Äo bjj ÄKdr ein« i^- «tete Hlo nut ? ®2"Mk ■b" 1 i- 3tlanb. tiet «< 7>.^ünC J 9 ? f f t n ong Qtr &5^(Ä t^fiS &™N®M zu. ®ie9fi 086 2®»b einen L^s aus Dublin Lage, Her Staöt, berZ Der &£! ■ft bedeutmö. Ez flai. ■ tounbete, meineni frWn haben einen « Mente QUiHnwunf 1.6^ eS leinen ernsten nWe Trappen faben aennmmen unb ioetben Rto de Oanetro. 3®Ä) Havas meldet ' > in bet Äacht ■eiMSgedtychen,bie orben sei. Die Degie« &ten Teil bet Land- terstützt wurde, sei -edölketung habe sich be 2a»eiro. B.) HadaS berichtet ws dort der Belagerung-- rav Stuft l- iLM? 10. Juli 1922 tnds9Uhr fraßt 20 Seillag i swaldsgurttn tllung itf 3.78 6.30 10.08 13.86 18.90 25.20 31-50 37-80 44.10 50.40 pro rv°^ 63.; 75.60 4.50 5J0 &60 7J0 9,00 10^0 12-- 12.- 12.- 12.- 12- JHEINI art-telro m grob» Ev jramm mit [ermann amstags und Sonntags: Tee S auf der Kr.158 lkrschernl täglich, außer Sonn» und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GießenerFamilienblLtter Monatliche Vezugrpreis«: MK. 22.50 und MK. 2.50 Trägerlohn,durch diePost MK. 25.-, auch bei Nicht- erscheinen einzelner Nurn» mern infolge höherer Gewalt. — Fernsprech- Anschlüsse: für die Schrift» leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gietzen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Erster Blatt 172. Jahrgang Samstag, 8. Juli J922 SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dntd und Verlag- Vrühl'sche Univ.-Vuch- und Zleindruckerei B. Lange. Zchriftlettung, Geschäftsstelle und Druckerei: Lchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis ?um Nachnuttag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breit« örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 nun Breite 500 Pf. Bei Platz. Vorschrift 20 «/.Aufschlag Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans BeL, sämtlich in Bietzen. Wochenrückblick. GS ist, als sollte das deutsche Volk durch ern grell aufleuchtendes Zeichen zur Ordnung und Besinnung gerufen werden: Der Dollar steht auf 536 Mark! Das ist die Folge dieser Woche der Furien, die über Deutschland gerast sind und in vielen deutschen Städten Scherben und Opfer gefordert haben, weit mehr als die Presse der Anken wahrhaben will. Was soll denn werden? — Der Ausruf des Reichskanzlers: Der Feind steht rechts! war eine kurze und verhängnisvolle Stimmungssache. Viele seiner Anhänger in den unteren Schichten haben die Parole ganz wörtlich genommen und. stürmische Krawalle wider die politischen Gegner in Szene gesetzt. Das brachte Ernüchterung. Die eigentliche parlamentarische Konsequenz wird aber jetzt erst wirklich besonnen. Die Mehrheitssvzialdemo- kratie har der Partei der Unabhängigen die Bruderhand entgegengestreckt. Diese hat für eine Teilnahme an der Regierung unter bestimmten Bedingungen ihre Zustimmung erteilt, und so könnte der innerpolitische Kampf nun beginnen — in einer trostlosen Lage, wo der Schrei nach einem Verständigungsfrieden mindestens so viel Berechtigung hat als in jenen Tagen, da unsere stolze HeereSfrvnt vor dem Feinde zusammenzubrechen drohte. Das Ausland antwortet, indem es uns den Kredit aufs Reue schmälert. Indessen, die Stimmung schwankt; die Einheitlichkeit in der Regierungskoalition des Kanzlers Wirth ist nicht unbedingt dauernd gefestigt. Der rechte Flügel, Zentrum und Demokratie, hat, wie schon mehrfach, Verbindung mit der Deutschen Volkspartei gesucht. Durch die blinde Verhetzung, die unmittelbar nach der Ermordung Rathenaus ernsetzte, ist der Schritt zu einer vernünftigen Erweiterung der jetzigen Regierung arg erschwert worden. Das vorschnelle Kanzlerwort liegt ihm weniger im Wege als die Radikalisierung der Svzialistenparteien, die schon vor dem neuen politischen Morde von Herrn Scheidemann lodernd entfacht worden war. Daß nächsten Dienstag wiederum große Straßenkundgebungen ftn Reiche veranstaltet werden sollen, macht die Lage noch ernster und bedenklicher. , Ist es denn aber nicht ganz FUr und offenkundig, daß die Republik besser gestützt und gestättt wird, wenn man alle diejenigen zur positiven Regierungsarbeit auffordert, die auf pem Boden der Weimarer Verfassung den Wiederaufbau erstreben? Dann verlieren geheime Mördervrganisationen doch eher die Hoffnung auf ein Gelingen ihrer dunklen und wahnwitzigen Pläne, als wenn die Regierungsmehrheit schwach und schwankend ist. Die Angriffsfläche wird dadurch kleiner. . Wir brauchten schon lange eine große Arbeitsgemeinschaft statt der offenen Parteigegensätze. Wie wirbt man neue Sympathien für die republikanische Staatsform? Etwa indem man von den Wolken, blutig rot, den Kriegsmantel runterhängt und das theoretische Steckenpferd in den Kampf treibt? Ans ist eine wohlgeordnete, aufblühende Republik lieber als eine zerfahrene oder zerrüttete Monarchie. Rur einer schwachen, unter dem Zugriff äußerer Feinde kläglich sich duckenden Republik droht der Antergang. Vor drückender Fremdherrschaft retten wir uns nicht durch • inneren Hader. „Sind sie nicht unser, diese Saaten? Diese Almen, mit Reben umsponnen, sind sie nicht Kinder unserer Sonnen?" Deutschland über alles, auch im republikanischen Kleide, das wir in unserem Jammer nicht zerreichen und beflecken wollen. Aber eine schwache Republik, die nicht volle Meinungsfreiheit gewährt, mit dehnbaren Zuchthausgesetzrn regieren wollte, die würde kein Fortkommen finden, nur An- zufriedenhett und Widerstand nähren. In dem Schreiben des Zentrums und der Demokraten an die Deutsche Vollspartei stehen vortreffliche, allerdings nicht in blendendem Deutsch abgefaßte Sätze voll unbestreitbarer Wahrheit, z. B.: „Vom Aus lande haben wir Verständnis und Hilfe nur zu erwarten, wenn die Politik des Reiches von den weite st en Schichten des Volkes unterstützt wird und dadurch die Gewähr für die Schaffung unb Aufrechterhaltung dauernder Zustände im politischen und wirtschaftlichen Leben in sich trägt." Sodann fährt dos Schreiben fort: „Wir halten die Zusammenarbeit mit der Deutschen Volkspartei nach den Ausführungen, die die Abgeordneten Becker, Heinze und Sttesemann in der letzten Zeit im Reichstag über unsere außen- und innerpolittsche Lage gemacht haben, für möglich, wenn guter Wille auf a l l e n Seiten vorhanden ist." Wird dieser Wille nach dem Verhalten der Reichsregierung und der wilden Erhitzung der Geister innerhalb der Sozialdemokratie gegenwärttg vorha. den sein? Wir wagen es kaum zu hofie'■ trotzdem die letzte Rede Stresemanns als eine außerordentlich entgegenkommende ! Willensberettschaft der Deutschen Dvllspartei zu werten ist. Das neue Gesetz zum Schutz der «Republik, das in der Tat besser heißen sollte Gesetz zum Schütz der Verfassung, hätte Ansicht, unter Dach und Fach zu kommen, wenn die Regierungskoalition sich auf wesentliche Abmilderungen der Vorlage einigen kann. Gegen Mörderorganisationen wollen auch die Rechtsparteien mit schwersten Strafen ein- schreiten. And die Sachlichkeit des polittschen Kampfes soll unter allen Amständen gewahrt werden. Rur die Presse- und Versammlungsfreiheit soll nicht ungebührlich und unnötig eingeschränkt werden. Kann das Gesetz nicht durchgebracht weroen, so beabsichttgt die Regierung aller Voraussicht nach, den Reichstag aufzulösen. Liegt dann die Arsache darin, daß die Mehrheitssozialisten durch zu weit gespannte Forderungen das Gesetz zu Fall brachten, so wttd für sie die vom „Vorwärts" angekündigte Wahlparole „Für die Republll!" nicht allzu zugkräftig sein. Die Mittel und Wege, die gegenwärttge Verfassung gegen willkürliche oder gewaltmäßige Antastung zu schützen, sind vorhanden; sie brauchen nur genutzt zu werden. Vor einem Wahlkampf in diesen finsteren Zetten wünschten wir aus inneren und äußeren Gründen bewahrt zu bleiben. Wohl müssen wir annehmen, daß eine zunehmende Mehrheit des deutschen Volkes sich der unbedingten Notwendigkeit bewußt geworden ist, tatkräf- tiger als bisher die Tyrannei der Ententemächte abzuwehren. In dieser Beziehung geschieht doch gegenwärttg leider blutwenig. Wer gibt auf die neuesten parlamentarischen Debatten in Frankreich die wirksamste Ant- wott? Wäre es möglich, daß in der inner- polittschen Aufregung und Anruhe die Hauptaufgaben der Reichsregierung unerledigt liegen bleiben? Ein Teil der französischen Presse gesteht selber, daß allein die Tatsache einer großen Erörterung der Kriegsschuldfrage in der Kammer den Beweis für gewisse Zweifel an der Verantwortlichkeit beim Kriegsausbruch dartue. Man schlägt nun die schwachen, keiner gründlichen historischen Prüfung standhaltenden Reden Vwianis und Pvrncares, sowie das Abstimmungsergebnis an die öffentlichen Mauern Frankreichs. Wenn Deutschland dazu nichts sagt, dann, so wird man folgern, weiß es eben dazu nichts zu sagen. Die spöttische Frage Lloyd Georges an den Minister Dr. Simons auf der Londoner Konferenz: wann denn das Arteil der Geschichte beginne, kann heute besser und schneidender beantworrei werden als damals. Dieses Atteil wird sich nicht nur auf die wenigen Blätter der Julitage beschränken dürfen, die der Advokat Poincare hervorgekehrt hat, sondern es wird die Erinnerung auffrischen müssen an die gesamte Bündnispolittk Frankreichs mit allem Drum und Dran. Die französische Kammer hat den Anfang gemacht — mögen die berufenen deutschen Instanzen ungesäumt die Fortsetzung liefern! Das Gesetz zum Schutze der Republik. Berlin, 7. Juli. (Wolff.) Dem Rechts- ausschuß des Reichstags wurde vom Anter- ausschuh eine Reihe von Vorschlägen für die Fassung des Gesetzes zum Schuhe der Republik vorgelegt. Mit den Vorschlägen versuchte man, die zahlreichen Anträge der verschiedenen Parteien zu dem Gesetzentwurf möglichst einander anzunähern und zu einem einheitlichen Ganzen zu verschmelzen. Trotz der ausgleichenden Arbeit des Anteraus- schusses führten die Vorschläge noch im Rechts- ausschuß zu einer längeren Debatte. Der Rechtsausschuß des Reichstags änderte nach längerev Debatte die vom Anterausschuh vorgelegten Vorschläge für die Fassung eines Gesetzes zum Schuhe der Republik ab und gab ihnen folgende Fassung: § 1. Wer an einer Vereinigung oder Verabredung teilnimmt, zu deren Bestrebungen es gehört, Mitglieder der republikanischen Regierung des Reiches oder eines Landes durch Tod zu beseitigen, wird mit Zuchthaus nicht unter fünf Jahren oder mit lebenslangem Zuchthaus bestraft. Mit dem Tode oder mit lebenslangem Zuchthaus wird bestraft, wer Teilnehmer an einer strafbaren Vereinigung zur Zeit der Ausführung der Tötung ist oder n>ev in Kenntnis dieser Bestrebungen Teilnehmer einer dahingerichteten Verabredung ist. § Id) Wer an einer Geheimverbin- dung der in tz 128 des Strafgesetzbuches bezeichneten Art teilnimmt, wird mit Zuchthaus bestraft, wenn die Verbindung ein in § 1 Abs. 1 genanntes Ziel verfolgt. § 1b) Der Teilnehmer an einer in § 1 und 1 bezeichneten Vereinigung. Verabredung oder Verbindung bleibt straffrei, wenn er der Behörde oder der bedrohten Person von dem Bestehen der Vereinigung, Verabredung oder Verbindung und von den ihm bekannten Mitgliedern und ihrem Verbleib Kenntnis gibt, bevor in Verfolaur- z der Ziele der Ver- einiaTtna. Verabredung ode Verbindima erne Tötung begangen <• ’.r versucht worden fir. 9 ze. Einern Teilnehmer o mer 11 1 und 1 a bezeichneten Vereinigung, ^eravreöang oder Ter- kdüdung steht gleich, wer Die -^Tcernr'gang oder werornouing ooer einen an Der TeraDteDJJig beteiligten mit Roll oder Tat, ms besondere mit Geld unterstützt. § 1 d. Wer einen anderen begünstigt (§ 257 des Strafgesetzbuches), der eine (im § 1 Abs. I genannte Person vorsätzlich getötet hat oder zu töten versuchte oder der an einer solchen Tat teilgenommen, wird mit Zuchthaus bestraft. § 1 e. Wer von dem Dasein einer in §§ 1 und 1 a genannten Vereinigmg, Verabredung oder Verbindmg oder von dem Plan, eine in § 1 genannte Person zu töten, Kenntnis hat, wird mit Zuchthais and bet mildernden Amständen mit Gefängnis bestraft, wenn er es unterläßt, von dem Bestehen der Vereinigung, Verabredung oder Verbindung von ihm bekannten Mitgliedern, ihrem Verbleib oder von der geplanten Tötung und der Person des Töters der Behörde oder der bedrohten Person unverzüglich Kenntnis zu geben. Diese Vorschrift findet keine Anwendung wenn die Anzeige von einem Geistlichen in Ansehung dessen, was ihm bei der Ausübung der Seelsorge anvertraut worden ist, hätte erstattet werden müssen. — Der Rechtsausschuß wandte sich nach Annahme der obigen Fassung des § 1 Der Beratung von § 2 des Gesetzentwurfs zu. In der heutigen Rachmittagssihung des Rechtsausschusses des Reichstages begann die Beratung über § 3 des Gesetzentwurfs zum Schutze der Republik. Angenommen wurde § 3 in folgender Fassung: Reben jeder Verurteilung wegen eines Verbrechens gegen § 1 dieses Gesetzes oder wegen Hochverrats oder der Vorbereitung dazu, ist auf Geldstrafe zu erlernten. Die Höhe der Geldstrafe ist nicht beschränkt. Bei einer solchen Verurteilung kann den Verurteilten ferner Aufenthalt in bestimmten Teilen oder an bestimmten Orten des Reiches auf die Dauer bis zu fünf Jahren angewiesen werden; gegen Ausländer ist auf Ausweisung aus dem Reichsgebiet zu erkennen. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bestraft. Bei der Besprechung des § 4 drehte sich die Diskussion darum, ob der Staatsgerichtshof bei Vergehen von Landes beamten auch zuständig sein solle, auf 'dauernde und 'Zeitweilige Anfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter und den Entzug der Ruhegehälter zu erkennen. Auf Anregung des Abg. Dr. Bell (Ztr.), der die Abgg. Dr. Stresemann (D. Vp.) und Schucking (Dem.) in der weiteren Ausführung beitraten, wurde § 4 Abs. 2 alsdann für die Beratung im Anterausschuh zurückgestellt. Bezüglich des Absatzes 1 dieses Paragraphen wurde festgestellt, daß der Rechtsausschutz im Prinzip dem Standpunkte des Antrages des Abg. Hoffmann- Kaiserslautern (Soz.) beitritt, der erklärt, datz neben jeder Verurteilung zu Todes- oder Zuchthausstrafen wegen einer im Gesetz bezeichneten strafbaren Handlung und neben den auf Grund des Strafgesetzbuches ein getretenen-- Folgen bei «Beamten und Mili!ärpersonen au, den Verlust aller gegen "das Reich, die Länder, Gemeinden und Gemeindevekbände bestehenden 'Ruhegeyalls- ansprüche zu erkennen ist. Auch kann auf Ver- luft der aus öffentlichen Wahlen hervorgcangenen Rechte erkannt werden. Gegen Beamte oder Militärpersonen im Ruhestand ist auf Verlust des Ruhegehaltes zu erkennen. Die deutsche Do!kspartei zum Eintritt in die Regierung bereit. Berlin. 7. Juli. (Wolfs.) Auf die gestrige Anfrage des Zentrums und der Demokraten an die Deutsche Volkspartei, ob diese bereit sei, in die Regierung einzutreten, beschloß die Deutsche Vvlkspartei. von den Grundgedanken ausgehend, die in dem Briefe des Zentrums und der Demokratischen Partei ausgedrückt wurden, einmütig, sich grundsätzlich zum Eintritt in die Regierung bereit zu erklären. Berlin, 8. Juli. Heute vormittag 91/* Ahr werden, wie der „Vorwärts" meldet, die Koalitionsparteien, unter dem Vorsitz des Reichskanzlers zu einer Besprechung zusammentteten, in der u. a. das Regierungsproblem eingehend besprochen wird. Die Reichsregierung ist über die sozialdemokratische Auffassung bezüglich einer Regierungserweiterung bereits ' unterrichtet worden. Lloyd George über den Marksturz. Lo nbon, 7. Juli. (Wolff.) Reuter meldet: Beim Empfang einer Deputation von Baumwollspinnern äußerte Lloyd George gestern schwere Besorgnisse über den Mark- stürz in Deutschland. Da die deutschen Arbeiter um 50 Prozent geringere Löhne erhalten als die englischen, seien gesetzgeberische Maßnahmen in Großbritannien gegen die verhängnisvolle Konkurrenz notwendig. Eine Role der deutschen Regierung über die Reparations- zahlungen? Paris 8. Juli. (WTB.) Das „Echo do Paris" berichtet, in Paris glaube man zu wissen, daß die deutsche Regierung in diesem Augenblicke die letzte Hand an eine Rote lege, in b'v erklärt werde, daß Deutschland die (R e = pa i. a ionszahlungen in bar, die für das 3af>v 1922 festgesetzt worden sind, leisten werde, aber als Bedingung stelle, daß der deutschen Regierung ein vollkommenes Moratorium für alle Geldzahlungen in den Jahren 1 9 2 3 — 1924 bewilligt werde. Die Sachlieferungen sei aber Deutschland bereit zu leisten Das „Echo de Paris", dessen Rachricht vom „Petit Parisien" als wahrscheinlich bezeichnet wird, schreibt ferner, wenn wirklich die deutsche Regierung eine derartige Rote an die Alliierten richten werde, dann werde sich unter den Alliierten eine Debatte entspinnen, narnenllich über die Frage, ob in diesem Falle eine beabsichtigte Verfehlung Deutschlands vorliegt. Die französische These ist nach dem Blatt folgende: Deutschland kann augenblicklich unfähig sein, seine Verpflichtungen zu erfüllen, aber diese Anfähigkeit, rührt von seiner gesamten früheren Politik her, also ist die Verfehlung beabsichtigt. Die entgegengesetzte These (also vermutlich die der englisch«, Regierung) ist: Wir haben nur die augenblickliche Lage Deutschlands in Betracht zu ziehen, ohne uns um das früher Geschehene zu kümmern; also ist die deutsche Verfehlung nicht beabsichtigt, und wir haben nur von ihr Kärntnis zu nehmen. Die Ausschreitungen in Darmstadt. Wie wir hören, hat sich der Minister des Innern. von Brentano, im Qhiftrag des Gesamtministeriums zu den Abgeordneten Dr. Osann und Dingeldeh begeben, um diesen das lebhafte Bedauern über die Gewalttaten, die gegen die genannten Abgeordneten verübt wurden, auszusprechen. Bei Verhandlungen mit dem Ministerium wurde festgestellt, daß es mit allem Rachdruck gegen die Täter und die intellektuellen A r h e b e r vorgehen wird. Wir erwarten, daß eine rücksichtslose Anter« suchung darüber eingeleitet wird, warum der voll» zelliche Schutz an jenem Tage versagt hat. Dazu wird uns aus Darmstadt noch berichtet Bei der Frage nach der Schuld an den Vorkommnissen muh das Fehlen des Polizei- lichenSchutzes besonders erwähnt werden. Die Polizei untersteht dem Ministerium des Innern, dessen Inhaber von Brentano (Z.) ist. Er erklärte, Staatspräsident Alrich sei während der Äuni>* gedungen von Darmstadt abwesend (dienstlich in Berlin) gewesen, und er (Brentano) sei erst heute aus dem Urlaub gekommen. Es waren also nur der sozialdemokratische Minister Raab und der demokratische Finanzminister Henrich anwesend. Minister Raab habe von dem Ministerialrat E m- m e 11 i n g, dem die Schutzpolizei untersteht, die Beurlaubung von vier Hundertschaften zur Teil- nahme an dem Demonst rationszug gefordert. Auf den Einwurf Emmerlings, daß er dann nicht die Verantwortung für den Schutz der Stadt über- nehmen könne, erwiderte Raab, die Gewerkschaftsführer verbürgten sich für Ruhe und Ordnung und. als der Ministerialrat erwiderte, auch diese Bürgschaft sei ihm nicht genügend gegenüber der Verantwortung, die er zu tragen habe, erklärte Raab, auch er verbürge sich für die Ruhe, und außerdem sei es ein Beschluß des Gesamtmintst eriums. Raab machte also aus der Sache plötzlich über den fachmännischen Berater hinweg einen dienstlichen Befehl, dem dann auch Folge geleistet wurde. Herr von Brentano, der dieses alles Herrn Dingeldeh offiziell erflärte, bemerkte dazu, Herr Mtnister Henrich behaupte, daß niemals ein solcher Kabi nettsbeschluß gefaßt worden sei. Man wird also gespannt sein, wie Minister Raab die Angelegenheit aufllären wird. Völkerbund und Herabsetzung der Rüstungen. Paris, 7. Juli. (WTB.) Der vom Völ^ kerbund eingesetzte Ausschuß zur Herabsetzung der Rüst ungen hat heute seine Tagung beendet. Am die praktische Anwendung der Grundsätze eines allgemeinen Planes einer gegen fettigen Verteidigung, der als Grundlage für die Abrüstung dienen soll, zu prüfen, ist eine technische Anterkornmission gebildet worden. Bei der Schluß beratung ergriff Lord Robert Cecil das Wort, um zu erklären, die Konnnission habe die wesentlichen Vorarbeiten geleistet, und durch ihre Tätigkeit die Arnstände und Bedingungen geschaffen, die zur Herabsetzung der Bewaffnungen nötig seien. Die Aufgabe bleibe schwieria und verwickelt. Trotzdem könne die Kommistion hoffen, im Monat September dem Völkerbund Material vorzulegen, das zwar zweifelsohne nicht gestatten werde, einen effektiven Abrüstungsplan aufzu stellen, das aber erlauben werde, die Grundsätze hierfür sestzulegen. Auch V i v i a n i drückte seine Befriedigung über die von der Kvmmiffion geleistete Arbeit aus. Man habe einige Schritte voran getan. Die Arbeit des Völlerbundes auf dem Gebiete der Entwaffnung sei vielleicht die größte Anstrengung, die bis jetzt unternommen worden sei. Die Kommission hat übrigens auch beschlossen, Tableaus für die Herabsetzung der militärischen Ausgaben der verschiedenen Staaten in den Jahren 1921 und 1922 auf Grund des Budgets vvrzulegen. Die Ausgaben sollen in Papier un6 in Goldwährung berechnet und auch ein Vergleich gezogen werden mit dem allgemeinen Budget der drei charakteristischen Jahre 1913. 1918 und 1922. Paris. 7. Juli. (WTB) Die „Chicago Tribüne" berichtet aus Washington, © taa 16fer • retär Hughes habe, als ihm inoffiziell der Vorschlag Lord Robert Ce:ils für die Abrüstung der Rationen mitgeteilt worden sei, seine herzliche Zustinnmmg ausgesprochen. Schutze Schluß i/29 Uhr. I F das auf woge- Auf der Sonntag Beschluß Ware nach Bedarf in den fvk- Senden Voranschlägen zu wiederholen. Eine Weiler« selbstverständliche Voraussetzung geht dahin, daß die Gehalte der Pfarrer und der kirchlichen De. amlen .Acht gegen das Eperrgefetz verstoßen und auch nicht erheblich über die Gehalte in Preußen Vaden und Württemberg hinausgehen. Der Re^ g'.erung muß in dieser Hinsicht ein Vachprufungs. recht zustehen. Dann wird noch zu Kapitel 2 eine Vorlage betr. den Brand in Konraösdorf erledigt und schließlich wird auch das Finanzgesetz angenommen. Damit ist die diesmalige Doranschlagsberatung geschloffen. J * Im Gesetzgebungs-Ausschuß wurde heute öcr Entwurf eines Gesetzes betr. die Abänderung des Berggesetzes vom Januar 1876 einstimmig ang^ntmen, em Antrag des Abg. Kaul hierzu Ausdehnung des Mutungsrechtes abge- lehnt dagegen ein Antrag des Abg. Sturmfels und Gen angenommen, durch den die Regierung er- sucht wird, auch weitere Mineralien unter daL Berggesetz zu stellen. Ein Antrag der Abg. Kindt und Dr. Werner betr. Erlaß eines Gesetzes über Derbietung der verantwortlichen Zeichnung von Abgeordneten bei periodisch erscheinenden poli- ttschen Druckschriften wird abgelehnt und der Antrag der kom. Abg. Rink.Ebner, die Frei- laffung aller politischen Gefangenen in Hessen wird für erledigt erklärt. Sommeranfang aus Rügen. n. r ^reibf uni Augen, die größte deutsche Insel, siegt bekanntlich in der Ostsee und in diesem Sommer leider viel zu nahe bei dem valutastarlen Schweden, immerhin s cheint man sich in den Rugenschen Badeorten langsam zu erinnern, daß *vv Hauptkontingenl immerhin noch die Gäste vom Aus dem Reiche. Eine Stockung in der Herstellung von Banknoten. Reichsbank mitteilt, die Herstellung von Banknoten vorübergehend einge- st e l l t werden. Da die Bestände der Retchs- bank in der verflossenen Woche durch die ganz ungewöhnlich starren Ansprüche zum Viertel-- jahresschluß nahezu erschöpft waren, 'st eine empfindliche, auch die Lohnzahlungen erschwerende Stockung in der Versorgung der Reichsbankanstalten mit Zahlungsmitteln eingetreten. Dis Stockung wird jedoch durch die Ausgabe einer Hilfsbanknote zu 500 Mk. voraussichtlich in den nächsten Tagen behoben sein, so daß die ReichSbank bereits kommende Woche in der Lage fein wird, den Bedarf wieder voll zu befriedigen. Die Teuerung rat Juni. p r f i n , ?. Juli. Rach den Erhebungen des Statistischen Aeichsamts über denn Aufwand an Ernährung, Heizung, Beleuchtung und Wohnung ist die Indexziffer für die Lebenshaltungskosten im Durchschnitt des Monats Juni auf 3779 gestiegen, gegenüber 3462 hn Monat Mai. Die Steigerung beträgt dem- nach 9,2 Proz. gegen 9 Proz. vom April zum Mai. Der 11* August Nationalfeiertag? Der „Vorwärts" meldet: Die Regierungsparteien werden einen Gesetzentwurf einbringen, durch den der 11. August, an dem die Verfassung in Weimar verabschiedet wurde, zum nationalen Feiertag erklärt wird. 5rhr. v. Schorlemer-Lieser f. Berlin, 7. Juli. (Wolff.) Der Präsident des deutschen Landwirtschaftsrats, Staatsminister a. D. Dr. Freiherr v. Schor- lemer-Lieser, ist gestern in Berlin ge- storben. uri den in b -?r' Aufsatz „Das euro- pA'He Gleichgewicht" nn Julihest der Zeitschrift Deutschlands Erneuerung" (I. F. Lehmanns Verlag. München; Einzelheft 10 Mk.). B^hh ^n, Friedrich v. Gentz und das heutige Deutschland. politisch-diplomatische Zu stand, wie et 1801 zwischen Deutschland und Fvanrrcich fest- gesetzt wurde, war ebenso unhaltbar wie es heute der von 1919 ist. Woher aber sollte die Rettung kommen, fragte damals Gentz. „Zst nun denn aber alles; dahin? 3ft Hoffnung ein Verbrechen geworden? Sollen die drohenden Vorverkündungen derer, die baS, was nun Gegenwart, sowie das, Zukunft für uns ist, in früheren An- chlucksfallen und früheren Verschuldungen schon lasen, öie man anfänglich tme 'gallsüchtige Träu- -mer, weiterhin tote überspannte Prophe.en zu allen Zeiten mit Kaltsmn und Ungunst, ost' mu nachdrücklichem Widerwillen behandelte, sollen ste buchstäblich bis ans Ende geführt werden? Soll alles, was die Rationen dieses ErdteUs zugleich so kunstreich geschieden und so ruhmvoll äereinig! hatte, in das Grab einer genreinschaft- lrchen Knechtschaft, einer gemeinschaftlichen Rich- tigfeit t>et|tn£en ?“ Diese Gefahr, die damals nur SS* droht heute von Westen U.id Wie damals ist auch heute die Masse verführt urteilslos und mehr als je nur aus materielle Vorteile bedacht. Trotzdem fct? Auf- gäbe heute wohl noch schwerer ist als um 1806 müssen otc »Starten, Reinen und Guten mrc gering auch ihre Anzahl sein mag", emanber peben und begeiiterii, kenn ihre Verbindung ,st me einzige unüberwindbare Koalition die sich ?S,.oilden ^nn. diese bewahrt die herrlichsten dm: Men,chhelt für ein glücklicheres Geschlecht. Die WteLererweckung des Geistes ist alter gemeinschaftliche Pflicht - es mut .ine W. die vom Wege persönlicher Begehrlichkeit zur Hingabe und zum Opfer führt. Unerschütterlich to Schuld Deutschlands am Kriege in allen Gemeinden ^r a nt = reichsanschlagenzulassen. Die DerhunLlun im Haag. Haag, 8. Juii. sWTD.) Dir Unter* k ommission f ü das private Eigen- 'u m hielt gestern wieder eme Sitzung mit der 'ussischen Kommission ab. Litwinow erklärte, datz die frühere-n Besitzer noch immer das Prioritätsrecht auf "'solche Konzessionen geltend machen könnten. Die Erledigung dieser Frage hänge aber von den zu erwartenden Krediten ab. Der Vorsitzende Lord Greame erwiderte das) die -Hntertommiflten für die Kredite noch keine Antwort geben tonn’, solang der aflce» meine Zustand in R..N l anö und die Art und Weise, in der die Kredite gegeben werden tonn- ten, nicht bekannt fei. Ateinungsverschiedenheiten im englischen Kabinett. •Bonbon, 1. 3uni. lDTD.) Unter dem Vorsitz Lloyd Georges ist heute im Antern Hause eine Kabinettssitzung abgebalten worden, in welcher laut „Evening Aews" Versuche gemacht wurden, die zunehmenden Meinungsverschiedenheiten zwischen dem liberalen und konservativen Flügel auszugleichen. Rach dem genannten Blatte innerhalb der Koalition um die Frage: Freihandel oder Schutzzoll. Den Ausdreht sich zur Zeit die Auseinandersetzung gangspunkt für die neue Spannung bilde die Fraae, ob deutscher Kattun und deutsche Handschuhe mit einem Abwehrzoll in Höhe von 33*/, vom Hundert belegt werden sollen. Oesterreichische Fmanz- matznahmen. terloschne. heilige Feuer in ganzen Geschlechtern wieder anzunden kann! Es ist unmöglich, daß ein Volk wie das unsere, so sehr es auch gepeinigt und gekränkt, verlassen und <-5?ersen so sehr es auch durch höllische Blendwerke oder durch Riederlagen und -Unglück t^rwirrt, eine Zeit lang sich selbst ver- 828" , konnte, nicht endlich vom schmählichsten Verfall, von ber grausamsten Ernieöiig- ung zuruckkomme: unmöglich, daß so viel Geistesgewalt, so viel persönliche Superiorität, so viel vereinzelte, aber gediegene Kraft, solcher Reichtum natürlicher Talente und tiefdringender, viel- feittger Bildung, als wir in unserem Schoße vereinen, sich nicht früh oder spät in irgendeinem Brennpunkte sammle, von dort aus das Ganze belebe und alle eitlen Schranken durchbreche: unmöglich, daß aus diesem ehrwürdigen Stamme so mannigfaltiger Dortrefflichkeit und Hoheit, aus diesem Mutterlande europäischer Herrschaft nl schcuder, asthmatischer P'^ttc: .Warum denn weinen ...QH. tX Die QBaffenfunbe in Magdeburg. Magdeburg, 7. Juni. Im Zusammenhang mtt den Waffenfunden sind folgende De rhaftungen vorgenommen worden: Als Besitzer oder Mitwisser der Waffenlager Oberstleutnant a. D. Raffauf, der deutschnationale Stadtrat a. D. D r e n ck m a n n und sein Sohn, Dr. Drenckmann, der Vor- ttzende der deutschnationalen Partei in Magdeburg, Major a. D. Schäfer und die Kaufleute Paul Steinberg und Fälsche. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Die Organisation C. Z- 3uli. (Wolff.) Der .Münchener Post zufolge sind auf Ersuchen des Ober- reichSanwalts einige der Organisation C angehörende Studenten verhaftet worden. Deutscher Reichstag. Sitzung vom 7. Juli. Die Besprechung der Interpellation betr. # Dv" ‘ S'-ÄSf* fiss p «•»*§ schäfte" UN- Qoß11 jsÄ I Lnrtflbcnb M !1 SraunfeÜ . 3 AatzenD A. « , X, 4. ' As 6.50 D X 15 M. iV V R Ak., 4. . ■ i-LiMg aN 1 eitet. Liegen "nteremander, fahrt bis jUjn ickergang tn nicht geMet- ließen gibt 4 ** Eine für Kriegs hinterbliet abend aufM scher ÄrteflW Ortsgruppe ®te Msgarten, stc M Mcinen auch der W Decker-Fulda sprechen. 1. ®eg« öer deutschen K Mgungsverhar vrganisativnm. rungen behandel nur ganz kurz, wesen sehr viel gehender widm zloettm Punkte, hallender Schm Kriegsbeschädigt Simgungsverhm anttoortlich mad Polemik und b Anwesende zug« wurden die Anl reizte Stimmung Enttäuschung üb ersten Punlles der anschlieheli der Deserentenr bundvertreter in ibrerfeiti in Der öinheitsverbanö Wüem der Eii nick iorüer dem leine Rede und i 'Wen mochten. 1 's! bei ruhiger Vorgänge als un üm /icherlich de iöröerlich.Im I, Angelegenheiten t w mir gerne offnen, haben toi: ballen, über dies Om, veil wir i "chkeit nicht auf ' im Inter Magen kann. De emr an der (Stört Men Seite eb ^emTesichtsw unseren 5i^ Wien, 7. Juli. (WTD.) 3n der heutigen Sitzung desAationalrates besprach Bundesfinanzminister Segur die kürzlich eingebrachte Regierungsvorlage Über die Ausschreibung einer inneren Anleihe. Er stellte fest, daß diese Anleihe auf dem Grundsatz der Opfer- gletchheü für alle Stände und Berufe aufgebaut fei. Sie solle etwa 400 Milliarden ergeben, wo- r>on auf den ländlichen Grundbesitz etwa 100 Milliarden Ond auf das mobile Kapital etwa 200 Milliarden entfallen sollen. Durch diese Anleihe und dadurch, daß die Regierung bei der Roten- MnE keine neuen Roten mehr in Anspruch nimmt, soll eine Ruhepause geschaffen werden, während welcher von Regierung und Volk mit allen Äräf- ten die Voraussetzungen für eine Hebung ber ünd für die Erlangung auswärtiger Kredite herbeigeführt werden sollen. Hinsichtlich ter neuen Roten bank hofft der Minister, deren Statut in den nächsten acht Tagen vorlegen zu können. Durch dieses Statut soll allen Berufs- klassen und auch den Arbeitern entsprechender Einfluß auf die Politik der Rotenbank eingeräumt toarben. Am Schlüsse seiner Rede verwies der Minister darauf, daß trotz aller Anstrengungen der Regierung und trotz der gewiß nicht anzu- - zweifelnden Unterftüfeung dieser. Regierungsbe- ftrebungen durch büö gesamte gut gesinnte Volk seit einigen Tagen doch wieder an der Börse Vr- Jc&einungen zutage treten, welche zu den tatsäch- lrHen Verhältnissen in Widerspruch stehen. Ich wurde, so erklärte der Minister, eine derartige Bewegung an der Börse verstehen, wenn wir wiederum nichts anderes beabsichtigen würden als neue Roten zu drucken und dadurch die Jn- flatwn zu steigern. Wenn man aber sieht, daß wir bremsen und daß wir die erwähnte Atempause herbelführen wollen, dann kann man mir böfen Willen annehmen, jenen bösen Willen der 'eme Sanierung dieses Staates mit aller Macht verhindern will. (Lebhafter Beifall.) - . -) 8U einer Revision der Pensionspreise gekommen. Der kühle regnerische Juni tat das feine ba,5u. Es ist noch recht leer am Oftstrand. sofern nicht einige Dillen beinahe an allen Orten ÜDlL x Kindererholungsheimen ge- pachtet sind. Maiestätisch grüßt das neu in Betrieb genommene massive große Haus des Vereins für Kaufmannserholungsheime in Binz über die grüne See. Die Hotels stehen öde, die Privat- Pensionen mit wenig Belegschaft, die Kaufleute, die feier große Kapitalien in das Saisongescbäft hinein gesteckt haben, ringen die Hände und sehen mit kaffandrischen Vermutungen den beiden verbleibenden Sommermonaten entgegen. Die kleinen Bäder verrechnen sich nämlich: Das Publikum, dem es auf ein paar Tausendmarkscheine mehr oder weniger nicht ankommt, will für sein gutes Geld cafeeim imponieren können mit dem ■Begriff des „Fashionablen". worin es sich getummelt. Die aber, die eine wirkliche Erholung suchen, sind so Nicht gestellt, daß sie einen Hundertmarkschein nur für ein befchcidenes Touristenlogis, zwei für ■L.agespeMion ohne Getränte. Licht usw. hinlegen tonnten drei ober vier Wochen lang. 120 Mt für einen zweisitzigen Strandkorb die Woche und 160 tes Vergnügen, sich zur Erinnerung an Ostseebad.....vom Strandphotographen typen zu lassen. Sine Satte Dickmilch in Bezug auf ben Inhalt ist ein Diminutiv sehr angebrach: - wird in dem Lande des Kuh- und Ziegcnreichtums mit acht Mark in der „Vorsaison" berechnet. Sic Kurtaxen haben sie der Einfachheit halber auf das Bier- und Fünffache vom vorigen Jahr gebracht. Dieses von der Ratur so eeichgesegnete Erteneiland hat nichts von der englischen Blockade, vor Fliegergefahr, von den Gefühlen einer in her Gviaferzone liegenden Bevölkerung gespürt. Mai lebt und sprich^ hie gut deutsch allewege" unh pf.anzt aus der Tradition der beferen Altvvtde.i en fort Das heifei. man häng, treu an feinem Heimatboden und schert sich den Teufel um die Hessen-Nassau und die letzten Reichsrats- c.. beschlüsse. § ö cfe ft, 8. Juli. (WTB.) Die Stadtverord- netenverfammlung hat in ihrer geftrfgen Sitzung mit den Stimmen der drei sozialistischen Parteien und der Demokraten einen Antrag angenommen, tn dem gegen die A b st i m m u n g des Vertreters ber Provinz Hefsen-Rassau im Reichs- r a t zum Gesetzentwurf des Schutzes der Republik entschiedener Protest erhoben wird, da diese Ent- Wun^ schärfsten Gegensatz zum klär zum Misdruck gebrachten Willen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung Hessen-Rassaus stehe Bon der Reichsregierung und dem Reichstage wird vielmehr die unverzügliche Verabschiedung des Gesetzes auf Grund der von den Spihenvertretern der arbeitenden Devöllerung aufgestellten For- v^-stmgt. Die Entschließung wurde gegen die Stimmen der Deutschen Bolispartei gefaßt, r^is oentrum enthielt sich der Stimme, erklärte aber, materiell dem Anträge zustimmen zu können. D Gnii tyrVortrtL Heb im gl '•21617. T-r Götz- Leipzig (Dem.): wendet sich gegen die Dolchstofelegende. Daß wir ein neues Hesr mit republikanischer Gesinn ung nid;! aus dem Boden stampfen formen, muß jeder Linschen. Wir haben es ja auch nicht fertig gebracht. die Beamten so zu demokratisieren, wie dttS im Interesse des Staates notwendig wäre Mit Gewalt läßt sich hier nichts machen. Cs ist etne Uebergangszeit notwendig, in der vor allem wchts zerstört werden darf, was Im Werden ist □r-it sind der Ansicht, daß in der Reichswehr eitoag im Wachsen ist, das man nun aber nicht zerschlagen sollte, denn nur dann können wir überhaupt zu einer republitenischen Wehrmacht kommen. Der Redner führt eine Reche von Fällen an. die zu Beschwerden gegen die Reichswehr Veranlassung gegeben haben, bei denen sich aber .-erausgestelli Hai, daß der Tatbestand anders ist. als er in den Anschuldigungen geschildert wurde.' In Baden, so fährt der Redner fort, wurden bei Regimentsfeiern Reden von ausgesprochnen Demokraten gehalten. (Lärm und Zurufe auf der äußersten Linken.) Früher haben Sie (nach links) über den alten Staat gelacht, bei- hinter jeder roten Fahne einen Schutzmann herschickte. Wollen ®teJeM: das mit der schwarz-weife-roten Fahne machen? Dies? nervöse Angst um die Revublik verstehe ich nicht. Wir teilen sie nicht. Abg. Dr. David lSoz.): Gestern hat es Wieder ein Herr der äußersten Rechten gewagt der keuffchen Vollsvertretrng die Dolchstofel'Ige ins Gesicht zu schleudern. Wir weisen solche Versuche mit größter Empörung zurück. (Lebhafter Beifall links und in der Mitte.» Ich habe unter meine Verehrung für Hindenburg einen Strich gemocht, als auch er uns im Unter» suchungsv isschuß mit dieser abgebrauchten Fobes tarn. gungsblatt. ES heißt da.- Die Unfälle auf Bahnübergängen haben sich im Jahre 1921 gegenüber dem Vorjahr vermehrt. Jnübeson- oere hat sich die Zahl der überfahrenen Fuhrwerke auf unbewachten Eisenbahnübergängen ganz wesentlich erhöht. Die Unfälle sind durchweg auf Fahrlässigkeit der Deschirr- fuhrer zurückzuführen. Ferner werden des öfteren von Kraftwagen infolge zu schnellen Fahrens geschlossene Schranken beschädigt oder ernstliche Unglücksfälle verursacht. Auch die Aufsicht über Weidevieh läßt zu wünschen übrig; so fuhr z. B. ein Hauptbahnzug in eine ungenügend beaufsichtigte Schafherde. Dir weisen auf hie Gefahren hin, die durch Unaufmerksamkeit beim Befahren, besonders von unbewachten Eisenbahnübergängen, sowie durch zu rasches Fahren von Kraftwagen und ungenügende Beaufsichtigung von Viehherden in der Rähe der Bahnkörper enfftehen.^ L.U. Von der Landesuniversität. Zum Rektor der Universität für die Zeit vom 1. Oktober 1922 bis dahin 1923 ist her ordentliche Professor der Rechtswissensch.'ft Dr. Otto Eger gewählt worden. •* Zu Vorauszahlungen auf Umsatzsteuer an die Finanzämter im Wege des Postscheckverkehrs sind besondere Vordrucke zu Zahlkarten eingeführt worden. Die Finanzämter werden der erstmaligen, in diesen Tagen ergehenden Aufforderung drei Zahlkarten für die Vorauszahlungen im Juli und Oktober 1922 sowie im Januar 1923 beifügen. Die Zählkarten sind auch am Schalter jeder Postanstalt erhältlich., 2lbg. Meier-Zwickau (S.) bestreitet die Wahrheit der Gerüchte von der Errichtung eines VolkstribunalS in Zwickau. Der ganze Vorfall sm mif ein Mißverständnis zurückzuführen. 2Ibg. Dr. Becker- Hessen (D.Vpt.) beantragt Vertagung Gleichzeitig wird von der Rechten die Desch'ußfähigkeit des Hauses bezweifelt Rächfte Sitzung Montag 5 Uhr. Interpellationen und 2. Lesung des Gesetzes zum ~ der Republik. antirepublikanische Kundgebungen usw .wird fortgesetzt. Dbg. Hense/ (Dn.) erhält zunächst s^ne gestern durch den Tumull der Linken unterbrochene Rede zu beendigen. Sozialdemokraten und Demokraten schlossen den Saal verlassen. Präsident Löb e ruft wegen der gestrigen unparlamentarischen Zwischenrufe gegen den 2wg _ Hensel nachträglich die Abg. Wels Soll-- derungen angeschloss°nhab7n'mühte" wie di- ' ^ab"n";u?Ordnun!^ unb Mal. Vom Beste FABRIK KESSLER & CO. GELNHAUSEN Gießener Hochschulgesellschaft zu dem Vortrag freien Zutritt. 6298v 06754 Ludwigstr. 28. Telephon 854. Am- unö Astoria-Liditspiele abzugeben. 06773 I w i Leo Jakob Otoftrn QSnfecf, Tel. 31. la Rindfleisch 48 mt lajungesRuh- Durch günstigen Einkauf i bin ich in der Lage Zwetschkenstiel Asterweg 48 I. Auf der Hauptversammlung unserer Gesellschaft Sonntag» 9. Juli 1922, hält Prof. Dr.Jesionek einen Vortrag über: Die wissenschaftlichen Grundlagen der Hautpflege. Der Vortrag findet statt vormittags um 11 Uhr pünktlich im großen Hörsaal der Universität. Gäste haben MWU wett unter Tagespreis Bevor Sie verreisen nehmen Sie eine Reisegepäckversicherung (Mark 10000.— kosten für 4 Wochen innerhalb Deutschlands Mark 30.—। K. Rüohr, Assekuranz, Gießen Drucksachen für den Geschäfts- und Privatbedarf in erstklassiger Ausführung zu mäßigen Preisen liefert die B Ethische Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange Gießen, Schulstraße 7 - Telephon 51 W ^8 I ’ Oes v® Qbo», ßwtenJSUn8tt- »I-C« der fanSenen in Jf8 5tei, %"■»<»” sgft!' r..7ÄZ unt» Steuern bi uubergestetlt: der S ft NÄusgteichsstvckd^ KKr ^-gegenüber. Mer «Mm durch Anleihe KUSsaqe machst toran M Süd. starker M- OrMirdel zieh! otm 'W1 ans M>er even 2:ch deinem lchneM d sl'res Fetter zu er- ngdes^rcisam- hrer itnb «raft- AnitsderiWi- v. Die ihrfdlfc auf sich im Jahre 1921 vermchrt IMeson- i üverfchrenenFuhr. CisenLahMbergLngeo . Die Unfälle sind sigkeit der Deschirr- :crncr Verden deS ös- infotge zu schnellen ■anlcn tefääbljjtßtet lerursacht. Auch die ch W M wünschen Hauptbahnzug in eine jtc Schafherde. Dir iren hin, die durch Befahren, besonders chnübergangen, sovie von Kraftvagen und igung von Bichherden törper entstehen.' -andesuniversi- niner M für die Zeit s dchin 1923 ist her er AechtSvissenschufl worden. , izohlungen auf die Finanzämter nn ^kehrs sind besondere n einjefäi« ®wta- 'N der erstmaligen, in >n »flotW» d-« tf im AM« M sind auch am Schal nirgends ^JLe 'me einzige kg l wöchentli-h V T. >r und Tello „ «toM rÄrs 01 Ä aufatmend- in bcn nks 0er.,, Nqarct'c' Ä>m7 bdt{i, mit .der ZU M Die Schritte. § Wohnbau unb die übrigen De bände standen in Hellen Flammen. Der weitaus größte Teil der Getreidevorräte wurde ein Raub der Flammen. Die Höhe des entstandenen Schadens läßt sich noch nicht übersehen. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M. 7. Huli. 3m Hauptbahnhof wurde am Donnerstag nachmittag der 32jährige Weichensteller H. Kraft auS Okarben (Oberhessen) von einer ‘Xangierabtei- hing überfahren und auf der Stelle getötet. Der Verunglückte hinterläßt Frau und vier unmündige Kinder. Schiffs-Passagen nach allen Ländern •■»•D für alle bed. Dampferlinien Hamburg-Neuyork I Klasse von 215.- S, II. Klasse von 130.— $ General-Agentur der Rogal Mail Linie. Hendsebls Reisebureau ß. m. b. H. Frankfurt am Main, Schillerplatz 3. Telefon H. 5873. Büchertisch. — D 3herott - Duchholtz. »Der Kunstpfeifer von 6t Katharinen" Roman aus dem 16. Jahrhundert. Verlag 3. Wiescke, Branden bürg (Hmxl). — Gin kulturgeschichtlich interessantes Gemälde entrollt sich in dieser Erzählung aus alter Zeit Auch damals bestand das Leben der Menschen aus einem Wechsel von Freud und Leid. 3m Miterleben dieser Schicksale, die nicht von der nervenzerreibenden Llnruhe unserer Tage bestimmt werden, empfinden wir Menschen der Gegenwart Erquickung und Erholung. — Die Leiden des jungen Werther von Ioharm Wolfgang von Goethe. HerauS- gegeben von Max Hecker. Mit 71 Abbildungen nach zeitgenössischen Vorlagen und einer Einfüh- rung in Werther und seine Zeit von Fritz Adolf Hönisch. Leipzig, Verlag von 3 3- Weber Don den Werther-Ausgaben, die die deutsche Der- legerwelt in diesem Erinnerungsjahr darbietet, ist diese eine der besten. Einer wertvollen Einführung in den Werther und seine Zeit folgt der Text des Romans und bann 71 Abbildungen nach zeitgenös fischen Vorlagen. Aus bestem Kunstdruckpapier sind hier die Ansichten von und aus den Goethestätten Wetzlar, Wahlheim (Garbenheim) und Bolperts Hausen. Porträts und Silhuetten der Hauptpersonen des Romans: Goethe's Lotten's, 3erusa- lems, Kestners und dann künstlerische Darstellungen, welche die Lektüre des „Werther" her- vrrgcrufen hat, wiedergegeben. Manches seltene Blatt, das bisher nur Eingeweihten bekannt war, erschemt hier zum erstenmal. Die Ausstattung des Werkes ifl ausgezeichnet. Das Buch wird sich viele Freunde erwerben. „Vom Weibe bist du". Roman von Fritz Philippi. 5. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig. Düster und schicksalschwer reckt sich die geheimnisreiche Welt eines Zuchthauses auf, hell und gütig glänzt Frauenlisbe in daS Dunkel. Mit packender Kunst weih Philippi, der selber eine Zeitlang Zuchthauspfarrer gewesen, diese von den hohen Mauern umschlossene, bei aller äußeren Abgestorbenheit von Leidenschaften durchwühlte Welt uns erschütternd lebendig zu machen. Ein von hohem Frauenideal erfüll rev Rvrnan, wirkl'ichkeitsecht und spannend in der Handlung, lebensvoll in seinem gebarrtentiefeit Ernst und sopnigel Humor. *• Dvn bet BezirVsfparrasse Di e- ßen. 3m zweiten VierteljaH'- 1.922 betrugen die Einlagen im Sparverkehr 10130000 Mark, im Scheck- und Uederweisungsveickehi' 35 465 000 Mark, zusammen also 45 595 000 Mark. DieR ü ck- zah langen betrugen im Sparvertehr 6 992 000 Mark, im Scheck- und Ueberweisungsverkehr 28 675 00Q Mari, zusammen 35 667 000 Mark. Mithin Ein lagen über schu ß 9 928 000 Mark, Gesamt- einlagenbesland Ende 3uni 1922 74 417 570 Mark. fpd. Falsche Zehnmarkscheine werben gegenwärtig in Frankfurt a. M. in Geschäften und vor allem auf der Straßenbahn in großen Mengen verausgabt, ohne daß es bisher gelang, einen Verbreiter dieser Falschscheine zu ertappen. < Sonntagskarten. Es ist in vielen Greifen noch nicht hinreichend bekannt, daß seit einigen Monaten wieder Sonntagskarten in einer beschränkten Zahl von Stationsverbindungen aus- gegeben werden, und daß diese Karten schon von mnruibenb mittags 12 Llhr ab benutzt werden .men. 3n G i e ß e n werden Karten ausgegeben och Bad-Rauheim 3. Kl. 18 Mk., 4. Kl. 12 Mk., -ich Braunfels 3. Kl. 15 Mk.. 4. Kl. 10 Mk., t ach Katzenfurt oder Braunfels 3. Kl. 18 Ms., 1 Kl. 12 Ml., nach Laubach über Hungen 3. Kl. 21 Mk., 4. Kl. 14 Mk., nach Lich 3. Kl. 10 Mk., 1 Kl 6.50 Mk.. nach Aidda 3. Kl. 23 Mk.. ' Kl. 15 Mk., nach Schotten über Aidda 3. Kl. 30 Mk.. 4. Kl 21 Mk., nach Wetzlar 3. Kl. Ml., 4. Kl 5.50 Mk. Einmalige Fahrtunter- ' cht gestattet. Don auswärtigen Stationen nach Aktien gibt es keine Sonntagskarten. ** Eine öffentliche Versammlung 1 ü r Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene fand am vorigen Montag abend auf Einladung des Einheitsverbandes deutscher Kriegsbeschädigter undKriegshinterbliebener, Ortsgruppe Gießen, im Restaurant Sauer, 08- waldsgarten, statt. Wan hatte alle Kriegsopfer zum Erscheinen aufgefordert und demgemäß war auch der Besuch sehr gut Derbandssekretär Decker- Fulda sollte über folgende zwei Punkte sprechen: 1. Gegenwärtiger Stand der Versorgung der deutschen Kriegsopfer. 2. Das Scheitern der -Einigungsverhandlungen unter den Kriegsopferorgan isativnen. 3n seinen zweistündigen Ausführungen behandelte der Redner den ersten Puntt nur ganz kurz, offensichtlich zum großen Leidwesen sehr vieler der Erschienenen, desto eingehender widmete er seine Betrachtung dem zweiten Puntte. Hierbei polemisierte er in an- hallender Schärfe gegen den Reichsbund der Kriegsbeschädigten, den er für das Scheitern der Eitligungsverhandlungen in vollem Umfange verantwortlich machte. Durch die anhaltend scharfe Polemik und die mehrfach stark persönlich auf Anwesende zugespitzte Sprechweise des Redners wurden die Anhänger des Reichsbundes in gereizte Stimmung versetzt, wozu wohl auch noch die Enttäuschung über die mangelnde Behandlung des ersten Punktes der Tagesordnung hinzukam. 3n der anschließenden Diskussion hallte das Echo der Referentenrede aus dem Munde der Reichsbundvertreter in vollem Umfange wider, die nun ihrerseits in Verteidigung ihrer Organisation dem Sinheitsverband die Verantwortung für das Scheitern der Einigungsverhandlungen zuschoben und weiter dem Vortragenden im Hinblick auf seine Rede und deren Zuspitzung ernste Vorhal- । ungen machten. Der ganze Dersammlungsverlauf ist bei ruhiger und objekttver Würdigung der Vorgänge als unerfreulich zu bezeichnen und er mar .sicherlich der Kriegsbeschädigtensache nicht förderlich. - 3m Interesse der Kriegsopfer, deren Angelegenheiten uns sehr am Herzen liegen und denen wir gerne die Spalten unseres Blattes öffnen, haben wir es bis heute für richtig gehalten, über diese Angelegen hell nichts zu berichten, weil wir die Aufmerksamkeit der Oeffent- lichkell nicht auf Vorkommnisse lenken wollten, die man im Interesse der Kriegsbeschädigten nur beklagen kann. Der Umstand, daß uns nun von einer an der Erörterung in der Versammlung beteiligten Seite eine Mitteilung zur Veröffentlichung zuging, die den Standpuntt dieser Selle zum Ausdruck bringt, alfo die Vorgänge nur unter einem Gesichtswinkel beleuchtet, veranlaßt uns doch, unseren bisherigen Standpunkt aufzugeben mätynmp von Freistellen an der Schillerschalle wurde etnflintmig genehmigl Eine Eingabe der Direktion der Dlrndenanpalt um Olebrrlassung der Weidenuhung der städtischen Weidenanlagen am Pfingstbrunnen wurde ebenfalls genehmigt. Die Erhöhung der Grund- u. Gewerbesteuer wurde auf 1 Mk. für das Gewerbe, 1,20 Mt. für Gebäude und 2 Mk. für die Landwirtschafr auf je 1000 Mk Steuerkapital festgesetzt Das Hauptinteresse der Sitzung konzentrierte sich auf den Antrag der soziali>'tlschen Fraktionen^ „DaS Verbot der Arbeitsruhe der Beamten und Angestellten der ü t a b t Friedberg am 2 7. 3un i 1922 durch Herrn Beigeordneten Leucht ae ns". Der -3w hörerraum ist stark beseht, die Angelegenheit ruft eine mehrstündige, sehr lebhafte Debatte hervor. Der Tatvethalt ist. daß- der BeigeordneteL e u ch t- g e n s. der am 27. 3uni in Abwesenheit des Bürgermeisters die Geschäfte führte, den städtischen Beamten und Angestellten nicht dienstfrei gab, was bei den Teilnehmern der großen Demonstration lebhaften Widerspruch hervorrief. Stadtverordneter Michel begrünbete den Antrag, woraus sich Deig. L. in längeren Ausführungen aussprach und hauptsächlich folgende Gründe an- sühche: 1. Die Selbstverwaltung der Städte, die es dem Bürgermeister resp. seinem Vertreter vollständia frei stellte, in dieser Beziehung selbständige Anordnungen zu treffen. 2. Es handle sich in diesem Falle nicht um eine Trauerfeier für Rachenau, sondern um eine Straßendemonstration. 3. Den städtischen Arbeitern, die an der Veranstaltung U eilgenommen haben, wird für den Rachmittag kein Lohn ausbezahlt, während den Beamten und Angestellten ihre Bezüge nicht geschmälert würden, ilebethaupt sei er der Stadtverordnetenversammlung über seine Dienslführung keinerlei Rechenschaft schuldig, da er als Vertreter des Bürgermeisters vollständig selbständig verfügen könne. Rach einer längeren, teilweise sehr erregten Aussprache, an welcher sich der Bürgermeister, Beigeordneter Windecker sowie Vertreter aller Parteien beteiligten, wurde mit 14 gegen 9 Stimmen dem 'Beigeordneten Leuchtgens ein Mißtrauensvotum ausgesprochen: dafür stimmten die sozialistischen und demokratischen Abgeordneten. Die Mitglieder der sozialistischen Parteien erflärten, an keiner Gesamt- oder Kommis- sionssihung mehr teilnehmen zu wollen, in welcher Beigeordneter Leuchtg ens den Vorsitz führe. sf. Friedberg, 6. 3u[i. 3n der gestrigen Hauptversammlung der Ortsgruppe Friedberg der Deutschen Volks- Partei, die im „Deutschen Hause" stattfand, gab zunächst Pros. Werner einen interessanten äleberblick über den Landesparteitag in Gießen am 6. und 7. 3uni, anschließend erstatteten der Schriftführer, Kulturinspektor A l t, den HahreL- berichi. und der Rechner, Reallehrer Rings- Hausen, die Rechnungsablage. Bei der nunmehr erfolgenden Vorstandswahl wurde an Stelle des zurückgetretenen 1. Vorsitzenden Oeionomierat Spieß Professor Kloos, an Stelle des aus Gesundheitsrücksichten zurücktretenden 2. Vorsitzenden Buchhändler Scriba Zimmemreister und Landtagsabgeordneter Füller und außerdem Lehrer D i ck l e r zum 3. Vorsitzenden gewählt. Starkenburg und Rheinhessen. fpd. Mainz, 7. 3uli. Aus den Stationen der Strecke Frarckfurt a. M—Mainz mußte gegen Hunderte von jungen Arbeitern, die in Rüsselsheim, Kelsterbach, Raunheim, GustavS- burg und Frankfurt beschäftigt sind, wegen Auf- und Abspringen von fahrenden Zügen, Heber- schreiten der Bahngleise, Renitenz gegen die Dahnbeamten usw. Anzeige erstattet werden. Trotzdem sind die Zustände auf diesen Bahnhöfen immer schlimmer geworden, so sehr, daß kürzlich Eisenbahnbeamte in der R o t w e h r gegen die Burschen zur Waffe greifen muhten. Die zuständigen Eisenbahndirektionen geben nunmehr durch Anschlag auf allen Stationen der Strecke Frankfurt—Mainz und in allen Fabriken bekannt, daß, falls nicht geordnete Zustände eintreten, jeder Verkehr von Arbeiterzügen zwischen Mainz und Kelsterbach eingestellt wird. wd. Wvrms-Reuhausen, 6. Juli. Heute morgen brach in der ch L s e r s ch e n Mühle Grohfeuer aus, dem das ganze Gebäude zum Opfer fiel. Als die städtische Feuerwehr an der Brandstätte anlangte, war die Mühle bereits niedergebrannt und der und mit ben vorstehenden Zeilen wenigstens eine Skizzierung des Abends zu geben. Aui die Redekämpfe selbst einzugehen, versagen wir uns nach wie vor, weil wir uns davon nichts Gutes für die Kriegsbeschädigtenfache versprechen, die wir gerne fördern, aber wn unliebsamen Rü:lwirlu>i- gen srcihalten mochten AuS diesen Erwägungen heraus glauben wir auch von dem Abdruck bei- Zuschrift absehen zu sollen. Wir find der Ansicht, daß die schwierige Lage der Kriegsbeschädigten keinen öffentlichen Streit der Organisationen verträgt, wohl aber gemeinsames Handeln zum Vesten der Kriegsopfer erfordert. ' Veränderte Pflegegeldsätze. 3n der Anstalt für Schwach- und Blödsinnige „Alice st ist" bei Darmstadt gelten ■ ab j. 3u(t folgende Pflegegeldbestimmungen Für jedes in die Anstalt ausgenommene Kind ist je nach den Vermögensverhältnisfen des Zahlungspflichtigen unb den Bedürfnissen des Kindes ein tägliches Pflegegeld von 15—20 Mk. zu entrichten. Selbstzahler haben außerdem noch die vorgeschriebenen Kleidungsstücke und Schuhe selbst au stellen. Erfolgt die Ausnahme auf Kosten einer öffentlichen Kasse, so beträgt das Pflegegeld in jedem Falle 20 Mark täglich. Für besondere Fälle ist der Abschluß besonderer Vereinbarungen zulässig. Für solche Kinder, für die ein den Mindestsatz über- steigendes Pflegegeld erlegt wird und die Kleider auf Grund besonderer Vereinbarung nicht pon den Angehörigen gestellt werden, ist von diesen ein im Ginzelsall festzusehendes Kleidergeld zu zahlen. Bornotizen. Tageskalender für Samstaa: Astorm-Lichtspiele, heute und morgen: „Tarzan , 2. Teil und „Die rote Rächt". Lichtspielhaus, Dahnhofstrahe, heute und morgen: „Die Rocht der Einbrecher" und „Mariechens Heimkehr". — Tageskalender für Sonntag: Großer Hörsaal (Aniversitötsgebäude), 11 Llhr: Vortrag der Gießener Hochschulgesellschaft. — Ein Festabend toirb vom Verein für das Deutschtum im Auslande am Freitag, den 14. 3uM, im Philosophenwald veranstaltet. (Siehe Anzeige.) — Aus dem Stadttheater du reau. Auf die Aufführung des neien Lustspiels „Das 3 u B i I ä u m“ am Dienstag sei nochmals nachdrücklich hingewresen. Das Werk behandelt das 3ubt[äum in einer Mittelstadt und bringt sehr vergnügliche Situationen, die sich aus dem Zusammentreffen der alten Verbindungsbrüder nach so vielen 3ahren ergeben. 3n dem Personen reichen Stücke sind in den Hauptrollen beschäftigt, die Herren: Goll, Telekh, 3uhn?e, Volt, Feigel, Helllborn, Hebung, Schüler und Me Damen: Marcks, Rammel, Koop, T ürt u.o. m. Die Spielleitung führt Herr Fei- gel der auch den letzten Schwank der beiden Verfasser „Der keusche Lebemann" sv erfolgreich inszeniert hatte. — DaS Bundesfest deS „Lahn- Dünsberg-Turnerbundes" findet am 15., 16. und 17. 3uli auf dem schön gelegenen Sportplatz zu Wieseck statt. Es beteiligen sich etwa 35 Turnvereine. Landkreis Gießen. * Harbach, 7. Juli. Für die Benutzung der Gemeindeviehwage werden von jetzt ab folgende Wiegegebühren erhoben: für Großvieh (Ochsen, Kühe und Rinder) für das Stück 4 Mk., für Kleinvieh (Kälber, -Ziegen, Schafe und Schweine) für das Stück 2 Mk. Ortsfremde bezahlen die doppelten Sätze. Die Wiegegebühren sind sofort nach der Wiegung zu erleaen. * Hungen, 7. 3uli. Straßensperre. Wegen Vornahme von Walzarbeiten ist die Kreisstraße Hungen —Rönnenrvth bis auf weiteres für den Fährverkehr gesperrt. Der Verkehr geht über Dillmgen. — Die Sperre der Kreisstraße Langsdorf —Rieder-Dessingen ist aufgehoben. * Leihgestern, 8. (Mi. Der Gesangverein „Liederkranz" wurde dieser Tage von seinem vor Zehren nach Amerika ausgewanderten Sangesbruder Karl Schaum mit einer ansehnlichen Geldsumme beschenkt. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 7. 3uli. 3n der gestrigen Stadtverordnetensihung wurde beschlossen, die Tagegelder und Reisekosten nach dem Vwrbilde des Staates zu erhöhen. — Die Ge- Einer geehrten Einwohnerschaft von Gießen und Umgegend zur gefl. Kenntnisnahme, daß ich mich in Gietzen, tonystratze 2 als heilkundiger niedergelassen habe. Theodor Schmidt üngenötagnofe MomöoMOellmelfe. Sprechstunden täglich (außer Sonntags) von norm. 9 bis nachm. 4 Uhr wer fein Geld Hebt, der färbt Kleider, Blusen, Strümpfe, Gardinen usw. nur mit den weltberühmten ^Heitmann'S Farbe«-, Marke „Fuckskopf im Stern", weil sie die besten sind.^ss i Der Einstein-Film Relativitätstheorie I Astorla-Lichtsplele X 6480c .Vor noch heute und morgen: ► Tarzan. 2. Teil Tarzans Roman. 6481c ► 7 Akte. Ferner: Die rote Nacht v Detektiv-Drama in 6 Akten. 8h Ab Montag« nur 2 Tage: Harry Hill in h Die Schmuggler von San Diego 14. Erlebnis. 6 Akte- M Fen,er; Der Silberkönig Ie^delL 1866 und 1870 im Alter von 78 Jahren. Gießen, Weserstraße 8, den 8. Juli 1922. Beuern, Hawly-Minn., Gießen, den 7. Juli 1922. |067ee Die Beerdigung findet Montag, den 9. Juli, nachm. */.3 Uhr statt. Cafe Astoria W. Kleinerte. 6491 Tennisplätze vor- u. naohm. noch zu vergeben. Gut erhaltenes Lichtspielhaus Bahnhofstraße. 6471C M^zu Wieseck-MO Näheres durch die Plakate. «467 Gießen, den 7. Juli 1922. Es ladet ein Karl Christ, Festwirt. c^cqn jeder Von der Reise zurück Frau Dr.Marx Sprechstunden vom 10. Juli ab. 6496 »lierle 2 an den Gieß. Anzeiger. und B. Wacker, Wieieck- Gietzen. 6446h 06789 a. d. Gieß. Anzeiger. kaufen. 06763 Bl. Kink, Hattenrod. UarlMalkomesius vernichtet verblüffend (mittl. Gröhe, u. Alizug- —y 14 Hili. Flobert Licbigstratze 64 II. r. ! 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Die Tagesordnung .der heutigen Stadtverordneten-Sitzung enthielt unter den angesetzten 22 Punkten einige, denen man von vornherein erhöhte Bedeutung zuerkennen mußte. 3n erster Linie war es das D a u p r o - gramm für 1 922, das mit Recht die volle Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Ebenso wie in allen Städten unseres Vaterlandes ist auch hier die W v h n u n g s n'o t überaus besorgniserregend. Zwangseinmietungen und dergleichen kleine Mittel kommen als ^wirklich taugliche Waffen im Kampfe gegen den Wohnungsmangel erst in weit zurückliegender Linie in Betracht. Das wirksamste Instrument ist hier nur das Bauen neuer Wohnungen. Es ist erfreulich, feststellen zu können, daß unsere Verwaltung diesen einzig richti-. gen Weg mit Entschlossenheit und klarem Zielbewußtsein geht und auch für dieses Jahr wieder gewillt ist, im Einvernehmen mit bereitwilligen Organisationen eine Reihe von Wohnungsbauten durchzuführen. Bauen kostet aber Geld, und heutzutage mehrdennje. Auch in dieser Hinsicht hat die Stadtverwaltung einen sachlich gut fundierten Beschluß gefaßt, indem sie diese Bauten aus der Wohnungsbauabgabe finanzieren will. Diese Maßnahme ist durchaus zu billigen, und d i e Mreterkreise, die wegen dieser Abgabe vielleicht noch verschnupft sein sollten, können doch bei richtiger Würdigung der Verhältnisse, wie sie heute nun einmal gegeben sind, sicherlich zu gar keinem anderen Resultat kommen, als eben die Wohnungsbauabgabe, so fühlbar sie vielleicht auch für manchen sein mag, als einzig mögliches Rettungsmittel aus dem Wohnungselend gutzuheihen. So lange wir diebeklagenswerten Zustände haben, unter denen wir jetzt alle seufzen, müssen wir uns eben auch mit Ausnahmeabgaben befreunden. Wenn mal wieder bessere Zeiten kommen, dann werden andere Entschlüsse zu fassen sein. — Reben dieser bedeutsamen Wohnungsvorlage stand gleichwertig bedeutungsvoll die Beratung sozialpolitischer Angelegenheiten. Die Fahrpreisermäßigung für die Schwerkriegsbeschädigten wird der rückhaltlosen Zustimmung der gesamten Bürgerschaft sicher sein, wenn es der Verwaltung gelingt, diese Vergünstigung wirklich nur denen zu- kommen zu lassen, die sie tatsächlich nötig haben. Mißbräuche müssen hier unter allen Am- ständen verhindert werden, einmal, damit die Stadt nicht zu Anrecht belastet wird, und zum andern im wohlverstandenen Interesse der Kriegsbeschädigtenfürsorge, die durch Mißbräuche nur in Verruf käme, während ihr doch die vollste Sympathie und wärmste Anterstüt- zung gehören muh. Daß die städtischen Körperschaften in weitgehender Weise auch wieder für die Kleinrentnerhilfe besorgt waren, ist außerordentlich erfreulich. Wenn es gilt, diesen allen Leuten inmitten unserer noterfüllten, düsteren Zeit den Lebensabend ein wenig angenehmer zu Machen, als sie selbst es sich zu verschaffen Sermögen, dann darf kein Opfer gescheut werden. Es handelt sich hier einfach um die Erfüllung einer Dankespflicht, denn diejenigen, die heute alt und arbeitsunfähig unter uns leben, waren es doch, die mit ihrem Fleiß und mit ihrer Schaffensfreudig- kett unser Vaterland groß gemacht haben; sie leiden unter dem schmerzlichen Wandel der Verhältnisse nicht nur körperlich, sondern sicherlich auch.seelisch mehr wie viele von uns Jüngeren und Arbeitskräftigen. Zugunsten dieser alten Männer und Frauen muh immer geschehen, was nur irgendwie in unseren Kräften steht. * Bitzungsverlauf. Anwesend sind Bürgermeister Krenzien, die Beigeordneten Dr. S e i b, Dr. Frey, Dr. Rosenberg und 29 Stadtverordnete. Der Vorsitzende macht zunächst einige Mitteilungen. Hiervon interessiert besonders eine Zuschrift der Volkshochschule. Diese dankt für die städtische Unterstützung für das Jahr 1922 und gißt der Hoffnung Ausdruck, mit den jetzt verfügbaren Mitteln die gestellten Aufgaben weiter erfüllen zu können. Die Mitgliederbeiträge sollen allerdings auch etwas schärfer herangezogen werden. Dieser Sommer habe der Volkshochschule mehr Hörer gebracht als Ler vorige; es 'seien jetzt über 280. Alle Veranstaltungen seien gut besucht. Das W o h n u ng s bau pro gramm für 1 922 wird hierauf vom Vorsitzenden in eingehenden Darlegungen entwickelt. Es kommen insgesamt 80 Wohnungen in Betracht. Davon baut die Stadt unter Benutzung der Wohnungsbauabgabe und mit Hilfe der staallichen Zuschüsse 63, die übrigen werden von der Eigenheimgesellschaft, der Baugenossenschaft 1894 und der Eisenbahnverwaltung unter Begünstigung der Stadt erstellt werden. Von den geplanten 80 Wohnungen sind 33 an der Gnauthstrahe schon im Rohbau ziemlich fertiggestellt. Es bleiben demnach noch 47 Wohnungen, über die von der Daudeputation, vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtparlaments, wie folgt beschlossen wurde: Wohnungsbauten sollen ebenfalls an der Gnauthstrahe errichtet werden, um hiermit den Platz Stephanstrahe—Gnauthstrahe städtebaulich zu vollenden. Weitere 3 Wohnungen will man in Verbindung mit einem für das Stadttheater unbedingt zu erstellenden Kulissenraum bauen. Dieser Kulissenraum soll nach dem Plane der Baudepn- tation in der Ivhannesstrahe in nächster Rahe des Theaters angelegt werden; als zweckmäßig hierfür ist der Wiener Hof in Aussicht genommen. Die verbleibenden 35 Wohnungen sollen folgende Verteilung erfahren: 20 soll die Baugenossenschaft 1894 errichten, 9 der Eisenbahnheimstättenverein, hinter dem die Eisenbahndirektton steht, und 6 die Eigenheimbaugenossenschaft. Die Mcugenossenschaft 1894 trägt also einen wesentlichen Anteil an der Vermehrung der Wohnungsbauten, außerdem ist sie auch schon mit Baumaterial eingedectt, so daß die Zuteilung einer so hohen Wohnungsziffer gerechtfertigt ist. Der Finanzausschuß und Baudeputation schlagen vor: 1. Für die gemeindepflichtigen Darlehen werden insgesamt 60 000 Mk. pro Wohnung gewährt, dabei soll aber die Gewährung des staatlichen Darlehens in gleicher Höhe beantragt werden; 2. den Genossenschaften die Anterstützung der Stadt nur unter Erbbaurecht zu gewähren und unter Aeber- nahme der Verpflichtung, in Reihenbau zu bauen; 3. die Eigenheimbaugenostenschaft mit einem Darlehen von 500 000 Mk. zu unterstützen unter der Bedingung, daß sie für 300 000 Mk. Sicherheit hinterlegt; 4. dem Cisenbahnheimstättenverein einen Vorschuß von 300 000 Mk. zu gewähren, wenn vertraglich zugesichert wird, dmß die Eisenbahndirektton zwei Drittel der unrentierlichen Kosten trägt und der Eisenbahnheunstättenverein sich verpflichtet, zwei Drittel der neuen Wohnungen an hier Wohnungsberechtigte der Eisenbahnverwaltung zu vergeben. Rach kurzer Aussprache erllärt sich das Kollegium damit einverstanden. Die Genehmigung von Rechnungen über die freihändige Beschaffung von Baustoffen wird erteilt. Es handelt sich dabei um folgende Materialien bzw. Kosten: 300 Sack Zement 40 470.50 Mk., verzinkte Dachfenster 17 458 Mark, Herde und Unterlagen 25 880 Mk., Steinholzfußböden 7 555.45 Mk., Tapeten 8 368.45 Mk., Rohre und Abzugsstücke 33 593.90 Mk., Zinkblech 22 390.55 Mk., Spülkästen 31 149.40 Mk., Rohre und Abzüge 22 174.25 Mk., Oefen 86 334.50 Mk., Herde 58 799.50 Mk., Kanalstücke 42 963.75 Mk., Gloserarbeiten 8 001.40 Mk., Pflanzungen an den Reubauten der Kaiserallee 9 680.30 Mk. Dem Chemischen Antersuchungsamt und Hygienischen Institut wird die Vergütung für die Anter Buchung des Trink Wassers von 800 Mk. auf 1500 Mk. mit Wirkung ab 1. April erhöht. Für die Amlegung der Wasserleitungen in dem zur Bebauung vorgesehenen Gebiet gegenüber der Siechenanstalt Werdern 195 000 Mark angefordert. Das Haus genehmigt die Vorlage. Mit der Anlieferung von Erde zur Auffüllung der Vorgärten vor den Baugruppen 5, 6 und 7 an der v erlängerten Bleich st ratze ist man einverstanden. Der Verbreiterung des Leihgesterner Wegs vor der Gummifabrik von Poppe & Co. wird zugestimmt. Die Kosten in Höhe von 140 000 Mark werden genehmigt. Die Herstellung des Fuh- steiges an der ftaglichen Stelle geht zu Lasten der genannten Firma. Für bauliche Veränderungen an der Liebigshöhe werden 250000 Mk. angefordert. Die Arbeiten waren ursprünglich mit 100 000 Mk. veranschlagt, die mittlerweile ein- getretene Verschlechterung der Wirtschaftslage läßt diesen Betrag aber als unzureichend er- scheinen und macht die Erhöhung auf 250 000 Mk. nötig. Stadtv. Dr. Krausmüller fragt, wann die Liebigshöhe nuhbttngend für die Stadt in Erscheinung treten werde. Die Besetzung des Wächterpostens solle möglichst rasch erfolgen. Stadtv. Simon schließt sich diesen Aussührungen an und meint, es solle dort kein Luxusrestaurant errichtet werden, sondern man möge lieber einen Volksgarten schaffen. Bürgermeister Krenzien antwortet, ein Restaurant erster Klasse werde dort nicht geschaffen. Was man für die 250 000 Mark schaffen könne, fei nur das allerbescheidenste. Die Räume sollten so hergerichtet werden, daß sie ein einigermaßen menschenwürdiges Aussehen bekämen. Mehr geschehe nicht. Die Vertragsverhandlungen seien schon emgeleiiet, in nächster Zeit werde der Vertrag dem Hause vorgelegt werden. Er rechne damit, daß die Verpachtung des Gartens spätestens am 1. September erfolgen könne. Bei der Herstellung der Einrichtungen habe man in weitgehendstem Maße mit den Sachverständigen zusammengearbeitet. In den seinerzeit aufgestellten Richtlinien über die Ablösung der Zwangseinmietung ist über die' Dauer der Befreiung nichts gesagt worden. Man hält es für geboten, hierüber $inen bestimmten Zeitpunkt festzufetzen. Die Wohnungsdeputativn schlägt vor, die Befreiung von der Wohnungsbesch^agnahme für die Dauer von zehn Jahren gelten zu lassen. Sollte die Stadt gezwungen fein, schon vor Ablauf dieser Zeit in das Verfügungsrecht des Hauseigentümers einzugreifen, so wird der entrichtete Betrag ohne Zinsen zurückgezahlt mit der Maßgabe, daß für jedes abgelaufene Jahr eine Kürzung um ein Zehntel des Betrages eintritt. Wird genehmigt. Die Da u g e s u che a) für die Erbauung einer Halle auf dem Grundstück der Zigarrenfabrik von Gail, b) für die Errichtung einer Halle auf dem Grundstück Gutenbergstrahe 14 und c) für die Herstellung einer Einfriedigung aus Holz vor den Beamtenwohnhäusern an der Senckenbergstrahe werden genehmigt. Der Erhöhung der Kredite für die Unter» -Haltung der öffentlichen städtischen Ähren wird zugestimmt. Für die Ahr an der katholischen Kirche erhöht sich der Kredit von 300 auf 800 Mk., für die übrigen städtischen Ähren insgesamt von 2600 auf 6200 Mk. Heber die Abrechn u ng mit der Daa- genossenschaft 1 894 betreffend die Wohn- yauskolonie Licher Sttaße, Döringflraße und An- neröder Weg berichtet der Finanzausschuß: Die Restzahlung von 28 856 Mk. auf den zu gewährenden Pflichtteil der Stadt au^uhändigen, die gesamten verschiedenen Daukostenvorschüsfe in Hohe von 2 030 039,98 Mk. auf die Stadttasse zu übernehmen und eine unverzinsliche Hypothek in dieser Höhe nach dem Geslehungswert aus die einzelnen Grundstücke verteilt in das Grundbuch ein tragen zu lassen. Das Haus ist!damit einverstanden. Zur Vervollständigung der Straßenbeleuchtung wird ein Kredit von 150 000 Mark zur Verfügung gestellt. Die Lampen sollen namentlich jenseits der Lahn und im Rordwest- vierlel angebracht werden. Es kommen 30 Lampen in Betracht. Die Rechnungsablage der Armenkasse für das Rechnungsjahr 1918 erstattet Beigeordneter Dr. Frey. Als Abschlutzziffer nennt er 286 965,47 Mk. In dieser Ziffer ist eine Aeber- schreitung des Voranschlages um 125 217,25 Mk. enthalten, die eine Folge der Geldentwertung ist. Die Versammlung genehmigt den Abschluß. Beigeordneter Dr. ©etb befürwortet ein Gesuch des Gleiberg-Vereins um Erhöhung des Iahresbeittages und schlägt namens des Finanzausschusses vor, statt 100 Mk. künftig 300 Mk. zu zahlen. Ein gleichgerichtetes Gesuche des Gießener Lesehallenvereins findet ebenfalls warme Befürwortung. Im Auftrage des Finanzausschusses schlägt der Beigeordnete vor, statt 10 000 Mk. mit Wirkung ab 1. April 20 000 Mark zu geben, da es ffich hier um eine durchaus gemeinnützige Einrichtting handle. Beide Vorlagen werden genehmigt. Ein Gesuch des Hessischen Polizei- und Schutzhundevereins und des Vereins für deu tsche Schäf erhun de, Ortsgruppe Gießen, um Ermäßigung der Hundesteuer, wird nach dem Anträge des Finanzausschusses abgelehnt, da man die Ansicht vertritt, daß die meisten dieser Hundebesitzer Gewerbetreibende sind, welche die Hunde vor allem in ihrem eigenen Interesse halten. Man will 'sich keinen unliebsamen Konsequenzen aussehen. Dem Wassersportverein Hellas wird ein Darlehen in Höhe von 8000 Mk. gewähtt, wie es bei verschiedenen anderen Vereinen aus besonderem Anlaß auch schon geschehen ist. Die Anpassung der Teuerungszuschläge der städtischen Beamten an die Reuregelung der Reichs- und Staatsbeamten wird gutgeheißen, ebenso die Anpassung der Bezüge der Ruhegehalts- und Witwengeldern p f ä n g c r an die diesbezügliche Regelung des hessischen Staates. Am die Erweiterung des Verwaltungsgebäudes des Elektrizttäts- werkes entspinnt sich eine längere Aussprache. Beigeordneter Dr. Seid referiert namens der Detriebsdeputatton und empfiehlt m deren Aus' trag ein Projekt, das ca. 4—500 000 Mk Kosten verursachen würde. Dieser Betrag sei angesichts der Arbeiten und im Hinblick oaf die starke Verteuerung der Baukosten als angemessen zu bezeichnen. Die Kosten seien aus den laufenden Einnahmen des Werkes unter Verteilung aus drei Detriebsiahre zu decken. Stadw. Höhn beantragt, diese Empfehlung der 'BetriebÄ^r- tat ton nicht anzunehmen, sondern die Vorlage zur nochmaligen Berat mg an die Baudeputatton zurückzugeben. Es bestehe auch noch ein anderes Projekt, das nicht ganz so teuer sei. In der weiteren Aussprache betont Stadtv. Simon, die möglichst schnelle Verabschiedung der Vorlage fei empsehlenswept. denn wenn man die Sache noch einmal an die Deputatton zuruckgebe und sich in einigen Wochen wieder damit beschäftige, feien mittlerweile die Baukosten noch diel mehr in die Höhe gegangen, so daß die Stadt also gar feinen Rutzen habe. Ein Antrag aus dem Hause schließt sich dieser Auffassung an, will aber gleiche zeitig auch dem Wunsche rach nochmaliger 'Beratung Rechnung tragen. Er lautet: „Es wird beantragt, die Angelegenh.it an die Detriebs- deputation in Verbindung mit der Baudeputation zwecks gemeinsamer Beratung zurückzugcben. Die Stadtverordnetenversammlung wolle weiter beschließen, daß "der Aübau zur Ausführung kommt und uie erforderlichen Kredite zur Verfügung gestellt werden." Dieser Antrag findet die Zustimmung einer großen Mehrheit. Auf Antrag des Beigeordneten Dr. Frey beschäftigt man sich hieraus mit einer Vorlage bett'. Ermäßigung des Fahrpreisesauf der elektrischen Straßenbahn für Kriegsbeschädigte. Dr. Frey erklärt u. a.. ihm sei mehrfach dorgehalten worden, die Stadt habe Geld für Tennisplätze, aber für die 'Begünstigung der Kriegsb.schädiglen auf der Straßenbahn habe sie nichts übrig. Dazu habe er zu bemerken, daß die Tennisplätze eme werbende An läge der Stadt darstellen, die Geld einbrächte, mit dem dann wieder f03täte Aufgaben bestritten würden. Bis vor kurzem sei den Schwerkriegsbeschädigten auf der Straßen« bahn freie Fahrt gewährt worden, diese Vergünstigung habe die Straßenbahrrverwaltang aber aufgehoben. Der Beschluß der Bahnverwallung sei kein feindlicher Att gegen die Kriegsbeschädigten gewesen, er sei nur entstanden aus ber Erwägung heraus, daß die Straßenbahn nicht m der Lage stehe, aus ihren Mitteln größere soziale Fürsorge zu betreiben. Er (Dr. Frey) habe sich nach Hilfsmaßnahmen umgefehen und schlage nun vor, es in Gießen genau so zu machen, wie es in den meisten anderen Städten auch geschehe. Die Schwerkrie^beschädigten und die 'diesen tn dem Grade der Invalidität gleichgestellten Leichtkriegs beschädigten sollten nur den halben Fahrpreis bezahlen, wenn es fich um besonders bedürftige Leute handle, solle völlig freie Fahrt auf Kosten der Stadt gewährt werden. Es tarnen hier etwa 70 Personen in Frage. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten habe sich mit dieser Regelung einverstanden erklärt. Erne Fürsorgestelle habe die Anträge der Kriegsbeschädigten nach dieser Richtung hin zu prüfen, hierbei solle das größte Wohlwollen walten. Zur Durchführung dieses Planes sei em Kredit von 25 000 Mk. für das Jahr 1922 erforderlich. Für die Zukunft seien entsprechende Mittel tn den Etat einzustellen. Der Antrag wird nach kurzer Aussprache einstimmig angenommen. In der vorigen Sitzung haben die Stadtv. Frau Raumann, Dr. Krausmüller und W i n n folgende Anfrage bzw. Qlntrag bei de» Stadtverwaltung eingereicht: 1. Wir fragen an, ob die ungefähre Zahl der in Rot befindlichen Kleinrentner unserer Stadt bekannt ist und was bis jetzt fettens der Stadt für die Linderung der Rot in diesen Kreisen geschehen ist 2. Wir beantragen angesichts der dauernd stei genden Preise für HÄzmaterial, Holz usw. zu bedeutend ermäßigten Preisen für die in schwierigen Verhältnissen lebenden Kleinrentner zu, Verfügung zu stellen. Beigeordneter Dr. Frey erllärt zu 1. u. a., einer Aufforderung der Stadt entsprechend hätten sich bis jetzt 75 Personen ge meldet. Don diesen bezögen 33 ehr Einkommen bis zu 1500 Mk.,' 30 ein solches bis zu 3000 Mk., 10 hätten bis zu 6000 Mk. und nur 2 bis zu 10 000 Mk. für die Lebensbedürfnisse. Aus einem Fonds der Stadtverwaltung fei diesen alten Leu ten bisher Hilfe zuteil geworden, es seien noch Sie äfliaMen oon Diatios. Roman von Ernst Scheitel. 8. Fortsetzung. ' (Rachdruck verboten.) Dun schrillen die beiden zusammen in der von Perzelius ' angegebenen Richtung an den dumpf hallenden Wänden hin, aus denen der Lichttegel der Lampe immer neue Stücke heraus- schnitt, während die andern wieder in Finsternis berfanfen. Eine kleine Stunde mochten die beiden so gewandert sein, als die Wände des Ganges aus- einanbertraten und die Decke emporstteg, die nun von gewaltigen Monolithen getragen wurde. Ein Geruch von kühlem Stein und irgendwelchen vege- tabllischen Stoffen erfüllte diese unterirdische Halle. Das Licht der Lampe schlug breit auf die Wände und die viereckigen Steinsäulen auf, deren Schallen wie große schwarze Gestatten durch den Raum sprangen. Reugierig schnellte es in die entlegensten Winkel — aber es traf nur auf totes Geröll, das dort unter dem Mantel der Dunkel- hett geschlafen halle. Rur in den beiden Längswänden waren hohe schmale Spalten zu erkennen, wie Tore, die unter einem furchtbaren seitlichen Druck zusammenge- preht werden. Doktor Perzelius näherte sich einer dieser Oeffnungen und zwängte fich hindurch, während er Eduard aufforderte, ihm zu folgen. Die Spalte führte cttixi zwei Meter in den Seifen hinein, wo sie sich zu einer länglichen Kammer von bei Größe eines mittleren Zimmers erweiterte. Der Raum war jedoch fast ganz ausgefüllt von einem plumpen steinernen Sarg, auf dem ein geschnitzter hölzerner Deckel von schwerer Vergoldung lag. Perzelius stellte die Lampe nieder und hob unter großer An- strengüng mit Eduard zusammen den Deckel ab worauf ihm eine tiefe schwarze Höhlung gleich einem Lewalttgen Brunnentroge entgegengähnte. Erst als er das Licht darüber hielt, erkannte er am Grunde des Behältnisses die Formen eines menschlichen Körpers. Mit Grauen hatte Eduard die Maßnahmen des Gelehrten verfolgt und bttckte jetzt starr und schweigend auf den Leichnam. Doktor Perzelius beugte sich weit hinab, bis er das Handgelenk Des Körpers ergreifen konnte, woran er' den Toten hevcvufzog. Es schien ein tveiblicher Leichnam zu sein. Der Leib war forg= fällig mit breiten Leinen streifen umwickelt, b'e Arme und Füße waren nackt, das Haa des schön gebildeten Kopses sorgfältig in einer altertümlichen Weise frisiert. Perzelius legte den Körper ausgestteckt über eine der breiten Sargwände und begann eine eingehende Untersuchung. Die Leiche schien noch nicht lange rn ihrer unterirdischen Behausung gelegen zu haben, denn das Fleisch war noch weich und die Haut elastisch Bei einer älteren Mumie wäre alles tote Mooreiche gewesen. Auch Überraschte die eigentümliche Art ^er Munnnzierung, die unmöglich a if eine lang.. Dauer ' berechnet sein konnte. Am Halse gewahrte man einen langen, tiefen Schnitt, der aber vernäht war. Die Haare waren blond und der ganze Leichnam trag das Gepräge der Europäerin. Eduard beobachtete fragend und staunend die Tätigkeit des Doktors, bis dieser ihn schließlich aufforberte, ihm behilflich $a sein, um die finge Tote wieder in ihr steinernes Bett hinabzulassen. Rachdem auch der Deckel wieder über den Sarg gelegt war. trat Perzelius den Rückweg nach der Halle zu an. Dort angekommen, überblickte er die gesamten Wandflächen und zählte an jeder Längsseite sechs solcher schmaler Türen. Das schienen die einzigen Ausgänge der Halle zu sein. Erst bei genauerem Zusehen gewahrte er auch tn der Schmalseite, welche dem Eingang gegenüber lag, ein niedriges viereckiges Loch, das die Mündung eines mit Schütt an gefüllten Ganges zu bilden schien. Zunächst machte er sich daran, auch die übrigen seitlichen Grabkammern zu untersuchen. Es ergab sich überall dasselbe Bild. Rur zwei der Särge waren leer, tn allen übrigen lag je etn blondes Mädchen. „Was bedeutet nun dies alles?" fragte end- [ig> Eduard, als sie in der letzten Kammer standen und aus 'ldas bleiche, wie nut Firnis überstrichen e Gesicht der Toten blickten, das aus dem bur.tlen Schachte des Sarges heraufleuchtete. „Wenn ich das schon genau wüßte, brauchte ich nicht erst hier zu sein," entgegenete der Doktor, „ich kann nur vermuten, daß wir uns auf dem richtigen Wege befinden." Damit setzte er sich nachlässig auf die Brüstung des Sarges, zog seine kurze Pfeife aus der Tasche und entzündete den erkalteten Tabak. Während sich der blaue Rauch mit dem unterirdischen Modergeruch vermischte. begann der seltsame Gelehrte zu erzählen. „Ich sagte Ihnen schon, daß in jenem Lande, in dessen Bauch wir uns augenblicklich befinden, zu allen Zeiten Menschen den Göttern dargebracht worden lind. Hauptsächttch waren es blonde oder rothaarige Mädchen oder Jünglinge, die als Geschenke für den großen Set oder Sutech ■— den ägyptischen Satan — auserlesen wurden. Besonders unter der Erde wurde diesem schwarzen Prinzip geopfert und dort ertönte der orgiastische Lärm jener Riesenorchester, bei denen dressierte Elefanten, Hunde und Vögel aller Art ihre Stimmen vermischten mit dem Klang der merkwürdigsten Instrumente und mit menschlichen Massen- chörsn, denen gegenüber unsre Konzerte nur ein schwaches Säuseln bedeuten. Run können Sie sich denken, daß em solcher Kutt, der aus dem innersten Wesen eines Volles herausgewachsen ist, nicht einfach wieder verschwindet. Sehen Sie Indien an. Die uralten Götter des Volles leben noch heute, älnd ob Brahmanismus, Buddhismus, Istam und Christentum darüber hingeflutet sind — die Felsenzüge des Allen sind immer wieder aufgetaucht aus den Wogen des Reuen. Richt anders ist es hier. Im Herzen des Volles lebt die alte Religion verschollener Zeiten — jene Religion, der vielleicht schon die Lenrurier auf ihrem versunkenen Kontinente dienten, und kein Priester des Islam und kein christlicher Missionar vermochte sie zu verdrängen. Was ich nicht weiß und eben auf dem Wege meiner rück- schließenden Methode finden will, das sind dis Einzelhetten und der ganze Verlauf des Kultes. Sotoeit betrifft es mein Interesse als Gelehrter. Als Kriminalist ist es aber des weiteren meine Aufgabe, auf Grund meiner Kenntnftse den Herd jener religiösen Verbrechen aufzufinden und zu zerstören. Irgend ein Mittelpunkt muß doch bestehen, denn ohne strafte Organisation wäre ba« Ganze unmöglich." (Fortsetzung folgt) 5591A 23 9 4 u 5 ^Kittel vorhanden um rocrier belf enb eingretfen äu Ibnnen. Was den Kleinrentnern am Existenz- Minimum fehle, werde von der Stadt zugezahll, sobald sich die Leute auf den von der Derwal- der beutfd>»fü£>amerifantfdjen Wirtschaftsbeziehungen schon wieder zurück-- erobert. Die Enawicklung der Hamburg-Süd nach dem Kriege ist ein schönes Zeugnis für deutsche Tattrast und Tüchtigkeit. Sie hat, wie alle anderen Reedereien, ihre Schiffe, soweit sie nicht Opfer des Krieges wurden, an unsere Gegner abliefern müssen. Es ist ihr geglückt, den modernen Dreischrauben-Schnelldampfer Cap Polo- nro als größtes deutsches Schiff verhältnismäßig günstig zurückzuerwerben und in den Südamerika- dienst einzustellen. Die erste Ankunft dieses komfortablen Ozeanriesen in Brasilien und Argentinien bedeutete einen groben Triumph für Deutschland. Wir haben also allen Grund, dem Wieder- erstarken der deutschen Handelsflotte mit Zuversicht entgegenzusehen. Will Deutschland in der Welt wieder em Faktor friedlicher Wirtschafts- betätjgung werden, so ist die Schaffung einer leistungsfähigen de.itschen Handelsflotte eme Vorbedingung dazu. em sicheres Zeichen für die Otife und Sparsam keif von I Ifllwncn trinken /M im» füglicN Schlichlungsausschus; der Provtn; Oberheßerr. Sitzung vom 6. 3u!L 3n der Streitigkeit des Fabrikarbeiterver- bandes und des Arbeitgeberverbandes der 3n- Diiftrie tn Oberhrsien wegen Abschlusses eines neuen Tarifvertrages für die Gailschen Ton - Jcrte in Dietzen und die Tonwerke A b e n d st e r n und Hüttenberg wurden den in der Hauptsache Tic Bestimmungen D€X '25rr'I>€rtta9ca Für die Ziegeleien, Xontoaren und Dachziegelfabriken für die Provinz Hef en - Aassau. Freistaat Hessen und Waldeck vom - 19x2 durch Schiedsspruch als Vertrags vorgcschlagen. 6i? erhielten eine Woche Frist zur Stellungnahme. Dem Einspruch eines Pflegers der Unr- versitäts-AervenfliniL in Gießen gegen Kündigung wegen Kraickhrit kennte nicht tattgegeben werden, jedoch wurde Sie Unter- .tutzung des Antragstellers und die Sorge für eme geeignete Weiterbeschäftigung in einem anderen staatlichen Betriebe den tn Betracht körn menden Stellen dringend empfrchlrni. 3n der Ernspruchssache eines kaufmännischen Angestellten der Braunkohlengrube I^'^drich m Trais-Horloff wegen fristloser Entlassung wurde gentäf1 § 86 Abs. 2 des Be auf Antrag der Arbeitgeberin baS Verfahren zur Herbeiführung einer gerücht lrchen Entscheidung ausgesetzt Aus Stadt und Land. Gießen, den 8. Juli 1922- " Ferien des Provinzialausschus- fcÄ. Der Provinzialausschuß hält während der Zelt vom 15. Juli bis 15. September Ferien. 3n Ztefci Zeit kommen nur besonders schleunige Verhandlung. Die Ferien sind ohne Einfluß auf den Lauf der gesetzlichen Pflichten. Landkreis Gießen. Aus dem AmtSverkündigungSblatt. "Das Am ts v erkün d i g u n g s blatt Ar. 78 vom 7. Zuli enthüll Ferien des Prv- vmztalauSschusses. Pflegegell^r in der Anstalt für Schwach- und Blödsinnige „Alicestift" Walzarbellen. Unfälle auf Bahnübergängen. - Anteile^ der Gemeinden an der Umsatzsteuer. Unterstützung von Rentenempfängern. — Statistik des Wein- und Obstertraaes. - Gemeindevieh- toage zu Harbach. — Dienstnachrichten des Kreis- 'Es — Feldbereinigung Klein-Linden, Lumda und Utphe. Vermischtes. Schädlinge des Allgemeinwohls. *AusderPfalz,7. Zuli. Ganze Scharen Saarländer bereifen augenblicklich dre Pfalz taufen hier Kirschen zu jtbent Preise auf und schaffen sie in Lastkraftwagen tn das Saar gebiet Hinüber, wo sie mit Frvr> fc n ausgewogen werden. Dll Behörden haben i'bhalv alle Kräfte .Mr Ergreifung dieser „Menschenfreunde' mobil gemacht und bereits eine ganze Anzahl von ihnen verhaftet. Bei Zweibrücken beschlagnahmte man heute früh ein mit 36 Zentnern Kirschen beladenes Lastauto. Kein Wunder daß unter diesen Verhältnissen auf dem letzten Wachen mark! in Saarbrücken di?. Kirschen 22 Ml. Heidelbeeren 33 Ml., Zohannisbeeren 25 Mi. Stachelbeeren 25 Mk. das Pfund kosteten. 3m Aeunkirchen bezalhlle man für das Pfund Kirschen sogar 24 Mk. Dle Ehescheidungen in Amerika. Chicago, 5. Juli. Richter Sabath, der Superior Court, erklärte heute, daß seine Gesundheit durch das Anhören und Beurteilen von6000Schetdungsklagen während der letzten zwei Jahre derartig gefährdet sei, daß er vor einem nervösen Zusammenbruch stände. Er bitte um ein anderes Amt. Als hauptsächlichsten Grund dieses Zu- standes gibt er an, daß die 3 Arten von Schein dungsklag^n, nämlich die'Mmentenfrage, die Zusprechung der Kinder, und der Versuch der Wiederversöhnung, verantwortlich seien für seinen Zustand, Gerichtssaar, wb. M a i n z, 7. Zuli Vor dem f r a n z ö - lschen Kriegsgericht hatte sich der aus DreSlau flammen be Georg Karliner wegen angeblicher Spionage und Gefährdung der Sicher- W ter Besahungstruppen zu verantworten. DaS Urteil lautete auf 20 Jahre Gefängnis — Ein Mitangeklagter aus Oppeln erhielt 2 Jahre Gefängnis. Die Verhandlung war nicht öffentlich. Die Angelegenheit wird mit der Gebeirn- organisation Konsul in Verbindung gebracht. Turnen, Sport und Spiel. * Seme st er Wettkämpfe der Landes- ^eute. Samstag, nachmittags ilpr: Mullersche Badeanstalt: Schwimmen und Springen. - Morgen, Sonntag, 9. Zull. Uniper- itätS-Sportp^tz: Leichtathletik: vormittags von älhr an: AuSscheidungSkämpfe: nachmittags Uhr: Hauptkämpfe. Leichffmmge Aufbewahrung von Explosivstoffen. wb. Frankfurt a. M., 7. Zull 3n einem an einen Feuerwerker in Heddernheim vermieteten Zimmer entstand gestern abend eine hef- tige Explosion, wodurch ein ✓ ziemlich umfangreicher Dachstuhlbrand entstand. Die sich in der Wohnung auf hallende 32iähr. Kätha Frey- ? i fe" und die 5jährige Anneliese, ein Kind ujtcr Schwester, erlitten durch die Explosion so schwere Brandwunden, daß sie sofort in das geschafft werden mußten. Dortselbst ist Fräul. Freyersen bald ihren Verletzungen erlegen, während die 5jährige Anneliese nicht direkt hoffnungslos barnieberliegt. Mit Hilfe der Feuerwehr des Heddemheimer Kupferwerkes und der ,Freiwilligen Feuerwehr konnte der Brand bald lokalisiert werden. Das ünglürf kann nur baburd> entstanden sein, daß eine größere Menge w>n st offen leichtsinnig aufbewahrt wurde. Man sah eine haushohe Stichflamme aus dem 3immer schießen. O. M. A i ed c r - B ess i n g en, 7. Zull. Drells seit Zähren sammeln die Herren Pein mit großem Verständnis die in unserer Gemarkung zahlreich vorkommenden Reste aus der sog. jüngeren Steinzeit- Blllc und Hammer verschiedenste, Fornt. vor allem .iber Die recht schwer zu findenden kleinen Geräte aus Feuerstein, wie Mesteichea. Pfeilspitzen u. a. Durch Herrn Geh. Rat S ch o 11 [ e r. den hessi- wen Landesgeologen, wurde das Oberhesfische Museum darauf hingewiesen, und die Herren Pein waren in dankenswerter Weise sogleich «rett, E Gießener Sammlung al.e wichllgeren Fundstucke geschenkweise zu überlassen. Von besonderer Bedeutung sind die f!einen Feuer- «5‘nß-r ü tc, die, soweit befannl, noch in keiner oberhesstschen Gemarkung mit solcher Ausmerksam- « Sefammelt worden sind Die mineralogische ünterfudeung des ganz verschieden artigen Materials, Darunter Rheinkiesei und sogar Obsidian wird manchen wichtigen Schluß aus Herkunft und Handelsbeziehungen gestatten. Den Herren Pein wird auch eine D ro n z e s p j r g l e verdankt, die ™ bem Abraum eines vor Zähren leihe r zerstörten Grabhügels im Waldteil „HeidZippel" lag. So ist nun die Besiedelung unserer Gemar- kung für einen langen, wenigstens 3—4000 Zahre zurückliegenden Zeitraum durch Funde sicher bezeugt. Bei weiterem Suchen Miro noch vieles ich ergeben, was für die Kenntnis jener alten Kulturen von Belang ist. Kirche und Schule. ' Freie Schul st eilen. Eriedigt ftnb: eine mit einer katholischen Lehremn zu besetzende Schul- stelie zu Mainslingen, Kreis Offenbach, :me mll einer katholischen Lehrerin zu besetzende Schll- stelle zu Hansen. Kreis Offenbach. Gießener Strafkammer. Gießen, 8. Zuli 1922 1 Der Arbeiter Karl Friedrich W. aus Bürgel war wegen Einbruchs in eine Wo hnung amSchiffenbergerWeg harter vom Schöffengericht zu 3 Zähren Zuchthaus verurteilt worden, seine Berufung hiergegen wurde verworfen. Zurückgewiesen wurde auch die Berufung der Margarete B. in Gießen, die wegen Hehlerei 1 Woche Gefängnis erhalten halle. Das in her Umgegend von Alsfeld well und breit bekannte „Hamstermännchen", der Christian L. aus Frankfurt a. M., der im Laufe der letzten Zähre Lebensmittel in Menge aufge» tauft hatt-e, um sie teuer wieder zu verkaufen, war vom Schöffengericht wegen Schleichhandels und Wuchers zu 4 Qltonaten Gefängnis und 2000 Mk. Geld strafe verurteilt worden. 3n der heutigen Der usungsverhandlung wollte er frei» gesprochen fein: obwohl ihm nachgewiesen wurde, daß er mehrere Zentner Fleisch, Mehl unb Butter von Woche zu Woche aufgeEauft hatte, meinte er naiv, das habe er alles für seine Familie gebraucht. Das Gericht setzte die Urteilsverkündung um eine Woche au«. Dine unverbesserliche Diebin ist das Dienstmädchen Marie P. aus Rrmpsen. Sie hatte ihrer Dienstherrschaft tn Bad-Rau heim mehrere Kleidungsstücke entwendet unb deshalb, da sie achtmal wegen Eigentumsvergehens vorbestraft ist, 1 Zähr Gefängnis erhalten 3hre Berufung wurde verworfen. Zurückgewiesen werden pmßte die B e- r u f u n g dsS früheren Schn tzen im 3nf.- RatS. 15 Friedrich D. In Bersrod, der wegen Diebstahls eines Mllitärmantels zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Obwohl er zur heutigen Derhandgung ordnungsmäßig geladen wurde, war er nicht erschienen. Kreis Büdingen. Glaubzahl, 1. Zuli. Gestern feierten die bereinigten Schulen von Rabertshaujen. Rod- leim und Steinheim ihr zweites Zugend- est. Unter Borantritt einer Musikkapelle be- toegte sich em stattlicher Festzug durch die drei Dörfer nach dem waldstillen Forsthaus. Auch eme große Zahl Erwachsener hatte sich einge- funden. Der Ansprache des Lehrers Pfeifer- Rabertshausen folgten Schulchöre, Mädchenreigen, Wettlaufen, Sackhüpfen, Eiertragen und Blinder Marsch Iachfeier unter den gewaltigen Tlufi6aumcn beschloß das vom herrlichsten Wetter begünstigte Fest der Zugend. Starkenburg und Nheinhefseu. spd. Biebrich a. Rh., 7. Zuli. Am Erben- Heimer W^ wurde das Auto 3, T. 5428 lver- '"""ich nach Frankfurt gehörend) start beschädigt und herrenlos aufgefunden 3m Wagen be° anöen heb Srutf^uren. Ob ein Unglücks- fall oder ein Verbrechen vorliegt, konnte noch nicht ermittelt werden. ^dd. "211 a in A ■ 7- Zull Ein Hollon der lieh in der Bahnhofswirtschaft feine 13r ief» tauche mit 1 50000 Mark 3nhall liegen. Ms er seinen Verlust entdeckte, war es zu spät Der Schah war weg. Hessen-Nassau. Di« Jagd nach dem Dollar. fpd. Frankfurt a. M., 7. Zuli. Der Do l- Lac erreichte heute an her Börse die unerhörte Kürzte damit alle Berechnungen in Geschäft und Handel jäh> über den Haufen, ba dieser Stand die allerschlimmsten Befürch- tunaen wett hinter sich läßt und in seinen Auswirkungen noch gar nicht übersehbar ist. Aber Spekulation sich schon an das Werk und berechnet dem armen Derbrouch?r alle« n^ Dollar. 3ndenKaffees schlug die Tasse Kaffee.sofort auf, in den Lebens- mtttelge schäft en verschwanden vielfach die Pretsauszelchnungen unb machten anderen unb höheren Platz. Uebervorteilungen an allen Ecken unb Enden gegen die niemand cinzuschreiten wagt btc E «infaä- als „selbstverständlich" hinnimmt als Schicksalsfügung. Landwirtschaft. Die Kartoffelernte im Main- und Rhein, gebiet. wb. 3m gesamten Ma in-und Rheingebiet stehen die Kartoffeln zur Zeit außerordentlich günstig. Selbst auf leichterem Sandboden stehen die Kartoffelpflanzen außerordentlich Prächtig, und überall haben sie bereits Blüten angesetzt, was als ein sicheres Zeichen dafür angesef^n werden kann, daß auch im Znneren der Erde die Knollenbildung günstig vor sich geht. Die Landwirte rechnen mit einer sehr reichen Frühernte, die in zwei bis drei Wochen ihren Anfang nehmen wird, und die Verbraucher rechnen mll einer bedeutenden Verbilligung dieses Volksnahrungsmittels. Maul- und Klauenseuche. Unter der Schafherde her Gemeinde We- nrngö (Kreis Büdingen) ist Die Maul- unb Klauenseuche ausgebrochen. Wenings wurde als Sperrgebiet erklärt. Bindsachsen, Kefenrod. Mer- re ns ritz, Allenrod und Wemings bilden das Beobach tungsgebiet. Die Maul- und Klauenseuche in der Getneinde Mellnau (Kreis Marburg) ist erloschen Di-> angeorhneten Schutzmaßregeln sind aufgehoben' * Wetzlar, 7. Zull. Die Bauernschaft des Kreises Wetzlar veranstallet am Mittwoch, 26. Zuli, vormittags 7 Uhr, auf her „Starken Weide" einen Fohlenmarkt. Der Auftrieb ist für lebermarxn offen. Näheres ist aus dem Anzeigenteil unseres gestrigen Blattes ersichtlich Kreis Alsfeld. O.M. Alsfeld, 6. Zull. Ein sehr wichtiges, vor einigen Zähren in der Nähe des Hellhofes gefundenes, bisher aber un&etannt gebliebenes Lma,lzbcJ Vorgeschichte ist kürzlich durch Tausch-in den Besitz des O b e r h e s s i s ch e n x r.u!-iUmg ö u Gießen gekommen. Es handelt sich um eine fein aus weißem, rötlich gebändertem Feuerstein gearbeitete Waffe, eine L a n- i e n s p i tz e oder einen Dolch. Gegenstücke dazu md in Deutschland sehr selten, während sie in Spanien reichlich vorkommen. Wahrscheinlich ist die Waffe vor 4000 Zähren von jenen Leuten in unsere Degens mllgebracht worden, Denen auch der schöne, durch zonenförmigeEinritzungen verzierteTopf vom Rodeberg, eines her wertvollsten Stücke im Museum unseres Mtertumsvereins, zuzuschreiben ist. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 9. Zuli, 4. noch Trinitatis. 3n der Stadtkirchc. Bormittaas 8 Uhr zugleich Christenlehre für die Reukonfirnttsrten aus bei Matthäusgemeinde: Pfarrasfistent Becker. Bonn. 91/2: Pfarrer Lühl aus Wetzlar. Bonn. 11: Kinderkirche für die Mariusgemeinde: Pfarrer Decker. Montag, Den 10. Zuli, abends 8 Uhr: Bereinigung Der konfirmierten männlichen Zugend - Dienstag, den 11. Zuli, abends 8 Uhr: Bereinigung der konfirmierten weiblichen Zagend, jedesmal der Matthäusgemeinde. 3n der Zohanneskirche. Bonn 8 Uhr, zualeich Christenlehre für die Reukonfirmierten aus Ser L^Lrsgemeiüde: Pfarrer BechLalSheimer. Borm. 91/2: Pfarraffistent Müller. Bonn. 11: Kinberkirchc für die Zohannesgemeinde: Pfarr- affffteni Müller. Wieseck, Sonntag. 9. Zuli. Bonn 81/» Christenlehre für die konfirmierte welbl. Zugend'. 91/«: GctteSDienst. Mittwoch, 12- Zuli, abends 8Vs: Zugendvereinigung (männl. Abteilung). - Donnerstag, 13. Zuli, abends 8. Mädchenabend (Gesangsabteilung). Sonntag, 9. Zuli, vorm Id: Kirchberg. Bonn. 11: Ebristenlehre für die welbl Zugend. — Rachm. Ji/s: Daubringen. Rachm 1i.,. Mainzlar Katholische Gemeinde. Samstag, den 8. Zull, nachm. 5 unb abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Deicht. — Sonntag, den 9. Zuli. 5. Sonntag nach Pfingsten. Bonn. 61/3: Gelegenheit aut hl. Beicht. 7: Hl. Messe. Kommunion der Zünglinge. 8: Austeilung der hl. Kommunion. 9: Hochamt mit Predigt. 11; Hl. Messe mit Predigt Rachm. 21/5: Christenlehre, darauf Andacht mit Segen. 31/4: Züng- lings-Kongregation Llbends 8: Aloisiusanbacht. Diaspora-'Gottesdienst am 9. Zuli in Grün 0 e 1 g 9'. Uhr. Katho.l. Gottesdienl. Sonntag, den 9. Zuli. Hungen. 8 Uhr vonn. — Sich, 10 Uhr vorm. und 2 Uhr nachm. 1 ' ” ——■ —11 tung festgesetzten MoöuS einliehen. Die letzt noch verfügbaren Mittel aus dem letzten Halbjahr wolle die Stadt dem Rentnerbunde zur Beschaffung von verbilligten Lebensmitteln und Klei- dungsstücken aui Verfügung jlcllcn Vie Mittel würden soforr zugefichn denn angesichts der rapiden Teuerung sei jeher Zag kostbar. Auch an der Milchverbilligun^saktton ! ?ien die alten Leute beteiligt worden, diese Aktion lönne voraussichtlich noch 2—3 Monate fortgesetzt werden. Was dmm Weller geschehen werde, sei heute noch nicht zu sagen da das Reich unter dem Druck der Entente weitere Mittel hierzu nicht mehr bergeben dürfe. Zu 2. sagt der Beigeordnete, die Verteilung wesentlich verbilligten Holzes an die Kleinrentner sei In Vorbereitung. Die De- zugsliste sei im Einvernehmen mit dem Rentner- bunbe fertiggeftellt worden. Das Holz fei vorhanden. Besondere Mittel hierzu feien nicht not- wcrnbig. Wenn die Stadl in (her Lage sei, irgenb» eme Verbilligung der Bedürfnisse des täglichen Bedarfs Herbeizuführen, so solle das gerne geschehen. Stadt. D K ra u s m ü lle r dankt dem Beigeordneten für seine Mitteilungen und betont, Derrn die Mittel e. schöpft feien, werde man gerne weitere bewilligen, damit noch mehr getan werden könne. Empfehlenswert sei nach wie vor die baldige Schaffung eines Rentnerheimes, denn die Zeit romme dock-, wo ein solches gebaut werden muffe. Bürgermeister Krenzien teilt diese Ansicht, er betont aber auch, daß hiergegen noch das Bedenken bestehe, daß die allen Leute nicht gerne tn ein solches Heim ziehen, weil sie an ihren Wohnurmen und an ihrer ganzen gewohnten Umgebung 5 Gesellschaft ihren alten Ruhm alS Hcmptträgerin Spielpkarr der Frankfurter Theater. Opernhaus Sonntag, 9. 3uli: Der Troubadour. Montag, 10.: Siegfried. Dienstag, 11.: Madame Butterfly Mittwoch, 12.: Götter dämm» rung. Donner sfag. 13. Die verkaufte Braut. Freitag, 14.: Barock, Tänze von Rarneau, hierauf Don Pasquale. Samstag, 15.: Die Meistersinger von Nürnberg. Sonntag, 16.: Die blaue Mazur. - Schauspielhaus Sonntag, 9. Juli: Eine Frau ohne Bedeutung. Montag, 10.: Lady Windermeres Fächer Dienstag, 11.: Lady Windermeres Fächer. Mittwoch, 12.: Lady Windermeres Fächer. Sptelplan nach den Ferien: Opernhaus. Sonntag, 27. August. Der Troubadour. Montag, 28.: Fidelio. Dienstag, 29.: Cavalleria rusticana. Mittwoch, 30.: Carmen. Donnerstag. 31 : Hoffmanns Erzählungen. Freitag, 1. September: Boccaccio SamStag, 2.: Die Zauberflöte. Sonntag, 3.: Tristan und Zsolde Handes. Berlin, 7. Juli. Börsen st immungs- b i ld. Mit den Schlagworten ^Markkatastrophe" und „Dörsenhausfe" Ivird am besten der Verlauf unb -Zu st and der heutigen Börse'charakterisiert. :?-.ccit3 am Vormittag schnellten die Devisen- t -tfc in Rückwirkung des Veuhorker Mgrkkurses - > nervös aufgeregtem Geschäft rapide in die j he, so daß der Dollar am Mittag schon 512 uni in der ersten Mittagsstunde 530 bis 537 no- /irrte Zn entsprechendem Ausmaße wurden natürlich auch die anderen hochwertigen Auslands- drvisen bewertet. Die Rückwirkung dieser beängstigenden Fortsetzung des Verfalls der deutschen Währung blieb auf dem Effektenmarkt nicht aus. Die Kursbewegung machte hier bei zunehmender Beteiligung des Privatpublikums und der Spekulation weitere starke Fortschritte, so daß Kurssteigerungen von durchschnittlich 50 bis 30 Prozent die Regel und bei einer ganzen Anzahl von Papieren auch sokhe von 100 Prozent und darüber keine Ausnahme bildeten. Diese starken Kurssteigerungen erklären sich außer durch die Zurückhcütung der Abgeber und die Zurückhaltung vorliegender Verkaufsaufträge auch aus der anscheinend mehr Anhänger gewinnenden Ansicht, daß die andauernde Markentwertung in der Bewertung der Effektenkurse noch lange nicht genügend zum Ausdruck gekommen ist. Die Hauptumsätze spielten sich auf dem Mvntanmarkt, wo die stärksten KurSerhühungen zu verzeichnen sind, ab. Auch in den anderen Znduslriepapieren entwickelte sich bei höherer Bewertung ein starkes Geschäft. Bankaktien folgten mit Ausnahme von Berliner Handelsgesellschaft der Aufwärtsbewe- aung nur zögernd. Stärker schlossen sich ihr Dchiff- fohrtsaktien an, die 20 bis 40 Prozent gewannen. Hc.imtsche Rentenwerte lagen fest, besonders drei- prozentige Preußische Konsols. Ausländische Rentenwerte wurden unter Bevorzugung von Mexikanern. Türken und Ungarn ebenso wie Kolonial- vopiere und FreiverkehrSwerte ganz erheblich in die Höhe gesetzt. Auch in den zu Einheitskursen gehandelten Zndustrtepapieren ist bei abermaliger Verspätung der Kursfeststelbmg mit einer ent- sprecherrden kräftigen Fortsetzung der gestrigen Kurssteigerungen zu rechnen. Frankfurt a. M.. 7. Juli. Börsen- stimmungsbild. Die Steigerung der Devisenpreise führte äüch heute wieder zu einer festen Tendenz. Der Dollar hatte in den ersten Morgenstunden einen Stand von 466. stieg auf 486, um 10’,-. ilfir überschritt er den Kurs von 500, wurde später 510 bis 516 und jetzt 520 genannt. Zm freien Verkehr waren die Tlmsähe wieder umfangreich, Benz 620, 3nag 540' bis 550, Hansa Lloyd 308. Unter dgn Montanaktien herrschte lebhafte Rach- >^age, die zu Kurssteigerungen führte. Chemische Werte lagen ruhiger. Bei den Glektrizitätspapie- ’/n war die Tendenz vorwiegend fest. Maschinen-, Auto- und Metallwerte wurden lebhaft gehandelt. Von sonstigen variablen Papieren konzentrierte >ich das Geschäft auf Zellstoff und Zua»-rfabrik- attien. Der Einheitsmarkt zeigte auch heute wieder eine ausgesprochen feste Haltung. Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluh- • Kurs ^irs Kurs Kurs Datum. 6.7 7. t. 6.7 7.7. 5'/,Dtfch.KriegSanl 77,50 77.50 77,60 77,60 4°/,Dtsch. Reichsanl WS, - 108, 108,- HO - 3°/°Dtsch. Acichsanl. 19°. “ 200 “ >90,- 220,- 4°/o Preuß. Konsols 75,- 82,- 81,60 81,50 Hamburg-Palett . 485.- o55,- 480,- 523,- Rorddcutscher Lloyd 353,- 395,- 339, - 375,— Comm.u.Privatbank 382, - 287, — 285, - 287, — Darmstädter Bank . 288,- 289,- 289,- 290,50 Deutsche Bant 520, — 530, — 514,5u 525, — Disconto-Gesellschaft 394,- 394 - 394,50 401,- Dresdner Bank . 304,— 305, — 300, - 304, — Mitteld. Creditbank. 250,- 255. — 250,— 255,— Äationalbanl s. D. 288 - 290; - 290,- 291,50 Boch. Gußstahlwerke —1420, — 1315,— 1365, Bud.-Eisenw.-Akt.. 799,- 838,— 700,- 845,— D^Luxemb. Bergw. 1210,- 1270,- 1260,- 1271,- Gelsenkirch. Bergw 1296,- 1340,- 1270,- 1350,- Harpener Bergbau 2280,- 2350,- 22S0, - 2299, - Oberschl. Eisenb.°B 1010,- 1080,- 1030,- 1100,- Oberschles. G'ienind. 765,- 840,- 740,- 835,- Phönir Vergb.-Akl 1394,601500,- 139c,- 1490,- Vad.Anilin»u. Soda 850,- 870,- 850,- 860,- Höchster Farbwerke. 770,- 810,- 785,- 799,75 Allg. Elektr.-Ges. . 800,- 850,- 798,- 880,- Selten & Guilleaume 990, — 940, - 860, - 880, - Schuckert-Werke. . . 740,- 815, - 765,- 805,- Adlerwerke 550,- 600,- 544,- 57u,- Daimler 499,— 518,- 495.50 520,- 4° ° Hess. Staatsanl. 77,- 78,75 7o,- 73,10 Electron Griesheim 691,- 950,- 880,- 925,- Dtsche. Dereinsbank 180 - 195, — — Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: 6. Juli. 7. Zuli. Arnstd.-Rotterd. 17627,90 17672,10 20873,25 20926,26 Brüssel-Antw. . 3495 GO 3504 40 3905,10 3914 90 Ehristtania . . . 7599,50 7609,50 3938,80 8961,20 Kopenhagen .. 9887,60 9912,40 11660,40 11689,90 Stockholm. . . . 11835 15 11864,85 13682,85 13717.15 HelsingforS. . . 990,75 993,25 1136,55 1141,45 Italien 2022 45 2027,50 2297,10 2302,90 London 2037,55 2042,55 2397, - 2405,- Deuyork 454/43 455,57 526,84 528,16 Paris 3665,40 367t,60 416 ,75 4180,25 Schweiz 8689,10 8710j9ü 10112,30 10137,70 Spanien 7091,10 7108,y5 Deuffch-Oesterr, 2,05 2,09 2,23 2,27 Prag 823,yO 876,10 1084,60 1087,40 Budapest .... 38,70 37,80 42,44 42,56 Buenos Lire» . 164,74 165,22 190,75 191,25 Bulgarien . . . 303,60 304,40 348,55 349,45 Japan 218,50 219,50 252,- 258, Rio de Janeiro 63,91 67,09 77*41,- 7159,- Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. C. 7. 7.7. Zürich Fr. 125.40 1,15 1, - Amsterdam Fl. 59.20 -,57 -.49 Kopenhagen Kr. 88.80 1,05 -,90 Stockholm Kr. 88.80 -,9C ,67 Wien Kr. 117.80 Prag Kr. 11730 H,b2 London Sh. 97.80 Reuhork I 23.80 -.22 -,19 Paris. . Fr. 125.40 2,80 2,40 Züricher Devisenmarkt. 7. 7. 6. 7, Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. = 203. - 208.25 Deutschland 100 Q21L = 1.11 1*22 Wien 100 Kr. — 0.025 0.02 Prag 100 Kr. = 10.50 10.175 Paris 100 Fr. — 41.95 43.05 London \ £ = 23.29 23.35 Italien 100 2. = 23.15 24.05 Brüssel ....... 100 Fr. = 39.20 43.55 Budapest100 Ät. = 0.44 0.45 Reuhork 100 $ — 523.50 524-50 Agram 100 Kr. = 1.587 1.625 Warschau 100 Ät. = 0,107 0,11 Märkte. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. mc F ra nkf u r t a. M , 7. 3ali. Starke Mämte mit Gemüse und Obst zeichneten die lausende Woche a.rs. Aas Holland anb Italien trafen für den Großhandel größere Posten Kartoffeln ein. Auch das Angebot von Kartvfieln alter Ernte ist noch sehr reichlich. Gleichwohl ist au| dem Markt kein merkliches Sinke,i der Preise wahrzunehmen Beim Großderkaaf kosteten Kartoffeln (alter Ernte > 270—300 Ml., italienische und holländische 750- 800 Mi. der Zentner: Zwiebeln 500- 650 Mk.; Kernerdsen 600 bis 900 Mt.: holländischer Blumenkohl das Stück 28—31 Mt. holländische Äbmaten das Pfund 30 MI., italienische 20 Mk.: grüne Bohnen das Pfund 9—10 Mk.: ©arten das Stück 12-15 Mk.: Kopfsalat die Staude 80 Ps. bis 1,30 Mt. und Rettich das Stück 2—3 Ml. Bei Erzeugern Warden grüne Bohnen der Zentner mit 1000—1100 Mark; Kernerbsen das Pfund mit 10—12 Mk.: Kohlrabi das Stück mit 1- 2 Mt.: Gelberüben das Bündel mit 1—1,50 Mk.: Gurten für Salat mit 14—20 Mk.: Rhabarber das Pfund mit 1 bis 1,20 Mk.: Römisch kohl dos Pfund mit 4—5 Mar«: Kopfsalat die Staude mit 0,90- 1,80 Mk. und Rettich das Stück mit 2,50—3,50 Ml. bezahlt. Auf dem Obstmarkt kosteten die Kirschen der Zentner 650—850 Ml.: Heidelbeeren 1400 Mk., Johannisbeeren 1300—1400 Mk.: Himbeeren das Pfund 22—26 Ml. and Erdbeeren 24—515 Mark. — Auf dem Fischmarkt kosteten Flußfische das Pfund 18-32 Mk.: Seefische 14-18 Mk. Butter hat den Preis von 92—95 Mt.: Margarine 46—48,50 Mk. pro Pfund erreicht. Eier mußten im Großeinkauf das Stück mit 6,80 bis 7 Mk. bezahlt werden. Mainzer Produktenbörse. Mainz, 7. Zuli. Die heutige Börse verlief infolge, der unnormal hohen Devisenkurse äußerst fest. Da sich die Preisforderungen in kurzen Zwischenräumen überschlugen, waren Rotierungen nicht möglich. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Der Gesetzentwurf über die Pflichten der Beamten der Republik. Berlin, 7. Zuli. (WTB.) Der Rcichsrat beschäftigte sich gestern mit dem Gesetzentwurf über die Pflichten der Deamten zum Schutze der Republik. Zn dem Entwurf wird fest- gestellt. daß die Eidesleistung der Beamten zu einem festgesetzten Zeitpunkt stattfinden soll, und daß die Verweigerung der Eidesleistung die sofortige Entlassung des Beamten zur Folge hat, ohne daß ihm irgend welche finanzielle Ansprüche zu- stehen. Der Reichsbeamte wird verpflichtet, für die verfassungsmäßige republikanische Staatsgewalt cinzutreten und alles zu unterlassen, was mit seiner Stellung als Beamter der Republil nicht zu vereinigen ist. Zur Durchführung des Gesetzes sollen die vorhandenen Disziplinargerichte verstärkt werden. Ferner soll ein besonderer Dis- ziplinarhof emgerichtet werden und zwar ein kleiner Disziplinarhof als erste, ein großer, als zweite Znstanz. Der bayerische Gesandte, von Praeger, erklärte, daß. eine so wichtige Vorlage, die die verfassungsmäßigen Rechte der Beamten in noch nicht dagewesener Weise beschränke, nach Ansicht der bayerischen Regierung nicht übers Knie gebrochen werden könne. Für Bayern sei das Gesetz nichtannehmbar. Zn der G es a m t a b st i m- m u n g wurde der Entwurf mit49gegenl6 Stimmen angenommen. Gegen das Gesetz stimmten die Vertreter Bayerns, Ostpreußens, Brandenburgs, Pommerns. Westfalens, der Rheinlande und Hessen-Rassau. Schutz der Zeitungsbelriebe. Berlin, 7. Zuli. (WTB.) Aus Anlaß der in den letzten Tagen an verschiedenen Orten Deutschlands begangenen Ausschreitungen gegen Zeitungsbetriebe hat der Verein Deutscher Zeitung s verleg er öas Reichsminifterium des Innern mit allem Rachdruck gebeten, geeignete Schritte zum Schuhe der Zeitungsbetriebe zu unternehmen. Die stürmische Stadtverordnelensitzung in Köln. Köln, 7. Zuli. (WTB.) Die gestrige Sitzung der Stadtverordneten wurde vom Oberbürgermei- ster mit Worten der Verurteilung der Freveltat an Minister Rathenau eröffnet, welche die Versammlung stehend anhörte. Bei der Verhandlung über den Antrag der sozialdemokratischen Fraktion. für den Kaiser Wilhelm-Ring unb den - Hohenzollern-Ring die Bezeichnung Walter Rathenau- und Erzberger-Ring und für die Hohenzollernbrücke bei der Regierung die Dezeichnung Dombrücke zu erwirken, entstanden Lärmszenen. Mitglieder der äußersten Linken versuchtengegen Mitglieder der Rechten tätlich zu w-erden. Desoirders tat sich hierbei der knnmunistische Abgeordnete Reuhauser hervor, der bei dem Versuch, tätlich zu werden, sogar seine Zacke ausgezogen hatte. Zufolge dieses Zwischenfalles erklärte der Oberbürgermeister die Sitzung für geschlossen. Reuhauser war inzwischen verschwunden. Eine Abstimmung über den sozialdemokratischen Antrag erfolgte nicht. Die Abstimmung über die Kriegsschuldfrag«, in der französischen Kammer. Paris. 7. Zuli. (Havas.) Die Kammer hat in einer Rachsihung die Znterpellationsdc- batte über die Kriegsschuld fortgesetzt und schließlich mit 4 8 7 gegen 65 Stimmen eine Tagesordnung der Sozialisten abgelehnt, welche die Schaffung einer Kommission zur Untersuchung des Llrsprungs des Äre*;.^ verlangt hatte. Daraüf wurde mit 532 gegen 65 Stimmen eine Tagesordnung angenommen, welche den Verleumdungsfeldzug brandmarkt und zurückweist, der von Deutschland organisiert worden sei. um die Verantwortlichkeit für den Krieg abzuwenden trotz der Unterzeichnung des Versailler Vertrages und der Bestätigung des darin enthaltenen Bekenntnisses der Schuld am Kriege durch den deutschen Reichstag vom 12. Mai 1921. Die Sitzung wurde nach dem Havas-Bericht ' mit Hochrufen auf die heilige Einigkeit und die Republik geschlossen. Die Wahlen in Holland. Amsterdam. 7. Zuli. (WTB, Von 18 Hauptwahlkreisen des Landes sind bisher die Wahlergebnisse von 13 bekannt. Es find darnach gewählt: 26 Katholiken, 20 Sozialdemokraten, 22 Orthodoxe Protestanten, 9 Liberale. 5 Demokraten und 2 Kommunisten: mithin bis jetzt 48Abgeordnete der Rechten und 36ber£mtcn. Mas koche ich morgen Ein Gericht aus Teigwarea Nuöepfiuflcmf mit Aetfchresten vozn brauche ich: */, Pfd. Nudeln, 120 Or. Zlerschreste oder Schinken, 2 Eier mir Mitch verrührt, Salz, lagenweise in die Zorm gelegt. 20 Minuten Sackzeit. Salat dazu. Kopfschmerz 1 fln ■ £Hof«pothekerOno'ce ■ ■ Frankfurt/NtS™ Rasch u.vor iir rovamlBe S Zahn schmerz. Rheuma »—■mui!» 2712c behördliche Anzeigen Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. B wurde heute eingetragen: Die Firma Hausgesellschaft der Arbeit« gebet zu Gießen, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen. Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung und Erhaltung von Geschäfts« und Wohn- räumen für die Zwecke des Arbeitgeberverbandes in Gießen. Das Stammkapital beträgt 100 000 Mark. Direktor Peter Thome, in Gießen ist zum Geschäfts- führer bestellt. Der Gesellschaftsvertrag ist am 15. Marz 1922 und 14. 3uni 1922 sestgestellt. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch 2 Geschäftsführer vertreten. Die Zeichnung geschieht in der Weise, daß die Zeichnenden zu der geschriebenen oder auf mechanischem Wege hergestellte Firma der Gesellschaft ihre Namensunterschrist beifügen. Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen im deutschen Reichsanzerger. 6456B Gießen, den 30. Juni 1922. _____________Hessisches Amtsgericht._____________ Für die Feldbereimgung Treis a. d. Lumda soll Samstag, den 22. Juli 1922, vorm. 10 Uhr, die Erbauung einer Eisenbetonbrücke von 8,00 Meter Spannweite aber die Lumda öffentlich vergeben werden. Verdingungsunterlagen liegen während der Amtsstunden bei uns offen. Angebotsvordrucke ohne Zeichnung sind für 15 Mk. bei uns erhältlich. Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, posffrei bis zum Eröffnungstermin bei uns einzureichen. Freie Auswahl bleibt vorbehalten. ,2uschlagsfrist 3 Wochen. 64528 Gießen, den 4. Juli 1922. Hessisches Kulturbauamt Gießen. ______H. Steinbach, Regierungs-Baurat.__ Wenig gebrauchter, saft noch neuer, 2 m langer HandfederWagen (ktoupöform) innen und außen mit Blech beschlagen, gute, neue Bereifung, geeignet als Milch-, Metzger« oder Backer« wagen, steht zu verkaufen gegen sofortige Zahlung. Angebote mit 'Preisangabe sind bis 20. Zuli 1922, vormittags 10V, Uhr, hier einzureichen. Zuschlagsfrist 8 Tage. Besichtigung täglich. Marienschloß bei Nockenberg, den 1. Zuli 1922. Hessisches Landeszuchthaus. 6451D Bekanntmachung. Der Nachtragsvoranschlag der ifrael. Religions- gemeinde Gießen für 1922 Rj. liegt 8 Tage lang in der Wohnung des unterzeichneten ersten Vorstehers zur Einsicht der Beteiligten offen. Gießen, den 7. Zuli 1922. Der Vorstand der iftael. Religionsgcmemde Gießen. Moritz Strauß. [6476D Vermögens - Bilanz vom 31. Dezember 1921. Aktiva. Kassebestand 11 579.93 Wertpapiere Mk. 249 320. - 3°/0 Abschreibung Mk. 8 130.- . 241 190.- Gesckäftsguthaben bei Genossenschaften 3 000. - Geschäftsmobiliar und Utensilien . . . 240.- Bank-Guthaben in laufender Rechnung . 510 317.- Guthaben in lauf. Rechnung bei Genossen 237 487.81 Hypotheken 228 480. - Kaufschillinge 11 770.- Zinsenreste, fällige (Aktiv«) und ooraus- bezahlle (Passiv«) Zinsen 3 479.85 Stückzinsen (nicht fällige Zinsen von Aktiv- Kapitalien)........... 1 675. - Ausstehende Kapitalertragsteuer. . . 1 340. - Summe der Aktiva 1 250 559.69 Passiva. jt Reservefonds 8 810. - Betriebsrücklage 4 629.37 Geschäftsguthaben der Genossen . . . 14 575.- Spareinlagen 943 872.60 Schuld in laufender Rechnung an Genossen 273 125.61 Rückständige Umsatzsteuer 410.50 Rückständige Kapitalertragsteuer . . 4 055. — Summe der Passiva 1 249 478.08 Reingewinn 1081.61 1 250 559.69 Gesamtkasseumsatz in 1921 Mk. 2 500 037. - Mitgliederstand Ende 1920 .... 135 Zugang in 1921: 15; Abgang: 6 == 9 Mitgliederstand Ende 1921 .... 144 Reiskirchen, den 25. Mai 1922. In 1921 verwehrten sich die Geschäftsguthaben um Mk. 712.-, die Haftsummen um Mk. Betrag der Gesamthaftsumme Ende 1921 Mk. 144 000. Spar- und Darlehnskasse eingetr. Genossenschaft mit beschr. Haftpflicht. Der Direktor: Der Rendant: Schomber. LaunspachV. Bemerkt wird noch, daß der Zinsfuß von 4".,°0 auf 5°/g und von 5% auf 5* .".. rückwirkend vom'l. Zan. 1921 an festgesetzt worden ist. 6448E) Bekaummmyimq, Der Voranschlag der ©enicinöc In ringen für 1922 Rj. liegt von Dieiistag, den 11. Juli, di-, ein» schließlich Montag, den 17. Zuli 1922, aus unserem Amtszimmer zur 'Einsichtnahme offen. Es ist die Lr- hebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die '.'lusmörker herangezogen werden. Rödgen, den 8. Zuli 1922. 6468D Bürgermeisterei Rödgen. Kraushaar. törüiWerger Uferöe - BetWernngs :Berein ia GrMerg (Assen). Die Besichtigungen und Reuaufnahmen der Pferde finden statt: Orte der Habenau, in Londorf: Donnerstag, den 13. Zuli l. Z., vorm. 71/., Uhr. Orte des Dufecker Tals: Montag, den 17. Juli l. Z., vorm. 3 Uhr in Reiskirchen und um 10'/, Llhr in Großen-Duseck. Schiffenberg und Umgegend: Mittwoch, den 19. Zuli l. Z., nachm. l’/< Uhr in Garbenteich. Auf 8 21 der Satzung wird hingewiefen. Grünberg, den 7. Juli 1922. 6460V Für den Vorstand: Schäfer, Direktor. Trauer halber bleibt mein Geschäft bis Samstag, den 15. Juli geschlossen. Eduard Rosenbaum Hörnsheim Hm den Landwirten und sonstigen Znteressenten Gelegenheit zu geben, sich über die Anwendung der Kunstdünger unter den heutigen Verhältnissen zu unterrichten, hält die Landw. Schule Lich vorn 10. bis 15. Zuli in Gießen im Hotel Schwab (Felsenkeller) von vormittags 8—11 Hhr einen Knr|u$ über Düngung ... Bodenbearbeitung"" üiil LotaMn od. Selbstfahrer g sowie Strohpressen dazu sofort lieferbar Gebrüder Lutz A.-G., Darmstadt 13 W Gegründet 1858 6020A BS Fernspr. 406 u. 407. Drahtanschr.: Lutzwerke. Hypothekengelder in größeren und kleineren Beträgen sowie den An« uno Verkauf von Hausgrundstücken vermittelt der Hausbefitzerverein, Bahnhofstr. 46. giB. HÄMBURG-SO? 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Weiß, Grünberg (Hessen) Untervertreter gesucht. 5155D HF ä i Weißstück ■ff nilf Graustück erstklassigeRingofenware ■ M M H 0 ■ von größter Ergiebigkeit w w www stets zu haben. 47,»o Carl Haas jr„ Bieten s™.1"? für die j XWem - u Obslwem- Ammsbl \ Bereitung. | Obstmülden / Hydraulische Pressen 1/ fahrbare Mostereien / X/z-a^iiefabcr H) =""5^5^ PhTMlayffartii a.M. 68 5 Die gewaltige Steigerung des Leders und aller anderen Rohmaterialien, die neuen Lohnverträge mit unseren Gehilfen zwingen uns auch unsererseits eine Erhöhung der Preise für Maßarbeiten und Reparaturen ab 1. Juli vorzunehmen. Die Erhöhung ist auf Grund vorsichtiger fachlicher Berechnung geschehen und sind nur die allernotwendigsten Sätze zugeschlagen. Die Preistarife sind bei jedem Mitglied im Aushang und von der städtischen preis-prüfungsstelle geprüft. Wirmachen unsereKundschaftdarauf aufmerksam,datz eine tatsächlich sachgemäße Ausführung nur zu den Lätzen der Preistarise möglich ist. Es ist unter allen Umständen geboten, die Ausführung der Arbeiten nur durch den Fachmann vornehmen zu lassen, da das Selbstreparieren sich an der Lebensdauer der Stiefel schwer rächt. Gleichzeitig bitten wir unsere werte Kundschaft, die Arbeiten möglichst gegen Barzahlung ausführen zu lassen. Schuhmacher-Zwangr-Innung im Bezirke der Stadt und des Landkreises Gießen. 10000 Mk. bar für Vorwärtsstrebende u. Erfinder Aufkl., Anreg. und beste Verdienstmöglichkett biet. Broschüre gratis durch F. Erdmann & Co., Berlin, ,Msl Königgräber Stratze 71 -L