Vrnck unt> Verlag- Srühl'sche Univ.-Such- und Sfehtörurfcrci R. Lange. Schriftleitung, Seschästrstelle und Druckerei: Schulstratze 7. nnzuwirken haben. Ar- ein deutsche Doll! Berlin, 11. August 1922. (gez.) Cbert, Reichspräsident. London. 10. Aug. (WB.) Die Sachverst S n d i g e n haben wegen der Ausfuhrabgabe und der Abgabe aus den Zolleinnahmen einstimmig erklärt, daß hier ein vorzügliches Pfand für die Alliierten vorliege. Das Erträgnis für das lausende Jahr wurde auf 500 bis 600 Millionen Goldmark bewertet, das sei zweimal oviel als die herabgeminderten Zahlungen, die Deutschland zu leisten hätte, falls es kein Moratorium erhält. Der belgische Sachverständige widersprach dem Plan einer rheinischen Zoll- chranke mit dem Hinweis darauf, daß eine derartige Maßnahme ben Handel aus den Rheinlanden nach Rotterdam, statt nach Belgien leiten würde. Der französische Sachverständige legte dar, falls sich Deutschland einer Nichterfüllung scbuldig mache, könnten die Alliierten, toenn sie die Bergwerke und Forsten kontrollierten, leicht von der Kontrolle zur Enteignung schreiten. Paris, 10. Aug. Der Berichterstatter des Petit Porisien" erfährt, daß der französischen Abordnung gestern ein Bermittlungsvor- schlag unter Beteiligung Belgiens über» reicht worden sei, der einen Unterschied bei der Anwendung der von Poincare ins Auge gefaßten Pfänder vorsehe. Die Borwegnahme einer 26prozentigen Abgabe auf die deutsche Ausfuhr würde sofort in Anwendung gebracht werden. Jene Pfänder, die den Charakter von Sanktionen trügen, würden erst dann in Kraft treten, wenn Deutschland sich weiter hartnäckig seinen Berpflichtungen entziehe. hat sich kein Zwischenfall ereignet. Wien, 10. Aug. Die Industriearbeiter in Neunkirchen haben nach einer T e u e - rungsdemonstration eine Abordnung zur Regierung entsandt. Die Lebensmittel sind in den letzten Tagen um durchschnittlich 50—70 Vroz. gestiegen. Deutsch-amerikanisches Abkommen. B e r 1 in, 10. Aug. Der Reichskanzler uni> der amerikanische Botschafter in Berlin, I. B. Houghton, haben heute in der Reichskanzler ein Abkommen zwischen der deutschen und der amerikanischen Regierung über die Errichtung einer gemischten Kommission zur Festsetzung der amerikanischen Schadenersahforde- run g en aus dem Berliner Vertrag vom 25. 8. 1921 unterzeichnet. Das Abkommen über den deutschen Privatbcsitz in Italien. Rom, 10. Aug. Der Ministerrat hat das Abkommen vom 25.7. über den Rückkauf des deutschen P r i v a t b e s i tz e s in Italien gutgeheihen. Die Auslieferung des Besitzes 14 deutscher Staatsangehöriger und des deutschen kunsthistorischen Instituts in Florenz wurde genehmigt. Nr. 187 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GiehenerFamilienblätter Monatliche Bezugspreise: MK.29.- und Mk. 3. —, Trägerlohn,durch diePost Mk. 32.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernfprech- Anschlüsse: für dieSchrift- leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: Zrankfurt a. M. 11686. stehen, daß man Kenntnis von der 11 n» einigkeit nimmt. Gemäß einer früheren Erklärung würde dann Poinzcarö zweifelsohne seine Absicht ankündigen, seine Handlungsfreiheit zurückzunehmen, nicht um die vvrge- schlagenen Maßnahmen anzuwenden, die für eine gemeinsame Aktion der Alliierten vorausgesetzt sind, sondern um die Pfänder zu nehmen, die Frankreich $ur Sicherstellung seiner Interessen für notwendig hält. Andererseits würde L1 oYdGe - o r g e zweifelsohne darauf antworten, indem er die Folgen dieser Initiative für die Zukunft und für die gemeinsame Aufrechterhaltung des Friedensvertrages von Versailles ankündigt. Man könne aber noch eine zweite Lösung finden. Wie ein Gerücht besagt, soll Lloyd George im Namen der englischen Delegation andere Maßnahmen für die von Poincare geplanten Vorschlägen. Dann könnten also die Ber° Handlungen über diese Gegenvorschläge ausgenommen werden. Wie dem auch sein würde/ man erkläre, daß der heutige Tag der kritisches sein würde, den die französisch^-britische Entöstte seit 6 Monaten gekannt hübe. Paris, 11. Aug. (WTD.) Havas berichtet aus London: Zweifelsohne wird heute vormittag im Laufe der Zusammenkunft des ftanzo- sischen, englischen und belgischen Ministerpräsidenten eine neue Anstrengung zur Einigkeit erfolgen. Wahrscheinliche wird es sich darum handeln, daß Lloyd George die ersten drei von Poincare ins Auge gefaßten Maßnahmen annimmt, nämlich die 26prvzentige Abgabe von der Ausfuhr, die Beschlagnahme der Zolleinnahmen und die Kontrolle der Bergwerke und Wälder. Auch darf man noch Höften, daß auf dieser Grund- wird, aber jede Voraussage für die 'heutige zung der Konfereirz würde gewagt sein. Die Beratungen der Sachverständigen. Die ernste Lage. Paris, 11. Aug. (WTD.) Der Sonderberichterstatter des „Petit Parisien" in London beurteilt die Lage in einem heute Nacht einge- trofsenen Telegramm wie folgt: Die Stellung Pvincares ist bekannt. Er verlangt, daß die produktiven Pfänder, die er angegeben hat, sofort wegen des neuen Moratoriums ergriffen werden. Er legt insbesondere die größte Bedeutung auf die Zvllbarriere um das Ru'hrgebiet oder auf die Zollbarriere östlich des Rheinlandes. Die Stellnug, die die englische Delegation einnimmt, und die im englischen Kabinett gebilligt wurde, ist mit dieser These unvereinbar. Die einzigen Maßnahmen, denen man englischerseits zustimmen will sind die Zahlung der 26prozentigen Exportabgabe und die Beschlagnahme der Zolleinnahmen, die an den Garantie- ausfchuh abgeliefert werden sollen. Die Beschlagnahme der Dominial-Wälder, sowie der staatlichen Bergwerke rm Ruhrgebiet soll vollzogen werden, wenn Deutschland nach bewilligtem Mora- troium die Verpflichtung der Sanierung seiner Finanzen nicht erfüllen sollte. Was die innere Zollbarriere anbetrifft, scheint es, daß man englischerseits sie um keinen Preis haben will, He» Heutiger Stand des Dollars 10 Ähr vormittags: Berlin 850. Frankfurt a. M. 848 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit, preis für 1 mm höhe für Anzeigen d 34 mm Breite örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Neklame- Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platz- Vorschrift 20 u/? Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Mlrnfterfrtznng in Paris. Paris, 10. Aug. Unter Vorsitz Mille- rands fand heute vormittag im Elysee eine Ministersihung statt. Nach Beratung über die auswärtige Lage und Kenntnisnahme des Depeschenwechsels mit Poincare hat der Ministerrat in einem Telegramm an den Ministerpräsidenten seine Zustimmung zu seinem Vorgehen in London ausgesprochen. Soll die Reparationskommission wieder in Aktion treten? Paris, 10. Aug. (WTD.) Der „New York Herald" veröffentlicht ein Londoner Telegramm, das unter Vorbehalt wiedergegeben wird, in dem es heißt, sowohl in französischen wie auch in italienischen Kreisen glaube man nicht an den von englischer Seite betonten Ernst der Lage. Es verlautet, daß zwischenLloydGeorge undPoin» care eine Verständigung erzielt wurde, in dem Sinne, die gesamte Aufgabe auf dieRepara- tionskommission abzuwälzen und diese zu ersuchen, ein Moratorium zu gewähren. Das Moratorium werde von produktiven Pfändern der Poincareschen Art in abgeänderter Form abhängig gemacht, die die Konferenz heute aut» heißen werd«. Der Derfassungstag. | Berlin, 10. Aua. (WTB.) Der Reichs- jpräsident hat zum Jahrestag der Verfassung nachstehende Kundgebung erlassen: Innsbruck, 10. Aug. Die hiesige — beiterschaft hat in einem Massenumzug schärfste Bekämpfung Verteuerung verlangt. Es Teilweise Einigung im amerikanischen Gergarbeiterftreik. Paris, 10. Aug. Nach einer Meldung aus Cleveland haben sich die Dergwerksunter- neljmer von Pennsylvania, Ohio, Indianra und Illinois gestern mit den Führern der Kohlenarbeiter verständigt. Einzelheiten des Abkommens sind noch zu regeln. Ein britischer Kreuzer gestrandet. London, 10. Aug. (WTB.) Reuter meldet aus St. Johns (Neufundland): Der britische Kreuzer „Raleigh" ist gestern abend auf der Höhe von Point Amour gestrandet. Die Mannschaft ist an Land gegangen. Das Schift ist wahrscheinlich verloren. Hinrichtung der Mörder des Marschalls Wilson. Mainz, 10. Aug. (Havas.) Die beiden Mörder des Marschalls Wilson, Dünn und O'Sullivan, sind heute morgen um 8 Ähr hingerichtet worden. Generalstreik in Portugal. Paris, 10. Aug. Einer Havasmeldung aus Madrid zufolge ist in ganz Portugal der Generalstreik ausgerufen. Man befürchtet ernste Unruhen. Die Regierung hat den Belagerungszustand verhängt und zur Wiederherstellung der Ordnung energische Maßnahmen getroffen. läge eine vermittelnde Lösung gefunden " "" - Sit- auftragt werden. Abg. Dr. D ehling er (Dbd.) erstattet Bericht. Die Regierung verweist auf ihre Antwort zur Anfrage Wünzer in gleicher Angelegenheit. Der Ausschuß Beantragt Erledigterklärung. Äbg. Dingeldeh (D. Bp.) mochte die Frage aufwerfen, ob die beschlossene Schulgeld- chaffung nach der Einkommenshöhe überhaupt rechtsgültig ist. Von juristischer Sette sind diesbezügliche Zweifel entstanden und es ist notwendig, die Frage zu prüfen. Staatspräsident Älrich: Nach Ansicht der Schulverwaltung ist die Rechtsgültigkeit nicht zu bezweifeln. Doch taucht die Frage immer wieder auf und kann endgültig wohl nur praktisch durch einen Einzelfall, der zur Enftcheidung gebracht wird, festgestellt werden. Die ständige Aufrollung der Finge schaftt aber immer mehr Opponenten!. Abg. Nuß (Ztr.): Auf die juristische Streitfrage möchte ich nicht eingehen. Mein Antrag hatte den Zweck, das Verfahren der verschiedenen Rektoren zu regeln. Viele sind so verfahren, daß sie die Lehrer beauftragt haben, von den Kindern;u' verlangen, daß sie den Steuerzettel des Vaters beibringen. Das CBer trauen der Ettern in dieWah- rung des Steuergeheimnisses ist dadurch erschüttert Dieses Verfahren war auch nicht beabsichtigte Ich möchte dem Wunsche der Eltern Ausdruck geben, daß alle Sicherhett geschaffen wird, das Steuergeheimnis zu wahren. — Damit schließt die (Debatte. Der Antrag wird für erledigt Aus dem Reiche. Allgemeine Rechte ans Tarifverträgen. Der Deutsche Arbeiterbund, Gesamtverband nationaler Arbeiter-Derufsverbände, bittet uns um Aufnahme folgender Mitteilung : Der Reichsarbeitsminister hat in einem neueren Bescheide genauere Mittelungen darüber gemacht, ob und in welche'^tz^fange ArZeitnehmer, die einer Ta^ctragspartei nicht angehören, Rechte aus diesem Tarifverträge herleiten können. Sobald i h r A r b eit Sve r t r a g ausdrücklich nur stillschweigend auf Den 3 n h alt des Tarifbeitrages ausgestellt ist, können die Arbeitnehmer derartige tarifliche Ansprüche geltend machen. Aus dem Tarifverträge selbst können sie die tariflichen. Rechte nur genießen, wenn der Tarifvertrag f u ra 11 g e m e i n verbindlich erklärt worden ist, sonst nicht. Ferner betont der Reichsarbettsrnmister in diesem Bescheid, daß die Betriebsräte in EMllung ihrer gesetzlichen Pflicht die Beschwerden aller Arbeitnehmer, gleichviel, ob sie überhaupt einer Gewerkschaft oder welcher Gewerk- „Dor drei Sauren hat sich das deutsche Dolk am 11. August seine Verfassung gegeben, das Fundament seiner Zukunft. Diesen Tag wollen w.r trotz oller Rot der Gegenwart mit Freude und Hoffnung begehen, und an ihm wollen wir unsere Liebe zum Vaterlande bekunden. Deutschland soll nicht zugrunde gehen! Das ist unser Schwur, solange wir atmen und arbeiten können. Wir wollen keinen Bürgerkrieg und keine Trennung der Stämme. Wir wollen ein Rech t. Die Verfassung gab Ans nach schweren Kämpfen ein Recht. Wir wollen den Frieden. Recht soll vor Gewalt gehen. Wir wollen Freiheit. Das Recht soll uns die Freiheit bringen. Wir wollen Einigkeit. Das Recht soll uns einig zusammenhalten. So soll die Verfassung uns Einigkeit, Äkecht und Freiheit gewährleisten. Einigkeit And Recht und Freiheit! Dieser Dreiklang aus idem Liede des Dichters gab in den Zeiten innerer Zersplitterung und Unterdrückung der Sehnsucht aller. Deutschen Ausdruck: er soll auch jetzt unseren harten Weg zu einer besseren 'Zukunft begleiten. Sein Lied, gesungen gegen Zwietracht und Willkür, soll nicht Mißbrauch finden im 1 Parteikampf, es soll nicht lKampfgesang derer werden, gegen die es »gerichtet war; es soll auch nicht dienen als Ausdruck nationalistischer Äeberhebung, aber so, wie einst der Dichter, so lieben wir heute Deutschland über Alles! In Erfüllung seiner Sehnsucht soll unter schwarz-rot-goldenen Fahnen der Sang von Einigkeit und Recht und Freiheit 6er festliche Ausdruck unserer vaterländischen Gefühle sein. Auf viele Zähre noch werden für uns alle die Festtage des Staates zugleich Tage gemeinsamer Sorgen sein. Unter den furchtbaren wirtschaftlichen Fvloen der letzten Ereignisse leiden nicht nur unzählige Volksgenossen. Deutsches Wissen und deutsches Können, die Quellen unserer besten Kraft, sind schwer bedroht. Die Reichsregierung hat mir drei Mlllionen Mark für Zwecke der Wissenschaft, Kunst und Handwerk aus den Mitteln zur Verfügung gestellt, die der Reichstag zum Schutze der Republik bewilligt hat. Zur Hebung der Vollsgesundhett durch Spiele im Freien wttd eine weitere Mlllion bereitgestellt. Aus der Geringfügigkeit dieser Summen spricht die Not unseres Landes. Schwere Stürme sind über die junge deutsche Republik in den letzten Wochen dahingegangen. Unsere Einigkeit, unser Recht und unsere Freiheit wurden bedroht. Sie werden noch weiter bedroht sein. Wtt wollen nicht verzagen. In der Not des Tages wollen wir uns freudig der Ideale erinnern, wofür wir leben und wirken. Der feste Glaube an Deutschlands Rettung der Welt soll uns nicht verlassen. Cs lebe die deutsche Republik! Cs lebe das deutsche Vaterland! Cs lebe das Neue Teuerungsaktion der Gewerkschaften. Berlin, 10. Aua. Die Spitzenorganisationen der Gewerkschaften sind heute zu erneuten Besprechungen Über eine in kürzester Frist einzuleitende Teuerungsaktion zusammengetteten. London, 10. Aug. Reuter zufolge halten es Londoner französische Kreise für wahrscheinlich, daß die Mehrheit der Konferenz beschließen wird, Deutschland trotz der Opposition Frankreichs ein Moratorium zu gewähren. London, 10. Aug. Theunis setzt fortdauernd seine Vermittlertätigkeit fort und bemüht sich, an der Beseitigung der Schwierigkeiten mitzuwirken. Ausweisungen aus Elsatz-Lothringen. Paris, 10. Aug. (WTD.) Der „Temps" veröffentlicht die Antwort Pvincares auf einen Brief, in welchem die elsässischen Abgeordneten Frey, Walter und Müller Beschwerde wegen der Retorsionsmaßnahmen anläßlich der Ausgleichszahlungen führten. Poincare gibt den Abgeordneten die Versicherung, daß die Regierung nur an Einzelausweifungen denke und diese nur unerwünschte Personen betreffe, deren Anwesenheit in Elsaß-Lothringen bedauerliche Zwischenfälle Hervorrufen könnte. Bei den Ausweisungen würden die Behörden vollkommen besorgt sein, die wirtschaftlichen Interessen des Landes nicht zu schädigen. Teuerungsdemonstrationen in Oesterreich. London, 10. Aug. (WTB.) „Daily Chro- nicle" schreibt: Der Vorschlag einer alliierten Kontrolle der deutschen staatlichen Bergwerke und Forsten wurde mit drei gegen die Stimmen Belgiens und Frankreichs abgelehnt, die Übrigen Vorschläge mit 4 gegen eine Stimme Man hatte gestern abend nicht den Eindruck, daß Kompromiß möglich sein werde. erEIart Ohne Debatte wird angenommen nach den Ausschußanträgen ein Gesetzentwurf die Handelskammern betreftend. — Die Anfrage des Abg. Widmann, die Ausführungen des Staatsanwalts in dem Derufungsprozeh des Redakteurs der Darmstädter Zeitung vor der Strafkammer betreffend, wird debattelos für erledigt erklärt. Ebenso die Anfrage des Abg. Jo st, Freigabe von Baugelände auf dem Kirchplatz in Herbstein betreffend Cs folgt Besprechung der Anfrage der Abgg. Dingeldeh u. Gen., die Aufhebung der Mittelschulen betreftend. — Abg. Dinge 1 d e y (D. Vp.) hält diese Aushebung als gegen das Reichsgeseh verstoßend, für ungültigere Antwort der Regierung kann ihn nicht befri^ digen. Die preußische Regierung steht ebenfalls auf dem Standpuntt, daß die Aufhebung der Mittelschulen dem Rechtsstandpunkt nicht entspricht. Wir werden die Weiterentwicklung beachten und behalten uns vor, auf unseren Antrag zurückzukommen. Wir fassen auch die Inanspruchnahme des StaatsgenchtshofE ms Auge. Staatspräsident Ä 1 r l ch: Die Frage ist strittig sie wird erst entschieden werden durch den Re'ichsschulausschub oder Reichsvat. Wir können nur hoffen, daß der derzeitige Instand nicht lange währt. Wir haben ein Interesse an der baldigen und endgültigen Klärung der Frage. — Damit schließt die Besprechung Zur Anfrage der Abgg. Ebner und Rink, freireligiöse und konfessionelle Lehrer an den öffentlichen Volksschulen bett., hat die Regierung geantwortet: Ein Bedarf an konfessionslosen Lehrern besteht an den hessischen Volksschulen nicht. Dagegen wurde aus einigen in den letzten Jahren entstandenen freireligiösen Gemeinden in etwa 5—6 Fällen der Antrag auf Anstellung freireligiöser Lehrer an uns gerichttr> Soweit freireligiöse Lehrer zur Verfügung stan- 1 den, wurde dem Wunsch entsprochen. In einigen Fällen war es nicht möglich, den Wunsch zu er- (Rfrtnnhrilttrt Moratoriums I schaftsrichtung sie angehören, zu unterstützen und IDCIDUljruny eines» auf i^tc Abstellung in gemeinsamer Verhandlung trotz französischen Einspruchs? | mit den Arbeitgebern hinzuwirken haben. 172. Jahrgang Mtag, 11. August 1922 GietzeimAnMer General-Anzeiger für Gberhesien ter diesen Ämständen ist die Lage ernst. Trotz der Vermittlungsversuche der englischen Delegation sind sich der französische und lische Standpunkt bis gestern nicht näher gekommen. Man erblickt jedenfalls nur ztyei Lösungen: Die erste Lösung würde darin be- Hessischer Landtag. 3 2. Sitzung. St. Darmstadt, 10. August. Am Regierungstisch: Staatspräsident Älrich, Finanzminister Henrich, Wirtschafts- minifter Raab, später Minister des Innern v. Brentano. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 8.40 Ähr. Es wird in der Erledigung der Tagesordnung fortgefahren. Die Vorlage, betreffend Abänderung des Ausführungsgesetzes zum Landsteuergesetz wird einstimmig angenommen. — Ebenso die Vorlage, Erwetterung des Physikalischen In- tituts der Technischen Hochschule. Der Abg. Nuß (Ztr.) beantragt, die Regierung zu ersuchen, die neuerdings yvm Dil- i >ungsministerium erlassene Verfügung über die Staffelung des Schulgeldes dahin abzuändern, daß der Nachweis über die Höhe des Einkommens nicht den Direktoren der Schulen durch Vorlage des Steuerzettels bzw. Steuerbescheides für das laufende Jahr, zu erbringen ist, daß vielmehr die örtlich zuständige städtische bzw. staatliche Kasse mit der Prüfung der Höhe des Einkommens von Amtswegen be- füllen, da sich keine freireligiösen Meuter meioeten. Besondere Attionen der Regierung zur Regelung des Lehrerbedarfs l>er einzelnen Konfessionen sind nicht üblich und auch nicht ratlich. Das freie Spiel der Kräfte, Angebot und Nachfrage, führt, wie die Erfahrung hinlänglich beweist, den Ausgleich herbei. Die einzelnen Konfessionen sorgen von sich aus für den nötigen Lehrernachwuchs, sobald sich ein Bedarf zeigt. 3n unsere simultanen Lehrerseminare haben alle Konfessionen freien Zugang. Es muh den Konfessionen überlassen werden, von dieser Freiheit den zweckmähigen Gebrauch zu machen. Abg. Ebner (K.P. D.) begründet in längeren .Ausführungen seinen Antrag. Die Regierungsantwort befriedige üjn nicht. Mimsterialdirektor älrstadt stellt fest, dah tatsächlich kein Bedarf an religionslosen Lehrern vorhanden ist. — Damit schließt die Besprechung., Eine Reihe von Positionen wird debattelos erledigt. Zum Schutze der Republik. Es folgt die Beratung einer Reihe zurückgestellter Positionen, die den Schuh der Republik betreffen. Die Abgg. Kaul u. Gen. beantragen, der ßanbtag wolle beschlichen, die Regierung zu ersuchen, sie möge eine Verordnung erlassen, wonach in allen Fallen, wo die Beflaggung öffentlicher Gebäude üblich ist oder angevrdnet wird, neben der Flagge des Volksstaates stets die schwarz-rot-goldene Flagge zu hissen ist. Der Ausschuß beantragt, diesen Antrag durch die Verordnung der Regierung für erledigt zu erklären. — Das Haus beschließt demgemäh. Die Abgg. Kaul u. Gen. beantragen, der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, gegen alle diejenigen unmittelbaren und fahren mit dem Ziele der Dienstentlassung einmittelbaren Staatsbeamten das Disziplinarver- zuleiten, die die Verordnung des Gesamtministeriums vom September 1921 über die Entfernung der alten Hoheitszeichen usw. aus den Amtsraumen und von den Amtsgebäuden nicht rechtzeitig durchgeführt oder die Durchführung vereitelt haben. — Der Antrag wird nach kurzer Debatte ebenfalls für e r l e d i g t erflärt. Die Abgg. Kindt u. Dr. Werner beantragen, die Staatsregierung zu ersuchen, in Berlin bei der Reichsregierung dahin zu wirken, daß diese, dem im Reichstage eingebrachten Anträge folgend, einen Gesetzentwurf einbringt, der Abgeordneten des Reichstages oder der Landtage verbietet, künftighin als im Sinne des Gesetzes verantwortliche Schriftleiter periodisch erscheinender politischer Druckschriften zu zeichnen. Abg. Wünzer (D. Vp.) erstattet den Ausschuhbericht. Der Ausschuß beantragt nach eingehender Prüfung der Materie, trotzdem er nicht verkennt, daß eine gewisse Berechtigung vvrliegt, den Antrag abzulehnen. Abg. Kindt (Dntb) begründet den An- trag. Es bestehe die Gefahr, daß immer mehr verantwortlich zeichnende Redakteure Abgeordnete werden und dann auf Grund ihrer Immunität nicht bestraft werden können. Abg Widmann (Soz.) bekämpft den Antrag. — Aach einer kurzen Debatte wird der Aus- schußantrag angenommen. Heber die Vorstellung des Jakob Wolf I. z u Drais bei Mainz entsteht eine längere Debatte, tn der die Abgg. Hoffmann- Seligenstadt (Ztr.) und Sturms els (Soz.) dre mittel- • alterlich anmutende Leidensgeschichte des Wolf eingehend darlegen, dessen Wunsch ihn für erlittenes älnrecht zu entschädigen, befürworten und gegen eine Reihe von Behörden schwere Vorwürfe t erhoben. Abg. D. Dr. Diehl (Dntl.): Wenn man die F Akten dieses Wolf liest, hat man den Eindruck, daß hier eine Dorftragödie übelster Art vor- ' liegt. Wenn man eine Menge Abstriche macht, ; bleibt noch genug übrig, des Mannes Entschädigungsansprüche zu begründen. Schuldig? mütz- ten zur Bestrafung kommen. Es ist wirklich ein Wunder, dah der Wolf nicht tatsächlich verrückt geworden ist. Abg. Lenhart (Ztr.): Ich habe den Mann selbst kennen gelernt und nie den Eindruck gehabt, dah der Mann geistig mmderwertig ist. Seit ich ferne Leidensgeschichte kenne, die tatsächlich tragisch ist, muh ich doch sagen, dem Mann gebührt wenigstens für seine materiellen Schäden Entschädigung. Abg. Wünzer (D. Vp.) nimmt die Staatsanwaltschaft Mainz gegenüber einem Vorwurf des Abg. Sturmfess in Schuh. Der Herr Abg Sturmfels habe ein? sachliche Begründung falsch verstanden. Wenn es richtig ist, dah das Ortsgericht wider besseres Wissen eine falsche Schätzung abgegeben, ist nicht zu verstehen, daß das Ortsgericht nicht haftbar gemacht wurde. Abg. Sturmfels (Soz.): Das ist geschehen, jedoch ist der damalige Rechtsvertreter Wolfs vom Kreisassessor Muhl veranlaßt worden, fein Mandat niederzulegen, gegen Wolf wurde dann ein Entmündigungsverfahren geleitet. «MMUW—limiW ’MWMmwmigaTFB'TI > bild Hl Abg. Dr. Werner (D.-R.): Ich fenne den Fall Wolf genau und weih, dah ihm feit Jahren schweres älnrecht geschehen ist. Es ist durchaus su begrüßen, dah die hessische Vollsvertretung dem Manne endlich Gerechtigkeit widerfahren läßt. Es müssen aber auch die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden. Ministerialrat Vorbacher: Wir werden veranlassen, dah die Sache nochmals geprüft wird, und daß Verfehlungen zur Verantwortung gezogen werden. — Der Ausschuhantrag wird angenommen. Aach der Pause teilt Präsident Adelung mit, daß der Aeltestenrat beschlossen habe, die Abgg. R e ch t i e n (Soz.), S o h e r r (Ztr.) und D. Dr. Diehl (D.-A.) in die Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge zu wählen. Das Haus ist damit einverstanden. Abg. Wagner (Ztr.) gibt namens seiner Fraktion eine Erklärung ab, nach der tn der Aachmittagssihung am Donnerstag zwei Mitglieder irrtümlich für den Antrag des Bauernbundes zur Getreide Umlage gestimmt haben. Das Zentrum sei nach wie vor in dieser Frage einig. Die Abgg. Kaul u. Gen. beantragen, der Landtag wolle beschlichen, die Regierung zu ersuchen, bei der Reichsregierung auf den Erlaß eines Gesetzes hinzuwirkcn, wonach der 11. August, der Tag der Verfassungsgebung im Reich, zum gesetzlichen Feiertag erklärt wird, an welchem durch entsprechende Veranstaltungen offiziell der Republik und ihrer Einrichtungen zu gedenken ist. Abg. Wünzer (D. Vp.) erstattet Bericht. Der Ausschuß beantragt mit 6 Stimmen bei drei Enthallungen, dem Antrag zu entsprechen. Abg. Dingeldey (D.Vp): Wir sind gegen diesen Antrag, weil wir der Ansicht sind, dah es Sache des Reiches ist, diese Frage zu erledigen. Es liegen bekanntlich mehr Anträge vor, einen Aationalfeiertag einzufetzen. Wir sind der Ansicht, dah das Deutsche Reich und das deutsche Völk Interesse daran haben, einen Aationalfeiertag zu feiern, an dem alle Volksschichten innerlich Anteil nehmen. Sowohl Frankreich tote Amerika feiern den Tag der Entstehung ihrer Reiche, auch wir schlagen das vor. Reichsgründungstag ist der 18. Januar. Abg. Kindt (Dschnll.): Wir habest keinen Grund, in dem Augenblick, da man gegen uns Ausnahmegesetze einführt, den Tag der Verfassung zu feiern. Wir formen diesen Tag nicht feiern. Abg. Frau Roth: (K.P.D.): Wir haben keinen Grund, den Sag zu feiern, der für uns der schwärzeste ist. Das ist der Tag der Der- faffung, der die Arbeiterbewegung getncbelt und ihrer politischen Macht entfiel bet hat. (Zwischenrufe, die die Rednerin energisch zurückweist. äln- ruhe und Heiterkeit ) Abg. Aus) (Ztr): Der Antrag Kaul bezweckt lediglich, die Reichsregierung zu ersuchen, den 11. August als Aationalfeiertag zu begehen. Wir find für den Antrag. Wir sind aber nicht dafür, dah dieser Tag dann der einzige politische Feiertag des deutschen Volkes ist. Ich muh aber doch auf die Tatsache Hinweisen, dah wiet- derurn die äuHerste Linke mit der äuhersten Rechten einig geht. (Frau Roth, sehr erregt: Das ist ein demagogischer Kniff von Ihnen! — Heiterkeit.) Die Weimarer Verfassung hat das Doll wieder geeinigt, das sollte Grund sein, diesen Tag zu feiern. Abg. Kaul (Soz.): Dah Frau Roth gegen den 11. August ist, wundert uns nicht, denn sie ist ja gegen die Verfassung. Wir werden sie aber einmal daran erinnern, wenn sie irgendwie sagt, sie sei für den Schuh der Republik. Auch die Gegnerschaft des Herrn Kindt verstehen wir. Wenn Herr Kindt aber meint, die Gesetze zum Schuhe der Republik seien Ausnahmegesetze gegen seine Partei, so befermt er damit, daß er gegen die Republik ist. Richt zu verstehen ist die Ablehnung der Deutschen Volkspariei, di? doch selbst die morgige Verfassungsseier mitmacht, jedenfalls auf ihrem Bureau Karten dazu ausgibt. Der Gründungstag des jetzigen DeutschenReiches ist der 9. Aovember. Wenn Herr Dingeldey will, wollen wir auch diesen Tag zum Aationalfeier- taa machen. Die staatsrechtliche Deduktion des Abg. Dingeldey ist nicht haltbar. Abg. Ebner (KPD.): Sie können von uns nicht verlangen, dah wir den Tag feiern. (Zurufe: Verlangen wir ja gar nicht!), an dem der Arbeiterschaft die politische Macht genommen wurde und die revolutionäre Arbeiterschaft dem Staatsanwall ausgeliefert hat. Es kommt im weiteren zu sehr starken Unruhen und Zwischenrufen, als der Abg. Ebner von den politischen deutschen und russischen Mördern spricht. Plötzlich ruft Redner sehr erregt: Herr Präsident, ich mache Sie darauf aufmerksam, dah der Abg. Engelmann foeben dem Abg. Ebner Schläge angedrvht hat. (Engelmann ruft: Aicht hier, ein-1 drauhen vor der Tür! Gröhe älnruhe, Heiterkeit.) I Herr Präsident, ich stelle fest, dah das tatsächlich I geschehen tft und bitte um Ihren Schuh. (Erneute große älnruhe und Heiterkeit.) Präsident Adelung: Ich habe das nicht gehört. Wenn es wirklich geschehen sein sollte, entspricht das allerdings nicht den parlamentarischen Formen und ich würde es tief bedauern und hoffe, dah es nicht baxii kommt, die Drohung wahr zu machen. Außerhalb des Hauses habe ich allerdings keine Möglichkeit, Ihnen meinen Schuh angedeihen zu lassen. Abg. Ebner schlieht: Der 11. August ist für uns ein Sag tiefer Trauer. Abg. Reiber (Dem.): Wft bedauern, daß es nicht gelungen ist, schon für dieses Jahr den 11. August zum Aationalfeiertag zu erheben. Der Anregung, den 18. Januar zu feiern, Binnen wir nicht zustimmen, älns scheint nur der 11. August als geeignter Sag, den alle Volksschichten mit* feiern können. Es ist eine ähnlich? Situation wie die Flaggenfrage. Man muh sich auf der Mitte einigen. Abg. Kindt (Dtschntl.) polemisiert gegen den Abg. Kaul und legt dar, daß die Gesetze zum Schutze der Republik sich tatsächlich gegen die Rechte richten und Ausnahmegesetze sind. Abg. Dingeldey (D. Vp): Ich verstehe ohne weiteres, dah ein Abgeordneter, der so ganz auf das rein Materielle eingestellt ist, sich nicht ohne weiteres in die Gedankengänge anders Fühlender einzuleben. Darum nehmen wir Herrn Kaul seinen Standpunkt gar nicht übel. Archt verstehen können tob: das Verständnis des Herrn Kaul für den Standpunkt der Kommunisten. Am 27. Juni sind die Sozialdemokraten doch mit den Kommu .isten Hand in Hand gegangen zum Schuhe der Republik. Herr Kaul hat ja nun offen gesagt, dah es sich um einen Trutz feiertag handeln soll Dafür werden wir niemals zu haben fein, wohl für einen nationalen Feiertag. Abg. Ebner (KPD.): Leider haben wir am 27. Juni gemeinsam mit den Sozialdemokraten demonstriert, wir sind nachher wiederum enttäuscht worden. (Zuruf: Es ist wohl nicht alles kaput geschlagen worden!? — Sehr gut!) Damals wurden gemeinsame Forderungen aufgestellt, die bewiesen, daß die Sozialdemokraten auch nicht mit dieser Republik zufrieden waren. Die Enttäuschung hat aber die Arbeiter uns in die Arme getrieben. (Widerspruch, Unruhe. — Abg. Kaul: Erzählen Sie dies doch in Volksversammlungen, nicht hier!) Abg. Felder (Ztr.) protestiert dagegen, daß Abg. Ebner stets von der Arbeiterschaft spricht. Damit schlleßt die Debatte. Der Antrag wird angenommen. Der Gesetzentwurf, die Abänderung des Aus- führungsgesetzes zum L a n d st e u e r g e s e h , ein Aachtrag zum Gesetz, bctr. Teuerungszuschläge für Beamte, Lehrer usw. und Hinterbliebenen, eine Vorlage, betr. Aeuregclung des Dienstes in der Landes-Heil- u. Pflege- a n st a l t mit mehreren Vorstellungen dazu, sowie eine Reihe weiterer Kleiner Vorlagen werden den Ausschuhanträgen entsprechend debattelos erledigt. Die Tagesordnung ist damit erschöpft. Schluß gegen 1 cklhr. Rächste Sitzung Freitag S1/2 älhr. Aus und Land. Gießen, den 11. Aug. 1922. Erhöhung der Erwerdslofen- nn-erftützuug. Die anhaltende Teuerung hat den Reichsarbeitsminister veranlaßt, im Einvernehmen mit dem Reichssinanzminister bei dem Reichsrat die Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung und zwar der Höchstsätze für über 21 Jahre alte Personen, die nicht in dem Haushalt eines' anderen leben, sowie der Familienzuschläge anzuregen. Der Reichs- rat hat dieser Anregung entsprochen. Von Montag, den 14. l.Mts. ab gelten hiernach folgende Sätze: 1. Für männliche Per- In den Ortsllafsen fönen A B C Du. E a) über 21 Jahre, sofern sic nicht im Haushalt Mk. Mk. Mk. Mk. eines anderen leben 28,00 25,25 22,50 18,75 b) über 21 Jahre, sofern sie in dem Haushalt eines anderen leben 15,00 13,50 12,00 10,00 c) unter 21 Jahre . . 10,00 9,00 8,00 7,00 2.Für weibliche Personen a)über 21 Jahre, sofern sie nicht im Haushalt eines anderen leben 22,50 20,25 18,00 15,00 b)über 21 Jahre, sofern sie in dem Haushalt eines anderen leben 10,00 9,00 8,00 7,00 c) unter 21 Jahre . . 8,00 7,25 6,25 5,25 3. Als Familienzuschläge für a)ben Ehegallen . . 13,00 11,50 10,00 8,50 Die neuen Unterstützungssätze gelten ebenso wie bisher als Höchstsätze. Aiedrigere Unter» stützungssähe werden insbesondere dort in Dellacht kommen, wo durch Gewährung des Höchstsatzes die älnterstühung sich zu sehr den üblichen Löhnen nähern oder sie gar überschreiten würde. Eine entsprechende Verordnung wird in der nächsten Aummer des Reichsarbeitsbialles erscheinen. Wettervoraussage für Samstag: Wollig, trorten mäßig warm. Höher Druck, dessen Maximum südöstlich vor Irland liegt, reicht keilförmig über ganz Mitteleuropa und bedingt beständigeres Wetter. Die Temperaturen steigen langsam an. * ** 500-Mark-Schcine. In nächster Zeit werden Rcichsbanknoten zu 500 Ml. audge- 9eben werden. Sie sind 90:174 Millimeter groß und in einseitigem Druck auf Faserpapier mit Wasserzeichen hergestellt. Der schwarze, in beut» fcher Schrift hcrgcstellte Druck lautet: „Reichs- banknotc Fünfhundert Mark" usw. Vom 1. Januar 1923 ab kann diese Banknöte^-aufgerufen und unter älmtausch gegen andere gesetzliche Zahlungsmittel eingezogen werden." Es wird noch eine zweite Ausgabe mit dem Aufrufstage 1. April 1923 hergestellt. Rechts und links neben den älnterschriften stehen die Kontrollstempcl mit dem Reichsadler und der älmschrift ..Reichsbankdirektorium * 500 Links quer steht dreizeilig der Strafsah, rechts quer die farbige Aummer: sic ist rot bei der ersten, grün bei der zweiten Ausgabe. Das Papier enthält rechts dunkelrote Fasern auf himmelblau getöntem Grunde. Die Rückseite ist frei von Druck und Fasern. Hält man die Aote gegen das Licht, so erscheint auf der linken Seite ein Wasserzeichen, das sich aus zwei feilartig verschlungenen Bändern zusammenseht. Von diesen trägt das eine mit dunkler Randbegrenzung die Helle Wertzahl „500 Mk. das andere, umgekehrt mit Heller Randbegrcnzung, die dunkle Inschrift „500 Mk. Bei der Durchsicht ist die Eigenart des Faserpapiers gut zu erkennen, auch werden diejenigen Fasern deutlich sichtbar, die infolge tieferer Einbettung in die Papiermasse sonst nicht wahrzunehmen sind. ** Um die Sinheitskurzschrift. Aus Erfurt wird uns geschrieben: „Der Reichsbund für Aationalst enographie, die drittgrößte stenographische Schule Deutschlands, hielt in Erfurt eine Dertreterversammlung ab. Zum Vorsitzenden des Reichsbundes wurde Generalmajor a. D. v. Kunowski gewählt. Aach eingehender Aussprache über den jetzt herausgekommenen amtlichen Entwurf einer deutschen Einheitskurzschrift wurde eine Entschließung angenommen, in der mit Bedauern fest gestellt wurde, daß der Entwurf ohne Durchführung der vorher vereinbarten Beto ä hr u n g s ku r se zur Entscheidung gestellt wurde. Ohne die Ergebnisse der Bewährungskurse fehlen aber zur Beurteilung des Entwurfs alle wissenschaftlichen Unterlagen. Die nationalffeno- graphische Schule lehnt aus diesen Erwägungen heraus die Regierungsvorlage ab, weil sie dem Hauptcrfordemis einer modernen Kurzschrift nach größtmöglicher Einfachheit nicht gerecht wird und dadurch nicht geeignet ist, allgemein in den Schulen eingeführt zu werden." ** Die Friseur- und Perücken- macher-Innung Gießen bittet uns um Aufnahme der folgenden Zeilen: „Die in letzter Zell enorm gestiegenen Unkosten und die allgemeine starke Teuerung haben die Friseure gezwungen, die Dedienungspreise zu erhöhen. Die Innung appelliert an das Publikum, dem schwer um seine Existenz ringenden Friseurgetoerbe auch fernerhin soziales Verständnis entgegenzubringen und die berechtigten, jeder Prüfung standhaltenden Aufschläge anzuerkennen." Aäheres im heutigen Anzeigenteil. A Kaninchenzucht. Der Provinzialver- band Oberhessen des hessischen Landesverbandes der Kaninchenzüchter hielt in Gießen im Hotel Hopfeld seine letzte Hauptversammlung ab. 3nx folge Ertränkung des Vorsitzenden führte Stoll- Dad-Äauheim den Vorsitz. Den wichtigsten Punkt der Verhandlungen bildete die Auflösung des ProvinzialverbandeS und die Gründung von Kreisverbänden. Es sind für Oberhessen vorerst drei Kreisverbände: vorgesehen: 1. Gießen-Alsfeld. 2. Friedberg und 3. Aidda-Düdingen-Schotten. Der Kreisverband Friedberg ist bereits gebildet und Stoll- Bad- Aauheim ist dort zum Vorsitzenden gewählt. Für den Kreisverband Gießen wurde einstweilen b)die Kinder und son- ftige unterstühungs- berechtigte Angchör. 11,25 10,25 925 Kreiling-Gießen mit der Führung der Geschäfte betraut, da der Vorsitzende erkrankt ist. Der Kassenbestand des aufgelöstenProvinzialver- bandes in Höhe von etwa 1200 Mk. wird an die drei Kreisverbände im Verhältnis der Mitgliederzahl nerteilt Eine große Kaninchen - a u s st e l l u n g soll am 30. Sept, und 1. Oft. in Gießen abgchaltcn werden. Der Schwarz- und Dlauloh-Klub und der Gernrania-Silber-Klub , werden damit Sonderschauen ihrer Rasten ver- 8,25 | binden. ________________ w MM m tote. Roman von Ernst Scheitel. 32. Fortsetzung. (Aachdruck verboten.) Ein fahles Licht drang vom Ausgang herein, den die vordersten Reihen der Aeger bereits erreicht hallen ijnb in len auch Eduard sich mit einem Male gezwängt fühlte, während die Fluten hinter ihm zusammen schlagen and er die Treppe hinaufgepreßt wurde. ' Schreie Ertrinkender und das Gebrüll drr scheu gewordenen Tiere bereinigten sich mit dem Getöse der schwarzen Wasser, die bald die Decke erreicht hallen und alles Lebendige begraben. Tausende von Leichen schwammen in den Wrr- beln, die jetzt die versunkenen Säulen indreiften, und schäumende braunschwarze Wogen quollen die Treppe empor, alles erfassend und tu die Tiefe reißend, was ihnen begegnete. Besinnungslos rannte Eduard dahin, über Steine und umgestürzte Säulen, ziellos und nur getrieben von dem Gedanken, entkommen zu sein und seine Deute zu bergen. Die wenigen der Aeger, die mit ihm den Ausgang erreicht hallen, zerstreuten sich, als wenn der Satan ib~ en rm Racken säße, nur zwei Gestalten blieben Eduard picht auf den Fersen and mit ihnen galt es nun den letzten Kampf aufzunehmen. Silly foU- ten sie jedenfalls nicht zurückgewinnen, solange Eduard noch lebte. Eduard lief die Halden hinab, bald fant er tief in den Sand ein, bald stellten sich Felsvor- sprünge in den Weg und oft mußte er langsam und vorsichtig klettern, um nicht zu stürzen. Er Hostie sich und den Leichnam Sillys in irgend einer der Schrunden verstecken zu können, die die Felswände durchzcgm. Ec errichte auch nach vielen Kreuz- iunb Querwendungen eine Höhlung, die tief tn das Gestein einschnitt und wo er vorläufig sicher zu sein dachte. Er tr ig Sand zusammen und bettete Silly Hinern, tarntt sie weich liege, während er die Wacht bet ihr hielt. Das grünliche Licht der Aacht sickerte durch den engen Eingang herein und beleuchtete geisterhaft das Antlitz des Mädchens. Silly war so schon wie vorher. Sie lag starr und ohne zu atmen, eingehüllt in die Prunkgewrbe 'und noch den Schmuck an den Gliedern. Eduard kniete neben ihr und hielt ihre schmale, kühle Hand mit dem smaragdenen Ring und den vergoldeten Aägeln zwischen feinen Händen, als könnte er etwas von seiner Wärme in ihren Körper strömen lassen, um das entflohene Leben in sie zurückz Zaubern. Sem Atem berührte die tolle Haut ihres Gesichtes und dann und wann war es ihm, als male sich eine flüchtige Rote auf den zarten, wie versteinerten Zügen, wenn der warme Hauch seines Mundes über sie hinstrich. Mit unenblidjer Zärtlichkeit betrachtete er den sanft geschweiften Mund den er nie rm Leben berührt hatte, und überttxfitigt von einer Empfßrdung glühender Hingegrb nheit drückte er den ersten Kuß auf die toten Lippen. Dcr.rn fuhr er auf. Vom Eingang her nahten Schritte und er mochte sich bereit zur Wehr. Die Untriffe zweier Menschen erschienen vor dem bleichen Aachtk-immel, und Eduard wollte den beiden schon entgegentreten, als er Perzelius und Ismais in ihnen erkannte. „Gut, daß wir Sie endlich gefunden haben," sagte der Doktor. „CÖlit Mühe vermochten mr Ihre Spur noch zu verfolgen." Eduard axir erstaunt und erfreut, stall der beiden vermeintlichen Verfolger raun Perzelius und feinen jungen Retter vor Augen zu haben. Dennoch fand er sich nur schwer in die neue Lage. Aun die dringendste Gefahr überstanden und er selbst und der Doktor wohlbehulten aus allen Kämpfen und Mühsalen hervorgegangrn waren, kam es ihm erst deutlich zum Bewußtsein, daß das Ziel der Anstrengungen dennoch verfchll und der scheinbare Sieg in Wirklichkeit eine letzte und entscheidende Aiederlage war. Denn hatte er nicht alle Entbehrungen, Qualen und Aengste der vergangenen Wochen nur deshalb mit Todesverachtung ertragen, weil ihm ein Ziel winkte . neben dem alle andern Rücksichten verblaßten? Und war dieses Ziel nicht Sillys Rettung gewesen? Mit welcher nagertber Sorge hatte er Sag um Sag verstreichen sehen, immer nur den einen Gedanken im Herzen: wird es noch Zell sein, wird sie noch leben und was dann, wenn wir zu spät kommen? Unb nun lag Silly neben ihm, er konnte ihren Körper umfangen — doch ihre Seele war entflohen. Mit einem Blick voll unendlicher Trauer und Liebe sah er hin auf die junge Tote, bann kniete er bei ihr niebtr und brach in een erschütterndes, krampfhaftes Schluchten auS. Dre Welt schien ihm dunkel ’unb leer und nicht mehr des Lebens wert, sein Sa'ein war gebrochen in dem Augenblick, wo es sich entfallen sollte zur höchsten Wonne, jede Freude schien ihm für ewig verloren. Perzelius wandte sich ab, »um Eduard nicht in dem Ausbruch seines Schmerzes zu stören. Er ging nach dem Hintergründe der Höhle nm diese auszukundschasten. Aur IsmaiL blieb. Er stand schweigend und wie verstehend da und ließ seine großen, dunkeln klugen Augen auf Eduard und dem Mädchen ruhen. Dann beugte er sich nieder, richtete Eduards Antlitz sanft empor und sagte leise unb feierlich: „Sie ist nicht tot, sie schläft nur. Der Geist hat ihre Seele genommen, der Geist kann sie ihr toi?bcrg:ben." Eduard sah dankbar, aber trostlos zu dem Knaben auf. Er glaubte, daß ill.ser firmbtlb* sich spreche daß Silly in einem andern geistigen Leben wieder erwachen werde, ilnb er gab sich aufs neue seinem Schmerz um die Derlorene hin. Wieder begann Ismais: „Wenn die Sonne sinkt hinter den westlichen Bergen, wird deine weiße Frau erwachen. Ich will ihr mein Leb-" geben." Eduard verstand nicht recht. Er erinnerte sich nur des Glaubens der 2fegi)bter, daß dir jintenbe Sonne die Serien d:r Toten hinüberführe nach den Gcfllden der Seligen jenseits der westlichen Berge. Aber innerlich dankte er dem Knaben, daß dieser Sllly fein Leben schenken wollte, auf daß sie einen Freund fände, wenn sie drüben erwachte. Denn wer sich einem Verstorbenen opferte, der blieb um ihn, auch im Jenseits, nach dem Glauben der Alten. Doch zum brittenmal sprach Ismais: .Ihr Blut ist noch nicht geflosien, die Kraft des großen Dcchvzaubers nicht gebrochen. Aoch totrn sie erwachen." Ungläubig und mechanisch schüttelte Eduard den Kopf, wie einer, dem der Schmerz den Verstand geraubt. • (Fortsetzung folgt' tflg; r.L?A ÄÄj? İZZ S¥ ’S MrZ erscheint out Ä sich aus tbci 61 -y X*1', das jlW», ■ • Set der Durch. Papiers gut zu er- 'gen '(tafem deutlich ' Einbettung in dte ^unehmm sind. Kurzschrift. Aus n: -Der Leichsbund U! drittgrvve sieno. nds, hielt in Erfurt ab. Zum Torsihen« < ©cneralmnjor n D. lach Umgehender AuS- ausgrkvmmenen amt- hen Emheitskurzschrist 'genommen, in der mit «, dah der Snttoutf her vereinbarten Le- Entscheidung gestellt der Drtvährungskurse ig des Tntvurfs alle n. Die nationalsteno- 3 diesen Erwägungen age ab, weil sie bcm menten Kurzschrift nach nicht gerecht wird und Lgemcin in den Schu- und Perücken» ßen bittet uns um !fiten: „Sie in Wer fofkn unb die tilge' en die Friseure ge- elfe zu erMen. w PMviurn, dem schwer i Friseurgewerbe auch miet entaegenzubringen ;r Prüfung standhal' kennen." Näheres im t Der Provinzialv»' chcn Landesverbandes in Gicsien im Hotel xrsammlung ab- *w6‘» ■; Den wichtigsten Puntt , die MW11» b-nd-s und te Lncrbanden. vs I drei Kreisverbande ft Friedberg nnd ^'Der Kreisvci^nd iüenden wurde 10. s-p> «nb , » ST»?* d «tÄ» Sdu- h and > \< Der , r» f^Mfi b» jene", oe -‘■Sfflßsf »iß.. ffr »xlnnere recht- „h dar - E -n Luder' ’ et ’S fern -Th» wenn i,v ÄhjxxtÖ I*' für Vic ^ugenDtumer ein ^rcltampf (Dreisprung, I Kugelstoßen, lOO-Hleter-Cduf) vorgeschrieben ist. 1 i des Landhauses zufaminenzuormgen. üüne lvert- ; • volle Unterstützimg fand er in bcm Vorstand des Auch die Frauen tragen einen Dreikampf aus (Hochsprung, Kugelstoßen, 50-Weter-Lauf). London, reiche Hilfsaktion ist im Gange. 265. Sportvereenigun lener einer Ausschreibung abzusehen und haben als K’S Wül gemeinsamen Kandidaten ben Höchster Dergeord« geI)enbe Änsprache gehalten, ncten Bruno Asch von der Unabhängigen yprtreter. Cßucbbrudereibefihei 61,03 60,92 53,07 486,65 484,35 463,40 Japan Schweizer Franken 72,50 100U," 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 117.80 97.80 23.80 125.40 5.03 -J2 1,67 100 Fl. 100 AN. 100 Kr. 100 Kr. 100 Fr. 1 £ 100 2. 100 Fr. 100 Kr. 100 r 100 Kr. 100 Kr. Fr. Fl. Kr. 5fr. Kr. Kr. Sh. $ Fr. 266,. 1895 99 v 1730, 1988,. iSub 1140, 970, 1950, 950, 875, 898, 1010, 960, 549, 4,70 ~,12 1,4? 10. S. — ,60 -.29 -,57 -.47 9. 8. 77,50 116,25 265,- 78,- 530, - 381, - 283,- 266,- 485, — 388,- 284,- 239,50 270,- 2000,- 1150,- 975,- 870,- 90C,- 1C60, — 1036, • 520,- 500. 70,25 975,- 10.8. 12,50 119 25 268,- 77,60 o49,- 405,- 284,52 266,50 499, - 388,- 284, — 239,5« 270,- 1990, - 1050.— 905,- 9d5,— 893,- 1045,- 980,50 540,- 520,- 70.50 1000,- 203.60 0.61 041 12.95 42.- 23.43 23.75 39 85 0.36 62625 L57 0.075 0.8 77,60 119,- 265,- 74,10 540.- 395,- 279,- 265,- 499,- 204.- 0,61 0.01 13.10 42J.0 23.44 23.90 40. - 0.375 525-75 1.575 0,075 Sozialdemokratischen Partei aufgestellt. Die Wahl wird, wenn die Kommission dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung darüber berichtet hat, in öffentlicher Sitzung erfolgen. A s ch steht erst seit etwa zwei Jahren im Kommunal- bienfi, den er mit seiner Wahl zum Stadt- rat in Höchst a. M. begann. Dis dahin war er im kaufmännischen Berufe tätig. Das Ausländertum in Wiesbaden. kong wird gemeldet 28 000 Opfern bei derTaifun-Katastrophe von Swatau wurden geborgen. Eine umfang- Wechsel auf Holland Deutschland . . . . Wien Prag Paris . London ...... Italien ...... Brüssel Budapest Neuyork . Turnen, Sport und Spiel. Das Gordon-Benuett--Fliegen. Genf, 10. Aug. Der amerikanische Ballon „Uncle Sam", Pilot Honeywell, ist am 7. August 40 Kilometer östlich von Budapest im Kreise Pest bei Tapiogyörgye gelandet. Die durchflogene Strecke beträgt 1060 Kilometer, so baß BienaimL-Frankreich geschlagen ist. a v .msprache gehalten, überbrachte Bezirks^ Vertreter, Buchdruclereibesiher Ehr. G u n t r u m- Schlih die Glückwünsche des Gaues Hessen und des 4. Bezirks, dankte dem alten Turnvater Theodor Helfenbein - Lauterbach für feine gewaltige, der Turnsache geleistete Arbeit und sprach dann über die hohe Bedeutung des Turnens für Volk und Vaterland. Seine Worte fanden bei Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Dries Brüssel-Antw. . Lhristiania . . . Kopenhagen .. Stockholm. . .. Helsingfor-.. . Italien London Heul) ort Paris Schweiz . . . . Spanien Deutsch-festere, Prag Budapest. . . . Buenos Aires . Bulgarien . . . Vermischtes. Die Taifun-Katastrophe bei Hongkong. ausgegebene Kurrremdenliste. Von ben itio ein- getroffenen Fcemoen waren nur 12 aus Demsch- land, die übrigen waren Ausländer, in berMehr- 9. 8. -.66 -,33 -.62 -.50 A Lauterbach, 10. Aug. Ein Siedlungsverein für den Kreis ^Lauterbach wurde hier nach einer gut besuchten Versammlung von Sieblungsinteressenten ins Leben gerufen. Die Gründungsversammlung leitete Lehrer Weber aus Reuters. Kreis Schotten. ADreungeshain, 9. Aug. An der Ausführung eines Millionenprojekts wird gegenwärtig im Oberwald gearbeitet. Der Lcmv- grafenbrönnen und andere Quellen werden tiefer erboset, und das Wasser soll der Ridba zugeführt werden. Die Arbeiten führt Unternehmer Aöhel von hier aus. Das Projekt wird auf Veranlassung und Kosten der Webereien. Wollspinnereien. Sägewerke- und Mühlenbesitzer des oberen Riddatales bis nach Unterschnitten abwärts ausgeführt. , y. Gedern, 10. Aug. Postmeister Mehring dahier trat dieser Tage in ben Ruhest a n d. Eine Abschiedsfeier hatten ihm die hiesigen Postbeamten im Gasthof „3ur Traube" vevanstaltet, wobei Oberpostschaffner Birx herzliche Worte der Anerkennung und des Dankes sprach Herr M. war 40 Jahre am hiesigen Pvst- ru»g, wwm- Agram . stoßen, lOOZHieter-ßauf) ausgetragen, währenb j Warschau Kirche unb Schule. z$ Lauterbach, 9. Aug. In einer Konferenz ber Lehrer ber vierllassigen unb mehrklassigen Schulen des Kreises, die dieser Tage unter Leitung des KreisschulratS Andreas ftatifanb, wurden die neuen Lehrpläne für die Fortbildungsschulen besprochen unb Richtlinien dafür aufgestellt. — In Hochwaldhausen wurde in dieser .Woche eine philosophisch-psh° cholvgischc Vortragsreihe für Lehrer des Kreises abgehalten. Als Dozenten waren Professoren der Reformschule Hochwaldhausen tätig. Landwirtschaft. § Aus dem Vogelsberg, 9. Aug. Eine ungewöhnliche Arbeit kostet in diesem Iahre die Bebauung ber Flachsfelder. Der feuchte Sommer,-der trotz aller Niederschläge keine eigentliche Durchweichung des Bodens gebracht, fördert sehr den Wuchs des Unkrautes. Das muh ans dem Flachse entfernt werden. Schon dreimal find bic Flachsfelder gereinigt worden, immer wieder wächst neues Untraut hervor. Der Flachs hat reichlich geblüht, so daß für den Leinertrag gute Aussichten vorhanden sind. Wer die hcutigmi Preise für die Leinwand kennt, weiß auch, daß Der Preis für Rohflachs, wie er jetzt meist verkauft wird, stark gestiegen ist. Die Flachszucht stellt demnach einen recht ergiebigen Zweig der Landwirtschaft dar. A Herbstein, 8. Aug. Ein schlimmer Schädling hat auf den Haferäckern des Vogclsbcrges viel Schaben angrcichtet, so daß viele Aecker nahezu vernichtet sind und manche kaum die Saatfrucht bringen. Die Halme sind von der Wade einer Fliege, welche die Eier unterhalb ber Rispe in bic Halme bohrt, leer Anfressen und sterben ab. Man kann den Schädling nur dadurch bekämpfen, daß man ben Acker einige Wochen nach ber Ernte, wenn die ausgefallenen Körner wieder handhohe Hälmchen getrieben haben, tief umpflügl. Die jungen Pflanzen sind bann toieberum von ber Made befallen, welche bann in ber Erde zu Grunde gehen. Es empfiehlt sich, un nächsten Iahr Kartoffeln ober Runkeln auf ben Acker zu pflanzen. OU4,uh 374,50 375,60 «>99,o0 40^,60 Rio de Janeiro 10683,- 10714,— 11786,— 11815,— Züricher Devisenmarkt. 10« o. 41. o an den Feldzügen 1866 und 1870/71 teil. ch. Münzen berg, 8. Aug. Die Kirchen- rollekte für die evangelische Altershilfe ergab ben Betrag von 162,40 Mk. Eine für ben gleichen Zweck veranstaltete Haussammlung brachte 1047 Mt. ein. ch. Trais-Münzenberg, 8. Aug. Für die evangelische Altershilfe gingen im ganzen 1016,75 Mk. ein. Hessen-Nassau. Der Duchdruckerstreik in Frankfurt a. M. fpb. F r a n k f u r t a. M., 10. Aug. Bisher ist es noch zu keiner Berstänbigung zwischen ben Arbeitgebern unb Arbeitnehmern ^gekommen. Mittwoch vormittag versuchten i streikende Buchdrucker, den Verkauf auswärtiger Zeitungen in den Bahnhofsbuchhanb- lungen mit Gewalt zu verhindern, um Frankfurt ganz von aller Zeitungskost abzuschnei» den. Durch das Eingreifen besonnener Personen konnte bas Vorhaben der Leute bet» hindert werden. Der Vorstand. 7456) im Banse CHER LLOVO IEM£H SeffesM NWiekesm ZMM m 15 AWske« (KO KalWer, 5 Warmblüter) findet am Montag, den 14. August 1922, nachm. 2 Uhr im Reithause des Land- gestiits Dillenburg gegen Barzahlung statt. Fehlerlisten Können nicht versandt werden. Gestütdirektion Dillenburg. Zriseur- u. peMenmacher- ZwangZinnung. In anbetracht der allgemeinen Teuerung tritt ab heute eine 30pr*oz. Erhöhung unserer Dedienungspreise ein. in- und Miu! von' Mi it ülmlata Zahle für Juwelen, Gold und Silber die höchst. Tagespreise! Zahng@bässe und einzelne Zähne per Zahn 30 und 35 Mark. Nur Freitags und Samstags! Kirchenplatz23 II.r.(hintd.Kirche) ton diskrete Von 9 Öhr vorm. Evtl. Besuch reelle Bedienung blsfi öhra’uds. RegelmflBiger Passagier- und Frachtverkehr mit eigenen Dampfern Von BREMEN nach NOi^D- AMEBSKA AMERIKA Vorzügliche Passagier-Einrichtungen für alle Klaneen. Anerkannt vorzügliche Verpflegung, geräumige Promenadendeck«, behagliche Geeellscnaftsräume. 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Ter Voranschlag der Gemeinde Hungen für das Aj. 1922 liegt vom 12. August 1922 an eine Woche lang während der Dienststunden auf unserem Bureau zur Einsichtnahme offen. Einwendungen sind schriftlich oder zu Protokkoll während der Offenlegungszeit daselbst vorzubringen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Hungen, den 10. August 1922. (74470 _______Bürgermeisterei Hungen. Fendt.______ Der Nachtragsvoranschlag der Gemeinde Garbenteich für Rj. 1921 liegt von Freitag, den 11. August bis einschl. Freitag, den 18. August 1922 auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters offen. Während dieser Frist Können Einwendungen erhoben werden. Zu der Erhebung der Umlage haben auch die Ausmärker beizutragen. Garbenteich, den 11. August 1922. Hessische Bürgermeisterei Garbenteich. Kissel. (74460 Samstag, den 12. und Sonntag, den 13. August 1922, im Saale des Hotels Felsenkeller, Bahnhofstraße: Grotze Pilz-Ausstellung Leitung: Herr Univ.-Garteninspektor Rehnett, Gießen. Eröffnung: Samstag nachmittag 3 Uhr. Führungen durch die Ausstellung: Samstag nachmittag 4 Uhr, Sonntag vormittag 11 Uhr und Sonntag nachmittag 5 Uhr. Zur teilweisen Deckung der hohen Unkosten wird ein Eintrittsgeld von Mk. 4.- für Erwachsene und Mk. 2.- für Kinder erhoben. 73927 Naturheilverein Metzen. Mk Traxfrftfiz die netze TfppmaittreZZ. werden JYefizrefn ZZZacZeil ?* jDar ist doch* weife? Zzetne 3rag', ,t£Cer»^e<5es,,i(ti aZZe/n nur mag? Prezi osa. -Büro-Ei nrichtungshauis Frankfurt am Main Katserjirasse 4- Prima MMmel« zu verkaufen. 7442 Rodbeimer Straffe 6. Ein Hund (Wolfsspitz), zu verkaufen 07726 Nicgelpfad St. Hübsches, 7 Wochen altes Hündchen, zu verkaufen. 07748 Lick, Bahnhofstr. 21. 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