Nr. 265 Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags, mH derSamstagsbeilage-. GiehenerFamilienblütter Monatliche Sezuarpreife: Mk. 185.- u. Ok. 15.- Trägerlohn,durch diePost MK.200. - .auch beiNicht. erscheinen einzelner Num- mern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: für dieSchrift. kitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Lineiaer Stetzen. Postscheckkonto: gratttfurt u besitzen, gewählt werden müsse, würde er für die Sicherheit eintreten. Es sei aber möglich, beytbU M werden unb die Sicherheit zu gewährleisten. Niemand forme es Frankreich verdenken, wenn es am linken Rheinufer ein Regime verlange, das ihm gestatte, in Ruhe zu schlafen. Er habe niemals den Gedanken eines verschleierten Protektorats oder einer Annektion gehabt. Er benfe nicht einmal, das linke Rheinufer vom Deutschen Reiche zu trennen. Das linke und das rechte Rheinuser seien durch sehr enge Interessen miteinander verbunden, aber wie Maurice Darres Der lange er, daß alle preußischen Beamten entfernt -werden, die nach dein Rheinlande den kriegerischen Geist tragen würden. Das Rheinland den Rheinländern. (Beifall.) Im Rheinlande dürfe man keine Finanzkontrolle, nicht einmal eine politisch: Kontrolle, aufrichten, aber eine militärische Kontrolle. Po incare unterbricht und erklärt, eine Räumung des linken Rhein Ufers könne erst erfolgen, wenn Deutschland seine Verpflichtungen erfüllt habe. Solange der Derttag nicht ausgeführt sei, werde Frankreich die Besetzung aufrechterhatten. Loucheur fortfahrend: Er suche ein Regime, das den Frieden nach der Räumung sicherstelle. P o i n c a r e erwidert: Wir können das jetzt nicht ins Auge fassen. Loucheur erklärt weiter, er spreche nicht von einer sofortigen Räumung, aber er glaube, dah man zur Sicherstellung des Friedens das Regime am linken Rheinufer ändern müsse. Der Augenblick sei für Frankreich gekommen, um der Welt das große Programm einer allgemeinen Regelung vorzuschlagen. Man müffe nicht zuerst von Reparationen und dann von Europa sprechen, denn man dürfe nicht aufhören, daran zu denken, dah wir alle, die einen mit den andern, solidarisch seien. Die Rede Loucheurs löskss in der Kammer eine große Wirkung aus. --------------------- । ------------------------ Die kritische Lage im Orient. Konstantinopel, 7. Nov. InTschanak ist eine kritische Lage entstanden, da dort türkische Gendarmerie gegen die griechischen ßinien vorrückt und das Borgchen griechischer Patrouillen jenseits der Dreimeilenzone verhindert bähen. General Harrington wird am Dienstag die Lage mit IsMid Pascha erörtern. Die Kundgebungen in den asiatischen Vorstädten von Konstantinopel haben gestern eine ernste Wendung genommen. Die Fenster der von Christen bewohnten Häuser wurden eingeschlagen. Die Demonstranten schrieen: Nieder mit England, Frankreich und den Alliierten: — Die alliierten Oberkommisiare forderten von ihren Regierungen die Vollmachten, falls es notwendig würde, über Konstantinopel sofort den Belagerungszustand zu Der bangen. London, 7. Nov. Reuter erfährt, der Zweifel darüber, ob Angora beabsichtige, das Mu- dania-Abkvmmen auszuführen, verursache Besorgnis. Es bestehe volle Uebereinftimmung zwischen den Alliierten, die einhellig der Meinung seien, dah die Verantwortung für die Sicherheit der Bevölkerung Konstantinopels völlig auf ihren Schultern verbleibe. Die kemalistischen Anweisungen an die Zollbeantten würden eine Verdoppelung des Drotpreises und die Vesettigung der finanziellen Kommissionen und der ottomani- schen Schuldenverwallung zur Folge haben. Angora habe ferner die Schließung des britischen gemischten Gerichtshofes und der alliiertenSanitätskommissionen an- geordnet. Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, hat Rrsaat Pascha den Alliierten eine Not «unterbreitet, in der die Ausweisung öci britischen Untertanen aus Konstantinopel gefordert wird. London, 7. Nov. Reuter berichte! aus Konstantinopel, daß viele hundert Moham medaner, darunter der vormalige Scheich-ul Islam in der britischen Botschaft Zu flucht gesucht haben. Generalmajor Maurice schreibt kn bei »Daily News", die kemalistischr Forderung der Räumung Konstantinopels sei ein Symptom der Stimmung und der Methoden der Kemalisten, die zu unterschätzen Wahnsinn wäre. Die mili tärische Position der .Kemalisten sei heute weit lärfef als zur Zeit der Konferenz xron Mudania, denn die türkischen Streitkräfte seien jetzt an der Grenze der neuen neutralen Zonen zusammen gezogen und bereit, unverzüglich vorzudringen Trotz aller abgeschickten Verstärkungen könne Eng land allein mit der Streitkraft, über die es an Ort und Stelle verfüge, den Türken nicht stand halten; der Türke wisse dies genau. Forderungen Aegyptens. Paris, 7. Nov. (WTD.) Wie Havas mit* teilt, hat der Vertreter der Regierung von Angora in einer Unterredung mit einer Delegation der ägyptischen Nationalpartei der letzteren mitgeteilt, daß die Regierung von Angora England ferne bevorrechtete Stellung im Niltale zuerkenne. Die Frage sei entsprechend dem von der ägyptischeen Nationalpartei aufgestelllen Pakt zu lösen. Die ägyptische Nationalpartei fordert die politische bedingungslose Unabhängigkeit des Niltales und verlangt, daß die Verteidigung des Suezkanals ausschließlich Aegt)pten übertragen werden solle. Sie will sich auf keinerlei VerHandlungen mit England einlassen, solange nicht England durch den Abzug seiner Truppe« die völlige Unabhängigkeit des NiltaleS aner- könnt hat. Vertagung der Konferenz von Lausanne. Paris, 8. Nov. (WTD.) HavaS meldet, Großbritannien habe Frankreich eine VertagungderKonferenzvonLau- sänne vom 13. auf den 27. November vorgeschlagen. Wenn auch Frankreich einer kurzen Vertagung nicht abgeneigt sei aus Organisationsgründen, so würde es sich doch wahrscheinlich einer so langen Vertagung widersetzen. Die Lage in Bayern. München, 7. Nov. (WTD.) Wie aus Landtagskreisen verlautet,hielten die Koalitionsparteien heute Fraktionssitzungen ab, die sich mit der politischen Lage und insbesondere mit der Frage der Kabinettsbildung beschäftigten. Dem Vernehmen nach hat der Dauernbund der Kandidatur von Knilling zugestimmt. Die Demokraten wollen dem neuen Kabinett gegenüber eine abwartende Haltung einnehmen, ebenso beabsichtigen die Sozialdemokraten eine ähnliche Stellungnahme. Gewisse Schwierigkeiten sind durch die Umbildung der Bayerischen Mittelpartei aufgetreten. Die Mittelpartei hat zwar gegen die Person v. Knil- lings nichts einzuwenden, beansprucht aber neben dem Justizministerium im neuen Kabinett auch noch das Handelsministerium. Die Daherische Volkspartei glaubt aber einer derartigen Forderung auf Grund der Fraktionsstärke der Dayerischen Mittelpartei nicht zustimmen zu können. Die Fraktionssitzung der Dayerischen Mittelpartei wurde um 9 Uhr abends abgebrochen und wird Mittwoch vormittag fortgesetzt. Die Entscheidung dürfte also frühestens Mfttwocy, voraussichtlich gegen Mittag, fallen. Berlin, 7. Nov. (Privat-Tel.) Trotz bei amtlichen bayerischen Dementis bleibt die „Voss. Ztg." bei ihrer Behauptung, daß sich Kapitän Ehrhardt in ^Nünchrn aufgehalten habe, allerdings unter fremdem Namen. Die Berliner Gewerksschaftskommission Höll heute nachmittag eine Vollversammlung ab, die infolge von alarmierenben Meldungen der Gewerkschaften über die Lage in Bayern cinberufen wurde. Die bayerischen Gewerkschaften sollen eingehendes Material über die Tätigkeit des Ge-re- rals Lüttwitz und des Kchütans Ehrhardt in Bayern und über die des Majors Pabst in Nordtirvl gesammelt haben. Die Wahlen in Amerika. Paris, 7. Nov. (WTD.) Havas berichtet aus Washington, bei den heute stattfindenden allgemeinenpolitischenWahlen werde die Wahl zum erstenmal seit brr Wahl des Präsidenten H a r b i n g ber Meinung bes Landes Ausdruck geben. Die Vereinigten Staaten haben 435 Abgeordnete zum Repräsentantenhaus, 37 Senatoren. 32 Staatsgouverneure, sowie die Mitglieder ber gesehgebenben Körperschaften in den verschiedenen Staaten zu wählen. Die Hauptrolle werde die Frage des Alkoholverbotes spielen. Vom internationalen Gesichtspuntte sei in der Wahlkampagne .allein die Frage des Zolltarifs erörtert worden. Die Teilnahme am Völkerbünde und die interalliierten Schulden ifeien fast überall in den Hintergrund getreten. Sam man habe sich hauptsächlich mit innenpolitischen Angelegenheiten beschäftigt. Paris. 8. Rov. (WTB.) Der „Oten Bork Herold" berichtet aus Äeuhork: Die d e m v k r a- tischePartei hat einen glänzenden Sieg davongetragen. Die Ergebnisse, die um 10 ^Ihr abends vorlagen, liehen erkennen, daß die Republikaner eine große Anzahl von Sitzen im Re- präsentantenhause und mindestens einen Sih im Senat, des Senators Calder in Reuhork. an die Demokraten verloren haben. Rach Schluß der Abstimmung, die in Reuhork im 7 Mr abends stattfand, hat man sich Rechenschaft davon abgelegt^ dcch die demokratische Partei den Sieg davon- gctraaen hat. Paris, 8. Rov. (WTB.) Havas berichtet aus Reuhork, der Demokrat Smith wurde zum Gouverneur des Staates Reuhork gewählt. Er hat also den augenblicklichen republikanischen Gouverneur Miller geschlagen. Gras Drockdorsf-Rantzaus Antrittsbesuch in Moskau. Berlin, 7. Rod. (Wolff.) Der deutsche Botschafter in Moskau Graf Brockdorff- Rantzau hat am 6. Rovember bei einem feierlichen Antrittsbesuch ein Beglaubigungsschreiben dem Präsidenten des Zentralexekutivkomitees. Kalinin, überreicht. Bei dieser Gelegenheit hielt der Botschafter eine Ansprache, in der er sagte: Mit meinem Können und meiner Person werde ich mich dafür einsetzen, und beweisen, daß der Bertrag von Rapallo eine neue Aera für das deutsche und das russische Volk eingeleitet hat und damit nicht nur für Europa, sondern für die gesamte Welt. Die Antwort des Präsidenten Kalinin lautete u a.: Durch den Abschluß des Rapallo- Vertrages, der dem Geiste und der Forderung der Zeit sowie den Interessen beider Staaten entspricht, geben das deutsche wie das russische Volk der Lesamten Welt ein Zeugnis uneigennützigen Vertrauens. Rur ein solches Vertrauen vermag die Basis für wahrhaft freundschaftliche Beziehungen zu bieten und der ganzen Welt den einzig gerechten Ausweg aus den Schwierigkeiten und dem Chaos zu weisen, die sich aus dem furchtbaren und sinnlosen Kriege ergeben haben. Der Weg freundschaftlicher Beziehungen und wirtschaftlicher Annäherung, den das deutsche und das russische Volk betreten haben, ist fest vorgezeichnet. Dieser Weg bleibt unverändert bestehen unbeschadet aller äußeren Einwirkungen und Zufälligkeiten und unbeschadet der Beziehungen, die von den beiden Völkern mit anderen Staaten sich entwickeln können. Aus dem Reiche. Zur ErnährimgSlagr. Berlin, 7. Rov. In der heute vormittag avgehaltenen Hauptversammlung des deutschen Landw i r t s chaf L s rat es kam es zu einer lebhaften Ausspvachr über die ernste Ernährungslage. Staatssekretär Hein- r i ch vom Reichsernährungsministerium charak- teiificrte die augenblickliche Situation folgendermaßen: Bei der Versorgung der Bevölkerung mit M a r k e n b r o t ist darauf hinzuweisen, daß wir schon heute zu ihrer Aufrechterhaltung mehr Brotgetreide einführen als im Vorjahre. Da die öffentliche Hand immer mindestens 6 Wochen vorher im Besitze der zur Verteilung notwendigen Gctreidemengen sein muß, so wird am Anfang des nächsten Jahres mit ernsten Schwierigkeiten zu rechnen sein. Das erstandene Auslandsgetreide in Verbindung mit den jetzt ein geb rächt en Umlagemengen des Reiches reicht gerade bis in die ersten Tage Les Januar. Staatssekretär Heinrich richtete im Ramen der Reichsregierung den dringenden Appell an die Landwirtschaft, die Ablieferungen des ä2mlagrgetreides soweit als möglich zu beschleunigen. Die Erhöhungen der Dramteubezüge. B e r l i n, 7. Rov. Im Äeberwachungs- uusschußdes Reichstags wurden in Form eines Gesetzentwurfs als sechster Rachtrag zum Reichshaushaltsplan für 1922 die neuen Erhöhungen der Beamtenbezüge bewilligt. Demnach wird ab 1. Rovember 1922 zu den Grundgehältern, den Diäten, dem Ortszuschlag und den Kinderzuschlägen ein Teuerungszuschkag von 49 vom Hundert ausgezahlt. Hierzu kommt jgn Frauenzuschlag von monaMch 1000 Mk. Der Schiedsspruch im Duchdruckgewerbe. Berlin, 7. Rov. (WTB.) Rach den heute vor dem ReLchsarbeitsmimster geführten Verhandlungen über den von den Arbeitgebern abgLlehn- ten Schiedsspruch im Buchdruck- und Zeitungsgewerbe wurde auf Antrag der Arbeitnehmer der Schiedsspruch vom 2teichs- arbeitsminister für verbindlich erklärt. Der Wechsel im badischen Ministerium. Karlsruhe, 7. Rov. (WTB.) Der Badische Landtag ist heute zu einer neuen Die Herweghs. Tine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill. 33. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) „Du kannst doch nicht verlangen, daß ich mein letztes Armband versetze oder einen Proleten heirate," sagte Liane gekränkt. Diese Toiletten und Reifen betrachtete sie als Geschäftsspesen. Wenn sich Liane einmal verheiratete, bekam er ja alles zurück. Herbert hatte auf einmal auch Wünsche, er brauchte Lackstiefel zur Tanzstunde oder wollte einem Freund Geld geliehen haben, was zwar bei der nüchternen Lebensanschauimg des Lümmels unwahrscheinlich war: er hielt immer feine lange Hand auf . . . seine Mutter kam, mit diesem Ausdruck halber Verlegenheit auf dem hübschen Gesicht, und sic ihn in seinem Bureau aufsuchte. das waren für ihn die dunkelsten Stunden. Es war immer dasselbe Klagelied, dessen Melodie ihn schon als Junge geleitet hatte. Das Kapital war aufgezehrt, der Bankier hatte es eines Tages der erstaunten Frau von Herwegh mitgeteilt Es war fort, einfach fort. Und die Majorspension reichte gerade für die Miete. Sie hatte nur Ernst, auf den sie bauen konnte, auf den sie sich verließ. Er gab, was sie verlangte, wenn er auch oft das Gefühl hatte, es sei nicht richtig, immer nur zu geben. Aber seiner Mutter etwas abMchlo.gen, war ihm unmöglich Lutz, der seines Rheumatismus in der (hitm Schulter wegen genötigt war, in diesem Sommer Session zusammengetreten. Das bisherige Bureau mit dem Präsidenten Wittemann (Zentr.) an der Spitze wurde wiedergewählt. Zum neuen Minister für Kultus und älnterricht wurde an Stelle des zurückgetretenen Dr. Hummel Prof. Dr. H e l l p a ch von der Technischen Hochschule berufen. Die Wahl des Staatspräsidenten fiel auf den Minister des Inneren Remmele. die des Stellvertretenden auf den Finanzminister Köhler. Aus Hessen. Hilfsmaßnahmen gegen die Wintersnot. rrn. Darmstadt, 7. Rov. Die »Rot Hilfe Hessen" ist ein von den verschiedenen Ministerien, dem Landtag und zahlreichen Behörden, den Oberbürgermeistern, Kirchen, Schulen, Gewerkschaften, Fraucnvereinen usw. unterzeichneter Aufruf benannt, der durch den Landesausschuß im Verfolg der gestrigen ersten Sitzung erlassen wurde, und in welchem zur Sammlung von Spenden in Raturalien oder bar aufgefordert wird. In der gestrigen Versammlung gab der Staatspräsident Älr ich ein Bild der schwierigen Lage. In näheren Ausführungen teilt Ministerialrat Emmerling mit, daß der Finanzausschuß vorbehaltlich der Genehmigung des Landtags den Betrag von 20 Millionen Mark bewilligt habe. Das Schwergewicht der Gesamtaktion liege bei den örtlichen Organisationen. Llls Grundsatz gelte, daß die örtlich gesammelten Mittel in erster Linie zur Linderung der örtlichen Rot Verwendung finden. Zur Beihllfe werden angerufen die Handelskammern und die Landwirtschaft, Arbeiterschaft und Beamten sollen Stundenlöhne bzw. Sammlungen bereitstellen, Kirchen und Schulen sollen Kollekten und Sammlungen erheben. Die Eisenbahnen sollen zur Ermäßigung oder zum Erlaß der Frachtsätze im Rahmen der Hilfsaktion angegangen werden. Die Regierung wird das Hilfswerk mit allen Kräften unterstützen. Allseitig wurde das von der Regierung vorgeschlagene Programm gebilligt u-id Hilfe zugefagt. — Für die Stadt Darmstadt haben die Frau Staatspräsident Nlrich, sowie Frau Oberbürgermeister Dr. Glässing zu einer ersten Versammlung auf Mittwoch Einladungen ergehen lassen. Aus Stabt und Land. Gießen, den 8. Llovember 1922. Die Wahlvorschläge zur Provinzialtags- und zur Kreistags-Wahl am 19. Ro vember werden im neuesten Amtsverkündigungsblatt zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Für die Provinzialtagswahl find insgefamt 20 Wahlvorschläge eingelaufen. Davon entfallen auf die Demokraten 5, auf den Hessischen Bauernbund und die Deutschnationale (Hessische) Dolkspartei 6, auf die Deutsch? Bollspa rtei ebenfalls 6. Diese Wahlvorschläge stammen aus den verschiedensten Bezirken der Provinz Oberheffen. Die Wahlvorschläge jeder Partei sind unter sich verbunden. Der Hessische Bauernbund und die Deutfchnativnale (Hessische) Vollspartei, sowie die Deutsche Vollspartei haben sich ja für ihre Wahlvorschläge mit der einfachen Derbinbung begnügt, die Demokraten der Bezirke Büdingen und Friedberg, sowie Gonterskirchen- Alsfeld haben ihre Vterhlvorschläge als eng verbunden erklärt. Je ein Wahloorschlag liegt vor vom Zentrum, von der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei und von der Kommunistt- schen Partei. Eine Listenverbindung ist von feiner dieser Parteien gemeldet Wörden. Für die Kreistagswahl liegen insgesamt 6 Wahlvorschläge vor, die — nach der Reihenfolge der amtlichen Bekanntmachung — ausgehen von den Kommunisten, den Sozialdemokraten, dem Zentrum, den Demokraten, der Deutschen Vollspartei, der Deutschnationalen Vollspartei und Hessischen Bauernbund. Verbunden sind, die Listen der Deutschen Dollspartei und der Deutschnationale^ Volkspartei- Hessischer Bauernbund, ferner die Listen des Zentrums und der Demokraten. Die Linksparteien sind keine Listenverbindung eingegangen. Der Umlauf des hessischen Notgeldes. Das hessische Ministecium für Arbeit und Wirtschaft gibt bekannt: „3m Einvernehmen mit dem Herrn Reichsfinanzminister ist die Umlauf szeit des von der Provinz Oberhessen und den Städten Darmstadt, Mainz und Worms neuerdings ausgegebenen Rotgeldes bis zum 15. Dezember lfd. Is. verlängert morden. Die Verlängerung gilt auch für diejenigen Scheine, auf denen ein früherer Ablauf der Frist ausdrücklich vermerkt ist. Soweit die für einzelne Rotgeldausgaben bewilligte Llmlaufszett erst nach dem 15. Dezember lfd. Is. abläuft, verbleibt es bei dieser für den Einzelfall bestimmten Frist." eine gründliche Kur zu gebrauchen, hatte sich im Palast Hotel einquartiert, wo warme Quellenbäder verabreicht wurden. Er wollte Mama keine Umstände machen, er, mußte früh baden und rnurde massiert, und das Herweghsche Haus war auf Frühstücke bei Tagesgrauen nicht eingerichtet. Er hatte fein Reitpferd mitgebracht. „(junge, Junge, das haben Sie sich sein eingerichtet!" Der General klopfte Lutz auf die Schulter. „Ra, denn man zu, genießen Sie Ihr Leben, es ist ohnehin so kurz. Und wenn ich mal was sehe, ich drücke beide Augen zu." Der alle Herr spielte dabei auf gewisse Damen an, mit denen man Lutz früher in der Dämmerung oder bei bengalischer Beleuchtung am Kurhausweiher gesehen hatte. Er ahnte nicht, warum Lutz etwas zusammenzuckte. „Ree, alter Herr. Ich such' mir jetzt ’ne Frau. Wir werden solid." • ■Sertoegb hatte sich schon in München viel mit gerichtlicher Medizin beschäftigt und mit besonderem Interesse diese Vorlesungen besucht. In seiner Bibliothek sammelte er hauptsächlich anssen- schaftliche Abhandlungen berühmter Psychiater über die Fragen der Behandlung verwahrloster Kind-er und die Beurteilung liadlicher Verbrecher. Diese Rätsel hysterischer Epidemien in den Schulen, individueller Hemmungen und ihre Bekämpfung, der Einfluß des Altohvlge.msses der Eltern und Ahnen aus die Nachkommen, hatte er früher viel mit Doktor Rickert diskutiert Dieser behauptete, alle Verbrecher seien im Rausch erzeugt, we seien mit diesen Anlagen geboren und könnten für ihre Taten nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Die Ansichten seiner Kollegen gingen in diesen Tragen auseinander. Die meisten beschäftigten Elsaß-Lothrrngische Woche. Trost und Hoffnung zu spenden.der trauernden Mutter Germania, die um ihr verlorenes Kind Elsaß-Lothrmgen weint, das war die Devise des gestrigen Goethe-Abends der Elsaß-Loth- ringischen Woche. Zur Einleitung sprach Frl. Karla Keller die „Zueignung". Der tiefempfundene Vortrag führte die zahlreich versammelte Zuhörerschaft in die Stimmung andächtiger Verehrung, die allein als fruchtbringender Boden für die Mitnahme der erhabenen Worte und Gedanken des Meisters vor- auszusehen ist. In diese weihevolle Stille erklangen dann betannte Goethe-Lieder, von großen Tondichtern in würdigen Kompositionen nachempfunden. Frau Dr. Wolff erntete reichsten Beifall für ihre hochwertigen Gesangesleistungen. Rach einem weiter nGeoichtvortragKarlaKellers ergriff Dr. Friedrich List Las Wort zu dem Thema „Goethes Deutsches Elsaß". Ausgehend von der Straßburger Zeit des jungen Goethe, die man als dessen erste wirklich dichterische Periode bezeichnen müsse, wies der Redner an einem literarhistorischen Aleberblicf nach, wie das Elsaß zu allen Zeiten kulturell mit dem deutschen Mutterlande aufs innigste terbunben gewesen sei und an allen seinen literarischen Dlüteepochen bestimmenden Anteil genommen habe. Der politische Raub Ludwigs XIV. habe das Elsaß yicht der deutschen Heimat zu entfremden vermocht. Erst die Zeit der französischen Revolution vollendete die Loslösung Elsaß-Lvthringens von Deutschland und den Anschluß an Frankreich. Der Militarismus unb Rationalismus der damaligen französischen Republik und des späteren Kaiserreiches als Träger großer Ideen habe die empfänglichen Herzen der Elsaß-Lothringer für das Land ihrer damaligen politischen Zugehörigkeit gewonnen und ein Band geknüpft, das durch das in den Reihen der französischen Armeen auf den Schlachtfeldern Europas vergossene Blut seiner Söhne Festigkeit erhielt. Damals ging Elsaß-Lothringen erst wirklich verloren und blieb es. von wenigen Ausnahmen abgesehen, bis zur Wiedervereinigung mit dem deutschen Reiche im Jahre 1871. Die Zeit von 1871—1918 nur streifend, leitete der Redner auf das Jahr 1918 über, da Elsaß-Lothringen zum zweiten Male Politisch verloren ging. Wieder habe französischer Militarismus und Rattonalismus von der urdeutschen Erde Besitz ergriffen. Doch diesmal stand nicht ein großer Gedanke hinter den Werken der französischen Politik und deshaD bleibe die Wiedervereinigung Elsaß-Lokhringens mit Frankreich nur ein flüchtiger Rausch, dem die Ernüchterung bald folgen werde. Das enttäuschte Land werde dann wieder mit sehnsüchtiger Er- rrartimg nach Deutschland schauen. Unb dort müsse man sich vorbereiten, um die völlige und endgültige kulturelle Verschmelzung zu ermöglichen. Ein Kampf mit kriegerischen Waffm sei uns Deutschen unmöglich gemacht: nur ein geistiger Kampf käme in Frage. Zu diesem sei das Volk der Denker wie kein anderes befähigt, wenn es sich nur von seinen großen Geistesherven und vor allem von dem größten unter khnen, Goethe, leiten lasse. Durch Goethe zum Elsaß — das müsse der WaMpruch des deutschen Dolles sein. Dann roerbc die kulturelle Wiedergewinnung Elfaß-LotHringens als Siegespreis erftritten werden Die politische Rückkehr zum deutschen Vaterland bleibe die schönste Hoffnung, die ein glaubensstarker und berechtigter Optimismus sich zum letzten Ziele setzen müsse. — Rach den mit großem Beifall auf genommenen Worten des Redners fand der eindrucksvolle Abend in einigen Gvetheli^)ern, gesungen von Frau Dr. Wolff, seinen 'Harmonischen Abschluß. Noch mehr Papiergeld. Wie das Berliner „Achtuhr-Abendblatt“ erfährt, werden zur Behebung der Zahlungsmittelnot demnächst die neuen 50 000 - Marknoten ausgegeben und die 500- Mark- und 1000-Markscheine stark vermehrt werden. Täglich würden 1 1 bis 12 Milliarden Mark neues Papiergeld in den Verkehr gebracht. • ** Amtliche Persvnalnachrichten. Am 30. Oktober wurden der Forstwart der Kommunalforstwartei KesselbachLondorf. Oberförsterei Habenau, Johann Kämmerer zu Londorf, und der Forstwart der Kommunalforflwartei Geilshausen, Oberforsterei Rabenau, Peter Wallenfels zu Geilshausen, vom 1. Oktober 1922 an unter der Amtsbezeichnung „ Förster" in den Staatsdienst übernommen. — Am gleichen Tage wurde der Kommunalforstwartaspirant Peter Oehlenschläger zu Olfen vom 1. ktober 1922 ab unter der Amtsbezeichnung „ Förster" in den Staatsdienst übernommen und ihm die Versehung der Försterei Olfen, Oberförsterei Beerfelden, übertragen. sich nicht mit Psychiatrie. Das überließ man den gerichtlichen Psychiatern. Die Richter sahen es nicht gern, wenn sich die Advokaten als Hilfstruppen Aerzte hinzuzogen, welche ihre Rechts- urteile oft durch ihre wissenschaftlichen Belege wertlos machten. „Wenn alle Verbrecher für geistig anormal erklärt werden," sagte der Lairdrichter, mit dem Herwegh nach der oityung heimging, „macht man am besten das Gericht zu. übergibt die Diebe und Mörder den Irrenanstalten, dann kann der Staat für sie sorgen und unsereiner hat wenigstens keine Arbeit mit ihnen." Ss wehte Herwegh immer eine feindliche, kühle Lust entgegen, wenn er mit Juristen auf diese Fragen kam. Er fühlte das. aber dieses Ausweichen war nur natürlich, ein Richter durfte sich nicht in diesem Labyrinth verlieren. Sein Kollege Ehrlich stand diesen Fragen skeptisch gegenüber. Er hatte die Praxis seines Vaters übernommen und führte sie ganz im Sinne seines alten Herrn weiter. Rur wa? er nicht so grab, sondern sehr korrekt und gewandt, und dafür bekannt, daß er nur „hasenreine Fälle" nahm. Die anderen lehnte er ab. Er glaubte nicht ajn die geheimnisvollen Gefühls komplexe, an die stch it- ® danken!ichrungen und Will^nsrichtungen der Menschen anlnühen „Äebrrhaupt Gefühle," sagte Ehrlich, „wenn wir uns erst darauf etn- laffen.“ Er zuckte die Achseln. „Gewiß stellt diese Vererbung und Belastung der Verbrecher eine gefährlich? 'Beeinflussung dar, aber wenn man alle Verbrecher ihrer angeborenen Eigenschaften wegen freisprechen wollte, wäre die Well bald in Händen > von Zuchthäuslern." •* Schuler-Einzelurlaub zur t a a b» Wirtschaftlichen Rothilfe. Das Landes' amt für das Bildungswesen veröffentlicht fol genbe Mitteilung an die Schulbehörden: Wic wir erfahren, haben an einzelnen Orten die für die landwirtschaftliche Rothilse beurlaubten Schü ler ihren Arbeitsplatz verlassen, weil i£nen mit geteilt worden sei, die für sie ausgefallene Unter richtszeit werde später an den Ferien abgezogen. Diese Annahme ist irrig. Die Weihnachts- und Osterferien werden nur in den Fallen gekürzt, wo die ganzen Schulen die Herbstferien um eine Woche ober mehr verlängert haben. Der Er teilung von Ernzel urlaub auch in größerem ■Umfang wird bet ausgefallene Unterricht n id} L nachgeholt. * Eine größereMenschenänsamm l u n g war gestern abend gegen 6 Hfyr vor dem ehemaligen Hotel Großherzog zu beobachten, wo die Versammelten (meist Arbeiter der Metall- brauche) die Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Metallindustrie bei Lohnverhandlungen vernnrteten. Die Arbeiter wolltey die Arbeitgeber sprechen, die jedoch nicht anwesend waten. Alk den ^Atbettern dies gesagt wurde, bezweifelten sre bte Richtigkeit, und ehre Anzahl der Leute betrat trotz des Protestes der Arbeitgeber-De auftragten das Haus und alle Räumlichkeiten, um sich von der tatsächlichen Abwesenheit der Arbeitgeber zu überzeugen. Erst nach der Durch schreitung der Räume, die ergab, daß kein Arbeitgeber anwesend war, begab sich die Menge ■- nach dem Gewerkschastshause, wo noch eine Der- £ sammlung abgehalten wurde. "Diebstähle. In der Nacht zum 6. November wurde von einer Polizei- patroullle in der Kaplansgasse ein U/s Meter langes, gebogenes, mit Messinghahnen versehenes Wasserrohr gesunden. — In der Nacht zum 7. November, morgens 4Vs Uhr, wurde im Burggraben ein Mann sestgenommen, der in einem Sack etwa Vs Zentner Unionbriketts in runder Form trug. Die Gegenstände stammen zweifelsohne aus Diebstählen. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminal-Abteilung entgegen. ** Die Abgabe von Wald streu. Das Kreisamt gibt im neuesten AmtSverkün- digungsblatt bekannt: Die Wallrungen sind durch die außerordentlich starke Streunutzung während und nach der Kriegszeit sehr mitgenommen worden. Eine Einschränkung der Stteuabgabe auf die dringendsten Fälle ist von der Forstverwaltung als dringend notwendig erachtet worden. Zu diesem Zweck wird empfohlen, aus Ersatz der Waldstreu durch Torsstteu bedacht zu sein. Einen gemeinschaftlichen Bezug der Torsstteu seitens mehrerer Gemeinden durch Vermittlung der landwirtschaftlichen Genossenschaften halten wir für sehr erwünscht. △ Das Konzert des Mandolinen» u. Gitarren-Vereins „Reapolitana" das am Sonntag in bet Turnhalle. Steinstrahe stattsand, war so zahlreich besucht, daß viele Gäste nur noch einem Stehplatz erlangen konnten. Das Programm bot durch Mitwirkung verschiedener Solisten reichhalligste Abwechslung. Dazu kam noch, daß bet bestens bekannte Offenbacher Mandolinenchor mtttotrfte und fein Bestes bot. Die Konzertbesucher bezeigten den Ehören und Gesängen herzliche ® auf barfeit, so daß verschiedene Zugaben folgen mußten. Besondere Anerkennung gebührt Idem hiestgen Verein, der trotz feinet erst einjährigen Bestehens Hervorragendes leistete. Die Gesänge von Frl. Weeg (Gießen), einer Schülerin von Frl. Stammler (Gießen), fanden lebhaften Beifall. Frl. Weeg verfügt über gutes Stimm- material und wird gewiß bei weiterer Schulung , noch vollkommenere Leistungen erzielen. Zum gutem Gelingen der Veranstaltung trugen ferner ber Harfenkünstler Hemrich Wigger und nicht zuletzt der Letter des Konzertes. Hans Sonntag (Gießen), bei. Mit Genugtuung kann der junge Verein auf sein erstes öffentliches Konzert zurückblicken. Wettervoraussage für Donners tag: Rach vorübergehender Aufheiterung emeite Regenfälle, mild, südliche Wcnde. Westlich England zeigt sich ein neues Fall- gebiei, in dessen Bereich wir bereits morgen kommen werden. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch Stadttheater. 7 älhr: „Der Biberpelz". — Asto- ria-Lichtspiele: „Weltstadtbanditen" und „Herm Arnes Schatz". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Es kommt der Tag". — Palast-Lichtspiele: „Du brst das Leben" und „Die Silbermöve". leiten geMgt- U ScmcinberatöJ lihlägeemsereicht kM in MM „Mag leimt U Ente der euuM * üued, l. D ncinbe eine holzß vald vornehm^ Mhvlz wurden k v» üefun Seide tarn ohi Kaube das Orts" Zeitung gebaut ua man auch den jau des Üeberlandioe -A'IsA Utz: die dis die t® »tit IriterP' Sk'xA ÄSK spd. Franksu 2. Mander ab srll lerung der 6i traft treten, bte ma Üe billigste Fc 10 Hart Wen. 2 Icchmkarten ton 19* Sie arieta zur Sinfi :ii M Hart Lrv? rückgang in ftei 'Wert aber dasT Icffionat und hat f skNicfc Lumme v micht Zur 'Setmü :Qcn 280 Arbei lasten -oerdm. 3 gmbahn der 6tra6 che Konkurrenz, al Mt fic an ter Sta benutzen «ch den löTotien sc M Docheuiatt Seit nach dem Hai nnzige Strnhe «Wfen laßet a spd. Sranlfu AuegnM, als wrf Äauch aus Ml wertvoll, ? tonerSienftfi gestohlen ' ' «lcr verlaufen tot Mnbchi-Kmmnalpi £ Mle sich bcrmi ;fl1 AUallslückc in Die-ba ^tadtvemdnel« Akratischer Stal daß in ter lei " mit erijeblicte ttootbu- duz fMh Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags: Frankfurt a. M. 8250—8350. Herwegh widersetzte sich Die Menschen werden nicht allein durch sprachliche Gedankenver- mittlung, sondern auch durch vorgebildete Gemeinschaft der Gefühle beeinflußt, und sie müssen danach handeln, ob sie wollen oder nicht." „Aber Kollege —" „Wir alle sind aus der inneren Anlage heraus nicht nur Menschen, sondern auch Mitmenschen." fuhr Herwegh fort „Es gehört zu unserem Beruf, daß man andere versteht und sich den fremden Gefühlszustand vergegenwärtigt. Die Einführung ist es. was uns Juristen fehll." „Sieber Herwegh." sagte Ehrlich, der dieses Ausführungen mit einem überlegenen Lächeln gefolgt war. „Sie haben in allem recht, Sie geraten dabei aber auf die Bahn des Psychiaters und den kümmert die rechtliche Beurteilung eines Falles wenig. Der Richter soll nur Ma Tat beurteilen. um das Wie und Weshalb hat er sich nicht zu kümmern." „Aber tojr Verteidiger müssen das!" rief Herwegh. „□Zein das bestreite ich ganz entschieden, denn wir kommen damit auf die schiefe Ebene." „Und wohin führt Ihre gerade, korrekte Richt- Itnie?“ »3um Ziel, das wir uns alle stecken sollen, zur gerechten Beurteilung des Falles." „Ohne daß wir seine Gründe untersucht haben?" „Die andere führt jedenfalls zu dem Chaos und den dunllen Winkeln, in denen sich die faulen Falle verbergen," sagte Ehrlich ,Beschäftigen Sie sich nicht zu viel damtt, es ist nicht gut“ (Fortsetzung folgt) -Kirch, ockhej. [S«» er»;»e Ji,ti und der kleine Pickel und Äinbern behebenbc Menge angsterfüllt auf Rachrichten von Den Verschütteten. (Sn einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Forderungen der Regierung von Angora. Paris. 7. Rov. (WTB.) Aach einer Syv vasmcldung aus Konstantinopel hat die Regie- rung von Angora den ofiftiMtei Oberkom- missgren in einer neuenAote die Wahnahmen mitgeteilt, die sie für das Einlaufen von Kriegsschiffen derjenigen Machte, mit denen der Waffenstillstand besteht, in ihre Häfen zu treffen gedenkt. Diese Schiffe müssen mit vorheriger Ermächtigung versehen fein. Sie könnten nur bei Tag. und zwar jedesmal nur eins, in die Häfen einfahren. AuherDem könne die De- 5 Mart i* H350. BüÄcrtisch. Die rote Erzellenz. Gin Tierrvman. Bon HuliusRHaarhaus. R. Bvigtländers Verlag in Leipzig. — Der alte Reinecke de Dos tritt im Gewände unserer Seit in diesem Buche als Hauptheld aus und beweist, dah er vielleicht noch pfiffiger geworden ist. HebcrauS fein beobachtet zieht in den Tiergestalten die Menschheit in ihren Berufen und Lebensanschauungen, Veranlagungen und Wünschen an uns vorüber. — Lebenswege. Geschichten von Hermine Dillinger. Derlag von Adolf Bonz & Eomp., Stuttgart. — Dies Werk aus dem Rachlast von Hermine Dillinger enthüll sieben Erzählungen. die alle in den letzten Lebensjahren entstanden sind. Es ist charakteristisch, wie sich die Dichterin gerade im Aller mit besonderer Liebe in die Jugendzeit und Iungmädchenjahre versenkt. Jeder, der einen Blick dafür hat, empfindet es. dast auch aus den kleinsten Geschichten der Dichterin in lebendiger Weise ein Stück Seelenleben unseres Dolles wie von selbst erwächst. ür Wittvo- erpeli“ ' % tcn“ und „ytf" z AHnhossbE- tÄchtfM > ermöve". Kirche und Schule. nd. S t o ck h e i m. 6. Rov. Sn der verflossenen Woche fanden hier, in Büdingen und Ridda die Bezirkskonferenzen der Lehrer und Lehrerinnen des Kreises Büdingen unter dem Vorsitz des Kreisschulrats G ö ck e I - Büdingen statt. Die Tagesordnung umfastke hauptsächlich die Berufslehre in der Fortbll- dungsschule. worüber die Lehrer D o m m - Ridda und Hofmann - Büdingen ausführliche Dor- , trüge hiellen. die den Konferenzteilnehmern viele , Praktische Winke und beachtenswerte Anregungen boten. Die Referenten halten im letzten Sommer an einem Kurs für Lehrer an ländlichen Fortbildungsschulen in dem landwirtschaftlichen 3n- ftitut in G testen teil genommen und waren daher in der Lage, besonders eingehend die landwirtschaftlichen Berufsverbände als ; äluteirichtsfach einer Erörterung zu unterziehen. \ Schliestlich gab noch der Vorsitzende treffende Zusätze über die Bedeutung und der Wert der Volkswirtschaftslehre für alle Berufsschichten. babi. : Ak » Menschen wen v» Gedanken«!» bildete SmK inh sie =* der Nichten Anlage h<^ auch Mtmcn' gehört z-u." es*“* Erat b» *idr * e K -*• i es ist iel ^d« Durch. iM kein Ar Meng, s eine i 5 Nl zu» vrr. -0u del Titz. warde m kommen, der ht Monbrlfats ir. tänbf stammen vachdienliche ^llbÄdteilung Daldstreu. t Amtsverkün, Salbungen sind e ötieuniihuno Kit sehr mit. Ichrankung dm dsten Fälle Ifi dringend not» 'N Zweck wird öaldstreu durch n gmeinschast. !iteng mehrer« l der landwirt. halten wil sü, llandolioeo» eapolitan^ alle, öteinstrahe , dah viele Säfte ai konnten. 'Sos ng verschiedener img. Dazu fan ffenbadpr Man- festes bvi. Die röten unb Gedost verschiebem M Anerlemmnz c tat) seines af. endeS leistete. Die rn), einer Schütt- fanden fehbaher. >r gutes Stimm- weiterer Schulung zielen. Zum gut« gen ferner de r und nicht zuletzt Sonnlng ter junge Acrein erl zuruöbli'ck» ge g: eitenmg uneür )r. _ rf ein neues Fall» bereits morgen Aus dem Arntsverkirndigungsblatt. ** Das AmtSverkündigungS-- blatt Rr. 113 vom 7. Rovember enthält: Wahlen zum Provinzialtaq. — Wahlvorschläge für die KreiStagstoahl. — Verkehr mit ausländischen Zahlungsmitteln. — Abhaltung von AmtStagen in (Krünberg und Hungen. — Bekämpfung ansteckender Krankheiten. — Heizung der Schulräume. — Abgabe von Waldstreu. — Ab- und Ausästen der an den Kreisstraßen stehenden Obstbäume. — Dienstnachrichten. Derllner Produktenmarkt. (Berlin. 7. Rov. Am Produktenmartt gingen die Preise wegen der wahrscheinlichen Sr- gebnislosigleit der Verhandlungen mit der Reparationskommission sprungweise in die Höhe, zumal auch vom Reuhorker Markte hohe Rotie- rungen gemeldet werden. Rur für Kartoffeln wurden heute zum ersten Male die Rotierungen etwas ermäßigt. Dom Snlanbe hat sich das Angebot vollkommen zurückgezogen und hier fehlt jebe älntemehmungslusl, weil man erst eine Klärung der Lage erwartet. Die Preise sind nominell sowohl für Getreide und Mehl wie auch für Oelsaaten. Hülsenfrüchten und Futterstoffe sehr bedeutend gestiegen, während das Geschäft lahmgelegt ist. Weizen, märkischen 13 600—14 200 Mk (steigend), pommerschen 13 600—14 000 Mk. (steigend). Roggen, märkischen 12 400—12 800 Mk. (steigend), schlesischen 13 000-14 000 Mk. (steigende Sommergerste 13 500—14 000 Ml.. Hafer, märkischen 13 400—13 800 Mk. (steigend), Mais, loco Berlin 14 000-14 400 Wk. (steigend). Weizenmehl 36 000—39 000 Mk. (steigend). Rogge.a- mehl 32 000—34 000 Mk.. Weizenkleie 7200 bis 7300 Mark, Roggenkleie 7200 bis erbsen 21000—23 000 Mk.. kleine Erbsen 19 000 bis 20 000 Mk.. Lupinen, blau 13 000-15 000 Mart, gelb 14 000—17000 Mk.. Rapskuchen 8000 bis 8800 Ml.. Trockenschnitzel 6000—6200 Mk.. Rauhfutter: Weizen- und Roggenstroh 3100 bis 3200 Mk.. Haferstrvh, drahtgeb 3100—3200 Mk.. Stroh, gebünbelt 3100—3200 Mk.. Kartoffeln, rote und weihe 470—500 Mk., gelbe 550 Mk. machen Ben Damen viel Sorge, aber fle können schnell ttnb grünblid) deieilitzl werben Burtt) Wascdunaen mit -Sor-Seesanv Mandc.kleic. Blumen,arre, jugcnBfrifcfie ® eit th:--haut. rofigen. klaren Teint durch bte getunbbd-. dienlich« Aok.3 eei -'-.V.Nandelttere. Ueberall erhältlich el Wetzlar. 6 Rov. Professor D. Schtan aus Giehen hrelt am Sonntag im Dom zu Wetzlar einen sehr eindrucksvollen Dortrag über die Rot der evangelischen Kirche. Auch sie hat. wie das ganze Land und das ganze Volk, m der Gegenwart schwer zu leiden, obgleich ihr äaher- lich manche Hilfe aus dem Ausland kommt. Zahlenmähig haben die Evangelischen durch den Zusammenbruch und durch die Abtrennung wichtiger Landesteile vom Deutschen Reiche allerdings kaum abgenommen: Die Katholiken bilden ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands, die Evangelischen fast 2,3. ilnb der Austritt aus der evangelischen Kirche, der ja nicht selten vorkam, fällt nicht allzusehr ins Gewicht. Aber die Zerrissenheit der Protestanten ist grob, trotz des zu Wittenberg bei der Lutherfeier dieses Sahres geschlossenen Kirchenbundes Die Selbständigkeit und Freiheit der evangelischen Kirchen- gemein schäft ist ihr Dorzug, aber auch ihre Schwäche. Ein schlimmes liebel jedoch sieht der Redner in der inneren Schwäche, der Uneinig- feit, der Mutlosigkeit und Mattigkeit vieler, durch die die evangelische Kirche m Rot und in die Gefahr kommt, in den Winkel gedrückt zu werden, obgleich derEvangelische Bund alle Glaubensgenossen zusammenzufassen sucht. Aber gerade er gibt uns wieder Mut: frier wandte sich der Vortragende an das Herz der Zuhörer und gab der Hoffnung Ausdruck, bah trotz der schweren Rot der Kirche die Zersplitte- rung und Lauheit gröberer Glaubensfesttgkeit, besserem, wirklich imponierendem Zusammenhalt, innerer Besinnung und freudiger Kraft weichen werden. Alles wurde mit so ruhiger Sachlichkeit, die niemand zu nahe trat, mit solcher Kraft und Ueberzeugung und mit solcher Beredsamkeit vorgetragen, dast es ungemein starken Eindruck auf die Zuhörer machte, die säst jeden Platz der Kirche besetzt hatten. — Di« DvrrragS-Vereinigunger- «fnet am nächsten Sonntag ihr diesjähriges Drntcrprvgramm mit einem Melodram-Abend, an bem die grvhe epische Dichtung .®nnod) Arden" von Alfred Tennyson zum Dortrag kommt. Wan schreibt uns hierzu: Zu dieser ergreifenden See «omstDagödie hat Richard Strautz eine namentlich die öcfrilbeningen deS Ratur- und Seelen- lebens glänzend untermalende Musll geschrieben. Hvfoat Behr end au5 Darmstadt, der zu d eiern Abend gewonnen wurde und der auch in Gissten nicht unbetont sein wird, gehört gerade denjenigen an. die dies Stück eines alten Kunstzweiges, das Melodrama, wieder zu neuer Belebung erwecken vollen. Für die musikalische Begleitung ist ein feinfühliger Snterpret der junge Darmstadter Künstler Hermann HeiP gewonnen worden so eines eigenen groben Erlebnisses stehen werden und das Melodram feine wuchtige und zwingende Wirkung gusüben wird. Landkreis Gießen. rr. L i ch, 7. Rov. Gestern wurde hier Christian Gün'grich, ein in der ganzen Umgegend .' ctonter und beliebter Mann, zu Grabe getragen. Vtt: ihm stirbt, da sein Sohn ihm im Tode voran- cegangen und der Enkel ein Opfer des Krieges s.worden ist, ein Geschlecht aus, das em Jahr- l,u liert lang als Pächter auf dem Albacher Hof gesessen hat. Kreis Lauterbach. Psvrdtt 7. Rov. Die Frage der elek- krtschen Licht- und K ra s tver s o r g u n g hat in unserem Orte mancherlei Unstimmigkeiten gezeitigt. Diese kommen jetzt u. a. dadurch zum Ausdruck, bah zur bevorstehenden Gemeinderatswahl drei Wahldor- s ch l ä g e eingereicht wurden, während man sonst überall in unserer Gegend nur einen Wahl- Vorschlag kennt. Unsere Gemeinde galt bisher als eine der einigsten in der ganzen Umgegend. * Queck, 7. Rov. Um Geld zur Bestreitung dringender Ausgaben zu erlangen, hat die Gemeinde eine Holzfällung im Gemeinde- wald vornehmen taffen. Für das gewonnene Rutzholz wurden 7680000Markerlöst. Mit diesem Gelbe kann ohne Zuhilfenahme der Steuerschraube das Ortsnetz für die elektrische Leitung gebaut werden und auherbem vermag man auch den Geldverpflichtungen beim Ausbau des Ueberlandwerles Rimbach nachzukommen. Hesdeu-Nassan. fpd. Frankfurt a. M., 7. Rov. D>rn 12. Rovember ab fall eine abermal ige Steigerung der S trahenbahn tarise in kr-aft treten, die viert? innerhalb eines Monats. Die billigste Fahrt dis zu 2 Km. wird 20 Mark kosten. Retzkarten kosten 4900 Mark, Wochenkarten von 190-235 Mark, Monatskarten, die lieber zur Einführung kommen sollen. 2400 t bis 3150 Mark. Trotzdem hält der Verkehrs- | |t ü d g a n g in steigendem Maste an. damit Uettert aber das Defizit in immer höhere Regionen unb hat für dieses Safrr bereits die ansehnliche Summe von 5 3 3 Millionen M k. erreicht. Zur Verminderung dieses- Fehlbetrages sollen 280 Arbeiter der Straßenbahn entlassen .Derben. Snzwischen macht die Retchs- rtfcnbafrn der Straßenbahn insofern sehr erhebliche Konkurrenz, als die DorortbewohNer. so- n>ei'i sic an der Staatsbahn wohnen, diese jetzt auLschliestlich benutzen, während die ©trahenbafrn nach den Vororten fast leer fährt. So kostet z. B , eine Wochenkarte 4. Klasse vom Bahnhof West nach dem Hauptbahnhof 2 6 Mark. Eine einzige S trafoen bafrnfa hrt zwischen beiden Bahnhöfen kostet aber 20 Mark. fpd. Frankfurt a. M., 7. Rov Just in Gern Auegnblick, als der Lokomotivheizer Karl Rauch auS Grost-Aufreim eine gröstrre Anzahl wertvoller Metall stücke, bte er aus seiner Dienststelle aus dem Maschinenbaus gestohlen hatte, einem hiesigen Alt- [ ländlcr verkaufen wollte, verhaftete ihn die ! Eisenbahn-Kriminalpolizei. Bei dieser Gelegenheit stellte sich heraus, bah Rauch schon wiederholt Metallstücke im Gesamtwerte von etwa <0 000 Mark an den Althändler verkauft hatte. tob. Wiesbaden, 6. Rov. Sn der letzten Stadlverordnetensitzunq machte ein sozial- demoiratischer Stadtverordneter die Mitteilung, daß in der legten Zeit hier 800 Häuser mit erheblichem WertzmvackS in anderen Besitz übeigegangen sind. Etwa 750 Häuser wurden von Ausländern erworben-, das ist Vs des gesamten hiesigen Hausbesitzes. Vermischtes. Ein Gelddriesräuber gefaßt. Berlin, 7. Rov. (WTB.) Bei eikem Postamt im Berliner Westen wurde nach mehrfachen Deschweck>en über den Verlust von Briefen, namentlich solchen aus dem Auslände, die kleine Geldbeträge in fremder Valuta enthielten, ein Oberpvstschaffner beim Verlassen des Dienstes dabei ertappt, wie er nicht weniger als 30 Briefe au3 dem Auslande in den Taschen mit nach Hau s e nahm. Der Beamte brach, als er sich entdeckt sah, bewußtlos zusammen und erlitt einen solchen Rervenanfall, bah er bisher noch nicht vernehmungsfähig war. Die bei ihm vorgenommene Haussuchung führte zur Auffindung von 600 000 Mark in deutschem und ausländischem Gelbe. Falschs Fünfhundsrtmarkscheine. Berlin, 7. Rov. (Wolfs.) Die „Reue Berliner Mittagszeitung" meldet: Die Ermittlungen der Z-alschzeldabteilung der ReichSbank. die am Samstag zur Aushebung einer großen Falschgeldfabrik in der Oranienftrafre führten, ergaben, bah von auswärtigen Rennplätzen. wie Magdeburg und Hannover, eine große Menge falscher Fünfhundert- markscheinc einlief, dir beim Totalisator cingezahlt worden war. Man vermutet, bah sic von dem Anfang Oktober verhasteten stellungslosen Kaufmann Paul Dichelt dorthin gebracht worden sind. Der gröhtr Teil des Falschgeldes konnte brschla^iahmt werden, ehe er in den Verkehr kam. Die Gesamtsumme ist ungeheuer hoch Rach weiteren Schuldigen wird gefahndet. Deutsche Dampfer in der Nordsee untrrgegangen. Hamburg, 7. Rov. (Wolff.) Die deutschen Dampfer ^Herbert Sauber" und »Hermann Sauber", von denen ersterer am Mittwoch, letzterer am Montag vergangener Woche von England nach Hamburg abging, erreichten ihren Bestimmungsort nicht. Die Schiffe, jedes mit 29 Mann Besatzung an Bord unb mit drahtloser Telegraphie ausgerüstet, dürften in dem schweren Sturm in der Dordsee untergegangen sein. ß • n b • e, 7.(Wolfs.) Rach einer Lloyd- Meldung aus GrstnsM» von der Besatzung des untergegangenen deutschen Dampfers »Herbert Sauber" nur ein Koch am Leben geblieben fein. Schweres Dergwerksunglück. — 50 Menschen getötet, 30 in hoffnungslosem Zustand :. London, 7. Rov. (Wolfs.) Aus Spokane (Pennsylvanien) wird gemeldet; Sn einem Bergwerk ereignete sich eine 6 ?plvsion. 50 Personen sind schon ums Leben gekommen. 30. die befreit worden sind, befinben sich in hoffnungslosem Zu st an d. Einige Gerettete erzählen, bah die Bergleute durch den Druck der Explosion nach allen Seiten geschleudert wurden. Mc ganze Rächt wartete eine aus Frauen maraumg mir in isolierten Trupps ermächtigt werden, an Land zu geben. Die alliierten Obcrtommtffarc hätten geantwortet, bah der Waffenstillstand von Mud ros mit feinen maritimen Bestimmungen immer noch in Kraft sei und bah infolgedessen die türkischen Ansprüche nicht anerkannt werden könnten. Dee Deitteter Angoras, Hamid Dey. sei davon in Kenntnis .gesetzt worden, bah die Einrichtung der neuen national türkischen Verwaltung in Kon lanttnvpel das Regime der interalliierten Be- ayung, wie sie gegenwärtig besteht, nicht ändern könne. Paris. 7. Rov. tWTB.) Sn einem Londoner Telegramm des ..SoumaP wird mit geteilt, bah britische Kreise, bic über bic Ereignisse im nahen Osten eingehend unterrichtet seien. Der- ichern könnten, dast Selim Essendi, der Sohn Abdul Hamids, von der Angoraregie- rung zum Kalifen gewählt werden soll. London. 7. Rov. (WTB.) Reuter. 'Die drei alliierten Regierungen beraten bereits über bic Forderung der Angoraregierung, bah bic Alliierten Konstantinopel räumen Tollten. Die Frage der militärischen Räumung ist bereits von den an Ort unb Stelle befindlichen Vertretern der 'Alliierten erledigt. Rach den letzten Berichten ist es in der türkischen Hauptstadt zu keinem Kampfe gekommen. Der Sultan hat noch nicht afcgebanft und befindet sich im Palast. Alle Minister der Konstantinopeler Re gierung haben ihre Acmter niedergelegt, dagegen wird tie Mehrzahl der Unterbeamten beibehalten Die kcmalislischr Delegation befindet sich bereite auf dem Wege nach Lausanne, um an der dortigen Konferenz teilzunehmen. Die britischen Behörden haben Mast - nahmen getroffen, um den Sultan und den Thronfolger zu schützen. Die Haltung Frankreichs. Paris, 7. Rov. (WTB.) Wie der „Petit Parisien" mitteilt, hat Ministerpräsident Poincare gestern abend angesichts der Ereignisse in Konstantinopel mit Marschal Foch verhandelt. Das Blatt glaubt, obschon die 'Besorgnisse bezüglich Konstantinopels in den alliierten Kreisen lebhaft zu sein schienen, so bestehe doch kein Grund zu der Annahme, daß die Türken den Fehler begehen würden, sich über die Weigerung der Alliierten hinwegzusetzen und sich betntfifnclcm Widerstand auö- zusetzen. Sie würden ihre Sache unnütz schädigen in dem Augenblick, wo dank der Haltung Frankreichs in den meisten Punkten man sich anschicke, ih.ten Genugtuung zu geben. Zum angeblich rn Konflikt Hessens mit dem Reiche. Darmstadt. 7. Rov. (WTB.) Die von der Presse verbreiteten Rachrichten über Verstimmungen zwischen der Reichsregi^mng und der hessischen Qanbee.LLgtcrunq bezüglich der von Hessen erlassenen Verordnung übeif den Verkehr mit Kartoffeln entsprechen nicht bei Tatsachen. Snsbesondere ist es vollkommen unrichtig, bah bic hessische Regierung ein vom Reichspräsidenten ergangenes Gr- suchei- um sofortige Aufhebung der Verordnung mit dem Hinweise auf das Beispiel Bayerns in der Frage der Schuhgesetzgebung nicht beachtet hätte. Hat doch gerade die hesiische Regierung bass Vorgehen 'Bayerns in der Frage der Schutzgeseh- gefcung scharf verurteilt. Die hessische Regierung hat ihre Verordnung vom 16. Oktober betreffenb den Verkehr mit Kartoffeln der Reichsregierung gegenüber vielmehr damit begründet, bah den beiden Ländern Bayern und Württemberg ähnliche Mahnahmen von der Reicksregierung genehmigt worden waren. Zur Einholung einer Genehmigung zum Erlast der Verordnung war aber ihrer Dringlichkeit wegen keine Zeit mehr. Die Ve'-Handlunge.i wegen der in Artikel 48 der Reichsverfassung vorgesehenen nachträglichen Genehmigung durch den Reichspräsidenten sind mit bet Reichsregierung in äußerst loyaler Weise geführt worden und haben sich von selbst dadurch erledigt, das) die Verordnung. welche mir bis zum 4. Rovember Gültigkeit hatte, ohnedies an diesem Tage aufgehoben, wurde. Die Bedingungen drr Volkspartei. Dresden, v. Rov. Reichstagsabgeordneter Dr. Strescmann sprach in Dresden über die schwebenden politischen Fragen und erklärte, die Deutsche Volkspartci würde nur dann in die Regierung eintreten, wenn eine Verständigung über ine Aichenpolitik unb über verschiedene Wirtschaftsfragen erfolgt iei, vor allem über die Rückkehr zur Qualitätsarbeit und die (Befett igu ng der Gleichstellung jugendlicher und ungelernter Arbeiter mit gelernten und leistungsfähigen. Ferner müsse zwar der Achtstundentag bas Rormale bleiben, aber Arbeitnehmer und Arbeitgeber mühten ohne behördliche Einmischung ckleberstanden vereinbaren dürfen. Die Volkspartei denke nicht daran, die Verantwortung mit zu übernehmen, wenn die Regierung nicht den Mut habe, dem Doll zu sagen, bah es so nicht weitergehe. Wenn das Parlament nicht mitmache, würde die Volkspartei überbau Parlament hinweg an das Volk appellieren: die Losung würde sein: Freiheit und Mehrarbeit. (»Tag".) Sandel. Berlin, 7. Rov. Man hat nahezu bte Hoffnung auf ein Ergebnis ber Verhandlungen mit der Reparationskommisfion aufgegeben _ unb tufc Sorge kam in einer gewaltigen Aufwärts- bcirrgung bei Devisenkurse zum Au-druck. Die Rachfrage konnte bei weitem nicht befriedigt werden. Es fanden starke Repartierungen bei der Kursfeststellung statt. Frankfurt a. M., 7. Okt. Börsen- stkmmunaSbild. Heute war vom Börsenvorstand jeder Effektenhandel, auch im freien Verkehr, untersagt. Am Devisenmarkt wurden lediglich die Wechselkurse notiert. Eine Kursfeststellung für Banknoten fand nicht statt. Ausländische Zahlungsmittel waren sehr fest. Der Dollar wurde vorbörslich 7700 genannt und stieg dann auf 7900, 8200 und 8400. Soweit im Verkehr von Bureau zu Bure-au fest- zustellen war, dürfte für morgen wieder mit einer sehr festen Börse zu rechnen sein. Besonders in Sndustrieaktien liegen große Kaufaufträge vor. Schiffahrts- und Montanaktien wurden bei höheren Kursen genannt. Von ausländischen Renten waren besonders Türken begehrt. Frankfurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahlung.) Amtliche 'Rotte rungen. ist ______________________ - __ - WO » Datum. 6. November 7. Wouember Geld Brick Geld «rief Antiv.-Brüssel . 4OV2" 409.05 403,75 4! 6,25 Holland ...... •2523,65 2536,35 3286,75 3306.25 Voiibon...... 28777,85 28922.15 37406,20 3759:1^0 Paris....... 44285 445,15 552,10 5.54.90 Schweiz...... 12(W>5 1213,05 1566,05 1573,95 Spanien..... 992.50 907,50 1296,75 1303.25 Italien...... 273,55 274,45 353,10 :)54,90 Vifiabon Cporto Dänemark.... 1316.70 1323.30 1635,75 1704.25 Stornierten .... 1208,95 1213,05 1546.10 1533,90 Schweden .... 1765,50 1775,- 2244,35 2555,65 Helstnaiors. . . . —.- Nennork...... 6587,- 6616,50 8491,10 8543,90 Deutsch-Oesterr. 8,88 8,92 11,22 11,28 Budapest..... 263,30 2T44 7U 349,10 350,90 Prag........ 212,45 213,55 280,25 28L75 Sofia......'. Märkte. Gießen, am 7. November 1922. 9857V Die Beerdigung findet in aller Stille statt. zahle für kaufen gesucht. 9869 D betrieb 9870 -uneben. 9871V Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Heute unwiderruflich letzter Tag Astoria-Lichtspiele 4 Ab morgen: k MS Polo In Feroer: •813, ‘c Wß forsi !>' ' WM Für Privat-Haus- balt u. Wirtschafts- in guter Lage, eventuell möbliert. Ausführliche schriftliche Angebote unter 010279 an den Gieß. Anz. Achtung! Müller! j'erE. 2 H.-Mäntel s.Gr.44, I P.rindsl. Lchulie, Gr. 39/40, 6 weiche Slrnncn, neu, Gr. 35, 7 Umlegekragen, Gr. 44. Wilbelmttr. 8 v. Schuh-Fabrik Rumpf ”■ Butzbach. ■ »S66C Erich Beyer Juwelier, Gießen, Bahnhofstraße 1.8182D Die Beerdigung findet Donnerstag, den 9. November, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehaus Schillerstraße 14 aus statt. (9862D »R Kupfer Mfstzg 3ial Blei kauft zu höchsten Preisen Schneider Neuenweg«. 010284 Bergwerks- und Baubedarf G. m.b.H., Gießen Frankfurter Str. 13, Telephon 2169, Drahtwort Baubedarf. geb. Keller im Alter von 78 Jahren. 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