Erstes Blatt 172. zayrgang Druck und Verlag: vrühl'fche Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulfttatze 7. örtlich 120Pf.auswartl 150 Pf.: für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 450Pf. Bei Platz. Vorschrift 20 "^Aufschlag. Hauptfchriftleiter: Aug. Eoetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen Nr. 84 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: DietzenerFamilienblätter Monatliche Bezugspreise: Mk. 16.- und Mk. 1.50 Trägerlohn,durch dieDost Mk. 17.50, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: fürdieSchrift- leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. postscheclkonio: Frankfurt a. M. 11686. Samstag, 8. April 1922 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm hohe füi Anzeigen v 34 mm Breit, GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Wochenrückblick. Die Konferenz von Genua, die Nächsten Montag beginnt, wird über 1200 Politiker und Wirtschaftssachverständige aus aller Herren Länder versammeln. Sie wird jedoch kein Forum sein, vor dem deutsche Interessen gerecht beurteilt werden könnten. Auch wenn Herr Poincarä mit seiner Pro- grammbeschneidung nicht durchgedrungen wäre, wäre diese Versammlung von Ausländern keine Hüterin der Humanität und Gerechtigkeit. Man will in Genua praktisch vvrankommen, ^jedeS der vertretenen Länder in seinem eigenen Interesse. Die 80 Personen unserer deutschen Abordnung bringen zweifellos bie größte Last bisher unerfüllter Wünsche und Forderungen. Die anderen Länder und (Böller fühlen wirtschaftliche Schwierigkeiten und Spannungen, aus denen sie her- auSkvmmen mochten, sie grübeln nach über die Stabilisierung der Wechselkurse, die doch wieder einmal kommen muß. Der englische Wirtschaftssachverständige Keynes, dessen Ansichten wir gestern darlegten, stellt eine Tatsache fest, die den Beginn der Genueser Konferenz kennzeichnet: es gibt kein einziges europäisches Land, dessen Regierung klargelegt hat, ob sie die Politik verfolge, den Wert der Währung des Landes zu heben oder die Währung zu stabilisieren. Wirklich, man würde auch in Deutschland in Verlegenheit kommen, diese Frage für unser Land zu beantworten. Auch der gerissenste Geschäftemacher ist nicht in der Lage, diesen Schleier der Zukunft zu lüften; die harte Ruß wird nicht von Findigkeit, sondern allein von dem schweren Stein des Schicksals zerknackt. Keynes macht bcftimmte Vorschläge, mit denen er jedoch den vorher erforderlichen Aufräumungsarbeiten vorauseilt. Bevor man etwas Sicheres über die Währung eines Landes ausmachen kann, muß man doch seine Verpflichtungen, sein politisches Schicksal einigermaßen überblicken können. Ein politisches Reinemachen muß stattfinden; bisher hat die Diktatur der sogenannten Sieger nur den Krieg an Zerstörungen noch übertrumpft. Die Teillösungen, die Herr Keynes vvrschlägt, sind auch noch höchst problematisch. Er mochte nur acrnc einmal einen Anfang sehen und will Den Versuch unverzüglicher Stabilisierung der Goldwährung auf folgende Länder beschränken: Großbritannien, Frankreich, Italien, Belgien, die skandinavischen Lander, . Spanien, Holland, die Schweiz Und die Tschechoslowakei. Für Frankreich und Italien macht der englische Gelehrte selbst ein Fragezeichen dazu. Er glaubt nicht, daß bei einem Wiederaufleben des Handels der Franken und die Lire ihren augenblicklichen Wert behaupten konnten. Was sollen solche Lockmittel? Man sollte lieber gerade auf die Dinge zugehen: zuerst Wiederaufbau eines wirklichen Friedens, Regulierung der gegenseitigen Verpflichtungen im Rahmen einer vernünftigen Möglichkeit: dann wird das Währungsproblem von selbst und naturgemäß schnell sich lösen. Wenn nicht Recht und Gerechtigkeit die Welt von heute lenken können, so sollte man wenigstens der V e r n u n f t endlich den Weg freigeben. Das ist freilich nur deshalb so schwer, weil die gesamte KriegS- inö Friedenspolitik der Entente sich mit Willkür und Anrecht so stark verbunden hatte, daß man sie nur schwer noch trennen kann. Man wollte uns versklaven und vernichten und kann es nicht durchführen, ohne sich selbst dem Verderben zu weihen. Die Bande gemeinsamer Schuld verknüpfen Lloyd George und Poin- care. Lloyd George warb durch die Veröffentlichung seiner Denkschrift aus dem Jahre 1919 um mildernde Umstände, aber sein Verhalten trägt heute wie damals den Stempel der Unaufrichtigkeit. Skrupellosigkeit. Wider besseres Wissen verübte er die Untat von Versailles, und wider besseres Wissen faßt er auch die Probleme von Genua am falschen Ende an. Dem eingebildeten? Siegerrecht Frankreichs läßt er Gerechtigkeit widerfahren; das Recht der Völkerdemokratte wirft er in die Rumpelkammer. Die deutsche Regierung hat in den letzten Tagen zahlreiche Beratungen abgehalten, aber ob sie zu einem vernünftigen Schluß gekommen ist, wissen wir nicht. Eine Antwortnote ist noch nicht an die Reparationskommission abgegan- gen; sie wird aber wohl infolge inoffizieller englischer und italienischer Einflüsterungen in einem höheren Grade entgegenkommend und demgemäß matt ausfallen, als nach der entscheidenden Reichstagssitzung zu erwarten war. Es sind in den letzten Tagen Rachrichten durchgesickert über ein neues Verhalten der Reparationskommission. Sie soll sich mit dem Gedanken tragen, einen Ausschuß zu bilden, der die Aufgabe hätte, die Möglichkeiten einer internationalen , Anleihe Deutschlands zu untersuchen, und in diesem Ausschuß soll sogar in bescheidenem Maße deutsche und neutrale M (Wirkung zügelnden werden. Zer »TemPL" 1 redet davon, die deutschen Eisenbahnen könnten als Pfandobjekt für diese neue Anleihe ausersehen werden. Wie bekommt man diese Anleihe? Warum sollte man nicht auch in Genua über diese wichtige Frage reden dürfen? Sie würde freilich auch nur wieder die Brücke bilden können zu dem verbotenen Gelände, das in Genua kraft des französischen Willens nicht berührt werden darf. Soll sich nun die deutsche Politik einfach den englischen Tendenzen anpassen und von diesen hoffen, daß sie etwas, wenn auch nicht viel, Vernunft und Fortschritt aus der Genueser Konferenz hervorzuholen vermöchte, oder soll die buntgewürfelte Schar der deutschen Vertreter festen Sinnes und unbeirrbaren Mutes auf ihr Ziel losgehen: die Abschuttelung der bisherigen unmöglichen und sinnlosen Gewaltpolitik? Uns deucht, Herr Wirth und seine Getreuen könnten und müßten in Genua etwas fester und lauter für die deutschen Interessen eintreten, als es die Engländer und Italiener wollen. Cs ist beinahe sicher, daß Lloyd George selber dies von den Deutschen erwartet. Und Amerika? Es ist in Genua nicht offiziell bertreten, weil die innerpvlitischen Verhältnisse der Vereinigten Staaten dies nicht gestatten. Hat doch die Ratifikation Der Washingtoner Verträge sich lange hinausgeschleppt, wodurch die Stellung des Präsidenten Harding nicht gerade gefestigt worden ist. Aber für Deutschenhaß ist drüben kein Raum mehr. Das hat die Rede des für Berlin bestimmten Botschafters Houghton klar bewiesen. Wir haben die moralische Unterstützung Amerikas in einem Augenblicke erhalten, der für uns durch die unverschämte Rote der Reparationskommission kritisch geworden war. Der amerikanische Botschafter spielte deutlich darauf an, eine so „große und stolze Ration" müsse auf die Dauer eine unwürdige Behandlung abschütteln. Das sanfte Harfenspiel der Erfüllungspolitik wird in Genua, wo Deutschland doch gleichberechtigt auftreten soll, keinen Eindruck mehr machen. Es besteht keinerlei Redeverbot, sondern nur die Übereinkunft, keine Beschlüsse in den Fragen des Friedensvertrages und der Reparationen Zu fassen, keine Entscheidungen zu fällen. Wir denken uns das Verhalten unserer Delegation nicht so, daß überraschende Fanfarenstöße von ihr ausgehen sollen. Die Kunst der deutschen Staatsmänner mußte vielmehr auf.gute Vorbereitungen, ein wirksames Zusammenarbeiten mit anderen Geladenen, -Bedacht nehmen. Das Fehlen einer groß angelegten, bei aller Höflichkeit rückhaltlosen Rede über die Lasten und Röte des deutschen Volkes, soweit sie uns zugleich eine Schmach bedeuten, würde uns von der Welt wahrscheinlich direkt verübelt werden. Auch das Mittel dramatischer Steigerung darf nicht verschmäht werden, und das Beste der Leistungen muß sich in den Diskussionen hervortun. Dort muß immer wieder geschickt auf den Kern der Dinge hingelenkt werden, um den die andern wohl mehr oder weniger herumgehen wollen. Und, was die Hauptsache ist, alle innerpolitischen Eitelkeiten können und müssen zu Hause gelassen werden. Jetzt hat der Reichskanzler Dr. Wirth, der bisherige Schiffer auf den Binnengewässern, erst zu beweisen, ob er auf weitem Meer der rechte Fährmann ist. Er übernimmt in Genua eine ebenso bedeutsame Rolle, wie einst, in noch finstereren Tagen, Dr. Simons in London. Heute wird mit einem größeren Maßstabe der Erfolg oder der Mißerfolg gemessen werden, denn Herr Dr. Wirth steht als freier Deutscher vor den Völkern, während Dr. Simons beinahe wie ein Gefangener vorgeführt wurde. Der deutsche Kanzler soll in Genua den deutschen Schild hochhalten, soll Verteidiger, aber zugleich auch leidenschaftlicher Angreifer und nur in verschwindendem Maße zuletzt auch der Erfüllungspolittker von gestern sein. Genua muß, wenn es auch nicht zur völligen Befreiung Deutschlands führen mag, ein Platz der großen Abrechnung werden, denn die Gewalttaten, Lügen und Irrtümer in der neuen Epoche des sogenannten Friedens sind grausamer, tückischer und gefährlicher als diejenigen, die den Weltkrieg Anleiteten. Das deutsche Volk ist frei von jeglichem Optimismus, aber es erwartet von den Genueser Tagen viel! Wir wollen hören die Hammerschläge der Wahrheit und spüren den Frühling einer praktischen Humanität, nachdem der Stern der falschen Propheten im Verlöschen begriffen ist. Französischer Millionenvorschutz für Oesterreich. Paris, 7. April. (Havas.) Die Kammer nahm heute einen Gesetzentwurf an, durch den Oesterreich ein Vorschuß von 55 Millionen Frank gewährt wird. , Dor der Eröffnung der Konferenz. Ans der Fahrt nach Genna. Berlin, 7. April. (WTB.) Der Reichs- tangier reiste heute abend um 8 Uhr 32 Min. vom Anhalter Bahnhof aus zu einem kurzen Aufenthalt nach Freiburg ab. Er begibt sich von dort nach Genua. Wien, 7. April. (WTB.) Bundeskanzler Schober und Dundesminister Grünberger ind heute abend nach Genua abgereift. Wien, 7. April. (WTB.) Bundeskanzler Dr. Schober äußerte sich vor seiner Abreise nach Genua gegenüber dem Herausgeber der Korrespondenz Herzog folgendermaßen: Ich habe die begründete Hoffnung, durch'persönliche Aus- prache mit den leitenden Männern der Entente eine günstige Stimmung für Oesterreich zu erzielen, zumal da wir auf Grund der durch den Friedensvertrag geschaffenen Ver- hältnisse berechtigten Anspruch auf die tätige Hilfe des Auslandes beim Ausbau unserer Bundesstaaten haben. Es wird unsere Ausgabe fein, weniger in dem Konferenzsaal selbst, als vielmehr in Unterredungen mit den führenden Staatsmännern der Entente und den in Genua versammelten Vertretern der Presse der Welt usw. für Oesterreich eine lebhafte Propaganda zu betreiben. Budapest, 7. April. (WTB.) Heute vormittag reiften die Mitglieder der ungarischen Delegation für Genua unter Führung des Ministerpräsidenten D e t h l e n ab. Die deutsche Delegation. Berlin, 8. April. Zu den bereits genannten Sachverständigen für Genua tritt noch der frühere Reichsschatzminister Dr. von Raumer. Die deutsche Delegation für Genua, die heute Berlin verlassen wird, nimmt laut „Derl. Lokalanz." zwei Weißbücher mit, die den Titel: „Material zur Vorbereitung für die Konferenz von Genua" führen. Die beiden Weißbücher dienen der Delegatton als Unterlagen und enthalten Zufammenstel- lungen über wirtschaftliche Fragen. Lloyd George bei Poincar6. Paris, 7. April. (WB.) Lloyd George ist im Extrazuge in Begleitung von S i R o b e r t Home am 4.17 am Rordbahnhof in Paris angekommen. Ministerpräsident Pomcare und Iastizminster Bart hon, begleitet von einem Dolmetscher and "bem englischen Botschafter Lord H a r d i n g e, haben Den Wagen Lloyd Georges bestiegen. Der Ektrazag wurde alsdann auf der Ringbahn nach dem Lyoner Bahnhof umgeleitet. Währeich der Fahrt fand eine Unterredung zwischen den vier Ministern statt, die am 5.20 Uhr ihr Ende erreichte. Um 5 Uhr 35 Minuten hat der Extrazug Lloyd Georges die Reise nach Genua fortgesetzt. Paris, 8. April. (WTB.) Die Mitteilungen der Morgenblätter über den Inhalt der Unterredung zwischen Lloyd George, Poin- care und dem ersten ftanzösischen Delegierten, Zustizminister Bar t h o u, lauten verschieden. Ein offizielles (Sommunique ist über diese Verhandlungen nicht ausgegeben worden. Weder Poincare noch ‘Bartbou haben, als sie den Sonderzug Lloyd Georges verließen, der Presse irgendwelche Erklärungen abgegeben. Rach dem „Petit P a r i s i e n" hat Lloyd George alles das bestätigt, was in Boulogne verabredet wurde. Beide Regierungschefs hätten also ihr vollkommenstes Einvernehmen über folgende 3 Punkte ausgesprochen: 1. Die Verträge dürfen nicht in Frage gestellt werden. 2. Das Reparationsproblem darf nicht berührt werden. 3. Selbst die Frage der Entwaffnung des russischen Heeres kann unter keinen Umständen die Frage der allgemeinen Einschränkung der Rüstungen nach sich ziehen. Cs sei verabredet worden, daß tn der vorbereitenden Sitzung die Führer der einladenden Staaten, auch Belgien, sich vereinigen sollen. Sobald die Chefs der 5 großen Länder sich geeinigt hätten, könnten auch die Vertreter der anderen Staaten zugezogen werden. Cs verstehe sich aber von selbst, daß die Vertreter Deutschlands nicht an allen Beratungen teilnehmen können. Das sei selbstverständlich, wenn man sich daran erinnere, daß die alliierten Mächte augenblicklich mit den Deutschen in der Reparation^ kommission in Diskussion seien, und daß diese Diskussion mit einem Bruch enden könne, wenn der Standpunkt der Alliierten nicht angenommen würde. Dach dem „Oeuvre" ist die Unterredung delikat geworden, als die Frage der Organisation der Konferenz angeschnitten wurde und als der englische Premierminister feinen Plan entwickelte, einen beständigen Rat der Großmächte einschließlich Deutschlands emzusehm, der die Debatte leiten soll. Poincare habe erklärt, es scheine ihm unmöglich, den Ver- treter seines Landes mit den Delegierten der Staaten auf Fußgleichheit verhandeln zu lassen, denen gegenüber die Entente vielleicht bald gezwungen fein könnte, Zwangsmaßnahmen zu ergreifen Lloyd George habe jedes Besprechen über diesen Gegenstand vermieden, und zwar in einer so offenkundigen Art. daß daraus eine gewisse Verlegenheit entstanden fei Eine zweite Schwierigkeit habe fich anläßlich der Frage der Einschränkung der Rüstungen ergeben. Der englische Premierminister habe erklärt, er wolle vor allen Dingen die Abrüstung des Sowjetheeres verlangen. Aber als man ihn gebeten habe, seine Gedanken weiter zu entwickeln, habe er geantwortet und mehrmals wiederholt: Man muß in Genua zu einem Ergebnis gelangen. Wir gehen nicht nach Genua, um nichts zu erzielen, Poincar^s Anweisungen für die französischen Delegierten. Paris, 7. April. (WTB.) Heute vormittag hat der Kabinetts rat die schriftlichen Anweisungen genehmigt, die Ministerpräsident P v i n c a r 6 für die französische Delegation auf der Konferenz von Genua ausgearbeitet hat. Den Anweisungen liegt das Memorandum Poin« caräs vom 31. Ianuar zugrunde, in dessen Rahmen die Delegation ihre Vollmachten ausübei, soll. Lloyd Georges Abrüstungspläne.. London, 7.2lpril. (WTB.) „Evening Standard" zufolge besteht Grund zu der Annahme, daß Lloyd George die Verminderung der Landrüstungen zu einem der hauptsächlichsten Punkte seiner Genueser Politik machen wird. Der Premierminister sehe nicht ein, weshalb nicht eine zehnjährige militärische Ruhepause in der Art, wie sie in Washington beschlossen worden ist, festgesetzt werden könne. Die Stellung der Schweiz. Bern, 7. April. (WTB.) Schweizerische Depeschenagentur. In Erledigung einer Interpellation im schweizerischen Rattonalrat erklärte Bundesrat Motta über die Stellung der Schweiz zur Konferenz von Genua folgendes: In die Friedensverträge mischen wiruns nicht ein. Wir wurden es begrüßen, wenn dem Döllerbund die Durchführung der Beschlüsse übertragen würde. der russischen Frage werden wir eine kluge und loyale Haltung einnehmen. Der Bundesrat wünscht, daß die Konferenz von Genua eine neue Aera des Friedens und der Gerechtigkeit einleite. Amerikas Forderungen an Russland. ßonbon, 7. April. (WTB) Die „Times" meldet aus W a f ß i n g t o n: Don offizieller amerikanischer Seite verlautet, daß, wenn irgendwelche Pläne von den Alliierten in ®enua ausgestellt werden bezüglich der Fundierung der russischen äußeren Schuld, die Vereinigten Staaten auf der Beteiligung unter den gleichen Rechten bestehen werden ohne Rücksicht auf die Tatsache, daß sie auf der Konferenz nicht offiziell vertreten sind. Rußland schulde der amerikanischen Regierung und den amerikanischen Banken etwa 400 Millionen Dollars, und wenn den Vereinigten Staaten irgendeine Lösung, die in Genua gefunden würde, keine gleiche Behandlung zuteil werden lasse, dann würden sie Schritte tun, ihre Rechte ohne Rücksicht auf die anderen Mächte zufchützen. Die russischen Verpflichtungen an Japan. London, 6. April. (Wolff.) Die ..Times" berichtet aus Tokio, daß der lavanische diplomatische Rat mit Bezug auf die Teilnahme an der Konferenz von Genua beschlossen habe, der Am erlennu->g der Sotojetregierung richt zu- zustimmen, bevor die russischen Verpflichtungen cm Zapan in Höhe von 200 Millionen anerkannt fei Die deutsche Antwort auf dieNote der Reparationskommission. Berlin, 7. Apttl. Die deutsche Antwort auf die Rote der ReparationSkommis- sion wird laut „Deutscher Allg. Ztg." endgültig ferüggestellt und so bald wie möglich dem Berliner Vertreter der ReparationS- kommission Haguenin übergeben werden. Die Veröffentlichung des Inhalts kann entsprechend dem diplomatischen Brauch erst nach der Ueberreichunq erfolgen. Mitteilungen, die namentlich in Pattser Blättern über ihren Inhalt verbreitet werden, können nur als Kombinatton angesehen werden. — Zu der Korrefpondenzgneldung, daß sich der Hamburger Bantter M e l ch i o r zu Besprechungen mit der Reparationskommission über finanzielle Fragen nach Paris begeben habe, erfährt die „Deutsche Allg. Ztg.", daß Melchior eine solche Reise jedenfalls nicht im amtlichen Auftrag angetteten habe. Berlin, 7. April. (Wolff.) Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages trat heute zusammen, um die Richtlinien der Antwort auf die Reparationsnote zu erörtern. Der Reichskanzler und der Außenminister sowie der Staatssekretär v. S im f o n gaben Erklärungen ab. Cs äußerten sich dann Helf f erich (Dntl.), S t re» femann (D. Bp.), Sernbutg (Dem.), Got - Hein (Dem.). Dauch (D. Bp.) und Stinnes (D. Dp.). Don der Reichsregierung waren außerdem anwesend Vizekanzler Dauer und der Reichs- wirtschaftsminisler. General Scmenow in Washington verhaftet. Paris, 7. April. (WTB.) Rach einer Havasmeldung aus Reuyork ist gester» abend der Kosakenfützrer. General Seme? no w, bei seiner Ankunft in Washington verhaftet worden. Es soll wegen Unter- schlagung von Pelzen und Wollwaren im Werte von 475 000 Dollar gegen ihn vorge-- gangen werden. Die Waren sind Eigentum einer augenblicklich bankerotten Handelsgesellschaft. Änscheinend handelt es sich bei den gegen ihn erhobenen Vorwürfen um Dinge, die sich 1919 in Tschita abgespielt haben. General Semenvw hat jedoch noch gestern abend gegen eine Kaution von 25 000 Dollar leine Freilassung erwirkt. Die Getreide- und Kartoffel- bewirtschastung. Das Programm des neuen ErnährungSministcrs. Berlin, 7. April. (WTB.) 3m Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft fand heute unter dem Vorsitz des Reichsministers Fehr eine Konferenz mit Vertretern der Landwirtschaft statt, die von zahlreichen führenden landwirtschaftlichen Persönlichkeiten besucht war. Gegenstand der Verhandlungen war die Getreidebewirtschaf- lung im kommenden Wirtschaftsjahr. 3n seinen Degrühungsworten sprach der Minister sein Bedauern darüber aus, daß die Besprechung bis jetzt verschoben werden muhte, die für die Regelung der wichtigsten Ernährungsfragen des kommenden Wirtschaftsjahres von einschneidender Bedeutung sein werde. Es werde sein Bestreben sein, diese und die übrigen wichtigen Fragen in enger Fühlungnahme mit der Landwirtschaft zu regeln. Die Konferenz mit den Ernährungs- und Landwirt- schaftsministern der Länder, die jüngst stattgefunden habe, habe sich auf den Standpunk gestellt, dah eine vollkommen freie Getreidebewirtschaftung im nächsten Jahre nicht möglich sei. Dieser Standpunkt stimme auch mit der Auffassung der Reichsregierung überein. Darüber hinaus habe jene Konferenz auch um Vorschläge und Material seitens des Ministeriums für die Regelung der Kartoffel Versorgung gebeten. Hinsichtlich der Getreideversorgung hoffe er, in eingehenden sachlichen Verhandlungen mit der Landwirtschaft zu einem ersprießlichen Ziele zu kommen. Hingegen glaube er nicht, baß man bei den Kartoffeln mit der Umlage oder einer sonstigen öffentlichen Dewirtschaf- tungsform zum Ziele komme, da hier weit gröbere technische Schwierigkeiten bestanden und die Kommunalverbände auch nicht in der Lage und bereit seien, das finanzielle Risiko der Kir- toffelbewirtschaftung zu übernehmen. Man werde an den Abschluß von Lieferungsverträgen und die direkte Verbindung von Produzenten- vrganisationen und Verbraucherorganisationen denken müssen. Die Degrühungsworte des Ministers wurden von der Versammlung beifällig aufgenommen. Romens der Landwirtschaft begrüßte der Vorsitzende des Reichsausschusses der deutschen Landwirtschaft, Edler v. Braun, besonders, dah der Minister, wie sein Vorgänger, im Einvernehmen und in Fühlungnahme mit der Landwirtschaft sein Amt zu führen gedenke. Die Landwirtschaft werde ihre Hilfe bei der Durchführung der Aufgabe des Ministers nicht versagen. Die sachlichen Besprechungen wurden ein- geleitet durch ein Referat des Präsidenten der Reichsgetreidestelle, der eingehend darlegte, welche Wirkungen auf die Versorgung und auf die Preisbildung die verschiedenen Möglichkeiten der Regelung der Versorgung mit Brotgetreide haben. Er machte darauf aufmerksam, dah die Zuschüsse des Reiches im fommenben Wirtschaftsjahr vollkommen wegfallen und eine Verteuerung des Brotes schon hierdurch eintreten werde. Durch die gleichzeitige Beseitigung der Erfaffung bestimmter Mengen zu Preisen, die unter dem Weltmarktpreise liegen, werde die Möglichkeit genommen, einen stabilen erträglichen Preis zu schaffen. 3n der Aussprache betonten die meisten Redner, dah die Fortführung der Umlage für die Landwirtschaft unerträglich sei, wobei insbesondere darauf verwiesen wurde, dah hier eine ganz einseitige Belastung eines Berufsstandes vvrliege, die einer Sondersteuer gleichkomme. Don verschiedenen Seiten wurde angeregt, in dieser Richtung Verbesserungen herbeizuführen; auch wurden einige andere Vorschläge gemacht, die einer §ingehenden Prüfung unterliegen ^sollen. 3m ganzen ergab die Aussprache trotz des im allgemeinen ablehnenden Standpunktes der Landwirtschaft gegenüber der Umlage, daß die Vertreter bereit sind, in E i nzel e r ö r t er u n g e n einzutreten und Vorschläge zu prüfen, sowie an den Maßnahmen zur Sicherung der Versorgung der Devöllerung mit Brotgetreide mitzuarbeiten, deren Ausgestaltung in weiteren Verhandlungen beraten werden soll. Es wurde eine besondere Kommission eingesetzt, welcher führende Persönlichkeiten des Reichsausschusses der Landwirtschaft sowie derjenigen Organisationen angehören, die im Reichsausschuh nicht vertreten sind. Die Kommission wird bereits in der nächsten Woche zu einer weiteren Aussprache zusammen- treterr. Aus dem Reiche. Empfangsabend beim Reichspräsidenten. Berlin, 7. April. Auf dem gestrigen Empfangsabend beim Reichspräsidenten hielt der Reichspräsident eine Ansprache ön die Gäste, in der er den Sinn der Bedeutung der Veranstaltung hervorhob. Er sagte, es sei sein inniger Wunsch, die führenden Pev- sönlichkeiten von Politik, Kunst. Wissenschaft und Wirtschaft in eine engere Fühlung miteinander SU bringen. Der Staat dürfe nie aufhören, mit wachsamem Auge die 3nteressen des geistigen Lebens zu pflegen, aber auch die Hüter des Geisteslebens sollten nicht vergessen enge Beziehungen zum staatlichen Leben aufrechtzuerhalten, denn der Staat stehe vor uns als der Begriff und die Verkörperung des Volkstums aus dem auch die Wissenschaft und Kunst ihre immer wieder sich erneuernden treibenden Kräfte ziehen. Tagung des Deutschen Dearnlenbunbes. Berlin, 7. April. Auf dem Bundestage des Deutschen Beamtenbundes wurde heute die Debatte über die Frage des Streikrechtes der Beamten fortgesetzt. Rach- dem sich Vogel von der Reichspostgewerkschaft und Bente als Vertreter der Reichsjustiz- Beamten für das Streikrecht der Beamten aus- -gesprochen batten, erklärte der Dundesvorfttzende Flügel, daß er den Lohnstreik nach wie vor ablehne. Der Lohnstreik sei mit der Stellung der Beamten im Volke und zum Volke unvereinbar. Darauf ergriff der Vorsitzende der Reichsgewerkschaft deutscher Eifenbahnbeamten, Menne, das Wort. Er trat für die Solidarität der gesamten Beamtenschaft ein, jedoch müsse ein Trennungsstrich gezogen werden zwischen denen, die als Gewerllchaftler fühlen und denken, und denen, die das Recht wollen. Menne setzte sich dann weiter für die Gemaßregelten ein und bekämpfte die bisherige BundesleiLung. Er erflärte: Lassen Sie die Bundesleitung bestehen, so ist der Deutsche Beamtenbund für uns erledigt. Der Bundes- Vorsitzende Flügel ergriff darauf noch einmal das Wort und sagte, Menne habe keine Programmrede gehalten, sondern er habe das Attions- programm der Reichsgewerkschaft entwickelt. Während des Streiks habe er einen glatten Disziplinbruch gegenüber dem Beamtenbunde begangen. Flügel schloß seine Ausführungen mit der Bitte, sein Programm anzunehmen. (BegenfeiHg&eitsvertrag zwischen Oesterreich und Deutschland. Heber die Versorgung und Fürsorge, die Kriegsopfer in Deutschland und Oesterreich betreffend, ist zwischen beiden Ländern ein Gegen- seitigkeitsvertrag entstanden. Der Vertrag enthält drei Vereinbarungen. Die erste Vereinbarung betrifft Kriegsbeschädigte, ihre Angehörigen und Hinterbliebenen solcher Kriegsteilnehmer, die in der Wehrmacht des anderen Staates gedient haben. Hiernach gewährt das Deutsche Reich österreichischenStaats- angehörigen, die in der deutschen Wehrmacht gedient haben, Versorgung nach dem Reichs- Versorgungsgesetz, während die Republik Oesterreich deutschen Staatsangehörigen, die in der österreichisch-ungarischen Wehrmacht gedient haben, Versorgung nach dem österreichischen 3nva- lidenentschädigungsgefetz gewährt. Die zweite Vereinbarung betrifft die unehelichen Kriegswaifen, die im Gebiet eines der beiden Staaken wohnen. Oesterreich gewährt den in Oesterreich oder in Deutschland wohnenden unehelichen Kriegswaisen, deren Mütter im Zeitpunkt des Todes des Erzeugers die deutsche Staatsangehörigkeit besessen und deren Väter während des Krieges in der österreichisch-ungarischen Wehrmacht gedient haben, die Versorgung nach dem Invalidenentschädigungsgeseh. Hierbei ist zu beachten, dah den im Deutschen Reiche wohnenden unehelichen Kriegerwaisen die Versorgung nur dann gewährt wird, wenn der Vater in einer österreichischen Gemeinde heimatberechtigt war oder gewohnt hat. — Das Deutsche Reich gewährt den in Deutschland oder Oesterreich wohnenden unehelichen Kriegerwaisen die Versorgung nach dem Reichsversorgungsgeseh, deren Mütter im Zeitpunkt des Todes des Vaters in einer österreichischen Gemeinde heimatberechtigt waren, und die in der deutschen Wehrmacht Kriegsdienst geleistet haben. Die dritte Vereinbarung besagt, daß jeder der beiden Staaten den in seinen Gebieten wohnenden Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen des anderen Staates die gleichen Begünstigungen wie den eigenen einräumt auf den Gebieten der sozialen Fürsorge und der Heil- behairdlung. Die Fürsorgestellen beider Staaten leisten sich gegenfeittg die notwendige organisatorische und verwaltungsmäßige Hilfe (Auskunft, Zustellung von Ladungen und anderen Schriftstücken usw.). Soweit in Angelegenheiten der Versorgung und Fürsorge Stempel- und Gebührenfreiheit besteht, gilt dies gegenseitig für beide Telle. Die weibliche Berufswahl. 3n Ergänzung der in Rr. 56 des „Gießener Anzeigers" veröffentlichten Ausführungen über Möglichkeiten einer Erwerbstätigkeit für Frauen geben wir auf Grund von eingezogenen Erkundigungen an den unterrichteten Stellen nachstehend eine Uebersicht über weiterhin in Frage kommende Berufsmöglich- keiten: Hebamme (Gemeinde- oder Privat- hebamme; ein verantwortungsvoller Beruf, dessen Ergreifung deshalb gerade auch von Mädchen mit besserer Vorbildung besonders wünschenswert erscheint): Alter: mindestens 20, höchstens 30 Jahre. Ausbildungszeit: 9 Monate (alle Halbjahre Lehrgänge in Gießen). Kosten: Werden bei GemeindehÄammen, die in Hessen nur aus der eigenen Gemeinde für diese genommen werden, von der Gemeinde getragen; privat etwa 5000 Mk. Krankenschwester (während der Schulzeit Besuch eines Samariterkurses empfehlenswert): Ausbildungszeit: l1/» Jahre nach dreimonatlicher Probezeit, dann staatliche Anstellung. Kosten: ICO Mk. Kaution für Probezeit; Vergütung 1800 Mk. Pflegerin: Alter: mindestens 20 Zahre. (Gutes Abgangszeugnis einer höheren oder Volksschule.) Ausbildungszeit: allgemein zwei Jahre, Wochenpflegerin 5 Monate. Säuglings- Pflegerin 1 Jahr, Kinderpflegerin 2 Jahre. Die Aussichten in diesen Berufen werden als gut bezeichnet. Laborantin (technische Assistentin bei medizinischen 3nstituten): Ausbildungszeit: in Hessen 1 Hahr (genügt zur Ausbildung in einem praktischen Fach, Röntgen, Bakteriologie, Mikrochemie, Mikrophotographie usw.). Die Aussichten werden als gut bezeichnet. Kindergärtnerin: Vorbildung: neun» klassige Mädchenschule oder gleichwertige Schule. Ausbildungszeit: P/s Jahre. Nachfrage ist groß. Gartenbaulehrerin — Derufs- gärtnerin: Vorbildung: Lyzeum oder gleichwertige Ausbildung bzw. Volksschule. Ausbildungszeit: je 2 Hahre. Die Kosten für die Lehrerin betragen im Hahre etwa 300 Mk. 3n Verbindung mit anderen technischen Fächern sind die Aussichten gut. Auskunft wird in Gießen, Senckenbergstraße 15 A, erteilt. Kaufmännische Berufe: Ein von jungen Mädchen gern gewählter Berus ist der einer Stenotypistin. Man versteht darunter die stenographische Aufnahme von Diktaten und deren Wiedergabe auf der Schreibmaschine. Mm den gestellten Anforderungen gewachsen zu sein, bedarf es einer viertel- bis halbjährigen Ausbildungszeit in einem Fachinstitut. Die Kosten der Ausbildung belaufen sich auf etwa 1200 Mk. für ein halbes Hahr gerechnet. — 3n der gleichen Zeit können sich jüngere Damen auch als Kontoristinnen ausbilden. Außer der Beherrschung der Stenographie und Schreibmaschine werden hier Kenntnisse in Handelskorrespondenz, kaufmännischem Rechnen und Buchführung verlangt. Obwohl diese Fächer nur in der Praxis selbst voll ersaht werden können, ist eine vor- henge wissenschaftliche Ausbildung an einer Han- delslehranstalr von unschätzbarem Werte und wird in der Regel sogar gefordert, weil dem Geschäftsherrn und seinen Angestellten die Zeit und die Geduld mangelt, um einen gänzlich Ahnungslosen in die Einzelheiten des Geschäftslebens einzuführen. Die Kosten der Ausbildung für einen derartigen Kurs belaufen sich samt Lehrmittel auf etwa 1800 Mk. bei einer halbjährigen Mnterrichtszeit. Als Vorbildung reicht bei diesen beiden genannten Berufen eine gute Elementarschulbildung aus, jedoch sind Schülerinnen aus Mittel- und höheren Schulen entschieden im Vorteil und erreichen das Ziel in der Regel bedeutend leichter. — Sehr gut begabte Schülerinnen mit höherer Schulbildung, Sprachkenntnissen und guter Allgemeinbildung können auch Anstellung als Privatsekretärin finden. Der Ausbildungsgang ist derselbe wie bei den Kontoristinnen. Doch schließt sich daran entweder sofort oder nach einiger praktischen Tätigkeit ein Fortbildungskursus an. — Die Aussichten in diesen Berufen können gegenwärtig durchaus günstig genannt werden. Gut ausgebildete und korrekt arbeitende Kräfte finden verhältnismäßig leicht Anstellung, während bei mangelhafter und leichtfertiger Ausführung der Probeschriftarbeiten nur sehr schwer unterzukommen ist. Darum soll nur die beste Ausbildungsmöglichkeit ohne Rücksicht auf etwa höhere Kosten gewählt werden. Vor dem Ergreifen einer Laufbahn als Beamtin im Post- und Eisenbahndienst wird abgeraten, da die Aussichten hier ungünstig sind. — Wir sind gern bereit, weitere Anregungen aus unserem Leserkreise zu veröffentlichen. Aus Stabt und Land. Gießen, den 8. April 1922. Wettervoraussage für Sonntag: Mnbeftänbig, etwas kühler, wechselnde Winde. * ** Tvtengedenkfeier. 3n Darmstadt hat sich ein Festausschuß gebildet, der am Sonntag, den 14. Mai, in Darmstadt eine Toten- gebenffeier für das Leib-Dragoner-Re- giment Rr. 2 4, Reserve-Dragoner- Regiment Rr. 4, die 4. Landwehr-, die 4. Landsturm-Eskadron des 18. A.-K. und die Rachrichten- (bzw. Fernsprech-) Abteilung Rr. 5 veranstaltet. -Die Teilnahme zahlreicher Mitglieder des Leib-Dragoner-Bundes und seiner Kreisvereine verbürgt ein allgemeines Wiedersehen von Offizieren, Sanitätsoffizieren, Veterinären, Beamten, Mnteroffixieren und Mannschaften. Es gilt am 14. Mai die Toten zu ehren und die Mittel zu Ehrentafeln für die Opfer des Weltkrieges zu sammeln. Die Ortsgruppe Gießen des Hilfsbundes für vertriebene Elsaß- Lothringer. die sich nach Kriegsende hier gebildet hat, hielt ihre Monatsversammlung im Aquarium ab. 3n Abwesenheit des ersten Vorsitzenden, Bürgermeister a. D. H a ck h a u s e n, leitete der zweite Vorsitzende, Dr. L i st, Bibliothekar der hiesigen Universitätsbibliothek, die Der- sammlung. Zunächst wurde der geschäftliche Teil der Tagesordnung erledigt, 'wobei es sich noch hauptsächlich um die Entschädigung der Verdrängten handelte. Eine freubige Ueberraschung bereitete sodann der Verein „Mandolinenklub Rea- polita", der von seinem 1. Vorsitzenden und Dirigenten, Herrn Sonntag, geleitet, es sich nicht nehmen ließ, den vertriebenen Elsaß-Lothringern durch seine Darbietungen einige genußreiche frohe Stunden zu bereiten. Lokomotivführer Quantel erfreute die Anwesenden weiterhin mit dem Liede „Das Heidegrab", das die Versamnllung mit „O, Straßburg" beantwortete. Cs zeigte sich auch hier wieder, daß Elsaß-Lothringen nicht so leicht zu vergessen ist. Die vertriebenen Elsaß-Lothringer wollen den Gedanken lebendig erhalten, dah cs.Deutsche sind, die noch drüben wohnen und daß es keine schönere Aufgabe gibt, als das Deutschtum in Elsaß-Lothringen zu stützen und wachzuhalten. Der Bund für vertriebene Elsaß-Lothringer hat in seinen Satzungen, in der Erwartung, daß sich zahlreiche Freunde und Gönner der Elsaß-Lothringischen Sache einstellen werden, den Beitritt auch „Richtvertriebener" vorgesehen. Wer somit der Deutschen Sache dienen will, dem steht der Beitritt bei einer Ortsgruppe des Hilfs- bundes jederzeit offen. △ Kreislehrerversammlung. 3n der Wirtschaft zum Philosophenwald versammel- sich gestern vormittag sämtliche Lehrerinnnen und Lehrer des Kreises Gießen zu einer Tagung. Rach kurzen Degrüßungsworten des Kreisschulinspektors Prof. Dr. Alles hielt Studienrat Wecker- l i n g - Friedberg einen Vortrag über „Die Deutschen im Auslande — Grundsätzliches und Methodisches". Der Redner berichtete über die Versammlung der Deutschen Rumäniens im Jahre 1921. Die Deutschen Rumäniens waren aus allen Teilen des Landes zusammengeströmt. Durch Opfer und zähe Beharrlichkeit haben sie sich ihr Deutschtum und ihre Deutschen Schulen erhalten und gedenken diese auch fernerhin zu wahren. Die Pioniere des Deutschtums müssen vom Mutter- lande kräftig unterstützt werden, woran es vor dem Kriege vielfach gefehlt hat. Besonders die deutschen Schulen im Auslande müssen erhalten bleiben. Der Redner hat im Auftrag des V. d. A. bereits in mehreren Orten Oberhessens gesprochen und überall lebhaftes Verständnis für die Erhaltung und Förderung der Deutschen im Auslande gesunden. Er schildert die BÄ>rängnis der deutschen Schulen in Polen und fordert zur Sammlung von entbehrlichen gebrauchten Schulbüchern, Märchenbüchern,/Unterhaltungsschriften u. dergl. auf für die Auslandsschulen. Zum Schlüsse empfiehlt er die Zeitschriften für Erhaltung der deutschen Schulen und des Deutschtums im Auslände. Rach lebhaftem langanhallendem Beifall, erklärt der Vorsitzende des Kreislehrervereins. dah der gesamte Kreisverem als korporatives Mitglied dem Verein für das Deutschtum im Auslande beitritt. — Einen weiteren Punkt der Verhandlungen bildet die ländliche Fortbildungsschule. Rach Ostern findet in Gießen ein Kursus für Lehrer an Fortbildungsschulen statt; die Teilnehmerzahl ist auf 25 festgesetzt. Es werden dann noch Mitteilungen gemacht über Beschaffung von Lichtbill, crapparate für die Volksschulen, über die Krankenkasse und Beschaffung von Lehrmitteln für die Schulen. Vom 6. bis 12. August findet in Gießen eine Heirnatwochs statt, für die mehrere Vorträge und Ausflüge vorgesehen sind. Aus Grund des Artikels 58. Ziffer 5. sind drei Lehrer auf drei Jahre in das Kreisschulamt zu wählen. Es werden gewählt: Reul- Gießen, Rausch- Reiskirchen und Zöller- Hausen. Als Ersatzmänner werden gewählt: Adam-Gießen Sprengel- - Bellersheim und Schmidt- Kes- elbach. ** Die Höch st preise für Kohlen und Koks werden in einer amtlichen Be- . anntmachung im heuttgen Anzeigentelle neu geregelt. ** Von der Dezirkssparkasse Gio- 3 e n. 3m ersten Vierteljahr 1922 betragen die i Einlagen im Sparverkehr 8 022 800 Mk., im Scheck- und äleberweisungsverkehr 20 158 600 Mk., zusammen 28 181 400 Mk. Rückzahlungen im Sparverkehr 4 952 400 Mk im Scheck- und -lieber- weisungsverkehr 18 211 700 Mk., zusammen 23 164 100 Mk. Mithin E i n l ag e^ü b e r s ch u h 5017300 Mk., Einlagenbestand Ende März 1922 64 500 000 Mk. ** Einem Aprilscherz zum Opfer gefallen ist der Einsender eines kleinen Leitartikels, der uns mit der äleberschrift „Vergnügungslokale oder Heimstätten" zuging. Der Verfasser fordert die Stadtverordneten auf, sich wegen ihrer Maßnahmen zur Ausgestaltung der Liebishöhe zu rechtfertigen. 3n vollstem Ernst wendet er sich bann gegen die in unserer Rr. vom 1. April angekündigte „feierliche Uebern ahme der Liebigshöhe durch die Stadtverwaltung". Wir halten es für unsere Pflicht, diese auch uns mit ganzer Schwere treffende Kritik wörtlich wiederzugeben: „Der Berichterstatter versuchte in seinem Artikel die Sache der Oeffentlichkeit recht schmackhaft zu machen, zumal auch die Gießener Bürger und Bürgerinnen, allerdings etwas verspätet, eingeladen wurden. Von der verschiedene Male angeführten Rvtwendigkeit eines Vergnügungslokales können die schönsten Worte die Mehrzahl der Gießener Einwohnerschaft nicht überzeugen. Haben wir doch Dergnügungslokale genug in unserer Stadt, und zur Abhaltung von Konzerten kann während der spielfreien Abende doch auch das Stadttheater benutzt werden." — 3m Bewußtsein unserer Schuld stellen uXr uns „nunmehr" ii»n allgemeinen auf den Standpunkt des Einsenders unb betonen, daß eine Redaktion niemals eine solche feierliche Uebernahme und prächtige Ausgestaltung eines Vergnügungslokales befürworten darf, wenn im Kalender nicht gerade der erste April verzeichnet ist. Vornot^cn. — Tageskalender für Samstag. Stadttheater, 7 Mr: „Wilhelm Teil." — Turnhalle (Oswgldsgarten), 8 Uhr: Protest- Versammlung des Naturheilvereins. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, heute und morgen: „Das Abenteuer des Dr. Kirchrisen" und „Das Ende der Falschmünzer". — TageSkalender für Sonntag. Stadttheater, 7 Uhr: „Die versunkene Glocke". — Aus dem Stadttheaterbureau. Es sei darauf hingewiesen, daß nach den für den Rest der Spielzeit getroffenen Dispositionen, dic „Versunkene Glocke", die morgen (Palmsonntag) einmal in Szene geht, auf keinen Fall wiederholt werden kann. — Oberhessischer Kun st verein. Die Ausstellung von Werken des K a r l s r u h er Künstlerbundes wird wegen verspätete,' Eintreffens einiger Kunstwerke erst am 1. Öfter- feiertag eröffnet. — D i e Dolkskirchliche Arbeitsgemeinschaft hält am Montag im Restaurant Cchipkapaß eine Versammlung ab, in welcher Prof. Weißgerber über die neue Kirchenver- sassung und den Ausbau der Volkskirche sprechen wird. Der Vortrag, der kurz nach der Verabschiedung der neuen Kirchmder- fassung für weite Kreise besonderes 3nteresse haben dürfte, ist allgemein zugänglich. (Siehe Anzeige.) Kreis Büdingen. bs. O b e r - W i d d e r s h e i m, 7. April Lebhafte Tätigkeit herrscht gegenwärtig an den beiden hiesigen Dasaltsteinbrüchsn. 3n langen Reihen fassen die Fuhrwerke Klopfsteine zur Beschotterung der Kreisstrahen und auch Pflastersteine sind sehr gefragt. Kreis Friedberg. ff. Friedberg. 7. April. 3n der gestrigen Stadtverordnetensitzung wurde das Gesuch des Schützenvereins um Ueber- lasfung der städtischen Seewiese zur Abhaltung eines Schützenfestes im Sommer genehmigt. — Bei der -Vergebung der Faselvieh- Unterhaltung wurde bestimmt, dah das Deckgeld aus der Gemeindekasfe bezahlt werden soll. — .Der Schule in Fauerbach wird ein Schulgarten von 500 Quadratmeter für Unterrichtszwecke überlassen unter der Bedingung, daß die Erträgnisse dem Bürgerhvspital zugute kommen sollen. — Die Tagegelder sollen auf den vierfachen Betrag von 1919, also auf 64 Mark anstatt 16 Mark erhöht werden. — Betr. Erhebung von Zuschlägen zur staatlichen Wohnungsabgabe wird beschlossen, daß die Stadt je 30 Pf. von 100 Mark des Brandver- sicherungswertes erheben soll (gegenüber 10 Pf., die der Staat erhebt). Es wird dabei festgestellt, dah eine Erhebung vom Nutzwerte der Wohnungen richtiger sei, als die Erhebung vom Brandversicherungswert. — Das Wassergeld wird für den Kubikmeter auf 2Mk. festgesetzt. — Für die Ergänzung von Lehrmitteln für die Oberrealschule werden 28 000 Mk. bewilligt. — Das Oktroi für Aepfelwein wird auf 2,18 Mark pro Hektoliter festgesetzt, bei Ausfuhr wird 1 Mk. zurückvergütet. Hessen-Nassau. Don der Frankfurter Messr. fpd. Frankfurt a. M., 7. April. Die Frankfurter Frühjahrsmesse neigt sich ihrem Ende zu. Der Fremdenstrom verebbt langsam. Die Stände in den einzelnen Messehallen weisen seit heute vormittag bereits bedenkliche Lücken auf. äleberall ist man mit dem Ausgang der Messe geschäftlich durchaus zufrieden. Viele Aussteller sahen ihre Erwartungen weit übertroffen. Lediglich die Tabakindustrie litt etwas unter dem Druck der hohen Steuern und Zölle, womit das edle Tabaktraat belastet wird und noch mehr belastet werden dürfte. Die weitaus größte Mehrz ihl der Aussteller hat nach unferen Erkundungen für die Messe im Herbst wieder Plätze und Stände angemeldet. Die Zahl der Besucher während der Messewoche dürfte mit 130 000 nicht zu gering bemessen sein. Lausch ichen D-», nteUe neu lseSte. ■tagen Li- w! ^60ö As “Minim und Uttt-, ^haotto ‘hldjui wbe Lm Vpsei Jemen ß5il. wit >r.' JUfling. Str l?,N, sich Altung der Wem frnft unserer 3r. Uebemibme Wngu. Mr. 'ch uns mit’ I>4 wieder, le In feinem cht schmuck- enei Bürger •toai der- CfcWtUr; nes jetgnii» Dörte die Schaft nicht HflungjWale 'Hutung von eien Wende werden." len Ät uni 1 ßtinbtmnh ine AedaÜivn ernahme und Vergnügung?- talenber nicht LamSiag. i Teil." - >hr: Pwtesi« !ts. - Sicht« und moroen: n* und „Das Svnniag. lene ©W. erbureau. ch ixn für den Positionen, die srgen sPalm- is keinen Fall Herein. arlSruhci veMi^e am 1. Öfter- lrdeitsge. ;m Restaurant i welcher Prof, irchcnver» )er Dolfs' wag der kurz m «ircheMr- -res Ontereg ltglich. (^ebe 7. April 2el" an den beiden ingen Leihen J Defchotle- Pflastersteine Inder gtftTi# tzungv^ S um AK e M »' ornmer ge^' m6 das Ä»wrt"•" , Bedingung, ^ofpital zu- .gelitrlo® 919, afio °»! t werden s x'S" («fSd äÄ"‘ LE J45«? % ‘“’S" "2 alt «4 gang Lsst-lle' »Ml nicht s 8 für zarte roeiße Sauf Fensterputzer dxe beste ■ 3547 sowie ein 552 oefuctit. | Wohnungstausch | Nürnberg 3500ss Maler- und Weißbinder-Lehrling gesucht. wird gesucht. 3551 H. Launsvach, GoethestraKe 46 L «liccftrnue Li. ^Pr^eppif^adcöle I Braver Junge sucht 3524 unuber• trefff/ch Gebrauchs^, — ------------- —■—.— im Werte von etwa 1800 bzw. 3200 bzw. 200 Mk. und verschenkten sie an nahe teils hier, teils in Cid) wohnende Verwandte. Auch steckten sie verschiedenen im Laden erschienenen Käuferinnen mit deren Wissen unbezahlte Gegenstände in G.org Wallenfels, gegenüb. d. Engelaootheke BetgubnugeiellM Liebigi'traire 15. Cbr. Arnold, Polster« und Tekoraleurgejchäft. Gesucht wird in (Sieben Wohnung gegen Tausch mit Marburg. Schri'l'tche Angebote unter 0365Tan den Gieh. Anz. erberen. zu O'ttern in die Lehre - - . 0W4 Schöffengcrkchr. Gießen, 4. April 1922. von hier sorgt und 1921 eine grobe Menge von Haushaltungs-, Schmuck- und anderen Gegenständen mit der Herstellung von genauestem, Komplettem Aluminiumpräzisions- gutz vertraut. Demselben wird Ge- legenheit geboten, bei befriedigen« den Leistungen Meister zu werden. Bewerbungen mit Lebenslauf und Lohnansprüchen sind zu richten unter F. T. 3204 an Ala-Haasenstein Sc Vogler, Frankfurt a. M. 3464z\ Gin v , nicht für seine Familie, so dah sie vollkommen der öffentlichen Armenpflege anheimgefallen ist. Die wiederholten Aufforderungen des Armenamtes beantwortete er mit Untrer- schämtheiten Weil er sich dauernd seiner Unterhaltspflicht entzieht, erhält er eme Haft strafe von vier Wochen. Sin junger Handlungsgehilfe von hier, der in einer hiesigen Zigarrenfabrik in der Dandervlenausgabe beschäftigt war. entwendete im Aovember 1921 aus dem Lager, dessen Schlussel er sich angeeignet hatte, nach und nach 25 bis 30 Kistchen Zigarren und eine Anzahl Banderolen und verkaufte sie an_ einen Zigarrensortierer. Beide hätten an und für sich zu Gefängnisstrafen verurteilt werden müssen. Sie erhielten jedoch im Anschluh an das Gesetz zur Einschränkung der kurzen Freiheitsstrafen vorn 21. 12. 1921 mit Rücksicht auf ihre seit- herige Llnbestrastheit und auf das jugendliche Alter des Diebes Geldstrafen von je 4000 Mark. 3m Juli 1921 entwendete ein wegen Diebstahls schon wiederholt vorbestrafter junger Bursche von hier auf dem hiesigen Güterbahnhofe aus einem dort stehenden Eisenbahnwagen etwa zwei Zentner Briketts. Met Rücksicht auf seine Dorstrafen wird er zu einer Gefängnisstrafe von zehn Wochen verurteilt. 3m Mai 1921 kaufte ein Handelsman n auS Allendorf a. d. Lda. von einem Viehhändler in Treis ein Rind, ohne den vorgeschriebenen Echluhschein darüber auszustellen. Diese ilntcr- lai.uny mut) er mit einem Geldstrafe von 300Mk. hüben. Drei Verkäuferinnen bzw. Lehrmädchen eines hiesigen Warenhauses entwendeten in diesem im Laufe der Jahre 1920 Reisender gesucht. Zu möglichst baldigem (Eintritt sucht erste Marken. artikel-Firma, in ihrem Gewerbe führend, zur Bearbeitung von Oberhessen und des nördlich, östlich und südlich anschließenden Teils von Hessen-Rassau einen bei den Groh, und Kleinhändlern der Kolonialwaren- branche gut eingeführten jüngeren, arbeitsfteudigen Reisenden. Für wirklich tüchtige Kraft, die Land und Leute aus den seitherigen Beziehungen bereits kennt und sich über bisher erzieste Erfolge auszu- weisen vermag, bietet sich gutbezahlte Lebensstellung. (Eintritt möglichst bald, spätestens 1. Juli b. 3s. Schriftliche Angebote mit Zeugnisabschriften, An- gäbe des frühesten Lintrittsterrnins, Referenzen und Lichtbild unt. 3391D an den Gießener Anzeiger erbeten. auf)arten Tie zum Teil an zwei Franc r. zum Teil an einen Schausteller, der die Silbeifacbcn an einen Uhrmacher wciterveräuherte. Zum Teil verschenkte der eine Dieb mehrere Sachrn an eine andere Frau. Wegen der EinbruchSdiebstähle erhielt der eine Gelegenheitsarbeiter, der schon vielfach wegen Diebstahls vorbestraft ist, eine Gesamtzuchthausstrase von vier 3abrcn, der andere, Ser noch verhältnismähig jung und dis jetzt nur wegen Unterschlagung bestraft ist, dagegen eine Gesamtgefängnisstrase von einem 3ahr. Der Arbeiter and der Offenbacher Gegend, der wegen RückfallSdiebstahls schon mit Zuchthaus vorbestraft ist, erhielt wegen seiner Teilnahme an Sein Einbruchsdiebstahl in der Wohnung des Professors eine Zuchlhaussirase von drei Jahren. Den zu Zuchthaus verurteilten Angeklagten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Pauer von je fünf Zähren aberkannt. Wegen Hehlerei erhielten der Krastwagensührer sechs Wochen, der Schausteller und die eine Frau je eine Woche Gefängnis, die beiden anderen Frauen dagegen Geldstrafen von 500 bzw. 300 Mk. ->r Wirt, der Metzger und der 11 br- macher raunten mangels ausreichenden Deweises von der Anklage der Hehlerei freigesprochen werden. -- Zum Besuche her Mitglieder sucht Beamten' roarentierfebmentrale für den Bezirk Oberhessen einen jüngeren tüchtigen SeschäitSgewandten und ranchekundigen Reisenden sürTertilwarenm.Jirum, Tvesen und Provision. Schrift!. Offerten erb. an Gart Sonntag. (Sieben, Stevbanstr. 37 l. 3542b AnngeshltnSblllsMen Laub. eßrl. Mädlben für leichte Arbeit per fo- tandübet ob. Lauffran fort gesucht. 03698 stundenweise gesucht. _ _ Schirmfadrik Levi, «wj C- . L Leben Unfall Haftpflicht Wir suchen tücht.Rchebeamle für größere Bezirke, sowie Werbebeamte für kleinere Bezirke gegen Gehalt, Spesen und Provisionen. Richtfachleute werden eingearbeitet. Ausführ! Bewerbung mit Lebenslauf erbeten. Nürnberger Lebensoerstcherungs - Sank, Seifenfabrik sucht einen rührigen, arbeitrfreudigev und repräsentadlen Herrn als Provisionsvertreter der bei der in Frage kommenden Kolonial’ waren- und Zeisenhandlunaskundschaft bestens eingeführt und betannt ist. Veste Verläufer wollen fich unter Angabe von Referenzen melden unter 3550 an den Sieh. Anzeiger. i ■ MUM. ■ Sofort gesucht ordentl., zuverlässiger Fachmann deren Handtaschen. Wegen D i e b st a h l s erhielt die eine Verkäuferin einen Monat Gefängnis, die andere zwei Monate Gefängnis, das Lehrmädchen dagegen mit Rücksicht aus feine Zugend unter Anwendung des Gesetzes vorn 21.12. 1921 eine Geldstrafe von 500 Mk. Die teils hier, teils in Lich wohnenden sieben Hehler bzw. Hehlerinnen wurden zu Geldstrafen von je 300 Mk. bzw. 500 Mk. und die eine von ihnen zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat verurteilt. Drei ebenfalls noch wegen Hehlerei An- gefiagte muhten mangels ausreichenden Beweises freigesprochen werden. Zwei Gelegenheitsarbeiter von hier stiegen im Januar l. 3. in einer Rächt zweimal in den Hof einer hiesigen Likürsabrik ein und entwendeten dort aus einer verschlossenen Kiste, die gewaltsam erbrochen wurde, insgesamt etwa 20 Flaschen Schnaps im Werte von ungefähr 1200 Mark. Sie brachten ihre Beute zu einem Kraftwagenfahrer, der sie an einen hiesigen Wirt, einen hiesigen Metzger und in Frankfurt absetzte. Einige Rächte darauf brach der eine der beiden Schnapsdiebe, der von dem andern gehört hatte, dah ein hiesiger Universi- tätsprofrifor verreist sei, und dah in dessen Wohnung viele werivslle Gegenstände seien, zusammen mit einem Arbeiter aus der Offenbacher Gegend, den er in der Zellenstrafanstalt in Butzbach kennen gelernt hatte, in die Wohnung des Professors ein. Sie versuchten zuerst, durch das 2lbortfenster einzudringen. Als ihnen dies nicht gelang und sie gerade beratschlagten, was weiter zu tun sei, ging der andere Gelegenheitsarbeiter vorbei und sagte ihnen, als sie ihm ihre Rot geklagt hatten, sie müßten über die Loggia einbringen. Dies taten sie auch, konnten jedoch immer noch nicht in Vie Wohnung selbst hinein- fommen, sondern nur eine auf der Loggia stehende Truhe erbrechen, aus der sie verschiedene Gegenstände stahlen. Endlich gelang es den beiden, den Laden zum Herrenzimmer loszureihen und durch das Fenster hineinzukvmmen. Sie erbrachen eine Reihe von Türen und Behältnissen und stahlen Hhrcm, Silber- und Schmucksachen, Kleider und Wäschegegenstände, sowie andere Sachen imWerte von cito« 10000 Mark. Diese Gegenstände ver- .hat unS Immer alle nötigen Hilfsmittel zu- 1 kommen lassen und alle erforderlichen Trans- I Porterleichterungen verschafft. 3n vielen Teilen . des Landes laufen die russischen Eisenbahnen genau so gut wieder wie in Vorkriegszeiten, 1 und Eisenbahnzüge warten immer in den Häsen ' aus die ankommenden Hilfsschiffe. Aach der Möglichkeit ei.ies Touristenverkehrs in Ruhland während des kommenden Sommers gefragt, erklärte MrS. Haskell, dah Touristen nicht lange dort bleiben würden, wenn man sie auch schon hineinliehe. „3n Moskau," erzählte sie, .wird eine Person, die sich nach Sonnenuntergang noch auf die Ekrähe wagt, einfach vollständig auSgeraubt, und man läuft Gefahr, dah einem die Räuber alles vom Leibe reihen, sogar Kleider und Schuhe. Einer unserer Hilfsarbeiter (ehrte neulich nachts zu feinem Hotel zurück, ba sah er solch einen Nachtwandler, der bis auf die Haut ausgezogen war und sroskschüttelnd und schimpfend durch die Strahen eilte, nachdem er kurz zuvor einen Zusammenftvh mit solchen Räubern gehabt hatte. Die stehlen, was sie nur erwischen können, nichts ist wertlos für sie. 3n den Läden sieht man nur billige deutsche Artikel. Aus dem öffentlichen Markte strömen jedes-, mal die unglücklichen Menschen zusammen und verkaufen, was ihnsst von dem Rest ihrer Habe noch «geblieben ist, nur um ein Paar Eents zu erhalten. 3ch sah einen vom Alter gebeugten Mann, dem man seinen ehemaligen aristokratischen Stand noch anfeben formte; er zog einen kleinen Schlitten hinter sich her; darauf stand ein Kasten mit allerlei Krimskram, wie er wohl einstmals in einem Küchenschvank gestanden haben mag Den schleppte er nun zum Markte, um ihn za verkaufen und feinem entkräfteten Körper etwas Qtabrung zukommen zu Taffen. Cvlonell Haskell's neuester Bericht wird durch feine eigene Frau nach Koblenz übermittelt. Er enthalt die ersten erfreulichen Rauigkeiten, die aus dem hungerleidenden Lande kommen, aus dem er seit einigen Monaten genaue Mitteilungen sendet. Diese letzte Schilderung läht sich in folgende Punkte zusammen fassen: 1. Der Höhepunkt der Hungersnot im Wolga-Tale ist überschritten. 2. Von fetzt ab bessern sich die Verhältnisse in rascher Folge. 3 Abgesehen von unvorhergesehenen Schwierigkeiten werden alle Todesfälle von Hungersnot in einem Monat aufhören. 4. Mr. Hoover hat genügend Rah- rungSmittel auf dem Wege, um nal-eza 10 Millionen Russen zu ernähren, d. h. fünfmal soviel Menschen, wie amerikanische Soldaten in Frankreich waren. 5. Heber das Hoover-Programm hinaus werden keine weiteren Aahrungsmittcl für den Wolga-Distrikt bis zur nächsten Ernte benötigt, um die Hungersnot zu mildem; aber dabei sind die russischen Transportmöglichkeiten bis zum äuhersten in Anspruch genommen. 6. Di: Amerikanische Relief-Administration unter meiner Leitung ist eine organisierte und funktionierende Maschine, die alle Einzelheiten, die beim Verteilen der Rahmngsmittel in Betracht kommen, genau nach dem Hoover - Programm unter sicherster Kontrolle leitet und bestimmt. 7. Die Verantwortlichkeit, auch den letzten Hungerleidenden zu erreichen, liegt direkt bei den Sowjet- Behörden. die die von uns benötigten Transportmittel herbeizuschaffen haben. 8.Die Sowjets strengen sich sehr an, uns in allem gerecht zu werden und sich mit uns auf guten Fuh zu stellen:; und ich glaube, sie werden es auch in Zukunft tun. 9. Heber 100 000 Tonnen Komgetreide sind auf den Schienen von den Häfen nach dem Wolga- Distritt, d. h. genügend Rahrungsmittel. um fünf Millionen Menschen für die nächsten 7 Monate . oder darüber hinaus zu ernähren. Vermischtes. Don Räubern überfallen. Weihwasser. 7. April. (WB.) Gestern nachmittag wurde auf dem Bahnhof Wolfshain der Kassenbote der Vereinigten Lausitzer Glas- werke, Oesterreich, der In Begleitung des 3n- genieurs Eben mit dem Zuge au« Weihwasser angekommen war und eine nur 500 Meter entfernt stehende Lokomotive besteigen wollte, um Lohngehältei nach der Hütte in Tschernitz za bringen, von vier (Räubern überfallen. Die Räuber streckten den Kassenboten burd) Re- volrerschüsse nieder, entrissen ihm die Geldtasche und flüchteten in eine Schonung Wolfshain ist em belebter Bahnhof. Die Räuber wurden so- fort energisch verfolgt. Dabei wurde der Hilfsförster Moser, Baler von vier Kindern, von den Räubern erschossen. Einer der Verbrecher, welcher angeschossen wurde, machte feinem Leben durch einen Kopfschutz selbst ein Ende Zwei weitere wurden gefangen und der vierte ist entkommen. Oesterreich ist am Donnerstag abend seinen schweren Verletzungen erlegen. — Der Räuber, der sich in der Schonung bei Wolfshain erschotz, ist der Stratzenräuber Schulz aus Forst, ars dessen Ergreifung eine hohe Belohnung ausgesetzt ist. Er war an dem Heberfall aus den Kassen bot :n in Forst vor einigen Monaten beteiligt, b?r ebenfalls am hellichten Tage ausgesühit wurde. Turnen, Sport und Spiel. - Die 32. 3nternationale Ruder- Regatta in Mainz wird vorn Mainzer Ru- der-Vercin für den 10. und 11. Huni ausgeschrie- fcn Am ersten Tage werdet 10. am ?.w nten Tage 12 Rennen abgehatten. Rhein-Vierer. Zweier ohne Steuer. Gastvierer und Erster Vierer ohne Steuer sind die Hauptrennen am Samstag, uno am Sonntag beben sich der Grotzherzogs Vierer der Atak-emische Vierer, der Einer Rheinpokal und der Erste Achter vom PiDgramm ab. Meldeschluss ist am 26. Mai bei Zustizrat Dr. Friedmann. Clllab.Ladwigstratze 1. — DieXl.DeulscheMeisterschafts- Ruderregatta ift jetzt endgültig vom Mofel- und Saar-Regatta-Verband in Trier übernommen worden. Als Termin ist schon seit langem der 13. August festgesetzt worden. Der neueste Stand der Hungersnot in Ruhland. Die Desundung der Derhälttiisse. Die Tageszeitung für die amerikanischen Be- ; fahungstruppen, ,The Amarvc 'RewS". veroffent- , licht in ihrer Ausgabe vom 6. April einen Bericht deS Vorstandes der amerikanischen Hnterstuyungs- j aftion über die Hungersnot in Ruhland. Wir , geben nachfolgend eine Heberfehung des Artikels, : per die Lage im Hungergebiet auf Grund ge- naueftcr 3nformation von absolut authentischer , Seite schildert, wieder: Der Höhepunkt der russischen Hungersnot in dem Wolga-Tale ist überschritten, und. wenn man unvorhergesehene Schwierigkeiten nicht in Betracht zieht, werden innerhalb eines Monats alle Todesfälle durch 'Verhungern in dem Wolga- Tale aufbören Diese Rachrichten, die ersten von überzeugend optimistischer Qiatur, die seit mehr als vier fahren zum ersten Male wieder aus Ruhland herüberkommen. werden durch Frau Haskell, die Frau des Leiters der amerikanischen Relief- Administration, Herrn Oberst William Haskell, die soeben von einer Reise durch das Hungergebiet nach Koblenz zurückgekehrt ist, überbracht. „Sie Krisis ist überwunden", so sagt Mrs. 5)askell, „aber das bedeutet noch lange nicht, dah • ic Leiden der Bevölkerung nicht Immer noch sehr grob sind. Die amerikanische Hilfsadministration tonn jetzt in dem ganzen Hungerdistrikt dem Verhungern vorbeugen, aber trohhem wird es dort noch Millionen von unterernährten Menschen geben; Bauern, die fast nichts anzuziehen haben und die sich immer noch auf Monate hinaus in einem Kampf auf Leben und Tod befinden. MrS. Haskell gab schlicht ihre Eindrücke wieder und vermied es, ein besonders sorgenvolles Bild zu malen von Sem gewaltigen Elend der Bevölkerung Ruhkands in dem Wolga-Distrikt. Sie erzählte auch von einem alten Bavern. der zu ihr kam und sagte, er habe einen Sohn in Amerika, der ihm eine Rahrungsmittelanweisung Ssenden konnte. Der Alte präsentierte nun diese nmeifung bei den Hilssbeamten ohne grobe Hoffnung, dah ihm für diesen magischen Zettel auS Almerika etwas zu essen gegeben werden könnte Als ihm jetzt die Beamten das Paket mit den Rahrungsmitteln übergaben, wurde er ohnmächtig. „Den grauenvollen Anblick und die schreck- lfchen Vorkommnisse in dem Tale kann man kaum wiedergeben." fuhr Mrs. Haskell. die Frau des Direktors der A. R. A. fort, „Kannibalismus herrscht ohne allen Zweifel." „Während des Winters, als die Häfen des Schwarzen Meeres und der Ostsee fest zugefroren waren, konnten unsere Hilfsschi'ffe nicht landen und ihre rettende Rah- rung löschen. Das waren schlimme Tage für die Administration; die Rot war ja so grob und die Llahrung war so nahe, aber nicht einmal ein ■ Eisbrecher war in der Lage, einen Weg für die von Amerika kommenden Schiffe zu bahnen. AIS bann das Eis brach, da herrschte wieder die Rot- Wendigkeit für Saatweizen vor, der sich ebenfalls in den Häsen befand." »Wenn wir den Saat- weizen nicht erst nach dem Wolga-Distrikt senden, steht uns ein weiteres Hahr der Hungersnot bevor," sagten die Sowjetbeamten zu Colonel Haskell. „Hnb wenn wir den Saatweizen zuerst verteilen, dann wird er von den hungernden Bauern als Brotgetreide ausgegessen," sagte daraufhin Colonel Haskell. Man einigte sich schließlich in der Weise, dah das Rahrungs- getreibe zuerst abgesandt wurde. Ratürlich wird nun die Ernte dieses Hahr erst spät einkommen können, entsprechend der späteren Aussaat. Sogar die Witterung schien sich manchmal gegen diese unglücklichen Leute verschworen zu haben; denn das Wetter war oft fürchterlich. Mrs. Haskell verneinte alle Gerüchte, die In den Vereinigten Staaten verbreitet werden, daß nämlich die Sowjetbeamten das Hilfswerk gehindert hätten. .Die Sowjetregierung." sagte sie. )ch suche eine H—9-3im. $Bobn. im Tauftch in nutet Lage. Tie Minimer brauchen nicht in einer Etage zu liegen. Geboten wird eine schöne 5-Zim.- Wobn. mit allem Zubehör. Diskrete Vermittlung erwünscht. Schriftl. Angeb. u. 03462 a. G. An» [Stellenangebote | MM mit ca. 1OOO Mk. für neuartigen Artikel der Landwirtschaft ee*. Offerten mit genauen Angaben an Max Hahn Akt-Ges., Eerlin SW.68 WM auS guter Familie gef. Wilhelm Moeser laöohoarengro&fianölg. Gießen SelterSweg 38. "»< Für meine Buchbinderei suche einen , Lehrling gegen steig. Bergüt. Fall Richter, BiSmarckstratzei). Lehrling sucht? Fa. Otta Scheel, Gießen, SeUcraw. 3!».-Goetbestr. Zu (Mein suchen wir einen Lehrling möglichst m.Prima-stleife. 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Sctrre 'Jkirtct habe schon im Ausschutz darauf bin gewiesen, datz die Regierung seinerzeit über 300 Offiziere und Unteroffiziere mehr eingestellt hat, als nach dem Frie- densvertrag zulässig war, mit der Begründung, datz es sich um Beamte handle. Reichswehrminister Gehler: Gerade dadurch, datz wir die im Versailler Vertrag fest- gesetzten Termine genau innehalten muhten, sind wir in diese Verlegenheit gekommen. Der Fric- densverlrag bestimmt nur, datz wir 10 Prozent der früheren Beamten haben dürfen, aber nichi, dah ein Teil davon auf die Offiziere angerechnet wird. Uebrigens haben die Offiziere einen Rechtsanspruch auf Auszahlung ihrer Bezüge für die Dauer von 12 Jahren. Das Gesetz wird angenommen, ebenso in dritter Lesung. Bei Beratung des Gesetzentwurfes über Aen- derung der Reichsversicherungsordnung stellt Abg. Frau Behm iDtschntl.) mit Genugtuung fest, datz alle Parteien ohne Ausnahme sich für die Einbeziehung der Heimarbeiterinnen in die Invaliden- und Unfall-Versicherung ausgesprochen haben. Der Gesetzentwurf wird deshalb in zweiter und dritter Beratung angenommen. Präsident Lobe spricht seine Freude über die emstimm- »u nun nicht mehr von dem ihrigen die Rede war. „O, jetzt weih ich, was Malwine fehlt!" rief Frau Bonis vergnügt. „Gib mir die Schere, Ellen, ich will e3 ihr besorgen." älnd sie ging auf ihren Mcmn zu, der soeben ins Zimmer trat. „Steh einen Augenblick still," bat sie. and als er sie erstaunt ansah, lächelte sie und sagte: „Ich mäd>te nur ein Löckchen von deinem Haar, Jens. Es ist zwar ein wenig grau geworden, aber es ist sehr hübsch." „Was hat das zu bedeuten?" fragte ver Hauptmann, aber nienianöt frörte auf ihn, so beschäftigt waren nun alle, Malwine zu helfen, dt: zwei Haarlöckchen in das Heine goldene Medaillon zu tun, das sie mitgebracht hatte. „Aber Malwine, das ist ja das Heine Medaillon, das wir deinem Jungen als Taufgeschenk gegeben haben!" rief Frau Inger gerührt. „Das ist wirllich ein schöner Gedanke von dir." „Gefällt er dir, liebste 3nger?" fragte Mal- Wine und strahlt: dabei vor Freude. .Gefälll er dir wirllich? Ja, lieber Orla, dieses Medaillon haben deine Ellern meinem Söhnchen ge- schenll — meinem lieben Söhnchen, das — nun — wir wollen heute nicht davon reden — heute ist dein Festtag. Orla — aber da sieh, auf der einen Seite steht der Ramenszug deiner Eltern, die andre war leer — da sollte ja der Rame meines Engelchens hrnkommen, aber, verzeih, Inger — wir sind nie dazu gekommen, ihn eingravieren -u lassen — nie — nie. Zu fo etwas kommt man ja nie, und nun war es gut, dah es nicht geschehen war, denn nun steht da .Orla*. ilrtb wenn du das alte Medaillon an- siehst, mein Junge, so denke an deine lieben Eltern, deren Haar darinnen ist — Eltern können einem durch nichts erseht werden, Orla — durch nichts — durch gar nichts — und wenn du auch mir hin und wieder einen kleinen.— einen ganz kleinen Gedanken schenkst, bann bm ich schon zufrieden." ^Jch tonn dir gar nicht sagen, tote sehr ich mich über dieses Geschenk freue.“ flüsterte Orla gerührt und drückte ihr toarm die Hand. Dann wurde zu Tisch gegangen, und das Mittagessen verlief auf die beste Weife. Orla bekam noch einmal seine Leibspeisen; er faß zwischen seinen Eltern, und Vater und Mutter, die beide mehr bewegt waren, als sie gerne zeigen mochten, sagten ihm noch schöne und gute Worte. Base Malwine weinte, so oft sich nur die geringste Gelegenheit dazu bot, und Ellen, die sehr gerne Eis aß, verzehrte einen Teller voll nach dem andern, um ihren Kummer zu verstecken, während Tante Rora ihr immer wieder oer- fünbetc sie werde todkrank werden von dem „falten'Zeug". Bei ihr zu Hause habe es bei feierlichen Gelegenheiten immer Zwetschenkuchen gegeben; der sei gesund für jedermann, denn davon esse man ja nicht so viel, dah man sich den Magen verderbe. Die Mahlzeit zog sich in die Länge, daß gleich nach dem Kaffee aufgebrochen werden mußte. Frau Dorris war einerseits froh barüber. baß alles so schnell ging, weil sie bie Entdeckung gemacht hatte, daß ihr Mann ganz 'ungewöhnlich müde aussah. Während sie auf dem Schiff standen, griff er plötzlich nach dem ^rm seiner Frau, und Orla, der dies sah, beugte sich vor und fragte: „Ist dir nicht gut, Vater?" „Mir ist nur ein wenig schwindlig," erwiderte der Hauptmann mit einem schwachen Versuch zu lächeln. „Tu solltest einen Arzt befragen,“ meinte Orla „Ja, daS will ich tun. mein Junge," sagte der Hauptmann und lächelte seinem Sohne zu; und Orla hatte plötzlich den Eindruck, es fei dies ein sonderbar kummervolles Lächeln. „Denke daran, Mutter, daß man auch nach Buenos Aires telegraphieren tonn," sagte er und legte die Hand auf den Arm feiner Mutter, um feinen Worten noch mehr Rachdruck zu geben. Frau Dorris nickte, und der Hauptmann ergriff zum letztenmal bie Hand seines Sohnes. ..Vergiß beine Mutter nicht — schreib ihr — denke daran!" „Gott segne dich!" flüsterte Frau Dorris und küßte ihren Sohn, während ihr die Tränen über die Wangen rollten. Lind'dann ging Orla von Arm zu Arm, dis das Zeichen zur Abfahrt ertönte. Äir. Letzter Härchedruck, ein letzter Kuß, bann gingen jcine Sieben an Lanb zurück, unb bas Schiff fetzte sich in Bewegung. Der Hauptmann und seine Fra-u blieben stehen und schauten ihm nach, solange sie Orlas schlanke junge Gestalt noch zu unterschei- ben vermochten. Frau Inger fühlte wohl, daß bie Hand ihres Mannes schwer auf ihrem Arme ruhte, aber sie rührte sich nicht, und keines von beiden sprach ein Wort. Beide starrten dem Schiffe nach, das ihnen ihren Jgngen entführte — ihren Erstgeborenen — für lange Zeit. Wieviele stolze Träume waren nicht zerstört worden, ehe es so weit gekommen war, denn so hatten fie sich seine Zukunft nicht ausgemalt. Strahlend schön und hell hatten sie sich diese Zukunft gedacht mb nicht anders gemeint, als den Sohn immer in ihrer Rähe zu haben, daß sie sich seiner freuen könnten. Ein wenig wie eine Bankrotterklärung war es ihnen jederzeit erschienen, tixnrn die Söhne andrer Eltern „hinausgeschickt" wurden, und irin standen sie selbst an dieser Stelle and winkten ihrem Aeltesten nach der hinauszog ms Ungewisse, ohne andern Reichtum als seine Jugenb und seine glänzenden Hoffnungen. Ter Dampfer war nur noch ein kleiner schwarzer Punkt in der Ferne, als flch Frau Inger auftichtete unb vorschlug, sie wollten nach Hause gehen. Rora fing an, laut von einer Tafle warmen Tees zu reden, aber Malwine schaffte diese Frage sofort aus der Welt mit der Erklärung, es gebe etwas, das „Takt" heiße, „Takt", und die Familie müfle jetzt sich selbst unb ihren Gefühlen überlassen bleiben. (Fortsetzung folgt) Aus -em Amtsverkün-igungSblatt. " Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 48 vom Z. April enthält: Verordnung, betr. die Abwehr und Hnterbrückung der ansteckenden "Blutarmut der Pferde. — Hmlagegetreide: hier: Ablieferung der Rest menge. — Maßnahmen zur Sicherung der Fleischdersorgung in der Heber«- gangszcit nach Aufhebung der Zwangswirtschaft; hier: Ausübung des Viehhandels. — Warnung der Pveisprüfungsstelle für Oberhessen. — För» kderung des Wohnungsbaues. — Feuerlöschwesen. — Einseirdung der Kreisabdeckereiverzeichnisse. — Dienstnachrichten. Warnung der P r e i s P rü f u n g s » stelle für die Provinz Oberhessen. 3n der letzten Zeit mehren sich bei der Preisprüfungsstelle Oberhefsen die Anzeigen wegen Wucher auf dem Gebiet des Futtermittelhandels sowie des Handels mit Getreide, Mehl und Kartoffeln rn erschreckender Weise. Es liegen eine ganze Reihe von Anzeigen vor, bei denen Heberforderungen von 100 Prozent und mehr vorgekomrnen sind. — Die Preisprüfungsstelle Oberhessen sieht sich hierdurch genötigt, unter Bezugnahme auf die Verordnung gegen Preistreiberei vom 8. Mai 1918 den Handel der Provinz sowie die Verbraucher zu warnen, wobei ausdrücklich darauf hingewiesen sei, daß als normaler Zwischenverdienst beim Handel mit Futtermitteln sowie mit Getreide und Kartoffeln eine Verdienst spanne von 20 Prozent für den Klein- und von 15 Prozent für den Großhandel vom Einkaufspreis zu gelten toben. Weiterhin wird darauf hingewiesen, daß Preiserhöhungen für bereits auf Lager befindliche Produkte mit Rücksicht auf die starken Steigerungen der Marktpreise nur bis zur Höhe von 30 Prozent des Einkaufspreises als zulässig zu gelten haben. Die Preisprüfungsstelle Oberhessen wird bei ihren Gutachten für die Gerichtsbehörde und die Verwaltungsbehörde diese hier ausgestellten Rormalsätzr unter allen Hmständen zur Anwendung bringen und jede Heberschreitung als Wucher unö" Ausbeutung der Bevölkerung zur gerichtlichen Verfolgung weitergeben. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 9. April. Palmarum. Landes-Buß-- und Bettag. Kollekte für evangelische Gemeinden tn der Diaspora. 3n der Stadtkirche. Vorm. 91/2 Hhr: Pfr. Becker. 11: Kinderkirchr f. d. Markusgem.: Pfr. Decker. Abds. 6: Pfr. Mahr. 3n der 3 0 h 0 n n e s k t r ch e. Vorm. 9iA Hhr, zu gl. Militärgot esdienst: Pfr. Ausfeld. Deichte u. Feier d. hl. Aveirdm. s. d. Militärgem. 11c/,: Kinderticche ]. d. Hohannesgem.: Pfr. Aasfeld. Abds. 6: Pfr. Dechlolsheimer. Deichte u. Feier d. hl. Abendm. f. Lakus- u. Zohannesgem. Gründonnerstag, den 13. April. 3n der Stadtkirche. Abds. 6: Deichte u. Feier d. hl. Abeirdm. f. Matthäus- u. Mark ls° gern.: Pfr. Decker. 3n der Zohanneskirche. Vorm. 9V2 Hhr: Vorstellung u. Prüfung d. Konfirmanden a. d. Hohannesgem.: Pfr. Ausfeld. Abds. Z3/4: Pfr. Ausseld. Deichte u. Feier d. hl. 2lbendm. f. Lukas- u. Hohannevgemeinde. Karfreitag, den 14. April. 3n der Stadtkirche. Vorm. 9i/2 Hhr: Pfr. Mahr: Deichte u. Feier d. hl. Abendm. f. Matthäus- u. Markusgem. IN/,: Kinderkirche f. Matthäus- u. Markusgem. gemeinsam. Pfr. Mahr. Abds. 6: Pfr. Decker. 3n der 3 0 h a n n e s k i r ch e. Vorm. 9c/2:Pfr Dechtolsheimer. Deichte u. Feier d. hl. Abendm. f. Lukas- u. 3ohannesgem. 11' 4: Kinderkirche f. d. Lulasgem.: Pfr. Dechtolsheimer. Abds. 6: Liturgischer Gottesdienst: Pfr. Ausfeld. Wieseck: Samstag, 8. April, abds. 7 Hhr: Meisterbilder-Andacht (Schülerfeier). — Sonntag, 9. April, vorm. 93/<: Hauptgottesdienst. 11: Kinderkirche. RaHm. 1 y2: Gottesdienst. Opfer f. d. hessische Diaspora. Abds. 8: Meisterbilder-Andacht. — Gründonnerstag, vorm. 9: Deichte. — Karfreitag, vorm. 9y2: Gottesdienst (Mädchenchor). 3m Anschluß Feier d. hl. Abendm. Opfer f. d. Syrische Waisenhaus in Jerusalem, Palmarum, 9. Ap il. Landes-Buß- und Betrag. Vorm. 10: Kirchberg. Kollekte. Rachm. ly»: Kirchberg. Kollekte. Rachm. ll/2: Dau- bringen. — Gründonnerstag, 13. April. Vormittags 10: Kirchberg. Passions-Kindergottes« dienst. Kollekte L d. syrische Waisenhaus. — Karfreitag, 14. April. Vorm. 10: Kirchberg. Vorm. 10. Lollar. Hl. Abendm. f. d. alten Gemeindeglieder. Katholische Gemeinde. Samstag, den 8. April. Rachm. 5 u. abds. 8 Hhr: Gelegenh. z. hl. Deichte. — Sonntag, den 9. April. Palmsonntag. BeginnderMis- Behördliche Anzeigen Bekanntmachung» Infolge Erhöhung der Zechenpreise und Frachtsätze für Kohlen und Koks sind die Höchstpreise durch Beschluß der städtischen Brennstoffdeputation vom 7. April 1922 auf Grund der Vorschriften des § 117 der Ausführungsbestimmungen zum Gesetz über Regelung der Kohlenwirtschaft vom 23. März 1919 mit Wirkung vom 10. April d. I. wie folgt festgesetzt: Fettstückkohlen.....71.25 Mk. f. d. Ztr. Fettnußkohlen..... 72.55 „ „ . Fettkohlen, mel...... 62.90 „ „ Eßnußkohlen...... 78.25 „ w Anthrazit.......87.15 „ „ Eiform- u. Steinkohlenbriketts 79.75 „ „ Braunkohlenbriketts . . . 40.85 „ „ Zechenkoks, grob .... 81.15 „ „ Zechenkoks, Ruß .... 89.60 „ „ Vorstehende Preise verstehen sich in Fuhren ab Eisenbahnwagen bis vor das Haus des Käufers oder frei Lagerplatz des Kohlenhändlers für den Zentner einschl. Warenumsatzsteuer. Zuschläge dürfen erhoben werden für den Zentner: 1. Für das Einwerfen des Brennstoffes von der Straße in den Keller . . .1.— Mk. ,2. Für das Einträgen des Brennstoffes von der Sttaße in den Keller . . . 1.90 Mk. j3. Bei Lieferung bis zur Höchstmenge von 15 Zentner ab Eisenbahnwagen in den Keller............2.50 Mk. 4. Bei Abholung von dem Lagerplatz des Kohlenhändlers bis zur Höchstmenge von 15 Zentner........1.25 Mk. 5. Bei Lieferung des Kohlenhändlers ab Lagerplatz bis vor das Haus a) für Kohlen.........2.65 Mk. b) für Koks und Briketts .... 3.30 Mk. ß. Bei Lieferung in Säcken oder Körben bis zur Höchstmenge von 15 Zentner ab Lagerplatz des Kohlenhändlers bis in den Keller a) für Kohlen..........4.55 Mk. b) für Koks und Briketts .... 5.15 Mk. Gießen, den 8. April 1922. 35328 Der Oberbürgermeister. , • 3. D.. l)r. Seid, Beigeordneter._________ Bekanntmachung. Aus den Waldungen der Stadt Gießen, Bezirk bes Försters Arft, Forsthaus Hochwart, und zwar aus den Abteilungen 1, 2, 3, 8, 18, 20, 21, 28, 29, 31, 33. 80, 81, 83, 84, 95a, 97, 122 sollen am Mittwoch, den 12. April 1922, vorm. 97, Uhr "beginnend, versteigert werden: 12,7 Rm. Buchenscheit 14 „ Eichenscheit 4,4 „ Kiefernscheit 0,8 „ Fichtenscheit 26 „ Duchenknüppel 24 „ Eichenknüppel 0,7 „ Aspenknüppel 3,6 „ Kiefernknüppel 31,5 „ Fichtenknüppel 189 „ Buchenreiser 68,5 „ Eichenreiser 2 „ Duchenstöcke 16,3 „ Eichenstöcke 71,8 „ Fichtenstöcke Das Holz in den Abteilungen 1 bis 33 (Fernewald) und soweit es in den übrigen Abteilungen zer- ftteut sitzt, wird nicht vvrgezeigt; vorherige Besichtigung deshalb empfohlen. Zusammenkunft: Licher Straße, 9. (Wann)-Schneise. Gießen, den 7. April 1922. 35628 Der Oberbürgermeister. 3. V.: vr. R 0 s e n b e r g Bekanntmachung^ Im Gießener Stadtwald ist eine Anzahl Kiefern- und Fichten-Bohnenftangen angefallen, die in Mengen von 25 Stück für je einen Haushalt zum Preise von Mk. 40.- an hiesige Einwohner abgegeben werden sollen. Anmeldungen hierzu haben unter Vorlage der Lebensmittelausweiskarte am Montag, den 10. und Dienstag, den 11. ds. Mts. im Stadthaus Bergstraße, Zimmer Nr. 19, während der Dienststunden von 8 bis 1 Uhr vormittags und 3 bis 61/, Uhr nachmittags zu erfolgen. Falls die Anmeldungen den vorhandenen Dorrctt übersteigen, wird Verlosung unter den Anmeldenden stattfinden. 35348 Gießen, den 5. April 1922. Der Oberbürgermeister. 3. V.: vr. R 0 s e n b e r g. Bekanntmachung. Betr. Kohlenmarkenaufruf. Marke 11 wird mit 1 Zentner Kohlen oder Briketts je nach Vorrat und Wahl des Käufers, Marke 12 mit 1 Zentner Kohlen beliefert. Es wird darauf hingewiesen, dah Gas- und Zechenkoks ohne Marken abgegeben werden. Gießen, den 8. April 1922. 35318 Der Oberbürgermeister (Brennstoffamt). Holzsttbmissiou. Aus den Waldungen der Gemeinde Mainzlar soll nachstehend angeführtes Holz auf dem Submisstonsweg verlaust werden. 1. Eichenstämme: 2 Stück 1. Kl., 60 u.mehr cm Durchm., mit 2,64 Fstm. 1 Stück 2. Kl.. 50—59 cm Durchm., mit 1,92 Fstm. 23 Stück 4. Kl., 30—39 cm Durchm., mit 14,29 Fstm. 28 Stück 5. Kl., 25—29 cm Durchm.. mit 12,98 Fstm. 2. Kiefernstämme: 29 Stück 5. Kl. mit 14,90 Fstm. 3. Fichtenstamme: 3 Stück 3. Kl. mit 5,15 Fstm. 14 Stück 4. Kl. mit 15,09 Fstm. 33 Stück 5a. Kl. mit 20,87 Fstm. 82 Stück 5b. Kl. mit 22,13 Fstm. Die Angebote sind getrennt nach Sorttment und Klaffen, da keine Zusammenrechnung statt- findet, pro Festmeter bis zum Montag, den 10. April I. Fs., nachmittags 4 Hhr, mit der Aufschrift „Holzsubmission" an unterzeichnete Dürgermeisierei einzureichen, wo alsdann die Eröffnung der Angebote erfolgt. Die Gemeinde behält stch die Genehmigung, bezüglich auf jede Klaffe sowie auch im ganzen, vor. Rähere De- dingungen über fragl. Holzverkauf werden im Eröffnungstermin bekanntgegeben. Mainzlar, den 4. April 1922. Bürgermeisterei Mainzlar. ________________Vogel.___________3386D Arbeitsvergebung. Für die Gemeinde Allendorf an der Lumda sollen nachstehende Arbeiten und Lieferungen vergeben werden: veranschlagt zu 1. Verschleifungsarbeiten..... 2 900 Mk. 2. Chaussierungsarbeiten ..... 26 485 „ 3. Pflasterarbetten....... 7 840 „ 4. Wasserleitungs- und Kanalarbeiten 8 244 „ 5. Liefern von Wasserleitungsröhren, 50 mm und Formstücke .... 21 420 „ 6. Liefern von Pflastersteinen . . . 22 500 „ 7. „ „ Chaussee-Schotter . . 3 650 „ 8. „ „ Zementröhren, 30 cm Durchmesser........ 5 040 „ Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei in Allendorf a. d. Lda. zur Einsicht offen. Angebote sind verschlossen, postftei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Mittwoch, den 19. April, vormittags 11 Uhr, auf Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. einzureichen, wo die Eröffnung der Angebote in Gegenwart erschienener Dieter stattfindet. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Allendorf a. d. Lda., den 3. April 1922. Hessische Bürgermeisterei Allendorf a.d.Lda. ______________________Rein.______________[3521B Lieferung von Baumaterial. Auf Grund des Ministerialerlaffes vom 16. Juni 1893 und dessen Ergänzungen und vorbehaltlich der ministeriellen Genehmigung soll die Lieferung nachbenannter Baumaterialien für die Erbauung eines Physiologischen Instituts sowie für die Frauenklinik in (Dieben durch öffentlichen Wettbewerb vergeben werden: 700 cbm Bruchsteine, 105000 Backsteine (Maschinensteine), bzw. Zement- oder Schlackenpreßsteine, 70 m Tonrohre. Angebotsvordrucke werden auf unserem Amte, Stephansttaße 18, zu den Herstellungskosten abgegeben. Angebots mit entsprechender Aufschrift sind bis zum 20. April, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen, wo sie in Gegenwart erschienener Bewerber geöffnet werden. Iuschlagsfrist: 4 Wochen. Gießen, den 8. April 1922. Hessisches Hochbauamt Gießen. I. D.: Kuhlmann. (3553 M-UttMO-Wlelgemg Dienstag, den 11. April l. Is., soll in den Waldungen der Gemeinde Alten-Buseck nachver- zeichnetes Dau- und Nutzholz versteigert werden: 1. Eichenstämme 3. Kl. 1 Stck. mit 0,83 Fstm. Inh. 11 4. „ n 5. „ „ 6. „ 2. Eschenstämme 6. „ 3. Aspenstämme 4. „ 4. Eichenverbstangen 5. Eschen- „ 6. Fichten. „ 1. Kl. 58 Z 4^40 " 7. „ , 2. Kl. 314 „ „ 9,96 „ 8. Reis- 415 „ „ 2,96 „ „ Zusammenkunft vormittags 9 Uhr im Distrikt Seewald am Jagdhaus. 3533 ß 5,71 11,17 11,62 0,29 0,60 1,14 12 31 72 3 1 38 18 Alten-Duseck, am 7. April 1922. Bürgermeisterei Alten-Auleck. Weitere Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. B. wurde bezüglich der Firma Rinn & Cloos, Aktiengesellschaft, Heuchelheim, am 30. März 1922 eingetragen: Dr. jur. Karl Dönges in Gießen ist zum Mitgliede des Vorstandes bestellt. Gießen, den 4. April 1922. [35198 ______________Hessisches Amtsgericht.______________ KmlMige Versteigerung. Montag, den 10. April I. Js., nachnr. 2 Uhr, versteigere ich in meinem Dersteigerungslokal, Rosen- gasse 2, öffentlich freiwillig gegen Barzahlung: Einen leichten Oekonomiewagen mit Ernteleitern, 1 Zauche- faß mit Verteiler, gut erhalten, mehrere Pflüge, darunter einen Selbstgänger, 1 Schleifstein für Mähmaschinen, 1 Dickwurzmühle, 1 Fegmühle, Kartoffeldämpfer, Zugketten usw., ferner 1 emaillierten Waschkessel, Kinderspor wagen, Notenständer, 1 großes Topfbrett, 1 Waffeleisen, 2 Wagensitzpolster, 2 Noll- seile und Rollen und mehrere Lungsteinkrippen. Versteigerung bestimmt. König, 3502O Gerichtsvollzieher,in Grünberg. AohSung! Viel GeSri! I Jetzt oder Nie I verkaufen W Sie Ihre alten auch zerbrochenen ||| 8 Zahngebisse bis 2208 M. 8 i Mns.... Kis 120 M. I Ankauf nur Montag den 10. 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Jünglinge. — Dienstag, 11. April, vorm. 5‘/2: Hl. Messe 6: Predigt. 6-3/4, ?i/2, I3/t: Hl. Messe. Rachm. öl/,: Standesvortrag f. d. Jünglinge. Abds. 8: Standesvortrag f.'d.--M ä n n e r. Kathol. Gottesdienst. 9. April. H u n= gen, vorm. 8 Hhr. — Lich, vorm. 10 und nachm 2 Hhr. VasAlen /2 cbm Wasser fassend. 3541 Heim-. Schmidt IV., Schloffermetster, Heuchelheim. Kaufe tttragcmHttreii- und Inmenkiciiier, Stfjuße, Wüsche, WPkl usw. EllanbethStorkWw. ^keuitadt 22. ICTU [ve rachhid« n es vickwllrz gesunde Ware, abzugeben Belie&M. Grabenstr. 7. Tel. 1313. WerWenU" DicnStag, d. 11. Jlvril, nachmitt. 2 Ubr, versteigere ich Walltor ttraße 44 dahier, auf- traggemäß auf Kosten dessen den eö angeht gegen Barzahlung 38 leere Teerfässer. Versteigerung bestimmt. Junker, Gerichtsvollzieher, 35358 Gießen. Taubere Flickerin (nut außer dem Hause) osm Alicettraßx 19. Hth. v. Schneiderin nimmt noch .llunden an, . r. an sos. Unternehmen hier oder Umgeb, sucht älL, tücht., vertrauensw. Kaufmann. I. 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SWeleÄMS-ZiSs U MM MW MU Unserer werten Kundschaft zur gefälligen Kenntnisnahme, daß wir infolge der außerordentlich gestiegenen Eisen- und Kohlenpreise gezwungen sind, unsere Preise wie folgt festzusetzen: W neues m Mm» Meilenn" ä 651. tt neues imwetes Wien ... .561. tt neues militos »len ... . 151. Gin neues lelies Wien .... 351. Hile Weisen hie We mm neuen UWg tte neue Wolle 101. Aue olle Wolle 51. Für Wagenreparatur und sämtliche Schmiedearbeiten erfolgt ein Aufschlag von 200 Prozent auf die Preisliste von 1920, auch sind alle Preise rückwirkend ab 1. April 1922. 3537 LMMöM Wer SWete-MiM. Lieferant für Gemeinden, Genossenschaften und Prtvaiabnehmer. ®tto Schepp & Lo. Saasen. Teleph.5. Amt Grünberg. fr ------- Trauringe fugenlos 333 — 585 gestempelt in großer Auswahl bei billigster Berechnung. G. Gümblein, Juwelier, 8“TD Bruchstraße 19 II. — Etagengeschäft — -------- 'J Silderkies». Garten Kiese in verschiedenen. Sorten, liefern prompt ab Lager und waggonweise 2708 M 6ebr. 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Daimler....... 4°/0 Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. Vereinsbank 6.4. 77,50 97,25 144,25 88,25 458,- 352,- 324,- 327,50 595,- 491,- 348,- 302,- 337,50 1210,- 1,35 3,55 —,33 Datum: Amstd.-Rotterd. Brüstel-Antw. . Christiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . Helstngfors. . . Italien..... London ..... Reuyork..... Paris...... Schweiz..... Spanien..... Deutsch-Oesterr. Prag...... Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan'..... Rio de Janeiro Datum: Zurich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag.... Stockholm . Wien.... London. . • Paris. . . . Reuyork . . 194.40 L66 0.06 9.75 47.- 22.60 27.07 43.55 0.585 514.60 1.55 0,13 760, 673, 780, 978, 735, 530, 510, 74, 852, 239, Holland. . . Deutschland Wien . . . . Prag Paris London. . Italien . . , Brüssel . . Budapest. Reuyork. . Agram . . Warschau , 1040,- 1099, - 1831,- 1185,- 858,- 1326,50 755,- 690,- 780,50 940,- 740,- 523,50 520,- 74,- 850,- Für die Svzialrentnerfürsorg wilch der Kredit auf 200 000 Mark erhöht. Für die Umbauten im städtischen Hause Schlohgasse 9 werden 5000 Mark bereitgestellt, cbenfo weitere 1000 Mark für den Ankauf einiger Schuppen. — Die Einrichtung einer Ju-- gendwanderherberge im Erdgeschoss dieses Hauses wird von der Versammlung beschlossen und die hierfür entstehenden Kosten in Höhe von 1600 Mark im Jahre und 4000 Mark ein- dem Anziehen der Devisen gegen Ende der "Borie etwas fester. .Die Preise für das Getreide sind gegen die Dorwoch.' infolge des Rachgebens bei Valuta weichend. Die billigeren Preise für das Auslandsgetreide drückten daher auf das In landsgetreide. Rach Futterartikeln war nach wie vor starke Rachfrage. Im allgemeinen ttxircn die Käufer zurückhaltend. Cs wurden loco Mainz je nach Qualität der Waren folgende Preise estgestellt: Weizen 1600—1700, Roggen 1200 bis 1300, Hafer 1250-1450, Braugerste 1550-1600, Futtergerste 1400, Inl. Weizenmehl 00 2500—2700, Weizenmehl mit Auslandsmehl gem. 2450—2600. Inl. Weizenmehl Spez. 0 2400 2500, Amerik. Weizenmehl 2600, Roggenmehl 70 Proz. 1675 bis 1825, Weizenkleie ohne Sack 900 - 980, Roggenkleie ohne Sack 900 - 980, Mais 1200-1350, Maischrot 1250 1375. Futtermehl 1150-1250, 3taL Luzerne 6500 —8000, Provenc Luzerne 8000 bis 8500, Ungar. Luzerne 6500—7500, 3tat. Rotklee 8000—8500, Inl. Rotklee 4000—8500, Deutsche Linsen 2600- -2800, Weihe Dohnen 1300—1450, Viktoria-Erbsen gesch. 1700—1900, Viktoria-Erbsen ungesch. 1500-1600, Burma-Reis 11. 2100—2200, Haferflocken 1800 1900, Graupen 1800—2200. Wiesenheu lose 480—500. Wiesenheu gepresst 560 bis 650, Kleeheu lose 670, Haferstroh 210—260,. Roggenstroh 200- -250. Der Umsturz in Wladiwostok. Moskau, 6. April. (WTD.) Ans Tschita wird gemeldet: Der Umsturz in Wladiwo- st o k ist vollzogen. Merdllow flüchtete zu den Japanern. An der Spitze der neuen Regierung steht Boldhrej. 6558 75 8689,85 581,25 1617,95 1364,25 310,61 2826,45 6042,40 4755,- 4,05 583,25 35,45 108,72 205,70 147,17 4169,- Kurs 7. 4. 77,50 97,20 141,60 88,50 446, - 350,50 320,- 325,- 591,- 490,- 344,- 300,- 335,- 1189,- (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Vorkonferenz der Grossmächte. Paris, 7. April. (WTD.) Es soll nunmehr est stehen, dass die fünf alliierten Groh machte ohne Hinzuziehung der Staaten der Kleinen Entente vor Eröffnung der Konferenz vo>t Genua eine Zusammenkunft haben werden, bei der drei Punkte geprüft werden sollen: 1. Welches sind die Staaten, die der Einladung Folge geleistet haben, die der Oberste Rat in seiner Sitzung beschlossen hat? 2. Welche Antwort haben sie hinsichtlich der Bedingungen erteilt, die gestellt wurden? 3. Was soll unternommen werden, damit diese Bedingungen erfüllt werden? Begründet soll die Ausschliessung der Kleinen Entente damit werden, dass nur die einladenden Mächte an dieser Vorbesprechung teilnehmen sollen. Frankreich habe geglaubt, dem britischen und italienischen Standpunkt diese Konzession machen zu müssen. Neue Phantastereien Pvincar^s. Paris, 7. April. (WTD.) 3n seiner gestrigen Rede in der Kammer sagte Potn- car6 folgendes zur Degründung der 18mona = tigen Dienstzeit: Ich sage, dass wtr gezwungen sind, Rücksicht aus den Geistes- zu st and Deutschlands zu nehmen, wo sich die militärischen Kundgebungen häufen, wo eine Propaganda der Verleumdung und Lüge gegen uns, unsere belgischen Freunde und gegen den Friedensvertrag entfaltet wird. Die Ausführung des Friedensvertrages sicherzustetlen und. unsere Sicherheit zu garantieren, das sind die beiden Punkte, denen sich keine französische Regierung entziehen kann. Ich will nicht die Voraussetzung ins Aage fassen, dass wir eines Tages für b i e Verteidigung unserer Rechte allein st e h e n werden. Wir hoffen wohl, dass der treue Beistand unserer Alliierten niemals fehlen wird, aber die Geschichte und die Geographie zwingen uns zu der gefährlichen Last, auf Vorposten zu stehen. Wenn wir nochmals angegriffen würden, könnten wir dann unsere Mobilisation ohne eine wirkungsvolle Deckung vornehmen, da- mit unser Land nicht nochmals beseht wird? Vergessen wir auch ferner nicht, dass wir auch i m Elsass eine benachbarte Grenze haben, viel schwächer als unsere Grenze im Rorden, bte ebenso auch solide Deckung erfordert. 3 n 15 Jahren i st Deutschland, wie wir hoffen, endgültig entwaffnet. Aber heute ist es das nicht. Z.ml Schluss seiner Rede sagt: Poincare, in diesem Augenblick leiste Deutschland der Reparationskommission Widerstand and suche die Alliierten zi trennen. Diese Haltung beweist uns, dass das Reich seine Riederlage nicht annimmt und seine Unterschrift ableugnet. Ge- stern haben wir im Rheinland ein Dokument beschlagnahmt, bas eine Beleidigung und eine Herausforderung für unsere delgischeri Freunde ist. Ferner wurde deutscherseits eine sogenannte Erklärung der 3 Kriegsverbrecher Bri- and, Lloyd George und Poincars verteilt, die ihr.' Missetaten und ihre Verbrechen eingestehen, nämlich die Verletzung des Friedensvertrages. DaS ist stark! (Der Abgeordnete Andre Fribourg ruft dazwischen: Man hat eine schmähliche Cam pagne gegen die schwarzen Trappen veranstaltet.- Pomcare bemerkt daza: Das ist vollkommen rich tig' Poincarv fordert bann nochmals auf, bet Regierung die Möglichkeit zu geben, so stari ia fein, um eventuell die nötigen Garantien zu nehmen. Der Effektivbestand des französischen Heeres erlaube Frankreich aber nicht, seine Garantien sich zu nehmen. Dieser Effektiv- bestand toürbe vielleicht Deutschland auf den Weg ; der Zurückhaltung bringen. Fragen wir unser Gewissen, erfüllen wir unsere Pflicht und ver- 1 trauen wir uns selbst! Mit diesen Worten schloss Poincare seine Rede. t h e a t e r werden 35 000 Mk. bewilligt. Es folgen einige Mitteilungen, unter die, dass die Staatsregierung sich schlossen hat, ein Drittel des Defizits Stadttheaters zu übernehmen. D.-Luxernb.Bergw.. 1080, Gelsenkirch. Bergw.. 1100 Harpener Bergbau. 1850, Oberschl. Eisenb.-B. 1060, Oberschlcs. Eisenind. 850. Phönir-Bergb.-Akt. 1310, beiführen, vielmehr würden diese aus einem Gartenboden nach mehrjähriger anhaltender Bewirtschaftung sämtlic^n vorhandenen Humus aussaugen und den Boden sandig und durchlässig machen. Leider ist aber guter Stalldünger in kleinen Mengen und in vielen Gegenden überhaupt nicht käuflich zu haben, oder der teure Transport des Düngers in frischem Zustande, macht die Anwendung durch die im Dünger enthaltene Feuchtigkeit (durchschnittlich 70 bis 80 Prozent) unrentabel. Diesem ilebelftanbe abzuhelfen und den Bezug jeder Menge auch für Kieingarlenbesiher zu ermöglichen, wird seit ca. 30 Jahren konzentrierter Rinderdung (gemahlener eiallbung) hergestellt, der alle guten Eigenschaften und Pflanzennährstoffe (Stickstoff, Phos- vhorsäure, Ka.i. Kalk Magnesia) in natürlicher, aber ca. zehnfach verbesserter Beschaffenheit enthält. Er ist lufttrocken und in jedein Gramm sind ca. 3000 lebende Humusbakterien vorhanden, die zur Erzielung und Erhaltung eines Gartenbodens unbedingt erforderlich sind und durch kein künstliches Düngemittel dem Boden zugeführt werden können. 100 Kg. konzentrierter Dünger erseht 1000—1500 Kg. nassen Stalldung vollständig, da jedes Teilchen durch die Zerlleinerung dem Boden nutzbar und von der Pflanze zur Ernährung herangezogen wird. Kurs 6. 4. 77.50 97,- 145,- 86,50 452.-. 362,- 324,- 330,- 504,- 490,- 34.5,— 301,— 337,- Pfund 17—18 Mk. Mainzer Produktenbörse. Main z, 7. April. Die Börse eröffnete ansangs flaueren Devisen ruhiger und wurde 1040 - 1060 - 1115'- 1860'- 1130* 850 - 1350 - 760 - 700 - 780 - 955,- 750 - 525,- 520,- 74,75 855,- 23*,- 194.30 1.62 0.06 9.60 46.87 22.58 26.85 43.55 0.585 514.50 1.65 0,13 120— 160 Mk. bezahlt. — Butter hatte den Preis von 65—68 Mk. für das Pfund. Margarine hatte in den besseren Qualitäten den Preis von 34 bis 2603,25 5556,95 Strafe: 3 Monate Gefängnis wegen Hehlerei. 3n der Rächt zum 23. März 1919 wurde von dem Schlosser Ldw. W. von Kirtorf ein Jagdhaus in der Rähe von Ehringshausen erbrochen. Dem Dieb fielen 2 Kisten mit Wäsche, Weihzeug und Lebensmittel in die Hände. Er wurde heute erst dafür zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt, da er seither flüchtig war. Ein Händler aus Ober-Mörlen hatte unversteuerte ausländische Zigaretten mit gc» älschten Banderolen int besetzten Gebiet aufgekauft und in der Rähe von Dad-Rauheim ab - gesetzt. Abgesehen von der gegen ihn erkannten, nicht unerheblichen Steuerstrafe war er wegen Zuwiderhandlung gegen die Verordnung über die Regelung der Einfuhr und gegen das Tabaksteuer- geseh angeklagt. Aus Rechtsgründen und mangels tatsächlichen Rachweises seiner Verschuldung muhte jedoch seine Freisprechung erfolgen. Der Konsumverein von Frankfurt und Llmgegend hatte durch seine Filiale in Vilbel geräucherte Wurst waren verkaufen lassen: seine Vorstandsmitglieder erhielten deshalb Strafbefehle wegen Verstosses gegen § 14 der Verordnung über die Massnahmen zur Sicherung der Fleischversorgung vom 19. September 1920, da der Verkauf von Wurstwaren genehmigungspflichtig sei. Auf ihren Einspruch erzielten sie in 1. Instanz Freisprechung, da >er § 14 a. a. O. nur den Verkauf von „ Frisch- leisch" von einer Genehmigung abhängig mache. Herunter aber Wurstwaren, namentlich in geräuchertem Zustand Glicht zu rechnen feiern Die Strafkammer nahm denselben Standpunkt ein und wies die Derufung der Staatsanwaltschaft zurück Marknotierungeu. •** Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Sitzung der Stadtverordneten. > Giessen, den 8. April 1922. , Der Sitzungssaal bot gestern insofern ein , neues Bild, als man auf den Plätzen der > Stadtverordneten — auch der weiblichen — fein blank geputzte Aschenbecher angebracht hat. Don nun an kann also gepafft werden. Hofft man auf die versöhnende Wirkung des Tabaks, oder denkt man sich so besser — blauen ' Dunst vvrrnachen zu können? Auf dem Tische der Pressevertreter fehlte die Reuerung, ein.1 UnterlassungSsünde, die hoffentlich Nachtrag, lief) gesühnt wird. — Aus der Tagesordnung ist von allgemeinem Interesse ein Beschluss, nach dem kvir in Zukunft werden noch tiefer als bisher in den Geldbeutel greifen müssen, wenn wir auf der Strassenbahn fahren wollen; dafür bekommen wir von jetzt ab einen Fahrschein überreicht. Anwesend sind Oberbürgermeister Keller. Bürgermeister Krenzien. die Beigeordneten und 32 Stadtverordnete. Als 1. Punkt steht auf der Tagesordnung die Anpassung der Gehälter der städtischen Beamten und Angestellten an die Reuregelung der Besoldungen der Reichs- und Staatsbeamten, die in der vom Finanzausschuss vorgeschlagenen Form von der Derscunm- litng genehmigt wird. Einem Teil der Beamten in den unteren Gehaltsklassen — wird ein Vorschuss von 1000 Mark für Verheiratete und 800 Mark für tinüerheiratete bewilligt. Der Zuschuss zur Gewerbeschule loirb gemäss dem vorliegenden Anträge des 5v nanzausschusses in Höhe von 12 250 Mark für bas Rechnungsjahr 1921 bewilligt. Dem Vogelsberger Höhenklub wird ein Jahresbeittag von 500 Mark zur Jnstand- ixiltung ber Wegebezeichnungen in der Umgegend Giessens ausgesetzt. Verschiedenen Baugesuchendes Friedrich Lyncker für Ludwigstrahe 16, der Firma Lamm h. Co. für ihr Grundstück am Aulweg, der Firma Gg. Phil. Gail A G. und des K. Schneider für Schiffenberger Weg 61. erteilt die Versammlung 4hre Zustimmung. Für die Erbauung von Häusern durch den Eisenbahner-HeimstäUen- verein wird ein Vorschuss von 200 000 Mark genehmigt. Die Kredite für d i e Reinigungsarbeiten in den Stadthäusern usw. werden erweitert. Die Beträge für die Wohnungsbauabgabe toerben für das letzte Quartal 1921 •auf 10 Pfennig für den Staat und 50 Pfennigs für die Stadt, gerechnet auf je 100 Mark Drand- versicherungssumme. festgesetzt. Dem öelonomen Go ttmann soll von dem Deck geld für die Du llenhal tun g, das •auf 50 Mark erhöht werden soll, die Hälfte über- lassen toerben. Da die Verwaltung der städtischen Strassenbahn mtt. einem Des iz i t von über 1 Million Mark wird rechnen müssen, soll der Fahrpreis erhöht werden und .-.war auf 1,50 Mark für eine volle Fahrt, während der bisherige Preis von 1 Mark für eine Teilstrecke von 9 Haltestellen gelten soll. Es sollen weiterhin statt der bis- i'crigen Kastenzahlung Fahrscheine eingeführt werden. 12 solcher Fahrscheine (je 6 für eine volle und 6 für eine Teilfahrt) in einem Hefte vereinigt, sollen 12,50 Mark kosten, die Monatskarten 70 Mark, wobei eine Ermässigung für die städtischen Beamten und Arbeiter auf 35 Mark vorgescHen ist. Die Versammlung stimmt ben Erhöhungen in der vvrgeschlagenen Form zu. Die Dettiebsdeputativn wird ermächtigt, in Zu- tunft die Fahrpreise für die Strassenbahn fest- zusetzen. Die Zuständigkeit der Direktoren ber städtischen Werke bei Einkauf und Verkauf von Materialien wird vvrschlagsgemäh festgelegt. Für die Beschaffung verschiedener ©egen» stände für die Dez irkss chule werden 1425 Mark bewilligt. Ein Gesuch der Lehrer an den Kinderhorten um Erhöhung ihrer Vergütung au 15 Mark für die Stunde wird dem Finanzausschuss überwiesen. 3n die Deputat ion für die Rent- nerfürsvrge wird an Stelle des Stadtv. Dr. Ebel, der abgelehnt hat. der Stadtv. Stimmer entsandt. 6.4. 1,66 0,86 1,55 17,20 1,25 6586,25 8110,15 582,75 1622,05 1367,75 311,39 2833,55 6657,60 4767,- 4,09 584,75 35,55 109,02 206,J0 147,57 4181,- Fr. 31. Kr. Kr. Kr. Kr. Sh. Fr. r Mk. — Kr. — Kr. — Fr. = £ --- L. = Fr. --- Kr. = r = 7.4. 77,50 97.10 142,— 9175 455 - 358 - 318- 326 - 585,- 488 - 339 — 301 - 33»,- 11735,30 11764,70 11535,5511564,45 2616,70 2623,30 2596,75 ------ 5637,96 5652.10 F""' wobei sich das Fnteresse namentlich ober- schlesischen Papieren unter Bevorzugung von Oberbedarf sowie deutschen Kaliaktien zuwandte. Am Einheitskursmarkt scheint die Realisationslust zu überwiegen. Heimische festverzinsliche Werte waren allgemein behauptet. Reichsanleihen schwächer. Konsols weiter anziehend. Auslands- tonten wenig verändert. Besonderes Interesse war für Rumänien von 1890 erkennbar. Frankfurt a. M., 7. April. Börsen - stimmungsbild. Die Börse stand im Zeichen einer lustlosen Haltung. Die Umsätze waren gc^ ring, und es fehlte auch heute an Aufnahmeneigung. Die grössere Zurückhaltung wird dem näherkommenden Termin der Genueser Konferenz zur Last gelegt. Der Devisenmarkt lag ebenfalls recht unsicher. Der Dollar wurde mit 303 — 296 — 299 — 301 genannt. 3m freien Verkehr konnten nur einige Spezialpapiere regere 2lach- frage aufweisen. Deutsche Petroleum lagen schwä- cher 2050; Rhenania 1000 ; 3nag 540; Julius Sichel 695. Am Montanaltienmarkt waren die Kursabschläge der führenden Werte bescheiden. Gelsenkirchener und Oberbedarf etwas erholt. Auch chemische und Elektrizitätsaktien hatten eine uneinheitliche Preisbewegung. Anilinwerte waren vorwiegend gebessert; Valutapapiere aber uneinheitlich. Die Geschäftstätigkeit erfuhr im Verlaufe mangels jeglicher Anregung keine Belebung. Die Tendenz blieb bis zum Schluss schwach. Pri- vatdiskont 41/2 Prozent. Frankfurt a M., 8. April. Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluss- Schluss- Schluss- Schluss- Berliner Devisenmarkt. Geld Dries Geld Landwirtschaft. Die Bedeutung des Stalldüngers für den Gartenbau. Stalldünger ist für jeben Gärtner und Klein- aartenbesiher, der fein Land rationell bewirtschaften will, unentbehrlich, weil nur dieser im= fianbe ist, ben Boden für den Gartenbau durch feine Humusbilbung und Zuführung von Rähr- Uoffen in natürlicher Form geeignet zu machen. Tiefe Beschaffenheit eines guten Gartenlandes lässt sich durch kein künstlich^ Düngemittel her- Aandel. Zur Lage in der Zigarrenindustrie. Aus Fachkreisen der Zigarrenindustrie wird uns geschrieben: Der in Rr. 82 des „Giessener Anzeiger" veröffentlichte Handelskammerbericht hat in weiteren Kreisen der heimischen Zigarrenindustrie einiges Befremden erregt So sehr die ungeheuerliche teuerliche Belastung und die hierdurch der Industrie entstandenen Rachteile bellagt werden müssen, so dürfte doch die Schilderung (.über die „trostlose" Lage der Zigarrenindustrie als recht einseitig bezeichnet werden. Es besteht allerdings gerade in Giessen die Tatsache, dass eine Anzahl früher sehr bedeutender Firmen der Zi- garrenbrcmche ihre Betriebe wesentlich verlleinert haben und heute nicht mehr im entferntesten die Stellung innerhalb der deutschen Zigarrenindustrie einnehmen, die sie in früheren Jahren behaupteten. Dagegen fehlt es nicht an erfreulichen Gegenbeispielen, die beweisen, dass auch in der jetzigen schwierigen Zeit eine günstige Entwicklung einzelner 'Betriebe durchaus möglich ist. Wir haben gerade in Giessen während des Berichtsjahres erlebt wie eine allangesehene Firma der Zigarrenindustrie sich in sehr beträchtlicher Weise vergröhert hat, wir haben auch mit Genugtuung festgestellt, wie der Anternehmergeist sich durch Reubauten, bauliche Vergrösserungen u. dgl. gerade in jetziger Zeit innerhalb der Tabakoranche auswirkt. Mag der Absatz der Fabrikate im ganzen sich auch verringert haben, soviel steht jedenfalls fest, dass einzelne Firmen im vergangenen Jahre niemals Absatzschwierigkeiten hatten, sondern sogar ihren älmsah — nicht etwa ziffernmässig, sondern der Produktton nach! — sehr erheblich steigern tonnten. Es wäre durchaus verfehlt die Lage der Zigarrenindustrie in rosigstem Lichte zu malen, es muss aber doch schon um des Rufs unserer altbekannten Giessener Zigarrenfabrikation gesagt werden, dass eine Reihe von Firmen es wohl verstanden haben, die Schwierigkeiten der Zett erfolgreich zu überwinden und mit den in hoher Blüte stehenden Firmen Hamburgs, Westfalens und Mannheims usw. in Wettbewerb zu treten. Märkte. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Saturn: 5% Dtsch. Kriegsanl. 4°/0Stfd). Reichsanl. 3°/g Dtsch. Reichsanl. 4°/a Preuh. Konsols Hamburg-Paketf.. . Norddeutscher Lloyd Eomm.u.Privatbank Darmstädter Dank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Mitteld. Creditbank. Rationalbank f. D. . Doch. Gussstahlwerke Bud.- Eisenw.» Akt.. 7. 1. 6. 4. Schweizer Franken 37,50 Mk. Eier losten bei reichlichem Angebot 4,25- 4,40 pRI. Ziegenlammfleisch kostete !~ dar- ent= des 6463,10 7985.- 576,75 1607,05 1346,70 306,82 2803,50 5964,95 4740, 5 4,04 584,75 35,45 107,77 207,80 145,60 4168,50 mc. Frankfurt a. M., 7. April. Mit Frühjahrsprodukten aus dem Frankfurter Gebiet war der heutige Markt etwas besser beschickt. Der Grosshandel brachte wiederum reichlich Spinat heran 'Sie Preise zogen durchweg an. Beim Grosshandel kostete der Zentner Kartoffeln 270 bis 310 Mark; Spinat 480—500 Mk.; Weisskraut 400 bis 550 Mk.; Gelberüben 350—560 Mk.; Zwiebeln 650—700 Mk.; ital. Salat in Gebinden Pfund etwa 18—20 Mk.; Meerrettich Pfund 13—14 Mk. Bei Erzeugern wurde der Zentner Spinat mit 550—600 Mk. bezahlt. Schmalzttaut kostete per Pfund 24 Mk.; Lattich 28—35 Mk.; Kopfsalat die Staude 8—10 Mk.; wauerampfer Pfund 14—16 Mk.; Radieschen das Dündelchen 2,30— 3,50 Mk.; Sellerie der Kopf 1,50—4 Mk. und Lauch das Stück 1—1,50 Mk. Das Angebot von Flussfischen war schwächer; das Pfund kostete 13—22 Mk.; Seefische 5—12 Mk. Lebende Gänse wurden das Stück zu 240 —260 Mk.,^. Hühner zu malig für die Einrichtung bewilligt. Zur Defchaffung von Anschauungs- gegenftänben zur Bekämpfung ber Geschlechtskrankheiten werden 2500 M. ausgesetzt. Der Jahresbeitrag an die Elisa- beth-Kleinkinderschule wird auf 1200 Qltarf erhöht, desgleichen der Beitrag für die Zentrale für Mutter- und ©äug« l ingsfürsorge in Darmstadt auf 12500 und 34 220 Mark; eine weitere Fürsvrge- schwester, insbesondere für Schulpflege, wird dafür angestellt. Zur Deschaffurrg einer Lichtbatterie für die Rvtbeleuchtung im Stadt- Berlin, 7. 2st)ril. (Wolff.) Börsenstim- m u n g s b i l d. Die DeviseTrpreise setzten vormittags ihren Rückgang weiter fort, so dass der Dollarkurs bis unter 300 wich, zogen aber während der Börse wieder an. Diesem nervösen Au und Rieder konnte sich auch heute der Effekten markt nicht garrz entziehen. Die Geschäftsunlu und Zurückhaltung hielten schon aus den gefter bargelegten Gründen an und spielten sich in der Hauptsache zwischen der berufsmässigen Spekulation ab. Dieses nahm in einigen Devisenpapieren die üblichen Deckuncxrn zum Wochenschluh vor, so dass bei nicht einheitlicher Kursbildung die Grundstimnning immerhin als fest zu bezeichnen war. So kam es, dass erneuten Kursrückgängen von 20 bis 30 Prozent, bei einigen Montanwerten sogar von 50 Prozent, in der Mehrzahl Kurserholungen in ungefähr dem gleichen Ausmass gegenüberslanden. Die Befestigung setzte sich auch weiterhin fort, so dass ein Teil der anfängl chen Rückgänge ausgeglichen wurde, Gießener Strafkammer. Giessen, den 4. April. Der Metzger Jean Schl, von Engelrod hatte August 1920 grössere Mengen Speck, ... dem Mehgermeister Ringshausen in Ridda gestohlen worden waren, ab sehen helfen und einen Tell des Erlöses für sich behalten. Automobil-Centrale Gießen Telephon Nr. 157 Frankfurter Str, T8 3504c Hast Du Deine Wäsche gern So N N Imeifen-Pulver L aller beiten sowie alles was Hotels gehört. ien 1c v S K y CT Msterb n ft SfoHuafttätimarfen auß?rö?m befiebN Deinbrrrnd VckLrsacköekV i§stü deinbrand-Ver fcbnitt *** CÄ o n er wenn unbeschädigt und nicht verunreinigt, werden jetzt zu Kezmeifen- Mver mildem flüaebtem. OrheiiskTofl uLebemfrradB erhallen und geben « üodßsbcrgCT Kräuter! 2 Ä Fabrikant: P. Jos. Möbs, Seifenfabrik, GieBen. ____45a Zu haben in Apotheken u. DrogerienAAlrungsscM^ihj dun?) A.Dorfslecher&CaNachf.GjnMBad Godesberg. s? 1. 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Die besten Trennungswände (Scheidew.) sind Rinn's Ersenbelonwände 82S6 SCtHME STOCKS Weißstück |ff JgW Graustück M erstklassige Ringofen wäre I W WaWE flffl O von größter Ergiebigkeit • ” Väfw WWW stets zu haben 53 Carfflaasjr.,Sieflens"»"? fionopol-Trinkbranntweino | Gut Preiswert Rein iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiimim I Leere Monog>ol"FBaschen den Verkaufsstellen Sa W && MM W SwL zurückgenommen knrdsst und de Papier Aisfuh lassen fj deutschem fck 5 Aber au offir-er densve das) es A< durch, tn Wirts Der T<- rMeit seinem kam. M schcftölc befindet Leitung sind es 1 bodenslc lange - enden 150. Cx TOlb dl aus l.j in eine Gjbta imbtne; ist es nie gang (in auch de Gewihd werd«t Weichen Die grt sind dar ihre lull und lit( anderen Weichen niedrig! 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