Zreitag, 10. Zebruar 1922 Erstes Blatt 172. Jahrgang Eine Rede des Reichskanzlers über den Eisenbahnerstreik vereinbar. Wollten gendeiner anderen Truppe von Beamten das Recht geben einseitig den Dienst niederzulegen, so mühte auch dem Reich das Recht der Kündigung und Entlassung zustehen (Rufe links: Sie wollen Staatssklaven!), d. h. die ganzen Grundlagen der Anstellung müssen von Grund auf Nr. 35 Der Siebener Anzeraer erscheint täglich, außer Sonn« und feiertags. Monatliche Bezugspreise: Mk. 9.50 einschl. Träger« lohn, durch die Post Mk. 10.- einschl. Bestellgeld, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprcch- Anschlüsse: fürdieSchriftleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postschectlonto: Frankfurt a. UL 11686 Verfassung mit einem Slreikrecht der Beamren an- (Zustimmung und Widersprach.) wir den Eisenbahnern oder fr- sind, durch die bisher bestehende Bestimmungen über den Achtstundentag eingeschränkt werden sollen. Es handelt sich vielmehr nur um die richtige Durchführung und Anwendung bisheriger Vorschriften. (Widerspruch links.) Die Besprechungen über den Gegenstand haben inzwischen auch dahin geführt, dah die Spihenorganisationen, wie bisher schon die Eisenbahnerorganisationen sich bereit erklärt haben, in eine alsbaldige eingehende Beratung über den Referentenentwurf mit dem Reichsverkehrsministerium einzutreten. Hierbei kann auch die Frage erörtert werden, ob statt eines besonderen Gesetzes für die Eisenbahn ein allgemeines Arbeitszeitgeseh erlassen werden soll. Es ist mir durchaus erwünscht, dah die Organisationen der Arbeiter anderer Zweige die Arbeitszeit ihrer Kollegen bei der Eisenbahn nachprüfen, aber um eines wird man nicht herumkommen. nämlich um das, dah die Eisenbahn wirtschaftlich gestaltet werden muh. Dies alles waren die sachlichen Grundlagen des Streikes, von denen ich Ihnen gezeigt zu haben glaube, dah sie teils unberechtigt waren, teils geringfügig, teils Gegenstand bereits eingeleiteter und mit Aussicht auf Einigung geführter Verhandlungen. Die Reichsgewerkschaft setzte sich mit ihrem durch nichts gerechtfertigten brüsken Vorgehen ins Llnrecht gegenüber der Reichsregierung, die ihr Aeuherstes getan hatte und getan hat, um zu einer befriedigenden Lösung der Gehalts- und Lohnfrage zu kommen; sie setzte sich ins Llnrecht gegenüber den übrigen Organisationen der Beamten, Angestellten und Arbeiter, die bereit waren, den bei den Ianuarverhandlungen eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Sie setzte sich ins Änrecht gegenüber der Beamtenschaft, deren vornehmste Rechte sie durch die Anzettelung eines Beamtenstreiks, des er st en Beamten st reiks, aufs allerschwente gefährdete. (Lärm links, Rufe: Kapp-Putsch!) Denn welchen schweren Stvh die Idee des Berufsbeamtentums durch diesen ersten Deamten- streik erlitten hat, läht sich ja heute noch gar nicht übersehen. (Erneute Unruhe links.) Die Reichsgewerkfchaft setzte sich ins Anrecht gegenüber dem gesamten deutschen Volke (Zustimmung und lebhafter Widerspruch), dem sie Lasten auf» zubürden versuchte, die es keinesfalls hätte tragen können, und dem sie in den Tagen einer äuherst schwierigen äußeren und inneren Lage neue Schwierigkeiten nach innen und außen brachte. Damit komme ich zu der Kernfrage der ganzen Angelegenheit, zu der Frage, wie sich die Reichsregierung an sich zu dem Vorgang prinzipiell stellt. Die Kernfrage, die durch den Streik aufgeworfen wurde, war nicht die wirtschaftliche Frage, und nicht die Arbeitszeitfrage, über die gesprochen werden kann und die dauernd unter Zuziehung von Vertretern der Beamtenschaft und der Arbeiterschaft erörtert worden find, sondern die Frage de« Streikrechts der Beamten (Sehr richtig! rechts). In dieser Frage sind sich alle Regierungen nach der Staatsumwälzung einig gewesen, und keine Regierung kann za einem anderen Ergebnis kommen, für die öffentlich-rechtlich angestellten Beamten gibt es kein Streikrecht (Stürmiicher Widerspruch bei den Kommunisten). Richt etwa deswegen, weil die Beamten „Hörige" sind, wie es in kühnen Redeblüten der Streikhehe wohl gesagt worden ist, sondern gerade umgekehrt, weil sie ein Teil der Regierung sind, weil sie Organe der Regierung sind (Lachen bei den Kommunisten). Regierung und Organe der Regierung, die die ihnen obliegenden Arbeiten verweigern, haben ihre Berechtigung als solche verloren. (Sehr richtig.) Wie liegt die Sache rechtlich? Die Verfassung gibt jedem Deutschen und damit auch den Beamten das Recht der Vereinigungsfreiheit zur Wahrung unb Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen. Aber weder nach dem Wortlaut, noch nach dem Sinn und Geist der Verfassung kann daraus abgeleitet werden, daß die Beamten entgegen ihrem Diensteid und den von ihnen übernommenen öffentlick-rechllichen Deam- tenpflichten das Recht hätten, ihre Dienstgeschäfte gemeinsam niederzulegen. Der Beamte übernimmt vielmehr nach Gesetz und Dienstgrad bet Vermeidung disziplinarischer Verantwortung d'.e Verpflichtung, das ihm übertragene Amt „gewissenhaft" wahrzunehmen. (Zuruf: Kapp- Putschl). Diese Verpslichtung schließt eine einseitige Riederlegung der Dienst- g e s ch ä f t e durch den Beamten aus. Dieser Verpflichtung des Beamten gegenüber stehen aber seine besonderen Rechte, traft deren er aber auch seinerseits in besonderem Maße ^gesetzlich gegen Kündigung und Entlassung ge'chüht ist. (Sehr richtig? rechts.) Die Eisenbahnbeamten sind in ihrer überwiegenden Mehrzahl lebenslänglich an- gestellt. Sie erhalten ihr Gehalt periodisch im voraus bezahlt (Zuruf links: Das niemals ausreicht I), ihre Peirsionsansprüche und die Ansprüche' ihrer Hinterbltebenen sind gesetzlich geregelt und gegen Eingriffe der Verwaltung gesickert. Alle diese Rechte find wohlerworbene Reckte im Sinne «der Verfassung und sie sind als solche «geschützt, wie ein Teil der - " selbst. Diese Rechte sind Deutscher Reichstag. Berlin, 9. Febr. Am Regierungstisch daS gesamte Ministerium außer Minister Dr. Rathenau. Auf der Tagesordnung steht Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung. Wie dem Reichstag mit» geteilt worden ist, hat der Reichspräsident seine Rotverordnung vom 1. Februar mit Wirkung vom heutigen Tage 12 Uhr mittags wieder außer Kraft gesetzt. Danach entfallen, wie Reichstagspräsident Lobe bemerkt, die beiden Anfragen der Unabhängigen und Kommunisten auf Aufhebung dieser Verordnung die heute gleichfalls zur Beratung stehen würden. Abg. Adolf Hoffmann (Komm. Arbeitsgemeinschaft) beantragt hierauf, der Reichstag wolle beschließen, die anläßlich des Eisenbahnerstreiks eingeleiteten Disziplinarverfahren gegen Arbeiter und Beamte sind sofort einzustellen; Disziplinarverfahren nach dem Dematengeseh gegen Beamte wegen Teilnahme am Streik sind nicht einzuleiten; Entlassungen oder Maßregelungen an Arbeitern und Beamten wegen des Streiks haben bei Eisenbahn, Post und anderen Betrieben nicht zu erfolgen. Eingeleitete Strafverfolgungen auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten sind niederzuschlagen, neue Strafverfolgungen dürfen nicht eingeleitet werden. (Gelächter rechts und in der Mitte.) Die Beratung des Antrags wird mit der Aussprache über die Erklärung der Regierung verbunden werden. Reichskanzler Dr. Wirth: Als vor 14 Tagen die Reichsregierung Ihnen die Hauptaufgaben der inneren und äußeren Politik darstellte, habe ich mit besonderer Betonung die Zusammenhänge festgestellt, die zwischen den die Außenpolitik bedingenden Problemen der Reparationsfrage und der innerenLage Deutschlands bestehen. Die Regierung hat keine Gelegenheit versäumt, um im deutschen Volk die Erkenntnis entstehen und wachsen zu lassen, daß nur die straffste Arbeitszucht und der Verzicht sowohl auf politische Sonderbestrebungen wie auch auf einseitige egoistische Interessen uns über die schwere Zeit Hinwegbringen können, in der wir mit der einen Hand die eingerissenen Mauern wieder aufbauen, mit der anderen aber den Vernichtungswillen des Auslandes abzuwenden haben. Die Wendung, welche gerade in der letzten Zeit die Reparationsfrage genommen hat, die in der Welt aufgedämmerte Erkenntnis, daß die Mitarbeit Deutschlands am Wiederaufbau der Weltwirtschaft gesichert werden muß, wenn nicht die ganze Welt zugrunde gehen soll, macht es dem ganzem Volk zur Pflicht, als Mitarbeiter hinter der Regierung zu treten oder wenigstens die Arbeit der Regierung nicht leichtfertig zu stören. Die Werbekraft der Gedanken, durch die wir die Reparativnsfrage aus den Fesseln der Gewalt lösen und in den Bereich wirtschaftlicher Möglichkeiten führen wollen, hängt von dem Gradedes Vertrauens ab, daß Deutschland und feine parlamentarische Regierung im Ausland einzu- flößen imstande sind. Es ist Har, daß ein Staat, der andere zu wirtschaftlichen Gesichtspunkten bekehren will, nur bann Glauben findet und Glauben finden kann, wenn er selbst die Lehre, die er predigt, in seinem eigenen Hause anwendet. Rur ein arbeitsames, sparsames und in häuslicher Ordnung lebendes Deutschland kann die auswärtige Politik führen, die wir für nötig hallen, um die Voraussetzungen für den Wiedereintritt Deutschlands in die politischen und wirtschaftlichen Kreise zu schaffen. Gegen diese von uns betonte und geforderte Pflicht, die von jedem einzelnen Deutschen, von jedem Berufe und von jeder Klasse die strengste Selbstzucht und das höchste staatliche Verantwortllchkeitsgefühl fordert, ist in der letzten Zeit schwer und freventlich gesündigt worden (Lebhafte Zustimmung rechts und in der Mitte) nicht von politischen Parteien, die in der Opposition zu der Regierung stehen, nein, gerade von Elementen, die nach ihrer Tätigkeit und nach der Stellung, die sie im Staate einnehmen, in erster Linie dazu berufen find, den Staat zu stützen, seine Rot mitzufühlen, die Gage des Staates mit der ihrigen zu identifizieren und ihm in politisch unruhigen Zeiten einen festen Halt zu geben! Die Arbeitsverweigerung eines Teiles der im Dienste ber Reichsbahnverwaltung stehenden Beamten — ein Vorgang, den man im gewöhnlichen wirtschaftlichen Leben Streik nennt, den ich aber nicht zögere als eine Machtrevolte in der Beamtenschaft zu bezeichnen (Stürmische Zurufe und großer Tumult auf der linken Seite) — ist ein Ereignis, dessen Folgen noch gar nicht abzusehen sind (Erneuter Lärm links), besonders deshalb, weil diejenigen, die diesen Schrill taten, genau wissen mußten, daß sie damit die schwer kämpfende deutsche Außenpolitik in die größte Gefahr bringen konnten. (Lebhafte Zustimmung in der Mitte und rechts.) Der Reichskanzler gibt hierauf eine eingehende Schilderung der Entwicklung des Bea m t e n ft r ei kes, wobei er besonders hervorhob. daß die Riederlegung der Arbeit im Vorstand der Reichrgewerkschast Deutscher Eisenbahnbeamten und Anwärter nur mit 20 gegen 15 Stimmen Bei einer Stimmenthaltung beschlossen worden ist und daß im eigentlichen geschäftsführenden Vorstand der Reichsgewerkschast das Stimmenverhältnis sogar mir 4 zu 4 gewesen ift Er erinnert ferner daran, baß die Berliner Ortsgruppe be3 Deutschen Ei'en>b'hncrvrrbandes g?gcn den Willen der Verbandsleitung in den Streik trat. Dr. Wirth geht dann näher auf einzelne durch die Presseberichte genau bekannte Phasen der Vermittlungsaki ion ein, fr’gircnenb mit dem Ausruf der Gewerkschaften, dem sich der Deutsche Becrmtenbunb nur zögernd angeschlossen habe, and verliest schließlich die von dem Reichsverkehrs» minister und dem Reichsminister der Finanzen abgegebenen Erklärungen, auf Grund deren der Streik abgebrochen worden ift Die Telegramme der Reichsgewerkschaft, so fährt der Kanzler fort sind nur langsam durch- gedrungen, so daß sich der Arbeitsbetrieb noch verzögerte und erst im Laufe des heutigen Tages voll zur Wirksamkeit gelangen wird. Ich betone, daß in der Zeit, als die Reichsgewerkfchaft sich zum Abbruch des Streiks entschloß, der Rotbetrieb durch umfangreiche Vorkehrungen der Eisenbahnverwaltung schon so weit ausgedehnt war, daß etwa 30 Prozent des normalen Personenverkehrs bewältigt werden konnten. Es war damals mit Sicherheit vorauszusehen, daß es in kürzester Zeit gelingen würde, bis zu 50 Prozent des normalen Verkehrs zu erreichen. (Gelächter links.) Die Forderungen, welche der Bewegung den Anschein der Berechtigung geben sollten, waren die gseichen Forderungen. die am 3. Dezember — wenige Wochen nach einer allgemeinen Erhöhung der Löhne und Deamtengehälter — von den Beamtenorganisationen erhoben worden waren. Sie hätten, wie damals von der Regierung nachgewiesen wurde, das Reich die Länder und Kommunen mit einem ® ef am tmeßrauf toan i> von 50 b is 60 Milliarden belastet und wurden deshalb vom Reichsverkehrsminister und vom Reicysfinanz- minifler am 13. Dezember abgelehnt. Daß dies geschah, entsprach der Auffassung der ganzen Regierung, und ich darf wohl sagen, auch der Auffassung des Hauses und der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes. (Lebhafte Zustimmung bei der Mehrheit.) Kurz vor Weihnachten zogen denn auch die Spihenverbände diese Forderungen zurück, und man einigte sich in der ersten Januar- Hälfte auf die bekannte Erhöhung der Arbeiterlöhne um 75 Pfennig pro Stunde und auf die Erhöhung der Deamtengehälter von jährlich 2000 Mark; für Orte mit besonders schwierigen Verhältnissen wurden die bekannten ileberteue» rungszuschüsse eingeführt. Diese besonderen örtlichen Teuerungsmaßnahmen für die Arbeiter. Beamten und Angestellten wurden ohne jedes Säumen sofort in Angriff genommen. Schon am 23. Januar begannen im Reichsverkehrsministerium die Verhandlungen über die Lieberteuerungszuschüsse für Arbeiter, und am 25. Januar kamen im Reichstagsausschuß für Beamtenangelegenheiten die entsprechenden Maßnahmen für die Beamten zur Sprache. Die sofort nach dem Streik eingeleiteten Maßnahmen zur Durchführung dieser Regelung sind nicht wegen, sondern trotz des Streiks herbeigesührt worden. (Beifall.) Gestern abend haben die zuständigen Ausschüsse des Reichsrates der Regierungsvorlage über die Gewährung dieser Wirtschaftsbeihilfe an Beamten in besonders schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen zugestimmt. Heute nachmittag wird sich das Plenum des Reichsrates mit dieser Vorlage befassen. Abgesehen hiervon hat sich jedoch die Reichsregierung schon am 21. Januar im Plenum des Reichstages bereit erflärt, ganz abgesehen von den Wirtschaftsbeihilfen in eine eingehende Aussprache über alle übrigen Dcsoldungsfragen einzutreten und unter den in Betracht kommenden Problemen der Deamtenbesoldung auch die Frage einer Erhöhung der Grundgehälter zu erörtern. Diese grundsätzliche Rachprüfung soll beschleunigt durchgeführt werden. Obwohl diese Maßnahmen in vollem Gange waren und die Verhandlungen einen durchaus befriedigenden Verlauf zu nehmen versprachen, und obwohl die Oeffentlichkeit und insbesondere der Reichstag über diese Vorgänge ständig auf dem Laufenden gehalten wurde, wiederholte die Reichsgewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamten am 27. Januar dem Reichstag, dem Reichsverkehrsminister und dem Reichsfinanzminister gegenüber die Forderungen, die von den Spitzen- Dcrbänben am 3. Dezember erhoben, aber später selbst zurückgezogen worden waren. Lind weiter. Die Reichsgewerkschaft gab diesen Forderungen ultimativen Charakter, indem sie, falls nicht innerhalb von fünf Lagen eine Erfüllung zugesagt werde, mit der Anwendung des letzten gewerkschaftlichen Mittels drohte. Im Ultimatum der Reichsgewerkschaft waren ferner verlangt worden erstens: Zurückziehung des Referentenentwurfes eines Arbeits- zeitaesehes (Ruf auf der äußersten Linken: Sehr gut!, Lachen rechts), da er ein ungerechtfertigtes Ausnahmegesetz für die Eisenbahnbeamten darstelle ; zweitens: Aufhebung aller Erlasse und sonstigen Anordnungen, durch die angeblich bereits jetzt eine Einschränkung der bisherigen Bestimmungen über den Achtstundentag durchzuführen versucht würde. Hierzu ist folgendes zu bemerken: Eine Zurückziehung des Referentenentwurfes kann mit irgendwelcher Berechtigung schon deshalb nicht beansprucht werden, weil die Verhandlungen über den Gegenstand noch nicht abgeschlossen sind und überdies eine endgültige Entschließung des Reichsverkehrsministers überhaupt noch nicht vorliegt. Ebensowenig läßt sich der Standpunkt begründen, daß es sich um ein sachlich ungerechtfertiglep Ausnahmegesetz der Eisenbahnbeamten handle. (Rufe links: Ra! Ra!) Die näheren Ausführungen hierüber wird der Reichsverkehrsminister machen. Zu der zweiten Forderung ftefle ich fest, daß keine Erlasse oder Anordnungen ergangen geändert werden. Es würde nicht mehr Beamte, sondern auf Privatdienstvertrag angenommene, jederzeit kündbare Angestellte geben. Gin Streik- recht der Beamten ist auch unvereinbar mit einer geordnetenStaatsverwaltung (Sehr richtig) Darin sind sich alle Staatsregierungen aller Zeiten und Länder einig gewesen, und auch Sowjetrußland bildet ja in diesem Punkte keine Ausnahme (Lachen bei den Kommunisten). Die ReichSregie- rung und die preußisch« Regierung haben in den letzten Jahren verschiedene Male Erklärungen hierüber abgegeben, auch als sie beide mit führenden Mitgliäiern der sozialdemokratischen Partei beseht waren. Der sächsische Minister des Innern, Herr Lipinsky, der der Llnabhängigen Sozialdemokratischen Partei angehört, hat den gleichen Standpunll verkündet und begründet. (Zurufe auf der äußersten Linken.) Lassen Sie eS mich mit aller Deutlichkeit Jagen: Ich wäre nicht in der Lage, die Regierung länger zu führen, wenn ein Streikrecht der De - amtenanertannttDÜrbe. Die Reichsregierung ist entschlossen, das Dureaubeamten- t u m mit seinen negativen, aber auch mit seinen positiven Konsequenzen zu erhalten, die sich auS der besonderen Stellung des Staates ergeben. Sie kann das Streikrecht des DerufsbeamtentumS nicht anerkennen, aber sie anerkennt auch auf der anderen Seite die Pflicht des Staates, durch Fürsorge für die Beamten in den Grenzen des Möglichen und, soweit dies mit den Interessen der Gesamtheit vereinbar ist, dazu beizutragen, daß bet Körper ber Beamtenschaft sozial gesund bleibt und an feiner trabitionömäßigen Aufopferung für den Staat nicht irrig wirb. (Fortgesetzte Zurufe auf der äußersten Linken.) Die Regierung glaubt für sich in Anspruch nehmen zu dürfen, und das Hohe Haus wird darüber zu befinden haben, ob es diese Ausfasssung teilt — bei Ihnen liegt es, das zu entscheiden — daß sie der Beamtenschaft durch die sachliche Erledigung der Deamteninteressen keinen Anlaß gegeben hat. dem Staat das Vertrauen zu kündigen und sich zu einer aufrührerischen Bewegung (Llnruhe und Zurufe bei der äußersten Linken) hinreißen zu lassen, die den Staat sowohl als das Berufs« beamtentum schlechthin negiert (große Llnruhe links. Zurufe: Scharfmacher!). Die Bewegung, die uns alle eine Woche in Atem gehalten, Handel und Verkehr auf das schwerste gefährdet und der Regierung bei der Führung ihrer dringendsten politischen Aufgaben die Hand lahmgelegt hat, ist zu Ende. Wir sind ihrer, gestützt auf die unzweideutigen Kundgebungen des Volkes in allen feinen Schichten und aller Geweckschaftsoertretungen, Herr geworden. Ich will nicht versäumen, allen denen, auf die wir uns bei der Abwehr des uns aufgezwungenen Kampfes stützen konnten, den Dank der Regierung und des Staates auszusprechen. (Lebhafter Beifall.) Ich gedenke dabei auch der süddeutschen Länder und ihrer Beamtenschaft (Beifall), die durch ihre Besonnenheit und ruhige Haltung viel dazu beigetragen haben, daß die Bewegung über ihre Herde nicht wesentlich hinauswachsen konnte (Zwischenrufe auf der äußersten Linken.) Ich gedenke aber auch der Männer, die, von uns aufgerufen, sich als Technisch e R o t h i l f e zur Verfügung gestellt haben (lebhaftes Bravo! rechts und in der Mitte, stürmischer Widerspruch aus ber äußersten Linken, Zurufe: Streikbrecher). Sie nennen biese Männer Streikbrecher, ich nenne sie bie Lebensretter des Staates (großer Lärm auf der äußersten Linken). Diese Männer haben sich zur Verfügung gestellt, um wenigstens den notdürftigsten Verkehr aufrechtzuerhalten und die größten Schädigungen an Leben und Gesundheit oerDevolkerung/ namentlich der größeren Städte, zu verhindern Leider haben einige dieser freiwilligen Heiser des Staates durch LInfälle ihr Leben verloren, ein Lim stand, den sich diejenigen in ihr Gewissen schreiben sollten, welche die Verantwortung für das Geschehene tragen. Mit der Beendigung des Streikes ist bie Verorbnung bes Herrn Reichspräsidenten vom 1. Februar b. I., in ber baS Verbot der Arbeitsniederlegung durch Beamte der Reichsbahn ausdrücklich ausgesprochen war, als solches gegenstandslos geworden. Der Reichspräsident hat die Verordnung mit Wirkung von heute mittag 12 Llhr an aufgehoben. Daß mit Aufhebung der Verordnung nun etwa das Streikrecht der Beamten wieder frei würde, dies wird die Regierung — darüber haben meine Ausführungen hoffentlich keinen Zweifel gelassen — nie» maß zugeben können. Der ungesetzmäßige und ungerechtfertigte Streik ist zu Ende; die Dahnen gehen wieder, die Wege zur Arbeit sind wieder frei. Wer es mit dem deutschen Volke gut meint, kann ihm keinen anderen Rat geben als den, auf dem Wege zur Arbeit nicht leichtfertig Hindernisse für Staat und Gesellschaft aufzurichten. (Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.) Präsident Lobe teilte darauf unter dem stürmischen Widerspruch der radikalen Linken mit, daß von verschiedenen Parteien des HauseS angeregt worden ist, nunmehr die Sitzung zu vertagen, um den Fraktionen Gelegenheit zu geben, sich über die Reichskanzlerrede zu beraten. Abg. Ledebour (Ll.) widersetzt sich darauf im Verlauf einer längeren Geschäftsordnungsdebatte der Vertagung, wobei er betont, daß die Reichskanzlerrede, in der der Streik der Beamten als eine Revolte bezeichnet worden sei, nicht un- widersprochen bleiben dürfe. Als die Reichsregierung im Marz 1920 bei der Flucht nach Stuttgart mit jubelnder Begeisterung den Streck ber gesamten Beamtenschaft begrüßt habe, habe sie den Beamten das Streikrecht zugestanden. Heute erkenn gx Annahme von Anzeigen NU y die lagesnummtr fl*t OitOlt 01* zl 1t 201A 01* l" gj ; ■•'£* Vorschrift 20Aufschlag. Hauptschristletter: Aug. General-Anzeiger für Oberhessen Anzeigenteil: Hans Deck, Druck und Verlag: VrLhl'sche Univ.-Vuch- und Stdnbruderei N. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7. sämtlich in Gießen. sie das Streikrechr der Beamten nicht' mehr an. 'Beim man jetzt die Reichskanzlerrede unwidersprochen lasse, so würde man auch dem »Ansehen der Regie ung den schwersten Schlag versehen. Gins Vertagung könne nur bedeuten, daß die Worte des Reichskanzlers einer Kritik nicht standzuhalten vermögen. Abg. K o e n e n (Komm.) benutzt die Geschäftsordnungsdebatte, um unter dem lebhaften Widerspruch des Hauses an der Kanzlerrede Kritik zu üben, die er als eine Scharfmacherrede bezeichnete. Es gelte heute den Aachweis zu führen, daß die Regierung es bisher nicht gewagt habe, den Beamten das Streikrecht abzusprechen. Die Regierung habe natürlich ein Interesse daran, die provokatorische Rede des Kanzlers ohne Widerlegung auf das Land wirken zu lassen. Die Gerechtigkeit erfordere es ledoch, daß man sofort der Stimme der Streikenden Gehör geb. Abg. Adolf Hoffmann (Komm. Arbeitsgemeinschaft) erinnert daran, das) Die gleichen Parteien, die heute für 'Vertagung eintreten, am Dienstag im Aeltestenrat es gar nicht hätten ab warten tomten, eine Aussprache «über den Streit herbeizuführei^ Dieser Mut zur Sprache fehle diesen heute. Wenn man jetzt den Beamten das Streikrecht auch abspreche, so /würden die Beamten doch wieder Gelegenheit finden, sich dieses Recht zu nehmen. 2ibg. Tr. Stresemann (D. Dp.) stellt gegenüber den Vorrednern fest, daß die Anregung zur Vertagung schon ausgesprochen worden sei, noch ehe der Reichskanzler ^gesprochen habe. Da man in der Red« des Reichskanzlers einen großen politischen Akk sehen müsse, müßten die Fraktionen Gelegenheit haben, erst dazu Stellung zu nehmen, lbevor sie in eine Debatte eintreten. Wenn man mm in der letzten Sitzung des Aeltestenrates für eine sofortige Erörterung eingetreten sei, dann deshalb, weil man durch eine Kundgebung des Parlaments auf die Streikenden habe wirten wollen. Dieser Grund liege heute nicht mehr vor. 2ll>g. Müller-Franken (Soz.) glaubt dem von einigen Fraktionen ausgesprochenen Wunsch, vor Beginn der Aussprache zu den Kanzlerausführungen Stellung zu nehmen, auf Grund der bisher geübten Praxis nicht widersprechen zu können. Aach weiteren hauptsächlich polemischen Ausführungen wird der Antrag auf sofortige Besprechung der Regierungserklärung gegen die Stimmen der Kommunisten, Anabhängigen und eines Teiles der Deutschnationalen abgelehnt. Nächste Sitzung morgen, Freitag, I Ahr. Tagesordnung: Besprechung der heutigen Regierungserklärung. — Schluß gegen 5 Ahr. Jur Beendigung des Eisenbahnerstreiks. Berlin, 9. Fcbr. (Wolff.) Die gestern vom Reichskabinett angenommenen Richtlinien über die Anwendung und Durchführung d i s z i • Vlinar er Maßnahmen anläßlich des Eisen- bahnerstreiks haben nach Mitteilung von zuständiger Stelle folgenden Wortlaut: 1. Das förmliche Disziplinarverfahren soll eingeleitet werden gegen Beamte, die a) Ar- Heber des Streiks waren, b) die Sabotage oder gewaltsame Eingriffe in die Verwaltung, den Betrieb oder Verkehr verübt, oder andere Beamte in der Erfüllung ihrer Dienstpflichten durch Ge° wall oder Drohung mit Gewalt verhindert haben. 2. Soweit im übrigen einzelne Beamte wegen -des Streiks zur Verantwortung gezogen werden, soll nur auf Ordnungsstrafen erkannt wer- ^den, sofern sie alsbald zur Erfülung ihrer Dienstpflichten zurückkehren. Geldstrafen sollen nur in besonderen Fällen verhängt werden. 3. Heber das Diensteinkommen während der Streiktage gilt § 14 Abs. 3 des Reichsbeamten, gesetzes. 4. «Soweit Disziplinarverfahren bereits ein- geleitet sind, sollen sie im Rahmen der Grund- sätze zu 1 nach den gesetzlichen Bestimmungen wettergefuhrt werden. 5. ®ie kündbaren Beamten sollen nach den gleichen Grundsätzen behandelt werden. 6. Den Beamten, die treu ihre Pflicht er* fuHlen wird der besondere Schuh der Regierung zugesichert. Gegen diejenigen, die solche Beamte wegen ihrer Pflichterfüllung angreifen sollten, tDuro« mit aller Strenge vorgegangen werden. . Erläuterungen: Zu la: Als Arheber gelten ulcht nur diejenigen, die an den Zentralen stehen, sondern auch dieienigrn, die draußen in den Verwaltungsbezirken zum Ausbruch oder zur Fortsetzung des Streiks hervorragend wirkten. Zu 5: Die mndbaren Beamten, die unter la oder 1b fallen, sind zü entlassen, soweit sie schon entlassen sind, werden sie nicht mehr eingestellt. Das persönliche Beschwerderecht wird dadurch nicht berührt. Die nicht unter la und 1b fallenden Beamten werden zur Beschäftigung wieder zu- gelassen, auch wenn sie schon entlassen wurden. Berlin, 9. Febr. (Wolff.) Aachdem der Streik der Eisenbahner völlig beendet ist, hat der Reichspräsident mit Wirkung von heute 12 Ahr mittags seine Verordnung vom ersten Februar über das Verbot der Arbeitsniederlegung durch die Beamten der Reichsbahn außer Kraft gesetzt. Der Reichsverkehrsminister gab den Blättern zufolge durch Aushang bekannt, daß in Anerkennung der geleisteten wertvollen Dienste der pflichtgetreuen Beamten, Angestellten und Arbeiter während des Streiks, diesen die Reisekosten und baren Auslagen von den Dienststellen zu ersetzen sind. Ferner kann allen denen, die sich hervorgetan und den anderen Beamten mit gutem Beispiel torangegangen sind, eine Belohnung bis zur Höhe von tausend Mark g^ahlt werden. Die Lage Berlins. Berlin. 9. Febr. Laut „B. Z." sind die städtischen Arbeiter heute morgen größtenteils in den Betrieben erschienen, aber die Arbeitsaufnahme war naturgemäß noch nicht einheitlich. Die Straßenbahner meldeten sich fast vollzählig. Heute mittag tonnten bereits die ersten Straßenbahnwagen durch die westlichen Straßen Berlins verkehren. Man rechnet damit, daß heute nachmittag etwa 20 bis 25 Linien wieder in Betrieb genommen werden können. Am Samstag wird vermullich der Betrieb wieder im gewohnten Umfang aufgenommen werden. Die Besorgung von Berlin mit Elektrizität ist nahezu wieder hergestellt. Aur Charlottenburg ist noch ohne Clei- trizität. Auch funktioniert die Wasserleitung wieder in sämtlichen Stadtteilen. Rur die Belieferung mit Gas konnte erst in beschränktem Maße wieder aufgenonrtnen werden. Aus dem englischen Unterhaus. London, 10. Febr. 3m Unterhaus richtete Wedgwood Bens an den Premierminister eine Anfrage, ob die Regierung irgendwie verpflichtet sei, militärische Maßnahmen gegen Deutschland für den Fall anzuwenden, daß Deutschland den im Londoner Altimatum geforderten Zahlungen nicht nachkomme. Llohd George bemerkte, es bestehe keinerlei Verpflichtung außer der im Versailler Vertrage vorgesehenen. Auf eine andere Anfrage Wedgwood Bens' erwiderte Llotzd George, daß der Zeit- >unkr der Konferenz auf den 8. März f e st g e ^e tz t worden sei. Anter den zahl-- reichen Staaten, die die Einladung angenommen hätten, befänden sich Japan, Belgien, Deutschland, Rußland, Holland und Spanien. Die französische Regierung setzte auseinander, daß sie eine formelle Antwort auf die Einladung ihrerseits nicht für notwendig halte, da sie auf der Konferenz vertreten gewesen sei. Von den britischen Dominions, die eingeladen worden seien, hätten bereits Südafrika und Australien angenommen. Der Kabinettswechsel in Italien. R o m, 9. Febr. (WTB.) Der König emp. fing nachmittags G i o l i t t i und abends Bo* n o m i. Wie die Agencia Stephani meldet, soll beschlossen worden sein, daß Bonomi sich dem Parlament vorstelle. Aus dem Reiche. Abbau des Reichsschatzministeriums. B e r l i n, 9. Febr. (WTB.) 3m H a u p t- aus schuß des Reichstages begründete der Vertreter Preußens Ministerialdirektor Sachs die auf denAbbaudes Schatzmini st e° riums hinzielenden Beschlüsse des Reichstages, indem er erklärte, daß die Bedeutung der dem Reichsschatzministerium verbleibenden Aufgaben es nicht rechtfertigen, eine besondere RcichSzentralbehörde deswegen Wetter bestehen zu lassen. Reichsschatzminister Dauer betonte, die Amformung in der Verwaltung, namentlich, wenn sie in einer so kurzen Zeit vorgenommen werden müßte, wie der Reichsrat es fordere, bedeute keine Ersparnis, sondern eine «Schädigung des Arbeitsergebnisses, die dem Reiche viel Geld kosten könne. Die Arbeiten des Reichsschatzministe- riums hingen so miteinander zusammen, daß sie nicht ohne Nachteil von einander getrennt werden könnten, und sie seien so umfangreich, daß sie ein äußeres Ministerium in sich nicht noch aufnehmen könne. Ein Riesenprozeß gegen Wucherer. Berlin, 8. Febr. (Wolff.) 3m Padzier- nik-Prozeß, der am 7. November 1921 begonnen hat und sich gegen nicht weniger als 24 Angeklagte richtet, stellte heute der Vertreter der Anllage die «Strafanträge. In dem Plädoyer, das fast eine Woche dauerte, wies der Vertreter der Anllage darauf hin, daß durch die Fett-, Eier-, Mehl- und Kartoffelschiebungen die Anqetlagten während der Zwangswirtschaft die Allgemeinheit nicht nur schwer geschädigt haben, sondern größtenteils auch große Übergewinne eingesteckt hätten. Angeklagt sind u. a. der Stadtsekretär Padziernik, der die Lebensmittelstelle der Stadt Kattowih leitete, der Bureauvorsteher Watzlawek, der als Bu- reauvorsteher der Fettstelle Oppeln ohne Erlaubnis des maßgebenden Regierungsrates dem Pad- ziemik Fette zuwies, die dieser dann durch andere^ ebenfalls auf der Anklagebank fitzende Personen an Industriewerke, Kommunen und Privatpersonen verschob, und Pfister, der in Oppeln das Lager der Fettstelle für rationierte Fette für Oberschlesien zu verwalten hatte und von dieser Stelle Fett lieferte. Auf diese Weise verschafften sich besonders die eben genannten drei Angeklagten Hunderttaufende von Mark. Wegen Hehlerei, Wuchergewinn, Deamtenbe- st e ch u n g, Begünstigung usw. beantragte der Anllagevertreter folgende Gesamtstrafen: gegen Padziemi,k und Wa t lawek sechs Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverlust, gegen Pfister sechs Jahre Zuchthaus, 120000 Mark Geldstrafe und 10 Jahre Ehrverlust, gegen den Kaufmann Bodo Paul (Breslau) 21/2 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust, gegen den Kaufmann Karl Paul (Oldenburg) 2 Jahre Zuchthaus: gegen die übrigen Angeklagten wurden geringere Zuchthaus- und Gefängnisstrafen beantragt. Insgesamt wurden beantragt 39 Jahre 6 Monate Zuchthaus, 10 Jahre 9Mv- nate Gefängnis, 1 66 500 Mark Geld- ftrafe, Einziehung von 2 094 794 Mk. Aebergewinn und Beschlagnahme der Bestechungsgelder in Höhe von 480 780 Mark. Heftige Auseinandersetzung zwischen dem Anllagevertreter und den vierzehn Verteidigern gab es wegen des Antrags des Ersten Staatsanwalts, die Angeklagten, gegen die Zuchthausstrafe beantragt wurde, sofort in Haft zu nehmen. Das Gericht lehnte den Antrag ab. Das Urteil in diesem Riesenprvzeß, das dem Schieber- und Wuchertum gilt und abschreckend wirken soll, ist im Laufe der nächsten Woche zu erwarten. Landwirtschaftliche Woche. Berlin. 9. Febr. (Wolff.) Die an der großen landwirtschaftlichen Woche in Berlin beteiligten Körperschaften und Vereine kamen überein, die Wintertagung planmäßig vom 11. bis 13. Februar abzuhalten, nachdem die durch den Eisenbahnerstreik verursachten Verkehrsstörungen nach amtlicher Erklärung beseitigt sind. Auch die Bullenversteigerung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft findet wie vorgesehen statt. Der Fall Sepp Oerter. Berlin, 10. Febr. Blättermcldungen aus Braunschweig zufolge veröffentlicht der mehrheitssozialistische Braunschweiger „Volks- freund" neue Enthüllungen über den A n a b - Hängigen-Minister a. D. Oerter. Danach soll Oerter während seiner Ministerpräsi- dentfchaft von dem Fabrikanten Wemmel in Hehlen, der während der Amtstätigkeit Oerters zum Großkapitalisten geworden ist, 3 Prozent des buchmäßigen Reingewinnes und später, wenn er dauernd in die Dienste des Fabrikanten trete, 10 Prozent des Reingewinnes .und Vorschüsse in Höhe von 3000 und 10 000 Mark verlangt haben. Die LanbtagS- fraktion der Sozialdemokratischen Partei hat an die Fraktion der U. S. P. ein «Schreiben gerichtet, in dem sie verlangt, daß Oerter aus der Frallion der U. S. V. ausscheidet und sein Landtaas- manbat nieoerlegt Anscheinend wollen die Mehrheitssozialisten von der Erfüllung dieser Forderung ihren Eintritt in eine Arbeitsgemeinschaft mit der A. S. P. abhängig machen. ' Aus Stabt und Land. Gießen, den 10. Febr. 1922. Wettervoraussage für Samstag: Dunstig und heiter, trocken, Frost, Winde aus östlichen Richtungen. Tas Hochdruckgebiet über dem Kontinent hat sich, weiterhin verstärkt, so daß das Frostwetter noch anhält. ** Der Eisenbahnverkehr"hcttsick> ttotz der vollzähligen Rückkehr der Stteiken- den zur Arbeit auch heute noch nicht zu normalem Dettiebe erheben können. Für die Personenbeförderung bleibt heute, und voraussichtlich auch noch für 2—3 weitere Tage, der Not fahr plan bis auf vereinzelte Erweiterungen in Kraft. Der Güterzugverkehr hat annähernd wieder den ftüheren Umfang erreicht. ** Der Güterverkehr bleibt, wie uns von zuständiger Seite mitgeteUt wird, vorerst aus den Direktionsbezirk Frankfurt beschränkt. Die Umladestellen Frankfurt und Hanau bleiben vorläufig gesperrt. ß.U. LandeSuniversität Gießen. Dem GerichtSassessvr Dr. Wilhelm Groh, Assistent der Juristischen Fakultät, wurde die venia legendi für das Fach des Bürgerlichen Rechts und Sozialrechts bei der Juristischen Fakultät erteilt. "Gegen die Rabenplage. Wie das Kreisamt Gießen mitteilt, sind einzelne Gemeinden des Kreises der Rabenplage durch Abschuß der Raben und rabenartiger Vögel seitens des Feldschutz- und ForstpersonÄS wirksam entgegengetreten. Das KreiSamt empfiehlt, soweit dies noch nicht geschehen ist, geeignete, mit der Handhabung von «Schußwaffen verttaute Personen mit dem Abschuß zu beauftragen. Die gesetzlich erforderlichen Erlaubnisscheine zum Abschuß dieser Vögel werden vom Kreisamte stempelfrei ausgestellt. ** Das Fest der silbernen Hochzeit feiert am Montag das Ehepaar Stellwerk- meister Weigand Müller und Ehefrau Lino geb. Röder, Wetzlarer Weg 32. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater, 7 Uhr: »Peter Brauer". — Neue Aula, 8 Uhr: 5. Vortragsabend der Vortrags- Vereinigung. — Hotel Einhorn, 75/« Uhr: Hauptversammlung des Hausbesitzervereins. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Der Fürst der Berge". — U-Doot-Dortrag. Am kommenden Donnerstag, 16. Februar, wird der bekannte U- Doots-Kommandant Korvettenkapitän Freiherr v. Forst ner in der Neuen Aula über „U-Boots- Erlebnisse in Krieg und Frieden" sprechen. Freiherr von Fvrstner, der einer der ältesten U-Boots- Offizier ist. war bereits feit 1909 im U-Boots- Dienst, er wird eine ganze Reihe ton selbst aufgenommenen Lichtbildern zeigen, u. a. die U» Boots-Anlagen auf Helgoland, die verschiedenen Typen von U-Booten, Torpedierungen, Versenkungen und Sprengungen feindlicher Schiffe, Feuergefechte usw. Die Veranstaltung geht aus von der Deutschnationalen Volkspartei. (Näheres über Kartenverkauf siehe Anzeige.) — Die Freie Schneider-Innung des Kreises Gießen hält am Sonntag, nachmittags 3 Uhr, im Eisenbahnhotel eine Hauptversammlung aller selbständigen «Schneider und Schneiderinnen von Gießen und Umgegend ab. Landkreis Gietzen. * Daubringen, 8. Febr. Am Montagabend hielt Professor Schlarb im Auftrage der Liga zum Schuhe der deutschen Kultur in der Wirtschaft Weimer einen Vortrag. Der Redner hatte sich als Thema „Deutsch- Wälder, hinein und hinaus. Die Fahrt in der Sonne ist über die Maßen schön. Erd' und Himmel glänzen in den wechselvvllsten Farben. Goldschimmernd und zartwächsernes Grün bis zum kräftigsten Blau und Ultraviolett, wie nur je auf einem expressionistischen Gemälde, Unb weit, weit der Blick auf weich geschwungene Linien ferner Höhen, merkwürdig gestaltete vereiste Hänge am Weg, über deren groteske Formen wir lachen. Im Tal sehen wir eingebettete Dörfer, von der Welt ab- geschnitten, vor uns, als ob eine große Silberplatte zwischen die Hügel gefallen wäre, der vereiste große «See, den wir im Bogen umfahren. Spielende Hasen, Rehe und beutesuchende Füchslein, denen die Sonne den Pelz rot brennt, beleben diese unirdischen Winterbilder, die wir mitnehmen. Im Forsthaus ist es so gemütlich und toarm; wir schälen uns aus allen Schals, Jacken und Pelzen. Der Vetter, Fritz Duseck, erzählt von Fuchsjagden in solchen Wintergegenden, während wir hungrig froh auf den Kaffee warten. Ich muß immerfort durch das Fenster hinaussehen! Leonhard Kreutz hat Zigaretten hervorgezogen und unsre beiden Herren übertreffen sich nun im Jägerlatein. Lucie Lux genannt, läßt sich nicht verblüffen. Sie schwindelt mit, als fei sie der erfolgreichste Nimrod. Ich möchte doch auch einmal bei solchem Jagen mittun Sogleich wird ein Tag verabredet und ich freue mich daraus. Beim inzwischen erschienenen Kaffee — die Kanne ist unwahrscheinlich groß und die Waffelberge türmen sich in lachender, duftender Zulle — bereden wir eine Schneeballschlacht, ©leid), wenn wir genügend gestärkt, wollen wir hinaus, und erst abends unter Sterogefunkel heirn- kutschieren. Aitz Duseck gibt unferm originellen Rofselenker Bescheid und - wir laufen in den ,al?’ am See vorbei. Rot, grün, weiß und lila 'k? «^^o/liucken. Lux knipst die bunte Gesellschaft. Schon saust ihr ein wohlgezielter Bill an den Kopf Das Zeichen zur Schlacht. Der Phvtoapparat ist geschwind in ihre Iackentasche geglitten und nun fliegen die weichen, weißen Kugeln herüber und hinüber, bald übers Ziel hinaus, in übermütigem Schwung, bald zu kurz und eilig geworfen. Plötzlich sind wir umzingelt von einer großen Gesellschaft, die uns überraschend mit Schneebällen bombardiert. Wir vier wehren uns heldenhaft. Ein Jauchzen und Lachen fliegt übet den See in die Luft. Dann spazieren wir wie stolze Sieger weiter und kommen an eine herrliche Rodelbahn. Die Dorfjugend der Umgegend fährt auf ben sonderbarsten Schlitten zu Tal. Ich lass mir von einem Bub den Rodel geben. „Nur für eine Fahrt!" Ehe ich mich versehe, ist Fritz Buseck hinter mir und gemeinsam fahren wir hinunter, lieber Schwellen springt der Schlitten und wir mit, die Kurven nehmen wir gewandt. Die Kinder oben jodeln uns nach. Wir überholen die Kleinen, Anfänger. Jetzt ist Dahn frei. Buseck lehnt sich noch vor und die Geschwindigkeit des Fahrens wird erhöht. Tannen jagen an uns vorüber. „®län- senb.“ Wir jubeln beide. Unten ist ein großer freier Platz und wir schießen im Tempo aufs Ende der Dahn. Wir sind ein einziges Freuen. „Nun müssen wir wieder hinaus." „Unb Kreutzens?" »Die müssen auch mal ihre Künste zeigen. ßuj> wäre begeistert." — „Sie waren's auch!" — „Sie sind eine gute Rodelpartnerin. Grad' wie beim Tanz. Famos, wirklich." Und während wir den kleinen Schlitten hinter uns den Derg hinaufziehen, bleiben wir oft stehen, um die Rodler zu bekritteln und uns dran zu erfreuen. Lux und Leonhard kommen uns fein sittsam au Fuß den Weg entgegen. Als wir voreinander stehen, greift Fritz Duseck in die Tannenzweige und schüttelt den Schnee über uns allen aus. „«3o, jetzt kommt! Jetzt gibt's ein wärmendes Schnäpschen zur Belohnung und bann fahren wir heim." Leonhard ist unser Manager. Der Rat wird gern befolgt Die Heimfahrt aber bei Mondenschein war wohl das Zgubrischste, das ich gesehen und erlebt. Wir blieben auch ganz im Schweigen. Der Wald, der See. die Wiesen und Felder umgaben uns in eisiger Majestät. Silbern spielte das Mondlicht über unfern Weg. Zuweilen fiel ein Streif auf meirx Gegenüber, und es sah aus wiie ein Glfenfürst so unwirklich, spukhaft. Als dann der Schellenschlitten vor meiner Tür hielt, faß ich noch lange in meinem großen Sessel und träumte. Bon der einzigen Fahrt — oder von den tieflila Veilchen in der Zimmervase, die so wunderschwer nach Frühlingsglück dufteten? (frankfurter Uraufführungen. „Dakchos Dionysos" Don Fritz Schwiefert Aus einen Grundakkord unserer modernen Dichter stimmt auch Fritz Schwiefert fein »Dakchos Dionysos" ein. Er toin die Verdrängung des alten militaristischen Mtems durch den Geist der Freude darstellen Gezeigt wird diese Wandlung an der Fabel des lydifch-phrygifchen Gottes Dionysos der inTleben Einzug hält Männlein wie Weiblein bezaubert «xund nur einen Widerstrebenden findet, ben Komg Pentheus. In dem wurzeln die allen begriffe von strenger Pflichterfüllung und harter Kulturarbeit noch fest, bis auch er am Snbe von dem Taumel ergriffen wird, die Knie vor dem fremden Eroberer beugt und seiner Gott- hett Gefolgschaft leistet. - Das sind die äußeren de-. Dichter, Einzelheiten um- geftalteno, der griechischen Sage entnahm Eine „mythische Komodie' wird das Ganze genannt, aber es ist großer vielleicht gedacht und empfunden als ausgesuhrt, und bei der Uraufführung im SranTfurter Schauspielhause ward deutlich daß dem Spiel der innere Enthusiasmus, der sieghafte Dottessunke doch mangelt. Vieles erstickt im Akademischen, die langen Erzählungen des Gottes bezeugen die Bildung des Dichters, seine Belesenheit In ben Quellen bes Mythos, aber sie künden nicht seine dramatische Schöpfungskraft Die Sprache ist bald schroff abgehackt — nach dem Muster Georg Kaifers — bald mit Bildern und Dergleichen etwas preziös geschmückt. Ein paar groteske Ausdrucksformen platzen aus dem gewählten und erhobenen Ton, der sonst angeschlagen wird, unorganisch heraus. Die Frage bleibt: Was wird in Theben geschehen, nachdem der Gott gegangen? Werden sie dort ewig Feste feiern, Mänadentänze auf führen, wird Pentheus wirklich dem ftüheren Lebei^ideal weiter entsagen? Die Aufführung half dem Werk auf die beste Art: Unter Dr. Hermann Burgers Regie kam ein stilvoll beschwingtes Zusammenspiel all der Protagonisten und Statisten zustande, eindrucksvoll belebte Bühnenbilder dankte man Ludwig Sievert. Feldhammer gab den Gott mit weicher Geste und melodischem Sprachton, Margarethe Wolf war von hingehender Zartheit, wie sie dem Zauber des Gottes erlag Alexander Engels schuf im Pentheus eine kräftige Mannes- und Herrschernatur. — Der Beifall des Publikums rief nach dem letzten Akt mit den Künstlern auch den Dichter und feine Spiel- Helfer mehrfach hervor. ,»Das stille Glück." In Stilgestaltung und Wesen Schnitzlers Art verwandt, hat Hans Bu^baums Komödie „Das stille Glück" flüssigen Dialog und eine überraschende, novellistisch geprägte Schlußwendung. Wie die Frau des reichen Großindustriellen, eine ehemalige Operettensängerin, ihren ehemaligen Geliebten im Glauben läßt, sie führe jetzt an der Seite ihres Gatten ein „stilles Glück", und wie sie, kaum daß beide fortgegangen sind, dem Freunde und Liebhaber der Gegenwart antelephoniert, blldet den Inhalt. Das gut gebaute Stückchen, das durch ein paar luftige Worte die Klippen der Zweideutigkeit meidet, wurde bei der Uraufführung im Frankfurter Neuen Schauspielhaus mit freundlich gesinntem Beifall aufgenommen. G. Sch. Schlittenfahren. Von Tila Weber. Für heute mittag haben wir eine Schlitten- faßrt verabredet. Es ist klares Winterwetter, die Sonne scheint sieghaft vom stahlblauen Himmel wif die schneeige Erde. Kein Windchen regt sich. 3ä> stehe am Fenster und warte, daß der Schlitten mit Schellengeläut und Pferdegetrappel sich bemerkbar mache. Und schon biegt er in die Straße ein. Ich warte nicht, bis er vor meinem Haus still halt. Ich eile hinaus, ihm entgegen. Mit Halloh begrüßen mich die Freunde. Gin junges Ehepaar, Kceuh, und deren Detter, Fritz Duseck. Sie haben I Ee drei lachende Augen und leuchtende Backen, deren rote Frische noch durch die bunten Sport» t>ctDnt ivird. Ich werde von allen verpackt, I ging es nach Sibirien. Nun geht eS auS der ■ v/iO.ut ilnv hprlchni»; ft» tinX in fa Lnv- SchlcksalSskmibe*' gestellt. 3n Baren Worten geb er einen ileberblicf über die politischen Ereignisse vor dem Äriege. Alsdann schilderte er die wirtschaftliche und finanzielle Qlotlage Deutschlands, die durch das Versailler Friedens- diktat geschaffen worden ist. Die ernsten Worte des Redners machten einen solch tiefen Eindruck auf die Zuhörer, dab sich 30 Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe anschlossen. • Lich, 8. Febr. Der Schützenverein Sich hielt in der Turnhalle seinen Familie nabend ab. Nach einer kurzen Ansprache deS 1. Schützenmeisters Wilh. Kraus kamen mehrere Gedichte, meist vaterländischen Inhalts, zum Vortrag, die reichen Beifall fanden. Dann wechselten verschiedene musi- lalische und humoristische Vorträge miteinander ab. ES folgte eine Verlosung, bei der über 70 Gewinne zur Verteilung kamen. In einer Ecke deS Saales war eine Schießbude errichtet, in der die besten Schützen wertvolle Preise erhielten. Ein Tänzchen beschloß das schön verlaufene Fest. — Im kommenden Sommer beabsichtigt der Verein an seinem StiftungSsesttag ein .^önlgSschühenschiehen" auf seinem Schleßstand an der Hardt zu veranstalten. Kreis Büdingen. a. AuS dem südlichen Vogelsberg, Febr. Die ersten Tage des Februar führten sich mit eigenartigen Witterungsverhältnissen ein. Aach starkem Regen, der sich tote bei einem kleinen Wolkenbruch über Feld und Flur zur Freude der Landwirte ergeb, setzte über Rächt starker Schneefall ein, der die Benutzung des Schlitten- wieder nölig machte. Die beiden letzten Rächte haben einen in diesem Winter noch nicht dagewesenen F r o st gebracht. Die Dorfstraben sind wegen des Eises schwer passierbar. Kreis Schotten. A Gedern, 8. Febr. Wieder Ist einer der Kämpfer aus Deutschlands großer Zeit, der Veteran Helnr. Rullmann II., gestorben. Hofprediger Widmann hielt die Grabrede. Der Kriegerverein gab dem Kameraden das letzte Geleit und legte einen Kranz am Grade nieder. Rull- maim nahm im Regiment 115 am Feldzuge 1870/71 teil. a. Ober-CaiS, 8. Febr. Del Gastwirt Theib hielt der hiesige Gesangverein „Cleberfreunb“ seine Jahresversammlung ab. Wichtigster Gegenstand der Tagesordnung war die Wahl des Vorstandes. Sie hatte folgendes Ergebnis: Karl Emr ich (1. Präsident), Schmiedemeister Adolf 6eum (2. Präsident), Karl Rack (Rechner), Albert Hirtz (Schrift- sührer), Karl H ä h m e l und Karl Ries (Bei- sitzer), Dirigent deS Vereins ist Lehrer 01 r ö - b i n g e r. — Am nächsten Sonntag unternimmt der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhen-ElubS seine zweite Wanderung nach Burkhards. a. Glashütten, 8. Febr. Unter grober Beteiligung wurde hier der Veteran Karl Engel im .79. Lebensjahre zu Grabe getragen. Der Verstorbene hat an den Feld- zügen von 1866 und 1870/71 teUgenormnen. Sie Gemeinde verliert in ihm einen aufrechten Mann und biederen Charakter. In diesem Sinne gedachte der Ortsgeistliche des Heimgegangenen. Der Präsident deS Kriegervereins legte einen Kranz nieder. Starkenburg und Rheinhessen. • Darmstadt, 9. Febr. Seltenes Jagdglück hatte Herr Donderschmld- Groß-Bieberau, der einen Prachthahn der Groh-Trappe (Otis tarda) erlegte. Der Vogel hat die Größe eines Truthahns und ein Gewicht von 18 Pfund. Die Trappe, ein großer Stelzvvgel, ist bei uns in Deutschland ein sehr seltener Gast geworden. Heute findet man sie hauptsächlich noch in Ungarn, Rumänien und Südrubland. Die Jagd auf Trappen gehört zur sog. „hohen Jagd". * Mainz, 8. Febr. In einer hiesigen Fabrik spielte sich gestern ein Betriebsunfall mit tödlichem Ausgang ab. Der Arbeiter Fr. West Höfer wollte eine ins Stocken geratene Kohlenbeförderungsmafchine wieder in Betrieb sehen. Zu diesem Zwecke steckte er eine dicke Holzstange zwischen die Speichen des Schwungrades und stemmte sich schwebend auf die Stange. In diesem Augenblick setzte sich die Maschine wieder in Bewegung, die Holzstange ging mit dem Schwungrad in die Höhe und Westhöfer wurde zur Erde geschleudert. In bewubtlosem Zustande wurde er in feine Wohnung gebracht, wo er eine hasbe Stunde später verstarb. Krcis Wetzlar. ♦Ärofborf, 9. Febr. Schon im Iahre 1914 hatte derTurnvereinKrofdorf beschlossen, sich ein eigenes Heim zu gründen und eine Turnhalle zu erbauen. Baupläne und alle Vorarbeiten waren sertiggestellt und die 'Sauarbeiten sollten in dem gleichen Iahre noch begonnen werden, als der Krieg ausbrach und die Ausführung des Planes verhindert wurde. Von einer kleinen Anzahl Mitglieder wurde nun kurz nach Beendigung des Krieges der Plan, eine Turnhalle zu erbauen, wieder ausgenommen, und durch ihre Werbetätigkeit fanden sie mit der Zeit immer mehr Anhänger unter den übrigen Mitgliedern des Vereins. In der dieser Tage stattgefundenen Generalversammlung, die recht zahlreich, besonders auch von älteren und Ehrenmitgliedern besucht war, stand unter anderem auch die Erbauung einer Turnhalle auf der Tagesordnung und es entwickelte sich über diesen Punkt eine sehr lebhafte, von grobem Interesse zeugende Aussprache. Wenn auch die Schwierigkeiten, unter den heutigen Verhältnissen einen derartigen Plan zu verwirklichen, allseitig anerkannt wurden, so wurden andererseits Wege gezeigt und Anregungen gegeben, die auch in der heutigen Zeit ein Gelingen ermöglichen. Die Abstimmung ergab denn auch, dab annähernd 90Prvz. der anwesenden Stimmberechtigten für die Erbauung einer Turnhalle waren. Hessen-Nassau. )l Marburg, 8. Febr. In der Stadt- verordnetensihung kam eS bei dem Antrag einiger Stadtverordneten auf Erlab eines Ortsstatuts über die Zulassung von Iugendlichen zu den Lichtspieltheatern zu einer regen Aussprache über die Verrohung der Iugend, den Alkoholausschank an die Jugendlichen und das Rauchen von Zigaretten. Der Antrag wurde schlieblich angenommen. Ferner wurden die Mittel zum Einbau einer Denzolgewinnungsanlage und einer Raphthalin-Waschanstalt in die Gasstanstalt bewilligt. — Die vier Fe st ungs gefangenen, die seit Donnerstag früh hungerten, haben gestern mittag bedingungslos mit der Rah- rungsausnahme wieder begonnen. Gesundheitlich hat ihnen die Hungerkur nicht geschadet. AuS dem Amtsvcrkünvigungsblatt. •• Das Amtsverkündigungsblati Rr. 18 vom 9. Februar enthält: Bekanntmachung, betreffend' die Erhebung von Gebühren für die Ausstellung von E,laubnisbescheinigungen zum Ankauf von Kartoffeln. — Desinfektoren — Erinnerung an das Ausschreiben vom 7. Ianuar 1922 (Amtsverlündigungsblatt Rr. 7). — Errichtung einer Zimmermeisterzwangsinnung für den Kreis Gleben. — Polizei-Verordnung, betreffend Zulassung von Jugendlichen unter 18 Jahren zur Vorführung von Bildstreifen. — Feierabendstunde zu Burkhardsfelden. Errichtun g einer Zimmermeisterzwangsinnung für den Kreis ©leben. Die Liste der Handwerker, die an der Abstimmung über die Errichtung einer Zwangsinnung für das Zimmermeisterhandweri im Bezirk der Stadt und der Landgemeinden des Kreises Gießen teilgenommen haben, liegt während zweier Wochen vom Tage des Erschauens dieser Bekanntmachung auf der Registratur des Kreisamts Gieben in den üblichen Dienststunden zur Einsicht und Erhebung etwaiger Einsprüche der Beteiligten offen. Rach Ablauf der Frist angebrachte Einsprüche bleiben unberücksichtigt. Hochschulnachrichten. Ha lle, 9. Febr. Der Geograph ander Universität Halle Prof. Dr. August Schulz ist, 59 Jahre alt, gestorben. Gerichtssaal. Angetreue Postbeamte. * Frankfurt a. M., 8. Febr. Im Postamt 10 In Sachsenhausen hatte der als Landbriefträger beschäftigte Pvstaushelfer Jakob Schulmeyer mit 37 anderen Beamten die ankommende Briespvst auszusortieren und au 38 Reviere zu verteilen. Dabei beseitigte er wiederholt AuSlandbriefe aus Holland, dem Saarland, England und Amerika, in denen er Geld vermutete. Seine Tätigkeit wurde beobachtet und bet einer Revision fand man je drei Briefe in einer Zeitung und in der Portotasche verborgen. Diese Briefe waren für ein anderes Revier bestimmt, das nicht von ihm bedient wurde. Er gestand ein, etwa sechzig Briefe unterschlagen zu haben, die er nach dem Oeffnen vernichtete. Sch. will etwa 380 Mark in ausländischem Geld den Briefen entnommen haben. Die Strafkammer verurteilte Sch. zu 1 Jahr Gefängnis. — Der früher als Postillon in Bad Homburg, später im Postamt 9 als Postbote angestellte Karl Zimmermann war in der Werte Kammer mit Sortieren beschäftigt und eignete ich im September und Oktober 1920 in zwei Fällen Wertpakete an, während er in einem dritten Fall durch Aufkleben einer Rotadresse auf ein Wertpaket bewirkte, daß das Paket zu einer Bekannten in der Slbestraße geschickt wurde, die er informiert hatte. Dort teilte er den aus Wäsche bestehenden Inhalt mit der Empfängerin, der Ehefrau Luise Völker, die ich wegen Beihilfe vor dem Schwurgericht zu verantworten hatte und vier Monate Gefängnis erhielt, während der der Amtsunterschla- gung und des Betrugs angeschuldigte Zimmermann 16 Monate Zuchthaus und 300 Mark Geldstrafe sowie 3 Jahre Ehrverlust bei sofortiger Verhaftung erhielt. Vermischtes. Dampferbrand. Paris, 9. Febr. (WTD.) Rach einer Meldung des „Reuhork Herald" bat der Passagier- darnpfer „Northern Pacific" vor dem Kap Matz Feuer gefangen. Tier Personen sind bei dem Brande ums Leben gekommen. ♦ • DaSgrößteBraunkvhlenberg- werk der Welt. So wenig glaubhaft es klingen will, es ist Tatsache: Das größte Braunkohlenvorkommen der Welt befindet sich unmittelbar vor den Toren der Stadt Leipzig. Die genauen Messungen haben ergeben, daß an der Eisenbahnstrecke Leipzig—Hof in einem Flächenraum von 12 Quadratkilometern mächtige Kohlenflöze von 7—18 Meter Durchmesser lagern, die dem Tagbau zugänglich sind, weil sie höchstens in einer Tiefe von 40 Metern festgestellt sind. Der Freistaat Sachsen wirb den Abbau in eigener Regie vornehmen. Man schätzt den zu erfassenden Kohlenreichtum auf etwa eine Viertelmilliarde Tonnen, die man erst In einem Zeitraum von 100 Jahren abzubauen gedenkt, obwohl die Gesamtanlage so großzügig, wie nirgends bisher, vorgesehen ist. Die Tagesförderung wird auf 7000 Tonnen — 700 Eisenbahnwagen geschätzt. Da die richtige Ausnutzung der hochwertigen Braunkohl« im Interesse der nationalen Wiedergenesung ; eine Notwendigkeit und Pflicht ist, wird das Riesenwerk neben der Belieferung der nahen Leipziger industriellen Anlagen vor allem auch . ein Großkraftwerk versorgen, das mit einer Erzeugungsmöglichkeit von 1200 000 Kilowatt ; oas ganze westsächsisch-thüringische Industriegebiet mit Energie beliefern wird. Daneben werden noch Brikettfabriken errichtet, die : ebenfalls in ihrer Grüße alle auf diesem Ge- : biete existierenden Anlagen in den Schatten : stellen werden; denn die Tagesproduktion ist [ allein schon auf 100 Eisenbahnwagen Bri- i ketts errechnet. Die Belegschaft arbeitet bereits : in drei Schichten, um das giganttsche ünter- . nehmen des Staates sobald als irgend möglich , in das Stadium des DvllbetriebeS hinüber- i zuführen. 1354a I Ä Wir haben bedeutend niedrigere Preise als die Fabrikanten, die jetzt enorme Preisaufschläge verlangen. Emanuel G.m.b Schuhverkauf Seltersweg 31 - früher Central-Cafe Gleicher Maffenverkauf in Frankfurt am Main im Gewerkschaftshaus, gegenüber dem Schwimmbad. WeimrW Seilers« r früher Central-Cafe Wir haben ein Lager von mehreren tausend Paar Herren-, Damen- und Kinderschuhen, von dem einfachsten Arbeiterschuh bis zu den allerfeinsten Stiefeln, die bei der günstigsten Konjunktur eingekauft, so datz wir sagen können: Mir lind Die Dilligiien im ganjen Mi« We! ■ ■ ■ 0169» Watzenborn-Steinberg, Frankfurt a. M., den 9. Februar 1922. Die Beerdigung findet am 11. Februar, nachm. 3 Uhr, statt W ■ r:& E '.jÜ; O U -W I E 5 M, M "W U .rs-. E ä&A£'vy',-v; >v • .v' •• > 1 '.....' ‘ 'JU VJ’frc.r -.'-7 er 611 - DrQ ti bat^ b° - toirb St«®“?' KL cjatm Erscheint n< Nr. 19 Inhalts^ mutigen des La Lek"' ®g für o«1 1 i= " Holzv -® a; Bil jüiüPPfÄ- gew Eiche" 38 26 9 3 Bm, {“^ Dt Sieben, den »• Fieihent Itauh MdlA -iebigftra rinnen tim -jgjM 'S'iE Dboionraoö- 1 rahinemnnrfjer, ^..xkaiiffay 1 über öie An China und ' stimmii In Ergä die Anmeldu ünlernehmur rung der & wird aus Gi und EnWi Deutschland 31. August 1 dem Herrn §1. Al verkskonzessj wit Ausnah! beziehenden, 1, smanzininiste W 35, Pols! „.Zur An jessivnen. Dei der Konzessionen . iutrisft, ist t § 2. Die ländische A der dienstlich b"drigkkHen zu ihrer Ke l'gten Lecsch .y, §3. Ä Äser 2 uns Enlschädigur Deutschland 31. August W nach c '>>> mit Ges SU einhnnd vahrlässiglk Znlvide gemäß §12 aus Anlaß Amten ui 1‘ « N> e. Grasen bes, LB ---ACl Bet Industrie u.Handel nachiv. nut cinncfübrier Vertreter für Putzwolle und Putzlappen gesucht. [1*361 D MgiMylMolle-Mrik Bar>nen-Unt. Gießen (Rodheimer Straße 22), Alsfeld, 10. Februar 1922. Die Beerdigung findet Montag, den 13. Februar, nachmittags 2 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 0143* 01418 Georg Guthier, Postmeister. Familie Jobs. Dietz Familie Balth. Brückel Familie Karl Maid. Stellenangebote] Alleinherskeller Werner 4 Merk A.-G. Meint. Wein- KognaK- Liter- Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Eduard Klinkei senior. Am 8. Februar verschied sanft nach längerem Leiden mein lieber Gatte, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Wieseck, Gießen, Darmstadt, den 9. Februar 1922. Die Beerdigung findet Sonntag den 12.1.M., nachmittags 2VZ Uhr, vom Sterbehaus Gießener Straße 105 aus statt. Die glückliche Geburt eines gesunden Mädchens zeigen hocherfreut an August Kling und Frau Hedwig geb. Tichy. Die glückliche Geburt eines gesunden Mädchens zeigen hocherfreut an Reinhard Kling und Frau Paula geb. Rose. Todes-Anzeige. Nach kurzem Kranksein verschied heute, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, unser lieber Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder und Onkel Herr Adam Stappel, Gr. hess. Förster i. R. Veteran von 1870/71 im fast vollendeten 72. Lebensjahre. Karl Stappel und Frau Maria geb. Koch Maria Guthier geb. Stappel Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Gattin, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Schwägerin Christine Klinkei geb.Sack heute nach kurzem Kranksein im 70. Lebensjahre zu sich abzuberufen. Brillantring aus Privathand zu kaufen gesucht. Schristl. Angebote mit Gröhenangabe und Preis u. 01402 a. d. G. A. erbet. Herr Eberhard Maid lii Gemeinde-Einnehmer i. R. im 82. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Kath. Maid geb. Hirz Familie Jobs. Maid V. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute abend 91/, Uhr nach langem, schwerem Leiden meinen innigstgeliebten, herzensguten Mann und treusorgenden Vater seiner Kinder Franz Christoph Trauth im Alter von 43 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen. In tiefer Trauer: Maria Trauth und Kinder. Gießen (Hammstraße 27), den 8. Februar 1922. Die Beerdigung findet Montag, den 13. Februar, l8/< Uhr nachm., von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. i 367 putzsrau gesucht. Tavetcnbans Ncnnstiel Plockstrahe 16. Gießen (z. It. Kath. Schwesternhaus). 1378 Platzvertreter von bedeutendem rheinischen Oel- und Benzin- Importhaus gegen hohe Provision und evtl Spesenzuschuß gesucht. Nur solche Herren wollen sich melden, die bei der Industrie und in Automobilbesitzerkreisen bestens eingeführt sind. Angebote mit Referenzen erbeten uiit.K. Aa.V.690 an Rudolf Masse, Aachen. [1371ss MniWen milie au Ostern ges. cis« A. 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Kl. 88 Rm., Lichen 6 Rm., Dirken 6 Rm., Kiefern 25 Rm., Aspe 2 Rm ; Knüppelreistg: Birken 2 Rm., Kiefern 40 Rm., Fichten 2 Rm.; gewöhn!. Reisig: Buchen 212 Rm., Eichen 38 Rm; Stöcke: Buchen 31 Rm., Lichen 3 Rm., Kiefern 26 Rm., Fichten 98 Rm. Beginn der Versteigerung 8 Uhr vormittags (Abzweigung der Lichwaldchaussee von der Kreisstrahe Beuern - Allertshausen). Weiteres durch Herrn Forst- wart Leyerer, Climbach. Gießen, den 0. Februar 1922. 1375D Freiherr!. Oberförsterei Rabenau. Trautwein, Geh. Forstrat. Stadt. Arbeitsamt Gietzen Liebigstrafte 16, Teleph. 2054. SS können ehineftcflt werden: a. bei bicfinen Arbeitgebern: zwei Provision«- reisende, 1 Holzbildhauer, 1 Verkäufer. Vcbrünnr: 3 Friseure, 1 Kaufmann, 1 Schub' macker, 1 Glaser, 1 Lackierer, 1 Uhrmacher, ein Plwionravb, 1 Gärtner, 1 Polsterer, 2 Bilder- rahmen imiter, 1 Bildhauer, 1 1Sidnbancr, etn 1 d i h» rfi» r. 1 'Knrfnr. 1 Mwtaiwr Bekanntmachung. Nadeluutzholzverkauf der Stadt Gieße«. Aus den Waldungen der Stadt Gießen, und zwar Forstwartei Hangelstein (Förster Lotz, Wieseck) , I ( „ Brück, Rödgen) „ H ( * Arft, Forsthaus tzochwart) „ HI ( „ Geisel, Gießen) soll da» nachstehend verzeichnet« Nadel-Nutzholz aus dem Submtssionswege ver. kauft werden: ________________________ Los Rr. Forst, wartet Abteilung 9k. | Anzahl der Stämme Sortiment Fstm. 1 H 6, 7 { 6 14 Fichtenstämme 3. Klasse „ 4. „ 6,25 9,81 3 2 H 6, 7 65 * 5a. „ 32,74 d 3 H 6, 11 93 5b- „ 19,82 4 H 7 162 „ 5b- . 35.99 / 3. 11 6 Kiefernfchnittholz 2. Klasse 4,83 5 II l H 55 3- „ 33,55 3 Kiefernbauhoh 3. Klasie 1,85 6 I 2, 3 | 11 _ 4. „ 4,64 f 48 u 5. 0 16,80 7 11 3. 8, 11 25 n 3. e 20,35 8 II 3, 8 47 _ 4. . 26,39 9 11 11 60 „ 4. . 39,13 10 II 11 61 36,59 11 11 11 31 „ 4. , 20,79 l 3, 8 66 22,23 12 II n 2 Weißtannenbauholz 5a.ÄL 0,94 13 46 Kieferubauholz 5. Klasie 22,39 I! 1 9 Weißtannenbauholz 5b*ÄL 2,69 14 11 11 53 Kiesernbauholz 5. Klasie 28,36 15 II 11 54 5. „ 27,58 65 2 Fichtenbauholz 2. „ 3.22 55 2 3- . 3,04 16 III 55 4 4. , 3,97 56. 60, 65 4 Kiesernbauholz 4. Klasie 3,25 64, 65, 110 6 5. „ 2,21 17 III 56,60,64, 65 17 Kiesernbauholz 3. Klosse 27,75 18 III 65 25 n 4- „ 27,63 19 III 64 27 n 4. „ 29,74 20 III 56, 60 23 * 4. „ 22,55 21 I 55, 56 35 20,14 III 1105-7, 110 42 . 5a- „ 21,42 22 III irt 65 ax 63 oo ■ L. 47,58 no cv? 1 I BillisreKleiderundBlusen bjb^nsh &L“AG. Berlin-Lichtenberg -■i Selbetfttrben wie neu mit ishaltfarben as*z auf wollene Strumpfe, •bcn. Herrliche Eierfarben. itnisso der Hersteller. Beste Güte i “ und Sie werden zufrieden sein. für die provinüaldirektion Oberhessen und für dar Kreisamt Gietzen. Erscheint nach Bedarf: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. Aur durch dte Post zu beziehen gegen M!. 6.---uerteljohrlich. Nr 19 10. Februar 1922 bNch-n Untocrjitats-Bud). und Steinbn.i«ei. R. L°»g°. Druck der Brü 30 80 40 50 50 Mk. Mk. Mk. Mk. Mk. 90 Mk. 130 Mk. Schwerbeschädigten, dessen Erwerbsfähigkeit höchstens um 80 Prozent Zufolge Erlasses des Reichsarbeitsministers vom 21. Dezember 1921, der gleichzeitig die früheren Bestimmungen über Teuerungszuschüssc außer Kraft seht wird nut Wirkung vom 1 Oktober 1921 ein Teuerungszuschuß nur noch an dre Schwer- kriegsbesck)ädigtcn, erwerbsunfähigen Kriegerwitwen, Kriegerwaisen, Kriegeteltern, Altrentner und Altrentnerrnnen gewahrt, die nicht im Erwerbsleben stehen. Als im Erwerbsleben stehend wird im allgemeinen nur derjenige angesehen, dessen regelmäßiger Arbeitsverdienst oder dessen sonstiges' Einkommen einschließlich Erwerbsloseinrnterstuhung, Krankengeld usw. die jeweiligen Höchstsätze der Erwerbslosen- untecstüyung mindestens um ein Drittel übersteigt. Der monatliche Teuerungszuschuß betragt nunmehr für jeden Bekanntmachung. In Ar 22 des Deutschen Aeichsanzeigers vom 26. Januar ds 38 befinden sich Bekanntmachungen des Reichswirtschafts- Ministeriums über das Dersahren zum Zwecke des Ämtausches der in deutschem Eigentum b-smdltch-n nicht sicher gestellten österreichischen und ungarischen Dorrriegs-wtaatzschuldverschie,. bung-n (nicht Kriegsanleihe) g-mah Ar tkel 20Z des Sn-d-ns- vertrages von 6t. Germain und Artikel 186 des Friedensver- träges von Trianon nebst Ausführungsanweisung. Interessenten werden auf diese beiden Bekanntmachungen ausdrücklich aufmerksam gemacht. Darmstadt, den 31. Januar 1922 c. n? „ t Hessisches Ministerium für Arbeit und Wirtschaft. Raab. Bekanntmachung. Betr.: Laufende Teuerungszuschüsse an Schwerkriegsbeschädigte, erwerbsunfäh'ge Kriegerwitwen, Kriegerwai en, Krieger- eitern, Altrentiier und Altrentnerinnen. Da sich in unsere Bekanntmachung vom 3. Ü^bruar 19^ - Amtsverkündigungsblatt Ar. 16 - ein Fehler eingeschlichen hat, wird dieselbe hiermit in der berichtigten Fassung nochmals beka^gegeben.ugust bie Post und die unterzeichnete Stelle bezahlten monatlichen Teuerungszufchusse zu den kamen den Renten nach dem Reichsversorgungsgeseh sind nut Gnoe Dezember 1921 in Wegfall gekommen. Bckantttmachuug über die Anmeldung von Bergwerkskonzessionen in der Türkei, China und Bulgarien aus Anlaß der Durchführung der Bestimmungen des Artikels 260 des Friedensvertrags. In Ergänzung der Bekanntmachung vom 27. März 1920 über die Anmeldung von Rechten oder Beteiligungen an öffentlichen Unternehmungen oder Konzessionen aus Anlaß der Durchführung der Bestimmungen des Artikels 260 des ^riedensvertrags wird auf Grund der 88 1 und 4 des Gesetzes über Enteigungen und Entschädigungen aus Anlaß des Friedensvertrags zwischen Deutschland und 'bcn alliierten und assoziierten Machten vom 31. August 1919 (Reichs-Gesetzbl. S. 1527) im Einvernehmen Mit dem Herrn Reichsminister der Finanzen folgendes bestimmt: § 1 Alle deutschen Reichsangehörigen zustehenden Berg- werkslönzessionen in der Türkei, in Bulgarien sowie in China, mit Ausnahme der sich auf das Gebiet der Provinz Schantung beziehenden, sind bis zum 15. Februar 1922 bm dem Reichsfinanzministerium, Stelle für ausländische Wertpapiere, Berlin W 35 Potsdamer Straße 122 a/b, anzumelden Zur Anmeldung verpflichtet sitid die Inhaber der Kon- zesslEN.^ Anmeldung ist anzugeben, ob zur Ausnutzung der Konzessionen bereits ein Unternehmen gegründet ist. Falls dies zutrifft, ist der Sitz des Unternehmens anzugeben. 8 2. Die bei dem Reichsfinanzminlsterium Stelle für ausländische Wertpapiere, beschäftigten Personen sind vorbehaltlich der dienstlichen Berichterstattung oder^der Anzeige von Geseh- ivibrigfcitcji verpflichtet, über die m Ausübung dwser ^atigkert zu ihrer Kenntnis kommenden Geschaftsverhaltnisse der Beteiligten Verschwiegenheit zu beobachten. 8 3. Zuwiderhandlungen gegen § 1 werden gemäß 8 10 Ziffer 2 und § 11 Ar. 2 des Gesetzes über Enteignungen und Entschädigungen aus Anlaß des Friedensvertrags zwischen Deutschland und den alliierten und astozuerten Machten vom 31 August 1919 (Reichs-Gesetzbl. S. 1527) bei Vorsatz, sofern nicht nach allgemeinen Strafgesetzen eine höhere Strafe verwirkt ist mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafen bis zu' einhundcrttausend Mark oder mit einer dieser Strafen bei Fahrlässigkeit mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark bestraft. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen des 8.2 werden gemäß 8 12 des Gesetzes über Enteignungen und Entschädigungen aus Anlaß des Friedensvertrags zwischen Deutschland und den alliierten und assoziierten Mächten vom 31. August 1919 lRerchs- Gcsctzbl S. 1527) mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafen bis zu fünfzehntausend Mark oder nut einer dieser Strafen bestraft. Berlin den 20. Januar 1922. _$cr Reichsminister für Wiederaufbau. I.V.: Muller. ^Äü^rmtiftcr äu ^-nund^«- frei ausgestellt. ®it6e"K^sam.Ä Schmidt. Betr.: Kriegcrgräberfürsorge. . eToitc>a An die Bürgermeistereien der Landgemeinden^des Kre.feS. Soweit unserer Verfügung vom 9. Januar 1922 (Amtsve kündigungsblatt Ar. 7 vom 12. Januar 1922) noch nicht entsprach visl wird hiermit ihre Erledigung erinnert. ' Gießen den 6. Februar 1922. Kr°is°mt ©ieBen. 3. T.: W - l ck - v. gemindert ist . ...... • • • dessen Erwerbsfähigkeit um mehr als 80 Prozent daneben, wenn er für Kinder (§ 30 des RVG.) zu sorgen hat, für jedes Kind..... für jede erwerbsunfähige Witwe...... für jede vaterlose Waise......... für jede elternlose Waise . für jeden Elternteil ....... • ■ ■ Die für die Monate Oktober bis Dezember 1921 nach Abzug der durck Post-und Fürsorgestelle für diese Zelt gezahlten Teue- rungszufchüsse hiernach zustehende Aachzahlung sowie die Beträge ^sür die Monate Zanuar und Februar 1922 sind inzwischen durch die zuständigen Gemeindekassen zur Auszahlung gelangt. Soweit dies noch nicht geschehen sein sollte, werden die in Betracht kommenden Rentenempfänger und Rentenempfängerinnen aufoefordert, die angewiesenen Betrage bet be^^Enderechnern in Empfang zu nehmen. Sollten diese ausnahmsweise nicht. nn Besitz von Anweisungen für Personen sein, die auf dte genannten Teuerunqszuschüsse Anspruch zu haben glauben, wird dnsen Per sonen anheimgestellt entsprechenden Antrag bei uns zu stellen. Berechtigten Anträgen wird von uns baldigst entsprochen werdem Die Büraermeistereien der Landgemeinden des Kreises we den angewiesen, vorstehende Bekanntmachung zur Kenntnis der Beteiligten zu bringen. Gießen, den 3. Februar 1922. H-, silck.es Kreisamt Sieben «Amtliche Kr-isfursorgeftell-w- Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene). D.. Dr. S) e_b. e waiiet den 16. Februar, in der Neuen Aula WUl-Ntt ianb u.Korvettenkapitän i Forstner spricht über ib 1 Mark im Vorverkauf bei Ernst - Zu zahlreichem Besuch ladet ein Vorstand. i366v fflärung! Anzeiger vom 4. Febr. 1922 gin•» 6wa^- 9enö,iqt ah i^Hir fikfai i ®^ie ß tQrnrn’unc Ein Gasherd (Junker & 9tii6), sowie 1 ganze Büste m. Ständer zu verkaufen 01388 Moltkestrahe 1« III. Für Liebhaber und Schulen! 1 Schrank, bestehend aus 42 Glaskasten in- u. ausländischer Schmetterlinge, wunderb. Sammlung, preiswert zu verlöt- und säurefrei» kaufen 3. Kann Söhne 1377 Weftanlage 38. Gin gut erhalt, schwarzer Gehrock-Anzug sllr mittlere Figur zu kaufen gesucht. Schristl. Angebote mit Preisangabe unt. 01390 an den Gich. Anz. 20(ti _, Oli-prs % fflr 6en ' 150 V' 11 D1 Ai^ien, & Äü Holzv ««r ***$ Scheuer. g 4 fl* 6 6N-3fl! Bh W*Ä. gen W 7. f rn 26'. 3 Bm, <ß SirhtN, den v. Freihent. Traut' MdtI -i-bigfttt fönnen ein fßhoioW ‘ f rahuienamdjer, 1 Wmlcr- 1 * 1 Zpengler und t b. del ausl-ärttgr 1 OTilüer, 1 nlL ? 1 grillet u. Bob 1 jüngerer Svemi 4 normet, 1 Lebrlinae: 1 Glast Lchloiser, 1 Selin 6» lnil-en Arde Slleifen«, Bncter Blnltbintnldilom bindet. 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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Gattin, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Schwägerin Christine Klinkei geb.Sack heute nach kurzem Kranksein im 70. Lebensjahre zu sich abzuberufen. Gott dem Allmächtigen hat es gefal nach langem, schwerem Leiden meinen guten Mann und treusorgenden Vater se Franz Christof im Alter von 43 Jahren in ein besseres In t Maria Tra Gießen (Hammstraße 27), den 8. Februa Die Beerdigung findet Montag, den 13. 1 von der Kapelle des Neuen Fri Steljenangeifo (£. V. V( Äirchstraf Lehr! in fürBildereinrabmer sucht. 1368 Bei Industrie u.Ha nachw. gut eingefüh Vertrete für Puhwolle und 4 lappen gesucht. [13 ökkgWeviMolle-Zi Barmen Unt. lokal (neu gebaut), 7,80 m breit, 12 m tief, 3,60 hoch, mit zwei Schaufenstern und moderner Ladeneinrichtung, in bester zentraler Lage eines Landstädtchens Obeihessens ganz oder geteilt zu vermieten. Schristl. Anfr. unter 13630 a. d. Gieß-Anz. Zum 1. März ob. f UW gern au,« Kran Dr. G. tt Bahnhoistrane Üö Jllllistt NW! fürnnsereZigarrenk sabrik per sofort ge S. Bock . 1 Am 8. Februar verschied : Gatte, unser lieber Vater, Schx Herr Eberl Gemeinde im 82. Lebensjahre. Die trauerm Frau Kath. Maid geb. Familie Balth. Brück Famili oub» Watzenborn-Steinberg, Frankfu Die Beerdigung findet arr m. 35 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberyessen) Zrettag, (0. Februar $922 Die hessische Regierung zur Besowungssrage. Man schreibt uns aus Darmstadt: Dem ßanbtag ist von der Regierung eine Vorlage zugegangen, in der die Er- Höhung des TeuerungSzuschlags zu dem ^ruirdgehalt, den Vergütungen und dem Orts- ^uschlag für die Beamten, Lehrer, Anwärter usw. nach den gleichen Grundsätzen beantragt wird, wie sie für die Reichsbeamten in den letzten Tagen genehmigt worden ist. Darnach erhalten die Beamten zu den angegebenen Bezügen, die den Betrag von 10 000 Mark nicht übersteigen, anstatt eines Teue- rungszuschlages von 20 v. Sy einen solchen von 40 v. Sy, für die höheren Bezüge sowie für die Kinderzuschläge tritt eine Erhöhung des bisherigen Teuerungszuschlags nicht ein, so daß jeder planmäßige Beamte vom 1. Januar 1922 ab den Betrag von 2000 Mk. jährlich mehr erhält. Die Bezüge der Anwärter, der Ruhegehaltsempfänger und der Hinterbliebenen regeln sich nach den für sie geltenden besonderen Vorschriften. Aus der Begründung ist zu entnehmen, daß die Regierung bei den Verhandlungen mit der Reichsregierung mehrmals angestrebt hat, die durch die Reuregelung der Grundgehalte vom 1. Oktober 1921 an ein» getretene Spannung zwischen den Gehalten der unteren und oberen Gruppen wesentlich zu verringern, daß außerdem wiederholt darauf hingewirkt wurde, einen bestimmten Mindestteuerungs-- zuschlag, der nur für die Beamten der unteren Gruppen in Betracht kommen würde, oder ein Mindesteinkommen festzusetzen. Diese Anträge konnten aber bis jetzt nicht durchgesetzt werden. Weiter wurde von der Regierung bei den Verhandlungen angeregt, zur Herbeiführung eines Dauerzustandes in der Deamtenbesol- dung die Dienstbezüge der Beamten in den einzelnen Gruppen in eine feste einfache Relation zueinander zu bringen, so daß bei notwendigen Veränderungen in den Bezügen immer nur ein für alle Besoldungsgruppen gleichmäßiger neuer Faktor zu bestimmen wäre, mit dem die Grundgehalte zu vervielfältigen sein würden. Cs war weiter vvrgeschlagen, die Reuregelung der Bezüge auf dem Wege der sogenannten gleitenden GehaltSstala auw- matisch dann eintreten zu lassen, wenn die Teuerung um ein gewisses Maß fortschreitet oder zurückgeht, wobei die auf Grund der Großhandelspreise für die wichtigsten Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände ermittelten Indexziffern zugrunde gelegt werden sollen. Obwohl die Regelung im Reich den Wünschen der hessischen Regierung nicht entspricht, weil der vvrgenvmmene Ausgleich nicht als ausreichend angesehen wird, muhte sie aber doch übernommen werden, da nach den reichsgesetzlichen Bestimmungen des Besvl- dungssperrgesetzes keine Anordnungen zulässig lind, die über diese Regelung hinausgehen. Andererseits war die Aebernahme der Reichsvorschriften im Interesse einer gleichmäßigen Behandlung der Landes- und Reichsbeamten notwendig. ' Schließlich ist aus der Vorlage noch zu entnehmen, daß auch jetzt wieder von der hessischen Regierung entschieden darauf hin- gewirkt wurde, das derzeitige Ortsklassen sh sie m zu beseitigen und dafür ein Wohnungsgeld zu geben, da für die hessischen Wohnorte die Einteilung in fünf Ortsklassen nicht berechtigt ist und für Hessen nicht aufrechterhalten werden kann. Leider haben aber diese Anträge zu einem Ergebnis bis jetzt noch nicht geführt. Kirche und Schule. X Wiese ck, 9. Febr. Fräulein Storck, Sekretärin des Verbandes der evangelisch- kirchlichen Frauenvereine in Hessen, die in diesen Tagen den vielerorts bestehenden Frauenvereinen des Dekanats Gießen neue Anregungen bringt, wird diesen Freitag abend im Ratssaal in einer Frauenversammlung einen Vortrag halten: der Abend bietet auch Gelegenheit zur Aussprache. Handel, Berlin, 9. Februar. Börsenstimmun gsbild. Da die Besserung des Reu- yorker Markkurses hier eine Abschwächung der Devisenpreise bewirkte, wobei aber die Umsätze mangels Bedarfes der Industrie zu Einfuhrzwecken nach wie vor gering bleiben, war die Kursbildung der Börse anfangs unregelmäßig. Die Grundstimmung blieb jedoch fest, wozu wesentlich die endgültige Beilegung der Berliner Ausstandsbewegung beitrug, da damit die lästigen Verkehrsstörungen, wie die für das Börsengeschäft besonders fühlbare Sperrung des Privattelephonverkehrs usw. in Wegfall kommen. Wieder wurden die Umsätze in der Hauptsache von der Spekulation bestritten, während das Privatpublikum sich erst langsam einstellt. Schon zu Beginn überwogen die Kurssteigerungen 20—30 Prvz. und darüber. Oberschlesische Mvntanwerte litten mit Ausnahme von Caro, Oberbedarf und Hohenlohe, die weiter stiegen, unter Realisierungen, während sich lebhaftes Interesse für westdeutsche Mvntanpapiere, namentlich für Essener Steinkohlen und Mannesmann, vor allem aber für die Werte des Rheinelbe-Union- Konzerns, also Deutsch-L'lxemburger, Gelsenkirchener, Schlickert und Siemens u. Halske bei Steigerungen bis zu 50 Proz. kundgab. Für Kaliaktien erhielt sich unter Bevorzugung von Aschersleben, Westeregeln und KrügerS- hall das bisherige Kaufinteresse. Bei den übrigen Industriepapieren betrugen die Steigerungen bis zu 20 Proz. Ludwig Löwe 60 und Gothaer Waggon 125 Proz., wogegen Otavis allerdings stärker fielen. Schiffahrts- und Bankaktien stiegen gleichfalls, nämlich Hansa, Berliner Handelsgesellschaft, Diskonto Eom- manditanteile und Deutsch-Bank-Aktien. Am Rentenmarkt bestand einiges Interesse für Ungarn. Frankfurt a. Rl., 9. Fedr. Börsen- stimmungsbild. Infolge freundlicher B ur° teilung der innerpolitischen Lage ist die Börse im allgemeinen wieder fester veranlagt. Montanpapiere lagen allerdings weniger einheitlich. Auf diesem Gebiete griff das Entlastungsbeoülfnis der Spekulation von oberschlesischen Werten auch auf andere, letzthin kräftiger gefhnimte Aknen über. Am Markte der unnvtierten Werte war das Geschäft bei gut behaupteten Kursen bescheidener, deutsche Petroleum 1800, Benz 595, Casseler Fatz 1675, Gebr. Fahr 620—630, Rastatter Waggons 675, Chemische Rhenania 985—990, Lastauto 785. Bon Auslandswerten waren Mexikaner schwächer. Ter Devisenmarkt unterlag Schwankungen: Dollar 192.50—190.50. Montanattien bje’ug en sich im Verlaufe. Laurahütte stieg all 1700. Kleyer j. Taimler behauptet. Chemische Werte unreqel» madig. Schiffahrtsaktien mätzig höher Am E n- heitsmarkte war das Geschäft ruhiger bei fester Tendenz. Kaliwerte ruhiger. Der Schlutz gestaltete sich uneinheitlich. Privatdiskont 4y2 Prozent. Frankfurt a M., 10. Februar, Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 8.2. v. 2 Zürich.........Fr. 125 40 2,57 2,67 Amsterdam......Fl. 59.20 1,34 1,39 Kopenhagen......Kr. 88.80 2 48 2,48 Prag..........Kr. 117.80 26,30 27,62 Stockholm.......Kr. 88.80 1,93 1,93 Wien..........Kr. 117.80 4077,- London.........Sh. 97.80 8,59 8,38 । Paris..........Fr. 125 40 6,88 C,- | Aeuyork........$ 23.80 -,4S -,52 Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: 8. Febr. 9. Febr. Amsterdam-Rotterd. 7417,55 7432,45 7167,807182,-0 Drüsfel.Antwerpen. 1620,85 1624,15 1593.40 1596,60 Christians..... 3251,70 3258,30 3186,80 3193,20 Kopenhagen. ... . 4055 90 4064,10 3955, — 2964,— Stockholm ..... . 5184,80 51^5.20 500^,95 5020,05 Helstngfors ..... 289,60 390,49 379,60 380,40 Italien........9,4,- 956,- 95^,50 958,50 London ...... 866,60 868,40 841,65 813,35 Rcuyork.......198,80 199,20 191,55 191,95 Paris........ 1693,301696,70 1663,301666,70 Schweiz . ......3888,60 3596,40 374 ,25 3748,75 Spanien.......3096,903103,10 3046,95 3053,05 Wien (altes) .... Deutsch-Oesterr.. .. 6,43 6,47 6,78 6,82 Srag......... 370,10 876,90 362,10 362,90 ndapest....... 30,46 30,54 30,76 30,44 Buenos Aires . . . 71,15 71,35 69,27 69,47 Bulgarien...... 134,35 134,65 129.60 129,n0 Konstantinopel . . . Börsenkurse. rung sein könnte, und werde es dann Europa überlassen, daraus seine eigenen Folgen zu ziehen. London, 9. Febr. (WTB) Einer Reuter« Meldung aus Washington zufolge hebt der Bericht des Bundesreserveamtes über die wirtschaftlichen Verhältnisse in Europa die Rotwendigkeit der Wiederher st ellung der Kaufkraft Mitteleuropas und Rußlands hervor und erklärt, dah die weitere Anhäufung von Gold in den Vereinigten Staaten eine ernste Gefahr sein wurde. Ferner gibt der Bericht Frankreich den Rat, Reparationen unter dem Wiesbadener Abkommen entgegenzunehmen, räumt icdvch ein. daß die Verwendung deutscher Arbeitskräfte in den verwüsteten Gebieten undurchführbar sein könnte. Veröffentlichung deS französischen Memorandums. Paris, 9. Febr (WTB.) Aste der »Petit Parisien" mitteilt, wird das f r a n z ö fff cheMe- morandum über die Konferenz von Genua, das der englischen Regierung übermittelt wurde, heute abend veröffentlicht werden. Berlin Kurs 10.2. Schweizer Franken 100 Kr. 959, 895, 930, 100 100 100 100 100 511,- 79,25 724,- 575, 690 995, 650, 510, 508, 74, 726, 220, 100 Fl. = 100 Mk. => 100 Kr. =■ 100 Kr. = 100 Fr. =■ 1 £ - Ällg. Glektr.-Ges. . . Felten & Guilleaume Echuckert-Werke. . . Adlerwerke...... Daimler....... 4° 0 Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. Dereinsbank 191.69 2.57 0.175 9.72 41.155 22.40 25.10 41.50 0.80 514.50 1.65 0,16 192.75 2.70 0.17 9.80 44.50 22.50 25.60 42.- 0.82 514.- 1.70 0,15 618,- 623, 584,60 590, 9. 2. 77,50 87,50 109,75 71,90 420, - 304,50 312,- 311,- 500,- 441,- 330,- 298,- 315,- 1099,60 940,- 930,- 9 10,- 1525,- 1005,- 800,- 1039,- 8.2. 77,50 87 50 109,75 71,30 414,50 302,- 312,25 811,- 490,- 421,- 324,- 292,- 315,- 1075,- 89Ci, - 895,- 925,- 1513,- 1010,- 800,- 1040,- den alten Zustand wiederherzustellen. Bei den Rangierbahnhöfen ist der Betrieb wieder ausgenommen worden. Die Bahnhöfe find jedoch überfüllt. Im Direktionsbezirk sind über 70 Züge zusammengestellt. — Die Tech- 699, 1080, 705, 628. 515, 73, 735, Heftige Kämpfe in Irland. Conbo n, 9. gebr. (WTB) Wie die Blätter melden, sind gestern morgen planmätzigeAn. griffe gegen d i e trischen Rationalisten in den Grafschaften Throne und For- managh au: geführt worden. Mehrere Persönlichkeiten wurden nach dem Freistaat entfernt. 'Bet einem Angriff r ausgeweint. Gar nicht so selten hat sie jetzt Träne t gehabt und schweren Derdruh über sich selber. Item: der Herr Feldmar ch ll hafs bei ber abgeschlagenen Avantgarde«Astäre bewenden lassen, weil er's für taktisch richtiger hielt. Hat nur, als die Fürstin ih^en Bericht erstattete, gemeint: „Die Weibsleutei'EDie Weiösleutel" Wer gleich hinzugefügt: „Ja, wenn sie alle wären wie du, Maschen 1" Andern Tags ist in den Mansarden neuer Aufruhr gewesen. Es schellt, und Fräulein Sophie von Giese öffnet. Ist aber gleich wie vom Schlage gerührt. Denn vor ihr steht der Hauptmann von Reblitz, schlank und fast zierlich, tn seiner goldgestickten Uniform mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse auf der Brust, das er sich bei Laon im blutigen Kamps gewonnen. Wäre nun das Fiekchen wie die Lore gewesen, würde sie dcm Geliebten um den Hals gefallen sein — so war sie aber nicht, llnb er war auch nicht wie der Herr von Dause, der seiner Lore sicherlich einen Schmatz auf die Lippen gesetzt hätte. Er nimmt vielmehr die Hand des Mädchens, stützt sie ehr- bar-zärtlich und sagt mit bewegter Stimme: „Ich mutzte Sie noch> einmal sehen und sprechen, gnädiges Fräulein . . . meine teure Sophie. Hab' vorhin Ordre bekommen, mutz morgen ins Feld. Unb ich will auch die gnädigste Frau Matter sprechen — ich will!" Langsam zieht sie die Hand fort, ganz langsam. Das Blut steigt ihr ins Ge icht, sie atmet schwer. Das Herz tut ihr plötzlich weh, und ist doch eine grobe Seligkeit darin. Schwer ant= toortet sie endlich, mit vor Schmerz und Glück bebender Sttmme: „Ich danke Ihnen sehr. Her Kapitän, datz Sie gekommen fini>, datz ich Sie... noch sehe, ehe Sie in die Campagne müssen, tn den schrecklichen Krieg." Unb dann: „Die Frau Mutter ist auggegangen ..." »Ich mutz sie sprechen. Ich will, ich mutz, meine Sophie! Wir können so nicht schnden!" Run hat er doch den be timmten Ton wiedergefunden. Ist Sollat, ist Oifixier. „Wann d irste die gnädigste Frau Mutter zdrückt m.ne.i?" _ »Ich" treib es wahrhaftig nicht, Herr Kapitän. ilnb es hat ja auch keinen Zweck, lieber guter . . . Herr von Rediy." Wie sie das gesagt hat, ruft von rückwärts her eine weiche Stimme, Luisens Stimme: »Fiel- chen!" ruft sie. Mutzte wohl ein wenig gelauscht haben, wie Schwestern gern in ihre He rzens g e heimni sfe hineinhorchen und -sehen. Unb ist in ihrem eigenen Glück so voll Mitleid, möchte Helsen — helfen, wenigstens in Ruhe sprechen sollen sich die beiden, die sich lieb haben, wo es den Abschied gilt, wo man nicht wissen kann, ob es überhaupt ein Wiedersehen gibt. Sophie ist zurückgehuscht: „Einen Moment, Herr Kapitän." ülnd die Sch^western tuschelten leise. Bis das Fiekchen wieder zur Flurtür hascht: „0o Sie eirrtreten wollen, Herr von Reblih. Meine älteste Schivester bittet Sie . . . erschrecken Sw nicht ... Sie haben gewitz von ihrem Unglück gehört . . Rein, er erschrickt nicht. Weitz ja auch, datz das Unglück fkfy mit Glück paarte, denn die Frau von Giese hatte ja gestern in der Bossischen die Verlobung ihrer älteften Tochter Luise mit dem Grafen Martinez annonciert. Kützt also Luise mit ehrerbietigem Glückwunsch die Hand, sieht zartfühlend gar nichts von dem rosa Schleier, den sie wieder über die rech'e Gesichtshälfte gezogen, und Luise ist ganz die Dame der grotzen Well. Bittet Platz zu nehmen, setzt sich aber bald ableite an den Rählasten und überläDt die beiden sich selbst, wendet ihnen sogar den Rücken zu, reiht Perle auf Perle aus die ©lieferet. And lächelt vor sich hin, wenn sie sie flüstern hört, immer herzinniger, bis sich wohl Lippe auf Lippe fand; denkt dazwischen an ihren Franzi und an die sanfte Schwiegermama: bis sich die Gedanken und Wünsche wieder zurückfinden zu den beiden — möchte ihnen helfen, helfen, helfen. Dann flirrt im Flur der Schlüssel Im Schloss. Die Mutter kommt heim, sicherlich. Schnell spr.ngt Luise aus, winkt den beiden zu, sich nicht stören zu lassen, und eilt hinaus. (Fortsetzung folgt.) aeioo Xmit xMesÖ v\ I I '* Vi 135öv Der Vorstand. \ Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 imo Z/ Nur noch bis elnschl. Sonntag: Das romant-sensationelle Schauspiel | Der Fürst der Berge (L Teil) mit wunderbaren Landschafts- und Stadtebildern aus Spanien. — In der Hauptrolle: Donneretag den 16. Februar: Oer Fürst dar Berge 2. Teil und Schluß. behördliche Anzeigen 13738 Fichtenbauholz III ?A.übertirM Chcm ichtenstamm ichtenstämme 9 Iu zahlreichem Besuch ladet ein Thallier, Neuenweg. der Vorstand 1366v 29,10 11,621 Sämtliches Holz der Lose 1-56 ist aufgearbeitet, dasjenige der Lose ES ladet ein Han» Klrzlnger* 01423 enberg. Jedes Quantum frischer | Vereine | Hochofen U Hochofen- Schlackensand (W ab Sieqerländer Station waagonw. abzugeben an Gieüsn. roaggonro. abzugeben ab Siegerländer BeW-iBooW Kiefernbauholz Kiefernbauholz 57 58 59 Verdnnnng »Ernährung 50 75 6, 7 6, 11 7 3, 11 11 6 17 25 27 23 35 42 63 33 61 33 153 237 138 226 201 142 116 100 88 150 16 35 66 56 46 44 233 214 201 1 147 121 197 178 164 170 191 160 152 172 50 30 I I Hu. III 2, 3 3, 8, 11 3, 8 11 11 11 3, 8 1 11 1 11 11 65 55 55 Die Preise sind Grundpreis« und wurden in der Generalversammlung am 6. Februar 1922 einstimmig 5.50 Mk. für den Liter. Dietzen, den 10. Februar 1922. Fichtenstamm Fichtenstämme Weitztanne Bekanntmachung. Der Milchpreis beträgt von heute wieder Damenfrisieren ohne Ond. von " mit „ „ Damenkopfrvafchen ohne Ond. t» mit „ Frisieren im Abonnement ohne Ond.. der Monat mit 6 MK. 7 „ 10 12 „ 2 2 2 8 8r S. 11 11 2. Bortraa: wv Sonntag, 12 II. Ort u. Zeit wie bekannt. Danksagung Für di« uns anläßlich unserer silbernen Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir unseren Freunden und Bekannten herzlichen Dan» Gastwirt Fritz Teigler und Frau beschlossen. 1357V .....-- ^er Vorstand der Frifeur-gwangsinnung. I Frankfurter Str. 13 ®. m. b. S- «ietzen 3 Telephon Dir. 2169 S-mStaa. ll.8ebr.sr grotze Kneipe und A.-H.-A. Weitztannenbauholz 5a»ÄL Kiefernbauholz 5. Klasse Weitztannenbauholz 5b»Äl. Kiefernbauholz 5. Klasse Ruderklub „Hasfia". SamStag, 11* Monats- Versammlung filetiere t fismmimi werd, iachgenr u.preiswert gestimmt u.revar. G, EIM Eaviermacta fiirttn. Jiottttt. u. Stimmer u-Reoarat d. Fa. Rudolph. Gietzen. Mouatsversammlnug am SamStag, 11. Febr., abdS. 81/, Uhr. im Darm- ■tadterüau, Walltorftr.6. Ihn recht zahlreiche teiliguna «E T« 5. „ 2. , 3. , 4. . 4. Klasse 5. „ 3. Klasse <- „ 4 » 4. „ 5a- „ 5a- „ 5a- , 5a- N 5a» „ 5a- „ 5b- „ 5b- „ 5b» „ 5b» „ 5b- , 5b» , 5b» „ Sb- „ 5 b- „ 5b» „ 3. „ 4. w 4. „ 5a» „ 5b- „ 2. . 3. . Bekanntmachung. Nadeluutzholzverkauf der Stadt Gietze«. Aus den Waldungen der Stadt Giehen, und zwar Forstwartei Hangelstein (Förster Loh, Wieseck „ I ( „ Brück, Rödgen) „ n ( n Arft, Forsthaus Hochwart) „ ELI ( „ Geisel, Giehen) soll das nachstehend verzeichnete Radel-Rutzholz auf dem Submissionswege verkauft werden: _____________________________ Zur Aufklärung! Die Anzeige im Gießener Anzeiger vom 4. Febr. 1922 ging nicht von uns aus. Der Tariflohn für einen Dachdeckergesellen beträgt Mk. 11.30, der in Rechnung zu stellende Slundenlohn Mk. 15.-. 01371 Die MMMA-MM« SM WUH. Röhrich Wrlh. Kröck PH. Kröck und Söhne Hermann Meier Karl Copp 3* Prang WUH. Heck Heinrich Ruckstuht. Billige Kleider undBlusen erhalten Sie durch Selbatfhrben wie neu mit Wiki-Haushaltfarben Waschechtes Schwanz aut wollene Strumpfe. Schönste tiardinenfarbcn. Herrliche Eierfarben. 40jähHjre eigene Fachkenntnieso der Hersteller. Beste Güte Verlangen Sie nur „Wiki“ und Sie werden zufrieden sein. 1, 2, 3, 7, 8, 11 ,1 5 1 1 Der Oberbürgermeister. (LebenSmittelantt.) Holzversteigerung. Versteigert werden Donnerstag, den 16. I. M. aus den Frhrl. o. Rabenauschen Walddistrikten Lich. wald 3, 6a, 9b u. c und Köppernhölle 6 u. 9: Stämme: Fichten 3. Kl. 1 St. — 1,45 Fstm., 4. Kl. 5 St. = 5,39 Fstm., 5a-Kl. 17 St. = 9,31 Fstm., Sb-Af. 20 St. — 7,03 Fstm.^ Derbstanyen: Fichten 1 Kl. 63 St. — 6,02 Fstm., 2. Kl. 39 St. — 2,33 Fstm - Rutzrcisig: Fichten 222 Rm. (Schichthaufen): Scheiter: Buchen 1. Kl. 101 Rm., 2. Kl. 3 Rm., Fichten 2. Kl. 8 Rm.; Knüppel: Buchen 1. Klasse 4 Rm., 2. Kl. 3 Rm., Fichten 2. Kl. 88 Rm., Lichen 6 Rm.' Birken 6 Rm., Kiefern 25 Rm., Aspe 2 Rm ; Knüppelreifly: Birken 2 Rm., Kiefern 40 Rm., Fichten 2 Rm.,- gewöhnl. Reistg: Buchen 212 Rm., Eichen 38 Rm; Stöcke: Buchen 31 Rm., Lichen 3 Nm., Kiefern 26 Rm., Fichten 98 Rm. Beginn der Versteigerung 8 Uhr vormittags (Abzweigung der Lichwaldchaussee von der Kreisstratze Beuern - Allertshausen). Weiteres durch Herrn Forst, wart Leyerer, Climbach. Gietzen, den 9. Februar 1922. 1375D Freiherr!. Oberförsterei Rabenau. Trautwein, Geh. Forstrat. 1200,00 200,00 1180,00 6,25 | 9,81 I 32,74 I} 19,82 35.99 ] 4,83 - 33,55 1,85 4,64 16,80 20,35 26,39 39,13 36,59 20,79 22,23 0,94 22,39 2,69 28,36 27,58 3,22 3,04 3,97 3,25 2,21 27,75 27,63 29.74 22,55 20,14 21,42 47,58 22,97 42,53 22,50 37,94 43,33 28,01 49,89 36,47 41,95 38,04 33,95 33,64 43,19 1,53 ! 19,22 0,96 | 1,23 0,85 I 1,16 23,76 1 33,28 32,71 33,45 26,96 2939 45,13 46,78 43,05 0,15 41,36 26,38 38,77 38,55 39,96 36,56 34,98 41,82 40,97 46,76 W AWA Ml« der beste und billigste von Kanfma«» üuev, 1 ält. .'.amchloiser, 1 ^erkzeugschleiser, 1 Sntiler u Polsterer, 3 Dachdecker, 1 Sckretner, 1 jüngerer Svenaler, 1 Gutsschmted, 1 Buchbinder, 4 Former, 1 Schästemackier, 1 Steinbildbauer. «cbrliuae: 1 Glaser, 1 Schreiner, 2 Friseure, ein Schlosser, 1 Kellner. Es Inrfen 9ltbeU: Slmtfleitie, Schreiber und Reitende, Backer, Hmiöbnrschen und Ausläufer, ^'latchinentchloner. Baufchlosser, Maurer, Weitz» binder, Schuhmacher, 1 verh. landwirtsch. Knecht, 1 Krnnkenvsleger, 1 Sattler u. Polsterer, Bäcker und Rletzger, mehrere Kellner, 1 Former, 1 jung. Schmied, 1 Buchbinder, Mechaniker, 1 Wagner, t Schäler, 2 Gärtner, 1 Handschuhmacher, Bern» arbeit er, Autoschlosser, 1 Fnitallateur u. Svengler, 1 Monteur, 1 Bandagist, Maschinisten und Hetzer, 1 Zeichner, 1 Bcrwalter, 1 Photoaravh, 1 Müller, 1 Schleifer, 1 Kraft,ahrer, 1 Plaffeur, BauhtlfS- arbetter, Erdarbeiter. Lehrlinge: 1 Glektromontenr, 1 Elektrotechniker, 1 Schuhmacher, 3 Autoschlosser, 1 Maschinen» schlosser, 1 Uhrmacher, 1 Schreiner, 1 Friseur 1 Schriftsetzer. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls entgegen» genommen. «Leiblich« Abteilung: 65 können eingestellt werden: n. bei bien neu Arbeitgebern: Mädchen für tags» Über, Dtennui4dcken, Lanffranen und »mäüchen für einzelne Tage, tüchtige Alieinmädchen, 1 Köchin, 1 Kückenmä^ckew 1 Stütze lJsraell inl, 1 Zimmermädchen, 1 Kochlehrmädchen, 1 Lehrmädchen. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 landwirtschaftliche Tien'tmädckeit, Dienkttnädchen. Allein» miiorben, .nmmermädchen, Kückcnmädchen, eine Sllll-e, 1 Köchin, 1 Haushälterin. ES suchen Arbeit: 2 Verkäuferinnen, 3 Wasch- fronen, einige Laussrauen, auch für Nachmittags- beicbnftlanntL Mädcken für tagsüber, 1 Büglerin, 1 Fräulein erteilt franM. Unterricht, 1 Stütze, 1 Schneiderin als Beihilfe bei Herrenschneider und 1 Beihilfe bei Schneiderin, 4 Derkäuserinuen' lehrmädchen, 1 Haushälterin. Die Berufsberatung und 2lrbeitS Dermitt- iuna für Musiker findet werktags von 10 bis IX Uhr statt. 13428 Saalbau Cafe Leib Täglich Tiroler Uünstler-llonzerle Andreas - Hoser - Truppe Kunstjodlev u. I'rtherkünstler Samstag u. Sonntag im großen Saal Veretnsoergnige« Sonntag 2 Konzert© 4 und 8 Uhr. ES wird gebeten das MitlagSkon;ert ah besuchen wegen Uebersiillung der Abendkonzerte. Los Rr. Forst- wartet Abteilung 5,1 Anzahl der Stämme Sortiment - T Fstm.