Nt B* N rotmulare Ws. ,schien [ an- ^anzung ^rlvendr. 'schlichen ^Mngen tuen Qf. gelegene RrM. ' m 11 «btt; brr, lüft; 'tembn lagen der- Pt nicht Dielen be. ucch Zer- Haden ver- nspvrlable i. Diesen o lange "eien mit war vom rtde aus ünsiliche ideberechti- >enen Der» S auch für rls Diesen f Art. 2-5 lungcn be- lintmachung einberg. Ilauenseuche >us der Te- sgebiet be- Sarbenteich, tr. 122 des ung. lütbnunQtn iieniiich be» B. mit Ge» Weihnachten, e Regelung wirtschaft« Seite 317) >r Dßib« 23. Dezem- i fürben n eiH®1 “(T *s«,s- Ekilbklttk. , «*2Sä . Nr. 290 trjdje’nt lägHd), trwfjCT Sonn- und Jrirrlaq«, mit berSamstaasbeilage: (Biebener^umilienblättcr Monatliche vejuorpreise: 380 Mark und 20 Mark Irägrrlobn.burd dirPost 400Mark,auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. - 3 ernlpred)« Lnichliisfe sürbieöchlnft- leilung 112, für llerlag enb Gefchäsissielle 51. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Olebea. postschedlonto. Lrankfurl e. Dl. 11M6. Samstag, 9. Dezember 1922 172. Jahrgang Erstes Blatt GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VniS rmd Verlag: vrühl'sche UniversifSlz-vuch' nnb Steinbruderei K Lange in Sieben. Zchristleltung und Gefchaftrstelle: Zchnlstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnuminer bitt zum Nachmuiaq vorher ohnejede Verbindlichkeit. Srcis für 1 mm hohe für nzeiqen v 27 mm ‘Breite önlid) 12 Mk, auswärts 15 Tih.; |ur ftcMamt* Anzeigen von 70 min Vorschrift 20',. Aufschlag. Lzaupifchriftleiter: Äug. Goetz Berantwortlich für Politik Äug. Goetz- für den übrigen Teil: Ernst ‘Blumfchein- für den Anzeigenteil , ha ns bedk, sämtlich in Gietzen. Wochenrückblicku Heule beginnt in London die vielbesprochene Konferenz über d.e Wiederhcr- stellunasprobleme. die noch so verworren Herumliegen wie nur je zuvor. Donar Law. der Stille und Zurückhaltende, ist nicht ganz so nachgiebig, wie Poincarä eS sich gedacht hatte. Seil den Neuwahlen in England hat sich die Entschiedenheit verstärkt, mit der die Arbeiterpartei und die Liberalen die Versail- ler Methoden tadeln und einen vernünftigen Ausbau Europas fordern. Auch die Neigung Amerikas bleibt Gewaltstreichender Neuordnung abhold. Mehr als der aufdringliche. in seiner politischen Ausnutzung vom Präsidenten Harding sanft abgewehrte Besuch ElömenceauS im Weihen Hause ist die auch von uns weiterverbreitete Erklärung des amerikanischen Botschafters Harvey in London ein Fingerzeig für die künftige Ent- wicLIung: Denn die verantwortlichen Staatsmänner. so sagte er, diesmal wieder ohne wesentliche Ergebnisse ihrer Derhandlungen auseinandergehen, so ist dies der rapid näher ziehende Zusammenbruch der europäischen Kultur und Wirtschaft. Der Deist der Mäßigung und E.nsicht unter den Sieger- und Gläubigerstaaten muh unverzüglich eingreifen. Dec Verband der englischen Handelskammern hat in ähnlichem Sinne seine einsluh- reiche Stimme erhoben. Die unfertigen Lösungen und gefährlichen Gruppierungen auf der Lausanner Konferenz mahnen ebenfalls zu baldigen Klärungen und Entscheidungen. Es ist ein folgerichtiger Gedanke des deutschen Kabinetts, dah es in so schicksalsschwerer Stunde handeln müsse, sich nicht mit Abwarten begnügen dürfe. Der Reichskanzler Dr. Cuno hat darum am Sonntag vor dem Bresseverein eine zwar das Nationalernpfin- Den anfeuernde, aber doch sorgfältig auf die nächstliegenden Notwendigkeiten hinzielende Rede gehalten, und der Reichsfinanzminister Dr. HermeS zeigte bei der Durchleuchtung der dunkeln Re chshauShal.Skammer und der Nacht des deutschen Elends den einzigen Ausweg ins Stelle: die internationale Anleihe für Deutschland, verbunden mit einer schleunigen Lösung der Reparationsfrage. Die UnDcr- söhnlichkeit der Franzosen stellte und in der Militärkontrollfrage vor peinigende Entscheidungen: am 10. Dezember sollen die bekannten Süh Beförderungen für Passau und Ingolstadt erfüllt sein. Die deutschen Länderminister waren in Berlin, und ihre Konferenz mit dem Reichskanzler soll die Einigung für einen bestimmten Weg ergeben haben. Plötzlich herrscht in der deutschen Lefsentlichkeit so etwas wie ein allgemeines Einvernehmen. Die Herausforderung der Pariser Note erscheint im Lichte einer politischen Berechnung. ES ist eine Kraft- und Willensanstrengung, mit allen Argumenten die Pfänderpolitik durchzusetzen, und wenn d e deutsche Regierung den Fehdehandschuh aufnimmt, dann herrscht bei der Londoner Mpara ionSbesprechung ein schlechtes Wetter der Unlust, bei dem die finsteren Pläne über die guten Absichten triumphieren möchten. Herr Dr. Cuno und seine Helfer wollen daher nicht nur eine würdige Antwort auf die Sühneforderung erteilen, sie wollen auch den Londoner Kreis durch den Lichtstrahl eines die deutsche Note vom 13. November ergänzenden Vorschlags erhellen. Noch wird über das Wie und Was dieses Vorschlags begreiflicherweise Zurück- | Haltung geübt. Die volksparteiliche „3eit“ meint, man könne nach allem, lvaS bisher schon erörtert worden sei, „annehmen, dah es sich bei dem Vorschlag um einen Plan handelt, die deutschen Wirtschaftskräfte Im Zusammengehen mit Frankreich für eine endgültige Regelung einzuseyen, die nicht nur eine Festsetzung der Entschä di- g u n g S s u m m e in sich schliefst, sondern auch für Frankreich wie für Deutschland unmittelbar Mittel flüssig macht“. Der Gedanke ist von der übrigen Presse im allgemeinen mit Verständnis begrüßt worden. Der „Vorwärts“ plätscl)ert freilich mit etwas übertriebener Genugtuung in dem Gewässer der erstrebten deutsch-französischen Verständigung herum und leistet sich gar die Wendung, das Ziel werde „noch ganz andere Opfer kosten als solche, wie sie in der letzten Botschafternote gefordert werden". UnS deucht, eS wäre nicht gerade nötig, die Pariser Sühne- zumutung gar zu bereitwillig auf die leichte Achsel zu nehmen, aber das ist Geschmacksund Gesinnungssache. Das große Gebot der Stunde ist. alles Trachten der deutschen Politik zu konzentrieren aus das, was jetzt in London vor sich geht. Es ist nicht damit getan, dah die deutsche Regierung einen Reparationsvorschlag macht, mindestens ebenso wichtig ist es, dah das gesamte deutsche Volk die Situation begreift und seinen verzweifelten Willen in die Wagschale wirft. Nicht die Theorie kann siegen, sondern die Energie! Ganze Arbeit soll jetzt gemacht werden, I nicht halbe! Wir wissen besser noch als Herr Harvey, dah jetzt die letzte, höchste Not ist, und wenn die Londoner EntscheidungStaae die Sprengung der Entente in den Bereich des Möglichen rücken, so soll auch das deutsche Volk sich mit hartem Vorsatz wappnen und hinter dem Friedensvorschlag seiner Regierung einige Postulate aufstcllen, etwa wie sie Herr Tschitscherin in Lausanne den dortigen Wortführern flammend vor die Seele stellte. Wenn jetzt nicht in Recht und Gerechtigkeit durch friedliches Einvernehmen die Dinge geordnet werden, so wird Gewalt später alles wieder umstohen. Ein Blatt im gefährdeten deutschen Rheingebiet, die „K ö l n i s ch e Z e i- t u n g“, unterstreicht in einem Aufsatz von Will). A r n y ebenfalls die zwingende Notwendigkeit, allem Fortwursteln nun Valet zu sagen. Es mühte der heihe Wunsch aller wirklich friedliebenden Länder sein, die bisherige kostspielige Methode der Aufschübe, Sicherungen und Sanktionen über Bord zu werfen und eine endgültige Regelung zu treffen, die und wieder Beständigkeit, Vertrauen und ruhige, ersprießliche Fortentwicklung bringt. Das Blatt preist den Kredit als bestes, unter vernünftigen Bedingungen fast auch schon allgemein anerkanntes Mittel zur lieberorüdung der Gegensätze und saht seine programmatischen Forderungen in folgenden Sätzen zusammen: 1. Preisgab: der Forderung des ZahlungS- auf'chibs 2Iu bictung aller lestrn Möglichkeiten zur Leistung ver fälligen Zahlungen. 2 Umfassende Jnuiatlve einer auf breitester Grundlage gestützten Regierung zur Herbei üh- tung einer gründ ätzllch?n und endgültigen Lösung der Repa ratioirs, rage durch fofortige vollständige Realist erung drr deutschen ReparaNonssclmld und Aushebung aller bisher ihrer Sicherung dienenden Abmachungen und Einrichtungen im Augenblick der vollzogenen Realisierung. Die Lösung bestände in folgendem: 1. Endgültige Begrenzung der Schuldsumme so. wie es xur Sicherung De3 Gelingens der Realisierung erforderlich und für dir Verbündeten durch ihren Nutzen gerechtfertigt ist. 2 Realisterung der Schuld umme teils durch Sach'.ieferungen und Leistungen teils durch eine Internationale Anleihe, wobei Deutschland durch Austausch einen Anteil der inneren Anleiheschulden der Gläubigerstaaten übernimmt und den in anderen Währungen eingezahlten Zeichnungsbetrag in vereinbarter Höhe be i Gläubigerstaaten zur 2lbu«lung ihrer fremden Schulden übergibt. 3 Unverzügliche Ausnahme des Zinsen- di en st es durch Deutsch and. Tllgu gspslicht vom 6. Jahre an mit Ab ch'uß im 30 Jahre. 4 R?algarantie du j Goldmarkobligationen der deut'chm Wirt chistso. rbänbe, polnische Bürgschaft durch freie Staatsverträge unter Schieds- hoh.it des Bolle bund?s. dem Deutschland mit dem Tag des Lösungsabkvmrnens beitritt. 5. Befreiung Deutschlands von den wirtschaftlichen und allgemeinen R e ch t s b e - schränkungen aus den F i densvertrag vom Tage der Auslegung der Realist rungsanleih: an. 6 Zurückziehung jeder Besatzung aus deutschem Gebiet innerhalb eines Monats nach GrleMgung der Realist rung, abgesehen von den Sach'.iefcrungen und -leiilungen Ganz richtig betont die „Köln. Ztg.“, dieses Programm erfordere eine große organische Politik. Der geistige Schlüssel der Lage sei bor allem andern die Kühnheit, Unbedingtheit und Gewalt des Willens. Vielleicht erhält tin tatkräftiges Vorgehen im geeigneten Moment auch von anderer Seite noch Unterstützung. Ein Pariser Dementi weist es heute zurück, daß die amerikanischen Botschafter für Deutschland und Belgien, die sich gegenwärtig in London aufhalten, dort eine politische Mission zu erfüllen und im Auftrage der Washingtoner Regierung Vorstellungen zu erheben hätten. Aber sie sind doch dort und nicht hingegangen, um in den Straßen der Hauptstadt zu bummeln. Man munkelt auch, dah der bekannte amerikanische Senator Mc Cormick der geistige Valer des deutschen Vorschlags für die Londoner Konferenz sei. Die Zeit ist reif und erfüllt für entscheidende Schritte zu einer enbgültigen Regelung der ReparationS- und Schuldenfragen. Lloyd George kündigt Zeitungsenthüllungen über die französische Politik an. ES gibt also genug Einwirkungen und Anregungen für das zögernde Kabinett Donar Law, dem die Dolle, schwere Verantwortung für das Kommende fast ebensoviel Sorge bereiten mag als den neuen Männern an der Spitze der deutschen Regierung. Ium Beginn der Londoner Konferenz. Paris, 8. Dez. (WTB.) Der „Temps" schreibt zu ver Londoner Konferenz: Auf Dem Wege zu Den Londoner Besprechungen ist Frankreich von keinerlei egoistischen Ideen besessen. Do wichtig für uns die Rotw-endigkeit von Zahlungen fein mag, wir verkennen nicht, dah andere Interessen mit im Spiele sind. Außer den Geschädigten. die Anspruch auf Reparationen und den Regierungen, die schon große Opfer gebracht haben, um ihre verwüsteten Gebiete wieder aufzubauen gibt es zwei Arten ausländischer Interessenten, denen die Zukunft Deutschlands schwere Sorge macht, auf Der einen Seite jene großen Wirtschaftsinteressen besonDerS in England, für die unvermeidlicherweise, solange di? Entwertung Der Mark Die Käufe Deutschlands beschränkt. Die deutsche Konkurrenz gefährlich ist, auf Der anderen Seite die Interessen aller jener Ausländer, die deutsche Papiere deutsche Immobilien und deutsche Markgekauft haben. Die letzteren Interessen sind nicht immer Die wichstgsten Aber sie sind vorhanden, unb wir wollen niemand ruinieren. Trotz seiner niedrigen Gestehungskosten, sagt Der „Temps", ist Deutschland angeblich zahlungsunfähig. Warum? Bor allem, weil die d irische Großindustrie allein von der Lage Profi steren will, neben dem 0 aat. d:n sie Dem Bankrott ent icgeng'eiten läßt, neben dem Volke, dav ,uc sie arbeitet, neben Den Alliierten, die sie nicht bezahlt, neben den Konkurrenten, deren Absatzmärkte sie an sich reißt, und neben den Markbesttzern, die alle ihre Ein- ähe verlieren. Diesen unheilvollen Mißbrauch wird man nicht mit ilcberreDungen abstellen könne n. Es muß dieRuhr kohle gepfändet werden. Das ist die Vorbedingung jedes Moratoriums Sobald man dieses Pfand in der Hand hat, kann man an Die finanzielle Sanierung Deutschland»- heranget)en. Bis dahin verschlimmert jeder Tag nur Das Hebel. Das „Journal des Debats" ist der Qln'idjt, daß die bisherige französisch.' Slelluna- nabme zu dm Londoner Besp echungen nicht die Bedeutung habe, daß diese sich ftren-g auf Die Moratoriums- und Die Psänderfrage zu bc- sch änfen hätte. England sch.stne ten Wunsch zu h.-gen, dah in London in großen Zügen die künftige ReparationSpolilik befprochm werde, d. h, England wünsch' ben französisch n Standpunkt kennen zu lernen und Einblick in Das frarrzösische Programm zu getotmien. Das Blatt lagt, eine umfassende freimütige Auseinandersetzung, eine vollständige Darstellung unserer Bedürfnisse und unserer Pläne könne nur von Vorteil fein. Frankreich träum? nicht nur von Sanktionen und Zwang, eS werd? Die Gewalt nur zu Hilfe nehmen, wenn eS nicht gelingt, eine vernünftige Lösung Der Frage zu erzielen. Frankreich, das viel Geduld gehabt und Diele Opfer gebracht habe, ntüffe jetzt ein praktisches P r oje k t vorlegen, das Dann auch die öffentlich? Meinung Der ganzen Welt für sich habrn toerDe. W mi es unter Dem Druck der Ereignisse Veranlassung f in Den wird, Die Veiwirklichrng dieses Planes allein und mit eigenen Mitteln zu betreiben, so werd? es freilich verpflichtet sein, das zu tun. Aber sein Wunsch sei es nicht. Am Rhein wie am Bosporus lägen die besten Voraussetzungen für ein fran- zöiisch-englischeö Einvernehmen. London, 8.Dez. (WTB.) Der morgen beginnenden Konferenz Der alliierten Premierminister wird mit außerordentlicher Spannung entges'.engeschen. Der Sonderberichterstatter des „QU anchester Guardian" schreibt, wenn die Ansicht Poincarös in der französischen Presse richtig wiedergegeben werde, so wird Donar Law vor die unagenehne Wahl gestellt werden, Frankreich seinen Willen in bezug auf das Ruhrgebiet zu belassen, was das wirtschaftliche Chaos in Europa bedeuten würde, oder Frankreich Widerstand entgegenzusetzen. Eines der Hauptrersprechen Bonar Laws sei eS gewesen, daß er engere Beziehungen mit Frankreich Herstellen wolle. Morgen werde dieses Versprechen auf eine harte Probe gestellt. Amerika und die Londoner Konferenz. Paris, 9. Dez. (ÄTB.) Nach dem „Matin“ entspricht eS nicht den Tatsachen, daß t-er amerikanische Botschafter in Paris sich während der Dauer der Konferenz nach London begeben werden. Andererseits dementiert man auch, daß dis Botschafter der Vereinigten Staaten in Belgien und Deutschland sich augenblicklich in London auf "Verlangen des Weißen Hauses befänden, um eine MMon politischen Charakters auszuführen. a Frage und Antwort im englischen Unterhaus. London, 8. Dez. 3m Unterbaute fragte gestern Morel, ob Sir William Threll vor drrzem in Paris im Auftrag Der britifefen Regierung gewesen sei, ob seine Mission Frankreichs Plänen betreffs Der Rhein Provinz unb der Ruhr gegolten und ob im Verlaufe fcineS Aufenthaltes in Paris Threll ten Präsi- Dentcn Der französisch n Republik gesehen habe; ferner, weshalb Dieter Beamte des For.stgn Office statt des übstchrn Kommw i ationskanals verwandt worden, und welch: Vereinbarungen zwi- sch.n den beiten Regierungen vorgeschlagen oder getroffen worden seien. Donar Law erwiderte, er Birne keinerlei Informationen bezüglich der Verwendung eines jeden einzelnen bsttischm Beamten geben Wie er bereits mitgeteilt habe, seien keinerlei Vereinbarungen getroffen ober auch nur angeregt worden Die Frage werde auf Der bevorstehenden Kons-n-enz Der alliierten Premierminister erwogen werden Kenworthy fragte hierauf: Sind wir nicht berechtigt, zu erfahren, was Die Politik der Regierung in einer so vitalen Frage ist? Bonar Law erwiderte: Wie kann ich eine Politik umreiben über Dorschläge, Die mir txm anderen Regierungen vorgelegt werden sollen, bevor ich sie gesehen habe ?! Kenworthy fragte weiter, ob Donar Law dem Hause nicht die Ansicht Der britischen Reste rung mit teilen könne oder ob diese reine An- ichtcn habe. Bonar Law erklärte hieraus unter Gelächter. Die Regierung habe viele Anlichien, aber efi würbe sehr lange Zeit in Anspruch! nehmen, sie auszudrücken. Lloyd George fragte hierauf, ob Bonar Law Dem Hause vor seiner Vertagung eine Erklärung über diele tatsächlich sehr wichtige Frage abgeben könne. DaS Hau» habe noch nicht die Ansichten der britischen Regierung in der Frage Der Reparationen und Der internationalen Schulde n gehört. Es sei wichtig. Dufj das HauS auS Dem Munde Donar Laws erfahre, was dessen Ansichten und Die der Regierung In dieser Frage seien, und daß eine Gelegenheit für das HauS bestehe, sie zu erörtern, bevor es aaS- einandergehe, in Anbetracht dessen, daß Bonac Law im Begriff stehe, an einer Internationalen Konferenz teilzunehmen. Bonar Law erwiderte hierauf, er werde fein Bestes tun, um eine Erklärung abzugeben, wenn dies möglich sei. . Wedgwood fragte nunmehr: Können wir eine Versicherung erhalten, daß das HauS von dem Premierminister nicht zu einet Aitionslinie verpslichüst werden wird, bevor eS weiß, welches diese Politik ist. Donar Law antwortete, das Haus habe ein Recht, nicht in irgendeine Politik geführt za werden, ohne davon unterrichtet zu werden Abir cS sei klar, daß keine Regierung Derhandlungm führen könne, wenn sie sich binden solle, bevov die Derhandlungen begonnen hätten. Lloyd George erklärte hierauf, er wolle nicht so weit in Bonar Law dringen: er ersuche ihn nichb eine Erklärung abzugeaen. Aber wolle Bonar Law nicht Dem vernünftigen Herkommen folgen und Dem Unterlaufe innerhalb der Grenze DeS Möglichen Mitteilung Darüber machen, welches die Politik der Regierung sei? Donar Law wandte ein: wie weil eine Erklärung gehen könne, Da» hänge von Den Ereignissen ab. Churchill bat darum, dah, wenn Donar eS moglich finDe, eine Erklärung ab zu leben, er dies unter Dedtngungen machen möchte, Die das Hau» InftanDfegton, sie auch zu erörtern. Hieraus erklärte der Sprecher, er habe bereits Borkehru igen getroffen, Daß diese Frage, wenn es gewünscht werde, bei der Eonsolidated Fvnd Dill Erörtert werden 'An ne Lloyd (5 e o r g c fragt:, o> Dam d e Fvrg: Der in.'cr- alliiertei Syu.den ebenfalls er>. cri werden so !e. Der Sprecher erwiderte. Die beiden Stagen hingen zusammen. London, 8. Dez. (WTB.) H"ute fand eine Vollsitzung des Kabinetts statt, de anderthalb Stunden Dauerte und i i Der die Repa rationSfrage erörtert touiDe. Der belgische Ml- nlflecprällDcrtt TheuniS wird morgen vormittag erwartet. Poincar 6 und Mussolini feilen morgen nachmittag eintreffen. (?inc Artikelserie Lloyd «tcorflrd. PariS, 8. Dez. (WTB.) Nach einer Ha- vaSrneldung aus Neuyork werden eine Anzahl Blätter eine Artikelserie Lloyd Georges über die europäischen Vorgänge im Jahre 1922 veröffentlichen. Der erste Artikel erscheint am kommenden Sonntag im „Neuyork American". Lloyd George wird darin die Reden Clömenceaus beantworten und die derzeitige Politik Frankreichs einer Kritik unterziehen. «Mussolini und Millcrnnd. Paris. 9. Dez. (WTB.) Mussolini hat gestern bei der Durchfahrt durch Paris ein Telegramm an den Präsidenten der Republik. M i l l e r a n d, gerichtet, In dem er v o n dem milden und starken (douce et forte) Frankreich spricht und von jener Freundschaft zwischen Italien und Frankreich, die das gemeinsam vergossene Blut geheiligt habe. Er hosfe. daß sich auch in der Friedenszeit die Interessen der Alliierten in einer imm- r Herz- kicher werdenden Form ausbreiten könnten. Millerand dankte herzlich und erflärte, seine Gefühle entsprächen den von Mussolini ausgedrückten Gefühlen. Der Luxus der Besatzunqslruppen. Berlin, 8 Dez. (WTB.> In Drr geünaen Reichstagssitzu >g wies beim Rachtiag^eta' für i ns Reichss?-ahminister.u.n Dec 2I5g r | i n g ( J. > auf Die übertriebenen Ansprüche Der Be - sahungstruppen auf Möbel, Klubse sei, Damenschreibtifch^, Bidets, Wein , Sekt u b Likörgläser usw. hin. Das drulsche Volk könne niHi einmal für seine Kranken und Kin er gen ig sorgen. Haben Die Ententeoffiziere, fragte Ersing. ü ec- haupt ein bißchen menschliches Mligesühl? Das Deutsche Volk hungert, während Die Besatzung ungeheuer schwelge. Diese wahnsinnige V rshwen- iung ‘ei mit i a an schuld tah |ü die ^erftö I n e- biete RyrDfrankreichs nicht genug g.sche.hen könne Man müsse an Die ganze Welt appellieren, daß diesem Wahnsinn enDticy ein Ende gemacht werde Die Lausanner Konferenz. Lausanne. 8. Dez. (WTB.) G« toirb gemeldet, daß die Konferenz wahrscheinlich am 2 3. Dezember ipre Arbeiten unterbrechen und sie am 2. oder 3. Januar wieder aufnehmen wird. Lord Curzon ist genötigt, sich pad) Loirdvn zu begeben. Während seiner Ab- h-clcnfxii sehen die Kommilitonen ihre Arbeiten fort, um die noch sch'oebenden Fragen zu regeln. Lausanne, 8. Dez. (Wolfs.) Die Prüfung der Aieerengensrage wurde in der heutigen Sitzung des Ausschusses für territoriale Angelegenheiten fortgeseht. Ismet Paschal forderte: 1. daß Konstantinopel und das Marmarameer gegen jeden Angriff vom Meer her ynt) vom Lande her gesichert werden, 2. dah die L>eestreilkräfle, die sich in das Schwarze Meer begeben, derart beschränkt werden, dah sie nicht die entmilitarisierte Zone zwischen den beiden Meerengen und dem Schwarzen Meer gefährden. Diese dürfen nur aus leichten Kriegsschiffen bestehen, die zum Schuhe des inter- tialiDiialen Handels bestimmt sind, > 3. dah im Schwarzen Meer keine Kriegsschiffe unterhalten werden. 4. die freie Durchfahrt der Handelsschiffe in Friedens- wie In Kriegszeiten. Für den 'Fall, dah die Türkei nicht neutral bleibt, wird sie sich mit der unentbehrlichen technischen Kontrolle begnügen. Was die vier vor den Meerengen liegenden Inseln betreffe, so müsse über Jmbros, Tenedos und Samolhrake d^? türkische Souveränität anerkannt und Lemnos autonom werden. Ebenso müsse der Halbinsel Gallipoli ein Minimum an Verteidigungsmitteln' gegen Angriffe zugestanden werden. Tschitscherin behält sich die Prüfung der türkischen Vorschläge vor, antwortete aber aus die alliierten Vorschläge, dah Ruhland aus seiner Aus- sassung beharren müsse, wonach dür Türkei eine Scheidewand zwischen Ruhland und ben anderen Mächten im Interesse des Friedens werden müsse. Ruhland schlage seinerseits für den Fall, dah ferne Auffassung durchdringe, eine Konferenz der Ufer- flauten dcä Schwarzen Meeres vor. die beraten solle, wie die Sicherheit der Küsten gewahrt werde. Tschitscherin warnt Rumänien auch davor, ein zweites Griechenland zu werden, wogegen sich Denizelos verwahrte. Tschitscherin er- wllrerte aber, dah er nur Tatsachen feststelle. Lausann, 8. Dez. (WTV.) 3n der heutigen Rachmittagsiitzung über die Meerengenfrage erteilte Lord Eurzon im Ramen der Alliierten die Antwort auf die türkischen Vorschläge und stellte mit Befriedigung fest, dah die Türkei im Prinzip sowohl die Entmilitari- lie-ung als das Durch'ahrtsrecht der Hairdels- schiffe als auch die Bildung einer internationalen Kommission anerkannte. Indem er die einzelnen türkischen Forderungen und Einwände durchging, bemerkte er. dah in keinem Punkte unüberwindliche Hindernisse bestehen und dah nunmehr die Sachverständigen darangehen konnten, die Gegensätze auszugleichen. Tschitscherin, der erklärte, dah er erst freute das türkisch? Projekt kennengelernt habe, bemerkte, dah der allgem faxe Teil der türkischen Antwort über die Enlmitltarisierung von der russisch-ukrainisch-georgischen Delegation geteilt werde. Die russische Delegation behalt« sich das Recht vor, unter Wahrung ihrer Ausfassung von bei .Rotwendiakeit der Sperrung der Meerengen füf Kriegsschiffe durch die souveräne Türkei und ^hre Befestigung zum Zwecke der Aufrechterhal- tung des Friedens im Schwarzen Meere, später noch genauere Erklärungen bei den Sack>verstän- dtzzen^ratungen abzugeben. Alle strittigen Punkte werden nunmehr von den Sachverständigen be- dfccitet werden, lieber die nächste Sitzung des Gesamtausschusses wurde noch nichts bestimmt. Aus dem Reiche. Beschlüsse des Reichsrats. Berlin, 8. Dez. (WTB.) Der Reichsrat setzte heute den Höchstbetrag der Dar- lehnskassenscheine auf 225 Milliard. Mk. fest. In Verbindung hiermit wurde ein 8. Rach- tragsetat für 1922 angenommen. Der Zwischenkredit für die Reichsgetreidestelle soll auf 300 Milliarden gesteigert werden. Ferner beschloß der Reichsrat aus Grund der Beratungen seiner Ausschüsse Abänderungen des Gesetzes über die Zwangsanleihe, wonach u. a. die Limitierung teS Crgebn sse; gestrichen werden soll. Ferner wurde das Gesetz üver Pie Gesellschaften mit beschränkter Haftung dahin abgeändert. dah das Mindeststammkapital auf 530000 Mark, die Mindeststammeinlage auf 10 000, die Mindesteinzahlung auf 5003 Mk. erhöht wurde. Angenommen wurde schließlich eine neue Verordnung, die die zeitweilige Befreiung von der Verpflichtung der Konkursanmeldung für Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung usw. auch dann zuläht, wenn seinerzeit eine Schuld in Goldeinzahlung ein- Oberhesfischer Kunstverein. Giehen. 9. Dez. 1922. Es ist unmöglich, die derzeitige Ausstellung auch nur annähernd auf eine Formel zu bringen. Zuviel Verschiedenes nach Art und Gehalt, zuviel innerlich sich Widerstrebendes hat sich diesmal zusammengefunden. als dah dies gelingen könnte. Es bleibt nur, Einzelnes zu fassen und zu werten. Mahslab may die Art sein, wie das Einzelne slch gibt oder glaubt, sich geben zu müssen. P. Wolhe-Weimar zeigt eine stattliche Reihe Aquarelle von Rang. Er bevorzugt architektonische Motive und weih ihnen viele Reize abzugewinnen in einer Technik, der nachzuspüren an sich schon eine Freude ist. „Wittumspalcus" und „Liszthaus" in Weimar, „Deilstem an der Mosel" „Tor" und „Gasse" in Beilstein. Motive aus Wetzlar („Klarer Sonntag") und Giehen („Stadt- kirche"). C. Fries-Giehen: Das unseres Erachtens zu unausgeglichene „Hirschhorn am Reckar" platzt doch etwas zu sehr aus der Reihe seiner übrigen Werke heraus. Hm so lieber verweilt man aber bei den feingefahten, eindringlichen landschaftlichen Stimmungen, die zweifellos seine starke Seite sind: „Fernsicht". „Abend an der Ridda". „Herbsttag", „Rovemberstimmung", „Mondauf- gang". Hier schaffen nachhaltiges Erleben und eigenwilliges Gestalten schönste Qualität. W. Barthel-Giehen: Unter seinen Landschaften ist besonders die große „Winterlandschaft" hervorzuheben und angelegentlich zu empfehlen. E. Eimer- Darmstadt: Das kleine Märchen- Lild „Hochzeitskutsche" und die Radierungen ^SLgMrganL". »Singende" und..Kirmes" sind gegangen wurde und wenn die ausländische Währungsschuld oder eine Zahlung in Gold später in eine Markschuld ohne Goldklausel umgewandelt oder durch eine solch? Älarkschuld abgelöst wurde. Die ZwangSanleihe. Berlin. 8. Dez. (WLD.) Der Finanzpolitische Ausschuh des Reichswirtschaftsrats befahte sich in seiner gestrigen Sitzung mit dem Entwurf eines Gesetzes über die Zwangsanleihe. Der Vertreter des Rcichsfinanz- ministeriums begründete den Entwurf, durch den ein Ertrag von ungefähr 1 4 0 Milli- arden Papiermark erwartet wird. Rach längerer Erörterung nahm der Ausschuh einstimmig folgende Entschließung an: Der Finanzpolitische Ausschuß des ReichswirtschaftS- ratS nimmt den Standpunkt ein, dah es keinen Zweck hat, sich mit Aenderungen des Gesetzes über die Zwangsanlethe zu befassen, weil es keine Aenderungen gibt, die das Gesetz in einer Weise praktisch brauchbar zu machen vermögen, die den Folgen der bisher eingetretenen und möglichen weiteren Geldentwertung Rechnung tragen könnte. Arbeiter- und Deamtenbesoldung. Berlin. 8. Dez. Das Reichsfinanzministe- rkum hat, den Blättern zufolge, die Spitz norgcini- sationen der Beamten und Staatsaröeuer zu Besprechungen über die von den Organisationen geforderte Erhöhung derBezügefür Montag und Dienstag eingeladen. Bei der Ermittlung des Teperungsausschlages für Dezember wird man, tote dte Blätter fajreiben, im Reichsfinanzministerium diesmal nach einem anderen System arbeiten. Es sollen nämlich die Löhne der Qlrbeiler in einer Weise festgestellt werden, dah man einen Vergleich zieht zwischen den jetzt vom Reich gezahlten Entlohnungen und den in der ersten Dezemberwoche von der Industrie gezahlten Löhnen. Die Beamtengehälter sollen dann den Ac- beiterlöhnen entsprechend erhöht werden. Der Berliner Schauspielerstreik beendet. B e r l i n. 9. Dez. Die gestrigen Verhandlungen über die Beilegung des Streiks der Berliner Schauspieler führten zu einem beide Teile befriedigenden Ergebnis. Der Streik wurde für beendet erklärt. Heute abend kann wieder gespielt werden. Es wurden Mindestgagen von 55 000 Mk. für November und 90 000 Mk. für Dezember festgesetzt. Die Kündigungen und Maßregelungen aus Anlaß des Streiks sollen zurückgenommen werden. Aus Hessen. Aus dem F'manzcmSschntz. rm. D a r m st a d t. 9. Dez. Im Finanzausschuß des Landtags wurde gestern die Vorstellung des Zentralverbandesder Invaliden und Witwen Deutschlands (Gauleitung Hessen) um Gewährung einer jährlichen Unterstützung von 50 000 Mk. zugunsten der Gaukasse abgelehnt. — Die Vorlage betr. die Erhöhung der Gebühren für die W a n d e r s ch e i n e auf den 50fachen Betrag fand Genehmigung. — Genehmigt wurden für die Lungenheilstätte in Gießen 150 000 Mark, für die innere Ausstattung deö Kurhauses Bad Salzhausen 2 300 000 Mk. ES werden dann noch 20 Mill. Mark für die Errichtung der Dermessungs- ämter in Grünberg, Gießen und Lauterbach bewilligt und die Vorlage für die Erweiterung der Bureauräume des Generaldirektors des LandeStheaterS genehmigt. Aus Stadt und Land. Dießen, den 9. Dezember 1922. Der Drnrkpapierpreis für Dezember. Die Zeitungsverleger sind wieder mal um eine Enttäuschung reicher. Seit langer Zeit schon fordern sie durch ihre Organisation, den Verein deutscher Zeitungsverleger, von der für die Festsetzung des Druchoaviervreises maßgebenden Kom- mliflon im Reichswiltschastsministerium, daß ihnen der Preis des Papiers rechtzeitig vor der Bestimmung des jeweiligen Abonnementspreises be- fanntgegeben werde, damit sie nach ordnungsgemäßer kausmännischer Regel kalkulieren können. Dieses Verlangen nach einer Selbstverständlichkeit blieb bis heute trotz gegenteiligen Versprechens unberücksichtigt. In Unkenntnis des tatsächlichen Dezember- Papierpreises kalkulierten bre Verleger auf Grand eines Wahrscheinlichkeitssatzes von 300 Mark je Kilo Papier den De^emberbezugspreis der Zeitungen. Dieser Wahrscheinlichkeilssah hatte unter Berücksichtigung der obwaltenden Verhältnisse das von bekannter innerer und äußerer Meisterlich keit. Otto I u n g • Stuttgart bringt Landschaften von manchem Reiz. („Sonniger Hügel") R. D ü n n i n g s-Gießen ist mit einigen seiner geschmackvollen Aquarelle vertreten („Gleiberg", „ Dergwerkswald"). H. E. Steinbach -Giehen: Hier ist viel lebendige Freude am Experiment zu spüren, die auch Manches, das doch wohl nicht ausstell ings- reif ist, interessant macht. Einiges aber ist famos und mehr als nur Anfang: „Pfingstrosen", „Landschaft I" und „II". Auf dieser Seite scheint der Schwerpunkt seiner Begabung zu liegen. H. Müller-Leutert -Gießen: Vornehm sind drei fleine „Landschaften" in Aquarell, besonders Rr. 1. „Das rote Haus" ist farblich bedeutsam, das Bildnis „Meine Frau" sehr gut komponiert. Die große „Landschaft" wirkt zwiespältig. Sie ist nicht mehr nur naturalistisch und noch nicht „übersetzt" genug. Von seinen Plastiken scheint das „Orpingtonhuhn" am eigensten zu sein. H. H e ck r o t h-Gichen bringt zwei flott gegebene „Jägerinnen" und ein „Bildnis in Schwarz" von gelungener farbiger Charakteristik. W. Willgervdt-Dillenburg bleibt zu äußerlich, ebenso H. Kober st ein-Berlin. Toni Beith-Fritzel -Darmstadt wünscht man reinere Farbigkeit. Von E. Schaumann- Gießen sind einige Bleistiftzeichnungen aus „Alt- Gießen" zu nennen. G. Jahn- Dresden, kein Fremder hier, erfreut durch feine bekannte glückliche Hand W. D ie t r ich-Dresden bietet Holzschnitte von starker Konzentration. G. Walther- Giehen: Eindrucksvoll und vielversprechend lind seine lebendigen, sicher ge» bisherige StetgerungStempv de« PapierpreifeS als Grundlage. Rachdem der Zeitungsbezugspreis für den Dezember bekanntgegeben und zum Teil schon einkassiert war, kam endlich von Berlin aus die amtliche Papier Preisbestimmung heraus. Sie brachte den Zeitungsderlegern eine starke Ueber- raschung und Enttäuschung. Statt der angenommenen 300 Mark war der Preis auf 4 4 5 Mark je Kilogramm festgesetzt worden. Mll Recht haben daraufhin die Zeitungsverleger diesen Preis als unerträglich bezeichnet, weil er zu hoch bemessen erscheint und alle ihre Kalkulationen über den Haufen wirft. Er fügt ihnen Verluste zu, die trotz des erhöhten Dezemberbezugspreises bei mittleren Zeitungen Hunderttausende, bei größeren einige Millionen Mark allein für den Dezember ausmachen Wer den Par ierpreis von 445 Mk. je Kilo in Vergleich stellt mit dem Zeitungsbezugs- preis, kann sich mit Leichtigkeit selbst ausrechnen, wieviel die Kosten für das unbedruckte Papier allein vom Abonnementspreis verschlingen. Wie denkt man sich da im Reichswirtschaftsmini- fterium die Deckung der übrigen hohen Herstellungskosten der Zeitung? Anscheinend macht man sich darüber gar keine Gedanken. 'Nachdrücklicher denn je muß nach dieser verhängnisvollen Rücksichtslosigkeit die Forderung erhoben werden, dah man nun endlich den Zeitungsverlegem rechtzeitig im Vormonat, d. h. etwa 14 Tage vor der neuen Dezugspreisfestsetzung den jeweiligen Papiergestehungspreis mitte i 11, damit sie eine gesunde Selbstkostenberechnung aufstellen und danach den Abonnementspreis bestimmen können. Heute schon kostet e i n Wag gon Druckpapier weit über vier Mi111onen Mark, treibt man die Verleger weiter auf der Dahn der Preiswurstelei, dann wird es in absehbarer Zeit keine selbständige deutsche Presse mehr geben. Zur Behebung des Hebel« müssen Mittel und Wege gefunden werden, die man nun wohl von der neuen Regierung erwarten darf. * Die Ausweise im besetzten Gebiet. Die Interalliierte Rheinlandkommission hat mit Rückwirkung vom 1. d. M. eine neue Ver- orbnung erlassen, die die bisherigen Bestimmungen über den Verkehr im besetzten Gebiet zusammenfaßt und teilweise ergänzt. Die bisher darüber geltenden Bestimmungen werden damit aufgehoben. Die wesentlichsten Bestimmungen find jetzt folgende: Jede über 16 Jahre alte Person, aleichgültig welcher Staatsangehörigkeit, die ihren dauernden Wohnsitz im besetzten Gebiet hat, muh mit einem Ausweis mit Lichtbild versehen sein, das von der zuständigen deutschen Behörde beglaubigt ist. Kein Deutscher über 16 Jahre, der seinen Wohnsitz im unbesetzten. Gebiet hat, darf das besetzte Gebiet ohne Ausweis oder Pah betreten. Angehörige der Staaten, deren Truppen an der Besetzung teilnehmen, dürfen das besetzte Gebiet erst betreten oder sich dort aufhalten, wenn sie eiyen Ausweis oder Pah besitzen, der entsprechend dm von den beteiligten Regie ungen erles enen Vorschriften ausgestellt und visiert ist. Sie sind dann zur Meldung bei dem Kreisdelegierten verpflichtet. Diese Meldung ist ned) drei Monaten zu wiederholen, sie sind ferner verpflichtet, in den Gasthöfen oder bei den Quartierwirten die übliche Auskunft über ihre Person, ihren Stand, den Ort. von welchem sie kommen, und den Ort, tmihin sie reifen wollen, zu geben. Sodann sind sie verpflichtet, die deutschen gesetzlichen Vorschriften für Reifende einzuhalten. Wenn diese Personen sich in einem Zeiträume von 12 aufeinanderfolgenden Monaten wenigstens sechs Monate im besetzten Gebiet aufhalten, müssen sie einen von den deutschen Behörden ausgestelllen Personalau sweis besitz n. A u s l a n d d e u t s ch e und Ausländer aus Landern, die nicht an der Besetzung des Rheinlandes teilnehmen, müssen sich allen deutschen gesetzlichen Reisebestimmun- gen unterwerfen. Ihre Pässe müssen innerhalb zwei Tagen den deutschen Behörden zur Visierung vorgelegt werden. Die hierüber geführten deutschen Listen müssen den Besetzungsbehörden auf Verlangen vorgelegt werden. Die Gast- und Quartierwirte müssen sich genau an die deutschen Vorschriften über den Fremdenverkehr halten, soweit die Gäste nicht zu den Desetzungstruppen gehören. * Vornotizen. — Tageskalender für Samstag: Saal des Gesellschaftsvereins. 71/2 ilfor: Familienabend des Vereins. — Großer Hörsaal der stlniversität, 8V2 Uhr: Vortrag der Gießener Hoch- schulgesellschast, — Astoria-Lichtspiele, heute und morgen: „Seepiraten" und „Im Hafen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, heute und morgen: /-Ion der Großstadt verschlungen", „Hier wird 'n Ding gedreht" und „Brasiliens Kampf gegen die Schlange". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater, 31/« Uhr: „Der' letzte Walzer": 71/. ilbr: „Wallensteins Lager" und „Die Gefaßten Holzschnitte und Lithographien: „Dorf in Schwaben", „Erkenntnis". „Aaturstudien", „Mt". Das neue Landesmuseum in Weimar. Die Eröffnung des Landesmuseums in Weimar, die vor kurzem stattfand, bedeutet ben ersten Sch ilt in dem vollständigen Neubau der Weimarer Kunstsammlungen. Diese älmgeflaltung ist in Wrirnar später erfolgt als in anderen Ländern, weil die Auseinandersetzung mit dem früheren Landesherrn sehr lange Zeit in Anspruch nahm. Wie Schenk zu Schweinsberg in einem Bericht der Seemannschen „Kunstchronik" hervvrhebt, ist das neue Landesmuseum getois ermaßen nur ein Rebenergebnis des Gesamtplanes. Hier sind die Gemälde des späteren 19. Jahrhunderts vereinigt, die sich früher in verschiedenen Sammlungen und Depots verstreut befanden. Die Bilder waren derartig durcheinandergemischt, daß z. B. Werke von Friedrich Preller dem Aelteren und seiner Schule mit Holländern und Flamen des 17. und Deutschen des 18. Jahrhunderts ^usammenhingen. Runmehr ist die ganze Kupferstcch- und Hand- zcichnung-Sammlung, sind die Bestände der Galerie und des Kunstgewerbes vom Mittelaller bis xur Romantik einschließlich in das ehemalige Resi- denzschloh übersührt worden. Damit wurde das Gebäude be£ Museums für Kunst und Kunstgewerbe frei, das jetzt für staatliche Verwaltungszwecke beansprucht wird, und die ältere Malerei kam aus dem OanbeSmufeum heraus. In dem völlig neurenovierten und neugeorbneten Museum hat nun die Malerei aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert- ihren Platz erhalten, wobei die Tomtnt“. — Reue Aula, 5 5IT)r: Drittes Konzert des Gießener Konzertvereins. — Iohanneskirche, 8 Ähr: Dortrag des Evangelischen Bundes. — Aus dem Stadttheaterbureau. Es sei nochmals auf die morgen um 3'/2 Ähr beginnende Aufführung von „Der letzte Walzer" und die auf 71/2 Ähr angesetzte Wiederholung von „W a 11 e n ft e i n 8 Lage r" und „D i e Piccolomini" hingewiesen. — In der am Dienstag erstmalig zur Aufführung kommenden Operette „F rü h l l n g s l u s t" von Josef Strauß sind in Hauptrollen beschäftigt die Damen Wifsendorff, Rammel, Türk, Jüngling, Wander sowie die Herren R i ch- t e r, Goll, Jacob, Feigel, Hellborn und L e u t h e i s e r. Die Spielleitung liegt In Händen von Rrrdolf Goll. — Gießener Hochschulaefellschaft. Herr Prof. A. Messer hält heute Samstag, 9. Dezember, abends um 8‘/s Uhr, im Großen Hörsaal der Äniversität einen Vortrag über „Oswald Spengler als Philosoph". Prof. Messer hat sich mit dem Tu he Spei g er s vom -Unter jang des Abendlandes eingehend beschäftigt uab kürzlich ein eigenes Buch über Spengler -veröffentlicht. Zu dem Vortrag haben Gäste Zutritt. (Siehe Anzeige.) $ ßvSettervorauSsage für Sonntag: Wollig, leichter Schnee, vorwiegend nördliche Winde, falt. — Durch kleine TeiltiefS der Depression im Aorden, welck)e über Deutschland hinwegziehett, bleibt das Wetter weiterhin unruhig. * •• Ernannt wurden: Der Kanzllst Ludwig Höhn am Kreisamt in Büdingen mit Wirkung vom 1. Rovern der 1921 ab zum Kanzleiassistenten: am 6. Dezember die Zollpraktilanten Ludwig Staudt zli Darmstadt (Hauptzollamt) und Paul K r e i s zu Offenbach (Hauptzollamt) zu Oberzoll- fefrelären. — Durch Entschließung des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft vom 6. Dez. 1922 sind zu Landwirtschaftsassessoren ernannt worden die Landwirtschaftsreferendare: Hans Bläßer zu Sprendlingen in Rheinh., Dr. Kurt Kl au er zu Reichelsheim i. Odw., Hellmuth Rau zu Gau- Algesheim, Dr. Friedrich Wilhelm Schneider zu Lich, Ernst Werner zu Groß-Gerau. ** Oberhesfischer Kunst verein. Die Gemälde-Ausstellung hat diese Woche eine durchgreifende Aenderung erfuhren, indem 32 Werke von dem bekannten Aquarellisten Professor W 01 tz e -Weimar zur Ausstellung gelangten. Diese interessante Kollektion, deren Motive aus dem Lahntal, Limburg, Weilburg, Wetzlar, Gießen und Umgebung entnommen sind, wird wohl allseitiges Interesse finden. Auch die Sammlung G. Jahn -Dresden wurde erneuert. Zu den bereits ausgestellten Werken der Gießener Künstler Mueller-Leutert und Steinbach sind noch Werke von Vartel, Heck- roth, Hebermehl und Schaumann hinzugekommen. Die Ausstellung ist täglich von 11 bis 1 Ahr geöffnet. •• Weitere Ausdehnung des Blih- s u n k t e l e g r a m m v e r k e h r s. Der versuchsweise eingeführte Dlitzsunktelegrammverkehr, dec sich steigender Benutzung erfreut, ist neuerdings auf Anregungen aus der Geschäfts- und Handelswelt auf eine Reihe weiterer Orte aueSgebebnt worden. Er ist jetzt von und nach folgenden Orten zugelassen: Aachen, Barmen, Berlin,- Dieleseid, Bochum, Bottrop, Bremen, Breslau, Eastrop. Chemnitz, Cleve, Creseld, Darmstadt, Dortmund, Dresden, Duisburg-Rord, Duisburg-Süd, Düsseldorf, Elberfeld, Elbing, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt a. M., Friedrichshafen, Geb senkirchen, Goch, Hagen (Wests.), Hamborn, Hamburg, Hannover, Harburg (Elbe), Hattingen (Ruhr), Herne, Hörde, Horst (Emscher), Kamen, Kiel, Königsberg (Pr ), Köln, Konstanz, Kapser- dreh, Leipzig, Lübeck, Lünen, Lütgendortmund, Mannheim, Mengede, Mülheim (Ruhr), München, Oberhausen (Rhld.), Recklinghausen, Remscheid, Schwerte (Ruhr), Sterkrade, Stettin, Stuttgart, Trier, Unna, Werden (Ruhr), Wetter (Ruhr), Wickede-Asseln, Witten. ** D i e Dauer der WeihnachtS- ferien ist vom Landesamt für das Dil- dungswesen wie folgt festgesetzt worden: Beginn: Donnerstag, 21. Dezember (erster Ferientag), Ende: Mittwoch, 3. Januar (letzter Ferientag). Soweit im Herbst aus Anlaß der Erntearbeiten eine Verlängerung der dama- Heuttger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags: Berlin 8100, Frankfurt a. M. 8200, mit der Wand verbundenen Odyssee-Bilder des älteren Friedrich Preller den naturgemäßen Auftakt boten. Um eine größere Hängeslache zu schaffen, wurden die acht Eckräume des zweigeschossigen Gebäudes umgestaltet, indem je eine Fcnsterwand verlleidet unb die ursprünglich für Gipse bestimmten Rischen zugemauert wurden. Besonders eindrucksvoll ist die Srncuerung des Wandanstrichcs, bei dem die Gliederung des Bauwertes zum Ausgangspunkt genommen wurde. Mit Hilfe eines vortrefflichen jungen Meisters der Dekorationsmalerei, Hinuerk Sche- per, wurde eine ganz neuartige Anstrichtechnik durchgcfuhrt. Die reicher gegliederten Eckräume sind auch farbig stärker betont, die dazwischen liegenden Säle und Galerien meist in leichteren Tönen gehalten. Zwisch?n farbigen und Ton» Wirkungen wurde streng unterscheden. Die verwendeten Töne sind reine Helldunüelstusen ins Wärmere oder Kühlere: die Farben sind nirgends in ihrer ursprünglichen Wirkung abgeschwächt. Zur Aufteilung einer grünen 'Wand sind z. B. graue Pfeiler verwendet. Um den einfachen Leim- und Kasrinfalbenanstrich zu beleben, wurde die Fläche durch Glasuren aufgelockert. Den Charakter der Sammlung bestimmen jetzt hervorragende Meister, die durch ihr Wirien mit Weimar verknüpft sind, nämlich Preller, Leabach, Buchholz, Theodor Hagen und Christian Rohlss Don den leb mden Wetmacer Meistern tritt besonders Otto F öhlich hervor. Gingesprengt find einige auswärtige Gruppen, so die schottischm Landschafter der 90er Jahve, ein Monet, eine Plastik und Zeichnungen von Rodin. Den Anschluß an die Gegenwart sollen die Wechselausstellungen vermitteln, die in einem Oberlichtsaal und einer Anzahl von Rebenräumen fortlaufend veranstaltet werden. Aeiferrpniver von hervorragender Kchnurn nd Krinigutig^bcafb' einen besonderen Beruf. e r(u n f t Am Zahnschmer*, Kh«um Kirche und Schule, kirchliche Dien st Nachricht Erhältlich In Apotheken Rasch u.von züglichwirk 2712« Landwirtschaft. Stand bet Feldfrüchte in Reffen. Aach dem SaatenstandSbericht für Hessen von Qtnfang Dez e mder sind die CEBinter- faaten infolge der nef) Lilien Witterung im allgemeinen im Wachstum zurückgeblieben. An manchen Orten ist die Aussaat noch nicht beendet. Die frühzeitige AuSsaat ist befriedigend, spätere ist teilweife noch nicht aufgegangen und konnte daher an vielen Orten noch nicht 6e teertet werden. — Die Saatenstandsnoten betragen für Winter- weizen 3,5, für Winterspelz 3,4 und für Winter- roggen 2,9. Hierbei bedeutet 2 gut, 3 mittel und 4 gering. Die Maul- und Klauenseuche. • Wa h en born, 8. Dez. 3n WatzenbtTrn- 6teinberg ist die Maul- und Xlauenfeudyj amtlich feftgefiellt worden. Der Sperrbezirk besieht aus der Gemarkung Watzenborn-Steinberg, das Gerichtssaal. Das Urteil im Darmstadter Aufruhr-Prozeß. rm. Darmsta dt, 8. Dez. Der heutige vierte und SchlußverbandlungStag des Schwurgerichts über die wegen schweren Landfriedensbruchs, Körperverletzung usw. sechs Angeklagten brachte zunächst die Reden der Verteidiger. Aach etwa zweistündiger Beratung der Geschworenen verkündete deren Obmann das Schuldig, ebenso aber auch die Zubilligung mildernder ilmflänbe. Das Urteil lautete: Gegen den 41 Hahre alten, vorbestraften Schlosser Wtlh. D 5 l l auf 2 Jahre 6 Monate Gefängnis (Antrag des Staatsanwalts 4 Jahre Gefängnis), Schweisse Hch. Pp. Fried- r i ch 1 Hahr 9 Monate Gefängnis (3 Hahre Gefängnis), Gisendreher Wilhelm Feuer peil, 25 Jahre alt. aus Mannheim, wohnhaft in Darmstadt, 2V8 Hahre Gefängnis (3 Hahre 4 Monate Gefängnis), Maschinenarbeiter Justus Geier, 1 Dttember wurde dem Pfarrverwalter Wilhelm Södler zu Stumpertenrod die evangelische Pfarrstelle daselbst übertragen. * Auf der Suche nach einem Stern erster Größe. Die Nachricht, daß von einem rumänischen Astronomen nammS Zivierel eia Stern erster Gröhe entdeckt worden sei, beschäftigt aegen- toärtlg die Astronomen der Welt. In Amerika und England ist man eifrig an der Arbeit, diesen neuen Stern genau festzustellen, ohne daß dies bisher gelungen wäre. Die Behauptung des Rumänen ift deshalb von so großer Wichtigkeit, weil dieses der dritte Stern erster Gröhe wäre, der bisher in unferm Jahrhundert gefunden worden ist. Die beiden anderen derartigen Sterne, die da- 20. Jahrhundert bis jetzt der Astrologie gewonnen bat, sind Aove Perste und Aova Aqui- läe. während der 1920 entdeckte Stern Aova Cygni sich als ein Stern zweiter Größe heraus- stälte. Aach den Angaben >>es rumünisä-en Astronomen muhte sich der neue Stern 12 Grade südlich von Bega befinden, dem hellsten Stern der nördlichen Hemisphäre. Wenn er wirklich da ist, mühte er leicht ^u sehen sein, weim man Dega und die MNchstrahe als Führer nimmt; er läge dann innerhalb 5 Grad von der Milchstraße und würde sehr hell leuchten. Bisher aber hat die dichte Bewölkung des Himmels in den letzten Aächten eine befriedigende Beobachtung verhindert. Mau bat mir einen sehr schwach leuchtenden Stern art dieser Stelle entdeckt, und so ist eS vorläufig noch zweifelhaft, ob sich die Behauptung des Rumänen als wahr erweisen wird. Frankfurt a. M., 9. Dez. (WTB.) Da» Schwurgericht verhandelte gestern und heute in zweitägiger Sitzung wegen Raubmords gegen den 24jährigen Artisten Balthasar Orth au» Unterfrankn und den 23jährigen Konditor Hubert Kolberg. Beide hatten zusammen mit dem 19iährigen Handlungsgehilfen Arthur Fastenrüth den aus Belgien vertriebenen 60jährigen Zahnarzt Büttner in dessen Wohnung ermordet und beraubt. Der Ermordete wurde erst acht Tage später aufgesunden. Orth wurde wegen Mordes und Raubes zum Tode, Kolberg zu zwei Jahren Gefängnis wegen Beihilfe verurteilt. Fastenrath, der der Haupttäter zu sein scheint, konnte bi» jetzt noch nicht festgenommen werden. m. Saarbrücken, 8. Dez. (WTB.) Vom hiesigen Svndergericht wurden heute wegen Preistreibereider Präsident der Landwirtschaftskammer im Daargebiet Marschall zu 1 0 0 0 0 0 Mark, der Geschäftsführer der Ein- und Der kauf Sgenossenschaft Ertz zu 10 000 Mark und der Gutsbesitzer B e r f a g zu 100 000 Mark Geldstrafe verurteilt. Der mitangellagte ehemalige Geschäftsführer der Freien Bauernschaft, Flegel, wurde freigesprochen. Sry hatte in Inseraten Kartoffeln zum Preise von 8—9 Franken pro Zentner angeboten zu einer Zeit, wo die Kartoffeln Im Saargebiet 800 bi» 1000 Mk. kosteten. Gegen Versag und Marschall lautete die Anklage auf Anstiftung, gegen Sry auf Ausführung. Flegel hatte einen Aufruf zur Zurückhaltung der Kartoffeln erlassen. kommen Fetne Vorvech e zu, sie soll nicht als erbliche Belastung wirken, vielmehr als geschichtlich? Bildung das freie Eigentum beS ganzen Volkes werden. Der Gegensatz zwischen Jugend und Alter soll in regsamer geistiger Wechsel Wirkung seine i Ausgleich finden: dann wi:d die Ghrsurchl der Hu gen d vor dem Alter teieberMj e i, ohne die kein Gemeinwesen bestechen kann. Den Frauen eignet ein reiner Menschnilr i r; öS ist au hoffen, daß sich diese Entschiedenheit aus dem Boden politischer Glrichberochstgung betätigt und bewährt. — Die Arbeitsteilung läßt sich wcht rückgängig inachm, aber die B?ruse dürfen sich nicht verklärten zu gestaffelten Standen. Eine weite Um- sicht wird erfoitwrt, die jedei von seiner Stelle au» erkennen lehrt, was die anberen C&rrufe für die Desamcheit leisten. Von da au» aber ergibt sich — über alle BerufSscheidung hinweg — ein unmittelbares Verhältnis -um Mitmenschen und Volksgenossen — Vs entkeimen die Ideale der Schstchtcheit und des brüderlichen Sinnes. Aus dielen Tugendei beruht die republikanische Gesellschaft. Die Gesellschaft aber, das zu in Bewußtsein seiner selbst e m p o r st e i g e n d « Volk, i st die DoranSletzung de» republikanischen Staates. — Spontaner, anhaltender Beistlll dankte dem Redner für seinen prachtvollen CDovtiag, her lote ein sein ziseliertes Kunstweik. in größter Liebe vom Meister geschaffen, vor dem Hörer strmd. Mit ber^ildjen Dankesnwrten an Her-rn Pros. Fritzsche konnte der Vorsitzende die Versammlung schließen, die jedem ein V r l e b n i s war. §. H." *♦ Fa l sche 5 0 0 - Ma r k - 6 che i ne. Falsche veihe 500-Blark-Scheine der Ausgabe vom 7. Juli 1922 sind in der letzten Zeit in Wirtschaften in Frankfurt in den Verkehr gebracht worden. Die Scheine smd infolge ihres guten Drucks nicht ohne weiteres als Falsch-Scheine kenntlich: ihnen fehlt jedoch das Wasserzeichen. Auf der rechten Seite weisen sie eine schwache Blaufärbung auf mit aufgedruckten Faserst rochen. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. ee Da» Amtsverkündigungsblatt Ar. 122 vom 8. Dezember enthält: Gebühren für die Untersuchung des in das Zollinland eingehenden Fleisches. — Pflegegeldsätze in den Landes-Heil- und Pflegeanstalten und der Heilstätte für Aervenkranke. — Betrieb einer Schmalspurbahn mit Denzolmotorbetrieb der Firma Hessische Steinbrüche G m. b. H. zu Londorf. — Weihnachtsserien. — Erhebung über die in Hessen wohnenden Blinden im schulpflichtigen Alter — Schulinventar. — Behüten der Wiesen. — Viehseuchen. — Ladenschluß der offenen Verkaufsstellen vor Weihnachten. Beodachtungsaevtet umfaßt Me ®emar* hingen Hausen, Schissen berg, Garbenleich und Qfrrün uigen. - Vermischtes. Schnee sturme in Mitteldeutschland. Berlin, 8. Dez. (Wolfs) Infolge heftiger S ch n e e st ü r m e ist eine Anzahl der von Verlm ausgehenden Telegraphen- und Fern- sprechleitungen unterbrochen. Der Verkehr wird, so weit angängig, durch Umleitung aufrechterhalten. Don einer Frau überfallen und ansgeplündert Berlin, 8. Dez. (WTB.) Die .BZ." meldet: Ein Kaufmann au» Zehlendorf wurde letzte Rächt auf dem Heimwege in der Bahn st raße von einer vermummten Person überfallen und des Bargeldes, der ülhr und Schmucksachen im Werte von vielen Millionen Mark beraubt Al» es dem Kaufmann gelang, dem Angreiser di« Gesichtsmaske abAuveiben, entdeckte er, daß er von einer Frau Überfallen worden war, die mit der Beute entkommen ist. Großer Alteisen-Diebstahl. — Don der Feuerwehr gefaßt. Berlin 8. Dez. (WTB.) Gestern nachmittag stahlen in den Goerzwerken in Zehlendorf drei Arbeiter einen g rbHeren 'Posten a l t e » Eis e n. da» sie auf einem eigen» gemieteten Fuhi werk nach Berlin abfuhren. 5Xe Leitung deS Wurfes alarmierte die nächstgelegene Feuerwache, die mit einem Löschzuge die auf der Fahrt nach Berlin befimdlichen Die.« umzingelte und samt der Beute zur Kriminalpolizei nach Zehlendorf führte. Eine Schumgglerbande. — Verschobene Mil» liardenwerte. D e r l i n, 8. Dez. (WTB.) Die .B. Z." meldet. Der wegen Schwindeleien mit gefälschten Pro bescheinen der Gold- und sSilberfcheideanstalt hier verhaftete, aus dem Osten zugewandette Kaufmann R o s e n e ck gehört zu einer großen Schmugg - lerban de, die unter verschiedenen /Ankäufern Berlin» Mitglieder und Verbindungen hatte, deie i einträgliches Geschäft darin bestand. Edelmetalle über d i e Grenze zu fchrnug- g e l n. Auf bic Aachricht von der Verhaftung Rosenecks sind alle seine Freunde au» Berlin verschwunden. Dri fünf Freunden wurden Roseneck gehörende Koffer mit Gold und Silber gefunden Der Wert der von Roseneck verschobene» Edelmetalle geht in die M i l l i a r d e n. 25 Jahre alt, 6 M mutte Gefängnis (1 Jahr Gefängnis). Hilfsarbeiter Hch Wagner, 23 Jahre alt, au» E versucht, 8 Monate Gefängnis (10 Monate Gefängnis), den 40 Hahre alten Fabrikarbeiter Hch FuchS von hier: 1 Hahr Gefängnis (2 Hahre Gefängnis) Die Anklage gegen Huth- mann wurde abgetrennt, da er wegen einer Magener kra n kung in das Krankenhaus aufgenommen werden mußte. Allen wurde ein Teil ihrer Hast in Anrechnung gebracht. Der Antrag auf Haftentlassung des Doll wurde ahgelcbnt Straferschwerend fiel ins Gewicht, daß es sich um einen schweren Landfriedensbruch handele, daß die Angeklagten in der Drangsalierung des Abgeordneten Dingeldey besonders hartnäckig waren und gegen diesen und gegen Sachcigentam von Bürgern ein brutale» Verhalten an den Tag legten. Strafmildernd wurde in Rücksicht gezogen, daß die Angeklagten, wie als erwirsen angenommen wurde, unter dem Eindruck der Massenpsychose standen und daß sie durchweg im Felde ihre Schuldigkeit getan haben, wenn auch die» die Pflicht eines jeden braven deutschen Mannes gewesen sei. Auf die Frage an Döll. ob er die Strafe annehme, hielt er in gebrochener Stimme eine Ansprache, in der er die Ze igen Dingeldey, Dr Osann and Schmidt ersuchte, ihm nicht in den Weg zu kommen, da er sich nicht beherrschen könne. Der Vorsitzende hi.lt ihm aber vor, daß doch seine Verteidiger ihn al» harmlosen und gutmütigen Menschen bezeichnet hätten, der gewiß niemanden etwas tue. Aus Zureden der Verteidiger nahm dann Döll ebenso wie die übrigen Angeklagten die Strafe an. Agen perlen statt sand, ist diese Ueherschrei- tung an der Dauer der Weihnachtsferien zu kürzen. •• Gießener Studentenhilfe. Man schreibt un«: Die wirtschaftliche Aotlagc des größeren Teil» der Studentenschaft nimmt mit dem Fortfchreiten der Teuerung In erschreckendem Aloße zu. Es bedarf gewaltiger Mittel, um die Wohlsahrtscinrichtungen unserer Universität betriebsfähig zu erhalten. Mm Gelder in reichem Maße zum Autzen der guten Sache zu gewinnen, Devanstuitet der Verein Gießener Studentenhilfe, tote au3 der heutigen Anzeige ersichtlich, am kommenden Mittwoch ein Konzert, dessen Gesamter lo» ben Zlveckrn des Del eins lugesührt wird. Die Aussührenden find z. X hier keine Mnbekannten mehr, bagegen wird Frau Pros Petersen, die noch nicht lange In Gießen weilt, zum ersten Male vor einem größeren Kreis Gießener Musikfreunde Imgen. Der Dame 'gebt ein au-gezeich- neter Rus al» Sängerin voraus. Eine Sonderausgabe von Brot- mehl und Brot wird im heutigen Anzeigenteil bekannt gegeben. •• D t e zweiseitig bedruckten Frachtbriefe haben nach einer Verfügung de» RetchsvelkehiSminisier» nur noch bis zam 3 1. M ä r z 1 9 2 3 ® ü 11 i g f e 11. Die am Frachtverkehr beteiligten Firmen mögen dieser Anordnung ihre Alismerksamkeit schenken. •* Republikanischer Lehrerbund Gießen. Man schreibt un»: »Am Donnerstag abend fand Im gutbefetz- ten öingfo/ile de» Reaigtzmmisiums ein Vortrag des Herrn P i o f D r. Fritzsche über .Volk und Gesellschaft im repablistinischen Deuischland" statt — Der Vortragende such!« tine Auttvort auf die Frage, wie sich die ur- fprüngliche Freih.-it des einzelnen Menschen innerhalb der Volksgemeinschaft mit den Bindungen hereinbaivn la'se. in die er hineingevo- ren ober hrneingesiellt ist. Hinein geboren ist er in die Uatcrkf) c?e der Herkunft, des Lebensalter» und des Geschlechts, hineingestellt in Kreis Schotten. tog Gedern, 7. De; Durch Fri. Krüger und Herrn Wolter» von der Zentralstelle für Volksbildung und Jugendpflege fanden dieser Tag« in den beiden hiesigen Schulen volk-bild- nerische Borführungen statt, abend» auch eine solch? für Erwachsene. Zum Vortrag kamen Lieder, Balladen und Märchm; auch ein Marionettentheater wurde vorgeführt. AlleS Gebotene hielt groß und klein bei gespanntestem Interesse, fo daß der Wunsch nach ähnlichen Veranstaltungen größeren Stil» lebendig wurde. Man hofft, Die Künstler im Frühjahr wieder hier zu sehen. Kreis Büdingen. * Aid da, 8. Dez. Die 19 Jahre alte Tochter G l s e de» BuchbindermeifterS Hch. Schmidt hierfelbst hatte seit einiger Zeit ein Liebesverhältnis mit dem an der hiesigen Be- zirkskasfe angestellten, 38 Jahre alten Adam Bauer, au» Starkenburg gebürtig. Die Eltern billigten anfangs scheinbar das Derhält- nis. wurden dann aber anderen Sinnes unb es kam zum Bruch zwischen Ihnen und Bauer. Dieser und die Tochter Schmidts verschwanden daraus von h er. Gestern meldete nun die Koon Debra hierher, daß Bauer dort ädchen erschossen und sich selbst so schwere Verletzungen beigebracht habe, daß man ihn dem Krankenhause zufuhren mußte. Hesicn-Naffau. • Franks u r t a. M., 7. Dez. Der zu Wohltätigkeitszwecken veranstaltete .WeihnachtSmarkt Im Palmengartsn' hat einschließlich der privaten Geldspenden etwa 1 2 Millionen Mark erbracht. Die der Veranstaltung erwachsenden Spesen find mit 300 000 Mark sehr gering, da nicht nur alle», was verkauft wurde, gestiftet worden war, sondern auch alle Dekorations-, Installations-, Transportarbeiten usw. von Frankfurter Firmen und Handwerkern unentgeltlich ausgesührt wurden. Von dem Erlös soll namentlich das Bürgerhofpi- tal reich unterstützt werden. Ä 3»V*' „SÄ , öamiiao '"’M« J Uber .fy, Lefler lsiL Dollars gjl 8201 deSLllh- Vr ncMd- iDeiL'br, dec I nerierdmg» mb gantete* r auigtbebni Igcubcn Orten [in,. Dielcfeld, (au, ftiltroD, [labt, Docl« )ui»burg-öüb, , Elsen, Flint- chrhasen, Del' imborn, tyim* >>, Hallingen cher), Komm, lanz, Ädpfet» gendocliimno, Ru6r), Mn. jaulen, Dem» Stettin, 6tull» uhr). 'Mer ifinaW' für bat Dil» worben: r (elfter §e- iinuor (letjter a Anlas) der g ber bama» ynb nörd» "NW W uber Nikita ^lisl ßtibtoifl leialtiiiciittn "en Vubioig ü) und ^.4$ in Überall. Äinisk». 16 De,. 1922 mut luorbcn 8 Iläber [l Älaaet au zu Sau» * betau. lsivercin. diese Woche rschren, in« :n Aquarel« ir zur Aus» inte jtolleb mtal, Lim« unb Umge- il allseitiget mmlung ®. Zu ben be» 1 Dichener .nböleln» tel, Heck« fjaumann g ist tiflüd) länglich su^ lerl icucrang S: Leim- ebÄ Die Agende he^vec- baj gjOrt den hl!< Otto C aui- Ed && a° ^iiteln» s-KüDn ♦ [ Mietgesuche | Junger Ingenieur * fiidn als Dauer- ■? mietet üilZimmer per fofort. Srfiriitl. '.'ingeli. uinev 011084 1 an den Gieß. Anz. erbeten.____________ Lehrer fitebt gut mööL IDotjn- unü 5d)lüfjimmer Nahe der stnievue. Srtir. Vinncb unter 0110Mn.d.Giei;.A,i^. iitazioiiner möbl., ab 1.1. 23 x zu mieten gesucht. f Cdircibtiid) erm. Echr. Angeb. mit ^rciS unter 011145 au dcu Gieß. Auz. Q. MAN N HEIM-RHEINAU Stellenangebote| Orö. 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Schlesinger, Professoren an dec Universität (Sieben. Die wirtschaftliche Hot der Nachkriegszeit hat schon seit mehreren fahren zu der Ueberzeugung geführt, dah die deutsche wissenschaftliche Forschung einer ausgiebigen UnterftuQung bedarf, um nicht tn den Verfall milgerissen zu werden, der Dan Mittelstände der deutschen Bevölkerung droht, aus dem ja zum überwiegend größten Zeile die gelehrten Verufe hervorgehen. Die Einzelstaaten, die in normalen Zeiten teils unmittelbar teils mittelbar die für die wissenschaftliche Forschung nöligen Hilfsmittel bereitgestellt haben, indem sie ihre Pflegestätten, Universitäten, Technischen Hochschulen. Akademien. Forschungsinstitute unter» hielten, sind nicht mehr in der Lage, für die Aus- slaitung dieser Anstalten mit allen für die Forschung erforderlichen Hilfsmitteln zu sorgen. Es bestand Daher die Gefahr, dah die Forschung nach und nach verkümmert, und dah damit die letztv Kraft unseres Volkes versiegt, deren Wirksamkeit über die Grenzen Deutschlands hinausreicht, und die bewirkt, oafj- daS Ansehen des deutschen Namens nicht ganz verloren geht. AuS solchen Erwägungen heraus haben sich tm Jahre 1920 aus Anregung einiger weitsichtiger Männer unter Führung des Staatsministers Dr. F. S ch m i ö t - O l t die deutschen Akademien, Universitäten. Technisä-en Hochschulen und Forschungsinstitute zu einer .Notgemeinschast der deutschen Wissenschaft" zusammengeschlossen mit dem ausdrücklichen Ziel, „Die der deutschen wissenschaftlichen Forschung durch die gegenwärtige Notlage erwachsende Gefahr des völligen Zusammenbruchs abzuwenden". Spater haben sich dieser Organisation auch die speziellen Fachhochschulen angeschloslen. Zur Erreichung dieses Zieles sollte zunächst die Unterstützung der groben wissenschaftlichen Unternehmungen, wie Monumcnta Gcrmaniae historica, Grimmsches Wörierbuch, Enzyklopädie der mathematischen Wissenschaften.Thesaurus linguaelatmae, Ausgabe der gesammelten Werke von Gauh usw. sichergestellt, ferner die Möglich'eit gegeben werden, allgemein wichtige Einzelsorschungen zu fördern: sodann aber galt es die in Deutschland erscheinenden wissenschaftlichen Zeitschriften der verschiedenen Gebiete zu erhalten und besonders wertvolle wissenschaf liche Einzelverosf ntlichunsen zu ermöglichen Ferner muh brr durch den wirtschaftlichen Verfall des Mittelstandes gefährdete wissenschaftliche Nachwuchs gestützt werden. Dazu gibt eS Forsckungsstipendien. die hoffnungsvollen pingen Gelehrten bewilligt werden, um ihnen das Durchhalten namentlich in der Zeit zwischen Promotion und Habilitation zu ermöglichen. Darüber hinausgehend sollten nach Möglichkeit die bestehenden Institute bet deutschen Hochschulen, sowett sie der wissenschaftlichen Forschung dienen, mit literarischen, inflrumentellen und materiellen Hilfsmitteln versehen werden. Dagegen sollten die eigentlichen Unterrichtszwecke der Fürsorge des Staates überlassen bleiben. ES ist dafür gesorgt, dah die Entscheidung über die Zuwendungen vvn möglichst unparteiischer und sachkundiger Seite erfolgt; zu diesem Zwecke sind 21 aus allgemeinen Wahlen hervor- gegangene Fachausschüsse eingesetzt, denen jedes Gesuch um Unterstützung zur Begutachtung unterbreitet wird. Tlcbeu dielen Fachausschüssen wurden noch für die verschiedenen sonst erforderlichen Mahnahmen Sonderausschusie bestellt, wie z. V. dec Ausschuh für Materialien und Apparate, für Tierbeschaffung, der Verlagsau?schuh, der Diblio- thekSausschuh. in denen neben Gelehrten auch Vertreter der betreffenden wirtschaftlichen Faktoren ihren Platz haben Die Tätigkeit gerade dieser letztgenannten Ausschüsse hat sich z. T. als besonders fruchttragend erwiesen. So hat auch unsere Landesuniversität namentlich von seilen des Verlags- und Vibliotheksaus- schusses erhebliche Förderung ihrer w i s s e n s ch a s 11 i ch e n 5oifd)ung3auf- gaben genossen. Zur Danke sur solche Forderung hat die Philosophische Fakultät der Landesuniversität aus Anlah der Miigliederverfammling der Notgemeinschaft in Berlin im November d.H. den verdienten Geschäftsführer des Derlagsaus- schusses. Geh. Rat Karl SiegiSmund zum Doktor der Philosophie ehrenhalber ernannt In einer kürzlich heran ^gegebenen ausführlichen Schrift hat die Notgemeinschaft über ihre Organisation, ihre Tätigkeit und über d e Herkunft der ihr zur Verfügung stehenden Mittel berichtet Es wird darin eine Ueberficht gegeben über die bisher erfolgten Zuwendungen und über die weiteren Aufgaben, die in Zukunft zu lösen fein werden. Während bisher, von kleineren Beiträgen abgesehen, au3 Reichsmitteln 40 Millionen Mark für das Jahr 1921/22 bereitgestellt waren, sind nach einer am 11. September d. 3- vom Präsidenten der Nolgemeinschasl an Da3 Reichsministerium des Innern gerichleten Eingabe die Bedürf- nisse für 1922/23 auf den Geiamtbetrag von 380 Millionen Mark angeseht worden Dabei ist die seitdem eingetretene erneute Entwertung der Mark noch nicht in Betracht gezogen und die Beschränkung auf das allernvtwendigste eingehalten worden. Es war beantragt worden, dah der Beitrag des Reichs von 40 auf 200 Millionen Mark erhöht werden tollte, dabei war erwartet, dah der Rest aus Beiträgen privater wirtschaftlicher Kreise, die zu wissenschaftlicher Forschung in naher Beziehung stehen, ausgebracht würde. Aber es bedarf keiner Begründung, dah diese Summen auch nicht entfernt ausreich:n. um nur die wichtigsten Bedürfnisse zu befriedigen. Erfreulicherweise haben im Deutschen Reichstag alle Parteien für die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft volles Verständnis gezeigt und einmütig ihre Bereitwilligkeit bekundet, zu helfen, soweit es irgend möglich ist. Die Notwendigkeit einer ausgiebigen Hilfeleistung kann in der Tat nicht nachdrücklich genug betont werden, da es sich um Sein oder Nichtlein der deutschen wissenschaftlichen Forschung handelt, die zum Absterben verurteilt wäre, wenn man sie ihrem Schicksal überliebe. Unter dem Eindrücke solcher Gedanken hat die tie jährfgeMitg e er erfammlutg derO'vt.eaein- schaft der deutf^-e.i Wi;s.mcha,t gestanden, und mit allem Danke für die bisher geleistete H.lfe ist allseitig hervorgehoben worden, dah der Ernst der Lage eine grohzügige Hilfeleistung für die deutsche Wissenschaft erforderlich macht, wenn noch gerettet werden soll, was zu retten ist. Aus Stabt und Land. Dieben, den S Dezember 1922. Die Dicnstbezirke der landwirtschaftlichen Schulen sind nach einem Rogierungserlah vom 7. Dezember d. 3s. für Ober Hessen, wie folgt, festgelegt worden: Grünberg: Die nördlich und östlich dec Linie Ruttershausen, Lollar, Alten-Bllech Trohe. Rödgen, Oppenrod, Burkhardsfelden, Hattenrod, Ettingshausen, Lauter, Weickartshain ge'ezenen ßkmarfungen des Kreises Gissten, einschliehlich der Gemarkungen der als Grenze angegebenen Orte mit Ausnahme der Gemarkungen Burkhardsfelden und Hattenrod, die Gemarkungen Bernsfeld. Ni^er-Ohmen, Atzenhain, Merlau. Lchnheim, Flensungen. Mücke. Ilsdorf, Kirfch- garten, Wettsaasen, Rupper enrod, Ober-Ohmen des Kreises Alsfeld; de Gemarkungen Hyckers- borf. Groh-Eichen. Klein-Eichen. Lardenbach, Srdenfcen, Laubach We terfeld und Ruppertsburg des Kreises Schotten. Alsfeld: Der Kreis Alsseld, soweit nicht zur Landwirtschaftliche Schule Grünberg gehörig. Lauterbach: Der Kreis Lauterbach Schotten. Der Kreis Schotten, soweit .richt zur Landwirtschaftlichen Schule Grünberg gehörig, und dis ®.manXinqen Unter-Schmitten und Kohden des Kreises Büdingen. Büdingen: Der Kreis Büdingen ihne die Gemarkungen Berstadt, Grund-Schwalheim, Bisses. Echzell, Gettenau, Bingenheim. Heuä>rfheim i. d W., LridHecken, Unter-Schmitten und Kohden. Lich: Der Kreis Giehen. soweit nicht zur Landwirtschaftlichsn Schule Grünberg gehörfg und ohne die Gemarkungen Lang°Göns, Grohen-Lin- ben, Klein-Ltaden. Allendorf a. d. Lahn. Leihgestern und Holzheim. Butzbach: Der nördlich der Linie Landes- gren'.c (Ziegenberg > Langenhain, Ober-Mörlen. ülieder-Mörlen, Steinfurth, Wohnbach gelegene Teil des Kreises Friedberg einschliehlich Der Gemarkungen der Grenzorte mit Ausnahme von Wohnbach; ferner die Gemarkungen Lang-Göns. Grohen-Linden, Klein-Linden, Allendorf an der Lahn. Leihgestern und Holzheim des Kreises Giehen. fie bra n ftalt für Ob ft b a u und Landwirt f ch a f t zu Friedberg: Der Kreis Fried- bzrg, soweit nicht zur Landwirtschaftlichen Schule Butzbach gehörig, und die Gemarkungen Berstadt. Grund-Schwalheim. Bisses, Echzell. Gettenau, Bingenheim, Heuchelheim L d. W. und Leidhecken deS Kreises Büdingen. In allen den Weinbau berührenden Fragen ist zu tändig für das ganze Land die Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau zu Oppenheim. In Fragen des Obstbaues ist zuständig für die Provinz Oderhessen die Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft zu F r i ed- ber g. Rauchverbot in landwirtschaftlichen Lagerräumen, Scheunen usw. Von amtlicher Seite wird mitgeteilt: Nach Mitteilung des Reichsministeriums des Innern ist die Erfahrung gemacht worden, dah vielfach Brände auf dem Lande dadurch entstanden find, dah in den Räumen, in welchen Ernteerzeugnisse und andere landwirtschaftliche Produkte aufbewahrt waren, geraucht worden ist. Jeder Brand tn landwirtschaftlichen Betrieben vernichtet aber nicht nur grobe Geldwerte, sondern auch unersetzliche Gegenstände, die zur Volks- ernährung dienen und auf deren Erhaltung und deren Schuh heutzutage bei den schwierigen wirtschaftlichen Derhältnislen ganz besonderer Wert gelegt werden muh. Es liegt also hierbei ein sehr erhebliches öffentliches Interesse vor Die Regierung sieht sich daher ueranlabt. auf die bestehenden gesetzlichen Denbote im Interesse der Feuersicherheit und des Schutzes landwirtschaftlicher Erzeugnisse ausdrücklich hinzuweisen. Bestraft wird mit Geldstrafe bis zu 600 Mk. oder mit Haft bis zu vierzehn Tagen, unbeschadet einer etwaigen höheren Strafe aus Grund anderer Strafvorschriften, wer Scheunen, Ställe. Böden oder andere Räume, welche zur Aufbewahrung f?u?rfangenber Sachen dienen, mit unverwahrtem Feuer oder Licht betritt, oder sich denselben mit unverwahrtem Feuer oder Licht nähert; ferner wer an gefährlichen Stellen in Wäldern oder Heiden oder in gefährlicher Nähe von Gebäuden oder von feuerfangenden Sachen Feuer anzündet (Streichhölzer!); ferner wer es unterläht. dafür so sorgen, dab die Feuerstätten in seinem Hause in baulichem und brandsicherem Zustande unterhalten wsr)en oder dab die Schornsteine zur rechten Zeit gereinigt werden Nach Artikel 167 des Hessischen Polizeistrafgesetzluches ist das Tabakrauchen in den o'^nge.iannten Räumen besonders unterStrafe gestellt. 'BeiSirase ist es auch verboten, an den bezeichn?ten ©teilen} die noch glimmende Asch: aus Der Tabakspfeife auszuleeren oder die noch brennenden Zigarren (Zigaretten) auf die leicht feuerfangenden Geaen- stande oder nahe an solche hinzuwerfen Nach diesen Vorschriften ist also das Rauchei in land- wirtschaft.ichen Betrieb rftätten und Lagerräumen grundsätzlich streng verboten und strafbar. Die Polizeibehörden sind im feuerpolizeilichen Interesse verpflichtet, die Dichtung dieses Verbots durchzuführen. Sie sollen dabei namentlich auf die Jugendlichen achten, die es oft an der erforderlichen Sorgfalt fehlen lassen. ♦ fi.il. ilniversitätS-DotteSdienst Morgen Sonntag, vormittags 1 1 1 * ilbi pünktlich, findet in der Neuen Aula ein tlni- verfitats-Gottesdienst statt, zu dem in er.ter kiiic die Angehörigen der ilnitxrhtai eingsladon find. Selbstverständlich hat aber auch jeder andere Zutritt. Die Predigt hält Privatdo^eitt Lic. Dell. •• Gleibergverein. Dom Wetter begünstigt, hielt am vorigen SamStag der ®kibcrg- verein eine auberordentliche Hauplr»erfaut!nl >ng auf dem Gleiberg ab. Der 1. Vorsitzende, Provinzialdirektor Matthias, begrubte die Erschienenen, besonders auch die Vertreter der Behörden, und gab feiner Freude darüber A.iSdr.ick, dab sich bie Gleibergfreunde dtesmal zahlreicher als sonst zusammengefunden batten. Nach einem kurzen Hinweis auf die Verhältnisse, die in bleiern Jahre das Abhalten des Gleibergsestes unmöglich gemacht, dankte Provinzialdue.tor MatthtuS insbesondere für die Spenden, die hvchh.'rzige Gönner des Vereins zu dem beabsichtigten Sommerfest zur Verfügung gestellt, und wünschte, dah ihre Gunst auch weiterhin dem Verein erhalten bleiben möge. Zur Tagesordnung übergehend, schlug er der Versammlung vor, die Mit- glieberbeiträgc zwar zu erhöhen,aber doch so zu bemessen, dab allen Devölkerungekrei e i der Eintritt in den Verein möglich sei. Da auch Die Versammlung diesen Standpunkt grund ä; sich teilte, wurde der Iahresmindestbeitrag auf nur 20 Nkk. erhöht. Zur Erhöhung der Brandr>ersicherungS» summe des Mobiliars und der Gebäude ermächtigte die Versammlung den Vorstand, nach eigenem Ermessen vorzugehen und alle im Interesse deS Vereins gelegenen Mabnahmen zu ergreifen. Hierauf schlotz der Vorsitzende den geschäftlichen Teil der Versammlung und erteilte, um auch den ideellen Zweck des Vereins zur Geltung zu bringen, das Wort dem Direktor der Universitätsbibliothek, Prof. Dr. Ebel, der in anregender Weise die Entstehung und die Geschichte der Burg vor das geistige Auge der Zuhörer führte. Der Rest des Nachmittags galt einem gemütlichen Zusammensein, wobei noch ein Teil der gestifteten Gegenstände mit dem Erfolg verwertet wurde, dab die durch Dachausbefse- rungen entstandenen hohen Kosten aus dem Erlös reichlich gedeckt werden können. Dab der Gleiberg auch heute noch nicht seine Anziehungskraft verloren hat, gebt daraus hervor, dab sich allein in diesem Jahre 96 neue Mitglieder angemeldet haben. Die Gesamtzahl der Niitglieder beträgt nunmehr 234, sie mub aber noch weiter wachsen, damit die Erhaltung der Burg sichergestellt ist. •• Unfall, Unf allverhü tung und Unfallentschädigung. Im vierten Vortrag wurde zunächst der Unterschied zwischen einfachen oder verdeckten und komplizierten oder offenen Knochenbrüchen der Gliedmaben feftgcftcllt und nebst einem durch Walzenwirkung hervor- gerufenen Zertrümmerungsbruch des Oberschenkels vorgeführt. Alsdann kam die erste Hilfeleistung bei Knvchenbrüchen mittels verschiedener Improvi- sationsmethoden zur Besprechung. Als Beispiele dienten Notverbände bei Bruch des Schlüsselbeines, das alte Middeldorpfsche Triangelverfahren bei Bruch des Oberarmes sowie improvisierte Behandlung von Brüchen der Unterarm- und Deinknochen. Unter den durch stumpfe Gewalten in gewerblichen Betrieben hervorgerufenen Gelenkverlehungen besprach der Vortragende die Quetschungen und deren Behandlung und deman- filierte den Unterschied zwischen Verstauchungen und Verlinkungen. •• Neuer deutscher Markenwertrekord : 500 Mark. Der Wert der deutschen Briefmarken ist bereits auf 500 Mark angelangt. D e NeichSdrucketei hat neue Freimarken zu 200, 300 und 500 Mark in Bogen zu 50 Sluck nach dem Entwurf von Haas auf rehfarbigem Nautenwaif.rLeich'enr ap:er gedruckt. Es ist dies das breite Muster mit den großen Zahlen inmitten von Arabesken. Die Farben sind 200 rot, 300 grün, 500 orange. Gleichzeitig sind auch Briefmarken zu 50 Mk. in Buchdruck in Bogen zu 100 Stück nach dem Entwurf Szesztokat m.t dem Posthorn in grü- Die Herweghs. Eine rechtsrheinische Geschichte von L i e s b e t Dill 57. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Die Damen waren auher sich und auch die Männer waren enttäuschr, Dab ihnen eine gute Rede entgangen war. denn die meisten waren nur hergekommen. um Herweghs R^»e zu hören. AlleS machte nun seiner Enttäuschung Lust. Die Eelloaante schluchzte in ihr Taschentuch, die schöne Edeltraud muhte hinausgesührt werden von einem Resereadar. Ein junges Mädchen bekam einen hysleiischm Aniall und fiel polternd Über die Bant. Auch Herr Kollin war sichtlich unbefriedigt, er machte zornige schwarze runde Augen und wichste erregt seinen Knebelbart, als ob jemand Geld von ihm verlange. Unö jemand sagte auf den vordersten Bänken: .Er ist verrückt . . 3a, cs war feine andere Meinung mehr im Saal. Es wahr also doch wahr, was man immer geraunt hatte. Es mutzte etwas nicht in Ordnung mit Hei weg h sein. .Ich möchte hterzu noch etwas als Arzt sagen." Dottor Rickert war aufgestanden. Als Hcrwegh Rickerts Stimme hörte, blickte er flüchtig auf. Rickert erzählte, datz er Herweg h schon als Primaner gekannt und beobachtet habe. .Er war ein ungewöhnlicher, ein genialer Mensch eines der Sonntagskinder, die ins Leben treten, um Freude zu bringen und sich Freunde zu erwerben Hat irgendeiner von Ihnen, der hier im Saal ist und in nähere Beziehung zu dem Qlngcflagtcn getreten ist, in freundschaftliche, geschäftliche oder jurististhe. ganz gleich jemals den Eindruck gehabt, es nicht mit einem Ehrenmann zu tun zu haben?" Kein Einspruch erhob sich, die Männer nickten. Er sprach vvn der arbeitsreichen Jugend Herweghs. Er hatte Stunden gegeben, um sich ein Taschengeld zu verdienen, wenn andere sich amüsierten, sah er und bereitete sich für diese Stunden vor, er hatte fein Leben der Arbeit gewidmet, er hatte als Student schon für sich sorgen müssen; wo airdere ihren Vätern auf der Tasche lagen, hatte er für seine Familie, der er die einzige Stutze war, gesorgt. 11 nb er, Rickert, hatte mit Angst gesehen, wie sich Herwegh eine Bürde nach der anderen auslud. .Für andere," betonte er, .nicht aus Gewinnsucht." .Sehr richtigl" rief eine Stimme auS dem Publikum. .Nicht für sich, nicht für sein Vergnügen hat er gelebt, denn in was hat sein Vergnügen denn b.'standen? In der Ausübung der Musik. Aber wie mit der Arbeit, so hat er sich auch mit Geldangelegenheiten übernommen. Er war 'm alle diese Affären bineingetommen, er wusste selbst nicht wie." Er verteidigte ihn Warrn. Dte einen Freund. Dann kam er auf das eigentliche, auf feine Krankheit, diesen Druck auf dem Hirn, den er ihm oft geklagt- und Der später zugenommen hatte und bei anstrengendem Arbeiten stets wie- Secfam. Es konnte nicht stimmen, datz Herwegh Geld veruntreute aus Interesse, es war das heillose Durcheinander seines Bureaus, seine viel zu grotze Tätigkeit und sch'.iehlich dieses Aussehen der Gehirntätigkeit, das vielbeschäftigte hykcrnervöse Menschen chavakterislert und hemmend und störend wirll. Cr hatte seinem Bureau- bcamten immer mehr überlassen müssen, man hatte feine Vertrauensseligkeit ausgerutzt, sein Q3ertcauen betrogen. Rickert schlug auf den Tisch .3a, man hat ihn vvn allen Seiten bestohlen und betiogcn. Ob man das macht, indem man ihm Aktenstücke versteckt und sich bann einen Taler schenken lätzt. um sie wiederaufzufinden, oder Smaragden stiehlt. An seinen Rockschötzen hatte eine ganze Familie gehangen, die halbe Stadt hatte er mitgeschleppt, und jeder kam zu ihm und toollte Geld haben." Hm, hm," räusperte sich Herr Kollln und zerzauste wütend seinen schwarzen Bart. „Unerhört, so was." .Ich habe alles verfolgt," fuhr Rickert fori, .und habe alles kommen sehen, aber ich habe immer auf eins gehofft, dah einmal der Himmel Pech und Schwefel auf die Eppenhausener Fabrik legren lieb? und sie darunter begrübe, 'cenn Damit hatte sein Unfxil angefangen. Er hatte das Beste gewollt, aber die Arbeit war ihm über den Kopf gewachsen. Seine CHerDen waren schon an gegriffen als Primaner, und schon damals, als er Kopf- schmerzenpulrer von mir verlangte, hab' ich ihm gesagt: Alle Kopfschmerzen haben eine organische Ursache. Arbeiten Sie nicht so viel. Aber er antwortete: Ich mutz arbeiten. Und so war's auch. Gr hat gelebt, um zu arbeiten! Er hat sich mit eisernem Fleitz durchgerunge.n durch eine solche Flut von Arbeit, die die meisten, die über ihn aburteilen, gar nicht kennen!" Rickerts Stimme Gang heiser. .Ich habe manches gesehen." Rickert dachte an den mondbeglänzten Weg im Walde, als der Wagen mit den beiden Glücklichen an ihm vorübergefahren war. .Ich halte Herwcgh für einen hochbegabten Menschen, dessen geistige Kraft sich nur erschöpft hat, und dessen Nerven nicht mehr dem Gehirn gehorchen können. Ihn zu verurteilen mürbe ein Verbrechen sein!" .Sehr richtig!" bemerkte eine Stimme aus der Zuhörerschaft. Er schlug vor. Herwegh erst einmal einer Nervenanstalt zu überweisen, wo er sich sammeln könne und bann die Angelegenheit seiner Klienten selbst ordnen. .Das kann natürlich nicht von heut auf morgen aeschehen, man muh Geduld mit ihm haben, aber Dafür, datz es geschieht, bürge ich." „Bravo, bravo!" jubelte eine Frauenstimme. .Dann wird es sich Herausstellen, ob er schuldig ist. Ich glaube es jedenfalls nicht!" Als der geschlossene Wagen vor dem Anstaltstore hielt und Herwegh die hohen Mauern erblickte, welch? die frei in der flachen R hei neben« ll.genbe Nervenheilanstalt umschlosien, dachte er Nun, dahinter ist man ja sicher. Sein Zimmer lag im zweiten Stock mit einem freien weiten Blick über Felder und Wiesen, zwischen Denen sich Helle Landstrahen, mit Obst- bäumen besetzt, hinzogen. Ein dunkler Streifen Wald schloy die Ebene nach Dem Rhein hin ab, den man durch die kahlen Buchen herüberschimmern sah. Wenn Die Sonne unterging, lag Der Rhein tpie mit OoLDglan^ übergoss m. und aus dem schilfumstander^n W:iher im Park glaubte er Den weihen Arm einer blonden Nike aus- tauchen zu sehen, mit Seerosen im Haar . . ✓ .Rheingold, Rheingvld." Er Durfte sich frei bewegen und sich nach Bell den beschältigen. Seine erste Frage war, ob er Klavier spielen Dürfe. Es wurde ihm vom 2lrxt gestattet. .Aber sonst werden Sie Ihren Nerven erst einmal völlige Ruhe gönnen müssen," meinte Der. ES war eine Abgeschlossenheit ohne Gesang- niSmaucm, eine Stille, aus Der man nicht Du dj das Rasseln Der Wärter ausgesch-eckt wurde, und seine Fenster waren nicht vergittert. Eine tiefe seelische und körperliche Erschöpfung kam jetzt erst über ihn. Als er zum ersten- mal mit dem Assistenzarzt durch Den grohen Anstaltsgarten ging in b?m sich unter den entlaubten Bäumen einige Gestalten in grauen Kitteln bewegten, kam ihnen die Allee herunter mit raschen Schritten ein kleiner Herr mit wehendem weihen Bart und jugeirdlich glänynben Augen entgegen. Er begrühte Herwegh mit krä»tigern Händeschütteln. .Servus, Wilhelm Kottenhan. glücklicher Besitzer Der Villa Trocadeiw vormals Adelheid Rumpf. Sie gestatten doch, dah ich mich anschliehe," wandte er sich an Den Arzt. (Fortsetzung folgt). & 3 1 Sela« Au» d' d iL-rtzi £itHämTne AN. Ml Liibigstrasre 1( flofienlole Arbeii! nisLbewiuni für u.a. and) für Shit beidiai ssS lönnen eil a.bribirsiakn'Ar ücbtlinae: 1 ?ri und ^eihbinbe rnbmer, 2 2d Sdiubnmdicr, 1 ".bei nuflivÄrf/di Innbiu. Stncdj.e, mit älteren $>i W ^kltxomontti 1 SAimleb, 5 M idjioeit.ev, 2 2 reiienber, 1 (Jl ilrom, 3 Drehe madier. Lkbrlinae: 1 2d 6'3 iiicbeu Arbc druikcr, 1 >(bu der intb Slcilenö »nd Anslünker,1 Wer, Mi uni 1 enuler, Wck Kellner 1 Kmü Mechnniker, 1 He purere «iiiirk 1 ‘miöia dermal teh! 1 Schneider, 3 Tlviihinncher mi 1 ^direlnev bc?, KelcaenbeiiSarb, eniflei)eiiflcnoiini Weiblich, können cir gsa- . **■ 3 Vch Äs W suchen 'Jir[)C 2r'""incn, 2 M "''n für p^ntsi Ill 8r°ii Wit Verse l). Bito« Hier wird', 101161 Litt Brasiliens I I j JSS£* " Die *ßt(W Dem 18. W" lO'.Ubt 2"1 ®id]d)aV ..WjJ* Zlrchendahn de' Wegen 'Bel*1 man sich Nähere Aurkun förjierei ffiießt”- Sieben, den DerOberbürgerm MM Zondcrnus.ch unb SM bm 2Tuf Die 6onöi (arten roeröen in 17 Dezember iw 1 Psund Mizent 3 Mnd 2rvt zu ausgegeben. Die Bäcker ha Marken, zu 100 g ben 20. Dezember mittelamt, Zimme Viehen, den 9. DerOberbürgeme Datum: 6 12. 8.12. 6.12. 8.12. 7850 78,50 7800, Deutsche tBaut 1000, 12000,- ü75o,- 10 m Metall lmnk 22i m- 20800,-20000. tun gen ul . G'Ö), 'litctnflaci. Tsvanffurt. 2100). Schatten. Mittwoch, 20.: Der 34 M) 4375 -4150. Handel. Der! in, 8. für SMCOiT» Verbillige den Haushalt mit Hefe! ^oUycrfoliliitifl Rüttlers werke . cheideanitalt . Dcnlsche Vereinsbank. 1100, Drscmno Cemmanbit . 35 0. 24r0 2350. 7000, 900, 19.: Des Esels Geschlagene. Bochumer Gust Buderus Euro Bergmann Schlickert Siemens & Halske viöieriuevfe .xileyer Daimler Motoren. Heyltgenstaedt. . . JJicniüu....... 2djul)fabvif Her». Sichel 950,- 150,- 1311- 103,- 80,75 403,- 2(50,- 10.0- 11»,— 185- 100,- Vauvobütte . . . . Cbevbcbiirf . . . Pliönir Bergbau. Nheinirnbl 3hcbect Montan TeUuS Bergbau. 78,50 385,- wertvoll au durchdringen. Die farbigen Schilde« rungeir üben auch noch aus den modernen Men« 6800,— (5150, 347,- 2.0. — 950,- 163.- 1.0.- 119,- 113- 3210. - 33 0,- 330J. Die Ergebnisse aller Forschungen auf dem Gebiete der Heilkunde und Gesundheitslehre stimmen darin überein, daß bei reichlicher Verwendung von Hefe im Haushalt die lebensnötige Zuführung von Vitaminen gesichert wird. Diese in der Hefe vor allem enthaltenen Lebensstoffe können auch bei der jetzt üblichen Verwandungswelse, sowohl bei der Zubereitung von Speisen wie bei der Teigbereitung, ungestört ihre Heilwirkung ausüben. Ein großer Teil der Bevölkerung ist durch die Not der Verhältnisse gezwungen, eine sogenannte einseitige Ernährung vorzunehmen, wodurch dem Körper die notwendige Vitamin-Zuführung versagt bleibt. Das Fehlen dieser Ergänzungsstoffe oder Vitamine kann nun durch Verwendung von Hefa ohne große Kosten, sogar unter Verbilligung der Gesamternährung, ausgeglichen werden. Das Mehl als wichtigstes und nächst der Kartoffel billigstes Lebensrnittel wird beim Backen durch Verwendung von Hefe bereits so beeinflußt, daß das hergestellte Gebäck leicht verdaulich, schmackhaft und wohl- bekömmlich wird. Im Haushalt wird das Mehl auch ganz besonders vielfältig verwendet, weil man es dem Körp°r in verschiedenen Formen zugängig machen kann. Wird seitens der Hausfrau bei Zubereitung aller Mehlspeisen Hife verwendet, so erzielt sie damit, nicht nur das Mehl so ausgiebig wie möglich anzuwenden, sondern auch appetitliche und nahrhafte Speisen. Vor allem kommen die Mehlklöße in Betracht. Man braucht nur Klöße ohne Hefe und mit Hefe herzustellen und den Unterschied zu erwägen. Die tägliche Anrichtung eines Hefeteiges trägt auch zur Kostverbillignng bei. Man schlägt in diesen Hefeteig Gemüse, Kraut, Fisch oder Fleisch ein und bäckt ihn leicht an. Dadurch geht der Speise vom eigenen Saft und Geschmack nichts verloren, wie dies beim Kochen In Wasser der Fall sein würde. Suppen, Tunken, Holsenfrüchte und Gemüse werden in I irem Gehalt an wertvollem, leichtverdaulichem Eiweiß verbessert, wenn man der üblichen Einbrenne von Fett und Mehl 5-10 Gramm frische Hefe pro Person zusetzt. Die Hefe wird zu dem zerlassenen Fett gegeben und hell geschwitzt. Vor dem Auftischen läßt man dann die Einbrenne mit der Speise noch etwa 10 Minuten lang aufkochen. Als Ersatz für Sahne zu Braten oder Schmorfleisch kann man gleichfalls frische Hefe verwenden. Alle diese kuchentechnischen Vorteile dürften gerade in der jetzigen Zeit der Hausfrau willkommen sein, weil es jetzt mehr denn je notwendig ist, alle Möglichkeiten zur Ausnutzung des Vorhandenen kennenzulernen. frische Bele irl täglich bei jedem Bäcker erhältlich. — Rezeplbiich lür Koch- Md Backzwecke gratis und franko. Geben Sie m nur Ihre Adresse als Drucksache aut Dcuisch.2uremburg. . 18900,-18E-18.100,-18.70). (Äelfe»kirchenerB''rgw27000,—22>X)i>,—24750,—23000, Harvener Bergbau. . 5 >K);),—570X),—GOOOO,— —, Zialilverk Aschersleben 130».— 9500,— 9803- 8103 Zinlilverk^eueregeln 13S90,—11L0J,— —.— —. eine etwas erweiterte Filmvorführung Erwachsene [bitt. Hesien-Naffau. buhten bis zu 1700 Prozent ein. Don chemischen Werten lagen ebenfalls einige matter. Desgleichen gaben Glektrizitätspapiere teilweise nach, llnicgel- mässig gestaltete sich die Stimmung für Metall-, Maschinen- und Zellstoffwerte Mittelbanken begegneten regerer Nachfrage. Um 1 Uhr nannte man den Dollar 7650. Börsenkurse. Frankfurt a. M. Berlin Schlich- S >.lutz. Sch'ich. Schluß. Kur» Kurs Kur» Kur» Büchertisch. — Die Dartenweher f(e'sischer Heimat» vornan nm M. Herbert. (Verlag von H. P. Dachnn, Köln.) — Der Roman spiegelt klein- städtischr und altväterli'che Devchtilmisse an der Zulda. „Dartenweher" sind die Rachfah.ei der Leute, die einst an den Sandsteinen der Fuldabrücke ihre Darlen wehten, um dckmit den Schnapphähnen und Raubrittern zu Leibe zu ge'hen. Die Erzählung ist packend und enthält besonders in den stimmungsv-ollen Schilderungen der Landschaft viel Schönes. — Ludwig Thoma, Stadel he im er Tagebuch. (Verlag von Albert Langen in Münchrn.) — Dieses Tagebuch, das sich im Aach- lasse Ludwig Thomas Vorland, schrieb der Dichter im Strafvcllslreckuirgsgefängnis Stadelheim bei München, wo er im Oü/re 1936 eine sechswöchige Haft verbühen muhte die ihm wegen Beleidigung von Dertretern der Sittlich^'.tsvereine durch ein erfrischend grobes und witziges Simplicissimus- gedicht zuerkannt worden war. Der Lesergemeinde Ludwig Thomas wird dieses Duch eine willkommene Gabe sein. — Der Hexenkessel, Roman von Karl Postl (Sealsfield). Franz Schneider Verlag, Derlin, Leipzig. — Das wilde Leben Mexikos weih Sealsfield auch in diesem Werke literarisch 47» Zolliittken 703a- 8703,- 62.70,- 57a Guldmerikaner —97000.— — Berliner Haubel-?aes. . 18800.- 17503,-16003, Commerz- n. Privat bk 2700,— 2430.— 2150,- 3)nvin i.u.'JZntionnlban! 21|K).— 2500,- 2100.- Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Dietzen. Sonntag, 10. Dez. (2. Advent). Stabt- kirche. 97.: Pfr. Becker, 11: Kinder!, d. Markusg., 5: Pfr. Mahr(Abendm. d.Matthäusg.).— Iohannes- kirche. 9‘ Zugl. Militärgottesd. Pfr. Ausfeld, (Abendm.d.Miluärg.), 11' ,: Kinderk.d. Iohannesg., 5: Pfr.Bechtolsheimer iAbendm d. Lukasg.).—Reue Aula. Universitätsgottesd. 11'/.: Liz.Delt.—Kirchberg. 10, Daubringen. 1'7-—Mainzlar. 17, LIHr. — Wieseck. 10, 117« Kinderkirche, 7* 2 Uhr. Katholische Gemeinden. Gießen. Samst., 9. Dez. 5u. 8: Beicht. Sonnt. 10. Dez. (2. Adventss.) UnbefL Empf. 6'Deicht. 7: Messe Kom. d. Iungfr. 8: Kom. 9: Hochamt m.Pr. 11: Messe m. Pr. 5',: Christen!, u. And. — Hungen. Sonnt. 8. — Lich. 10 und 7,3 älhr. Dez. Dörsenslimmungs- bild. Die Ankiurdigung der deutschen Borschlage für die Londoner Konferenz hatte eine freundliche Auflassung ter politischen Lage zur Folge Daraufhin erfuhr im Bormitragsverkehr der Kursstand der Devisen eine namhafte Abschwächung. Im Zusammenhang damit gewann auch am Effektenmarkt die Abgabeneigung an Ausdehnung, ohne indessen dringendes Angebot hervorzurufen: auch waren dieDerkaufsordern zum grvhtenTeil hoch limitiert, so dah die Rückgänge nur vereinzelt und nur bei den besonders in die Höhe gesetzten Werten 1000 Prozent überschritten. 'Daneben konnte sich aber für einige Werte aus besonderen Grürlden wie- . 57)00,— 5100,— 6000,— 5000, .11200,-10 GO,—10.00,-10100.- Rachmahb 4600—4800 Mk. (Soweit kein anderes Gewicht genannt, verstehen sich alle Preise pro 50 Kg.) Mainzer Produkten-Dörse. * Mainz, 8. Dez. Bei stetiger aber infolge der etwas flaueren Devisen abwartender Tendenz wurden auf der heutigen Börse folgende Groh- ^indelseinstandspreise per 100 Kilo loco Mainz festgestellt: Wttzea 30 000—72 000, Roggen 27000 bis 28 000, inländischer Hafer 27 000- 30 000, ausländischer Hafer 35 000—.6 000, Braugerste 23 000—26 000, Weizenmehl Spez. 0 51 000 bis 56 000, Roggenmehl 42 000—43 000, W^izentleie 15 000, Roggenkleie 15 000, Kartoffeln 1350 bis 1400, weihe Dohnen 47 000—49 000, Hafers locken 87» Dtscb. NelchSanleche 47» Dergleichen 3’/A Dernleiche» 3"/, Deroleichcn Dlsch.Svar-^ram.-AnL 4"/j Preuiiische KonsotS 4°/., Hessen......... 3'/,7» Lassen 37„ Hessen......... 6000. — 730J,- 6300, 2370).- 2700 - -, -,-20200, -20400,-20400, - 11000.-111 a- SSO),—13S0),— 10700,- 9.M.-11000,- »600,- 185G0,-17701V 2600,- 36 )0, 5100,— 3700, 14080.-13100-142 )-12)00, 20ü00,—2200).—210'X),—20006, -,-1850D,-18500,-170 rt), -,-3:r.OO,-33000,-34000,- 5700,- 53)0,- derum ganz beträchtliche Kurssteigerungen durchsetzen, so z. D. für Buderus 3000 Proz., Harpener 4000 Proz., Attumulatoren 3000 Proz. Euren sehr bedeutenden Gewinn, nämlich um ,15 000 Proz., hatten Derlen--Karlsruher Industrie zu verzeichnen. Sonst überwogen Kursrückgänge von 400 lxs 800 Proz. Auch Dalutapaptere stellten sich der Devtsenabschwächu.ng entsprechend niedriger. Schiffahrtsaktien und Danken konnten meist Z>ie in jüngster Zeit erzielten Besserungen nicht in vollem Umfang behaupten. 3m weiteren Verlauf des Der- rehrs wurde, die Haltung allgemein widerstandsfähiger auf die Erhöhung 'der Devisenkurse. Die Stimmung behielt den Charatter der Unsicherheit. Infolgedessen bewegten sich die Llmsätze in engen Grenzen. Der Dollar schwankte zwischen 7550 und 8000. Frankfurt a. M., 8. Dez. Börsen- stimmungsbild. Dollar 7830, 7703,7650. Der Devisenmarkt zeigte ein ruhiges Aussehen bei schwankenden Preisen. Am Effektenmarkt war die Tendenz geteilt. Die bevorstehende Londoner Konferenz gibt Anlah zur Zurückhaltung. Es lagen Derkaufsordres der Danken vor. und die Spekulation nahm Realisationen vor. Am Montanmarkt überwogen die Abschwächungen. Einzelne Papiere Peter Zimmer, Schwalbacher Strafte 45, ein Strafverfahren wegen Duldens von Glücksspielen anhängig gemacht. Beide hatten in ihren Lokalen Spielhöllen eingerichtet und jugendliche Personen zum Glücksspiel verleitet. — Weiter überraschte die Polizei Spielergrsellschaften in den Wirtschaften von Pan nicke, Moselstrafte-Ecke Taunusstrabe, und von Kolb, Riddastrafte 94. — Schon zwei Tage nach dec Eröffnung wurde in der Fahrgasse ein Weihwarengeschäft ausgeplündert, wob-ri den Dieben, die heute ermittelt wurden, für 1V$ Millionen Mark Wal en in die Hände fielen. Ein Teil des Diebsgutes konnte wieder herbeigeschafft werden. fpd. H ö ch st a. M., 8. Dez. Die Höchster Farbwerke stellten für die Bekämpfung der W i n t e r n o t den Betrag von vier Millionen Mark zur Verfügung. fpd. Frankfurt a. M., 8. D«. Der Ma- gistvar fordert eine neue Erhöhung der Strahenbahntarife, nachdem erst vor einer Woche eine Steigerung in Kraft getreten ist. Rach der naßesten Vorlage soll die b i l l i g st e Fahrt 5 0 Mark kosten. Seit der letzten Preiserhöhung hat ein? wahre Fluch: aus der Strahenbahn eingesetzt. Auf Anzeige der Eltern wurde gegen die Wirte Heinrich Schmitz, Kriegkstrahe 99, und ncr Farbe mit rötlich-violettem Unterdrück auf weiftem Waffelmusterpapier hergestellt worden. Marken zu 30 und 50 Mark in Rollenform befinden sich in Arbeit. Die zu 30 Mark erscheinen in einigen Tagen, die zu 50 in etwa drei Wochen. Kreis Schotten. D. Burkhards, 5. Dez. Bei zahlreicher Deteiligung wurden am Sonntag die beiden neuen Kirche nglocken geweiht. Chvr- gefang der Gesangvereine von Burkhards und Kauls! os sowie der Schuljugend unter Leitung der Lehrer der beiden Gemeinden trugen zur Au schmückurg des Gvttesdicn )es bei D e Wei re- handlung nahm in Verhinderung des Detans der Delanstellvertreter, Hofprediger Widmann von Gedern, vor, wächrend der Or'tsgeistliche die Fest predigt über di« Glockeninsch.lften hielt. Abends vereinte ein Gemeindeabend die Fest- teilnechmer. wobei der Ortsgeistlichr einen Dor- trag hielt über «Alte Durkhardser Kirchenglocken". Die Jugend lieft durch Aufführung eines Glockenwe^hespiels die Geschichte unserer Gemeinde und ilyven Glocken lebendig werden. Die Glocken, die die Firma Rincker in Sinn goft, sind hauptsächlich von ehemaligen Gemeindeglle- dem in Amerika bezahlt worden, die auf Bitten des hiesigen Kirche Vorstandes unter den Dcutsch-Evangclischen der Stadt Wille 3 Barre in Pennsylvanien eine Sammlung vornahmen. Kreis Friedberg. sf. F r ie d be r g, 7. Dez. In der vergangenen Rächt wurde in der Wohnung des Kreisamt-^ mannes Göbel in der Mainzertoranlage ein Einbruchsdiebstahl begangen, bei dem dem Diebe eine reiche Beute von Silber-- u n d S ch m u ck s a ch e n in die Hände fiel. Kleber- Haupt hat die älnsicherheit in unserer Stadt in letzter Zeit sehr stark zugenommen: so wurde am vergangenen Samstag bei einem Lin ter Haltungsabend im Kasino der Gattin eines hiesigen Oberlehrers ein sehr wertvoller Rerzvelz auf rätselhafte Weise entwendet. Auch der Wirt des Kasinos wurde durch Einbruch und Diebstahl einer Anzahl von silbernen Bestecken und Flaschen mit Kognak schwer geschädigt. In dem Modewarengeschäft von M. Scheuer wurde vor einigen Tagen eine der groften Sr i?s-?lschciben durch einen Stein- wurf zerstört und ein Teil der in der Auslage befindlichen Waren gestohlen. In der vergangenen Rächt tix in der Rühe des Warenhauses Geschwister Mayer durch die Kriminalpoll'.ci eine verdächtige Persönlichkeit verhaftet und wurde bei der Bisitation ein in ein Tuch eingewckeltev Stein gefunden, so dah man wohl nicht mit Unrecht in dem Verhafteten auch den Urheber des obigen Diebstahls erblicken kann. Es ist ein aus Westpreuhen zugereister Mmsch namens Ma- j e st k i. — Auf welch fruchtbaren Boden der Aufruf zur Gründung eines ..Vereins ehemaliger Augustinerichüler" gefallen ist, beweisen die aus allen Teilen Deutschlands und des Auslandes eingegangenen Anmeldungen. Obgleich ein bestimmter ‘Beitrag nicht genannt wor- >den ist, sind bereits mehr als 15 000 Mark von außerhalb eingegangen, dabei Spenden bis zu 1000 Mk.: aus Amerika ist sicher eine ganze Reihe von Anmeldungen zu erwarten, die aber wegen der Kürze der Feit noch nicht eingetroffen sein können. Schon in diesem Winter gedenkt: der Verein eine erste Zusammenkunft zu veranstalten, welche durch Vorträge und musikalische Darbietungen ein reiches Programm bieten wird. Der erste grvfte Augustinertag wird im Laufe des nächsten Sommers stattfinden und wird gewih vielen ehemaligen Schülern Veranlassung geben, die «lte Schulstadt wieder einmal zu besuchen und mit lieben Freunden und Kameraden frohe Stunden tzu verleben. t Kreis Wetzlar. Er. Krofdorf, 6. Dez. Die Liga für deutsche Kultur veranstaltete her eine Filmvorführung. Die am Nachmittag in einer Schülervorstellung gezeigten Lehrfilme führten zunächst in das mittelalterliche Städtchen Rothenburg o. d. Tauber, liehen das Wolksleben im Flämig sehen und brachten dann B lder aus der Industrie: Die Porzellanbereitung, die Kohlenzeche, das Hütten-> werk und schl'eftlich den naturkundlichen Film: das Leben im Wassertropfen. Am Abend fand Alla. ElektrizitätS-Ges. 7HC0,- 7200,- 7606,- 677V 3M — 260.- 1020 - 150,- 90,- 99,50 Mi'tolbem. Grcbitbnnt 20.70,— 21 '0.— 1 49,— —, Cefterr. Crediiauitalt. 1325,— 1343,— 1289.— 1250, 7000,— 6'KO,— -, 7' 06840,- 7500,- 7975, 12900,-12000,- -.—18500, 3200.-2'10), 3009.- 3275. 5600,- 4'.Kl vamburn ^üner. Paket 7200,— 7950, — 8070,— 7500, Norddeutscher Vloub . . 4)00.— 4200,— 41/0,— — steinentwerkHeidelberg 7205,— 6800,— —,— —, Philivv Holzmann . . 70.K),— 4500.— —,— — 9lnfl(o-3ont-(Mimno. . .23000,-221 -00,-19800,-22500. Badische Anilin .... 13500.-12750,-13900,-11000, G. ldschmidt. ..... 95 <>,— 751",— 8700.- 8000, Grie->hei^ er Electron 11' 00,—10900»,—11000^—10750, Höchüer Aarbivcrfe . 115 0,—IHM»,—11450,—10500, Sprelplan der frankfurter Ttzeater. Opernhaus. Sonntag. 10. Dez.: Dcr Troubadour. Montag, II.: Doris Godunow. Dienstag, 12.: Die Frau ohne Schatten. Mittwoch, 13.: Amelia oder Ein Maskenball. Donnerstag, 14.: Fidelio. Freitag, 13.: Tannhäuser. Samstag, 16.: Rachm. 3: Tuttifäntchen. Aoends 7: Die Fledermaus. Sonntag. 17.: Rachm. 3: Lindine. Abends V/a; Tosca. Montag, 18.: Tannhauser. Dienstag, 19.: ‘Boccaccio. Mittwoch, 20.: Rachm.3: Tuttifäntchen. Abends 7: Tiefl^md. — Schauspielhaus. Sonntag, 10. Dez.: Rachm. 4: Märchen nachmittag für Kinder. Abends 7i _.: Der Geschlagene. Montag, 11.: Emilia Galotti. Dienstag, 12.: Des Esels Schatten. ■ Mittwoch, 13.: ^iachm. 4: Marchennachmittag für Kinder. Abends 7'/_>: Das Postamt. Hieraus: Der Engländer. Donnerstag, 14.: Hannibal- Freitag, 15.: Des Esels Schatten. Samstag, 16 : Rachm. 4: Märchennachmitxig für Kinder. A.^nds 71/,: Der Geschlagene. (Sonntag, 17.: Rachm. 4: Märchen- nachmittag für Kinder. Abends 71/»: Mohrenwäsche. Mon.ag, 18.: Emilia Galotti. Dienstag, scheu ihren alten Reiz aus. — W i r Zugvögel, Roman von Herbert Eulenberg. (Verlag H. Eilgelhoms Rachf. in Stuttgart.) — Gleich einem Vampir huscht cm junges Mädchen durch diese Lebensgeschichte zweier Brüder. Rings um sie wachen die andern Wesen dieses gestaltenreichm Romans, denen sie allen etwas von ihrem Schatten milzuteilen sch'int. Eulenberg kleitet seine Erzählung von seltsamen Menschen auch hier in einen stilistischen Rahmen, der seinem guten Ruf Ehre macht. — D i e Wunderdoktvrin, Roman von Lisa Wenger. (Verlag von Grethlein, Leipzig.) — Die Wunderdoktorm ist eine reiche und kraftvolle Frauenaestalt, voll Liebe und Entsagung: das Buch wird besonders bei Frauen Anllang finden. — Hans Watzlik: »Fuxloh" oder .Die Taten und Anschläge des Kaspar Dullhaubel". (Verlag L. Staackinann.Leipzig.) — Dieser Schelmenroman wird sich mit seinem köstlichen Humor viele Freunde erwerben. — Der Kopf im Fenster. Erzählungen und Gerichte von Wilhelm v. Scholz. (Recläm- Ausgabe, Leipzig.) — Schein. Von Kurt Vollmoeller. Verlag der H. G. Cottaschen Buchhandlung Rachfolger in Stuttgart und Derlin. — Aus dem Schöbe der Romantik ist dieses Werk geboren. D)irch gespenstige Bilder innerer Zerrissenheit leuchten die zartesten Farben heimallicher Landschaft. — Zwischen Krebs und Steinbock. Tropische Tiergeschichten von Käthe Ols- Hausen-Schönberger. Leipzig, Verlag von Ernst Keil's Rachfolger (August Scherl) G.m.b.H. — Der Reiz dieser Tiergeschichten besteht nicht darin, daft sie von Hunden und Katzen erzählt. Die ^Haustiere", von denen sie spricht und die vielfach erst durch sie zu Haustieren gemacht worden sind, offenbaren sich meist als Geschöpfe un= Gewöhnlicher Art. So ist ein Buch entstanden, östlich in seiner Frische und üninittettxirfeit, alt und jung belehrend und erfreuend und selbst dem Manne der Wissenschaft ein Beobachtungsmaterial erschließend, baä sein höchstes Interesse finden muh. — Die Glückskatze und andere Märcher von Anna Wahlenberg. Buchschmuck von Hans Looschau (Franz Schneider, Verlag, Berlin, Leipzig). — Die schwedischen Märchm, in solider Liebersetzung von Pauline Klaioer'Gottschau. sind zwar nicht so kunstvoll wie die eines Andersen, aber sie atmen natürliche Frische, gemütlichen Aumor und find der Jugend eine köstliche Unter- Haltungslektüre. Als Weihnachtsgeschenk brlnnt die Mulcuto« Rasiermesseriabrik, Solinnen. ihren Nasieravvarnt nut immeriuäljrenberSHinneinber heuttoeiiyiununer der Heilung zur Empfehlung. 5978c Zellnoff Waldhos ... 95 H),-90 M).—8600,— 10200,- Zuckeriabr. krankem ball 1009,—V4v),— —,— —,— Zuckerfabrik Wag mulel 10000,-9703.— ——,— * Märkte. DerNner Produktemnarkt. Berlin, 8. Dez. Unter dem Einflaft der anfänglichrn Schwache am Devisenmarkt entwickelte sich am Produktenmarkt eine ziemlich matte Haltung, da die Käufer äufterst vorsichtig operierten, die hohen Preisforderungen der Provinz verhinderten aber einen starken Preisrückgang. Don Roggen wurden noch einige Posten in Deckung auf vorjährige Abgabe an die ReichZgetreide- stelle verlangt. Gerste lag besonders in schlesischer Abladung matt. Für Hafer fehlte es an Kauflust gegenüber dem ziemlich reichlichen Angebot. Ma^s war gedrückt. Das MLtzlgeschäst war lustlos. Futtermittel stellten sich b.Lijer. Weizen, mär- kischen 15 300—15 600 Mk. (behauptet), pommer-- sch^n 13 500—13 600 Mk., Roggen, märkische.) 13 500—13 600 Mk. (behauptet), pommerschen 13 400—13 500 Mk. (behauptet), Sommergerste 12 600—13 200 Mk., Wintergerste 12 000--12 500 Mai-?, Hafer, märkischen 13 200—13 400 Mk., Pommer scheu 13 000 Mk. (ruhig), Mais, La Plata 12 200—12 300 Mk. (ruhig), Weizenmehl (100 Kg) 41 000—46 000 Mk., Roggenmehl (100 Kg.) 36 000 bis 39 000 Mk. (ruhig), Weizenkleie 7800—8000 Mart, Roggenkleie 8000 Mk. (schwächer), Raps 24 000—25 000 Mk. (schwacher), Leinsaat 28 000 bis 31000 Mk. (still), Biktoriaerbsen 28 000 bis 29 000 Mk., kleine Erbsen 24 000—25 500 Mk., Pelusch'en 16 500—17 500 Mk., Ackerbvhnen 16 000 bis 17 000 Mk., Lupinen, blau 17 COO—18 000 Mk., gelb 21000-23 000 Mk.» Seradella, alt 33 500 bis 39 500 Mk., Rapskuchen 9000—9300 Mk., Trockensch.nheln 6100—6300 Mk. Rauhfutter: Weizen- uroi> Roggenstroh, drahtgeb 6100—6400 Mk., Haferstroh, drahtgepreftt 6100—6400 Mk, Stroh, strohseilgebündelt 5500—6000 Mk., Wiesenheu, gut, gesund und trocken, Vvrmahd 4900—5200 Mk., Hefeverband, Berlin SW 11 ck 1010U l behördliche Anzeigen Znm Besten der GieOener Studeitenhille! I-ichtenftämme Kiefernstämme Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Tberstadt, den 9. Dezember 1922 Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Vortrag von 1056ÖV Diesten, 10. Dezember 1922 D 10667B nicht mehr gewähren. Ihre Vermählung geben bekannt findet 10638V Diesten, im Dezember 1922 Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Dießen, den 9. Dezember 1922 ML Vermählte Diesten Herborn i Diesten, Dezember 1922 Palasl-Mspiele mhbrinnen. 011161 toriatilspiele Morgen letzter Tag 1. Seepiraten < 10 bis 14 11 br Unit. 10633 B Bahnhofstraße 34. ,MR.c 10670D säge getauscht werden. DoUsbad. Äcln Laden. - tp Anden Sonntagen vor Weih nachten v. 11—6Llhr geöffnet. Auguste Weckmann Willi Dender = 183,44 = 267,44 = 282,41 = 2,49 = 1,08 — 3,06 — 0,64 -= 171,13 = 11,06 — 0,16 Diesten, den 4. Dezember 1922. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Krenzien. Gießener Hochschulgesellschaft Samstag, 9. Dezember, 8'1, Uhr abends, im großen Hörsaal des Vorlesungsgebäudes Karl Seelbach Emma Seelbach geb. Pfaff Mittwoch, den 13. Dezember 1922, abends 8 Uhr in der Neuen Aula der Universität G®*e!iöig der Bausletf-Ein- und Verkaufsperossenschalt der Maurermeister des Landkreises Gießen Im Botel Boolelö (an der Bahn) Kott, wozu alle Mitglieder eingeladen werden. Tagesordnung: _______Abrechnung. Verschiedenes. Eduard Schmidt und Frau Käthe geb. Schmitt Fritz Wahne! Marie Wahnel geb. Dechert Otto Grümer Emmy Grümer geb. Weeg 100000 Mark Prämie! Mue Mnvlig in mieten MWWlnusengeMl. Schrift!. Angebote unter 011159 an den Gießener Anzeiger. rindet und an die Äbsuhrwege gerückt. Loseoerzeichnis und Versteigerungsbe- dingungen können gegen Einiendung von 20 Mark von hier bezogen werden. Die Versteigerung findet am Montag, dem 18. Dezember d. I., vormittags 10', Uhr beginnend, in der hiesigen Gast, wirtschaft ..Ltedtgshöhe" (ifnöpunht der Straßenbahn der roten Linie) statt. Wegen Besichtigung des Holzes wende man sich an die obengenannten Förster. Nähere Auskunft erteilt auch die Oberförsterei Diesten. 1066813 Dießen, den 8. Dezember 1922. Der Oberbürgermeister 3. V : vr.Nosenbei g. Bekanntmachung. Aus den Waldungen der Stadt Dreßen and zwar aus den Iorstwarleien Gießen I (Förster Brück, Rodge») „ II ( „ Arft,ForsthausHochwart) Bekanntmachung. Die Wohnungszuweisungskommission hält zukünftig an jedem Freitag - er ft: mal» am 15. Dezember 1922 - nachmit» tags von 4-6 Uhr im Städt. Wohnungsamt, Asterweg 25, Sprechstunden ab. Den Wohnungssuchenden ist dadurch Gelegen, heit gegeben, die für ihren Antrag auf Wohnungszuweisung maßgebenden Gründe persönlich bei der Wohnungszuweisungs- Kommission vorzubringen. Die Mitglieder der genannten Kommission und die Für» sorgeschwestern des Wohlfahrtsamtes werden Sprechstunden in ihren Wohnungen 111. IV. Va Vb III. IV. V. V. Professor Dr. A. M esser: Oswald Spengler als Philosoph. =—l Gäste sind willkommen. ---- Montag. 11.0. Hits., nääjinittögö 3 W. letzte und Interessanteste Episode t 2. Im Hafen Schwed. Fischerdrama. 5 Akte. Ab Montag: Der große Abenteuer-Monumental-Film! NkNur2Tage Montag und Dienstag EM W oetwm 5$ Für 1 Kilo 3000 M. Für 100 Gr. 300 M. 011157 Mm s. MW, Mime 5. Holzsnbmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Annerod soll folgendes Holz auf dem Submissionsweg verkauft werden: Aus Abt. 1 u. 3, Los 1: 3 Fichtenstämme 3. Kl. — 4,15 Fstm. „ . 1, Los 2: 1 Fichtenstamm 3. Kl. = 0,80 Fstm. _ , 1, Los 3: 10 Fichtenstämme 4. Kl. = 9,77 Fstm. , , 3, 10 u. 17, Los 4: 10 Fichten- stämme 4. Kl. — 9,67 Fstm. „ 1, Los 5: 28 Fichtenstämme 5 a. Kl. = 18,37 Fstm. _ _ 2. u. 3, Los 6: 24 Fichtenstämme 5 a. ÄI. = 15,58 Fstm. , 9,10,15, Los 7:15 Fichtenstämme 5 a. Kl. = 10,82 Fstm. . , 17,18,21,23, Los 8: 14 Fichten- stämme 5a. Kl. — 5,76 Fstm. _ „ 1, Los 9: 91 Fichtenstämme 5 b. Kl. = 30,22 Fstm. e „ 2u.3, Los 10: 74 Fichtenstämme 5 b. Kl. — 20,83 Fstm. . „ 9, 10 u. 15, Los 11: 25 Fichten- stämme 5 b. Kl. — 9,53 Fstm _ „ 18, Los 12: 59 Fichtenstämme 5 b. Kl. — 10,96 Fstm. . , 17,21 u. 23, Los 13: 36 Fichten- stämme 5 b. Kl. — 6,87 Fstm. . , 1,2,10,15,18,21 u. 23, Los 14: 127 Fichten-Derbstangen 1. Kl. = 12,78 Fstm. , . 3,18,21 u. 23, Los 15: 82 Fichten- Derbstangen 2 Kl. — 4,70 Fstm. , , 18 u. 23, Los 16: 85 Fichten- Reisstangen — 2,59 Fstm. Das Holz ist mit Rinde gewesten. Der Kaufpreis ist pro Festmeter anzugeben. Die Gebote sind nach Losen und Klasten getrennt zu halten, da keine Zusammenrechnung staltsindet. Etwaige spätere Einwendungen wegen der Vermessung sowie der Güte des Holzes werden nicht berücksichtigt, vorherige Besichtigung wird empfohlen. Die Kaufbedingungen werden vor der Eröffnung bekanntgegeben, auch können dieselben vorher auf unterzeichneter Bürgermeisterei eingesehen werden. Die Offerten sind verschlosten mit paffender Aufschrift bis zum 15. Dezember 1922, mittags, auf unterzeichneter Bürgermeisterei einzurcichen, wo in Gegenwart erschienener Bieter die Eröffnung stattsindet. 10683D Annerod, den 9. Dezember 1922. Hessische Bürgermeisterei Annerod. Horn. Vs wimr lös unö Wllll-GegknslSM, Wen, MMll-zeWM, AMM- RifWeW.306nen.We smWskenMgreuWs? Bei Georg Koch MriaMml uns ßöelmelanüenoettnng Mühlstrahe 2 Mit Oer BaljaDoffttaBe. ©egt. 1894. Reelle farbmänuiicbe Bcdienuna. Unbekannte Personen wollen Legitimation Fichtereirstangen Sämtliches Holz ist aufgearbeitet, ent» Eichenstamm Fichtenberbstangen ^1. Nur noch heute n. morgen der große Sittenfilm: | Von der Großstadt t verschlungen > Die Bettler Prinzessin mit Esther Carena Sowie das erstklassige Großstadt-Program m! 10663C „ III ( „ Geisel, Gießen) soll nachoerzeichneles Bauholz in Losen öffentlich meistbietend versteigert werden: II. Klaffe- 3,81 Fstm. 71,43 . Ausführende: Frau Hanna Mara-Petersen, Gießen (Sopran) - die Herren cand. med. Paul Walter Andreae, Bad Kreuznach (Violine); cand. ehern. Fritz Schliephake, Gießen (Cello); cand. math. Eberhard Delp, Darmstadt (Klavier). Arien und Lieder von R. Wagner, Fr. Schubert, H. Wolf; Trios von Q G. Reißiger und F. Mendelssohn-Bartholdy. Karten zu 100, 75, 50 M. bei Challier, für Studenten gegen Ausweis zu 30 M. bei Herrn Ritter. Ernst Rompf, Dillenburg. Frauenhaare! zahle für daS Kilo g: 2100 Mark Ä Sonntag geöffnet. 011166 Georg Ml, Mlik, stellslaül ZZ. Drucksachen allerArt Uefrr» fn jeder gewünschten Ausstattung stilrein und prdswert die Brili Peche Unlx.-Drackerel, R. Lauge. 9. Jan Beginn neuer garst in allen Handelsfächern. Auskunft und Anmeldung bei der Hansa- 1W75c Schule J. Kunzelman n Selters weg 73 Telephon 821 oder Vogtschen Handelsschule Goethestraße 32, Telephon 2064. Prospekt frei. Ab Slontacr bi* ©1 nechlleßL Mittwoch Wildnis Raubtiergroßfilm in 6 Akten der John - Hagenbeck - Film - A.-G. Die weltberühmten Schauspielerinnen Miß Vivian Glbson, Miß Dorinca Shirley spielen in diesem einzig dastehenden Film die Hauptrollen. Ein Film der Sensationen! = Ein Film der schönen Frauen! Ueber diesen erst kürzlich In Berlin zurUraufführunggelang- ten Film sind srtmtliche Fach- zeitung- n voll begeisterter Anerkennung. Außerdem d. äußerst spannende Film In 5 Akten: Verratauf Schloß Treuenfels 011171 Bedeutend verstärkt. Orchester, | Für die uns anläßlich unserer Vermählung : erwiesene Aufmerksamkeit danken wir herzlich Willy Tränkner und Frau Marie geb. Venderoth Stationärer stehender Benzol* 6-8 P.S. zu kaufen gesucht. Event kann solcher fahrbarer Motor mit Kreis- Ptchilicriiiils Montag, den 11. b. M., Punkt! 2 Ahr nachm.» versteigere ich im (Saft Leib, Walltorftratze: 4 t. u. 8 Viereck. Tische, 20 Stühle, 2 Eis- u. 3 and. Schränke, 2 Gasherde, 1 Schaukel- Badewanne, 1 eis. Kleiderständer, 1 Pfaff-Schneider- u. ISinger-Aah- maschine u. 1 dto. Oberteil, 2 Regulatoren. IBlumen- tisch, 1 la Lru- meau, 1 Flügel, 1 Liegesessel, eine Schweizer Spieldose, 1 Grammophon m. Platten, 2led.Handtaschen, 1 Gasofen mit schw. Marmorplatte , 1 Fernrohr, 1 gußeisern, emaill. 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