1Z2. Jahrgang Freitag. 10. März 1922 GietzenerAnzeiaer General-Anzeiger für Oberhessen Drua und Verlag: vrühllche Univ.Guch- und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftrftelle und Druckerei: Schulftrah- 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bl» zum Nachmittag vorher ohne jede DerdindlichkeU. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen o 34 mm Breite örtlich 90 ‘Pf., auswärts 120 'Pf.; für Neklame» Anzeigen von 70 mm BreiteIöOPf. Bei Platz. Vorschrift20^ «Aufschlag. aauvtfchristleiter: Aug. oetz Derantwortlich für 'Politik. Aug. Goetz: für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, fämllich in Dietzen. irr. 59 Der Siebener Anzeiger erscheint laghrf), ouger Sonn, und Feiertags. Monatliche Sezugspreife: Mk ll.LO einschl. Träger- lohn, durch die Post Mk. 14. - einschl. Bestell, geld, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech.Anschlüsse: fürbieSd)riftIeiiung 112; für Druckerei. Derlag und Gelchaftsftelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Liehen. Postschecifonto. Frankfurt a. M. 11686. Minister Dr. Nathenaus Enttäuschung. Die Reichsregierung und besonders der neue Minister des Auswärtigen Dr. Rathe- nau. Haden im Hinblick auf die vielfachen Verhandlungen zwischen Poincare und Lloyd George, zwischen Poincare und dem italienischen Minister Schanzer. zwischen den Finanzministern der Entente und der bevorstehenden Entscheidung der ReparationSkommissivn, auch im Hinblick auf Genua das Bedürfnis gefühlt, zu den Lagesfragen Stellung zu nehmen. Rur hat sich leider Dr. Rathenau eine merkwürdige Gegelecstnheit dazu ausgesucht. 3n den Parlamenten von Paris und London werden solche Aussprachen in vollster Oeffentlichkeit vor dem Plenum geführt, weil man dort wohl zu würdigen weih, daß eine Rede des Premierministers oder des Ministers des Auswärtigen vor der gesamten Volksvertretung in der ganzen übrigen Welt einen sehr viel stärkeren Eindruck machen muh, als eine hinter verschlossenen Türen gehaltene Rede, über die dann nur ein offiziöser Bericht ausgegeben wird. Herr Dr. Rathenau hat betont, daß er es sich angelegen sein lassen will, eine möglichst aktive Politik zu treiben. Das ist ein löblicher Vorsatz. Leider ist der Anfang, den er damit gemacht hat, nicht sehr vielversprechend, denn eS sieht nicht nach übergroßer Aktivität aus, wenn er seine erste große Rede über die Fraaen des Tages in einem Ausschuß hält und auch dort erst aus der Mitte des Ausschusses heraus veranlaßt werden muß, z. B. unser Verhältnis zu Rußland zum Gegenstand seiner Ausführungen zu machen. Wenn man die Auslassungen des Ministers mit den Triumphliedern vergleicht, die unmittelbar vor und nach Cannes von allen ihm und der Reichsregierung nahestehenden Blättern angestimmt wurden, bann fühlt man eine sehr starke Ernüchterung, sogar Enttäuschung heraus. Damals galt eS als eine gewaltige Errungenschaft, daß nunmehr wirklich zum erstenmal deutsche Vertreter als gleichberechtigt sich am Konferenztisch milden Vertretern unserer früheren Feinde zu sachlicher Beratung der Röte unserer Zeit niederlassen sollten. Freilich, schon damals stiegen unliebsame Erinnerungen an Spaa und London vor uns auf, die zu ähnlichen Gesängen Anlaß gegeben, aber ebenfalls schwere Enttäuschungen gebracht hatten, und nun mußten wir in Cannes erleben, daß zwar die Konferenz begann, aber ohne die deutschen Vertreter, die schließlich noch berufen wurden, um gehört zu werden, ohne aber an der Entscheidung mitwirken zu können. 3n diesem Punkt der Verhandlungen fand die Konferenz von Cannes ein jähes Ende, und Genua soll die Fortsetzung sein. Ratürlich gilt die formelle Einladung zur Teilnahme, die an uns ergangen ist, abermals als eine große Errungenschaft, und bei einigem guten Willen kann man zwar gerade keine große Errungenschaft, aber doch immerhin einen Fortschritt darin erblicken, wenn Deutschland jetzt zum erstenmal wirklich als vollberechtigtes Glied erscheinen darf. Aber während noch vor wenigen Wochen von Genua ungefähr alles Heil erwartet und die Konferenz als der Wendepunkt in der europäischen Geschichte hingestellt wurde, so hat nunmehr Dr. Rathenau selbst sehr viel Wasser in den brausenden Wein gegossen. Er weist mit vollem Recht darauf hin, daß man keine sonderlichen Vorteile und keine Bevorzugung für Deutschland erwarten dürfe, wenn es mit 40 anderen Völkern zur Aussprache über das, was alle gleichmäßig bedrückt, gelangt. Stand das aber nicht unmittelbar nach Cannes ebenso fest wie heute? Warum mußte man also erst, wie sich der eine Redner der Deutschen Volkspartei, der Abgeordnete von Rheinbaben ausdrückte, in der offiziösen Presse und der der Koalitivnspar- teien aus Genua einen förmlichen Popanz machen? Wenn man von vornherein auch Genua nur als eine Etappe, und zwar als eine kleine Etappe auf dem Wege zur Besserung betrachtet und behandelt hatte, brauchten heute Minister Dr. Rathenau und seine Gefolgschaft nicht so enttäuscht zu sein. Wenn wir somit von Genua nicht allzuviel zu erwarten haben, wird für uns die Frage umso brennender, was eigentlich geschehen kann und soll. Der Minister des Auswärtigen hat selbst auf die bedenklichen Erscheinungen aufmerksam gemacht, die unsere zehntägigen Zahlungen von je 31 Millionen Goldmark hervorgerufen haben. Das dauernde Sinken der M a r k ist die unmittelbare und sichtbare Folge davon. Die Reichsregierung hat auch in Paris und London zu verstehen gegeben, daß schon die letzten Zahlungen nur unter großen Schwierigkeiten geleistet werden konnten und daß die Hebung nicht aufrecht erhalten werden darf. Deutschland hatte seine Bereitwilligkeit, sich auf diese vorläufige Abmachung einzulassen, nur in der VorauSseyug kundgetan, daß schon in Cannes eine endgültige Neuregelung des ganzen SchuldverhältniffeS erfolgen würde. Die zehntägigen Zahlungen sollten nur für einen ganz kurzen Zeitraum gelten, sich nicht aber auf Monate erstrecken, wie es jetzt schon der Fall ist. 3n der Wirkung laufen sie auf genau dasselbe heraus, als wenn, wie im vorigen Jahre, große Zahlungen auf einmal zu machen sind. 3n diesen Tagen beschäftigen sich die Finanzminister der Entente und die Reparationskommission mit den deutschen Schuldverpflichtungen, in der Absicht, irgendeine durchführbare Regelung herbeizuführen. Ob ihnen das gelingen wird, ist mehr als fraglich, wenn auch in ihren Kreisen langsam die Erkenntnis von der .Hnhalrbarkeit der Forderungen von Versaklles fortschreitet. Dr. Rathenau hat seine Ausführungen vor dem Auswärtigen Ausschuß wohl auch in der Absicht gemacht, den Herrschaften in Paris den deutschen Standpunkt noch einmal nahezulegen. Wieviel wirkungsvoller wäre aber sein Auftreten im Reichstag selbst vor aller Oeffentlichkeit gewesen, als in einem Ausschuß! Cs wäre dann vielleicht auch mehr zu Bewußtsein der ganzen Welt gekommen, daß auch die Reichsregierung und Dr. Rathenau die wirtschaftliche Kraft des deutschen Volkes stark überschätzt haben. Auf der Tleberschäyung der wirtschaftlichen Kraft des deutschen Volkes beruht auch die Sachleistungspolitik Rathenauö, die in ihrer Ausdehnung und Tlebertreibung genau dieselben katastrophalen Folgen zeitigen muh, wie die über unsere Kraft gehenden Goldzahlungen. Wir bewegen uns eben dauernd in einem Kreise von Hebeln, deren Wurzel im Friedensvertrag von Versailles und in der Annahme des Londoner Hltima- tums liegt. Es war in unserer amtlichen Politik ein unausgesetztes Schwanken, Rachgeben und Eingehen auf an uns gestellte Forderungen, deren Hnhaltbarkeit und Hnmöglichkeit aller Welt klar war. Vielleicht trägt die Enttäuschung Dr. Rathenaus dazu bei, ihm den richtigen Weg zu weisen. Formeller Abschluß des Steuer- Kompromisses. Das Garauticprogramm der Deutschen Volkspartei. B e r l i n, 9. März. Das Kompromiß über die Verabschiedung der neuen Steuervorlagc und der Zwangsanleihe ist in der heute nachmittag abgehaltenen interfraktionellen Besprechung der beteiligten fünf Parteien formell abgeschlossen worden. Die Sitzung, an der Vertreter der Sozialdemokraten, des Zentrums, der Demokraten, der Bayerischen Volkspartei und der Deutschen Volkspartei teilnahmen, wurde vom Reichskanzler geleitet, der heute vormittag schon dem Reichspräsidenten nach dessen Rückkehr aus Leipzig über die Beratungen der letzten Tage Bericht erstattet hatte. Außerdem nahmen daran teil die Minister Dr. Rathenau und Dr. Hermes. Für die Deutsche Volkspartei trug der Abg. Dr. Becker das schriftlich formulierte Garantieprogramm vor und bemerkte dazu, daß die Billigung der Grundzüge dieses Programms durch die Regierung und dte anderen Parteien Voraussetzung für die Zu- timmung der Deutschen Volkspartei zu dem ganzen Gesetzgebungswerk sei. Das Programm enthält Vorschläge für die Verwendung der neuen Mittel, für die Vereinfachung und Verbilligung der Reichsverwaltung, für die Beseitigung der Hemmungen der freien Wirtschaft und für die Mitwirkung der wirtschaftlichen und parlannm- tarischen Vertretungen beim Abschluß neuer Vereinbarungen auf Grund des Versailler Vertrages, endlich Wünsche bezüglich der Eindämmung der Schahscheinwirtschaft und der Auflegung einer inneren Anleihe. 3n der Aussprache, in der für die Sozialdemokraten der Abg. Hermann Müller, für die Demokraten der Abg. Koch das Wott ergriff, erklärten sich die Vertreter der Parteien im allgemeinen mit den Tendenzen der von der Deut- chen Dolkspartei vorgelegten Denkschrift einverstanden. ohne ihre Fraktionen auf alle Einzelheiten festzulegen. Der Reichskanzler betonte, daß die Regierung die vorgelegten Leitsätze im wesentlichen zu den Richtlinien ihrer künftigen Politik machen wollen, nachdem die anwesenden Parteidertreter sich grundsätzlich damit einverstanden erklärt hatten. 3m weiteren Verlauf der Debatte stellte der Kanzler fest, daß mit der erhielten Hebereinstimmung die Verhandlungen über das S teuer- kompromih als abgeschlossen betrachtet werden könnten. Für die Deutsche Dolkspartei gab nach der Feststellung des Kanzlers Herr Dr. Becker die Erllärung ab, daß nunmehr seine Partei den gemeinsamen Antrag, mit dem das Mantelgeseh zum Steuerkompromiß als 3nitiattvgesetzantrag eingebracht werden soll, mit unterschreiben werde. — Damit war das Kompromih formell abgeschlossen. Wie das „Derl. Tagebl." frört, hat der Reichskanzler bereits die einzelnen Parteien ersucht, je ein bis zwei SRitglieber des Ausschusses für die Erörterung von Ersparnismaßnahmen und ihm ferner geeignete wirtschaft! iche Sach - verständige über, die im Reistag und im Reichswirtschaftrat vertretenen Persönlichkeiten hinaus namhaft zu machen. Ein Sparsamkeitsdiktator. Berlin, 9. März. Wi^d.e Blätter melden, erklärte der Reichst anz l e r in der gestrigen interfraktionellen Besprechung, die zu der Einigung über das Steuerkoinpcoinch geführt hat, daß er in Erfüllung der volksparteilichen Wünsche nach Sparsamkeitsreformen die Wiedereinsetzung einer S p a r sa rn ke i t s k o in in l 1 - sion, wie sie bereits schon einmal tätig gewesen sei. Vorschlägen-werde. Dieser Kommission könnten auch außerhalb L-es Parlaments stehende Männer angehören, die von den Parteien vor- gesckUaaen würden. Die Anklagen gegen Minister Hermes. Berlin, 9. März. (WTD.) 3n Verbindung mit den Behauptungen über den Bezug von Wein zu Bestechungspreisen durch Minister Hermes, deretwegen der Minister die Verleumdungsklage angestrengt hat, ist der Brief des Winzerverbandes für Mosel, Saar und Ruwer in Trier abgedruckt worden, welcher adressiert war: „Herrn Regierungsrat Haffe, Berlin W 8, Mohren st raße 11/12, Ministerbureau". Wie wir hören, liegt hier ein Schreibfehler vor. Gemeint war Regierungsrat Ratte, der im Ministerbureau tätig war, während ein,höherer Beamter namens Haffe als Ministerialrat ein Referat für-die besetzten Gebiete hatte. Das „D. T." schreibt zu den in der „Freiheit" veröffentlichten Beschuldigungen gegen den Reichsernährungsminister, daß es die Echtheit des von der „Freiheit" als Beweismaterial veröffentlichten Briefes des Winzerverbandes für Mosel unv Saar und Ruwer bestätigen könne, bemerkt aber, daß es sich dabei um einen Ausschnitt aus einer längeren Korrespondenz handelt, die zwischen dem Winzerverband und dem Minister, sowie seinem ihm persönlich beigegebenen Regierungsrat Ratte (nicht Haffee) gepflogen wurde. Der Minister habe im Februar 1921 beim Winzerverband angefragt, ob er ihm Weine liefern könne. 3n der Antwort auf die Offerte des Winzerverbandes habe der Minister ausdrücklich auf den auffallend billigen Preis von drei Mark je Flasche hingewiesen und angefragt, ob der Geschäftsstelle etcoa ein Irrtum unterlaufen sei. Darauf machte der Winzerverband eine weitere Offerte in Weinen, und zwar in etwas teuereren Sorten (5 Mark pro Flasche). Der Minister habe beide Angebote angenommen mit dem Ersuchen, noch einmal nachzuprüfen, ob der angebotene Preis tatsächlich zutreffend fei. Der gesamte Schriftwechsel fei durch das offizielle Bureau des Ministers gegangen. Wie das Blatt weiter erfährt, hat in der Vernehmung des Weinbaureferenten des Ministeriums dieser erflärt, keinen von sämtlichen in Frage kommenden Winzerverbänden irgendwie bevorzugt oder benachteiligt zu haben. Die Konferenz von Genua. Amerikas Ablehnung. Washington, 9.März. (Wolff.) 3n der Begründung der Weigerung der Vereinigten Staaten, an der Genueser Konferenz teilzunehmen, heißt es, daß eine Teilnahme der Union an irgendeiner allgemeinen europäischen Konferenz unmöglich fei, da d ie europäischen Rationen unfähig seien, eigene Maßnahmen für die Heilung der Kriegsschäden zu treffen und ihr Wirtschaftsleben zu stabilisieren. Weiter erflärt die Bundesregierung, daß sie den europäischen Regierungen hinsichtlich der Teilnahme Rußlands nicht zustimmen könne, da die Vereinigten Staaten ständig' die Politik verfolgt hätten, die Sowjetregierung nicht anzuerkennen. Paris, 9. März. (Wyjff.) 3n der an die italienischen Regierung gerichteten Rote des Staatssekretärs Hughes, in der die Einladung zur Konferenz von Genua abgelehnt wird, heißt es nach einer vom „Temps" wrederg eg ebenen Meldung aus Washington u. a.» die Regierung der Vereinigten Staaten könne an der Konferenz nicht teilnehmen, weil die vorgeschlagene Konferenz in erster Linie nicht eine wirtschaftliche Konferenz fei. Diese Frage sollte, wie es scheine, von den Verhandlungen ausgeschlossen werden, ohne daß eine bestimmte Lösung vvrläge, und die Haupturfachen der wirtschaftlichen Krise würden sich nach wie vor fühlbar machen. So müsse feststellen, daß die Konferenz von Genua einen politischen Charakter habe, an der die Vereinigten Staaten nicht mit Ruhen teilnehmen formten. Den Vereinigten Staaten fei nur ausschlaggebend, daß das amerikanische Volk, wenn es tatkräftig an der Wiederherstellung des europäischen Wirtschaftslebens mitwirken solle, nicht in die Fragen der europäischen Politik verwickelt werden dürfe. Die Wiederherstellung Europas müsse auch Rußland feine alten produktiven Kräfte wiedergeben Die amerikanische Regierung sei davon durchdrungen, daß die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Rußlands gegeben sein könnte, wenn diejenigen, die für den jetzigen Wirrwarr in Rußland verantwortlich seien, in der rechten Weise vorgingen. Es wird dann die Erllärung der amerikanischen Regierung vom 25. März 1921 angeführt. 3n ihr seien die Grundlagen näher bestimmt, ohne die nach der Heberzeugung der Vereinigten Staaten alle Pläne einer toirtfcfraftlicben Wiederherstellung Rußlands nutzlos seien. Es dürste nichts unternommen werden zu dem Zwecke, in Rußland wirtschaftliche Vorteile zu erlangen, da berartige Konzessionen anderen Staaten die Aussicht versperren und die russischen Hilfsmittel mit einer Hypothek belasten. Diese Hilfsmittel müßten vor jeder Ausbeutung geschützt und durch eine gleichmäßige und gerechte Handhabung gesichert werden. Andernfalls würden diesem Land die Aussichten auf seine wirtschaftliche Wiederherstellung ab- geschnitten, die nicht nur im Interesse der Russen, sondern auch der anderen Mächte liege. Die Finauzminifterkonferenz in Paris. Paris, 9. März. (Wolff.) Rach dem „Ccyv de Paris" will die französische Regierung entsprechend frem Vorschlag eines auf die Effektendestände der einzelnen Dcsahungs- armeen gegründeten Forfait-Systems das Miß- telhältnis in den Ausgaben beseitigen, indem fte Rücksicht auf den Wechselkurs nimmt dadurch, daß die Kosten für jedes Hahr in der Landeswährung berechnet werden. Rach dem „Petit Hou r nal“ sollen iu Zukunft durch die Reparationskommission getrennte Konten für Reparationszahlungen und Desahungskosten geführt w.ud.n, da die für die Reparationsleistungen gezahlten Summen nicht für die Besahungskosten verwendet werden sollen. Rach dem „Echo de Paris' verlangte der französische Finanzminister bezüglich des Ab- kommens von Wiesbaden, daß in bezug auf die Zurückhaltung der Lieferungen, die Frankreich über seinen Anteil hinaus erhalte, andere Dispositionen getroffen werden sollten als die in Cannes vorgesehenen. Rach dem „Petit Hournal" soll Sir Robert H o r n e, der englische Schahminister, einen neuen detaillierten Vertetlungs- plan für die deutschen Zahlungen, sowie einen neuen Mobilisierungsplan für dte deutsche Schuld eingebracht haben. Bevor er ihn der Konferenz unterbreitet habe, habe er sich gestern abend privatim hierüber mit dem italienischen Schahminister und dem belgischen Ft- nanzminister unterhalten. Vou der Konferenz der Seeleute. Paris, 9.März. (Wolff.) Auf der frier tagenden Konferenz der Seeleute hat sich laut Havas ein Zwischenfall ereignet: Der englische Vertreter Havelock Wilson habe dem deutschen Seemann Döring erflärt, bevor er in eine Diskussion eintrete, solle er mitteilen, ob er auf die deutsche Regierung einen Druck ausgeübt habe, damit Deutschland die Schäden des H - D o o t-K ri e g e s repariere. Döring habe erwidert, in dieser Frage sei die Konferenz nicht zuständig. Wilson jedoch, unterstützt von dem französischen Gewerkschaftler R i - velli, habe auf seinem Standpunkt beharrt und schließlich soll Döring nach Havas die Erllärung abgegeben haben, er verpflichte sich, im Rainen seiner Mandatare einen Einfluß auf die deutsche Regierung auszuüben, daß Entschädigungen an die Opfer des deutschen H-Doot- Krieges gewährt werden. Die französischen Akten über den Ursprung des Krieges. Paris, 9. März. (Wo^fs.) Die interparlamentarische Gruppe der Liga fürMenschen- rechte beschloß gestern, von der französischen Regierung die Veröffentlichung der diplomatischen Akten über den Hrsprung des Krieges zu verlangen, ebenso der Protokolle der geheimen Sitzungen, die während des Krieges in den französischen Parlamenten stattfanden. Die interparlamentarische Gruppe verlangt ferner, daß die feindlichen Chefs, denen Verstöße gegen das Völkerrecht zur Last gelegt werden, vor den Obersten Gerichtshof des Völkerbundes gezogen werden. Forderung der indischen Regierung an die englische. London, 9.März. (Wolfs.) Reuter meldet aus Delhi: Die indische Regierung hat an die englische Regierung ein Telegramm gerichtet, worin mit Rachdruck auf die in Indien herrschende Stimmung hinsichtlich der Rotwendigkeit einer Revision des Vertrages von Sevres hingewiesen wird, durch die die Beschwerden der indischen Muselmanen befriedigt werden. Die indische Regierung verlangt unter der Bedingung der Reuttalisierung der Meerengen und der Gewährleistung der Sicherheit der nichtmuselmanischen Bevölkerung im besonderen dreierlei, nämlich die Räumung Konstantinopels, die Souveränität der Sultane über die heiligen Stätten, die Wiederherstellung des türkischen Thraziens mit Adrianopel und die Rückgabe Smyrnas. Die Erfüllung der letztgenannten Punkte sei von höchster Bedeutung für Indien. Generalstreik im südafrikanischen Minenbezirk. London, 9. März. (WTD.) Wie aus Ho- hannesburg (Südafrika) gemeldet wird, ist die Lage im Randminengebiet sehr ernst. Eine große Anzahl Arbeiter und Erwerbslose hat dem Befehl zum Generalstreik Folge geleistet. 3m Mittelpunkt der Stadt sind die Läden geschlossen, der Verkehr ruht. Mus dem Reiche. Finanzpolitische Beratungen im Reichs- wirtschastsrat. Berlin, 9. März. (Wolff) Der Finanzpolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrats ist zu einem auf drei Tage berechneten Sitzungsabschnitt zusammengetreten und hat sich zunächst mit der Behörden zu verdanken Hat. — Auch sonst scheint man dort zum Wohle der Stadt recht rege zu sein. So geht aus derselben Meldung hervor, daß man im städtischen Schulaus- schuh mit der Errichtung einer Studien- anstalt für Mädchen eingehend beschäftigt ist. — Warum wir auf diese Nachrichten nochmals verweisen? Nun, wir meinen, daß wir in Gießen allen Grund haben, die Regsamkeit der Offenbacher Behörden gerade auf dem Gebiete der Neuerbauung von Eisenbahnanlagen mit einem gewissen Gefühl des Neides zu beobachten. Wenn in früherer Zeit hier eine ebensolche Initiative entfaltet worden wäre — und es sind gerade im „Gießener Anzeiger" genügend Anregungen in jeder Hinsicht gegeben worden —, so würde der an die Bahnen grenzende Stadtteil Gießens heute wahrscheinlich nicht so ,ab- oder eingeschnürt sein, wiH er es jetzt leider ist. — Anterlassungs- sünden auS der Vergangenheit lassen sich nicht mehr ändern, aber es ist zu wünschen, daß in Zukunft keine neuen hinzukommen, und daß der Offenbacher Geist auch bei uns Schule macht. Noch ist an den Bahnanlagen manches für die Stadt zu retten oder zu bessern — erinnert sei erneut an die Ausgestaltung des Bahnhofsplatzes — und, um auch die andere, aus Offenbach gemeldete Tatsache zu berühren, eine Studienanstalt für Mädchen ist in Gießen wohl mindestens ebenso erwünscht und daseinsberechtigt wie in Offenbach. — - Wie gesagt, wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. —r- •• Herabgesetzte Frachtsätze für Kartoffeln. Wie wir erfahren, beabsichtigt die Eisenbahnverwaltung für Speise- und Saat- kartoffeln einen niedrigeren Frachtsatz einzuführen, als er zur Zeit besteht. Die Bekanntgabe eines besonderen Ausnahmetarifs für diese Kartoffelarien steht unmittelbar bevor. Augenblicklich beträgt die Eisenbahnfracht bei einer Entfernung von beispielsweise 300 Kilometer 12,70 Mark pro Zentner Kartoffeln, im März 1914 wurden bei der gleichen Entfernung pro Zentner etwa 37 Pfennig bezahlt. ** Verhafteter Schwindler. Der hiesigen Kriminalpolizei gelang es, einen raffinierten Warenschwindler hier festzuneh-s men. Er versuchte bei 'zwei hiesigen Goldwarenhändlern unter Vorspiegelung falscher Tatsachen sich in den Besitz wertvoller Auswahlsendungen zu setzen, indem er angab, Angehörger einer hiesigen angesehenen Familie zu sein. Der besondere Trick lag darin, daß ihm wertvolle Gegenstände zur Auswahl in die Wohnung der betr. Familie gebracht werden sollten. Er verstand es, ehe der Geschäftsmann dort einttaf, sich in der Familie Eingang zu verschaffen und versuchte, ihn zu bestimmen, die Auswahlsendung in der Wohnung zu lassen und später abzuholen. Durch die besondere Vorsicht der Geschäftsleute konnte vereitelt werden, daß die Gegenstände, die einen Wert von etwa 22 000 Mk. darstellten, in seinen Besitz gelangten. Es sei an dieser Stelle nochmals eindringlich vor derartigen Bettügern gewarnt. *• Fe st genommen wurde ein Kutscher aus Lollar, der seinem hiesigen Dienstherrn aus einer Kassette durch Einsteigen in das Zimmer 1800 Mk. entwendet hatte. — Ein Fahrraddieb, ein stellenloser junger Mann von hier, wurde ebenfalls festgenommen und dem Gericht überliefert, weil er ein Damenrad aus einem verschlossenen Keller gestohlen hatte. Das Fahrrad konnte wieder zur Stelle gebracht werden. A Ei n schweres AI n g lücf ereignete sich gestern vormittag auf der Bahnlinie nach Wetzlar unweit des Dorfes Klein-Linden. Zwei Rottenarbeiter gingen zwischen den Gleisen und hörten infolge des Sturmes eine von rückwärts kommende Maschine nicht. Diese faßte beide und schleuderte sie zur Seite, wo sie schwer verletzt liegen blieben. Beide wurden m die Klinik verbracht. Der eine Arbeiter stammt aus Gießen, der andere aus Annerod. Beide sind verheiratet. ** Die Erhebung der Stempel- a b g a b e für Verkaufs- und Wagautomaten, Klaviere, Musikwerke, Luxuswagen und Lurusnuh- pferde sowie für Fahrräder findet nach einer Bekanntmachung des Kreisamtes für das Rechnungsjahr 1922 bis zum 31. März im Kreisamte, Zimmer Nr. 9, statt. •* Das Fest derSi lberen Hochzeit, verbunden mit dem 25jährigen Geschäftsjubiläum, feiert morgen das Ehepaar Restaurateur August 1 Felsing und Frau Johanna geb. Stoll. A D le Imker klagen allgemein über sehr diele tote Bienen in den Stöcken. Die Airsache ist wohl die ftrenge, anhaltende Kälte in diesem Winter, wodurch die Bienen gezwungen waren, sich eng zusammenzuschließen. Dadurch waren he verhindert, auf den Waben weiter zu rücken. So findet man e jetzt allerorts verhungerte Völker, die von dem besten Futter umgeben sind. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag: Stadttheater, 7 Uhr: „Schneider Wibbel." — Astoria-Lichtspiele: „Der Zirkuskönig", „Hampelmanns Glückstag" und „Der Herr Papa". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Seelen im Sturm" und „Das Mädel von Piccadilli". — Konzertverein. Das anfangs für Mitte Februar vorgesehene, • aber infolge des Eisenbahnerstreiks unterbliebene Konzert von Frau Johanna Hesse und Herrn Alexis o f E n e h j e l m wird nunmehr am Sonntag den 12. März stattfinden. Die beiden Künstler sind durch die hiesigen Opernaufführungen des Landestheaters so bekannt und zugleich beliebt, daß sich jeder Hinweis auf ihre Bedeutung erübrigt. Dagegen soll nicht unerwähnt bleiben, daß Frau Hesse in kurzem dem ehrenvollen Rufe an die Dresdener Oper folgt und damit an hervorragender Stelle an einer der ersten und vornehmsten Kunststätten Deutschlands steht. Das bevorstehende Konzert dürfte die letzte Gelegenheit sein, sie überhaupt und auch einmal im Konzertsaale zu hören. Das Programm umfaßt ausschließlich Schubert-Lieder. Frau Hesse sowohl als der Tenorist Herr Enehjelm tragen jeder eine Anzahl Solonummern vor und wirken am Schluß in mehreren Duetten zusammen. — Evangelischer Bund. Am nächsten Sonntag wird der hiesige Zweigverein des Evangelischen Bundes in Gemeinschaft mit dem Evangelischen Arbeiterverein und dem Wartburgverein einen Lutherabend in der Stadtkirche veranstalten. Das Programm sieht außer Liedern des Gemischten Chors Musikdarbietungen von Mitgliedern des Wartburgvereins noch Gesänge von Fräulein Ida Stammler und einen Vortrag von Studienrat Dr. Kauer- Wetzlar über „Luthers Arbeit und Kampf auf der Wartburg in den Jahren 1521 und 1522“ vor. (Näheres s. Anzeige.) — Der Mandolinen- und Gitarren- verein „Reapolita" beginnt am 17.März mit einem Anfängerkursus für Mandolinen- und Gitarrenspiel. Der Kursus ist jedem Liebhaber zu empfehlen, da den Fortgeschrittenen gleichzeitig Gelegenheit geboten wird, sich auch im Zusammenspiel auszubilden. (Näheres siehe Anzeigenteil.) Wettervoraussage für Samstag: Alnbeständig, kühl, wechselnde Winde. Bei geringen Luftdruckunterschieden über dem Festland wird das unbeständige Wetter anhalten. Landkreis Gießen. I l Lang-Göns, 8. März. Djx Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatz- genossenschaft hielt ihre 3. ordentliche Jahresversammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht, den der Direktor Alfred R o m p f erstattete, ging hervor, daß die Genossenschaft sich auch im abgelaufenen Jahre gut weiterentwickelt hat. Der Warenumsatz beträgt 430 000 Mark gegen 190 000 Mark im Jahre 1920. Der Reingewinn 8700 Mark. Die Mitgliederzahl ist gestiegen auf 180. — Am Samstagabend fand, von der Genossenschaft veranstaltet, ein Filmvortrag von Dr. Kling von der Badischen Anilin- und Soda- fabrit Ludwigshafen statt, der über die Luftstickstoffgewinnung und ihre Verwendung für dre Landwirtschaft sprach. — Der hiesige Kriegerverein, der 150 Mitglieder zählt, hielt seine Jahresversammlung ab. — Nachdem das Wetter milder geworden ist, sieht man jetzt auch hier, daß durch den starken Frost groß er Schaden unter den Weizensaaten angerichtet ist. Es müssen viele Weizenäcker umgestürzt werden, auch manche Kleeäcker zeigen sehr schlechten Stand. Die Futterbestände der Landwirte gehen, bedingt duvch die geringe Ernte im vorigen trockenen Jahr, auch zur Neige, so daß viel Vieh av- geschafft werden muhte. Kreis Lauterbach. A Lauterbach 8. März. Die Gemein d e bea m ten des Kreises Lauterbach hielten im Johannisberg ihre Hauptversammlung unter dem Vorsitze des Stadtrechners Hühn-Schlitz ab. Er gab den Beamten die neuen Richtlinien bekannt, die das Ministerium in Sachen der Besoldung der Gemeinde- beamten herausgegeben hat. Es wurde ein Ausschuß gewählt, der in dieser Angelegenheit mit dem Kreisamte in Fühlung treten und dir Wünsche der Gemeindebeamten Vorbringen solle. A Allmenrod, 8. März. Zu einem heftigen Krawall kam es aus der hiesigen H o l z v e r st e i g e r u n g. Es waren über lausend Steigerer selbst aus weit abgelegenen Ort= schäften erschienen, so daß "fie nur zum geringen Teil in dem Saal Platz fanden. Die draußen flehenden Steigerer verlangten, daß die Versteigerung auf der Rennbahn bei Sickendorf vor- genvmmen würde und begaben sich dorthin, die anderen zwangen jedoch den Revierförster zur Abhaltung der Versteigerung im Saale. Schließlich kamen die ersteren wieder von Sickendorf zurück, es gab einen heftigen Wortwechsel, der schließlich in Tätlichkeiten ausartete. Revierförster Puchart wurde angegriffen, worauf er die Versteigerung für ungültig erklärte und aufhob. z. Grebenhain, 9. März. Der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhen- Clubs feierte am vergangenen Samstag sein 40jähriges Stiftungsfest. Nach einem Violin- und Klaviervortrag eröffnete der Vorsitzende die Feier mit einer Ansprache, in der er darauf hinwies, daß der Verein im Jahre 1880 schon mit dem Zweigverein Herbstein sich gemeinschaftlich gebildet habe, dann im Jahre 1881 als' setbständiger Verein gegründet worden fei. Später seien aus den Nachbarorten Bermuthshain, Crainfeld und Vaitshain noch Mitglieder beigetreten, so daß der Verein die stattliche Zahl von 70—80 Mitglieder aufzuweisen habe. Zwei Theaterstücke in der hiesigen Mundart erregten allgemeine Heiterkeit und Beifall. Nach einer kurzen Pause fanden Gesänge, Tanzbelustigung und komische Vorträge und schließlich Verlosung statt. Kreis Sckotten. § Groß-Eichen, 8. März. Die hiesige Gemeinde wollte anfangs zur Herstellung ihres elektrischen Lichtes eine eigene Kraft-! quelle an der Wadenhäuser Mühle erbauen. Die Leitungsmaste zwischen der Mühle und hier waren bereits gesetzt. Da bewogen die bösen Erfahrungen, die Ober-Ohmen mit einer ähnlichen Anlage gemacht, die Gemeindeverwaltung von einer eigenen Anlage abzusehen und Anschluß an die Provinzzentrale zu suchen. Starkenburg und Rheinhessen. Verhafteter Landesverräter. rm. D a r m st a d t, 10. März. Wegen Landesverrates wurde der 21 Jahre alte Student der Jurisprudenz Theo Frey verhaftet. Er hatte wiederholt an französische Offiziere der Besatzung in Griesheim Geheimakten aus dem Amtsgebäude der Bürgermeisterei, in dem sein Vater als städtischer Alnterbeamter beschäftigt war, entwendet und an die Franzosen gegen* Bezahlung ausgeliefert. • Offenbach, 9. März. Einen besonders gefährlichen Al n f a II erlitt gestern mittag der in der Maschinenfabrik von Collet & Engelhardt beschäftigte Modellschreiner Phil.K. Er wollte ein Fenster schließen und trat zu diesem Zwecke mit einem Fuß auf einen Werkzeugschrank, mit dem anderen auf die Heizung. Der Schrank kam ins Rutschen, K. verlor so das Gleichgewicht und fiel in eine neben dem Schrank stehende spitze Eisenstange, die ihm in den Leib bis in die Magengegend drang. Der Verunglückte wurde durch das Sanitätsauto ins Krankenhaus gebracht. fpd. Alzey, 8.März. Der Bürgermeister eines Nachbardorfes verweigerte im Einvernehmen mit dem Gemeinderat einem jungen Paare, das schon alle Vorbereitungen für die Hochzeit getroffen hatte, die Trauung unter der Begründung, daß es keine Wohnung besitze. Ehe das Paar eine solche nicht beschafft habe, könne die Erlaubnis nicht erteilt werden. Der Bräutigam war anderer Meinung als die Dorfgewaltigen und wandte sich beschwerdeführend an das.Amtsgericht, das dem Bürgermeister, der zugleich Standesbeamter ist, aufgab, sofort die Trauung zu vollziehen, da das Fehlen einer Wohnung kein Grund zur Verweigerung einer Eheschließung sei, noch viel weniger aber könne der Gemeinderat die Zivil- trauung ablehnen. Kreis Wetzlar. * Grohrechtenbach, 9. März. Spurlos verschwunden ist seit dem 2. März der Kaufmannslehrling Friedrich Rütz von Hörnsheim (Kreis Wetzlar). R. ist zuletzt am Abend des 2. März in Gießen, wo er in der Lehre ist, am Bahnhof gesehen worden, aber zur gewohnten Zeit nicht nach Hause zurückgekehrt. Seitdem wird er vermißt. Nachrichten über seinen Verbleib werden an die Polizeiverwaltung in Grohrechtenbach erbeten. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 9. März. Eine Einbrecherbande hat in der Nacht zum Mittwoch aus einem Lederwarengeschäft an der Kaiserstrabe erhebliche Mengen fertiger Lederwaren gestohlen. Man nimmt an, daß sich einer der Diebe bei Geschäftsschluh in den Verkaufsräumen einschließen lieh und dann in der Dunkelheit seinen Helfershelfern die Tür öffnete. 'Zwangsanleihe beschäftigt. Er wird morgen über das Landessteuergesetz und am Samstag über die Vorbereitungen für die Konferenz von Genua beraten. Von der Reichsregierung waren heute Staatssekretär Zapf vom Reichsfinanzministerium und Staatssekretär Dr. Hirsch vom Reichswirtschaftsministerium anwesend. Die Verhandlungen über die Zwangsanleihe wurden eingeleitet durch ein Referat des Chefredakteurs und Mitgliedes des Preußischen Staatsrates Dr. H i l f e r d i n g, der von der Reichsregierung zum Mitglied des Reichswirtschaftsrats ernannt wurde und der Arbeit- nehmerseite näher steht. Darauf folgte ein Referat des Präsidenten der Berliner Handelskammer v. Mendelssohn, der die Arbeitgeberseite verttitt. Lank der deutschen Aerzte an die Quäker. Berlin, 9. März (Wolff.) Dem Deutschen Zenttalausschuß für Auslandshilfe ist nachstehende Entschließung des Deutschen Aerzteverbandes zugegangen, die er in Amerika bekannt gegeben hat: „Der Deutsche Aerztevereinsbund und seine wirtschaftliche Abteilung, der Leipziger Aerzte- verband, die Vertretung von 40 000 deutschen Aerzten, sprechen allen an dem großen Liebeswerk der amerikanischen Quä- k e r Beteiligten ihren aufrichtigen Dank aus. Die deutschen Aerzte, die dieses Werk in seinen Wirkungen verfolgen und zum großen Teil daran mitarbeiten können, wissen am besten, welchen Segen es unserem Volke, insbesondere unserer Heranwachsenden Jugend, gebracht hat. Aber die Not hält an. Darum verbinden wir mit unserem Dank den Wunsch und die Hoffnung, unsere amerikanischen Freunde möchten nicht müde werden, das begonnene Werk so lange fortzusetzen, bis eine genügende Ernährung des deutschen Volkes in allen seinen Schichten dauernd gesichert ist." Aus Hessen, Hessen und die UeberteuerungszuschlLge. Don amtlicher Stelle wird ausgeschrieben: Von einer Korrespondenz wird die Nachricht verbreitet. Las Gesamtministerrum habe auf Anregung Les Finanzministers aus Ei'sparnisgrün- Len beschlossen, die für die Reichs beamten der größeren Städte bewilligten Aleberteuerungs- Zuschläge den hessifchen Beamten nicht auszuzahlen. Dazu sei bemerkt, daß die hessische Regierung allerdings die größten Bedenken dagegen hat, daß die neuen Zulagen mir den Beamter in einigen wenigen Orten der Provinzen Starkenburg und- Rheinhessen zugute, kommen sollen, während alle anderen Beamten vollständig ausgeschlossen bleiben sollen. 3n dieser Regelung wurde eine weitere Verschärfung des auch von der hessischen 'Beamtenschaft und dem Landtage bekämpften Ortsklassensystems liegen. Die Regierung wird deshalb bei dem Landtag beantragen. er möge sich damit einverstanden erklären, daß von der Einführung dieser Alebergangs- zuschläge in Hessen abgesehen wird. Die Regierung hat zu ihrem Bedauern auch feststellen -müssen, daß die Verteilung der Beträge an die Gesamtheit aller Beamten, etwa in Form einer l besonderen allgemeinen Teuerungszulage, nach _ dem Sperrgesetz nicht zulässig ist. Es wird sich * die Gelegenheit geben, den Nachweis dafür zu . erbringen, daß für diese Entschließung des Ge° r samtministeriams Ersparnisgründe nicht maßgebend waren. Aus Stabt und Land. Gießen, den 10. März 1922. Mehr Initiative. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg — --und wo in einer Stadt die Behörden es verstehen, Initiative zu entwickeln und die Interessen der ihrer Obhut anverttauten Gemeinde tatkräftig zu verfechten, läßt sich manches erreichen. So meldete unser e-Mitarbeiter aus Offenbach, daß Bertteter dieser Stadt in Berlin beim Reichsverkehrsminister gewesen seien, um sich gegen einen Plan der Frankfurter Eisenbahndirektion bett, die Erbauung eines neuen Bahnhofsempfangsgebäudes zu wenden, da der Plan in Offenbach keinen Anklang gefunden hatte. Die Abordnung erreichte, daß sich der Minister mit einer grundlegenden Almgestaltung des Projektes einverstanden erklärte. Also ein Erfolg, den die Stadt Offenbach der Initiative ihrer Die Pforte -er Paradieses. Roman von Ingeborg Vvllquartz. Berechtigte Ueberfefcung aus dem Dänischen. 7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Mogens ist doch recht angreifend," ries Ellen, als der Bruder zur Tür draußen war. „Er wirkt auf mich wie ein erhobener Zeigefinger." „Mogens ist ein guter Sohn, und Mutter wird noch Freude an ihm erleben,“ sagte der Hauptmann leise. In diesem Augenbllck erscholl ein heftiges Klingeln an der Flurtür, und der Hauptmann stand eiligst auf. „Das ist Nora — so klingelt sonst niemand," rief er. „Ich habe heute abend leine Lust, mit ihr zu reden. Bring mir noch eine Tasse Tee in mein Zimmer, Inger," fuhr er zu seiner Frau gewandt fort; „und sorge dafür, daß sie mich nicht stört." Alnb während Ellen hinauseilte, um der Halbschwester ihres Vaters die Flurtür aufzumachen, verschwand der Hauptmann in seinem Zimmer, dem größten und schönsten des Hauses. Drittes Kapitel. Schon draußen im Flur ließ sich Tante Noras etwas schreiende, verdrießliche Stimme hören. Ellen, der nichts lieber war, als wenn Besuch Tarn, gab sehr vergnügt Antwort und machte der Tante die Tür zum Wohnzimmer auf. „Eben sind wir mit dem Teetrinken fertig, liebe Tante; aber wenn du, noch! eine Tafsq haben möchtest, bringe ich dir eine ins Wohnzimmer," sagte sie dienstfertig. „Nein, wenn ich Tee trinken soll — und ich will nicht leugnen, daß mir nach dem weiten Weg in diesem Wetter eine Tasse warmen Tees wohl täte — dann will ich ihn im Eßzimmer trinken. Guten Abend Inger, guten Abend Jungens," grüßte sie rund herum und fuhr dann fort: „Cs ist mir sehr unangenehm, die Tasse immer in der Hand halten und achtgeben zu müssen, daß nichts verschüttet wird und keine Krümel auf -den Teppich fallen. Auch wenn es kein kostbarer Teppich ist und niemand acht auf ihn gibt — jawohl, Inger, ihr gibt gar nicht auf euem Teppich acht —, so will ich doch nicht auch noch dazu beitragen, ihn zu verderben." Frau Borris geleitete die Tante ms Eßzimmer und forderte sie auf, sich, zu setzen, während Ellen aus der Küche frisch aufgegoffenen Tee holle. Fräulein Nora Borris heftete ihre kleinen, scharfen grauen Augen auf die Schwägerin, ind je milder das Lächeln um Frau Ingers Mund wurde, desto strenger wurde der Ausdruck in Tante Noras Gesicht. „Dars ich fragen, was du von mir wolltest, Inger?" fing sie streng an. „Ich muß dir sagen, es ist ein großes Opfer von mir, bei diesem entsetzlichen Wetter den weiten Weg zu machen." „Was ich — was ich.von dir wollte, Nora?" stammelte Frau Borris ganz erschreckt. „Ich wollte iiichts Bestimmtes, ich wollte dir nur einen Besuch machen." „Mir einen Besuch machen?" stöhnte Tante Nc.ra gekränkt. „Warum denn, warum denn?" „Mutter hat gemeint, du seiest sehr verstimmt gewesen, als du das letzte Mal bei uns warst," sagte Ellen, die der Tante Zwiebäcke anbot. „Verstimmt!" wiederholte Tante Nora. „Ja, dazu hatte ich auch allen Grund. Jetzt habe ich zum drittenmal um das Visborgische Stipendium für ehrbare Kaufmannstöchter nachgesucht — es sind allerdings nur hundertachtzig Kronen im Jahr, aber wenn man knapp vierhundert hat, ist es doch eine kleine Hilfe, nicht wahr? Alnd jetzt bekommt es zum drittenmal Jette Vanter." „Jette ist aber auch im selben Alter wie Jens," sagte Frau Borris sanft. „Sie ist schon sechzig und also ganze zehn Jahre älter als du, Nora." „Sie ist aber viel kräftiger als ich, liebe Iiiger; sie hat eine Gesundheit wie ein Bär." „Sie ist aber sehr Flein und mager," fiel Orla ein. „Alnb sie sieht gar nicht so sehr gesund aus." „Ach, die Kleinen und Mageren mit den blassen Gesichtern sind immer die Zähesten," versickerte Tante Nora, rot im Gesicht von dem heißen Tee. „Sie näht ein Dutzend Matrosenkragen im Tag wie nichts." „Ja, Jette Vanter ist immer sehr fleißig gewesen," sagte Frau Inger leise. „Fleißig!" Tante Nora pustete und stellte die Tasse aus der Hand. „Sag lieber, das Arbeiten werde ihr sehr leicht. Das ist mit der Arbeit wie mit allem andern; einige sind dazu geschaffen, andre nicht, und was die Menschen leiden, die — die —" „Die keine Anlage zur Arbeit haben," fuhr Frau Inger lächelnd fort. „Ja," nickte Tante Nora und striche eine Krume aus den Fallen ihrer gestreiften Bluse. „Ja, das ahnen die meisten nicht. Jette Vanter lebte immer in kleinen Verhältnissen; sie kennt das Vermissen nicht, unter dem ich jeden Tag zu leiden habe." „Was ist das für ein Vermissen?" fragte Orla, der seine Tante mit unverhohlenem Erstaunen betrachtete. „Wie oft habe ich dir nicht schon von dem großartigen, schönen Haushalt bei deinem Großvater erzählt!" erwiderte die Tante gekränkt. „Alnd nun zu denken, daß ich, die einzige Tochter eines solchen Hauses, mich mit zwei Dachzimmern begnügen und in einem Pensionat nicht einmal erster Güte zur Miete wohnen muß." „Es ist aber ganz reizend bet dir, Nora/ sagte Frau Borris und streichelte ihrer Schwägerin beruhigend die Hand. „In einer kleinen Dachwohnung hast du doch lauter Möbet aus dem Hause deiner Eliem, alles, was dich an die vergangenen glücklichen Zeiten erinnern kann; und Tante Ellinor bezahlt doch die ganze Pension für dich, so daß,bu deine Leibrente von vierhundert Kronen eigentlich ganz als Taschengeld übrig hast." „Tu vergißt die Kleider, hebe Inger, und wenn man eine Postur hat wie ich" (das war Tante Noras Ausdruck für Ticksein), „dann braucht man mehr Kleider, als die Heinen dürren, die zwei Jahre in demselben Kleid heram- lausen können, ohne daß man es merkt. Tinte Ellinor, die mit Vaters leiblichem Bruder verheiratet gewesen ist, könnte mir wohl em paar hundert Kronen mehr geben." (Fortsetzung folgt) Deutscher Reichstag. 181. Sitzung. 2 LIHr 'Berlin, 9. März 1922. Abg. Eggerstedt lvoz.) begründet die Notwendigkeit einer Erhöhung der Sleuerein- nabmcn aus dem 'Branntwein mit den Forderungen der Entente. Es handelt fl4> hier um Tein 5abiitaÜonÄmonot>ol, sondern um cm Zwischen- Handelsmonopol. Die Ware ist. wie wir uns Überzeugt Haden, einwandfrei (3urut der Äom- muniflen: Wir Haden nicht milflefoffen.) Wenn Tic von Korruption nichts wissen wollen, verweise ich Tie auf Moskau. 2lbg. Äonen (Äomm.): Sie Schass köpf!) Die Tagung des Reichsland- t-unkeS Hal uns bewiefen. daß für £>ic 'Brennerei- intcrc;icn ter Landwirtschaft ausschließlich die nc.dtc £rofü|ud)t ausschlaggebend ist. Demgemäß scheint uns die Zusammensetzung der Monopol- rciiraltung bedenklich. Der Borlage stimmen wir zu, da die Erträgnisse des Monopols auch foulen v’,trcdcn zugesührl werden und der Weg zum 'Vollmonopol frei ist. Abg. S ch u l z - Gahmen UTX^ bte Volksernährung zu bc= etnfluffen. y 0 ®amit schließt die allgemeine Aussprache. r rc? Uhr: Pensionskürzungs- Sesctz, Kapitalflucht, Spezialberatung des Brannt- wemmonopols und ReichsernährungSetat Schluß 6 Ahr. Sitzung der Stadtverordneten. Gießen. 10. März 1922. 2luf der Tagesordnung der gestrigen Sitzung standen nur kleinere Vorlagen, die größtenteils ohne Aussprache erledigt wurden. Angekündigt wurde gelegentlich einer Verrechnungsanlage betr. die Freifahrtender Stadtverordneten eine weitere Tariferhöhung bei der Straßenbahn. ♦ Anwesend sind: Oberbürgermeister Keller. Bürgermeister K r e n z i e n, die 'Beigeordneten und 29 Stadtverordnete. Als neues Mitglied der Versammlung wird Stadtv. Heinrich Günther vom Oberbürgermeister eingeführt und verpflichtet. Gemäß dem Anträge der Baudeputation wird für die 11 ehertoö Ibu n g des Klingel- baches zum Ausbau der verlängerten Bleichstraße ein Kredit von 11 430 Mk. bewilligt. Dem Anträge, die Häuser Südanlage 16a, 17a und 18a m .An der jobanneskirche" 1, 2 und 3 umzunennen, wird zuge^.immt. Für die Reueindectung des Daches einer ber Bar arten am Trieb werden 2520 Mk. bewilligt. Die Stadtv. Höhn und W i rt n fordern dringend baldmöglichste Räumung sämtlicher dort befindltcher Baracken, da sie zu Wohnzwecken ungeeignet sind. Für den Abbruch der Baracken des Durchgangslagers wird der laufende Kredit genehmigt. Für den Abbrucheines baufälligen Rebengebäudes zum Grundstücke Ki'wcn- platz 10 werden 3000 Mk. bewilligt Dem Gesuche des Eisvereins um ilebernabmc von Znstailationskvsten (951,35 Mk.) wird entsprochen 3n der Turnhalle der Oberreal - schule soll statt der Gasbeleuchtung eiet irisches Licht eingeführt werden, wofür die Kosten in Höhe von 2000 Mk. genehmigt werden. Die Rechnungsabschlüsse dcs Gas- und Wasserwerks sowie des Elektrizitätswerks und der Straßenbahn für 1922 sind von den Stadtv. Stimmer und Simon geprüft worden und werden von der Versammlung gutgeheißen. Die Lieferungen für die Kanäle in der verlängerten Bleich st raße und in der Straße gegenüber der Siechen- a n ft a 11 werden gemäß dem Vorschläge der Baudeputation vergeben. • Gesuchen des akademischen Ausschusses für Leibesübungen, der Gießener Rudergesellschaft und des Eisvereins um Preisnachlaß für auS dem Durchgangslager abgegebene Baustoffe wird stattgegeben: ein weiteres Gesuch gleicher Art abgelehnt, da der Antragsteller in der Gemeinde Heuchelheim wohnt und deshalb diese zuständig ist. Dem Reichsbund der Kriegsbeschädigten wird die Leihgebühr für Fahnen usw. erlassen. Die Verrechnung der an Mitgliederder Stadtverordnetenversammlung aus- gegebenen Fahrkarten f ü r die Straßenbahn soll nach den Vorschlägen der Verkehrs- deputation und des Finanzausschusses in der Weise erfolgen, dah aus den allgemeinen Der« waltungskosten dem Elektrizitätswerk für jeden Stadtverordneten die Summe von 500 Mark im Jahre gutgeschrieben wird. Rach einer Aussprache, in der sich einige Stadtverordnete gegen die Freikarten überhaupt als unverträglich mit einem Ehrenamte, sämtliche Redner gegen die Höhe des Betrages von 500 Mark wenden, wird der Antrag abgelehnt. Für die Beschaffung von Türen an den Straßenbahnwagen werden 20 000 Mark bewilligt. Für die Gewährung freier Lernmittel an den Volks- und Fortbildungsschulen wird die Einkommen sg renze für 1922 auf 15 000 Mark (für jedes weitere Kind 2000 Mark) festgesetzt. Der notwendige Kredit von 50 000M1. wird bewilligt. 1 7 10 0 Mark Vorschüsse an inzwischen ausgeschiedene Arbeiter werden niedergeschlagen. Für die Georg-Gaffkh-Stiftung wird der von der Wohlfahrtsdeputation vorgeschlagenen Ordnung zugestimmt. Die Minna- Holberg-Stiftung in Höhe von 10 000 Mk. wird angenommen. Für die Quäkerspeisung wird ein weiterer Kredit von 10 000 Mark, für die Ausübung der r ei ch s g c s e tz 1 i ch e n Sozial- Rentenfürsorge vorläufig 30 000 Mark bewilligt. Zum Schluß der öffentlichen Sitzung wurden verschiedene Mitteilungen gemacht. Der Oberbürgermeister berichtete, dah die Verwaltung gemäß der Ermächtigung durch den Finanzausschuh notleidenden Rentnern bereits Beihilfen gezahlt habe. Ein Kredit von 15 000 Mark wurde hierfür genehmigt. Kirche und Schule. ** Der Evangelische Landeskirchentag begann in Darmstadt seine Beratungen, die in der Hauptsache den Entwurf einer neuen Verfassung der Evangelischen Landeskirche in Hessen zum Gegenstand haben. Wir werden morgen ausführlich über die Tagung berichten. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. ** Das Amtsverkündigungsblatt Br. 32 vom 9. März enthält: Bedeckung der Stuten. — Verarbeitung von Brotgetreide, Gerste und Hafer auf Branntwein. — Arbeitsmarkt und Erwerbslosenfürsorge. — Erledigung des Aus- schreibens den Heinrich Wagner aus ©roßen- Buseck betreffend. — Kinderarbeit in den gewerblichen Betrieben. — Veterinärpolizeiliche Beaufsichtigung der Zuchthengste. — Landespolizeiliche Prüfung des Entwurfs für die Herstellung des Entwurfs einer Laderampe auf dem Bahnhof Lich. — Viehseuchen. — Dienstnachrichten. — Besteuerung der Klaviere, Automaten und Musikwerke, Luxuswagen und Luxusreitpferde. — Erhebung der Stempelabgabe für Fahrräder. I Elberfeld, Gelsenkirchen, Münster. Karlsruhe und | Mannheim. 3m Zemsprechverlchr mit dem Aus- I lande fehlt die Verbindung mit Paris, Straßburg, I Rotterdam, Amsterdam und Brussel. Ebenso be- I ^ehen im Verkehr deS HaupttelegraphcnamtcS Störungen, in besonderem Umfange nach dem Rheinlande. Der Tclcgrammverkehr nach dem Auslande ist nach Paris, Belgien, Holland und 3atlien unterbrochen. Der Fall Kähne. Berlin, 9 März. Rachdem die gerichtliche Voruntersuchung in der Angelegenheit von Kähne zu dem Erglwnis gekommen ist, dah der Rittergutsbesitzer von Kähne bei der Riedcrschie- ßung des Arbeiters Bieter! in Rotwehr gehandelt hat, hat jetzt Herr von Kähne gegen den Arbeiter Bietert Strafantrag gestellt. Handel. * Berlin, 8. März. Der Aufsichtsrat der Disconto-Gcsellschaft hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, der auf den 28. März einzuberufenden außerordentlichen Generalversammlung der Kommanditisten vorzufchlagcn, das Kommanditkapital von 400 Mill, um 210 Mill auf 610 Mill, durch Ausgabe von 210 000 Stück auf den Inhaber lautenden, vorn 1. Januar 1922 ab gctoinnbcrccßtigten Anteilen zu erhöhen. Die gesamten 210 000 Stück neuen Äommanbitanteile im Gesamtnennbetrage von 210 Mill. Mark sollen unter Ausschluß des gesetzlichen Bezugsrechts den Kommanditisten an eine unter Führung der Bord- deutschen Bank, Hamburg und des A. Schaaf- hausenschen Bankvereins A.°G. in Köln stehende Bankgemeinschaft begeben werden unter der Be- Dingung, dah diese verpflichtet ist, die 200 Mill. Mark neuen Anteile den Kommanditisten durch Vermittlung der Disconto-Gesellschaft derart anbieten zu lassen, dah auf alte Anteile im Gesamtbeträge von 2000 Mk. ein neuer Anteil von 1000 Mark bezogen werden kann und die restlichen 10 Mill. Mart neue Anteile zur Verfügung der Disconto-Gesellschaft zwecks weiterer Interessen- nahme an befreundeten Bankgeschäften zu halten. Der Begebungskurs, zu dem sie den Kommanditisten zum Bezüge angeboten werden, bleibt der Bestimmung der G.-V. Vorbehalten. Berlin, 9. März. B ö r s e n st i m m u n g s- b i l d. Die schon seit einigen Tagen ohne oirekt erfennbarc Ursache an der Börse herrschende unsichere und lustlose Haltung, die auch heute zu weiteren Realisationen und im weite rett Verlause zu ausgesprochener Geschäftsstille führte, bildet naturgemäß einen guten Rährboden für die Entstehung von allerhand unkontrollierbaren Gerüchten, welche die Börfenfäle durchschwirren und deren Erwähnung sich wegen der offenbaren Haltlosigkeit nicht lohnt. Was die geschäftliche Seite anlangt, so führte die Realisationsneiguna, der sich teilweise auch das Publikum anschloß, zu Kursnachlässen von durchschnittlich 30 bis 50 Proz., vereinzelt 75 Proz. und bei Goldschmidt 125 Proz., denen gegenüber einzelne Kurserhöhungen bis 30 Proz kaum ins Gewicht fielen. Einq Ausnahme machten nur oberschlesischc' Werte wie Laurahütte und Kattowiher an der Spitze bei Besserungen von 175 resv. 100 Prvz. Aber auch hier blieben diese Steigerungen bei weiterhin vorherrschender starker Geschäftsstille, die das über- wiegende allgemeine Abbröckeln der Kurse begünstigte, nicht voll bestehen. Die Kapitalserhöhung der Diskvntogesellschaft blieb unter diesen Verhältnissen auf die Kursbildung am 'Bankenmarkt einflußlos. Festverzinsliche Werte waren wenig verändert. Auslandsdevifen schwächten sich bei anhaltenden Schwankungen und kleinen Umsätzen ab. Frankfurt a. M., 9. März. Börsen- stimmungsbild. Die Unsicherheit, die seit einigen Tagen an der Börse vorherrschte, ßieli auch heute an. Am 'Montanaktienmarkte war das Geschäft wenig umfangreich und die Kursbewegung nach unten nur vereinzelt erheblicher. Kaliwerte, auch Schiffahrtsakcken. verhältnismäßig besser gehalten. Vereinzelt waren stärkere Kurs- einbaßen in chemischen Aktien zu verzeichnen Schwächer lagen auch Elektro-, Auto- und Zucker- fabritaltien. Metallbank schwach. 1050. 3m freien Verkehr war die Tendenz recht unlustig und vorwiegend schwächer. Deutsche Petroleum 1875 bis 1850. Mansfelder Kuxe 28 500, Julius Sichel 670. Vrockhues 1420, Chemische Rhenania 1145 Der Dollar bewegte sich auf 254, 248 und 252. Privatdiskont 4»/2 Prozent. Frankfurt a M., 10. März Börsenkurse. Gerichtssaal, wd. Alzey. Gin für Radfahrer recht beachtenswertes Urteil fällte in seiner letzten Sitzung das Schöffengericht Alzey. Ein Buchhalter aus Weinheim fuhr bei eingebrochener Dunkelheit mit seinem Rade nach Hause, und da seine Fahrradlaterne defekt geworden war, benutzte er, um nicht mit den Gesehesparragraphen in Konflikt zu geraten, eine elektrische Taschenlampe als Beleuchtungsmittel. Einem des Weges kommenden Gendarmeriewachtmeister schien hiermit § 2 Abs. 3 der Fahrradordnung, wonach jedes Fahrrad während der Dunkelheit mit einer hell- brennenden Laterne versehen sein muß, nicht erfüllt. und er erstattete Anzeige. Ein Strafbefehl lautete auf 25 Mark Geldstrafe und 10 Ma bk Kosten. Da der Angezeigte hiergegen Widerspruch erhob, da er der Meinung war, daß jede Laterne genüge und es nicht gerade eine Karbidlampe fein müßte, die den Lichtschein Derbreite, kam die Angelegenheit zur Hauptverhandlung. Vor dem Gericht wurde denn auch anerkannt, daß jede brennende Caterne genügend sei. Da jedoch diejenige des Betroffenen nicht am Rade befestigt gewesen sei, müsse eine Bestrafung eintreten, und cs wurde auf eine Strafe von 15 Mark erkannt. Büchertisch. — 3n Reclams Universal-Bibliv- t h e k sind unter Br. 6273 zwei Schriften Lord Bj> lingbr okes: .Das Bild eines patriotischen Königs" und »Gin Brief über den Geist des Patriotismus" erschienen. — Br. 6278 bringt Banb VII der Gedichte von Karl Stieler. Vermischtes. Sturmschäden im Fernsprechverkehr. Berlin, 9. März. (Wolff.) Infolge der stürmischen Witterung sind ungefähr hundert von Berlin ausgehende Fernsprechleitungen gestört. Gänzlich unterbrochen ist der Fernsprechverkehr mit Aachen, Koblenz. Osnabrück, Rostock, Stralsund. Lübeck, Beubranbenburg, ‘ Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß» Kurs Äurä Kurs Kurs Datum: 8.3. 9.3. 8.3. 9.3. 5°/, Dtsch. KriegSanl. 77,50 77,50 ?7,5O 77,50 4'/°Dtsch. Reichsanl. 90.- 90,— 90,50 90,90 3°/<>Dtfch. Reichsanl. 119,50 120,- 120,- 120 - 4°/0 Preuß. Konsuls 74,50 74,50 75,- 75,50 Hamburg-Pakets.. . 537,- 533 - 535,- 523 75 Borddeutscher Lloyd 412,- «00,— 4u»,— 338,- Eomm.u.Privatbank 340,— 340,- 341,- 340^- Darmstädter Bank . 334,- 330,- 332,50 33(1- Deutsche Bank . . . 585,- 545,- 555,- 550,- Disconto-Gesellschaft 484, - 485, - 484,50 485 50 Dresdner Bank. . . 365,— 359,- 372,- 368’- Mitteld.Creditbank. 315,- 314,- 312,- 310 Rationalbank f. D.. 338,- 338,- 342,- 341’- Boch. Gußstahlwerke — — 1080,- 1150,- 1110 - Bud.-Eisenw.-Akt.. 1000 - -,- 1000,- 931'- D.-Luxemb.Bergw.. 1130 - 1080, - 1106, - 1050*- Gelsenkirch. Bergw.. 1105,- 1085, - 1190,- 1061, — Harpener Bergbau . 1775*- 1720,- 1730,- 1700 - Oberschl. ©ifenb.-B. 1205,'- 1145,- 1150,- 1112* — Ooerschles. Eisenind. 1000,- 958 - 980,- 955 — Phönix-Bergb.-Akt. 1233,- 1175'- 1200,- 1174* — Bad.Anllin-u. Soda 723,- 685,- 725,- 700 - Höchster Farbwerke. 700’- 670,- 690,- 685’- Allg. Elektr.-Ges. . . 880,- 830,- 865,- 820,- Felten L Guilleaume 1180,- 1155,- 1190,- 1150*- Schuckert-Werke. . . 785,- 750,- 760,- 736,— Adlerwerke 675,- 570,- 565,- 570,- Daimler....... 555,- 550,- 551,- 540,- 4°, Hess. StaatSanl. 76,50 77,- —,- Electron Griesheim 840,- 907,50 945,- 910,- Dtsche. Vereinsbank 216,— 245,- Marktkotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Saturn: 1.7.14. 8.3. 9.3. Zürich Fr. 125.40 1,99 2,06 Amsterdam Fl. 59.20 1,13 Kopenhagen Kr. 88.80 1.85 1,92 Prag Kr. 117.80 23,75 -,- Stockholm Kr. 88.80 1,48 1,55 Wien Kr. 117.80 London Sh. 97.80 5,70 5,44 Paris Fr. 125.40 4,4g 4,50. Reuyork 4 2L80 -,38 -,401 Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum. 8. März. 9. März. Amsterdam-Rotterv. 9865,10 9884,90 9565,40 9584,60 Brüsiel-Antwerpen. 2162 20 2167,20 2097 «0 2102,1C Ehristiania 4650,30 4559.70 4645 35 4654,65 Kopenhagen 5509,45 5520,55 5319,65 533t-,35 Stockholm 6818,15 6831 85 6608, <5 6621.65 HelstngfvrS 538,45 539,55 517,45 518*55 Stallen........ 1278,70 1281,30 1268,70 1271,30 London 1136,35 1138,65 1096,40 1096,50 Aeuyork 259,; 4 260,26 249,75 250,25 Paris 22»0,20 2294,80 2212,75 2217,25 Schwei- 5004,95 5005,u5 4879,10 4870, «0 Spanien 4055,90 4064,10 3-26,06 39a2,95 Deutsch-Oesterr.. .. 3,98 4,02 3,73 3,77 Prag 422,55 423,45 405,80 4u7,70 Budapest 34,76 34,84 32,06 32,14 Buenos Aires . . . 95,15 96,15 93,15 93,35 Bulgarien 174,80 175,20 169,55 169,95 Züricher Devisenmarkt. Wechsel auf Holland 100 Deutschland 100 Wien 100 Prag 100 Paris 100 London 1 Italien 100 Brüssel 100 Budapest 100 Reuyork 100 Agram 100 Warschau 100 9. 3. 8. X Schweizer Franken Ft. = 195.25 195.25 RN- =• 2.04 1.98 Kr. =” 0.68 0.08 Kr. = 8.35 8.40 Fr. =» 46.15 46.16 £ - 22.50 22.51 L. - 26.15 25.70 Fr. * 43.25 43.20 Kr. — 0-68 0.70 1 — 514.75 514.- Kr. - 1.725 1.70 Kr— 0,11 0,11 Märkte. Frankfurter Schweine- und Kleindiehmarkl. F r a n k f u r t a. M.. 9. März. (Amtlich.) Marktverlauf: Bei lebhaftem Haydel wurde ausverkauft. 3m einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 1016 Kälber, 561 Schafe unö 266 Schweine. An Preisen wurden angelegt p. Ztr. Lebendgewicht: Kalber, beste Qualitäten, 1650—1850 Mk., mittlere Qualitäten 1650—1850 Mk., geringe Qualitäten 1400 bis 1650 Mk., .geringste Qualitäten 1200 bis 1400 Mark. Schafe 750—1300 Mk. Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht 1800—2200 Blarf, von 80—100 Kilogr. Lebendgewicht 2200-2400 Mk.. von 100—120 Kilogr. Lebendgewicht 2300—2500 Mk., von 120—150 Kilogr. Lebendgewicht 2300—2500 Mk., Fett- schweine über 150 Kilogr. 2300—2500 Mk. Außerdem wurden 166 Rinder, darunter 20 Ochsen, 5 Bullen, 141 Färsen und Kühe ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Die Preise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spe- sen und Händlergewinn in sich schließen. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Sie Besprechung der alliierten Finanzminister. Paris, 9. März. (WTB.) Der vom Fi- nanzminister Frankrerchs m der gelingen Besprechung de r alliierten gt< nanzminister vorgebrachte Plan sieht folgende Vorschläge vor: 1. Der Wert Z>er 0aarge u b e n werde nicht auf daS Konto der Reparationen von 1922 gebracht 2. Die Kosten der Besahungstruppen werden in der Landeswährung vereinbart für jede an der Besetzung teilnehmende Armee. 3. In Zukunft sollen zwei besondere Konten für die deutschen Zahlungen eingerichtet werden: das eine für Reparationen, das anders für die Kosten der Besatzung. Rach Havas scheint es. alS ob sich die Mr- nister auch mit der Frage der deutschen Zahlungen für 1922 und mit dem Deutschland zu gewährenden Moratorium befassen würden. Die englische Ansicht scheine dahin zs. gehen, die Teilung unter den Alliierten von der deutschen Zahlungsfähigkeit abhängig zu machen. Die Leistungen würden für 1922 und bte folgenden Jahre fest gelegt werden. Vorn italienischen Standpunkt scheint man kerne ernsten Einwendungen machen zu wollen. Paris, 9. März. (WTB.) Havas meldet: Die alliierten Finanzminister haben sich bis gestern dem Ausgleich der Ansichten über die verschiedenen Fragen gewidmet, bte noch nicht geregelt seien. Verschiedene alliierte Kreise glauben, daß die Abkommen von London und Cannes alS endgültig betrachtet werden müssen, während der französische Finanzminister der Ansicht ist, daß verschiedene besondere Punkte dieser Abkommen noch große Aenderungen erfaßten müßten, ohne daß man aber deswegen die vollständige Reviswn dieser Abkommen verlangen werde. Die W i e s b a d e- ner'Bereinbarungen sind n 0 chntchtgebilligt worden. Die Ansichten auf beiden Seiten sind nach Havas noch die gleichen, uwb die Verhandelnden bemühten sich zu einer Verständigung über die verschiedenen Punkte zu kommen. Kemal Dey in Paris. Paris, 9. März. (T£>‘ZrB.) Der Außenminister der Angora-Regierung, Kemal Veh, ist gestern abend mit der türkischen Abordnung von BlarfeiDe kommend in PartS eingetroffen. Izzet Pascha bei Poineare. Paris, 9. März. (WTB.) Ministerpräsident Poincars empfing gestern den türkischen Außenminister Izzet Pascha, der sich vor kurzem nach London begeben hatte. Krise in der englischen Metallindustrie. London, 9. März. (WTB) Die Bet*- Handlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitern zur Vermeidung der Aus- perrung am 11. März in der Metallindustrie ind endgültig gescheitert. Ein füdstawisch-italienischer Zwischenfall. R 0 m, 9 März. (WTB.) Rach einer Havas- Meldung geht in südslawischen Kreisen in Rom. das Gerücht um, daß das s ü d s l a w i s ch e K 0 n »- u la t in Zara von einer Faszist engruppe angegriffen worden sein soll. Sie hätten die Tür eingeschlagen, die Fenster zertrümmert and sonstige Schäden angerichtet. glänzt im Nu und erhälfdie Schuh Evangelischer vundDWU M- OIÖ AW« (Eüflllfl. iltötikt ... EJürtÖUtQ BCtdn ~ <)s„r^,„c, nM iniurw mnntn» im finW ffirnfchprsnrt tnnn norm öffentliche versainmlung SU verkaufen. 01805 statt. 2409V Frauen herzlich eingeladen. 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Aach Mitteilung der Landgestütsdirektion find die Landgestütsbeschäler für die Deckorte Berstadt, Butzbach, Lich und Grünberg von Darmstadt ab- CelMlMWM öet MgesieMeil (®. D. A.) Herren Abend findet nicht statt. Sonntag, den 12. März Ausflug Gleiberg bestimmt. "MI Abmarsch2.30Lahnbrücke. 2407v Der Vorstand. herrhauptgefchästssührer Alfred Roth (Hamburg): „3m Kamps ums Deutschtum". ßu dieser Versammlung sind alle deutschen Männer und Vereinigte Handels- Lehranstalten GIESSEN Leiter: 2287a J. Kunzeimann Selters weg 73. 2. Ma i Beginn, d. neuen - Schuljahres. Freie yieifcriiBösgtir.liieta Sonntag, den 12. März, nachmittags 3 Uhr findet im Hotel Hopfeld, Sieben, unsere diesjährige Generalversammlung statt. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist zahlreiches Erscheinen dringend nötig. Der Vorstand der freien Schneiderinnung MoOnen- M OWMMrein „LMM" iiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiimimmiiiniimmmmmiiummiiiiiHimm WKSKUWÄM am 17. 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März Wanderfahrt nach Dutenhofen. Abfahrt 1.30 Uhr. Anmeldung bei H. Happel, Mühlstrane 18. 2403v Der Vorstand. Sonntag, 12. März, 8 Ubr pünktlich in der Stadtkirchr Luther-Feier Borttog öes Sluöteutfltes Dr. Mer-MM: „Luthers Arbeit und Kämpfe auf der Wartburg in den Jahren 1521 u. 1522" Fräulein Ida Stammler, Herr Organist Görlach, der gemischte Chor des evangelischen Arbeiter- Vereins und musikalische Kräfte des Wartburg- Vereins haben ihre Mitwirkung gütigst zugesagt. Alle Evangelischen sind freundlichst cingcladen! Zur Deckung der Unkosten wird beim Aus- gang ein freiwilliger Beitrag erbeten.23821) Gie», Ludwigsplatz 1. Hell. WhjahM!» Mantel und Halbschubc (37) zu verkaufen 01804 Ludwigöplatz 1. Fast neue Damen- stiefel (Gr. 40), 150 M., 1 P. vern. Itollschuhe, 150 M., zu verk. (01814 Friedrichstraße 15 III. 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