Zreitag, (0. November 1922 Erstes Blatt 172. zayrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick nnö üerlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steir.öruderei H. Sange in Sieben. Schristleitung und Selchüstsftellc: Schulstrab« 7. Annahme von Anzeigen für die Tagetsnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v 27 mm Breite örtlich 600 Pf., auswärts 800 Pf.,.für Neklame- Anzeigen von 70 mm Dreite2800Pf. Bei Platz. Vorschrift20" „Aufschlag. Hauplschristleiter: Äug. Goetz. Verantwortlich für Politik: ?lug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschem;für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Dietzen. Nr. 265 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GietzenerFamilienblätter Monatliche vrzuaspreife: Mk. 185.- u. Mk. 15.- TrLgerlohn,durch diePost MK.200. - .auch beiNicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech- Anschlüsse: für die Schrift, leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Lietzen. poftschealonto: Frankfurt a. M. 11686. Die neuenVorschlage der Reichsregierung Derlin, 9. Rov. (Wolff.) Die neu en Dorsch l ä g e, die der Reparationskommission von der Reichsregierung jetzt überreicht worden find, stützen sich in erster Linie auf zwei Gutachten, die von den ausländischen Sachverständigen erstattet worden find. Es ist dies erstens das Gutachten von Dissering und Dubois, das der Regierung im Laufe des gestrigen Tages zugegangen ist, und zweitens ein Memorandum von Brand, der bereits die ersten von Keynes und Lasse! verfahren gutachtlichen Aeuherungen unterschrieben und sich vorbehaltlich der in seiner Sondrräuherang enthaltenen Bemerkungen auch dem Schriftstück von Dissering und Dubois an- gefchlvssen hat. In dem Gutachten von Dissering und Dubois Über die Frage der Intervention eines internationalen Syndikats zur Stabilisierung der Mark und über die Bedingungen, unter denen eine solche Intervention Ei-folg versprechen könnte, wird zunächst festgestellt, dah die Ursache für die dauernde, sich immer mehr verschärfende Mark- cntwertung in der Erschütterung des Dertrau- e n s zur deutschen Währung im In- und Auslande liege. Bei einer Stabilisierungsaktivn sei die Mitwirkung des Auslandes wünschenswert. Die beiden Sachverständigen halten es für zweckmäßig, unter den Auspizien der Reparativnskommission so bald wie möglich eine Versammlung von Dankleuten aus Staaten mit normaler Währung emzaberufen, d. h. aus den Dereinigten Staaten, aus England, aus Holland, aus Schweden und aus der S ch w e i z; weiter könnten Dankleutc aus anderen Ländern, die zur Mitarbeit bereit wären, daran teilnehmen. Diese Dankleute hätten die Frage der Gründung eines tn- tc-rnationalen Syndikats zu prüfen, dessen Aufgabe es wäre, zusammen mit der deutschen Regierung und der Reichsbank an der Stabilisierung der Marl mit Mitteln und auf Wegen zu arbeiten, die zweckdienlich erscheinen. Ohne den Beschlüssen dieser Bankleute vorgreifen zu wollen, sprechen sich die beiden Sachverständigen über das dabei ein- zuschlagende Verfahren folgendermaßen aus. 1. Deutschland mühte während der Tätigkeit des Syndikats und bis zur vollständigen Rückzahlung der erhaltenen Vorschüsse von allen Reparationszahlunge,: und Sachlei st ungen befreit werden. 2. Das Syndikat mühte mit eineiH Kapital von mindestens 5 0 0 MillionenG o l d- mark begründet werden. 3. Dieser Betrag wäre in Form eines Akzeptkredits aufzubringen. Die Wechsel wären von der deutschen Finanzverwaltung auözugeben, wären mit der Bürgschaft der Reichsbank zu versehen und hätten auf die Währung des Staates zu tauten, der die Wechsel akzeptiert. 4. Die Laufzeit der Wechsel könnt« um höchstens zwei Jahre verlängert werden, vorausgesetzt, daß die zentralen Emissionsbanken ihre Zustimmung erteilen. 5. Die Reparationskommission wäre auf, fordern, für die Rückzahlung der von dem Syndikat gewährten Vorschüße ein Prioritätsrecht vor allen Reparationsbarzahlun- gen zu gewähren. 6. Die deutsche Regierung hätte mit Zustimmung der Reparationskommission als belon- dere Garantie für die Rückzahlung dec von dem Syndikat gewährten Vorschüße die Erträgnisse der Ausfuhrabgabe nach einem noch zu vereinbarenden Verfahren zur Verfügung zu stellen. Z. Reben den Leistungen des Syndikats hätte sich die R e i ch s b a n k zu verpflichten, an der Stabilisierungsaktion mit einem Betrage von gleicher Höhe teilzunehmen, indem sie sich durch Verpfändung eines Teils ihres G o ld- bestandes einen Kredit von gleicher Höhe beschaffte. Auf diese Weife würden die insgesamt zur Verfügung stehenden Fonds einen Betrag von einer Milliarde Goldmark oder deren Gegenwert erreichen. Lieber die Zinsbedingungen und die Vermittlungsgebühren, die von Deutschland zu zahlen wären, sprechen sich Vissering und Dubois nicht aus; diese Punkte seien besonderen Vereinbarungen vorzubehalten. Das Memorandum Brand lautet wie folgt: „Der Herr Finanzminister hat mich im Damen der deutschen Regierung gebeten, meine Ansicht über die Möglichkeit au äußern, im gegenwärtigen Augenblick Anleihen oder Kredite am Londoner Markt zur Stützung des Versuches einer Stabilisierung der Mark zu erhalten: 1. In Erfüllung dieses Wunsches bitte ich es als selbstverständlich anzunehmen, dah ich nur meine persönliche Ansicht äußere. Ich kann in keiner Weise für andere Londoner Bankiers sprechen. 2. In dem Bericht, den ich als einer der von Deutschland eingeladenen Sachverständigen zeichnen werde, werde ich meine Ansicht in bezug auf fremde Anleihen oder Kredite in der ganzen Frage des Stabilisie ung?prvblems äußern. Hier dagegen werde ich mich auf den reinen ban ktechnischen Gesichtspunkt beschränken. 3. Es ist nach meiner Ansicht nicht inög- lich, an private Geldgeber in England wegen einer deutschen Anleihe heranzutreten. Die Begründung, die das Dankierkomitee im vergangenen Juni dafür gegeben hat, behalt volle Geltung. Dazu kommt, daß der kürzliche Sturz der Mark Deutschlands Kredit im Auslände völlig zerstört Hal. Ich stimme mü der Ansicht des DankierkomiteeS überein, daß Gewißheit über Deutschlands zukünftige Verpflichtungen wesentlich ist; so lange diese nicht feststehcn, halte ich es nicht für möglich, an das Publikum heianzutreten. 4. Es bleibt daher nur die Frage einer unterstützenden Mitwirkung der Bankwelt übrig. Es würde wohl eine Anleihe auf der Grundlage einer Sichnheit durch das Reichsbank-Gold, das je nach den Wünschen der Bankiers an einem zentralen Platz zu deponieren wäre, möglich fein." Auf andere Weife wäre nach Ansicht Brands eine Anleihe taum au erhalten, es fei tr-nn, daß ein vollständiges Moratorium für Deutschlands Verpflichtungen, vielleicht auf bi? Dauer von zwei Jahren, gewährt würde und Finanzkreise in der Schweiz, Holland und anderen Ländern mit genauer Kenntnis der deutschen Verhältnisse die Führung übernähmen; in diesem Falle wäre es möglich, daß die Londoner Bankleute sich etwa in Form eines Akzep-kredits von mindestens 5 Millionen Pfund Sterling beteiligen würden. Band schli.ß! mit der Erklärung: Weim aber die Unsicherheit bezüglich der deutschen Verpflichtungen am Ende W Moratoriums fortbe stünde, wenn die Möglichkeit eines vollständigen finanziellen '3uf:.mmeu- bruchs Deutschlands am Ende dieses Zeitraums bestehen bliebe, bann würden bu Gläubiger eine Sicherheit für die Rückzahlung vor Ablauf des Moratoriums verlangen. Es würde auf jeden Fall' notig sein daß sie zu dieser Maßnahme die Genehmigung der Ban? von England und das Recht erhielten, oic auf London gezogenen Wechsel dort zu distvntieren. • • * In ihrem Antwortschreiben an die Reparationskommission wiederholt de deutsche Regierung zunächst die bereits früher ausgesprochene Erklärung ihrer Bereitwilligkeit, die von dem Garantiekomitee übernommenen Verpflichtungen in bezug auf die Kontrol- lierung der Landesfinanzämter und ähnlicher Stellen durchzuführen; sie verweist darauf, daß alle hierzu erforderlicheu Maßnahmen bereits getroffen feien. Sodann betont die Reichsregierung erneut, dah sic .'ine Festigung und Vierung des Markkurses als die augenblicklich wichtigste und dringlichste Ausgabe ihrer Politik betrachte. Zu den Vorschlägen der Stabilisierung der Mark übergehend, weist die Rote mit allem Rachdruck daraus hin, daß alle Maßnahmen, die jetzt ergriffen würden, immer nur Hilfsmittel wären, uni ein gewisses Vertrauen des deutschen und des ausländischen Publikums in di? Zukunft der deutschen Wirtschaft und der deutschen Finanzen wie- derhcrzustellen, und daß ein dauernder Erfolg nur dann verbürgt erscheine, wenn die endgültige Lösung des gesamten Reparationsproblems also.rld in Angriff genommen und mit größterBeschleunigung • u Ende geführt werde. Immerhin sei es nötig und möglich, schon jetzt durch Zusammenarbeiten eines ausländischen Banlsyndikates mit der Reichsbant Mtßnahmen zur Stützung der Mark zu ergreifen. Die deutsche Regierung empfiehlt hierfür die beiden oben mitgeteUtcn Pläne von Vissering und Dubois und von Brcurd und erklärt: „Die deutsche Regie».ung macht sich insbesondere den Gedanken zu eigen, daß die darin in Aussicht genommene Stützungsaktion drcch ein internationales Banksynditat sofort in Angriff genommen wird. Auch die Reichsbank ist von der außerordentlichen und ent'chei- denden Bedeutung und Bildung eines solchen internationalen Banksyndikates für die Wiederherstellung des Vertrauens in das Gelingen einer Stützungsaktion übe, zeugt. Sie hat sich, bereit erklärt, auch ihrerseits an dieser Aktion mitzu- wirken und sich an der Aufbringung der Mittel zu beteiligen. Auf dieser Grundlage hätte sich die Stützung in der Weise zu vollziehen, daß der Markkurs nach einheitlichen Gesichtspunkten mit den so zur Verfügung gestellten Mitteln durch An - und Verkauf von Mark und Devisen reguliert wird lieber die Einzelheiten, insbesondere über die Art und den Umfang der Beteiligung der Rcichsbank, würde noch eine Verständigung mit den fremden Geldgebern htzrbeig?sührt werden müssen. Ferner würden die vom Reiche zu. stellenden Sicherheiten unter Zustimmung der Repa.a- tionskommission mit den Geldgebern noch zu ter* einbaren sein. Die erste Bedingung, welche die Sachverständigen stellen, geht dahin, dah während der Tätigkeit des Syndikates und bis zur vollständigen Rückzahlung der von dem Syndikat geleisteten Vorschüsse Deutschland von jeder Bezahlung auf Grund des Vertrags von Versailles sowie von Naturallieferungen für Reparationszwecke vorübergehend befreit werden müsse. Die deutsche Regierung selbst ist der Ansicht, daß der Stabilisierungs- Prozeß, welcher seinerseits eine notwendige Dor- aus setz u ng für die Wiederherstellung des Gleichgewichtes im Reichs haushalt l i rdet zun ächst einmal ohne Störung zu einem gewissen Abschluß gebracht sein muh, um dadurch die deutsche Wirtschaft zur WiedLraufnahme von Leistungen aus dem Vertrage von Versailles zu befähigen. Die deutsche Regierung ist jedoch, wie sie bereits der Reparationskonunission erklärt hat, bereit, Lieferungen für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete auch während des Stabilisierungs- Prozesses zu übernehmen, insoweit es möglich ist. dreie Leistungen ohne Vermehrung der schwebenden Schuld auö dem Budget oder durch innere Anleihen zu bestreiten." „Das von der deutschen Regierung" •— so schlicht die deutsche Rote — „in Uebercinftimmung mit den Banlsachverständ'.gen vorgefchlagene Unternehmen zur Stützung und Besserung des Markkurses bezweckt nicht nur die Rettung Deutschlands aus seinen Währungsschwierigkeiten; es soll nicht nur die Balanzierung seines Budgets und eine Eindämmung der schwebenden Schuld möglich machen: Cs ist vielmehr auch notwendige Voraussetzung dafür, dah Deutschland in den Stano gesetzt wird, wiederum Reparationsleistungenzubewirken und ins- befondere auswärtige Anleihen aufzunehmen, deren Erlös zur OlbLiaganq der deutschen Verpflichtungen bestimmt sein wurde." Die Abreise der Lach verständigen. Berlin, 9. Rov. (Wolff.) Nachdem sich Gaffel und Keynes bereits gestern verabschiedet hatten, Hal der Reichskanzler-heule mittag Brand, Dubois, ZenjS, Kamenka und Vissering zu einem Absch.edsbesucy empfangen. Der Reichskanzler hat den Herren den aufrichtigen und warmen Dank der Reichsregierung und . des deutschen Volkes üt die Bereitwilligkeit ausgedrückt, womit sie dem Rufe Folge leisteten, sowie für ihre hingebende und tiefgehende Bearbeitung der gestellten Fragen. Die Reichsregierung erblicke in den überreichen Gutachten eine A.Äußerung von freien Privatpm-sonen, die ihre üleberz-ngung frei von politischen Zielen und ohne irgradwekche Bindung für iy c Länder- und geschäftlichen Kreise, denen sie angeboren, geäußert haben. Die durch solche autoritative Namen unterstützten Gutachten werden nicht nur in DmiNck'land, sondern auch im Aaslande ernste Beachtung finden und zur Klärung der Meinungen beitragen. Die Frage der Regierungsumbildung. Berlin. 10. Rov. Rach dem Abschluß der Berliner Verhandlungen mit der Repa- rativnskommission dürften nunmehr, wie der „Lokalanz." schreibt, die innerpolitischen Fragen in den Vordergrund treten. In politischen Kreisen werde nach dem Blatt jetzt oft die Frage erörtert, ob eine Erweiterung der Regierung nach rechts im Augenblick denkbar fei. Auch die Arbeitsgemeinschaft der Mitte, die gestern die Verhandlungen mit der Reparationskommission besprach, erörterte die Möglichkeit einer Regierungsumbildung. Eine sozialdemokratische ParlamentS- korrespondenz will sogar wissen, daß man sich dahin verständigt habe, in her am Dienstag beginnenden großen politischen Reichstags- debatte übereinstimmend eine Erweiterung der Regierung zu fordern. Die Besprechungen mit den Parteiführern. Berlin, 9. Rov. Heute mittag ist seitens der Reparationskommission lediglich eine Emp- fangsbestätigung der letzten Rote der Reichs rcgierung beim Reichskanzler ein gegangen. — In der heutigen Sitzung der Partei- f ü b r e r in bei' Reichskanzlei machte der R e i chs- lanzler Ausführungen über den bisherigen Verlaus der Verhandlungen mit der Reparations- [ommiffion, wobei er ausdrücklich betonte, daß auch die letzte Rote der Reichsregiecung die einmütige Auffassung des Reichskabinetts darstelle. Laut „Vorwärts" haben die Sozialdemokraten in der Aussprache ihre Zistimmung zur Rote erklärt und es als dringend erforderlich bezeichnet, dah die dauernde Initiative in der Währungspolitik jetzt bei der deutschen Regierung liegen müsse. Dec „Vorwärts" gegen Stinnes. Berlin, 9. Rov. Der „Vorwärts" beschäftigt sich in seinem heutigen Leitartikel mit einer Rede, die Stinnes heute in einem Ausschuh des Reichswirtschaftsrats gehalten habe. Sünnas soll sich, tote das Blatt schreibt, in den heftigsten Ausdrücken gegen die Rote der Reichsregierung an die Reparativ nskommission und gegen die Gutachten der ausländischen Finanzsachverständigen ge- wandt -haben und die Ersetzung des Achtstundentages durch eine zehnstündige Arbeitszeit gefordert haben. Der „Vorwärts" glaubt aus den Ausführungen Stinnes den Schluh ziehen zp dürfen, daß er als Wortführer der Schwerindustrie unter leinen -ilmftänben eine Stabilisierung der Marl wolle und schreibt: Die politische Situation ist jetzt klar. Mit Stimies gibt es leine gemeinsame Arbeit, sondern nur schärfster Kampf gegen ihn. Das gilt nicht nur für Stinnes, sondern für alle, die chm politisch hörig sind. Der Standpunkt der Deutschen Volkspartei. Berlin, 9. Rov. In der Deutschen Volkspartei besieht, wie von informierter Seite mitgeteilt wird, in der Auffassung der schwebenden Finanz- und ReparalionSsrage völlige Einmütigkeit. Die Austastung läßt sich im toefcnrlichen dahin umschreiben: Deutschland ist unjäbig zu irgendwelchen Leistungen, solange es weder wirtschaftlich noch politisch auch nur das bescheidenste Maß von Freiheit genießt. D i e Freiheit fehlt Deuts chland auf dem Weltmarkt. Der Deutsche ist in der Welt ein Mann minderen Rechts. Solange dieser Zustand andauert, fann Deutschland sich in der Weltwirtschaft nicht frei bewegen und ist leistungsunfähig. Auch in der eigenen Heimat ist Deutschland ebenso gefesselt und zwar durch die Besatzung, die den produttiven Teil der deutschen Wirtschaft belastet und diese damit lcistungSun- fähig macht. Dazu tommen die Verstümmelung unseres Landes Cm Osten, sowie die entehrende politische Behandlung durch die Politik der Sanktionen und Ultimata. Rein staatswirtschaftlich nimmt endlich die Generalhypothel des Versailler Vertrages Deutsch and jede Kredit- fähigteil. Aber auch wenn Deutschland voll* kommen frei wäre, würde es heule noch nicht im Stande sein, aus eigener Kraft Zahlungen zu leisten, wohl aber würde es wieder kreditfähig werden, intb damit wären die Voraussetzungen für die Aufnahme einer Ausländsanleihe gegeben Ferner könnte aus dieser Anleihe ein Produk- tionskredit gegeben werden, um die innere Wirt febaft zu beleben, und endlich wäre mit Hilfe eines solchen Auslandskredits die Voraussetzung für die Stabilisierung der Wahrung,, d. h. für die Stärkung des Goldschatzes der Reichsbank geschaffen. Sind alle diese Voraussetzungen geschaffen, so lärmte man zu einer festen Währung übergehen. Eine weitere innere Voraussetzung dafür ist die Steigerung der Arbeitsleistung. Die heutigen Verhältnisse treiben das Kapital aus der Fabrikation in die Spekulation Sobald eine feste Wahrung vorhanden ist, wird sich das Kapital wieder produktiven Zwecken zuwenden. Die deutsche Wirtschaft wird wieder naturgemäß eingestellt, un ddamit sind auch die Voraussetzungen für eine Gesundung der Weltwirtschaft geschaffen Der Reichstag. Berlin, 9. Rov (WTB.) Der Reichstag beginnt die große politische Debatte, die sich mit der Stabilisierung der Mark und den Der- Ixnibtungen mit her Reparatioiiökommission beschäftigen wird, durch eine Erklärung der Reichs iegierung am Dienstag nachmittag um 1 Llhr. Am Montag nachmittag findet bei eite eine Plenarsitzung um 3 älhr statt, die kleine Gesetze beraten soll. Am Montag abend werden die Fraktionen zu den großen politischen und finanziellen Fragen Stellung nehmen. Der aus- toärtigc Ausschuß wird sich hiermit bereits am Freitag vormittag beschäftigen. Befürwortung von Gewaltpolitik im französischen Senat. Paris, 9. Rov. (WTB.) Im Senate wird •freute nachmittag eine Interpellation des Senators Lucien Hubert über die Durchführung einer planvollen Reparationspolitik im Ruhrgeb ie t beraten. Zur Begründung führt (Senator Hubert aus: Erst dann könne man Konzessionen machen, wenn die Sicherheit Frankreichs gewährleistet sei und wenn man Frankreich bezahl I habe, was man ihm schulde. Solange dies nicht geschähe, könne man weder auf Garantien noch auf Reparationen verzichten. Die Garantien, die der Völkerbund geben seien Zukunftsmusik, denn augenblicklich erkenne man nur ein Deutschland der Revanche und em Mysterium: Rußland. Er billige die Rhein- besehung und einen Druck auf die großen Industriemagnaten Deutschlands. Diese müsse man zwingen, nicht wieder persönliche Politik zu treiben. Frankreich fyabz die Mittel an der Hand, ihre Interessen mit denen ihres Vaterlandes zu verbinden. Hierzu genüge es, das Industriegebiet durch eine Zollrnie tn zwei Teile zu teilen. Dadurch übe man einen ®rud aus — und, wenn es notwendig sei, könne man auch dadurch zu Einnahmen gelangen. Paris, 10. Rpv. (WTB.) Der Senat hat nach Schluh der gestrigen Sitzung eine Ver- trauenskundgebung des Interpellanten Lucien Robert und seiner Freunde durch Handaas- heben angenommen, in der es heißt: Der Senat vertraut auf die Regierung, dah sie durch eine wirkungsvolle Politik die Sicherheit Frankreichs und der Reparationen gewährleisten wird. Die Politik Mussolinis. Rom, 9. Rov. (Wolff.) Stesani. In dem am Nachmittag abgehaltenen sechsstündigen Mini st errat unterrichtete Mussolini seine Kollegen von der Lage im Innern, die sich bessere. Die auswärtige Lage sei sehr heikel. Hinsichtlich Konstantinopels habe er dem Botschafter Earroni telegraphiert, er solle sich für die Bildung einer Einheitsfront gegenüber der Türkei einseyen, die zwar Griechenland, aber nicht die Entente geschlagen habe. Mussolini sagte, er behalte sich vor, an der Konferenz der Ministerpräsidenten von England und Frankreich teilzunehmen, die vor der Brüsseler Konferenz stattsinden werde. Hinsichtlich der Lage in Fiume hob er hervor, dah sie normal sei. Die Wahlen in Amerika. Reuhork, 11. Rov. (WTB.) Die Republikaner haben 218 Sitze im Repräsentanten- hause erhalten und damit die Mehrheit behalten. Die Demokraten erhielten bisher 205 Sitze, die Sozialisten, Landwirte und Unabhängigen je einest Sitz. Von 9 Wahlkreisen sind die Ergebnisse m>ch unbekannt. London, 9. Rov (Wolff.) Die „M o r- ning Post" schreibt, die Partci Harbings habe bei den Wahlen eine vernichtende Riederlage erlitten; die republikanische Niederlage sei allgemein. „Daily Ehrvnicle" eraxiriet, dah sich die neuen Aktionen der demokratischen Partei im- bie ber wirb. Landkreis Gießen ist nichts. * Dn. qen, Frankreich sei militaristisch unb perialistisch. Nur vorübergehende Aufheiterung, bann wie- Trübung unb Regenfälle. 8. Rödgen, 9. Nov. Nachdem im Sommer bie Pvstagentur Alten-Buseck in eine Hilfsstelle umgewandelt worben war, ist nyn bie Agentur Rödgen ebenfalls mit dem 1. November zur DaS Leben ist etwas Flüssiges. Es ist also kein Wunder, daß sich bie Menschen täglich, stündlich, ja augenblicklich verändern. Wenn wir jemanden im höchsten Grad seiner Liebe für und in Marmor verwandeln könnten! Aber foer wollte es aushalten? Drum lahts gehn, wie es geht, unb schift euch so gut drein, als ihr könnt. Heutiger Stand des Dollars 10 Ahr vormittags: Berlin 7400, Frankfurt 7250—7300. guten, schlagenden Witz auch eine glückliche Portion Gemüt. Man kam aus dem Lachen nicht heraus. Besonders wertvoll erschien uns vor allem die hübsche Satire von „dem armen Dirndl", der deutschen Sprache: ein gewisses Schriftdeutsch in Kaufmannskreisen bekam hier ebenso fein ferne Rutenstreiche wie das mancher Zeitungsstillsten und Amtsfchveiber: nur der Dichter fanb Gnade vor dem Syerrn. Neben der ernster gestimmten Seite, vvn der namentlich noch dir Erzählung der Königspatenkindergeschichte des Dauern An- dreas Mistl zu vermerken ist, ging eine reiche Auswahl anderer Borträge einher, die auf einen immer mehr steigenden Humor zugeschmtten waren. Besonders stark belachte man hier die Filzpantvfjelgeschichte. Daß Roda Roda, der früher mit den K. und K. Militärbehörden „manches Hühnchen gerupft" hat, natürlich auch die K. unb K. Militärfchnurren nicht in seinem vom Kalb 'stammenben „Krokodillederkoffer" lassen würbe, war ja naheliegend, obwohl diesen Sachen heute keine Tagesbedeutung innewohnt: unb bah eine gewisse Sorte von Neureichen ebenfalls nicht unerwähnt blieb, versteht sich von selbst. Ium Schluß prasselte noch ein kleines Feuerwerk von freunblichen Scherzen in bie Humor- unb harmonieerfüllte Zuhörei-schaft hinein — unb bann zog Roda Roda ben Schlußstrich. Das sehr stark besetzte Haus dankte dem unterhaltsamen, stets witzigen Plauderer mit Recht durch starken Beifall. Wir möchten den Dan? auch auf die Theoter- Der große Schriftsteller bleibt immer der' größte Mensch. Er ist derjenige, der seine Wirkungen am weitesten verbreiten kann. Die andern Künste sind sinnlicher, aber wieviel tausendmal engere Schranken haben sie? Er hat Verstand und Empfindung mitzuteilen: die andern Künstler bloß Empfindung. Unb alles, was der Mensch bloß empfinden kann, hat er mit dem Lier gemein. Dies ist auch durchaus stillschweigend anerkannt worden. Homer ist immer größer geblieben als der. welcher den Vatikanischen Apollo gemacht hat. Man fühlt es. daß der Mensch mehr bei ihm hat... Vom Ozean her rückt eine neue Druckst örung näher, die das Zwischenhoch ostwärts abdrängen Der größte Schaben, ben bie Bücher stiften, ist, daß sie unsere eigenen Gefühle vermindern unb uns dafür tote Ibeen geben. Eine Auseinandersetzung zwischen Polen und Ruhland. Warschau. 9. Nov. (WTD.) Polnische Telegraphen-Agentur. Die polnische Regierung hat an bie Sowjetreg ierung eine Verbalnote gerichtet, worin sie ausführt, bah bie russische Regierung im Zusammenhang mit der Amtsübernahme durch O b v l i n s k i Einzelheiten formeller Natur zur Sprache gebracht habe, welche die polnische Regierung in wohlwollendem Sinne zu erledigen bereit gewesen sei. Da jedoch die russische Regierung in ultimativer Weise auf die sofortige Erledigung der Formalitäten gedrängt habe, sah sich die polnische Regierung mit Rücksicht auf das in diplomatischer Beziehung Ungewohnte dieser Forderung gezwungen, sie abzulehnen, um so mehr, als die Forderung an und für sich unbegründet gewesen sei. Nachdem Obolmski erklärt habe, Warschau verlassen zu müssen, da der dolnische Vertreter in Moskau, Knoll, auherstanoe gewesen sei, sein Beglaubigungsschreiben zu überreichen, habe sich die polnische Regierung veranlaßt gesehen, ihren 'Vertreter nach Warschau zu beordern. Die polnische Regierung sprach über den durch die Sowjetregierung hervorgerufenen Zwischenfall ihr Bedauern aus unb gab zugleich der Erwartung Ausdruck, daß der Zwischenfall in allernächster Zeit aufgeklärt und geregelt werde. Berlin, 9. Nov. (WTD.) Die Russische Telegraphen-Agentur teilt mit: Das Oberhaupt des polnischen Staates, P i l s u d s k i, hat es ab) I hat, das Bezlaubigunge schöbe»des Levoll- mäch igten Vertreters der Sowiewepudllr für Polen, Obolenski, entgegenzunehm«. Er hat damit den Minister für auswärtige Angelegenheiten beauftragt, womit die Minderwertigkeit der russischen Republik unterstrichen werden sollte. In- folgedessen hat es auch die russische Regierung abgelehnt, das Beglaubigungsschreiben des neuen polnischen Geschäftsträgers Knoll entgegenzuneh- men und hat Obolenski aus Warschau zurück- berufen. Knoll ist wieder nach Warschau^ abgereist. mit den alliierten "Generalen der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß eine Einigung zu- standekomme. Nach der Erklärung Ismid Paschas sei eine Entspannung eingetreten und man hoffe, zu einem befriedigenden Ergebnis zu gelangen. Heute nachmittag haben in der Pforte die vorgesehenen Sitzungen zwischen Nifaat Pascha und ben alliierten Generälen stattgefunden, in der bie einzelnen Fragen betteffenb die Politik, Zölle, Gesundheitswesen, finanzielle und wirtschaftliche Maßnahmen, geregelt werden sollen. Heute vormittag soll sich ein neuer Zwischenfall zwischen türkischer Polizei und englischen Soldaten abgespielt haben, bei dem ein Soldat getötet wurde. Ein Polizei- beamter sei festgenommen worden. Ebenfalls seien heute vormittag inmitten einer ungeheuren Kundgebung englische Soldaten mit aufgepflanztem Bajonett durch die Hauptstraße von Pera gezogen. Die Lage der Franzosen in Konstantinopel. Paris, 9. Nov. (Wolff.) Der.„Pettt Parisien" teilt mit, daß der französische Oberkommissar in Konstantinopel, General Pelle, vor zwei Tagen seine Demission angeboten habe, weil die französische Regierung gezögert habe, ihm die Machtbefugnisse zu erteilen, die er zur Sicherstellung der Ordnung in Konstantinopel verlangt habe. Das Blatt ist der Ansicht, daß die Lage der Franzosen in Konstantinopel nicht besser sei, als die der anderen Fremden und daß die geringsten Zwischenfälle nicht nur der französischen Sache im Orient verhängnisvoll sein könnten, sondern auch den Beziehungen, die die drei großen Verbündeten des Westens noch miteinander verknüpften. Paris, 10. Nov. (WTB.) Die französische Regierung hat beschlossen, einen weiteren Kreuzer in die türkischen Gewässer zu entsenden. Ein Verlangen Bulgariens. Paris, 9. Nov. (WTB.) Nach einer Ha- vasmeldung aus Sofia 'hat bie bulgarisch: Regierung bie alliierten Regierungen um Zulassung zu ben Lausanner 5riebeng» Verhandlungen mit der Türkei gebeten, nicht nur zu ben Verhandlungen bezüglich der Meerengen. Gießener Stadttheater. Noda Roda. Gießen, 5. Nov. Das war Heute wieder mal ein sehr amüsanter Abend! Da, wo man in letzter Zeit oft von „dem Schal" unb von „bem Mops" unb von „bem Febephut" singen hörte, wo gar manch' gemütlich Lustspiel ben Besuchern Kurzweil bot, stand heute abenb Roda Ro b a. Wer fennt ihn, wenigstens dem Namen nach, nicht schon lange? Wem haben seine schnurrigen Erzählungen nicht schon manche Heitere Augenblicke bereitet, wem ist aber nicht auch, zumal in früheren Zähren, seine Satire gar manchmal etwas stark gepfeffert erschienen? Der Roda Roda, den wir heute in leibhaftiger Person vor uns sahen, hatte freilich nichts von der letztgenannten Eigenschaft, er war vielmehr ein liebenswürdiger, geistvoller Humorist, bem man nicht nur die zwei Stunden lang gerne folgte, sondern bem man sich mit Freuden auch noch länger auf der fidelen Fährt anvertraut hätte. Mit einem gemütlichen »Grüß Gott, guten Abend" betrat er im Euttawah mit roter Weste, bie Bühne, wibmete ben Damen einen herzlich belachten Scherz unb legte bann los. „21er Wasser" half ihm babei die Frische seiner Stimme zu bewahren, so bah er vom Anfang bis zum Gnbe aut verständlich blieb. Was er in fein nuancierter Sprechweise zum Vortrag brachte, war geschickt zusammengestellt unb verriet ben vielerfahrenen Vrrtragskünstler. Die Vorträge waren harmlos- ' -whlicher Natur, sie offenbarten neben ihrem leitung ausde'hnen, bie ihren Gästen blefen genußreichen Abend verschaffte. Aus Stabt und Land. Gießen, ben 10. November 1922. Elsaß - Lothringische Woche. älebervoll war am gestrigen Abenb wieder ber große Hörsaal des Physikalischen Instituts, in dem man ben bebeutungsvollsten Forscher unb Kenner Lothringens, Universitätsprofessor Dr. Dr. Wolfram- Frankfurt a. M., ben Generalsekretär bes Wissenschaftlichen Instituts, über „Lothringen. Land unb Leute" hören sollte. Nach kurzen Degrühungsworten Dr. List's begann ber Reöner seine außerordentlich interessanten Ausführungen. Zwischen 1870 unb 1918 habe bas deutsche Volk leider für Elsaß-Lothringen nicht bas Interesse gezeigt, was ber Bedeutung des 2anbeS entsprochen hätte, unb sein Verlust sei in weiten Krisen mit Gleichgültigkeit bingertommen worben. Jetzt erst beginne bas beutsche Volk sich aufzurütteln. Lothringen sei uns weniger wesens- verwanbt als das Elsaß, unb doch verdiene Lothringen das gleiche Interesse. Sähen wir im Elsaß ein rein germanisches Land, so fänden wir in Lothringen ein Gemisch von germanischen mit galloromanischen Elementen. Der Redner hatte — wie viele andere Deutsche — dort seine zweite Heimat nach 21jähriger Tätigkeit gefunden. Lothringen sei eine weite, stille Hochebene mit großen schlafenden Wäldern, dazwischen breite Talmulden an ben Ufern ber Mosel unb ber Saar. Die Dörfer schmiegen sich eng an bie Berge. Heute seien bie früheren Bauernbörfer zu Inbustrie- fläbten geworben, Schlot reihe sich an Schlot, und hier holten wir brei Viertel unseres Eisenbedarfs. Der lothringische Bauer fei ernst, fast schwermütig, währenb im Elsaß Freude unb Schmuck wohnen. Der Redner ging hierauf eingehend auf bie lothringische Geschichte ein unb betonte babei, baß schon im 16. Ia'hrhunbert beutsche Bischöfe in Metz gewirkt unb dort Deutsche angesiedelt hätten, baß bamals schon in einigen Bezirken bie Gerichtssprache deutsch gewesen sei. Weitere sehr interessante Ausführungen galten ben verschiedensten Zweigen ber Kunst unb schließlich dem Volkslied. Seit 1871 begann in Elsaß-Lothringen durch bie Verbindung mit Altdeutschland toieoer eine neue Dlutzlrkulation, ein neues Kulturleben. Die gewaltige wirtschaftliche Entwickelung weckte bie bisher schlafenden zwei Städte Metz und Straßburg wieder auf. Die Katastrophe von 1918 habe alles wieder vernichtet unb habe bie Elsaß-Lothringer Man hat vielerlei Beschreibungen von ber guten Erziehung gegeben; bie beste aber ist ohn- ftreitig biese, wo ber Zögling alles .Lebenbige in ber Natur nach und nach mit seinen Sinnen empfängt, so wie sie es fassen können, unb sein Begriff, Gewalt unb Herrschaft barüber. Es kann nicht fehlen, daß er bei diesem unb jenem oft von neuem ansetzen unb oft unterliegen muß. Wenn ber Mensch aufhört zu wachsen, bann hört auch die Erziehung auf. Die Menschen unterscheiden sich hauptsächlich dadurch voneinander, bah bie einen mehr an ber Form, die andern mehr am Leben hängen. Jene sind bie Münzer, biese die Reichen. Noch andere sind bloß Münzkenner. Wer bloß an ber Form hängt, ber hängt an nichts: denn Form ohne Leben Ungedruckte Aphorismen. Von Wilhelm Heinse. Wilhelm Heinse, ber geniale Dichter ber „Arbhingello", der in ber Zeit des „Sturm unb Drangs" zum erstenmal eine rein ästhetische Weltanschauung verkündigte, ist uns durch bie große Ausgabe seiner Werke im Insel-Verlag wieder nahegebracht worben. Aus den ungedruck- ten Schätzen seines Nachlasses bringt der neue Insel-Almanach eine Reihe unge- druckter Aphorismen, von denen wir einige Bezeichnende mitteilen. In ber Einsamkeit ist jeder Mensch am meisten, was er ist: deswegen sind die Gelehrten in ihren Schriften am größten. * , Leben und Tod: daraus ist alles zusammengesetzt. Das Leben ist immer in Bewegung, und ber Tob bas, woran sich bas Leben hält. Licht ist bünnes Leben in ber schnellsten Bewegung Feuer. Das allgemein? Leben ist Gott ober bie Natur, wie du's nennen willst. Das Leben zehrt ben Tod auf; und nicht ber Tob bas Leben. tn "ber amerikanischen Autzenpvlltif fühlbar machen würben. Die „Daily News" schreibt, keine vitale Frage, ausgenommen vielleicht bie Diarrffrage, trenne heute Demokraten unb Republikaner in ben Vereinigten Staaten. Das Blatt weist ebenjo wie bie übrigen Zeitungen darauf hin, bah bie amerikanische Außenpolitik im amerikanischen Wahlfeldzuge kaum zur Sprache gekommen sei. Die „Time s" meldet aus Neuyork, daß viele persönliche Freunde Hardings nicht wieder- gewäHlt wurden, so z. B. der republikanische Führer im Repräsentantenhause, Mandell. Die Mehrheit des Senators ßobge, des Vorsitzenden des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten, sei nur gering; fein demokratischer Gegner habe Nachprüfung der Stimmen verlangt. Die Aussichten Hardings auf Wiederwahl in zwei Jähren hätten sich beträchtlich verringert. Eine Reise Clemeneeaus nach Amerika. Paris, 9. Nov. (Wolff.) Elernen- ceau, bet am 11. November eine Reise nach Amerika antreten wirb, um dort in ben Hauptstädten wie Neuhork, Boston, Chicago, St. Louis und New Orleans Bortrage zu halten, erklärte einem Vertreter beS „Echo de Paris" in einem Interview, wenn er nach Amerika gehe, sei es nicht, um bestimmte Vorschläge zu machen, sondern er wolle versuchen, das zu schaffen, was er einen Geisteszustand nennen wolle, einen Geisteszustand, der es in Zukunft gestatten werde, wie er hoffe, Verhandlungen zu erleichtern. Wenn einmal das Gebiet vorbereitet sei, dann könnten, wie er erwarte, reichlich vorbereitete Vorschläge gemacht und zum Gegenstand ernster Abkommen mit Aussicht auf Erfolg gemacht werden. Er habe Verttauen, sonst würde er in seinem Alter und bei der jetzigen Witterung diese große Reise nicht unternehmen. Er habe sogar allen Grund anzunehmen, daß sein Aufenthalt in den Vereinigten Staaten Früchte zeitigen werde. Er sei der Ansicht, daß ein Einverständnis zwischen Amerika, England und Frankreich die Grundlage für den europäischen Frieden sei. Das wolle er ben Amerikanern zu verstehen geben. Wenn er keinen Erfolg erzielen sollte, dann habe er wenigstens die Befriedigung, etwas versucht zu haben. Clemenceau betonte auch, daß er auf eigene Veranlassung nach Amerika gehe, um ben Gedanken zu beseiti- Aus Dem Reiche. Die Novelle zum Einkommensteuergesetz. Berlin, 9. Nov. Der R e i ch s r a t hat die von ber Regierung eingebrachte Novelle zum Einkommensteuergesetz gegen bie Stimme Thüringens angenommen. Die Vorlage enthält u. a. folgende Abänderungen des geltenden Gesetzes für 1923: Die Grenze des steuerbaren Einkommens, für das nur 10 Prozent zu erheben sind, wird auf das Vierfache erhöhte Die allgemeine Einkommensteuer ermäßigt sich um je 2400 Mark für den Steuerpflichtigen und dessen Ehefrau, wenn das steuerbare Einkommen nicht mehr als 400 000 Mark beträgt und um je 4800 Mark für minderjährige Kinder. Außerdem sind besondere Ermäßigungen für Steuerpflichtige über 60 Jahre vorgesehen, deren Einkommen 200 000 Mark nicht überschreitet. Für 1922 wurde in der Regierungsvorlage lediglich der Bettag, bis zu dem die Steuer nur 10 Prozent allgemeine Steuertarif etwas ermäßigt. Der beträgt, wurde von 100 000 auf 250 000 Mk. erhöht. Die Abzüge von der allgemeinen Einkommensteuer für 1922 sollen betragen je 340 Mk. monatlich für den Ehemann unb die Ehefrau, unb je 610 Mk. für jedes Kind. Die nationalsozialistische Bewegung- München. 10. Nov. (WTB.) Die gegenwärtige nationalsozialistische Bewegung hat ben „Münchener Neuesten Nachrichten" z t= folge bie beinokratische Fraktion veranlaßt, bei bem Ministerpräsidenten, beim Minister bes Innern sowie beim Polizeipräsibenten vorstellig zu werben, um auf bie brohenben Gefahren hinzuweisen, bie aus ber nationalsozialistischen Bewegung für bie öffentliche Ruhe unb Ordnung erwachsen. Die Frattion hat hierbei Vvn der Regierung Auskunft verlangt, welche Mittel sie gegenüber dieser Gefahr anzuwenden gedenke. Gleichzeitig fordert sie Aufschluß über bie Passivität unb z. T. aktive Unterstützung, bie gewisse staatliche Organe den nationalsozialistischen Kreisen entgegengebracht hätten. Wie das Blatt weiter meldet, ist auch die Fraktion der V. S. P. D. beim Ministerpräsidenten vorstellig geworden. In den Kreisen ber Bayerischen V olks - Partei sollen ebenfalls Gegenmaßnahmen erwogen werben. Neue Forderungen der Kernalisten. London, 9. Nov. (Wolff.) Dlättermel- dungen zufolge verlautet, daß die Ke malt st en dem französischen Oberkommissar in Konstantinopel, General Pellet, folgende Forderungen übermittelten: 1. Sofortige Räumung Konstantinopels; die Alliierten können, falls sie es wünschen, in Tschataldscha, Skutari und Tscha- n'ak bleiben; i 2. Aushebung der Kapitulationen; 3. Abhaltung einer VolkSabstim- Ffrtung in Westthrazien, um festzustel- ,Ien, ob dieses Gebiet nicht an die Türken zu- 'rückgegeben werden soll; 4. Rückgabe von Mossul an die Türkei und Revision der syrischen Grenzen, sowie Autonomie der Inseln gegenüber der kleinasiatischen Küste; 5. völlige Unabhängigkeit der Türkei, und 6. Bezahlung einer Kriegsentschädigung durch Griechenland in Höhe von 6 Milliarden Goldfranken. Konstantinopel, 9. Nov. (Wolff.) Die alliierten Oberkommissare überreichten gestern dem Dectteter der Regierung von Angora eine Note, in der erklärt wird, daß, wenn die Maßnahmen, die die Kemalisten über Konstantinopel verhängt und Mudros bildeten, nicht annulliert würden, sie ihre Regierungen davon unterrichten würden, damit schnellstens die nötigen Maßnahmen getroffen würden. Eine Entspannung? P a r i s, 9. Nov. (WTB.) Nach einer Ha- dasmeldung aus Konstantinopel hat gestern abend Rifaal Pascha in einer Sitzung in ihrer Kuftur schwer getroffen, so baß heute dort große Erbitterung herrsche gegen bie neuen Herren. „Wir wollen nicht eingreifen tn biefen Kamps, aber wir frnb dessen gewiß: Die deutsche Kultur wird auch diesen Kamps überdauern." Es folgte bann zur Veranschaulichung des Vortrags eine größere Anzahl vorzüglicher Lichtbilder. Der Äebner schloß unter anhaltendem Beifall mit ben Worten: „Wir treiben keine Politik, aber eines wird man uns nicht verwehren können: die Erin neru ng." 2.41. Von der Landesuniversität. Die letzte feierliche Immatrikulation findet am Samstagmittag 12 Uhr pünktlich in der Kleinen Aula ber Universität statt. — Am Sonntag, 12. November, vormittags 1 1 Vt Uhr, fiubet in ber Neuen Aula ein 41 n i d e r s i t ä 1 s - Gottesbien st statt, zu bem in erster Linie bie Angehörigen ber Universität eingelaben sind. Selbstveftlänblich hat aber auch jeher andere Zutritt. Die Predigt hält Professor Dr. Schian. ** Sie Abstimmungsbezirke unb Wahllokale zu ben Wahlen am t9. November werben im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Die Stimmberechtigten mögen sich bie Bekanntmachung genau ansehen. ; ** Die Teuerungszuschläge zr den Gebühren der Schornsteinfeger sind mit Rücksicht auf die weiter fortgeschrittene Geldentwertung und die damit verbundene Steigerung der Unkosten mit Wirkung vom 6. November ab wie folgt festgesetzt worden: für die Kehrbezirke Darmstadt, Mainz, Offenbach und Gießen auf 3000 v. H., für die übrigen Kehrbezirke b€$ Landes auf 3300 v. H. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag, Stadttheater, 7 Uhr: „Wallensteins Lager" unb „Die Piccolomini". — Großer Hörsaal der Universität, 8V2 Uhr: Dichter-Abenb ber Elsah- Lothrrngischen Woche. — Lichtspielhaus. Dahn- hosstvahe: „Der Graf vvn Monte Christo", S.Teil: „Schuld unb Sühne" unb „Der Stiefelputzer". — Aus dem Stadttheater- Bureau wird uns geschrieben: Cs sei nochmals darauf hingewiesen, daß die morgige Aufführung des Märchenspieles „Frau Holle" die letzte des Werkes ist. — Auch die beliebte Operette „Das Schwarzwaldmädel", die am Sonntag mittag gegeben wirb, dürfte in dieser Spielzeit kaum wiederholt werden. — Am Donnerstag, den 16. November, findet ein einmaliges Tanzgastspiel von Willy und Grete Godlewski (ftÄher am Frankfurter Opernhaus) statt, das einen sehr genußreichen Abend verspricht und für das bereits Karten im Vorverkauf erhältlich sind. — Der Konzertverein veranstaltet seine erste große geistliche Aufführung am Donnerstag Kommender Woche. Das Programm bringt aus bem reichen Schatze BachscherKantaten vier hier noch nicht gehörte besonders eindrucks- volle Werke. In bem Konzert, bas unter Professor Trautmanns Leitung flattfinbet, betätigen sich hervorragende Solisten, ein starker, gemischter Chor, ein aus hiesigen Musikfreunden unb Mitgliedern ber Reichswehrkapelle zusammengesetztes Orchester unb bie Orgel. Am Abend vorher finbet am gleichem Orte unb zur selben Stunbe bie Hau p tp r obe statt. Näheres ist aus bem gest rigen' Anzeigenteile zu ersehen. — Der Verein für bas Deutschtum im Auslanbe veranstaltet am nächsten Dienstag abenb in Gießen einen Vortrag über bie französische imperalistische Politik in ben Rheinlanden. Dr. Pehvlb aus Köln, ein guter Kenner ber Rheinlandverhältnisse, wirb als Referent bartun, bah nur rechtzeitige Erkenntnis unb Bekämpfung biefer französischen Bestrebungen uns vor bem Verlust ber Rheinlanbe und damit ältesten deutschen Kulturlandes unb wichtigsten Inbusttiegebietes bewahren kann. Der Vottrag hat für jeben Deutschen ohne Unterschieb derParteidie größte Debeutung. Man beachte Anzeige in unserem morgigen Blatte. Wettervoraussage Hilfsstelle geworden Sie wtrtbe dem Gastwirt Poths am Bahnhof übertragen. Rödgen, Annerod und Trohe zählen nun za Gießen. ph. Trais-Hort off, 8. Nov. Seit dem Bestehen unseres Braunkohlenbergwerks Grube,Friedrich" sind durch den Abbau der Kohle bereits mehrere hundert Morgen Ackerland in unmittelbarer Nähe des Dorfes eingesunken und Unbrauchbar geworden, oder dem wieder eingestellten Tagbau zum Opfer gefallen, ein bei unserer kleinen Gemarkung ganz empfindlicher Derlust für Besitzer und Pächter der Ländereien. Da fast rings um das ganze Dorf abbaufähioe Kohle gemutet worden ist und von. der Grube immer mehr Kohlenfelder in Anspruch genommen werden, wird Die Existenz der bereits schwer geschädigten ackerbautreibenden Bevölkerung derart gefährdet, daß Hilfsmahnahmen unbedingt erforderlich sind. Run werden neuerdings wieder ungefähr •50 Morgen Land von der Grube beansprucht und in wenigen fahren wird auch auf diesem Kohlen- fcld kein Pflug mehr gehen. Einige kleinere Landwirte, denen die Enteignung droht, werden schon in kurzer -Zeit genötigt sein, ihren Betrieb ganz cc'juftellen. Mit den bei solchen Enteignungen v Auszahlung gelangenden Geldsummen ist bei ixr von Monat zu Monat steigenden Geldent- vxwtung an eine Erwerbung neuen Geländes nicht mehr zu denken. Es ist daher begreiflich, d-uh die Landwirte nicht anders als gegen Tausch ihren Besitz herzugeben gewillt sind. Um die hier vorliegenden Notstände und Fragen zu studieren, weilte am Dienstag eine Regierungskommission hier, bestehend aus dem Minister U edel, Präsident des Landesernährungsamtes, Oberregierungsrat Dr. Becker, LandeSöionom.e- rat M ü l l e c und Aog. Fenchel. Eine ein- geher.de Besichtigung der Gemarkung, die trotz des durch den Regen grundlos gewordenen Bodens in aller Gründlichkeit vorgenommen wurde, bestärkte die Herren in der Ueberzeugung, daft Hilfe drdegcnd nötig ist. Es steht zu hoffen, daft durch das Eingreifen der Regierung ein Weg gefunden wird, der unsere ackerbautreibende Bevölkerung und die kleinen Pächter vor dem Ruin bewahrt. Kreis Friedberg. Bad-Nauheim, 7. Nov. Fabelhafte Preise wurden dieser Tage bei einer H o lzv erst e i g e r u n g im Stadtwalde erzielt. Vierzig Well.n Eichen- und Birkenholz kosteten 4000 bis f?3O2. ‘IKart. Das sind für eine Welle durchschnittlich 12 5 Mark! — Billiges Mehl chbt das städtische Lebensmittelamt aus seinen Borräten von Zeit zu Zeit an die Dersorgungs- berechtigten ab. Auch dieser Tage kommt zur grc-L'o?. Freude der Hausfrauen wieder ein Pfund ameritanisches Weizenmehl für 10 Mark an jede bezugsberechtigte Person zur Auigabe. ch. M ü n z e n v e rg, 8. Nov. Ein sehr wich- ligtv Kapitel in der wirtschafltiche'n Entwicklung unserer Gemeinde ist nunmcchr zu Ende gekommen dadurch, das; die seit dem Jachre 1911 im Gang befindliche Feldbereinigung zum Abfchlutz fictommen ist. Die Arbeiten hatten durch den Eintritt des Krieges eine unliebsame ^Interbrechung erfahren und konnten erst nach Kriegsende wieder aufgaiommen weichen. Wenn auch gewry nicht alle Wünsche berücksichtigt werden konnten, so wird sich doch aufs Ganze gesehen die Zusammen- legung der Felder als ein großer Vorteil erweisen, der erst in den kommenden Icchren jedem Einzelnen so recht deutlich werden wird. Durch die Feldbereinigung 'bat jum Teil auch unser Ortsbild ein verändertes Aussehen erfahren, da an einer Stelle zur Herstellung eines Zufährts- weges die alte Stadtmauer durchbrochen worden und an einer anderen Stelle crur> dem gleichen Grund ein altes Stadttor (Pforte, die nach dem sogenannten Hirzengarten führte) abgebrochen und nicht weit davon als Toreinfahrt für eine Scheune wieder auf- gebaut worden ist. ch. Trais-Münzenberg, 7. Nov. Einen erfreulichen Beweis von Opferwilligkeit gab die hiesige Gemeinde dadurch, daß in ihr eine Natu r a l s a m m l u n g in Weizen zum Besten des Io hanniterkranken Hauses in Nie- der-Weisel den schönen Ertrag von 91 L. Ztr. ergab. Wenn andere Gemeinden der -Umgebung in gleicher Weise handeln, wird es hoffentlich möglich fein, den Betrieb des Krankenhauses, das für unsere Gegend ein großer Segen ist, weiter crufrechtzuebhalten. Landwirtschaft. Stand der Feldfruchte. Nach dem amtlichen Saatenstandsbericht für Hessen von Anfang November hat sich infolge der anhaltenden nassen Witterung die H e r b ft a u $ - saat verzögert. In vielen Gemeinden ist sie noch nicht beendet. Von bzn 234 Berichterstattern wurden daher nur für 87 Bezirke Saatenstandsnoten abgegeben. Dirse betragen für Win- terweizen 3,4, für Winterspelz 2,9 und für Winter- loggen 2.7. Hierbei bedeutet 2 gut, 3 mittel und 4 gering. Vermischtes. Explosion auf einem Hamburger Tank- dampfrr. Hamburg, 9. Nov. (WTB.) Wie aus Cuxhaven gemeldet wird, hat sich eine Explosion an Bord eines von Rotterdam mit einer Benzinlabung einkommenden Hamburger T a n l da rn p f e r s auf der Reede querab Osterhöft ereignet. Von der 17 Mann starken Besatzung sind nach bisheriger Feststellung elf Mann gerettet worden. Die Explosion war so stark, daft von dem Vorderschiff sämtliche Platten toeggeriffen wurden, so das) das Vorderschiff nur noch aus einer Reihe von Spanten bestand. Das ganze Hinterschiff stand alsbald nach der Explosion in Flammen. Nach kurzer Zeit versank das Schiff. Die Reltungsarbeiten, an denen sich mehrere Dampfer beteiligten, wurden durch die auf dem Wasser schwimmenden brennenden Tenzinmafsen sehr erschwert. tob. Dvrtmund, 9. Nov. In der Nacht zum Montag brach ein fremder Hund in eine Schafherde ein, zerriß ein Schaf, während die anderen Tiere ausbrachen und auf dep Eisendahnkörper liefen. Ein Eilzug fuhr in die Schafe hinein und tötete 45 Stere. tob. Mannheim, 9. Nov. Der Erfolg der Buchmacher st euer hat hier die kühnsten Er- Die Novelle zum Einkommensteuergesetz vom 20. Juli 1922, durch die steuerfreies Einkommen aus Spareinlagen geschaffen wurde, hat zu einigen Zweifelsfragen Veranlassung gegeben, deren Erörterung von allgemeinem Interesse sein dürste: Zunächst herrscht noch Unklarheit darüber, von wann ab die 20jährige Sperrfrist läuft. Nach dem Wortlaut des Gesetzes kann die Be- fhmmung nicht anders ausgelegt werden, als daft dte Rückzahlung der Spareinlagen 20 Jahre nach Eröffnung deF gesperrten Sparkontos oder beim Ableben des Kontoinhabers erfolgen darf. Das Reichssinanzministeriurn hat sich kürzlich auf den gleichen Standpunkt gestellt. Als Zeitpunkt der Eröffnung des Sparkontos hat der Tag zu gelten, an dem der Sparer den Antrag auf Sperre des Kontos stellt und gleichzeitig die erste Einzahlung leistet. Die erste Einzahlung kann, ebenso tote die folgenden, in beliebiger Höhe (bis jährlich 8000 Mk.) geleistet werden. Auch die erst in späteren Jahren auf das Konto gemachten Einzahlungen geniesten den Vorteil der Einkommen- steucrfreiheit im Cinzahlungsjahr und sind ebenfalls 20 Jahre nach Leistung ter ersten Einlage zurückzuzahlen. Die zwanzigjährige Sperrfrist bezieht sich also nur auf die Sperrbauer der ersten Einlage und verringert sich entsprechend für Einzahlungen, die erst in späteren Jahren gemacht werden. Angesichts dieser Sachlage empfiehlt es sich dringend, dast die Sparer sich möglichst bald ein solches Konto anlegen, auch wenn sie vorerst größere Einzahlungen nicht leisten können oder wollen. Denn mit dex ersten, wenn auch kleinen Einlage, sehen sie die 20jährige Sperrfrist in Lauf und verringern auf diese Weise die Sperrbauer der Einzahlungen späterer Jahre. Ein Hinausschieben der ersten Einzahlung auf ein späteres Jahr schiebt auch den Rückzahlungstermin sämtlicher späteren Einzahlungen hinaus. -lieber die Höhe der Einzahlungen sind vielfach Irrtümer verbreitet. Es ist nicht richtig, bat) ein Steuerpflichtiger für jedes Familienmitglied 8000 Mart Einlage in Abzug bringen kann. Er kann vielmehr j ä h r l i ch n u r e i n m a l 8 0 0 0 Mark in Abzug bringen und zwar darf der als Spareinlage eingezahlte Betrag zusammen mit dem Lebensverficherungsbeitrag den Betrag von 8000 Mack nicht übersteigen. Gleichgültig ist es, ob der Steuerpflichtige das Konto für sich selbst eröffnen lässt ober für seine nicht selbständig veranlagte Ehefrau (§ 16) ober für *) Vergl. „Giestener Anzeiger" Nr. 253 vom 27. Oktober. Wartungen übertroffen So hat einer her badischen Buchmacher, der seit der 2- Augusthälfte Wetten entgegennimmt, in der Zeit vom 15. August bis 31. Oktober 8 0 0 0 0 0 M k. Steuern ab- geliefert. seine nicht selbständig veranlagten Kinder (§ 17 E.St.G.). Den Antrag auf Eröffnung eines Sparkontos für die Ehefrau ober für eines seiner Kinder kann der Steuerpflichtige selbst als deren Vertreter stellen. Mehr als 8000 Mark Spareinlagen (zusammen mit dem Lebensversicherungsbeitrag) darf ein Steuerpflichtiger nicht in Abzug bringen. Sind dagegen die Frau ober bie Kinder selbständig zur Einkommensteuer veranlagt, so können sie von ihrem selbständigen Einkommen natürlich auch von den Vorteilen der steuerfreien Spareinlagen tynter Einhaltung der 8000 Mark-Grenze Gebrauch machen. Beim Reichstage sind oder werden noch Anträge auf Erhöhung des steuerfreien Betrags eingereicht werden: es ist zu hoffen, bah die Anträge angenommen werden und dadurch eine der immer zunehmenden Geldentwertung entsprechende Erhöhung.eintritt. Zweifel entstanden auch darüber, bei wem die Eknzahlungen der Spareinlagen und ob sie an jedermann, auch an Privatleute, Unternehmer u. ä. erfolgen könnten. Aus dem Wortlaut der Novelle ist zu entnehmen, das) es sich um Spar- etnlagcn handeln must. Es must also bei der vertraglichen Abmachung (Einzahlung, Zinsbedingung und Ausschlust der Rückzahlung bis zum Tod ober nach 20 Jahren) der Charakter des Vertrags als eines Spar geschäfts zu Tage treten. Daraus geht hervor, dast die Einzahlungsstelle jedenfalls berechtigt sein must. Depositen anzunehmen. Es kommen also nur Danken, Sparkassen, Genossenschaften u. ä. in Frage. Die Streitfrage, ob Leb e n s v e r s ich e - rung ober Spareinlage vorzuziehen sei. kann nicht generell, sondern nur von Fall zu Fall erörtert werden. M. E. empfiehlt sich eine Kombination von Lebensversicherung und Spareinlage, woran auch die Gesetzgebung gedacht zu haben scheint, da sie für beide zusammen 8000 Mark einkommensteuerfrei lätzt. Um einen weiteren Zweifel zu beseitigen, sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dast bcm zuständigen Finanzamt Anzeige von dem Sparkonto gemacht werden must. Das Gesetz verlangt diese Anzeige ausdrücklich. Sie geschieht am zweckmästigsten durch Vorlage der Bescheinigung, die die Sparstelle dem Steuerpflichtigen jeweils über seine Einzahlungen erteilt. Es wäre zu wünschen, dast diejenigen, denen Ersparnisse zu machen möglich ist, von der grvsten steuerlichen Vergünstigung weitgehenden Gebrauch machen, und zwar zu ihrem Vorteil möglichst bald, zumal die Kassen durch die lange Verfügbarkeit über die Einlagen einen höheren als den üblichen Zinsfuß sehr wohl zu gewähren in der Lage fein dürften. ■*J™***—— . m ■■■■■■!■■ u ■ii»»win—.—|iii«iwii _________ . .1L __..........._ rill ■■■JHBUI i -Konfekt verhütet Ikrxfanfnna , ßestd. .‘lucker, "Apfel mark u. Phenolph tal ü. 72, M" » Steuerfreie Spareinlagen. Don Georg Lind, Rcchtscmtoalt, in Grünberg. II. behördliche Anzeigen! Bekanntmachung, die Wahlen der Stadtverordneten! sowie der Mitglieder der Kreis- und Provinzialtage betreffend. Am 19. November 1922, vormittags von 9 Uhr bis abends 7 Uhr, werden die Wahlen der Stadtverordneten, Kreis- und Provinzialtagsmitglieder vorgenommen. Die Wahl findet statt: Für den Abstimmungsbezirk 1 im Alten Rathaus, Marktplatz 14 Der Abstimmungsbezirk umfaßt: Auf der Bach, Burggraben, Hundsgaffe, Kirchenplah, Kirchstrahe, Lindengasse, Lindenplatz, Marktplatz, Walltorstraste, Wehsteingasse, Wetzsteinstrcche, Zozels- gaffe Vorsitzender: Kaufmann Loui s Mthoff fern, Stellvertreter: Spenglermeister Rudolf Rödiger. Für den Abstimmungsbezirk 2 im städt. Dienstgebäude, Afterweg 9 Asterweg, Äammstrahe, Gderstrahe, Im Gartfeld, Schillerstrahe, Weserstrahe Vorsitzender: Fabrikant Karl Stückrath, Stellvertreter: Stadwerordneter Heinrich Günther. Für den Abstimmungsbezirk 3 im GewerbehauS, Kirchstrahe 16 An der Hardt, KrofdorferStrahe, Nordanlage, Rodheim. (Strafte, Schützenstrafte Vorsitzender: Stadtverordneter Heinrich Stimmer, Stellvertreter: Kaufmann Heinrich Becker. Für den Abstimmungsbezirk 4 im Schulhaus, Schillerstrahe 8 Am Rodtberg, Dückingstrafte, Marburger Strafte, Schottstrafte, Steinstrafte, Wiesecker Weg Vorsitzender:StadtverordneterGeorgKling, Stellvertreter:Stadwervrdn.HermannGoft. Für den Abstimmungsbezirk 5 im Alten Schulhaus, Neustadt 61 Gabelsbergerstrafte, Hammstrafte, Kornblumengasse, Lahnstrafte, In Löbershos, Marktstrafte, Mühlstrahe, Kleine Mühl- gaffe, Neustadt, Sandgasse, Schanzen- strafte, Tiefenweg Vorsitzender: Stadtverordn. Franz Diener, Stellvertreter: Stadwerord. Marie Martin. Für den Abstimmungsbezirk 6 im Schulhaus, Westanlage 43 Bahnhofstrasse, Grabenstrafte, West- anlage, Hinter der Westanlage Vorsitzender: StadWerordneterAugustNoll, Stellvertreter: Kaufmann Karl Röhr. Für den Abstimmungsbezirk 7 in der Alten Klinik, Liebigstrahe 16 Buddestrafte, Frankfurter Strafte, Frie- drichstrafte. Vorsitzender: Kaufmann Heinrich Boller, Stellvertreter: Kaufmann Karl Seibel. Für den Abstimmungsbezirk 8 in der Alten Klinik, Liebigstrahe 16 An den Bahnhöfen, Am Stea, Duchner- ftrafte, Crednerstrahe, Glaubrechtstrafte, Hillebrandstrafte, Hof mannstrafte, Klinik- strafte, Mittelweg, Wetzlarer Weg Vorsitzender: Stadtverordn. Heinr. Winn, Stellvertreter: Stadtverordn. Emil Simon. Für den Abstimmungsbezirk 9 im Konfirmandensaal, Liebigstrahe 56 Aulweg, ©bestrafte, Crdkauterweg, Leihgesterner Weg mit Bergwerk, £ie- blgftrafte, Wilsonstrafte Vorsitzender: Prokurist Rudolf Hahn, Stellvertreter: Kaufmann Wilh.Baumann. Für den Abstimmungsbezirk 10 im Realgymnasium, Ludwigstrahe 11 Ludwigstrafte, Am Riegelpfad, An der Warte, Grüninger Pfad, Wilhelmstrahe Vorsitzender: Stadtverordn. Heinr. Goerz, 6tefft> et tret.: Stadtverordn. Heinr. Fourier. Für den Abstimmungsbezirk 11 im Stadthaus, Bergstraße 20 (früher Steins Garten) Bergstrafte, Druchstrafte, Gartenstrafte, Loberstrasse, Ludwigsplah, Stephanstr. Vorsitzende: Stadtverordnete Wilhelmine Kramer, Stellvertreter: Stadtverordn. Heinr. Hohn. Für den Abstimmungsbezirk 12 im Handelskammergebäude, Lonhstr. 7 Dleichstrafte, Gnauthstrafte, Goethe- ftrafte, Henselstrafte, Lonhstrafte Vorsitzender: Stadtverordneter Professor Michel StellvertretenStudienratProf.vr.Markert. Für den Abstimmungsbezirk 13 in der Oberrealschule, Stephanstrahe 12 Bismarckstrahe, Georg-Philipp. Gail- ©trafte, ©utenbergftrafte, Hessenstrafte, Keplerstrafte, Landmannstrafte, Nah» rungßberg, Schiffenbetger Weg, Gemarkung Schifienberg, Wolfstrasse Vorsitzender: Stadtverordn. Rektor Müller Stellvertreter: Lehrer Hermann Schmidt. Für den Abstimmungsbezirk 14 im Israelitischen Gemeindehaus, Lony- strahe 4 Qlnncröber Weg, Döringstrahe, Eichgärten, Eichweg, Grofter Steinweg, Sicher Strafte Vorsitzender: Lehrer Karl Schmidt Stellvertreter: Kaufmann Karl Fix. Für den Abstimmungsbezirk 15 im Fuftizgebäude Ostanlage 15, Saal im Erdgeschoh Kaiserallee, Ostanlage, Moltkestrafte, Roonstrafte, Wiesensttafte Vorsitzender: Bücherrevisor HermannWill, Stellvertreter: Kaufmann Ludwig Schmitt. Für den Abstimmungsbezirk 16 im RegierungSgebäudeLandgraf-PhiliPp- Platz 3 — Sitzungssaal — Brandgasse, Drandplatz, Draugaffe, Diezsttafte, Dreihäusergaffe, Erlengaffe, Kanzleiberg,Kaplaneigasse.Landgrafen- strafte, Landgraf-Philipp-Plah, Markt- laubenftrafte. Neuen Baue, Schloftgaffe, Schulstrafte, Senckenbergstrafte, Sonnen- strafte, Triff ergaffe,Wagengasie,Weiden- gasie Vorsitzender: Verwalter Wilhelm Riebel, ©teffoertreter: Landgerichtsrat Küchler. Für den Abstimmungsbezirk 17 im Hotel Prinz Earl, Seltersweg 40 Kreuzplatz,Löwengaffe.Maigaffe.Mäus- bürg, Rittergasie, Seltersweg, Teufelslustgärtchen, Wettergasse, Wolkengaffe Vorsitzender: Stadtverordneter Johannes Diehl, Stellvertreter: Stadtverordnete Minna Naumann. Für den Abstimmungsbezirk 18 im Stadthaus Gartenstrafte 2 (altes Dürgermeiftereigebäude), Zimmer Nr. 7 Alicestrafte, An der Iohanneskirche, Iohannesstrafte, Kaplansgasie, Katha- rinengaffe, Neuenweg, Plockstrafte, Süd- anlage Vorsitzender: Stadtverordn. Karl Krailing, Stellvertreter: Frau Pros. l)r.Vogt Witwe. Die Stimmberechtigten haben 42 Stadtverordnete, 30 Kreistagsmitglieder und 35 Provinzialtagsmitglieder zu wählen. Cs können nur für einen der zugelassenen Wahlvorschläge, in welchemAbänderungen nicht vorgenommen werden dürfen, Stimmen abgegeben werden. Alle Stimmberechtigten werden sin- geladen, Lu der angegebenen Zeit sich persönlich einzusinden und ihre Stimme abzugeben. [9909B Gieften, den 10. November 1922. Der Oberbürgermeister. I. D.: l)r. Sejb. SM. MkilSM Wo Liebigstraße 16. Teleph. 2654. Kostenlose Arbeitsvermittelung und Berufsberatung für beiderlei Geschlecht, u. a. auch für Kriegerwaisen und Krtegs- beschädigtenkinder. ES können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Dtein- bauer, 1 Schlosser, 1 Schuhmacher, ein Provisionsreisender. Lehrlinge: 1 Friseur. 1 Bäcker, 1 Maler und Weissbinder, 1 Stukkateur, zwei Lackierer, 1 Einrahmer, 2 Schmiede, 2 Gärtner, 1 Schuhmacher. b.bei auswärtigen Arbeitgebern: zwei landw. Knech.e, mehrere landw. Taglöhner, 1 verheirat. Knecht mit älteren Kindern. 2 ViehfÜtterer, 1 Schneider, 1 Schmied, 1 Sattler. 3 Schreiner, 2 Zimmerer, 1 Provisionsreisender, ein Elektromonteur tür Slraftftrom, drei Dreher, 2 Schlosier, 1 Müller. 1 Schuhmacher. Lehrlinge: 1 Schreiner, Bäcker. ES suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker, 1 Schreiner. Kaufleute, Schreiber und Reisende, Packer, Hausburschen und 8u81üufer, Maschin.nichlosser, Bausch! oster, Schuhmacher, 1 Krankenpfleger, 1 Sattler und Polsterer, t^äcker und Metzger, 2 Kellner, 1 Kraftfahrer, ein Schmied, 1 Buchbinder, Mechaniker, 1 Heize , 1 Wagner, 1 Kock, mehrere Anstreicher, 1 Welstbinder. Lehrlinge: 1 Kaufmann, 2 Autoschlosser, 2 Smloster, 1 Svengler, 1 Mechaniker, 3 Elekiroinonteure, 1 Schuhmacher mit Kost und Wohnung, 1 Schreiner desgl. GclegeubeitSarbeite« werden ebenfalls entgegengenonuuen. Weibliche Abteilung: CS könnet» eingestellt werden: a. bei biesigeu Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstutädchen, liaufftauen und -mSdche»» für einzelne Tage, tüchtige Alleinmädchen, 2 einfache Stützen, eine Köchin, 3 Wnschsrauen. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 3 landw. Dieitstumochen, Dienstmädchen, Hausmädchen. ZtmmerMädchen, Allein- uiädchen, 1 Köchin, 1 Stütze. 9621B ES suchen Arbeit: 2 Büglerinnen. Kontoristinnen, 2 Flickerinuen, 3 Ber- fäufennnen, 2 HauShälkerinnen. einige Laustrauen, auch für Nachmittagsbeschäftigung, Mädchen für tagsüber, 1 Waschfrau, 3 Fabrikarbetterinnen. Die Berufsberatung nnd Arbeits- Vermittlung für Musiker findet Dienstag, Donnerstag und SamStag von 10 biS 12 Uhr statt. 9927B Bekanntmachung. Im Amtsverktindigungsblatt Nr. 112 vom 3. November 1922 sind neue Gebührensätze für das Reinigen der Schornsteine veröffentlicht, auf die ich hierdurch Hinweise. Gieften, den 7. November 1922. [9908B Der Oberbürgermeister. I. D.: Krenzien. Bekanntmachung. Detr.: Stiftungen. Die Veröffentlichung fälliger Stiftungen erfolgt in Zukunft nur noch an den An- schlagstaseln im Standesamt und beim Wohlfahrtsamt, Gartenstrafte 2. 9907B Gieften, den 8. November 1922. Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt). _______________Dr. Frey.______________ Holzsubmisfiorr. Am Donnerstag, dem 16. d. Mts. kommen aus dem Gemeindewald Langsdorf, im Vorverkauf, nachstehende Holzsortimente auf dem SubmisstonSweg in 5 Losen zum Verkauf: LoS I. Eiche 4. Klaffe zirka 3 Festmeter Fichte 3. ,, 25 „ „ 4. „ „ 50 „ 5a. ,, „ 50 „ 5b. „ , 25 „ Kiefern 5. , , 2 , LoS II. Fichte 3. Klaffe zirka 20 Festmeter » Derbstangen ” 5 “ Kiefern 5. Klaffe „ 2 Los III. Eiche 4. Klaffe zirka 1 Festmeter „ 5. ■ „ „ 2 ,, „ 6. 1 Fichte 3. „ „ 5 „ 4. „ „ 40 » 5a. „ 60 „ „ 5b. .. .. 60 „ „ Derbstangen5 „ Buche 3. Klaffe „ 3 „ 4. „ „ 2 .. Los IV. Eiche 2. Klaffe zirka 0,50 Festmeter 3. „ „ 1 4. „ 3 „ 5.....1,50 6.....1 Fichte 3. „ „ 10 „ 4.....30 „ 5a. 40 „ 5b. „ 20 .. Derbstangen „ 5 Hainbuchen 4. Klaffe zirka 0,50 Festnteter 6. „ 1 Los V. Eiche 2. Klasse zirka 1,50 Festmeter 4. „ „ 5 „ 5. „ „ 3 „ 6. .. „ 1 Fichte 3. „ 5 ,, 4. 15 5a. „ 15 „ 5b. „ ,, 7 „ Derbstangen1 Hainbuche 5. Klaffe „ 1 Bemerkt wird, daft das Holz noch nicht gefällt ist. Angebote sind bis zum 16. ds. Mts., mittags 1 Uhr, auf der Bürgermeisterei abzugeben, woselbst alsdann die Eröffnung derselben erfolgt .Die Verkaufs- und Zahlungsbedingungen sind auf der Bürgermeisterei zu erfahren, und werden auch vor Eröffnung der Submission bekanntgegeben. Wegen Besichtigung des Holzes wolle man sich an Forstwart Pauli wenden. Langsdorf, den 8. November 1922 Bürgermeisterei Langsdorf. 9897D Bender. MAG MAN "WS MhslalfvogMlrelli orelsroert öfeMyw Mv.-Dnmerel, K Lauge. Gietzeu. SlvlM.r. Ferdinand Stotz und Sohn. Gießen, Lieber Straße 33. 010293 Gießen, den 8. November 1922. 9904V sagen wir herzlichen Dank. 010273 Der Vorstand. 8910 010294 WW Heimgang unseres lieben Entschla- Lich, den 8. 9891D ZU verkaufen. 9925D Durchaus sclbstiind. 2lug. Kilbinger. Wü niMm gesucht.' 9923 Die Beisetzung erfolgt Samstag, den 11. November, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Alten Friedhofs aus. beim lenen Familie Karl Lotz, Klein-Linden Familie Richard Geldsetzer,Dillenburg Frau J. Güngerich. November 1922. wir herzlichsten Dank. Namen der Hinterbliebenen: sagen Im Gießen, 10. Nov. 1922. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 11. Novbr., nachmittags 3 Uhr auf dem Alten Friedhof statt. Für die vielen Kranzspenden, für die Beweise herzlicher Teilnahme und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen Drogerie DlnleiAff Kreuzplatz 9 u. 10. 5 chia - Vertretungen Kesselbach, Oberhessen. Fernruf Amt Londorf 63. Für die Teilnahme an unserem Verluste herzlichen Dank. |Stellengesuche| Fräulein m. guter Handschrift sucht Stellung auf einem Bureau. Schrittt Angebote unter 010343 an den Gietz. Anz. erbeten. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sowie für die trostreichen Worte des Herrn Dekan sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Kirchberg, den 8. November 1922. Familie Geißler Geschäftshaus fit bester Vane.Mi verkaufen. Schr. Anaeb. u. 010341 a. d.IG.Änz. Silber, Platin in Bruch u. Barren Brillanten kauft zu reellem jeweiligem Kurs G. Gümblein Bruchstraße 1911 tzerr K. Söwtug, Gatt, schreibt: aRtfau tnmn.W Gießen. J Sonntag, 12. Nov. nachmittags 4 Uhr: Familienausflug und) d. Karlsruhe. Der Vorstand. Stadttheater SamStag, 1 l.Nov. Siu her Abonnement. Letzte Aufführung! Nau halle. Auf.3^Eude57/.UHr Danksagung. Für alle Beweise herzlicher Teilnahme teangmßin „Mia Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsre Mitglieder von dem Ableben unsres Ehrenvorsitzenden Herrn Aar! Moll geziemend in Kenntnis zu sehen. M-IMWMU Fabrikat Aegir, vollkommen neu, Kupferwicklung, in normaler offener Ausführung mit normaler Riemen- scheibe, einschl. Sterndreieckschalter, 1500 Umdrehungen, Spannung 220/380 Volt, ab Lager Kesjelbach Tüchtiger Knecht für Kundenmülleret und Landwirtschaft bei gutem Lohn für sofort gesuchL 9879 E. HelmeS, Ober-Hörgern. UW mit ober ohne Kredenz zu kauft» liefllcht. Schrift!. Angebote mit Preisangabe unt. 9918V an den Gieß Anzeiger. Wir such. z. Ueber- nahme d. dortigen Allemvertrer. uns. mehrfachvatentier- ten u.heroorrag.be- gutacht. 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Als Teilnehmer an der Reise und Augenzeuge aller Geschehnisse habe ich zu dieser Mitteilung zu erklären, dah sie in keiner Weise der Wahrheit entspricht und einzig und allein auf verleumderische und völlig aus der Luft gegriffene Behauptungen mißgünstiger englischer Schiffs- ofsiziere gegenüber der deutschen Besatzung und gegenüber der deutschen Passagiere zurückzuführen ist. 010345 Heinrich Hofsmann, Gießen, z.Z.heuchelheim. LskomMle Wolf, Hcitzdamps, 18 - 25 - 30 P. 8., 17 m hohe Bicchk., Baujahr 1910, betriebstüchtig, gegen Höchstgebot abzugeben. 9871D Schuh-Fabrik Rumpf ■■ Butzbach. 1 SWWM 1 Scffcl, 2 Ltiible, 1 Sora, gut erhalt., zu kaufen gesucht. Schr. Ang. u. 010318 an den Gietz. Anz. Dietzen, Frankfurt a. M., 7. Rovember 1922. 010368 Buchhalterin) mit sämtlichen Bureauarbeiten (Stenographie und Schreibmaschine» gründlich vertraut, ist selbständiger, gewissenhafter Arbeiter(in> per sofort euent. 1. Januar gesucht. 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Ferner: Der Stiefelputzer Lustspiel mit der Wunderdogge Brownie. Vorführungen: 4, 5.30. 7.15, 8.30 Uhr. Großen Solistenorchester. In Vorbereitung: Der wissenschaftlich-zoologische Großfilm „Wild-Afrika“. ßemH-VaiM für schlaukeL'tgin, >u ver kau feit 010346 Neustadt 15 11. Gut erhaliener DflmeniBantei zu verkaufen 010334 Braudaasse 6. Habe 15-20 Ztr. sehr gutes Heu zu verkaufen. [9922 Heinrich §chaas Dclkcnbach. | Kaufgesuche | Zahle für Lchlchlpferde die nur denkbar höchsten Preise Bei Notschlachtungen komme sofort auf Telcphonruf 1640. 8ritz Kehler, Yferdemetzger, Gictzcn. 9788V H. S. U. Jift Wanderer guterhalten, zn kaufen gesucht. 010324 Stob r, Bad - Naubeim. Tüchtige ScbneiderinDen stellt ein 010319 Mertinelt 4c Co.. Bleichstratze 32 p. M-chen k- 3It Töße sofort ges. onsy vr. Merker. Gnauthstratze 14 L American Line Regelmäßige Passagier- und Frachtdampfer Hamburg ■ Newyork Passagi erd am p f er: Doppelschraubendampfer „Hflanchuria11 . 11. 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"°6V Der Vorstand.