Nr. 264 Erscheint täglich, anher Sonn, und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GiehenerFamilienblätter Monatlich« vezuo? preise: Mk. 185 - u. Mk. 15.- Träger lohn,durch dieDost MK.200. - .auchbeiNicht. erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.— Fernsprech« Anschlüsse: für die Schrift- leilung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Sietzen. poftscheätonlo: Frankfurt a. M. 11686. 112. Zahrgang Donnerstag, 9. November 1922 GietzenerAMiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vnihl'fche Unlverfitäts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen o.27 mm Breite örtlich 600 Pf., auswärts 800 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mra Dreite2800Pf. Bei Platz- Vorschrift 20^gAufjchlag Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Das Gutachten der Finanzsachverständigen. Das rote Sachsen. DuS Dresden wird uns geschrieben: DaS Ergebnis der Wahlen im Freistaat Lachsen, die mit Leidenschaft und Erbitterung, stellenweise in recht häßlichen Formen cms- gelämpft wurden, liegt nun klar zutage. Der Streit ging um die Vorherrschaft der sozialistischen Parteien, und diese Vorherrschaft ist nicht gestürzt worden. 3m Gegenteil, die sozialistische Mehrheit der Wählerstimmen hat zugenommen, nach den endgültigen Ziffern noch mehr, als man zuerst dachte. Die vereinigten Sozialdemokraten sind mit einem Zuwachs von rund 200 000 Stimmen auf über eine Million gekommen. Die Kommunisten haben 90 000 Stimmen mehr als das letztemal. Demokraten und Zentrum haben zwar auch einen Zuwachs zu verzeichnen, aber lange nicht in dem Mähe wie die Sozialisten. Verloren haben die Deutschnationalen rund 56 000, die Deutsche Volkspartei rund 90 000 Stimmen. Die Beteiligung der Wahlberechtigten ist gegenüber den früheren Wahlen um 10 Prozent gestiegen. Die berüchtigte Partei der Nichtwähler betrug das letztemal 35 Prozent, dieses Mal 25 Proz. Aber diese 25 Prozent gehören wohl so gut wie alle den bürgerlichen Parteien an. Denn die Sozialdemokraten und erst recht die Kommunisten haben ihren letzten Parieirekruten in die Schlachtlinie eingestellt. Der sozialdemokratische Schlepperdienst arbeitete mit bekannter Meisterschaft. Die bürgerliche Welt muhte beschämt vor der politischen Betriebsamkeit des Proletariats üastehen und sie hat es sich ganz allein selbst zuzuschreiben, wenn die bisherige Mehrheit des Landtages bleibt und das „rote Sachsen" weiter von den sozialistischen RegierungSmän- nern gelenkt wird, die man stürzen wollte. Schuld daran ist einmal die politische Lauheit weiter bürgerlicher Kreise, die am Sonntag lieber zu Hause bleiben oder Ausflüge machen, statt vor der Wahlurne anzustehen, sondern dann aber auch rächte sich der Mangel einer geschlossenen bürgerlichen Front gegen den Sozialismus, den man doch gerade bei diesen Wahlen gemeinsam Niederkämpfen wollte. Warum hat das Zentrum eine eigene Liste aufgestellt? Es brachte, begreiflich im prv- testanttschen Sachsen, nur 21 307 Stimmen auf und verlor, da die Mindestwahlziffer höher ist, den einzigen Abgeordneten, den es hatte. Ebenso traurig erging es den Deutschsozialen und der Wirtschaftspartei. Wären mit deren Stimmen und den Reststimmen die größeren bürgerlichen Parteien gestützt worden, so hatte der Sozialismus die ihm zugedachte Schlappe erlitten. Das Kräfteverhältnis im sächsischen Landtag wird nun folgendes sein: Sozialdemokraten 41 (bisher 40), Kommunisten 10 (bisher 9), Deutschnationale 19 (bisher 20), Dollspartei 18 wie bisher, Demokraten 8, ebenfalls gleichgeblieben. 3n den zwei, mit dem Zentrumsverlust drei Mandaten, die dem bürgerlichen Lager entgehen, liegt natürlich nicht der Miherfolg, sondern darin, dah alles beim alten bleibt, dah Landtagsmchrheit und Regierung in Sachsen nun erst recht ein, bürgerfeindliche und im Grunde undemokratische Politik treiben werden. Die Sozialdemokraten, die bisher aus Furcht vor einem Regierungswechsel gewisse Konzessionen an die bürgerliche Politik machten, fühlen sich jetzt fest im Sattel und werden in der Verwaltung und Rechtspflege ganz nach ihrem System verfahren. Die religionsfeindliche Schulpolitik des Ministers Fleihner. die bereits so etwas wie einen neuen Kulturkampf entfacht hat, wird sich verschärfen. Die Gemeindeordnung, die infolge der Landtagsauflösung zurück- gestellt wurde, wird Gesetz werden und sehr bald olle Gemeinden unter sozialistische Parteiherrschaft bringen. Die Kommunisten, noch im Wahlkampf heftige Gegner der Sozialdemokraten. werden Beteiligung an der Regierung verlangen, und selbst wenn sie diese nicht erreichen, doch einen stärkeren Einfluß auf die Politik der Ministerien üben. Wird das rote Sachsen nicht auch auf das übrige Deutschland abfärben? Wirtschaftsminister Fellisch. der im Hauptamt Agitator in Chemnitz und erbitterter Klassen- kämvfer ist, spielt ganz offen mit dem Gedanken, die sächsische Sozialdemokratte zum Vorttupp eines revolutionären Feldzuges in ganz Deutschland zu machen. Er ist in Sachsen der Vater der sozialistischen Einigung und er arbeitet jetzt daran, auch die Kommunisten für eine gemeinsame Bewegung zu gewinnen. Wenn die „Sozialisttsche Korrespondenz" auch schreibt, ein Paktieren der Vereinigten Sozialdemokratie mit den Kommunisten zum Zwecke der Regierungsbildung käme nicht in Frage, so wird man gerade bei dem sächsischen Sozialismus vor Aeberraschungen nicht sicher sein können. D^ bürgerlichen Parteien in ganz Deutschland haben allen Grund, sich die mißglückten Wahlen in Sachsen zur Lehre dienen zu lassen. Berlin, 8. Rov. (Wolff.) Die internationalen Finanzsachverständigen haben ein Gutachten erstattet, das der Reichs- regierung übermittelt wurde. Das erste von Brand, Cassel, Ienls und Keynes unterzeichnete Gutachten enthält folgende Ausführungen: Die Gutachter sind vollkommen überzeugt von der dringenden Rotwendigkeit, die Mark unverzüglich zu stabili- fieren. Unter der Voraussetzung gewisser Zugeständnisse seitens der Gläubiger ist eine Stabilisierung möglich. 3n erster Linie muß sie aber von Deutschlands eigenen Bemühungen ausgehen. Es ist hoffnungslos, augenblicklich eine Stabilisierung vor fremder Hilfe zü erhoffen, da Deutschland als wichtigste Grundlage eine eigene aufbauende Politik haben muh. Auf die Frage, ob eine Stabilisierung unter Yen gegenwärtigen Umständen möglich sei, wird mit Rein geantwortet und zwar erstens aus inneren Gründen, vornehmlich wegen der Finanzpolitik des Deutschen Reiches in der Kriegs- und Rachkriegszelt, und zweitens aus äußeren Gründen, ins- beivndere wegen der La st en aus dem Versailler Vertrag. Solange nicht Deutschland für einige Zeit von der Zahlungen aus dem Versailler Vertrag entlastet werde, würde jeder Versuch zur Stabilisierung der Mark scheitern und nur zu einer nuhlosenVergeu- dung der letzten Reserven Deutschlands führen. Die Länge des Zeitraumes füt die Einstellung der Zahlungen wird von der Möglichkeit abhängen, im deutschen Haushalt einen Ueberschuß zu erzielen. Die Zahlungen könnten erst wieder ausgenommen werden, wenn sie aus einem wirklichen lieb erschuf) stammen und nicht aus neuer Inflation. Die Gutachter glauben, dah der Zeitraum gegenwärtig auf mindestens zwei Jahre festgesetzt werden müßte. Der Zahlungsaufschub muh die Sachleistungen ebenso wie die Barzahlungen umfassen. Jeder StabilisierunLsplan wäre solange nur vorläufig, wenn nicht eine endgültige, und zwar baldige und durchführbare Regelung des Repara- tionsprvblems gefunden wird. Eine endgültige Regelung des Reparationsproblems wäre sobald wie möglich M treffen. Die Unterstützung durch ein internationales Konsortium würde von der größten Wirkung auf die Stimmung des Publikums sein. Vor einer endgültigen Regelung des Reparationsproblems auf einer vernünftigen Grundlage könnten ausländische Kredite nur in bescheidenem Umfange und nur als Unterstützung eigener Mahnahmen Deutschlands erhalten werden. Der Erfolg der Stabilisierung hängt vom Gleichgewicht des Staatshaushalts ab. Aeußerste Sparsamkeit ünd äußerste Strenge in der Eintreibung von Steuern sind von entscheidender Bedeutung. Die Beschaffung des Kapitals für öffentliche Arbeiten darf nicht aus den laufenden Einnahmen erfolgen, sondern muh durch innere fundierte Anleihen gedeckt werden. Auf der Debetseite seiner Zahlungsbilanz hätte Deutschland das Defizit der Handelsbilanz, seine Zahlungen aus dem Versailler Vertrag und die Kapitalsflucht auszugleichen. Dafür standen nur beschränkte unsichtbare Ausfuhi-en, Auslandskredite und Auslandskäufe von Mark- und Marlwerten zu Gebote. Irgendwie haben diese beiden Seiten der Zahlungsbilanz auch während des laufenden Jahres ausgeglichen sein müssen. Wäre die Handelsbilanz wirklich in dem Mähe passiv wie angenommen wird, so hätte der Auftauf von Markwerten durch Ausländer eine Höhe erreichen müssen, die jede Möglichkeit übersteigt. Daraus ist zu folgern, dah der passive Saldo der gegenwärtigen deutschen Handelsbilanz nicht so groß fein kann, und dah im Falle die Zahlungsbilanz von den Zahlungen aus dem Derttag von Versailles und den Kohleneinfuhren zum Ersatz der Lieferungen von Aeparationskohle befreit wird, ein Ausgleich der Zahlungsbilanz möglich sein muh. So halten die Gutachter denn den Z u st a n d der Handelsbilanz nicht für ein entschiedenes Hindernis der Stabilisierung. Zur Wiederherstellung der deutschen Handelsbilanz wäre die Wiederherstellung der Gleichberechtigung für Deutschland im internationalen Handel in bezug auf das Rechts Zölle von der LuxuSeinfuhr zu erheben und für die Ausfuhr die Meistbegünstigung zu fordern, notig. Die Stabilisierung wäre zu einem niedrigen Wert der Mark zu versuchen wobei dieser Wert jedoch erheblich höher fein kann als der augenblicklichL. Der augenblickliche dürfte ein Kurs von 3 0 00 b i s 3 5 0 0 für den Dollar a l s Grundlage einer Stabilisierung richttg fein. Bei einem derartigen Kurs wird aber e'ne erhebliche S ei- gerur.g des Rotenumlaufs nach und nach in dem Mähe nötig sein, in dem das Geschäftsleben des Landes zu normalen Verhältnissen zurückkehrt. Der endgültige Konoersionsfuh wäre später fest- zustellen. Rach vollkommener Durchführung der Stabilisierung nruh eine neue Werteinheit in Höhe eines Vielfachen der stabilisierten Papiermark im Interesse einer Berke rserleichterung cin- geführt werden. Als Richtlinien für die Stabilisierung der Mark führen die Gutachter folgendes aus: Gegen die Zustimmung zum Aufschub aller Zahlungei, aus dem Versailler Vertrag für die Dauer von zwei Jahren sollte die deutsche Regierung der Reparationskommission folgende Garantien geben: a) In Berlin ist als besonderer Teil innerhalb der Organisation der Reichsbank eine unabhängige Währungsstelle zu schaffen der die Reichsbank einen angemessenen Teil ihrer Gold- i reserven zur Verfügung zu stellen hatte, b) Solange ein Teil dieses Geldes noch frei ist. hat die Währungsstelle Papiermark bei Angebot zu einem festzusetzenden Kurse zu kaufen, c) Der Gesamtbetrag der schwebeirden Schuld darf nicht über eine bestimmte Ziffer hinaus anwachsen. An diesen Grundsätzen darf ohne Genehmigung der Reparationskommission nichts geändert werden. Rach Genehmigung vorstehender Vorschläge durch die Reparationskommission wäre ein internationales Finanzkonsortium zur Mitarbeit bei der finanziellen Stützungsaktion einzuladen. Weitere Vorschläge betreffen die Schaffung einer Devisenreserve und die Deseittgung aller De° visenverordnungen. Ferner heißt es, der Reichs- bankdiskontsah müßte hinreichend hrnaufgeseht und teueres Geld solange aufrecht erhalten werden, bis die Stabilisierung völlig gesichert sei. Dagegen mühten Handelswechsel weitherzig diskontiert und Loinbardvorschüsse gegen übliche Sicherheiten für den legitimen Bedarf des Handels eingeräumt werden. Zur Heranziehung der ungenützten Devisen des deutschen Privatpublikums soll die Währungsstelle Goldschahwechsel mit ein- bis zweijähriger Laufzeit ausgeben, die Devisen per Kassa laufen und auf einen bestimmten Termin wieder verkaufen bei einem angemessenen Margin für die einzelnen Termine. Da eine weitere Rotenzirkulation für den geschäftlichen Bedarf des Landes erforderlich ist, sobald es zu normalen Bedingungen zurückkehrt, wä>:en Roten soweit wie möglich auszugeben durch Diskontierung von Handelswechseln, Gewährung von Lombardkrediten an den Handel durch die Reichsbank, durch den Verkauf von Mark durch die Währungsstelle gegen Devisen und daneben in möglichst geringem Umfange gegen weitere Schatzanweifungen zur Deckung des Defizits im Staatshaushalt in der älebergangszeit.' Berlin. 8. Rov. Rach dem „Lokalanzeiger" ist heute auch das zweite Gutachten der ausländischen Finanzsachverständigen bei der Reichsregierung eingegangen. Am Vormittag trat das Reichskabinett zusammen, um sich mit der Vorbereitung der Antwort an die Reparations- kommission zu befassen. Eine zweite Sitzung des Kabinetts soll heute nachmittag abgehalten werden. Die Ueberreichung der deutschen An t w v r t - it d t e bürtie nach bet „Germania" morgen erfolgen. Auch die weiteren Besprechungen mit den Parteiführern dürften bis dahin aufgefchoben werden. Die neuen deutschen Vorschläge. Berlin, 9. Rov. Das Reichskabinett hat, den Blättern zufolge, gestern nachmittag die neue Rvtean die Repa rationslom Mission mit den von der Kommission erbetenen präzisen Vorschlägen fertiggestellt. Die 'Rote wurde noch gestern abend überreicht. Der Inhalt der neuen deutschen Vorschläge ist, wie die Blätter schreiben, wesentlich beeinflußt durch die Gutachten der internationalen Finanzsachverständigen. Außer den bereits veröffentlichten Gutachten sind laut „Voss. Ztg." gestern noch vier weitere Gutachten der Reichsregierung übermittelt worden, die von den anderen Sachverständigen und den ^ur Aeußerung aufgeforderten Bankiers herrühren. .Unter der Voraussetzung. daß die Grundausfassung der Finanzsachverständigen bei der Reparationskommisfion Anerkennung finbet, verpflichtet sich, nach der Mitteilung einer sozialdemokratische Korrespondenz, die Reichsregierung in der neuen Rote zu durchgreifenden Maßnahmen zur Verringerung der schwebenden Schuld und zum Ausgleich des Budgets. Die Mitwirkung der Reichsbank an einem zur Stützung der Mark gebildeten in ter- nationaeln Konsortium werde in Aussicht gestellt. Die Reparationskommission wird sich heute vormittag mit der deutschen Antwort beschäftigen. Am Rachmittag wirb eine gemeinsame Sitzungder Vertreter der deutschen Regierung und der Mitglieder der Reparationskommission stattfinden. Wie die Blätter schreiben, werden Entscheidungen der Kommission, wie vorgesehen war, in Berlin nicht fallen. Die Kommission wird am Freitag ihre Rückreise nach Paris antreten. von wo sie die deutsche Rote beantworten wird. Heute vormittag werden die Parteiführer vom Reichskanzler über den Inhalt der^eutschen Rote unterrichtet werden. In dieser Sitzung der Parteiführer soll, laut „Vorwärts", auch über die Einberufung des Reichstages Beschluß gefaßt werden. Loucheur über die Stabilisierung der Mark. Paris, 8. Rov. (Wolff.) Rach dem Loucheur nahestehenden „Petit Journal" hat sich Loucheur in dec gestrigen Kämmersihung über die Stabilisierung derMark folgendermaßen ausgesprochen. Drei Möglichkeiten bestehen nach seiner Ansicht, um eine Währung zu stabilisieren: 1. ihr eine Goldgarantie zu sichern, 2. das Budget auszugleichen und 3. die Zahlungs- und Hcmdsls- bilanz auszugleichen. Wve könne man diese drei Dinge erzielen? Man müsse einen Gegenwert in Gold zu den neuen Banknoten finden, die man ausaeben werde. Deutschland werde bankrott machen. Es sei schon im Fallit begriffen. Aber dos ändere nichts an der Lage. Die deutschen Finanzleute und die deutsche Industrie hätten diese Loge verursacht. Sie hatten ihre Regierung unterstützt und jede Kontrolle verweigert. Sie hätten sich dem Inslationismus ergeben. Eine internationale Intervention sei notwendig, um die zwei oder drei Milliarden Goldmark-Garanti» aufzubringen, die notwendig wäre. — Rach dem „ODur.ial" hat Loucheur übrigens auch erfiärt, wenn Deutschland nicht wieder ein exportierendes, starkes Land werde, könne Frankreich nicht bezahtt werden. Paris. 8. Rov. (WTD.) Zu der gestrigen Kammerrede Loucheurs schreibt die „Ioarnöc Industrielle": Die Rede war eine Programm- rebe und nach der Ansicht aller Abgeordneten ein großangelegtes Unternehmen zu dem Zwecke das Ministerium Poincare ins Wan ken zu bringen. Der Finanzminister de La st e y r i e, der mehrmals einen kräftigen Stoß vor die Brust erhielt, machte gute Miene zrm bösen Spiele. Poincare selbst schien keinen Kamps zu wünschen. Tardieu schreibt im „Echo Rational" Loucheur wollte sich sicher, das ist fein unbebing tes Recht, der Kammer als Regierungschef anbieten. Es scheint mir nicht, als ob seine Rede seiner Absicht in vollem Maße entsprochen hätte. 'Namentlich ist feine Behauptung, daß Frankreich auf keinen Fall feine Schulden bei England und bei den Vereinigten Staaten bezahlen könnte, eine schlechte Vorrede zu den Projekten, die man ihm zuschreibt. Im übrigen ist es, wenn in Brüssel die Reparationsfrage von neuem aufgeworfen 'werden soll, sehr gefährlich Wasser auf die Mühle unserer Gegner zu leiten, indem man hinsichtlich der französischen Schulden sich auf denselben Beweisgrund beruft, mit dem die Deutschen i'hre Zahlungsverweigerung begründen. e e * Paris, 8. Rov. (WTD.) Die „Liberte" schreibt zu der Lage auf dem Geldmärkte: Seil einigen Wochen erheben sich gerade in dem Augen^ blick, wo Frankreich im Auslande starke Käufe vornehmen mußte, wo die Ankündigung des '?c fizits feiner Ernte feine Bedürfnisse an auslän bischen Seoifen steigerte, gerade in dem klugen- blick, wo es einen soliden nroralischen Kredit be dürfte, erheben sich Stimmen, um die Welt aus das bevorstehende finanzielle Ver sagen Frankreichs aufmerksam zu machen. Diese Stimmen find nicht mehr diejenigen unserer Feinde oder diejenigen aus guten Gründen vei dächttger ausländischer Theoretiker, wie Mahnard Keynes, sondern sind die Stimmen der berufensten Vertreter unseres parlamentarischen Lebens, namentlich diejenigen des Generalberichterstatters für das Budget in der Kammer Balanowski und des Generalberichterstatters für das Budget im Senat Verenger. Uriö währeno beide von der Kammertribüne aus das Gespenst des bevor stehenden Bankrottes an die Wand malen, wäh renb sie das Defizit vergrößern und die Regie rung in eine der kritischsten Defensivstellungeis zwingen, bricht unser Wechselkurs zusammen. Paris, 9. Rov. (WTD.) Im Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten ei läuterte Senator Lazar weiter im einzelnen die Meinungsverschiedenheiten zwischen England und Frankreich, besonders hinsichtlich des 51m ■ sanges und der Art der Reparationen, aber er fügte hinzu, diese Meinungsverschiedenheiten könnten ausgeglichen werden, wenn die Orient frage im Einverständnis mit England gelöst werde. Es könne jedoch keine Lösung gesunden werden, solange sich die Mark in i^rer heiklen Lage befinde Weiter erläuterte er dann einen Plan für d i e Gesundung der Ma r t , welcher Deutschland zum normalen Leben zu rückführen würde. Der Plan fei durchführbar unter der Bedingung, daß alle Alliierten die vollständige Durchführung unter strenger Kon trolle forderten und daß England 5ranlreich seine Unterstützung leihe. 3m Austausch dagegen werde Frankreich sich verpflichten, feine Unterstützung anderweitig zu gewähren. Eine Rede ßorh Curzons. London, 8. Rov. (WTD.) In einer Rode in der City gab Lord Curzon einen Ueberblick über die äußere Lage. Er erklärte, der Hauptgrand- sah feiner Politik fei die Aufrechterhaltung der Einigkeit unter den Alliierten. Zur europäischen Lage sagte er, England werde durch die schwere Bürde der Steuern und Arbeitslosig feit niedergedrückt. Frankreich werde von einer schweren Schuld bedrückt und leide wegen der Reparationen, während sich Deutschland in einem Zustande politischer älnbeständigkeit befinde und durch den äußersten Verfall seiner Währung geschwächt werde. Rußland stehe noch außerhalb der Gesellschaft der Rationen, Oesterreich sei nur durch das Eingreifen der Mächte von seinem Untergänge gerettet worden. Italien habe unter mehr als einer Zuckung zu leiden gehabt. Der nahe Osten befinde sich in einem Zustande des Chaos. Wir hatten genug Krieg. Ich glaube, daß in Frankreich dieselbe Empfindung vorherrscht. Die besten Männer Frankreichs fühlen, daß Konzentration, Konsoli- bation und Frieden für sie ebenso vonnöten ist, wie für uns. Die Mißverständnisse waren größten- teils das Ergebnis von Enttäuschungen nach dem Kriege. Ich würde bereit gewesen sein, in Lausanne beträchtliche Opfer für die Sache des Friedens zu bringen, aber die Türkei muß lernen, daß es eine Grenze für Zugeständnisse gibt, die wir zu machen willens sind, und dah wir den Frieden nicht für den Preis der Demütigung und der Schande erlaufen können. Frankreich ist geneigt zu glauben, dah wir Deutschland gegenüber eine unzulässige Nachgiebigkeit zeigen. Das ist keine gerechte Beschuldigung. Unsere Sympathien werden natürlich immer mehr mit einem Land fein, an dessen Seite wir gekämpft haben, als mit einem Land auf der anderen Seite des Stacheldrahtes. Wir waren immer von dem Gefühl durchdrungen, dah die wirtschaftliche Wiederaufrichtung Deutschlands für Europa von wesentlicher Bedeutung ist, und es sollte Deutschland die Möglichkeit ae geben werden, bo8 Gleichgewicht unb seine Selbstachtung wiederzugewinnen. Aus diesen Gründen traten toir stets für die Zulassung Deutschlands zum Völkerbünde An, falls Deutschland sie wünschen sollte. Wir werden sicher nicht dazu beitragen, daß sich Deutschland seinen Verpflichtungen entzieht. Ich mochte Deutschland nicht auf Kosten der Alliierten begünstigen und mochte versuchen, zwischen den beiden fair zu sein. Ich hoffe, dah wir mit friedlichen Mitteln au einer Lösung kommen, and glaube, daß jeder Versuch, die Frage durch Gewalt oder durch willkürliche Mah - nahmen zu lösen, f e h l s ch l a g e n wurde. Donar Law hat Frankreich die Frunde S h a n d hinge st reckt. Ich hoffe, dah Frankreich sie ergreifen wird. Bezüglich Italiens erklärte Lord Curzon, die Regierung sei geneigt, die Uebernahme der Macht durch Mussolini als ein Vorzeichen freimütiger. enger Beziehungen zwischen den beiden Landern zu betrachten. Dem Völkerbund sich zuwendend erklärte Lord Curzon: Wir werden ihm jede Unterstützung leihen. Die Wahl des bayerischen Ministerpräsidenten München, 8. Rov. (Wolfs.) In der heutigen Vollsitzung des Bayrischen Landtags wurde Exzellenz Dr. v. K n i l l i n g (Bahr. Vpt.) zum Ministerpräsidenten gewählt. Abgegeben wurden 143 Stimmzettel. Davon lauteten 86 auf Herrn von Knilling. 54 waren unbeschrieben, und je eine Stimme fiel auf Dr. Heim, Dr. Zahnbrecher und Hittier. Dr. von Knilling erklärte sich zur Uebernahme des Amtes bereit unter Zurückstellung der bei ihm bestehenden Bedenken allgemeiner und persönlicher Art. Sein Regierungsprogramm wird Dr. von Knilling in der morgigen Vollsitzung des Landtages darlegen, in der auch das Ministerium vorgestellt wird. Hierauf wurde die Vollsitzung geschlossen. Rach einer Meldung der „Voss. Ztg." aus München wurden das Redaktionsgebäude der sozialdemokratischen „Münchener P o ft“ und das Gewerkschaftshaus auf die Vorstellungen der sozialdemokratischen Abgeordneten Timm und Auer bis auf weiteres unter polizeilichen Schutz gestellt, um etwa beabsichtigte Angriffe von rechtsradikaler Seite rechtzeitig zu verhindern. München, 8. Rov. (WTB.) Wie wir erfahren, haben sich die KoalitivnSparteien über die Modalitäten der Regierungsneubildung geeinigt. Der neue Ministerpräsident wird am Donnerstag vormittag seine Programmrede halten. Vertagung der Friedenskonferenz für den Osten? Paris, 9. Rov. (WTB.) HavaS. Angesichts des in Angora und auch in Konstantinopel durch den englischenVer- tagungSantrag für die Friedenskonferenz hervorgerufenen schlechten Eindrucks, und da die Türken geneigt sind, hierin ein Ausweichen der Alliierten zu sehen, hat ^Poincarö den englischen Botschafter in Paris /-gebeten, nachdrücklich seine Regierung auf die Unzuträglichkeiten hinzuweisen, die jede wei- ''tere Verzögerung in der Friedenskonferenz mit der Türkei mit sich bringen würde. Rach den letzten aus Paris eingetroffenen Rach- . richten haben die alliierten Oberkommissare nicht den Belagerungszustand über Konstantinopel verhängt, obwohl ihre Regierungen sie ermächtigten, alle von ihnen für erforderlich angesehenen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung zu treffen. Da sich die Lage jedoch nicht besserte, erwarte man nunmehr die Verhängung des Belagerungszustandes über Konstantinopel. Der Zwiespalt in der Türkei. London, 8. Rov. (Wolfs.) Reuter meldet aus Konstantinopel: Als der britische Oberkom- missar den Sultan besuchte, zeigte dieser eine sehr würdige Haltung und erklärte, dah er als Oberhaupt der gesamten mohammedanischen Welt die Beschlüsse Angoras nicht annehmen könne. Rach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Konstantinopel erflärte der Grobwesir Tew- sik Pascha in seiner letzten Rote an die Regierung von Angora, daß die Regierung von Konstantinopel nicht auf ihr Recht auf Vertretung in Lausanne verzichten werde. Gleich- Die Herrveghs. Eine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill. 34. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Als Herwegh zum erstenmal die Akten eines solchen zweifelhaften Falles in die Hand nahm, um ihn zu bearbeiten, erinnerte er sich an dieses Gespräch er zögerte eine Weile und schaute sinnend in die Akten. „Soll ich oder soll ich nicht?" Die anderen Kollegen hatten den Fall Asran abgelehnt. Es war eine Postsekretärsfrau, die eine Reihe von Diebstählen begangen hatte und von dem Besitzer eines Warenhauses auf frischer Tat ertappt und angezeigt worden war. Auf die Anzeige hin rührten sich auch andere geschädigte Kaufleute, die bisher aus Rücksicht auf die Familie geschwiegen hatten, und es kam heraus, dah diese Frau, deren Mann ein auskömmliches Gehalt bezog, die in geordneten Verhältnissen lebte, selbst Vermögen besah, jahrelang kleine und größere Diebstähle in den Geschäften mit einer gerabcni raffinierten Geschickiichte t ausgeführt hatte. Man fand bei der Haussuchung aufgestapelle Berge von Seidenresten, öluscn, Wäsche, seidene Strümpfe, Schmuck, Bänder, Spitzen. Ihre zwei wohlerzogenen, besctüoenen Kinder waren ganz verstört, dah ihre Mutter als Diebin entlarvt war. Der Mann war gebrochen von dem jahrelangen Kampf gegen eine Leidenschaft, gefoltert von der tägliche» Angst, dah einmal alles ans Licht kommen würde zeitig spreche er den Wunsch aus, nut Angora in grieben zu leben, erkläre, dah keine Rivalität zwischen Angora und der Pforte bestehe und schlage vor, eine Konferenz zwischen Vertretern der beiden Regierungen abzühalten. Die Wahlen in Amerika. P a r i S, 8. Rov. (WTB.) Havas meldet aus Reuhork: Rach den bisher bekannt gewordenen Ergebnissen gewannendieDe- m ofraten Im Repräsentantenhause 2 8 Sitze. Die Republikaner haben bisher keinen einzigen demokratischen Kandidaten für den Kongreh geschlagen. Reuhork, 8. Rov. (WTB.) Reuter meldet: Die Republikaner haben bisher kein einziges Mitglied der Demokraten im Repräsentantenhause geschlagen. Chicago, 8. Rov. (Wolff.) Hier haben die Demokraten in den gegenwärtig republikanisch vertretenen 'Bezirken die Führung. Der Demokrat Cope land wurde an Stelle eines Republikaners für den Staat Reuhork in den Senat gewählt. Paris, 8. Rov. (WTB.) Rach einer Meldung des „Rew Bork Herald“ aus Washington hat das Weihe Haus gestern offiziell bekanntgegeben, dah H a r d i n g eine außerordentliche Tagung des Kongresses auf den 20. November einberufen werde. Graf Brockdorff» Rantzau in Moskau. .Moskau, 9. Rov. (WTB.) Der deutsche Botschafter Graf Brockdorfs-Rantzau wurde bei einem Besuch im Kreml zur Lieber» gäbe seines Beglaubigungsschreibens von einer Ehrenwache empfangen. Der Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Tschitscherin, Lohnte dem Empfang Drockdorff-Ranhaus durch Kalinin bei. Die Moskauer Zeitungen betonen, die Tatsache, dah das Deutsche Reich zum erstenmal in Sowjetrußland durch einen bevollmächtigten Botschafter vertreten sei, bedeute die völlige Wiederherstellung der seit 1918 unterbrochenen diplomatischen Beziehungen. Aus Hessen. Aus dem Finanzausschuß. rm. Darmstadt. 8. Rov. Der Finanzausschuß setzte beute seine Beratungen fort. .Die Regierungsvorlagen betr. den Ausbau des Kraftwerkes Wölfersheim, sowie Anschaffung von Wäsche für Bad-Nauheim werden angenommen. Verschiedene Vorlagen betr. die Be- stuhlung des Konzertsaales in Bad-Nauheim, In- standsetzungsarbeitc.n unb Errichtung von Arbeiterwohnungen machen eine Besichtigung durch den Finanzausschuß nottoenbig, die am nächsten Montag nachmittag tn Gemeinschaft mit den Regierungsvertretern ftattfinben soll. Die Vorlage betr. die Instandsetzung des Drunnen- turms in Bad Salzhausen findet Genehmigung. Die Vorstellung des Vereins Hess. Vermessungsbeamten unb in Verbindung damit die Vorstellung des Wagner in 6eligenftt betr. Tagegelder werden mit 6 gegen 3 Stimmen abgelohnt, da ihnen im allgemeinen Rechnung getragen ist. Die Vorstellung des Hess. Beamtenbundes betr. die Vorauszahlung der Gehälter an voll beschäftigte Deamtenanwärter wird für erledigt erflärt. Nächste Sitzung Donnerstag nachmittag. Die Notlage der Presse. Eine RegierungsanLwort. Die hessische Regierung hat laut Darrnst. Ztg. auf die Anfrage der Abgg. Lenhart, Hoffmann-Alzey u. Gen., betreffend die Notlage der Presse, dem Präsidenten des Landtags die Antwort erteilt, dah die Hessische Regierung bereit sei, dem Verein der hessischen Zeitungsverleger ein Darlehen in noch festzusetzender Höhe unter den gleichen Bedingungen zu gewähren, unter denen die Württembergische und die Bavische Regierung ähnliche Darlehen an die in diesen Ländern bestehenden Vereine der Zeitungsverleger gegeben haben, sobald der genannte Verein in diesem Sinne an die Hessische Regierung herantrete. Dies sei bisher nicht geschehen. Aus Stabt unb ßanb. Giehen, den 9. November 1922. Elsaß - Lothringische Woche. Der gestrige Qlbenb versuchte unb vermochte nach den wissenschaftlichen unb tiefgründigen Darbietungen der drei ersten Tage ein Ausspannen „Ach Herr Rechtsanwalt, Sie wissen nicht, was es heißt, feine Frau, die man geliebt hat, die einem Kinder geboren hat. als Diebin zu sehen." Der gebrochene Mann begann seine Ehe zu schildern. „Wir waren so glücklich, meine Frau ist so gutherzig, unb eine treue, sorgende Mutter, ach, meine armen Kinder." Alnb der Mann bedeckte fein graues Haar voll Kummer. Gr weinte. Herwegh suchte sich vergebens gegen das Mitgefühl zu panzern. Er wollte diesen Fall nicht nehmen. Etwas in ihm regte sich und hob warnend seine Hand. Aber der Mann unb seine Kinder jammerten ihn. Sein eigenes Unglück erwachte wieder, das die Musik eme Zeitlang betäubt zu haben schien. Grete . . . war sie denn besser wie diese Un- glückliche? Er nahm den Fall, trotz des ironischen Lächelns der Kellegen. Vielleicht konnte er diese Frau retten. Es war eine geistige Insa *‘iTe von schwankender Hemütssllmmung beeinflußoac unb indolent, die unter ständigen Depressionen litt. Als Mädchen muhte diese Frau schön gewesen sein, ein Madonnentypus. Jetzt hatte sie etwas Gedrücktes, Scheues, Unsicheres. Wie sie dazugekommen war. au stehlen, wußte sie nicht anzugeben. Es zog sie fast körperlich in die Laden. Sie wachte nachts auf unb konnte ben Tag nicht erwarten, um in den Läden zu stehleir. Unb nach einem solchen Diebstahl enrpsand sie stets eine große Erleichterung unb Befriedigung. Es war, als fti sie von einem Keder besessen. Einige Male haften ihr die Ladenbesiher Die Daren im Hinterzimmer wieder abgenommen, hatten sic gewarnt. Sie hatte geweint, bereut, versprochen, eS nicht der Zuhörer und Festtettnehmer zu erreichen; er war froher Geselligkeit gewidmet, die denn auch bei den zu vielen Hunderten anwesenden Clsaß- Lothringern und Gießener Gästen aufs schönste und harmonischste in Erscheinung trat. In seiner Begrüßung gedachte Dr. List zunächst der Toten, die in elsaß-lothringischer und deutscher Erde ruhen. Zu ben Lebenden und der Gegenwart übergehend fand Dr. List warme Worte des Dantes für alle, die der Heimatwoche ihr Interesse unb werktätige Liebe bekundeten. Er versicherte, daß sich bas deutsche Vaterland in den aus Elsaß unb Lothringen 'Vertriebenen, die zunächst nicht überall gerade mit offenen Armen auf genommen worden seien, nicht getäuscht haben sollte: fife bedeuteten einen kulturellen, sozialen unb vaterländischen Gewinn. Geboren unb erzogen in einem paradiesisch schönen Lande, in dem zwei große Kulturen sich die Hand reichen könnten, brächten sie kulturelle Werte mit, die in anderen deutschen Landen nicht gegeben seien, Und sozial biete nicht zuletzt die heutige Versammlung ein Bild wahrer Brüderlichkeit, erreicht durch gemeinsame Liebe zur unvergeßlichen Heimat. Bei dieser starken Heimatliebe fei aber niemandem eher und intensiver die Bedeutung des großen, allgemeinen deutschen Vaterlandes klarer unb wirksamer geworden, als den ehemaligen Reichsländern. Nach dem Gelöbnis des Redners, daß dem Rufe Frankreichs nach dem Jahre 1870 „la revanche est en marche“, die Rache ist unterwegs, von den deutschen Elsah-Lothringern heute mit der Parole „btc Liebe ist auf dem Marsch" geantwortet werde, begann der Unterhaltungsabend. Fräulein Ria Hoch st etter trug einen von dem allelsässischen, jetzt in Karlsruhe lebenden Dichter Christian Schmitt verfaßten Prolog vor, den dieser zur Festwoche gedichtet hatte. Der Gitarren- und Mandollnenverein „Nea- polita" erfreute als Gast durch mehrere Vorträge. Herr Paulus, ein vertriebener Elsaß- Lothringer, zeigte sich als Künstler des Xylophons. Interessante und verblüffende Zauberakte wechselten mit anderen Uebervaschungen ab. Etwa um 11 Uhr begann der Tanz, der die Anwesenden noch lange vereinte. Auch dieser Abend zeigte den Gästen, wie die Idee GIsaß-Lothr'mgen um alle ein Band schlingt, das stärker ist denn alle künstlichen menschlichen Gegensätze. Die Liebe marschiert — und sie soll unb wird Elsaß unb Lothringen kulturell vor dem Untergang bewahren und alte deutsche Erde eingeborenen deutschen Bewohnern deutsch erhallen -- wenn auch heute nicht den Grenzpfählen nach. Die Wahlvorschläge zur Stadtvcrordnetenwahl sind aus einer amtlichen Bekanntmachung im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes ersichtlich. Die Deutsche Volkspartei, die Deutsch- nationale Volkspartei und der Bürgerverein haben sich, wie schon mitgeteilt, auf eine gemeinsame Liste geeinigt. Das Zentrum und die Demokratische Partei haben die Verbindung ihrer Wahlvorschläge erklärt. Die Linksparteien haben ihre Listen nicht verbunden. Kleiurentnerfürforge. Für Kleinrentner wird in der Gastwirtschaft „Zum Haberkasten", Landgraf-Phi- lipp-Platz 9, von nachm. 3 Uhr bis abends 9 Uhr ein geheizter Raum zur Benutzung ohne Verzehrzwang bereit gehalten. Die Benutzung ist nur solchen Personen gestattet, die eine AusweiSkarte vom Städt. Wohlfahrtsamt, Abteilung Rentnerfürsorgeamt, erhalten haben. Anträge auf Erteilung von Karten können dort gestellt werden. Pachtschutzordnung— Naturalpacht. Der Artikel unter dieser Ueberschrift im „Gießener Anzeiger" vom 3. November hat den Vorsitzenden einer Pächtervereinigung bei Gießen veranlaßt, in einem Schreiben an und zu betonen, daß nach der Titelseite des Pachtschutzgesetzblattes zur Umwandlung einer Geldpacht in Aaturalpacht oder Naturalwertpacht die Zustimmung beider Teile erforderlich ist". In voller Unparteilichkeit sei dieser bedeutsame Hinweis öffentlich registriert. ** Die Ötabtbrieffaftenleerung an Sonntagen. Vom nächsten (Sonntag, ben 12. November, ab wirb an (Sonntagen die zweite Stadtbriefkastenleerung auf die Zeit von 113/4—1 Uhr mittags verlegt, damit die mit ihr angebrachten Sendungen für die Richtung nach Frankfurt (Main) und weiter noch mit dem Zug D 176 — ab hier 1,36 — unb für die Richtung nach Kassel mit dem Zug 793 — ab hier 3,39 — Beförberung erhalten. wieder zu tun. Und kaum betrat sie wieder ein Geschäft, so kam die unwiderstehliche Sucht von neuem über Jie. Der Fall begann ihn zu interessieren. In dieser Frau sah er den Typ der moralisch Entarteten vor sich, über den er so viel gelesen und gehört. Die Sünde war bei ihr beschlossen, ohne Erwägen unb ohne Absicht. Es war eine Gewohnheitsverbrecherin. So ost er die Unglückliche vor sich sah, dachte er an feine eigene Frau. Herwegh verglich diese „erblich Geschädigten" mit „verbauten Schiffen, die mit einer gewissen fatalistischen Notwendigkeit im Lebenskämpfe untersinken" mußten. Denn die Charakterverschlechterung war häufig nur das erste Wetterleuchten der geistigen Störung. Durfte man diese Menschen noch bestrafen!? Nein, man mußte die Welt von ihnen befreien, indem man sie absonderte und sie den Aerzten übergab. Die Frau wurde freigesprochrn. Sie kam in die Landesheilanstall Rheinbaben, wo sie später starb. Allmählich fanden auch andere „dunkle Fälle" ihren Weg zum Herwegh- scheu Bureau. Hinter verschlossenen Türen spielten sich die ergreifendsten Szenen ab. Man hätte ein Kato sein müssen, um hart zu bleiben. „Ich bin zu Ihnen gekommen, Herr Rechtsanwalt, weil Sie der einzige sind, der mir helfen kann." Gegen solche Worte war Ernst machtlos, wie gegen Frauentränen. Wenn man jeder Tat auf den Grund nach- glng, so fand sich eine Entschuldigung ober eine » Eine hocyyerzrge wpenoe Dl« (hiesige Großhandelsgesellschast Strauß u Sic. 'hat der Stadt Gießen zu wohltätigem Zweck über 300 Zentner Speisekartoffeln zur Verfügung gestellt, die von der Stadt bereits in vergangener Woche an bedürftige Kriegshinterbliebene verteil: trwrdetz sind. *♦ Vorsicht beim Baumfällen. In der Zeit des Baumfällens werden an den Landstraßen und in den Ortschaften die Reichs-Telegraphen- unb Fernsprechleitungen durch umstürzende Bäume oder durch herabfallende Aeste häufig beschädigt, weil die Personen, denen das Baumfällen obliegt, in der Regel die zur Sicherung der Telegraphenanlagen erforderlichen Vorkehrungen überhaupt nicht, oder' nur in ungenügendem Maße treffen und es unterlassen, von den bevorstehenden Arbeiten der nächsten Postanstalt rechtzeitig Mitteilung zu machen. Da auch fahrlässige Beschädigungen der Telegraphenanlagen im § 318 des Reichs-Strafgesetzbuches mit (Strafe bedroht sind, wird ben Daumbesihem empfohlen, die nächste Postanstalt von der bevorstehenden Baumfällung so zeitig zu benachrichtigen, daß die Entsendung eines Beamten zur Sicherung der Leitungen veranlaßt werden kann. Dadurch erspart sich der Daumbesitzer Unannehmlichkeiten. Alle Kosten für die Sicherung der Telegraphen lertungen trägt außerdem in diesem Falle die Telegraphenverwaltung. Wettervoraussage für Freitag: Wolkig, trocken, kühler, nordwestllche Windc Die Depression ist sehr schnell über Deutschland hinweggezogen und liegt bereits über der Ostsee. Morgen wird sich allmählich, wenn auch nur vorübergehend, Hochdruckwetterlage einstellen. Bornotizen. — Lageskalender für Donnerstag. Stadttheater, 71/» Uhr: Vortragsabend von Roda Roda. — Physikalisches Institut, 71/, Uhr. Lichtbildervvrtrag der Elsaß-LothringischenWoche. — Kath. Vereinshaus, 8 Uhr: Oeffentljcher Vortrag des Kath. Deutschen Frauenbundes. — Astoria-Lichtspiele, ab heute: „Seepiraten". 2. Teil und „ Satti) im Wilden Westen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Der Graf von Monte Christo", 5. Teil: „Schuld und Sühne" unb „Der Stiefelputzer". — Palast-Lichtspiele, ab heute: „Durch Kerker und Paläste von San Marco" unb „Lotte Lore". — Vortrags-Vereinigung. Wie schon berichtet, veranstaltet nächsten Sonntag der Kaufm. Verein, der Gewerbeverein und der Goethe-Bund einen Melodrama-Abend, zu dem Hofrat B e h r e n d aus Darmstadt gewonnen wordeii ist. Ferner macht die Vortrags-Vereinigung im heutigen Anzeigeteil nochmals besonders darauf aufmerksam, daß zwei Vorträge ftattfinben und der Vortrag am Nachmittag schon um 312 Uhr beginnen muß. — Eine Versammlung der Mecha^ nifer der Automobil-, Fahrrad-, Näh-, Schreibund Sprechmaschinen-Dvanche findet am Sonntag morgen im „Pfälzer Hof", Schanzenstraße, statt. Landkreis Gießen. * Riederbessingen, 7. Nov. Neueren Erkundigungen zufolge handell es sich bei dem zweiten Vorschlag zur Gemeinderatswahl nicht um einen Vorschlag der Sozialdemokratischen Partei, wie irrtümlicherweise vor einigen Tagen berichtet wurde. Nach der Auffassung der Unterzeichner dieses neuen Vorschlags diente der erste Wahlvorschlag nicht allen, hier vorhandenen Interessen, darum wurde die zweite Liste ausgestellt, die dem „Ausgleich" dienen soll. Vertreter der Sozialdemokratischen Partei sind auf beiden Wahlvorschlägen enthalten. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M, 8. Nov. In einet hiesigen Dank kam ein Briefumschlag mit 200 Dollarnoten verschiedener Werte abhanden, nach dem heutigen Kursstände ein Verlust von 9 250 000 Mark fpd. Hersfeld, 8. Nov. Auf demNeu-, bau der Firma Schilde stürzte das Gebäude zusammen und begrub fünf Arbeiter unter sich, die sämtlich den Tod fanden. Unmittelbar vorher hatten 30 Maurer den Bau verlassen. Die Ursache des Einsturzes konnte noch nicht ermittelt werden. fpd. H ö ch st a. M., 8. Nov. Der Minister hat Der Wahl des Beigeordneten A s ch zum Bürgermeister von Höch st nicht ohne weiteres zugestimmt, sondern dem Magistrat mitgeteilt, daß die Bestätigung erst dann erfolgen kann, wenn die Pensionsansprüche des bisherigen und die Gehaltssätze des neuen Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags: Berlin 8200, Frankfurt 8300—8400. Erklärung für ihre Notwendigkeit. Wenn inan in die Seelen dieser müden Verirrten, Abgehetzten und Erschreckten schaute, so sah man, daß meist andere, Ellern, Freunde, Kameraden, Lehrer. Kollegen, oft auch die eigene Frau, die eigentlich Schuldigen waren oder wenigstens einen Teil der Schuld trugen. „Er arbeitet viel mit Gefühlen," sagte Ehrlich spöttisch. Jeder hatte seine Methode. Der Gefühlskompah ergab oft eine bessere Richtung als der überlegene Verstand. Es ist eine große Gefahr für einen wortgewandten Redner, wenn er Opposition merkt und sich wanken fühlt auf dem Boden, auf dem er bis dahin festen Fußes gegangen. Herwegh überzeugte immer, er siegte oder erlangte hoch wenigstens Erleichterungen hoher Strafen. „Unser großer Psychiater Herwegh," nannte ihn der Staatsanwalt. „Sie hätten im Mittelalter leben muffen und von der Kanzel reden," sagten die Kollegen zu ihm. „Alle Weiber hätten Sie bekehrt, sie wären alle zu Ihrem Glauben übergegangen/ Die jungen Referendare hörten ihm zu, wie man einem Bußprediger lauscht, der nach seinen Worten lebt Denn Herwegh war überzeugt von dem. was er sagte. Das fühlten sie. Etwas Großes lag in seinen Worten, etwas Hinreißendes, Warmes, das an ihr Gefühl appellierte, an ihre Sinne, ihr Herz. Wozu alle Philosophie? II kaut sentir! Sentez donc! Und wenn sie sich noch so fest um» panzert fühlten von rein juristischem Denken, Herweghs Worte pochten an ihr Herz und erweckten menschliches Gefühl, Milleid, Begreifen. „Einfühlen" nannte er das. (Fortsetzung folgt) Donners- 28Motb von tut, Elchen Mchc Eicher Dor- nbundes. - ^eepiralen-, it“. - Lichl- ,Der Gras > und tzichne" M von San uv« 5)eiii* jwübttK 5. wenn . >er Wecha- W°, Schreibet am Tom- ZchanMsirabr, L Hoo. Deurren sich bei dem Aemeinde- hlag -er So- llmücherweisr >. Aach der i neuvr Dor- ig rächt allen, im wurde die lu^gleicf)“ die» .Mischen Par- igen enthalten. Aov. 3n einer chlag mit 200 abhanden, i Jerlust von Do5ors oM'00- Der Ministkl nAsch M ,1t nicht ohne em Magistrat erst dann er- ansprüch« des e des neuen iif demAev" das Sebäude beiter un- löen. Unmit« >en DM der« -S tonnte noch 'nßeitn man in /WeheSt«; > eigens z einen Den < sagte Shr- r?r. K-r .rungen ^ten ang^_ i.ifcnbungen gelten ferner nach Lu? emburg und Oesterreich (Päckchen nach beiden Ländern nicht zugelassen). * Die Auslandsportosätze, sowie die neuen Fernsprech-Gebühren werden wir in einer der nächsten Rummern mit teilen. infolge der immer kürzer werdenden Tage die Flugstrecke in Smolensk nochmal geteilt, so daß von jetzt ab zwei Tage für einen Flug gebraucht werden. Hungerstreik? London, 8. Rod. (WTD.) Die Schwester des seinerzeit dem Hungerstreik erlegenen DürgermeisterS von Cork, Miß Merrh Macswineh, deren Verhaftung gestern erfolgte, ist nach dem Vorbilde ihres Bruders ebenfalls in den Hunger- st r e i k getreten. Die Opser de« DergwerksungluckS in Pennsylvania. Spangier (Pennsylvania), 8. Rov. (Wolfs.) Reuter: Von den Opfern der Bergwerkskatastrophe wurden bisher 63 Leichen geborgen. 32 Verwundete wurden ins Krankenhaus gebracht. 13 Bergleute werden noch vermißt. kirchliche Nachrichten. 3fr. Religionsgemeinde. GotteSd. i. d. Synag. (6üöanL). Samstag.il. Rov. Vorabd. 4,30, morg. 9, aböd. 4,55 u. 5,35. — 3fr. ReligionSgefellfchast. Sabbatfeier 11. Rov. Freitag abb. 4,20, Samstag Vorm. 8,30, nachm. 3,30, 6abbatau?gang 5,35. Wochengottesdienst morg. 6,45, aböd. 4,00. Handel. Berlin, 8. Rov. Börsenstim - mungsbild. Heute vormittag neigten die Devisenhändler vorübergehend einer freundlicheren Auffassung der Lage zu. Bald gewann jedoch die skeptische Beurteilung wieder die Oberhand. Demgemäß setzte ein neuer Anlauf der Steigerung ein. Der Dollar stieg schon bis zum Beginn des offiziellen Verkehrs über 10 000. Am Effektenmarkt war trotz des hohen Kursstandes kaum eine Verminderung des Kausandrangs zu spüren. Einzelne Mvn- tanwerte erfuhren wieder Kurserhöhungen um 3000 bis 5000 Prozent, so Harpener, Essener Steinkohlen, Kattowitzer, Laurahütte. . Besserungen um 1000 Prozent und darüber I bildeten keine Ausnahme. Kallwerte und chemische Papiere wurden gleichfalls um mehrere Hundert Prozent höher bewertet. Höchster Farbwerke gewannen 1200 Prozent. Von ClekttizitätSaktien waren Siemens u. Halske mit einer Besserung von 1000 Prozent bevorzugt. Accumulatoren-Aktien erzielten eine Besserung um 1000 Prozent. Valutapapiere waren stark begehrt. Mexikanische Anleihen wurden teilweise um 10 000 Prozent teurer bezahlt. Eanada-Aktien gewannen 11000, und Oesterreichische StaatSbahn 4000 Prozent. Schantung-Aktien gaben weiter nach. Schifffahrtsaktien schlossen sich meist, allerdings in mäßigem Grade, der Aufwärtsbewegung in. Jedoch waren Hamburg-Südamerikaner um etwa 2000 Prozent höher. Bankaktien waren meist gebessert. Berliner HandelSgesellschast stiegen um 2100 Prozent auf 6500. Auch für die nur zu Einheitskursen gehandelten 3ndu- striewerte lagen sehr umfangreiche Kaufaufträge vor. Die Kursfeststellung erfuhr wiederum eine bedeutende Verspätung. Frankfurt a. M.» 8. Rov. Börsen- stimmungSbild. Am Devisen- und Effektenmarkt war die Rachfrage sehr stark. 3m Einklang mit der festen Haltung des Dollars traten erhebliche Kurserhöhungen in Auslandswerten ein. 3m freien Verkehr wurden verschiedene Aktien lebhafter gehandelt. Arn Montanaktienmarkt setzten die führenden Werte höher ein. ElekttizilätSaktien lagen im Vergleich zu den übrigen variablen Märkten etwas ruhiger. Auto-, Maschinen- und Me- tallaktten blieben sehr gesucht. Das Geschäft ist weiterhin recht lebhaft bei fester Grund- stimmung. Dörfenkurfe. Frankfurt a. M- Berlin Schluh- SDlnfc- Schloß. Schluß- Aurs Nurs Aurs Aurs Datum: 6.11. 8.1L 6.1L 8.11. v°/o Disch. Retchsanleihe 77.50 4% Derrileichcn '300,— S»/,% Dergleichen ID,— 3n/0 Dergleichen 1100,— Dlfch.Svnr-Präm.-rlnl. 92,— 4'7- Preußische KonsolS 225,— 4°/u Hessen.........120,- 3*/,f/n Hessen 115,— 3e/0 Hessen 120. - 77,50 100,- 302,- 1400,- 93,- 350- 151,- 185'- 77.50 77,50 350,- 360.- 230,- 335,- 1400,- 1350,- 85,50 86.50 280,— —,— 110,- -,- 150'- 47o Zolllürken 7400,- 7850,- 7000.- 7850,- 5% Goldmexikaner 71000,-100000,— 71500,-100000,- Berliner Handelsges . 4800,— 6800,— 4500,— 6500,— Commerz- u. Privmbk. 2300.— 2000,— 2000, - 2000,— Darum. u.Naiionalbank 1475,— 1600,— 1400,— —,— Deutsche Bank 3800,— 3)75,— 4000,— 3600,- Deulsche Vereinsbank. 555,— 800,— —.— Discouio Connnandit . 2500.— 2500,— 2600.— —,— MeiaUbank 6510,- 7700,- -,- -,- Mitleldeni. (Kreditbank 1000,— 1500,— 1650,— Oesterr. Crediianstalt. 1150,— 1650.— 1000,— — Bochumer Guß .... —,— - ,-13000,-15000,— Buderus 560<),- 6200,— 540 7- 5500,- Caro 5600— 6400,- 6000— 6200,- Deuisch-Lnremburg. . 14300,-16000,-12 -90,-14000,— GelsenkirchenerBergwl'-^'l)—29000,-18550,-200« >0,— Haroener Bergbau. . 35000,—36000,—33000,—37000,— ttaluverk Aschersleben 7550,— 8460,— 5610.— 6700,— Kaliwerk Westeregeln Vaurabütie....... Oberbedarf Pkönir Bergbau. . . . Rheimtabl Riebeck Montan . . . TelluS Bergbau 9000,- 9700,- -,- -,- 1400,- —.— —,— .'Beguin 4020,— 5000.— 3250,— —,— Dtetnllges. Frankfurt. . 8000.- 770-),— —,— — Schuhfabrik Herz.... 1800.— 2500 — ——,— Lichel 2950,- 3050,- -,- -,— Belliioff Waldhol . . 3800,-. 8925,- 3600,- 4000,— Buckersabr.ivrankeniba! 5600 - 5000,— —.— —,— Zuckerfabrik Wag >>äu>el 5500. - 5000 — —,— —,— Frankfurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahlung.) Amtliche Rotieningen. Datum: 7. November 8. November Geld Bries Geld Brief Antrv.'Brllssel . 493,75 4 6,25 541,10 543.90 Holland 3286,75 3303.25 3610,95 3629,05 London 37406,20 37593,80 40797,75 41002.25 Paris 552,10 554,90 571,05 573,95 Schweiz 1566,05 1573,95 1673,80 1684,20 Spanien 1296,75 1303,25 1386,50 1393,50 Italien 353,10 354,90 387,- 389,- LissaboN'Ovorto ——,— — — — Dänemark.... 1695,75 1704.25 1860,30 1869,70 Norwegen .... 1546,10 1553,90 1675^0 1684,20 Schweden .... 2244,35 2255,tö_2473,80 2486,20 Helüngsors. . . . —,— ——— Neuyork 8491,10 8543,90 9226^5 927115 Deulsch-Oesterr. 1L22 11.28 12.47 1258 Budapest 349,10 350,90 367,— 389- Prag 280,25 281,75 296,25 297,75 Sona Schwielen u.Warzei ki Lporheken u. besseren Drogerienerhälrlkh. öeoen Fußschweiß und wundlaufen Kukirol=fußbad’. Drogerie Wallenfels, Harktplatt 21. 5. I1 Gießener Konzert-Verein Donneret»«, den 16. November, abends 7 Uhr mit einer öffentlichen Hauptprobe Mitlweeh, dei 11. November, beule 7 Uhr, In 1er Stettklrebe Bach - Kantaten YSGeMiek bezahlt ausländischer Student für ein gnt Wettes Simmet Nr. 48, 170, 161, 148, für Soli, Chor und Orchester. Ausführende: Ruth Arndt (Alt), Antoni Kohmann (Tenor), Otto Görlach (Orgel), der Akademische Gesangverein, Orchester: Hiesige Musikfreunde und Mitglieder der Reichswehrkapelle. Leitung: Prof. Gustav Trautmann. F.intrittakarten: Aufführung Mk. 100.—, 80.—. 60.— und 40.—, Hauptprobe 30 Mk., Mitglieder 25 Mk., Schüler 20 Mk. bei Ernst Cha Hi er. Studentenkarten: Aufführung 25 Mk., Hauptprobe 20 Mk., nur im Vorverkauf beim Hausverwalter der Universität. — Die für das I. Kirchenkonzert ausgegebenen Abonnementskarten haben Gültigkeit Unseren Abonnenten geben wir hiermit zur Kenntnis, H bah ab 1. Dovember 1922 das iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihiiiiihiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiininniiiiiiiiiiiiiiiinhhihiiii von Herrn H. Strack durch Kauf in unseren Besitz übergegangen ist. Wir hoffen, das unserem Vorgänger entgegengebrachte Vertrauen gleichfalls zu geniesten. Wünsche usw. nehmen wir gerne jederzeit schriftlich, persönlich und durch Fernsprecher Ar. 880 entgegen. Laubenthal & Schlösser. Mechaniker derAutomobil-,Fahrrad-,Näh-,Schreib- und Sprechmaschinen-Branche werden zu einer im „Pfälzer Hof", Gietzen, Schanzenstratze, Sonntag, vormittags V210 Uhr, stattfindenden Versammlung etngelaben. Tagesordnung: Statuten der Iwangsinnung. Verschiedenes. 9875D Die Einderufer. Zu dieser Versammlung werden alle diejenigen Handwerker eingeladen, welche ein Geschäft nach oben genannter Branche betreiben 1^ Lichtspielhaus gl | BahnhofstraBe 34. 9887c z Ab heute bis einschließlich Samstag i Der M m Me Mo f ' 5. u. letzter Teil: „Schuld u. Sühne“. Ferner: föS H Der Stiefelputzer I : mA Lustspiel mit der Wunderdogge Brownie. Vorführungen: 4, 530, 7.15, 8.30 Uhr. Großes Solistenorchester. In Vorbereitung: Der wissenschaftlich-zoologische Großfilm mH | „Wild-Afrika“. | Prima dlMÄSR sl Läufer sind zu verkaufen. 9851 Gut Mitielsmühle Station Rödgen und Groben Busect. Fernruf Amt Groben Buseck 3. Student sucht f. sof. mÖ6L 3!NM mit ob. ohne Pension, wenn möglich in der Nähe der Kliniken. Schrifll. Ang. unt. 010311 a. d.Gien.Anz. per sofort. Schriftliche Angebote unter 010304 a. d. Gietz. Anzeiger erbeten. Leute d°n"ch°Ä'n""' 13>irK«rtssseler«te gut möbliertes werden an schönen eee Tagen noch 98o2 Zimmer - gegen beste Bezahlung. Angeb. unter ,,F. K.“ an ->io->e8 Hotel Kobel. Assistenzarzt sucht Bl möbl. Zimmer gegen hohe Bezahlung. Off. unt. 2572 an Herso, M.A.-E., Plockstr. 5. 9899h WohnuonstauscL 5-Zimm.-Wohn., 1. Et., Marburger Zttaße, zu tauschen geg. 5—7-Zimm.- Wohn., möglichst Stadtmitte. Umzug wird vergütet. Schrift!. Ang. unter 010310 a. d.Gieh.Anz. ^Stellenangebote) Oliveri. Mairn al^ Wächter gei.m»,», ®lesener woch- nnü s^iieajnftiiur Gr. Sieinweg 10 III. Tüchtiger Knecht für Kundenmüllerei und Landwirtschaft bet gutem Lohn für sofort gesucht. 9879 E. Helmes, Ober Hörgern. GeschSsksMsDe junger, los ges. m ^.dVsiusrl.Neuenw 9 Lehrling sofort gesucht. 9^88 CeOeröanöiung Kahn, Bahnhosstrahe63. eingestellt bet hobein Barlohn, MittagSessen und täglich '/, Zenlner Kartoffeln. Fahrt 4. Kl. wird vergütet. Auf Wunsch für Bar- lohn Kartoffeln, hosgut Utphe Station Trals Sorloff. durchaus selbständ. und gewandte 9373 talälm für l. Dezember od. I. Januar gesucht. Qlug. Kilbinger. Srörlflff. Fnill ges. f. lägl. 2—3 Std. oir-sooäubivißftr.KOI Pniffran gesucht. 9900 SelterSwca 53 I. Putz-u.WMfran gesucht. <>10315 Noonttrafle 18 I. Befi. NVA» das schon in Stellung war, für K üche und Hauö z. 1. Dez. gesucht. Wasch-, Putz- und Bügelsrau vorhanden. Sehr hoher Lohn und gute Verpflegung. Schriftl. Angebote unter 9884 an den Gieh. Anz. Tüchtiges Mädchen bei hohem Lohn für sofort gesucht. 0103öS Frau Berger, Walltoritraste 71 l. Gutempsodlenes Mädchen sürHaush. per sofort od. 15. Nov. gesucht. otnaio Ludwigstr. 8 p. Bet hohem Lohn cn- veriäss.ZBidchenflef. VsN.Bahnhosstr.63H Bedeutende kapitalkräftige Lack- sabrik sucht Interessengemeinschaft oder Beteiligung an gut eingerichteter evtl, auch Kauf einer ausdehnungsfähigen Anlage. — Schriftliche Angebote unter 9735 D an den Gießener Wir suchen per sofort 1 Fräulein IM für leichtere Bureauarbeiten (Stenographie u.Schreibmaschine Bedingung) fl jussgere S^ann für Stadt- und Postbesorgung, auch im Packen bewandert. 9893V vereinigte Stempelfabriten 3. Betgeon & 3. Steurer, äranff. Sk. 129. Stadt-Theater. Montag, den 13. November, abends 7,8 Uhr: 888fl„ Ab heute Operettenpreise! Operettenpreise! Kartenverkauf an der Theaterkasse. 18. Dezember Preisen 9858 geböte an ZVochble elnschl. Sonntag P Gddie Polo und Fafty a 10. XLOVaühr Vortr. Br. R. keeildte Waagen aller Art empsiehlt Karl Schmidt, Neuenweg 42. 010516 SlemUMe«' GefpllNasl Gubelsöergec. Lamötag, ll.Nov. 8 Uhr abends: s°»"v vere?nraben- Frankfurter Hof. Ausgabe d.Diplome. junges maosen oder gonflrnifliiöln zur Mithilfe i. Haushalt gesucht. 010314 Goctbestrafre 31 I. Wererieilt jg. Herrn Unterricht in Klavier od. Harmonium ? Schrift!. Angeb. mit Breis u. 010302 a. d.Gieiz.Anz. 9885V ZMseörrWlter letzten Samstag aus der Bost liegen geblieben. Gegen Belohnung abzug. Zu er fr. in d. Geschäfls- stelle d.Gien.A. üinSM In Sachen einer Pflegschaft suche ich den Auienthaltsort des am 7. Juni 1870 zuSsrahRtiaoalPreu freu) geborenen Robert Gustav Schöler der sich vor ungefähr 30 Jahren längere Zeit in Giehen auf- gehalten hat. KI,D Giehen, 4. Nov. 1922. Karl Schmidt, Gr. Sieinweg 22. zriedrich Verger, Löhnberg a. L., Gartenstraste 2. Vortrags- Vereinigung Sonntag, 12 Nov Neue Aula, nachm. 3V, u. abds. 7'/r Uhr: Melodramen- Abenü Lnnach Arden (Hofrat Bebrend Darmstadt). 9890v Mitgl. Plätze z. 15 Nichtmitgl. zu 40, 35 u. 30 J6 bei Challier. PlatinGold- und Silber- gegenstände kauft zu hohen ElW'LothttllgWe Woche. 1,878 d Donnerstag, 9. XL, 7*/» Phystk. Jnstitul. Llehtbildervortrag; Lothringen, Land u. Leute, Geh.Neg.-Nat U.-Brof.Dr.Volkram Freitag, 10. XL, S'/2, ar. Hörsaal, Unioer fllät, Dichter-Abend: Kans Karl Abe', i. etg. u.Ltenhardsch.Werr. Durch Kerker nad Paläste MMIor 2 P. 8., 120/210 Volt, Siemens u. Halske, gebraucht, jedoch gut erhalt., geg. Höchst acbotzuverkanfen. Schr. Ang. u. 010299 an den Gieh. Anz. Stadttheater Freitag, 10. Nov.: Anher Abonnement. Zn Schillers Geburtstag. ®flllenf!ein5 Egget Hierauf 97mC Sie Wolomlnl Ans. 7, Ende 10 Uhr. Palast-licht* Gröflles o.vornehmstesTheatep am Platze V.H.C. Gießen Sonntag 12. Nov. Giehen- Ovvenrod - Albach - Giehen (4V,Stund.). Abm. 10 Uhr von der Univ.-Bibliothek.^, Wallensteins Tod Tag der Kartenausgabe wird noch bekannt gegeben. Preis für beide Vorstellungen 70 Mk. Neuanmeld. baldigst Ludwigstr. 591. I A Astoria-Lichtspiele veranstaltet von der Genossenschaft Deutscher Bühnen- Angehöriger (Ortsgruppe Gießen), unter Mitwirkung des Deutschen Musikerverbandes (Ortsgruppe Gießen). ====== Mitwirkende: ===== Kitty Franke, Rudolf Goll, Richard Hellborn, Mart.Jacob, Karla Keller, Wolf Leutheiser, Kurt Richter, Rose Rubner, Adolf Teleky, Karl Volck, Lu Wander, Ilse Wissendorff. Orchester. 50 Musiker des Deutsch.Musiker- verbandes unter Leitung von Kapellmeister Karl Knäbel. Zum Besten des Hilfswerks für Kleinrentner und verschämte Arme Mädchen sofort gesucht. «>»,>, Louis Vogt, Metzgerei, Neuenweg 19. Herde ß u.Oefen Edgar Borrmann, Etsenhandlung. Gut erhaltenes Klavier (Piano) Alt kaufen gesucht. Schr. Au- »lavier oder Hlügel v. Priv. z. kauf. ges. Schr.Ana.m.Preisu. 9898V a. d. G. Anz. Großer Konzert- und Vortrags-Abend Erich Beyer Juwelier, Gießen, Bahnhofstraße /. e 1MD Lotte Lore Nach dem gleichnamigen Roman von W. Heimburg, in 5 Akten. 1. Teil Ein Spiel um die Macht in 3 Teilen. Venedig in seiner Glanzzeit, das Venedig der Bauten und Denkmäler, die heute noch das Entzücken aller Italienfahrer bilden, das ist der prunkvolleRahmen für diesen äußerst spannenden Film. Außerdem: WmM (Hündin), braun getigert, auf den Namen „Lady" hörend, abhanden gekommen. Wiederbringer erhält Belohnung. Vor Ankauf w gewarnt. H. l&aaf, Walltornr. 34. 8e92D (Verschiedenes^ Frische Fische Bratscheüfische per Pfund 85 Mk. Goldbarsch per Pfund 120 Mk. Rotzungen per Pfund 130 Mk. 66. KülWelW, Liebtgst> .71, Tel-1085 Suche gebrauchte Schttcidcr-Näbuia- schinc und Haus- Haltungs - Nähmaschine zu kaufen Schr. Angeb. u. 10308 an den Gieh. Anz. 7000 Mark zahlen wir für gebrauchte alte großo Ptfanaorpistolen, Sa'. 7,63, m. Holzinueral, ohne solches 6000 Mk. u. erbitten sof. Nach- nahmesend. ohne Anfrage. Beschreibung: 30 cm 1g., lüfchüssig, v. oben zu lad. Stempel: Waffenfabrik Mauser, Oberndorf a/Neckar. Bis. 1000m Alle and. Pi ft-, audi Maus,9min. Vis. '00 m, werd, nicht getft. Waffenhandl.AnaHr» & Bock, Königs berg i. Pr. 5. e„s,id. Kognak- ftaschen kaufe jed. Quantum, zahle 35 Mk. p. St. hch. italbsleisch Liebigftraste 71. Tel. 1685. [9894 |Stellengesuche| 5tfnoti)|)i|lin Anfängerin, 18 I. alt, mit gutem Abgangszeugnis, sucht Stellung. Schriftl. Angebote unter 9874 an den Gieh. Anz. erbeten. Aelteres Fräulein sucht 2lnshilsstelle. Schr. Angeb. unter 010313 a. d. Gieh.Anz. Verkäufe ) AckNßMM Voranzeige. Donnerstag, den 7. Dezember Wallensteins Lager und die Piccolomini Junge, frische oder trächtige Kahrkuh zu kaufen gesucht. Schr. Ang. u. A.0306 an d. Gieh. Anz. erb Suche Anwesen bei voll. Auszahlg., Landhaus, alte Mühle, Bauernhof oder Gasthof in. Garten. Neumann, Svrend- lingen, Str. £). w oio3O7] SBoUft, schönes WshliMmer zu verkauf. Näheres in der Geschäftsstelle des Gieh. Anzeigers. 1 gebr. Kinderwagen, Jleiich- maschiue, Handwagen und Gläicr- brett zu verk. „m« Asterweg 22 p. Zu verkaufen: 1 Lodenmantel, getr., Gr. 44, 1 Covercoat, neu, Gr. 46, ältere Machart. Anzusehen mittags Aro. 1 nJ/aBU. H ofTmann, Q1Q297 Nordanloge 1. | Kaufgesuche | Belamimachung, die Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung betreffend. Für die am 19. November 1922 stattfindende Wahl zur Stadtverordnetenversammlung der Stadt Diesten sind folgende Wahlvorschläge zugelassen: I. Wahlvorschlag. Kennwort: Zentrumspariei. 1. Goerz, Heinrich, Stadtverordneter. 2. Schwab, Franz, Hotelier. 3. Peters, Luise, Frau, geb. Schmücker. 4. Schäfer, Peter, Schriftsetzer 5. Pehel, Alois, Dersich-rungsbeamter. 6. Schneider,Eduard,Privatangestellter. 7. Selbst, Heinrich, Rentner. 8. Wilhelms, Kath , Frau, geb. Dremm. 9. Stappel, Karl, Aechtskonsulent. 10. Drescher, Robert, Architekt. 11. Klein, Otto, Lehrer. 12. Kockerbeck, Paula, Frau, geb Kleinen 13. Bernd, Hermann, Lokomotivführer. 14. Einig, Johann, Postassistent. 15. Winberger, Marie, Hausangestellte. H. Wahlvorschlag. Kennwort: Kommunistische Partei Deutschlands und Freie Arbeiterund Angestellten-Vereinigung. 1. Haupt, Karl, Angestellter. 2 Seng, Karl, Fräser. 3. Bierau, Albert, Dachdecker. 4. Fritz, Friedrich, Former. 5. Reeb, Elisabethe geb. Pfeiffer, Zigarrenmacherin. 6. Wölfer, Hermann, Angestellter. 7. Hildebrand, Karl, Eisenbahnschlosser. 8. Rachtigall, Fritz, Werkzeugmacher. 9. Schmidt, Richard, Eisenbahner. 10. Kästner, August, Bäcker. 11. Schmidt, Philipp, Maurer. 12. Menz, Adam, Tabakspinner. 13. Berg, Heinrich, Modellschreiner. 14. Dell, Paul, Schlosser. 15. Kreiling, Ludwig, Dreher. 16. Räther, Wilhelm, Dreher. 17. Schmidt, Konrad, Bergmann. III. Wahlvorschlag. Wahlvorschlag der Deutschen Demokratischen Partei, beginnend mit dem Damen Marlin Fischer, Kreisschulrat. 1. Fischer, Martin, Kreisschulrat. 2. Diermann, Emma geb. Dernburg, Witwe. 3. Höhn, Heinrich, Dauobersekretär. 4. Mayer, Leopold, Kaufmann. 5. Simon, Emil, Lokomotivführer. 6. Haubach, Georg, Schreinermeister. 7. Bepler, Franz, Schlosser. 8. Mittermaier, Dr., Wolfgang. Universitäts-Professor, Geh. Zustizvat. 9. Schupp, Georg, Geschäftsführer der Landkrankenkasse Gießen. 10. Spies, Christian, Sattlermeister. 11. Reit, Georg Karl, Fabrikant. IV. Wahlvorschlag. Wahlvvrschlag der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei. 1. Beckmann, Georg, Reichstagsabg. 2. Mann, Albin, Landtagsabgeordneter. 3. Goß, Hermann, Installateur. 4. Lorenz, Elisabeth geb. Wollrath, Hausfrau. 5. Kiel, Alfred, Landtagsabgeordneter. 6. Vetters, Friedrich, Redakteur. 7. Maier, Josef, Kanzleiassistent. 8. Diener, Franz, Geschäftsführer des Konsumvereins. 9. Martin, Marie geb. Lich, Kriegerwitwe, Hausfrau. 10. Moosdorf, Kurt, Gewerkschaftsbeamter. 11. Schmidt, Hermann, Lehrer. 12. Stephan, Wilhelm, Angestellter des Cisenbahnerverbandes. 13. Daum, Georg, Feldschütze. 14. Moutarde, Jakob, Buchdrucker. 15. Ganß, Franz, Dreher. 16. Gastein, Peter, Bureaugehilfe. 17. Schröder, Otto, Justizinspektor. 18. Rottler, Simon, Masseur. 19. Dietz, Adolf, Maschinist. 20. Gunther, Heinrich, Verkäufer. 21. Weißbeck, Käthe geb. Stückrath, Hausfrau. 22. Christ, Wilhelm, Schlosser. 23. Böttger, Armin, Buchdrucker. 24. Balzer, Wilhelm, Schneider. 25. Horst, Johann, Schreiner. 26. Degenhardt, Hermann, Schriftsetzer. 27. Gregorius, Heinrich, Schlosser. 28. Repp, Heinrich, Fabrikarbeiter. 29. Manuel, Johannes, Maurer. 30. Hüter, Marianne geb. Weber, Hausfrau. 31. Schember, Georg, Schneider. 32. Frischmann, Emil, Angestellter. 33. Göbel, Heinrich, Schlosser. 34. Schuchardt, Wilhelm, Arbeiter. 35. Schupp, Friedrich, Heizer. 36. Bachmann, Peter, Schuhmacher. 37. Frick, Paul, Zugführer. 38. Rühl, Gustav, Kellner. 39. Förster, Wilhelm, Arbeiter. 40. Ottilie, Christel geb. Stöhr, Hausfrau. V. Wahlvorschlag. Kennwort: Vereinigte Dürgerliste der Deutschen Volkspartei, der Deutsch- nationalen Dolkspartei u. des Bürger- Vereins, beginnend mit dem Hamen Professor Krausmüller. 1. Krausmüller, Dr., Georg, Professor, Stadtverordneter. 2. Rau mann, Minna geb. Thorwart, Ehefrau, Stadtverordnete. 3. Schmahl, Karl, Amtsgerichtsdirektvr, Stadtverordneter. 4. Winn, Heinrich, Stadtverordneter. 5. Horn, Wilhelm, Kaufmann. 6. Kramer, Wilhelmine geb. Engel, Ehefrau, Stadtverordnete. 7. Ärmling, Karl, Schlossermeister, Stadtverordneter. 8. Decker, Georg, Bauunternehmer. 9. Borgmann, Dr., Wilhelm, Professor der Forstwissenschaft. 10. Schwieder, Theodor, Apotheker. 11. Wenzel, Fritz, Dreher, Stadtverordn. 12. Kling, Georg, Lehrer, Stadtverordn. 13. Löber, Wilhelm, Bäckerobermeister. 14. Gottmann, Heinrich, Gutspächter. 15. Müller, Valentin, Rektor, Stadtv. 16. Kirchner, Herrn., Privatangestellter. 17. Rumpf.Ernst.Landgerichtsregrstrator. 18. Loh, Johannes, Hausverwalter. 19. Schenck, Amelie geb. Cellarius, Wwe. 20. Appel, Georg, Jnstallationsmeister. 21. Siebert, Eduard, Lowmotivführer, Löberstraste 12. 22. Lembke, Ludwig, Kaufmann. 23. Albrecht, Georg, Obermaschinenmstr. 24. Dingeldein, Emmy, IZehrerin. 25. Rorth, Franz, Postassistent. 26. Gärtner, Robert sen-, Schneiderobermeister. 27. Feder, Martha, Lehrerin. 28. Schnell, Karl, Schneidermeister. 29. Röhr, Karl, Kaufmann. 30. Weber, Fritz, Oberlandmesser. 31. Schudt, Emma geb. Werftenbach, Ehefrau. 32. Hickel, Hans, Prokurist. 33. Dender, Leonhard, Fabrikant. 34. Daehr, Antonre geb. Ritzel, Witwe. Die unter I und HI bezeichneten Wahlvorschläge sind für miteinander verbunden erklärt. Die Verbindung ist zugelassen. Es wird darauf hingewiesen, dah bei der Wahl 1. nur für einen der zugelassenen Wahl- Vorschläge Stimmen abgegeben,' 2. keinerlei Aenderungen auf den Wahlvorschlägen vorgenommen werden dürfen: 3. es genügt, dah der Stimmzettel nur das Kennwort oder, falls ein solches nicht angegeben ist, den Ramen des an erster Stelle stehenden Bewerbers des Wahlvorschlags enthält: 4. jede Gruppe verbundener Wahlvorschläge als ein Wahlvorschlag angesehen und die auf sie abgegebenen Stimmen bei Feststellung des Wahlergebnisses zusammengezahlt werden. Giehen, den 8. Rovember 1922. Der Oberbürgermeister. (Stadtwahlkommissar) 3.03.: Dr. 0 e i b. 98648