Vr. 134 Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertag«, mit derSamrtagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monatliche vezllgrpreise: TUi. 20.— und Mk. 2.— Trägerlohn,durch diePost Mk. 22.—, auch bei Nichterscheinen einzelnerNum» mem infolge höherer Gewalt.- Fernsprech. Anschlüsse: fürdieSchrift» leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Lineiaer Siehrn. Postscheckkonto: Krantsutt a. M. 11686. Samstag, 10. Zuni 1922 Erstes Blatt 1Z2. Jahrgang Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 150 Pf.auswärts 180 Pf.,' für Reklame Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platz. Vorschrift20 .Aufschlag. Hauptschristlciter: Aug Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: fcarl Walther; für den Anzeiaenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnlck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Sleindruckerei R. Lange. Zchnftlettung, Seschästrstelle und Druckerei: Zchulfttatze 7. Wochenruck blick. Das poltttsche Interesse der gesamten Hattonen der Erde konzentrierte sich m diesen Tagen auf Paris, wo wieder einmal nicht nur über Deutschlands Schicksal und Zukunft beraten und gefeilscht, sondern letzten Endes darüber entschieden wurde, ob endlich sich wenigstens Anzeichen zu einer beginnenden Politik der Vernunft bemerkbar machen wollen, oder ob d i e P o l i- tik des blindwütigen Hasses fortgesetzt werden soll bis zur Vernichtung nicht nur Deutschlands, sondern Europas. Angesichts der Wichtigkeit der schon gefallenen und noch ausstehenden Entscheidungen ist es notwendig, sich noch einmal im Zusammenhang zu vergegenwärtigen, was eigentlich sich an der Seine abspielt und abgespielt hat. Am 24. Mai trat in Paris der sqge- nannte Morgan-Ausschvh zusammen, eine Konferenz privater europäischer und amerikanischer Finanzmanner. um die Mittel und Wege zu prüfen und zu finden, wie man Deutschland die finanzielle Hilfe schaffen könne, die es nach der nun allgemein in der Welt anerkannten Ansicht der Sachverständigen unbedingt braucht, um lebensfähig zu bleiben und auch — um zu leisten, was man von ihm verlangt. Wie cs nicht anders sein konnte, kamen die Sachverständigen nach mehrtägigen Beratungen zu dem Ergebnis, daß die ihnen gestellte Aufgabe nicht zu läsen sei, wenn man an dem uns auf erlegten Londoner Reparationsdiktat festhalten wolle. Der Finanzausschuß beschloß also, bei der RcparativnSkvmmission «offiziell anzuftagen, ob der in diesem Londoner Diktat festgelegte Zahlungsplan mit feinen von uns geforderten 132 Golvmilliarden nicht angerührt werden dürfe. Auf diese Frage erteilte die ReparationSkvmmission demKomitee derFinanzleu te freie Hand in der Begutachtung aller Mäglichkei- ten, die zu einer Anleihe führen könnten, dazu gehört vor allem aber auch die Möglichkeit einer Herabsetzung der Reparationsforderung, wodurch wiederum das Londoner Ultimatum und schließlich der Friedensvertrag von Versailles angetastet werden. Das ist also das Wichtige an diesem Beschluß der Reparationskommission, daß durch ihn unausbleiblich der Dau, auf den sich bisher die Rache -u nd Haßpolitik Frankreichs gründete, ins Danken gekommen ist. Die Reparationskvmmisiion hat auch ihren Beschluß nicht etwa e i n st i m m i g, sondern mit den Stimmen Großbritanniens, Italiens und Belgiens gegen die Frankreichs gefaßt. Die Franzosen sind also zum ersten Mol vollkommen isoliert gewesen. Auch Belgien, das bisher immer mit ihnen ging, hot sich diesmal auf die andere Seite geschlagen. Es ist verständlich, daß die französische Regierung und die Kreise, die hinter ihr stehen, arg verstimmt sind. Unabstreitbar deutlich ist ia auch fetzt erneut geworden, daß es allein Frankreichs Imperialismus ist, der eine dauernde Gefahr für Europa und die Welt bedeutet. Die Vertreter der Hochfinanz, die in dem Anleiheausschuß sitzen, kön nen wahrlich nicht in den Verdacht lammen, ihre Beschlüsse danach cinzustellen, ob sie für Deutschland vorteilhaft sind oder nicht. Sie behandeln die Anleihefrage lediglich von der rein geschäftlichen Seite. Deutschland braucht, wie schon gesagt, eine internationale Anleihe, nicht nur, um di e fälligen Zahlungen zu leisten, sondern auch, um Rohstoffe im Auslande kaufen zu können. Der internationale Geldmarkt wird aber für die Unterbringung einer Anleihe nur bann zu gewinnen sein wenn die Anleihe und die Zinsen unbedingt gesichert sind, und diese Sicherung wieder kann Deutschland nur aus sich selbst bieten. Dazu ist eö aber so lange nicht imstande, wie es in den würgenden Fesseln des Der- failler Vertrages bzw. des Loirdoner Ultimatums liegt. Damit ist der Kreis der Ueber- legungen in sich geschlossen, und die Haltung bä Anleiheausschusses gegeben. Also noch einmal: Frankreich hat derzeit nicht gerade günstig abgeschnitten; der Beschluß der Reparationskommission stellt einen Lichtblick bar; aber — und Darüber muß man sich unbebingt klar bleiben — nur einen recht schwachen. Die jetzt in Paris gefallene Entscheidung ist bedeutsam, wenn man sie als Symptom ansieht, gering aber an praktischer Bedeutung. Wohl kann nun der Anleiheausschuh theoretisch einen Beschluß fassen und sich etwa dahin aussprechen, eine internationale An leihe könne nur zustandekvmmen, wenn die Reparotionslast herabgesetzt, wenn Deutschland die Möglichkeit Wiederaufbau gegeben wird. 3n der Praxis aber hätte ein solcher Beschluß erst bann Wirksamkeit, wenn dann die Re- parativnskommission ihrerseits die so zur Bedingung gemachte Herabsetzung der Reparationsforderungen beschlösse. Hier besteht nun die Gefahr, daß Frankreich trotz allem, was vvrherging, auf seiner bisherigen Politik beharrt und einen solchen Beschluß, der einstimmig erfolgen müßte, hintertreibt. Wie aus Pen letzten Nachrichten ersichtlich ist, ist anzunehmen, daß sich der An- leiheausschuß vertagen wird, ohne einen bestimmten Beschluß zu fassen. Es ist eben tatsächlich nicht möglich, Deutschland und damit der gesamten Weltwirtschaft finanziell grundlegend zu helfen, solange nicht Frankreich zur Vernunft gebracht wird, sei es durch den einstimmigen Willen der übrigen Nationen, sei es durch die eigene Not. Bis zu diesem Zeitpunkt sind alle Versuche, Wege zum gerne infamen Wiederaufbau zu finden, müßig. Man sieht also, daß sich z w a r A n s ä tz e zu einer Besserung bemerkbar gemacht haben, daß aber nach wie vor zu übertriebenem Optimismus keinGrund vorhanden ist. Nach den letzten Meldungen kann man damit rechnen, daß in der kommenden Woche das Garantrekomi- tee nach Deutschland kommen wirb, um sich an Ort und Stelle über unsere wirtschaftliche und finanzielle Lage zu unterrichten. Hier bietet sich der Reichsregierung und auch Dem Reichstage, Der ja in diesen Tagen wieder zusammentritl, eine Gelegenheit vielleicht, ja sogar wahrscheinlich, die letzte —, durch eine geschickte, zielbewußte Haltung den Sachverständigen zu zeigen, daß wir nur leben können, wenn man uns von den würgenden Fesseln des Mord- vcrtrages von Versailles und seiner Ausläufer befreit, und daß unser Schicksal Europas, ja der ganzen Del- Zukunft bedeuten muß. Es ist unser LebenSinter- esse, über das in der kommenden Woche voraussichtlich entschieden wird. Möge diese Entscheidung so ausfallen, daß der schwache Lichtschimmer, Der jetzt in Paris aufgedämmert ist, zu einem erlösenden, die Wunden der ganzen Welt hellenden Strahl wird. Vertagung des Anleiheausschusses? Paris, 10. Zunr. (WTB.) Die Mvrgen- blätter kündigen in mehr oder weniger bestinnn- ter Form an. daß der Anleiheausschuh heute mittag seine Arbeiten abschliehen und sich, tfcne seine Ausgabe als beendet zu betrachten. im Prinzip auf dreiMonate vertagen werde. Der „Petit Parisi en" erklärt es für wahrscheinlich, daß der Bericht, den der Anleihe- ausschuh dec Reparatwnskonnnisiion übecacbcn Die unerträgliche Last der Besatzung. Die Kosten der Rheinlandbesetzung. 5,5 Milliarden Goldmark, 14 Milliarden Papiermark. Berlin, 9. Juni. (WTB.) Dem Reichstag ift eine neue Denkschrift des Reichsschatzministeriums über die Kosten > e r Rheiulandbesrtzung zugegangen. Aus einer früheren Denkschrift ist bekannt, daß sich die Kosten der Rheinlandbcsetzung bereits bis Ende März 19 2 1 auf rund vier Milliarden Goldmark- AuSgaben Der Besatzungsmächte, und auf etwa 7,3 Milliarden Papiermark-AuS- gaben beliefen. Die dem Deutschen Reiche durch direkte Leistungen für die interalliierte Rheinlandkommission und die Besatzung im Rheinland erwachsen waren. Diese Zahlen tehen hn Einklang mit der auch von der amerllanischen Presse im November 1921 gebrachten Mitteilung, nach welcher laut der Schätzung einer damals von der Reparationskommission in Paris eingesetzten Kommission die seit dem Waffenstillstand bis Ende 1921 entstandenen Kosten für den Unterhalt des Befatzungsheeres eine MilliardeDol - l a r betragen haben. Für die acht Monate vom 1. Mai 1921 bis 31. Dezember 1921 betragen Die Ausgaben der Besatzungsmächte unter Zugrundelegung der Aufstellung der Reparationskommission- rund eine Milliarde Goldmark, Die zu den oben genannten vier Milliarden Goldmark noch hinzuzurechnen sind. An direkten Ausgaben hat das Deutsche Reich in jenem Zeitraum noch etwa 3,9 Milliarden Papiermark gehabt, die zu den oben wand von 178 552 000 Mark verursacht. Die Kosten der französischen Abteilung der Kommission haben sich vom ersten Vierteljahr 1920 bis zum vierten Vierteljahr 1922 beinahe versiebenfacht. Die Unterbringung des Vorsitzenden Der Rheinlandkvmmission erforderte einen Aufwand von l1 Millionen Mk. Für die Einrichtung von Bordellen für die Besatzungstruppen hatte das Reich bis Ende Oktober 1921 rund 802 000 Mark zu bezahlen. Für Truppenübungsplätze wurden landwtttschaftliche •betriebe im Werte von rurtb 2,5 Millionen Mark und 167 Fabrikanlagen im Werte von 74 Millionen Mark beschlagnahmt. Während die deutsche Armee/ im besetzten Gebiet nur neun Flugplätze hatte, haben Die Ententemächte bis 1. Januar 1921 24 neueFlug- plätze angelegt und Damit 1303 Hektar zum Teil besten AckerboDenS Der lanDwirtschaft- liehen Benutzung entzogen. Aehnlich liegt es mit Den Schieß- unD UebungSplätzen. Für Wohnungszwecke waren am 1. Dezember 1921 von Der Rheinlandbesatzung insgesamt 9700 Wohnungen und außerdem 13 000 Einzelzimmer beschlagnahmt. Weiter wurden 60 Schulen, in denen 16 450 Kinder unterrichtet worden waren, mit Truppen belegt. Während die deutschen Garnisonen im besetzten Gebiet eine Gesamtstärke von etwa 70 000 Köpfen hatten, betrug am 1. Dezember 1921 die alliierte Besatzungsstärke noch mindestens 1 30 000 Köpfe. Die Schlußrechnung der Denkschrift ergibt, daß seit dem Waffenstillstand bis Ende März 1922 eine Kostenrechnung von 5,5 Milliarden Goldmark.und 14 Milliarden Pap ier mark zugelaufen ist. Nicht mitgerechnet sind Dabei Die Kosten für die Truppen in Den neubesetzten, rechtsrheinischen Gebieten. Die Berliner Reise des Garantiekomitees. Paris, 9. Juni. (WTB.) Die Nachricht deS „3 du mal“, daß bas (Sarantiefomttcc bereits am Dicntag seine Reise nach Berlin antreten werde, wirb nicht bestätigt. Der „T e m p s" hält es indessen für wahrscheinlich, baß bas Komitee in der Tat nächste Woche zu längerem Aufenthalt nach Berlin übersiebeln werde. Heute nachmittag verhandelte bas Komitee in dieser Angelegenheit. Eine Rede des Reichskanzlers. Dr. Wirth und Ratheuau in Stuttgart. Stuttgart, 9. Zuni. (WTB.) Anläßlich ihres Besuchs bei der württembergischrn Staats» regierung sprachen Reichskanzler Dr. Wirth und Reichsminister des Aeuhern Dr. Ratheuau vor einem großen Kreis geladener Gäste. Der württembergische Staatspräsident Dr. H i e b e r begrüßte beide im Namen der Staatsregierung auf das herzlichste und dankte ihnen für ihr Kommen. Reichskaiczler Dr. Wirth (lebhaft begrüßt) behandelte einige Fragen der äußeren und der inneren Politik. Das Ziel seiner Politll sei immer die Wohlfahrt des deutschen Volkes und die Erhaltung der deutschen Einheit gewesen Die Gefahren einer Reichszcrstörung seien noch nicht gebannt. Es gäbe in Deutschland ein paar armselige Tröpfe, die den Plänen unserer Gegner in die Hände arbeiteten. Die überwältigende Mehrheit öeß deutschen Volkes io allen Schichten gehe mit der Regierung zusammen in dem Bemühen, Deutschlands Einheit zu behaupten. Wir streiten über die Methoden Der Politik, aber nicht über bag Ziel. Neben der Einheit habe die deutsche Mannigfaltigkeit Raum und Recht. Aber es fei notwendig gewesen, neue starke Klammern um die Länder und Stämme zu legen und daS Volk in demokratischem Sinne zusammenzubinden. 3n der äußeren Politik emp- finde es das ganze deutsche Volk als bitteres Unrecht, baß die Besetzung der drei Rhein st ädte noch nicht rückgängig gemacht worden fei. Durch die Polllik ehrlicher Derständi gung sei man jedoch über die Atmosphäre heraus gekommen, aus der die Politik der Sanktionen geboren fei. Genua habe gezeigt, daß Deutschkaud wieder eigenen Boden . unter den Füßen habe. Der Vertrag von Rapallo bedeute den ersten Schritt Heber die Frage der deutschen Reparationen sei in Genua zwar nicht offiziell gesprochen worden, aber wo ernste 'Bien schen zuscmmengekommen feiert, habe sie im Vordergrund? ter Unterhaltung geftanben. Die Konferenz Der Finanzsachver st än- bigen in Paris bedeutet eine wirtschaftliche De Pachtung der Reparationsfrage. Die Dar.kfers würden finden, daß die Anleihe mindestens ebenso notwendig sei für Fra ckreich wie für die übrigen Ententeländer. An Dem UrteÜ der Bank von England zu Ende des letzten Zahres, daß Deutschland unter den ^ahlungsbedingungen des Ultimatums nicht tredllfähig fei, könne man in Paris nicht Vorbeigehen. Amei ika muffe für die Mitarbeit an Den europäischen Problemen gr trennen werden Zu dieser Arbit fei Geduld unD opferfreudige Mi'.arbell nötig. Ein selbständiges r.nd unabhängiges, in feiner politischen unD wirischastlichen Wrrk7amkell aber freies Deutschland, das in den friedlichen Wiederaufbau Europas seine große politische Aufgabe sehe, sei sein Ziel. Reichsminister Dr. Ratheuau (ebenfalls lebhaft begrüßt, behandelte einige Abschnitte der äußeren Pvlllll des letzten Jahres. Man fei einen Schritt vorwärts gekommen auf dem Wege zur wirtschaftlichen Vernunft. Der Anfang war die Anerterrnung, daß nicht Gold unser Zahlungsmittel fein könne, sondern Waren In England habe man zuerst die schädlichen Wirkungen Der deutschen Gefängniswirtschaft erkannt. Die weltwirtschaftliche Verflochtenheit wurde zum Erlebnis. Der Redner behandelte dann die Vorgänge in Cannes und Genua und die Erkenntnis der Völker, daß man aus Dem gegenseitigen Schuldverhältnis Der großen Nationen heraus müsse. 3m Haag würde sichDeutsch- (anb nicht aufbrängen, aber zu ehrlicher Vermittler- und Mllarbell berell stehen. Dem russischen Wirtschaftssystem hätten wir uns nicht verschrieben. Die Politik des letzten Jahres sei nicht erfolglos gewesen. Eine Pvlllll des Widerstandes hätte sich bitter gerächt und vor allem Die Einheit von Voll und Reich gefährdet. 2 Dor dem vierten Polenputsch in Oderschlesten? Neue Nachrichten aus Oberfdüefien beweisen, bah das Wüten des polnischen Terrors sein Cnbe bei weitem nicht erreicht hat. Zwar spricht man von einem gewissen Abflauen der deutschfeindlichen Ausschreitungen in den großen Städten, aber hier, wo die deutsche Bevölkerung stets konchakter saß unD Der Einfluß englischer und italienischer Trappen sich nicht stärker als auf dem flachen Lande geltend machen kann, war schon in früheren älnrubtaqen die Bedrohung des Deutschtums, wenn auch immerhin groß, fv doch nicht so umrrittelbar wie auf den Dörfern und den dazwischen liegenden Znduftriewerlen. Daß man auch diesmal polnische rfells noch nicht Daran denkt, die neu ent sachte, planmäßig vorbereitete Gegenrevolution zu liquidieren, zeigt u. a. auch Der MmftanD, daß aufgeführten 7,3 Milliarden Papiermark hru- zuzurechnen sind. Die Rheinlandkom- misfion allein hat in Den letzten acht Monaten Des Jahres 1921 einen Kostenauf- werdc, feststelle. Daß unter den gegenwärtigen Umständen eine große internationale Anleihe, durch die die Reparationsfrage in ihrem gesamten Umfange geregelt würde, nicht möglich sei. Der Anleiheausschuß werde eine Reiche von Vorschlägen in Bezug auf die Lasten Deutschlands, ja sogar auf Die interalliierten Schulden machen, obwohl Die Prüfung Der letzteren nicht zu seinen Zuständigkeiten gehöre. Vor allem werde er darauf Hinweisen, wie wichtig für die Erleichterung der nächsten deutschen Teilzahlung eine sofortige Verbesserung der deutschen Finanzlage sei. 3n dieser Beziehung werde der Ausschuß, wenn nicht eine Heine Anleihe, so mindestens doch die Entwick- luna der Handelst redite airraten, die Deutschland von den reichen Ländern gewährt werden könnten. Alles in allem habe der An- leiheauKschuß eingesehen, daß es im Augenblick unmöglich sei, eine praktische Lösung der europäischen Schwierigkellen herbeizusühren. Aber er gebe die Hoffnung nicht aus, zum Ziele zu gelangen in Dem Maße, wie die Ereignisse sich entwickelten. Heftiger Meiuungszusammeuftosi.— „Augenblicklich jede finanzielle Arbeit nutzlos". „Oeuvre" erklärt, der Bericht des Ausschusses werde negativ sein. 3m Lause Der gestrigen Sitzung seien die gegensätzlichen Meinungen heftig aufeinander gestoßen. Der englische Delegierte Kindersley und der holländ. Delegierte Vissering hätten daraus bestanden, daß trotz des Widerstandes Frankreichs ein Plan für Die Flüssigmachung der deutschen Schulden aufgestellt werde. Anderersells sei Morgan im Einvernehmen mit dem deutschen Vertreter Bergmann dabei geblieben, daß die politische llncinigfeit der Gläubigermächte jede finanzielle Arbeit nutzlos mache. Dies sei der Standpunkt des amerikanischen Delegierten, der die Oberhand behalten habe Jeder Plan zu einer Anleihe, ob groß oder klein, sei also auszuschalten. Der Bericht Der Bankiers werde nicht besagen, wie die deutschen Schulden flüssig zu machen seien. Er werde nur auseinander- sehen, daß unter den gegenwärtigen Umftänbeu eine umfassende internationale Kreditoperation unmöglich fei Das .Echo de Paris" sagt, der Bericht des Ausschußes werde wahrscheinlich nicht erwähnen, daß es als Voraussetzung jedes deutschen Appells an den internationalen Kredit von Wichtigkeit sei. Den Londoner Zahlungsplan z u revidieren. Das Blatt verlangt unter diesen Umständen von der französischen Regierung folgenbe3 Programm: Finanzielle Sanierung Deutschlands und Konzentration seiner ausländischen Devisen in den Händen der Regierung. Frankreich müsse mit einem Wort, um das deutsche Finanzsystem zu sanieren undDeutlch- land in den Stand zu setzen, den Reparationsver- pslichtungen Genüge zu tun, mit derselben Kraft eingreifen und seine Kontrolle ausüben, die die verhältnismäßige Enrwaffnung Deutschlands herbeigeführt habe. Für heute aber gelte es noch einmal die Notwendigkeit zu betonen, daß ö i e Sachlicserungen so stark wie möglich entwickelt werden müßten. Mc interalliierte Kvmmiffün; eine Ausdehnung beß Delagerungszustanbes auf die Gemeinden Schwientochlowitz, Bismarckhüt'e, Godullahütte und Liprne für nötig erachtet hat. ' ( 2lm 7. Juni mürben in Orzegvw sämtliche deutschen Arbeiter itnb Beamten auS den Werken getrieben und teifro-eife so schwer mißhandelt, daß sie in Lazaretten untergcbra t werden mußten, ihre Samilten muhten Knall und Fall die Wohnungen räumen und nach dem deutschwerdenden Gebiet übersiedeln. Die deutschen "Kauern von Groß- Dombrowia c>. hielten ein .Ultimatum, in dem sie amfgefordcit werden, lis zum 7. Juni ihre Wohnungen ,-u verlassen. Die Deutschen in Friedenshütte Schlesieng-.u" e und Hohenlohe-Werke wur- den kurzfristig ouircsordert, ihre "Wohnungen zu räumen und sie '.clnjichen Arbeitern zur Verfügung zu stellen. Ein Kaufmann in Friedens- Hütte wurde gezwungen, sein Geschäftshaus weit unter dem Wert zu rerfaufen. Seine Möbel durste er nur gegen 10 000 QUarf Lösegeld transportieren. in Varuschrwih, Loslau, Sohrau und Rikolai sind Heber fälle und Plünderungen bei den Deutschen an der Tagesordnung. Die polnische Apo in Rybnik brachte es sogar fertig, die Vertriebenen bei der Revision zu bestehlen. Fortdauernd vermehrt sich die Zahl der aus dem polnisch werdenden Teil Oberschlesiens flüchtenden Arbeiter und Beamten. Die Hohenlohe-W?ne zum Beispiel haben nicht weniger als , 10 c. H. der Belegschaft durch die Flucht verloren. Achnlich liegen die Verhältnisse auf den übrigen Werken. Allein in Ralibor sind etwa 14 000 Flüchtlinge bisher eingetrosfen. Das Lager ist überfüllt. Auch in Hindenburg durchziehen große Flüchtlingsstrvme die Stadt. Alle verfügbaren Räume sind für die Arbeitslosen beschlagnahmt und werden zu Mas- fenquartieten eingerichtet. Wan hat den Eindruck, als wenn die Polen es darauf abgesehen hatten, nicht mir die De:.'Ischen aus dem polnisch werdenden Teil zu vertreiben, sondern sich auch in den Besitz ihres Mobiliars zu sehen. Verschiedene Aeußerungen polnisch Gesinnter deuten darauf bin, daß man den polnischen Beamten, die aus Warschau nach Oberschlesien verseht werden, vollkommen eingerichtete Wohnungen in Aussicht gestellt hat. Von der nach wie vor bestehenden bedrohlichen Allgemeinlage im ehemaligen östlichen Abstimmungsgebiet gibt der Kattowiher Berichterstatter der „Zeit" ein zwar anschauliches, aber auch die schlimmsten Befürchtungen wachrufendeS Bild. Er schreibt u. a.: „Roch am dritten und vierten Tage seit Ver- hängung des Belagerungszustandes dauerte der Terror fort, der lediglich im Landkreise Beuthen eine Einschränkung erfahren hat, weil dort englische Truppen zum Einsatz tarnen. Immer noch tDirnen die Flüa ilinge nicht die geringste Habe auf ihrer Flucht mitnehmen, sondern sind froh, wenn sie das nackte Leben retten. Richt nur Rati- bvr, Gleiwitz und Beuthen sind von FlüMlingen überfüllt, sondern auch Gemeinden und Städte . weit über den Industriebezirk hinaus, so Kandrzin und Oppeln, werden von den Bedrängten überschwemmt. Da weiterer Zuzug zu erwarten ist, Serben die Flück tlingstommissariate in Ratibvr. Gleiwitz und Beuthen größere Transporte nach - dem Innern abschieben müssen. Die Zahl der i offiziell bekannten Flüchtlinge beträgt jetzt rund 7000? t „Niemand zweifelt mehr daran, daß es sich ; bei der gesamten Aktion ber Polen um ein organisiertes Unternehmen ' handelte, das bereits in seinen Einzelheiten sest- gelegt war, ehe in Gleiwitz auch nur jemand daran dachte, einen einzigen Polen zu vertreiben. Rückblickend auf den Verlauf muß leider wiederum feflgeflettt werden, daß die Interalliierte Kommission auf der ganzen Linie abermals versagt hat. Größe und Umfang der terroristischen Bewegung konnte General Le Rond schon am ersten, spätestens aber am zweiten Tage klar fein. Ein festes und energisches Zugreifen zu (Beginn der Unruhen hätte diese niemals so anwachsen lassen. Es ist dasselbe Spiel wie beim vorjährigen Polen- Putsch der gleichfalls am ersten Tage ohne besondere Schwierigkeiten und auch ohne Blutvergießen hätte unterdrückt werden können." Der Film in China. Dipgendswo kann man wohl so viel Aufregung und Ergötzen sehen, als in einem chinesischen Theater, das die ameriianifcben Ehaplin- filme aufführt. Aeber Haupt, alle komischen Filme, in denen eine etwas groteske Komik zum Ausdruck gebracht wird, werden gleicherweise freudigst ausgenommen. Da es den Aeberfetzern der meist europäischen Filme unmöglich ist. die Zwischenaktsüberschriften der Filme in chinesisch zu übersetzen, so müssen in fast allen Theatern sogenannte Erklärer einfbringen, die den Zusammenhang erklären und die Aebersetzungen ins Chinesische liefern. Die Musik, die den Film begleitet, wird von einem chinesischen Musikorchester geleistet. Ein Europäer kann sich einen fürchterlicheren Radau wohl nicht vorstellen, als eine derartige Begleitung, man denkt dabei an ein Inferno. Den Chinesen gefällt aber dieser Lärm und fast selten verpassen sie einen Witz, den der Erklärer sich leistet. Leider sind die meisten Chinesen der Kuliklasse nicht in der Lage, die Theater so gut zu besuchen, wie es in anderen Ländern der Fall sein kann, da die Bezahlung sehr minimal ist und die Armut dieser untersten Schichten der chinesischen Be- völkerung sehr groß ist. Rur fünf Prozent der chinesischen Bevölkerung ist schätzungsweise in der Lage, überhaupt in den Kientop gehen zu können Der Eintrittspreis in den meisten Theatern ist deshalb so niedrig, daß er nur ein Viertel eines chinesischen Cents ausmacht, ungefähr zwanzig Pfennig deutschen Geldes. Die Ausländer, die in den größeren Städten reservierte Sitze haben, zahlen natürlich bedeutend höhere Preise Wotzl- Ixibenbere chinesische Kaufleute setzten sich eben falls sehr gerne in diese für die Europäer reservierten Sitze und zahlen gerne die hohen Prüll Die Sitzgelegenheit der Theater rangieri zwi schen 100 und 2000 Sitzplätzen. Im Durchschnitt sind es meistens 600 Sitzplätze. In den grohcien Städten, wie Schanghai. Canton, Hongkong. Harbin usw. findet man oftmals nahezu 100 Theater in je einer Stadt. Die Rachsragc nach solchen Theatern und nach Films ist ungeheuer Kein Zweifels Die interalliierte Kommtstion, in der leider nach wie vor der französische Einfluß der unheilvoll maßgebende zu sein scheint, treibt wieder ihr altes grausames Spiel mit der Schuh- und Rechtlosigkeit der vberschlesischen Deutschen. Denn auch durch andere Informationen werden die obigen Feststellungen des Mitarbeiters der „Zeit" bestätigt. Daß die polnischen Machthaber in- und außerhalb Oberschlesiens mit den französischen Besatzungsbehörben dabei Hand in Hand arbeiten, dürste nach den bisherigen Er- fatrrungen als eine Selbstverständlichkeit gelten. Belagerungszustand in Beuthen. Beuthen. 9. Juni. (WTB.) Der Kreis- tontrotleur hat heute den Belagerungszustand über Deuthen-Stadt und -Land verhängt. Die Vergnügungsstätten, Gasthäuser usw. haben um 9 Ahr abends zu schließen. Der Verkehr auf den Straßen ist bis 10 Ahr abends gestattet. Die österreichische Kreditvorlage. W i e n , 9. Juni. (WTD.) Der Rational- ra t hat nach längerer Debatte die Kredit- ermächtigungsvorlageangenommen, durch die Der Minister ermächtigt wird, zur Deckung des Defizits 220 Milliarden im Kredi twege zu beschaffen. In der Debatte erhärte der Großdeutsche Plessing: Für Oesterreich gibt es nur zwei Wege, um aus dec jetzigen Lage herauszukommen, Kredite oder Anschluß an ein größeres Wirtschaftsgebiet. Wenn die Mächte sich nicht entschließen, uns in allernächster Zeit mit Kre« biten. zu helfen, wird sich das vielleicht von selbst vollziehen, was sie nicht wünschen: Ein wiber Erwarten rascher Anschluß an das Deutsche Reich. Die ungarischen Wahlen. Budapest, 9. Juni. (WTD.) Dach den endgültigen Wahlergebnissen wurden bei den Budapester Wahlen 13 Swzraldenwkra- ten, 7 Linksdemokraken, 5 Mitglieder der regierungsfreundlichen Wolfs-Partei. 3 Mitglieder der Andrassypartei, ein Christlich-Sozialer und ein Regierungsparteller gewählt. Aus dem Reiche. Die Arbeiten des Reichstags. Berlin. 10. Juni. Die Tagesordnung für die nächste Reichstagssitzung am kommenden Dienstag wurde den Blättern zufolge heute ausgegeben. Sie sieht eine Anzahl kleinerer Vorlagen vor. Dann folgt eine Interpellation der Anabhängigen über das Ergebnis der Verhandlungen der Reichsregierung mit der Reparativnskom- Mission. Sollte diese Interpellation nicht beantwortet werden können, dann steht als nächster Punkt der Tagesordnung die Zen- trumsinterpellativn über die Rote der Botschafterkonferenz betteffend Einstellung bzw. Zerstörung von Eisenbahnbauten im besetzten rheinischen Gebiet zur Behandlung. Sin DiSziplinargesetz für die Reichswehr. Derlin. 10. Juni Wie die Blätter melden, ist der Entwurf eines Diszrplinar- g e s e tz e s für die Wehrmacht dem Reichstage zugegangen. Das Gesetz überträgt einfache Bestrafungen in einem sörmlic^n Disziplinarverfahren besonderen Kammern, die mit Rechtssicherheiten ausgerüstet sind. Ferner sieht das Gesetz ein Disziplinarverfahren dem Beamtenrecht entsprechend vor, damit Soldaten wegen Unwürdig» feit aus der Wehrmacht entlassen werben können. Gleichzeittg soll auch über den Anspruch auf Versorgung entschieden werden. Der Fall HermeS Berlin. 10. Juni. Der Untersuchungsausschuß gegen Reichsminister Hermes wirb, den Blättern zufolge, am kommenden Dienstag zu einer Sitzung zusammentreten, in der auch der Fall Augustm besprochen wirb. groß. Wie biefo Rachfrage wohl gedeckt werben konnte, ist eine große Frage. Berechnet man, daß zur Zeit nur fünf Prozent der Bevöllerung sich erlauben können, die Theater zu besuchen, baß aber bessere Arbeits- und Verkaufsverhältnisse leicht einen Umschwung herbeiführen können und die Zahl der Theaterbesucher bedeutend vergrößern kann, so ist man sich noch im Zweifel, wie man die entstehende Rachfrage decken will Die Vorstellungen beginnen schon früh am Rachmittag und dauern bis 5 Ahr und bann wiederum von 7 Uhr bis spät in bie Rächt. Es wird jeden Tag gespielt einschließlich Sonntags Da die Chinesen fast alle an Augenleiben erkrankt sinb, so darf niemals bei völliger Dunkelheit gespielt werden, und da sie das Zittern der Filme in völliger Dunkelheit nicht ertragen können, so müssen die Bilder vorgesührt werden mit den angedrehten Lichtern im Zuschauer- raum. Manche Theater besitzen auch einen Phonographen oder ein elektrisches Piano, doch ziehen die Chinesen ihre eigene Musik vor. Im Jahre 1919 wurden ungefähr 1500 Fuß amerikanischer Filme importiert, im Jahre 1920 ungefähr 2700 Fuß. Der allererste rein chinesische Film wurde in den Eingeborenen-Theatern zuerst am 1. Juli 1920 aufgeführt. Der Film wurde genau erflärt und gab eine der bekanntesten Mordtaten Chinas zum Besten; er bestand au8 zehn Rollen, mit allen Einzelheiten dieser „großen Geschichte". Am liebsten sehen die Chinesen europäische Dramen, in denen chinesische Charaktere spielen mit solchen Kostümen und Aufmachungen. Bei der Erstaufführung dieses rein chinesischen Fllms wurden Eintrittspreise von 50 Cents aufwärts genommen, und es war immer ausverkauft. Auch die Reklame benutzt den Film in großem Hm lange in China. @inc der bekanntesten Zigarettenfabriken Ostasiens hat immer regelmäßig einen Reklamesilm laufen, in dem die großen Vorzüge der Zigarette dieser Firma beleuchtet werden, und die Firma behauptet, daß die Reklame sich sehr gut bezahlt mache. Jur Zeit der großen Winbstürme, die durch ganz China tm Frühjahr und Herbst brausen, beschäftigen die Theater einen sogenannten slic- Die Rotlage der Presse. Berlin, 10. Juni. (Priv.-Tel.) In der gestrigen Sitzung des braunschweigischen Landtages richtete die Deutsche Volkspartei eine Anfrage an die Regierung, in der diese gefragt wird, ob sie bereit sei, mit allem Rachdruck bei der Reichsregierung darauf hinzuwirken, daß in Kürze alles geschieht, was den drohenden Riedergang der deutschen P r e s s e zu verhüten im stände ist. Sinreiseerleichterungen nach Deutschland. Berlin, 10. Juni. Bei der Erteilung von Sichtvermerken zur Einreise nach Deutschland finket in Zukunft, wie die Blätter mitteilen, keine Prüfung der Rotwendigkeit der Reise mehr statt. Hierdurch hat das Reichs- innenmtnifierhim einem dringenden Wunsche der Industrie- und Handelskreise Rechnung getragen. Das Auswärtige Amt seinerseits ist, wie die Blätter weiter melden, bemüht, die gleichen Erleichterungen auch für die Einreise von Deutschen in andere Länder zu erreichen. Die Einreise nach Deutschland kann aber verweigert werden, wenn bei: Zweck der Reffe und die Persönlichkeit des Reisenben eine Gefahr für bie deutsche Sicherheit ober die Dolkswvhlfahrt bilden. Aus Stabt und Land. Gießen, den 10. Juni 1922. ** 5c ff genommen wurde eine Frauens- persvn von Halle, bie dort einen Geldbetrag von 12 000 Mk. entwendet hatte, ebenso 'ein langer Mann von auswärts, der bei hiesigen Althändlern Rotguß und Mesiing abzusetzen versuchte, das er in Wetzlar entwendet hatte. — Zar Ermittlung des Täters, der in der Rächt zum 6. Juni die 4 Hühner und den Hahn entwendet hat, setzte der Geschädigte 300 Mark Belohnung aus. ** Müller'sche Badeanstalt. Wasser- Wärme der Lahn am 10. Juni: 18 Grab R. Wettervoraussage für Sonntag: Wolkig bis heiter, meist trocken, Winde aus westlichen Richtungen. Das gestern über dem Kanal gelegene Teilttes hat sich etwas verstärkt und lagert heute über Deutschland. Es scheint sich noch weiterhin auszudehnen. Dornotizeru — Lageskalender für Samstag: Kath. Vereinsbaus, 8A.hr: Beamtenversammlung des Deutschen Beamtenbundes. — Turnhalle, Os- waldsgarten. 8 Ahr: Oeffentliche Verjammlung des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen. — Astoria - Lich t spi ele, heute und morgen: „Macistes AbSnfeuer". 2. Teil: „Maci- stes Kampf gegen List und Verderben". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße, heute und morgen: „Der Verfluchte". — Aus dem Stobttlycaterburcai. Anläßlich der Aufführung des neuen Lustspiels Scampvlv am kommenden Dienstag sind bet der Bühnenleitung verschiedene Anfragen eingegangen, was eigentlich Scampolo bedeutet Scampolo ist der Spitznahme der Titelheldin im Lustspiel, eines italienischen Gassenmädels und wird von ihr selbst als em „Rest Zeug" erklärt, der den Kaufleuten beim Berka tf von Stoffen übrig bleibt; es ließe sich also etwa mit »Tuch- sehen" übertragen. Wie nun Scampolo mit ihrer derben Arsprünglichkcit in bie dumpfige Atmosphäre eines vorzüglich geschilderten Boheme- Milieus hineinplaht, wie das verachtete Gasien- mädel als reinigendes Element wirtt, ist mit so feiner Charakteristik der Handelnden geschildert, daß bei entsprechender Besetzung der Hauptrollen bisher überall ein ungewöhnlicher Ertolg erzielt worden ist. Im Berliner Theater am Zoo ist das Werk bereits über hundertmal gegeben worden; am Wiesbadener Staatstheater hat es dieser Togo feine erfolgreiche erste Aufführung erlebt. Es ist also zu hoffen, daß bas Werk auch in Gießen tnfereffieren und fein Publikum finden wird. Dies ist aber auch unbedingte Voraussetzung für weitere Sommergastspiele. In weiten Kreifen der Bevölkerung besteht der Wunsch, daß auch tm Sommer ab und zt gute Ohiffübru-ngen geboten werden mögen. Gleich die erfle Aufführung des Lustspieles „Der Tenor der Herzogin" hatte einen starken künstlerischen, aber leider einen negativen finanziellen Ertolg. genben Hänbler heißer, feuchter, bantpfenber Tücher. ®r besitzt einen Heinen Kessel, ber burch glühende Holzkohlen erhitzt wird, unb in biesem befinden sich eine große Anzahl heißer Flanelllappen, die dem Eintretenden sofort zugeworfen werden, damit er sich ben feinen ©anbftaub aus den Ohren unb Augen reiben kann unb sich gemütlicher fühlt. Ebenfalls wirb ihm auch sofort heißer Tee serviert unb Gebäck. — Sehr beliebt sinb auch Filme, die Zauber- unb Geisteraufführungen barftellen unb geheimnisvolle Masken zeigen, die sehr aufregende Szenen ausmalen. Es könnte wohl der beutschen Filminbustrie eine Möglichkeit geboten sein, hier einen sehr guten Absatzmarkt zu. finden, durch Herstellung von billigen Films, die eine gute Einführungs- quelle abgeben könnten und in China dazu beitragen formten, das deutsche Ansehen toieber zu heben. ♦ * * Heinrich Marschner über die erste Tannhäuser-Aufführung. Die erste Aufführung von Wagners „Tann- häufer", die in Paris mit Albert Riemann tn der Titelrolle am 13. März 1861 stattfand, führte bekanntlich zu einem riesigen Thraferskandal, brr vielfach geschildert worden ist. Eine neue Darstellung dieses denkwürdigen Abends, die zudem von einem, deutschen Komponisten herrührt, lin&et sich in den Briefen Heinrich Marschners, die dcm- nächst in der neuesten Henricischen Autvgraphen- Versteigerung zum Verkauf gelangen werben mb aus denen wichtige Stellen in dem soeben er- schienenen Katalog abgebrueft werden. Die Briefe, die an eine Freundin gerichtet sind, atmen bas Gefühl bei1 Empörung, das Marschner bei diesem Skandal erfüllte. „Enblich muf? ich auch a if Das feit 14 Monaten übergenug besprochene ungeheure Ereignis, nämlich auf bie am 13. erfolgte erste Aufführung des ..Tannhäuser" &i sprechen kommen, sollte mir auch das Herz bar ob zerspringen," schreibt er am. 16. März 1861. Fassen Sie sich, teure Freunbin! Es ist geschehen .mb die Oper — samt unserem Riemann — ist siirch- Alle Thsaterinteressenten mögen daher bie Sommergastspiele unterstützen, zumal da nach Möglichkeit Werke geboten werden, die für den Spielplan des Winters nicht in Frage kommen. — Der Oberhe ssrsche Kun st verein wird vom 18. bis 30. Juni eine Sonderausstellung von unserem einheimischen Künstler W. Barthel bringen. In den ersten Tagen im Juli wird eine Gedächtnis-Ausstellung des vor kurzem verstorbenen Künstlers Prof. Dr. Abbelohde folgen. — Die G ie° ßenerKunstfammlung im Reuen Schloß ist morgen (Sonntag) von 11 bis 1 Ahr un» entgeltlich geöffnet. — Konzertverein. Es wird hierdurch noch einmal darauf hingewiefen, daß das Sonder- konzert des Konzertvereins (Brahms-Ge- dächtnisseier. Ausführende: Wendling-- Quartett aus Stuttgart) nicht^nn Sonntag, dem üblichen Konzerttage, sondern ausnahmsweise am Montag in der Aula der Aniversität stattfindet. Das Wendling- Quartett hatte mit Herrn Drehsbach (Klarinette) auf dem diesjährigen Regerfeste mtt Regers Klarinetten-Quinfett einen großen künstlerischen Erfolg. — Der Gleibergvcrein, der es übernommen hat. für die Erhaltung der Gleiberg- raine zu sorgen, veranstaltet am 17. b. W. ein großes Sornrnersest auf ber Burg. Der Glrt- bergDerem verbindet damit dir Absicht, bas In- tereffc für unseren Gleiberg in Gießen zu stärker bzw. wachzurufen, damit auch für bie Zukunft ber Destanb ber Burg gewährleistet ist. (Siebe Anzeige.) — Die Deutschnationale Volkspartei hat ben Abg. von Lindeiner- Wildau (Berlin) für einen politischen Vortrag ber am 27. Juni im Philosophenwald stattftndsl. gewonnen. Der Vortrag wird umrahmt sein von einem Wohltätigkeitsfest — Rosen- se st —, dessen Reinertrag zugunsten notleidender Gießener Kleinrentner verwendet werden wird. Räheres wird tm Gießener Anzeiger betomrt« gegeben. — Im Allg. Deutsch. Frauenverein wird am Montag im Schützenhaus Frau Dorothee von Velsen aus Berlin über „Rationale und Internationale "Frauenaufgaben" sprechen. Landkreis Gießen. * Großen-Duseck, 9. Juni. 3m Busecker Tal hat sich ein Zweigverern des Vogelsberger Höhenklubs gegründet. Der neue Verein ist bereits in den Gesamtverein ausgenommen worden. Kreis Friedberg. hr. F r i e b b c r g, 10. Juni. Aus Einladungx bes K r e i s a m t s mären letzten Donnerstag tm Turnsaale bes hiesigen Gymnasiums bie Psar rer, Lehrer unb Bürgermeister des Kreises versammeft, um über eine Verbin - bungderamtlichenundprivatenFür- sorge im Kreise zu beraten. Rach Begrüßung burch Kreisdirektor Gräf hielt bie Geschäfts sührerin der hessischen Zentrale für Mutter- und Säugl ngs üeforge, Fräulein Keller, einer sehr anschaulichen unb lehrreichen Vortrag über „Die gegenwärtigen Aufgaben ber sozialen Fürsorge auf bem Lande". Darnach legte Kreisbirektoi Gräf seinen Plan zur Organisierung unb Zusammenfassung ber Fürsorge dar. Eine lebhafte Aussprache knüpfte sich baran, bie teilweise wertvolle Anregungen brachte. Leider kam in die sonst schön verlaufene Versammlung eine Mißstimmung hinein dadurch, daß Kreisamtuiann Göbel ohne unterrichtet zu sein über die einzelnen Vorgänge in ben Lanbgemeinben, Vorwürfe gegen bie Pfarrer erhob, weil sie nicht in allen Orten bie Ortsfürsorge übernommen hätten. Da biefer Vorwurf gegen bie Pfarrer, die in ber Kriegszeit bereitwillig^ überall bie Fürsorgetätigkeit in ben Lanbvrten ausübten, unberechtigt unb bie Antwort bes Kreisamtmanns auf seine Zurechtweisung durch Pfarrer Dreunlin unbefriedigt "war, werden die Pfarrer in den De- kanatskvnserenzen des Kreises sich überlegen müssen. ob sie mit einem solchen Leiter der Fürsorge- tätigtet! überhaupt noch zusammenarbeiten Tonnen. Starkenburg und Rheinhessen. Zur Mordfache Günther. fpd. Darmstadt,' 9. Juni 3n dem Er» mittlungsverfahren gegen die Mörder des Po- terlich durchgefallen. So etwas von Durchfall soll hier in der Großen Oper noch niemals vor- gekommen sein. Es ist nicht nur gezischt, gehusttt unb gepfiffen, nein, die Oper ist mit unais- sprechlichem Gelächter zu Grabe getragen worden, obgleich gut gesungen. unb mit großem Fleiß gespielt würbe. Schon in der ersten Szene, wo Tannhäuser- neben Venus sitzt, wurde es im Hause äußerst unrihig, und das Ballett wurde laut verhöhnt und belacht. Riemann effettuterte gornicht, und als er nach der- Verwandlung auf der Bühne 'bleibend hirrstürzt. der Hirtenknabe fein Lied beginnt und die Pilger kommen, da brach das fürchferlichstc Gelächter ans, das dis nach dem Ende des ersten Ak.es andauerte --- und schon war das Schicksal der Oper entschie-' den.' Im Anfang des zw i en Aktes war es wieder- unruhig, man gähnte und seufzte. Da aber > begann der Marsch — und teunbe vom ganzen Hause allgemein mit dem größten Enthusiasmus ausgenommen, ja „dis" gerufen, dem man aber nicht nachkam Dies war der einzige große Svnneüblick int Leben des Tannhäusers, denn von nun an griff die Langeweile wieder um sich, die sich durch Stöhnen, Husten und 5Ärchen ßuft machte. Riemann hörte man im Finale fast gar richt, so schwach Hang ftln' Stimme. Seh’. Uebermut war wohl gebcodjen, oder er tonnte vor Zorn nicht fingen Ich kann Ihnen aufrichtig gestehen, daß mir felbfl habet ganz unwohl war unb ich viel habet litt." Marsch ncr schildert dann das Verhalfen des Publikums trähtenb des dritten Atfes und bemerft, baß nur das Lied an ben Abendstern mit großem Applaus ausgenommen wurde. „Der Kaiser, ben Wit von unserer Loge aus genau sehen konnten, und der ganze Hof — die Kaiserin war nicht z,-gegen iw ersten Rang lachten mit dem übrigen Publikum ovn Herz-n." berichtet er schließlich, „unb es war komi ch, zu sehm, tote der Kaiser stets, wenn gelacht mürbe' sich aus seiner *i3ogc legte und zu Metternich wendete, als wollte er sagen: „Siehst Du, was Du uns für eine deutsche Suppe angerichtet hast?" lufetoochteeeWei* Tyrieiyri^ Günther glaubt bic CBefarf* noch wochenlangem Suchen j-cht einig« CZbilxiLMtnirtftc gefunlcn ja Haden. ES soll sich am reisend? Einbrecher in Lehranstalten unt AmtSgebvube handeln 3n der flacht »um 26 April wurden in Stuttgart mehrere Einbruchs- Diebstähle in Anstalten verübt, für die als Täter mitt unzweifelhafter Sicherheit die gleichen Per- ßvnen in Frage kommen. Bon denselben Tätern iDurben bann in den Rächten zum 22. mb 29. April in Darmstadt Einbrüche verübt. Jn der •7lod)t z«rm 29. April wurde bann in der Rühe i)cf von den Verbrechern heimgesuchten Amts- gerichlSgebaudes ter P.ttizrtwachtmeister Friedrich Gü-tther erschossen ausgefunden. Diele Tat erhält nun insofern erhöhte Bedeutung, alS arch ht ötuttgar! die Einbrecher sich die Verfolger durch Revolverschüsse vom Stalle hielten. Da die Stuttgarter und Darmstädter Einbrüche in der Art ihrer Ausführung vrl.kvmmen gleich ftnb, nimmt man an, bah der Polizeiwachtmeister von diesen Einbrechern erschossen wurde Bis letzt tehkt txm den Persönlichkeiten derselben jede Spur. Hessen-Nassau. Xumult auf dem Frankfurter Diehmarkt. ' Frankfurt ä. M, 9. Juni Auf dem Frankfurter Diehmarkt kam es gestern, wie bereits kurz gemeü>et. zu sehr erregten Szenen zwischen den Viehhändlern und bca Metzgern wegen der bedeutend im Preise gestiegenen Forderungen der Diehhändlci Der Antrieb war, wenn auch nicht sehr erheblich, so doch immer noch genügend, aber die Forderungen der Händler wurden von den 200 bis 300 anweseirden Metzgern als wahn- sinnig bezeichnet. So forderten die Händler für "Rindfleisch einen Aufschlag von nahezu 10 Ml. für daS Pfund Lebendgewicht und von etwa 12 Ml. für daS Pfund Schweinefleisch. Die Metzger einigten fid) schliehlich dahin, lein Stück Vieh zu kaufen, und tatsächlich wurde auch nicht ein Stück umgesetzt Da der Tumult immer gröber wurde und in Tätlichkeiten auszuarten drohte, muhte schließlich Polizei und eine Hundertmann schäft der Schupo her bei beordert werden, die den VleHmarkt räumen lieh. Ein neuer Markt wurde für heute vormittag angeseht, der auch zur gewöhnlichen Feit eröffnet wurde und der, so weit biZ jetzt Vachrichten vorliegen, einen ruhigen Verlauf nahm H>enn die Händler auch eine Kleinig- fett im Preise nach kamen, so sind die bezahlten Preise einfach alS wahnsinnig zu bezeichnen und eS sind Mahnahmen im Gange, die. wie wir Jjfaen. darauf zielen, die Bestrebungen der Metzger. eine Verbilligung der Diehpreise herbeizu- fÄhren, zu unterstützen. 5eftgeiwmmener Mörder. au Frankfurt a M. 9. Juni. 'Der von Aer Staatsanwaltschaft Würzburg wegen Mordes gesuchte 26jährige Arbeiter Heinrich Weigand wurde heute früh von Kriminalbeamten in einer Herberge festgenommen. Schweres Kutomabilunglucf. fpd Fulda, o Juni. 3n einer sehr unübersichtlichen Degbiegung bei Buttlar in der Thhön überschlug sich das Auto des Fabrrkbe- fttzers Lihschtih mrs Chemnitz und begrub die Insassen unter sich Dabei wurde eine Person sofort getötet, die anderen kamen mrt leichteren 'Verletzungen davon -Eton oller Mahnungen ist an der älnglücksstelle, die bereits mehrere Opfer forderte. noch feine Warnungstafel errichtet roorben. Landwirtschaft. GenossenschaftStagttugen. rm Darmstadt, 9. Juni. Die Zentral- kasse der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften hielt heute im Rummelbräu zu Darmstadt unter Vorsitz von Ä c t- bei, Michelstadt, ihre 9. ordentliche Generalversammlung ab. Es waren Vertreter der Regierung, der Genossenschaften, der Landwirtschaftskammer, her Landeshypothekenbank u. a. anwesend. Der Vorsitzende streifte die schwierige wirtschaftliche Lage, erwähnte das starke Zurückfliehen der Gelder in die Hände der Ginleger und die steigende In- bie Zuckereinkauf, Diaspora Bestellung bespricht Erfilltlich in Apotheken. Rasch u.vor- züglichwirk. 2712c In der sich anschliehenden Aussprache wird von mehreren Seiten scharfe Kritik an den Mahnahmen des Vorstandes und der Geschäftsleitung, insbesondere bei den Kartoffellieserungen, geübt, doch werden die Vorwürfe teils durch den Vorsitzenden wie durch die Direktoren Berg und Strasburger aufgeklärt und zurückgewiesen Hierauf wird die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung, sowie die Verteilung eines Reingewinnes von 5 Proz. genehmigt Dann wird der Beschluh des Jahres 1920 in der Weise um- geändert, bah eine Erweiterung der Krcditbasis vorgenvmmeu wird. Kunst und Wissenschaft. St. Frau Anna Beyer f. Aus Darmstadt toirb uns geschrieben: Am Mittwoch abend verstarb plötzlich in Folge eines Herzschlages Stau Anna Beyer, die Gattin des Professors Adolf Beyer Die im besten Lebensalter bahin- geschiedene Künstlerin war nicht nur durch ihre sehr zahlreichen Werke weit über Darmstadt und Hessen bekannt geworden, sie hat auch jahrzehntelang eine gern und vielbesuchte Malschule unterhalten und eine ganze Reihe begabter Künstler und namentlich Künstlerinnen hat hier ihre erste Ausbildung bzw. Weiterbildung erhalten Frau Anna Beyer war eine sehr produktive und vielseitige Impressionistin. Ihre Landschatten, deren Motive sie fast ausschliehlich fron der Fr sche der Vatur empfing, zeichnen sich durchweg aus durch nähme neuer Mitglieder. Gottesdienst am N. Jam durch die Genossenschaften und Schwierigkeiten bei dem dem Kvhlenankauf u. a. Grün berg 9>. älhr. Kathol. Gottesdienst. 11. Ium. Lick, vorm. 10 älhr, nachm. 2 älhr. -Hungen, vonn 8 älhi. — 15. Juni. Lich, vorm. 10 Ufa, nachm. 2 älhr. — Hungen, vorm. 8 älhr. alle Hautunreinigkeiten u. Hautauischllge w.Mitesser, Finnen. Pickel, utw.zu vertreib., best in tigLWaschungen m. d. echten - Teers chrocreL - ifßlfe von Bergmann ä Co., Radebeul. überall erhältlich. eine starke Färbensmibigfrti. durch großzügiges Sehen und Verstehen der Ratur und durch kraftvolle Schöpfungen eigener Individualität. Ihre G ernigung der konfirmierten weibltchui Jugend der Matthäusgemeinde. — DienStag. den 13. Juni, abends 8 Ufa: Helferversammlung der Männer und Sra neuner ei rriging der Matthäusgenrrrnde — Montag, den 12. Juni, abends 8 Ufa: Bei einigmtg der konfirmierten weiblichen fugend bet M arkusgemein de. -In der Iohanneskirche. Vorm. 8 Ufa, zugleich Christenlehre für die Reukonfirmierten ans der Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer. Vorm 9i»: Pfarrassistent Müller. Vorm. 11 Rinderkirchc für die Iohannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld. . m Wieseck Sonntag, 11. Iutn Vorm. 9' Gottesdienst. Mittwoch, 14. Juni Llbds 8'.: Iugeudabend (männliche Abteilung! Katholische Gemeinde. Samstag, den 10. Juni, nachm. 5 und abends 8 Uhr: Gelegenh. zur hl. Beichte. Sonntag, den 11. Juni. Fest der heiligsten Dr-i falt i gteit. Vorm 6> : Gelegenheit zur bl Beichte. Z: Hl Messe. 8: Austeilung der hl Kcmmunion 9 Hochamt mit Predigt. 11 Hl. Messe mit Predigt. Rachm. 2'.: Andacht mit Segen. darauf Iungfrarenkongregatiou mit A d Vermischtes. * Ein berühmtes Schloß unter dem Hammer. Ein geschichtlich berühmter englischer Lindsitz. Eassiobury Park, der seit den Tagen Karls I. der Sih des Adelsgeschlechts der Esser war. wird mit seinem Schloh. allen Kunstwerken darin und den Parkanlagen in einer 10 Tage dauernden Versteigerung unter den Hammer gebracht. Dabei werden Porträts der ersten englischen Maler, wie Reynolds. Lely, Kueller u. a verkauft werden, kostbares Porzellan, herrliche Gobelins. Möbel, die von den größten Meistern des 18. Jahrhunderts, von Daniel Marot, Hcpp- lewhite und Chippendale geschaffen sind. Die Schnitzereien der Treppen und der Decken sind vorzügliche Arbeiten. Unter den Schätzen befinden sich auch Reliquien Karls I., eine Haarlocke und ein Stück des Hosenbandordens, den er am Tage seiner Hinrichtung trug. * Tiere alS Schatzfinder. Tiere leiten bisweilen auf die merkwürdigste Weife zur Entdeckung von Schätzen hin. So wurde kürzlich von einer Gans aus Syrien erzählt, in deren Kropf man Spuren reinen Goldes entdeckte und so auf den Goldgehalt eines Flusses kam. an dessen Ufern sie ausgewachsen war. Etwas ähnliches ereignete sich vor einigen Jahren in Britisch Columbia, wo eine wilde Gans am Pitt-See geschossen wurde. Als man sie ausnahm, sand man in ihrem Magen Goldstückchen im Gesamtwert von 70 Schilling. Daraufhin brachen sofort Schah facher nach dem Pitt-See auf und entdeckten in dessen Wasser auch Goldspuren, die aber eine systematische Goldwäscherei nicht lohnten. Eine Ente, die im Staat Lebraska von einem Mann namens Prebyl getötet wurde, hatte kleine Äugel chen von reinem Gold in ihrem Magen; das Gold. stammte von einem Fluß in der Rühe der Besitzung des Mannes, aber auch hier lohnte sich die Ausbeutung nicht. Glücklichere Schahfinder alS diese Vögel sind einige andere Tiere gewesen. von denen eine englische Wochenschrift erzählt. Im Jahre 1913 ging ein Knabe, der Sohn eines Mr. Mc Kellar in Reusüdwales, auf den Kaninchenfang aus. Er hatte einen Terrier bei sich, und der Hund legte beim Kratzen eines Loches ein Felsstück frei, in dem der Knabe, dessen Augen in einem so goldhaltigen Lande geschult waren, sofort Golderz erkannte. Er eilte mit der Freudennachricht beim; der Vater erwarb sofort bas Eigentumsrecht an der Stelle, und nun wurde das Erz geschürft; es erwies sich als sehr goldhaltig und man erbeutete drei Unzen Gold auf die Tonne. Richt immer läfa sich die Fundstelle des Goldes feststellen, auf dessen Spur man durch Tiere gerät. Ein englischer Arzt, der bei einem Freund zu Besuch war. beobachtete hier an dem Kiefer eines Schafes, der von einem Hunde abgenagt war. einen matten Glanz, der von den öäfaen leuchtete. „Das sieht wie Gold aus," sagte er. und eine nähere Rachprüfung er» Gm looAtscftmedtendcSpciM sind IHaicliarwii und «Kfanlt aas Hartweizen^rtes. Deutsche Ware tri heute der besten Aaslandsware überlegen.Makkaroni sind nächst dem Fleisch das nahrhafteste Oe richt, das in feder Familie w&hentl. mindestens einmal auf den risch kommen sollte. Kopfschmerz r 3 »TT? \ I Lehrling LdtttrOlt5 wr Svenglcrei u. ^**“**M’* । ftaUation fofort ne I» gesucht. C titulieren. oer gesucht 5580 Sckifsenberger Weg 2 L 06957» sucht Tüchtiger gesucht. 0Ö3C1 STÖEWER PERSONEN-UND LASTKRAFTWAGEN MOTORPFLUGE Gebt. Nicolaus, rchiffenberger Weg 2. Ordentliches jüngeres Mädchen UNERREICHT IN AUSFÜHRUNG,LEISTUNG KONSTRUKTION tauscht 4-Zimmer - SLoh- nun« gegen 3 - Zimmer- Wohnung in Nähe der Univerülät tm 1. Stock. Schriftl. 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Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß gestern nacht nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Hofmann VII. im Alter von 50 Jahren sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Katharine Hofmann geb. Volkmann und Kinder. Todes-Anzeige Freitag abend 11 Uhr entschlief nach langem, mit Geduld ertragendem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Johannes Lack Landwirt und Musiker im 62. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. Frack-Anzug fast neu, Mittelfignr, zu verkauf. mwJ Ostanlaae 14 n. Anzug (schlanke Fig», au ok. 0«u Landmannstr. 20 p. 3a foulen gelocht. °°°" GM. MolM Schlffenoecser Weg 2. Ausgebrannte Glühlampen Metallfaden und (SaS Matt Birnenb.100Watt, Metallfaden vro Stück 50 Pf, Gas-Watt 80 bis 90 Pf. kauft stets 5336h A. Wacker, Grebenhain, Oberhess. u. 8 Wacker, Wieseck Gießen.__ Äätaanö Blei' güpfenilro. s« zahlt die höchsten Preise Znfall, Wolkengasse. Nach schwerem Leiden verschied am Donnerstag meine geliebte Frau, unsere liebe gute Tochter, Schwester und Schwägerin Frau Anna Gartzke geb, Barkusky. Im Namen aller: Gustav Gartzke. tainigler Mämierchor HmüU-ÄMW Morgen Sonntag, vormittags 10 Uhr Singstunde» 5629 Der Vorstand. tvur die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dein Hinscheiden unseres allzufrüh verstorbenenSohnes imdBruders sagen wir dem Herrn Pfarrer Sattler und allen, die teilnahmen, unseren herzlichsten Dank. 05958 9n tiefem Schmerz: WilhelmWerner undFamilie. Wieseck, 10. Juni 1922. Nachruf! Unser Mitinhaber und Geschäftsführer Herr Karl Reger verstarb heute morgen nach kurzem, schwerem Leiden. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen wohlwollenden Mitarbeiter von vorbildlicher Güte, dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden. ömtaiischstelle für Schafwolle und Strickabfälle gegen prima Kammgarn- Strickwolle FiirReise,Spopfu.Sfraße empfehlen wir jeyt eine unübertroffene Auswahl vornehmer, aber doch gleichzeitig praktischer Mäntel. Kostüme, Kleider. Blusen, Röcke, Strickjacken, Jumpers. Leder- u. lederbesetzte Mäntel u. Jacken. Weiße Strand-Mäntel, Jacken u. Kostüme. Wagener St Schlöte! Frankfurt a. M„ Goethestraße 9 und 11. SintoiüO8tiifi'LTeT Weber. [05949 Wilhelmstraße 49. lieber her Lahnbrücke LMMMSchWoslr. b. ©aftraiet mar stepftan Sonntag, den 11. Juni, von nachmittags an: Zusammenkunft SerMttllttichiiU Braune deutschkurzhaar. Jagdbüudin im 2. Jeld, sowie drei 7 Wochen alte ijunge Jagdbunde guter [Abstammung zu verkauf, tiränberg, 6626 Bahnhofstraße 24. | Halbverdeck fllr Zweispänner, mit sehr guten Federn u. Achsen, zu vk. 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Generalversammlung DienStag. d. 13. Juni, abends 8Vs Uhr, Beft. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen inniggeliebten Mann, unsern vielgeliebten guten Bruder, Schwager, Schwiegersohn, Pate und Onkel Karl Reger nach kurzem, schwerem Leiden im 45. Lebensjahre zu sich zu nehmen. MiliW Männepchor „HarmoniB-Gemuthchkeh. Wir setzen unsere Mitglieder von dem Ableben unseres SangesbruderS Heinrich Weidenhaus in Kenntnis und bitten um rege Beteiligung bei der am Montag nachm. 2 Uhr stattfindenden Mnertip hat abzugeben ““c Carl haar jr. Frankfurter Straße 5 9 Televbo« 1 «88. Junge fttou m. Kind, ev., in gut. Verhältn., wünscht netten soliden Herrn nicht unt. 28 Jahren, Beamten, Zivilangestellten od. bess. Arbeiter in sich. Stellung zwecks Wißderverheiratimg kennen z. lern. Wohnung u. Ausstattung Vorhand. Ernstgem. Offerten unter 2342 an Herso, M. A.-E., Plockstraße 5. [5602h WMnibilMttMMIM» Wo findet junge Dame in Gicficn oder Umgegend AllillihMz.Al>lu«!i bei guter Verpflegung? Schriftl. 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MorgenSonntag, 11.6. rilufikal. Zpaziergang Zusammenkunft 5 Ubr norm. a. d. Universitätsbibliothek. Rückkunft zeit, am Vormittag. [5605v Gäste willkommen. Der AebrrngsabLirb ist für die Folge auf Dienstag, abends 8 Uhr, verlegt. 5604v Der Vorstand. AKSM. SellllSkl Sifloenoerelü Ortsgruppe Gießen. Montag, den 12. Juni, nachmittags 4 Uhr, t-SlMellDaosMlseralleel Frau Dorothee von Velsen ans Berlin wird üBer nationale und internationale Zrauen Ausgabe« sprechen Wir bitten unsere Mit, glieder dringend, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen, und Gäste mtfr zubringen. Eintritt fret 5599V Der Vorstand. Hochprozentig von unübertroffener LUaschkraff, 30% Fettgehalt. fijLG. Samstag, 10. Juni (922 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. $34 Zweites Blatt in 1000 Sowjetrubeln der sv wird die Reichsregierung noch w ä rend der Dera tu na des Gesetzentwurfs lien haben sich die Preise den Dortr^gspveilrn renv UVI -u v i u i u u y ua? ^|ti>nuvui|D rr77_h. h^- in X«.n CRoivi Hinten noch nicht in dem Matze wie in den Bereinigten Wcizenbrot Kartoffeln fleisch. Auch rn den Niederlanden Rückgang der E rnährungsausgaben auf 1 1 1 20209.0 110,6 300,0 26.7 30269,0 133,7 345,0 35,3 1112,5 lechbarfeil der Anleihe war eine Forderung, die nur deshalb nicht in das Kompromiß auf- genommen worden ist, weil sie allerseits als selbstverständlich betrachtet wurde. Ohne Be- leihungszwang für Reichsbank und ReichS- darlehnSkassen wird auch private Deleibung nicht durchführbar sein. Die ganze Wirtschaft das monatliche Etifienzmininiuni 1 ruff. Pfd. Roggenbrot Preis» zurück- Zucker haben 21107.0 116,2 285,0 27,6 581,2 Daß das Vermögen, nicht das Einkommen, Maßstab der Belastung sein müsse, wird keinem Widerspruch begegnen. Man hat in den Verhandlungen die Frage offen gelassen, welcher Stichtag und welche Bewertungövvr- schristen maßgebend sein sollten. Soll das VermögenSsteuergesey die Grundlage bilden, Miete, Belleidung, ermäßigte sich von 186 auf 182, d. i um 22 v. gegenüber dem höchsten im November 1920 erreichten Stande (276) bedeutet dies einen Rückgang um 34 v. H. Seitdem ist, von einer kurzen Unterbrechung im Sommer 1921 abgesehen, die Onderziffrr ständig gefallen und hat nunmehr den Stand vorn Oktober 1917 erreicht. 3n den Verein iglen Staaten von Amerika nähern sich die ©rnäbrungälo'icn Wetter dem Friede ns stand. Sie überschreiten die Friedenstosten im Marz nut noch um 36 v. H. 0n Kanada betragen im März die wöchentlichen Ausgaben einer fünfköpfigen Familie für die Ernährung 42 v. H mehr als in der Vorkriegszeit. Die gesamten Lebenshallu.tgslosten lErnäh- rung, Heizung, Beleuchtung und Miete» beliefen sich auf das 1> »fache des Monats Zuii 1914. On Frankreich, Belgien und 3ta> Die Teuerung im Ausland. 3m Gegensatz zu der in Deutschland ständig zunehmenden Teuerung haben die melften ausländischen Staaten einen weiteren, teilweise recht erheblichen Rückgang der Lebenshaltungskosten in den letzten Monaten aufzu- wetsen. On England sind nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts infolge einer weiteren Ermäßigung der Kleinhandelspreise die Ernährungskosten im März gegenüber dem Vormonat u m 2,3 v H. zurückgegangen. Der Gesamtinder für die notwendigsten Levens- bedürsniste (Ernährung, Heizung, Beleuchtung, Wird aber nennenswerte Bestände Zwangsanleihe lombardieren müssen. ermätzigung für Milch, Käse und Fleisch zuführen. On Rorwegen sind Eier, und Brot billiger geworben, autzerdem sich aber auch die Ausgaben für Heiz- und Leuchtstoffe sowie für die Bekleidung ermäßigt. gegen 85 600 Srbl. in Moskau und 73 000 6rbL in Petersburg. Für Moskau, wo das Foiischreiten der .Scjcning jede Woche fett gestellt wird, läßt sich die Entwicklung weiter verfolgen. VS kostete hier: am 9. 4. am 15. 4. am 23.4. gongen ist. besonders Käse, Milch und Schwein r- ..... — - - - - ist drr Staaten und in England genähert, sie sind aber seit Rovember 1921 von ORonat zu Monat ebenfalls ständig zurückgegangen On Paris hatte eine Dicrtopfige ArbÄterfamilie zur Be- fircitang des Ernährungsbedarfs rm Murz noch das 2,9fache der Vort.iegsausgaben aufzuwenden. On den ehemals neutralen Ländern ist dir Abwärtsbewegung der Preise ebenfalls weitet fortgeschritten. On der Schweiz sind viele Lebensmittel erheblich billiger geworden, besonders Eier, deren Preis um 30 v. H. zurückgr» die Ausführungsbestimmungen zu den Be- wertungsvorfchriften des Vermögensfteuer- geseyeS vvrlegen und zur Diskussion stellen müssen. Sie wird ferner näher darzulegen haben, warum sie für Wertpapiere mit Börsennotiz die Kurswerte vom 28. 2lpril 1922 ansetzen will. Untersuchungen haben ergeben, daß die letztjährigen Durchschnittskurse führender Wettpapiere beträchtlich unter dem Kurswert vom 28. April 1922 liegen. Dabei sind die Erträge, die nach dem Vermögenssteuergesetz für die Bewertung der Wettpapiere mit maßgebend sein sollen, noch nicht einmal berücksichtigt. Selbsteinschätzung für die Zukunft ist wirtschaftlicher Ansinn, für alle Zeich- nungspflichtigen, insbesondere aber für Kaufleute, zumal in den Zeiten stärkster Schwankung aller Wette. Angesichts der neuesten Wendung des ReparationSprvblemS fragt es sich, ob die Selbsteinschätzung für die Zukunft überhaupt noch nötig ist. Die Ablehnung der Zugrundelegung des AetchSnvtopfer- vermögens für Vorauszahlungen ist nicht genügend motiviert. Vereinfachung, für die Finanzbehörden darf nicht zu schwersten Verwicklungen und Pressungen der Steuerpflichtigen führen. Ein Gesetz von so ttefgehender Wirkung auf das Wirtschaftsleben und von solch riesenhaften finanziellen Ausmaßen kann nicht schematisch und einfach bleiben. Es ist sorgfältig zu prüfen, ob nicht die Reichsnot- vpferderanlagung neben der Vermögens- steuerveranlagung maßgebend fein kann. Die Abgabe auf Unterschiede zwischen endgültigem und vorläufigem Vermögen for- dett den schärfsten Widerspruch heraus. Der erste Entwurf der Reichsregierung hatte sie als reine Rechtswirkung gestaltet, der Reichsrat sie nur als Strafe zu gelassen. Hieraus hat sich das unmögliche Kompromiß ergeben, daß zwar nach der Begründung die Abgabe mir bei Verschulden des* Zeichnungspflichtigen zur Erhebung kommen soll, daß der Entwurf aber entgegen fundamentalen Rechtsprinzipien des Strafrechts dem Zeichnungspflichttgen einen Entschuldungsbeweis auferlegt. Selbstver- ständlich kann das nicht bleiben. AebttgenS ist auch die Qlbgabe kvnfiSkatottsch hoch gestaffelt. Anders liegen die Verhältnisse tn den übrigen europäischen, unter Angunst der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse leidenden Ländern, auher in Deutschland also in O e ft e r r e t d), tn Polen und Rußland. On Wien ist der vorübergehend beobachtete Stillstand in der Teuerungsentwicklung nicht von langer Dauer gewesen. Rach den Feststellungen des Bundesamts für Statistik ist hn April wieder eine erhebliche Verteuerung der Lebensmittel, mit Ausnahme der Kartoffeln, eingetreten. Der Preis für 1 Kilo» ginrnrn Rindfleisch erhöhte sich von 1500 Kr. auf 1860 Kr., für ein Kilogramm «Schweinefleisch von 2300 auf 2550 Kr Das rationierte Brot stieg im April infolge der Erhöhung des Drot- nrehspreifes und des weiteren Abbaus des staatlichen Zuschusses von 524 Kr. auf 610 Kr. für den Laib von 1260 Gr. Gegenüber dem Zanuar 1921 ergibt sich im April 1922 eine 16 17fache Betteuerung. An der Gesamtsleigerung ist dre Ernährung am stärksten beteiligt. Die Woh- nungsmiete hat in Wien jetzt das 17fache der Friedenshöhe erreicht. Die Aufwendungen füi Heizung und Beleuchtung f}oben hn April einen kleinen Rückgang erfahren, der auf den durch den niedrigen Marklurs verbilligten Kohlenpreis zurückzuführen ist. Die von den Erhebungen n* faßten Lebensbedürfnisse haben zusammen eine 375fache Verteuerung ohne Einrechnung des Wohnungsauswands sogar eine 109fache Steigerung aufzuweisen. On Polen (Warschau), wo die Ledens» Haltangstosten nach dem Verbrauch einer vier» kopfigen Arbeiterfamilie regelmäßig berechnet werden, hat im Zanuar 1922 — mir bis dahin liegen Berichte vor — die Teuerung das 469» fache erreicht: sie bleibt demnach wesentlich hinter der Teuerung in Oesterreich zurück, die zur gleichen Zeit bereits auf das 652fache der Vor- triegszeii gestiegen war. On Sowjetrutzland zeigen die für den notwendigsten Lebensbedarf aufzuwendenden Kosten eine stetig ansteigende Entwicklung. Allein in der zweiten Märzhälfte hat eine Pveissteige- rung eingesetzt, die zwischen 25 v. H. in Charkow und 155 v H in Odessa schwankt. Dieser ernst wichtigste rus i che Haupthafen, aus dem bedeutende Getreidemengen in das Ausland ausgeführt wurden, wies am 1. April eine erheblich größere Teuerung auf als Moskau und Peters« bürg. Ein russisches Pfund (400 Gr.) Roggenbrot kostete am 1. April in Odessa 92 000 Sowjetrubel Von außerordentlich weitttagender Bedeutung ist eine Nachricht, die die „Rote Sa bne“ ht Berlin in ihrer Nummer 259 vom 7. Juni d. Z. veröffentlicht. Die Meldung be- trifft den Ausschluß des saarländischen Kommunisten Max D a l tz in Saarbrücken aus der Kommunistischen Partei. Die Kommunisti- sche Pattei für das Saargebiet batte den Ausschluß bereits vor einigen Wochen beschlossen. Die „Rote Fahne“ bringt nun die Bestätigung dieses Ausschlusses durch die Zentrale der Kommunisttschen Partei Deutschlands durch folgende Meldung: „Die Zentrale bestätigt den Ausschluß von Max Waltz, Saarbrücken, da auf Grund des vorliegenden Materials und feines eigenen Geständnisses festststeht, daß er größere Geldbeträge von der Saarregierung angenommen hat, um den Versuch zu machen, die Politik der Pattei in dem von der Saarregierung gewünschten Sinne zu beeinflussen.“ Aus dieser Nachricht ergibt sich die positive Tatsache, daß die Saarregierung Gelder verausgabt, um Propaganda zu treiben. Wenn man die Tätigkeit von Max Waltz verfolgt, so erkennt man, in welcher Richtung sich die Propagandatättg- keit der Saarregierung bewegt: Sie richtet sich gegen das Deutschtum im Saargebiet, gegen die politischen, wie wirtschaft- lichen und kulturellen Zusammenhänge des Saargebiets mit Deutschland, sie bezweckt die Französierung des Saargebiets. Die Tatsache ist so ungeheuerlich, wenn man berücksichtigt, daß die Regierungskommission vom Völler- bund eingesetzt ist zur unparteiischen Verwaltung des Saargebiets im Namen des VölkerbunkteS. Nachdem Waltz selbst eingestanden hat, für diese Tätigkeit größere Geldbeträge von der Saarregierung bezogen zu ha- den, ist es Aufgabe des Völkerbundes, sich mit der Tätigkeit der von ihr eingesetzten Verwaltungskommission zu befassen. Das Verlangen der pvlttischen Parteien des Saargebiets auf Abberufung der derzeitigen SaarregierungS- mttglieber muß daher erneut erhoben werden. Kirche und Schule. " Freie Lehrer stellen. Erledigt sind die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Böllstein, Kreis Erbach, eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle an der Volksschule zu Langd, Kreis Gießen, und die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schul- stelle an Oer Volksschule zu Heisters, Kreis Lauterbach. Mit Oer Stelle war seither Organistendienst verbunden. ra. Hachenburg, 9. Juni. Der Hauptv«»» em Nassau der Evangelischen Gustav Adolf-Stiftung feiert fein diesjähriges Fest, verbunden mit der 76. Jahresversammlung am ., „ Rindfleisch Nach den Preisen----- die inzwischen fortgeschrittene Steuerung längst überholt sind, muhte man m e h r a 1 s 30>, Millionen Sowjetrubel haben, um fein Leben einen Monat tn Moskau fristen zu 415.0 Der 3. April Woche, die durch Das Gesetz über die Iwangsanleihe. ! Don Dr. Julius E u r t i u S, M. d. R. II. Vorläufige Stellungnahme. Die ktttische Würdigung des Geseyent- 1 Wurfs muß vom Steuerkompromiß ausgehen. Dach diesem sollte eine Gvldmilliarde aufgebracht werden. Die Reichsregierung beziffert den Gegenwert auf 60 Papier Milliarden. Der Tarif, der diese aufbringen soll, beruht auf der Annahme eines Volksvermögens von 1200 Papiermilliarden und einer durchschnittlichen Belastung von 5 Prozent. Beide Annahmen sind nicht stichhaltig, wie sachverständige Untersuchungen und die Verhandlungen des Reichsrats ergeben haben. Das VollSvermögen ist höher zu bewerten, die DurchfchntttSbelastung des Tarifs liegt infolge der Schichtung der Vermögen näher bei 7 als bet 5 Prozent. Hieraus erwächst die Gefahr, daß die Blutentziehung der deutschen Wirtschaft wett mehr als 60 Milliarden Papiermark betragen wttd. Dem muh durch Aende- rung des Tarifs und der Freigrenzen sowie durch Verpflichtung der Reichsregierung zur Rückzahlung überzeichneter Beträge vorgebeugt werden. Wir werden nicht zu- laffen dürfen, daß die Grenzer, des Steuerkvmprvmisses überschritten werde n. Mag die Reichsregierung ihrerseits forgfältigere statistische Unter» lagen vorbereiten, als sie der dürftigen Begründung zu Grunde liegen. Die ZwangSarlleihe soll Mittel für die Kredite des Rechnungsjahres 1922 bereitstellen. Om Gesetz vom 8. April 1922 ist ausdrücklich festgelegt, daß sie nicht zur Deckung von Defiziten der Verkehrsanstalten' bestimmt ist. Alle Beteiligten waren sich darüber hinaus einig, daß auch nicht Desizite der allgemeinen Reichsverwaltung durch die Zwangsanleihc gedeckt werden dürfen. Bei allen Verhandlungen ist vielmehr betont worden, daß sie zur Finanzierung der Sachleistungen dienen sollte. Entgegen diesen Vereinbarungen verrechnet die Reichsregierung tn der Anlage ihrer Note an die Reparativns- kommissivn vom 28. Mai 1922 die Zwangs- anleihe unter den ordentlichen Einnahmen der allgemeinen Reichsverwaltung! Cs bedarf keiner näheren Darlegung, wie verhängnisvoll für die zukünfttgen Verhandlungen über die Abtragung der ReparattonSschulden ein derartiges Verfahren ift. Die Reichsregierung ist uns hierüber Aufllärung schuldig. Das Steuerkompromiß enthält keinen Zwang zur Flüssigmachung der ganzen Anleihe noch im Kalenderjahr 1922. Alle WittschastSkenner sind darüber einig, daß die deutsche Wirtschaft bei der herrschenden Geldknappheit und Kreditnot die ungeheure Summe von 70 Milliarden Mark bis zum 1. November d. Z. nicht aufbringen kann. Infolgedessen müssen Ratenzahlungen bis zum Ablauf des RechnungS jahres, 31. März 1923, gestattet werden. Das Steuerkompromiß nötigt auch nicht zu einer so 'ungenügenden Ausstattung der Anleihe, wie sie die Reichsregierung vorschlägt. Das Opfer des Besitzes ist groß genug, um nach Ablauf der zinslosen 'Periode sofort eine mindestens 4prvzentige Verzinsung zu rechtfertigen. Bei ' .»prvzzentiger Tllgung lastet die Anleihe 56 Jahre auf dem Besitz. Es ist zu erwägen, ob nicht Iprozentige Til- gung vorgesehen werden soll. Tllgung muß außerdem durch Verwendung der ZwangS- anleihe zu Steuerzahlungen (Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer) ermöglicht werden. Die Be- Eöirnen. I Propagandagelder der Saar- regierung gegen das Deutschtum Mein Vetter Mus. Roman von Richard Skowrvnnei. ?. Fvrtfehung. (Nachdruck verboten.) »Das wirkte auf mich, als wenn mir einer *ncn Eimer voll eiskalten Wassers über den Kops gegossen hätte. Weiß der Leusel, was mich gestern und heute dazu getrieben hatte, mich zu benehmen wie ein Randalierfuchs hn ersten Blüten- schnee seiner krassen Aufgeblasenheit, so ganz und gar anders, als eS sonst meine Art war, so töricht und bodenlos dumm! Eine heiße Scham überkam mich vor mir selbst, eine nagende Reue unb das ungestüme Verlangen, wieder gut zu .wachen, was ich verdorben hatte." ,0ch sah mich um, die Gesellschaft an den andern Tischen lachte und schwatzte durcheinander, niemand schien auf mich zu achten. Da nahm ich meinen Teller und stand auf. um mir scheinbar von dem im Nebenzimmer aufgestellten Büfett etwas zu holen." .On der Tür stieß ich auf den Herrn Ober- Pfarrer Er stellte mich und fragte: ,Jungchen, hast du schon von der' Hasenpastete gekostet? Noch nicht? Na, aber hör einmal, das ist ja gerabeju eine Sünde an der Kochkunst meiner Fvau!<" „3d) entwand mich ihm mit der Versicherung, daß ich mich bemühen würde, diese Sünde nach Kräften wieder gut zu machen, verweilte einen Augenblick lang zum Scheine vor dem Büfett und stahl mich dann weiter. Cs war mir m dem Aryenblicke auch, offen gesagt, ganz gleichgültig, vb' man mein und Helenens Verschwinden bemerkte unb was man darüber denken mochte. Mich beherrschte nur der eine Gedarrte, Helene wieder- zusehen und mich mit ihr ausz usprechen." „On dem letzten ‘ kleinen Zimmer, das zu einer Art von Garderobe eingerichtet war, fand ich sie endlich. Sie hatte sich in ein kleines Sofa getoorfen, das Gesicht in die Ecke gedrückt, und schluchzte zum Gotterbarmen. And wie ich sie so meinen sah, da übettam's auch mich mit einem- mal, bal> es mir den ganzen Körper erschütterte." „Och warf mich also vor ihr auf die Knre, sagte gar nichts, sondern faßte ihre Hand, küßte meinte, daß es einen Stein hätte Kammern müssen. Siehst du, das war vielleicht sehr lächerlich, ich könnte heute beinahe selbst darüber lachen, aber danrals war mir verflucht ernsthaft zumute, denn die Leidenschaft für dieses süße Geschöpf war über mich gekommen wie ein Gewittersturm . “ „Eine Weile ließ sie mich ruhig gewahren, dann entzog sie mir ihre Hand, richtete sich auf, sah mich verschüchtert an und sagte ganz leise: .Och bitte Sie. Herr Daumlehner, ich flehe Sie an — lasten Sie mich allein!'" „Och schüttelte nur mit dem Kopse wie ein störrischer <5 t?r, dann faßte ich sie mit wildem Griff und bedeckte ihr liebes verweintes Gesichtchen mit brennenden Küsten. Zuerst wehrte Vu sich, dann wurde fie mit einem Mate ganz schwach, wie zerbrochen hing sie in meinen Armen, aber ich spürte deutlich, daß sie meine Küsse erwiderte, und ein unsagbares Glücksgefühl machte mich an Leib und Seele erschauern." „Plötzlich entwand fie sich mir, trat einen Schritt weiter zurück unb Jagte mit noch immer vor Erregung bebender Stimme. .Herr Daum- tehner, was ich eben getan habe, war eine Sünde vor Gott, vor mir und vor Ohnen. Sie werden mich verachten, wie ich mich in diesem Augenblicke verachte.'" „Helene!" rief ich aus und wollte fie von neuem an mich ziehen, doch sie wehrte mit beiden Händen ab und sah mich so flehend an, bah ich die schon ausgestreckte Hand toieber sinken lieh.“ ä _ „Leben Sie wohl!" sagte fie fest. „Gebe Gatt, daß wir uns nie mehr im Leben begegnen!" „Langsam, mtt gesenktem Kopfe, ging sie an mir vorüber und zur Tür hincurs. Och wollte sie aufhaltm, ihr folgen, aber ich stand wi? gelähmt und durch einen höheren Willen gebannt an meinem Platze. Dann warf ich mich auf das kleine Sofa, preßte den heißen Kopf in die Hände unb begann mir das Hirn zu zermartern mit der Frage, was das alles zu bedeuten hätte. Doch so viel ich auch grübeln mvchte, ich tarn zu feiner Klarheit, unb schließlich begann ich mich bamit zu trösten, daß das wahrscheinlich sv Anfälle einer reinen jungfräulichen öeele wären, die sich gegen das ungewohnte Gefühl bet ersten Siebe sträubte. Mir war ein ähnlicher Fall in meiner Praris zwar noch nicht vorgekomnien, aber sicherlich war das die einzige Erllärung. Was sollte cs denn sonst wohl fein?" „Unb so stanb ich denn auf, ziemlich zufrieden mit mir selbst unb ber gefundenen Lötung, unb ging zi ber Gesellschaft zurück. Dort schien unsre Abwesenheit gänzlich unbemerkt geblieben zu sein, nur die junge Fra i Doktor sah mich forschend an und fragte: ,Wo haben Sie Helenö gelüsten?‘" „Och log, daß ich davon nichts wüßte: sie wollte augenscheinlich noch etwas sagen, besann sich aber dann eines andern unb ging zu meinem Leibdurschen hinüber, auf den sie eifrig ein- spiach. Mir war die ganze Zeit über, als wenn das Gespräch sich um mich drehte, unb ich hatte richtig vermutet, denn Franz kam auf mich zu und sagte mit strengem Dienstgesicht: ,Du, Lrib- fuchs, ich habe nachher mit dir zu sprechen!"' • „Och spielte den Unbefangenm." .Warum nicht gleich?< „Well hier nicht ber Ort dazu ist. Jm übrigen ersuche ich dich ganz oftiztell, deine fünf Sinne zusammenzunehmen und in der Zwischenzeit keine neuen Tattlosigkeiten zu begehen!" „Das war ein Leibburfchenrüftel in aller Form, ich kniff die Ohren an unb machte, daß ich aus 'Franzens Nähe kam, bemt er verstaub in solchen Dingen keinen Späh." „Och weih nicht, ob es mir fn vortam ober ob es in Wirklichkeit so war. aus der Geselllchuft schien mit einem Male die übermütige Fröhlichkeit entschwunden zu fein, die den ganzen Abend über geherrscht hatte. Eine Art von Verstimmung hatte sich eingefunden, unb ich hatte das rnbehag- liche Gefühl, als wenn ich ben An Iah dazu gegeben hätte." ^Mitternacht war noch nicht gekommen, als Franz uns das Zeichen zum Aufbruche gab. On wohlgesetzter Rede pries er dir Gastlichteit des Pfarrhauses, sprach unfern Dank aus und brachte unfern Wirten ein Hoch, das allgemeine und be* geisterte 3uftimmung sand. Dann sprach der Herr Oberbfarrer auf die Gäste, ein volles Glas noch zum Mtchied, ein paar Dutzend Händedrücke, das Fallen ber schweren Haustür, unb wir standen brauten in dem verschneiten Vorgarten. Vergebens hafte ich beim Abschiednehmen nach Hftenc ausgespähl. sie war feit unserem Beisammenlern aus der Gesellschaft verschwunden. Ein unsägliches Wehgefühl schnürte mir bas Herz zusammen: es war zu bitter, so ohne Gruß vom Liebsten auf ber Welt zu scheiden." ,Da fiel von oben her heller Lichtschern au! den Weg. Och sah empor und erblickte Helene, wie sie einen Vorhang zur Seite schob unb bas Gesicht gegen die Scheibe prehte. Neue Hoffnung zog mir ins Herz hinein, ich hob grützend meine Kappe, droben neigte sich fast unmerklich das blonde Köpfchen, dann sank ber Vorhang wieder, eine feste Hand faßte mich am Arme und Franzens ruhige Stimme klang mir ins Ohr: ,So. jetzt ist es genug! Die Geschichte muß, jetzt em Ende haben!'" »Er hieß den schönen Heinrich vorangehen unb begann zu mir zu sprechen. Seine Worte stehen mir noch heute im Gri>ächtnis, als wärm sie dort mit einem scharfen Griffel ringeriffen, wie in eine Tafel." „,Es tut mir leib. Füchslein/ so fing er an wenn ich bir jetzt noch weh'tun werbe, aber es muß sein, in beinern Onterest: unb auch in dem des Korps, besten guten Ruf bi in ben Augm unsrer Wirte bis zu einem gewissen Grade kompromittiert hast. Och will die Sache heute zwischen uns beiden erledigen unb sie nicht vor ben Korps- lonvent bringen, denn eigentlich gehört sie auch nicht bort hin: sie fällt in die Kategorie derjenigen. für die man sich selbst eine Buße auferlegen muß, well fie zu subtil ist, um von dem Gerichtshöfe der Korpsbrüder abgeurteitt zu werden, ilnb dann hast du ja auch gewisfermahen eine Entschuldigung daran, daß du, zum Anfang wenigstens, bona kicke gehandelt Franz, was soll bas heißen?^ unterbrach ich ihn. ,Och versteh« von all dem nicht em Wort!"' „Du weißt noch jetzt nicht, um was es sich eigentlich hanbelt?' gab er halb zweifelnd zurück." „Bei meiner Ehre nicht!" blieb stehen und sah mich mitleidig an. ,Anner Kerl, dann habe ich dir sozusagen vorhin unrecht getan . . „,Was, um Himmelswillen, ist es berat? 31 sprich doch!' drängte ich." (Fortsetzung folgt) Kurs Kurs Kurs urnunterricht. Strecke Grünberg-Lollar. Berliner Devisenmarkt. Dries 4906,15 5106.40 Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: 8. 6. 23.80 $ Tr. 125.40 10.6. Schweizer Frank-o 100 Fl. --- 204.10 100 Kr. 100 Kr. 100 100 100 100 618, 641, 760, 605, 470, 42 0, 600, aoo, 911, 1790, 9.6. 1,80 — ,88 1,61 1,35 Kr. 117.80 Sh. 97.80 6122,30 7191,- 592,25 1455,65 1248,40 277,65 2541,80 5328,30 4419,45 1,93 535,30 31,21 101,10 199,75 133,50 2875,- 100 Mk. 100 Kr. 100 Kr. 100 Fr. 1 £ 1,30 -,34 3,80 1090,- 700.- 623,- 645,- 742,- 620,- 475,- 435,- 80,50 710,- 198 - 702,- 198,- Datum.' Amstd.-Rotterd. Brüssel-Antw. . Christiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . Helsingfors. . . Italien..... London ..... Neuyork..... Paris...... Schweiz..... Spanien..... Deutsch-Oesterr» Prag...... Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan...... Bio de Janeiro 9.6. 77,50 115,- 139, — 84,50 390.— 301,- 299,- 288,- 560,- 413,- 308,- 251,- 290,- 204,30 UH 15 0X3 10.10 47.475 23.51 27.- 44. — 0.60 522.75 1.90 0,18 6137,70 7209,- 593,75 1459,35 1251,60 278/15 2548,20 5341,70 4430,65 1,97 536,70 31,29 101,40 200,25 134,50 3905,— Verantwortlich für den politischen Teil: I.D.: Karl Walther. 6362, - 7515,35 624,20 1493,10 1298,25 288,88 2621,70 55z2,05 4564,25 1.J5 563,75 32,60 104,85 206,20 138,- 4006,56 1,82 - ,91 1,66 1,40 8.6. 77,50 115, - 142 50 85,50 386,- 304,50 298,- 288,- 560,- 415,— 312,- 250.- 295,- 6378 - 7544,65 625,80 1496,90 1301,65 289,62 2628,30 5536195 4575,75 1,96 565,25 32,70 105,15 206,80 139,- 4018^0 Wechsel auf Holland....... Deutschland .... Wien........ Prag........ Paris........ London ....... Italien....... Brüssel....... Budapest...... Neuyork....... Agram....... Warschau..... Aus dem Aurtsverküudigungsblatt. ** Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 70 vom 9. Juni enthält: Ausführung des Körperschaftssteuergesehes. — Wiederbesehung der Stelle des Feuervisitators des ersten Bezirks. — Landespolizeiliche Abnahme der Verbesserung der ^Übersichtlichkeit des Wegübergangs Kilom. 23,3 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 1.75 0.03 10.1C 47.50 23.41 27.05 47.50 0.58 522.50 1.90 0,12 Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Aeuyork . . Paris. . . . 1,29 -,34 3,95 'Dienstag und AMtwoch kommender Woche in unserem Städtchen. Am Dienstag nachmittag ist .Hnwtvc-Zammlung, am Abend Degrühungsver- sammlung. der Mittwoch vormittag ist für den Frstgottesdienst vorgesehen, am nachmittag findet eine Aachversammlung mit Ansprachen verschiedener Diasporapfarrer statt. va. Diezan derLahn.9. Juni. Holländische Freunde haben unserer alten Oranien- stadt für die Kirche neue Glocken geschenkt, die zu Pfingsten ihrer Bestimmung übergeben wurden. L. Fr. Kr. $ 2426,95 2433,05 5093.60 f----- Kurs 9.6. 77,50 114,- 139,- 85,50 344 - 299,75 30i,- 291,- 555,- 417,- 314,60 250,- 293 - 970,- 760,- 908,- 731,- 1790,- 765,- 600,- 1099,- 700,- 616,- 645,- 780,- 598,- 471,- 425,- 79,50 706,- mitgeteilt, der Hamburger Sportverein und der Verteidiger des Titels, der 1. F. E. Nürnberg qualifiziert. Beide Vereine treten am 18. Juni im Deutschen Stadion im Grünewald mit folgenden Mannschaften an: 1. F. C. Nürnberg: Stuhlfauth: Dark, Kugler: Grünerwald. Niegel, Reitzenstein: Strobel. Popp, Böss, Träg, Meier Hamburger Sportverein: Martens: Beier, Schmerbach: Flohr, Halvorsen, Krohn: Kölzen, Breuel, Harder, Schneider, Nave. Das Amt des Schiedsrichters liegt in den bewährten Händen von Dr. Bau Wens - Köln. - Deutschland bei der 8. Olympiade? Wie der „B. Z. am Mittag" aus Paris gemeldet wird, hat das Komitee für die Olympischen Spiele beschlossen, die nächste Olympiade, die im Jahre 1924 in Paris stattfindet, für alle Nationen freizugeben, so dass also auch Deutschland, das nach dem Kriege vom Internationalen Olympischen Komitee boykottiert worden ist, an den Kämpfen teilnehmen kann. Welche Beweggründe dazu geführt haben, die die Ansicht der Olympiagewaltigen in das Gegenteil verkehrten. muh man abwarten. Sicher ist jedenfalls nicht, das; die deutschen Sportverbänd-.' nun auch gleich die gnädigst erteilte Erlaubnis benutzen werden. Man wird erst die weitere Entwicklung der Dinge abwarten müssen. Ein neuer deutscher Nekord im 5 - K g. - H a m m e r w e r f e n ist von Furt- w e n g I c r - Regensburg mit 53,32 Meter ausgestellt worden. * Der alte Rekord stand aus 50,925 Meter. — Viereinhalb Millionen für elf Berliner Renntage. Union-Klub und Berliner Rennverein geben die Ausschreibungen für ihre Sommerveranstalttingen bekannt. Das Juli-Programm umfaßt insgesamt 11 Renntage und sieht 4 555 000 Mark an Preisen vor. wovon auf die sechs Renntage des Berliner Rennvereins am 9., 15., 16.. 20., 23. Juli und 1. August 2 505 000 Mark, auf die fünf Tage des Union-Klub am 1.. 2., 13., 27. und 30. Juli 2 050 000 Mark entfallen. Die Attraktion des ganzen Programms ist der Grosse Preis von Berlin am 9. Juli im Werte von ■ 300 000 Mark für dreijährige und ältere Pferde über 2400 Meter, zu dem der Meldeschluss am 13. Juni abläuft. Bon den Hauptprüfungen des Union-Klub interessieren in der Hauptsache das Adonis-Rennen am 1. Juli, der Preis der Diana am 2. Juli, das Lehndorff-Rennen am 27. Juli und das Sierstovpff-Rennen am 30. Juli. Ossian geschlagen. Die Sensation des Grunewaldrenntages am Donnerstag war der Sieg von Luftibus im Hannibal-Rennen. in dem Ossian, der Bezwinger eines Ordensjäger. eine geradezu klägliche Rolle spielte. Die Ställe Gradih und Weinberg fuhren doppettes Geschütz auf und als fünfter Teilnehmer trat Luftibus unter Olejnik in die Schranken. Axen- stein und Omen, die als Schrittmacher für Lorenzo bzw. Ossian mit ins Rennen geschickt wurden, kamen gar nicht dazu, ihre Pilotenrolle zu spielen, denn G. Ianek zog mit Lorenzo bald auf weiten Vorsprung fort. Anfangs der gegenüberliegenden Seite machte sich Ossian an die Verfolgung und der Gradiher wurde auch bald kürzer. In der Kurzen Seite lag Ossian zwei Längen hinter Lorenzo, während die übrigen mit Luftibus am Schluss fast aussichtslos folgten. Beim Einbiegen in die Gerade schritt Ossian zum Angriff, wurde aber gehalten und war auch sofort geschlagen. Aber auch Lorenzo hatte nicksts mehr zuzusetzen, als der rapide aus dem Hintertreffen aufrückende Luftibus an seinen Gurten erschien. Dieser Weiler hatte sofort gewonnenes Spiel. Hinter ihm versuchte zwar Axen- ftein einen Angriff, wurde aber leicht gehalten. Lorenzo. Omen und Ossian kamen durch klare Abstände getrennt als Nächste durchs Ziel. - Im Deutschen Derby sind bei der dritten Einsahzahlung am 6. Juni 20 Pferde ausgeschieden, so dass noch für 34 Dreijährige die Teilnahmeberechtigung gewahrt ist. Unter den Ausgeschiedenen befindet sich nichts, was Anspruch auf Derbyehren hätte erheben können. — Sin neuer deutscher Erfolg im Auslande! Anlässlich der tn Britisch-Indien auf der Strasse Dombay-Poone stattgefunden en Motor-Zuverlässigk.itsfahrt errang der Vertreter der Stoewer-Werke Aktiengesellschaft vormals Gebrüder Stoewer, Stettin, unter internationaler Beteiligung mit einem normalen 8 24 P. S. Stoe- wer°Serienwagen einen vollen Erfolg und zwar wurde dem Fahrer des Wagens der erste Preis mit silberner Medaille und Pokal zuerkannt. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Der Garantieausschuss reist nach Berlin. Paris. 9. Juni. (WTB.) Wie das „Jour« n a l" mitteilt, wird der Garantieausschuss am kommenden Dienstag nachDerlin reisen. Die Beratungen des AnleiheausschuffeS. Paris. 9. Juni. : namens Martinet hat aus Gesundheitsrücksichten einen Spaziergang um die Welt unternommen. Seit zwei Jahren ist er unterwegs und bat jetzt Kalkutta in Indien erreicht. Er hat bisher auf seiner Wanderung durch Amerika, Europa, Aegypten und Asien gegen 20 000 Kilometer zurückgelegt. Der Weltspaziergänger. der in ein Paar blaue Hoseri und eine kurze Jacke gekleidet ist, geht barfuss und barhäuptig und trägt auf dem Rücken einen Sack, der mit seinem Inhalt 20 Pfund wiegt. Aus seiner Brust ist ein grosses Plakat befestigt, das die Worte zeigt: „Glvbe Trotter". Geld Brief Geld 8. Juni. 9. Juni. Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluss- Schluss- Schluss- Schluss- Fr. Fl. Kr. Kr. Kr. Turnen, Sport und Spiel. — Die Mannschaften für das Fuh- ballmersterschaftsendspiel. Die Fuss- ballsaison 1921 '22 erreicht am 18. Juni mit der Entscheidung der Deutschen Meisterschaft ihren Höhepunkt. Für diesen Kamps haben sich, wie 8. 6. 77,50 117,- 142,75 85,50 390,- 300,- 300,- 290,50 550,- 415,- 314,50 249,50 293,- 940,- -76V 880,50 915,- 1795,- 735,- 579,- 1052,- 690,- 613,- 640,- 758,- 600,- 463,- 415,- 79.50 705,- sehen des reichen Materials die Erklärung, wie die Volkspshche des Auslandes so masslos zu un- gunsten Deutschlands vergiftet werden konnte. — Rudolf von Labau: „Die Welt des Tänzer s". Verlag Walter Seifert, Stuttgart. In fünf Gedankenreigen führt in diesem umfassenden Werke Rudolf von Labau in die künstlerische Sphäre des Tänzers ein. Für den Künstler selbst wird dieses Buch zur wertvollsten Anleitung und zum ilnentbehrlichen Bademecum: dem Laien dagegen eröffnet sich hier ein weiter Blick in das Wesen und die hohen Ziele einer Kunst, der noch wenig wirkliches Verständnis entgegengebracht wird. - Garten der Erde. Märchen aus allen Zonen, nacherzählt von. Wilhelm Schmidt- b o r n. Verlag E. P. Tal & Co., Wien. — Aus allen Erdteilen hat in dieser Sammlung W. Schmidtborn Märchenstoffe zu einem Gesamtwerte bereinigt, das durch die sprachliche Schönheit der Nacherzählung einen einheitlichen Charakter erhält. llnö das ist auch Schmidtborns Absicht gewesen, nämlich zu zeigen, dass unter dem durch Sprache und Kultur verschiedenen Kleide bw Volksseele zu allen feiten und bei allen Völkern die gleiche gewesen ist. Die tiefe Symbolik, Pie den meisten Märchen zu Grunde liegt, setzt gereiftes Verständnis beim Lesen voraus. Maurice Renard: „Die blaue G e f a h r“ Aus dem Französischen übertragen von Marta Karlweis. Drei-Masüen-Verlag. München Phantastisch, aber äusserst geschickt ist die Handlung dieses Romans aufgebaut. Lange wird der Leser im Dunkeln gehalten, ob die Ereignisse int Bereich des Möglichen liegen oder nicht. Man wird das Buch ohne Not nicht eher wieder aus der Hand legen, bis alle Geheimnisse aufgeklärt. Arthur Heye: „Hat'akö der Kannibale". Safari-Verlag G. m. b. H., Berlin NW 7. Die packende Handlung, der allmähliche Entwicklungsgang die tierhaften Mjema vom Kannibalen zum Pllichtmenschen ist meisterhaft ausgebaut. Feinste psychologische Beobachtung und das zwischen den Zeilen schwingende tiefe Erleben des magischen Tropenlandes sichern dem Werk Arthur Heye's einen bleibenden Wert in der Tropenliteratur. Marie Pauline T h o r b e ck e; „Häuptling Ngamb e". Safari-Verlag G. m. b. H, Berlin NW 7. Das Buch Marie Thorbeckes schildert mit meisterhafter Lebendigkeit das Leben und Treiben des Titarstammes in Kamerun. Weit über den Rahmen einer kolonialen Erzählung hinaus, zeigt uns das Buch, was fester Witte und Heimatliebc int Kampf ums Dasein, selbst gegen den stärksten Feind, zu leisten vermögen. Märkte. Mainzer Produktenbörse. Mainz, 9. Juni. Die heutige Börse verlief infolge der unsicheren Devisen sehr ruhig. Etwas stärkere Nachfrage war lediglich nach Braugerste, in welcher das Angebot verhältnismässig klein war, ebenso nach Futtermitteln. ®ic Stimmung auf dem Hülsenfruchtmarkt war abwartend. Es notierten per 100 Kilo loco Mainz: Weizen 1525, Roggen 1200, Hafer 1400, Inl. Weizenmehl 00 2300, Inl Weizenmehl Spez. 0 2200. Weizenmehl mit Auslandsmehl gern. 2200, Roggenmehl 70 Prvz. 1650, Weizenkleie ohne Sack 900, Roggenkleie ohne Sack 900, Mais 1325, Maisfchrvt 1350, Deutsche Linsen 2600. Weisse Bohnen 1475, Viktoria-Erbse« geschält 2150, Viktoria-Erbsen ungeschält 1870, Burma-Reis II. 2175, Auslandszucker 3300, Haferflocken 2000, Graupen 2200, Wiesenheu lose 785. Wiesenheu gepresst 810, Kleeheu lose 750, Haferstroh 380, Roggenstroh 360. Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elektr.-Ges. . . Felten & Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke...... Daimler....... 4°'o Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. Dereinsbank Datum: 5°/0 Dtsch. Kriegsanl. 4'oDtfch. Reichsanl. 3" v Dtsch. Reichsanl. 4° Preuh. Konsols Hamburg-Pakets.. . Norddeutscher Lloyd Comm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschast Dresdner Bank. . . Mitteld. Creditbank. Nationalbank f. D. . Boch. Gussstahlwerke Bud.-Eisenw.-Akt.. D.-Luxemb. Bergw.. Züricher Devisenmarkt. 9. 6. 10836,40 10363,6011285,85 11314,15 2344,05 2852,95 -------------- 4893,85 4777,75 Heimschassung jugoslawischer Staatsangehöriger. - Einsendung der Kreisabdeckereiverzeichnisse. — Ferkelmark: in Lang-Göns. Viehseuchen. Dienstnachrichten. - Feldbereinigung Grüningen. Gefunden, verloren. Ferkelmarkt in Lang-Göns am Dienstag, dem 13. Juni 1922. Es dürfen nur aufgetrieben werden: Ferkel aus Zuchtbeständen des Kreises Giessen. Durch llrfprungszeugnisse. auf denen die Ortspolizeibehörden ausdrücklich bc- ftätigen, dass die Tiere aus der eigenen Zucht desjenigen stammen, der die Tiere zum Markt bringt, ist die Herkunft der Tiere nachzuweisen. Ferkel von Händlern, die nach Einsichrung in den Kreis die vorgeschriebene Quarantäne durchgemacht haben. Nachweis durch Gesundheitszeugnis eines beamteten Tierarztes. M a u I' u n d KI a u c n s e u ch c. In L a n g s- dors ist die Seuche erloschen. Die Gemarkung Langsdorf wird aus dem Sperrgebiet ausgeschie- den und dem Deobachtungsgebiet angegliedcrt. In Hungen ist die Seuche erloschen. Die Ge- markung Hungen «einschliesslich Tiergarten) wird aus dem Sperrgebiet ausgeschieden und dem Beobachtungsgebiet angegliedert. In der Gemeinde Steinfurth (Kreis Friedberg) ist die Maul- uri£> Klauenseuche erloschen. Die angevrd- rreten Sperrmahnahmen sind auf gehoben. Die Mxiul- und Klauenseuche in Oberweimar (Kr. Marburgs ist erloschen. Die angeordneten Schutzmahregeln .sind auf gehoben. Die in den Ge- meinben Ballersbach, Rittershausen nnb der Stadt Herborn (Kreis Dittenburg) ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist erloschen. Die angeordneten Schutzmassnahmen sind aufgehoben worden. In der Zeit vom 15. - 31. Vlai 1922 wurden in Giessen gefunden: 1 Grabschippe, 1 Damen- regenschirm, 1 Nickelkneifer mit Futteral, 1 Gierlöffel aus Horn, 1 schwarze Haarschleife, 1 schwarz- wollenes Kopftuch, 1 Hundertmarkschein, 1 Kinder- handtaschc?, i goldenes Kettenarmband, 1 Taschenmesser mit Klingen, 1 braunes Herrenvorte- mvnnaie mit 505,80 Ml. Inhalt, 1 Zehnmarkschein, 1 Gummiball. 1 hellblonder Heerzopf, 1 grauer Schweif von einem Pelz, 1 Feuerapparat mit Bleistift, 1 brauner Glacehandschuh, 1 Drille, 1 schwarzes Kinder st öckchen mit hellem Griff, 1 goldener Zwicker mit Futteral: verloren: 1 schwarze Brieftasche mit 40 Mk. Inhalt, 1 amerikanischer 'Füllfederhalter. 1 goldene Damenuhr mit silberner Kette, 1 rotes Herrenportemonnaie mit 150 Mk. 7>nhalt, 1 Brosche mit blauem Stein und Goldrand, 1 Brieftasche mit Notizbuch und kleiner Geldtasche mit 1300 Mk. Inhalt, 1 dunkles Geldrnäpp- djen mit etwa 300 Mk. Inhalt, 1 schwarzlederne Brieftasche mit Reisekreditbrief der Sparkasse Betzdorf, Studenten- und Personalausweis, 1000 Mk. im Umschlag, 1 Brieftasche mit 600 Mk. und Ausweispapier c, t Portemonnaie mit 160 Mk. Inhalt. 1 Armbanduhr, 1 rotlederne Brieftasche mit Inhalt, 1 Badeanzug mit Gummimühe, 1 silberne ^Ihr mit Kette: im Stadttheater liegen geblieben: 3 Schirme, 4 Spazierstöcke, 4 Zwickerfutterale, 1 Fernglasgehäufe, 11 Paar Handschuhe, 8 einzelne Handschuhe, 1 Perlenhalskettc. 16 Taschentücher, 1 Schleier, 1 Spihentuch, 3 Broschen, 2 Stecknadeln, 1 Armreif, 2 Ringe, 2 kleine Kettchen, 1 Pfeifenreiniger. 1 Aufsteckkamm, 1 Sammetbeutel, 3 Damengürtel, 1 Portemonnaie mit 57,20 Mark Inhalt. - Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 11 bis 12 älhr vormittags und 4 bis 5 Llhr nachmittags bei dem Polizeiamt Giessen, Zimmer Nr.l, erfolgen. 880, Gelsenkirch. Bergw.. 905, Harpener Bergbau. 1770, Oberschl. Eisenb.-B. 730,-, 770, Oberschles. Eisenind. 567,— 606. Phönix-Bergb.-Akt. 1060, ~ ' 690, Auren« für Obe Schis B ein-1 Get em- Hei Pfe H Lii vr« wdj 61 Fern E. In ul I* «ie( & 4006,SG 4018,50 70 29 40 25 50 563,75 32,60 104,85 206,20 138.- 1,96 565,25 32,70 105,15 206,80 138,- ellbörse. mtigc Mrsc nerltd sehr ruhig. EllvaL ch nach Braugerste, ünsmähig Sein war. Stimmung auf dem lend. Es notierten eizen 1525, loggen nnchl 00 2300, 3nl tzcnmehl mit Aus- ief)[ <0 tyroi. 7650, genflfie oHnc &id i50. Deutsche Lin- >, Vikivna-Krbl« x Mgeichäll IM. Mucker 3300, SM- Diesenheu lose ZS. M lose 750, Hast M ,n 9-3unu *285,88 •5 2426,95 5 5093,60 5106*40 '0 6362,- 6378 - ' 7515,36 7544*65 5 624^0 625 80 5 149^10 1496,90 ■» 1298,25 1301 65 2 283/68 289,61 0 2621,70 'm i0 55z2JÄ UM 88 4564,2$ 467^75 97 1 j5 ä- Nst nach Berlin >Medas,Io»r- -antieausschust -Derlinretfen. ieiheausschllsses I Dte LeparatwnS- ern abend foMde die durch dre IcDaraUon4 e Lage fort r neuen am 9.0^ cen. Frage. B) Das.64° 2n> ngenk°nn'^ iigen ^-Still' ef^tiißterdng** ^.Äercm W' re JOT- *■ , j/jntic rer* drn rw’gj- trage, sr ^SFfläf '®aa' feil bor». ohne Iblonnnor SS* ;ST*» Hs;« ge" ^sjdenie" Sdx hÄ) ’• 8.6 -K «'Ä -K- - w, Z- :: cSS« r 940 . ffi- ?$£ ' 815,- 7)1 c’M: ■-Ä-4: 10o2,. l(jga s- Et °>i- 840,. 84$ . .- 758,- in. 800,- 59|'. «3. ' 415,- <25 60 79.60 7950 j*2 70y ti»;- martt Cafe Holzheim 9. Juni 1922 geöffnet. 5W9D Statt Karlen Geimalvcrsammlmft Behördliche Anzeigen KroppFahr Gießen (Schulstr. 11), 10. Juni 1922 LLL Statt Karten Die 5593D Wagner, Vorsitzender. Pläne unb Bedrni Der Festausschuß 5594 v 5586 B zeigen ihre Vermählung an Butzbach, 10. Juni 1922 Lahnftraße 9. t^ernruf 1683. Dorlar (Neumühle), 9. Juni 1922. L. Schmittgall & To /ludüsfÜatbb f^Act. 6 e s Leiierifsbrik.OarmLtsät Steppdecken sind getrennt nach Losen und E. Schott, Walltorstr. 24 Astoria-Lichtspiele Bahnhofstraße 34 werden angefertigt und aufgearbeitet. Zutaten werden mitverwendet LoS I: 3. LoS 2: 4. LoS 3: 5a Los 4; 5b ÄL Kl. Kl. ÄL 2 15 32 83 9rosste"'Sthonunq drridJJQAcht. Vorderwagen Deichselträger Schleifapparate [artofleleralemascliiDen la Bindegarne Sonntag, den 18. Juni, nachmittags 3‘ Uhr, im Saale des Gastwirts Bergen, hier Sftni. 5ftm. Sftm. Sstm. Grasmäher ein- und zweiiplnnig Getreidemäher ein- und zweisp&nnig Heuwender Pferderechen Paula Laux Wilhelm Velten Verlobte Wir zeigen die glückliche Geburt unseres Hermann an Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst Hermann Knips und Frau Wally geb. Söhne! Arbeitsvergebnng. Für die Erweiterung der Kanalisation der Stadt Schotten soll die Herstellung von etwa 140 lfd. Meter Steinzeug- unb Zementrohrstrnälen von 20 und 30 Zentimeter l. M., sowie das Liefern der Zement- und Steinzeugröhren, Abzweige, Der- d. j., nachmittags 1 Uhr, an unterzeichnete Bürgermeisterei einzureichen, wo alsdann die Eröffnung erfolgt. Die Destkaufsbedingungen, denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, können vorher bei uns eingesehen werden und werden auch bei Eröffnung bekannt- gegeben. Das Holz ist gefällt, mit Rinde gemessen, lagert in verschiedenen Distrikten an fahrbaren Wegen. Die Gemeinde behält sich die Genehmigung vor. 5603D Großen-Duseck, den 9. Juni 1922. Bürgermeisterei Grohen-Duseck. Gans. Hermann Wietzler und Frau Luise geb. Weimar Ludwig Kratz Margarete Kratz geb. Neu zeigen ihre Vermählung an Dr. jur. Lotz und Frau Erna geb. Marx Ihre heute vollzogene Vermählung beehren sich anzuzeigen Moritz (Bregori u. Frau Lilly (Bregori geb. Gärtner Samstag, den 1 7. Juni 1 922, vormit- tags 10 Uhr bei uns einzureichen. Eröffnung in Gegenwart erschienener Dieter: freie Auswahl Gang.(Bons : Ihre Verlobung geben bekannt Emma Weber Willy Stephan Angebote nur auf _ Mark für das Los von uns erhältlichen Angebots- Vordrucken sind postfrei zum Eröffnungstermin Zagesorbnun g: 1. Rechnungsablage 1921. 2. Entlastung des Vorstandes. 3. Beschlutzfassung über den Reingewinn. 4. Verlesung des Revisionsberichts. 5. Wahl zweier Aufsichtsratsmitglieder. 6. Dereinsangelegenhcitcn. Rechnung liegt vom 10. d. Mts. an eine Woche merke sich ein jeder, putzt die Schuh' - erhält das Leder Chem Werke Lubszynski&CZ A.-(5y Berlin -Lichtenberg. [ang auf dem Kassenzimmer zur Einsichtnahme auf. Allendorf a. d. Lda., den 9. Juni 1922. Sflr den AuWlM öes Spat- u.BorfdnBnertlns lIDenöorf a. ö. £omöa e. <8. tn. ö. tz. Zerkelmartt in Lang-Gönr am Bienstag, Öen 15. Juni 1922. Der Austrieb hat von 7 bis 9 Uhr vormittags stattzufinden. Es dürfen nur aufgetrieben werden. . MMMMM verl die örWILe imömdeüeL H. Lallse. Siezen DDDDQaaoaDOoaöDDaaooDaDDoaaDDDa und Wiener Feinbäckerei von Willy Hoelters Frankfurter Str. 27. Telephon 950 Qebäck in anerkannter Oüte Eis • Eisgetränke Angenehmer Aufenthalt Sorgfältige Bedienung! Während der Sommermonate abends Holzsubmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Großen- Buseck kommt folgendes Holz auf dem Submissionswege zum CDertauf: Fich ten- Stämme: Stäöt. Lebensmittelamt. Bonöeroüsflflöe oon iroflenmllthDüloer. 90 Gramm zu 11 Mark, bis auf weiteres von 8-12 Uhr vorm. und 3-5 Uhr nachm., Samstags von 8-12 Uhr vorm. im Lebensmittelamt, Asterweg 9, Zimmer 4. 56098 Gietzen, den 10. Juni 1922. Der Oberbürgermeister (ßebensnrittelamt). _ SCHARM NOIZ-FORRMH Güöasßyt? öCm KreuzplatzS Gi«“en Landhaus zum Alleinbewohnen in ober bei Gießen zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote mit näheren Angaben u. 5624 an den Gieß. Anz. Mur noch heut» und morgen; Oastooleiir,-Drama,DerVerfluchte* Ab Heutig: KiroU TeeUe, Eugen Klipler in „Menschenopfer“ Drama in 5 Akten- — Dazu „Chaplin bei der Feuerwehr“ Tolle Humoreske in 2 Akten. ■m Angenehmer, kthlur Aufenthalt. ■* SommerfestaufdemGleiberg am Samstag, 17. d. Mts., nachm. 3l/-.< Uhr beginnend, veranstaltet vom Gleibergverein. Mett, M, MMleMllW W. 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Juni 1922. Hessisches Kulturbauamt. H Steinbach, Aeg.-Baurat. Prima Sack-Kalk (Bürener Material, liefert als Generalvertreter für Oberhefien und Heffen-Aaffau ab Werk Tudors bei Paderborn 5359D Sohle-Vertretungen, Kefselbach (Oberhessen,. schluftteller und Schachtringe vergeben werden — gungen liegen bei uns offen den für 12. Mk. bzw. 8. la Karbid. sm in all. Lörnungen lief, waggon u. trommelwetse Koch * Hiby fl. tn-b-H., Filiale Siegen Liegen L W.. Gcrbereiweg 10. Lelevd. 1298. Stämme — 1,96 Stämme — 14,22 Stämme — 18,12 Stämme — 19LL Pfeildreieck Sei ren Sparsamster UerbraMich\ modernen Farben mit Wall- uad DuMMflllMe vorrätig. 01W7 Asthma < L t etwa 15 Doch, geheilt werden. Lprechstund. d. n. mein emBeriahren fachlich gebildeten Arzteo in (9ic Ken, Babnboiöbotel S*en4, irden Montag von 10-1 Ubr. Dr. med. Alberti. Berlin SWil. Spe- italurit ttr Aathealeldea. Wichtige Neuheit ß für Hühnerhalter! ölüfitlflüinincrn Kein Ueberfliegen mehr! Paar Mk. 4.-. 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Ferkel von Händlern, die nach Einführung in den Kreis die vorgeschriebene Quarantäne durchgemacht haben. Nachweis durch Gesundheitszeugnis eines beamteten Tierarztes. Lang-Göns, den 9. Juni 1922. 56150 Bürgermeisterei Lang Göns. Velten. Gießen, den 10. Juni 1922 .............................. Statt Karten Ihre Vermählung geben bekannt Dr. iur. Joseph Kübel Reichstagsstenograph und Gerichtsreferendar unb Frau Kläre geb. Märzhäuser Gießen, Wetzlar, . . _ _ . , r1 j den 10. Jum 1922 Derlm-Wilmersdorf, u «Barltrohr 28) Vullenverkauf. Die Gemeinde Göbelnrod bsobsichttgt einen fetten Dogelsberger Bullen auf dem SubmistionSwege zu verkaufen. Angebots sind verschlossen mit der Aufschrift »Bullen- verkauf" bis längstens Mittwoch, 14. Juni, mittags P/i 41hr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart etwa erschienener Bieter stattfindet. Angebote sind auf das Pfund Lebendgewicht nüchtern gewogen eiruureichen. Bedingungen können vorher eingesehen werden. Göbelnrod, den 9. Juni 1922. 5606D Bürgermeisterei Göbelnrod. Weber. Arbeitsvergebung. Zur Erbauung von 24 Wohnungen sollen die Trd«, Maurer« und Eisenbetonarbeiten und die Zimmerarbeiten vergeben werden. Angebote in verschlossenem, mit entsprechender Aufschrift versehenem Umschläge, sind bis 20. Juni d. IS., nachm. 5Llhr, bei dem Architekten Hamann, Bergstraße 11. durch den auch jede gewünschte Auskunft erteilt wird, einzureichen. 5560D Baugenossenschaft 1694, Gießen, e. ®. m. b. tz. H. Fourier. 1. Dorfitzender. Golästmk Bezirksvertreter: August Weidig, GieBen, WalltorstraBe 48, Fernruf 2070. 41c Die S-h ver Massenandrang 6614D im 5588h nachmittags von 2—5 Llhr. 5392h Automobile Fahrräder Zweigstelle Gießen. 5207.D Voile! (Srabenstr. 7. Tel. 1313. ■fr <1 ! Eie Sjen im 3 hmarten. Entfchlieh' rn Franker Simon Wolf, Auttionator und Taxator ZU Zrantsutt a. m. Telephon 5938 Römer. 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