Donnerstag, I. Dezember 1922 Erstes Blatt U2. Jahrgang gleidjlautenDe eruaru Der Havasmeldung 5 seine politischen Glosst ’en hinzugefügt. kornmission durch ein alliierten die die wr- S>a- m e n c e a ding, b. über den Mi- von mit denen Frankreich zu tun habe, in Erwägung gezogen worden sei. Clemenceau hat den Pressevertretern gleichlautende Erklärungen abgegeben und, wie ju entnehmen ist. natürlich Eine Räuberbande in Tsingtau. London, 7. Dez lWTD.) Sine Reutzorks Meldung aus Tientsin besagt, hiesige Räuberbanden hätten den Ha^en von Tsingtau, der gestern an Edina zurückgegeoen werden sollte, beseht Die Bevöl'erung sei geflohen. Japanische Torpedojäger seien nach Tsingtau unterwegs, um die dortigen Japaner zu schützen. halte sie sich eine Mitteilung vor. Die französischen Süyneforderungen. Berlin, 7. Dez. Der bayerische nisterpräsident von Knilling ist gestern Die Verfassung Irlands. London, 7. Dez. (WTB.) Gestern wurde eine Sitzung des Kronrates abgehalten, m der der König die Prollamation unterzeichnete, durch welche die Verfassung te3 neuen i r i- | d>e n Freistaates Gesetzeskraft erhält und durch die die Ernennung Healys zum General- gcilverneur bekanntgegeben wird. Healy wird heute den Eid ablegen. Mit der Veröffentlichung der Proklamation tritt die Verfassung in Kraft. Irland nimmt damit die Stellung eines Dominions mit Selbstverwaltung innerhalb des britt- schen Reiches ein.' Paris, 6. S«. (MTV.) Havas berichtet aus Washington über den Empfang Cle- us beim Präsidenten Har- •r Präsident habe sich eine Aeußerung 'Besuch Clemenceaus Vorbehalten unb nur erklärt, baß dieser ein Höflichkeitsbesuch gewesen sei. in dessen Verlauf keinerlei Staatsangelegenheiten ernstlich zur Sprache gekommen und keines der schwierigen Probleme, Die Aussichten der Londoner Konferenz. London, 7. Dez. (WTB.) Der Pariser Terich erstatter brr „Times" schreibt, das Ergebnis der Londoner Zusammenkunft sei zweifelhaft. Es sei zu befürchten, dah Pvinca r6 sich trieb er zu übermäßiger Zurückhaltung verleiten lassen werbe unb er ebenso wie bei seinem früheren Besuch? in Lonbvn ben von ihm für gefährlich angesehenen Weg einer enbgültigen Stellungnahme zu ben Problemen vermeiden werbe Die Gonboner Zusammenkunft wü d? daher verhältnismäßig wertlos sein. Die Mitteilung, bah Poincars seinen Plan für bie Brüsseler Konferenz Vorbehalten wolle, sei baher nicht ganz befriebigenb. . .... militärtschas ©arantie- komitee ersetzt werden. Die einzige Frage, über Regierungen zu handeln bereit seien, sei die Abänderung von Einzelheiten in Zusammensetzung des Darantiekomitees. gegen beabsichtigten die alliierten Regierungen mit der deutschen Regierung m keinerlei Verhand« Die Konferenz von Lausanne. Die zweite Verhandlung über die Mccrcnqcnfragc. Lausanne, 6. Dez. (WTB) In der heutigen zweiten Sitzung über bie Meerengenfrage machte Curzon Tschitscherin darauf aufmerksam, dah Rußland die Rollen heute vertauscht habe und eine Haltung ein» nehme, bie früher andere Mächte eingenommen hätten. Ruhland habe nickt das Recht, namenS aller ilfeiftaaten zu sprechen, denn außer Rußland, der Ukraine und Georgien seien auch noch Bulgarien und Rumänien zu berücksichtigen. Auch die Türkei sei ein ilferftaat, und wenn Ismet Pascha erklärte, baß der türkische Sianbp mit sich am meisten bem russischen nähere, so sei es für ihn zweifelhaft, ob die türkischen Interessen wirklich den russischen entsprechen. Auf jeden Fall könne Rußland keine bevorzugte Rolle beanspruchen. Hierauf gab Curzon die allgemeinen Linien des alliierten Projektes bekannt, denen folgendes zu entnehmen ist: 1. Freiheit der Handelsschiffahrt ohne irgendwelche Beschränkung der Tonnage in Friedenszeiten, wie in Kriegszeiten, falls die Türkei neutral bleibt. Wenn die Türkei nicht neutral ist, bleibt bie Freiheit der Durchfahrt nur für die neutralen Schiffe, sofern sie keine Konterbande führen. 2. Die Zahl der Kriegsschiffe einer Macht darf im Schwarzen Meere niemals diejenige der stärksten Seemacht eines ilferftaated überschreiten Ist die Türkei nicht neutral, so besteht bie Möglichkeit nur für bie neutralen Kriegsschiffe. 3. Zwecks Entmilitarisierung einer genau zu bestimmenden Zone soll eine aus, je einem Vertreter der Uferftaaten des Schwär.en Meeres, Frankreichs, Englands, Italiens unb Griechenlands sowie der Vereinigten Staaten bestehende Kommission ernannt werden. 4. Gewährleistung des Schutzes Konstantinopels nach später festzusetzenben Modalitäten. Die Vertreter Frankreichs unb Italiens stimmten den Ausführungen Curzons zu. Der amerikanische Vertreter erklärte sich als Anhänger ber völligen Freiheit bes Handelsverkehrs. Der jugoslawische Vertreter schloß sich ebenfalls ber Auffassung ber Alliierten an. Tschitscherin wies sehr lebhaft Curzons Ausführungen zurück. Die nächste Sitzung würbe auf Freitag vormittag festgesetzt. Ur. 288 Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertag», mit berSamstagsbeilage: EiehenerFa Milien blätter Monatliche Bezug«preise: 380 Mark und 20 Mark Irügerlohn,durch diePost 400 Mark,auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: für dieöchrist- leilung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift sur Drahtnachrichten Lnzeioer Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt a. DI. 11686. Schwierigkeiten stets bas Wohl bes Tanzen zu berücksichtigen. Weitere B?sprechungen werden folgen. In der Zwischenzeit wirb enge Fühlung mit Den Ländern unb ihren Vertretern im Reichsrat genommen werden. Frage der “ der Die Schuld am Kriegsausbruch. * Berli n, 6. Dez. (Wolff ) In einem Kapitel auS ben Betrachtungen unb Erinnerungen M o l t- keS, bas die „Deutsch? Allgemeine Zeitung" veröffentlicht, betont der ehemalige Generalstabschef neuerlich, baß es für feinen Unbefangenen einem Zwcisel unterliegen kann, baß Rußland es war, welches den Ärieg entfacht hat. In einer Schilderung der Ereignisse vom 2. August 1914 kommt Mcltke bann auf die Depesche 'm nick, bie der damalige Botschafter am englischen Hof, Lich- n o w s k y, gesandt habe, in ber bitfer mitteilte. England wolle bie Verpflichtung übernehmen, daß Frankreich nicht in ben Krieg gegen uns eintreten werde, wenn Deutschland sich seinerseits verpflichte, keine feindselige Handlung gegen F-ankrcich zu unternehmen. Darauf ließ der Kaiser Moltke rufen unb erklärte ihm, nun könne man einfach mit ber ganzen Armee im Osten aufmarschieren. Moltke ertriberte, daß es ganz unmöglich sei, den Aufmarsch eines Mil - lionenheeres zu improvisieren, worauf der Kaiser sagte: „Ihr Onkel würde mir eine andere Antwort gegeben haben." Moltke erklärte, baß ihn diese Antwort schwer gekränkt habe. Als es sich aber desselben Tages spät abends auf Grund ber Devesch? des Königs von England an ben Kaiser herausstellte, daß LichnowskyZ Telegramm aus einem Irrtum beruhe, und baß von einer Garantie Englands nicht die Rebe sei, sagte ber Kaiser, der bereits zu Bett gegangen, aber wieder aufgcflanben war und Moltke holen «ließ, jetzt fön.nnc Moltke machen, was er wolle, worauf Moltke den erneuten Befehl gab, mit dem Einmarsch der 16. Division in Luxemburg zu beginnen. Die Anfdrinqlichkeit Clemenceaus. lungen über bie in der Rote vom 29. September angeführten fünf Hauptbebingungen einzutreten. Für diese Fragen sei einzig die Kontrollkommission zuständig. Die alliierten Regierungen würden es daher künftig ableßien, von der deutschen Regierung, außer durch Vermittlung der Kontrollkommission, irgendeine Mitteilung über die Aus- Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher ohnejede'Derdrndlichkeit. Dreis für 1 mm höhe für Anzeigern) 27 mm 'Breite örlUch 12 Mk, auswärt» 15 Mk ; für 'Behl amt« Anzeigen von 70 mm Brette 40 Mk. Ber Platz- oor|d)nft20v «Austchlag. Hauprfchristleittr: Aug. (boelj. Beraittwortlich für ‘Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein; für ben Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen. Der Umlagepreis für (Betreibe, Berlin, 6. Dez. (WTB.) In Durchführung der Entschließung des Reichstags, bei ber Erhöhung der Abgabepreise der Reichsgetteide- stelle beüwrntzumachen, welcher Anteil an dem neuen Brotpreis auf die deutsche Landwirtschaft entfällt, wird bekanntgegeben: 1. Für die Zeit ab 30. Oktober wurde der Verkaufspreis der R.'ichs- getreibeftelle auf 30 000 Mark für bie Tonne Roggen erhöht, ber Umlagepreis für die Tonne Roggen für das erste Ablieferung sbrittel beträgt 28 300 Mark, wozu als Anteil des im besetzten Gebiete und im besetzt gewesenen Tcile Ob rschlcsienS unb in Ostp-eußen gzahlten Zuschlia's von 1200 Mark pro Tonne brr Betrag von 120 Mark hin u- zurechnen ist. Die Landwirtschaft eroäU also für das erste Allie e urgsdrittel für die Tonnc Rog. en durchschnittlich 28 420 LRark, der Timlagepreis für die Tonne Roggen beträgt also 94.75 Prozent deS Abgabepreises ber Reich^getreibestette. Rach bet Preiserhöhu ’g vom 30. Oktober war ein Preis von durchschnittlich etwa 90 Mark für ein 1920-®; amm- Drot zu verzeichnen. — Der Anteil des Umlage- preises für Roggen am Brotpreis beträgt unter Zugrundelegung ber Dackausbeut' von 135 Kilogramm Brot aus 100 Kilogramm Me l 52.?0 Proz. des Drotpreises, das ist einige Prozent niedriger als vor dem Kriege, wo auf den Preis für Getreide 57 Prozent des Drotpreises entfielen. — 2. Für die Zeit ab 4. Dezember wurde der Verkaufspreis ber Reichsgrtreidefte.lle auf 90 000 Mark für die Tonne Roggen erhöht. Der Umlage« preis für das dritte Ablieferunvssechstel ist noch nicht festgestelll. Will man jedoch, obschon damit wenig vergleichbare Faktoren in Dezie'ung gesetzt werden, der älmlagepreis für das erste Abliese- iungsdrittel, also 28 420 Mark pro Tonne Roggen dem genannten Verkaufspreise gegen überstellen, s« ergibt sich, baß der Umlagepreis für das erste Ablieferungsdrittel rund 31.60 Prozent des Ver- kaufspreises beträgt führunz ber fünf Bedingung n cntee-enzunehmen. Sic müßieu somit bie deutsch? Antwortnote vom 27. Oktober alS gegenstandslos ansehen unb erwarteten spätestens dis 10. D^ember eine vollständige und endgültige Antwort auf die Kollektivnote vom 29 September Di? Antwort ber deutsch ? n Regierung vom 27. QloDcmber Hedi y^roor, daß bie deutsch? Regierung keineswegs beabftdßtige, bie fünf Puntt? zu ignorieren Sie sei sich auch dessen bctoußr, daß bie vorherige Erledigung dieser Frage die Voraussetzung für die Einsetzung des voraeschlagene!' Garantiekomitees bilde. 5>a di? Prüfung ber Erledigung der fünf Punkte jedoch längere Zeit beanspruch?, habe bie deutsch? Regierung geglaubt, vorweg ihre Bereitwilligkeit zu Verhandlungen über das in Aussicht genommene Garantiekomitee aussprechrn zu wollen. Rach bem Wortlaut ber beutschrn Rote vom 27. Oktober sollten b" • Derhanblungen sich nicht auf bie fünf Punkte, sondern nur auf das Garantiekomitee beziehen. Bezüglich der fünf Punkte, mit denen sich bie deutsch? Regierung beschäftige, be- Berlin nach München zurückgereist. Lieber das Ergebnis der Berliner Verhandlungen betreffend die Antwortnote der deutschen Regierung auf die Sühneforderung der Entente für die Vorfälle in Ingolstadt und Passau will eine Korrespondenz wissen, daß an Stelle der bayerischen Regierung di'.ReichS- Mgierung die in der Ententenote verlangten moral', en Genugtuungen geben werde. Be- AÜQÜcb der den beiden Städten auferlegten finanziellen Bußen werde dis deutsche Antwortnote Vorschlägen, die Entscheidung eines internationalen S^ieds^erichts anzurufen. Wie die Blätter mitteilen, wird die diesbezügliche Rote vorauSsichllich am Freitag übergeben werden. Ein Protest des preußischen Staatsrates gegen Frankreich,. Berlin, 7. Dez. (WTB.) Der preußische St aatsrat hielt am Mittwoch nachmittag eine Vollsitzung ab. Zu Beginn ber Sitzung gab Dize- pväfibent Graes namens aller Fraktionen folgende Erklärung ab: Unter Mißachtung der Grundlage des Derfailler Friedens und völliger Verkennung ber Deutschland gegebenen Erfüllungs- Möglichkeiten erstrebt bie Gewaltpolitik der französischen Machthaber nach offen ausgesprochenen Drohungen die Loslösung rheinischen Landes vom Reich und eine weitere militärische Besetzung des Industriegebietes. Als verfassungsmäßig berufene Q3.rtre.uni"; b?r bedrohten Provinzen ergebt brr preußisch: Staatsrat einmütig Einspruch gegen solch? Absichten und Drohungen. Mit großer Genugtuung stellt r S aats- iat fest, baß alle Lockungen und Einschüchterung-- versuche am Rhein entrüsteter Ablehnung begegnen. Er vertraut darauf, baß bie Treue ber Rheinländer und ihr unerschütterlicher Wille, deutsch zu sein und deutsch zu bie. c en, durch eine entschlossene Regierungspolitik gestützt wird. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker muß auch für bie Rhein lande gelten. ♦ Berlin, 7. Dez. (WTB.) Ohne Einspruch erteilte der preußische Staatsrat seine Zustimmung zu dem Gesetzentwurf wegen Aenderung ber Lanbesgerichtvbezirke Wiesbaden, Frankfurt a. M. und Limburg. Die Besprechung mit den Ministern der deutschen Länder. Berlin, 6. Dez. (WTB.) Die gestrige Besprechung mit ben präsibierenden Ministern ber heutigen Länder wurde heute vormittag beim Reichskanzler fortgesetzt. Einen breiten Raum nahm in der Aussprache bie Ernährungsfrage ein, wobei bie Sicherung ber Ernährung in biefem und bie Vorsorge jrür das nächste Erntejahr eingehend erörtert wurden. IilS- befonbere wurde die Möglichkeit einer Steigerung ber lanbwirtschaftlichen Produktion beraten. Die Erörterung einschlägiger technischer Einzellragen wurde am Rachmittag im Reichsemähruugsmini- sterium unter dem Vorsitz des Reichsministers Dr. Luther fortgesetzt, ber für bie nächsten Tage eine weitere Besprechung mit den Ernährungsministern der Länder Dorgefeßen hat. In außenpolitischer Hinsicht beflanb volles Einverständnis darüber, daß bie Rote an bie Reparationskommission vom 13. Rovember die Grundlage für die zu befolgende Politik bilben soll, und baß seitens der Reichsregierung nichts unterlassen werden dürfe, um in der Durchführung ber Rote za einem positiven Ergebnis zu gelangen. In ber Frage des Ahe Inlandes unb der besetzten Gebiete stimmten bie Vertreter der Länder ben in ben Reden des Reichskanzlers vom 25. Rovember und 3. Dezember abgegebenen Erklärungen einmütig zu. Im übrigen wurden die gestern erstatteten Berichte ber Ressortminister des Reiches durchgesprochen unb zu ihnen wertvolle Anregungen gegeben, beren weitere Bearbeitung von ben Ressortministern ausgenommen worben ist. Der Reichskanzler stellte den einheiilichen OBUlen sämtlicher Vertreter ber Länder fest, in gemeinsamer Arbeit an der Besserung ber äußeren unb inneren Lage mitzuwirken unb auch bei auftauchenden Ein Notenwechsel zwischen Deutschland und den alliierten Mächten über die Militär- Kontrolle. Sin neuer Beleg dafür, welcher Act der „Friedensgeist" ist, in dem die Botschaft er- kvnferenz, besonders deren Bors tzendcr Pvin- car6, mit der deutschen Regierung zu verhandeln pflegt, ist in den nachstehenden Ver- öffentlichungen enthalten. Die deutsche Regierung sucht der Oeffentlichkeit damit wohl zu erklären, wie sich der französische Kvntrvlleifer in die Siedehitze der bekannten Sühnenote hineingesteigert hat. Mit sich verhandeln lassen will Herr Poincar6 nicht, er will nur diktieren! Untere Regierung handelt gleichwohl vernünftig, wenn sie der nervösen Litanei der Franzosen eine ruhige und feste Besonnenheit entgegensetzt. Berlin, 6. Dez. (WTB.) In der Frage der von derDotschafterkonserenz In ber Rote vom 14 April 1922 über bie interalliierten Luftfahrt- unb Kontrollkommissionen vorgeschlagenen Er'etzung ber Militär-Kontrollkommission durch ein nach bem Muster des Lu'tfcrhrt-Garantie-Komitces gebildetes Militär-Garantiekornitec hat zwischen ben alliierten Mächten unb ber deutschen Regierung ein Roten wechsel ftattcerunben, ber jetzt veröffentlicht wirb. In ber Kollektivnote ber belgischen, französischen, großbritannischen, japanischen und italienischen Regierung vorn 2$. September wird eine Reihe von Bestimmungen auf gezählt, bene.i nach Ansicht der alliierten Regierungen von selten ber beutldxm Regierung noch nicht entsprochen worden und auf die besonderer Wert zu legen fei. nämlich R.-Organisation ber Polizei, Umstellung ber Fabriken, Ausliefening de; Restes bes nich' >ugdaMenen Materials, Auslieferung ber auf bic Bestände an Kriegsmaterial zur Zeit des Waffenstillstandes unb aus bie Tätigkeit ter Fabriken während des Krieges bezüglichen Schriftstücke, Veröffentlichung von ge'etzlichen Bestimmungen, durch die die Gin- unb Ausfuhr von Kriegsmaterial wirksam verboten und die Rekrutierung und Organisation bes Heeres mit den mstitänschen Bestimmungen deS Friedens- Vertrags in Einklang gebracht werden soll. Gleichzeitig mit dem Hin.vel-s auf diese Bestimmungen betonen die alliierten Regierungen ihren Wunsch, bie von ber interalliierten Militär»Kontrollkommission Deutschland auferlegten 2a ft en au erleichtern, indem sie diese Kommission sobald als möglich zurückzicchen. Eine derartige Erleichterung könne aber nur durchgeführt werben, wenn die enbgültige Erledigung ber in ber Rote aufgestellten Forderungen sichärgestellt sei. Die Antwortnote des Reichskanzlers vom 27. Oktober nimmt von bem Vorschlag ber alliierten Regierungen, bie in erallüerts Mili- tärkontrollkommisfion durch ein Militär-Garantickomitee zu ersetzen und dadurch die Deutschland auferlegten Lasten zu erleichtern, Kenntnis und begrüßt mit Genugtuung den dieser Absicht zu- grunbe liegenden Wunsch, in ben Beziehungen zur deutschen Regierung möglichst bald zu normalen Verhältnissen zurückzukehren Die deutsch? Regierung erklärt sich bereit, mit den alliierten Mächten über ben obigen Vorschlag alsbald in Verhandlungen einzutreten, wobei sie von der Voraussetzung ausgeht, daß durch diese VerhanL-lungen eine Beschränkung der Kontrolle auf das im Art. 213 des Versailler Vertrages vorgesehene Maß vorbereitet werden soll. Hierauf folgte am 27. Rovember eine Rote beS Vorsitzenden ber Botschafter- konserenz, in ber darauf hingewiesen wird, baß die a(liierten Regierungen erst dann, wenn sie betreffs ber in ihrer Role vom 29. September aufgeführten Punkte zufriedengestellt feun, die Möglichkeit ins Auge fassen könnten, Deutschland die ihm von der interalliierten Militär-Kontrollkommission auferlegten Lasten zu erleichtern. Die Rote erhebt gegen die deutsche Regierung den Vorwurf, daß sie in ihrer Antwortnote vom 27. Oktober auf die Forderungen ber alliierten Rote vom 27. September nicht eingegangen fei. Sie erblickt darin den Ausdruck der Absicht ber brutschen Regierung, in der Ausführung ber militärischen Bestimmungen bes VersaMer Vertrages nicht weiter zu gehen. Dre Rote sieht in ben Zwischenfällen in Stettin und Passau am 17. September und 24 Oktober den Beweis dafür, baß der den amtlichen Organen ber Kontrollkommission geleistete W.berstand, anstatt aufzuhören, ein Gepräge von unerträglichem Ernst angenommen habe, unb erklärt, daß die interalliierte militärische Kontrollkommission in ihrem jetzigen Personalbestände in Tätigkeit bleiben werbe, bis die in der Kollektivnote vom 29. September festgesetzten Bedingungen völlig erfüllt worden seien. Erst bann könnte biefe KoMroll- Ein neuer Reparationsplan der Regierung? Berlin, 6. Dez. Die „Voss. Ztg." teilt mit, baß innerhalb bes Reichskabinetts ein Plan beraten worden fei, ber barauf hinauslaufe, mit ben Alliiertem zu einer umfassenden Regelung üler die gefamteiiReparationsv-erpflich- tungen Deutschlands zu gelangen. Mit hervorragenden Vertretern der deutschen Wirtschaft fei nach dem Blatt Fühlwrg genommen worden, um die Mitwirkung ber Industrie bei dem neuen Reparationsplan zu gewinnen. Die Verhandlungen über den Plan seien noch nicht abgeschlossen. Sein Hauptgedanke fei, auf bem Wege Der Verhandlungen mit den Alliierten zu einer Begrenzung und Reufest setzung der Reparationsverpflichtungen D?atsch- lands zu gelangen und ferner, wie es in der Mrt- teUung einer Korrespondenz heißt, sofort eine internationale Anleihe aufjuneßmen, von der ein Teil Frankreich zugute Zorn men soll, während mit bem anderen Teil die S abilisierung der Mark angestrebt werden soll. Während die „Voss. Ztg." es noch als unentschieden bezeichnet, ob der neue Vorschlag der deutschen Regierung den Alliierten vor ber Londoner ober erst vor der Brüsseler Konferenz, übermittelt werden wird, meldet die „Deutsche Dllgem. Zeitung", baß nach Verlautbarungen aus parlamentarischen Kreisen bie deutsche Regierung noch vor Montag, d. h. vor bem Beginn ber Londoner Brratungen, mit dem positiven Vorschlag an bie Reparationskommission herantreten w.-rde Di? ..Voll. Ztg." 'hält es für wahrscheinlich, daß der Reichskanzler in ber für Samstag anberaumten Sitzu-ig des Auswärtigen Ausschusses ausführlichere Erklärungen über den Reparationsplan abgeber werde. Laut dem -Lokal-Anzeiger" srnb zu Freitag bie Parteiführer zum Reichskanzler gebeten worben. GietzenerAnMer General-Anzeiger für Oberheffen vnick und Verlag: vrühl'sche Unloerfilätr-Vuch- unb Stctnbruderei K. Lange in Gießen. Lchriflleitung unb Geschäftsstelle: Lchulstraße 7. Elne schwedische Samariterspende. Berlin, 6. Dez. (WTB.) Die mitgeteilt wird, hat drr schwedische Bischof Soe- d e r b l o m eine großzügige Samariter- spende der schwedischen Kirche für das evangelische Deutschland angeregt, zu der die schw.chische Bijchosstonserenz die evangelischM Ge- meinde^r deS Landes aufgerufen hat. Aus dem Reiche. Die nenen SteuerplLne des Reichs stnanz- mmisters. Berlin, 6. Dez. (Wolff.) 3m Steuer- auSfchuß des Reichstags machte der Reichs- f i n a n z m i n i st e r längere Ausführungen über die Pläne der Regierung zur Anpassung Der Steuern an die Geldentwertung sowie zur Erreichung der be- schleunigtenEin Zahlung der Steuern. Danach beabsichtigt der Reichsfinanzminister diese Fragen in einem besonderen Gesetz zu regeln, das dem Aeichsrat und Reichstag sobald wie möglich zügehen soll. Die Abänderung des Gesetzes über die Zwangsanleihe müsse aber jetzt schon getrennt behandelt werden. Die Begrenzung des durch die Zwangsanle he aufzubringenden (Betrages sei nach der Geldentwertung der letzten Monate unmöglich geworden. Die Anpassung der E i n- kommensteuer solle in einem bereits vorliegenden Gesetzentwurf geschehen, die der Vermögens- und Erbschaftssteuer einem Gesetzentwurf Vorbehalten bleiben, der im allgemeinen die Auswirkung der Geldentwertung bei der Steuergesetzgebung berücksichtigen wird. Zur Beschleunigung Der Zahlung Der Einkommensteuer soll künftig in einer Weise verfahren werden, das) jeder Steuerpflichtige gleichzeitig mit der Steuererklärung den Betrag einzuzahlen hat, den er nach seiner eigenen Steuererklärung an Einkommensteuer schuldet, soweit er nicht durch Vorauszahlung oder Lohnabzug gedeckt ist. Falls die Entrichtung der Steuer nicht zu dem vorgeschriebenen Zeitpunkt erfolgt, soll künftig für jeden angefangenen oder vollen Monat ein Zuschlag von 10 Prozent gezahlt werden müssen. Diese Maßnahme sei auch für die Körperschaftssteuer, Vermögenssteuer und Erbschaftssteuer geplant. Schließlich teilte der Finanzminister mit, daß die auf Grund einer Reichstagsent- schlietzuna eingesetzte Kommission von gelehrten Wirtschaftlern zur Untersuchung Der Frage des Goldtarifs in Der überwiegenden Mehrheit Die Festsetzung des Goldtarifs für undurchführbar und volkswirtschaftlich schädlich erklärt hat. Zunehmende Hungersnot. D e r l i n, 6. Dez (Wolfs.) In der am 4. Dez. wie alljährlich abgehaltenen Besprechung der Re- gierungs- und Medizinal rate der preußischen Re- gierung wurde vor allem darüber verhandelt, welche gesundheitlichen Maßnahmen die augenblickliche Ernährungslage erforderlich mache. Die Berichte, wie die Aussprache beurteilen dem amtlichen preußischen Pressedienst zufolge die gesundheitlichen Folgen der Srnäh- rungsläge als außerordentlich ernst. Die durch die Neuerung bedingte Ernährungsbeschränkung triffrf astdasganzeBolk. Dazu befindet sich ein ipcht unerheblicher Volksteil, besonders Rentner, Witwen usw. bereits in Hungersnot. Falle von .tatsächlich Verhungerten werden aus der letzten Zeit aufgeführt. Außerdem werden auch jetzt wieder Fälle von Hunger krankheiten im eigentlichen Sinne, wie 1917/18, beobachtet. Der Dhraterftreik in Berlar. Derli^n, 6. Dez. (Wolff.) Aach der »B. 8“ ist die Lage im Theater streik unverändert. -Sämtliche streikenden Dühnenangchörigen sihielten in einem eingeschriebenen Briefe die Mitteilung von der fristlosen Entlassung wegen Dienstverweigerung. Aus Hessen. Anträge nn Landtag. rm. Darmstadt, 6. Dez. Die Abg. Dr. Werner, Brauer und Gen. (Dn. Vpt. und Bbd.) haben dem Landtag u. a. folgende Anträge unterbreitet : „Wir beantragen, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die noch nicht oder noch nicht vollständig vollzogene Vereinfachung des Staatshaushaltes ins Auge faßt. — Zur Abänderung des Ministerruhegehalts- gesetzes vom 16. Juli 1919 wird beantragt, Die Regierung zu ersuchen, dieses Gesetz unter Berücksichtigung der Verhältnisse ähnlich gearteter Bundesstaaten abzuändern und dem Landtage alsbald eine Vorlage zu machen. — Weiter beantragen diese Abgeordneten: Der Landtag möge die Regierung ersuchen, dem Vorgehen der freien Schweiz Giehener Sradttheater. Der Dulkan. Lustspiel in 4 Akten von Ludwig Fulda. Gießen, den 7.Dez. 1922. Daß die hohen und schönen Definitionen vom Wesen der Che, die Denker und Dichter ihr gaben, nicht immer mit Der Wirklichkeit übereinstimmen, beweist das Leben zur Genüge. Diese Gegensätze zwischen Theorie und Praxis sind schon vielfach dramatisch ausgewertet und dabei Begriffsbestimmungen gefunden worden, die eine ganze Skala von tiefster Tragik bis zu höchster Komik bilden. Ludwig Fulda hat im Rahmen eines Lustspiels eine neue Formel aufgestellt: Die Ehe ist ein Vulkan. Auf diesem Vulkan, der beim geringsten Anlaß und fast ununterbrochen Feuer spsit, befinden sich zwei Menschen, Die sich im Grunde nach wie vor in Liebe zugetan sind, die sich aber als rechte Kinder unserer Zeit in ihrer Rervosität nicht verstehen können oder, besser gesagt, nicht vertragen wollen. Selbst eine mehrwöchige Kur im „Chesanatorium". der sich beide nacheinander unterziehen, ist nicht imstande, die nötige Besänftigung der Gemüter herbeizuführen. So bleibt denn kein anderer Ausweg als Die Flucht von dem „Vulkan" Durch die Scheidung. Rach mancherlei Schwierigkeiten wird endlich ein eigens zu diesem Zwecke fonflruieriev Scheidungs- qrund gefunden, Der die beiderseits erwünschte Trennung ermöglicht. Diese wird mit Dem Rat und Beistand eines Hausfreundes, Der als Jurist Sachverständiger ist, auch wirklich durchgesührt. zu folgen und das detäudungSlvse Töten Der Tiere zu verbieten. — Zur Verbesserung der Wahlgesetze beantragt die Fraktion: Der ^Landtag möge die Regierung ersuchen, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der allen Erfahrungen der Parteien bei Den Landtagswahlen, Kreis- und Provinzialtagswahlen entspricht. Hierbei fei zu beachten, daß Die Zahl Der Landtags - abgeordneten tm Vergleich mit anderen grö-- heren Staaten diel zu hoch erscheint. Das Urteil im Prozeß Scheidemann. Leipzig, 6. Dez. (Wolfs ) 3m © d? e l D c » mann-Prozeh wurden die Angeklagten wegen gemeinsamen Mordversuchs zu je 1 0 Jahren Zuchthaus verurteilt. Oelschläger außer- Dcm noch zu einem Monat Zuchthaus wegen unerlaubten Wallrntragens Den beiden Angellag- ten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre aberkannt und ihnen die Kosten des Verfahrens auferlegt. Die ArteslsbeFrSndung führt aus, daß Die Angeklagten schon vor geraumer Zeit den Entschluß gefaßt hatten, Scheidemann zu beseitigen und iAn für seine frühere politische Tätigkeit zu bestrafen, also aus Rache, nicht um Ihn an der ferneren Ausübung seiner politischen Tätigkeit zu verh.ndern. Dieser wohlüberlegte feste Entschluß, an einer gemeinsam von ihnen zu begehenden Tat teilzuneh- men, in Deren ..Rüh.n" sie sich dann teilen sollten, ist Darauf auch zur Ausführung gebracht worden, allerdings nicht mit dem erstrebter Erfolg, weil durch einen Zufall daS verderbliche 'Ergebnis Der Tat vor Mindert wordeN ist. Westn die Angeklagten in Kassel wochenlang Die Ausführung dar Tat aufgesetzt Haden, so haben sie Doch alle Vorbereitungen dazu getroffen. GZ ist nicht angängig, daraus den Schuß zu zickheN, daß die Angeklagten nicht willens waren, alsbald zur Tat ?:d schreiten. Es ist vielmehr möglich, Daß die .Angeklagten sich erst andere TDaf fen verschaffest wollten, daß sie IT'.T. re W-eisungen ihrer Führer oder weitere Geldunterstützung abwarteten, ist aber auch möglich, daß noch andere Personen als Teilnehmer in Betracht kommen. Alle Diese Mögkichk.iten frnb aber gleichgültig für ?ei Grad Der Verantwortlichkeit. Es ist ein Gift verwendet worden, von dessen Beschaffenheit es nicht xweifelh°ast war, daß es zur Torung des ausgesuchten Opfers genüg'e, und von dem man wußte, daß es auch am Tage Der Tat noch vollständig wirksam war. Völlig gleichgültig ist eS, ob Der eiste oder andere der Ang-ckkagten vor Der Tat vielleicht vorübergehend waickelmütig se- worden .ist: denn es ;st durch die Bei.Handlung klaraestellt worden, daß Die beiden Angeklagten an Dem Tage, an Dem sie den Anschlag verübten, durchaus entschlossen waren, ihn auszuführen. Wenn die Angeklagten sagen. Daß der Gummiball von ihnen Durch Verbrennung aus der Welt geschafft werden sollte, um Damit Die Tat endgültig zu begraben, so ist Das eine von ihnen tm letzten Moment vorgebrach'« Ausrede. Sie kst dadurch widerlegt, daß man einen derartigen Giftball nicht an einen Ort schleppt, wo man per üleberraschung durch Menschen ausgesetzt kst. Die Auffassung der Verteidigung, daß bei H u ft e r t ileberlegung ausgeschlossen fei. da er von Oehlschläger, Der zuerst für Die Ausführung des Attentats bestimmt war, erst durch den Zu- ruf: „Da, geh hin, mach du'S!" aufgefarDect wurde, in Aktion zu treten, ist nicht zutreffend. Denn die Beweisaufnahme hat ergeben, daß Hustert schon mehrere Tage vorher in Die gleiche Lage versetzt worden war. indem ihm die aus- führende Rolle zufallen sollte. Aks am Tage des Anschlages von Oehlschläger das gleiche Astsinnen an ihn gestellt wurde, übernahm er Den Auftrag ohne innere Hemmungen und schritt mit Der Entschlossenheit, die sich aus feiner Person ohne weiteres ergibt, an die Ausführung, wie sie ihm der überlegene Genosse zugedacht hatte. Wie umsichtig Hustert handelte, ergibt sich daraus, daß er ohne jede Aufregung vorging, mit der borbereiteten Waffe den Oberbürgermeister noch eine Weile verfolgte und die Spritze gerade gegen Die Körperteile richtete, durch die das Gift in die inneren Organe gelangen tortnte. Dann hat er genau den Rückweg angetreten, den er sich vorgenommen hatte. Auch bei Oehlschläger kann nicht angenommen werden, daß er gegen Die Ausführung war, weil er sie selbst nicht übernahm. Er wollte das Verbrechen Damit Nicht verhindern, sondern wünschte nur, daß der andere es vollzog. Die Angeklagten sind daher beide des versuchten Mordes schuldig. Bezüglich DeS Strafniahes ist zu berücksichtigen, daß bei Den Angeklagten keine Spur von Sistficht zu beobachten gewesen ist. Sie verharren in einer Stimmung Des Ungehorsams und Des Widerstandes, die sie mitgebracht haben aus einem Milieu, dem sie bisher angehörten und das sie bestimmte, rücksichtslos Das zu vernichten, was ihnen politisch falsch erschien. Ob mit Recht oder Unrecht, das interessiert hier weiter nicht: denn der Gerichtshof ist sticht dazu Da, Die poli- nwirwnww—int। ■■■■!! m mmuiiriww ir im । n ...... n. im,M Allein — wie es nicht weiter überraschen kann — nach mehreren Monaten finden sich Die beiden Gatten wieder, um Den Bund fürs Leben zu erneuern. Die Liebe war eben noch Nicht erkaltet, aber Der „Vulkan" auch nicht erloschen. Prompt öffnet er wieder seinen feuerspeienden Schlund und verjagt Den Freund und Berater, der sich mit der Bitte flüchtet bei Der nächsten Scheidung einen anderen Anwalt zu wählen. — Das Stück, als Ganzes betrachtet, ist recht geschickt aufgebaut und ermangelt in der ülebertragung Des Motives aus modernste Verhältnisse nicht Der Originalität. Freilich setzen zahlreiche Einzelheiten etten sehr toleranten Zuhörer voraus, Der auch etwas kräftige Eindeutigkeiten unbedenklich hinnmnnt. Bei guter Besetzung der Rollen wird das Lustspiel trotz verschiedener Langen und Wiederholungen, die zwar im Leben Vorkommen können, aber auf der Bühne besser vermieden werden, Dem Autor starken Beifall erringen. Diese Voraussetzung war bei Der gestrigen Aufführung, die unter ÄdolfTelektzs sicherer Obhut stand, erfüllt. Die beiden Gatten, Architekt Hennings und seine Frau Sabine, wurden von Georg Heding und Kitty Franke in vortrefflicher Uebereknftimmung verkörpert. Die Gleichartigkeit der Charaktere in ihrer Reizbarkeit und Empfindlichkeit, und dann wieder in dem Durchbruch Der Zuneigung bei längerer Trennung wurde sehr anerkennenswert herborgehoben. Köstlich war auch Oskar Feigel als 3ufti$rat Blohm, der seine Ratschläge mit trockenem Humor gab und oft schon durch sein gelungenes Mienentische Tätigkeit Scheidemanns in Schutz zu nehmen, sondern dazu, den Mordversuch an ihm psychologisch zu erklären. Ob die Angeklagten von einer Ulten *pe o i a g:> i.tet tror.e t in', (ann Dali .- gestellt bleiben. (Ls kann aber nid)! verkamst werden, daß höchstwahrscheinlich aud) Ein-lüfse von außen Vorlagen. '"£ anstaltet, wie man uns schreibt, am 14. Dezember zugunsten der Abteilung „Bienenkorb" einen Wohltätigkeitsbasar In den Räumen des Gesellschaftsvereins. 3m „Bienenkorb" gefertigte Handarbeiten sollen zum Verkauf gelangen, insbesondere Kindergarderobe, Damenwäsche, Schurzen und Jumpers, Spielzeug sowie allerhand sonstige praktische Weihnachtsgeschenke. Daneben werden Erfrischungen geboten. unD ein reichhaltiges Programm soll zur Unterhaltung der Gäste dienen. Die Stunden von 4— %7 Uhr nachmittags sind in erster Linie den Kindern gewidmet, für die Kasperle bereits eine Theatervorstellung zugesagt hat. Rutschbahn und andere Spiele sowie 'ein Kindertanz sollen die Kinderherzen erfreuen; auch ein Weihnachtsbaum samt Knusperhäuschen ist vorgesehen. Rach 7 Uhr abends haben nur Erwachsene Zutritt. Theaterstücke, Tänze und sonstige Aufführungen werden zur Unterhaltung beitragen und auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Die Ausstattung liegt in den HänDen bewährter Künstler. Durch hochherzige Spenden werden die Unkosten auf ein geringes Maß beschränkt werden können. Es ist zu hoffen, daß Der 'Reinertrag des Abends die Aufrechterhaltung der Bienenkorbsarbeit für die nächste Zeit sichert. Man beachte die Anzeige im/heutigen Blatte. Wettervoraussage Veränderliches, wolkiges Wetter, trocken, kühl, nördliche Winde. Der Sturmwirbel, der gestern über der Ostsee lag, ist nordostwärts weitergezogen, fo daß wir allmählich aus feinem Bereich kommen. Bornotizen. — Tageskalender für DonnerStag: Reue Aula, S Uhr: Lichtbilder-Dortvag der Vortragsverein igung. — Realgymnasium, 8l/< Uhr: Vortrag des Republ. Lshrerbundes. — Astoria- Lichtspiele, ab heule: „Seepiralen", letzter Teil: „Erkämpftes Glück". — Lichtspielhaus, Bahnhof- stvahe: „Das Kind der Straße". — Palast-Lichtspiele, ab heute: „Die Lüge eines Sommers" und „Irrwege". Landkreis Gießen. ~ Steinheim, 6. Dez. Am Samstag verunglückte der Bergmann Hugo Salle in der Grube FriÄnnch bei Trais-Horloff. Kaum war er mittags zur zweiten Schicht eingefahren, als ihn nieder ft ürzende Kohlen verschütteten und töteten. Er war der einzige Sohn einer armen Witwe und erst seit vier Monaten im Bergwerk beschäftigt. Die Grube Friedrich beteiligte sich geschlossen an dem Leichenbegängnis. Hessen-Nassan. fpd. Frankfurt a. M., 6. Dez. Als belgischer Gesandter, Mitglied der Reparationskommission und Der Militärkommission, trat hier im Herbst ein Herr auf, Der sich Andre D e V o ß nannte unD dank seines hochklingenden Titels überall Zutritt erlangte. Dieser de Voß schwindelte nun einer hiesigen Dame einen Zobelpelz hn Wert von 600 000 Mark und 100 000 Mk. in bar ab und verschwand dann. Später hat man ihn im v - Z u g B e r l i N — D r ü s s e l gesehen. Rach soeben eingettoffenen Meldungen „arbeitete" der Gauner in diesen Tagen unter Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags: Berlin 8225, Frankfurt a. M. 8300 — 8400. spiel zur Heiterkeit zwang. Die Maske war vielleicht etwas zu jugendlich. Luise Rarnmel als Amme CreszeNz wirkte Durch ihr stummes Spiel oft geraDezu überwäkttgenD komisch. Die Kokotte Vera Verena mit ihren erheuchelten Enip- ftnDungert wurde von Karla Keller sehr treffend gegeben, wenn auch das Berechnende im Wesen solcher Gestalten nicht ganz scharf genua hervortrat. Sodann ist es kaum anzunehmen, daß eine solche „Dame" anspruchslos genug ist, um nach Drei Monaten rwch in gleichem Kostüm und Hut zu erfchernen. In kleineren Aufgaben beftie- Dtglen Karl Holl (Bauführer Kruse), Elsa Enget (Betty) und Lore Schatte (Toni). Der starke Beifall deS Publikums galt wohl in gleicher Weife dem Werke wie Den Darstellern. Frankfurter Uraufführung. Impekoven und Mathern: „Mohren- w ä f ch e". Frankfurt a. M., 2. Dez. Der oft bewährten Zusammenarbeit Der beiden Frankfurter Schwanklustspielautoren Toni Impekoven und Earl M a t h e r n Hal Das Frankfurter Schauspielhaus einen Neuen starken Bühnenerfolg zu bautet, UND ihre „Mohrenwäsche" wird sicher noch oft vor Dem Ranipenllchk aüsgebrellei werden. Es ist ein lustiges luiD anspruchsloses Stücklein, Das in Mklieil und Zeichnung Der Figuren leicht an Die „Drei Zwillinge" seiner geistigen Väter gemahnt. Elli im heiteren Genre noch nicht über Gebühr -abgebrauchter Gebaute bilbel Den Angelpunkt Der, von allem Zweideutigen erfreulicherweise frei- gehaltenen. Handlung: Der Gentleman-Meister- Detektiv, von Den jung geadelten Herren v. Klotz herbeigerufen, überschaut gar bald Die Verhältnisse im Hause, wirD zum Mitwisser aller möglichen geheimen Herzens- und Steuerangetegenheiten unD bringt am Schluß alles toieDer zu gutem EnDe, Die beiDen BiüDer zur Versöhnung und — so will es Die gute TraDrtion — zwei Liebespaare tn Den sicheren Shehafen. An komischer Wirkung, Die teils Den (Situationen entstammt, teils auch aus Den Charakteren fließ! übertrifft Der Mittelakt noch Die Exposition, und Die Lösung Der Schwierigkeiten erfolgt zur wohlgefätliaen ZufrieDenheit aller Teilnehmer, wobei Den Autoren eine sehr gewanDle Mise en sedne zu DefunDen ist. Sie haben glücklich Den Typ Des neuen Reichen getroffen, ohne Durch bissige Satire Den Eindruck Des Behaglichen schwin Den zu kafsen. Die Uraufführung Des ergötzlichen Stückes, Die Impekoven in Den Gleisen guter Unterhaltungs- Dramatik laufen lieh, gab vor allem Georg Lang, bad) als Detektiv mit Dem großen Geiste unD Dem eDlen Harzen eine dankbare, von ihm famos bewältigte Aufgabe, und daneben war besonders die Ahne des Geschlechts der Klötze durch die prächtige Darstellung der Frau Einzig in den Vordergrund gerückt. Es gab sehr viel Beifall, Erfolg fetbff bei offener Szene, und die beiden Verfasser wurden mit den Künstlern oftmals gerufen. Dr. Georg Schott. ven Mttgliebern der EfrtmbenTofonle tn Danzig. Bis jetzt gelang es nicht, feiner habhaft zu werden. EchlichtungSnnsschnst der Provinz Ldcrhenen. Verhandlung vom 5. Dezember. 3n der Lohnstreitsache des ZentralverbandeS bet QMder und der V ä ck e r i n n u n g e n Dieben und Dad-Rauheim erging folgender SchiedSfprrlch Mir Wirkung vom 4. Dezember 1922 sind folgende Mmdeslwechenlöhn» zu Ahlen: Für Schieber 8300 Mk. iseither, fett tem 20 11., 4800 Mk) Teiginacher Z90D Mk (4300) und Letztgehilfen 7500 om. (4200) Dewavrung von Kost und Wohnung fDimen wöchentlich 3950 Ml. (2200) abgezogen werden Für Dad-Rauhelm ist der Schiedsspruch laut tarifvertraglicher Destim- mung bindend. Für die Transportarbeiter In Friedberg und Dad-Rauheim schlug der Schlitz tungSauSschuh für die Zeit ab 1. Dezember 1922 die Lohnsätze vor, trne sie sich auS dem Schiedsspruch vom 28. Rvvember 1922 für Sichen ergeben. 3n der AntragSsach? deS ZentralverbandeS der Landarbeiter gegen den Verband land- wirtschaftlicher Arbeitgeber fü len und Rcichlaraebiete lueye i höherer Gntloynuna der Saisonaroeitennnen (sog. Sommeianädchen) in den Kreisen (Ale^«n, Lauterbach. Alsfeld und Schotten erging folgender Sch edslpruch: Für die Entlohnung de.- Sommermädchen sind die zwiftzei dem Verband landwirtschaftlicher Arbeitgeber für Hessen und Dachbargebiele und dem Deutschen OanbatteiterT?erbanb Gau Kassel (früher Frankfurt) abgeschlossenen Vereinbarungen maßgebend. Etroaiae Sonderleistungen sind zu tea Tarifsätzen deS Abschlusses vom 11. Oktober 1922 anzurcch- nen. 3m übrigen werden Sonderabmachungen einzelner Verträge nicht berührt. 3n einer weiteren Lohnstreittgkeit einigten sich die Streitteile vor der Verhandlung. Der Witwe P Stein in Grünberg gab der SchlichningSausschuf) die tarifli-che Entlohnung eineS Knechtes auf. Dace^en entsprach er dem Antrag eineS landwirtschaftlichen ArteilerS der Witwe A. Schlitt in Grünberg aus tarifliche Entlohnung nicht, weil der Antragsteller nicht voll leistungsfähig ist. Kirche und Schule. Die LehrerbildungSfrage. Berlin 6 Dez. (Wolff) Am 2. Dezember fand auf Einladung des "ReichsministerS deS Innern unter Beteiligung des Reichifi ranzmini- sterS eine Defprechung über die Lehrerbil- dungSfraae statt. Vertreter der grohen Lchververbünoe begründeten die Rotwendigkeit der Dringlichkeit einer Reuordnung tei Lehrerbildung, während demgegenüber der Reichs» fiTranzminister unter Würdigung der Bedeutung der LehrerbikdungSfrage die Schwierigkeiten bar- legte, die die gegenwärtige Finanzlage das Reiches der Verwirklichung ter vorgeträgenen Wünsche entgegenftellte. Von den Ver-tretern der Reichsi-egierung aurde eine baldige Entscheidung tn Aussicht gestellt. ' Erledigte Schul st eilen. Erle-, btgt sind: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule zu D u r g - Gemünden, KreiS Alsfeld. Dienstwohnung ist vorh-anden; eine Lehrerstelle für eine evangelische Lehrerin an der Volksschule zuDal - heim. Kreis Oppenheim. Wohnung kann beschafft werden: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule zu Offenthal, KreiS Offenbach. Kleine Dienstwohnung vorhanden: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule zu Reuters, KreiS Lauterbach. Dienstwohnung ist vorhanden, aber vorerst nicht frei. (Berid)tsfaaL Der Darmstadter Landfriedensbruch vor Gericht. Darmstadt, 6 Dez. (Wolff.) Der heutige zweite VerhandlungSlag, an dem in die Spezialbehandlung der einzelnen Anllagefälse eingelreten wurde, brachte eine gewisse Sensation durch die Vernehmung des Zeugen D i n g e l de d, der u. a. aussagte. bei den Vorfällen am 27. öunt während seines Leidensweges habe sich ihm ein Gesicht hast- und wutverzerrt besond^S eingeprägt, das er tagelang nicht wieder aus dem Gedächtnis verloren habe. Es war das Gesicht eines Mannes, von dem er die bestimmte lleter- xcugung hatte, dasi er seinen Tod wollte Dieser 0110701 habe ihn cr Gewalttat Er habe sich deS Herrn Dingeid«) nur bemäch'igen wolle«, um ihn zu retten. Da- wird i^ooch durch etne Reihe anderer Zeugen widerlegt Der zweite Angeklagte Eilenbahnschaffner Hulhmann bestreitet ebenfalls Dinaeldeh gelchfaaen zu haben. Von verschiedenen Zeugen wird oteS feterch behauptet. 3m übrigen brachten die Zeugenaussagen nichts wesentUch neues Gegen 4 Ayr wird die Verhandlung auf morgen vertagt. Dennitotes. Mmtern»1htlfr-Sk,fts»g. Ludwigshafen, 6. Dez. (Wolff.) Trotz der ungünstigen Lage durch den Streik hat die Direktion der Badischen Anilin- und Sodafabrik für dieWinter- n o t h i l s e einen Betrag von 6 Millionen Mark gespendet. Zwei Arbeiter verbrämet. Hamburg, 6. Dez. Während zwei Kupferschmiede in einem Destillierapparat der Teutoniawerke In Harburg Schweifungen vornahmen, entstand in dem Kessel Feuer, wodurch die Kleider der beiden in Brand gerieten. Einer verbrannte tn dem Kessel bei lebendigem Leibe, während der andere lichterloh brennend inS Freie entkommen konnte. Er wurde mit schweren Brandwunden inS Krankenhaus gebracht, wo er bald starb. ©in neues Panzerauto. London, 7. Dez (DTV.) Reuter meldet aus QI e u 0 d t f, dah ein Panzerautoneu konstruiert wurde, das mit dreizdlligen Geschützen ausgerüstet fei und daS sowohl aufdem Lande als auf dem Wasser verwendbar sein soll. Bei einer Probefahrt auf dem 2ant>e fei eine Stuntengeschwsi.dtgkeit von 30 englkfchen Meilen erzielt worden. Mit Hilfe feiner Sch auben habe dicses Panzerauto im Hudsoiifluf) P/4 englische Meilen zurückgelegt. • Anekdoten von Fritz Dehn. Der hervorragende Münchener Tier-Pkastiker Friy Dehn wird tn einem soeben im Verlag con Hugo Schmidt in Münch.n erfcf/iencTie'! Rache in seinen besten Werken und eigeten fchriit'te'l- rischen Avstühiungen vorgeführt. Zum Schluß werden auch ein paar lustig-. Ce chichum von u,.n erzählt: „Vehn fuhr in ter Tiamdayn, es entstand eine ©eene, ereil sich ein Mann im Gedränge über Ihn erboste. Rach langem Hin- und getreten schrie ter Erboste: „Glauben Sie diel- lcicht. Sie sind etwas Dcfseces wie ich?"' „Fa". sagte VcLn ruhig. Der Erboste schw'.ez fassungs- lcs. — D.tzn wurde bei einer Umfrage, die sich gegen die ausländische Kunst riche:e, um seine Meinung gefräst. Er antwortete schriftlich: „Sie haben ganz recht. Auch ich betaue-, e dast Rodin mehr Talent hat wie ich" — Weint die Rede auf die Kunsthistoriker kam, erzählte Behn gern fügende Geschichte: „Ern berühmter Kunsthistonker, ein „groheS Tier", ging mit einem Bekannten d e Ludwigstrahe entlang. Da sagte das „grosteTier": „Run setzen Sie mal diesen Kerl an, der da eben an uns rorbeiging. Glauben Sie, er grüftt mich zuerst? Fällt ihm gar nicht em! And dabei verdankt er alle-, was er ist, mir.“ „Wer war eS denn?" fragte bet Begleiter. „Michelangelo." — Gin unbedeutender Mensch hatte D:hn einen an- maf’-enben Brief gesch ieben. Vehn antwortete: „3ch habe 3hren Dries erhallen. Darauf habe ich mich nach Ihnen bei versch'.etenen Auskunfteien unb Detektivbureaus erkundigt — wo mir jedoch der "Kescheid wurde, dast Sie -bertzlu8» Sitz'uh- Schluß Jtur» Äur» flure Mur» Tatnm: 57» Dtskb. Metkhsanlclbe 47° Tfrnleidjen •VIVU Tein lei (ten 37° Ternte ritzen Ttfd).©unv'l,— llix),— —,— —,— TiSionio (£oinmaitbit . 3!3 O— 35"0.— 9200,— —, - Mernlldank 10 00,- 12000,- Mineldciii. ffrebitbnnr 1'40,-2050,- -,- 2100,- Ccftcrr. 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Ss ist der Verfasserin gefangen, eia Kunstwerk der erzählenden Literatur zu schaffen, das erfüllt ist von glänzendem Humor, von feiner Ironie und tiefem Verständnis für menschliche Schwächen Ein Schauspiel eröffnet sich mit taufend wechselnden Szenen einer sich von selbst ergebenden und nie versagenden Situationskomll. — Die jüdische Orgel, Roman von Ludw. W i n d e r (Rikvla-Verlag Wien, München. Leipzig.) Der Roman spielt in der Umwelt einer Heinen, mährischen, orthodox jüdischen Gemeinde und entfesselt wirllich ein Orgelspiel von Leidenschaften und Verworrenheiten. Auch das Ente bringt noch nicht völlig Friede und Versöhnung, wohl aber Erschütterung und Besinnung! — Schöne Frauen tn 60 Meisterbildern. Sin geleitet von A. von Gletchen- Ruhwurm. (Verlag von Julius Hosimann in © ruttgart.) Der Dortzand. v 6 Akte. 6 Akte. Mto Abt, Nidda, Tel.M □aoaaaanaaooaaaoDQaaQaoao Original-Giehener Oefen und Herde werben ffir jedes Brennmaterial in drei GiSa n nnd Warben nitaefertinf. 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Leider \\\ habe es mit dcchr Seiten der irrige die Oessentlichleit aufzuklären. Diele beutsche gesetzt, geschlossen und Stabte nicht erforderlichen Zus, dE ben bwheni ?erte für bas d, y dr das Th« wfen ist, bie versi J“heilsam Z SeMhlte qj0( Mabe Amich Uisienzen, bie t°i' ^^ustlers QnK>[ man bic§ 9 c,n Dahin SS! Diu Sine rech §r>rtfehun^ alfc beider. er kurz ^enhrit kM- KO Mein T ^ufh7/Mgen C|t» w ,1’ d°- hXÄ Imme Nr. 288 Zweiter Blatt Deutscher Reichstag. 2*4Z. Sitzung, nachmittags 2 Uhr. Berlin, 6 Dez. 1922. Die zunächst auf bet Tagesordnung stehende sozialdemokratische OrderpcILi Um über die T e u e- r u n g wird nach einer Erklärung der Regierung innerhalb der aeschästsordnungSmähigen Frist Ke- antwortet werben. Die erste 'Beratung der Novelle zum Gesetz über die Beschäftigung Schwerbeschädigter wird durch eine Rede des RrbeitS- ministers Dr. Brauns eingeleitet. Zur Zeit seien rund 50 OOO Schwerbeschadigte in Deutschland vorhanden, von denen 1Z 003 arbeitslos seien. Die Beschäftigung der Schwerbeschädigten habe zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht geführt 22 000 freie 2lroeitsste.le.i tonnten nur deshalb nicht besetzt werden, weil die nötigen Wohnungen nicht vorhanden seien, jedenfalls habe das Gesetz sich bewährt und seine allgemeinen Grundlagen seien deshalb in der Novelle nicht verletzt worden. Abg. Dudjuhn (Dntt.) beantragt Aus- schuhbevatung und bedauert, daß die Organisationen der Kriegsbeschädigten nicht ausreichend gehört worden seien. Gr fragt den Minister, wann die Rovelle zum Reichsversorgungsgesetz erscheinen werde. Arbeitsminisler Dr. DraunS erwidert, die Rrvclle zum ReichSversorgungsgesetz werde dem Reichs ra! noch im Laufe dieses Monats zugehen. Der 2Tb- und Umbau der Dersovgungsämter und des Postperfonals solle nicht auf Kosten der Schwerkriegsbeschädigten erfolge«!. Die Rooelle geht barm an den sozialpolitischen Ausschuß. Der Rächtragsetat für Wasserstraßen, Luft- und Kraftfachr'wesen wird bs- 'willigt. Beim Rachtragsetat für die Reichseisen- bahn polemisiert Abg. Hölle in (Korn.) gegen die Bestrebungen, die Reich?bahn zu privatisieren. Die Steigerung der Gi^enbachnfrachttarife verteuere die Lebenshaltung bet breiten Massen. Mit dem Prärnienshstern nxrrte dem AchtstundeTdag bei der Gisenbachn ein Ende gemacht. Rachdem Abg. Kniest noch im Interesse der ärmeren Bevölkerung für eine Ermäßigung der Fahrpreise vierter Klasse etngetreten ist, wird der Etat unverändert genehmigt. Die Rovelle zum Reichsaxrhlgeseh, welche eine Verkleinerung der Wahlkreise bringt, wird einem Ausschuß überwiesen. Morgen nachmittag 2 ITfyr kleinere Vorlagen Rachtragsetat. Schluß 51/2 llfjt. Die wirtschaftliche Notlage des Theaters und der Bühnenkünstler. Herr Rich Hellborn, der Obmann der Gießener Gruppe der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger, schreibt und: Sehr häufig begegne ich in den Kreisen des kunstliebenden Publikums der Ansicht, daß bei dem guten Geschäftsgang der Theater der Bühnenkünstler doch wohl auch ein ausreichendes Gehalt habe, das ihm ein sorgenloses Leben gestatte Leider ist das aber nicht der Fall. Ich habe eS mir daher zur Aufgabe gesetzt, in diesen Zeilen der irrigen Ansicht entgegenzutreten und die Oefsentlichkeit über den wahren Sachverhalt aufzuklären. Biele deutsche Theater sind der Gefahr ausgesetzt, geschlossen zu werden, weil die Staaten und Städte .nicht mehr in der Lage sind, die erforderlichen Zuschüsse aufzubringen. Das bedeutet den drohenden Verlust großer kultureller Werte für das deutsche Volk gerade in einer Zeit, da das Theater mit an erster Stelle berufen ist, die versinkende Kultur zu heben und zu retten, heilsam zu wirken auf die zerrissene und zerwühlte Volksseele, inneren Frieden und Halt zu schaffen. Es bedeutet aber auch die drohende Vernichtung unzähliger Künstlerexistenzen. Was die wirtschaftliche Lage des K ü n st l e r s anbelangt, so bedarf es allerdr rgs mcht mehr der Schließung der Theater, um darzu- tun, daß man die Existenz des Künstlers heute nur noch ein Dahinvegetieren nennen kann. Ein erster Fachdarsteller, der, ehe er als solcher anerkannt wird, zwei Zahrc studiert, wei- terc zwei Jahre gegen allergeringste Entschädi- Die Herweghs. Eine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill. 55. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Der Richer sah schließlich ein, daß hier jede Mühe vergebens war. „Sie haben also auch das Vertrauen in Herwegh gesetzt, daß er Ihnen das Geld auf alle Fälle sicher anlegen würde?" „Jawohl' Wir waren befreundet, über das geliehene Geld habe ich keine Rechenschaft weiter verlangt und glaube auch nicht, daß es mir verloren ist. Im übrigen hat mir Herr von Herwegh Schuldscheine ausgestellt." „6ic haben also hier kein besonderes Interesse daran, festzustellen, wohin es gekommen ift?“ fragte der Richter. Stolzenberg bewegte die Finger heftiger. „21t in, ich will mailen, bis Herr bpn Herwegh seine Angelegenheit wieder selbst führt," sagte er kurz. Bravo, Stolzenberg, das nennt man Freund! Das ging ja heut wie in einem Kino, jetzt stand ein fetter MagistratSsekretär vor den Schranken. der von Herwegh große Versprechungen auf .Dividende und dergleichen" gemacht bekommen hatte, und seine Aktien, die er damals noch zu einem anständigen Kurs hätte loswerden Rnnen. daraufhin behalten hatte. Er hatte aber kürzlich in der Dahn gehört, daß die Backsteine wieder teurer würden und daß Erler eine neu» Fabrik in die Rähe bauen wolle, er wollte daraufhin in Gottesnamen seine Aktien behalten, denn jetzt lockte man ja doch keinen Hund mehr hinter bem Ofen mit ihnen hervor und er zog seine Klage gegen Herwegh hiermit zurück. Der alte Goldenberg mit seinem fuchsigen Hut. den er immer vor den Magen hielt, als fürchte er, daß ihm einer hinter die schmutzige Weiße Weste sehen könnte gestand, daß er zwar dis Gelbsucht bekommen habe vor Aerger über Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, Z. Dezember 1922 die Eppenhausener Htzpothekengeschichben, daß er aber seine Aktien noch zur rechten Zeit herausgezogen hatte. 3m übrigen mußte er sagen, einen so anständigen Mieter noch in seinem Leben nicht gehabt zu haben wie Herrn von Herwegh. Und er begann ihn zu loben, daß Herbert die Ohren spitzte. Oh, deshalb war Lutz ihm neulich in Zivil in der Kvchbrunnensirahe begegnet! Der hatte den Alten rich ig mal wieder breit geschlagen, denn im Grunde hatte Goldenberg, so lächerlich Herbert das auch fand, vor dem schönen Lutz immer eine geheime Furcht. Die Richter und auch das Publikum hatten von einem Goldenberg etwas anderes erwartet, und der Staatsanwalt sah ihm höhnisch nach, als er, sobald er von seiner Zeugenaussage befreit war, sich so rasch wie möglich aus dem Saal drückte. Die Aufmerksamkeit wandte sich Dantel- mann zu. Der alte Herr war schlohweiß geworden, sein langer Hals tagte aus einem zu weiten niedrigen Kragen heraus, und Herbert sah unwillkürlich nach seiner Feder hinterm Ohr. Dantel- mann sagte aus, daß er mit Herwegh stets in bestem Einvernehmen gestanden habe und, wenn er sich so ausdrücken dürfe, sie sogar Freunde gewesen seien. Er kam dann auf den Grund seiner plötzlichen Entlassung zurück, und der Smaragd begann zu funkeln. Die Frauen reckten die Hälse, und Herbert, der sich schon lange über den Federhut seiner Vorderdame geärgert hatte, benutzte die Gelegenheit, diesen Hut einfach nach vorn überzukippen, ohne sich um die Entrüstung der Dame zu kümmern. Die Sache mit dem Smaragden interessierte ihn, und er wollte auch etwas sehen. Dantelmann sprach leise, als schäme er sich, davon überhaupt zu reden. Die russische Fürstin tauchte auf, ihr Kammerdiener, der den Schmuck brachte, Dantelmann besch.i.'b den vierundzwan- zigsten Dezemberabend, als der Kammerdiener Den Schmuck zurückverlangte, und als Herwegh gung als Anfänger an einer Bühne tätig gewesen fein muß und erst nach weiteren vier bis fünf fahren praktischer Tätigkeit anerkannt wi.d, erhält zur Zeil einen Gehalt von 2 1000 Mark P r 0 Monat. Eine 21jährige Verkäuferin erhält zur Zeit dieselbe Bezahlung Ein ungelernter Bühnenarbeiter. 19 Jahre alt, erhall 33 000 Mark, wählend der Oberregufeur, der in 90 von 100 Fällen Akademiker ist, nur 25 000 Mark erhält. Von diesem monatliche Einkommen werden für Steuer, Krankenkasse, A.raestell teurer' i ten rnn. Pensionen utb Altersversorgung rund 5000 Mark monatlich in Abzug gebracht, so oah Dem Künstler noch 16 000 Mark verbleiben. Bon diesen 16 000 Mark monatlich soll er nun noch die nach § Z des Rormalvertrages erforderliche Garderobe stellen, nämlich zwei moderne Anzüge, je ein Frack, Smoking- und Cuttaway-Anzug zwei Mäntel: die dazu erforderlich: Wäsche: Fuß-, Hand- unt> Kopfbekleidung, beftefyenb aus 5—6 Paar eleganten Schuhen und Stiefeln, 6 Paar verschre- bcnfaibigen Glacehandschuhen. 12 weihen und farbigen Oberhemden, 50 Kragen, mindestens 6—8 Hüten. Stöcken. 20-30 Krawatten; ferner sind davon zu bezahlen: Schminken. Abschminken, Puder. Reparaturen. Reinigen, Versicherung gegen Feuer und Diebstahl usw. In früherer Zell wurde dieser Gardrrobefundus innerhalb zwei Jahren erneuert. Das würde nach dem heutigen Geldwert mindestens 30 000 Mark pro Monat erfordern. Infolgedessen find die Bühnenkünstler gezwungen, die vertraglichen Gardervbeverpflich- trmgen auf mindestens 6 Jahre zu verteilen. Hiernach muß der Künstler für die Garderobe jeden Monat 10 000 Mark zurücklegen oder dafür Reu- beschaffungen machen. Es bleiben ihm atfo zum Leben 6000 Mark monatlich. So sieht die glänzende Bezahlung des Bühnenkünstlers, männlichen wie weiblichen, aus. Würde der Künstler seine Garderobe vernachlässigen, so würde er bereits im 3. und 4. Jahre infolge der Schäbigkeit seiner Garderobe vom Publikum geringer geschätzt werden: außerdem würde ihm die Möglichkeit, sich um neue Anstellung zu bemühen, vollständig genommen fein. Hm dem aus dem Wege zu gehen, wird der ernst zu nehmenbd Darsteller von seiner eigentlichen Aufgabe, der guten kulturellen Kunst ausschließlich zu dienen, abgebracht und gezwungen, sich durch die Zwitterkunst des Kabaretts, oder deutscher und richtiger gesagt des Tingeltangels, Rebenebrnahrnen zu schaffen, die aber auch noch sehr fraglich fmb, weil manche in Betracht kommenden Vereine und Cafes, die Rotlage des Kürrstlers erkennend, ihn ausnutzen und ihm geradezu hohnsprechende Bezahlung bieten. Viele Kunstfreunde, die ich über all das ausklärte, hielten mir entgegen, warum denn der Bühnenkünstler nicht mehr Gehalt fordere. Das ist leicht gesagt. Wer gibt die Mittel dazu? Das Publikum geht schwer auf Erhöhungen der Eintrittspreise ein. Jede Preiserhöhung bringt dem Theater einen Rückgang der Besucherzahl, und dabei ist das Theaäer doch das billigste aller Lebensbedürfnisse. Daß es zu den Lebensbedürf- nifTen gehört, wird wohl fern vernünftig denkender Mensch bestreiten wollen. Die Städte aber wollen, da ihnen die frühere ausreichende Einnahmemöglichkeit genommen ist, die erforderlichen Zuschüsse nicht mehr leisten Die Eintrittspreise bringen meist kaum die Hälfte der Summe, die notwendig ist zur existenzfähigen Bezahlung der Bühnenkünstler, zur Bestreitung der anderen Gehälter, sowie zur Deckung der Kosten für Heizung, Licht usw. Selbst für die kleinen Gehälter der Darsteller sind bet einem Theaterbetrieb, wie in Gießen, beinahe 2/4 Millionen erforderlich eine weitere halbe Million für technische Hilfskräfte, Vorstände, Arbeiter, Putzfrauen, Logenschließer, Musiker, Chor- und Statisterie, eine Million für §eizung, Licht, Reubeschaffungen, Tantiemen. teuer und Verwaltungsunkvsten. Also reichlich zwei Millionen müssen eingenommen werden, um die spärlichen Gehälter und die übrigen Kosten decken zu können. Mm aber das einzunehmen, muß bei monatlich 20 Vorstellungen mit je 600 verkauften Karten, ganz optimistisch gerechnet, jede Karie durchschnittlich 200 Mark kosten. also die teuerste ungefähr 300, die billigste 150 Mark. Damit wäre aber den Darstellern noch nicht geholfen, beim es ist unmöglich bei der stets fortschreitenden Teuerung mit 6000 Mark monatlich existieren zu fonnen. Wenn man bei den heutigen Kohlen- und Lichtpreisen ins Theater geht und 200—250 Mark für einen mittleren Platz ausgibt, spart man noch Geld. Denn ein Zimmer von ’ -Z—10 Hhr zu Heizen und zu beleuchten, kostet ja mehr als 300 Mark: dabei hat man im Theater doch immerhin einen besonderen Genuß, während man »u Haute die vier Wände anftarren darf 2 Glas Bier und eine Zigarre oder 1 Tasse Kaffee und zwei Stück Torte kosten heute auch 250 Mark. Dabei ist es fraglich ob das für 2Vs—3 Stunden ausreicht. und barm kann doch dabei von geistiger Erholung und Stärkung feine Rede sein. Im Theater in Hanau kostete bereits Mitte Rovember der beste Platz bei der Operette 400 M. In Heidelberg, einem Theater gleichen Ranges wie Gießen. kostete der teuerste Platz im Schauspiel 300 Mk In Gießen aber kann man für 225 Mark den besten Logenplatz e .halten. Kann bei diesen Preisen den Darstellern auch nur das Existenzminimum gezahlt werden? Wenn eine Kulturstätte, wie das Geßener Theater, der Gefahr ausgesetzt wird, infolge Mnientabilitäl geschlossen zu werden so trägt die Bevölkerung Daran Schuld, weil Deren größter Teil glaubt, für eines chrer höchsten Kullurinstitale nicht die Mittel aufbringen zu können, die zu seiner Erhaltung nötig sind. Anmerkung der Redaktion. Dir Ausführungen des Herrn Hellborn gestatten einen Einblick in die wirtschaftliche Eristenz der Künstlerschaft unseres Stadtthea e 's, der ein überraschendes und betrübenteS Bild enthüllt. Daß die Klage, die wir hier vernehmen, Berechtigung hat und bei allen Freunden und Besuchern unseres Stadttheaters die Meberzeugung auslösen muß, daß eine besondere Anstrengung zur Besserstellung der Künstlerschaft zu machen ist. bedarf keiner weiteren Beweisführung. Mit 21 000 Mark Drutto-Mvnatsg hört haben?" fragte der Richter. Herwegh erhob sich. «Soweit sie mich betrifft, ja." und er setzte sich wieder. Diese unerwartete Schweigsamkeit, die niemand von dem gewandten Verteidiger erwariet hatte, erhöhte seine Sympathie bei den Herren, und die Damen dachten.' Er sammelt sich zu seiner Rede Dieses große Plädoyer erwarteten sie mit solcher Spannung, daß die übrigen Zeugen nicht mehr ruhig angehöri wurden. (Fortsetzung folgt) ist sparsam Sm Gebrauch und billig. HENKEL A Cie., DÜSSELDORF Statt Aorten Leute Stefeen von bei der Mitteldeutschen Creditbank, Darmstadt ferner bei sämtlichen Zweigniederlassungen der Mitteldeutschen. Creditbank an anderen Plätzen, LLL 3. der Berthold Kühne und Frau. Gießen, den 6. Dezember 1922, i winee 4. 5. 10585ss ML 12— Gießen, den 5. Dezember 1922. Mitteldeutsche Creditbank. 22— LULL 28— 10— Bienenkorb- 50— 70— Kola-Dultz ist in allen Apotheken zu haben. 1058TD in in in in in in in in r Ihre Vermählung zeigen an Archivassessor Dr. Ludwig Clemm und Frau Lene geb. Fuchs Fettnutzkohlen . . . Fettkohlen, meliert. Ehnuhkohlen Anthrazit...... Steinkohlenbriketts. Braunkohlenbriketts Zechenkoks, grob . . Zechenkoks, nutz . . Raumann - Nähmaschinen für Schule und Haushalt sofort lieferbar. Herde I u.Oefen Edgar Dorrmann, Äisenhandlugn. lOWTy Beschwerden über Mängel bei der Belieferung und Preisberechnung sind beim städttschen Brennstoffamt vorzubringen. Giehen, den 6. Dezember 1922. [10600B Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Seib. Wir zeigen die Geburt unseres zweiten Jungen an in Frankfurt a- M. und ftl Berlin bis zum 28. Dezember 1922 einschließlich zu erfolgen, und zwar: außerdem: Coblenz u. Köln IMpzif Meiningen München Stuttgart Tübingen Hechingen und Sigmaringen Gratis - Bezugsschein! An G. Schwarz, priv. Apotheke, Berlin A 584, Frtedrichstrahe 19. Senden Sie mir gratis und franko ein genügendes Quantum Kola-Dultz zum Derfuch nebst dem aufklärenden Büchlein. Bezugs-Angebot auf Mk. 170000000.— neue Stammaktien. Büglerin nimmt noch Kunden an nutzer dem Hanfe. S>chr. Ana. u. 011017 an den (Mies. An» 'wrw NM eee . I11Y1 das dankbare 1' Seifenpulver Ahmann & Schneider KaUerallee 45. 1O4O4D Sie eS fo ohne wettereS nicht glauben werden und verdenke es Ihnen nicht. Sie sollen eS auch gar nicht eher kaufen, als bis Sie eS, ohne Kosten für Sie. versucht haben. Ich werde Ihnen eine kleine Schachtel Kola-Dultz kostenlos und postfrei senden, wenn Sie den hier abgedruckten Bezugsschein im offenen Kuvert an mich etnfenben und auf der Aüdseite des Kuverts Ihre genaue Adresse angeben. 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In unser Genoffenschaftsregister wurde heute bei der Landwirtschaftlichen Bezugs» und Absatz-Genoffenschaft e.G.m.b.H. in Ober-Bessingen folgendes eingetragen: Die Satzungen sind geändert. Die Haft- summe betragt jetzt 1000 Mk. IL Beschluß der Generalversammlung vpm 13. August 1922. Der Bürgermeister Samer ist aus dem Dorstand ausgeschieden und an seine Stelle der Landwirt Karl Sommer von Ober-Bessingen in den Vorstand gewühlt. Lich. den 4. Dezember 1922. ________Hessisches Amtsgericht. (108700 Bekanntmachung. Samstag, den 9. Dezember 1922, mittags 12 Uhr, werden im Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer Ar. 0, verschiedene städtische Plätze zum Verkauf von Ghrtstbäumen meistbietend verpachtet. Gießen, den 6. Dezember 1922. 10MSB Der Oberbürgermeister. 3. D.: Krenzien. Mk. 2430— f. d Ztr. - 2474- . , „ , 2136- , , , „ 2676- „ , „ , 2945- „ . „ „ 3239- , , , n 1285— „ „ „ „ 2814— „ „ „ w 3165- „ , „ herzliche Einladung zu -en Vorträgen von Herrn Zeltprediger v. Volkmann von Freitag, den 8., bis Sonntag; den 10. Dez. Die Dorträge finden statt: Freitag und Samstag je abends 8 Uhr im Gvang. Vereinshaus, Lüberftratze 14. Sonntag nachmittag 3 Uhr und abends 8 Uhr in der Turnhalle am Oswaldsgarten. l0807D DaS ist aber keineswegs ein unabänderliches Schicksal. Alan kann gegen die Nervosität sehr viel tun, man kann sie mildern und sogar, wenn günstige Ginflüffe zusammenwirken, oder wenn eS stch nicht um sehr schwere Fälle handelt, ganz beseitigen. Aicht immer allerdings gelingt eS, die schädlichen Ginflüffe ganz auszuschalten. Man kann niemand verbieten, Sorgen zu haben, die wenigsten können sich in ihrem Berufe so schonen, wie sie es eigentlich sollten, aber jeder kann wenigstens das bewähtte BervenanregungSmittel Kola-Dultz nehmen. Kola-Dultz wird von zahlreichen namhaften Aerzten nicht nur verordnet, sondern auch selbst benutzt, und ist in jeder Apotheke zu haben. Kola-Dultz wirkt auf erschlaffte Aerven überau« anregend und neu belebend. Tausende benutzen es und möchten es nie wieder missen, weil eS ihnen Energie und Tatkraft gegeben bat, well sie es ihm verdanken, dah sie in jeder Beziehung wieder leistungsfähiger geworden find. Ich weih, Sah ich viel verspreche, und ich weiß auch, dah 2. für das Einträgen des Brenn» stoffes von der Straße in den Keller........ 3. Bei Lieferung in Säcken oder Körben bis zu Höchstmenaen von 15 Zentner ob Eisenbahn» wagen in den Keller . . . 4. Bei Abholung von d Lager, platz des Kohlenhändlers bis zu Höchstmengen von 15 Ztr. 5. Bei Lieferung des Kohlen- Händlers ab Lagerplatz bis vor das Haus für Kohlen, Koks und Briketts . . . 6. Bei Lieferung in Säcken oder Körben bis zu Höchstmengen von 15Zentner ab Lagerplatz des Kohlenhändlers bis in den Keller, für Kohlen, Koks und Brikett»..... WohltStigkettsbafar Donnerstag, den 14. Dezember 1922, in den Räumen deS Gesellschaftsverein«. Rachmittags von 4 bis '/,r Ahr: »Kinderfest". Don 7 Uhr ab: „Unterhaltungs-Abend" (ernste und hellere Ausführungen und Lanze). GintrittSPreise für Kinder (bis zu 14 Jahr.) Alk. 15.—, für Erwachsene *2HL 35.— (einschl. Steuer). Karten zu haben an der Kaffe und im Dorverkauf bei Julius Bach, Friseur Koch, FreeL'fche Buchhandlung, Gafe Astoria und Ernst Thallier. — Näheres Programm ist an den Kartenverkaufsstellen einzusehen. Die Aushändigung der neuen Aktien, über deren Erscheinen besondere Mitteilung ergeht, erfolgt gegen Rückgabe der Kassenquittung bei derjenigen Anmeldestelle, die diese Quittung ausgestellt bat, gegen Empfangsbestätigung. Die Bezugsstelle ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Legitimation des Vorzeigers der Kassenquittung zu prüfen. American Line Regelmäßige Passagier- und Frachtdampfer Hamburg - Newyork Passagierdampfer: Doppelschraubendampfer „Manchurie“ . 16. Dezember Doppelschraubendampfer „Mongolin1*... 30. • Dreischraubendampfer „Minnekabda« . . 6- Januar Doppelschraubendampfer „ManchuriaM . 20. ■ Doppelschraubendampfer „Mongolin11... 3. Februar Dreischraubendampfer „Mlnoekahda" . . 10. . Doppelschraubendampfer „Manchurla« . 24. , Fraohtdampferi Hamburg - Baltimore Hamburg - Boston Hamburg - Philadelphia usw. Auskunft erteilen: American Line, Hamburg, Börsenbrücke 2 Vertreter: Wiih. Julimann, Gießen, Bahnhofstr. 65. 7361A__ Ruhe, Energie, Geistesgegenwart ?eben Lleberlegenheit in allen gesellschaftlichen und geschäftlichen agen, auf Reisen, beim Sport, kurz auf jedem Gebiet. (a 24/4 V Wer die stärkeren Aerven hat, der meistert überall die Situation, ist seiner Umgebung und feinen Gegnern durch selbstbeherrschteS, absolutes Handeln überlegen, sieht immer noch Auswege, wo andere daS Spiel längst verloren geben, und schlägt sich mit Umsicht und Tatkraft durchs Leben, wenn andere verzagen. Starke Nerven sind so wertvoll, wie daS Augenlicht, eS wird aber aus Unkenntnis mehr gegen die Aerven gefrevelt, als gegen jedes andere Organ, nicht etwa nur durch Ausschweifungen, sondern vor allen Dingen auch durch Ueberarbeitung und dadurch, baff man sich zu viel« Gedanken macht Über Dinge, di« nicht mehr zu ändern find. Personen mit erschlafften Aerven verfallen sehr leicht den so Überaus schädlichen Aetzungen des Alkohols oder des Morphiums, viele vertieren auch den moralischen Hall, alle aber sind dem Stark» nervigen gegenüber stets und überall im Aachteil. Bei der Anmeldung sind die Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeübt werden soll, nach Serien- und Nummemfolge geordnet, ohne Gewinnanteil- und Erneuerungsscheine mit einem ausgefertigien Anmeldeschein, wovon Vordrucke bei den Bezugsstellen erhältlich sind, einzureichen. Die Ausübung des oezugsrechtes ist provisionsfrei, soweit sie am Schalter der Bezugsstelle erfolgt. Wenn die Ausübung auf brieflichem Wege erfolgt, wird die übliche Bezugsprovision in Anrechnung gebracht. Die Aktien, für die das Bezugsrecnt ausgeübt ist, werden mit einem die Ausübung des Bezugsrechtes kennzeichnenden Stempelaufdruck zurückgegeben. Der Bezugspreis von 300°/e = Mk. 3000. - für jede Aktie ist zuzüglich Börsenumsatzsteuer bei der Anmeldung bar einzuzahlen. Ueber die Einzahlung wird dem Einreicher eine Kassenquittung erteilt. Die Bezugsstellen sind bereit, die Verwertung und den Zukauf von Bezugsrechten zu vermitteln. Die außerordentliche Generalversammlung unserer Aktionäre vom 2. Dezember 1922 hat u. a. beschlossen, das Stammaktien-Kapital der Gesellschaft um einen Betrag bis zu Mk. 330000000— zu erhöhen durch Ausgabe bis zu 330000 Stück vom 1. Januar 1923 ab dividendenberechtigten auf den Inhaber lautenden Stammaktien über je Mk. 1000.—. Nachdem der Beschluß über die Kapital erb öhung im Handelsregister eingetragen ist, bieten wir namens und im Auftrag eines Konsortiums einen Betrag von Mk. 170000000— unseren Aktionären untei nachstehenden Bedingungen zum Bezüge an: 1. Auf je Mk. 3000— alte Aktien können drei neue Aktien über je Mk. 1000— zum Kurse 300®/. frei von Stückzinsen unter Entrichtung der Börsenumsatzsteuer bezogen werden. 2. Die Ausübung des Bezugsrechtes hat bei Vermeidung des Ausschlusses Eiagotregooe SdHitzmaiM S ne litt Ivertretang ; Emst Cha!Her, Musikalienhdlp. Neuenweg 9. 10406D Xataloge hosten los. Wir kaufen laufend verdorbenen Speck und Speckseiten von eingegangenen Schweinen zu Schmierzwecken. Bedingung: Gleichzeitige Vorlage einer Bescheinigung, daß ärztliche und polizeiliche Bedenken nicht vorliegen. Stahlwerke Sckm-Wtz U. Wetzlar. Bekanntmachung Am Freitag, dem 8. Dezember 1922, abends 8 Uhr. findet im groben HSrfaal deS Physikalischen Instituts, Stephan» straffe 24, ein Vortrag mit Lichtbildern der Frau Dr. Klara Freist über die Wärmeverwendung im Haushalt statt, zu dem Intereffenten eingeladen werden. Eintrittsgeld wird nicht erhoben. lM8sB Giehen. den 4. Dezember 1922. Ser Oberbürgermeister. I. 2k Dr. Selb. Wir machen unsere Mitglieder auf den in vorstehender Anzeige angekündigten Bortrag aufmerksam und empfehlen dringend den Besuch der Veranstaltung. JiMtßkNttFrsnkMrtille. Bekanntmachung. Infolge Erhöhung der Zechenpreise und Frachtsätze für Kohlen und Koks ab L Dezember 1922 sowie der allgemein gestiegenen Unkosten, werden die Höchstpreise gemätz Beschluß der städtischen Drennstostdeputatton vom 5 Dezember 1922 auf Grund der Vorschriften der ß 17 der Ausführung», bestimmungen wm Gesetz über Regeluna der Kohlenwirtschaft vom 23. März 1919 mit Wirkung vom 7. Dezember 1922 wie Frankfurt a. M. . _ -----—-------. im Dezember 1922. Berlin Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten herzlichen Dank. Gustav Trinkaus und Frau.