Donnerstag, 8. Juni 1922 172. Jahrgang Die Antwort der Reparationskommission Italien und Belgien „Äa-fret außerdem noch in aus Paris den Wortlaut der teilt wissen. DaB die Reni it drei gegen eine Der Wortlaut der Antwort. Berlin. 7. Juni. Die „Voss. Ztg." meldet teort Regierung beauftragt. In einem eirem Mi-tarbriter Warszawki" gete-h ten Interview erklärte Ponr- tctofti oa* die Frage, ob der Grund fürdie Demission des Äabinetta in der in der Sitzung des Mi isterrotes vom vergangenen Freisag zu Tage getretenen Dissonanz zwischen Lern Kabinett und Lem Staatschef zu suchen fei, dah das persönliche Verhältnis zum Slaatschef gegenwärtig das deutbar beste sei. Rus dir Frage, was denn die Demission veronlatzte, erklärte Ponisowski, Latz der Staatschef die Demisäon deshalb annehme, weit in der Feit vor den Werten und in einem Zeitpunkte so v rte'.cke'ter po irischer Tcr^Itni fe die Autorität der Regierung nicht h i n r e i ch e n d sei. Der Staat brauche eine starte Regierung, die sich auf die Mehrheit des Volkes stütze. und der mit den Staaten Mitteleuropas abgeschlossenen Abkommen vvrgelegt worden ist. — Er übermittelte sodann Rachrichten über die Er- talansagen Deutschlands. auswärtigen Kapi- internationale Aw Die irische Frage. London. 7. Juni. (Wolfs.) ‘'BfattPi» Meldungen zufolge werden die Konferenzen zwischen den Bertretern der vorläufigen irischen Regierung und den b r i t i - scben Ministern heute wieder aufgenommen. „Daily Chronicle" meldet, dass G r i f - fith aus Dublin nach London mit einem neuen Entwurf für die Verfassung des irischen Freistaates zurüctgekehrt sei. den er mit dec britischen Regierung erörtern werde. In dem früheren Entwurf, dem der irische Führer unterbreitet hatte, war der Antertanenpflicht gegenüber dem König nicht endgültig genug Ausdruck gegeben worden. Der Generalgouverneur wurde darin nicht anerkannt und die Forderung nach eigener Führung der irischen auswärtigen Angelegenheiten erhoben. London,. 7. Juni. (Wolff.) Laut „Mor- ning Post" belaufen sieb die D e r l u st e der irischenRebellen in den letzten Kämpfen, mit den britischen Truppen auf schätzungsweise 30 bis 40 Tote. Die polnische Kabinettskrise. Warschau. 7. £?urt iWolsf - Srratrchrt Pilsadsli richtete heute an den Mtnisterprä- sidtnten Ponikowskr ein Schreiben, in b'tn er sich bereit erklärt, die am 2. Juni üb ^reichte Demission des Ge'amtminister ums anzunehmen und Lar Kabinett mit der Writersith- rang der Geschäfte bis zur Bildung einer neuen Erweiterte Befugnisse des Anleiheausschusses. Frankreich isoliert. — Enttäuschung in Paris. Paris, 7. Juni. (WTD.) Wie der Vertreter des Wolff-Bureaus in Paris erfährt, hat der internationale Anleiheausschuh in seiner heutigen Rachmittagssitzung Kenntnis von derEntscheidungderRepa- r a t i o n s k o m m i s s i o n über die erweiterte Befugnis des Ausschusses genommen. Der Anleiheausschuh wird morgen nachmittag wieder zusammentreten, um zu der Entscheidung Stellung zu nehmen und besonders die Fragen zu erörtern, was geschehen solle, da der Drschluh der R e p a r a t i o n s l v m m is- sion nicht einstimmig erfolgt ist. deutschen Export über- Der „Temps" para 1 io nskommission Stimme Grvhbrilanien, Der Kongreß der Dölkerbundsliga. Prag, 7. Juni. (Wolff.) Im weiteren Verlauf der gestrigen Vollversammlung des Kongresses der Dölkerbundsliga erklärte Lafontaine- Belgien, die Auffassung, die internationale Regelung der Minderheitenfrage wäre ein Eingriff in die Souveränttät der nationalen Staaten, sei vollkommen unhaltbar, denn damit toärc die Daseinsberechtigung der Gesellschaft der Rationen überhaupt verneint. Lapradelle- Frankreich führte aus: Es ist ein Menschenrecht, nicht unterdrückt zu werden, und dieses Recht überträgt der Geist unserer Zeit von Einzelindividuen auf eine Gruppe von Individuen. Wir respettieren die Rechte jeder Minderheit. und ich mochte jetzt den Begriff „miuorite orphcline“ prägen. Picort-Schweiz wies dar» Ar. 132 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, m it derSamstagsbeikage: GiehenerFamilienblätter Monatliche Bejugspreife: Mk. 20.— und Mk. 2.— Trägerlohn,durch dicPost MK.22.—, auch bei Nicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: fürdieSchnft» leitung 112; für Verlag Und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: firanffint a. M. 11686. Devisen aus dem schuh oder aus den eignisse in Damaskus und über die Stimmung i_ der muselmanischen Welt. leihen und Sachlieserungest) scheine man gegenwärtig nur die dritte in Erwägung ziehen zu können, toenn man ein sofortiges und greifbares Resultat erzielen wolle. Er behaupt? nicht, dah die internationale Anleihe unmöglich sei. Im Gegenteil, diese Anleihe befindet sich durchaus im Einklänge mit den Rechten und Interessen Frankreichs, mit den Bestimmungen des Friedensvertrages und mit dem Zahlungspläne. Der Art. 248 des Versailler Vertrages gestatte dem Wiedergutmachungsausschu le vieler Anleihe wie allen anderen wirksamen Zahlungsarten zu« zustimmen. Es sei selbstverständlich, dah der Wiedergutm.crchurg?ausschuh keine weitem Ini'.ia- tive bei der Feststellung dieser Anleihe habe und haben werde und dah die französische Regierung immer die Bedingung stellen werde, dah nämlich die Anleihe keine weitere Verminderung der frarrzösifchen Forderung nach sich ziehe. Ferner habe die französische Regierung der französischen Delegation genaue Weisungen erteilt, die von den Alliierten geforderte Kontrolle über die deutschen Finanzen ouszusühren, den Geldumlau' zu überwachen, welcher Kontrolle Kritische Lage im russischen Hungerbiet. C> e n f, 8. Juni. (WTD^) Der t s ch e ch v - slowakische Delegierte D r a b e k, der Vertreter RansenS in TszheljabinSk. hat dem mter» nationalen Hilfskomitee für die HungrrndeiH Ruhlands mitgeteilt, dah die Lage äußerst kritisch sei. 85 Prozent der 1 300 000 Seelen betragenden Bevölkerung leide Hunger. Die Fälle von Kannibalismus häuften sich. Der Flecktyphus greife schnell um sich und auch die Cholerasälle würden zahlreicher. Der medizinische Vertreter RansenS im Gouvernement TszheljabinSk sei ebenfalls am Flecktyphus erkrankt. Brabek sei im I Hungergebiet vereinsamt, er ersuche dringend um sofortige Entsendung einer neuen Hllfs- kormnijsion. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höbe für Anzeigen o 34 mm 'Breite örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame« Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platz- Vorschrift 20' <, Aufschlag. .Fauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Äarl Walther; für den Anzeigenteil: Hans 'Berit, sämtlich in Giehen. gegen Frankreich dem internationalen Anlrihcausfchust Len. Auf- trag erteilt hat. feinen Arbeitsplan z u erweitern, d. h. zu bestimmen, Daj Lie Mitglieder des Ausschusses in keiner Weise behindert treiben sollen, ihre Ansicht über die Bedingungen einer internationalen deutschen Anleihe aus; r- sprechen. In einem Protokoll f-.ien die Erklärungen der vier Mitglieder sowie die Erklärung Les cmcrik.in'.schen Drl.gi.r.ea Boy den nie bei* gelegt worben. Die Entscheidung sei dem inier- natioralen Anleiheausschuh, der im 3Vs Uhr nachmittags seine Si.'ung begonnen hat, brieflich mitgcteilt worben. Paris, 7. Juni. (WTB.) Der heutige Seit- artiLl bes ..Temps" läht keinen Zweifel darüber, zu welchem Ergebnis die Reparationskom- mission in der Frage gelangt ist, die der internationale Anleiheausschuh am letzten Donnerstag gestellt hat. Das offiziöse Blatt schreibt nämlich: „Am 4. April fahte die Reparationskommission eine Resolution^ aus der hervorgeht, dah der internationale Baill.erausschust eine streng begrenzte Aufgabe haben soll. Am 7. Ium verflüchtigen sich die Grenzen. Ais die Franzosen sich auf den ursprünglichen Wortlaut berufen wollen, stehen ste allein da. Das französische Publikum begreift und behält cs im Gedächtnis, dah die zwischen den Alliierten übernommenen Verpflichtungen die Rechte Frankreichs nicht gewährleisten, selbst wenn diese Rechte bereits beschnitten worden sind. Dies ist das negative Ergebnis, zu dem man gelangt So negativ aber es auch fein mag, man kann Schluhfvlgerungen daraus ziehen. Reden wir nicht so viel davon, aber denken wir stets daran." Der „Temps" schreibt Wetter: „Heute erscheint die Anstrengung Deutschlands nicht mehr als die erste Vorbedingung, Aum Knoten der Debatte wird die Herabsetzung Der deutschen Schuld. Man spricht nicht zum deutschen Volle: „Erst spanne Deine Muskeln an, nachher werden wir sehen, wie wir deine Saft erleichtern können," man spricht vielmehr: „Sehe dich hin und sehe xu. wie die Alliierten unter sich um den Schuldbetrag streiten!" ilnD anstatt allein an seine Wiederaufrichtung und an seine Zahlung zu denken, wird Deutschland auf die interalliierten Streitigkeiten oder doch auf eine Meinungsverschiedenheit zwischen den Alliierten und den Vereinigten Staaten spekulieren. Dieser Wandel macht uns kein Vergnügen und wir bezweifeln, dah er, wenn man ihnen die Wahrheit sagt, den amerikanischen und englischen Steuerzahlern Freude macht. Paris, 7. Juni (WTB.) Die „Chicago Tribüne" behuptct, aus Len jürgften Verhandlungen Ler R.pa.at.onrkommis ion mittelen zu lönnen, da^ Dubois tu englischen, tialie- rtfcfccn und belgischen Delegierten sowie inoffi* ziel den amerikanischen Vertreter davon m Kenntnis gefetzt zu haben, dah Frankreich in eine Herabsetzung der Reparation^ forderung einwilligen würde wenn die französische Regierung irgenttoto Die Versicherung c: halten sollte, Lah ihre in'gsamt fünf Milliarden Dollars betragende Kriegsschuldbei Amerika und Englandinentsprecher.« der Weise herabgesetzt würde Inso'g - dessen betrachte Du sranzö'ttche Regierung es als unschicklich und auch nutzlos, Amerika gegenüber die Frage der Kriegsschulden aufzuwersen. Ste könne i fusg d ssen ihre Ansprüche ot Deutschland eb.malls nicht herabsetzen. Der englisch: Delegierte Bradbury sei für eine gemeinsame Antwort ter Kommis'ion an Len internationalen Anleiheou-schust gewesen, und zwar in Dem Sinne; Dah die Alliierten gern die deutsche ReparationL- scduld he abfctzen würden, wenn sie Garantien dafür erhielten, dah ihre Kriegsschulden entsprechend h:rabgesetzt tofrbzn Bradbury fei doh dem it-’Ucnift-en Delegierten unterstützt worden. Dubois habe sich jedoch ferner derartige.'. Antwort ansch-liehen wellen. auch Deutschland zugestimmt habe. Poincare beantwortete einzelne Fragen, die ihm von den Mitgliedern des Ausschusses hinsichtllch der kleinen Entente stellten mündlichen Fragen hat die Reparationskommission die Ehre, dem Ausschuh mitzutetten, dah in einer offiziellen Sitzung, die heute früh stattfand, folgende Entscheidung getroffen wurde: Die Ansicht der Reparationskommission ist die, dah das Mandat des Ausschusses so aufgesaht werden kann, als ob es irgend etwas enthalte, was dem entgegenständc, bah der Ausschuh irgendeine der zur Ausgabe äuherer Anleihen für Deutschland möglichen Bedingungen studiert, diejenigen nicht ausgenommen, die sich im allgemeinen mit der Wiederherstellung des Kredits im Auslande befassen. Tatsächlich wird jede Anregung des Ausschusses auherordentlich wertvoll sein, ohne irgendeine Verantwortung für die Reparations!ommission festzustellen." Wie die Blätter melden, erflärtc der die Antwort dem Anleiheausschuh übergebende Belgier Lafontaine bei der ilcbergabc, dah der Präsident der Reparationskommission die Entscheidung. obgleich sie nur mit Stimmenmehrheit gefällt worden sei, doch als vollständig gültig ansehe und dah der Änleiheausschuh sich auf diese Politik stützen möge, um sein Studium in erweitertem Mähe durchzuführen. Poincare vor dem SenaLsausschuh. Paris, 7. Juni. (WTB.) Der Eenats- ausschuh fürauswärtigeAngelegen- beiten trat unter dem Vorsitze von D o u m e r - gu c zusammen, um den Bericht des Ministerpräsidenten Poincare entgegenzunehmen. Poincare sprach die Hoffnung aus, dah die Verhandlungen über bic internationale Anleihe fortgesetzt würden, toenn auch Die Er- gebniste noch nicht in der nächsten Zeit erwartet werden konnten. Bis die Zahlungen in Gold durch diese Anleihe in genügenbem Mast" ermöglicht würden, möge die französische Industrie 'ich mit den Sachlieferungen abfinden. Der Ministerpräsident bestätigte und erläuterte, woS er vor der Kammertribüne bezüglich der Sanktionen gesagt habe. Ob man Sanktionen an- wenden wolle oder nicht, jedenfalls seien alle vorbereitet, um Sanktionen verschiedener Art an dem Tage ergreifen zu können, an dem die Repa- ratwnskommission eine Verfehlung Deutschlands feststelle. Er (Poincare) habe in der Kammer gesagt, dah er niemals das Wort Rühr ausgesprochen habe. Mehrere Mitglied"' ber Kommission brachten die Ansicht (um A h druck, dah es anbeic, bcf1 immtere und wirksamere Sankt, onen gäbe, über die das französische Publikum vielleicht weniger aufgeklärt sei als das deutsche. Poincare erklärte weiter, man dürfe nicht glauben, dah die Alliierten eine weniger wachsame Aufsicht über bic Umtriebe des militaristischen Deutschland wünschten als Frankreich. Die Franzosen seien zum Beispiel nicht bic Eifrigsten bei der Forderung Tier Aufsicht über das Flugwesen gewesen. Don den drei Zahlungsmoglichte it en. die Deutschland gegenwärtig hat (Ausländische auf hin. dah die Schweiz den Gedanken bei- vollständigen regionalen Selbständigkeit verwirklicht habe. Er ersuchte, der Generalversammlung bic vorliegende Resolution der Kommission zu toci* terer gründlicher Durchgestaltung zurückzugeben. Rach weiteren Reden wurde die soweit gcfläctc Sachlage nun in mehrmaligen Pausen unter den Mitgliedern vertraulich besprochen und die Vor- schläge dem Vorsitzenden schriftlich überreicht, der sie wie folgt verkündete: Erster Vorschlag Lafonta in c - Bernstorfs: ilnücränbertc und uneingeschränkte Annahme der Resolution und Weiterleitung bes gesamten Materials in seinem heutigen Zustande an den Völkerbund und Schluh der Debatte. Zweiter Vorschlag Dickenson-Bra- bec: Rückverweisung Der Resolution oi Die Kommission behufs Ergänzung und Aenderung bis morgen früh. Dritter Vorschlag Mercier- Lapradelle-Gianonowit: Die Versammlung erklärt sich feierlich für die Minderheitsrechte. Sie gibt ihrer Dankbarkeit und Anerkennung der Minderheitskommiifion gegenüber Ausdruck für bic bisher erzielten Ergebnisse und ersucht die Kommission, die Vorlage aus eigenem Antriebe zurückzunehmen, die Vertreter der Minderheiten anzuhören und nach Verlauf von drei Monaten die Frage einer neuerlichen Generalversammlung vorzulegen. Rach der Abstimmung verkündete Präsident R u f f i n i, dah von Den abgegebenen 95 Stimmen sich 5 5 für den Vorschlag und 40 Dagegen entsch'cdm Lujo- Doinowitsch- Jugoslawien erklärte im Rainen der jugoslawischen, der tichechoslawischen, der polnischen und der rumänischen Delegationen: In Anbetracht dessen, dah de Vorsitzende einen formellen Fehler begangen hat, indem er die Resolution vor dem Abschluss der Debatte zur Abstimmung brachte, wodurch Anträge anf Modifikation unmöglich gemacht wurden, sind wir vor die Tatsache gestellt, dah mir unsere Ansichten nicht zur Geltung bringen können. Der Beschlust stellt auherdem einen Anschlrg gegen dir ränität brr nationalen Staaten bar. weshalb die obenerwähnten Delegationen an den weiteren Beratungen nicht teilnehmen können. Der Generalrat der Union trat daraufhin sofort zu einer Sitzung zusammen. Der Polenterror. Wie von verschiedensten Seiten gem:ldet toirb, ist bic Lage im polnisch werdenden Teil Obe« Schlesiens, wenn auch im allgemeinen etwas ruhigei, so doch nach wie vor ernst. Ans Beuihen wurden am Pfingstmontag früh stärkere Schiehereien gern erbet, deren Ursache sich noch nicht seststellen Netz. Rach verschiedenen anderen Meldungen hat sich der polnische Terror auf dem platten Lande weiter ausgedehnt. D.r Flüchtlingsstrom wird stärker. In Dobrik and Julien Hütte sand ein Ucberfall durch Insurgenten aus Ruda statt. In Rybnik haken neue Verfolgungen von Deutschen stattgefunden. Hi»r sind 15 Geschäfte geplündert und die Deutschen nnst- handclt worden. Aus Römergrube sind alle Beamten und viele Arbetter wegen der Gefahren und Drohungen geflohen. Der deutsche Pastor aus Sohrau mistte fliehen. Infolge des polnischen Terrors sind d t c Postbeamten im ganzen ©ebiet des polnisch werdenden Obm schlesicns starkbedroht. Hrlse- rjfe liegen vor aus Brrkenthal, Schoppi.nh, Mysi Tctoih, Li'urahütte, Kattowitz, Bogutschütz. Riko» lai. Losla i und Rybnik. In EiHena i ist der Postagent rnisthandelt und die Postkasse geraubt worden. In Loslau sind säm siche deutsche Post' beamte zum Verlassen des Ortsamtes gezwungen worden. Postkirek.or Conrad in Ryb.,jl wurde hon französischen Tr.rppen verhaftet. Die ge- flohenen Beamten sind wr Rück.eh: kaum z i bewegen Es ist mit Einfchrantung des Dienst- betriri>es für das polnisch werdende Oberschlcfren zu rechnen Die ordnunzsmät ige Uebergäbe an bic polnische Verwaltung ist hierdurch in Frage gestellt. Am 3. Ium wurde die Stodtz^Sohrau von einer Anzahl polnischer Bewaffneter unter Führung des bekannten Bandenführero Sobik beim- gesucht. Die Polen verprügelten eine Reihe von deutschen Perjonen, selbst vor Frauen machten die Rohlinge keinen Halt. Der Banditenführer Sobik mihhandelte die s9jährige Tochter des Buchdruckcreibcsitzers Hu- nrId schwer. Die Bande fiel wie Bestien über die Deutschen her Grohe Schaufensterscheiben gingen in Trümmer, Handgranaten wurden an den Türen zur Erplosion gebracht. Johlend drangen die Danditen in die Geschäftsräume ein und raubten Manufaktur- und andere Waren. Der Schaden geht in die Millionen. Die polnische Gemeindewache sah dem Treiben tatenlos zu. In 6bdrlotiengrube wurden einem deutschen Arbeiter, der sich weigerte, die Arbeitsstätte zu verlassen, sämtliche Finger der einen Hand mit einer Schaufel abgeschn^it- t e n. Die Stab' Pich war ebenfalls ein Feld wüster AuSschreitür.gen bewaffneter polnischer Horden. Im Hotel Plesser Hof wurde alles kurz u n b klein geschlagen. Geschäftshäuser der Stadt wurden ausgepiündert. Besonders der Ring und die Gottmannstrahc wurden schwer heimgesucht. Trotzdem eine Kompagnie französischer Alpenjäger, eine Hundertschaft Apo und 20 Mann Gemeinbewache bort lagen, war nicht ein einziger Wachmann auf bet ©trabe z u sehen. Bezeichnend für das Verhalten der Franzosen ist folgende Meldung über daS OSüten der französischen Zensur in bai Städten, am heftigsten in Dleiwitz, wo der dortige ^Wanderer" mehr als eine Seite gestrichLnen Tert austoeist. Jede Rachricht, die etwas über das furchtbare Treiben der Polen berichtet, wird ohne jede Rachsicht vom Buntstifte des Zensors ereilt. Dafür bleibt die polnische Presse in Kattowitz und Beuthen unberührt. Sie kann nach wie vor die fürchterlichsten Tatarennachrichten in die Welt setzen und damit die polnische Bevölkerung aufhehen. der französische Zensor bleibt tatenlos. Ein solches Verfahren must es zwingend mit sich bringen, dah sich der Terror ausdehnt und dah alle Deruhigungsabsichten der Gewerkschaften zum Schettern verurteilt sind. Die Polen Hetzen aber nicht nur in Oberschlesien, sie Hetzen auch in ganz Polen und in Galizien. So werden in Warschau Marken verkauft mit der Inschrift: „Reinigen wir Oberschlesien von dem deutschen Rost!" Die Folge ist, dah immer mehr Gesindel von jenseits der Gren-c nach Oberschlesien eilt. llnübcrtrcfflid) in lügnerischen Hehmeldungen ist natürlich wieder die polnische Presie, allen voran die Warschauer „Gazeta Warczowska", bic am 2 Juni "vlgende Schteinbelnachrichten aus Kattowitz rerofsentlicht: „3n Las Lokal Der polnischen Zeitung „©Standard Polski" irt Gleiwitz. das bisher durch die polnische Bevölkerung tapfer verteidigt wurde, drang gestern eine Orgeschbande hinein und zwang durch Gummiknüttel und Revolver die Arbeiter in der Zeitung Gleiwitz im Lauie von Drei Tagen zu verlassen. Die Arbeiter aber beschlossen, auf ihren Stellen zu verharren. In Gleiwitz überfiel eine Orgeschbande einen französischen Offizier in dessen Wohnung. Sie schoh durch das Fenster, es wurde aber niemand verletzt." GietzeimAMger General-Anzeiger für Gberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Schriftleittmg, Geschöftrstelle und Druckerei: Zchulstratze 7. Ratürlich sind beide Meldungen von A bis Z erlogen. Ihren Zweck, die Aufputschung aller rabaulüfterncn unruhigen Elemente Polens und__, Damit indirekte Einleitung neuer Gewalttaten Iber Reparationskommission an den gegen die wehrlose deutsche Bevölkerung, Dürften Anleiheausschuh. Dieselbe lautet: „3n Beantwor- jie erreicht chaber^ l^una der im Rameir des Anleiheausschusses Das Deutschtum als Einheit. Schlußsitzung der Schutzbundtagung. Alienstein, 6. 3uni On der Schlutz- iityung der d i ten Tagung des de itschen Schutzbundes IPrach der geschäftsführend.' Docsi^ende des Bundes Wacker über „Das Seu t f et) tum als Einheit“. Die dritte Tagung stund unter Lern Leitsatz: Deutschtum und Abwehr. Alle ihre Gedanken sanden ihren Auädmck in einer einstimmig an» genonunmen Entschließung, ti> folgenden Wortlaut hat: „Die aus dem alten Kulturboden Ostpreußens zur dritten Pfrngsttagung versammelten Vertreter des Deutschtums aus allen Grenzlanden d^ geichlos enen Si delu -g?g3bie:es, vereinigt mit den Vertretern des Deutschtums aus Leu deutschen Siedelungen im Ausland, erklären: Wir, die a'.s Deutscher Schutzbund vereinigten Verbände des Grenz- und Auslandsdeutschtums. glauben an die deutsche Volksgemeinschaft. Wir glauben daran, daß alle, die sich als Deutsche fühlen, ohne älnterschied de.' Par ei? n und Klassen, ohne ttitterchied der Staatszugehöi iz- teil oder der ^lingangssprache kraft inneren Gesetzes eine unauflösliche Einheit sind. Wir halten unverbrüchlich fest an dem unverrückbaren Aa>1 urrecht der Sei bst- bestimmung für unser Volk. Wir wollen uns nicht tn die Geschäfte der Staaten mischen, nicht in die inneren, nicht tn die äußeren. 2lber wir wollen den Rochtsgedanken unserer Selbst - Bestimmung und fern unzertrennliches Gegenstück, Len Gedanken des Rechtsschutzes nationaler Sigem art zur Geltung bringen bei allen Rationen, und wo immer deutsches Volkstum und deutsche'. Volksboden von plcrimä-ig^ Entd utschung b:- droht sind, wollen wir untereinander zusammen, stehen. So wollen wir die deutsche Volksgemeinschaft über alle Grenzen hinaus Pflegen als den höchsten Besitz aller Deutschen, ob sie als ge- schlvssene Minderheit einem fremden Staate und Volkstum eingeoichnet sind, oder ob sie tn freiem Willen ein Sonderdasern vor den Toren der Heimat führen, in dem Glauben an die deutsche Volksgemeinschaft. On diesem Glauben liegt die Zukunft der deutschen Ration." Eine Ansprache Scheidemanns. Eassel, 1. Suhl (WTB.) Anläßlich der Protest Versammlung der Casseler Arbeiterschaft wegen des Attentats auf Scheidemann hielt diesep eine Ansprache, in der er u. a. sagte: Die Ursache der sich immer wieder wiederholenden Attentate liegt in ber politischen LInerzogenheit gewisser Kreise des deutschen Volkes und in der Verhetzung durch die reaktionäre, Presse. Rach dem, was wir jetzt erleben, muh man angesichts der in Deutschland herrschenden juristischen Verhältnisse die Frage erheben, ob man nicht in Bezug auf manche Dinge den reaktionären Burschen Handschellen anlegen sollte. Diese Anschläge auf Personen, wie auf mich, wären an sich gleichgültig, sie . sind aber in Wirklichkeit gegen die \ Republik gerichtet, deshalb können sie 7 gar nicht ernst genug genommen werden. Och habe immer da gestanden und werde immer da r stehen, wohin mich die Partei ruft, und das wird so bleiben bis an mein Lebensende. RichtS anderes will ich, als dem Volle dienen, für die Rechte des Dolles kämpfen bis zum letzten Atemzuge. Och will nicht schildern, wie die Republll gefährdet ist; denn sie ist gefährdet, well die Arbeiterklasse nicht geschossen dasteht. Die Arbeiter finden sich immer erst dann in der Abwehr zusammen, wenn ein Hnglüd geschehen ist. Och bin überzeugt, daß jeder einzelne lernen muß, einzusehen, daß wir die Einigkeit brauchen. Erfreulicherweise sind wir uns wenigstens in dem einen Punkte einig, daß die Republik, koste es was es wolle, geschützt und gesichert werden muß. Deshalb wollen wir hier das Gelöbnis ablegen, bis zum letzten Atemzuge für die Erhaltung der deutschen Republll zu kämpfen und wir wollen dieses Gelöbnis ablegen mit den Worten: Es lebe die Republik! Aus dem Reiche. Die Arbeiten des Reichstages. Berlin, 7. Ouni. Wie die „Germania" mitteill, ist der Wiederzusammentritt des Reichstags nicht vor dem 13. Ouni zu erwarten. Da die Pariser Anleiheverhandlungen vor dem 13. Juni aller Voraussicht nach Nicht zum Abschluß kommen werden, so werDe dte Reichsregierung nicht in der Lage sein, vor diesem Zeitpunkt die von den Oppositionsparteien verlangte Auskunft zu geben. Die wichtigsten Verhandlungsgegenstände des Reichstags werden die Vorlage über die Zwangsanleihe und die Getreideumlage sein. Die Forderungen der deutschen Gewerkvereine. Berlin, 6. Ouni. (WTB.) Auf dem Ver- bandstag der Deutschen Gewerkvereine (Hirsch-Duncker) wupde einstimmig eine Ent» sch ließ ung angenommen, worin es als dringend nötig bezeichnet wird, die Arbeitneh« mer auf die kräftige Benutzung der realen Machtmittel hinzuweisen, welche die gegenwärtige Wirtschaft den Arbeitern, Angestellten und Boomten bietet. Dazu gehören die Demokratisierung des Besitzes an den Produktionsmitteln, d. h.. die Beteiligung der Arbeitnehmer 'am Besitz und am Ertrag der Betriebe. Weiter heißt es in der Entschließung: Der Vecbarrdstag richtet an die Reichsregie« rung Ersuchen, eine Sozialpolitik zu betret' den, die, süßend aus dem Grundgedanken der sozialen Selbstverwaltung, den demokratischen Odeen nach Selbslverantwortwng in der Freiheit mehr Rechnung trägt, besonders bei der Angestellten- und Invalidenversicherung. Beim Arbeitsnachweiswesen und bei der Dchlichtungs- vrdnung ist diesen Forderungen Rechnung za tragen. Schließlich bekennt sich der Vecbandstag erneut zum Gedanken ter Arbeitsgemeinschaften zwischen Unternehmer und Arbeitnehmer. Volksentscheid in Sachsen. Leipzig, 6. Zum. Die Eintragung für den Volksentscheid hat heute begonnen. Das Verfahren wird verfassungsgemäß am 19. Juni abgeschlossen werden. — Das Volksbegehren in Sachsen geht von den bürgerlichen Parteien des Landtages aus, die zwar 47 von 96 Sitzen inne* haben, von der sozialistisch-kommunistischen Linken trotz deren innerlicher llneinigteit aber vollkommen zurückgrdrängt werden. Die bürgerlichen Parteien, diesmal einschließlich der Denwkraten, streben die Reuwahl des Landtages an, da diese sehr wahrscheinlich die bisherige Linksmehrheii beseitigen würde. Rach Zurückweisung des erster. Antrages auf Durchführung des Volksentscheides (Volksbegehren), der vom Ministerium Druck- Lipinski zarückgewiesen wurde, hat dieses einem zweiten Volksbegehren doch Rechnung tragen müssen, da die Rechtsparteien die zur Unter» flüt.ung erforderliche S immrnzahl (20 C03) nach- weisen konnten. Beim Volksentscheid handelt es sich nun darum, daß sich würdest ens ein Zehntel der Wahlberechtigten in die Listen einträgt, die auf Grund des Volksbegehrens aufgelegt toirben; durch diese Eintragung wird eine Volksabstimmung über die Auflösung des Landtages gefordert. Aus Hessen. Parlamentarischer Zusammenschluß. rm. Darmstadt, 7. Juni. Die dem Hessischen Bauernbund und der Deutsch-nationalen Volkspartei angehörenden LandtagSabgeordneten haben sich zu einer Partei zusammengeschlossen, die den Ramen „Mttglieder'-Vereinigung des Hessischen Bauernbundes und der Deuksch- nativnalen DvlkSpartei" führen wird. Aus S^adt und Land. Gießen, den 8. 3-ini 1922. Der Liga zum Grutz. Heute tritt tn Gießen die 3. ordentliche Iahrestagung der Landesgruppe Westdeutschland der Liga zum Schutze der deutschen Kultur zusammen. Der deutsche Staatsbürger ist im allgemeinen nur zu leicht geneigt, sein politisches Wohl und Wehe der hohen Obrigkell cmzuvertrauen. Wie oft hört man z. B. in Hinsicht auf die Schuldfrage die Aeußerung: „Weshalb tut die Regierung nichts hierzu?" ES ist deshalb sehr zu begrüßen, daß sich in der Liga zum Schutze der deutschen Kultur Männer aus allen Parteien zusammengefun- den haben, die selbständig alles tun, was in ihren Kräften steht, um gegen die Weltpropaganda, die aus Ost und West, von den Bolschewisten und der Entente gegen uns geführt wird, anzugehen und wellerhin sich bemühen, zwischen den Parteien und Klassen unseres Volkes wieder ein umschlingendes Band des Gemeingefühles zu knüpfen. Wir begrüßen die Tagung und wünschen den Beratungen ein gutes Ergebnis. Mein Vetter Mus. Roman von Richard Skowronnek. 5. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) „6te kräuselte, wie am Rachmittag, spöttisch die Lippen, drehte sich kurz um und fordert; einen der Zünglinge auf, ber hochbeglückt mit ihr abschafsierte. Och lehnte mich schwer in meinen Stuhl zurück und Dachte zufrieden aif meinen Lorbeeren auszuruhM da überkam mich aber mit einemmal tü Selbsterkenntnis, daß ich mich tn Helenens Augen unsterblich lächerlich gemacht hatte, und ich faßte den unter diesen ilmftänben gewiß naheliegenden Entschluß, mich zu betrinken." „Och stürzte den allen Rotwein herunter wie Wasser, aber, weiß ber Teufel, es ging nicht Das Zeug verdampfte, als wenn ich es da drinnen auf einen h, i -en Stein schüllcte. und je mehr ich trank, desto nüchterner kam ich mir vor und desto klarer wurde es mir, daß ich ein gewaltiger Esel sei. Sie war ja zuerst zu mir gekommen, um die kleine Verstimmung zu beseitigen und ich hatte die dargebotene Hand zurückg »wiesen. Mich faßte ein heißes Verlangen, zu ihr zu gehen, sie um ll^rzcihung zu bitten, aber tch fand nicht den Mut zum Ansätze, trotz des vielen Rotspohns, den ich eingenommen hatte. Und schlleßlich war es zu spät dazu, denn Mitternacht war gefommen und ber Herr Oberpfarrer gebot Feieraband mit dem freundlichen Hinweis, daß morgen sa auch noch ein Tag sei." „Wie ich nun ausstehe, sehr ich vor meinen Füßen am Boden eine kleine blaue Schleife hegen Och hob sie auf und steckte sie heimlich, wie ein Dieb, tn bre Drustta-sche. Ein rascher Blick auf Helenens Kleid hatte mir gezeigt, daß dte Schleife ihr gehören mußte. Sie trug ein zweites Exemplar derselben Gattung noch auf ihrer linken Schulter, während das auf ber rechten fehlte." „Beim Abschied grüßte sie mich förmlich und sah mich kaum an, aber das machte mir nichts aus. Eine fast übermütige Stimmung war iiber mich gekommen; mir war, als hätte ich mit dem kleinen Stückchen blauen Bandes ein Unterpfand für die Zukunft bekommen." „Als wir drei, Franz, der schöne Heinrich und ich, in unferm Zimmer tm „Goldenen Stern" beisammen saßen, dem ersten Gasthofe des Städtchens, und der schöne Heinrich, tote gewöhnlich, seine Erfolge schilderte und mit den Herzen renommierte, die er im Verlaufe des Tages gebrochen haben wollte, kam er auch auf Helme zu sprechen und behauptete, fi» habe ihn ein paarmal so schmachtend angesehen, daß er ihr doch morgen den Gefallen tun würde, sie ein bißchen zu poussieren." „Mir tarn es schon wie eine Entweihang vor. daß er es wagte, den geliebten Ramen auszusprechen, ich legte ihm also schwer die Hand auf den Arm und sagte drohend: , Schöner, das nimmst du zurück!"' „Fallt mir ja gar nicht eins" gab ec zur Antwort. „Was geht's dich überhaupt an?" „Och wollte auf blauten, da legte sich aber Franz, als der Aelleste, ins Mittel, gebot uns, Frieden zu hatten und ins Bett zu gehen, um unsre diversen Räusche auszufchlafen." „Und was ich euch noch sagen wollte," fügte er hinzu, „sauft morgen nicht so unverschämt, sonst legen euch bte Lawinter mit dem ersten ’*'* Amtlich e Personalnachricht en. . Ernannt wurde am 30. Mai die Anwärterin für 1 das Lehrfach an höheren Mädchenschulen Paula Huth aus Lauterbach zur Lehrerin an ber < Schillerschule in Friedberg. — On den Ruhestand > wurde versetzt am 1.O"ni die Lehrerin an ber , Volksschule zu Darmstabt Luise (Stieler auf ihr Rachsuchen unter Anerkennung ihrer dem Staate geleisteten Dienste vom 1. Ouni 1922 an. ** Militärische Personalnach richten. Oberst von O i b t m a n, bisher beim Stabe des 15. Infanterie-Regis. Gießen, ist zum Kommandeur des 3. (preuh.) Onfanterie-Regts. tn Deutsch-Etzlau ernannt worden. — Zum Kommandeur des in Gießen liegenden 1. (Hess.) Bataillons des 15. Onfanierie-Regts. ist Major Keim ernannt worden. — Der bisherige ^Kommandeur des Bataillons, Oberftleutnant Fett, tritt als Oberstleutnant zum Stabe des 15. Infanterie-Regis. — Am 9. Ouni vormittags verlassen die Truppen des Standortes Gießen die Garnison, um sich mit den übrigen Bataillonen des Regiments auf dem Truppenübungsplatz Senne bei Paderborn zu den Dataillons- und Regiments Übungen zu vereinigen. Der Truppenübungsplatz wird von allen Bataillonen und der Fuldaer 1. Abteilung Art- Regt. 5 durch Fußmarsch erreicht. Der Regimentsstab und das 1. Bataillon 15 aus Gießen marschieren über Marburg— Frankenberg—Warburg und treffen auf dem Marsch mit den übrigen Teilen des Regiments zusammen. Es sind zehn Märschtagc — einschließlich Rasttage — vorgesehen. Während der Märsche finden Hebungen statt. Am 29. Ouli kehrt das Bataillon wieder nach Gießen zurück. Zurückführung von Gepäck aus Rumänien. Bekanntlich soll das in Rumänien zurückgelassene Gepäck deutscher Staatsangehöriger, soweit es Kleider, Wäsche oder andere kleinere Effekten enthält, in einem Sammeltransport nach Deutschland zurückgeschickt werden. Es wird von zuständiger Seite noch einmal darauf bin» gewiesen, daß diesbezügliche Anträge unter Beifügung eines Onhaltsverzeichnisses und etwaiger Kofferschlüssel bis spätestens 1. Ouli d. O- bei ber deutschen Gesandtschaft in Bukarest einzureichen sind. Rach diesem Termin eingehende Anträge können nicht mehr berücksichtigt werden. Etwaige Auskünfte erteilt das Auswärtige Amt. * Oesfentliche Bücher Halle. Om Mai wurden 1723 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1065, Zeitschriften 98, Ougendschriften 171, Literaturgeschichte 14, Gedichte und Dramen 20, Länder- unb Völkerkunde 64, Kulturaeschichte 32, Geschichte und Biographien 75, Kunstgeschichte 7, Ratur- wissenschaft und Technologie 93, Heer- und Seewesen 4, Haus- und Landwirtschaft 3, Eesund- heitslehre 2, Religion und Philosophie 31, Staats- wissenschaft 14, Sprachwissenschaft 7, Freindsprach- liches 23 Bände. Rach auswärts kamen 39 Bande. ** Müllersche Badeanstalt. Wasser- Wärme der Lahn am 8. Ouni: 18 Grad R. Bornonzen. — Lageskalender für Donnerstag. Eafe Leib, 8 Ähr: Oessentlicher Vortrag ber Liga zum Schutze der deutschen Kultur. — Astvria- Lichtspiele: Kurfürstendamm" und „Scherben".— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Der Verfluchte" und „Lieserls Traum". Kreis Büdingen. )( Bergheim, 7. Ouni. Einen selten schönen Festtag erlebte unsere Gemeinde am 1. Pfingsttag, die beiden Glocken wurden durch einen Festgvttesdienft feierlich eingeweiht. Pfr. Hoch von Selters hielt die erhebende Weiherebe, Gesangverein und Schülerchor unter Leitung von Lehrer K r a u s ch verschönten die Feier durch Vortrag von je zwei Chören. Musikdirektor Müller aus Friedberg, ber am Samstag die Glocken geprüft und abgenommen hatte, beglückwünschte die Gemeinde zu ihrem schönen Geläute. Kreis Lauterbach. z. Rösberts, 7. Ouni. Auch die hiesige und die Rachbargemeinde Weid-Moos haben es sich nicht nehmen lassen, ihren im Weltkrieg gefallenen Helden gemeinschaftlich et i Denkmal zu errichten, das im Schulhofe tn Rösberts aufgestellt worden ist unb am 1. Pfingft- feiertag unter Beteiligung der Kriegervereine der Rachbarorte eingeweiht wurde. Der Pfarrer von Altenschlirf hielt eine tief ergreifende Weiherebe rr. Schl ich, 7. Ouni Am 2. Feiertag veranstaltete unser Turnverein unter Beteiligung von rund 100 Turnern und Turnerinnen einen Turngang nach dem nahen Grebenau zur Teilnahme an der Einweihung der dortigen neuerbauten Turnhalle; auch die Turnvereine von Lauterbach und Alsfeld hatten sich ein- gefunben. Rach einem Festzug und packender Weiherede überbrachte Bezirksvorsihende Bastian- Alsfeld Grüße und Glückwünsche des Gaues. Rach der offiziellen Feier entwickelte sich auf dem Festplatz ein frohes, turnerisches Treiben. z. Ba i t shain, 7. Ouni. Unser Ort, der im vorigen Oahre sehr an Wassermangel litt, hat sich kleinen Spritzer in die Patsche, weil ihr vor lauter Spiritus das Blut von euch geben müßt, wie ein paar Springbrunnen." „Das leuchtete uns ein, wir bertr igen ans und krochen in unsre Betten." „Als ich am andern Morgen aufwachte, fand ich in meiner linken Hand die blaue Schleife, ohne daß ich mich erinnern konnte, wie sie dahiL gekommen war. Wahrscheinlich hatte ich sie in verliebter Wehmut aus der Rocktasche genommen, um sie noch einmal ans Herz zu drücken, war aber dann wohl darüber eingeschlasen, ronl der schwere Rotspohn angefangen hakt:, seine Wirkung zu tun. Dafür sprach auch der ttmstand, daß ich unter anberrn vergessen hatte, meine Stiefel vor dem Zubettgehen auszuziehen, was damals für mich stets ein Zeichen des .vollkommen erreichten Anschlusses war. Katzenjammer hatte ich nicht, das war mir bei meiner Körper- konstitution überhaupt ein unbekanntes Leiden, nur ein seltsamer Druck lag mir auf der Brust, als wenn meiner etwas Widerwärtiges harrte." „Als wir auf die Straße traten, um ins zum Frühstücke tn das Pfarrhaus z i begeben, trafen wir das neugebackene Ehepaar auf dem gleichen Wege. Damals war die verrückte Mode, die schönsten Stunden jungen Glückes im Eisenbahnwagen oder ei.em banalen Hotelzimmer zu verbringen, noch nicht so im Schwange, wie heute., wo man gleich vom Altar weg in die Droschke springt und zum Bahnhof hetzt, kaum, daß der Pfarrer das Amen gefp rochen hat" „Die junge Frau sah rosig aus, wie die Leibhaftige Morgenröte, und Doktor Schlehdorn strahlte, als wenn er das große Los gewonnen hätte. Wir begrüßten uns, und a!8 ich der an die Wasserleitung der Rachbargemeinde Grebenhain angeschlossen und hierzu noch eine neue Quelle, im Oberwald am Fuße deS Grebenhainer Bergs, am sog. Dippenlochsbom, angekauft, welche ber Wasserleitung Grebenhain zugeführi wird. Die hierzu erforderlichen Arbeiten sind augenblicklich in vollem Gang und man hofft in nächster Zeit mit ihrer Fertigstellung einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen. Aller Wahrscheinlichkeit scheint jetzt wieder Wassermangel einzutreten, da die Feldbrunnen jetzt schon anfangen zu versiegen. rr. Willofs bei Schlitz, 7. Ouni. Bei außerordentlich starker Beteiligung fand am 2. Pfingstseicrtag die Einweihung des auf unserem neuen Friedhof errichteten Ehrenmals für unsere Gef allenen statt. Zahlreiche Kriegerve reine mit ihren Fahnen nahmen an der Feier teil, die auch von Poscuinenchor- Wallenrvd verschönt wurde. Die Weiherede hielt der Ortsgeistliche Pfarrer Schmid t' während für die Baubehörde Regierungs-Baurat Pfeifer aus Lauterbach sprach. Ergreifend war es, als bei feierlichem Glockengeläut die Ramen ber 13 Gefallenen verlesen für jeden derselben am Denkmal ein Kranz niedergelegt wurde und dann die Kriegskameraden anstimmten: „Och hott' einen Kameraden". Mit einer Ehrensalve und dem Gesang: „Oerufalem du hochgebaute Stadt" sand die erhebende Feier ihren Abschluß. Kreis Schotten. b. Schotten, 7. Onni. Am gestrigen 3. Feiertag fand tn althergebrachter Form der diesjährige Prämier ungsmarkt statt. Erne stattliche Anzahl prächtiger Zuchttiere, vor allem auffallend schönes Vogelsberger Vieh, bas erfreulicherweise Immer toieber mehr zu Ehren kommt, konnte mit Preisen bedacht werden. Der Markt war mit Vieh, besonders mit Schweinen für die sehr hohe Preise dezahtt warben, reichlich beschickt, ber Handel ging sehr flott. Eine Verlosung lebender und toter Gewinne faai statt. Ein großes Dollsfest, das aus bet Um» gegenb sehr gut besucht war, schloß sich an. — Während ber Pfingstßiertage belebte ein außerordentlich starker Fremdenverkehr u.ifei Städtchen. — Am 31. Mai beging Rvallehrer Bu ß an bet hiesigen Realschule bte Feier feiner 25jährigen hiesigen Wirksamkeit.— Besonderes Glück hatte ein städtischer Arbeiter, der dieser Tage bei Crdarbeiten auf dem Markte ein goldenes 20-Markstück fand. )( Gedern, 7. Ouni On der Frühe des ersten Pfingstfeiertags ertrank im Großen See ein junger Tourist. Er war jedenfalls von der Morgenwanberung erhitzt, wollte in bem kalten Gebirgssee ein Bad nehmen, bekam, als er einige Meter vom Ufer entfernt war, einen Krampf unb ging unter. Starkenburg unb Rheinhessen. rm. Offenbach, 7. Juni. Auf einet Autotourverunglückt ist der Portefeuillefabrikant Treffer von hier, der mit einem von einem Frankfurter Freunde zur Verfügung gestellten Auto mit zusammen sechs Personen nach dem Schwarzwald fuhr. Durch Versagen der Bremse stürzte das Llutv. Die Schwester der Frau Tresser aus HannovD: wurde sofort getötet, verschiedene andere Personen wurden teilweise schwer verletzt. wd. Bensheim, 7. Ouni. Dieser Tage ist der Maurer Altton W. aus Fehlheim aus Rußland zurückgekehrt. Er war 1915 in Kriegsgefangenschaft geraten und seine Alt- gehörigen hatten seit 6 Oahren nichts mehr von ihm gehört. On Rußland hatte er sich unter dem Drucke der BvlschewrstAt verheiratet und brachte nun Frau und zwei Kinder mit. Man hatte ihn während der Revolution vor die Entscheidung gestellt: entweder zu heiraten und sich seßhaft zu Mchen, oder in die Rote Armee einzutreten, oder aber an die Wand gestellt zu werden. Er zog das sanfte Ehejoch vor und es wurde chm von den Sowjets ein ertragreicher Hof zur Bewirtschaftung zugewiesen, den er jedoch infolge der Mißernte der letzten Jahre verlassen mußte. Rach 5 Monaten schwerster Entbehrungen ist er jetzt zu Hause eingetrofffen. * Planig, 7. Ouni. Beim Ausheben eures Vogelnestes lebensgefährlich verunglückt ist ein 7 Oahre alter Ounge aus dem nahen Rittergute Bangert. Der Knabe Heiterte an einem elektrischen Leitungsmast empor, um von ba aus ein Finkennest auf einem daneben- stehenden Baume auszuheben. Bei Berührung ' des Drahtes stürzte ber Ounge ab und blieb in hoffnungslosem Zustand mit einem doppelten Schäbelbruch blutüberströmt liegen. ' Worms, 7. Ouni. Vom sichere« 2obe gerettet wurde eht vierjähriger Knabe, ber in den Rhein gefallen war. Ein junger Mann hatte den Vorgang aus dem Fenster eines Cas^s mit angesehen, sprang dem Kinde nach und rettete es unter eigener Lebensgefahr. ■mu-^miiit.H ■ । »hihi ■— ...................................... lungen Frau die Hand reichte, zog sie mich etwas näher am sich heran und sagte leise zu mir. ,Herr Daumlehner, ich möchte Ohnen gerne einen guten Rat geben, toatn ich wüßte, baß Sie mir die Einmischung nicht übel nehmen?" „Gnädige Frau., ich bitte darum!" erwiderte ich. „Ran denn," wollte sie beginnen, doch Doktor Schlehdorn schnitt ihr bas Wort ab. „Ach, älnsinn," sagte er, „laß sie sich doch harmlos amüsieren. Heute abend hat es ja doch so wie sv ein Ende." „Och begriff nicht, was die beiden meinten, mochte aber auch nicht fragen, benn je näher wir dein Psarrhause tarnen, desto beklommener wurde mir ums Herz. Och schalt mich selbst einen Rarren, aber ich "formte nichts dagegen machen: ich fürchtete mich ordentlich davor, Helene wieder- zufehen, and doch bangte ich mich nach ihrem Anblick, daß mir vor Sehnsucht fast das Herz zersprang. Och war eben unrettbar verliebt bis über beide Ohren ..." „Als ich ihr dann endlich gegenüberstand — sie sah in bem einfachen Tarlantankleidchen womöglich noch liebreizender aas, als in ihrer Dtaatslollette — wurde mir etwas leichter. Sic nickte mir zu unb streckte mir freinblid), wie einem alten Brannten, die Hand entgegen. Och fragte, ob sie mir noch böse wäre, woraus sie mir nicht ohne eine gewisse Verlegenhett erwiderte, sie formte sich nicht erinnern, daß ich ihr dazu Vera-nlassung gegeben hätte." (Forlfeyung folgt.) *- den ® der vor ■jetn & verM' 1 «Men E yrilCw Nische band« dieses lEizenS zMhrs eine Dt MMN halten« M 1*d ganz di sichcrve IralcS 2 cck'MN ju W Leyla« die 2ol nicht do< heiser 1 selbstlos« der Ao! Dank b< bdtd) ü sp! einigen eine zeug to Schau lag die eine D Aövle bei dl Für 3 beiter ' mann die D- verhaft« sp! Frieleni bursche 32mo(n Herzs ' 5 ersten < mieden Frack hing t sch zv Stativ Mg cmsger masc Hatter gesüh crkam ten iß Privat de« 2 Äon; däch: ütreid und dl gäbe Deni des be bach q siellmrg orchn khe; unb 1; tett : der Dech wFr 0$). « Nu mitse °urg UUQt öediÄ der t @elhi die tu gevib zentra heran, des 2 rotfy ersten Dc Menb chrn sch s"der Aaserij y St Sh . 9o &cr Di^ ven g q. A K-s-vn Krech M>. tzj & S“ fr g,eraL°' KreiL Wetzlar. StreU-Gnde in Wetzlar. • Wetzlar. I. 3ani Der am 2. Zuni in den *Bui>eruitourten ausgBrochene ttn’.lte ©tret', der vorübergehend zur völligen Lahmlegung bei ‘Betriebes ohne Verachtung von Rotstcnibsarbri- ten führte, so befo die gesamte Licht- und Kraft- Versorgung des Hnteriotyntceifed in Frage gestellt uni> Wetzlar- ohne Wasser war, tft nun durch Wiederaufnahme der Arbeit bei- gelegt worden. Die aus Frankfurt a. M. mb ©toten in den Pfingsttagen alarmrerte Olot- hilfe und Schutzpolizei sind bereits am 4. 3 int zurückgezogen worden, nachdem es der Technischen Dothilfe tu d) beharrliches Der- handeln mit der Arbeiterschaft g.-lung-rn wat dtese selbsl zur Verrichtung der im össenlliche, 3irteiefle dringend gebotenen Rolstanbsarbss.en (Erzeugung von Strom -rnd Sicherung der Wasser- zufuhr, za veranlassen. Da ein Einsatz der T. R eine vielleicht mit schweren Folgen verbunden. Räumung des von der Arbeiterschaft besetzt gehaltenen Werke- zur Voraussetzung gehabt batte, lieh sich die Leitung einen gütlichen Ausgleich ganz besonders angelegen sein, und hat erfreu- llcherwc-ise du.ch chr ernwandrsses, völlig neu- t valcs Verhallen auch das Zutrauen und die An- citcrrmmg der 2lrbeiterschast g.funden. Es steht zu hoffen, dah nun die besonnenen Kreise b:r Wetzlarer Arbeiter die Oberhand behalten, dann: die Rotwenbigkell eines Einsatzes der Rothilfe nicht doch noch erforderlich wird Die freiwilligen Helfer aus Frankfurt und (Stehen haben in selbstloser Weife die Pliugstseiertaze im Dienst der Rothllfe verbracht und verdienen dafür den Dank der Bevölkerung, deren LebenSinteressen sie durch ihre Bereitschaft sichergestellt haben. Heffen-Naffau. fpd. Frankfurt a. 2H„ 7. Zmn. 2fcr einigen Tagen lieh sich eine junge Dame für eine Fahrt auf dem Main ein Boot. DaS Fahrzeug wurde am nächsten Tage treibend am Schaumoinkai aufgefunden. 3n ihm lag die Handtasche deS rxngcn Mädchens und eine Besuchskar^e, bie auf den Hanen Ella Rodler lautet. Vermutlich ist das Mädchen bei der VootSfahrt verunglückt. — Für 35000 Mark Leder stahlen bie Arbeiter Wilhrlm PeterS und Wilhelm Edelmann einer hiesigen Firma und verschacher-ten die 2Barc nach Offenbach. Die Diebe wurden verhaftet. fpd. Marburg. 7. 3unt Alf dem Frielendorfer Markt schlug ein l8jährtger Vaurrn- bursche aus Lenderscheid den bekannten .Lukas" 32mal nacheinander. Dann stürzte ervoneinem Herzschlag getroffen tot zu Boden • Flieden, 7. Juni. Um Mitternacht des ersten Pflngstfeieriages wurde auf dem Bahnhof mieberum ein verwegener Diebstahl an Frachtgut auSgeführt. 2In einem in der Richtung von Hanau kommenden Güterzuge machten sich zwei Personen zu schaffen, die durch einen Statwnsbeamten bemerkt wurden. Die Verfvl- gung wurde durch daS StationSpersonal sofort ausgenommen. Den Dieben wurden zwei Rä h- Maschinen, die sie im freien Felde abgesetzt hatten, abgenommen. Aach einem mit Knüppeln geführten Zweikampfe konnte einer der Täter erkannt und nachher verhaftet werden: dem Zweiten ist man auf der Spur. CS "handelt sich um Privatleute. Brahmsgedachtnisfeier des (Siebener Konzertvereins. 2lm kommenden QHontag veranstaltet der Kvnzertverein eine ,D rahmS-Ge- dächt n iSfeier", in welcher die beiden ersten Streichquartette (OMoll und A-2EotI Op. 51) und daS Klarinettenguintett Op. 115 zur Wiedergabe gelangen durch das „Stuttgarter Wendling-Quartett" unter Mitwirkung des bekannten Soloklarinettlsten Herrn Dreis- bach auS Stuttgart. Gerade die Zusammenstellung gewährt eine Interessante Gegenüberstellung der ersten (veröffentlichten) Quartette von BrahmS, die bereits 1865 oder noch früher geschrieben wurden und deS letzten und reifsten feiner Kammermusikwerke, dem 1891 komponierten und 1892 erschienenen herrlichen Älarlncttcnquin- tetts Bekannt ist, bah BrahmS sich erst spät mit der Streichguarlettkomposition befaßte, viele Werke vernichtete, jedenfalls nicht veröffenUlchte. in Folge strengster Selbstkritik. Dah die Werke Op. 51 bereis 1865 fertig waren, geht aus der Anfrage am „Hoachim" De^. 1865 hrrvor, ob er mit seinem Quartett diese Komposllionen in Hamburg spielen könne. Drahms hat sich bei der Quartettkomposition vielfach deS CRateS 3oachims bedient und jedem 3nflrument, besonders aber der von ihm so geliebten Bratsche, zur vollen Geltung verhalfen. In diesen ersten Quartetten, die dem berühmten Chirurgen Pros. D i l l r o t h gewidmet finb und die in der Form und Konzentration schon an die besten Werke Beethovens heranragen, zeigt sich Drahms bereits als 'Bleifter deS Quartettsatzes. Die Werke amrben bei Dill- roth zuerst gespielt und 1873 in Wien zum ersten Male öffentlich aufgeführt. Tas „Klarinettenquintett" ist das letzte und rcllendctste Kammermustkwerk von BrahmS. Mit ihm schied er von dieser Art Musik. Es entstand in der Meininger Zeit 189 1. als Drahms durch den ausgezeichneten Klarinettisten M ü h l - selb so reiche Anregungen auf dem Gebiete der Bläserliteratur erhalten und sich in die Lechmik und Klangfarbe der Klarinette völlig eingelebt hatte. Rovember 1891 wurde das Quintett zum ersten Male am Meininger Hof durch das 3 o a • chimsche Quartett aufgeführt. Rose brachte das Werk dann in Wien zur Aufführung. Da es zu den Perlen der Kammermusillitera- tur gehört und in Gießen noch nie zu Gehör kam, hat es der Konzertverein als Höhepunkt seiner „Trahmsgedächlnisfeier" gewähll. Seine Wiedergabe durch die „-Wendlings" gehört zu den größten musckalischen Eindrücken. -Bit welchen Werken Drahms die moderne Kammermusik bereichert hat. mag aus folgender Zusammenstellung bervvrgehen: 2 Sextette für Streichinstrumente, 6-Dur Op. 18, 0-Dur Op. 36 (1866), 2 Quintette für Streichinstrumente F-Sur Op. 88. Q-Dur Op. 111 (1866) 1 Klarinetten- gumidt Op. 115 (1892). 3 ÄlaBierquartctte G- OKrll, A-Dur, C-2KoH (1875), 1 Klavierquint eit F-2KoH (1865), 3 Streichquartette A=2KolI C- Moll, 6-Dur (1873 bzw. 1876), 5 Klaviertrios Fi-Dur, G-Dur, G-Dhrll, Horntrio Klarirtetten- trio. Drahms ist längst populär geworden und gerade seine Kammermusikwerke gehören zum eisernen Destand jeder Kammermusikvereinigung. (Berief) tsfaaL Der Mord an Grzberger vor Gericht Offenburg, 7. 3nni. (Wolff.) Dor dem Offenburger Schwurgericht begann heute vormittag b$r Prozeß gegen Kapitänleutnant a. D. Ä 1111 n g e r unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Erosfelsinger wegen Beihilfe zum Morde an Erzberger Die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt Link. Der Verhandlung wohnt auch der Reichsminister für öffentliche Ordnung, Äuenjer «Berlin) bei. 3m Lause ber Dormittagsverhandlung gab Klllingcr eine ausiührliche Schilderung seines Lebenslaufes, wobei er betonte, daß er mit Schulz und Tillesfen leinen freundschaftlichen Verkehr gepflogen, sondern sie nur in München kennen gelernt habe. Zu den Verhandlungen sind 87 Zeigen geloben, darunter Frau Erzberger, der Reiche - lagsabgeordnete Diez, sowie der Bruder des flüchtigen Tillcssen, Kapitär.leuttiant a. D. Katt Tillesfen. Die Verteidigung liegt in den Händen der Rechtsanwälte Krieg aas Offenburg und S ch l e l e i n aus München Als De- w« schienen. 3n ferner Belehrung an die Gefchwo- tenen machte der Vvifitzende darauf aufmerksam, daß es sich um einen Prozeß mit politischem Beigeschmack handele, daß aber die Verhandlung jetzt eine reine Verstandesangelegenhell sein müsse, Me mit der politischen äleberzeugung nichts zu tun habe. Vermischtes. Stapellauf eines Llohd-DampferS. Bremen. 7. Juni. (WTD.) Auf der Werft der Aktiengesellschaft .,W e f e r“ ging heute nachmittag in Gegenwart von Tausenden von Zuschauern der Stapellauf des für den Norddeutschen Lloyd erbauten, 9000 Tonnen Personen- und Frachtdampfers »W e s e r" vor sich. Die Taufe vollzog der frühere Direttor des Rord- dcutschen Lloyd Leist. Der für etwa 100 Passagiere und für die Beförderung großer Frachtmengen eingerichtete Dampfer wird am 11. Ro- venwer dS. 3s. in den Ostasiendienst eingestellt werden. Damit wird der Pafsagierdiensi deS Rorddeutschen Lloyd nach den Häfen des fernen Ostens wieder eröffnet, Tunten, Sport und Spiel. • Gau Hessen Sonntag vvrm. Si/o Uhr findet in der Turnhalle des T. D. v. 1846 Gießen eine Dezirlsvorturnerftunde des II. Bezirks statt. Durchgeturnt werden die Uebingm für das Gat- fest Die Kampfrichter für das Gaufest müssen unbedingt erscheinen. — Die Duirdesturnfahrt 1 9 2 2 des Lahn-Dünsberg-TurnerbundeS fandet am 11 ds. Mts. in Launsbach statt. Vormittags von 8 Uhr ab Wetturnen an ber, Layn. Von mittags 1 Uhr ab Konzert und Tanz tin Garten ber Gastwirtschaft PH. Rinn. Für gu.e Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. (Räh. siehe Anzeigenteil.) — Frankfurter Leichtathleten in Budapest. Die beiden Frankfurter Läufer De- darff und Kern beteiligten sich an den Pfingst- kämpfen des Ferenczvarosi Toma-Elub in Duda- pest„ torarteil ober tn ihren Wettbewerben ntch. siegreich obschneiden. Bedarfs wurde tm 500C* Meter-Lausen bitter Remethy Zweiter, während Kem tm 800-Meter-Lcmfen nur den vierten Platz belegen konnte. — Einen neuen leichtathletischen Rekord im Weltsprung erzielte ber Holländer Heinemann lden Haags bei den intematfo- ro en leichtathletische i Wet kämpfe i am P i gsi- fenntag in Recklinghausen. Er sprang 7,19 Meter weil und schuf damit eine neue holländische Bestleistung. — Die internationalen Leicht- at h le tik-Wettkämpfe, die tn Dui?burg stattfanden, waren sehr gut besucht und zci.igten spannende Kämpfe. Die besten Leute waren H o l z (S.C. Charl.) und Solllnger-Darm stabt, jedoch auch iir tci'nehmenden Hollänber von der Athletik-Verss igung .Vlug en Lem'g" aus dem Haag schnitten recht gut ab. So konnte ber holländische Kürzstreckenmeister van Rappard bas 100-Meter-Laufen gewinnen. Der deutsche Stab- hochsprängmeister Fricke-Hannover behauptete sich ebenfalls in Front. Die Ergebnisse: 100 Meter: 1. van Rappard-Holland 11.2 Sek. 2. Schmidt- Mannheim. 300 Meter: 1. Reumann-Mannheim 37,2 Sei. 803 Meter: 1. Peltze -Stettin 2:01.2. 1500 Meter: 1. Kleinholz-Duisburg 4:48L S.t 5000 Meter: 1. Kohrn--Düsseldorf 18: 4,2. 110- Meter-Hürden: 1 Holz Charl. 17,1 Sek 5000» Meter-Ge en: 1 H. Müller rtulus hat Abschied, seinen schärfsten Widersacher tm Union« Rennen, im Derby nicht zu fürchten, da Abschied lein Engagement tn ber wertvollsten Zuchrprüfung besitzt. Handel. Berlin, 7. 3mti. Börsen st immungS- b i I b. Die Zweifel an dem Zustandekommen der internationalen Anleihe hatten heute vormittag -u einem weiteren scharfen Anziehen ber Devisenkurse Anlaß groben und im Zusammenhang hiermit trat anfangs tm Sffett en handel eine feste Stimmung hervor. Die Kurse setzten vorwiegeitd mit 10 bis 20 Proz. Besserungen ein. Einzelne Werke, wie 3lse. Bergbau. Kattowitzer und Loth- ringci Hütte, stellten sich 60 bis 40 Proz. Hoyer Von vornherein war aber einige Llnsichrrheit l cmcrkbar unb bald machte sich Zurückhaltung mb Abgabe Neigung gellend, da man auf Grund von Meldungen bezüglich einer Liebersttminung Frankreichs in der Frage der Herabmittderung der deutschen Schuldsumme zu enter günstigen Ais- folfung gelangte. Am Schifsahrtsattlenmarkte hiegen unter lebhaften Käufen besonders Hanfa>- otlien um ziemlich 20 Prry.: auch Bankuktten waren etwas befestigt. Am Anleihemartte stellten sich ungaVdje Werte niedriger. Türkische Lote waren weite, gebessert. Dcuttche Anleihen waren bei wenig lebhaften llmsätzen eher nachgtebiger DaS Geschäft wurde im allgemeinen träge und die Devisenkurse schwankten auf einem gegen vormittag ermäßigten Riveau. Frankf urt a. M.. 7. 3u.nl. Borsen- sttmmungsblld. Die Elfekten-Spekulatton war auch heute nicht »u größeren Abschlüssen bereit. Einige ausländische Renten und 3nbustrie- Papiere wurden reger gehon.Ät. Dollarnoten wurden 292-293.50-291, gegen 1 ilfrr 289—87. genannt. Das Geschäft Im freien Verkehr war für Kaliwerte lebhafter. Benz 500, Becker-Stahl 430, Rastatter Waggons 540—555, Ufa 230—245, Hansa Lloyd 250. Am Wontanaktiemna, kt hielt die freund.ichere Stimmung bet mäßig anzichen- den Kursen an. Autoaktlen waren gut behauptet. Von chemischen Aktien wurden Bad. Anilin höhet genormt. Elettrizitätsaktien hatten bescheidenes Geschäft. Die Rachj.age nach Cinhellswerten war ziemlich rege. Die Börse schloy unter dem Eindruck der tti'.weise shwächeren Deviempreise bei unregelmäßiger Tender.z. Privatdiskont 4^/z n/o. Iran kf urt a. M.. 8. Juni. Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schlntz- Kurs Datum: 6.6. 5°(, Disch. Krieasanl. 77,50 4"/, Dtsch. Reichsanl. U", - 3°/, Disch. Reichsanl. "* 4°/o Preuh. Konsols tzamburg-Pakets.. . J*“«“ Rorddeutscher Lloyd ^l9*- Eomm.u.Privcllbank Darmstädter Dank . 268,- Deuische Bank . . . *6*?.*~ DiSconto-Gesevschaft ^19«“ Dresdner Bank. . . 317,— Witteld.Creditbank. 251.- Aaiionalbank f. D. . 295, — Doch. Gußstahlwerke -, - Bud.-Eifenw.-Aki.. «40,- D.-Luremb. Bergw.. 9^9, — Delsenkirch. Dergw.. 325,- Harpener Bergbau. 162 Oberschl. Gisenb.-B. 810,- Oberschles. Eisenind. 000,— Phönir-Bergb -Akt. H20,- Dad.Anilin-u. Soda 710,- Höchster Farbwerke. 640, - Allg. Elettr.-Ges. . . 670,- Felien Ä Guilleaume 780, - Schuckert-Werke. . . 630, - Adlerwerke 500,— Daimler *57,- 4° 0 Hess. SiaaiSanl. 84,6q Electron Griesheim 750,— Dtsche. Dereinsbank 200, — Kurs 7.6. 77,50 118,- 149, — 84,50 405.- 318,- 299,- 288,- 560,- 418,- 314,- 251,- 295, - 1060,- 820,- O zO - 948,- 1825,- 829,- 593 - 1110,- 710,- 636,- 675,- 785,- 615,- 500,- 455,- 84,o0 74o,- 198- KurS 6.6. 77,50 121,- 149,90 86,50 389,50 317,75 299,- 291,- 552,- 418,- 318,- 250^4 295,- 1009,- 805,- 016,— 940,- 1830,- 806,- 5ö3,— 1100,- 7’5,- 031,- 680,- 744,- 625,- 458* — 81,50 759,- KurS 7.6. 77,50 120,- 145,- 86,75 390,- 312,75 300,- 290,60 560,- 419,- 318, 250,25 294,- 999,- 804,- 917,- 949,- 1816,- 808,- 585,- 1001,50 718,- 636,- 664,- 785,- 630,- 482,- 449,- 737^- Derlmer Devisenmarkt. Geld Dries Geld Dries Datum: 6. Juni. 7. Juni. 5103,90 5*16.10 6372,60 7530,55 624,20 1500,60 1295,85 287,01 2325.70 5513,10 4539,30 1,»3 551,30 32,65 104,85 202,70 136,75 3970,- 6832,05 7511,60 621,20 1498,10 129j,35 287,14 2621,70 5513,10 4534^0 2,23 560,75 33,85 104.L5 207,70 137,25 8825,- 634,^5 7529,40 622^0 1501,90 1296, ,5 287,80 2628,30 5526,90 4545,70 2,<7 562,25 33^5 104^5 208,30 138,25 3935, - 6388, - 7 o49 45 625,80 1504,40 1299,15 237,? 8 2633^0 5526^90 4550,70 1,97 554,70 32,75 105,15 2Ot,30 137,75 3983,- 2421^5 2421,95 2426,15 5196,50 5103,90 5 Amstd.-Rotterd. H2611289,10 11285,85 11314,15 2420,05 '*•*'* ''r - 5183^0 Brüssel-Antw. . Ehristtania . . . Kopenhagen .. Stockholm. . . . Helstngfors. . . 3talien London .... Reuyork Paris Schweiz .... Spanien Deutsch. Oesterr» Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro Markno tierungeu. Für 100 deutsche Mark wurden gezahll: 7. 6. 1.83 0,89 1.60 1,32 5395,- 1,28 -35 3,82 8.6. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. = 203.75 204^5 Deutschland 100 Mk. = 1.77 1,86 Wien 100 Kr. = 0413 04)35 Prag 100 Äc. — 10.4C 10.075 Paris 100 Fr. --- 47.60 47.675 London I £ — 23.48 23^1 Italien 100 2. = 27.15 27.50 Brüssel 100 Fr. = 44.- 44.- Budapest 100 Kr. — 0.60 0^95 Reuyork 100 J = 521.50 522. - Agram 100 Kr. --- LOO 1,90 Warschau 100 Kr. ---- 0,13 0,13 Datum: 1.7.14. 6.6. Zürich Fr. 125.40 1,81 Amsterdam Fl. 59.20 Kopenhagen Kr. 88.80 1,62 Stockholm Kr. 88.80 2,34 Wien Kr. 117.80 -,- Prag Kr. 117.80 London Sh. 97.80 1,29 Reuyork I 23.80 -,35 Paris Fr. 125.40 3,80 Züricher Devisenmarkt. 7.6. Märkte. Frankfurter Vetreidemarkl. Frankfurt a. M„ Z. Zuni. Auf dem Gerreidemarkt hing im Bo rmurags verkehr das Geschäft vielfach von den Devisendrrsen ab. Es cnta>ideUe sich für Weizen nur wenig Kaufneigung, da der Wehlabsatz immer noch wenig । Belebung zeigt. Roggen hatte nur kleine Umsätze | zu verzeichnen, roobei die Preise etwas anzogen. Mais bet regerer Rachfrage höher Hafer fest. Hülfenf rächte angesichts der vorgeschrittenen Zäh- reszeit still. Futtermittel biteben gesuchter und fest Preise: Wei-eit 1525-155? OKI.. Roggen 1250 OHL. Sommergerste für SrauAiDCCte 1475 bis 1500 MI.. Hafer 1350 Mk. Mais Mired 1035 1050 Ml., Weizenmehl, füdd. Spezial 0 1900 -2075 Mk.. bei Waggenbezug ab Mühlen- station. RorddeuticheS 70vrozentige Ausmahlung 1775 -1850 Mk.. Xrggcnnicnl 1400-1425 Mk., Weizen und Roggenkleie 835-850 Mk., Erbsen gcschästslvs, Heu, südd. gut, gesund, trocken unverändert. Weizen- und Rvgqenstroh, brabtge' preßt, unverändert, Biertreber, getrocknet, unverändert. Büchertisch. Deutschland, ein Wort der Königin Luise. Wandspruch. Verlag von Will). Gerstung. Offenbach a. M. - Der Verlag Wilh. Gerstung in Offenbach am Main, der sich in neuerer Zeit in der Herausgabe bewußt deutscher Wand.prüche betätigt, hat dem zuletzt erschienen Blatt ^Fichte an jeden Deutschen" jetzt ein weiteres folgen lassen, daS sich ^Deutschland- betitelt und einen Ausspruch der Königin Luise wiedergibt. Es wurde anläßlich deS Geburtstags dieser hohen, edlen Frau (10. März 1776) hergestellt und bringt uns. in eindrucksvoller Weise die von heißer, überquellender Liebe zu Deutschland zeugenden Worte der Königin vor Augen, Worte, die heute in der Zeit unsres tiefen Unglücks doppelt stark an unser Herz rühren und von denen man wünschen mochte, dah sie in jedem deutschen Mann und jeder deutschen Frau lebendigen Widerhall wänden. — Die Wirtschaftskurve. Verlag der Frankfurter Societätsdruckerei. Frankfurt am Main. — Das vorliegende Apvtlheft - zeigt in eingehendster Weise dte Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnifse im ersten Quartal dieses Zahres. Zahlreiche Aurren und Schaubilder erleid, lern das Verständnis und die llebersicht über das außerordentlich reichhaltige Material. (3n einem Teil der Auslage wiederholt.) DaS krittsche Stadium in der Anleihefrage. London, 7. 3genheit für eine Regelung und für die Ausgabe einer Anleihe für einige Zeit nicht Wiede.k.hre, und daß, wenn man sie vorübergehen lasse, ein M i steif o lg die schlimmsten Folgen nah sich ziehen müsse. Der Be.ichter statt er der „Times" glaub' trotz dem allgemei ien P arlik, b. gut. Berdnst.Must. geg.6Mk.d.VerlagSodnma' eher 8t Co., Ofteabaeha.M. WtosWlöet oö?t MUiSeliil aus Hosen und Sommerröcke gesucht. Näheres Bahnbossir. 64 I. Acltcrer Schnljnnge Ur leichte Arbeit gesucht. Hcrio, M. A. E., Plockstratzc 5. ^^h Geb. Fräulein zur Beaufsichtig, zweier MädelS und deren Schularbeiten für die Nach- miitagöstunden gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 5534 an den Wietzener Anzeig. Eine perfekte Büglerin gesucht 05857 RodbeimerStr.41 Htb. Braves Mädchen, auch vom Vanbe, von 8 bi8 5 Uhr gesucht. 05837 Carl Stückratb, Möbelsabrik, Auerweg 47, L Mädchen ür 1—2 Stunden täglich gesucht. August Waag, 05840 Seltersweg 60^ Kochkteffläilä über 18 I., sofort gesucht. Lohn nach Reichstarif. Landes-Heil- u. Pflege- Anstalt Gietzen. 54210 Ctatt ttcMen kaufen gesucht. 1217c „LITERA“ Darmstadt. Zusammensetzbare Bücherschränke •tets beliebig zu vergrößern LUDWIG GUTMANN Frankfurt a. M. Kaiserstraße 44 aiiimmiiiiiiimiiiiiiimiiiiimiiiiiiiiinmiiuiiiimmiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiu | Louis Rothenberger | = Gießen Frankfurt a.M.,West ß = Neuenweg 22 Adalbertstraße 26 = = Telephon 176'2124 Telephon: Taunus 4904 = Alteisen • Metalle • Lumpen ■ Papier | sowie sämtliche Rohprodukte ß 1 Antiquitäten. 50D i .....................................................................................ne Gehisse-EtitiBl! Nur Freitag, 9. Juni, 9—5 Ubr, im Hotel Schütz, Babnbofstratze. Noch nie dsgewesenePreise! Zähne bis 120 Mk. “"A Gebisse bis 3000 Mk. I Holzbrandstifte bis 750 Mk. Znr Führung eines frauenlosen, kl.,schön geordneten Beamtenhaushaltes (2 Personen) wird geeignete 'Persönlichkeit gesucht. Es wollen sich nur solche unabhängige Frauen od. nicht zu junge Mädchen melden, die sich gerne jeder Hausarbeit unterziehen und beste Emvfeh- lnng. Nachweisen können. Schriftliche Angebote unt. 05842 an d. Gietz. Anzeig. » Mädchen mit Haus- u. Feldarbeit vertraut, sofort gesucht. Näheres bei Meister, Ludwigstratze 14 II. 05841 I M. MininWtn zu kinderlos. Ehepaar aus achtbarer Familie gesucht. 5522 Darmstadt, Wilhelininenstr. 10 II. Junges Mädchen für ganz oder am Tag gegen hohen Vobn gesucht, omsi Kirchenplatz 10. Laden. Tüchtig. Mädchen für die Küche in Herrschaftsbaus bei gutem Lohn gestiebt. Näheres in d. GefchäftS- stelle d. Gietz. Anz. 5521 Besseres Mädchen ctier^rmt zu Kindern tagsüber ges. 5519 Ludwigstratze 77. Mädchen zum Flaschenspülen u. Lagerarbeiten ges 1Mfl Selteröwea 04,5kontor. Tüchtig., gut empfohlenes Mädchen tauch vom Lande) in kl. Hansh. l3Pers.) alsb. ges. Fran Pros. Weber, “*-] Bismarckstratze 46. Nicht zu junges [“*» Mädchen ! für Gartenarbeit gesucht. I Oratnerel Eduard Rieger, 1 W'esecker Weg 19. M71SS / Meine Frau wäscht nur mit Seifenpulver Schneekönig blendend weiß. Für die anläßlich unserer Hochzeit sowie Verlobung uns erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Wilh. Haas und Frau Emma geb. Henkel. Lissi Henkel. Theo Borns. 0S88l Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken herzlichst Albert Iirbus und Frau Minna geb. Hammel Gießen, den 8. Juni 1922. UMSMW! gu der am 11. Juni stattfindenden Dundesturnsahrt des Lahn- Dünsberg-Turnerbundes laden ergebenst ein 5616 pH. Hhm, Witt Der Lestaurschutz. Versteigerung. Freitag. den 9. Juni, von 10 Llhr ab. her» ieigere ich Drandgaffe 3 mehrere Betten und einzelne Bettstellen, 2 Kleiderfchränke, 2 Küchenschränke, 2 Nachtschränkchen, 1 Waschtisch, 1 Kommode, einen Tluszugtisch, 1 Steg», 1 Oval-, 3 runde Tische, Stühle, 1 älteres Sofa, 2 Stehpulte 5 Plüschsesfel, 1 Weinschrank, 1 Waschmaschine, 4 Linoleum- und 2 andere Teppiche, 1 Photo-Äpparat 18x24, einen Kinderwagen, lange Damenhandschuhe, sehr gute Damenblusen und vieles andere, 1 Holzkoffer. 061,53 H. Denner II., Auktionat. u.Taxat.» Krvfdorfer Str. 9. Astoria-Lichtspiele 5520c Ab morgen: kAAAAAAJ tete Stale» 2. Teil Macieles Kamp! gegen List und Verderben. Ferner: Das Beiprogramm. Heute letzter Tag: l Kurfürstendamm 6 Akte (Ein Höllenspuk) 6 Akte 2. Scherben E*dith Posca Dieses Programm zu versäumen, heißt sein eigenes Ich strafen. Tüchtiges, in allen Haus- orbeiten erfahrenes Mädchen sucht für sofort evtl, mich nur tagsüber 05860 3tou N. Avenilöl, ______Westanlage 32. Jüngeres Zweitmädchen aus nur guter Familie u. nur von auswärts per sofort ges. Borzustellen bei Fran Dr. Katz, 5533 Bahnhofstr. 50 1141 | Stellengesuche! Junger Mann der Handelsschule besucht hat und in Stenogr. und Schreibmasch. bewandert ist, sucht Anfangestellung auf Bureau oder Lager. Schr. Angeb. unt. 05848 an den Gietz. An». Verkäufe j Zu verkaufen 5 junge frischmelkende Ziegen, dabei eine erstklassige mit Lämmern. 05852 Steinstratze 69. 1Wn. 7 WM vreiswert zu verkaufen 5523 Wolfstratze 9. 1 Achse mit 2 Rädern, für einen Oekonomlewag. geeian. billig abzugeben bei Faselwärter Heim, Eberstadt. 5431D Gut erbalt. komplettes Schlafzimmer Doppelbetten, Schrank, 2 Nachttische mit weitzer Marmorvl., Waschtisch m. Sviegelaussatz und Mar- morvlatte wegen Platzmangel zu verkaufen. Zu besichtigen 5528h MiihlstraBe 33 I» Schreibtisch fast neu, preiswert zu verkaufen 05863 Neuenweg 31 p. UMN'MliW zu verk. L.Mabrbausen, Odenbanien lLahn). owm Gut erhaltener Kinderwagen zu verkaufen 05780 Walltorstratze 51 H. II. Sinöenuogea zu verkaufen 05839 KaplanSgasse 14 I. Sevr. kluöeMWüll zu verkaufen. 05854 Helnr. Westbrock, Staufenberg, Lollgrer Stratze 9a, II. Lin Kinderwagen gut erb., zu verk. 05859 Walltorstratze 43 I. Guterhalt.Anzug mittL Gr., für 350 Mk., ein Paar Schaftstiefel (43) für 280 Mk. zu verkaufen •äs« Wetzsteingaffe 15. X Mai 1922 Eine f PS /Shinde-kostet bei Betrieb mit Deute Dieselmotor ca.M1.55 5473 DIESELMOTOR OHNE KOMPRESSOR Vergleiche hiergegen die hohen Slromkoslen JMOTORENFABRIK DEUTZ A.-G. ZWEICNI EDE RLG. FR A N KFU RT^m.taunusstr. 47 Billige Kleiderund Blusen erhalten Sie durch Selbstfärben wie neu mit 3724V Wiki-Haushaltfarben. Waschechtes Schwarz auf wollene Strümpfe- Schönste Gardinenfarben- Wiki-Waschblau erzeugt blütenweiße, fleckenlose Wäsche zur Freude jeder Hausfrau Verwenden Sie daher nur Wiki und Sie werden zufrieden sein. la M-MWil verschiedene Sorten, empfiehlt billigst H. Trechsler Telephon 1581 5535 Steinstrahe 73 zrischeßische heute und morgen eintreffend: Pa.Nordsee-Schellfische Pfund ML 12.- Portions- u. Bratfische, Pfund Mk.8.— kopflos, 3- bis 6'vfündtg ^veelaais Pfund Mk. 10.- im Ausschnitt Pfund Mk. 12.— Pa. Schellfische^^ Nordsee-Labllau K Pfd. Mk. 12.—, im Ausschnitt Mk. 14.— Msche Zischkotelettr Pfund Mk. 13.- Sirup . . . Pfund ML 8.—1 Uunsthonig, , 8.50 Gebr-Berdux Babnbofstratze 27. [5529c fohle ein neues Herren-Fabr- rad, ein 6 P. S.-Benzol» motor, liegend, mit einem Schwungrad, sehr gut lausend, ein neuer Braut- schleier.einnialgebraucht, 13 gute lSartenbänkchen, 2sitzig und 3siyig. 05867 gdiwitt Netistadt 21. Für Schüler. Damplmaschfns z. Selbst- zusammensetzen lGutzzy- linder 5 cm Fnnendurch- mefferl, elektr. Material für Bersuche u. 1 Repo- sitnr (30 Gefache, 35 cm tief, 23 cm hoch, 24 cm breit) zu verkauf. 05847 Babnbofstratze 60 I. NLTcnMsWm preiswert zu verk. 05865 Kaisera Nee 32 v. | Kaufgesuche | Gartenstück oder Acker zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 05835 an d. Gietz. Anz. Motor •/, oder 8/< P. 8., Gleichstrom, 220 Bolt, gebraucht aber gut erhalten, sofort zu kaufen gesucht. Schriftl. Angebote unter 105855 an den Gietz. Anz. Gebe. Obstpresse zu kaufen ges. Schr.Angeb. unt. 5391 an d. Gietz. Anz. Gut erhaltenes SW!- evtl, auch WWMl zu kaufen gesucht. Schriftl. Angebote unt. 05845 and.Gieß.An;. Gebraucht., gut erhalt. Herren - Fahrrad Ali kaufen gesucht. Schriftl. Angebote mit Preis- und Markenangabe unt. 05838 an den Gietz. Anzeig, erb. Tennisschläger zu kaufen gesucht. Schriftl. Angebote mit Preis unt. 05858 an den Gietz. Anz. % Kaufe getragene Herren- und Tamcntlcider, Scbube und Wüsche und zahle die höchsten Preise. 01970 L. Rosenzweig Gietzen,Seltersweg58I MMMjjlkll kurz gevstückt, kauft Pelikan Apotheke, 05829 Krenzplatz 2. (Empfehlungen! Bruchkranke können ohne Operation u. Berufsstörung geheilt werden. Sprechstunden in Kietzen bei Lenz, Bahn» Hofsbotel, nnt 12. Juni von 9 bis 1 Ubr. 604V Dr. med. Knopf, Svezialarztf.Bruchleiden Erstklassige gesunde MMIi verschiedene Sorten billigst [5478 Antel MDeMllM 11 Telephon 178. Stroh, sowie prima Speise Kartoffeln auf Lager. Weiss & Petri Grabenstr. 7. Tel. 1313 ♦ ♦ -<»» ♦ e Spargel zum Einmachen, täglich frisch gestochen, empfiehlt zu den billigsten Tagespreisen 05856 R. Etilase, Babnbatstratze 43. Metallbetten Stahlmatr-, Kinderbett, dir. anPrtv.,KatLl^frei. Elaemnöbellbr. SuhllTH) [Verschiedenes! Tiißhlioe Schneiderin für Kinderkleider für sofort gesucht. 5536 Ludwigstratze 77. Die Person, welche die silberne Ubr mit Armband am Mitt« woch abend nach 9 Uhr in der Südanlage ausgenommen bat, wird dring, ersucht, dieselbe SelterS weg 71 abzugeb. 5537 [ Vereine [ V.H. C.GieOen. Sonntag, h. 11. Juni: Garbenteich- Arnsburg- Dtünzenberg Steinfurth-Nauheim, »«v 6 Std. Abfahrt 8.16 Uhr. gestern aus dem Garten Nahrungsberg 8 verflog, in der Richtung nach dem Alten Friedhof. Auskunft evtl, erbeten nach Nabrungsberg 8, 5539 R. Lange. 08. VI. 81/, Uhr: Kou!er. £2 in I Br. Kränzchen. Vortrag Br. Ta. 5517c