Nr. 86 ^scheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit derSamstaasbeilage: <8iehenerFamilienblätter Monatliche Bemgspreife: 'Tlk 16.- und Mk. 1.50 Trägerlohn,durch dicPvft Mk. 17.50, auch bei Nicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech- Anschlüsse: sür dieSchrift« leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift sür Drahtnach- richten: Anzeiger Liehen. poslschealonto: Kranlfurt a. M. 11686. Erster Blatt Dienstag, U. April 1922 172. Jahrgang hnnaipiu von Mnjeuicu für die Tagesnummer b . zum Nachmittag vorher ohne jede Verdmdlichlteit Preis für 1 mm höhe für Anzeigenv 34inmBreit'» örtlich 120 Pf, auswärts 150 Pf..- für Reklame Anzeigen von 70 mir Breite 450Pj. De, Platz- Vorschrift20 „Aufschlag Haupischriftleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz für den übrigen Teil: Karl Walther: für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'fche Univ.-Vuch- und 51eindruckerei H. Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7. Die Eröffnungssitzung in Genua. Der Beginn der Konferenz. Genua, 10. April. (Spezialdienst des t WolffbureauS.) Die feierliche Eröffnungssitzung der Europäischen Wirtschaftskonferenz hat heute nachmittag stattgefunden und nahm einen eindrucksvollen Verlauf. Irgendwelche Zwischenfälle sind nicht eingetreten. Rach der formellen Begrüßungsrede stellte L'loydGe- vrge den Antrag, den Ministerpräsidenten de Facta zum Präsidenten der Konferenz zu Wahlen. Der von Barthou unterstützte Antrag wurde unter lebhaftem Beifall durch Handaufheben angenommen. Hierauf hielt Präsident de Facta eine bedeutungsvolle einleitende Rede. Als zweiter Redner ergriff der französische Minister Barthou das Wort. An dritter Stelle sprach der Japaner Hshii, und an vierter Stelle der Belgier L h e u n i s. Unter, lebhafter Aufmerksamkeit des ganzen Hauses verkündete sodann der Präsident, daß der deutsche Reichskanzler das Wort habe. Reichskanzler Dr. Wirth hielt sodann eine Rede in deutscher Sprache, die darauf ins französische und englische verdolmetscht wurde. Die Rede des Reichskanzlers fand wie alle übrigen Reden lebhaften Beifall. Rach dem Reichskanzler sprach der russische Volkskommissar des Auswärtigen, Tschitscherin. Die Ansprache des italienischen Ministerpräsidenten. Genua, 10. April. (WTB) Rachdem der italienische Ministerpräsident zum Vorsitzenden der Konferenz gewählt worden war und die Wahl mit Dank angenommen hatte, hielt er eine Ansprache, in der er u. .1. sagte: Rachdem mehrere Jahre seit Friedensschluß vergangen, sind wir noch weit von der Rückkehr zu einem normalen Wirtschaftsleben entfernt. Es gibt in der Welt ungefähr 300 Millionen Menschen, die nicht produzieren oder nicht genügend produzieren, weil cs ihnen an Arbcits- und Transportmitteln fehlt, und weil das Vertrauen fehlt. Das ist eine ^lachwirtüng des Krieges. Ohne Vertrauen gehen die großen Kapitalien aus den großen Finanzzentren nicht in die Länder, in welchen sie notwendig sind. Das Vertrauen muh man wieder Herstellen, wenn man die wirtschaftliche Maschine wieder in regelmäßigen Gang bringen will. Runmehr ist es nicht möglich, auf die schwere Krise, die Europa durchschreitet, gleichgültig oder mit egoistischer Gefühllosigkeit zu blicken. Ohne Verzug müssen die Schäden ausgebessert werden und man muh sogleich handel n. Kein Volk kann sich dieser Pflicht entziehen, weil auch diejenigen, welche heute weniger leiden als andere, vielleicht morgen schon die Strafe für ihre Teilnahmslosigkeit erleiden müssen. Es handelt sich also um ein grvheS Tlnter- nehmen internationaler und rein menschlicher Zusammenarbeit. Der G e i 'st der Zusammenarbeit und der gemeinschaftlichen Brüderlichkeit unter den Völkern ist es, der unserer Konferenz das charakteristische Gepräge verleiht. Ausgetrieben ist hier die Erinnerung an den Haß des Krieges. Hier sind wir nicht mehr Freunde und Feinde, hier sind wir nicht mehr Sieger und Besiegte, sondern nur ' Menschen und Rationen, die alle ihre Kraft gemeinsam zur Erreichung eines gemeinsamen idealen Zieles vereinigen wollen. Besonders in wirtschaftlicher Beziehung erscheint Europa he ite in so viele durch Barrieren voneinander getiennleLager aufgeteilt, dah einzelne Länder isoliert sind und einander in wirtschaftlicher Beziehung feindschaftlich gegcnüberstehen. Weiterhin gibt es in Mittcl- und Osteuropa Länder, besondersRußland, das immer i n europäischen Wirtschaftsleben eine äußerst wichtige Funktion gehabt hat und in Zukunft sicher wieder haben muh. die vollständig zu ihrem und unserem Schaden aus dem Tlm- kreis der europäischenWirlschaft ausgeschieden sind. Wir müssen also mit allen Kräften nach Mitteln suchen, um diesen anormalen Zustand abzuschaffen. Aber nicht dies allein ist unsere Aufgabe. Die Tagesordnung enthält eine Reihe von Wirt- schofts- und Finanzfragen, die alle Länder Europas angeben. Es sind das Fragen, die für uns aste Cine Gewissensprüfung mit sich bringen, die kritische Prüfung unserer Militär». Finanz-, Wirtschafts-, Handels- und Transportpolitik. Die al!- gemeine Politik Italiens nach' dem Kriege ist ständig eine Politik des Friedens und internationaler Zusammenarbeit gewesen. 3talien wird mit voller Kraft und Tlek^rzeugung diejenigen Beschlüsse unterstützen, die am besten geeignet sind, einen dauerhaften Frieden und Beständig- feit der Beziehungen zwischen den Rationen zu sichern. Schon hat die Welt als Ergebnis der jüngsten Washingtoner Konferenz die große Wolke des Stillen Ozeans verschwinden sehen. Mit dem gleichen Geiste der Aufrichtigkeit und des guten Willens, der die Arbeiten der amerikanischen Konferenz beseelte, müssen wir in Genua für den Friede»., (arbeiten. In wirtschaftlicher Beziehung wird sich Italien entschlossen für aste Vorschläge entscheiden, die geeignet sind. Die Völker einander zu nähern und die natürlichen Wege des Handels wieder gangbar zu machen. Es ist bereit, die Hindernisse zu bekämpfen, die der Entwickelung des Handels durch die Politik der Verbote erwachsen lind» Eine Rede des Führers der Franzosen. Genua. 10. April. (Spezialbericht des Vertreters des Wolffbureaus.) 3n der heutigen Eröffnungssitzung der Konferenz hielt der französische Delegierte Minister Barthou eine Rede, in der er folgendes ausführte: Aus diese Konferenz, von der eine Reuorientterung der Welt ihren Ausgang nehmen- kann, bringe ich die wohldurchdachte Willensäußerung der loyalen Mitarve it Frankreichs mit. 2lls Lloyd George in Cannes die großmütige Anregung dazu gab, hat Frankreich unverzüglich zugestimmt, und wenn cs später einen Aufschub vorgeschlagen hat, den es glücklich ist, erhalten zu haben, so hat es sich nur von dem Wunsche bestimmen lassen, durch eine ergiebigere Vorbereitung Ergebnisse zu erreichen, auf die es sein Vertrauen und seine Hoffnung setzen kann. Die Welt ist der leeren Worte und der feierlichen unfruchtbaren Erklärungen müde. Sie leidet in ihrer Gesundheit, Sicherheit und Stabilität und verlangt, daß eine1 planmäßige und wirksame Aktion ihr endlich das Gleichgewicht wiedergebe, dessen sie bedarf. Wir sind hierher gekommen, um zu handeln. Wir sind bereit, unseren Anteil an der gemeinsamen Arbeit und den gemeinsamen Verantwortlichkeiten zu nehmen. Gewiß, wir verhehlen uns nicht die Schwierigkeiten und Hindernisse und die Langsamleit der Aufgabe. Aber die Pessimisten vermögen nichts, nur der Glaube wird die Welt retten. Europa ist mit Ruinen besät. Es würde töricht sein, zu glauben, daß eine Zaubergerte mit einem Streich auf dem Trümmerhaufen ein Zauberschloß errichten könnte. Aber es wäre eine noch schlimmere, noch vernichtendere rnnd rwch mörderische Torheit, sich mit gekreuzten Armen am Wege niederzusehen und nichts zu tun; denn es ist allzu viel zu tun. Frankreich i st von keinem nationalen Egoismus beseelt und wünscht keine Hegemonie auszuüben. Seine Sachverständigen werden eine beträchtliche Arbeit vorweisen. Es gibt kein Problem, das ihren Untersuchungen und Überlegungen entgangen wäre. Die Verwicklung der Fragen schließt eine einfache Formel aus. Europa, sagen wir ruhig die Welt, ist eine kommerzielle Einheit, die vom Kriege gestört und gelähmt wurde, auch bei Den Böllern, die nicht am Kriege beteiligt waren. Es ist Sache eines jeden dieser Völker, bet Der Wiederaufrichtung aller mitzuhelsen. Die französische Delegation wird gegen niemanden jemals ein Wort des Hasses a u s s p r e ch e n. Sie will niemanden demütigen und wird im offenen Tageslicht handeln; Denn sie bat bezüglich ihrer Ideen und Absichten nichts zu verbergen. Sie ist beseelt von Ehrlichkeit, gutem Willen und Vertrauen, ohne Die es zwecklos und vielleicht gefährlich wäre, sich an die Arbeit zu begeben. Friede und Arbeit sind das Programm und die Losung Frankreichs. Reichskanzler Dr. Wirth. Genua, 10. April. (Spezialbericht des Vertreters des Wolff'schen Bureaus in Genua). In seiner Rede auf der heutigen Eröffnung der Genueser Konferenz dankte Reichskanzler Dr. Wirth der italienischen Regierung für Die- freundliche Aufnahme in der berühmten und altehrwürdigen Stadt Genua, an Dem gesegneten Strande des Ligurischen Meeres, an dem zu allen Zeiten die Kranken aus aller Welt Linderung und Heilung ihrer Leiden und Genesung von ihren Krankheiten gefunden haben. Reichskanzler Dr. Wirth fuhr Dann fort: Auch wir suchen hier Heilung von einer anderen Art von Krankheit, welche nicht einzelne, sonDern ganze Völker und Die ganze Welt ergriffen hat, Denn Die ganze Welt ist heute wirtschaftlich krank unD in Der Gefahr, einem Siechtum zu unterliegen, das viel verhängnisvoller wäre für die Zukunft der Menschheit als jene, welche von Zeit zu Zeit die Menschen heimsuchte. Es ist ein tröstlicher Gedanke, daß die Einberufung der Konferenz von Genua ein Zeichen ist für die wachsende Erkenntnis, dah Die wirtschaftliche unD finanzielle Einordnung die Zusammenarbeit und die vorbeugende Zusammenarbeit aller Völker notwendig gemacht hat. 3n letzter Stunde, in einer Stunde, in der die Rot aufs höchste gestiegen ist. hat sich diese Erkenntnis durchgefeht und hat zu dem Entschluß geführt. Die Völker als Die Aerzte ihrer selbst unD Der Gesamtheit zu versammeln. Den hohen Zielen und Der brennenden Rot entspricht es. wenn Die Konferenz unter dem strengsten Bewußtsein zusammentritt, dah nur s a ch- liche Zusammenarbeit und ernstester Wille zu einem Erfolg führen können. Dies ist die Aufgabe. Die zu lösen gesetzt toirD. Wir müssen uns entschließen, die w i r t s ch a f t l i ch e n Probleme als rein toirt s chaf tliche zu erkennen und sie von den politischen Zielen und Differenz en loszulösen. Alle Völker der Erde bilden, wirtschaftlich gesehen, eine große. unlösbar verbundene Einheit. Auch das kleinste Glied in der großen Kette der Weltwirtschaft kann nicht verletzt fein, ohne daß die Kette reiht. Darum muß ein Grundsatz der Gleichberechtigung aller Völker bei unserer gemeinsamen Arbeit herrschen. Die Reichsregierung hat eine schwere Verant - wortung auf sich geladen, bei der jetzigen unsicheren Lage unseres Landes und Volkes das Schwergewicht ihrer politischen Tätigkeit vielleicht auf Wochen hinaus ,-u re le ;en. Aber noch schwerer wäre Die Der-nUvorckung gewesen, von dieser Konferenz f c r n z u b l e i - b e n und sich an der Aufgabe der gemeinsamen Lösung der europäischen Probleme nicht zu beteiligen. äleberall wartet man darauf, cb von Genua eine Heilsbotschaft in die Welt gehen wird. Ein Mißlingen der Konferenz würde eine schwere Enttäuschung für alle hoffenden Völker bedeuten, die bestehende Wirtschaftskrise ins pinerträgliche steigern und ein Tod aller Zuversicht sein, die uns so not tut, wenn wir die Welt wieder aufbauen wollen. 3n diesem Geiste werden wir hier alle Vorschläge prüfen, sie nicht allein nach unseren eigenen 3ntcreffcii erwägen, sondern Darauf hin, cb sie geeignet sind, uns dem gemeinsamen Ziele näher zu bringen. Wir Werdern aber auch von n.n s aus diejenigen Vorschläge machen, von Denen wir glauben, daß sie allen Völkern Den Weg zu einer glücklicheren Zukunft ebnen werden. Der Weg, den wir gehen, ist nicht ohne Steine. Wenn alle oder viele Völker gemeinsam ihre 3nteressen beraten, läuft man leicht Gefahr, Empfindlichkeiten einzelner Völker zu verletzen. Die Hilfe, Die Den einzelnen Wirtschaften gewährt toerDen soll unD muß, kann nur so gewährt treiben, daß sie der politischen und wirtschaftlichen S e 1 b st b e st i m m u n g Der "-Bölter keinen Abbruch tut. Wenn ich in Diesem Kreise vieler Völker heute Das Wort ergriffen habe, so berechtigt mich Dazu Die besonDere Lage meines LanDes. Deutschland ist infolge feiner geographischen Lage in Mitteleuropa, infolge seiner engen Verflechtung mit Der getarnten, auch mit Der überseeischen Weltwirtschaft, durch die Rot unserer Zeit mit am meisten betraf- s e n< worden. Das Problem der deutschen Wirtschaft ist untrennbar verbunden mit Den Schwierigkeiten, über welche Die anderen Rationen zu klagen haben. Die deutsche Rot ist die eine Seite, die Rot der übrigen Völker die andere Seite Der Weltkrise. Die Verhandlungen, Die wir zu führen haben, werden Die verschiedensten Gebiete des Wirtschaftslebens, Des Verkehrs, Handels und Der Finanzwirtschaft, wie überhaupt alle Fragen Der Durch gemeinsame Zivilisation verbundenen Völker zu behandeln haben. Die Größe dieser Aufgabe soll uns ein Ansporn fein, daß Die Verhandlungen der Konferenz von allen Seiten mit einem gewissen Optimismus geführt toerDen, Der alle großen Werke beflügeln muß. 3d) bin gewiß, mit Diesen meinen Worten keinem Svudergefühl AusDruck zu geben, sondern die gemeinsame ileberzeugung aller hier vertretenen Rationen auszusprechen. (Lebh. Bei,all.) • Lloyd George gegen die „heulende Meute". Genua, id. April. (WTB.) Lloyd George sagte in seiner Rede unter anderem: Die Ergebnisse dieser Konferenz werden in gutem oder in bösem Sinne eine ungeheure Wirkung nicht nur auf das zivilisierte Europa, sondern auf die ganze Welt haben. Wir treffen 'hier auf dem Fuß völliger Gleichheit zusammen, aber indem wir das tun, müssen wir die Gültigkeit der Tedingungen anerkennen, die bisher von allen zivilisierten Rationen anerkannt wurden. Die erste ist. daß, wenn ein Land Versprechungen gegenüber einem anderen Lande oder dessen Staatsangehörigen übernimmt, es diese Verpflichtungen nicht verleugnen Darf wegen feiner AenDerung des Regimes. Die zweite ist, daß es keinen Krieg gegen die Einrichtungen des anderen führen darf. Die Dritte ist, daß leine Ration einen Angriffskrieg gegen das Gebiet einer anderen unternehmen darf. Die vierte, daß die Staatsangehörigen jedes Landes das Recht haben, eine unparteiische Rechtsprechung vor fremden Gerichtshöfen zu finden. Diese Bedingungen seien in Cannes festgesetzt worden und sie bildeten die Grundlagen Der Genueser Konferenz. Die Tatsache, daß die Einladung angenommen wurde, bedeutet an sich, daß auch die Bedingungen angenommen worden sind. Hierauf (am Lloyh^ George ausführlich auf die zerstörende Wirkung des Weltkrieges zu sprechen und betonte, daß der normale Handel überall darniederliege. Lloyd George fuhr fort: Das erste Bedürfnis Europas ist der Friede, ein wirklicher Friede. Das Studium derwirt- schaftlichen, finanziellen usw. Fragen ist gut. aber nur, wenn der Triebe hergestellt ist unD guter Wille zwischen den Rationen herrscht, sonst führen alle Besprechungen zu nichts. Wohl ist es wahr, daß tatsächlich der Kamps eingestellt ist, man hört aber noch immer die Meute heulen. 3n allen Ländern ohne Ausnahme gibt es Hunde, viele Hunde, die glauben, je stärker und länger sie bellen, um so schrecklicher und entschlossener würde dies toi'.» t e n. Europa ist durch diesen Lärm betäubt. Das ist betrübend und zerstört Die Grundlage des Vertrauens. Es peinigt die Rerven^der ganzen Welt, die schon fo oiel zu ertragen hatten. Europa braucht Ruhe und Frieden. Versuchen wir. Gutes 3 i schaffen anstatt e s zu bekämpfen. Sie öffentliche Meinung könnte geleitet und gelenkt werden. Man könnte einen Appell an ihr Gewissen richten. 3ch bin überzeugt. wenn in jedem Lande Die Staatsmänner ci icn Aufruf an Die Völker unD an das Gemüt richten würden, so würde die öffentliche Meinung sich beficr leiten lassen. Man könnte sie belehren, daß das Pinglück des einen Volkes noch nicht n o t w e n d i g e r w e i f e das Glück des -i ä D c r e n ya f eia brauche Die Welt bildet ein? Einheit ift wirtschaftlicher Beziehung Hier zers^lli s.e nicht in zwei Halbkugeln; und aus diesem Grind? möchte ich es bedauern, dah die große Republik des Westens, Amerika, hier nicht vertreten ilt. Wenn wir aber auf Der Konferenz einen normalen Stand Der Dinge Deruc.ic.i u-a-.e.., ,o um ich überzeugt, daß Amerika sich uns anschließei» toirD. Es wird 'dies sogar mit Freuden tun. Lloyd George schloß: Wenn wir scheitern, so wird ein Gefühl der Verzweiflung durck) Die ganze Welt gehen. Wenn wir Dagegen Erfolg haben, so wird ein Strahl Der Hoffnung Die Schatten erhellen, die noch Den Geist Der Menschheit umgeben. • --- (Erregte Auseinandersetzung zwischen Tschitscherin und Barthou. Genua, 11. April. (Spezialbericht deS Vertreters des WTB.) Die von Tschitschc- r i n formulierten Bedingungen bezüglich der Abrüstungen veranlaßten Barthou zu energischem Widerspruch. (Anmerkung deS WTB.: Die Rede Tschitscherins lag bis zu den frühen Morgenstunden noch nicht vor.) Barthou erklärte. Frankreick) werde nicht gestatten, daß die Frage der Entwaffnung auf die Tagesordnung gesetzt werde. Ön die lebhafte Debatte, die sich daran knüpfte, griff auch L l o h d G e - orge ein. indem er sich formell auf det Standpunkt Frankreichs stellte, ersichtlich jedoch die Ueberzeugung ausdrückte, daß Die Konferenz von Genua ein Mißerfolg sein würde, wenn sie nicht letzten Endes doch zur Entwaffnung führen solltet Tschitscherin wies seinerseits noch darauf hin. dah er ja gar nicht seine Gedanken ausgesprochen habe; teils hätten Pvincare. teils Briand dieselben Odeen ausgedrückt. Briand speziellhabe die RotwendigkeitderAufrechterhal- tung eines starkenfranzösischen Heeres mit dem Bestand der russischen Armee begründet. Run seien die Russen bereit, über solche Dinge zu sprechen. Während die Ausführungen Tschitscherins erkennen ließen, daß Rußland zwar Anregungen gebe, aber die Berücksichtigung Dieser Anregungen nicht zur Bedingung seiner Teilnahme an der Konferenz zu machen gedenke, verharrte Barthou ziemlichfchroffauf seinem Standpunkte, daß über das Programm von Cannes nicht hinausaegangen werden dürfe. Schließlich erklärte d e F a c t a , daß _> Milliarden Goldmark benötigt. Die zur Aufrechterhaltung der Brotration erforderliche Einfuhr von Getreide wird im Jahre 1922 allein noch rund 500 Millionen Goldmark kosten. Können die hierfür notwendigen Devisen nicht aufgebracht werden, so steht eine Hungersnot bevor. Dis deutsche Regierung sieht der Entwicklung im Sommer mit größter Besorgnis entgegen. Gelingt es nicht, die weitere Geldentwertung aufzuhalten, so wird die Mark im Auslande als Währung bald keine Geltung mehr haben und die Leistungs- und Lebensunfähigkeit Deutschlands eintreten. Diesen Zusammenbruch zu verhindern, liegt im gemcinfamen Interesse nicht nur Mitteleuropas, sondern der ganzen Welt. Die Gefahren beruhen vor allem auf den Gold- --ahlungen. Die deutsche Regierung sieht sich daher genötigt. die Reparationskommission zu bitten, in eine Rach Prüfung der Entscheidung vom 31. Marz einzutreten. Sie ist überzeugt, daß die Reparationskommission diesen Antrag auf Grund einer eingehenden Prüfung der deutschen Lei- stungssähigkeit gemäß Artikel 234 des Vertrages von' Versailles als berechtigt anerkennen Wird. Die erbetene Rachprüfung - der deutschen Lei- si^ngsfähigkert auf Grund des Artikels 234 ist 'Heraus schwierig und bedeutungsvoll. Dabei Imb die zu prüfenden Fragen wissenschaftlich und pxa'tisck i eu und i ne.forscht. Infolgedessen schlägt die deutsche Regierung vor, daß diese Prüfung unter Leitung der Reparationskommission durch eine Anzahl von Sachkennern tror genommen wird, die nicht lediglich den unmittelbar beteiligten Staaten angeboren. Die .Kommission würde die Prüfung insbesondere auch: auf die im Vertrage von Versailles hervorge- bobene Frage der Vergleichung des deul- schen Steuersystems mit den Systemen der in der Reparationskommission vertretenen Mächte zu erstrecken haben. Diese Frage1 muß in einer io überzeugenden Weise beantwortet werden, tote das bei den gerade in der letzten Zeit auch von Alliierter Seite wiederholt anerkannten Schwierigkeiten des Problems überhaupt möglich ist. Die mit Ziffern belegten Ausführungen sind in Anlage I zur deutschen Rote vom 23. Januar und öen zugehörigen .Unterlagen enthalten. Diese Ausführungen sind in den Mitteilungen der Repa- rationskommission vom 21. März nicht erwähnt und bisher nicht widerlegt worden. Bereits in der Rote vom 28. Januar hat die deutsche Regierung ihre Ueberzeugung dahin zum Ausdruck gebracht, daß nur aus dem Wege einer äußeren Anleihe die erforderlichen Mittel zur Deckung der Re- parationskosien beschafft werden können and daß nur eine derartige Anleihe eine Stabilisierung der Wechselkurse herbeiführen rann. Die seither etiigefrctene ©nttoieflang Hai die deutsche Regierung in ihrer Auffassung bestärkt, nur eine solche Anleihe würde es ermöglichen, daß die Barzahlungen für 1922 bewirkt Werden können. Ein Teil der Anleihe könnte zur Regulierung der deutschen Valuta abgezweigt werden. Die Reparationskommission hat inzwischen die Deimfung einer betonteren Sach- Derftänbigentommiffion unter Zuziehung eines neutralen und eines deutschen Vertreters zur Prüfung dieser Frage beschlossen. Die deutsche Regierung gibt dem Wunsche Ausdruck, daß die Arbeiten dieser Kommission sobald wie möglich zu praktischen Ergebnissen führen. Allerdings erscheint der deutschen Regierung das Gelingen jeDer Reparationsanleihe nur möglich, wenn die Geldgeber damit rechnen können, daß mit dem (Ertrage der Anleihe nicht nur eine Reihe von I a h re s z a h l u n g e n, sondern auch die sonstigen nach dem Vertrage von Versailles neben den Reparationen stehenden Debil en - verpflichi ungen finanziert werden. Insbesondere waren durch die Anleihe auch die Verpflichtungen aus dem Ausgleichsverfahren zi decken. Es müßten etwaige Delpstichtangen zu Barzahlungen aus Artikel 297e des Vertrages von Versailles so lange gestundet werden, bis ihre Ausgleichung nach der eingetretenen Erhöhung der deutschen Leistungsfähigkeit möglich ist. Im Zusammenhang mit ter endgültigen Festsetzung ter deutschen Reparationsleistungen aus Grund ter Buchprüfung ter Leistungsfähigkeit Deutschlands wird zweckmäßig die Frage der Garantien zu regeln sein. Die deutsche Regierung vermag den in den Mitteilungen ter Reparationskommission vom 21. März bedangt».! Garantien nicht zuzustimmen, soweit sie über das Angebot ter deutschen Rote vom 28. Januar hinausgehen. Sowohl die Forderung auf Schaffung von 60 Milliarden neuer Steuern wie die vorgeschlagenen K o n t r v l l- maßnahmen stehen im Widerspruch zu ten unzweideutigen Zusagen ter Alliierten in ihrer Rote vom 16. Juni 1919. Die Mehrforterungen sind auch praktisch undurchführbar. Das' gilt insbesondere von den 60 Milliarden neuer Steuern über das Steuerkompromiß hinaus. Die neuerliche Belastung, wie sie das Steuerkonrpro- miß vorsieht, ist nach Lage der gegenwärtigen Verhältnisse das Höchste, Was dem deutschen Volle und ter deutschen Wirtschaft an Steuerlasten zugemutet werden kann. Infolge des Valutasturzes werden sich überdies die Ansätze des Haushalts bei ten wichtigen Steuern und Abgaben erhöhen. Außerdem ist die Auferlegung der in ter Rote vom 28. Januar angekündigten Ztoangsanleihe in den letzten Tagen gesetzlich beschlossen Worten. Ihr Ertrag dürfte den von ter Reparationskommission gefütterten Steuerrirag entsprechen. Er soll au einem großen Teile bereits im Kalenderjahr 1922 eingeben. Die Zwangtemleihe soll drei Jahre unverzinslich bleiten; sie wirkt deshalb wie eine Steuer, Die? ausschließlich das Kapital belastet. Was die von der Reparationskommission in Aussicht genommene Kontrolle angeht, so würde die deutsche Regierung sich mit keiner Kontrolle einverstanden erklären können, die mit ter deutschen Finanzhoheit nicht vereinbar ist. Die deutsche Regierung ist bereit, ter Reparationskommission alle notwendigen Aufklärungen über die Finanzlage Deutschlands und ihre finanziellen Maßnahmen zu geben. Ts Wäre aber für feine Regierung tragbar, dem Auslande einen maßgebenden Einfluß auf die Gestaltung und Anwendung der Gesetzgebung im einzelnen zuzugestehen. Die deutsche Regierung glaubt sich auf diese« grundsätzlichen Vorschläge und Erklärungen beschränken zu können, intern sie annimmt, daß die Einzelkosten sowie Die sonst in den Mitteilungen der Reparationskommission berührten Punkte demnächst in besonderen Verhandlungen zu erörtern fein wird. (gez.) Wirt h. Die ^orbenttiflcn Englands an Frankreich. Der in Coblenz erscheinenden amerikanischen Zeitung „2-maroe News" entnehmen wir folgende Ausführungen- Große Bestürzung herrscht in Frankreich, weil nämlich die englische Regierung offiziell gefordert hat, daß Frankreich sofort den schon seit Jahren gestundeten Betrag der fälligen Zinsen für die geliehenen Gelder an England zurückzahlen solle. Anter der gegenwärtigen Wechselrate handelt es sich um den Betrag von 25 000 000 000 Frank. England motiviert dieses am Borabend der Genua-Konferenz kommende Verlangen damit, daß es selbst an die Bereinigten Staaten umgehend seine dort fälligen Zinsen zu zahlen habe, da Amerika dies kategorisch verlangte. Zur Verhaftung des Generals Eemenoff. Washington, 10. April. General Sern e n o f f, ehemaliger Kosacken-General, der, wie bereits berichtet wurde, in Neuyork auf dem Bahnhof der Pensylvania-Station verhaftet wurde, war in Washington gewesen. Als bedeutende Wohlfahrts-Gesellschaften und ehemalige amerikanische Soldaten, sowie General Graves, der die sibirische Expedition kommandiert hatte, mitteilten, er sei nichts als ein Banditenhäuptling, Räuber und Mörder, wollte sich Semenoff mit feiner Frau nach Frankreich einschiffen. Er wurde verhaftet und unter Anklage gestellt, der Douroveta-Han- delSgesellschaft in Sibirien für 500 000 Dollar Schaden zugefügt zu haben. Er mußte 25 000 Dollar Bürgschaft stellen, seine Frau bot ein Perlenhalsband im Werte von 60 000 Dollar an, es wurde' aber nicht angenommen, und er muhte das Bargeld herbeischaffen. Der Presse gegenüber erklärte er, daß er sehr bedauere, daß zwei amerikanische Soldaten seinerzeit erschossen worden feien; er habe einen Oberst und Hauptmann deswegen erschießen lassen. Außerdem sei er doch von Frankreich, England und Japan dazu bestimmt worden, diese Taten zu verrichten. — Das Staatsdepartement teilt mit, daß es offiziell den Haftbefehl nicht erwirkt hätte, sondern dieses Privatsache der oben erwähnten Firma lei. Die Gleiwitzer Explosionskatastrophe. Berlin, 11. April. Wie die Blätter melden, haben der Oberbürgermeister und der Bürgermeister von Gleiwitz gestern dem Kreiskontrolleur das Beileid der Stadt zu der E x - plosions - Katastrophe ausgesprochen. Der KreiSkontrolleur sagte, daß der Belagerungszustand nicht verkündet werden solle. Die Zeitungen erscheinen jetzt wieder regelmäßig. Die Franzosen haben 15 Gräber bestellt. Da man sich französischerseits vollkommen in Stillschweigen hüllt, ist die genaue Zahl der Verwundeten noch unbekannt. Man vermutet, daß 15—20 Personen verletzt wurden. Gleiwitz, 10. April. (WTB.) Der Kreis- fontrclleur veröffentlicht über Die Erplof ions- k a t a st r o p h e folgenden amtlichen Berichte Am Sonntag Ehrend ter Durchsuchung auf dem Friedhofder Königshütte wurden in der Kapelle des Kirchhofs Waffen und Munition in großer Menge vorgesunten. Gegen 1* t Uhr entstand beim Abtransport die'es Materials eine furchtbare Explosion, wodurch die Kapelle zerstört und alle gegenwärtigen sowie in der Rahe befindlichen franzöfifchcn Soldaten getöte.t wurden. Die durch Den technischen Dienst der Tamppen borgenommene Unter» suchung hat ergeben, daß als Grand Der Ekplosion eine gegen Die Mauer Der Kapelle abgebrannte Melinitmine anzusehen ist, welche zur Herbeiführung ter Explosion mit einem Rachzündersystem versehen war, um im Falle ter Durchsuchung das abscheulich? Attentat zu bewirten. Infolge dieser Katastrophe beschließt der Kreiskontrolleur für ten Stadtkreis Gleiwitz, daß alle öffentlichen Lokale, Theater, Konzertsäle, Tanzsäle und Kinos bis nach dem Leichenbegängnis Der Verunglückten geschloffen bleiben und daß nach Dem Leichenbegängnis dieselben Lokale sowie auch Restaurants usw. um 8 älhr bis auf ■ weiteres geschlossen Werden müssen. Paris, 10. April. (WTB.) Rach Den Mitteilungen, die General Lerond über die Explosivnskatastrophe in Gleiwitz an die französische Regierung telegraphiert hat. ist Der General der Ansicht, daß die Explosion auch die Folge eines Unfall^ sein farm. Zur völligen Klarstellung ter Angelegenheit sei jedoch eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet worden. Der Direktor der Eisenhütte in Gleiwitz sei verhaftet Worten. Aus dem Reiche. Fürsorge für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene. Berlin, 10. Apritt Wie die ^Deutsche Allgemeine Zeitung" erfährt, wird dem Reichstag demnächst ein Gesetzentwurf zugehen, ter die Aen° Derung Der Bezüge für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene vorsieht. Kriegsbeschädigte mit mehr als 80 Prozent werbsunfächigkeit sollen monatlich 450 Mark, rjit 80 Prozent Erwerbsunfähigkeit 320 Mark rungszufchüfse erhalten. £für Kriegstoittoeui beträgt ter Teuerungszuschuß 320 Mark, für Vollwaisen 200 Mark, für vaterlose Waisen 160 Matt monatlich. Außerdem soll jeder Schwerbeschädigter', ter für Kinder zu sorgen hat, für jedes Kind» 100 Mark erhalten. Aus Hessen. Eine neue Belastung der Koalition in Hessen? -r Darmstadt. 10. April. Kaum ist ter Landtag, in dem die Regierung in fast allen wichtigen Fragen von Der Mehrheit verlassen wurde, geschlossen, so leistet sich das Kabinett des Herrn Ulrich einen neuen Streich. In ter heutigen Mummer der amtlichen .Darmstädter Zeitung" ist zu lesen: „Der Landtagsabgeordnete Karl' Heinrich Bornemann wurde am 7. April 1922 mit Wirkung vorn 1. April 1922 an zum Ministerialrat beim Staatspräsidenten ernannt.“ Der sozialdemokratische Abg. Bornemann ist zu Zeit Direktor der Staatskanzlei and Preslechc Seine Amtsführung hat oft genug zu Beschwerte» in Parlament und Presse geführt. Auch beim Zentrum und bei Den Demokraten besitzt er wenig Freunde. Um so auffälliger ist die Ernennung, die noch einiger Aufklärung bedarf. Sollte Abg. Tornemann etwa ten alten (wackelig gewordenen) Posten behalten und nur durch einen Titel beglückt werden? Das ist wohl kaum anzunehmen. Ist er aber für eine Deamienstellung ausersehen, so mag man sich auf einige Kämpfe gefaßt machen. Wir können uns nicht denken, daß dieselben Parteien. Die gerate gegen diesen Herrn begründete Einwände erhoben haben, seine (Ernennung anders als eine Provokation empfinden werben. Aus Stadt und Land. Gießen, den 11. April 1922. *• Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde: Obersteuerinfpektor Hch. Krug beim Landesfinanzamt Darmstadt zum ©teuer= omtmann. — Ernannt wurde am 3. April Der ©luDienrot an Dem Gymnasium FrreDerician-ain Karl B u x d a u m zum Studienrat an ter Augustinerschule (Gymnasium und Realschule) tn Friedberg; am 5. April ter Studienrat an Der Realschule in Butzbach Dr. Friedrich Becker zum Studienrat an Der Realschule in Bad-Rau heim, Der Studienrat an ter Oberrealschule in Alsfeld Fritz Mulch zum Studienrat an ter Augustinerschule (Gymirasium und Realschule) in Friedberg, sämtlich mit Wirkung vom 24. April 1922 ab. Ernannt tourte am 4. April 1922 Der Justiz- Praktikant Georg Haust in Mainz zum Ober justizsekretär bei einem noch zu bestimmende., Amtsgericht. — Ernannt wurde am 4. April 1922 Der Iustizpraktikant Adolf Schell zu Darmstadt zum Oberjustizsekretär bei einem noch zu bestimmenden Amtsgericht. ** Ernennungen: Die Oberbausekretäre Hübner, Haller, Kögel, Mari n g e r und Marx beim Hess. Hochbauamt Gießen wurden zu Bauinspektvren, und die Oberbausekretäre Kullmann und Breit- wieser bei der Kulturinspektivn Gießen zll Kulturinlpektvren ernannt. ** Der Ankauf von Gold für das. Reich durch die Reichsbank und die Post er folgt in der Woche vom 10. bis 16. d. M. unverändert wie in der Dorwoche zum Preise von 1200 Mark für ein Zwanzigmarkstuck, 600 Mark für ein Zehnmarkstück. Für die ausländischen Goldmünzen werden entsprechende Preise gezahlt. Der Ankauf von Reichssilber- munzen durch die Reichsbank und Post findet unverändert zum 21 fachen (Betrage des Rennwertes statt. ** Heber Rich. Wagners „Meister finger“ sprach gestern abend im Auftrage ter Gustav-Bock-Dtiftung Prof. Dr. Sternfeld von Der Berliner Universität. Man kann sich nicht denken, daß es einen berufeneren Künter und Deuter Dieses deutschesten Meisterwerkes ter Bühnenmusik geben kann als den Vortragenden. Liebevolles Versenken in Musil wie Dichtunr paarte sich mit Können und schuf so em teub liches Bild des Werkes wie seines Schöpfers. Richt einen Augenblick erlahmte die Spannune Der Zuhörer, Die zum Schluß ter Ausführungen ersichtlich ehrlich gemeinten Beifall spendeten. üHornotuen. — Tageskalender für Dienstag Stadttheater. 7 älhr: „Heber Den Wassern". Landkreis Giestcn. -ge-. Wahenb.-Steinberg, 10. April. Der hiesige Obst- u nD Gartenbauverern hielt eine guttesuchte Versammlung im Gast- Die Pforte der paradieser. Roman von Ingeborg Bollquarh. Serecbtigte Übersetzung auS d m Dänischen. 32. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Ja. ohne Furcht mußte sie sein, und ter innere Fri?te mu )tc ihr Bundesgenosse werten. Ein allmächckger Buntesgenosse würde er sein, denn Friede im Herzen ist ja die Höch te Macht, so wahr Gott Da ist, wo dieser Friede wohnt. Run erschien ihr die Losung ihrer Ausgabe so leicht und einfach, daß auch ter einfältigste Mensch sie zu vollbringen vermöchte. Vie hatte in ihrer Torheit fein Gott sein, ihn selbst leiten wollen, statt daß sie nur gesucht hätte, ihm zu helfen, Die finsteren Mächte, Die ihn gebunden hielten, koszutoerden. Hätte sie wie Tante Ellinor immer ihre Blicke auf Die „Pforte des Paradieses" gerichtet gehabt — ten leuchtenden Punkt in ter Ferne, aus dein alle Kraft strömt, die Mühsal des einförmigen Tages anD das Leiden schwerer Stunden zu tragen, Dann hätte sie ihre Ausgabe zu lösen vermocht. Hätte sie gleich von Anfang an statt ihres verblendeten, selbstbewußten „laß nur mich — verlaß dich nur auf mich — ich Werde —" und so weiter — nac ein einziges Mal ruhig und vertrauensvoll Die höhere Macht, die in uns wohnt, an gerufen — Den einzigen. Der em Wunder geschehen lassen kann, um Hilfe gebeten und seine Hilfe angenommen, ja, Dann hätte sie selbst längst die straft gehabt, auch antern, und besonders Dem Rlanne, Den sie liab'.e, zu Dem» leiben himmlischm Frieden und derselben inneren Freute zu verhelfen, worin sie selbst jetzt toic ein Kind vertrauensvoll ruhte Jetzt verlor sie sich selbst nicht mehr tn Grübeleien, was sie woht tun könnte, um feine Angst und feine trüben Gedanken zu verjagen und ihm Mui einzuflöhen, den Tag zu üterstehrn, so wenig wie ihr Gelübde, ihm Die Lebens- freuDigfeit zu bringen, sie jetzt mehr bedrückte. Sie fühlte sich frei und unbesorgt, und Die Ruhe, die aus ihren Augen leuchtete, und das Vertrauen und Die starke Hoffnung, Die aus ihrem ganzen Wesen strahlten, wirkten so start auf ihren Mann ein, daß er allmählich auch empfänglich wurde und für Den Frieden, ter sie ganz erfüllte, und bald war auch er Durchströmt von Der Macht, von ter sie völlig in Besitz genommen war. älnd Dieselbe unbekümmerte Ruhe. Die sie ihrem Manne gegenüber gesunden hakte, strömte nun auch den andern Familienglietern gegenüber von ihr aus und bewirkte. Daß sowohl Mogens wie Elken, trotz großer Rervosität, ein gutes Examen machten. \ Inger hatte keine Zeit gehabt, sich ter beiden Kinder besonders anzunehmen, aber während sie durch lange Tage und Rächte am Krankenlager ihres Mannes sah, kamen ihr Tante Ellinors Worte ter Weisheit immer wieder in ten Sinn: „5)u gehörst zu Den Menschen, Denen es leicht fällt, zu geben, und schtver, zu nehmen," hatte Die alte Dame gesagt, unD wieter mußte Inger; ihr recht geben. Ja, es war ihr immer leicht geworten, za geben; sie hatte stets einen solchen Drang empfan- ten, andre za erfreuen, daß sie gewissermaßen immer Ausschau hielt nach Menschen, Die Hilfe brauchten, um ihnen sofort die Hand entgegen» | zustrecken. Das war ein richtiger Hochmuts teuf:l. 3394D l 2 in WüLe. LP^Phon 7. 4 1 Zwecke verfolgen. Der Ruf der Gietzerier Zigarrenindustrie Lurch eine Reihe von hervorragenden 3n2>uftriellc.' geschaffen und auch heute noch unverändert gc lvährleistet. obgleich sie nicht immer die Unter stühung aller anderen gefunden haben — ist em so fest fundierter, datz er auch durch die wahr heim getreue Wiedergabe der wirklichen Sage, die im Uebrigen derjenigen im ganzen Reiche entspricht, nicht erschüttert werden kann. Gr hängt nicht davon ab datz die ja hoffeiitlich jetzt der Ocffentllchkcii näher kommenden „weiteren Kreise der heimischen Zigarrenidustrie" in einer einzelnen Firma die be rufene Dertreterin der Zigarrenindustrie sehen möchten. . Der Wettbewerb mit der Fabrikation Hamburgs, Westfalens und Mannheims ist eine erfreu- liche Tatsache, die man aber nicht erst jetzt zu konstatieren braucht! er besteht schon länger 2 oberen Glasfülluz gen . _ GlaSabschlüffe, torvpl. mit Oberlicht, Zflügelig, rüLrvr und es llegk baÄer dar Gedanke nahe. öl’* der Siniender des betretenden X-tifeU M der wirklich angesehenen Firmen teSPlatzes lemeric Schiebungen hat, sondern datz er lediglich au» Sonderinteressen die geschäftliche Lage b* Zigarrenindustrie etwas rosiger gefärbt wisic wollte. Der AuSschutz deS Dereins ocr Tabakindustriell - von Dietzen und ilmgcgcnb: August Ackermann Earl Emmeliu^. Iustus For^- balS Georg Philipp Gail 21. G. Ludwig Georg- Arnold Mueller Job. Balth. Roll. Rinn L »Irre A. G. Gg. Heinr. Schirmer. Dermi^chteL. Raubmord im Erzgebirge. Stoll berg iS^geb). 10 2lpril iWE Der „Stollberger Anzeiger" meldet 3n öcrJiaa)! ?.um öomitag baten zwei m a s k i e r t c Manner auf einem Gut an der- Strahe Stolloerg Zwönitz 3000 Mart geraubt und den Besitzer, der sich mit der Waffe ihnen zur W^r fetzte, durch Revolverschüfse nicdergestreclt. Der £- siher ist gestorben, die Räuber find entkommen Berlin, 10. April sWolff - 3n der Fne- denskirche in Potsdam wurden heute vormittag die beiden ältesten Söhne Les s r ü h e r e>i Kron- prinzenpaares ci'g s g et. In Bertretung des Crkaisers erschien Prinz Heinrich. Smerdeöllll! zu 6leöen e. S. m. ö. ö. tzeffffltzel Böntoerein Akk.Ses Siliale (SieSen. WkttlSelMr GreöiWnnt zlllnle (Biesen. «MsüMklie «leien Ml für fjanöel nnö 3nönftrie liieoertafinng Siegen. BeiWatMe Men. MW vereMlillk $illale Siegen. WM ö. ®l5tontoOefeni®flft 3iDei8ffelle Siegen. 2.85x2,45 und 2,60^'2,45 ’n grob; ca. 16 Zimmer« und Q^bnrttürcn mit Füllung und Bekleidung; ca.20qro Treppenhausb i°üstung, 1,10 m hoch, R.u.F.l ca.50 „ Wandvertäfelr.iirg, 1,10 m hoch, R. u. 5- ; ca. 15 ,, t» 1,50 m „ * * * cventl. noch einige Fenster. Sämtliche Gegenständ^ sind m gutem Zustand und tadellofem Anstrich, Besichtigung hier. Vampssägewert Mfücke S. m. b. h. Kirchliche Nachrichten. Israel. Religions - Gesellschaft. Mittwoch, den 12. April 1922, morg. 6.00. Donnerstag, deit 13. und 5rcitag, den 14. April 1922. Passahsest. 1. Tag. Boraod. 7.05, morg. 8.00 Predigt, nachm. 4.00. 2. ^ag. Borabd. 8.05, morg. 8.00. Sabbalscier den 15. April 1922. Dorabd 6.55, morg. 8.00, nachm. 4.00. Sabdatausgang 8.io’ — Woche ngvttesdienst. morg. 6.30, abds. 6.30 Uhr. ‘ Die Schutzmannschaft scheint in letzter Zeil eifriger darüber zu wachen, bah die Betten nicht nach der ©trabe ausgelegt werden. Dieser Dis r ist bei der heutigen Wohnungsnot nur »a beteuern. Die Weisung; „Die Betten nach hinten nuszulegen!" kann vielfach nicht befolgt werden, denn nicht jede Familie verfügt über cm ganzes Stellwerk, also über Fenster, die nach dem Hofe gehen Es bleibt dann nicht« anderes übrig, al» die Betten innerhalb des Zimmers auszulegen - natürlich eine ganz unzureichende Lüftung Die Äiantentaffen und Deretne und Behörden, die sich der Gesundheitspflege widmen, würden sich deshalb ein Verdienst erwerben, wenn sie die Ausl-ebung des unzeitgemäßen Berbotes durch» fetzten. Höher als die Rücksicht aus em paar Olef 1 beten sieht heute doch die Rücksicht auf die Bolksgefundheit AuS dem AmtsverkündigungsbLatt. •• Das Amtsverkündigungsblatt , Ar 49 vom 10. April enthält Llmsatzsteuerpflicht des Stratzenhandels. — Beitreibung der -e- meinbcgefäUc 1921. — Gebühren Les Fleisch- veschauers Adam Butz in Grüningen. — Bieh- martt in Allendors a. d. Lda, — Abwehr der Maul- und Klauenseache — Dienstnach eichten. Schweinemarkt in Allendors a. 0. ß u m b a am Mittwoch, ben 19. 2lpril. Es dürfen nur aufgetrieben werden; 1. Tiere aus 03 e ft ä n- de n des 5X t c i f e « (Sichen. Durch Ur- fprungsreugnifse, auf denen die Orispolizcibehör- den ausdrülllich bestätigen, daN die Tiere aus der eigenen Zucht desienigen stammen, ter die Tiere zum Markt bringt, ist die Herkunft der Tiere nachzuweisen. 2. Schweine aus dem Ärci« Marburg, sofern sie aus der Zucht des Besitzers stammen und aus dem Llrsprungszeagnis durch den Kreistierarzt oder die Polizeibehörde vermerkt ist datz der ganze Kreis Marburg frei von Maul- und Klauenscache ist. 3. Der Auftrieb darf nur in der Zeit von 8—9 Mtyr vormittags stattfinden. Abwehr der Maul- und Klauenseuche. Auf Grund des Reichsviehfeuchengefc yes vom 26. Juni 1909, der Ausführungsvorschi iften des Bundesrats hierzu vom 7. Dezember 1911. des hessiichen Ausführungsgesetzes zum Reichs- viehfeuchengesetz vom 29. Avril 1912 und der hessischen Anweisung vom 30. April 1912 wird folgendes bestimmt; 1. Alle Klauenviehtransporte, die aus nichthessischem Gebiet mit der Eisenbahn in den Kreis eingeführt werden, bürten nicht eher ausgeladen werden, bis sie drrrch^ten beamteten oder einen besonders ermächtigten Tierarzt auf ihre Seuchenfreiheit untersucht worden sind, dn Ausnahmefällen kann das Ausladen der Tiere und ihre Einstellung vor der Untersuchung Dom Kreisveterinärarzt gestattet werden. ihr Fortbringen in andere Gehöfte, als m das der Einführenden, namentlich ihre Der» teilung in verschiedene Gehöfte, ist ledoch bis zur Untersuchung der Tiere durch den beamteten Lier- bterfe Zur Sterne“ ab KreiSvbstdavfchmrer H e- berer hielt einen 'Boa rag über Roan läge von ObstbaonpilLnzungen, Sortenwahi, Baumsrhen, Schmtt und Pflege des Baume» u a. m Der Bortraa fand [ebwften Bestall Der Berlitz ende, Bender, eröffn 4tc sodann die TUt toradbe in deren Berkaus noch manche Frag: c^dsn Gebiet des Obstbaus erörtert wurde. Der herein gewann einige neue Mitglieder, ihre Zahl stieg damit auf 128. Starfcnburfl und NstctnhcOen. tob. Mainz, 11. April. Gestern nachmitt ag b^ch in dem Anwefen der Speditronssrnm. B Auer II i. im Haupclsweg ein h e s 11 g e s Schadenfeuer aus Anscheinend durch Selb" envzündung geriet bei bis «rs Dach gefülltt Heufchuppen im Hose des 21nwef;ns in Brand ÜuierHüi)t durch den heftigen Wi.id, stand bald ter grmze S.huppen in Hellen Flamm m Boltz uxrc die städtische Berufswehr mit 4 Autos z rr öieUc und es gelang ü)r verhaktnismätzig rasch das Feuer auf seinen Herd zu beschränken mb bi. tu bedroi Liche. AL he liegenden Gebäulichkeit-n -u sichern. 3mmer. i;i mutzte die Feuerwehr bu wegen d Ufcr angestrengt arbeiten, bis das eratenfeu'r gelöscht war Der ganze Schuppen mit dem wertvollen Heuvorrat ist ein Raub bar 5 lammen geworben HLficn-Naffau. Die ersten Schwalben. v Frankfurt a. M., 10. April. Aach Dem langen und strengen Winter find gestern wieder die ersten Schwalben eingetrosfen. Heute konnte man sie scharenweise am unteren Main beobachten. An ihrem Fluge merkte man, datz die Böge! von dem langen Fluge sehr ermattet sind. mfTMe in ben Ausstänb getreten, da ihre Forderungen nicht bewilligt wurden. TlXan rechnet nur mit einer kurzen ötreitbaucr, da die Arbeit auf Ostern drängt. ra. LIf ingen, 10.21prll. Der 24 $euer- wehrtag Aassaus, ursprünglich für Eltville am Ahe in bestimmt, wird vom 15. bis 17. Juli in unserer Stadt abgehalten. rm. Ufingen, 11. April. Eine Hoch- t a b (e r i n , Die 'ich unter der falschen Adresse lud. med. Thea Bubarth m zahlreichen Fa^ .rilien in Weilmünster und anderen Orten ein- führte und als angebliche Tochter eines Sani- iätsrates in Hagen 5 Wochen lang die Gebend durch alle möglichen Schwindeleien brandschatzte, konnte hier am Bahnhof fest- genommen werden. Sin großer Teil der ergaunerten Sachen konnte man aus ihrem Ge- c id wieder in Sicherheit bringen. * Hanau, 11. April. Den Bock zum Odrtuer machte ein hiesiger Einwohner, der einen jungen Menschen, der bei ihm bettelte, vorübergehend beschäftigte, um chm Gelegenheit zu geben, sich einige Pfennige zu verdienen. 3n Abwesenheit der Hausleute erbrach her junge Bursche die Wohnung, stahl einen Herrenrock mit Weste, eine Hose, einen Plusch- hut ein Paar neue Herrenfchuhe, ein silb. Zigarettenetui, autzerdem aus einer Kassette 6—8000 Mark in bar, einen Rapskuchen und 10 Eier. Diese Woche wieder täglich grobe Sendungeu 3Ö10 frische u. gerauch. Seesifche zu billigst. TageSvreisen. Härnhnrget Fischhandlg. A. Koch Xachflc- Lchulstrai>e 10. Tel. 1612. «z: ve-boren 2. Das Stnlaten u-tb neloben von K».ao77U)rL('tranHp?rten. ?te aus ntchthrsfr- fchem Gebiet crugefützrt wurden, ist auf den CStHnboUnftaiiDncn des Kreises nui nach vorgängiger Unter,u^ung ter Tiere teirch den de- omieicu oder einen besonders ermäch igtcn Ztcr- atjjt gestattet 3. Die Anzeige von dem Zeitpunkt des Entladens, sowie des ilmiaten» oder Einladens von Klouenvlehtransporten Lt dem beam »den ober tem besonders crmüchtigleir Tierarzt ;a erstatten. Zur Anzcrgc verpflichtet sind sowokst die Besitzer, Einführer oder Segleiter ter Tiere, olS auch die Bahnhofsvorltände. Zuwiderl>and- langen gegen vorstebenbe Anordnungen werten nach den tztz 74 ff. des Reichsviebfeuchengefehes testraft. 2hiherbem sendet uns die H a n b e 1 s k a m > mer folgende Zuschrift. Die Hantelslantmcr-Berichte sollen das E amt bild ter Industrie zeigen auf Gr>intz d r Wahrnehmungen ter Kammmer und ter Anaastc.^ die ihr von den verschiedenen Industriezweigen zur Verfügung geftclii werten; sie stellen !>!„- XeNameschriflen Einzelner oder für Einzelne ter. Die für das Berichtsjahr beantworteten Fraan- I ogen bestätigen ausschliestlich die Ansicht, wie sie ter Hantelskammerbericht toietergeacbcn hat Wenn eine einzelne Firma, und fei fic auch al» tme „alfanqefcbcnc“ hingestcllt, eine andere Gc- ftaltung ihrer Betriebsverhältnisse zu verzeichnen bat, fo ändert das an tem Gesamtbild ter Zigar- rcn’inüufttic nichts. Die Ursachen der abwetchen- ben Stellung können die verschietensten fein, sie tonnen u. 1L schon aus ten Kriegsverhallnisfni .cfulltcrcn. Die weiten Kreise ter heimifchen Industrie, in denen ter Haiu-eiskumincr» . i- fremden erregt hat. kennen zu lernen, hat die Ha • delskammer selbstverständlich ein arotzes Interest und sie ersucht die Einsender des Artikels im Gic > euer Anzeiger aus ihrer Anonymität herauszu treten, damit sie die ihr gegebenen Mitteilungen iür das Berichtsjahr 1921 Ls unrichtig fest stelle, kann Sie ersucht dringend darum, damit nicht ter Anschein erweckt wird, dah die Einsender besondere Trauringe fugenlos 333 — 585 gestempelt in großer Auswahl bei billigster Berechnung. G. Gü mb fein, Juwelier, ,I47D Bruchstraße 19 //. — Etigengeschift — ' Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehendei! Artikel übernimmt die Redaltion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung ) Die Lage bet Tabakindustrie. Auf den im dritten Blatt der Rr. 84 Ihrer geschätzten Zeitung unter ter Rubrik „Handel erschienenen Artikel haben wir folgendes zu erklären; Der in Rr. 82 des „Giest. Anz.' veröffentlichte Bericht ter hiesigen Handelskammer über die Lage ter Zigarrenindustrie, ter. wie uns berichtet wurde, das Ergebnis der Beantwortung von Fragebogen ist, welche die Handelsk-imnier an sämi'iche Zigarrenfabrikanten ihres Bezirks fandte, findet unsere volle Billigung. Die a l l g c m e t n e Lage unserer Industrie ist trostloS; die Handels- Lämmer aber hat die Aufgabe, die a l l g e m e i n e Lage zu schildern, einzelne Ausnahmen kommen überall und immer vor und bestätigen bekanntlich Aus tem Umstand, datz der Berfasser des betreffenden anonymen Artikels einige ter hiesigen Firmen in ihrer Bedeutung herabzufeyen sucht ist die Annahme berechtigt, als ob ter Artikel in Ihr Blatt lanciert Worten märe um in etzvas plumper und wenig schöner Weise für die alt angesehenen Firmen ter hiesigen Zigarren- ii tufme" Reklame zu machen Dieses moderne Geschüftsgebahren haben gerate im hiesigen Bezirk die wirklich altangesehenen Firmen, die auch autzerhalb ihrer engeren Heimat nach wie vor das grötzte Ansehen genietzen. vermieden, da sie es nie nötig hatten, die Reklametrommel zu Didtmirj gelbe Kohlrabi haserstrsh auf Lager• O«?3» Weife & Betfl Gradenstr. 7. Tel. 1315. Sirr Giftmord? fpd. Frankfurt a. M., 11- April. Ein junget Mädchen aus Lorsch, das hier angestellt war wurde gestern in einem Gasthauszimmer bei \teajaflc g ife hcrgiftetaufgefunben. 5>ic Untersuchung ergab, datz das Mädchen den Tod durch Zyankali gefunden hatte. Im Zimmer hielt sich ter Liebhaber des Mädchens auf, em Mon- tcur in testen Besitz noch eine grötzere Menge ' Giftstoffes aufgefunten wurde. Der Mann wurde verhaftet; ob das Mädchen freiwillig aus dem Leben geschieden ist. ober ob es von dem Monteur vergiftet wurde, konnte noch nicht festgestellt werten. Der Monteur behauptet, datz teS Mädcheit schon früher Selbstmorbgebanken geäußert habe. Sin Brand im Gebirge? fpd. Kassel, 11. April. In tem Bra.m- lohlentergwerl BranSrote tritt seit einiger Zeit eine seltsame Erscheinung auf. An einzelnen Orten ün Stollen brechen giftige Gase zutage, so datz die Arbeiter-, die in einen solchen GaSschwaten geraten schnell bewutztlos werden und rasch inS Freie gefdxifft werden müssen. Man vermutet, datz diese Gase durch einen Brand im Innern deS Gebirges hervvrgerufen werten. ra. Biedenkopf, 10. April. Die Errichtung einer Jugendherberge im Erdgeschoß der hiesigen Stadtschule wird davon abhängig gemacht, ob der Kreisarzt die betreffenden Räume für diesen Zweck als geeignet findet. ra. Idstein, 10. April. Die Stadtverordneten beschlossen, für die neue Autolinieülsinqen — Tenne — Esch- Idstein 18 000 Mk. als Gewährleistung zu bewilligen. , mc. Frankfurt a. M., 11. April. Die Konfektionsschneider sind gestern vor- aui Lager 037PO M NM MIMe S. L- Nie wiederkehrende Gelegenheit bietet sich dem geehrten Publikum, C6eess künstl. Zähne und Gebisse wenn auch -erbrochen, zu verkauken. Zahle bis MK. 300.— und mehr nut Mittwoch, den 12. April 1922, von 9 bis in ®Ufi£n. Lotei Schütz. M. Reichel. Die unterzeichneten Banken geben hiermit bekannt, dah ihre Kassen und sämtlichen Geschäftsräume M ßMSU, Dem 15. Ulil 1922 für jeglichen Verkehr geschlossen sind. Mr Neubauten \5kten toir an: kompl. Pvb.-Tr, ppe, 4 Läufe, 1,02 m 12. breit, zuf. 28 Stufen u. \ e 1 Austtittstuse, Stockwerkhohe 3.20. 3,10 und 2,A 5 m. Tritte ca. 60 nun Eiche, Wangen ca. 70 rmm Kiefer, mit Geländer: Stufen wie vor, £ 15 m breit; zweistüg. Haustütsca. 2,20x1,25 m grob, mit AN Mittwoch i nd Donnerstag emtreneno Brat*chellfi*che ver Psd- 10.50 Kabeljau o. Aovs ver dib. 11.50 GoldbarNe , a 9oof w.c per Md. 11.50 Heb. Kalbfleisch Viebiftür. 71. Tel. ISS. Bevor Sie Schuhe kaufen besichtigen Sie zuerst die Preise meiner Qualitätswaren. Schuhhaus Meyer Gießen, Bahnhofstraße 30 neben Schade & Füllgrabe Beste Bezugsquelle für dauerhafte gute Schuhwaren zu den billigsten Preisen. Beachten Sie meine Schaufenster. Komplette 0 Hanni im blühenden Alter von 10 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. 3490 Unserebedeutende Spezialabteilung Gießen (Westanlage 39), den 10. April 1922. 03781 Für fe kW! durch den 3624v '1. 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Klarmann- Franksurt über Arbeits- und Heimatsschulgeist im Grundschulunterricht, K. E ck h a r d t -Biedenkopf über Deutsch-Anterricht in der Grundfchnle, H. G r u p e - Frankfurt über Naturkunde-Llnter- r.icht, K e m p i n s k y - Perskau über monodischen Rechrnunterricht. Letzterer hielt auch einen Volks- Vortrag über Schule, Kunsterziehung und Wiederaufbau. Ferner sprachen Reiniger- Essen über Geschichtsunterricht und am letzten Tage im Anschluß an einen Bortrag des Direftors Koch über Auslandsdeutschtum, W o h l r a b - Brambach über den Gesamtunterricht. An alle Dor- träge schlossen sich Aussprachen und Lehrproben. Turnen, Snort und — Westdeutsche Fuhballmeister- schaft. Zn den beiden Entscheidungsspielen um die Fustballmeisterschaft von Westdeu schland unterlag der Duisburger Spielverein überraschenderweise gegen Arminia Bielefeld mit 1:2, während der Kölner Ballspiel-Club den Turn- und Sportverein 48 Kassel mit 5:0 abfertigte. Das Entscheidungsspiel staben nun mehr die beiden Sieger, Kölner Ballspiel-Club und Arminia Bielefeld auszufechten. — Die Spieleum dieMitteldeutsche Fustballmeisterschaft wurden am Sonntag fortgesetzt. In Erfurt trennten sich die Spielvereinigung und Halle 98 3:3 unentschieden, in Leip- zig gewann die Spielvereinigung gegen den Chemnitzer Ballspiel-Club 5:0 und in Dresden behielt Ring über Concordia Plauen mit 3:2 die Oberhand. — Um die Norddeutsche Fustball- Meisterschaft fanden am Sonntag drei Treffen statt. 3n Kiel siegte Holstein über den Allgemeinen Bremer Turn-Sportverein mit 2:0, in Hamburg fertigte St. Georg den Hamburger Sportverein mit 3:1 ab und Eimsbüttel blieb über Arminia Hannover mit 3:0 siegreich. — Die Berliner Fußball-Mei st er- schaftsspieleder Oberliga brachten am Sonntag folgende Ergebnisse: Borwäris gegen D.B.C. Brandenburg 1:0, Norden-Nordwest gegen Bavaria 1:0, Spandauer Sportverein gegen Sad- mama 3:1, Union 92 gegen Minerva 2: 1, D. f. D. Pankow gegen Union S C. C. 1:0, Nord gegen Fustballverein 1:1, Berliner Sportverein 92 gegen Was enthält i)as Reichsmietengesetz? Nachdem wir in Nr. 56 des „G i e h. Anz. aus der Feder des Reichstags- abgeord.ie en Beyt h i e n krit sche Aeu e- rungen zum ReichsinteteNtje.etz gebracy. hatten, erhalten wir nun von Stadt- Lbe fefretär Rothamel vo n Cie en r Wohnangramt die nach elenden Erläuterungen zu den AuSführungsbestimmun- gen des Gesetzes. Am 28. Marz 1922 ist im Reichsgesehblait das Rei )emiet ngeseh verkünde worden, das in jedem Lande <»es Reiu-^ a i dem von der obersten Landesbehörde zu be limme iben Tag, spätestens aber am 1. Juli 1922, in Kraft tritt. Nach der Mieterschutzgesezaebunz, wir sie seiche bestand, konnten bei Wohnräumen, Läden unL Werkstätten Mietpreissteigerunzen nur mit r>o^ ausgeganzener Zustimmung des Mieteinigun amts vorgenommen werden. Jeder Absch.u ) ei c Mietvertrags war der Gemeindebehörde anzu- zeigen. Diese konnte, wenn der vereinbarte Mietzins nicht als üblich und angemessen anzusehe: war, bei dem Mieleinigungsamt Herabsetzung beantragen. Auch dem Mieter stand ein solche- Einspruchsrecht zu. Die Mieteinigungsämter entschieden über die Höhe der Mietpreise nach bestimmten Grundsätzen, wobei entweder von bei Friedensmiete ober bem Steuerwert bzw. bei ortsgerichtlichen Schätzung bes Grunbstüks vo> bem Kriege ausgeganzen würbe. Die eigentliche Mietzinsberechnung war sehr verschieben und in ihren Ergebnissen voneinander mehr oder wenige« abweichend. Das Reichsmietengeseh stellt nun ein- heitlich für bas ganze Reichsgebiet Grunbsähe unb Richtlinien für bie Berechnung der Mieten auf. Die Durchführung erfolgt burch bie obersten LandeSbehörben. Die Beteiligung ber Mieter an den Instandsetzungskosten der Wohnungen und Häuser wirb gesetzlich festgelegt. Diese Belastung der Mieter kann, so schwer sie auch emvfunden werden wird, ba sie zu bet fast jebes Mast über- steigenben Erhöhung ber Kosten ber gesamten Lebensführung hinzukommt, als ungerecht nicht bezeichnet werben. Der in ben heutigen Mieten enthaltene Betrag für Instandsehunzen ist, gemessen an ben derzeitigen Kosten für biese, so gering, bast er kaum noch in Betracht kommt. Die Herrichtung ber Wohnungen unb bie Ber° hinberung bes Häuserverfalls wirb aber mehr unb mehr zur unabweisbaren Notwendig eit. Die Angleichung ber Mieten an bie wirtschaftliche Entwicklung ist unmöglich. Die zum Schuhe der Mieter über Künbigung bes Mietverhältnisses erlassenen Dorsch iften werden burch bas vvrliegenbe Gesetz, bas nur Bestimmungen über bie Mietpreisbilbung enthält und bem eine Partei deshalb auch bie Bezeichnung „ReichHmiet;in3gesetz" geben wollte, nicht berührt. Doch wird auch das Kündigungsrecht in Kürze neu geregelt. Das Reichsmietengeseh bestimmt, dast der Vermieter wie der Mieter eines Gebäudes oder Gebäudeteils jederzeit dem anderen Bertragsteile erklären kann, dast die Höhe des Mietzinses nach den Dorschriften dieses Gesetzes berechnet werden soll (gesetzliche Miete). Die Erklä- vung ist schriftlich abzugeben. Sie bewirkt, dast die gesetzliche Miete von dem ersten Termin ab, für den die Kündigung nach ben Dorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs zulässig sein würde, an die Stelle des vereinbarten Mietzinses tritt Eine Mitwirkung des Mieteinigungsamts ist hierbei mit erforderlich, wenn eine Einigung zwischen Bermieter und Mieter über die Höhe der gesey- Kurs <. 4. 7 .50 97 10 142,- 9i 75 455 - 358,- 318 - 326 - 585, 488 - 339 — 301 - 334 - 1)50, 1210, 8 5. 1348, 780, 712, 765, Züricher Devisenmarkt. । j. L 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 117 80 88.80 117.80 97.80 125 40 23.80 7.4. 77, 0 97 20 141,60 88,50 446, 350,50 320,- 325, 5^1,- 430,- 314,- 300,- c35.- 1'69,- 2030,- 1040,- Hertha 2:0. — Fuhball in Wien. Der Wiener Meister Rapid unterlag im Meisterschaftsspiel überraschenderweise gegen Hakoah mit 1: 3, Dienna schlug ben Was mit 3:0, bie Amateure blieben gegen Wacker mit 4:0, Floribsbvrs gegen Ostmark mit 3:2 unb Rubolsshügel gegen Simmering mit 2:0 siegreich. — Der Wiener Sport-Club weilte Prag unb schlug Union Zizkow, des tschechischen Meisters Sparta, I »gen K u auftri g: vor El ktri-it t p 1 lcre an- eci.h.i.liy. Die Börse s^l e -t ent d) ebvn srcand- itj^r. Prioatdftkont 4 Prczrnt. 3 ran ff uv: a M.« 11. April. Börsenkurse. araiujurt Berlin Schlutz- Scylutz- Schlutz- Schluh- Loch. Guhstahlwerke -, Bud.-Eiscnw.-Akt.. 1040, 9-Luxemb. Dergw.. 1060, Gelsenlirch. Dergw.. 1115, tzarpener Bergbau . 1800, Oberschi. Eisenb.-B. 1 > 30, Qberschles. Cisenind. 8 0, emigungdamt sestgestellten oder festgesctzlen Frie- uenemieien sind der Geineindebeyoroc milzu- teilen. Die Aussührungsvorschriften tre den d e cber- sten Landesbehörden erlassen. Diese sind verech- tigt, die oben erwähnten Hundertsätze, deren De° .nessung natürlich von autzerordeutlicher Wichtigkeit ist, festzusehen oder die Festsetzung den Gemeindebehörden zu übertragen. Es ist anzu- nehmen, bat} bie obersten Lanbesbehöiden vor dieser Möglichkeit Gebrauch mähen, sich aber b.c Zustimmung Vorbehalten werden. Die oberstc Landesbehörbe bestimmt bie Stelle, die im Falle ber Nichtverwendung der für die lau en ^e: ' Nstandseyu .g arbei.en gezahlten Ge b -r d c2Iu> fübrung ber Arbeiten burch geeignete Anorbnun- gen zu sichern hat. Hierfür sind die städtische!» Bauämter bzw. bie Kreisbau eamten in Aussicht genommen. Ferner sinb durch ^luslührungs- Bestimmungen zu regeln: bie Berechnung der Untermiete, die Einrichtung unb Berwenduog .es Hauskontos, bie Berwaltung ber Mittel des Ausgleichsfonds (s. o.), bie Erstattung von Anzeigen an bie Gemeinbebehörbe. bie Umlegung ber Kosten für b fmbere Neb^nlei tungen unb bie Führung eines Mieten eerzeichnisses. Ein De Mieter, ber eine ihm nach bem Gesrh obliegenbe Anzeige (Meldung der Friedens- un ber vereinbarten Miete) vorsätz'ich nicht ober nicht rechtzeitig erstattet ober wissentlich unrcch ige obe* unvollstänbige Angaben macht, wirb mit Geldstrafe bis zu hunbcrttaasend Mark ober mit Hast gestraft. Das Gesetz tritt mit bem 1. Juli 1926 allster Kraft. Die Derlängerung der Geltungsbauer ist aber heute schon als feststehend anzusehen. Phönix-Bergb.-Akt. 1350, Dad.Anilin-u. Soda 760, mungsbild. auS Genua und mit Rücksicht lieben Miete nicht zustande kommt. Mietzinsoereinbarungen sind zugelaisen. sie können aber durch das Mieteinigungsamt nachgeprüft und durch die gesetzliche Miete erseht werden. Die oberste Landesbehörde kann bestimmen, dast Miet- preisvereinbarangen der Gemeindebebö de ober dem Mieteinigungsamt anzuzeigen sind. Auch farni angeordnet werden, dast für • das ganze Land oder bestimmte Gemeinden die gesetzliche Miete für alle Mietverhältnisse gelten soll. Bei ber Berechnung der gesetzlichen Miete ist zunächst die G r u n d m i e t e zu bestimmen. Sie wird ermittelt, indem von der Friedensmiete (1. Juli 1914) die in dieser für Betriebs- und Instandsetzungskosten unb bestimmte Neben leist un- gen enthaltenen Beträge abgerechnet werben. Für bie abzurechnenben Beträge werben Hundertfähe der Friedensmiete festgeseht. Der Bermieter hat bem Mieter auf Verlangen Auskunft über die Höhe ber Friedensmiete zu geben. Sie ist auf Antrag durch das Mieteinigungsamt festzustellen, wenn sie nicht mehr zu ermitteln ist, nicht vereinbart war ober wenn über ihre Höhe Streit besteht. Zu ber Grundmiete treten Zuschläge für 1. die Steigerung ber Hypothekenzinsen. 2. bie Betriebskosten (Grundsteuer, öffentlich? Abgaben, Bersicherungsgebühren, DerwalMngskosten usw.), 3. die Kosten für laufende Instandsehungs- arbeiten. Die Zuschläge sind in Hundertfähen der Grundmiete festzusehen. Der Bermieter hat den Jnstandsetzungszuschlag für die erforderlichen laufenden Instandsetzung ^arbeiten sachgemäst zu ver- wenden und der Mietervertretung die Berwen- düng der Gelder auf Antrag nachzuweisen. Zur Schaffung von Mitteln für grobe Instand- sehungsarbeiten (Erneuerung der Dachrinnen und Ablaufrohre, Dachumdeckung, Anstrich des Hauses und des Treppenhauses) hat ber Mieter einen weiteren Zuschlag in einem Hunbert- sah ber ©runbmiete zu zahlen, ber .von bem Bermieter in einem besonderen Hauskonto anzu- legen ist. Der Bermieter kann über das Hauskonto nur mit Zustimmung ber Mieter verfügen. Die Zustimmung kann erseht werden. An wirtschaftlich Schwache können aus einem Ausgleichsfonds Beihilfen für grvhe Instandsehungsarbeiten gewährt werden. Für gewerblicheDetriebe istdie Fest- fehung besonderer Zuschläge zulässig. Ist ein Mietraum weiter vermietet, so mub ber Mietzins unter Berücksichtigung etwaiger Nebenleistungen in einem angemessenen Verhältnis zu bem au ben Raum entfafienben Teil des Hauvtinietzinfes stehen. Auf Neubauten, die ohne Zuschüsse nach bem 1. Juli 1918 bezugsfertig hergestellt find, findet das Gesetz keine Anwendung. Die Mieter eines Hauses sind berechtigt, einen ober mehrere von ihnen mit ihrer Vertretung tn Mietangelegenheiten zu beauftragen (Mie t er- bertretung). Es kann angeordnet werden, dab bie Vermieter dec Gemeindebehörde die Friedensmiete anzuzeigen haben. Die von dem Miet- Höchster Farbwerke. Allg Elektr.-Gef. . . Fellen L Guilleaume Schuckect-Werke. . . Adlerwerke Daimler 4° 0 Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. Vereinsbank Märkte. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. April. (Amtlich.) Marktverlauf: Bei Rindern langsames Geschäft. Kleinvieh und Schweine lebhafter Handel. Rinder und Schweine hinterlassen ileberftanb. Im einzelnen ist zu bemerken: 2Iufgetrieben waren 1862 Rinder (einschließlich 21 Rinder aus ber Tschecho- Slowakei), Darunter 184 Ochsen. 96 Bullen, 1582 Färsen und Kühe, ferner 918 Kälber, 133 Schafe unb 2125 Schweine. An Preisen würben angelegt pr. Ztr. L»chendgewicht: für Ochsen 1600—2800, für Dullen 1500—2450 Mk, für Färsen unb Kühe 2000—2800 für beste Färsen und bis 2200 Mk für beste Kühe: für Kälber beste Qualitäten 2800—3100, mittlere Qualitäten 2400—2800, geringe Qualitäten 1800—2200, für Schafe 1000 oft 2000 Mk.: für Schweine unter 80 Kg Gebend gewicht 260c.-2900, von 80—100 Kg. 2900—3200, von 100—1'2-0 Kg 3000—3300, von 120—150 Kg 3000—3300, Feltschweine über 150 Kg. 3000 bi? 3300. Sauen und Eber von 2800—3000 Mk. Dir Marktpreise liegen um so viel über den Stall preisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichts Verluste, Hoesen und Händlergewinne in fid schließen. In der Karwoche wird der zweite Mark am Mittwoch, den 12. Avril 1922, abgehalter in de- Woche nach Ostern findet der Hauptmark: am Dienstag, den 18. Avril 1922 unb bet zweite Markt am Freitag, den 21. Avril 1922, statt. Frankfurter Getreide-Börse. Frankfurt a. M., 10. (April. Die Getreidebörse wird durch die unsichere Haltung der ausländischen Zahlungsmittel mehr oder weniger beeinflußt 5M Geschäft ist wesent- Die Untemehmu-gslust erstreckte sich auf ein-1' ch ruhiger geworden, da die Käufer zurück- zelne Sp^ia Pa le re. Am 'De ijen markt giig c dheater £e-orten s nd. Die Forie.ungcn rujig zu Jn ben Bormi ta]» tu.iben trat eine leitete Hal.ung ein, die aber spater wieder schwankend wuroe. Der Dollar ward« mit 309, 30», 302 bis 299 genannt Im freien Verkehr war das Gefd-äst etwas leb xU er. Dcu sche Petroleum 2150—2175. S ö.ticht Gummi 490. Decler- S.ahl 485, Benz 615. Iu ius Sichel 700. Gebr 5a e 740. In Au »land werten war das Ge- jchaft re hält i ma ig ea tiger. Unter de t Mon- tanatiied sanden Ove. de aal größere Beachtung, sonst ging es auf diesem Gebiete weniger lebhaft ;u. Mas '.inen- u-.b Metallwerte waren höhet vei bc)d) ibenen Llmsährn. F ir chemi che Aknen Amstd.-Rotterb. 1163 ,4011664,60114^5,6511464,35 ------- 211-,d0----------- (In einem Teil ber Auflage wiederholt.) Die englische Presse zur Eröffnung der Konferenz von Genua. London, 10. April. (WTB.) Zu der heutigen E.össnu g der Genueser Konferenz schreibt Ge.wia im „Observe r ", immerhin tonne es möglich sein, dast Lloyd (jkorge nach Genua komme mit H lnden, die durch die Entente u'.tb Frankreich geburtben seien Durch ein Bündnis mit den Konservativen zeige er, datz er keinen überraschenden und energt ch n Schlag wage. Lloyd Geor.es polnische Erfolge h.t en in den letzten 2 Monaten so abge.wmmen, datz rr sich einen groben Erfolg sichrrn odrr gestürzt wc - den müsse. Eu.opa sei zu sehr enttäuscht, im sich noch einmal irrelci en zu lassen. „Daily Expretz" schr i >t aus Genua, es verlaute, bah Ruyland bereit sein werbe, sein grotzeS Heer abzurüsten, wenn Frankreich gleichfalls einer Qlbt-ü.tung zu Lande zustimme. Außerdem toerbe bie Dow:etre.i:rung die ms i- schen Borkriegsschulden a.;erlcnnen unb bafür volle Anerkenimng fordern. Im „S u n d a y E r p r e Ü“ schreibt Keynes, wenn man Enttäuschungen vermeiden wolle bann müsse man bie groben Nachteile zugrden, unter denen diese grobe Konferenz liege. Unter der Oberfläche treibe die europäische Diplomatie ihr altes Spiel. „Daily Chronicle" schreibt. tt>enn Rutz- land die Bedingungen ber Alliierten annehme, einschließlich ber Anerkennung ber russischen Schulden, wenn bie Alliierten bie Sow,etiegierung anerkennen würben mb damit bie Verträge, die Ruhland mit den Ranbstaaten. abgeschlossen habe, wenn das russische Heer daraufhin in einem Matze abgerüstet werde, batz bie Nachbarn Rutzlands in bie Lage versetzt würben, entsprechende Matz> nahmen zu ergreifen, unb wenn infolgedessen ein tatsächlicher Friebe unb ein geregelter Hanbelsverkchr zwischen bem Osten unb dem übrigen Europa wi .'de i her gestellt würde, dann fei ein grober For.sch.itt g macht. Die „Time s" schreibt in einem Leitartikel, alles beute darauf hin, bah bie Deutschen keine Anstrengungen unter.o fe i würden, i re Stellung zu behaupten unb intec ben ehemaligen Siegern Uneinigleit zu säen. Amerika und Sowjetruhland. London, 10. April. (WTB) „Daily Telegraph" meldet aus Neuyork, der Washingtoner Berichterstatter der „New QJorf Times" erfahre aus bester Quelle, bah bie Bereinigten Staaten vielleicht bie Sowjetreaierung anerkennen würden, wenn die Sntwicttung auf der Konferenz von Genua befriedigend ver aufe und wenn Sowjet- ru^Ianb bieDedin ungen LlohdGeorge; anerkenne unb bas russische Heer auf einen Bruchteil feiner augenblicklichen Stärke herabsetze. Amerika und die Abrüstung zur See. Paris, 10. April. (WTB.) Nach einer Havasmelbung aus Washington wirb Marinesekretär D e m a y sich gegen bie in ber Marinebill festgesetzten Herabsetzungen toenb