Nr. J09 Erscheint töglid), außer Sonn, unb Feiertags, mit berSamstaqsbeilage: GiehenerFamilienblätter Monatliche oezuarpreise: Mk 18.- unb Mk. 2.— Trägerlohn,burch dicPost Mk. 20.—.auch bei Nicht« erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. — Fernsprech« Anschlüsse: für dieSchttft- leitung 112; für Verlag unb Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Lietzen. poftschecllonlo: Sranffnrt a. M. 11686. Erster Blatt Mittwoch, fO. Mai 1922 172. Jahrgang Annahme von Anzeigen für bie Tagesnummer bis zum 'Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigenv 34mm'B reite örtlich 120 Pf.auswärts 150 'Pf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 450 Pf. Bei Platz- vorjchrift20 «Aufschlag. Hauptschriftleiter: Ang. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für ben übrigen Teil' Karl Walther; für ben Anzeigenteil: Hans Bede sämtlich in (Stehen. eMer«nzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck nnö Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Stctnöniderei R. Lange. $d)riftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7. Die Krisis zwischen England und Frankreich. Die erregte Sprache (der englischen und der französischen Presse dauert fort, aber man spürt auf beiden amtlichen Seiten eine gewisse Ernüchterung, ein Bestreben, sich Mäßigung aufzuerlegen. Wie beim Ausbrucheiner Kriegsverwicklung will keiner sich die Schuld aufladen, sondern 'die Verantwortung lieber dem Andern auf die Schultern schieben. Lloyd George hat. die böswilligen Erfindungen der „Stmed“ dementiert, aber auch Poincarä hat sich veranlaßt gesehen, gewisse briefliche Aeußerungen, die er dem englischen Botschafter zugestellt hatte, in maßvollerem Sinne zu kommentieren. Wer von beiden Staatsmännern dem andern zeitlich in diesen Schritten vorausgegangen ist, steht für die Lefsentlichkeit noch nicht fest. Die Havas-Agentur veröffentlicht jedoch noch eine halbamtliche Rechthaberei, in der gegen Lloyd George noch einmal warnend der Finger erhoben wird: Cs gebe kein Beispiel in der Geschichte, daß eine Macht einem Alliierten gesagt hätte: „QBenn du nicht mit einer gewissen Ration einen Vertrag nach dem Muster, das ich dir unterbreite, abschlieht, tommt es zum Bruch zwischen uns. Die Entente zwischen zwei Ländern habe niemals die Untere rbnung des einen unter den anderen bedeutet, und in dem vorliegenden Falle hat Frankreich, indem es sich nach Genua begab, nicht mehr als jede andere teilnehmende Ration beabsichtigt, ihre Handelsfreiheit aufzugeben. Man darf sich also nicht wundem, daß gegenteilige Thesen in Genua verbreitet und heimtückisch von c.u gesprochenen Gegnern Frankreichs unterstützt wurden, aber man weigert sich in Paris anzunehmen, daß sie auch nar im entferntesten die Gefü' le der britischen Delegation widerspiegeln. Sollte jedoch das Unmögliche wahr sein, und die englische Regierung eine derartige Stellung etnmhmen, so glaubt man allgenuin, daß die öffentliche Meinung in Frankreich fie als absolut unannehmbar bezeichnen werde und das um so mehr, als während der Regelung der Orientfrag? brisptels- ttef: M i -ungäixrf i bmi e ten zwischen Fra. t- reich und England bestanden haben." Die französische Regie.ung habe Beweise ihres Entgegenkommens und guten Willens gezeigt und niemals zu Argumenten gegriffen, die einem Ein- schüchte:ungsvrrsuch äh "ein. d .mit ihr S anbpunft eingenommen n ette. Obwohl man von dem Tone einiger englischer Blätter berührt gewesen sei, bleibe man in politischen Kreisen überzeugt davon, daß die große Mehrheit des englischen Bolles der Entente cordialc tief ergeben bleibe. Man sei ferner der Ansicht, daß die demnächstige Reise König Georgs V. zum Besuche der britischen und französischen Sold-itenfiiedhöse, trenn auch leinen os i- ziellen Eharalter trage, doch Gelegenheit bieten werde, die beiden Länder an die gemeinsamen Opfer zu erinnern, die sie miteinander verbinden. Ein Vries Lloyd Georges an Barthou. Genua, 9. Mai. (Spezialbericht des Vertreters des W. T.-B). Die britische Delegation gibt den Wortlaut deS Briefes Lloyd Georges an Barthou bekannt, auf den der letztere mit feinem bereits veröffentlichten Schreiben geantwortet hat. In dem Bries Lloyd Georges heißt es: Ich bin benachrichtigt worden, daß heute in englischen Zeitungen ein Bericht über unsere Unterredung am Samstag erschienen ist, wonach ich erklärt haben soll. daß die Entente zwischen Frankreich und Großbritanien zu Ende sei und meine Ratgeber in mich bringen, ein Abkommen mit Deutschland zu schließen. Ich habe bereits Chamberlain, der mich in meiner Abwesenheit als Premierminister vertritt, ersucht, diese böswilligen Erfindungen im Parlament zu dementieren. Ich würde Ihnen nun sehr verbunden fein, wenn Sie Ihrerseits diesen beiden Behauptungen widersprechen würden. Ich ersuche darum weil ich, wie Ihnen bekannt, die französisch-britische Zusammenarbeit zu hoch schätze, um zuzugeben, daß in der Seffent- lichkeit lügnerische Behauptungen über diesen Gegenstand verbreitet werden, und dies in einem Augenblick, der von der größten Wichtigkeit für die Beziehungen der beiden Länder ist. Lange vor dem Kriege bin ich ein aufrichtiger Anhänger der Entente zwischen Frankreich und England gewesen. Für mich wie für jeden Engländer hat diese Freundschaft um so größeren Wert, als fie durch die gemeinsamen Opfer geheiligt worden ist. Daher ist es mein lebhafter Wunsch, daß nichts geschehen möchte, was die Auffaffunge unserer beiden großen Demokratien trennen könnte, deren Zusammenhalten von so großer Wichtigkeit für den Frieden Europas ist. Briefe Poincarvs an den englischen Botschafter in Paris. Paris, 9. Mai. (WTD.) Havas teilt mit: Infolge der Erregung Lloyd Georges über einen an den englischen Botschafter in Paris gerichteten Brief Poincarös zur Frage des Memorandums an di<^ Russen, an dem nur die Sympathien Frankreichs für Belgien erwähnt wurden, hat Ministerpräsident Poincare am 7. Mai dem englischen Botschafter em neues Schreiben zugehen lassen, in dem er erklärt, er sei nicht auf die Auslegung gefaßt gewesen, daß Frankreich die Freundschaft Englands vergessen hätte, wenn es an seine Sympathien für Belgien erinnere, ohne das erstere ausdrücklich zu betonen. ES gäbe keinen Franzosen, der sich nicht deS französisch-englischen Zusammenwirkens vor, im und nach dem Kriege erinnere, und der nicht von ganzem Herzan die Fortdauer dieser freundschaftlichen Beziehungen wünsche. In einer Frage jedoch, die allgemeines Interesse zu besitzen scheine, und die an den Grundsatz deS Privateigentums rühre, sei es natürlich gewesen, daß Frankreich von zwei Verbündeten, für die es die gleiche Freundschaft hege, nicht -denjenigen desavouieren könnte, der wie es selbst dachte. Eine Vcrmittlnngsformel Schanzers. Genua, 9. Mai. (WTD.) Ein Kommunique der Agenzia Stefani weist auf die verwickelte Tätigkeit der italienischen Delegation und besonders des Außenministers Schanzer hin, der, wie versichert wird, eine neue juristische Formel für den Artikel betreffend das Privateigentum in Rußland, der den Hauptgrund für die Differenzen bil« hct. vorgeschlaqen habe. Rach Scbanzers Vorschlag "o l der G. und s atz § er russ schon StaatS- defitzes der nationalisierten Güter formell anerkannt werden, während andererseits den früheren Besitzern die Rutznießung der Güter selbst zugesichert werden soll. Diese Formel bildet somit einen Mittelweg zwischen den beiden einander gegenüberstehenden Auffassungen. Genua, 10. Mai. (WTD.) Der Berichterstatter der Havasagentur glaubt zu wissen, daß S ch a n z e r den Wunsch hege, zu einer Erörterung über die russischen Angelegenheiten zu gelangen. um so den Fortgang der Konferenz zu ermöglichen, und zusammen mit seinen Kollegen eine neue Formel für die Fassung des Artikels 1 der Denkschrift, betreffend das Privateigentum, zu suchen, obgleich Belgien seine endgültige Zustimmung nicht gegeben habe, schllne es doch nicht unwahrscheinlich, daß über diesen Punkt demnächst ein neues Abkommen zustande kommen werde. Paris, 10. Mai. (WTB.) Der Sonderberichterstatter der Havasagentur in Genua gla ibt zu wissen, daß dis von Schanzer dem belgischen Minister Ja spar Dorgefd) lagerte neue Formel für das Privateigentum auf folgenden Grundlinien au‘gebaut ist: Die Mächte billigen die Rationalisiere ig, aber die Sow.et- icgierung überläßt die Ruynietzung der Werte den ehemaligen Besitzern. Die russische Antwortnote. Berlin, 10. Mai. Wie die Blätter aus Genua melden, war die russische Delegation gestern abend mit der endgültigen Fertigstellung ihrer Antwort auf das Memorandum der Alliierten beschäftigt. Den Blättern zufolge soll die Rote morgen vormittag übergeben werden. Rach einer Meldung des „Lokalanz." soll die Rote bereits gestern abend dem Vorsitzenden der Konferenz, Facta, überreicht worden sein und heute veröffentlicht werden, lieber den Inhalt berichten die Blatter, daß die Rote sehr konziliant lautet, so daß sie die Möglichkeit zu weiteren Verhandlungen biete. Wie die „Voss. Ztg." meldet, nahmen die Russen sämtliche Bedingungen des Memorandums der Alliierten, mit Ausnahme der Artikel 1 und 7 (Propaganda und Wiederherstellung des Privateigentums) an. Sie verlangen einige Abänderungen des Artikels 7 und außerdem die bedingungslose Zusicherung einer Anleihe von 200 Millionen Pfund Sterling. G e n u a, 9. Mai. Spezialbericht des Vertreters des W. T. D.) Die russische Delegation hat heute einen vom 4. d. Mts. datierten Brief Tschitscherins an Schanzer veröffentlicht, worin gefragt wird, ob die französische Delegatton nunmehr ihre Zustimmung zu dem Memorandum gegeben habe, und wenn nicht, welches die Regierungen seien, die das Memorandum billigten. Die Liebergabe der russischen Antwort auf das Memorandum der politischen Unterkomm ission wird morgen mittag erwartet. Lloyd George. Genua, 9. Mai. (Spezialbericht des Vertreters des W. T.-D.). Lloyd George hatte, wie von englischer Seite mitgeteilt wird, heute vormittag Unterredungen mit seinen hauptfäch- lichsten Ratgebern über die Lage. Fremde Staatsmänner hat der englische Premiernrinister heute nicht gesehen. Patts, 9. Mai. (W.T.B.) Der Londoner Be- ttchtetttattcr des „Petit Journal" will von einem englischen Parlamentsmitgliede, einer anerkannten Autotttät in Wirtschaftsfragen, gehört haben, man solle sich inFrankreich keiner Täuschung hingeben, mit Ausnahme einiger Schreihälse habeLloyd George alle lebenden Kräfte seines Landes hinter sich. Er befinde fich in Genua kraft des Willens der ganzen Ratton und wenn cs sich um die nationale Ettstenz handle, halte das gesamte Volk zusammen. Wiederholen Sie unaufhörlich, fo habe das Parlamentsmitglied gefagt, daß es ein großer Irrtum sei, anzunehmen, der Erfolg von Genua fei für Lloyd George eine wahre Rotwendigkeit. Wer ihn auch immer morgen ersehen wird, die englische Polittk wird dieselbe bleiben. Für England gibt es nur eine Frage, Handel zu treiben oder unterzugehen. Die englische Presse über die Krisis. London, 9. Mai. (WTB.) In ben nach der Unterredung zwischen Barthou und Lloyd George einsetzenden heftigen Angriffen der Rorth- clif f bref fe auf den englischen Premierminister wegen seiner Politik gegenüber Frankreich wird die Frage der englisch französischen Beziehungen von der gesamten Presse eingehend erörtert. Während Rorthcliss im „E v en i n g R e w S" im Sperrdruck hervorhebt, „wir stehen zu Frankreich" und sagt, das britische Volk habe für die Entente gekämpft und nicht um fie zu zerstören, schreibt .,P a 11 M a 11 a n d G 1 o b e": Wir stehen zu Großbritannien" und fährt fort, Großbritannien werde mit ganzem Herzen Lloyd George bei dem Werke unterstützen, das er in Genua verrichte, Lloyd George f?abe sich als der wahre Führer Europas im Frieden wie im Kriege gezeigt. Die Völker feien müde, ihre Raffenhymnen zu fingen. Er könne einer Politik nicht zustimmen, die bedeute, daß Europa und Asien in einer nicht endenwollenden Atmosphäre bcS Kampfes gehalten werden. Wenn es zu einem Bruche der Entente kommen sollte, fo sei dies sehr bedauerlich, England könne jedoch nicht unbegrenzt mit einem Partner gehen, der dauernd die Interessen Eng- lanbs» unberücksichtigt ließe. „W e st m i n st e r G a z e 11 e" schreibt, in verantwortlichen Kreisen Englands bestehe fein Wunsch nach einem formellen Bruche mit Frankreich Es sei jedoch so gut wie allgemein der Wunsch nach einer deutlicheren Anerkennung der Tatsache, daß die Entente nicht länger di e Bedeutung habe, die fie vor ober während des Krieges besaß. Alle wünschten möglichst freundschaftliche Beziehungen mit Frankreich ausrechtzuerhalten, seien aber nicht bereit, diese Beziehungen als eine Vorbedingung für ben Abschluß von Uebereintommen ober sogar Freundschaften mit anderen europäischen Rationen anzusehen. Wenn die Entente eine exklusive Freundschaft bedeute, dann würde die Crllärung, daß fie zu Ende ginge, keineswegs eine Drohung, sondern nur die Feststellung einer Tatsache sein. Augenblicklichbest ehe kein Einklang zwischen den Ansichten und der Politik Frankreichs mit Großbritannien bezüglich auch nur eines einzigen europäischen oder außerhalb Europas liegenden Problems. Die „Entente" habe demnach überhaupt keine praktische Bedeutung. Wenn das an und für sich wünschenswerte englisch-französische Zusammenwirken bei dem Wiederaufbau Europas unmöglich fei, wie es augenblicklich den Anschein habe, so könne durch eine im wesentlichen falsche Freundschaft nichts gewonnen werden. Die ernsteste, unmittelbare Gefahr fei, daß die französische Meinung irregeleitet werde durch die unehrliche Haltung der Rorthchiffblätter. DaS liberale Blatt gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Frage beS formellen Bruches mit Frankreich niemals in England zur Wahlfrage gemacht werde, denn die Erbitterung gegen die französische Politik, die unter allen Klassen bestehe, würde unvermeidlich zu unerwünschten Urteilen führen. Die britische öffentliche Meinung wünsche in Wirklichkeit feine Erklärung formeller Feindschaft. Eie wünsche diese mit Frankreich ebensowenig w i e mit Deutschland und Rußland. Wenn man, um den Frieden zu sichern, den verhängnisvollen Preis eines Baches mit Frankreich bezahlen müsse, so würden sie ihn zahlen, aber natürlich wollten sie überhaupt keinen Preis dafür zahlen. > „M anchefter Guardian" sieht in der Aufbauschung der Aeußerungen Lloyd Georges gegenüber Barthou seitens der Franzosen und hinter einigen Ablehnungen Lloyd Georges den auf beiden Seiten bestehenden Wunsch, die Verantwortung für einen Bruch, „sollte es zum Bruch kommen", auf die Schultern der anderen Partei abzuwälzen. Wenn jedoch der Bruch einträte, fo werde dies nicht geschehen wegen einiger hastiger im Privatgespräche aus- getaufchtcn Worte, sondern wegen einer grundlegenden Verschiedenheit der Ansichten bezüglich aller europäischen Fragen, bie fühlbar werden bei jeder Gelegenheit, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden mühten. Früher oder später mühten diese Meinungsverschiedenheiten zur Krisis führen. Selbst jetzt könne man nicht sicher sein, ob es nicht wegen der russischen Frage zur Krisis komme. Man könne mit Bestimmtheit sagen, bah, trenn es nicht innerhalb der nächsten Tage zur Krilis komme, so sei dies nur deshalb der Fall, weil Lloyd George von Reuem mehr. als er selbst für recht hielt, dem französischen Standpunkt nachgegeben habe. Lloyd George fonne mit Frankreich nur in Liebereinstimmung bleiben, indem er ben Vorschlag der gemeinsamen Verhandlungen mit Ruhland aufrecht hält, um damit baS Fehlschlagen der Konferenz und baS Scheitern feiner eigentlichen Hoffnungen zu vereiteln. Er werde es vielleicht nicht tun unb dies wahrscheinlich um so weniger, weil er wisse, dah am Endo bicses Monats, wenn Deutschland ben Forderungen der Reparationskommission nicht nachkommt, eine neue KrisiS hervorgerufen werde, die Poin- care, wie er erklärt, nach seinem eigenen Gutdünken zu behandeln beabsichtige, mit ober ohne Mitwirkung Grohbtttanniens. Lloyd Georges vergangene Politik sei der stärkste Beweis dafür, daß er der letzte Mann ist, der sich gern von Frankreich trenne; ob er dies tun werde ober nicht, werbe im gleichen Maße davon abhängen, ob der Inhalt der russischen Antwort ihm genügend Grund zur Annahme gibt, daß Großbritannien und andere Länder neben Frankreich und Belgien mit Rußland zusammen zu einer Regelung gelangen können. Wenn Lloyd George der Ansicht sei, daß der Weg au einer Regelung mit Rußland offenstehe und daß eS der Mühe wert fei, ihn zu verfolgen, so werde er dies selb st um den Preis Frankreichs und Belgiens erreichen. Ein formelles Liebereinkommen, daß Frankreich seinen Weg allein geben müsse, brauche die bestehenden Beziehungen zwischen den beiden Ländern nicht sehr zu ändern. Diese Beziehungen seien nicht allzu gut. Der sog. „Bruch" der (Sntente brauche sich nicht mehr zu verschleiern. Die Pariser Presse. Paris, 9. Mai. (WTB.) Die Pariser Abendpresse, soweit sie sich mit bet Frage in Genua beschäftigt, bläst in auffallenber Weife zum Rückzüge. Der „T e m p s" findet heute, daß bie Entente noch fortbauere. Lloyd George habe, auf die Bewegung der öffentlichen Meinung aufmerksam geworden, die Drohungen, die man verbreitet habe, bemeniiert. DaS Blatt glaubt, baß er bann auch augenscheinlich bie Drohungen ableugnen wolle, die gLwisse böswillige Blätter nicht aufhörten, gegen Frankreich zu richten. Die „Liber t 6" spricht von einem mißlungenen Erpressungsversuche Lloh d GeorgeS, der Frankreich zur Isolierung und obendrein zu einem persönlichen unfairen (ignoble) Feldzug gegen „Poincarä anzufeuern versucht haben soll. Frankreich habe sich aber auf keine Erpressung eingelassen, und habe feinen Ver- tretern in Genua, bie anfangs ein wenig geschwankt hätten, und Belgien nicht gleich zur Seite getreten seien, ben Rücken wieder gesteift. Kurz unb gut, Lloyb George habe erkennen können, daß Frankreich, wenn es feine Methoden fottsehe, sich lieber hätte isolieren lassen als daß es seine Unabhängigkeit zum Opfer gebracht hätte. DaS „Journal des DebatS" schreibt, für den Augenblick habe Lloyd George cS für notwendig gehalten, Aeußerungen zu dement"erm. di- Frankreich nicht zum Rachgeben veranlaßt hätten. Hoffentlich würden feine Ausleger, nachdem sie über das Ziel hinauSgeschofsen seien, ebenfalls RückzugSstellung einnehmen. E s sei Zeit, daß man ernst werde und aus'theatralische Methoden verzichte. Heute vormittag fei gemeldet worden, daß die englische Delegation sich mit neuen Formeln beschäftige, durch die eine allgemeine Regelung der russischen Frage erreicht würde. Sie stehe in ständiger Verbindung mit ben Sowjetvertretern und bemühe sich, Tschitscherin zur Vertagung feiner Antwort bis zu dem Augenblick der Verständigung zu bereden. Ein Abkommen zwischen Italien und England? Paris, 10. Mai. (WTB.) Havas berichtet aus Genua, man versichere von glaubwürdiger Seite, daß ein allgemeines politisches und wirtschaftliches Abkommen zwischen Italien und Groh-Dritannien in Ausarbeitung begriffen ist, das den Hauptzweck habe, die Lage Italiens im Mittelmeer zu garantieren. Der englische Königsbesnch in Belgien. Paris, 9. Mai. (WTB.) Der Londoner Bettchtersiatter der „Chicago Tribüne" behauptet, daß die nach außen hin als Höflichkeitsbesuch erscheinende Reife des englischen Königspaares nach Belgien den Zweck verfolge, Belgien wieder in die britische Einflußsphäre einzubeziehen. Ratürlich, fügt das Blatt hinzu, sei der Besuch in Brüssel vereinbart gewesen, lange bevor sich die englisch-französischen Beziehungen, wie jetzt, in Genua zuspitzten. Aber schon sett Monaten sei man sich darüber Har gewesen, daß das enge Einvernehmen zwischen England und Frankreich wahrscheinlich nicht lange andauern werde. Amerikas Politik gegenüber Rußland. Paris, 10. Mai. (WTB.) Rach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Washington ist gestern nach einer Kabinettssitzung, die sich mit den V ^Handlungen der Genueser Konferenz, insbesondere in Bezug auf Rußland, beschäftigte, mitgeteilt worden, daß die Regierung der Vereinigten Staaten auf dem Standpunkte stehe, die Haltung derAlliiertengegen- über den Sowjets sei im Einklang mit der Politik der Vereinigten Staaten. Nadek als Mittelsmann in Berlin. Berlin, 9. Mai. (MB.) 3m Hauptaus- schnffe des Landtages erklärte Ministerp. äsident Braun aus eine Anfrage von kommunistischer Seite, das) Radek in Berlin als Mittelsmann zwischen der Sowjetregierung und den russischen Vertretern in Ge:rua tätig sein solle und versprochen habe, bei seiner Anwesenheit in Deutschland nicht agitatorisch tätig zu sein. Menn er sich gleichwohl propagandistisch betätige, müsse er sich gefallen lassen, dass diese Tätigkeit ihm untersagt werde. Die neue deutsche Reparationsnote. Berlin, 10. Mai. Wie die Blätter thören, wird die Antwortnote der Reichs- Regierung auf die Rote der Reparattvnskom- mission vom 13. April, in der sich die Repara- tivnökommission bereit erklärte, „jede praktische Erwägung zu prüfen, die von der deutschen Regieimng zur Lösung der Schwierigkeiten, in der sie sich befindet, dorgebracht werden könnte", heute der Reparativnskonrmission überreicht werden. Die deutsche Antwortnote, die den Blättern zufolge einen Weg zu weiteren Verhandlungen eröffnet, war gestern Gegenstand einer Besprechung jbcr Parteiführer in der Reichskanzlei. Mi- mister Dr. Hermes erklärte in großen Zügen die Antwortnote. Die Ernährungsfragen im Hauptausschuh des Reichstages. Berlin, 9. Mai. (MTB.) 3m weiteren Verlaufe der Sitzung des Hauptausschusses des Reichstages sprach sich Reichsminister Fehr gegen dir Zwangsbewirtschaftung der Kar- tosseln aus. Ebenso wandte er sich gegen die Kartoffelumlage. Dir Sicherung der Versorgung müsse durch Lieferungsverträge erreicht werden. 3n schärferer Meise müsse die Konzessionierung des Kartosselhandels durchgeführt werden. Zum Schlüsse seiner Rede erklärte Reichs- minister Fehr, daß Vorkehrungen getroffen seien, um die Stockungen und Störungen des Transwortes während der Erntezeit zu vermeiden. Der Hauptausschuh nahm eine Zentrums- r e s o l u t i o n cm, die den Abschluß von Privat- belieserungsverttägen über Kartoffeln zwischen Erzeugern und Verbrauchern unter Mitwirkung der Landwirtschaftlichen Berufsvereinigun- gen, Genoffenschaften und Konsumvereinen in großzügiger Meise fordert. Für Kartoffeln, die von den Ci-zeugern für Minderbemittelte, namentlich für kinderreiche Familien, zu ermäßigten Preisen geliefert werden, soll eventuell Frachtminderung bewilligt werden. Weiterhin wurde ein Zentrumsantrag angenommen, wonach die Getreideumlage in der bisherigen Form nicht möglich sei, da sie die notwendige Vermehrung der landwirtschaftlichen Erzeugung hindere. Zur Sicherung und Versorgung der breiten Massen der Bevölkerung mit Brotgetreide müsse eine ge- Knügende Drotreserve unter Verbilligung der .Brotpreise für Minderbemittelte verlangt wer- Len. Die Landwirtschaft müsse hierfür mit ihren Vertretern einen zu vereinbarenden Preis fkfjern. 3m Hauptausschuh des Reichstages wurde ferner eine Entschließung des Zentrums angenommen, die Reichsregierung zur Vorlage eines Gesetzentwurfes aufzufordern, wonach in Zukunft Verkäufe von Grund und Boden (Ländereien) an Ausländer von 1/4 Hektar Größe an wie bisher der Genehmigung der Regierung bedürfen. Meiterhin wurde eine Zentrumsresolution angenommen, die Reichsregierung zu ersuchen, die Ausfuhr von Gemüsekonserven nur für die Bedürfnisse des Saarlandes und des Freistaates Danzig zuzulassen, und für diese Ausfuhr Sicherungen Lu treffen, welche die Weiterverschiebung in das Ausland unmöglich machen. Aus dem Reiche. Die Neuordnung der Deanttenbesoldung. Berlin, 9. Mai. (WTB.) Der Reichs- tot nahm den Ergänzungsetat mit der Neuordnung der Beamtenbesoldungen unverändert an. Insgesamt wird der Etat mit 15 Milliarden mehr belastet, wovon 7,5 Milliarden auf das Reichsverkehrsministerium, 4,5 Milliarden auf das Reichspvst- ministerium, 3 Milliarden auf die allgemeine Finanzverwaltung entfallen. Der zuletzt genannte Dettag soll durch höhere Steuererttäg- nisse gedeckt werden, während die Mehrausgaben der Betriebsverwaltungen von diesen selbst aufzubrrngen sind; d. h. durch neue Tariferhöhungen. Aus Hessen. Geburtenzahl und Säuglingssterblichkeit in Hessen. Nachdem im Jahre 1920 die Zahl der 'Lebendgeborenen in Hessen wieder auf die Friedenszahl, 32 549, gestiegen war, ist sie im Zahre 1921 auf 31 050 gesunken, was in Anbettacht der vielen jung geschlossenen Ehen einen bemerkenswerten Rückgang bedeutet, der aber im Hinblick auf die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse der jetzigen Zeit begreiflich ist. Im ersten Lebensjahr starben im Jahre 1921 2838 Kinder, so daß auf 100 Le- bendgeborene 9,2 gestorbene Säuglinge kommen. Es ist dies eine recht niedrige Sterblichkeit, wie sie für Hessen noch nicht zu verzeichnen war. Im Jahre 1920 betrug sie 10,1. — Die niedrigste Säuglingssterblichkeit in Hessen hat stets die Provinz O b e r h e s s e n; sie be- ttug 7,5 im Jahre 1921. Aus dem besetzten Gebiet. Der französische Militarismus und die Mainzer Wohnungsnot. Wie die „Deutsche Allgem. Ztg." hört, wurde von der Stadtverwaltung in Mainz trotz der bis auf das Aeußerste gestiegenen Wohnungsnot die Stellung von Räumlichkeiten für die Unterbringung hon 1 00 Militärpersonen, darunter auch -Unteroffiziere Mit Familien, verlangt. k Aus Sladt und Land. | Gießen, den 10. Mai 1922. ** Der Gleibergverein hielt seine diesjährige, vom besten Wetter begünstigte Generalversammlung ab. Der 1. Vorsitzende, Pro- Vinzialdirektvr Dr. Usinger, konnte infolge dienstlicher Verhinderung an der Versammlung nicht teilnehmen. Geh. Hofrat Prof. Dr. König eröffnete als 2. Vorsitzender die Generalversammlung und setzte die Tagesordnung: Rechnungsablage für 1921/22, Geschäftsbericht 1921/22 und Feststellung des Voranschlags 1922/23 unter Zustimmung der Erschienen fest. Bei dem Punkt: Neuwahl des ausscheidenden 1. Vorsitzenden schlägt der 2. Vorsitzende für den als Provinzialdirektor nach Mainz versetzten Geh. Rat Dr. Usinger, Prvvinzialdirektor Matthias als 1. Vorsitzenden vor. Die Versammlung erhebt diesen Vorschlag einstimmig zum Beschluß. Provinzialdirektor Matthias nimmt mit Freude von diesem Beschlüsse der Versammlung Kenntnis und den 1. Vorsitz dankend an. Geh. Hofrat Prof. Dr. König, wie auch der Vertreter der preuh. Aufsichtsbehörde, Geh. Reg.-Rat Landrat Dr. Sartorius würdigten unter Zustimmung der Versammlung die Verdienste des ausgefchie- denen 1. Vorsitzenden, Geh Rat Dr. Usinger, um die Erhaltung der Burg während seiner 12jährigen Geschäftsführung. — Aus dem Geschäftsbericht war zu ersehen, mit welch ungeheuren Schwierigkeiten der Verein in der Verwirklichung seines idealen Zieles, der Erhaltung der ehrwürdigen Burgruine, zu kämpfen hat. Wenn nicht von Zeit zu Zeit Freunde der Sach? durch namhafte Geldspenden die eine oder andere unumgänglich notwendige Unterhaltungsarbeit möglich machten, würden die knappen Geldmittel des Vereins kaum die nötigsten Reparaturen Anlassen. Interesse an der Erhaltung des Gleibergs, dieses Wahrzeichens des Gießener Lahntales, sollte immer weitere Kreise ziehen und dem .Verein weiter neue Mitglieder und damit neue Mittel zuführen. Ganz besonders in der .gegenwärtigen Zeit ist, wie auch der 1. Vorsitzende näher aussührte, ein Aufsehen zu den Baudenkmälern unserer Vorfahren und ein Fest halten in den überkommenen Zeugen besserer Zeiten notwendig, um daraus die Kraft für den mühevollen Weg, der uns noch Vorbehalten ist, schöpfen zu können. ** Beruf und Erkrankung. Gestern abend begannen im großen Hörsaal derUniversität die populären Vorträge über Beziehungen zwischen Berufstätigkeit und Erkrankung für Studierende aller Fakultäten und Angehörige aller Berussklassen. Zahlreiche Hörer beiderlei Geschlechts hatten sich eingefunden. Der Vortragende stellte zunächst an der Hand von Beispielen den Hnterschied zwischen Berufsunfällen und Berufserkrankungen fest und betonte, dah sich die Vorträge auf letztere und die durch sie verursachten, mehr oder weniger hochgradigen Störungen beschränken würden, die oft ein vorzeitiges Altern des Individuums bedingen. Nach Hinweisen auf die Bestrebungen der Aerzte früherer Jahrhunderte, den Berufskrankheiten und ihren Folgen vorzubeugen, wurden die Versuche Brown-Sequards und seiner Anhänger geschildert, die Einwände seiner Gegner besprochen und die Steinachschen autoplastischen und homo- plastischen Verjüngungsmethoden einer Kritik unterzogen. Hierbei kam die Rede auf die endokrinen Drüsen, deren Hormone im Leben des Individuums eine wichtige Rolle spielen. Lichtbilder und Tabellen erläuterten die Ausführungen des Vortragenden. Der nächste Dienstagvvrtrag wird sich nebst ergänzenden Bemerkungen über die Schul- und Hochschulzeit mit den Erkrankungen der wissenschaftlichen und Künstlerberufe beschäftigen. "NeaeDrot-undMehlpreise. Noch einer amtlichen Bekanntmachung werden mit Wirkung vom 16. Moi infolge weiterer Erhöhung der Mahl- und Backlöhne die Preise für auf Brotmarken abzagebende Backwaren wie folgt festgesetzt: Brot für /Jen 4 Psd.-Loibi 14,20 Mk., Brötchen 0,50 Mk. für 50 Gramm, Weizenbrotmehl 4,20 Mk., Roggenbrotmehl 3,95 Mr. für 1 Pfand. ** Sorgfältige Gepäckauflieferung. Noch immer ist, wie das Publikum oft glaubt, der Verlust eines Gepäckstückes auf Diebstahl zurückzuführen. Sehr oft trägt der Absender die Schuld an einer Verschleppung und schließlich an dem Verlust selbst, wenn er das Gepäckstück nicht durch Angabe der Abresse des Reisenden sowie der Abreise- und Zielstation so fest und deutlich äußerlich gekennzeichnet hat, daß es fernen richtigen Weg bei der Eisen ba hn g ehen muß. Für die Signierung der Gepäckstücke eignen sich am besten Signierfahnen aus Blech, Leder, dicker Pappe oder Holz, die nicht leicht abreißen können, zumal wenn sie mit geglühtem Draht oder gutem Bindfaden fest angebunden sind. Die gleichen Angaben über Adresse, Abgangs- und Bestimmungsstation folgten auch im Innern des Gepäckstückes durch Einlegen eines Zettels erkennbar gemacht werden. Alte Beklebzettel müffen vor jeder Reise sorgfältig entfernt werden, weil sie leicht zur Verschleppung Anlcch geben. Auch die sorgfältige Auflieferung von Stückgütern fei eingeschärft. Handel wie Industrie können nur immer wieder darauf hingewiesen werden, wie wichtig eine dauerhafte Signierung der Güter ist. Eine Kiste, ein Faß, efn Ballen, auf deren Brettern oder Verpackung Zeichen und Nummern der Signatur übereinstimmend mit dem Frachtbrief dauerhaft und deutlich ausgemalt ist, sonstige Güter, besonders Maschinen und lose Eisenteile, an denen gute Anhänger aus Weißblech an geschützten Stellen dauerhaft angebracht sind, werden dem Empfänger fast immer sicher zulaufen. Alte Signierungen müssen aber auf jeden Fall entfernt werden, sie geben häufig zu Fehlläufen Veranlaffung und erschweren den Ausgleich bei Verschleppungen. •• Umsatzsteuer von möblierten Zimmern. Heber die Hmsatzsteuerpflicht bei Vermietung eingerichteter Räume durch Privatpersonen hat der Reichsfinanzhof ein wichtiges Urteil gefällt. Der Gerichtshof billligt die Rechts- auffaffung, daß die entgeltliche Vermietung eingerichteter Räume durch Privatpersonen eine gewerbliche Tätigkeit im Sinne des Hmsahsteuer- gesetzes darstellt, wenn sie auf die Dauer berechnet ist. Sie unterliegt dann grundsätzlich der Steuer, auch wenn die Vermietung durch die Zwangswirtschaft veranlaßt ist. Es kommt dabei nicht darauf an, ob ein Gewinn erzielt werden soll. Die Dauer, auf die die Tätigkeit gerichtet ist, braucht nicht unbegrenzt zu sein; vielmehr kann sich die Absicht, tätig zu sein, auf eine ganz bestimmte Gelegenheit von vornherein begrenzter Zeitdauer abftellen, z. B. auf die Dauer der Wohnungszwangswirtschaft. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Astoria-Lichtspiele, ab heute: „Das Panzergeschoß", 5. Teil: „Des Leidens kein Ende" und „Die Liebschaften des Hettor Dalmore". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Christus". — Aus dem Stadttheaterbureau. Nach langen Bemühungen ist es der Direktion des Stadttheaters gelungen, den vielbegehrlen, allseits stark beliebten Borttagskünstler Joseph Plaut für einen zweiten Abend zu verpflichten. Plaut, der auch hier anläßlich seines ersten Heiteren Abends im März viele Freunde gewonnen hat, darf wohl am Dienstag, den 16. Mai, ein volles Haus erwarten. Der Kartenverkauf findet statt am Sonntag (11—121 A), Montag (10—1) und Dienstag von 10—1 und 372—5 Ahr. — Das Filmwert „Christas" wrrd nur noch heute im Lichtspielhause tn der Dahn- hvfsl ra -e gezeigt. Ein Besuch der eigenartigen Darbietung kann empfohlen we.den. Landkreis Gietzen. — Nonnenrot h, 9. Mai. Einen raschen Tod sand gestern der in den 60er Jahren stehende hiesige Gemeinderechner Rinker. Er hatte auf einem Pflugkarren, vor den ein Fohlen gespannt war, Platz genommen. Als das junge Tier mit einem plötzlichen Ruck anzog, wurde R. von seinem Sih geschleudert und schlug mit dem Kops so unglücklich gegen eine Mauer, daß der Tod infolge der schweren Verletzungen am Dienstag eintrat. Kreis Schotten. * Ruppertsburg, 9. Mai. Vermißt. Am Sonntag abend wurde eine hiesige Familie in große Angst und Leid versetzt durch das Ausbleiben des Hausvaters Landwirt Konrad Diehl L, der noch am Nachmittag gemeinsam mit seiner Familie den Kaffee trank und dann ins Feld gegangen war. Die Begleitung seiner Frau, die den Spaziergang gemeinsam mit ihm machen wollte, hatte er abgelehnt und hat sich allein entfernt. Es wurde noch am Abend von vielen Leuten nach ihm gesucht, man fand ihn aber nicht. Am gestrigen Morgen wurde die hiesige Pflichtfeuerwehr alarmiert, die Stteifen durch die Felder und sämtliche umliegenden Waldungen machte, aber auch ohne Erfolg. Das Bedenkliche ist, dah Der Mann, der immer als braver und fleißiger Arbeiter gegolten hat, in den letzten Jahren durch Krankheitsanfälle seelisch gelitten hat. Kreis Friedberg. i. Butzbach, 9. Mai. ilnter Leitung des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Butzbach — Licher-Eisenbahngesellschaft, Medizinalrat Dr. Vogt, fand im hiesigen Rathause eine Besprechung über den neuen Fahrplan statt, zu der die Vertreter der an der Strecke liegenden Gemeinden eingeladen waren. Einstimmig wurde die Einstellung eines Abendzuges von Lich bis Queckborn verlangt. Nur dadurch sei dem Personenverkehr Rechnung getragen. Dieser Zug könne auch einen Teil des gesteigerten Güterverkehrs auf der Strecke bewältigen, so dah die Tageszüge entlastet würden und ihre Fahrzeiten besser einhalten konnten. Gerade in den letzten Wochen war der Mißstand, dah Züge Verspätungen von einer Stunde hatten, wieder sehr eingerissen und als rechtes 'Verkehrshindernis emp- sunden worden. In nächster Zeit soll wieder eine Besprechung mit dem Vertreter der Firma Lenz u. Co. in Berlin, die Besitzerin der Bahn ist, stattsinden, in der hoffentlich die berechtigten Wünsche der Gemeinden erfüllt werden. Starkenburg und Rheinhessen. im. Darmstadt, 9. Mai. Die Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge in Hessen hielt in den Räumen des Landtagsgebäudes unter dem Vorsitz des Geh. Medizinal- rat6 Ba lser ihre aus allen Landesteilen gut besuchte Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende erstattete eine allgemeine Hebersicht über die umfangreiche Tätigkeit der Zentrale, worauf Dr. Polligkeit - Frankfurt einen aufklärenden Dorttag über: „Das ReiHsjugendwohlfahrt- geseh nach der letzten Lesung", erstattete, wobei insbesondere die Bildung und Zusammenseh rng der Jugendämter interessierte. Dann wurde der vorgeschlagene Satzungsnachtrag zu § 8 1 beraten : „Der Landtag, die Gesamtheit der Kreise und gemeinsam die 5 größten Städte des Landes können je drei Vertreter mit Stimmrecht in den Ausschuß und die Hairptversammlung entsenden." Die Abgg. Delp und Neumann beantragen hierzu eine stärkere Vertretung der Arbeiterschaft, bzw. der Gewerkschaften. Heber die Frage entfpinnt sich eine ausgiebige Aussprache. Da eine Verständigung über die Zusammensetzung des Ausschusses nicht zu finden war und verschiedene Dermittelungsvorschläge feine Gegenliebe sanden, mußten die Verhandlungen wegen der vorgerückten Zeit abgebrochen werden. In einer demnächst zu berufenen neuen Versammlung soll diese Frage wie auch der Rest der Tagesordnung (Srlebigung finden. rm. Darmstadt, 9. Mai. Der Mörder des Wachtmeisters Günther ist trotz aller Nachforschungen und der durch die hessischen Ministerien ausgeschriebenen hohen Belohnung bisher nicht ermittelt worden. Der mit großem Eifer verfolgte berüchtigte Ein- und Ausbrecher Phil. Riedel, der wegen der in der Mordnacht verübten Einbrüche wegen der Mordtat in Verdacht kam, wurde gestern im Frankfurter Gerichtsge- sängnis durch einen Darmstädter Kriminalwacht-- meifler, der hie benachbarten Gefängnisse durchstreifte, unter einem falschen Namen entdeckt, wo er schon seit dem 8. April nach einem verübten Einbruch festgenommen war. Für die Diebstähle, sowie den Mord kann er also nicht mehr in Frage kommen. Ebenso wahrscheinlich ist es aber doch, daß der Mord mit den Einbrüchen in Verbindung steht. * Offenbach, 9. Mai. Einem Kriminalbeamten gelang es gestern vormittag, ethen Fahrrad marder auf frischer Tat abzusas- sen. Der Beamte beobachtete, wie ein ihm verdächtig vorkommender Bursche sich an em Fahrrad, das der Eigentümer wenige Augenblicke vorher vor den Bureauräumen der Allgemeinen Ortskrankenkasse unbeaufsichtigt abgestellt hatte, heranmachte. Als der Bursche sich auf das Rad schwingen wollte, sprang der Beamte auf ihn zu. Ser Dieb versuchte schleunigst auszurnßen, konnte ober aber bald eingehvlt und dingffft gemacht werden. * Aus Rheinhessen, 9. Mai. Dec rheinis ch« W e i n b a u i m F i l m. (Sine Berliner Filmgesellschaft will das rheinische UBetne baugebiet filmen. Man ist zu diesem Zwecke bereits an eine Reihe von besonders berühmten Weinorten Ij-eroirgetreten, um namhafte Zuschüsse zu erbaten, da man von der Filmaufführung für den Weinbau eine zugkräftige Reklame gerade dieser bevorzugten Orte erwartet. Einzelne Gemeinden, wie Ober-Ingelheim und anbe e, haben den Zuschuß aus Gemeindemitteln abgelehnt und verweisen die Gesellschaft an die Weinbaainttr-' essenten, die von dem Film ja auch den Nutzen hätten. tob. Mainz, 9. Mai. Gestern nachmittag gegen 3 Hhr entstand in der Schaltung des elektrischen Stromversorgungsnetzes unter dem Musiktempel auf dem Schillerplatz Kurzschluß. Die Explosion setzte die Isolierung der Kabel in Brand, toeiche schmolzen. Durch den Kurzschluß wurde für einige Zeit die Stromversor g u-n g.jz n t e r * b ro chen, so daß die Straßenbahn und auch der größte Teil der Stadt ohne Strom und Licht waren. Die Hrsache ist anscheinend in der Berührung eines Fremdkörpers, möglicherweise eines Steins mit den blanken Teilen der Drähte zu suchen. Der angerichtete Schaden ist nicht erheblich. * Rüsselsheim, 9. Mai. Aus tra» gische Weise im Main ertrunken ist das 7jährige Söhnchen des Wagners Adam Diel. Dem Kind war beim Spielen der Ball in den Fluß gefallen, als es diesen herausholen wollte, stürzte es in den Strom und ertranf. Hessen-Nassau. tot). Höchst a. M., 9. Mai. Auf der hiesigen Station stürzte am öonntagmorgen aus einem von Frankfurt nach Wiesbaden fahrenden Zug ein junges Mädchen, das sich mit einer Gesellschaft offenbar auf einem Sonntagsausflug befand. Es geriet unter den Wagen und tourbe sofort getötet. Der «Unfall ist anscheinend dadurch entstanden, daß man vorzeitig die Wagentür öffnete, an die sich das Mädchen mit dem Rücken angelehnt hatte. * Philippsthal b. Kassel, 9. Mai. Mit seiner Braut im Tode vereint wurde der Major von Sch. in Philippsthal. Er han- tierte mit einer Pistole, die sich plötzlich entlud und ihn tätlich verletzte. Bor Schrecken und Gram wurde seine Braut, die er in wenigen Wochen heimführen wollte, so schwer leidend, dah sie bald danach starb. fpd. Fulda, 9. Mai. Auf bem Kreuzberg, dem hochragenden Wächter der Rhön, wurde unter gewaltiger Beteiligung der Rhönbevölkerung das 40 Meter hohe Kreuz durch Bischof Dr. ©enger aus Bamberg feierlich eingeweiht. Don den Spenden für die Neu- a.kfrichtung des Kreuzes ist ein größerer Heber« schuß verblieben, der dem Vernehmen nach für den Ausbau des aißer Betrieb gesetzten Observatoriums zu einem Aussichtsturm Verwendung finden soll. Wettervoraussage für Donnerstag. Bewölkt, leichte Niederschläge, käller, nordwestliche bis westliche Winde. Durch ein starkes westliches Druckgefälle hoben uns falte Luftmassen, die von Norden her vor- brangen, Abkühlung und Nieberschläge gebracht. Die Witterung bleibt unbestänbig. Vermischtes^ Der Fähnrich von Hirschfeld. Der frühere Fähnrich Oltwig v. Hirsch» selb,, der wegen seines Attentats auf Erzberger zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt worben war, ist den Blättern zufolge infolge eines ärztlichen Gutachtens für g e 1 ft e s- front erklärt worden. Es soll der Antrag gestellt werden, Hirschfeld mit Rücksicht auf feinen Zustand aus der Strafhaft z-u entlassen. Seine Strafe wäre im Februar verbüßt gewesen, wenn sein Aufenthalt in der Irrenanstalt auf die Strafzeit angerechnet worben wäre. Ein Fälscher Md Hochverräter. Berlin, 9. Mai. (WTB.) In Berlin verhaftete bie Polizei einen gewissen Erich Anspach, der gewöhnllch als Dr. Anspach auftrat unb in größtem Ausmaße politische Dokunkente (z. B. angebliche Geheimberichte verschiedener Ministerien, angebliche Protokolle des Reichsfabi- netts usw.) fälschte unb diese Hrkunden den Ententestaaten in die Hände spielte. Eisenbahnräuber. Plauen i. V, 9. Mai. (WTB) 3m Münch e n - B er l i n e r 0° Zug ist in der Nacht zum Dienstag im Abteil zweiter Klasse auf einen olleinreifenben Herrn von zwei Personen, die in Schwandorf eingeftiegen waren, ein Raubüberfall versucht worden. Die beiden Räuber begaben sich in das Abteil, dessen Tür sie verschlossen, und versuchten den Herrn zu erwürgen. Durch das Röcheln des Heberfallenen wurden die Insassen des Nebenabteils aufmerksam. Als die Räuber sich entdeckt sahen, sprangen sie aus dem Fenster des fahrenden Zuges. Die Bergung der „Lusitania". Philadelphia, 9. Mai. (WTB.) Sme Expedition zur Bergung der „Lusitania" unb anderer Schiffe, die in den letzten Jahren gesunken finb, wirb am 25. Mai von hier abgehen. Don der zwecks Bergung der „ßufitania“ gegründeten Gesellschaft wurde der Dampfer „Dlakeleh" gechartert. Hier wird nicht angenommen, daß der Hebung der „Lusitania" große Schwierigkeiten entgegenstehen, da die Lage .genau bekannt ist. Theaterbrand än Paris. Berlin, 10. Mai. Wie bie Blätter Poris melden, zerstörte gestern nachmittag ein Großfeuer die gesamte Bühneneinrichtung des Theaters „du Casino". Der Schaden beläuft sich auf über 100 Millionen Mark. Kunst und Wissenschaft. Professor Hbbelohde f. ls Marburgs .Mai. Der bekannte Hessen- maler, Prof. Dr. Otto Hbbelohde, Ehrenbürger der Hniversität Marburg und Ehrendottor der Hniversität Gießen, ist gestern abend im nahen Dorfe Goßfelden, wo er seit vielen Jahren sein Heim ausgeschlagen, einer tückischen Krankheit erlegen. Im Jahre 1867 in Marburg als Sohn des Hniversitätsprofessors Hbbelohde geboten, erhielt er seine künstlerische Ausbildung auf der Akademie in München. Die Motive zu seinen schlichten stimmungsvollen Land'chaften sind zum weitaus größten Teile seiner hessischen Heimat entnommen. Daneben genoß er als Radierer einen hervorragenden Ruf, ebenso schasste er im letzten Jahrzehnt viele kunstgewerbliche- Entwürfe. Eine seiner letzten groben, Arbeite btafte das große Marburgs S3anbfdbaft6gemälbe fein, da» er der hiesigen Universität stistete und daS im Landgrasen ha uS seinen Platz gesunden hat. Don fernen Arbeiten befinden sich u. a. ..Märchen von der ©änfemagb" im Museum zu Halle, .Wandschirm" im Museum zu Breslau. Mit Ausnahme einer kurzen Zeit tm Jahre 1905, in der er als Lehrer an der Kunstgcwerbeschule in 5karlsruhe toirfte, ist Ubbelohde seinem Hessen- lande treu geblieben. JahreStagung des DühnenvvlksbnndeS. Hannover, 8. Mai Dachdem die G r , l l - parzer-Feier durch die stiminungsvölle .Ll- bussa"-Dorstellung würdig eingeleltet war. sand am Sonntag vormittag im Städtischen Opcrn- und Schaufpielhause eine Akademische Feier statt, welche vom Opernvrchesier durch Beethovens .Weihe des HauseS" festlich eingeleitet wurde. Die Gedächtni rede für dm groben österr.icht- ichen Dichter hielt der Bundes vorsld^rde, Geh. 'Reg.-2tai Dr Dyrofs, Bonn Die Feier nahm einen schönen, würdigen 23e-.I*i'xi{ten. Geheimrat Pros. Dr Dyrofs- Bonn wurde ctiftimmig per Ak- llcmation zum 1. Dundesvorsihenden wieder- s.evxihlt. ertretenZ>en Vorsitzenden wurde einstimmig Cornelius Dr. Freiherr von Hehl zu Hernsheim gewählt, lieber die Wahl des Hauptcrusschusses entspann sich eine längere Aussprache. Der biSbcrtge Ausschuh wurde wieder- und neu hinzugewählt dir Herren: Derlagsdirektor Dr. Tieres, Stabt- Dciorbneter Zink, Geheimrat Dr. D y ck erbos s - Mainz, Studienrat L i e s o n - Deuthen, Direktor Winkel- Essen, S?ani>'ag&ibg. Voigt- 3 res den, Geheimrat von Stockhausen- Hildesheim, Hauptmarm Kümmel- Flöha Oberbürgermeister Ter Wick-Aachen und Pfarrer Ebeling- Saarbrücken. Der Jahresbeitrag wurde für Einzelmitglieder auf 25 Mk., für Vereine auf einen Mindestbeitrag von 30 Mk. festgesetzt. 3*ir Festsetzung des Jahresbeitrages für daS nächste Jahr wurde das Direktorium ermächtigt. Es wurde ferner beschlossen, für sedes Mitglied der THeatergenvnnde 2 Mk. pro Jahr an die Zentrale abz-ufühven. Stichtage smd der 1. HoDcmbcr und 1. April. Das Direktortum des D.-V.-V. bilden die Herren: Baron von Hehl zu Hernsheim, Ger^ia'sekre'Sr 01 te- Berlkn. Erzellenz vvon Loebell - Berlin, ©ti- dentenseelsorger Drösche- Köln, Schriftleiter Emil Ritter- M.-Gladbach, Geh. Konsistorral- rat D. Kayser- Frankfurt a. M„ Geheimrat vonPvlenh- Druden 'rnd Professor Dr. Des- sauer- Frankfurt a. M. Am Montag abend wohnten die auswärtigen Teilnehmer- einer Aus- füh ung von 6t;"tndbcrg8 .CH l tus" im Städt. Opern- und Schcnlsplel^iuse bet Am Dienstag wurde als Lldschluß der Tagung ein AuSflug nach Hildesheim unternommen. Turnen, Sport und Spiel. * Die Hockey- und TenniSabtei- lung deS Gießener S. C. v. 1 900, der eine Reihe der besten Giehener Tennisspieler angehören, wird bemüht sein, diesem Sportzweig auch in Gießen zu seinem Recht zu verhelfen. Für mehrere Lage stehen der Abteilung die ausgezeichneten, neu hergcrichteten Tennisplätze zur Verfügung, so dah den Mitgliedern ausreichend Gelegenheit geboten wird, den Tennissport aus- zuüben. — Die Mitglieder machen wir auf die morgen gbend stattfindende Versammlung (siehe Anzeige) aufmerksam. Dort werden auch Deu- an Meldung en entgegengenommen. *Reit-nnd Fahr-Wettbewerbzu Gießen. Der Reit- unb Fahrklub (Sieben und Umgebung veranstaltet auch in diesem Jahre wieder einen Reit- und Fahrwetlbewerb. Die Ausschreibungen dazu verzeichnen Reit-, ©bring- und Fahrkonkurrenzen, GewandthcitSprüfungen usw. in 11 Dummern. Es sind bis jetzt bereits 95 Dennungen eingegangen. z£ Dom Gau Hessen. Am Sonntag hielt der 5. Bezirk im Turngau Hessen in der Turnhalle des Turnvereins 1860 zu Bad-Dau - heim ferne Frü ja'rs-Dezirksvorturnerstunde. die gut besucht war. Mit Ausnahme von Seminar Friedberg und WölserSheim waren sämtliche 23 Bezirksvereine durch Turnwarte und Vorturner vertreten. 3m Anschluß an das Turnen sand eine Beratung statt. Dabei wurde das diesjährige volkstümliche Bezirkswetturnen (Weithochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen, Lausen, Pflichtsretübung) auf den 11. Juni festgesetzt. Es findet in Steinfurth statt. ®tn Antrag von O hwa ld (Dad-Dauheim). das Wettumen der Schüler bereits am Samstag nachmittag abzuhalten, damit die Schuljugend nicht in den Festestrubel am Sonntag hineingezogen wird, fand einstimmige Annahme. Die allen Vereinen der Deutschen Turnerschaft zur Pflicht gemachte Goetz- Wanderung soll an Himmelfahrt sämtliche Dezlrksvereine nach Forsthaus Hubertus bei Münster im Taunus führen. Beschlossen wurde, die Zusammenkünfte der geübteren Turner des Bezirks zum Zwecke gegenseitiger Anregung wieder mehr zu pflegen. Als Ort für die nächste derartige Zusammenkunft wurde Griedel bestimmt. Zum 2. Dezirksspielwart wurde Gabler (Friedberg) gewählt. — Dachmittags fand der erste Dezirksturntag statt, der vom 1. Dezirkstumwart Hartmann (Bad-Dau- betm) geleitet wurde. Die Vertreter der Vereine, zumeist deren Vorsitzende, bestätigten die von den Tumwarten und Dortumem am Vormittag gefaßten Beschlüsse und nahmen nach einer Aussprache über wichtige Fragen der Dereinsleitung bann die Wahl der Bezirksleitung vor, die infolge der Deuorganisation des Gaues eine Dotwendigkeit geworden ist. Zur Unterstützung der Dezirksturnwarte wurden einstimmig gewählt: Studienrat Schuchmann (Tgm. Friedberg) als BezirkSvertrrter; Gericht SaMstew Lottig (Tb. Steinfurth) als BezirkSschriftwarN Techniker Weimar (Mtv. Bak>Dauheim) als Bezirks» raffentoart; Lehrer Oßwald (Tv 1860 Dab- Dauheim) als DezirkSpressewart. — Am nächsten Sonntag finden in Friedberg die Wettspiele um die Dezirksmeisterschast im Faust- ball statt. Zehn Mannschaften sind dem 1. Dezirksspielwart, Lehrer Loy (Dorna ssenheim) gemeldet worden — Der Turnverein Holzheim stiftete dem Bezirk die Summe von 150 Mark. Das Vermögen des Bezirks ist damit auf rund 1200 Mark angelaufen. — Der Dezirkstumwart schloß mit einem warmen Appell zu recht zahlreicher Beteiligung am Gaufest in Wetzlar die anregend verlaufene Tagüng. ■= Hungen, 9. Mai. Am vergangenen Sonntag machten unsere beiden Fußballmannschaften (1. und 2.) einen Abstecher nach Schwalheim zu einem Gesellschaftsspiel mit den dortigen Mannschaften. 3n der 10. Minute konnte H den 1. Ball unhaltbar cinfenben. 3n der 30. Minute erzielte Schw. einen Eckball, bei dessen Abwehr durch verunglücktes Zuspiel ein Selbsttor entsteht. Halbzeit 1: 1. Dach Wiederbeginn endet ein schöner Durchbruch von H. über das Tor, ein (Sctball für Schw. bleibt ergebnislos. Dach einem Ausball entstehen beim Einwurf Streitigkeiten, m deren Derlauf der Schiedsrichter einen Mann der Schw. Elf auffordert, das Spielfeld zu verlassen. Trotz mehrmaliger Aufforderung kommt der Spi.ler der Aissor- deruiig nicht nach, so daß sich H. veranlaßt sieht, das Spiel ai^ubrechen. Eckenverhältms 5: 5. — Das Spiel der 2. ^Mannschaften endigte 4:2 für Schwalheim. — Es ist bedauerlich, wenn einer Mannschaft Ordnung unb Disziplin fehlen mb sie sich nicht den Anordnungen des Spielleiters fügt. Dadurch schwindet das Sportinteresse. Das Spiel darf nicht in feindseligen Kampf ausarten, sondern eß muß in friedlichem Writstreit zum Austrag gebracht werden. — Der Kampf um die Fußball- me istersch aft Am 15. Mai müssen die Fußballmeister der s e en Landes» e bände dem Deutschen Fußballbund gemeldet sein. Wenige Tage stehen bis zu diesem Termin noch zur Verfügung und diese müssen reichlich ausgenutzt werden, denn in einzelnen Derbänden ist die Situation keines- falls geklärt. Mittel - und Westdeutschland werden im Kamps um die höchste Würde im Fußballsport durch ©bielocreinipung Leipzig bzw. Arminia-Bielefeld vertreten. — 3n Berlin wird die Meisterschaft am Mittwoch und Sonnabend zwischen Union-©. C. Charl. und Dorden-Dordwest entschieden. — 3m Dal tenverbande stehen sich am Sonntag Titania-Sleitin und D f. B.-Königsberg nochmals im Endspiel gegenüber. — Das erste Treffen gewannen die Königsberger durch Elfmeter mit 1:0, doch wurde einem Protest der Stettiner gegen diese Entscheidung statt gegeben. — Den Süddeutschen Meister ergibt das Spiel Wacker * München gegen Dorussia-Dennkfrchen am Sonntag. Die Münchener schlugen am v ergangenen Sonntag tn der Vorschlußrunde D. s. R -Mannheim glatt mit 4: 1 und sollten auch im letzten Spiel schwer zu schlagen sein. Die Derbände von Dord- unb Sudostdeutschland befinden sich tn einer ungünstigen Sage. 3m Dorden stehen drei Vereine mit gleicher Punktzahl an der Spitze der Tabelle, nämlich Eimsbüttel, Hamburger Sportverein und Holstein-Ktel, da letztere am Sonntag gegen Hamburger Sportverein nach äußerst scharfem Kampfe mit 2:3 unterlagen. — Am Donnerstag tritt der Hamburger Sportverein gegen Eimsbüttel an und der Sieger auS diesem Treffen kämpft am Sonntag mit Holstein-Kiel um die Meisterschaft von Dorddeutschland. — 3n © üdost - deu tschland haben durch den Sieg von Sport- sreunde-DreSlau über Viktoria-Forst beide Vereine mit Preußen-Kattowitz gleiche Punktzahl Am Mittwoch spielen Sportfreunde gegen Preußen- Kattowitz und der Sieger auS diesem Kampf tritt am Sonntag gegen Diktoria-Forst an. — EinSchachsechskampf.derdie Aufmerksamkeit der Schachfreunde verdient, beginnt soeben in der Berliner Schachgesel schift S P o st. der Meister von Deutschland, hat in S ch l arg c unb John, die dritten und vierten Preisträger aus Hamburg, seine g-jährlichsten Gegner. Zander wird alles daransehen, fein ungünstiges Abschneiden im Hamburger Meisterturnier zu berichtigen und Pahl will zeigen, daß er die Beringung der Meisterwürde 1920 nicht nur Fortuna verdankt. Als sechster Teilnehmer spielt Plön- n i g s, der die Sicherheit, die ihm beim Kampf um die Berliner Meisterschaft zum ©lege fehlte, wiedererlangt haben dürfte. Jeder spielt gegen jeden zwei Partien. — . .. - ' ______________U-■---- --JJ »chndUkber und sdvncrzlos iuhnc.'di Kien Jn Momheui. Sthwidm ^■.Apotheken» X^Warzen flrzhkh tm^ohten Drooerien erhaitlkn XV MMtoner^ach rww< räumige 8-Zim-Wobn. lUiwig tulrb vergütet. Schrift!. Angeb. unter 04831 an den Gies,. An». IS1s«EE^sdot«I Die Bauptagentup Gießen einer erstkl. Lebens- u. Unfallversicherung ist — mögt, mit Be- rufsvertreter — neu zu besetzen. Herren, deren Beziehungen zu ersten Kreisen ein entsprechendes Neugeschäft verbürgen, bei. Offe.te unter F. R. L. 1493 an Rudolf Messe, Frsnk- furt a. M., einznreicheu. 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Nr. 04852 d. i^ieß. Anz. mit ihm schriftlich in Verbindung zu treten. - ’lKJEaxrS « t » r < In Darmstadt, in behaglichem Heim, finden 4-5 jg. Mädchen freundl. Aufnahme. Eigenes Haus im Garten, gute Bervfle- gung.forgfameErziehung, Gelegenheit zu wiffen- schastl. .vortbildung in Unlerrtchtskursen durch die Leiterin 4591ss Frl. Elisabeth Heinzer- ling, Schulvorsteherin, Darmstadt, Anna-tr. 36. >4lleinhersteller Werner & Merhz ArG. Mainz. gen zu kaufen gesucht. U-Eisen N P 18- 30, abzugeben. Karl Haardt, 4598 Dillenburg. TtoE-to1* Der heutigen Stadtauslage liegt ein Pro- fvekl Qbermetzcr - Medizinal - Herba Seife bei, welche sich bei HautauSschlägen. Flechten, Pickeln, Jucken, Haarausfall u. dergl. hervorragend bewährt hat. 4564 id Mittwoch, 10. Mat 1022 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 109 Zweites Blatt len, ba bicfc doch am 1. Juli erfolgen ^a9 foroen, muinpngien p i«uie «.ii««« Sufe Aulforderung hat in den Heiden I m,t ‘^0; es ist, als pflanzte man ein Korn und Ten Lehrer die größte Erbitterung ge- erntete siebenhundertfältige Frucht. Der ame° ,werde. der älteren Lehrer die größte ®rbitterung ge- Energiequellen wie folgt: t Dienst. 'Hur ein roter Blutfaden trat über te-2 1 27 viel- nicht Kein anderes Land (mit Ausnahme leicht Chinas, dessen Möglichkeiten noch Wasier- fcräf e 37 20 2Vz 22V, 1 4 16 Aus dem Tlmtsvcrkündigungsblatt. *• Das Amtsverkündigungsbiat Ar. 61 oom 9. Mai enthält: Listen für die Quit> Lehrern aufgeben lieh, ihre Penswnierung zu i beantragen, da diese doch m zwei (engl.) Pfund Kohlen ruhen. Ein japanischer Bergarbeiter, der 1400 Pfund Kohle am Tag fördert, multipliziert so seine Energie über das Matz dessen, was sie selbst leisten kann, hinauSgeht. Die Kraftleistung eines Durchschnittsarbeiters entspricht etwa dem zehmen Teil einer Pferdestärke. Die von einem Bergarbeiter während eines Achtstundentages persönlich entfaltete Energie entspricht der, die ganz zu übersehen sind) verfügt also auch nur über ein Fünftel der Gesamtenergie-Mengen der Bereinigten Staaten, was diesen eine industrielle Blüte garantiert, wie kein anderes Land sie je wird erreichen können, weil es nicht entfernt über die Energiequellen der Bereinigten Staaten gebietet. Dazu kommt, dah die Bereinigten Staaten ein junges Land sind und datz der grötzte Teil dieser Kraftquellen der Bereinigten Staaten noch nicht erschlossen ist, während ein Land wie Japan seine begrenzten Möglichkeiten, die sich auf nur ein Fünfhundertstel derjenigen der Bereinigten Staaten belaufen, schon in sehr weitgehendem Matze erschlossen hat. rikanische Bergarbeiter fördert täglich 8800 Pfund und miltipliziert damit seine Energie mit 4400. CS gibt in den Bereinigten Staaten 41 Millionen Lohnempfänger und ihre Energieleistung dürfte 4 Millionen Pferdestärken wenig übersteigen, was nicht mehr sein würde als etwa die Energien, die in der von 9000 Bergarbeitern geförderten Kohle gewonnen werden. Kohle und Petroleum und Wasserkräfte sind die wirklichen Kraft- und damit Machtquellen eines modernen 3ubuftricftaa= tes. Aach den Schätzungen der wahrscheinlich und möglicherweise vorhandenen Kohlen- und Petrolcumschatze und Wasserkräfte in den Hauptindustriestaaten verteilen sich (in Millionen von Pferdekrästen ausgedrückt) deren tungskarten. — Mieteinigung Zämter. — Wohnsitz der Lehrpersonen auherhalb ihres Dienstortes.— Besetzung von Lehrerstellen an der deutschen Schule im Haag. — Errichtung von Gebäuden in der Aähe der Dahn. — Gebühren für Zeugen und Sachverständige. — Walzarbeiten. — Dienstnachrichten. — ^elbbereinigungen Heuchelheim und Treis an der Lumda. Die Sperrung der Kreisstratzenortsdurch« sahcten Albach, Klein-Linden und Rödgen wird aufgehoben. 3n der Gemeinde Angenrod (Kreis Alsfeld) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Ort und Gemarkung Angenrod wurden zum Sperrbezirk erklärt. Ort und Gemarkung Borkenrvde wurde zum Deobachtungs- gebiet erklärt. — 3n der Gemeinde Leusel (Kreis Alsfeld) ist die Maul - und Klauenseuche ausgebrochen. Ort und Gemarkung Leusel wurden zum Sperrbezirk erklärt. Geldvergeudende Beurlaubungen. AuS D a r m st a d t wird uns geschrieben. Bor kurzem brachten wir die Aachricht, datz die hessisch' Schulbehörde mit ihrem VLjährigen Staatspräsidenten Ulrich an der Spitze, unter Umgehung der Bvlksvertrctung den gleichaltrigen Gerichtssaal. Diebstahle bei der Eisenbahn. • Frankfurta. M., 9. Mai. Bor der HK» sigen Strafkammer hatten sich sechs Eisenbahner zu verantworten, die aus einem Waggon datz es sich um Lene handelte, war ihm klar. Wie ein ferner Bohrer arbeitete der Gedanke in dem umdämmerten Bewußtsein, und ruhte nicht, bis es vollends klar darin geworden war. „38 das eine Macherei?" hörte er dre Schlupfline aufbegehren. „Wenn eins ein Krankes warten soll und läuft davon, als wie der Has aus dem Kohl!" .Das wundertätige Wasser —" wollte Roman erklären, aber er fand die Kraft nicht, datz es laut tourte. Es stritt und kämpfte in ihm gegen das ohnmächtige Gefühl. Das ungestillte Verlangen, Lene zu rechtfertigen, steigerte sich unter ter Schmähsucht ter Weiter bis zur Qual Langsam setzte sich in ihm der armselige Rest ter Lebenskraft zur Wehr. „Line!"» floh es von seinen Lippen. Ater die Line hörre nicht. Sie ritz gerate mit Getöse das Fenster auf. Der eisige Luftzag traf den Kranken wie ein Pfeil. „Lene! Lene!" schrie sie hinaus. Und da keine Antwort tarn, schmetterte sie das Fenster wieder zu. „So! — Ietzund Weitz ich's. wo der Barthel den Most holt! Schau 'naus, Weberin, und sag, ob die Rächt nit so schwarz is, als wie ein Loch? Das is die Zeit, wo das Böse draußen umgeht! Da verhandeln sie letzt am den Buten seine arme Seel!" Ein markerschütternder Schrei ließ die Weiber entsetzt zusammenfahren. Ausrecht stand Roman in seinem Bett, wachsbleich. Den Hals voc- gestreckl in Atemnot, stand er da und rang nach einem Wort. Allein die Brust versagte ihm den Lchlichtungsauoschuß der Provinz Lbcrhcsscn. Derbandlung vom 9. Mai 1922. Für die Arteiter des Scheidhauer und Giessing'schen Ouarzilbruches E d.'n- rod tourten enlsprechcrd tem Angebot 25 Prozent Zulage ab 1. Rai vorgeschlagen. Der Spitz en- lohn ter Bet i.bsarteiler t nun: hiernach auf 12,40 Mk. Der anLagftcllente Beru^verband Deutscher ©kinorteitcr lehnte den Schieds» pruch ab. Die Arbeiter ter Zigarren un ö Ta« baksabrit K. Ehr. Weber in Schotten hatten seit tem 1. Mai 1922 de Arbeit nicter- gelcgt. weil die Entlohnung nah dem neuen Reichstarifvertrag für die teu fche Zigarren- Herstel.u g v rweigert Wirte Da feix Aus- r.at)meoervä.lniffc l ie e De weig.ru g teg. unter erscheinen liefen, wurde ter Firma l i Anerkennung der Lohnsätze des Reihstarisved'a^es von ter Wiederaufnal-me ter Artei', an au,gegeben Die fristlose Ent.a sung eines 'Sdiieb8rat6mlb gliedes tourte für unwirksam erklärt De n E nsp uh des B t ieb r t vmfitzcndrn der Draunkohlengruden Salzhausen gegen fristlose Entlassung tonnte nicht stattgegrben werten. Weihes Hemd. Dann schlug er lautlos über daS Bett zurüä. Kreischend rannten die beiden Weiter davon, in die Wirtsstute hinein, wo die Tollwut xuntergleich angehäuft lag. „Der Bub is tot. — Der Bub is tot!“ schrieen sie .Donnerkeil!" Der Waldsackerer hatte die Faust auf den Tisch geschmettert, datz die Gipser sprangen. Der rote Rand um seine Augen vertiefte sich. Er stand auf und ging mit schweren Scyritten hinauf. Wenn die Line gelogen hatte, mochte sie sich vorsehen! Die Brütern stolperten hinter dem Waldsackerer drein. Ein paar Frauen führten die halbohnmächtige Waldsackerin herbei. Als ter Krugwirt vor ter Leiche seines Buben stand, wich ihm alles Blut aus tem Kopf. Verwirrt durch die Plötzlichkeit tes Ereignisses sah er sich nach Lene um. .Wo ist das Mädle?" herrschte er die Schlupfline an. . Ausgerückt I 3m Stich hat sie den Buben gelassen!" Mehr bedurfte es nicht, Miene und Torr taten das ihre. .Kein Mensch Weitz wohrnk" ergänzte ter Weberin erregt. „Weil ich das Hnfelige hab' in mein HauS genommen!" wimmerte die Waldsackerin unter ter erstickenden Tränenflut. Alles Mißliche, dos' sie durch Lene erfahren, erschien ihr unter tem Schmerz, den sie litt, in anterm Licht l Fortsetzung folgt) Der lag leise stöhnend in seinen Kissen. Der arge 2ä~n entritz ihn dem Halbschi unmer. Er hörte wohl, was um ihn vorging, aber er hörte e3 wie durch ein fremdes Ohr. Die Eindruck* -> icun. -tun tarnen und wichen, wie Wellen am Strand. Rur > bläulichen Lippen und schlangelte sich über srm Wechsel nicht mit sich, da der neue Fahrplan vom 1. Juni eigentlich einen Zahresfahrplan darstellt. A A u tounfall. Ein Kraftwagen überfuhr bei Klein-Linden zwei Rad.ahrer. Beite stürzten! ter eine tourte schwer verletzt und brach zwei Rippen, S:tn Rad tourte vollständig zertrümmert. Der andere-kam auch zu Fall, wobei seine Kleidung zerrissen wurde. Hreis Alsfeld. § Mücke, 8. Mai. 3eht erst konnte die Forellenbrut in die Bachläufe eingesetzt werten, gegen sonst eine vierwöchentliche Verspätung. Die Brut tourte von der Zuchtstation Gietzen in besonderen Fischbehältern hierher verbracht. Don den' Eiern waren nur 25 Pro;, ausgegangen. Demnach tourten die Besteller nur mit dem vierten Teil ihrer Bestellung beliefert. Auf das Tausend kamen nur 250 Setzlinge. Hreis Schotten. § Groh-Eichen, 8 Mai. Unter grobem Andrang fand gestern die Enthüllung und Ein- toeihung unseres Denkmals für die Gefallenen statt. Das Denkmal, von einem Bildhauer aus Friedberg L H. hergestellt, erhebt sich auf dem bestgeeignetsten Platze des Friedhofes. Der Posaunenchor Bobenhaulen eröffnete die Feier. Vorträge tes hiesigen Gesangvereins, des gemischten Chores, der christlichen Gemeinschaft, Schülergesang, Einzelvorträge von Schülern und Erwachsenen rahmten stimmungsvoll die Fest- und Weiherete tes Ortspfarrers Staubach ein, der eine kurze Anspvache von Lehrer Fig vorangegangen war. Darauf erfolgte die Rieter- Icgung von Kränzen am Fuße tes Denkmals, zu tem ein hiesiger Gärtner eine prächtige Umrahmung geschaffen hat. Die Vertreter ter Derg- werksgruben Luhse und Luise legten gleichfalls prächtige Kranzspenden nieder. Zuletzt danfte der Ortsbürgermeister Faust in herzlichen Worten allen, die zum Errichten des Denkmals und seiner Weihe beigetragen haben. Kirche und Schule. • Don der Volksschule. Man schreibt uns: Am 1. Mai d 3 ist ein Schulmann in den wohlverdienten Ruhestand getreten, ter sich um die Hebung des Diehener Volksschulwesens hervorragende Verdienste erworben hat, nämlich Herr Rektor H. Knauh. Er kann mit Stolz auf eine 52jährige, rcichgesegnete Dienstzeit zurückblicken, von ter er 31 Jahre in ©leben, zuerst als Lehrer, später als Leiter ter Stadt-Knabenschule zubrachte. Mit nie ermüdentem Eifer und mit grösster Treue lieh er sich stets die Erziehung und die geistige Förderung ter ihm anvertrauten Jugend angelegen sein, und gsvh ist die Zahl seiner Schüler, die in dankbarer Erinnerung zu ihrem einstigen Lehrer emporschaut. Auch das ©iebener Fortbildungsschulwesen hat unter seiner tatkräftigen Leitung einen neuen A ftschtoung genommen und konnte sich mit seinen Leistungen durchaus sehen lassen, was von ten daran interessierten Kreisen anerkannt wurde. Der Knabenhort fand in Herrn Knauf; einen eifrigen Förderer und warmen väterlichen Freund. Reben feiner eigentlichen Schularbeit fand er aber noch Zeit, seine Kräfte in ten Dienst zahlreicher gemeinnütziger Bestrebungen zu stellen, von denen hier nur die Kaufmännische Fachschule genannt sei. Diese verdankt Herrn Knautz vor allem ihre Entstehung, und dort hat er als Lehrer und Leiter sein reiches Wissen und Können in der Heranbildung eines tüchtigen Nachwuchses im Kaufmannsstante vorzüglich bewährt. So war er aufs herzlichste bestrebt, seine Schüler zu nützlichen Gliedern ter menschlichen Gesellschaft heran- zubilten. Durch sein entgegentommenteS Wesen, durch ten Pflichteifer und die Treue im Berufe hat sich Rettor Knauh m hohem Matze die Wertschätzung und das Vertrauen seiner Amtsbrüder und Amtsschwestern erworben, was be anders bei ter Feier seines 50jährigen DienstjubiläumS zum Ausdruck kam. Die Lehrerschaft sah in ihm nicht ten Vorgesetzten, sondern ten väterlichen Freund und Berater, ter jedem, besonders aber den jüngeren im Lehrerslande, gern mit Rat und Tat zur Sefte 4land. Sein Wirken fand aber auch über den Kreis tes Gießener Schullebens hinaus warme Anerkennung, und so erfreute sich Herr Knautz in weiten Kreisen der hessischen Lehrerschaft eines hohen Ansehens und der allgemeinen Wertschätzung. Möge ter verdienstvolle Schulmann nach einer so arbeitsreichen Tätigkeit im öfsentlichen Schuldienste sich noch rech! lange körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frrsche erfreuen und möge ihm ein schöner und glücklicher Lebensabend beschieten fein. ri. Lich,' 9. Mai. 3n Hofherm i. T., too er bei seiner Tochter zur Erholung weilte, st a t b im 8 2. Lebensjahre Pfarrer i R. A/b. Hunker. Der Entschlafene, ctn Licher Kmd, war 8 Zahre als Vikar und Pfarcverwalter in Ridda, In seiner Vaterstadt Lich, wo. er auch an der Walzschen Privatschule wirkte, und m Langsdorf tätig, tarn an Reuiahr 1876 nach Rhein- Hessen, too er Pfarrstellen an verschiedenen Orten bekleidete und kehrte, nachdem er in ten Ruhestand verseht toar, in seine Vaterstadt zurück Seine Herzcnsgüte und Mildtätigkeit machten ihn allgemein beliebt tragen, was ja auch begreiflich erscheint. Hat das Uebergehen der Volksvertretung damals schon Aufsehen erregt, so muh ein weiteres Vorgehen der höchsten tessischcn Schuldes n- se die S roßte Entrüstung aller Steuerzahler und das irflaunen über das lässige Zusehen ,,.c su>lks- vertceter Hervorrufen. Die Schulbehörde b.u nämlich die Au geforderten, die alle noch voll arbeitsfähig sind, gegen deren Willen und gegen deren ausdrücklich ausgesprochenen Wunsch, weiter Unter- richt erteilen z u wollen, beurlaubt und lätzt den Dienst durch jungeSchul- Verwalter toahrnehmen. Dieses auto- kratische Dorgehen der höchsten Schulbehörde stellt sich tem Maifeierdiktat des Ministerpräsidenten würdig zur Seite. Man will die Kammer anscheinend vor vollendete Tatsachen stellen, die nur Ja und Amen dazu zu sagen !>at. Es mutz sich doch jeder Steuerzahler fragen: Sind denn unsere Interessen gleich Rull und hat denn unsere Dolks- bertretung kein Bestirnmungsrecht mehr? 3m Hinblick auf die schädlichen Wirkungen des Zwangspensivnierungsgewhcs machen sich in den ßäntem starke Gegenströmungen geltend. Sv haben, wie wir schon berichteten, die badischen Lehrerveltreter Front dagegen gemacht und jetzt brachte, wie aus Berlin berichtet wird, die rechtsstehende Arbeitsgemeinschaft. Zentrum und Demokraten, einen gemeinschaftlichen Antrag ein, das Zwangspensionierungsgejeh einstweilen autzer Wirksamkeit zu sehen zur Herbeiführung erleichternder Voraussetzungen. Die besondere Eile, in ter man in Hessen die Sache betreibt, scheint hiermit im Zusammenhang zu stehen und bei uns, too das Regiment Ulrich immer mehr absolutistische Formen annimmt, verschleudert man unterdessen das Geld ter Steuerzahler in ter unerhörtesten Weise. Es drängt sich für jeden die Frage auf: Haben die an ihre grohen Gehälter gewöhnten Herren am grünen Tisch denn gar keinen Begriff mehr vom Werte tes Geltes und kein Verständnis mehr für die Rot der Steuerzahler und unsere ungünstige Finanz!tge? Wir • haben Mrzlich schon auf das Unwirtschaftliche und Ungerechte solcher Matznahrnen hingetoiesen. Betrachten wir und einmal die finanziellen Wirkungen näher. Wir haben in Hessen rund 8000 Beamte und Lehrer. Rehmen wir im Durchschnitt für die Folge 100 Zwangspensionäre pro Hahr mit einer Durchschnittspension von 40000Mk. an, so würde dies jährlich zur Zeit 4000000 Mk. betragen, die ausgewendet werden mühten, um arbeitsfähige und arbeitswillige Beamte am Weiterarbeiten zu verhindern. Es kann nicht angenommen werden, dah unsere Volksvertreter diese Geldverschleuderung mitmachen und das älnrecht an ten alten erfahrenen Beamten und Lehrern so kostspielig bekräftigen. Die höchste Schulbehörde hat allerdings ten Fehler gemacht, dah sie eine Heberfüllung tes Berufs nicht mit weitschau entern Blick verhinderte. Aber es wäre unangebracht, solche Mittel als Abhilfe.heranzuziehen. 3m Schulministerium selbst gibt es deispielsweise auch noch Stellen, die zur Zeit von Beamten und Beamten anwärtern versehen werden, und es würden sich sicher auch für solche Stellen, die im Wege der Verschiebung freigemacht werden könnten, Reflektanten zeigen. Außerdem könnte die Zahl der definitiven Stellen vermehrt werden. gerückt sind und der Winter im hohen Borden noch festen Fuh gefaßt hat. 3m ru s schen Kontinentalklima tritt der Hebcrgang fast ganz rc- gelmäh.g ein. denn der Sommer beginnt eben Ende <üiai. Nachher tut und kein Nordwind mehr Schaden. Die letzten kalten Nordwinde sind freilich die empfindlichsten und schädlichsten.- * uk. •• Die Geltung des Sommrr- ahrplans, der am 1. Juni eingeführt wird, war ursprünglich bis zum 30. September vorgesehen. Seine Dauer ist jetzt bis zum 7. Oktober verlängert worden. Es g.lt dies auch für die mannigfachen Sonderzüge, die der neue Fahrplan Vorsicht. Sie sollten bisher bis zum 30. September verkehren, laufen aber bis zum 7. Oktober einschließlich. Die Verlängerung rührt davon her, daß im besetzten Gebiet in der Nacht vom 7. zum 8. Oktober die Rückkehr von der Sommerzeit zu der westeuropäischen Zeit erfolgen wird. Die westeuropäische Sommerzeit entspricht bekanntlich unserer mitteleuropäischen Zeit. 3m besetzten Gebiet muß demnach mit dem 8. Oktober ein neuer Fahrplan eingeführt werden. Mm den doppelten Wechsel des Fahrplans am 1. und 8. Oktober zu ersparen, tritt im ganzen Bereich der Reichsbahn der Fahrplanwechsel am 8. Oktober ein. Große Bcränderungen bringt der Die Vereinigten Staaten als der „stärkste" Staat. Einer Veröffentlichung des Bergwerk- bureaus (Bureau of Mines), die streiflicht- artig die noch im weiteren Bereich der Bereinigten Staaten schlummernden Möglichkeiten oder Energien beleuchtet, entnimmt der F. P. S. folgende interessante Mitteilungen: „Die wirkliche Gruundlage der Macht einer Nation stellen mehr noch als ihre Men- schcnkräste ihre Energiequellen dar. Die moderne Art und Weise, die Energie eines Mannes nutzbar zu machen, ist, ihn etwa so zu verwenden wie den Detonator eines großen Geschosses: die kleine Ladung setzt die große in Gang und löst damit eine Arbeit aus, die weit DieSakramentshex. Roman von Marie Kerfchen st einer. 16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Der Waldsackerer ging bedienend zwischen den Lärmenden hin und her. Ei: umßte sein ganzes Anseten aufbieten, um die Rahe a isrecht zu erhalten. Hnd es war ihm von tem Dielen Be- febeibtrinten selbst bereits ein wenig nebelig za- mat. Die Waldsackerin hantierte aufgeregt in Küche und Keller, oie hatte ten ganzen Tag lang nur ein einziges Mal Zeit gefunden nach ihrem kranken Buben zu sehen. Da sie ihn friedlich ’ schlummernd im Bett gesunden, ging fte rasch wieder aus ter Stute, ohne Lenes Abwesenheit bemerkt zu haben. Die Schlupfline batte ihr versprochen, vor tem Schlafengehen noch einmal nach dem Rechten zu sehen. Die nahm diesmal ter Sicherheit halber die Weberin mit. Als Roman die Tür gehen hörte, schlug er hastig die Aagen auf. 2&cr es war immer noch nicht Lene mit tem wundertätigen Wassert 01 jr wir ein Hauch ging ter Gedanke durch fnn Bewußtsein, ter.m drückte die Schwäche ihm von neuem die Augen zu. „’ß nimmt mich wunder, ob der Bud noch lebt?“ wisperte die Line, als fi> ans Bett trat. „Schnauft er noch?" wollte die Weberin wissen. Sie hielt ihr Gesicht vor das des Knaben, um deutlich zu sehen: „3 kam Bewegung in ter Schlupfline breitbasige Gestalt. Lautschattend fiel ihr Zelerrnordiv in die Stille. .Das Mädle is ausgerückt! — Weg ato wie ein Spinntoeb im Wind!" Eie stemmte die Arme in die Seiten und sah Die Weberin Dielfagenb an. „Was stehst, Weberin, und machst ein Gesicht, wie neun Tag Regenwetter! Wicd's dir beim atletoeil noch nit hell im Hirn?" .Am End' hat sich das Mädle verstecken?" meinte sie blöde. .Bersteckelt!" äffte ihr die Schlupfline nach .Du red'st als tote du's verstehst!" Ater sie machte sich trotzdem daran, mit ter Weberin die Stute zu durchstöbern. Der Hausrat tourte von den Wänden gerückt, alle Winkel und Ecken durchforscht. Nichts blieb an seinem Fleck Der tränt* Knabe wurde darüber vergessen. kohl« •Petroleum Bereinigte Staaten 500 000 400 China 200 000 60 Deutschland 48 000 2 Canada 40 000 40 Großbritannien 27 000 ? Australasien 19 000 ? Ruhland 17 000 280 Polen und Tschecho- slowakien 14000 45 Britisch-Ostindien 11000 70 für 12 OCO ML deinen entwendet hatten. Stoet dec Angeklagten wurden freigesprochen, die anderen vier erhielten je 9 Mvnate Gefängnis. Das Gericht brachte dabei zum Ausdruck, daß die Cisen- bahnangesleilten, die sich in dieser Weise an dein ihnen anvertrauten Gut vergingen, auf eine bedingte Begnadigung nicht zu rechnen hätten. * * 5) ö ch.st a. M., 9. Mai. Das hiesige Schof- f e n g e r r ch t hat den Pächter Wilhelm Schäfer und dessen Sohn wegen Mtlchpantschersi zu je 80C0 Mi. Gel. strafe verurteilt. Tcschwerend fiel ins Gewicht, das) die beiden die gepantschte Milch nach dem städtischsn Krankenhaus lieferten. VLMKOOSrs. Der kurze Rock als Wahlparole. D'e Längs des Rockes wurde in Kansas zur Wahlparole bei einer Wahl der neuen Schulvorstände gemacht. Der alte Schulvorstand hatte nämlich verschiedene Schülerinnen wegen allzu kurzer Röcke und der ‘23er» Wendung von Sch önhe.tsmitteln aus der Schule ausgeschlossen. Die angerufenen Gerichte befahlen aber die Wiederaufnahme der Mädchen, und darauf traten zwei Mitglieder der Schulverwaltung zurück. D.e Kandidaten für diese Posten mahlen nun den kurzen Rock zur Wahlparole und errangen, wie das Rcu- yorker „Evening Journal“ berichtet, einen glänzenden Sieg. Die Richter, die die Wiederaufnahme der kurzröckigen jungen Damen angevrdnet hatten, empfingen zahlreiche Zu- stimmungsschreiben aus allen Teilen der bereinigten Staaten, in denen das Lob des kurzen Rockes in allen Tonarten gesungen wurde. Buchcrrrfch. — Gilder, Der Untergang der Jeannette-Expedition. (Bolls- und I'igenLansgabe als Band 15 der Sammlung .Reisen und Abenteuer".) Drockhaus, Leipzig. — Die bekannte Sammlung „Reisen und Abenteuer", die wir als. wertvolles Mittel im Kampfe gegen S'hnvutz und Schund kennen, schreitet erfceulicb rusch vor. Das neue Weckchen ist das Hohelied u^Lnschlicher Willenskraft und darum gerade in dieser Zeit ein Volksbuch, eine Zugendschrist von ■?. .'zieherischem Wert. Der Verfasser hat als amerikanischer Zeitungskorresponden.t vor vierzig Iah- rc-it an einer Expedition zur Rettung der Schifs- l,rüch:gen der nach dem Rordpol strebender und w E'.s erdrückten „Jeannette" sich beteiligt, er hat die unsägliche Mühsal der Reise durch arttische Wildnis ertragen, hat in Schnee und Eis Szenen von einer Tragik ohnegleichen erlebt. Aber er hadert nicht mit dem Schicksal, und das Leid hat *bm den Blick für Land und Leute nicht getrübt. Gilters Werk macht den Eindruck, als wäre es eigens für uns Deutsche in dieser schweren Zeit geschrieben. Handel- Frankfurt a. M., 9. Mai. Börsen- stimmungsbild. Die Börse begann in schwächerer Haltung. Auf allen Marktgebieten waren die Kurse bei Beginn niedriger. Das Geschäft hielt sich sowohl am Devisenmarkt als auch im Effektenverkehr in engen Grenzen. Den Dollar nannte man im Frühverkehr mit 292, später 287 und 291. 3m freien Verkehr herrschte große Zurückhaltung. Die gestern erzielten Gewinne gingen wieder verloren. Benz 490, Gebr. Fahr 580, Rastatter Waggons 645, Mansfelder Kuxe 21 000, 3nag 500. Die Kursbewegung der Valutapapiere war unregelmäßig. Mvntanaktien zeigten wegen Fehlens jeglicher Anregung während des ganzen Verlaufes eine lustlose Haltung. Die Amsatz- tätigkeit in chemischen und Elertrizitätspapie- ren.par wie überall geringfügig. Autowerte lagen schwach. Die gedruckte Stimmung auf dem Cinheitsmarkte wich auch heute nicht. Schiffahrtsaktien schwächer. 3m weiteren Verlaufe traten weitere Abschwächungen ein. Die Börse schloß bei schwacher Tendenz. Privat- diskont 4'Vj Prozent. 5 ran üfur t a *HL, 10. Mai. Börsenkurs«. Srantjurt Berlin Sch'uSchuf)- Schluß- 6<.)lnß= Kurs Kurs Kurs Kurs Datum: 8^5. 5°/, Disch. Kriegsanl. 77,5 ) 4° gDtsch. Reichsanl. 82, - 3" o Disch. Reichsanl. 128 « 4°/0 Pceuß. Konfols 82,sO Hamburg-Paketf.. . J***- Rorddsutscher Lloyd ^.75 Lomm.u.Privatbank 803, - Darmstadter Bank . 804,- Deutsche Bank . . . °93r- Lisconto-Tesellschast 4c6, - Dresdner Bank. . . ~ Mitleid. Eroditbank. 270,- Raiiona.ban? f. D. . 807,- Boch. Vuststahlwerke * »— Bud.- Gifenw.- Aki.. 805, - D.-Luxsmb. Bergw.. 960, - Gelsenkirch. Bergw.. 996, - Harpener Bergbau. 1815,- Oberschl. Sisenb.°B. 880,- Oberschles. Eiseninö. 720 - Phönir-Bergb. - Akt. 1120, - Bad.Änttin°u. Soda 735,- Hochster Farbwerke. 682, - Allg. Gisktr.-Ges. . 665,- Felisn L Guilleaume 825, — Schuckert-Werke. . . 665,- Adierwerke 501,- Daimler 454, - 4° „ Hess. Staatsanl. 79,75 Electron Griesheim 808,- Dksche. Bereinsbank 228- 9. 5. 8. 5. <7,50 77,50 91 30 92 50 128, - 129, - 90 25 82,50 395,- 390,- 312, - >12,50 300,- 334,- 301,- 304,- 590,- 600, - 436 - 438,- 318 - 324,- 268, - 270,- 301 - 30>,- - - 1045, - 770'- 785,- 930 - 96?,- 957'- 991,- 1745 - 17,0,- 810'- b65,- 690,- 708, 1070,- 1105,- 718,- 735,- 665,- 671,- 640, - 650, - 780,- 730,- 583,— 596,- 495,- 501. 445,- 450, • 78,25 78,50 795,- 810,- 2'28. - Warknotiermigsn. 9.5. 77,50 >3 - 129, - 31.25 385,25 307,- 300,- 361,- 600, - 4 6.- 321 - 266,- 8,1, 1025,— 763 - 940,- 9 »5,- 1750,- 810,- 676,- 1064,- 715,- 6;5,- 611,- 750,- 585,- 435,- «eS.75 79.75 775,- Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 8.5. Zürich Fr. 125.40 1 75 Amsterdam Fl. 59.20 0 87 Kopenhagen Kr. 88.80 1 58 Stockholm Kr. 88.80 1,32 Wien Kr. 117.80 — Prag Kr. 117.80 17,30 London Sh. 97.80 1,32 Reuyork 5 23.80 0,33 Paris Fr. 125.40 3.66 9.5. 1,79 0,90 1,66 1,35 1812 1,27 -.34 3,78 Züricher Devisenmarkt. 9. 5. 10. 5. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. = 191*25 199.50 Deutschland 100 ML — 1.75 1.775 Wien 100 Kr. — 0.06 0.06 Prag 100 Kr. = 9.90 9.85 Paris 100 Fr. — 46.70 47.20 London 1 £ = 33.— 234)3 Italien 100 L. = 27.10 27.50 Brüssel 100 Fr. = 42.50 43.05 Budapest 100 Kr. = 0.66 0^7 Reuyork 100 $ = 518.75 518-25 Agram 100 Kr. — 1-87 1.875 Warschau 100 Ät- = 0,13 0,13 Märkte. Frankfurter Obst- und Gennisemartt. - mc. Frankfurt a. M, 9. Mai., Der Umschlag der Witterung hat sich in den beiden letzten Tagen auch in der Preisgestaltung gezeigt. Kar- tofseln, Spinat und Spargeln waren heute reichlich vorhanden. Die ersteren hielten den bisherigen Preis. Spinat kostet im Zentner 500 bis 700 Mk. Es wird bei geringer Kauflust nicht unerheblicher äleberstcwd verbleiben. Spargel hatte in der Vorwoche den Preis von 30 bis 35 Mk.; er ging auf 11—15 ML für das Pfund zurück. Aber auch hier war der Verkauf schleppend. Lattich konnte zu 18—22 ML, Schmalzkraut zu 22—24 ML das Pfund gekauft werden. Für Rhabarber bestand wenig Rachfrage: das Pfund stand auf 1,50 Mk. Kopfsalat hatte den Preis von 4,80-7 Cf.tf. pro Staude. Das Büntel- chen Radieschen kostete 1,20—1.50 Mk. Butter ist wieder hn Preise gestiegen; sie stand heute auf 68—70 ML füc La Pfund. Gier wurden das Stück mit 4—4,10 2Äk. oezahll. Verkehr und Sport Sotioentei Reifen des Pflichten zu erfüllen, wird geschehen. Wir bedürfen aber auch der verständnisvollen Unterstützung unseres Volkes, seiner parlamentarischen Vertretung, seiner- Regierung, wenn die Ziele erreicht werden sollen, wodurch wir die Bedeutung der journal.sttfchen Arbeit in Gegenwart und Zukunft sichern wollen. stellen an Rad und Auto große Anforderungen. Beide brauchen gute Reifen. Unzählige Erfolge in Rennen u. Zuverlässigkeitsfahw ten sprechen für die Qualität der ratung innerer Fragen gewidmet war. mit einer Schlußrede des Derbandsvorsitzenden Daecker- Derlin ihr Ende. Die Delegiertenversammlung gab in mehreren Telegrammen ihren Dank für bandpa-ktes sehen alles vor. Konservative Parlamentarier gegen Lloyd George. L o nd o n, 9. Mai. (WTB) „DailYMail" berichtet, yeu e würden sich im Unter baute konservative Parlame.tsmitg lieber zu- sammeasinte.i, am gegen LiePolititLloyb Georges g g:nüber Frankreich Ci -sprach zu erheben. Sic S^irri) Wilson werd« dabei eine Ansprache halten. Die Stimmung in Paris. Paris. 9. Mai. (WTB.) Die Pariser Mvrgenblätter sind heute weuigei p e s s i m i st i s ch als an den beiden letzten Tagen. Sie sind genötigt, einen Brief Barth v u s abzudrucken, daß Lloyd George ihm gegenüber nicht die Aeußerungen getan hat, die ihm gestern in den Mund gelegt wurden. Die deutschen Reparationszahlungen. London, 9. Mai. (WTB.) Der Schatzsekretär teilte auf eine Anfrage mit, daß der auf Konto der deutschen Reparationen bis zum 3. Mai eingegangene Bettag sich auf 4 350 000 Pfund Sterling belaufe. Die Tagung des Reichsverbandes der deutschen Presse. München, 8. Mai. (WTB.) Die Tagung __ Reichsverbandes der deutschen Presse fand heute nachmittag, der noch der Be- (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) DaS Schicksal. der Konferenz. London, 9. Mc.i. (WTB) Der Sonter- berichterstatter des „Daily (S t) r o n t c l e" berichte! aus Genua, in spätestens 2 oder 3 Tagen werde sich Las Schicksal der G e n a e I c r Konferenz ab v slleicht wurden sich «ich weitere Di.ge entscheiden. Bart Hou ) i zurück- gctom.nen^ a n Sie Konferenz z u m Sch ? p tevn . u bringen und Len Russen die Sch cld zuzuschieben. London 9. Mai. (WTB.) Der Livloma- tische Berichterstatter der „Daily Rsws" melde. aus Genua, LloydGeorge habe die de it» schen Minister und auch den holläudllchen Minister van Karneboet aui gefordert, vorläufig nicht abzursisen. Lloyd Georges Pläne. London, 9. Wai. Repington schrsidt dem „Daily Telegraph": Lloyd George werde für Len Fall eines Sheiterns and damit seiner > u fischen und europäischen PUue d:e allgemeine Zurückziehung Do ; ter in» ixsnt-xueiT Rolls Les Friedensflifters und die Rückkehr za einer Politik, die der der Bereinigten Staaten and der englischen Vorkciegspoli.it näher stehe, befürworten. Von einem äleber- tritt in das deutsche Lager törnie i n keinem AugenblickdceReLesein. Möglicherweise sei'der Aa ienblick, wo England sein« undankbare Rolle in Europa a ifgcbe, noch nicht en eicht. Die ©otDjetr'gierurtg werde vielleicht dem Memoranda n t i weise zustimmen anZ> ein die übermittelten Degrühungstelegramme zum Ausdruck. In dem Telegramm an den bayerischen Mini st erpräsidenten dankte der Vertretertag dem Ministerpräsidenten herzlichst für die erwiesene Gastfreundschaft und hofft, daß durch die Stärkung der Organisation das „Recht Les d?utschen Z. urno listen, in v.ller äl abhängig- feit die von ihm vertretenen Ideen dienen zu können, gesichert werde. Das.Telegramm an den deutschen Reichskanzler Wirth lautet: Mit dem aufrichtigen Dank für die dem Reichsverband der deutschen Presse ausgesprochenen guten Wünsche und Gruße verbinden wir die Ditte, daß die Reichsregierung nicht nur der schweren Rot- lage der deutschen Zeitungen Lurch baldige kraftvolle Maßnahmen steuern möge, sondern d a h s i e uns auch helfen wolle, die geistigen Rechtebes deut, ch e nIoürnalisten in- nerhalbderwirtschaftlichenGnt Wickelung zu wahren, die Las Zeitungsgewerbe hat nehmen müssen. Wir sind einmütig, gewillt, in Eckenntnis Ler hohen Verantwortlichkeit unseres Berufes, der deutschen Presse die Stellung zu erhalten. in der sie, getragen vom Vertrauen des Volktzs, dem Aufbau Deutschlands und der Weltwirtschaft und dem kulturellen Aufbau dienen kann. Wir erhoffen von der Reichsregierung, daß sie uns beim Schaffen von Sicherungen für unsere Arbeit nachbrücll:ch untcrstützen w rd. Das dritte Danktelegramm, Las an Len Reichspräsidenten Eb e r t abging^ hat folgenden Wortlaut: Der Vertretertag Les Reichsverbandes der deutschen Presse hofft. Len ihm Lurch Sie, Herr Reichspräsident. ausgesprochenen guten Wünschen, wofür et aufrichtigen Dank sagt, dadurch entsprochen zu haben, daß er gute Arbeit zur Sicherung der geistig gen und wirtschaftlichen Stellung des deutschen Journalisten geleistet hat. Alles, was wir in dieser Beziehung erstreben, stärkt uns in der älnab- hängigkeit, die die Voraussetzung eines unter so hoher Verantwortlichkeit gegenüber der Gesamtheit arbeitenden Berufes ist, wie der unseren. Wir entnehmen Leu Worten, die Sie, Herr Reichspra- Kompromitz kö n: ba’n "noh Roggcnbrotmehl „ 3.95 für 1 Pfd. Gießeu, den 10. Mai 1922. 45708 Der Oberbürgermeister. (Lebensmitirlamt.) Arbeitsvergebung. Für die ©rtoeiterung der Kanalisation der Stadt Alsfeld soll die Herstellung von etwa 100 lfd. m Doppellanälen und etwa 140 lfd. m einfachen Kanülen, sowie die Herstellung der zugehörigen HauSan- schlüsse vergeben werden. Pläne und Bedingungen liegen bei uns offen. • Angebote — nur auf den für 15 ML von uns erhältlichen Angebotsvordrucken — sind posffrei zum Eröffnungstermin Samstag, den 2 0. Mai 1922, vor m. 10 ülh r , bei uns einzureichen. Eröffnung in Gegenwart erschienener Bieter, freie Auswahl Vorbehalten. Zufchlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 5. Mai 1922. Hessisches Kulturbauamt. ______H. Steinbach, Reg.-Baurat. 4566D Arbeitsvergebung. Die Arbeiten und Lieferungen für die Verlängerung der Wasserleitung und Kanalisation in dem neu nBaugelände zuWieseck sollen öffentlich vergeben werden. Zeichnungen. Arbcitsbeschreibungen und Bedingungen können bei uns, Landgraf-Philipp- Platz 3, Zimmer 22, eingefehen werden. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis Dienstag, den 23. d. Mts., vormittags 10 Ülhr. hier einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 8. Mai 1922. 4576c Ki eiSbauvecwaltunq Gießen. EellariuS, Regierungsbaurat. Bekanntmachung. Die halbjährigen Zinsen in Höhe von 500 Mk. aus dem Vermächtnis der Geheime Kommerzienrat Dr. Siegmund Heichelheim Eheleute sind an in Gießen wohnende jüdische Damen zu verteilen. Bewerber wollen sich bis zum 20. Mai 1922 schriftlich hierher wenden. 4565D Gießen, den 9. Mai 1922. Der Vorstand der israel. Religionsgemeinde Gießen. 3. V.: Siegmund Rosenbaum. Bekanntmachung. Durch Beschluß des Landessiedlungsamts ist das Verfahren der Landzuteilung für die Gemeinde Klein-Linden eröffnet. Als Arbeitsbezirk nnirben die Gemarkungen Klein-Linden und Großen-Linden bestimmt. Die Landbecoerberliste liegt in der Zeit vom 11. bis einschließlich 19. Mai 1922 auf dem Geschäftszimmer der Bürgermeisterei Klein-Linden offen. Gemäß § 25 ter Vollzugsordnung zam Landgesetz fordere ich sämtliche Personen, die sich an dem Verfahren ter Lanözuteilung beteiligen wollen und soweit sie noch nicht m ter Land- bewerberliste enthalten sind, auf, sich binnen der OfsenlegungSfrist in die Lanöbewerberliste noch etntragen zu laffen. Wer nicht in die Landbewerberliste eingetragen ist, braucht in dem weiteren Verfahren nicht berücksichtigt zu werden. Die Wahl ter g leinschaftlichen Devollmäch» ttgten (Vertrauensmänner) ter Landbewerber flntet am Sonntag, dem 21. M a i 1 922, in Klein-Linden statt. Die Tageszeit und das Wahllokal werden von ter Bürgermeisterei Klein- Linden befanntgegeben. Wählen darf, wer in die Lanbb e Werber liste eingetragen ist. 4577B Bad-Salzhausen, den 8. Mai 1922. Der Landamtmann zu Bad-Salzhausen. DrilL Habe ich dm-ch <8e*'rm* t>on ./) fi />■« t ö Dbermenfr’« mebfghtal* drttigt, nachdem bi« dabin alle ftgWi yVr \jlvralr cmb'tm ana-w »denen Tltfttl Per» /■ " iaflt.n Posi. ss P in P Zur (/ 8 91aAb bopblunn iN Arrna-frtmt h-fonber# »u emvtehlm Zu hab« n allen »vatdeken. Droaertrn und Sarfiimeden. SmjHflJflPIl iphpr AN m leier stkv'^s'yrn, t-lllllsUMU WJUi n-roiCithiaihicfisia.ntrtj-1 ‘*ttt die LMl'slve ymu.-4)ru(tetei. a. £11092. siezen 1 Vereinigte nandds- Lehranstalten GIESSEN Leiter: J. Kunzeimann Selters weg 73 Diplom-Kaufmann und Diplom-Handelslehrer Noch täg-f. Aufnahme für das neue Schuljahr. Auskunft u. Anmeldung bei der Hansa-Schu/e Selters weg 73 Tel. 821 oder 436ia Vogtschen Handelsschule Goethestr. 32 Tel. 2064 Prospekt frei J KRAL Donuecsrüg früö ehitieffsnö SchclIÖKCk ohne Siovf Pfd. Mk. 13.00 Kabeljau ohne Stopf 4575c] Pfd. Mk. 12.00 Hch. Kalbfleisch Liebigstraße7l. $el. 16S5. Privat- fiandels- Schule Bahnhofstr.60. Tel.109 7 Noch tägl. Aufnahmen für das neue Schuljahr. Tages- und Abendkurse. LLMELMMI S6llB*P hat abzugeben 4470c Carl Haas jr. Frankfurter Strahe 5 9 Telefon l GS2. ^ünd zeitweise garnicht zu haben. Da empfiehlt es sich, anstelle der teuren Eier /