen dauernden Wert für beide Länder besitzt, ist es nötig, daß die Demokratien des britischen Reiches und der französischen Republik sich sicher fühlen, daß sie großen Zielen unb Idealen zugeführt werden. Die Regierung S. M. ist der Ansicht, daß gegenwärtig keine Fraae besteht, die nicht in einer für beide Teile befrieotgen» den Weise geregelt werden und daß der Garantievertrag sicherlich zwischen beiden Ländern demnächst abgeschlosfen werden kann durch ein vollständiges und dauerhaftes Einvernehmen. Sie wünscht außerdem ganz besonders, daß dieses Einvernehmen zwischen Großbritannien und Frankreich. weit davon entfernt, andere Rationen auszu- fchließen, die Grundlage des Planes der internationalen Zusammenarbeit bilde, um den Frieden in ganz Europa zu sichern. Die Sätze der in dem grundlegenden Memorandum für die Wittschastskonferenz ins Auge gefaßten Bedingungen umfassen folgende einfache Vorbedingung für bieintemationaleilebereinftimmung. Alte Länder sollen gemeinsam die Verpflichtung übernehmen, sich jedes Angriffes auf ihre Bach- bar n zu enthalten. Großbritannien hofft, daß diese Verpflichtung für alle Bationen Europas ohne Ausnahme erlangt werden kann. Es fei notwendig, daß die Einteilung der europäischen Bationen in zwei mächtige Lager sich nicht durch das Fortbestehen von engherzigen Besorgnissen auf selten der siegreichen Bationen ober infolge geheimer Revanche- gehanken auf feiten der Besiegten verewige. Es ist notwendig, daß die feit dem Krieg durch die Entstehung der jungen Bationen hervorgerufene Rivalität nicht sortbestehe. und daß diese Ballonen den Weg der Zusammenarbeit und des guten Willens wählen. Es ist ebenso wesentlich notwendig, daß der Konflikt zwischen dem sozialen und wirtschaftlichen System, den die russische Revolution in großem Maße verstärkt hat, keine Besorgnis auf feiten der Rationen entwickelt. Wenn dieser nicht in Europa durch diese neue Zusammenarbeit der Stationen geregelt werde, kann der Friede nur von kurzer Dauer sein und Europa würde wiederum in eine neue Weltkrise gestürzt werden, die feine Rehabilitation ruiniere und noch größere Verzweiflung Hervorrufen Kann. [RonnefeldfsTee | «NN» aromatisch und susgleblg, billig im Verbrauch ■; Niederlagen in allen Stadtteilen Besser al« bittere handeln uZiironen]: jj?l) • c dabei billiger *3 wneppiinMole xi 3. Ä i t J »T^ '‘*-yr*^C Gietzen. VloM. 11.1 Anmeldungen 0409 LMMlucWMMlU hnnernb au baden bei «i-, dauernd zu baden bei 041» U-S-LINES M S 371V r? Antiquitäten. 509 11111H111111 i 11111111111 h 111! 111 n 111111 u 11111111 r 11111! i: 111111111 n ii 1111111! 1111111 r. si s h k 0 kb s gi ib ® aaea® behördliche Anzeigen 480B 45a 456V 4 ; fceokhion. 473B toMier 474 B KRUPPS MOTORFAHRZEUGE ■ *-HM SPAREN •* **.•>• .9 JZ'-J- !.#••. LERNEN H'jL Liimmeru.Revarat d. vtL Rudoivb. Gienen. Erst prob’», dann lob’s! 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Die Fischerei in dem Bieberbach in der Gemarkung Heuchelheim (zumeist Forellen) soll auf 12 Jahre weiterverpachtet werden. Schriftliche Angebote werden bis zum 21. Januar erbeten. Auskunft durch die urrterzeichnete Stelle. Bekanntmachung. D e t r.: Fritz-Sauer-Gedächtnissttftung. Aus den Zinsen obiger Stiftung sind am 24. Februar d. I. fünf Gaben von je 100 Mk. an Witwen im Kriege Gefallener als Beihilfe zu Erziehungskosten zu Dergeben.„ Bewerbungen sind bis spätestens 30. Januar dieses Jahres an die unterzeichnete Fürsorgestelle, Asterweg 9, zu richten. Dieben, den 5. Januar 1922. 451D StLdt. Fürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene. Dr. Frey. ■MMEK . Anfrage an: Dipl.-lng.FritzSchilling,Gießen, Frankfurter Straße 23. KttsSMel Fu^da SiK Sämtl. Maschinen für Schreiner /* Wagner Sägewerke usw- I Fabrikant: P. Jos. Mobs, Gießen Bekanntmachnng. Aach Mitteilung des Kreisgesundheitsamtes bestehen gegen den Wiederbeginn des Schulunterrichts keine Bedenken mehr. Der Beginn des Unterrichts an sämtlichen Schulen wird daher auf Montag den 16. Januar d. I. Unterricht an der Fortbildungsschule beginnt wieder Donnerstag den 19. Januar d. I. *71B Dieben, den 12. Januar 1922. Die Direktionen der höheren Lehranstalten: 3. QL: vr. Bau r. Der Vorsitzende des Schulvorstandes. J.D.: vr. S e i b. SIE DURCH ElHEH BESUCH DER PRAKTISCHER VORFUHRUHC »ES SPARHEIIERS.ORAHIER Drp Sclbfthilscverkanf Montag, den 16. Januar 1922, vormittags 11 Uhr, versteigere ich in Dieben, Deltersweg 71, auf Grund §373 HGB. auf Kosten und Gefahr dessen, den es angeht, gegen Barzahlung 8 Faß — etwa 1400 Kg. — Konsistenzfett Tropfpnnkt S5/90, Junker, 468 Gerichtsvollzieher, Giehen, Plockstrabe 4. 40-50% BRENNSTOFF KurhausHof heim i.Taunus J/»Bahnstunde von Frankfurt a.M. WinterkW Ittr Erholungsbedürftige und nervös Erschöpfte. Mäß. 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Arbeitsamt Gleiten Liebigftratze 16, Teleph. 2054. können elnnefteflt werden: ». bei biennnt Arbeitgebern: 1 Svengler, zwei Provisionsreisende, 1 Bauschlosser. 2 Kernmacher, 1 Pfetzger, 1 Buchbinder, 1 Holzbildhauer. Vcbrlinp.c: 2 Friseure, 1 Schlosser, 1 Kaufmann, 1 Schuhmacher, 1 Glaser, 1 Lackierer, 1 Uhrmacher, 1 Phoiograoh, 1 Gärtner, 1 Autoschlosser, 1 Polsterer, 1 Bilderrahmenmacher, 1 Schmied, 1 Bildhauer, 1 Steinhauer. b. bei nnSwärtigen Arbeitgebern: 2 Vrovifions- reisende, 4 Glettromonieure. 1 Wanner. 1 Steinmetz, 1 Müller, 4 Maschinenschlosser, 2 Werkzeugschlosser. 2 desgleichen für Schnitte und Stanzen, 4 Kesselschmiede. 1 älterer Bausch oster, 1 Werkzeugschleifer, 1 Schmied, 2 längere Umbro. Knechte. 6 Dreher. Lehrlinge: 1 Glaser, 1 Schmied, 1 Schreiner, zwei Friseure, 1 Schlosser, 1 Mechaniker, 1 Kellner. Es suchen Arbeit: Kattsleute. Schreiber und Peilende, Packer, HauSburschen und Ausläufer. Piaschiuenschloäer, Bauschlosser, Maurer, Wem- binder, Schuhmacher, 1 verh. landwirisch. Knecht, 2 51rankcnvsleger, 1 Sattler u. Polnerer, Backer und Metzger, mebrere Kellner, 1 Former, 1 «ung. Schmied, 2 Buchbinder. Mechaniker, 1 Wagner, 1 Schäfer, 1 verheirateter Hoimeiuer, 2 Gartner, 1 Handschuhmacher, Bergarbeiter, Autoschlotzer, 1 Installateur u.Svengler, 1 Monteur, i Dandagtck, Maschinisten und Heizer, 1 Zeichner, l Derwa ter, 1 Phoroaravb. 1 Fraser, 1 Müller, 1 Schleifer, 1 Kraftfahrer, 1 Masseur, Bauhilfsarbeiter, Erd- Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls entgegengenommen. "ebrlingc: 1 Elektromonteur, 1 Elektrotechniker, 1 Schuhmacher, 3 Autoschlosser, 1 Maschinenschlosser, Uhrmacher, 1 Schreiner, 1 Friseur, 1 Schriftsetzer. Weibliche Abteilung: Es können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: Mädchen rur tags- Über, Dienstmädchen, Lausfrauen und -mädchen für einzelne Tage, nichtige Alleinmädchen, 1 Köchin, 1 Lehrmädchen in Blumengeschäft, 1 Küchen- Mädchen. 1 Köchin lJsraeliiin). b. Ui auswärtigen Arbeitgebern: 2 landwirtschaftliche Dienstmädchen, Dterntmadchen. Allein- mäochen. Zimmermädchen. .Küchenmädchen, eine Stütze, 1 Köchin, 1 Haushälterin. Es irrten Arbeit: 2 Verkäuferinnen, 1 Flickerin, 2 Wc schfrauen, einige Laussrauen, auch für Aach- mittggsbeickästiguna, Mädchen für tagsüber, eine Biikilerin, 1 Fräulein erteilt lranzös. Unterricht, 1 Stütze, 1 Schneiderin als Beihilfe bei Herrenschneider und 1 Beihilfe bei Schneiderin, 4 Ber- käuferinnenlehrmädchen. Die Berufsberatung und Arbeits Vermittlung für Musiker findet werktags von 10 bis 12 Ubr statt. 472B Sonntag * J. B. HÄUSER, GIESSEN Neustadt 56 Rodheimer Str. 42 Spezialhandlung für Öfen, Herde u. Heizapparate. Holzversteigerung. Versteigert werden Donnerstag, 19. l.Mts., vormittags 9V< U 6 r, auf der Weihedrieschschneise im Distr. Weihedriesch 15b des Markwalds G r ü n i n g e n — D o rf- Güll beginnend, aus den Distr. Weihe- driesch 15b, 16a und b, Hardwiese 9a, Judenwäldchen 6d Echnittstämme, Eiche 2. Kl. 1 Stuck = 0 92 Fstm., Buche 3. Kl. 5 Stück = 4,41 Fstm., 4 Kl. 2 Stück = 1,28 Fstm.: Bauholzstamme Eiche 3. Kl. 1 Stück --- 0,80 Fstm., 5. Kl. 6Stuck = 2,56 Fstm, 6. Kl. 27 Stück = 9,16 Fstm, Esche 6. Kl. 2 Stück = 0,41 Fstm., Fichte 4. Kl 3 Stück = 2,96 Fstm., 5a°Kl. 17 Stuck =8,24 Sflm 5b-Kl. 86 Stück = 20,39 Fstm.: Setbitangen, Esche l.Kl. 1 Stück = 0,04 5ftm Fichte 1. Kl. 52 Stück = 4,92 Fstm., 2. Kl. 14 Stück = 0,68 Mm.: Nutzster, Elche 4,4 Am., Buche 4 2^t.: Scheiter. Buche- \ SU. 228,2 Rm., 2. Kl. 32 Rm., E l ch e 1. Kl. 1,6 Am., Fichte 2.Kl. 5,6Am.: Knüppel, Buche l38,6Rm. 1 Kl 2Rm. 2.Kl., Hainbuche 4 Am. 1. Kl., Eiche 15 4 Am l.Kl., Fichte 4,8 Am. 2. Kl^: Ast- reisig, Buche 24,4 Hdt. W., Eiche 0^6 S^t J2D., Ä eitebt5^ tT’ÄVlJ »m.'Z Dorgezeigt wird nur das Holz im Distrikt Weistedriesch Weitere Auskunft durch Herrn Schäfer zu Dorf-Güll und den Anter- Bekannrmachung. Das 1. bis 3. Ziel Gemeindesteuer vom Grundbesitz und Gewerbebetrieb für das Rechnungsjahr 1921 kann mit Rücksicht auf die verspätete Ausgabe der Steuerzettel bis zum 28. Januar d. I. ohne Kosten bezahlt werden. Diejenigen, die mit der Zahlung der genannten Steuerziele noch im Rückstände sind, werden hiermit gemahnt, bis zum 28. d. M. die vorgeschriebene Zahlung zu leisten. Am 30. Januar beginnt die Beitreibung, wobei die vvrgeschrie- benen Kosten erhoben werden. Lesen und weitergeben i ;ir Stotterer Um zahlreichen Anfragen zu entsprechen und allen Sprachleidenden muh Gießen und Umgebung Gelegenheit zur gründlichen und «lauernden ßeseTUgung ihrer Sprachstörungen zu geben, werden von dem unterzeichneten, durch seine Erfolge in ganz Deutschland bekannten Institut, dessen Verfahren von Aefzten, Behörden und Privaten glänzend begutachtet ist, besondere Kurse in Gießen veranstaltet. — Stottern, Stammeln, Lispeln. Nervosität und An-HtRefühl vordem Sprechen, Atemnot etc. werden gründlich beseitigt ohne Apparat und ohne Hypnose.- .Jeder, der stotter-frei ■In 't. Erwachsene und Kinder, auch solche, die mehrfach andere Kurse ohne Erfolg besuchten, erhalten eine fließende, natürliche Sprache. Keine Bcrursstömng. Tages- und Abendkurse. An einer tiegelgesellschast die jeden Montagabend kegelt, können noch 3 bis 4 Herren leiinehmen. Vlebbnbet wollen ihre Adresse unt. Nr. 2052 an Hcrso, M. A.-E., Plock- straste 5 ausgcbcn. 470h Kinderlose- Ehepaar MM w gegen eine Abfindung. Schrillst Angeb. u. 0433 an den Giestener Anzetg. Beleidigung gegen freie Tnrnerschaft Beuern nimmt zurück. 0450 81. Erb, Beuern, Himergasse. Mtz. 75.00 L Mk. 7.50 per 100 Gramm zahlt für 0,R Frauenhaare^ Georg Wahl, Mseur, Neustadt33. lvsr»cki«d«ns»| Näherin ß nimmt nochKundcn an. Steinstrane 35 p. r. ßiirninatrnflcidiäft gdimicötdtiiäil oii. sdiloiitrti in Gienen oder weiterer Umgegend au kauf. ob. au mieten gesucht. Schr.Ang. unt. 0415 an den G. Anz. Akin. ftniMiuiö langhaar., braun m. weist, geüern abend abhanden gekommen. (Söll. Mitteilungen nach 490 West Anl. 30, Tel. 1019. Verloren aus dem Weg von Licker Straste, Ludwigsvlatz, Löberstraste, Alicestrahe eine silberne Armbanduhr Andenken. Der ehrliche Finder wird gebeten, sie gegen hohe Belohnung abzugeben 0439 Alicestrahe 12 I. Abfahrten KUMM» Vorzügliche Reisegdegenholt ml« den fft'üßlere zwliohen Doutichland und Amorlki verkehre-don ereik oulgen und eohn->llen Doppeleonrauben - Salondampforn George Waehlngton", ..America” u. a. ab Elafen NUWenMlIri Msslattullg । n u wert Ole BtüDlldje Utim.-0rullecei. H. Eang?, ^lejen 1 WÄ ■ «W '/FWMWWMWMM -MAWWWWWW ftp Avt-Vr Neu eröffnet I M M 'H a jüks I, - I 11 w ■ y 'V-zl I U E ■'.M 4 M K ;y M M 8 ■ H ,:'yV : Seltersweg 31 (früher Central-Cafe) Verkaufszeit: W bis 6 Uhr ununterbrochen Wir* offerieren an jedermann: Klndsrschuhe 25.— Kinderschuhe 25.- Kindarschuhc s"3-^Mk. 30.- Kindarschahs sch"rz'27y3„0„Mk. 50.- Klnders$huhesch"arz'3,-v3o5„Mk65.- Klnderschuhe braun, 18—20 Kinderschuhe braun, 20—22 Kinderschuhe braun, 23—26 . Kinderschuhe brm27~^M Mk. 45.— Mk. 48.— 135.™ an Kinderschuhebraun 3,“3o„Mk 150.- OamensMi schwarz, Mk. 90-, 125.-, 175 295 Knaben- und Mädchenstiefel n-n Herrenstlefel schwarz und braun, Mk. 150 iind Schnürschuhe mit hohen u. niederen Absätzen, schwarz, von Mk. 95.—an 0RNW-SMM- und Schnürschuhe braun von Mk. 100.-a„ Damra-Lackspangen- und Schnürschuhe •.... Mk. 180.- Weik Damen-SpangenschuheMk 40.- Arhelterschuhe für Minner.. Mk. 135.-, 185-, 175.-, 195-, 225- Teurenstiefti für Herren mit Doppelsohlen Mk. 250.— und 413.— Arbeiterschuhe für Frauen Mk 75.- 85.— Artelterstictal für Frauen Mk. 125.- u„d 145- Damen-Haussdnihe . z.Mk 12.-,45.-,55.-„nd70- Damen-Lederhausschuhe Mk 85.- Herren-Lederhausschuhe Mk. 95.- 210.-, 225.-, 250 325.—, 350,— und 395 ...... von Mk. 90. an , ISO.-, 210.-, 235.-, 260.- 325-, 375.-, 425-„nd 450- Wir verkaufen hier in Gießen zu gleichen Preisen wie in unserem Schuhverkauf im Gewerkschaftshaus, Frankfurt a. M. iWlassen-SchohYerkaiW Gießen, Seltersweg 31 Frankfurt a. ZVI., im Gewerkschaftshaus. 462D