HL 240 Erscheint täglich, eefter Sann» und fyriertags, ■dt berSamstagsbeilage: GiehenerFamilienblätter »snatliche öejug»ptetft: Ulk. 102. — undMK.8.- Trägerlohn,durch dicPost Mk 125. - .auchbeiNicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech. Anschlüsse: für dieSchrift» leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Otehe«. postscherttonto: Shmtfurt a. M. 11608. Donnerstag, <2. Gktober 1922 172. Jahrgang SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen dn«r imb Verlag: Vrühlfche Univ.-Vuch- mtö Steinöruderei K Lange. Zchristleitrmg, GeschäftrsteSe und Druckerei: 5ch«Istratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 27 mm Brette örtlich 400 Pf., auswärts 500 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 1600Pf. Bei Platz. Vorschrift 20°/. Ausschlag H-nptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: >)ans Bech, sämtlich in Dießen. Reparationskommission und Markfturz. PariS, 12. Oft. (WTB.) Heber die -Beratungen des ReparattonSauSschusses über die Folgen des Marksturzes schreibt der „Petit Parisien", die Reparationskommission habe sich gestern mit einem Plane beschäftigt, den Sir John Bradbury vorgeschlagen habe und der sofortige Mahnahmen radikcllen Charakters enthält, die sehr verschieden von denen seien, von denen anläßlich der letzten deutschen MoratoriumSforderungen die Rede gewesen sei. Die Beratungen der Kommission würden heute fortgesetzt. London, 11. Oft. (Wolff.) Zum Zusammenbruch der Mark sagt die i- m e s" in einem ßeitartifel, der Schilling koste setzt 645 statt einer Mark. Bei jedem neuen Marksturz erhebe sich innerhalb und außerhalb Deutschlands die Frage, wenn der Zusammenbruch eintrete. 3n Wahrheit stehe Deutschland bereits mitten in der F i - nanzkatastrophe, deren volle Auswirkungen noch eintreten würden. Die Inflation der Währung als eigentliche Hrsache der Markentwertung könne nur zur allgemeinen Verarmung und zum Bankerott führen. Man müsse bezweifeln, ob Deutschland noch fähig sei. ohne fremde Hnterstützung der Inflation Ginhalt zu tun, die einen Punkt erreicht habe, wo eine auswärtige Kontrolle in irgendeiner Gestalt unvermeidlich erscheine. Je eher die alliierten Hauptgläubiger Deutschlands In diesem Punkt einen Beschluß faßten, umso besser werde das für Deutschland und die Welt 'm allgemeinen sein. Eine 400 Millionen Goldmark-Anleihe. Berlin, 12. Oft. Bei "ber angekündigten Notverordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung der Devisenspekulation soll es sich, wie die Blätter wissen wollen, um eine neue Devisenordnung handeln, die darauf hinausgehen soll, dah alle Devisenkäufe der Außen Handels stelle angezeigt werden müssen. Die Kontrolle soll in der Weise erfolgen, dah für jeden Devisenkaufauftrag nicht nur, wie bisher, eine Abschrift dem Finanzamt, sondern auch noch der zuständigen Außenhandels- stelle zugestellt wird, die dann über die Gültigkeit beä Kaufauftrages entscheiden soll. Die Richtbefolgung der Verordnung soll unter strengste Strafen gestellt werden. Was die Frage wertbeständiger Schahanweisungen betrifft, so liegt, wie der „Lok.-Anz." hört, dem Kabinett ein Vorschlag vor, eine wertbeständige Reichsanleihe zu schaffen, die in Stücken von 500 Mk. oder einem mehrfachen im Gesamtbeträge von 400 Millionen Goll>mark aus- gegeben werden soll. Die sogenannten Goldschahscheine sollen mit einem Zinsfuß von 4 Prozent ausgestattet und am fälligen Tage in Paviermark zum jeweiligen Kürse der Goldmark bezahlt werden. Berlin, 11. Okt. (WTB.) Das Re ichs- mi n i ft er ium befaßte sich heute mit den Maßnahmen zur Verhütung des wei- r e r e n Marksturzes. Es wurde vor allem die Notwendigkeit eines schleunigen Erlasses von Vorschriften, die die Einschränkung der Spekulation in ausländischen Zahlungsmitteln bezwecken, anerkannt. Einstimmig wurde beschlossen, dem Reichspräsidenten den sofortigen Erlaß einer Notverordnung auf Grund des Arttkels 48 der Reichsverfassung vvrzuschla- gen. Im Zusammenhang hiermit wurde die Frage der Ausgabe wertbeständiger Schatzanweisungen sowie weiterer Stützungsmaß- nahmen für die Reichsmark erwogen. Die Beratungen hierüber sollen in den nächsten Tagen fortgesetzt werden. Die Regelung der interalliierten Schulden. Paris, 12. Oft. (WTB.) Der „Reuyork Herold schreibt, die Depeschen aus Washington über die Beza hlung der interalliierten Schulden hätten einen hohen Beamten des Finanzministeriums veranlaßt, gewisse Erklärungen abzugeben, die wie folgt resümiert werden könnten : 1. Das Studium der augenblicklichen Lage in Europa. Die französische Regierung glaubt, daß Frankreich nicht imstande sei, seine Schulden gegenüber Amerika zu bezahlen, noch während der nächsten 4 Jahre die Zinsen zu begleichen wegen der Notwendigkeit, in der sich Frankreich befindet, alle seine Einnahmen für den Wiederaufbau der verwüsteten Gebiete zu verwenden. 2. Frankreich könne den Vorschlag des Senators L o d g e nicht annehmen, der darin besteht, die Barzahlungen durch neue Garantien zu ersetzen unter der Bedingung, daß der Zahlungstermin und die Zinsen endgültig festgesetzt würden. 3. Die französische Regierung suche nach einer neuen Fornrel. um das Reparationsprvblem und das Problem der Schulden zu lösen. Es liege in ihrer Absicht, dem nächsten Finanzkongreß, der am 15. November in Brüssel zusammen treten und dem Poincarö beiwohnnen werde, eine Lösung vorzuschlagen. Diese Lösung hätte zur Folge, die deutschen Schulden und die Sankttonen sowie die sonstigen Zuwendungen zu verringern und die Forderungen Frankreichs so um 25 Proz. herabzumindern. London, 12. Oft. (WTB.) Reuter teilt mit, daß die britische Regierung die nötigen Maßnahmen trifft, um am 16. Oktober der Neu- horler Dundes-Reserve-Bank 50 Millionen Dollar zu bezahlen, die die Zinsen der britischen Schulden an die Vereinigten Staaten für ein Jahr darstellen. Die Beendigung der Konferenz von Mudania. London, 11. Oft. (WTB.) Reuter meldet aus Mudania, daß die Mudania-Konferenz heute früh beendet worden sei. Es sei eine befriedigende Regelung der verschiedenen strittigen Punkte erzielt worden Die Türken hätten sowohl in der Frage der neutralen Zonen als auch in der Beschränkung der Gendarmerie nachgegri>en. Den Blättern zufolge wird amtlich mit- geteilt, daß die türkischen Vertreter das Madania- Abkonirnen unterzeichnet hätten. Die griechischen 2lbgeordneten hätten noch nicht unterzeichnet und sich wegen zweier Punkte nach Athen gewandt. London, 11. Ott. (WTB.) Rach halbamtlichen Mitteilungen weisen die 'Bestimmungen des Abkommens von Mudania gegenüber dem veröffentlichten Text einige Abänderungen aus. Es war ursprünglich vorgesehen, dah die türkische Besetzung Thraziens 30 Tage nach der Räumung beginnen sollte. Die Türien und die Griechen haben es indes vorgezogen, die erwähnte Periode auf 45 Tage festzusehen, und zwar vom Tage des Inkrafttretens des Ablommens an. Einer weiteren halbamtlichen Mitteilung zufolge wird es für unwahrscheinlich gehalten, daß die griechischen Vorbehalte ein ernstliches Hindernis für das Abkommen bilden werden, da es grundsätzlich angenommen worden ist und da das Abkommen in der Hauptsache sich auf die von Denizelos gemachten Vorschläge gründet. Der Prozeh Rathenau. Leipzig, 11 Oft. (WTB.) Rathenau- Prozeß. Zu Beginn der Sitzung des Staatsgerichtshofes teilte der Vorsitzende mit, dah der Angeklagte Warnecke auch heute unpäßlich sei. Es soll jedoch versucht werden, die Verhandlung fortzusehen. Zunächst wird der Angeklagte I l s e m a n n vernommen, wann er die Maschinenpistole .von Kern zur Aufbewahrung erhalten habe. Angeklagter: Im Mai. Ich nahm an, dah sie Eigentum einer Sturmkompagnie, also Hceresgut sei. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er nicht das Gesetz gekannt habe, wonach er der Behörde vom Besih dieser Waffe Mitteilung hätte machen sollen, erwiderte der Angeklagte, dah er daran nicht gedacht habe. Der Verteidiger Dr. Greving macht darauf aufmerksam, dah der Angeklagte erst im April aus Mexiko zurückgekehrt sei und daher über dieses Gesetz nicht unterrichtet war. Bevor die Vernehmung des Zeugen Brüdigam fortgeseht wird, erklärt der Oberreichsanwalt, daß er den Poltzeipräsidenten Ehrler, die beiden Redakteure der Frankfurter „Volt, stimme" Quint und Marck- wald sowie den Polizeikommissar Hauber als Zeugen geladen habe. Der Verteidiger ßütgebrunc bittet, den Leiter der Irrenanstalt bei Kassel, Prof. Iahrmärkter. darüber zu vernehmen, dah Brüdigam zwei Jahre interniert war und psychopathisch ein Lügner ist. Vorsitzender: Das steht aktenmähig fest. Verteidiger: Ferner lege ich großen Wert auf die Ladung des Kapitänleut- nants a. D. Hoffmann in München, der auf seinen Eid nehmen wird, daß alle Aussagen Brüdigams nicht der Wahrheit entsprechen. Vorsitzender: Hoffmann hat alles bestritten, das steht fest. Zeuge Brüdigam: Ich gettxntn den Eindruck, daß das Attentat gegen Scheidemann beabsichtigt fei, und warnte ihn. Am 12. ober 13. Juni begab ich mich zu Tillessen. Im Laufe des Gespräches fragte Tillessen: Was glauben Sie, was geschehen würde, wenn jetzt Rathenau ermordet würde? I^' sagte, dah meiner Ansicht nach sofort ©eneraulreit und bewaffneter Ausstand der Arbeiterschaft folgen werde. Weiter sagte ich: Ich rate Ihnen, lassen Sie die Sache, nehmen Sie ihre Bücher vor und studieren Sie weiter. Tillessen erwiderte: Zum Studieren habe ich keine Ruhe mehr. Wenn die Sache so aussichtslos äst, bleibt uns nichts übrig, als nach Berlin zu fahren, Rathenau eine Kugel in den Kopf zu schießen und mir eine ins Herz. Es werden die Vorstrafen Drüdi- g a m s erörtert. Er ist mehrmals wegen schweren Diebstahls, Betruges, Beleidigung, Hnterschlagung usw. mit Gesa n g n i s bestraft. Von 1909 biß 1911 war er in einer Irrenanstalt, in der Jugend in Fürsorgeerziehung. Bei der Gegenüberstellung des Zeugen mit Tillessen erklärte dieser: Es ist mir jetzt zweifeks- frei, dah Brüdigam mit einem ganz bestimmten Plnn an mich berangetreten ist, ich bin nur nicht im Klaren, ob er dazu von der Do lls stimme" oder von Franzosen beauftragt war. Gins davon kommt nur in Frage. Von einer Programmentwicklung meinerseits war keine Rede. Olur er führte politische Reden. Brüdigam gab bei seiner ersten Vernehmung vor dem Kriminalkommissar ©ebner in mehrer Gegenwart an, daß er als Spitzel zu mir kam. Brüdigam war nur zweimal bei mir. Plaah muh meine Bemerkung über Erzberger gehört haben. Plaah bestätigt, dah Tillessen sagte: Es ist mein Brüderchen, der Erzberger gekillt haben soll. Tillessen: Bei der zwetten älnterrebung hat Brüdigam uns tatsächlich geraten, ins Ausland zu gehen, aber mit der Begründung, daß wir den Bolsck^wismus bekommen würden, ilnb darauf machte ich tatsächlich die Aeuherung. die ich sehr bedauere, nämlich, dah es bann noch immer Jett träte, Rathenau zu erschießen. Oberreichsanwalt: Haben Sie diesen Spitzel engagiert ? Tillessen: Rur für das besetzte Gebiet und für die Rachrichkenabteilung des Leutnants Heinz. Es Handelte sich dabei immer um Offiziere. Die Anträge des Tberreichsanwalts. Leipzig, 11. Oft (WTB) Rach zweieinhalbstündigem Plädoyer stellte Oberreichs- anwalt Ebermayer folgende Anträge: Ernst Werner Techow wegen Mittäterschaft Todesstrafe und dauernder V^lust der Ehrenrechte, Hans Gerd Techow als Jugendlicher wegen Beihilfe 4 Jahre Gefängnis und wegen Begünstigung 6 Monate, im ganzen 4 Jahre 3 Monate Gefängnis, Günther wegen Beihilfe 6 Jahre Zuchthaus utnb wegen Begünstigung 9 Monate, zusammen 6 Jahre 3 Monate Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust, Salomon wegen Beihilfe 5 Jahre Zuchthaus und Warnecke 4 Jahre Zuchthaus, Riedrig 5 Jahre Zuchthaus, alle drei 5 Jahre Ehrverlust, Ilse- rnann wegen Beihilfe 4 Jahre Zuchthaus und wegen Begünstigung 9 Monate Gefängnis, im ganzen 4 Jahre und 9 Monate Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust, Schütt und D i e st e l wegen Beihilfe Freisprechung und wegen Begünstigung 6 Monate Gefängnis, S t e i n b e cf wegen Begünstigung und Beihilfe 3 Jahre Zuchttaus und 5Iah.e Ehrverlust, Tillessen und Plaaß 3 Jahre Gefängnis, Voß Freisprechung. Der Oberreichsancoalt erklärte, daß es sich nicht um ein rein politisches Verbrechen handele, sondern um einen reinen Mord, wenn auch politische Motive eine Rolle gespielt haben mögen. Infolgedessen habe er bei den Todes- und Zuchthausstrafen entsprechende Ehrenverluststtasen beantragt. Außerdem beantrage er die Anziehung der Maschinenpistole. Die Einziehung des Autos b antrage er noch nicht, da eine Mithilfe Küchenmeisters noch nicht festgestellt worden sei. In seinem Plädoyer führte Oben eichs- anwalt Ebermayer u. a. aus, es handle sich um eine vorsätzliche und mit ileberiegiing aus- geführte Tötung Die Täter seien Kern, Fischer und Techow, die in gemeinsamer Absicht als Mittäter gehandelt hätten. Die Beweggründe zu diesem Verbrechen nicht nur gegen den ermordeten Minister, sondern gegen das ganze deutsche Volk hätten die Angeklagten selbst bezeichnet: Rathenau war ein Schädling und Jude. Letzter Grund sei gewesen, daß, wie Techow gesagt habe, „ihnen das Geld ausgegangen sei", womit Techow, wie er näher erläuterte, die rechtsstehenden Kreise gemeint hat. Die Frage, aus welcher Psyche heraus der Mord geschh n sei. habe Rathenau nach dem Erzbergermorde selbst beantwortet. Die Stimmung der jungen Leute sei aus der Aonderung der Verhältnisse im Mittelstände und aus dessen Verelendung zu erklären. Zur Frage, ob der Mordplan aus den eigenen Köpfen der Angeklagten erwachsen sei, ober ob hinter ihnen andere gestanden hätten, deren Wertzeuge sie gewesen seien, was nach dem Rathenaumord? behauptet worden wäre, erklärte der Obcrreichsanwalt. er könne nach der heutigen Lage der Dinge diese Behauptung nicht als voll erwiesen ansehen, halte es aber für seine Pflicht, darauf hinzüweisen, daß in der Verhandlung gewisse Umstände eingetreten seien, die den Gedanken na belegten, daß politische Organisationen hinter den Tätern ständen. Bei sämtlichen anderen Taten der letzten Zeit handle es sich immer um dieselben Kreise, ja fast um dieselben Personen Es stehe fest, daß durch fortgesetzte anti- semitische Hetze die Atmosphäre geschaffen wurde, die den Mord reifen lieft. Internationale Arbeitskonferenz. Genf, 11. Oft (Wolff.) Am 12. ds. Mts. tritt in Genf der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamts zusammen, der die internationale Arbeitskonferenz vorbereitet und eine Reihe von Beschlüssen der letzten Völker- bundsversammlung zu erledigen hat. Als eine der wichtigsten Fragen steht auf der Tagesordnung die Frage der Zulassung der deutschen und eventuell der spanischen Sprache. Deutschland ist durch den Geh. Ministerialrat Dr. Lehmann und Dr. Kuttich vom Reichsarbeitsministerium und dem Präsidenten des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes Leipart vertreten. Gleichzeitig findet vom 12. bis 14. Oktober in Gens bte 10. Delegierienversammlung der internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschuh statt Die deutsche Gruppe der Vereinigung hat dazu Reic^postminister Gres- beris, den Generalsekretär der Gesellschaft für soziale Reform, Heyden, und Reichsminister a. D. Wissell entsandt An den besonderen Besprechungen, die aufterbem zwischen dem Direktor des Arbeitsamts Albert Thomas unb den hier weilenden sozial interessierten Persönlichkeiten über allgemeine Fragen der Arbeitsorganisation in Aussicht genommen sind, werden auch der preußische Wohlfahrtsminister Hirtsiefer und der Reichs- tagsabgeorbnete Ivos teilneftmen. Am 18. bs. Mts. beginnen bann die Verhandlungen der internationalen Arbeitskonferenz. Das italienische Köuigspaar in Brüssel. Brüssel, 11. Ott. (WTB.) Die „Agence Beige" meldet: Das italienische Königs paar wurde bei feinem Eintreffen heute nachmittag am Bahnhöfe von der belgischen Königs familie und den Behörden empfangen und auf dem Wege zum Schloß von einer zahlreichen Menge mit begeisterten Zurufen begrüßt. Heute abend fini>et ein Festessen statt, an dem auch die Mitglieder, das diplomatische Corps sowie andere hochstehende Persönllchketten teilneftmcn werden. 5riantschan bett Chinesen? Paris, 11. Oft. (WTB.) Nach einer Ha- tXLömelbung aus Neuhork verlautet aus Tsingtau, Japan habe beschlossen, sich zurückzuziehen und China am 2. Dezember die zivile und militärische Oberhoheit von K i - autschau zu übergeben. 2Iu& dem Reiche. Die Desoldmtgsfragen. München. 11. Oft (Wolff.) Der ständige Landtagsausschuß hat den Antrag derDayerischen Volkspartei auf vierteljährliche Vorausbezahlung der Beamtenbezüge bei äleberweisung am ein Bankkonto, die Ausdehnung der Kindcrbei Hilfe auf über 21jährige Kinder, die infolge körperlicher oder geistiger Gebrechen erwerbsunfähig fmd, sowie den Antrag der Bayerischen Volks- t-artei, der von bei- Reichsregierung rechtzeitig Vorsorge ^erlangt, baß bei der grundsätzlichen Neuregelung der Beamtengehälter im Reiche rechtzeitig eine Stellungnahme ermöglicht wirb, angeonmmen. Im ständigen Ausschuß des Landtages wurde von sämtlichen Parteien mit Ausnahme der Kommunisten ein Antrag eingebracht, durch den die Staatsregierung ermächtigt wirb, an die Bayerische Landesgewerbebank zu mäftv gern Zinsfuß em Darlehen von 20 Millionen zu gewähren mit bei Bestimmung, daß den dem Verband angeschlossenen Genossenschaften die De^ schassung von Betriebsmitteln erleichtert wird Die Versicherung der Angestellten. Berlin, 11. Oft. (WTB.) Der Reichstagsausschuß für soziale Angelegenheiten beriet über die Abänderung der Bersiche rungsgesetze fürAnge st eilte und beschloß, abweichend von der «Regierungsvorlage, eine sogenannte Rentenerhöhung (Teuerungszulagen) auf 9000 Mark jährlick für Ruhegeld und Witwengelder festzusetzen Die Steigerungsfähe werden berechnet mit einem Tausendstel vom Durchschnittsgehalte jeder Gehaltsklasfe. Sozialdemokratie und Große Koalition. Heber eine etwaige Bildung der großen Koa- litton im Reiche bemerkt der „Vorwärts" Die Haltung unsere: Partei in dieser Frage ist bekannt. Es muß aber darüber hinaus gesagt werben, baß die von der Presse der bürgerlichen Mittelparteien angewandte Methode, sie unter Druck zu fetzen, nach dem bekannten Gesetz, daß Druck Gegendruck erzeugt, nicht ungefährlich ist. Wenn bas Zentrum und die Demokrat.sche Partei das bisherige Koalitionsverhältnis nicht mehr fortsetzen wollen, so mögen sie es sagen. Ihr inbrünstiger Schrei nach der Deutschen Vollspartei fann auf unserer Seite ohnehin gar nicht anders verstanden werden Er ist das System einer Entwicklung. die über die bürgerliche „Arbeitsgemeinschaft" zum ant.soz aldemokratischen Bürgerblock führt Damit wird eine Entwicklung angebahnt, die auch viele bürgerliche Politiker für unheilvoll halten, die sie aber dennoch bewußt oder unbewußt fördern. Befreiung des Hausbrands von der Kohlen» steuer? Einer Korrespondenzmeldung zufolge lind Preuften und die süddeutschen Staa t e n beim Finanzministerium vorstellig geworden für den Hausbrand die Kohlensteuer zurückzu- vergüten. Die einzelnen Staaten gedenken, dir Angelegenheit im Reichsrat weiter zu verfolgen Der Demokratische Parteitag zur Nok der Presse. Der Demokratische Parteitag hat eine Entschließung über die Rot der Presse angenommen die lautet: „Die deutsche Presse ist in schwerster Rot. Der Parteitag der Deutschen Demokratischen Partei erblicfi darin die schwersten politischen und kulturellen Gefahren für unser Volk; denn bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage sind die Zeitungen für die Mehrheit unseres Volles nahezu die einzige politische Informationsquelle und bas hauptsächlichste Dildungs- und Belehrungs- mittel. Wird dem jetzigen Rotstand nicht alsbald Hall geboten, so schreitet der Zusammenbruch der politisch unabhängigen Presse unaufhallfam fort und die Gefahr der Korruption durch wirtschaftliche Interessengruppen oder fremdländisches Kapital wird unabwendbar. Gleichzeitig droht für die geistigen Arbeiter, besonders den Redakteur und Mitarbeiter, die Vernichtung ihrer Existenz Deshalb fordert der Parteitag. „ 1 Herabsetzung der Anzeigensteuer auf den Satz der allgemeinen Hmfapfteuer von 2 Prozent im Höchstmaß, und zwar rückwirkend vom 1. Ia- nuar 1922 an. 2. Die Bereitstellung von monatlich 75 000 Raummetern Fichtenholz zur Hersts- hing des erforderlichen Zeitungsdruckpapiers zum Preise von höchstens 3000 Mk. je Raummeter durch die Länder und Walbbefiher 3 Verstärkung ^scheinen Stuttgart. 11. Oft. (WTD.) Heute nach mittag sind hier die Staatspräsidenten, Zustiz- unb Innenminister von Württemberg, Baden und F unb ließ Trina allein mit ihren vielen Strümpfen. And die Haustüre ließ er. da man ihm den Schlüssel entzogen hatte, hinter sich weit offen Zähe, ______________ stammten seiner Zucht, die er im Hofe, zu Fräulein Schmidts Kummer, unterhielt, und schließlich hatte er Mamas Granatschmuck, der in einer vergessenen Kassette ein nutzloses Dasein führte, verkauft. Dun wollte er auch etwas von seinem Samstagabend haben. Aus Stabt und Land. Gießen. den 12. Oktober 1922. Hessen zu einer Besprechung über die Bildung eines süddeutschen Senates beim linfcrer Anzeigenkundschaft zur gefl. Beachtung. Infolge der schwierigen Verhältnisse im Zeitungsgewerbe mutz der Annahmeschluß für Anzeigen pünktlich eingehalten werden. Die Entgegennahme von Anzeigen findet bis zum Abend vor dem Aufnahmelag statt; Anzeigen für die Samstagsnummer müssen spätesten- bis Freitag mittag aufgegeben sein. Geschäftszeit von 8—12V2 Uhr und von 2—5V2 Ahr. Verlag deS Gietzener Anzeigers. Heutiger Stand des Dollars 10 Ahr vormittags: Berlin 2500—2600, Frankfurt 2550—2575 „Schiffolar alsum, Trina! Das heißt: Wohl 1 ckomm's." Er drück:? den Hui 0 *■ den Kopf Elberfeld. 11. Olt. (WTB) Elberfelder st reifende Bauarbeiter versammelten sich gegen Wittag vor dem Berlagshause der „Bergisch-Märkischen Zeitung" wegen der Deröfsent- sichung einer den Streikenden mißfälligen Notiz in diesem Blatte und verlangten das Erscheinen des .für die Doti^ verantwortlichen Lokalredak- teurs. Dieser erklärte sich bereit, mit einer Ab- abschieden, sagen wir nicht adjes, sondern Frieden über dir." „Das wird was Schönes sein. Wo liegt es denn?" fragte Trina. „In der Rue Woiwoda. Die gibt es nicht? Ihr habt ja alle keine Ahnung vom Leben, und Sie täten auch gescheiter, statt Strümpfe zu stopfen, in die Rheinanlagen zu gehen und dort wertvolle Bekanntschaften anzuknüpfen." Aber daran hatte Trina nun mal „keinen Spaß". Don den Rheinanlagen hatte sie die Rase doll, denn dort hatte sie ja jenen Herrenschneider kennen gelernt, mit dem sie so hereingefallen war. Der mutzte auch immer in diesen miserablen Cafös herumfiyen, das „falsche Luder". „Dun, dann kann ich Ihnm auch nicht helfen," sagte der Lümmel. Er hatte einen tatenreichen Tag hinter sich, hatte Tante Betty, die alles von Berlin kommen ließ, ihre Kiste in der Mainzer- Straße ausgetragen, was er sich gut bezahlen ließ, hatte Lutz einen Dries „Nixe Hauptpost-- lagernd" abgeholt und der Kolli«, „ErnstsSchwiegerpanther". den Kleiderschrank mit dem Dietrich kunstvoll geöffnet, denn die Rheinauer Schlosser zeichneten sich dadurch aus, daß sie nie kamen, wenn man sie rief. Dann hatte er zwei Kaninchenfelle in der Goldgasfe bei seinem Freund Levy zähe, aber mit Gewinn verhandelt. Sie ent- ordnung der Streikenden zu verhandeln und eventuell eine von ihnen gewünschte Darstellung des Falles zu bringen. Damit nicht xufrieöeen, drang eine große Menge Streikender tn das Verlags- tzaus ein und mtßhandelte die Mitglieder der Redaktion und des Derlags, die sich ihnen entgegenzustellen suchten und zur Der- nunft mahnten. Der Lokalredakteur Fischer wurde unter Mißhandlungen aus dem Hause geschleppt. Der Polizei gelang es erst nach einiger Zeit, die Demonstranten zum Auseinandergehen zu veranlassen. Die Besteuerung der Ausländer. Berlin, 11. Oft. (Priv.-Teg.) Dach einer Meldung des „Lok.-Anz- aus Halle hat die thüringische Regierung die Erhebung von b e t r ä ch tlichen Steuern für Ausländer, die sich in Thüringen auf halten, beschlossen. Ein Aufenthalt von mehr als drei Tagen kostet einen Amerikaner 2—4 Dollar, bis einen Monat 4—10 Dollar, bis 6 Monaten 20 bis 30 Dollar, über 6 Monate 30—60 Dollar. Angehörige anderer Länder, deren Daluta ungünstiger ist. zahlen entsprechend niedrigere Gebühren. Der süddeutsche Senat beim Staatsgerichtshof. Das Notgeld als vollgültiges Zahlungsmittel. Der Neichsfinanzministerhatlaut „Dvss. Ztg." zur Milderung der Zahlungsmittelnot verfugt, daß die Regierungshaupt k a s s e n und deren Sonoerkassen auch das von den Städten und größeren Werken ausgegebene Notgeld als voll- zwischen den Buden auf und ab und bewarf sich mit Konfetti, das Weihnachtsfest brachte festliche Dorbereitungen und Familiendiners. Fastnacht Bälle und Maskeraden, und dem Ofterf-'ft folgte der rheinische Sommer mit seinen warmen, milden. Hellen Dächten, den Ausflügen in den Taunus' und Kollin spendierte Wagenfahrten. Es roar immer etwas „los". Dur Liane blieb lieber lesend auf dem Diwan liegen Man kann den Menschen ja nicht zum Vergnügen zwingen. An den Opernabenden, sobald sich die Haustüre hinter ihrer Mutter geschlossen hatte, ver- schivand auch Liane: sie nahm einen Wagen am Dahnhof und ließ sich durch die Kurhausallee zu ihrer Freundin fahren, und der Lümmel benutzte die Gelegenheit, das Cafe Alcazar zu besuchen in dessen türkischen Gemächern Dauchtänzerinnen ihre Künste Preisgaben. Er hatte den Manager aus der Diersteiner Kirmeß kennen gelernt. Er betrieb die Beschleunigung des Abendessens, begab sich in Hut und Mantel selbst in die Speisekammer und holte einen Laib Brot, eine Wurst und die Butterdose. „Dringen Sie wat Bier Trina, ich habe Eile, wichtige Geschäfte rufen mich." .Ach ja, würden Sie lieber Ihre Aufgaben machen." sagte Trina, die bei der einsamen Lampe im Badezimmer sah und Sttümpfe stopfte. „Was haben Sie denn davon?" „Davon verstehen Sie nichts. Trina. Ich sehe dort die „schwitzende Säule", „das kalte Fenster" und andere Dinge, derentwegen der alte Erker erst nach dem Orient gondeln h ■' -<-r. . Tüt in aus dem Tfchibuk, r.n ** Amtliche Personalnachrich- t c n. Ernannt wurden am 3. Oktober: der Architekt Christian Le ich um, der Architekt Ernst Schuchardt, der Ingenieur Georg Schuchmann, der Kunstgewerbler Willy Woelke zu Gießen zu Fachlehrern an der Fortbildungsschule zu Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 ab. ** Die Einreichung der Wahlvorschläge für die Stadtverordnetenwahlen betrifft eine Bekanntmachung des Oberbürgermeist ers in unserem heutigen Anzeigenteil. Wir machen hiermll auf die Veröffentlichung besonders aufmerksam. ** Die Gebühren der Dauschäher in BrandversicherungSangelegen- heiten. Das Ministerium des Innern hat bestimmt, daß mit Wirkung vom 1. September 1922 an bis auf weiteres den Bezügen der Dau- schäher in Drandversicherungsangelegenhellen eine erhöhte Taggebühr einschließlich Teuerungszuschlag von 500 Wk. bei mindestens achtstündiger Arbeit und bei Arbeit von geringerer Dauer die Hälfte dieser Gebühr zugrunde gelegt wird. ** Umtausch von Dordrucken mit Wert stempel und nachgeklebten Germaniamarken. Durch Verfügung ist nachgegeben worden, daß in den Händen der De- Völlerung befindliche Postkarten, Kartenbriefe. Briefumschläge und Streifbänder mit eingeprägtem Germania-Wert stempel auf» gebraucht werden dürfen, während die Germaniamarken mit Ablauf des 31. Oktober ihre Gültigkeit verlieren. Es hat sich herausgestellt, daß Einzelpersonen und Firmen noch im Besitze von Postkarten, Kartenbriefen. Postanweisungen. Briefumschlägen uyd Streifbändern mit emgeprägtem Wertstempel und nach- geklebten Germaniamarken sind, die sie bis Ablauf des Oktobers nicht aufbrauchen können, ihn auf alle Fälle bie Germaniamarken mit Ende Oktober aus dem Verkehr zu 6ringen, wird der Bevölkerung gestattet, diese Vordrucke mit nach- geflehten Germaniamarken bis Ende Oktober gegen andere Postwertzeichen im Betrag des Wertstempels und der nachg^klebten Germaniamarken am Po st schal ter umzutauschen. Soweit aus dem Aufdruck der Vordrucke zu ersehen ist, daß ihr Käufer Papierzuschlag bezahlt hat, ist dieser mitzuvergüten. Aber auch in solchen Fällen, in denen Vordrucke ohne einen auf Papierpreiszuschlag hinweisenden Aufdruck zum Ämtausch vorgelegt werden, kann der Zuschlag an Marken auf Antrag vergütet werden, wenn der Antragsteller erflärt, beim Ankauf den Papierpreiszuschlag bezahlt zu haben. ** Die leere Postkarte 60 Pf g. Die Preise für Vordrucke des Post-, Postscheck- und Telegraphenverkehrs sind soeben erhöht worden. Da sie vom 1. Oktober an gelten sollen, so ist nicht recht ernzusehen, was mit den an den drei ersten Tagen des Monats verkauften Vordrucken geschehen soll. 60 Pfg. kostet jetzt eine Postkarte ohne Marke, eine Paketkarte, Postanweisung, Post- auftrag zur Annahmeeinholung und eine Zahlkarte. 1,20 Mk. kostet eine Doppellaute, also ein Postauftrag zur Geldeinziehüng, zum Postprotest und für Nachnahmen. Der Preis einer Zustellungsurkunde beträgt 1 Mk., der für einen Postkreditbrief 30 Mk., während bei bem Posteinliefe- rungsbuch das Blatt jetzt mit 50 Pfg. berechnet wird. 3m Postscheclverkehr kommen Doppelkarten ebenfalls auf 1,20 Mk., 100 Stück Lastschriftzettel über Einlieferungsbescheinigungen 30 Mk., 50 Gutschriftzettel für bieAngestelltenversichcrung 15Mk.. ein Scheckheft mit 50 Blättern, 1OOZahlungsanweisungen und ehr äleberweisungsheft mit 50 Blättern Staatsgerichtshofe des Deutschen Reiches zusammengekvmmen. Man war sich einig in dem Wunsche, daß demnächst eine gemeinschaftliche Besprechung der Iustizminister Württembergs. Bayerns, Badens und Hessens mit dem Reichsjustizminister stattfinden solle. sowie 100 ErsatzüberweiI ungen je 70 Mk Jeder Scheckbriefumschlag stellt sich auf 1 Mk. Das Ziele» graurm-Auigabeheft mit 100 Stück kostet 85 Mk.. das für gestundete Telegramme und für die Börse mit 50 Stück je 70 Mk. 25ornat»zen. — Tageskalender für Donners» tag. Astvria-Lichtspiele, ab heute: „ImKampfe gegen llcbermadjt“ und „Der maskierte Reiter", 3. und 4. Teil. — Palast-Lichtspiele: „Der Rat der Sünde" und „Tippelaule im Panoptikum". — Eine öffentliche Mieterversammlung findet am Freitag, den 13. Oktober, tm Kath. Vereinshaus statt. Näheres ist im heutigen Anzeigenteil enthalten. — Der Deutsche ©eeöerein, Ortsgruppe Gießen, hält morgen nachmittag 5*/z injr im „Augustiner" eine Hauptversammlung ab. (Siehe Anzeige.) — Der Radclub Germania-Gießen feiert am Samstag, 14. Oktober, in der Turnhalle am Oswaldsgarten sein alljährliches Winterfest verbunden mit Radreigen und Kunstfahren aller Art. Das bekannte Kunstfahr- Quartett des Rabfahrvereins Wetzlar hat seine Mitwirkung zugesagt. Alles Nähere besagen die Anzeigen. Wettervoraussage für Freitag: Meist Heller. Debelbildung, trocken. Tempera» tuten unverändert. Der Luftdruck ist allgemein gestiegen. Ein Teilhoch liegt über Süddeutschland. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 9. Olt. Gestern abend fand im Saale „Zur Deutschen Eiche" ein Kon» z e r t. ausgeführt vom Gernhardtschen Zither» und Mandolinen-Chor Gießen. unter Mitwirkung des Gesangvereins „Arion" dahier, sowie der Konzertsängerin Fräulein Pfaff aus Gießen statt, welches recht gut besucht war. Musikstücke, Einzelgesänge und Mannerchöre wechselten einander ab. Der Zither- und Mandolinen-Chor, unter der trefflichen Leitung seines Dirigenten Gernhardt, bot recht Schönes. Fräulein Pfaff erntete durch ihre schöne, klare und geschulte (Stimme reichen Beifall und mußte sich zu Einlagen verstehen. Der Gesangverein „Arion", unter der Leitung seines langjährigen Dirigenten D i k 0 l e i, trug fünf Chöre vor, die recht gut zu Gehör gebracht Und durch reichen Beifall belohnt wurden. Sämttiche Mitwirkende setzten alles daran, Vorzügliches zu leisten, und die Erwartungen der Zuhörer wurden vollauf befriedigt. △ Klein-Linden, 10. Oft. Die Deutsch» Amerikanerin Margarethe Vinel aus Neu- York, welche mehrere Wochen bei ihren hiesigen Verwandten zu Besuch weilte, hatte dem Gesangverein „Eintracht" wiederholt ihre Anterstühung zuteil werden lassen. Als sie dieser Tage von der allen Heimat Abschied nahm, brachte ihr der Gesangverein ein Ständchen dar unb überreichte ihr, der Freundin des deutschen Liedes, eine Ehrentafel mit der Ernennung zum Ehrenmitglied des Vereins. * Alten-Duseck, 10. Oft Nächsten Sonntag veranstaltet der hiesige Obstbauverein zum Zwecke der Hebung des heimischen Obstbaues eine Ausstellung örtlicher Obstsorten. Am Abend vorher hält Gartenbauinspektor Neutsch- Friedberg einen Vortrag über Obstbau. * Queckbvrn, 9. Oft. Dieser Tage erwarb die Gemeinde das mitten im Dorfe gelegene Albertsche Anwesen für die Summe von 400 000 Mk. Die Gemeinde will darin das Fasel- Vieh unterbringen und für eigene Rechnung verpflegen lassen. — Am 11. November geht außerdem das vor drei Jahren erworbene A n w e s e n des Georg Herzberger in den Besitz der Gemeinde über. Kreis Schotten. Laubach. 9. Oft Der Architekt Otto Schmidt von hier hat bei de Haltestelle „Lauba cher Wald" (Bahnstrecke Hungen- Mücke") zwischen Laubach und Freienseen, an der Kreisst r. Gonterskirchen—Freienseen, ein Sägewerk nebst einer Bauhütte errichtet. Außerdem beabsichtigt er, an dieser Stelle ein Wohnhaus nebst Stallung zu errichten. Die Industrieanlage hat sich sehr gedeihlich entwickelt. — Die hiesige „Konzert - und Vortrags- Vereinigung" hatte seit Beginn des Weltkrieges ihre Deranstattungen, die sehr viel Anklang gefunden hatten, eingestellt Jetzt hat man beschlossen, im kommenden Winter wieder eine Reihe von Konzerten und Vorträgen zu veranstalten. Als Lokal für die Veranstaltungen hat der Graf zu Solms-Laubach den großen Saal im Die Herweghs. Eine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill 13. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Als Frau von Herweghs erstes Stubenmädchen tn OJlrotoo sie fragte, wie man Betten mache, hatte Frau von Herwegh erwidert, „das weih ich nicht, ich war noch nie Stubenmädchen". Diese neue Mama war einfach köstlich ilnb so lustig und urgemütlich was es bei ihr. Die Theaterabende hatte man so eingerichtet, daß die Generalin, die phantastische Zauberrnär- chen bevorzugte, in „Oberon" in neuer Ausstattung ober „Die Königin von Saba" mit Frau von Herwegh ging, währenb zu den Schauspielen sich Fräulein Schmidt Liane anschloh, die Opern wie „Lohengrin unb derartige Maskeraden" verab scheute. Da zu diesen Abonnementsabenben nun auch diejenigen der Kollins dazukamen, so war einem weitgehenden Theaterbedürfnis Rechnung getragen, und wer die Telephongespräche, die zwischen den Familien Herwegh. Kollin und General Lud- wig«s hin unb her gingen, belauscht haben würde, hätte geglaubt, daß sich das Leben in der Mainzer Straße hauptsächlich um Vorstellungen im Opern- und Schauspielhause drehte. Im Sommer kam das Residenztheater mit neuen Operetten dazwischen — Zirkusse unb Kurgarteilseste mit Feuerwerk und doppeltem Orchester, oder Rheinfahrten mit dem „Fceßschisf", im November der AndreaSmarkt mit Lachkabinetten und Schieße hüben, Karussells und frischgebackenen Wissel n, die herrlich im Freien schmeckten. Mnn ic.Tiix-rie 1 Halen die Ziffern ber Nummer einen anderen I Schnitt als bei der ersten Serie. Der Fünftausender. In der nächsten Zeit werden Reichsbanknoten zu 5000 Mk. in den Verkehr gebracht werden. Sie sind 130 x 90 Millimeter groß. Das Papier, auf das sie gedruckt sind, ist gelblich unb hat ein Helles Wasserzeichm Die Vorderselle zeigt links einen etwa 23 Millimeter breiter Streifen, an dessen oberem unb unterem Ende je ein Reichsadler in blauci Farbe mit blauschraffierter Umrandung auf graugelbem Hintergründe gedruckt ist. An diesen Streifen schließt sich nach rechts das Hauptbild an. Es ruht auf einem 10 Zentimeter breiten, in geCbgrauer Farbe gehaltenen guillochierten Hintergründe, ber die Note zum oberen und unteren Rande hin völlig bedeckt, während an der rechten Schmalseite ein etwa 7 Millimeter breiter unbedruckter Streifen verbleibt. Die Rückseite hat links einen etwa 7 Millimeter breiten, unbedruckten Rand. An diesen schließt sich der guillochierte Hintergrund, in seiner Ausdehnung mit dem der Vorderseite sich deckend, an. Er besteht aus einem zwievelförmigen, sich gleichmäßig wiederholenden Muster in blaugrauer Farbe. In seinem unteren Teil tritt die hell- geranbete Zahl „5000“ hervor. ber RückvorgütungSibasse aus den Sähen über Maßnahmen gegen die wirtschaftliche Notlage der Presse. 4. Scharfe Uebertoadjung der Ausfuhr »vn Zellstoff und Druckpapier. 5. Aushebuna des Einfuhrzolles für Zellstoff." Di«. »Hamburger Nachrichten" für Düsseldorf und Duisburg verboten. , &ad „B. T." meldet, sind die „Hamburger Nachrichten von der belgischen Militär-- behorde für Düsseldorf und Duisburg für immer verboten worden. Die Einweihung eine« Nordosthafens in Kiel. Kiel, 11. Oft (WTD.) Heute mittag erfolgte im Beisein der Vertreter des Ministeriums, des Onner» und Handelsministeriums sowie zahlreicher geladener Gäste die Einweihung des im Nordostseekanal gelegenen Nordhafens der Stadt Kiel, sowie des aus dem dortigen Hafengelände errichteten Getreidesilos. Nach Ansprachen über die Bedeutung des Hafens für die Stadt Kiel in seiner Umstellung auf einen Handelshafen und über die Entwickelung seines Baues wurde ein Nundgang unternommen. EtrelkauSschreitungen in Elberfeld. Ernsts Praxis hatte sich allmähllch ausge« baut Es gab in dieser Stabt eine Menge wohlhabender Witwen, die sich das Jahr hindurch meist auf Reisen befanden unb nur heimzukehren schienen, um bie Maifestspiele mitzumachen. Diese hatten ihren Weg zu Herweghs Bureau gefunden. Es gab keinen liebenswürdigeren Berater wie Herwegh. Er war so recht das Gegenstück zu bem groben Husti-rat Ehrlich, ber einen nie ausreden ließ, ilnb er legte einem bas Geld außerdem besser an wie irgendein Bankier. Man bekam fünf bis sechs Prozent bei Herwegh. Er hatte immer Hypotheken auf Goldenbergsche Häuser zu vergeben, denn diesem fiel es nicht ein, sein Geld auf Häusern rosten zu lassen. Häuser in ber Kochbrunnenstraße waren Gold wert unb bie Witwen scheuten auch vor einer dritten Hypothek nicht zurück, wenn ihnen Herwegh dazu riet So war eines Tages Frau Adelheid Rumpf, bie Cellotante, in Herweghs Bureau erschienen Reich geizig, gichtig, m helle Mäntel gepreßt auf dem Kopf einen turbanartigen Kopfputz, der jnii Federn ober Reihern geschmückt war einen steifen, feisten Mops an ber Leine führend, begegnete man ihr überall, auf der Promenade, in ben Caf4s, im Kurgarten unb Theater. Sie kam in einer diskreten Angelegenheit. (Fortsetzung folgt.) / gültiges Zahlungsmitte l annehmen müssen. Verlängerung der Hcrbftferreu wegen Einbringung der Ernte. Das Landesamt für da- Bildungswesen veröffentlicht folgenden Erlaß an die Ortsschulvorstände, die Kreisschulämter unb bie Direktionen ber höheren Schulen: Infolge des schlechten Wetters ist es vielfach schwierig, die Ernte rechtzeitig ein ^u = bringen. Wir ermächtigen daher die Schulvorstände, die H e r b st f e r i e n um eine Woche zu verlängern. Um eine Schädigung des Unterrichts zu vermeiden, sind jedoch je drei Tage an ben Weihnachts- und den Osterferien zu kürzen. Die Schulvorstände haben ihre Beschlüsse auf Verlängerung ber Ferien alsbald bem Kreisschulamt mitzuteilen. Die Direktionen der höheren Schulen unb bie Leiter der höheren Bürgerschulen sind ermächtigt, bie gleiche Ab- änberung der Ferienorbnung anzuordnen, wenn sie an der Volksschule des betreffenden Ortes vorgenommen wirb. Die Gebühren für die Kreis- Baubesichtigung. Das Kreisamt bringt im neuesten Amtsverkündigungsblatt eine Kreissahungzur öffentlichen Kenntnis, in ber die Gebührensätze für bie Dauaufsicht burch die Ober- Bausekretäre geregelt werben. Danach haben bie Bauherren für die baupolizeiliche Tätigkeit der vom Kreis bestellten Techniker an bie Kreiskasse zu zahlen: Für Besichtigung eines Wohngebäudes, eines Neubaues ober einer Hauptveränderung mit allen Feuerungsanlagen: 1 Mark für jedes angefangene 1000 Mark Dau wert, jedoch mindestens 25 Mark. Für Besichtigung eines Neubaues ober einer Hauptveränderung ohne Feuerungsanlage, sowie anberer genehmigungspflichtiger Bauten jeder Art: 1 Mark für jedes angefangene 1000 Mark Bauwert, jedoch mindestens 20 Mark. Für bie ilntersuchung ober Besichtigung einer neu errichteten ober wesentlich veränberten Feuerungsanlage 25 Mark, für jede weitere in bem- fetben Gebäude gleichzeitig besichtigte Feuerungs- anlage je 10 Mk. Für Absteckung einer Baufluchtlinie sowie für jede weitere für notwendig gehaltene Besichtigung eines Bauwesens vor unb nach der Rohbau- abnahrne, mdbefonbere für jede Nachbesichtigung, bie zur Feststellung erforderlich wird, ob früher Vorgefundene Umstände beseitigt sind, in allen Fällen ohne ilnterschieb des Dauwertes 25 Mark. Das Sammeln und die Behandlung der Bucheckern zur Oclgewinnung. Die Bucheckern sind jetzt soweit herangereift, daß bereits allenthalben mit bem Sammeln dieser wertvollen Oelfrüchte begonnen wirb, unb nun in ben nächsten Wollen diese in unserer fettarmen Zell doppelt willkommene Gabe ber Natur eingebrächt werden kann. Fünf Pfund Bucheln geben gut einen Schoppen vortreffliches Speiseöl, bas bekannttich zur Zell einen Wert von über 200 Mark hat. Es gilt nun, in den nächsten Wochen die Bucheln möglichst reichlich in guter Beschaffenheit einzubringen, wozu ja bieses Jahr bie Wälder ohne Beschränkung geöffnet sind, vorausgesetzt, bah bie Anorbnungen der Fvrstbehörden beobachtet werden. Das Sammeln kann durch Auslesen mit der Hand ober durch Zusammenkehren ber abgefallenen Bucheln erfolgen. Das Auslesen ist zwar mühsam, liefert aber bie reinsten Bucheln unb erspart die spätere Reinigung. Das Sammeln sollte möglichst an trockenen Tagen unb auch an biefen erst erfolgen, wenn ber Tau abgetrocknet ist. Zu Hause müssen alsbann bie kostbaren Früchte gut getrocknet werden. Die ijad> dem Schlagen in der Oelmühle zurückbleibenden Oelluchen liefern gutes Schweinefutter. Selbst bie Hühner fressen diese immer noch fettreichen ilebcrbleibfel mit Vorliebe. Neue Reichsbanknoten. Eine neue Sorte Tausender. Von der Reichsbanknote zu 1000 Mk. mit bem Datum vom 15. September 1922 wirb demnächst eine 2 Serie ausgegeben werden. Sie unterscheid sich von der bisher aus- gegebenen Serie durch folgende Merkmale: Sie ist auf gelblichem Papier mit hellem Wasserzeichen gedruckt. Das Wasserzeichen besteht aus sphärischen Dreiecken, welche die ganze Note in regelmäßiger Anordnung durchziehen unb dadurch gekennzeichnet sind, daß senkrecht zum kürzesten Schenkel jedes Dreiecks eine kurze Linie in die Fläche des Dreiecks hineinragt. Infolge der' geblichen Tönung des Papiers ergeben bie Farben, in denen bie Note gedruckt ist, eine etwas andere, und zwar lebhaftere Wirkung Die Nummer in ber linken oberen Ecke ber Vorderseite ist in roter Farbe gedruckt; auch ■Jkrflaner Darr" tut Tkrttigimq geftefft — an* QSeretnigun g ehemaliger Schüler und Lehrer des Gymnasiums Fridericianum hat beschlossen, den gefallenen einstigen Angehörigen des Gymnasiums ein Ehrenden k- m a l Mi errichten. 3n einen Basattblock aus der Südseite des Rarnsbergs soll eine guheiserne Tafel mit den Namen der gefallenen Helden eingelassen werden. Starkenburg und Rheinhessen. Alzey, 11 Oft (Wolff., Heule früh entgleiste auf dem hiesigen Bahnhof bei der Aus- ftchtt ein Wagen des Personenzuges Nr. 1838 der Strecke Alzey-Worms. Dabet wurde ein Wagen des Zuges zertrümmert Drei Personen (zwei Herren und eine Dame) wurden getötet eine Frau und zwei Kinder schwer und sechs Personen leicht verletzt Ueber die Ursache des Unglücks ist noch nichts festgestellt. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 11. Ott. 3n einer Bedürfnisanstalt am Friedberger Tor schoß abends nach kurzem Wortwechsel ein bisher un- bckannter Mann einem anderen mit einem Revolver in den Hals. Trotzdem dem Borgange -ahlreiche Zeugen beiwohnten, entkam der 2 a t e r in dem Trubel. — Die nächtlichen Ucberfälle in den Straßen der Stadt mehren sich in unheimlicher Weise. So wurde in der vergangenen Nacht ein Meßgast aus Holland von zwei Burschen in der Nähe des Bahnhofsplatzes überfallen und seiner Barschaft beraubt. - 3n der Niedenau überfiel man einen Mann und nahm ihm seine Wertsachen ab. H Marburg. 11. Oft Hier hat sich ein besonderer Ausschuß zur Linderung der W i n t e r n o t gebildet. Alle in Betracht kommenden Kreise werden ersucht vorerst einen einmaligen Stundenverdienst für diesen Zweck der Nächstenliebe zu opfern. Hessischer ßanbgemeinbetag. (Eigener Bericht des Gieß Anz.) fpd. Frankfurt a. M., 11. Oft. 3m ^Löwenbräu" trat heute unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Alexander - Gonsenheim der H e s- sischc Landgemeindetag zu seiner dritten Tagung zusammen. Der Besuch war aus allen drei Provinzen ein erfreulich guter. Namentlich war die Provinz Oberhessen stark vertreten. Das Ministerium des Innern hatte zu Sen Be- ratungSgegenstonden über die Finanznot der Gemeinden" trotz dringlicher Einladung keine Folge geleistet bzw keinen Vertreter entsandt. Das wurde von der Versammlung lebhaft kritisiert und alS eine Nichtachtung der Landgemeinden empfunden, die man sich nicht gefallen lassen dürfe. Bürgermeister N i e p o t h - Schlitz forderte in seinem Vortrag über die Finanznot der Gemeinden eine gerechtere Verteilung der aus dem Ausgleichsfonds zur Verfügung stehenden Gelder. Eine Abordnung der Landgemeinden soll beim Ministerium dochin vorstelllg werden, daß die Landgemeinden zu den Beratungen über das Landessteuergeseh mit hinzugezogen werden. Gröhes 3nteresse brachte man den Ausführungen des Oberforstrates Meyer und des Fovstrats Hesse über die Wah l von Vertretern der wa ldbesihen den Gemeinden zum Fvrstarbeitsamt entgegen. Dieses Amt hat bisher im engsten Einvernehmen mit den Vertretern der Arbeitnehmer und den Behörden wie auch den Gemeinden gearbeitet damit anerkennenswerte Erfolge erzielt und viele' aufkeimende Mißhelligkeiten im Keim erstickt. Es handelt sich in der Hauptsache darum, daß den Arbeitern der Waldgemeinden, wie auch der Privattvaldungen, gleiche Löhne wie den staatlichen Waldarbeitern gegeben werden. 508 waldbesiyende Gemeinden Hessens oder 88 Prozent haben bereits gleiche Sätze wie die Staatsfvrstverwaltungen. Es wurde aber auch darauf hingewiesen, daß es ein Irrtum fei, wenn man meine, grober Waldbesih könne die finanzielle Notlage der Gemeinden lindern. Heute verschlängen die hohen Löhne und die Abgabe billigen Holzes an die Ortsbewohner sehr erhebliche Gummen, sehr oft die ganzen Einnahmen. In einem weiteren Vortrage wurde für die Erledigung der wachsenden und zeitraubenden Dienstgeschäfte für die Reichsfinanz- verwaltung eine angemessene Entschädigung gefordert Andere Neferate beschäfttgten sich mit der ,Derwaltungsrefvrrn". der Prüfungsordrrung für die Beamten der Landgemeinden, dem Urlaub der Gemeindebeamten und weiteren Fragen mehr interner Natur, wobei aus der Mitte der Versammlung vielfach recht beachtenswerte neue Vorschläge gemacht wurden 3n Verbindung mit dem Landgemeindetag hielt der Landesverband hessischer Bürgermeister seine diesjährige Hauptversammlung ab. 3n dieser Tagung wurden vorwiegend geschäftliche Angelegenheiten besprochen und Wünsche und Anregungen aus der Mitte der Versammlung erledigt Die Vorstandswahl wurde zurückgestellt. da man erst Fühlung mit der hessischen Arbeitsgemeinschaft nehmen will. Landwirtschaft. na. Don der mittleren Lahn, 11. Olt. Nachdem mit Ende letzter Woche die Obsternte ihren Abschluß gefunden, haben gröbere Verkäufe an Aepfcln und Dirnen eingesetzt. Für Kelterobst werden jetzt durchschnittlich 300 Ml. für den Zentner gezahlt' Wirt- schafts- und Tafeläpfel erzielen je nach Sorte 400—5A0 M? der Zentner. Gerichtssaal. Hamburg, 11. Oft. Das hiesige Schwurgericht hat den Heizer Darthowiak und den Heilmagnetiseur Wilm wegen der Ermordung und Beraubung des Weinhänd- lers Magnus und seiner Tochter z u m T o d e verurteilt. sch ^tntirn richten. Berlin 11. Oft. (WTD > Die Kollegge l de r und sonstigen Gebühren an den Universitäten und Technischen Hochschulen Preußens wurden etwa auf das Dreifache erhöht. Die Gebühren der ausländischen Studierenden wurden aus eine der M a r k e n t - Wertung entsprechende Höhe gebracht. Gleichzeitig mit der Gebührenerhöbung wird die bisher an den meisten preußischen Universitäten bestehende Honorar st undung in einen von der Oeffenttit/teii, namentlich von der Studentenschaft, gewünschten Gebührenerlaß umge- wandelt. Nach dem neuen Gebühreneri.rhfystem wird ein wesentlicher Teil der begabten und minderbemittelten Studenten ganz oder teilweise von den Hochschulgebühren befreit werden können. ' Friedberg, 10. Oft. In der geheimen Stadtverordnetensihung vom 5. Oktober wurde Professor Dr. Schäfer zum Direktor des Polytechnikums gewählt. Kirche unb Schule • Erledigte Schul stelle. Erledigt ist eine Lehrerinnenstelle für eine evangelische Lehrerin an der Dollsschule in Nidda. Kunst und Wissenschaft. fpd. Frankfurt a. M., 11. Oft. Durch zwei besonders große Schenkungen war es der Senckenberg-Gesellschaft möglich, einen Saal mit Schränken für die Schausammlung der Reptilien, Amphibien und Fische aus- zustatten. Die Hauptbereicherung des Museums bedeutet in jüngster Zeit die von dem bekannten Afrikaforscher Prof. C. G. Schillings hinterlassene sehr große Sammlung afrikanischer Säuge- tierbälge und Skelette, die von Geheimrat R. v. Passavant-Gontard unb Generalkonsul H. v. P a s s a v a n t geschenkt wurde. Ferner erhielt die Insettensammlung erheblichen Zuw.ichs durch Zuwendungen von Dr. Th. Lehmann, Prof. Seih und Günther Hecht (letzterer exotische Käfer). Dr. Arthur von Gwinner- Derlin bereicherte das Museum durch prachtvolle mineralogische und paläontologische Schaustücke. Die Firma Leopold Cassella u. Co. stellte hohe Mittel bereit, damit die Veröffentlichungen der Senckenberg-Gesellschaft weiter erscheinen können. • Vermischtes. wd. Godesberg, 11. Oft. Die Einrichtung öffentlicher Wärme st üben beschlossen die ©emeinbehertreter von Godesberg. Zunächst sind dafür die Wartehalle an der Rhernallee und der Sitzungssaal des Rat- Hauses in Aussicht genommen, je nach der Zahl der Besucher auch weitere Räume. Heidelberg, 11. Olt. Hier wird der Dau sämtlicher städtischen Sauten toegen Geldmangel eingestellt. Es wird sogar der Gedanke eines Verkaufs von Häusern oder Baumaterial in Erwägung gezogen Umea (Schweben), 11. Oft. (WTB.)Die Papierfabrik unb Sägewer ke in Klemensnaes brannten gestern nacht nieber. Der Schaben wirb auf 1 V2 Millionen Kronen geschätzt. Handel. Dom Sisenerzban im Lahn- unb Dillgebiet. 3m Sep t e mber blieb die Nachfrage nach Roteisenstein gegenüber dem Monat August ziemlich unverändert. Die Lage der Bergbaubetriebe verschlechtert sich aber insofern, als die ungeheure Preissteigerung der meisten Materialien, welche weit über das TRaf} der Geldentwertung hinaus gingen, in Verbindung mit der im hiesigen Bergbaugebiet prozentual recht erheblichen Lohnerhöhung die Selbstkosten in ungeahntem Maße in die Höhe treiben. Dazu kommt Hoch, daß die Wagengestellung eine außerordentliche Verschlechterung erfahren hat. Während sich im August noch das Mittel der Gestellung auf etwa 85 Prozent der Anforderung belief, ging der Durchschnitt im September auf weniger als 75 Prozent zurück. Der Brauneisensternmarkt zeigte etwa das gleiche Bild. Auch die Vogelsberger Basalt-Eisen st ein» Betriebe weisen ziemlich normale Förderung auf. Es liegen genügend Abrufe vor. und man hätte die Förderung restlos absetzen können, wenn nicht auch hier der verschärfte Wagenmangel hindernd dazwischen getreten wäre Die Außenhandelskontrolle. Nach einer Meldung der „Voss. Ztg." sand gestern in der Hamburger Börse eine von der Hamburger Handelskammer einberufene Versammlung statt, in der die Verhandlungen zwischen Handel und Industrie über die Außenhandelskontrolle den Gegenstand der Besprechung bildeten. Der Versammlungsleiter, Handelskammerpräsident W i 11 h ö f t s, stellte die Uebereinfttmmung aller Anwesenden fest, daß die Verhandlungen mit der Industrie zum Zwecke einer grundsätzlichen Aenderung des Systems derAußenhandelskontrolle energisch fortgesetzt werden sollen. Frankfurt a. M.» 11. Oft Börse n - stimmungsbilb. Dollarkurs im Frühverkehr 2850—2950, im Verlaufe 2900 bis 2800. Devisen lagen in ben ersten Morgenstunden schwankend. AuslanbSrenten lagen in ber Mehrzahl schwächer. Auch machte sich bei ber Börsenspekulation Abgabeneigung für In- bustriepapiere bemerkbar. Auf bem Montan- aktienmarkte blieben anfangs Phönix, Rheinstahl stärker gesucht. Als fest finb auch Kali- toerte zu erwähnen. Elektrizitätspapiere lagen nicht einheitlich. Von den chemischen Werten waren Clberfelber, Höchster begehrter. Niedriger setzten Badische Anilin ein. Am Schifffahrtsaktienmarkte verfolgte man die Käufe in Lloyd-Atrien mit besonderer Aufmerksamkeit. Oesterreichische Banken lagen fest, Türkenwerte schwächer. Becker-Stahl wurden sehr lebhaft gehandelt, 1400. Ufa 640—680. Sntre- Prises 33 500. Metall- unb sonstige Maschinen- aktien lagen ruhig. Um 1 Uhr würbe ber Dollar 2750—2675 genannt. Berlin, 11. Olt. Börsenstimmun g S b i l b. Auf bie nachbörsliche Besserung des Markkurses in Neuhork sowie wegen angeblich bevorstehender RegierungSmaßnah- men zur Cinbämmung ber Devisenspekulation schwächten sich bie Devisenkurse vormittags nicht unerheblich ab. Die Wirkung dieses Vorganges blieb am Effektenmärkte im wesentlichen auf Papiere mit valutarischem Eharak- ter beschränkt; namentlich litten Kolonialwerte erheblich, dagegen konnten Montanpapiere, wohl im Zusammenhang mit den jüngsten Preissteigerungen für Kohle unb Eisen, ihren Kursstand vielfach um mehrere hundert Prozent erhöhen. So stiegen Hösch ziemlich 800, Kattowitzer 400, Rhein. Braunkohlen 350, und Rheinstahl 650 Prozent. Don Maschinenfabriken waren Orenstein u. Koppel stark begehrt und 500 Prozent höher. Von Textilwerten waren Stöhr weitere 450 Prozent gebessert. Sonstige Industriepapiere waren nur verhältnismäßig wenig verändert. Schiffahrtsaktien uneinheitlich und wenig bedeutend nach oben und unten schwankend. Bankaktien neigten mit Ausnahme von Berl. Handelsgesellschaft und Dank elektr. Werte etwas zur Schwäche. Deutsche Anleihen waren nicht ganz behauptet. Börsenkurse. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- Schluß- Schluß. Schluß. Kurs Kur» Kurs Kurs Datum: 10.10. 11.10. 10.10. 11.10. 77,50 77,50 77,50 77,50 5*/» Dtfch. Reichsanleche 4% Deraleichen 3‘IVIo Dergleichen 3"/0 Dergleichen Dtscb.Sr>nr-Prnrn.-Anl. 4% Preußische Konsul» 40/„ Hessen......... 3'///, Hessen 3e/0 Hessen 270,— 240,- 240,— 261,- 150,— 140- 155,- 149,— 57U,— 560,— 590,— 585,— 80,50 79,50 80,25 80,50 92,— 93,- 97,- 90,- 62,25 —72,— 62,- -,- 57.- 60.25 59,- 59,75 4% Zolllürken 2675,- 5°/o Goldmerikaner 35000,— Berliner Handelsges. . 170k— Commerz- u. Privatbk. 355.— Darmn.u.Nationaibank 370,— Deutsche jianl 940,— Deutsche BereinSbank. 214,50 Discomo Commandit 530,— Metallbank........ 1500,— Milteldent. Kreditbank 350,— ©eiterr. Creditanstalt. 425,— 2425,- 2400,- -,- 36000,- 33400,— 1760,— 1758,— 1850 — 354,50 365,— 360,- 360,- 371,- 365,- 915,— 920,— 900,- 216,— 545,- 545,- 535,- 1475,— -,- 340,- 350,- 340,- 425.— 440, - 400,- Bochumer Guß 3550,— 3700,— 3400,— 3600,— Buderus.......... 1528,- 1500k- 1505,— 1551,- Caro............1399. — 145l>,— 1A50,— 1475,— Deutsch'^uremburg. . .3525,- 3875,— 3525,— 3725,— Gelsenkirchener Bergw. 3K95,— 3800,— 3700,— 3800,— Harvener Bergbau. . . 5975,— 64.50,— 5850,— 6010,— Kaliwerk Aschersleben. 1995,— 2050,— 2075,— 2125,— Kaliwerk Westeregeln . 2825,— 3000,— —,— — ,— Vaurabütte........3950 - 3800,- 3790,- 3600,- ©berbedars 1890.- 2000,- 1900,- 1950,- Pbönir Bergbau 4475,— 4600,— 4400,— 4550,— Rbeinstabl......... 3800,- 4500,- 3750,- 4500,- Rtebeck Montan .... 3600,- 3850,- 3450,- 3730,- TelluS Bergbau 1(61,— 1025,— —,— —,— aniburg Amer. Pakei 90p— 915,— 900,— 920,— Norddeutscher Lloyd. 609 - 630,- 600,- 620,- ZementmerkHeidelberg 1365,— 1380,— —,— —,— Philivv Holzinann . . 960,— 900,— —,— Llnglo-Cont 'Guano. . . 6800,— 6200,— 6800,— 6000.— Badische Anilin . . . . 1990,— 1960,— 192',— 1975,— GUdschintdl 1650,— 1760,- 1700,— 1810, - (yrte.-betmer Electron 1399,— 13 0,— 1400,— 1400,— Höchster irarbwerke 1445,— 1475,— 1450,— 1499,— Holzverkoblimg 1120,— 1110,— —,— —,— RütgerSwerke 1090,— 1094,— 1125,— 1010,— rtbetöeanitnlt 1800,— 1775,— —,— —,— 21(1(1. ElektrizitätS-Ges. 880,- 875,- 845,- 860,- 2krnniann 840,— 805,— 8)0,— 830,— 2d)ucfeit 1630,- 1725,- 160.- 1760,- TiemenS & Halske. 3000,- 3100 - 2830,- 3100- Adlerwerke Kleyer. 500,— 470,— 521, — 510,— Daimler Motoren. . . . 575,— 540,— 555,— 545,— Heyltgenstaedt 950,— 9:30,— —,— —,— Meauin 1775,- 1900,- -,- 2160,- Metallges. Aranffurt. 2400,— 2350,— —,— — 2rbubfabvif Herz... 533,- 565,- -,— Sichel 630,- 623,- -,- .iellstoss Waldbof ... 1100,- 1130- 1100,- Zuckerfabr.Irankentbal 994,— 999,— —,— ZuckersabrikWaacätiiel 970,— 990,— —,— —,— Frankfurter Devisenmarkt. Amtliche Notierungen. Datum: 10. Oktober 11. Oktober Geld Bries Geld Brief Antw.-Brüsiel . 21078,90 21121,10 18631,30 1866870 Holland 115634,20115865,80104395.50 104604,50 London 13136,8) 13163.20 12037,90 12062,10 Paris 22422,50 22472,50 20029,90 20070,10 Schweiz 55644,40 55655,60 49350.61 49449,40 Spanien 45204,70 45295,30 40159,80 40240,20 Italien 12687,30 12712,70 1127620 1129880 Liifabon-Oporto —,— —,— —,— —,— Dänemark .... 59340,60 5945940 53246,70 53353,30 9lorroenen .... 51548,40 51651^0 46953,— 47047,— Schweden .... 76923,- 77077,- 70179,70 7032030 HelstngsorS. . . . —,—--,— 5594,40 5605,60 Neunork 2887,10 2902.90 262L30 2627,70 Deutsch-Oesterr. 3,61 3,69 3,46 3.54 Budapest 109^9 11M0 (»9,90 100,10 Prag 10389,60 1041040 8891,10 8908,90 Sofia....... —,— — Märkte. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a M, 12. Oft Weizen 12200 bis 12 830 Mk.. Loggen 11 C00—11503, Sommergerste für Drauzwecke 11 000—12 000, Hafer 11000 bis 12 000, Mais Mixed 11000—11 50?, Weizenmehl südd. Spezial 0 17 500—20 000, bei Waggon- bezug ab Mühlenstation, Roggenmehl 15 000 bis 16 000, Weizen- und Roggenkleie 5500— 5800 Mk. Tendenz fest. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 11. Ott (Wolff.) Die Abschwächung der Devisenpreise lockte etwas mehr Angebot in Getreide vom Inland hervor, es herrschte J/J Vorstands-Mitgliedern erhältlich ist. 614°/, Mietzuschläge! WMk UelMlWMA Freitag, 13. Oktober, abends 8 Ubr, im Katholischen Vereinsbaus. Tagesordnung: Bericht über die Verhandlungen mit der Stadt und den Hausbesitzern über die Zuschläge zur Grundmiete Herr Reallehrer Hebermehl. Mietrecht der Gegenwart Herr Iustizmspektor Schroeder. Stadtverordnetenwahlen Wir bitten um recht zahlreiche Beteiligung. Der Vorstand des Mietervereins. Eintritt 3 Mk. 92250 Der Gießener Kohlenhandel, der die zum Verkauf gelangenden Brennstoffe seinen Vorlieferern vor der Verteilung bar zahlen muß, ist angesichts der jetzigen Verhältnisse genötigt, Brennstoffe aller Art von heute an nur unter folgenden Bedingungen zu verkaufen: GÄTGGKZGDGGOO I Palast-Lichtspiele® M Grafites u.yornciiinslesThealer am Platze A settiweä (Diplomat) zu kaufen gesucht. Off. u. 2539 an Herso, 'M. A.-E, Vlockitr. 5. Vereins ""| leoMertaereiii Ortsgruppe Gießen. SamvecWmlM Freitag, 13. Okt., nachm. 5l/g llbr, im „Augustiner". Tagesordnung: Nechnungsablage. Borstandswahl, Verschiedenes. °-»