Donnerstag, U- IHai 1922 1Z2. Jahrgang Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm‘Breite örtlich 120 Pf, auswärts 150 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 450Pf. Bei Platz. Vorschrift 20 „Ausschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in G»etzen. Nr. YO Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags, mit derSamstaqsbeilage: GießenerFamilienblätter Monatliche vezuoepreife: Mk 18.- und Mk. 2.— Trägerlohn,durch diePoft Mk. 20.—. auch bei Nicht, erfcheinen einzelner Num- mern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech- Anschlüsse, für dte Schrift- leitung 112, für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drohtnach. richten: Anzeiger Gietzen. Postschecttonlo: Frankfurt a. M. 11686. GietzenerAMign General-Anzeiger für Oberhessen vrvck «nb Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- vnd Steinörurferei H. Lange. 8chrlst!ettnng, SeschSstrsteve und Druckerei: 5chulstrahe 7. Eine Totenwanderung. Don V.Otto Everling, M. d. R., RikolaSsee. Die französische Regierung hat die Heimschaffung sämtlicher in DeutschlandbeerdigterFranzosen nach Frankreich beschlossen und will diesen Beschluß in den nächsten Monaten aus- führen. Etwa 20 000 Franzosen aus dem Weltkriege liegen in Deutschland beerdigt, die in Lazaretten oder Gefangenenlagern gestorben sind. So werden also durch unser Vaterland in den nächsten Monaten Züge um Züge rollen mit den Gebeinen der 20 000 Franzosen — eine Lotenwanderung, die voraussichtlich wieder viel Erregung und Haß gegen Deutschland in Frankreich lebendig machen wird. Der Wunsch der Angehörigen, im Kriege Gefallene oder Verstorbene in her Heimat zu beerdigen, ist an sich begreiflich. Und doch habe ich stets die Empfindung gehabt, selbst wenn pietätvolle Sehnsucht das Grab aus Feindesland in die Heimat verlegte: wäre eS nicht besser, man ließe die Toten ruhen. Die Möglichkeit der Lieberführung der vielen hunderttausende Deutscher, die in Feindesland zur letzten Ruhe gelegt sind, ist selbstverständlich ausgeschlossen. Wenn im Vertrag von Versailles die Zurückführung gegenseitig gewährleistet wird, so hat dies für die Deutschen keinen durchschlagenden Wert. Viel wichtiger wäre es uns, zu wissen, daß die zahllosen Gräber draußen pietätvoll bewahrt würden, wie wir gewiß sind, daß die Franzosengräber in Deutschland mit der Ehrfurcht, die wir auch vor den toten Feinden haben, getteulich behütet werden. Wenn nun trotzdem unter Poincärs die französische Regierung diesen Entschluß gefaßt hat, so werden wir uns seine Wirkung klar machen müssen. Die Franzosen senden Kom- Missionen mit Särgen in zahlreiche deutsche Orte. Allerhand Reibungen können bei allem Entgegenkommen nicht ausbleiben. Auch Schwierigkeiten werden nicht fehlen, da es sich vielfach um Ausgrabungen handelt, die bis zu acht Jahren nach der Beerdigung stattfinden. Trotz der sorgfältigen Registerführung in deutschen Lazaretten und Gefangenenlagern ist es nicht ganz ausgeschlossen, daß hier und da Verwechslungen vorkommen und die Aeber- reste eines Russen oder des Angehörigen einer anderen Ration statt eines Franzosen in die französische Heimat reisen. Die Frage der Gebühren der Tleberfüh- rung von Leichen, die in verschiedenen Gemeinden verschiedenartig geordnet sind, werden Weiterungen veranlassen. Hat doch schon der Reichsminister des Innern sich wegen Abänderung der Vorschriften und Herabsetzung der Gebühren mit den Ländern und Gemeinden in Verbindung setzen müssen. And entgegenkommend, wie nun einmal die Deutschen sind, hat der Reichsverkehrsminister bereits die Ermäßigung um die Hälfte der tarifmäßigen Fracht bei der Zurückführung der französischen Leichen in Aussicht gestellt. Aber all diese Schwierigkeiten sind nicht das Hauptbedenken, das bei dieser französischen Maßnahme auftaucht. Das besteht darin, daß voraussichtlich neben der Beunruhigung in mancher deutschen Stadt durch das Erscheinen der französischen Kommission eine Welle der Erregung und des Hasses in Frankreich wieder geweckt wird an allen den 20 000 Orten, in denen mah die zurückgeführten Leichen bestattet. Man kann sich vorstellen, daß die Wagen an der Grenze mit Ehrenpforten und Reden empfangen werden, daß in den einzelnen Gemeinden die neue Beisetzung unter großer Aufmachung stattfindet. Käme dabei nur die pietätvolle Dankbarkeit für den tapferen Toten zum Ausdruck, der für sein Vaterland sich hin- gegeben hat, man würde keinerlei Einwendungen erheben dürfen. Aber aus allem, was wir aus ähnlichen Veranstaltungen hören und wissen, steht zu befürchten, daß die große weltgeschichtliche Lüge von der Schuld Deutschlands bei solchen Gelegenheiten wieder neue Verhetzung und Aufregung der Gemüter herbeiführen wird. Pie- täwvller Schutz der Kriegergräber diesseits und jenseits der Grenze hätte mit der Zeit Verständigung und Versöhnung finden können. Wir meinen deshalb, daß die französische Regierung mit dieser geplanten Totenwanderung kein gutes Werk tut, und daß es die Pflicht der früheren Bundesgenossen wäre, Frankreich wie von so vielem anderem Anheil- vollen auch von diesem .Schritt zurückzuhalten. Die Reichsregierung an die Reparationskommission. Berlin, 10. Mui. (Wolff.) Die Reichs- regierung richtete unter dem 9. Mai an den Präsi enten der Reparationskommission nachstehende Rote, die heute In Paris übergeben wird: Rach den vorangegangenen Defprechungen glaubt dj,e deutsche Regierung aus der Rote der Reparationskommistion vom 13. 2IpriI entnehmen zu können, daß der Reparalionskommission ebenso wie ihr selbst daran gelegen ist, gewisse Mißverständnisse, die über die vorher gewechselten Roten entstanden sind, zu beseitigen und durch eine vertiefte Besprechung der Lage auch tn sachlicher Hinsicht zu hären. Am diese Arbeiten zu fördern, beehrt sich die deutsche Regierung folgendes mitzuteilen: 1. Cs entspricht der Auffassung der deutschen Regierung, daß es grundsätzlich notwendig ist, die gesamten in Papiermark entstehenden 6 aatsaus- gaben durch die Einnahmen aus den Steuern und den inneren Anleihen ohne Vermehrung der Geldinflation zu decken. Die deutsche Regierung erkennt auch an, daß es notwendig ist, alsbald weitere Schritte für die Durchführung dieses Grundsatzes zu tun. Änderet seits wird es mit Rücksicht auf die Lage der deutschen Wirtschaft und auf die deutschen finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Auslande unumgänglich notwendig sein, daß erhebliche vom Reich in ausländischer Währung zu leistende Zahlungen durch äußere Anleihen beschaftt werden. Mit Rücksicht auf die erst in letzter Zeit beschlostene außerordentliche Erhöhung der Steuern ist es nicht möglich, dem Verlangen der Reparationskommission auf Einführung tociterc r Steuern im Betrage von 60 Milliarden vor dem 31. Mai 1922 zu entsprechen. Die deutsche Regierung ist aber bereit, vor diesem Tage der Reparationskommission einen eingehenden Plan mitzuteilen, der das Ziel verfolgt, dem eingangs gestellten Grundsatz Rechnung zu tragen. 2. Die deutsche Regierung nimmt gerne davon Kenntnis, daß die Reparationskommission die Souveränität Deutschlands bei der Feststellung seiner öffentlichen Ausgaben sowie in den Fragen der Besteuerung und in der allgemeinen Finanzpolitik anerkennt. Sie nimmt ferner davon Kenntnis, daß die Kommission den Wunsch hat, die deutsche Regierung bei der Ordnung der Reichsfinanzen zu unterstützen. Sie wird zu diesem Zweck der Reparattonskommission alle Möglichkeiten für gewünschte Auskünfte eröffnen. Sie wird deshalb auch für die Dauer ihrer Zahlungsverpflichtungen, wie sie die Entscheidung der Kommi'sion vom 21. Mürz vorsieht, mit der Reparationskommission über die von ihr geplanten gesetzgeberischen Schritte auf dem vorher bezeichneten Gebiet der Finanzgebarung sich ins Benehmen sehen. 3. Die deutsche Regierung wird sich im übrigen nach Kräften bemühen, den von der Reparationskommission in ihrem Brief vom 21. März ausge- sp ochenen Bedingungen zu entsprechen. Sie hält indessen an der Auflassung fest, daß einige dieser Anforderungen unerfüllbar sind. In diesem Zusammenhänge bezieht sie sich auf das im Schreiben vom 13. April gemachte Angebot, jeden praktischen Vorschlag zu prüfen, der von der deutschen Regierung zur Behebung der Schwierigkeiten, in denen sie sich befindet, gemacht wird. Da wegen der Konferenz von Genua mehrere Mitglieder der Reichsregierang geraume Zeit von Deutschland ferngehalten wurden, ist es der deutschen Regierung zu ihrem Bedauern nicht möglich gewesen, verschiedene im Brief vorn 21. März gestellte Fristen inne- zuhalten. Sie ersucht die Reparationskommission, sich mit einer angemessenen Verlängerung dieser Fristen einverstanden zu erklären. 3n Vertretung (gz.) Dauer. Der Eindruck in Paris. Paris. 11. Mai. (WTB.) Die deutsche Rote an die Reparationskommission wird von der Morgenpresse veröffentlicht. Der „Olt a t i n" ist nicht befriedigt von der Antwort, da die Rote weder über die Frage der Einschränkung der Ausgaben, noch über die allgemeine Finanzpolitik, stoch über die für eine äußere Anleihe zu liefernden Garantien konkrete Vorschläge unterbreite. Ser „Petit Parisi en" nennt die Rote befriedigender als die vorausgegangenen, aber sie äußere keine befriedigenden Vorschläge Sie über- lasse diese offenbar Reichsminister Dr. Hermes und habe nur den Zweck, dem letzteren ein günstiges Terrain vorzubereiten. Das „Echo de Paris" vertritt den Stand- punft, in Wirklichkeit handele es sich nicht um eine endgültige Antwort, sondern um den Ausdruck des Wunsches, die von der Rcparationskom- Mission gestellten Bedingungen zu befriedigen. Deutschland entferne sich allo nicht von dem Standpunkt, den es feit den Tagen eingenommen habe, die der Anterzeichnung des Versailler Friedensvertrages vorausgegangen seien, und wolle, daß an Stelle des ausgezwungenen Friedens ein ve handelnder Friede gesetzt werde. Arn eine Diskussion zu erzielen, schlage die deuflche Regierung einen fon?jliantcren Ton an. Es handele sich offenbar jedoch darum, nicht mit Handlungen, sondern mit Worten und Despre^ingen Befriedigung zu geben. Ze schöner diese seien, desto mehr mühten sie das französische Mißtrauen erwecken. Der „Figaro" vertritt den Standpunkt, das deutsche Dokument bestehe aus einer Serie von Schwankungen; diese gingen von der harten Weigerung bis zur bedingten Annahme. Die Gesamtnote mach: den Eindruck einer heimtückisch en Herausforderung. Der „Excelsior" sagt, was die deutsche Regierung vor allem verlange, sei ein neuer Aufschub. Die souveräne Reparationskommission habe nunmehr zu entscheiden, ob man ihn annehmen wolle oder nicht. 3m Gegensatz zu den französischen Blättern glaubt die amerikanische, in Paris erscheinende Zeitung ,E h i c a g o T r i b u n e" feststellen zu können, ba& infolge des versöhnlichen Charakters der deutschen Rote jede Gefahr, daß die alliierten Mächte gezwungen fein könnten, am 31. Mai militärische Sanktionen zu ergreifen, als geschwunden betrachtet werden könne. Criiie neue Note wegen der Aufstands- schaden in Cbcrtd)lcficn. Berlin, 10. Mai. (Wolff.) Auf die Rote der Botschafterkonferenz vorn 14. März, die den von der deutschen Regierung gestellten Anttag auf Tragung der Aufstandsschä- den in Oberschlesien durch die Alliierten ablehnle, hat die deutsche Regierung nunmehr den Kabinetten in London, Rom und Paris eine neue Rote zugehen lassen, in der sie zu einer neuen Prüfung der Lage auffvrdert, da die erste Rote gegen den Wortlaut und den Geist des Versailler Vertrages verstößt. Die Qlote der Botschafter« Konferenz stützte sich auf einen Passus, der nur eine Bezahlung für die Verwaltung und die Besatzungsttuppen aus den örtlichen Einnahmen vorsieht. Aufstandsschäden formten nicht hinzu gerechnet werden. Die Bezahlung der Aufstandsschäden ist dringend geworden, weil sich die Rvtlage in Oberschlesien verschärft hat. Zahlreiche Existenzen sind dem Ruin nahe. Rur eine schnelle Aktion der interalliierten Regierungen kann das Schlimmste verhüten. Französischer Spott über Lloyd George. Paris, 10. Mai (WTB.) Einzelne Pariser Blätter sehen trotz der verschiedenen Widerrufe, die von englischer und französischer Seite erfolgten, ihre Polemik in Bezug auf die Bemerkungen, die Lloyd George am letzten ©onnabenb dem französischen Delegierten B a r - thou gegenüber getan haben soll, fort: So schreibt die „Libertö": Kaum habe Lloyd George feine innersten Gedanken enthüllt, fo bekomme er Angst. Auch er wolle nicht beschuldigt werden, etwas verbrochen zu haben. So verlange er also von Barchou die Bescheinigung, daß eia gewisser Lloyd George nicht gesagt habe, er hätte genug von der Entente Cor» diale. Aus dem gleichen Gefühl heraus unter- fchreibe Darthou eine, nebenbei bemerkt, übertriebene Bescheinigung, durch die sich niemand täuschen lasse. Der Entente Cordiale gehe es dadurch nicht besser, aber man wolle es nicht zugeben. Auch der „3 n t r a n f i g e a n t“ meint, Lloyd George habe sich faktisch eine ganz unnütze Mühe gegeben, wenn er die ihm zuges hriebenen Aeuße- runqen über die Rotwendigkeit neuer Freundschaften habe dementieren laf'en. Zedermann wisse heute, daß er fie getan habe. Ohne Zweifel habe er fie ©firmunt und ander e n gegenüber im Vertrauen nur deshalb getan, weil er hoffte, daß fie den Franzosen alsbald hi verbracht würde. Rur feien inzwischen diese Drohungen mit dem Bruch der Entente, die nur tangiert wurden, um auf die französischen Vertreter einen Druck auszuüben, nicht vertraulich geblieben, sondern von der Presse in alle Welt verbreitet worden und hätten solche Erregung hervorgerufen, daß der englische Premierminister genötigt worden sei, sie offiziell abzuleugnen. Das „3 du rna I des Debats" schreibt: Daß Lloyd George so hartnäckig daraus besteht, die Darthou und verschiedenen anderen Personen gegenüber getanen drohenden Aeuherungen dementiert zu wissen, beweist, daß er das Ziel verfehlt hat. Es wäre zu wünschen, daß diese Er- närungen ihn veranlaßten, auf d ie Taktik zu verzichten, die er seit 1919 an« wendet. Während der Friedenskonferenz ist es, wie gestern in Genua, borgefommen, daß er in heftigen Zorn geriet, wenn man seine Pressions- versuche blohsteilte. Damals und später hat er sich gegenüber den französischen Ministern ständig desselben Verfahrens bedient: Er versuchte, sie durch verlockende Sprüche für seine Kombinationen zu gewinnen und durch vertrauliche Drohungen. Aber er wollte nicht haben, daß die Drohungen bekannt würden. Er legte Wert darauf, daß unsere Minister lediglich der Don dem englischen Moses gepredigten Vernunft nachzugeben schienen. Deshalb schleuderte er auch feine Dlitze gegen die Journalisten, die feine Ma- notier zu entschleiern wagten. Aber diesen Zo.tr- naliflen geht es darum nicht weniger gut. So ist es auch heute. Lassen wir uns also durch solche Donnerschläge keinen Schrecken einjagen. Das Gewitter geht vorüber. Die „Times". Derlin, 10. Mai. Der Chefredakteur der Times". Steeb, telegraphiere heute seinem 'Blatte, daß er trotz des Dementis Lloyd Georges seinen Bericht über die Besprechung zwischen Lloyd George und Darthou dem 3nhalte nach voll aufrecht erhalte. Wie in Genua mitgeteilt wird, forderte Lord R o r t h c l i s f e feinen Vertreter in wiederholten dringenden Telegrammen auf. die Quelle seiner SnfDonationen um jeden Preis bekanntzugeben. Da Steeb dieser Auffassung nicht nachgekomrnen ist, erhielt er heute vormittag telegraphisch seine Entlassung. Pakt eine Bestimmung auszunehmen, wonach der Pakt selbst erttstzt, lobalo ade u.iterzeiu-.^!lc,e.. Staaten Mitglieder des Völterbundes geworden sind. Ei» englisch-amerikanischer Vertrag über Paläftlna. London, 10. Mai. (WB.) Dem „Rew Standard" zufolge sind Großbritannten und die Vereintgien Staaten hmf chtl ch eines Vertrages von großer 'Bedeutung bezüglich P a l ä st i n a s übereingelomme/i. Der Vertrag wird augenblicklich entworfen und wird wahrscheinlich bald unterzeichnet werden. Er erkennt das britische Mandat an und Großbritannten garantiert den Schutz der amerikanischen Rechne. Amerika und Rußland. London, 10. Mai. (Wolff.) Reuter erfährt ttus Washington, daß das amerikanische Kabinett bei seiner gestrigen Zusammenkunft sich in der Hauptsache mit dem russischen Problem befaßte, soweit es durch die Verhandlungen in Genua berührt wird. Von der Regierung wurde erflärt, daß, wenn die Konferenz von Genua fehlschlagen sollte, die Vereinigten Staaten bei ihren Verhandlungen in dieser Beziehung mit Rußland unabhängig verfahren mühten. Weiter wurde mitgeteUt, daß bei der Zusammenkunft des Kabinetts allein der Ansicht Ausdruck gegeben wurde, daß die in Genua von den alliierten Regierungen gegenüber den Sowjets eingenommene Haltung sich im wesentlichen in Aebereinstirnmung mit der Politik der Verein. Staaten befinde. Es wurde die Hoffnung aus- gedrückt, daß eine Lösung des gesamten Problems, die von der amerikanischen Regierung angenommen werden könnte, in Genua gefunden werde. Die Regierung wiederholte, daß die Grundsätze, die so oft schon als Bedingung zur Wiederaufnahme der Beziehungen mit Rußland durch die Vereinigten Staaten dargelegt wurden, unverändert bleiben. Kirchliche Würdenträger vor dem Moskauer Ncvolutioustribnnal. M o s k a u, 9. Mai. (Wolff.) Amtlich wird die Erhebung der Anklage gegen den Patriarchen Tichon und den Moskauer Erzbischof Hikanden folgendermaßen bekanntgegeben: Der vor hem kMoskauerRe- volutionStribunal beendete Prozeß gegen eine ganze Reihe Moskauer Geistlichen wegen Widerstandes gegen diefSequestrie- rungdeS Kirchengutes hat bei der Befragung TichonS und HikanderS als Zeugen ergeben, daß letztere, die an der Spitze einer Organisation stehen, die sich prawoslawische Hierarchie nennt, den Plan für einen Feldzug Zur Verhinderung der Sequesttierung ausgearbeitet haben. Sie «arbeiteten einen gegen die Sequestrierung gerichteten Aufruf aus und liehen chn unter den breiten Massen verbreiten. Das Tribunal hat deshalb entschieden, ben Pattiarchen Tichon (im Zivil Bürger Dje- lawin) und den Erzbischof Rikander (im Zivil t Bürger Benomenow) zur gerichtlichen Ver- j antwortung zu ziehen. Das Material für die Voruntersuchung ist dem Volkskommissar für ' -Justiz überwiesen worden. Aus dem Reiche. Ein bayerischer Wirtschastsrat. München, 10. Mai. (WTD.) In der heutigen Sitzung des ßanbtagä wurde ein Antrag des Abg. Freiherrn von Fceyberg (Bahr. Vpt.) in nameniu4>er Abstimmung mit 61 gegen 52 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen angenommen^, j>er die Regierung ersucht, einen bayerischen W irtschaftsberatungskörper aus ersten Wirtschaftssachverständigen der wichtigsten Wirtschaftszweige unter Berücksichtigung der Arbeitsgeber, Arbeitnehmer, Verbraucher und Erzeuger aus allen Teilen des Landes zu bilden und alsbald zusammenzurufen. Diese Körperschaft soll •über alle wichtigen Fragen der bayrischen Volks- wirtschaft gutachtlich gehört werden. Deutscher Reichstag. 306. Sitzung 3 Ahr nachmittags. Berlin, 10. Mai 1922. Präsident L o e b e eröffnet die Sitzung mit einem Rachruf für den verstorbenen Abg. Hu 6, der von den Abgeordneten stehend angehört wird. Zur Interpellation der Dolkspartei über die bevorstehende Reutvalisierung der Rheinlande wird die Regierung innerhalb der geschäftsord- nungsmähigen Frist Antwort erteilen. Zur 2. Beratung kommt hierauf der Haupttell des Reichsverkehrsministeriums. Der DieSakramenlshex. Roman von Marie Kerschen st einer. 17. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Die Bauern fingen das Wort auf. Also auch die Waldsackerin! Die Erinnerung an die Vorgänge im Früh'ahr befiel sie. Da war teinzr mehr, der nach 'Wahrheit und Recht fragte. Drr trunkene Zornmut. der in den Köpfen rumort:, hatte einen Ausweg gefunden, sich darein zu ergießen. Riemand hörte das Schellengellingel, das vor dem Waldsacker einen Augenblick verstummte und dann wieder einsehte und in der Ferne allmählich erstarb. Riemand vernahm den flüchtigen Schritt, dec über die Stiege kam. Als sich aber die Tür auftat, traten die Dauern in unwillkürlichem Entsetzen zusammen. Denn auf der Schwelle stand die Verkörperung Ujver erhitzten Gedanken, das Pfarrmädel, abgemattet und bleich, ein schwaches Glückslächeln auf dem Gesicht. Seine Hand hielt eine Flasche. Feierlich, wie eine Monstranz, trug sie es vor sich her. Erschrocken überflog sein Blick die überfüllte Stabe und blieb erstarrt an der Leiche des Gespielen hängen. Dem Waldsackerer sprang das Blut wie ein Brunnen in den Kops. Richt als ob er, wie seine Frau, vom Schmerz gebrochen, sich dem Aberglauben der Bauern zugewandt hätte Er dacht: in diesem Augenblick nichts, als daß der Roman allein gestorben war und daß Lene ihn im Stich gelassen hatte. And das riß seinen Jähzorn hm. Furchterregend sah er aus, als er schweren Schritts auf Lene zukam. Die Adern an seinen Schläfen waren berstend voll. Glotzend traten ihm die Augen aus den Höhlen. Er packte das entsetzte Kirch beim Zopf und zog es nach der Tür. Draußen gab et ihr einen Stoß, daß es mit gellendem Wehschrei über die Stufen auf den Flur kollerte. Das Fläschchen zerschlug klirrend auf der Erde. Das gab den Auftakt. Den Krugwirt, der sich wieder seinem Kinde zuwandte, schoben die Dauern wie Spreu bet» feite. Es klang Lene, als ob der Himmel über der Erde einbräche, wie die streitlüsterne Rotte über die Stiege kam. Instruktiv raffte sie sich zur Flucht auf. Die Dörfler stürzten hinter ihr her. Es entspann sich ein Hetzen auf Geben und Tod. Aber Lenes Deine waren flinker. Bebend hörte Lene, wie Stimmen und Schritte sich in der Ferne verloren, und als es stille geworden war, rarmte sie ziellos in die Heide hinein. 2. Kapitel. Viele Jahre waten vergangen Wieder hatte der Sommer die Heide in ein riesenhaftes Blumenbeet verwandelt, wieder hatte er millionenfaches Leben in ihrer Wildnis erweckt. Die Sonne stand hoch am Himmel: summend, surrend, fang ihr die Heide ein Preislied. Ein junger Wanderet kam des Weges. Et l hatte den Hut in den Racken geschoben, so daß die blonde Lockensülle darunter hervorquoll. Der Rock hing ihm am Stock, den er über der Achsel trug. Zwei fröhliche Iungmannsaugen blickten über das Heideland hin, sie suchten das Heide- dotf und fanden es nicht. Vor Tagesgrauen schon war er aufgebrochen, um sein Ziel noch vor dem Mittagsglast zu erreichen. Er hatte die Fahrstraße nehmen wollen, von dec aus der Weg ins Dorf abzweigte. Aber da hatte die Heide ihm werbend die Arme entg^gengeftredt und er war ihrem lockenden Reiz verfallen. Kurzer Hand hatte er dem öden Trab auf der Landstraße ein Ende gemacht und war querein über das Heideland gegangen, wonnetrunken und sorglos, von der schönen Gegenwart ganz und gar gepackt. And nun trieb er in der endlosen Weite wie ein 'Rachen im Meere, und wo der sichere Hafen lag, das wußte er nicht. Halb im Anmut warf er Ranzen und Stab ab, da, wo ein Ginsterbusch ein wenig Schatten bot, und streckte sich nebenhin in das Heidekraut, so lang wie Gott ihn geschaffen. Aus der Hosentasche zog er ein trockenes Brot und hieb die blauten Zä(me hungrig hinein. Der karge Imbiß mundete, die kühle Rast tat wohl. Es lag sich fein auf den schwellenden Polstern, und der Anmut stahl sich ihm schon wieder von der Stirn. Sommerlust riefelte ihm durch das Mark: daß er sich dehnen mußte und sich recken, und vor lauter wohliger Hingabe kein Ende fand. Als das Brot verschlungen war, warf er sich herum, sah eine Weile dem Treiben der Käferlein zu und setzte sich schließlich mit einem Rucr iwf. Er vier Jahren. Für die P f a r r ä ck e r, die bei der letzten Verpackung im Jahre 1914 364 Mark gegolten hatten, wurde diesmal die Summe von 31 030 Mark per Jahr erzielt. Die P f a r r w i e - s e n hatten bis 1921 den Betrag von 580 Mark im Jahr erbracht. Bei der Verpachtung im verflossenen Jahr wurden 15 112 Mark gelöst, heute sind auf sie nicht weniger gls 24 015 Mark geboten worden. — Sin Kommentar hierzu dürfte überflüssig fein. Starkenburg und Rheinhessen. mc. Dieburg (Hessen), 10. Mai. Zur Auklärung eines Kindesmordes weilte heute die Staatsanwaltschaft in dem benachbarten Münster. Dort erdrosselte die 18jährige Tochter eines Arbeiters ihr neugeborenes Kind, ein gesundes, lebensfähiges Mädchen, und lieh die kleine Leiche mit Hilfe der Mutter und 'anderer Personen heimlich begraben. Die Staatsanwaltschaft ordnete die Ausgrabung des Kindes an und erließ gegen die Mutter, die krank darniederliegt, einen Haftbefehl. wd. Groß-Gerau, 10. Mai. Am Montag geriet in der Konservenfabrik Helvetia der Fabrikarbeiter Otto W e g e r zwischen den Fahrstuhl und eine Laufmaschine. Der Arbeiter erlitt derartig schwere Verletzungen, daß er sofort starb. * A l z e h, 9. Mai. Am der wahnsinniges Preistreiberei bei denHolzver- steigerungen vorzubeugen, hat die Gemeindeverwaltung des rheinhessischen Ortes Bechesheim eine Holzverlosung, statt einer Holzversteigerung vorgenommen. CS hatten sich zahlreiche Kauflustige aus der ganzen Umgebung eingefunden. Der Preis war bedeutend herabgesetzt, bestes Holz kostete per Raummeter nur 400 Mark, während bei den letzten Versteigerungen dafür 1000 Mk. erzielt worden waren. Hessen-Nassau. Frankfurter Ladendiebe auf Reisen. fpd. Frankfurter M., 10. Mai. Das Trio, der Graveur Lorenz S ü n b e r und die Prostituierten Marie Mayer und Margarete Wimmer, haben verschiedene Ladendiebstähle in gemeinsamer Weise in einzelnen süddeutschen Städten ausgesührt. Die Diebe führten die Spitzbübereien in der Weise aus, daß Sünder mit der Mayer das Geschäft betraten, nach gewissen Anzugstoffen fragten und sich verschiedene Stoffe zur Auswahl vorlegen ließen. Während eines unbewachten Augenblicks entwendete Sünder Stoffe, und versteckte sie unter seinem Mantel. Dann verließen er und die Mayer das Geschäft, ohne etwas zu kaufen. Vor dem Geschäft wartete die Wimmer und verstaute das Diebsgut in einem Handkoffer. Dann verschwand das Trio, um in einem anderen Geschäft das gleiche Manöver zu vollführen. In Heidelberg gelang es, die Gesellschaft auf frischer Tat zu erwischen und festzunehmen. Verdorbene Jugend. fpd. Frankfurt a. M., 10. Mai. Ein 15jähriger Lehrling, gegen den ein Verfahren wegen Fahrraodiebstahls schwebte, vergiftete sich in der elterlichen Wohnung mit Leuchtgas, während die Mutter zu ihrer Vernehmung in der Diebstahlsangelegenheit int Polizeipräsidium weilte. — Die 20jährige Lina Peters aus Bürgel hei Offenbach, die in letzter Zeit mit ihren Taschendiebstählen die Frankfurter Straßenbahnen unsicher machte, wurde am Dienstag auf frischer Tat ertappt und verhaftet. Gerichtstag!. Verurteilte Driefkastendiebe. rm. Darmstadt, 10. Mai. Die dauernde Beraubung der öffentlichen Postbriefkasten im südlichen und südöstlichen Stadtteil hat im vorigen Sommer bis zum Dezember hindurch in weiten Kreisen der Bevölkerung große Beunruhigung hervorgerufen, da es trotz aller Rachforschungen nicht gelingen wollte, die frechen Täter zu fassen. Mittelst falscher Schlüssel wurden zahlreiche Briefkästen zur Rachtzeit geleert und i>i3 geraubten Schriftstücke, Rechnungen, Briefe usw. dazu benutzt, um unter Vornahme von Fälschungen aller Art teilweise namhafte Geldbeträge zu erheben, wobei die durch die Briefschaften bekannt gewordenen Verhältnisse von deü Räubern auf das raffinierteste ausgenüht wurden. Die Postbehörde erhielt dauernd Reklamationen über nicht bestellte Briefe. Im Februar d. I, konnte nun durch eine fingierte Rechnung in Arheilgen der 34 Jahre alte vielfach auch wegen Diebstahl vorbestrafte Ernst Reinhardt von hier und bald darauf auch sein Genosse, der ebenso alte Schlosser Ludwig Delp aus Pfung-, stadt, der in der Altstadt dahier ein kleines, Ladengeschäft betrieb, festgenommen werden. Sie hatten gemeinsam die Fälschungen ausgeführt und zog die Knie an den Leib und schlang die Arme um sie. Hin und her wippend musterte er feine Umgebung. Ganz anders, als er gedacht, sah die neue Heimat aus! Das war nicht der trostlos düstere Erdenwinkel, vor dem ihm heimlich gegraut hatte i Wie eine Königin stand die Heide vor ihm und machte, daß er ein wenig kleinmütig und bedrückt zwisck-en Moos und Ginster saß, er, Karl Heiner Krüger, den der Himmel zum Kleinmut so gar nicht geschaffen hatte, der sein Leden lang den Dingen dreist und gottesfürch ig ins Auge geblickt und der eine glückliche Hand hatte, so daß alles, was er ergriff, gelang. Deshalb war der Kleinmut auch kein ausdauernder Gast in seinem Herzen. And Heiner Krüger hatte auch Grund, ein wenig zuversichtlich zu sein, denn dort drinnen, wohlverwahrt in einer geheimen Tasche seines Rockes, brannte ihm noch heiß ein Dokument, das seinen Fähigkeiten beim Abgang vom Seminar ein rühmliches Zeugnis ausgestellt. And war er nicht der einzige von allen, die mit ihm das Examen bestanden hatten, dem unmittelbar eine Lehrerstelle angetragen war? Zwar — das wußte er Wohl — hatte er die Wahl einem erfreulichen Rebenumstand mitzuverdanken: der Mann, dem die Entscheidung oblag, war ein Studienfreund von Heiners Vater, der der Witwe einen Dienst zu erweisen hoffte, indem er den Sohn fo bald als möglich auf eigene Füße stellte. (Fortsetzung folgt.) funben hat. Die tron Für 100 deutsche Wart wurden gezahlt: 2&80 I . St. 125.40 Schweizer Frank« 100 31. 199^0 100 Mk. = evtl. Büchcrtisch. und 24 Jahren. 22 agentur von 15 423 000 000 Dollar «4 Dries 10. Mai. 9. Mai. Hammer befragten ganz zu der von den von 3t. 31. ÄT. ÄT. Ernteeizcugnisse ging im Zahre 1919 aus Jas)re 1920 und aus 10 909 000 000 Dollar Im 7 028 000 Dollar Im Be- Ttert der tierischen Er- 468,50 405, - 78,25 750,- Är. = Ät. = 3r. = 1.7.14. 125 40 59.20 88.80 884» 1.775 0.06 9.85 47.20 23.03 27.50 43^5 0.67 518.25 1.875 0,13 100 100 100 1 100 100 100 100 100 100 Kr. 117L0 Är. 117.80 Sh. 97-80 730, 895, 902, 1740, 800, 670 1050, 710, 660, 630, 715, 550, 476, 415, 79, 755, 224. Kurs 10. 5. 77,50 92,- 128,- 83,- 385.- 300,- 295,- 300,- 578,- 434,- 314,- 263,- 298,— 18,65 1,26 0,35 3,81 10.5. 1,82 0,91 i.ei Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Glettr.-Ges. . Selten & Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke...... Daimler....... 4° 0 Hess. Staatsanl. Electron VrieSheim Dtfche. Vereinsbank 665 — 640 - 780,- 585, — 495,- 445, - 78,25 795,- 228, - Datum: Arnstd.-Rotterd. Brüssel-Anttv. . Thristiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . HelsingkorS. . . Italien..... London ..... Reuyork..... Paris...... Schweiz..... Spanien..... Deutsch-Oesterr. Prag...... Budapest. . . . Buenos AireS . Bulgarien . . . Japan...... Rio de Janeiro 2374,50 5438,20 6122,30 7415,70 6 r 0,20 1528,05 1280,95 238,13 2624,26 5578,- 4494,55 3,43 534,30 37,20 104,10 211,20 136,50 3995,- Kurs 9. 5. '.7,50 91.50 128,- 90 25 395,- 313,- 300 - 301,- 590,- 436,- 318,- 268,- 301 - 770, 930, 957, 5421,80 6137,70 7434,30 611,80 1531,95 1284,15 288,87 263u,S0 5'>82, - 4505,65 3,47 555,70 37,30 104^0 211,80 137,50 4005,- Derlruer Devisenmarkt. Geld Brief Geld glänzt im Nu und erhältdie Schuh Vermischtes. Eiscnbahnrauber. Plauen, 10. Mai. (Wolff.) Die Räuber, die in der Rächt zum DienStag den Raubüberfall im O-Zug München- Berlin verübten und aus den Fenstern des fahrenden Zuges sprangen, sind in Markred- witz fe st genommen worden. CS handelt sich um zwei junge Burschen im Alter von 5313,35 6042,40 7305,85 594,25 1513,10 126),40 283,14 2601,70 5480-60 4409,45 3,30 542,30 36,85 102,60 211,70 132,25 3895, - (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Delegiertensihungen in Genua. Genua, 10. Mai. (WTB.- Gestern sand eine Besprechung zwischen italtenischen und jugoslawischen Delegierten statt, an der auch ein englischer Sachverstän- diger teilnahm. Den Blättern zufolge soll heute vorir.ittag 10.30 Ufyr eine Sitzung der Delegierten der einladenden Macht« stattsinden. Hierauf sollen die zahkrciä^n bei dem Präsidenten ter Konferenz eingegangenen Roten und Briefe geprüft und darüber entschieden werden, welche davon zur Diskussion $i- gelassen werden. Optimistische Aeuheruugeu Schauzers. Genua, 10. Mai. (WTB.) Der Minister des Aeuheren, Schanzer, erklärte in einem Interview, er glaube, daß die Konferenz zwischen dem 20. und 30. Mai ihren Abschluß finden werde. Der Minister sprach sich durchaus optimistisch bezüglich des Erfolges der Konferenz aus. Die Beratungen de< französischen MinisterratS. Gesamten: Heu und Grünfutter 1 165 000 000 Dollar oder 16,6 Prvz.: Baumwolle und Baim» wollsaat 755 000000 Dollar oder 10,7 Proz.: Weizen 737 000 000 Dollar oder 10,5 Proz. Die Zerealien zusammen hatten ehren Wert von 2 563 000 000 Dollar oder 36,5 Proz. des Wertes ter Desamternte: die Gemüse einschließlich Kartoffeln und Süßkartoffeln einen solchen von 1 104 000 000 Dollar (gleich 15,7 Proz.), die Frucht- ernte einen solchen von 525 000 000 Dollar (gleich 7,5 Proz.). Bon dem Gesamtwert ter tierischen Erzeugnisse entfielen 2 410 000 000 Dollar odrr 9.5. 1,79 0,90 1,66 1,35 18*12 1,27 -34 3,7b Wechsel auf Holland....... Deutschland . . . . Wien........ Prag........ Paris........ London ....... Italien....... Brüssel....... Budapest...... Reuyork....... Agram....... Warschau..... Kurs 10.5. 77,60 92,30 128,75 83,25 390,- 299,50 298,- 300,- 594,- 435, - 320,- 261,- 300,- 970,- 736,- 900,- 993,- 1745,- 760,- 660,- 1030,- 730,- 660,- 629,- 750,— Züricher Devisenmarkt. 10. 5. Turnen, Sport und Spiel. 'Der Verein für Bewegungsspiele Gießen weilte am letzten Sonntag mit seiner Ligamannschaft beim F. D. 6 p r e n dl i n g e n zur Austragung deS Rückspieles. In ter ersten Spiel- Hälfte zeigte Gießen das bessere Spiel, ter Sturm fand sich gut zusammen, so daß mit 2:1 für die Bewegungsspieler die Seiten gewechselt wurden. Rach Halbzeit fielen die (Siebener wegen des ungewohnten Sandbodens teilweise etwas ab. Sprendlingen erzielte noch 3 Treffer, von denen Oiefjen nur noch einen in snächtigern Endspurt aufholen kann, so dah das Spiel mit 4:3 Toren für Sprendlingen endete. Das Resultat bedeutet für die Gießener einen guten Erfolg, da die Sprend- linger der Oberligatlasse des spielstarken Süd- teulschen Verbandes angehören. — Die 2. Mannschaft spielte auf ihrem Plah gegen die erste des Sport-Clubs Germania-Frankfurt und verlor nach scharfem Kampf mit 2:0 Die erste Hockeymannschaft trug gegen die erste Hockeyels des gleichen Vereins das 2kückspiel aus und konnte nach überlegenem Spiel mit 3:1 einen weiteren beachtenswerten Sieg erringen. — Als nächster Gegner kommt die rühmlichst bekannte Oberligamannschaft des F. C. H a n a u 1893 am Samstag, den 20. Mai nach Gießen zum V. f. D. Man darf gespannt fein, wie die D. f. D.-Liga, die derzeitig teste (Siebener Fußballmannschaft, gegen den starken Gegner bestehen wird. — Ter Gau 9a des Bundes be.it- Handel. • 3n der letzten Sitzung der Gie- tzenerHandelskammer wurde nachstehende Erklärung abgegeben: .Sie Vollversammlung ter Handelskammer nimmt Kenntnis von den Angriffen, welche ihr Jahresbericht über die Zigarrenindustrie des Bezirkes in einer I Erklärung im ießener Anzeiger" ge- 45 ,1 Prvz. out Milch und Milcherzergnisse. auf Zucht- und Schlachtvieh 1 937 000 000 Dollar ober 36 3 Proz., ter Wert des Geflügels and ter Srzeagniste ter Geflügelzucht belief sich oif 943 000 000 Dollar ober 17,7 Proz. Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien Prag London. . . Reuvork . . Paris. . . . Datum: 5°/, Dtsch. Krieasanl. 4"/,Dtsch. Reichsanl. 3° ,Dtsch. Reichsanl. 4*/0 Preuh. Konsols Hamburg-Pakets.. . Rorddeutscher Lloyd Comm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschast Dresdner Bank. . . Mitteld.Creditbank. Rationalbank f. D. . Boch. Guhstahlwerke Bud.-Eisenw.-Akt.. D.-Luxemb. Bergw.. richtsjahr herab: ter . . zeagnisse von 8 361 000 000 Dollar im Zähre 1919 auf 7 354 000 000 bzw. 5 339 000 000 Dollar. Der Wert ter Bodenfrüchte verteilt sich wie folgt: Mais 1 303 000 000 Dollar oder 18,5 Proz. des schrift an die Sowjets gebilligt wird, um die Zustimmung Frankreichs und Belgiens zu erreichen. Die Regierung habe beschlossen, keine Zuge st änd nisfe zu machen und sei der gleichen Ansicht wie bisher, daß die Rechte der französischen Staatsangehörigen betreffs des Besitzes streng ge- wcchrt werden müssen. Denizelos in Pari-. Paris. 9. Mai. (WTB.) Benizelv- ist heute vormittag in Paris eingetroffen. Die internationale Anleihe für Deutschland. London. 10. Mai. (WTB.- Der Pariser Berichterstatter ter ,M orningpost" meldet, er sei in ter Lage mitzuteilen, hab eine äußerst g ü n ft i g e Entwicklung im Dange sei betreffs ter Vorbereitungen, bte getroffen werten, um sicherzustellen, datz Deutschland feine Reparationsschulden bezahle. Der deutsche Finanzminister werte zu Ente dieser Woche in Parts erwartet, wo er, wie verlaute, die Verhandlungen fortfetzen werte, die mit ter Reparatlonskommission feit einiger Zeit ftottfinten im Zusammenhang mit ter geplanten Aufnahme einer internationale® Anleihe, um für Beutchlasnd sofort Bargeld zu beschaffen, damit es seinen in der nahen Zukunft fälligen Zahlungen nachkommen könne. De, augenblickliche Vorschlag sieht, dem Berichterstatter zufolge, die sofortige Aufnahme einer Anleihe für Deutschland von 5 Milliarden Go l dma r t auf dem europäischen Geldmarkt vor, da als sicher angenommen werde, dah Deutschland nicht in ter Lage fein werd', irgend einen Betrag bar yu zahlen, wenn es diese Anleihe nicht erhalte. Der Berichterstatter cr- fiärt, es fei grundsätzlich beschlossen worden, daß diese Anleihe gegen den 31. Mat ausgegeben werte. Der Welthandel mit Deutschland und Rußland. London, 10. Mai. (WTB.- Laut „Daily Mail" erklärte der nach Genua zurückgekehrte Präsident tes Bundes der britischen Industriellen, es fei unbedingt notwendig, bat) derHandelmitRublandunbDeutfch- land sowie mit unteren Ländern wieder ausgenommen werte, da Deutschland und a.[c unteren Rationen auf eine Internationale Regelung und auf die Wiedera ufnahme tes internationalen Handels angewiesen seien. Rach Ansicht Armstrongs hat der in Genua flattgefuitbcne Meinungsaustausch der Sachverständigen zur Ebnung dieses Weges bei getragen. Kurs 9. 5. 77,60 93- 129,- 83,25 385,25 307,- 300 - 301,- 600,- 436,- 321.- 266,- 831,- 1025,- 768,- 940,- 965,- 1750,- 810,- 676,- 1064,- 715,- 655,- 641, — 750,- 585,- 435,- 4'29,75 79,75 775,- L. - Fr. = Kr. = $ = Kr. - 5t r. = war, verbrannte Beite Angeklagte suchten die T-eoaubung ter Iricfkasten gegenseitig au ei.ia .der adzuwalzen. gaben aber die Fälschung ter Unterschriften ufto. zu. Das Gericht verurteilte beide unter Versagung mildernder Umstände zu je fünf Jahren Zuchthaus und 10 Zähren Ehr- verluft unter Anrechnung von je 3 Monaten Ülntersuchungshaft. Die 37 Jahre alte Karoline •5> i e r g o b e I auS Weiler in Baten erhielt wegen Begünstigung eine Geldstrafe von 600 Mk Gelsenkirch.Bergw.. Hurpener Bergbau. 1745, Oberfchl. Eisenb.-B. 810, Oberschles. Eisenind. 690, Phönii-Brrgb-Akt. 1070, Landwirtschaft. (F.P.V.) Washington, 21. April. Ein leute vom Lan^w r si,ast.d partcm nl ausgege- bener Bericht seht den Bruttowert tes von den yirmern ter Vereinigten Stauten im Jahre 1921 Erzeugten auf 12 366 000 000 Dollar an; das sind mir zwei Drittel des Gesamtwertes ter Farmer- crzeugnisse tes ZahreS 1920 und wenig mehr als die Hälfte desjenigen von 1919. Der Wert ter abwechselnd teilweise recht hohe Beträge erhoben. ;3n ter heutig en Strufkummerverhand- I u n g wurde sestge stellt, dah über 100 Reklama- lionen über in Verlust geratene Briefe bei ter Post eingegangen waren, dah aber die wirklichen Verluste sich sicher aus Taufende beziehen, «wis sich daraus schliehen läht. dah ein ganzer Kasten voll losgeloster Briefmarken vorhanden war, den -eine Genosstn des Delp, als Gefahr im Verzüge Handelskammer stellt einmütig fest, dah sie das Verhalten der ungenannteh Firma im Interesse des Ansehens ter Kuufmannichatt auf das lebhafteste bedauert." Berlin, 10. Mai. B ö rs en st i m m u n g s- bild. Aas die Tendenz tes Börsenverkehrs übten weniger politische Momente als Erwägungen wirtschaftlicher Art einen Einfluß aus. Man wies auf die weiteren Meldungen hin, nach welchen ter Höhepunkt ter industriellen Konjunktur überschritten sei und erklärte hieraus die Geschäftsunlust and die bei ter Spekulation vorherrschende Abgabeneigung. Das Privatpablt- him scheint aber an ten Verkäufen n ir wenig beteiligt zu sein und temgemäh war das Angebot ziemlich beschränkt. Bei der geringen Aufnahmefähigkeit ergaben sich aber auch so |dpn teilweise i«d)t beträchtliche Rückgänge. So buhten Köln-Reuefsener 140, Lourahätte über 200, Berliner Maschinen 65. Deu sche Wassen 110 Proz. ein. Sonst waren im allgemeinen Verluste für Industriepapiere von 10 bis 50 Proz. festzustel- len. Farbwerte konnten sich besser behaupten: Bankenwerte touren widerstandsfähig. Im späteren Verlause machte sich zeitweise eine leichte Besserung im allgemeinen bcmeitour, die auf Gewinnsicherungen durch Teiungdläufe her Spe- kulation zurückgeführt wurde. Am Anlagenmarkt verloren tückische Anleihen bei ruhigerem Geschäft einen Teil ter an den Vortagen erzielten beträchtlichen Gewinne. Dagegen dauerten lebhafte Käufe in ungarischen Werten, die sich namhaft höher stellten, fort. Auch österreichische Papiere waren fest, ater bei weniger hervor- tretenter Lebhaftigkeit. Heimische Anleihen behaupteten unter unbedeutenden Schwankungen ihren Kursstand. Devisenkurse fetzten im Vormittagsverkehr fest ein, schwächten sich ater dann bemerkenswert ab und unterlagen an ter Börse auf nichtigerem Riveau leichten Schwankungen. Valutapapiere gaben nach Frankfurt a. M., 10. Mai. Börsen- stimmungsbild. Im heutigen Dörfenver- kehr machte sich bei ät'.herst geringer Unternehmungslust eine durchweg schwächere Haltung geltend. Die gestern eingetretenen KurS- einbuhen brachten auf den meisten Marktgebieten neues Material zum Kauf heraus. Die Kurse erlitten dadurch weitere Rückgänge. Allgemein hört man an der Börse die Auffassung aussprechen, dah eine Belebung des Geschäfts nicht früher eintreten werde, bevor nicht definitive Einzelheiten über den Ausgang der Genueser Konferenz bekannt geworden sind. Im freien Verkehr hörte man folgende Kurse: Benz 480, Brown-Boweri 355, Gebr. Fahr 555, Hansa Lloyd 245, Deutsche Petroleum 1945, Mansfelder Kuxe 20 000. Am Montanaktienmarkte waren besonders Bu» P a r i S, 10. Mai. (WTB.) Die H a v a S- glaubt zu wissen, daß im Laufe der gestrigen Sitzung des M i n i st e r r a t e S die vom Ministerpräsidenten an die ftan^ösische Delegation in Genua gegebenen Weisungen gebilligt und bestätigt wurden. Unter anderen Möglichkeiten habe der Rat den Fall in Erwägung gezogen, Latz eine weitere vermittelnde Fassung des Artikels 7 der Denk- 30 Tuge Gefängnis Kirche und Schule. Die Gietzener Rektorfrage. IBir erhallen folgende Zuschrift Durch die Pensionierung tes langjährigen uno verdienten Rektors an ter Giestener ötaöt- .'^nabcnschule ist die Stelle tes Leiters dieser cd-ule frei geworden Ihre Reutesetzung ist nicht mir für die Lehrerschaft, sondern auch für die Bevölkerung unserer Stadt von größter Wichtigkeit Denn die erfolgreiche Schularbeit hängt wesentlich von dem gedeihlichen Zu.ammenurteiten ron Schulleitung und Lehrerschaft ab; und alle Eltern sind an der Volksschule interessiert, da durch die Einheitsschule alle Kinder auLnghmslos 3 bzw 4 Jahre die Volk schule besuchen müssen. Schon trn letzten Winterhalbjahre war das Gerücht uufge^cht, die hessische Regierung habe für die demnächst in Giehen frei werdende Rektorstelle eine ganz bestimmte Persönlichkeit im Auge. Und jetzt entpuppt sich diese als ter frühere Darmstädter Lehrer W. L o o s, der seit ter Revolution den Schuldienst mit dem viel höher besoldeten Posten eines Heimatdienstbeamten vertauscht hat. Dor einiger Zeit versuchte die oberste Schul- behörte, Herrn Loos als Rektor in Reinheim i. O. unterzubringen. Dort wurde er von der Lehrerschaft einstimmig abgelehnt. Run aber soll hx Regierungskreisen die ganz bestimmte Absicht bestehen, Herrn Loos als Rektor in Giehen anzustellen. Die (Siebener Lehrerschaft hat, als sie hiervon erfuhr, nahezu einstimmig in einer Ent- schliebung, die auch der obersten Schulbehörde zur Kennwisnahme übermittelt wurde, zum Aus- dl-uck gebracht, dab mir ein Diebener Lehrer, der daS volle Vertrauen seiner Amtsbrüder und Amtsschwestern genieste und auch die (Siebener Schulverhältnisse kenne, für die Besetzung dieses Postens in Frage kommen könne. SS bleibt abzuwarten. ob sich das Landesamt für das Bildungswesen über diese einmütige Entschliebung ohne weiteres hinwegsetzt oder ob es den Wünschen ter ®lebener Lehrerschaft entgegenkommt. Hychschulnachrichlen. ]( Marburg, 10. Mai. Die Immatriku- lationstermine ter Studierenden haben mit tem gestrigen Tage ihr Ende erreicht. Die Ge- 'amtzahl der Studierenden ohne die Hörer beträgt 2472, darunter 319 Damen. Es studieren 247 (10) Theologie, 566 (16) Iura, 624 (53) Medizin und 1035 (240) Philosophie. 3m lebten Winter waren es 2220 (279) und bii letzten Sommer 2573 (324). Mit ten Rachzüglern dürfte diese Ziffer wieder erreicht werden. ßaibroirtfdtaft. Der OBtrt der Erzeugung der amerikanischen * Stand der Feldsrüchte. Rach dem amtlichen Saaten st andsbericht von Anfang Mai für Hessen ist durch die xmgünftige Witterung eine verspätete Frühjahrsbestellung eingetteten, so dast in verschiedenen Gemarkungen noch nicht überleben werden kann, ob nicht noch gröbere llmbflügungen wie bisher nötig sind. Weizen und spät gesäter Roggen haben durch den Frost stark gelitten und mubten zum Teil umgepflügt werden. Klee zeigte Jcbon im Herbst infolge ter Trockenheit dünnen Bestand und ist durch den Frost in verschiedenen Gemarkungen zum Teil vernichtet. Die Wiesen sind durch die ungünstige Witterung ebenfalls hx der Entwicklung zurückgeblieben. Die Beobachtungsziffern im Durchschnitt für Anfang Mai betragen: für Weizen 3,6. Winterspelz 2,9, Winterroggen 3,0, Klee 3,6, Luzerne 2,7 Bewässerungswiesen 2,8 und für andere Wiesen 3,2. Hierbei bedeutet: 2 gut, 3 mittel, 4 gering. Von Winterweizen mubten 19,6 Prozent umgepflügt werden, von Roggen 3.1, von Klee 11,2 und von ter Luzerne 3,5 Prozent. * Vortrag der Landwirtschasts- lammet. 3n Watzenborn-Steinberg «Oberhessen) findet am Sonntag, ten 14. Mai, im Gastbaus zur Krone ein Vortrag der Landwirtschaftskammer ^über: .Der Gang der Feldbereinigung" statt. Referent: Cante Wirtschafts-Referendar Dr. König, lanbto. Schule Lich (Oberhessen). 11. Kreise bekennen sich vvl. „ ihr gegebenen Darstellung Es unterliegt nach den Feststellungen ter Handelskammer keinem Zweifel, dab eine hiesige Firma für sich das Recht in Anspruch genommen hal. im Ramen weiter' K r S i s e ter Zigarrenindustrie zu sprechen. Die Ausforterung ter Handelskammer an den Anonymus, sich der Oefscntlichkcit bekannt zu geben, blieb unbeantwortet. Die Vollversammlung ter * L i ch, 10. Mai. Am vergangenen Sonntag hielt im Auftrage des Kreis-Obst- und Gartenbauvereins Kreisobstbautechniker Heberet aus (Sieben im „Holländischen Hof" einen Vortrag über das Thema „Kann unsere Obsterzeugung aus den DolkSbedarf gesteigert werden?" Die klaren, sachverständigen und eingehenden Darlegungen tes Redners wurden mit grösstem Interesse versolgl und sehr beifällig ausgenommen. Ausgehend von der uixgcbcux-en Bedeutung tes Obstbaues für unser Vaterland legte er dar, tote unter Ausnutzung aller Erfahrungen ter Fachleute, unter sorgfältigster Pflege sowie unter Verwendung aller für ten Cbfilxiu sich eignenden Geläntestücke unsere einheimische Obslex-zeugung so gesteigert werden könne, dab wir in ter Obstversorgung von dem Auslande unabhängig würden. Die erschienenen Obst baumlieb Haber- erhielten allerlei wertvolle Ratschläge und Winke für die Pflanzung und die richtige Behandlung ter Obst bäume. ES sind noch weitere Vorträge für unsere Stadt in Aussicht genommen, doch will man sich in Zukunft mehr an die Wintermonate halten. Beabsichtigt ist in nächster Zeit ein Gemarkungsgang unter Führung tes Kreisobstbautechnikers, um insbesondere bei den im Eigentum ter Gemeinte stehenden Gelände und Oedlandflächen die Frage zu prüfen, inwieweit sie sich für ten Obstbau eignen. Auch wurde die Anlage eines M uster- g a r t e n s in Angliederung an die hiesige landwirtschaftliche Schule angeregt, ter für Landwirte und Freunde tes Obstbaues und vor allem für die Schüler ter landwirtschaftlichen Schule eine Stätte ter Belehrung und Ausbildung werden soll.-- 1686,1011131,99 10936,40 10983,70 — -- 2380,50 2383,- 2388,- scher Radfahrer veranstaltete am 7. Mai seine erste diesjährige Wanderfahrt nach Glaten- dach. Am Morgen sah man auf allen Wegen Scharen von Radfahrer aus allen Gegenden tes Gaues nachdem Sammelpunkt Gladenbach fahren. Die Beteiligung war so überaus zahlreich, datz in die ausgelegten Listen 350 Teilnehmer ihren Ramen ciazeichneten. Die Mmstteteiliaang-^zahl erreichte ter Radfahrverein 1 8 9 5 Lol- l a r, ter mit allen seinen gemeldeten Bandes- mitglicöcrn an ter Fahrt teilnahm und hierdurch die höchste Punktzahl erreichte. — Gaufahrwart Marx- Giel)en begrüßte die Erschienenen und dankte für die überaus zahlreiche Beteiligung. 4 Dad-Rauheim, 9. Mai. An ten Handballwettspielen, die am Sonntag auf tem Sportplätze tes Butzbacher Turn- und Sportvereins stattfanden, beteiligte sich auch die ncugegrüntetc Mannschaft des hiesigen Turnvereins 1860, ter die 2. Butzbacher Mannschaft gegenüberflanb. Die hiesige Turnermannschaft, die ihr zweites Spiel seit Gründung ausführte, hielt sich gut. Das zeigt auch ter AuSgang tes Spiels, das 3:1 für Butzbach endete. 4 Rockenberg, 9. Mai. Die Feier feines 10jährigen Bestehen« beging am Sonntag der hiesige Turn - und Sportverein. Bei dem damit verbundenen Anturnen wurden von Tümern und Zöglinaen recht gute Leistungen gezeigt. Auch das Fuhballwettspiel ter Spiel- abteilung auf tem neuen Sportplatz am Bahnhof zeichnete sich durch einen schönen Verlauf aus. Die Turnwarte S u l z b a ch und Beyer und Lehrer Franz B e ck hatten sich um das Gelingen der Veranstaltung eifrig bemüht. Em Llnterhaltungsatend, ter vom 1. Vorsitzenden Lehrer ©cf fer mit einer Ansprache eröffnet wurde, beschloß die in jeder Beziehung wohlgelungene Feier. Bei dem mit tem An turnen verbundenen Wettkampf konnten Turnern und Zöglingen zahlreiche Preise zuerkannt werten. Rachfolgend nur die Ramen der ersten Sieger jeder Stufe: Turner i Zehnkampf): l.H. Bayer und Fr. Beck, 2. G. Krämer. 3. A Gr ost: Zöglinge (Siebenkampf): 1. F Bayer, 2. F. Horst, 3. W. Hart f uh. — Berliner Tennissiege in Prag. Das jetzt za Ente gegangene 14. Internationale Tennisturnier in Prag hat ten Berliner Spielern and ©flelerimiea große Erfolge gebracht. 5 ro u Kaeder erhielt alle fünf Dammpreise, Demasius sicherte sich drei erste und zwei zweite Preise und HarraS schnitt mit zwei ersten, einem zweiten und einem dritten Preis ebenfalls sehr gut ab. derus, Deutsch-Luxemburg, Mannesmann, Rheinstahl und Gelsenkirchener stärker in Mitleidenschaft gezogen. Harpener.dagegen stellten sich 10 Prozent höher. Abgabeneigung bestand ferner für Autowerte. Die Rachftage für Elektto- und chemische Werte hat fast vollständig aufgehört. ES sind auch auf diesem Gebiete Kursrückgänge zu verzeichnen. Schiff- fahrtSaktien lagen schwach. Deutsche Danken unterlagen ebenfalls Kursrückgängen. Der Dollar, welcher mit 289 einsetzte, bewegte sich später auf 285. Die Börse schloß schwach. Privatdiskont 4'/, Prozent. 3 r a n f f ur t a M., 11. Mai. Börsenkurse. Franksurt Berlin Schluß- 1-älhr- Schluß- Anf- — .Das jüngste Gertcht". Roman .ruS Ülmsturztagen von H. A. v. Bye r n. Verlag .... Paul 6d>cttlcv« Erben. G. m. b. H in Cöthen (Anhalt). — Reben Ganghoser und LönS ist H. A. v. Vyem heule gewiß ter gclefenfte und in ter gesamten deutschen Hägerwelt beliebteste Iagd- schriftsteller. Diesmal aber hat Byern die politi» chen und sozialen Probleme ter Gegenwart in, ten Vordergrund tes Geschehens gestellt und mit seinem neuesten Buchroman ein Meisterwerk ge- chafsen. daS einen bleibenden Ehrenplatz in ter deutschen Literatur aller Zelten einnehmen wird. 199.45 1.78 0.0', 9.75 47.2z 23.04 27.42 43.15 0.66 518.25 1.86 0,13 5326.65 6057,60 7324,16 595,75 1516,90 1267,60 256,83 2508.30 5494,40 4421L55 3,34 543,70 36,95 102,90 212,30 135,25 3905,- | 04869 Statt besonderer Anzeige. Unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Heinrich Beppler ist heute im Alter von 87 Jahren sanft entschlafen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Froelich, geb. Beppler. Gießen (Liebigstraße 62) den 10. Mai 1922. Die Beerdigung findet am Freitag nachmittag um 2 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt Lichtspielhaus Christus Heute Donnerstag gelangt des großen Erfolges wegen das Filmoratorium Christus nochmals zur Aufführung Wunderbare dazu pass Begleitmusik. Anfang 4, 6 und 8 Uhr. NB. Lotte Neumann ab morgen Freitag. 4622c glllllllllllllllllllllllllllllllffl | Voiles | H Größte Auswahl in modernen Mustern und Farben M | Fritz Nowack | |g Wäschefabrik und Ausstattungshaus 4603a = BlllllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllHIllllllllS SMM WWll tonSüber gesucht. 0 8*5 Marburger Str. 13 I. | Stellengesuche) '21 (leimt. o-rnn sucht für halbe Tone efebni inintn tut Hu us halt. Schrtitl. Angeb u. 04860 n. G. '21 na. | Verkäufe | Simmentaler schwere jährlich mit Awcitem Kalb au verkaufen 04890 ______Wiffmar 155. .yrifdiindt Ziege i"It. ^»7* 64r, Steiuweg 16. 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Kaffenvorrat.......... 11495.01 Warenvorräte.......... 85584.81 Immobilien........... 11800.— Mobilien ........... 100.— Guthaben beim Postscheckkonto .... 7967.16 Wertpapiere.......... 3080.- Geschäftsguthaben bei Vereinen .... 100.- Guthaben bei Lieferanten...... 22.30 Summa der Aktiva 120149.28 B. Passiva. JL Geschästsguthaben bei Genoffen .... 5490. Reservefond .......... 22078.24 Betriebsrücklage......... 16735.66 Hypotheken........... 11000.- Schulden bei Lieferanten...... 100.- Reingewinn in 1921 64745.38 120149.28 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1920 357 Während 1921 gingen zu......22 3n 1921 gingen ab........11 Daher Stand der Mitglieder Ende 1921 . 368 Die Rechnung liegt vom 12 -20. Mai 1922 zur Einsicht der Genoffen bei dem Direktor offen. Wieseck, den 9. Mai 1922. tsMiHWWAl Konfnmuerein MW elngelt. AnvWWsl mit uMW. AWW Hildebrand, Direktor. Erb I., Rechner. Tie MenMc ©encralncrfafflmliing findet statt am Samstag, dem 20. Mai ÖS. 3s., abends 9 Uhr, bei Ferdinand Döringer. Tagesordnung: 1. Fahresrechnung und Bilanz für 1921. 2. Entlastung des Vorstandes. 3. Festsetzung der Dividende. 4. Bericht über den Derbandstag. 5. Verschiedenes. 4606D 3.21.: Braunewell, Vorsitzender des Aufsichtsrats. besonders preiswert gute Qualität Reine Wolle « aa schwarz und < Ijll graumeliert, Lot UiUU Tod eh aus yafomtm. Rheumatismus, Sicht, 3$d)ia$. Erteile letzt wieder regelmäßig Rat u. Hilfe gegen obigeKrankbeiten. Durch jahrzeoutelange dieser über« itandenen Leiden habe ich nm eigenen Leibe reiche Erfahniiigen gesammelt. Sprechstunden 10—12 und 2—4 Uhr. — Auch Besuche ms Haus. 04881 Petri, Bleichstra'te 37. Erfinder der Petrin Tabletten. merke sich ein jeder, putzt die Schuh’, erhält das Leder. (l#w Wtrht LiAuynjlo (, Cf. A"6_ BtH'h Och'r*htrg Vereinigte Handelslehranstalten Gießen Leiter: J. Kunzeltnannt Seltersweg 73, Diplom-Kaufmann u. Diplom-Handelslehrer. Tages- und Abendkurse in allen Handelsfächern. 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