Donnerstag, 7. September 1922 vrvck und Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstrahe 7. verkenne nicht die entgegenstehenden Schwierigkeiten. Man wendet oft ein, daß eS sich.bi^um Kriegsfragen handle und daß. da sie Erben des Krieges sind, vom Völkerbünde, der für Friedensprobleme gegründet sei, nicht erörtert werden könnten. Das mag vielleicht richtig sein Aber alle diese Fragen gehen eben auf den Krieg zurück! Da kann man keine Grenzen ziehen Mischen diesen und solchen, die zum Bereiche des Völker- bundes gehören. Aach meiner Ansicht must der Völkerbund alle Fragen, ob sie aus dem Kriege stammen oder nicht, anpacken. Ebenso hielt Cecil den Einwand für hinfällig, Last der Völkerbund gewisse Probleme nicht behandeln dürfe, weil sie anderen Körperschaften unterstehen. „Och protestiere gegen eine solche Auffassung," sagte er. „Wir befinden uns gegenwärtig in einer Liebergangsperiode. Wenn der Völkerbund etwas erreichen will, so mutz er alles sein oder nichts! Er darf sich nicht nur mit untergeordneten fragen befassen. Wir müssen hier das Streben der Volker wie es in Dem Pakte des Völkerbundes niedergelegt ist, verwirklichen. Früher oder spater müssen wir alle Verantwortung, die uns aus dem Pakte zukommt, auf uns nehmen!" Lord Robert Cecil erinnerte an das Wort Dantons: Kühnheit, Kühnheit und nochmals Kühnheit! ,Wir dürfen nicht mehr vorsichtig sein, sondern müssen handeln und die Initiative ergreif e n, sonst werden wir nichts erreichen! Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit, preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 27 mm Breite örtlich 300 Pf., auswärts 400 Pf.; für Reklame-. Anzeigen von 70 mm Dreite1200Ps. Bei Platzvorschrift 20 70 Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen. m. 2to Erscheint töglich, autzer Sonn, und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: EietzenerFamilienblätter Monatliche vezuospreife: Mk. 75. - und Mk. 5. - Trägerlohn,durch diePost Mk. 75. -.auch bei Nichterscheinen einzelner Num- mern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: für die Schrift- leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. postschealonto: Zranksurt a. M. 11686. Genf, 6. Sept. (WTB.) Der Präsident der Völkerbundsversammlung erklärte den Pressevertretern gegenüber, dah der politische Einflust des Völkerbundes noch schwach sei. und dah es ein Irrtum wäre, von ihm mehr zu verlangen, als er geben könne. Wenn man seinen Einflust stärken wolle, sollte man kein Land zwingen, eine Entscheidung gegen seinen Willen an5une 9 ■ men, aber auch kein Land seinem Schicksal überlassen. Die deutsch-belgischen Verhandlungen in Berlin. Berlin, 6. Sept. Laut „B. wurden die gestern hier eingetrvffenen belgischen Delegierten Delacroix, Demelmans und Philipp son heute vormittag vom Reichskanzler empfangen. Die Herren begaben sich nachher zum Reichsfinanzminister. Man ist überzeugt, dah sich die Verhandlungen in rein geschäftlicher, forderlicher Richtung vollziehen werden. Deut- ch e r s e i t s ist man bereit, durch positive Vorschläge den Vertretern Belgiens die Auffindung eines Weges zu einem tat- ächlichen Ergebnis der Verhandlungen zu erleichtern. Der Lügenseidzug gegen Deutschland. D e r l i n, 6. Sept. (WTB.) In gewissen Zeitungen des In- und Auslandes, u. a. in der Belgrader „Rvwoje Wremja", wurden deutsche Friedensbedingungen verbreitet, die angeblich der frühere Botschafter in Washington, Graf Bernstor ff, 1914 mitgeteilt haben soll. Rach dieser Meldung sollte u. a. ein besiegtes Frankreich mehr als ein Viertel seines Gebietes und dazu sämlliche Kolonien an Deutschland abtreten. Die Tendenz solcher Meldungen ist klar erkennbar. Bernstorff tat derartige Aeuherungen, wie sie ihm in den Mund gelegt werden, niemals. Auch der frühere deutsche Botschafter in Konstantinopel äußerte sich niemals, wie behauptet wurde, gegenüber dem früheren Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika in der Türkei in diesem oder einem ähnlichen Sinne. Reichstags-Beratungen über unsere Wirtschastsnot. Berlin, 6. Sept. (Wolff.) Im Reichstags- ausschuß für Volkswirtschaft gab Reichswirtschaftsminister Schmidt einen Lieberblick über die gegenwärtige wirtschaftliche L a g e. ■211s größtes Llnglück für unsere gegenwärtige Wirtschaftslage bezeichnete er den schlechten Stano der Mark. Daneben dürfe uns die Scheinblüte unserer Wirtschaft nicht über ihre Rotlage Hinweg täuschen, die einmal auf der groben Passivität unserer Handelsbilanz, sodann auf der katastrophalen K o h l e n l a g e beruhe. Dor allem befaßte sich der Minister sodann mit der weiteren Erhöhung der Druckpapierpreise und den damit entstandenen neuen GesaHren für das Fortbestehen der Zei- ^Wg. Distmann (L1SP.) forderte rücksichtslosen Kampf gegen die Prasserei und Schlemmerei und gnadenlose Schließung aller hierzu verhelfenden Gaststätten, Dergnugungslokale Likor- stuben und Tanzdielen, sowie das Verbot der Dranntweinherstellung und des ©tarfbiereS. Ein von den Mehrheitssozialdemokraten unterstützter unabhängiger Antrag, der davon ausgeht, daß die R o t läge der Presse durch die im Gesetz über die Maßnahmen gegen die wirtschaftliche Rotlage der Presse vom 21. Juni । 1922 beschlossenen Rückvergütungen nicht Kritik der Tätigkeit des Völkerbundes ein, indem er die Frage aufwarf, ob der Völkerbund tatsächlich vollkommen das Ziel verwirkliche, für das er geschaffen worden sei. Art. 4 des Paktes bestimme, daß die Versammlung für a l l e F r a - gen, die den Weltfrieden gefä 6 r pe n, zuständig sei. Der Art. 11 verleihe jedem Volker- bundsmitglied das Recht, Rat oder Versammlung auf alle Vorgänge aufmerksam zu machen, die den Frieden oder das gute Einvernehmen unter des Volkern gefährden könnten. Lord Robert Cecil glaubt nicht, dah der Völkerbund dieser Seite feiner Aufgabe gerecht geworden ist. Ein Beispiel dafür sei der griechisch- türkische Krieg. Außerdem hätten internatw- nale Verhandlungen stattgefunden, die so gut wie ergebnislos geblieben seien, ohne dah auf Grund der Art. 4 und 11 der Völkerbund sich an ihnen beteiligt hätte. Von besonderer Tragweite sei m diesem Zusammenhänge bi’ russische F r a g e, über die in Genua, Brüssel und im Haag beraten worden sei, ohne dah ein besonderer sachlicher Erfolg erzielt worden wäre. Lord Robert Cecil bedauerte lebhaft, dah der Völkerbund im vergangenen Jahre nicht energischer und entscheidender eingegriffen habe, a».s vor ihm die Frage der russischen Hu n- gersnot zur Beratung gestanden sei. „Wenn damals," so erklärte Cecil mit erhobener Stimme, der Völkerbund entschiedener und tatkräftiger eingegriffen hätte, wäre das furchtbare Grauen, das über Ruhland hereingezogen ist, gemildert worden. Damit wäre auch der Wiederaufnahme der Beziehungen mit Rußland die Tür geöffnet worden, ohne dah politische und wirtschaftliche Fragen das Einvernehmen und die Regelung gestört hätten. Zweifellos kann der Völkerbund jetzt nicht mehr viel tun und wird sich mit der Llntersuchung der russischen Verhältnisse die der Rat angeordnet hat, begnügen müßen. „Aber wenn wir" so erklärte Lord Robert Cecil nochmals feierlich, „im letzten Jahre unsere Pflicht besser erfüllt hätten, hätten wir dem Geiste der Art. 4 und 11 Genüge getan. Don grösster Bedeutung ist auch das österreichische Problem, von einer Bedeutung, die nicht unterschätzt werden kann. Ich bedauere es, dah der Völkerbund sich mit dieser wichtigen Frage nicht aus eigener Initiative beschäftigt, sondern auf Grund eines Beschlusses der Londoner Konferenz." Hierauf schnitt Lord Robert Cecil unter wachsender Aufmerksamkeit der Versammlung das europä sch« Wirtschaftsproblem und die Wirtschaftskrise an. Er erklärte wörtlich: „Ich möchte noch einige Worte über die Wirtschaftskrise, die gegenwärtig Europa bedroht, sagen. Sie ist ohne Zweifel von größter Dringlichkeit. Es ist vielleicht die wichtigste und dringendste Frage seit dem Waffenstillstands £ne ist außerordentlich ernst und tiefgehend, sachverständige Beobachter erklären, daß die Art, wie ie sich äußert, nämlich im Sturze der Mark, wohl dazu führen könnte, dah es nur noch eine Fragevon Monaten ist, bis sich Deutschland fn derselben Lage befindet wie Oesterreich. Llm diese Frage gruppieren sich andere, die ebenso wichtig sind: Die Reparationsfrage und die Frage der interalliierten Schuldem, die gegenwärtig die Wrlt bewegen. Da muh man sich fragen, ob dieser Zustand fortdauern darf, und ob wir es zulassen können, dah er die internationale Atmosphäre vergiftet. Drei Jahre sind seit dem Friedensschlüsse vergangen. Sind wir seitdem einer endgültigen Regelung viel näher gekommen? In einer Rede eines bedeutenden Mannes, des schweizerischen Bundesrats Schultheh, heißt es dah diese Fragen nicht eine oder zwei Rationen beschäftigen dürfen. Ich unterstütze diese Feststellung. Solange diese Krise andauert, interessiert sie nicht nur die eine oder andere Ration, nicht nur die Rationen Europas, sondern alle Völker der Welt. Der Völkerbund muh an ihrer Regelung teilnehmen. Ich beabsichtige nicht, eine Lösung dieser verwickelten Fragen Lorzuschlagen, die so schwierig und so heikel sind, dah sie die tüchtigsten Geister Europas verwirren. Es wäre vorlaut von mir, wenn ich versuchen würde, sie hier zu losen. Aber ich bitte den Volker- bund, dah er diese Probleme aufmerksam .prüfen möge, so dah er, bevor er auseinandergeht, irgend etwas erzielt Hut. Denn wenn wir hier nichts erreichen könnten, würden wir die größte Enttäuschung heiworrufen, und alle Länder der Welt würden an dieser Enttäuschung teilnehmen." Lord Robert Cecil trat hierauf in eine kurze Besprechung des Abrüstungsproblemes ein, das vor verschiedenen Organisationen des Völkerbundes zur Verhandlung steht. Er meinte, daß, wenn die vorgeschlagene Losung auch nicht zu einer tatsächlichen Herabsetzung der Rüstungen führen werde, sie doch wenigstens den ein- zuschlagenden Weg zeigen könne. Als größtes Hindernis für die Lösung der Abrüstungsfrage bezeichnete er die gegenwärtige Verfassung des internet ionalen Geisies. Im Anschlüsse daran möchte Cecil an die Äußerung des französischen Delegierten Hoble» maire auf der letztjährigen Versammlung erinnern, der die moralische Abrüstung geordert hätte. „Diese Abrüstung," so fuhr Cecil ort, „ist noch nicht erreicht, und das ift ein- ach eine Folge des gegenwärtigen w i r t - chaftlichen Durcheinanders." Damit kehrte Lord Robert Cecil nochmals zu einer kurzen eindringlichen Besprechung der gegenwärtigen Wirtschaftskrise zurück. „Diese Wirtschaftskrise versperrt alle Wege. Ich oberschlesischen Frage. „Ich will nicht." so sagte Lord Robert Cecil, „tn die Frage selbst eintreten. Die vom Völkerbunde vorgeschsagene Lösung ist k illsiert worden. Sie hat zahlreiche Ankläger gesunden, aber ich gestatte mir, doch die Art zu bewundern, die dank der Mitarbeit der deutschen und polnischen Vertreter unter der geschickten und hervorragenden Leitung Calonders das schwierige Abkommen geregelt Hat. Auch die sachliche Atmosphäre von Gens hat zu der Lösung einer der schwierigsten Fragen, die dem Völlerbunde übertragen worden find, beigetragen." Lord Robert Cecil sprach hierauf seine Befriedigung über die Lösung der den Balkan betreffenden Fragen aus. Er wies darauf hin, daß früher die D a l k a n st r e i t f r a g e n die gefährlichsten für den europäischen Frieden waren. Wer Hätte noch vor 20 Jahren geglaubt, daß derartige Konflikte friedlich durch eine Völkerbundsversammlung gelost werden könnten? Don großer Bedeutung für die Völkerbundstätigkeit seien auch die Verwaltungs-Angelegenheiten im Saargebiet und in Danzig. „Im Saargebiet," so führte er aus, „befindet sich eine Regierungskommission, die sich aus fünf Mitgliedern zusammenseht, von denen eines die Interessen der Bewohner des Saarlandes vertritt. Ich will nichts über die Persönlichkeiten sagen, aber ich frage mich, ob es nicht wünnschens- wert gewesen wäre, daß der Völkerbundsrat erst nach Befragen des im Saarbecken bestehenden Landesrates gehandelt hätte, und ich frage mich ebenfalls, ob nicht für den Völkerbundsrat der Moment gekommen ist, mit diesem Verwaltungsorgan eine Zusammenarbeit zu errichten und mit ihm das saarländische Mitglied zu ernennen Außerdem muß man über die einzelnen Schwierigkeiten erstaunt sein, die der Ratsbericht in btt Saarfrage erwähnt. Was Danzig angehl, wird der Völkerbundsrat gut tun, sich die Zweckmäßigkeit eines neuen Komitees zu überlegen, das sich mit den Schwierigkeiten der Danziger Angelegenheit zu befassen hätte." Ein kurzer Lieberblick über die technischen Or- anisationen, vor allem die hygienischen des Völkerbundsrats führte den Redner zu einigen Ausführungen über die Epidemienkonferenz von Warschau. „Auf dieser Konferenz," so er- klärte er, „waren nicht nur die Völkerbundsmitglieder, sondern auch Vertreter Deutschlands und Rußlands zugegen, und das gab uns einen Vorgeschmack dessen, was einst der Völkerbund leisten könnte, wenn er wirklich alle Doller der Erde vereinigen und über die Geschicke aller dieser Länder wachen würde. Rach einer mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Anecfeimung des Rcmsenschen Hilfswerks für die Kriegsgefangenen und die russischen Flüchtlinge trat Cecil in die eigentliche Eine treffliche Kritik am Völkerbund. Gens 6. Sept. (Wolfs.) Rach zwei sehr lang- 'weiligen und enttäuschenden Dersammlungstagep erlebte die Völkerbunds Versammlung heute dank des Eingreifens Lord Robert Cecils in der Generaldebatte über den Ratsbericht ihren ersten großen Tag. Lord Robert Cecil, dessen Erscheinen in der Versammlung mit CBei- fallSfunbgebungen begrüßt wurde, berührte in seiner langen Rede, die oft den Eindruck einer parlamentarischen Interpella tion andenVölkerbund machte, alle gegenwärtig schwebenden großen internationalen Fragen, und zcoar nicht nur, soweit sie in den bisherigen Amtsbereich des Völlerbundes hineingehören, sondern auch nach seiner Ansicht Hineingehören mußten Mit der Geschmeidigkeit, die Lord Robert Cecil kennzeichnet, rühmte er bei fast jedem der angeschlagenen Themen die Tätigkeit des '-Bolter* bundsrats, um dann aber um so energischer und nachhaltiger auf die zahlreichen Lücken hinzu- weisen Großen Eindruck, aber mehr auf die Tribünenbesucher als auf die Delegierten, machte es, als Lord Robert Cecil dem Völlerbunde vorwarf nicht im Sinne des Pattes zu Handeln, vor allem der Artikel 4 und 11, die ihm vorschreiben, bei irgendwelcher Gefährdung des Weltfriedens einzugreifen, und auf die große Verantwortung hinwies, die der Völlerbund dem hungernden Rußland gegenüber im letzten Jähre auf sich nahm als er die damals notwendigen Schritte nicht ’m ergreifen wagte. Den Höhepunkt erreichte die Rede, als Lord Robert Cecil, wenn auch vorsichtig, so doch mit großem Ernst das österreichische und deutsche Wirtschaftsproblem anpackte und den Vollerbund vor den schweren Folgen warnte, die 'frier entstehen müßten, falls die Welt untätig bleibt. Lord Robert Cecils Rede fand starken Beifall, vor allem bei dem englisch sprechenden Teile der Versammlung. Einige besonders markante Sätze, in denen er namentlich von der Llniversalität des Völkerbundes sprach, wurden bei seinem englischen Vortrage durch Beifallskundgebungen unterbrochen, während bei der französischen Llebersetzung sich keine Hand rührte. w t Lieber den Inhalt dieser bedeutsamen Rede unterrichtet der nachstehende Auszug: Lord Robert Cecil rühmte zunächst die bewundernswerte Arbeit des Völkerbundsrates, wie sie in dem Rechenschaftsbericht niedergelegt sei, bemängelte aber, daß viele kleine Details zu sehr hervorträten und forderte auch im Interesse der öffentlichen Meinung ein stärkeres Herausarbeiten der großen Linien derArbeits- methodedes Völkerbundes. Unter seinen Erfolgen sei besonders die bedeutsame Leistung des Abschlusses des Aalands-Insel-Ab- kommens hervorzuheben, ebenso die Lösung der wirksambekämpft werden könne, fordert die Festsetzung von Höchstpreisen für Holz, Heiz st off, Zellstoff und Druckpapier owie den Zusammenschluß der Erzeuger zu Vereinigungen zum Zweck der Festsetzung von Einheitspreisen, ferner einen Preisaus - gleich unter behördlicher Mitwirkung, erträgliche Zahlungsbedingungen und Kreditbedingungen für die Presse, Sicherstellung der zur Papier- erzeugung notwendigen Rohstoffe sowie der Druckpapiere. Ein Antrag der Bayerischen Vollspartei fordert u. a. wenigstens auf ein Vierteljahr das VerbotallerHerstellungvonZucker- gebäd und Räschereien, einen Zusatz von 15 Vo Kartoffeln zum Brot und den Verkauf von Weißbrot nur gegen Kranken karten. Reichsemährungsminisler Fehr erklärte im Hinblick auf die Getreide Umlage, er werde sich bemühen, soweit wie möglich die sich im allgemeinen an die Zwangswirtschaft knüpfenden Schäden möglichst zu beseitigen ober wenigstens zu mildern. Die im Gesetz festgelegten Preise für das erste Drittel der Getreide-LIm- lage stellten heute gewiß keine angemessene Entschädigung mehr dar. Für die reibungslose Eintreibung des ersten Drittels sei es. notwendig, den Preis in irgendeiner Weste, die sich selbstverständlich mit dem Gesetz vertragen müsse, zu revidieren. Vielleicht fei aus formalen Gründen der im Gesetz festgelegte Preis unverändert zu lassen und statt dessen der noch nicht fixierte Preis für das zweite Drittel entsprechend zu erhöhen. Daß die Landwirtschaft die im Gesetz vorgeschriebene Menge Getreide aufbringen könne, sei außer Zweifel, sonst würde sie ja noch schlechter produzieren als je im Kriege. Aber es sei ebenso unzweifelhaft, daß das diesjährige Ablieferu ngssoll für die Landwirtschaft eine stärkere Belastung darstelle als im Vorjahre, weil die Ernte ungünstiger ausgefallen sei. 172. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Die Vereinigung der sozialistischen Parteien. Berlin, 7. Sept. (Priv.-Tel.) Am Mittwoch abend hat, wie eine sozialistische Korrespondenz berichtet, eine Llnterkommif- sion der S.P.D. und der U.S.P.D. getagt, die über die Fragen der organisatorischen Verschmelzung der beiden Parteien beraten soll. Die Beratungen haben noch zu keinem Abschluß geführt. Der Völkerbund und Oesterreichs Rot. Genf, 6. Sept. (WTB.) Rach Entgegen» nähme der Srklärung des Bundeskanzlers S e ipe l in einer offiziellen Sitzung des Völkerbundsrats stellten die Mitglieder des Rates in ge- « Reimer Sitzung an den Bundeskanzler und den fZu .enminifter Grünberger verschiedene Fragen, worauf sich der Rat Über das einzuschlagende LlntersuHungsverfah-ren einigte. Er sagte zu, daß das Problem sowohl unter politischen wie auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten geprüft werden solle. Zu diesem Zweck wurde ein Ausschuß gebildet, dem Vertreter Oesterreichs, Englands Frankreichs. Italiens und der Tschcho- llowak.-i angeboren. Dieser Aul schuß feil verpflichtet sein, auch die Vertreter anderer Staaten zu Hören soweft sie an der zu behandelnden Frage interessiert sind. Der Ausschuß wird am Freitag zu einer Sitzung zusammentreten. Der grieckisch-türkische Krieg. Paris, 6. Sept. (WTB.) Rach einer Havas- Meldung aus A b a n b bestätigt sich die Nachricht von dem Falle Drussas sowie Ala- 6. Sept. (WTB.) Havas meldet, aus Konstantinopel, es verlaute gerüchtweise daß der neue griechische Oberbefehlshaber General Tricrupis von den kemalistischen Truppen gefangen genommen sei. Von zuständiger Seite wirb erklärt, daß em griechischer Armeesührer, zwei Kommandie eme Generäle und vier Obersten bei Guschak gefangen genommen wurden, ferner 400 andere O f ziere und 10 000 Soldaten. Die kemalistischen truppen haben Waselli Aidin und Sema beseht und marschieren auf Dergame. Rach einer weiteren Havas-Mel- bung aus Konstantinopel fraben tie Olach- richten von den türkischen Siegen in Konstantinopel große Begeisterung hervor- gerufen. Die Bevölkerung strömt in den Moscheen zusammen, um für den Sieg der turttschenWaffen dU r i 8. 9. Sept. (WTB.) Rach einer Havas- Meldung aus Athen hat General. ®u8- manis feilen Posten als Generalstabschef übernommen und sich gestern abend mit dem Kriegsminister nach Smyma begeben. London, 6. Sept. (WTB.) „Daily Rews" schreibt es stehe eine große Schlacht zwischen ben Griechen und ben Türken in Kleinasien bevor die über das Schicksal Smyrnas entscheiden werde. Die letzten in London eingetroffenen Beriete besagen, daß die Türken immer noch langsam, vorrücken, daß sich die Griechen jedoch von der Demoralisation, die auf den großen türkischen Angriff folgte, erholt haben. Die griechischen Truppen hätten eine neue stark befestigte Linie eingenommen Es sei indessen zweifelhaft, ob sie den Fall Smyrnas verhindern könnten D r u s s a sei von den Türken nach furchtbaren Kämpfen durch Bajonettangriff genommen worden. Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags: Berlin 1310, Frankfurt cu M. 1310 16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Aus dem besetzten Gebiet. Das WohnungSelend ht Duisburg. Berlin, 5. Sept. (WTB.) Die „Tägliche Rundschau" berichtet Einzelheiten über das erschreckend große Wohnungselend zu Duisburg, das unter den gesetzwidrigen Sanktionen am schu-ersten leidet. Tausende von deutschen Familien, meist Arbeiterfamilien mit zahlreichen Kindern, leben zusammengepfercht in Mansarden und Kellern. Die Stadt ist mit 5000 Mann französischer Truppen mit ihren Familien belegt. Außer den Quart eren für die Truppen sind bei nicht weniger als 41 Familien 236 Einzelquartiere beschlagnahmt, sowie eine Billa mit 16 großen Räumen für den ledigen General CBeaurgii^ Für einen 80jährigen Greis, dem sein letztes Zimmer genommen, und der auf die Straße gesetzt wurde, hatte ein französischer Kapitän nur das Wort „c* est la guerre". klärend wirken. — Schriftsteller Franz iS tus Häh - nel aus Hamburg sprach dann über: „Ist Deutschlands Jugend noch Deutschlands Zukunft?" Redner gibt zuerst ein Bild von der Baalsfempel. Roman von Margarete v. Oerhen F ü n f g e l d. Aus Stadt und Land. Gießen, den 7. Sept. 1922. Die richtige Benennung unserer Wehrmacht. . 3n Unterhaltungen sowohl wie in öffentlichen Ankündigungen von nichtamtlicher Seite wird bei der Erwähnung unserer Wehrmacht immer noch von der „Reichswehr" gesprochen. Diese Bezeichnung ist falsch, sie existiert tm amtlichen Sprachgebrauch und auch in der Gesetzgebung seit dem 1. Januar 1921 nicht mehr. Tas Wehrmachtgeseh vom 23. 3. 21. sowie die übrigen Dienstvorschriften sprechen lediglich von einer deutschen Wehrmacht; diese teilt sich in das Reichs-Heer und die Reichs-Marine Das Deichswehrministerium ist ein Re ichs- ministerium für die gesamte Wehrmacht (Heer und Marine); die Bezeichnung ist entsprechend dem Rcichsfinanzminister-ium, Reichs- just.izministerium usw. gebildet und nicht etwa als „Ministerium für die Reichswehr" aufzufassen. Die Truppenteile werden als 3 n- fanterie-Regiment, Artillerie-Ab- „3ch bedaure, Herr Geheimrat — ich habe nicht die Ehre!" Der alte Herr reckte sich in feiner ganzen Höhe. „Ah — Sie leugnen?" „Herr Geheimrat!" Heinz war ausgesprungen, das zornige Blut schoß ihm zu Kopf. Doch sofort gewann er seine Ruhe wieder. „3ch kann nur sagen: ich habe nicht die Ehre. 3hr Fräulein Tochter zu kennen." Die beiden Männer maßen einander mit festen Blicken. Dann atmete der alte Herr tief auf. „Man hat mir gesagt, Sie seien ein Ehrenmann. Wäre ich sonst gekommen? Ich besitze nur diese eine Tochter, mein Herr — und sie hat keine Mutter mehr!" Heinz fühlte, wie seine Hände zitterten. Er umklammerte fest die Stuhllene. Langsam, ganz langsam dämmerte ihm die Wahrheit. „3ch will 3hnen sagen, was mich hierherführt," fuhr der Geheimrat freundlicher fort, „und schon darin, daß ich mich persönlich zu Ihnen bemühe, mögen Sie ein Zeichen des Vertrauens suchen. 3(6 wäre nicht zu jedem gegangen. Meim Herr! Meine Tochter hat Sie in Ihrer Wohnung besucht! Meine Tochter ist gesehen worden. Man — hat mich davon in Kenntnis gesetzt —" Heinz schwieg. „Sie können und wollen die Dame nicht Preisgeben. Das ist brav von 3hnen. 3ch frage auch nicht. 3ch achte 3hre Diskretion. Aber . . ." „Herr Geheimrat, ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß ich 3hr Fräulein Tochter nie gesehen — wissentlich nie gesehen." verbesserte Gül- dewtn sich sofort. „So so. Die gesehen — und nie gesprochen?" „Rein, Herr Geheimrat." »Bun Wohl, dann kann ich nur annehmen, daß Sie zu der Zelt ;enes unbedachten Besuches nicht zu Hause anwesend waren!" Heinz schwieg. Die Szene mit seiner Braut, diese häßliche Szene der Eifersucht spielte sich wieder vor ihm ab — und dazwischen tobte eine urgebändigte Seligkeit: Sie war es! Run weißt du wenigstens, wie sie heißt! Der Geheimrat erhob sich zögernd. .Damit ist meine Mission hier eigentlich be- vus dem Reiche Die Tätigkeit der Notenpresse. Berlin, 7. Sept. Einer sozialistischen Korrespondenz ist von der preußischen Finanzverwaltung mitgeteilt worden, daß in den letzten 10Tagenfür23MilliardenZah- lungsmittel gedruckt und in Umlauf gesetzt worden sind. Das sind insgesamt 10 Prozent Des gesamten Notenumlaufs Deutschlands. Die Tagesleistung der Reichsdruckerei ist jetzt auf 2,6 Milliarden Papiermark gestiegen und wird noch im Laufe des Monats auf nahezu 4 Milliarden Papiermark täglich gesetzt, wodurch man die Zahlungsmittelnot endgültig zu beheben hofft. Gegen die Erhöhung der Krankev- dels'xherungsgrenze. Berlin, 7. Sept. (Priv.-Tel.) Die Bereinigung der leitenden Angestellten hat, dem „Lokal-Anz." zufolge, gegen die vom Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstags beschlossene Heraufsetzung der D e r s i ch e r u n g s - grenze In der Krankenversicherung und der Anges! elltenversicher-ung bei der Reichsregierung Protest eingelegt. Der Oberkasseler Mörder ein Belgier? Berlin. 7. Sept. (Priv.-Tel.) Die Beisetzung der beiden in Oberkassel ermordeten belgischen Soldaten hat gestern stattgefunden. Für die Erm tt ung der Täte haben der Regierung: prüft- dent von Düsseldorf 100 000 Mark und der Oberbürgermeister 50 000 Mark ausgesetzt. Wie die Morgenblätter erfahren, geht das Gerücht, und zwar auch unter dem belgischen Militär, daß der Mord von einem belgischen Soldaten ver- üßt sein soll. endet. Ich glaube 3hnen Herr Güldewin. Mein kopfloses Krnd scheint einen ganz altmodischen Schutzengel gehabt zu haben — es ist seltsam, daß ich es versuche, die junge Dame bei Ihnen — gewissermaßen au rechtfertigen. Sie ist sehr impulsiv! Hochherzig! Es kommt ihr nicht in den Sinn, daß sie je mißverstanden werden könnte — die jungen Herren ihres Bekanntenkreises behandelt sie — wie soll ich nur sagen — mit souveräner, kühler Kameradschaftlichkeit, ja — sie ist überhaupt eine sehr kühle Natur — klug — ~ un^ twn ganz modernem Forschungstrieb beseelt. Sie steigt in die elendesten Arme- leutewohnungen hinab, um das Milieu zu stu- oieren — aus Wissensdrang und Neugier, und — Sie nehmen mir das nicht übel, verehrter Herr — eine solche Neugier vor dem fremden ratselerfülllen Gebiet der Theaterwell gab wohl auch in diesem Fall den Ausschlag . . ." Dem allen Herrn war heiß geworden. „3ch zweifle nicht daran" erwiderte Heinz verletzt. „Wir sind es gewöhnt, von jenseits des Stromes nicht als Persönlichkeit, sondern als eine kompakte Masse, genannt „Theater" betrachtet zu werden!" „Bon — jenseits des Stromes?" „3a. Herr Geheimrat, des Stromes, der die bürgenllche Gesellschaft von unserer Kaste trennt . . . und ewig trennen wird!" Der Geheimrat warf dem jungen Menschen fast mit freimütigem Entschluß die vornehme, wvhlgepstegte Hand entgegen. „3$ hege die größte Hochachtung vor Ihrer — Kaste, wie Sie sie nennen. Und nun — 3hre ganze Persönlichkeit bürgt mir dafür, daß diese Unterredung unter uns bleibt. Meiner Tochter habe ich natürlich von alledem nicht gesprochen. Ich dachte: das machen wir unter uns Männern ab." Heinz konnte sich nur verbeugen. Es steckte ihm etwas in der Kehle, er konnte diese ganze Zeit das Gefühl nicht loswerden, daß er doch nicht ganx ehrlich gewesen, daß er den Händedruck nicht verdiente. Der Geheimrat merkte es nicht, er war befriedigt von seinem Besuch, der junge Mann war ihm sympathisch — er seufzte leise. Schade! Aber es ging doch eben nicht. An der Tür wandte er sich noch einmal um. „Ah, noch etwas, Herr Güldewin! Verargen Sie die Ditte einem Vater nicht — können Sie mir Ihr Ehrenwort geben, daß Sie auch niemals versuchen werden, meine Tochter kennen zu lernen?" Heinz stand in demütiger Haltung, aber sein Mund zeigte feste Linien, sein Auge Entschlossenheit. Eine stumme, förmliche Verbeugung — und es war vorüber. Güldewin drückte beide Hände mit gespreizten Fingern gegen seine Schläfen Er lachte, warf sich auf das Sofa: „Mädel, Mädel! Prachtvolles, kopfloses Mädel!" Seine Gedanken rissen sie aus ihrem eigenen Hause hier zu ihm her, er rief sie, zwang sie mit seinem jauchzenden „Komm, komm!" Ganz sinnlos rannte er herum, die Recken- gestalt des Vaters, die sich ihm in den Weg stellte, zerrann in Schatten. Der Schatten war dunkel und lang und wuchs und wuchs ins Ungeheure, aber — er zerrann, wurde eins mit dem dunklen Schneehimmel. Hein; Güldewins Seele stand in voller Rosen- blüte. Das war wie ein Meer von lauter Glut und Duft, Töne mischten sich hinein, Fanfaren- rufe, schmetternd und hell. „Alter Mann, was hast du gemacht!" sagte er mit einem Male laut und mitleidig vor sich hin. Es war alles anders geworden In dem dunkelgetäufelten Eßzimmer ging lautlos der Bediente ab und zu. Lily hatte ihrem Vater den Fisch noch einmal angeboten Zarte, in Butter und Kräuter gebratene Felchen — sie hatte sie selbst zubereitet. Lily hatte'eine eigene Leidenschaft für das „Dichten" von Speisen, die unter groben Köchinnen- fingern so gern mißrieten. Der Geheimrat war heute sehr gütig mit seiner Tochter. Zum Fisch hatte er eine staubige Flasche aus dem Keller hokrn lassen und bewun- I derte den Gegensatz des goldgelben Weines in dem Staatsministeriums soll den hessischen Staatsbeamten das alte Recht zum Bezug von sogenanntem Tanfholz aus den hessischen Staatswaldungen weiter gewährt werden, jedoch nicht wie bisher zu Tarifpreisen, sondern zu Durchschnitts- preffen, die sich aus den Brennholzversteigeruugen ergeben. Eine .Gewährung von Tarifholz aus den Staatswaldurgen an Kommunal undReichs- beamte findet in Zukunft nicht mehr statt, da em diesbezügliches Recht in Hessen bisher nicht bestand. •• Post fracht stücke nach überseeischen Ländern. Mit Wirkung vom 5. September an werden für Postfracht stücke nach überseeischen Ländern, deren Beförderung durch Sped.teure erfolgt, die gesamten Gebühren ab Bremen oder Hamburg sowie die Versicherungsgebühren bis Bremen oder Hamburg in Goldsrankcn erhoben. Nähere Auskunft erteilen die Postanstallen. ** Ermäßigung der Gebühren im Paket- usw. Verkehr nach dem Aus- land. Der deutsche Gegenwert ^eL..Goldfranken bei der Gebührenerhebung im Auslands-Paket- und Telegrammverkehr ist mit Wirkung vom 4. September an auf 250 Mk. herabgesetzt worden. Dieses Umrechnungöverhältnis ist auch für die Wertangabe auf Paketen und Briesen sotvie auf Kästchen mit Wertangabe nach dem Ausland maßgebend. Für Ferngespräche nach dem Ausland werden entsprechend ermäßigte Gebühren erhoben werden. Nähere Auskünfte erteilen die Postanstalten. " D i e b stahl. Am 28. August l. IS. wurde in hiesiger Stadt eine Wagenschere tm Werte von 1000 Mart gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt. Z König Ferdinand, der frühere Zar vo «Bulgarien, ist heute morgen mit Z>em Hamburger O-Zug eingetroffen und hat sich im Auto nach Schloß Braunfels begeben. ♦♦ Eine leere Postkarte 20 P s. Für die Postkarte ohne Marke nimmt die Retchspost jetzt 20 Pf., ebensoviel für eine Paketkarte. Postauftragskarte und Postanweisung Postkarten mit eingedrucktem niedrigeren Papierpreiszuschlag werden weiter zu diesem Preis abgegeben. Doppelkarten kosten 50 Pf. Dieselben Sähe gelten im allgemeinen für den Postscheckverkehr. Cjn Scheckheft und ein Ueberweisungshest mit 50 Blättern kostet aber 30 Mk., ebensoviel 100 Zahlungs- antoeifu gen und Er atzüberwei ungen Der Scheckbriefumschlag stellt sich auf 40 Pf. Eine einzige Ueberweisung Bann somit 1 Mk. Kosten verursachen, so daß der gebührenfreie Ueberweisungs- verkehr längst der Vergangenheit angehört. Mit den höheren Papierpreisen steigen auch die zinsfreien Guthaben der Postfcheckkunden, so daß die vermehrten Kosten für die Beschaffung der Vordrucke durch den Zinsgenuh des Reiches sicher nach wie vor ausgeglichen werden. Wettervoraussage für Freitag: Wolkig bis Heller, trockenes, nachts kühles Herbstwetter. Die Wetterlage hat sich nicht verändert. Das trockene herbslliche Wetter wird anhalten. Vornotizen. — T a g eska l e n d e r für Donnerstag Astoria-Lichtspiele, ab hemte: „Maciste und die Javanerin" und „Fatty in der Garage" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „3m Schatten des Geldes" und „Data ns ketten". — Palast-Lichtspiele: „Va banaue" und „Eharlv Chaplin als Auswanderer". Kreis Friedberg. sf. Friedberg. 5. Sept. Die heutige Stadtverordnetenversammung trat an Stelle der wegen Beschlußunfä igtclt ausgefallenen vom Donnerstag, den 31. August. Der Hauptpunkt der Tagesordnung betraf die Beratung des Voranschlages. Dieser ist von der Finanzkommisslox' einge. end geprüft worden und wurde auf Vorschlag des Stadtv. 3hl im ganzen genehmigt, mit verschiedenen Vorbehalten, die der Bürgermeister begründete. So wurden z. D. die Dewllligungen für das Mu» deutschen Jugend, wie sie nicht sein sollte, und geißelt die erschreckende Zunahme der Trunkenbolde besonders unter den Jugendlichen. Rachitis. Furunkulose, Tuberkulose, Irrsinn breiteten sich unmer mehr aus und der Dolkskörper sei bereits durch Unterernährung und Wohnrngsnot geschwächt. Eine solche Jugend müsse den Zerfall eines Volles herbeiführen. Zum Glück habe aber Deutschland auch eine andere Jugend, die ihre Pflicht gegen das Volkttum kenne. Diese Iugendbunde feien in gewaltigem Anwachsen begriffen. 1V2 Millionen Jungens und Mädels gehören bereits dazu, von denen 2Z0 000 fest organisiert sind. Sie haben sich um die Wende des Jahrhunderts aus der Wandervogelbewegung allmählich herausgebildst und auf Studenten- und Arbeiterkreife übergegriffen. Von dieser Jugend erhoffen wir die Gesundung unseres Volles. Alle Vollstelle, ohne Unterschied der Partei, der Bekenntnisse und Klassen seien in der Jugendbewegung vertreten Auch In Gießen würde in Kürze eine Wehrloge des Guttemplerordens errichtet werden. Unter lebhaftem Bei- fall schloß der Redner mit dem LleblingsliÄ) der deutschen Jugend: „Es muß gelingen". 3n der Aussprache fand der Redner allgemeine Anerkennung für seine warmempfundenen Ausführungen. * Amtliche Perfonalnachrichten. Ernannt wurde am 28. August 1922 der Ge- fangenauffeber auf Probe Willi I o h l in Darmstadt zum Strafanstaltsober wachtmeister am Land- gerichtsgefängnls in Darmstadt mit Wirkung vom 26. September 1922. — Ernannt wurde am 30. August der Schulamtsanwärter Peter Neu» m e r aus Fc-iesenheim zum Lehrer an der Volksschule zu Kleinhausen, Kreis Bensheim. — Ernannt wurde am 31. August 1922 der Aufseher Valentin Sturm zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. April 1922 an zum Hauswarten bei der Landwir.slaftlihen Versuchsstation zu Darmstadt. — An 1. September 1922 wurden die Recnerungs- baumeister F itz G e t b e t au 3 Der 11, Jose, @er- l? ch aus Heldenbergen, Wilhelm Haas aus Rohdorf, Emil Hofmann aus Hattenheim, Alfr-ed Kessel aus Darmstadt, Georg L e i n e r t ttus Reinheim i. O., Karl Rumpfaus Darmstadt und Heinrich Wa g n e r aus Wiesbaden zu Dau- amtmännern mit der Amtsbe eichnung „Rcgie- rungsbaurat" vom 1. April 1922 an ernannt. — 2lm 2. September 1922 wurde der Kanzleigehilfe Otto Schöffel zu Budenheim vom 1. April 1922 ab zum Kanzleiassistenten bei der Weinbau- domänenverwaltung zu Mainz ernannt — Ernannt wurde am 2. September 1922 der Hilfsarbeiter Dr. Otto Hehler zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. April 1922 an zum Amtmann bei der Haupstürsorgestellr derKrleg'beschädigten- und Krieg.hint? baeoenrnsürsorge mll der Amtsbezeichnung „Regierungsrat". — Durch Entschließung des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft vom 2. September 1922 wurden nachfolgende Landwirtschaftsreferendare zu LandwlrtschaftS- afsessoren ernannt: 1. Dr. Philipp Ruppzu Gau- Algesheim mit Wirkung vom 1. Oktober 1921 ab, 2 Fritz Strack zu Groh-Umsladt, 3. Georg Schnitzler zu Darmstadt 4. Fritz Dienst zu Grünberg. 5. Georg Leonhard zu Alzey mll Wirkung vom '9. November 1921. — Ernannt wurde am 4. September der Regierungsassessor Michel Oppenheim aus Mainz zum Kreis- amtmann mit der Amtsbezeichnung Regierungs- rat — Durch Entschließung des Minisleriums des 3nnem vom 4. September d. I wurde der Referendar Adolf G ü n g e r i ch von Hof Oppelshausen zum Reglerungsasiessor ernannt Forstwesen. Erledigt: Die Stellen der Vorstände der Oberförstereien Offenbach und Dieburg. Bewerbungen sind bis zum 25. b. 22L bei der Ministerialabtellung für Forst- und Kamercllverwaltung einzureichen. ** Tarif Holz für hessische Staats- beamte. Nach einem Beschlüsse des hessischen Heinz richtete sich stramm auf. „Nein, Herr Geheimrat — da- kann ich nicht." Der alte Herr wechselte Farbe. Seine Augenbrauen spickten ein seltsames Spiel, zogen sich hoch hinauf und wieder herab. Er rang nach Worten. »Ich danke 3hnen für Ihre Offenheit," sagte er dann heiser. „Ich hatte wohl nach alledem — eine andere Antwort erwartet —“ er brach ab und sagte wie für sich: „So wäre dieser Weg — umsonst gewesen —" Binnen einer Sekunde hatte er sich selbst wieder in der Gewalt Gin langer, zürnender Blick traf den jungen Mann, ein Blick voll Befremden, gekränktem Stolz. feingeschlisfenen Kristall zu Lilys blauem Samtkleid. Er nannte dies Blau „Rabenflügel"; er wußte, sie hatte die halbe Provinz und ganz Berlin in Bewegung gesetzt, bis sie die Farbe endlich erhalten hatte. An ihren Schläfen schlängelten sich die feinen Aederchen unter der durchsichtigen Haut. Eine leise Ungeduld war in ihren Fingern; sie zerkrümelten Brot, spielten auf dem Damasttuch, wie auf den Tasten eines alten Spinetts. Nach Tisch wurde der Kaffee in der Bibliothek genommen. Es war die einzige Stunde, die der Geheimrat seiner Familie, das ist seiner einzigen Tochter, gönnte. Und sie verlief einen Tag wie beu andern. Lily war dann ganz Same. So, wie es in diese großen, vornehm eingerichteten Räume paßte, alles stilvoll, reich war und von großer Well zeugte. Die Möbel glichen Denkmälern. es gab keine Schmollwinkel und Träumereckchen hier; alles Form, auf Form gestimmt. Und eines tat not: Das Intime. Jener geheimnisvolle Reiz, der sogar aus den Wohnungen der Armen Heimstätten macht, der aus einem Arbeitskorb, einem Töpfchen mit Veilchen schaut; der an einem altmodischen Kachelofen ruht und um eine beschirmte Petroleumlampe seinen Schein breitet — jener Reiz, der stärker ist als alle Pracht und aller Reichtum der Erde. Lily war ohne ihn aufgewachsen. Aber in ihr lebte unbewußt die Sehnsucht nach diesem in sich Geschlossenen, Heimischen, Kleinen, den großen Maßstäben Abholden. „Mein Kind," unterbrach ihr Vater die Stille, während deren sie unentwegt einen schwarzen Ebenhel stuhl mit Intarsien von Elfenbein ange- starrt hatte, „ich hätte dir einen Vorschlag zu machen." Lily horchte artig auf. Die griechische Tänzerin hatte sie zu Tode gelangweilt. Just hatte sie sich darüber gewundert^ daß das Klassische ihr höchstens ein Gähnen abringen konnte — gerade wie bie_ Jungfrau von Orleans und Iphigenie — da rührte der Papa in feiner Tasse und redete sie an. ...... 3ch habe heute an Tante Kordula geschrieben. Das ganze Leben hier — ist doch etwas sehr einseitig — für ein junges Ding wie dich — ja, ich möchte sagen, man verbauert geradezu — dein ganzer Verkehr, die Mädels, die dich da manchmal besuchen — sind ja ganz nett — aber doch nicht so recht unser Fall — die Begriffe verschieben sich." Er hustete und nahm einen Schluck, (Fortsetzung folgt} Versammlung des Hausbesitzervereins. Der Hausbesiherverein hiell anläßlich des hier stattgefundenen Delegiertentages des Verbandes der hess.-nassauischen Haus- und Grundbesitzervereine am vergangenen Sonntag abend im großen Saale des Gesellschaftsvereins eine aut besuchte Versammlung ab. Der Vorsitzende, Malermeister Launspach, begrüßte die Anwesenden, insbesondere die Vertreter der Verbandsvereine Hessen-Nassaus und betonte, daß die staatlichen Grenzen fein Hindernis bildeten, wenn es gelten würde, gemeinschafllich notwendige 3ntereffen zu vertreten. Er führte weiter aus, daß die heutigen Mieten vollständig unzulänglich und unhaltbar seien. Das Reichsmietengeseh bringe wohl hierin eine 'Besserung, jedoch sei zu befürchten, daß seitens der Gemeinden bei Festsetzung der Hundertsätze der heutigen Geldentwertung nicht genügend Rechnung getragen würde. Auch brächte das Reichsmietengeseh einen solchen Wirrwarr, daß sich dabei die Gesetzgeber selbst nicht mehr auskennen würden. Syndikus Raabe, Frankfurt a. M., sprach dann über die seitherige Wohnungspolllik, welche zum größten Teil die Ursache der jetzigen Wohnungsnot sei. Mit der Verschärfung der Zwangswirtschaft hätte man dem Privatunternehmer die Lust zum Bauen genommen. Durch diese falsche Wohnungspolitll seien die Wohnungslosen am. härtesten betroffen, denn der größte Teil derselben würde auf Jahre hinaus noch wohnungslos bleiben. Er beleuchtete das Reichsmietengeseh mit seiner praktischen Un- durchführbarkeit und zog hieraus den Schluß, daß dieses durch reine Parteipvlitlk hervorgerufen sei, um auf diesem Wege den Sozialisierungsgedanken durchzuführen. Es sei nun Sache aller bürgerlich Gesinnten, Industriellen. Kaufleute, Gewerbetreibenden, Landwirtschaft, wie überhaupt aller, die für Erhaltung der Privatwirtschaft ein tret en wollen, sich zu regen und in der Masse aufklärend zu wirken und zu zeigen, wohin es führen würde, wenn die Privatwirtschaft beseitigt werde. Die Durchführung dieses So- zialifierungSgedankens am Hausbesih würde alle Gewerbetreibende, besonders die kleinen Hand- wrn-ker, am allermeisten schädigen, denn die mit bem Wohnungsbau verbundenen zahlreichen Arbeiten, würden in die Hände der Bauhütten gelangen. Wenn sich diese Pläne verwirklichen sollten, dann würden die Mieten ins Unermeßliche steigen, da der Staat nicht In der Lage fein wl d, die Verteuerung im Wohnungs- wesen, die die Sozialisierung mit sich bringen wird, zu tragen. Zum Schlüsse ermahnte er, daß alle noch Fernstehenden sich organisieren sollten, damit die Organisation durch Geldmittel mehr gestärkt werde und ihre Aufgaben erfüllen könne An der Aussprache beteiligten sich noch die Herren Hartmann, Wiesbaden und Dietrich, Marburg. Der Vorsitzende, Herr Launspach' dankte allen Rednern für ihre Ausführungen und schloß mit dem Wunsche, daß sich in Zukunft wehr wie seither Gelegenheit bieten möge, gemeinschaftliche Arbeit zu leisten. Deutschlands Jugend. 3m Katholischen Dereinshaus fand gestern abend eine öffentliche Versammlung statt, welche von der Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung des Alkohols einberufen worden war. Der Versammlungsleiter gab Auskunft über die Arbeitsgemeinschaft. die sich die Bekämpfung des 211'0- bolä und der Trunksucht zum Ziele gesetzt hat. Wie sehr der Alkohol dem Volke Nahrungsmittel entziehe, gehe aus der Tatsache hervor, bau 1921 22 Millionen Zentner Getreide in Brauereien, 26 Millionen Zentner Kartoffeln in Brennereien und 3i/2 Millionen Zentner Zucker m Likorfabriken verarbeitet worden seien. Durch Vorträge, Ausstellungen, Fllme, Qlufrufe und tetlung usw. bezeichnet, der einzelne Wehr- i Flugschriften wolle die Arbeitsgemeinschaft auf- machtSangehörige heißt, ohne Rücksicht auf seinen v ~ --- - - - - Dienstgrad, Soldat. 3n unserer Stadt stehen z. B. Der Stab des 15. 3n f anterle-Reg i- ments und das I. (H es s.) Bataillon des 15. 3nfanterie-Regiments (nicht Infanterie-Regiment 15). Die fälschlich angewandte Bezeichnung „Reichswehr" sollte nun verschwinden und Der oben bar gelegten richtigen Benennung Platz machen. i i*iiern sicher „.schmerzlos J JÄkW )n Apotheken u. besseren Drogerien er häirlkh. tfSsryr^ Gegen Fußschweiß und wundlaufen Kuklrol=FußbacP. Drogerie Wallenfels, Marktplatz 21. W fiW indert. Das Uen. lern 6amb iflW“: er und ganz die Färbe 3<. onitbe ^MDerte H Ed ge. « Kühne morgen mit ' und hat begeben. °Jf. Für AeichSpost arte, Post, kar-en mit elszuschlag abgegeben, ätze gellen rtebt. Ein iltSOÄ Wungz. ..DerScheck, iine einzige !len venir- rriveilungZ, lehörl. Mit b die zins« n, so dah offiing der iidjti sicher 'onnerD llacifte und arage“. - ite1. n3m fetten“. - L .Charly t« ,^-äus. ^ldfranken 516°m yt tvvrden & für die 'Ue aus Ausland Aus« ^bühren kleiien die hj* ^cht tDj. ^fchniliz. ^dei'UnoQ] cholz k da nicht Aschen Cd™ $86 ch die feinen Haut. Eine rni fiMer; nasttuch, lvte .T Jibliolftk nde, die ^r ner einzigen " 539 ff •jttme. So, ngerichteten r und von chen Denk- , Träumer« imnü- Iener ge* Dvhnungeo aus eine« chen schaut, ^ruht und ^Sch-in ist als alle Oer in ihr i die^s.« , den gr°^ erdieSt^ „ schwarzen >angru locfchlag ru «Ty * yS «&S3 yr*-» Me heutige 1 u n g trat iigtett aus« Wgust. Der ;f die De« Dieser ist epittsl vor« tadlv. 3hl -?nen Dor» InMe. 6o das Mu« 7. 9. Schweizer Franken 100 Ar. Die Kurs Kurs 1070,- 1190, 100 100 100 100 633, 497, Adlerwerke Daimler . . Electron Griesheim 1195,- 1095,* Dlsche. Derelnsbanl 226.*- 225,- 1198, 980, 2955, 1598, 1155, 788, 1120, Fr. Ar. r Ar. 6.9. 77.50 245,— 435,- 92,75 651,50 481,- 325.- 325,- 580,- 445,- 345,- 335 - 76.50 74.50 1150,- 1080,- 625, 485, 590, 452, 74, 100 3L 100 Mk. 100 Ar. 100 Ar. 100 Fr. 1 £ 100 L. Wechsel auf Holland....... Deutschland . . . . Wien........ Prag........ Paris....... . London...... Italien....... Brüssel....... Budapest...... Reuyork. ...... Agram....... Warschau..... 5.9. 77,50 230,- 440,- 86,25 705,- 510,- 335,- 330,- 604,- 458,- 365,- 340,- 2301,- 5000,- 1060,— 910,- 2800, - 1502,- 1085,- 745,- 970,- 1050,- 500,- 435.- ©afcirn: S'/oDtsch. Kriegsonl. 4°/^Dtsch. Reichsanl. 3"/gDtsch. Reichsanl. 4°/0 Preuh. Konsols Hamburg-Pakets.. . Norddeutscher Lloyd Comm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschast Dresdner Bank. . . Mitteld. Creditbank. Aationalbank s. D.. Kurs 6.9. 77,50 240,- 445 - 87,- 655,- 462,- 320,- 325,- 595,- 438,* 350,- 330,- Kurs 5.9 77,50 435'- 92,50 685— 510,- 330,- 325,- 600,- 450, — 365,- 340,- Büchertisch. — DerewigeStrom. Rheinische Erzählungen, herausgegeben von Leo Sternberg Der (Sorten Eden, Dortmund. — Beiträge namhafter Autoren der Gegenwart sind hier zu einem Werke vereinigt. Am Rheine spielen alle diese so verschiedenartigen Geschichten, die mit packender Lebendigkeit von den Leidenschaften und Empfindungen der dort lebendefi Menschen reden. — Leonhard S chri ckel: Hedwig und Bernhard. Derlagsanstalt Greiner & Pfeiffer, Stuttgart. — Das geschmackvoll ausgestattete Bändchen er-ählt in der rhythmischen Form des Hexameters von der jungen Liebe zweier Menschen und erinnert so vor allem an Voß' „Luise“. — HeleneDoigt-Diederichs:Mann und Frau Verlag Eugen Diederichs. Jena. — Alle Phasen der Beziehungen zwischen den beiden Geschlechtern spiegeln sich in dieseirlebensvollen Bildern wieder. Fast hinter allen steht der große Krieg, der ja in irgendeiner Form in das Se'lenleben eines jeden Menschen eingriff und eine Entscheidung nach der guten oder schlechten Seite erzwang. 205.- 0.39? 0.007- 18.40 41.05 13.49 22.85 38.60 0.249 52625 1.55 0,075 Züricher Devisenmarkt. 6.9. GALENUS CHEMISCHE INDUSTRIE FRANKFURT a. M. - FECHENHEIM, WERK MAINKUR fpd. Frankfurt a. M., 6. Sept. Einbrecher kehren langsam aus der Sommerfrische zurück. Das merkt man an der Zunahme der Geschäftseinbrüche. In der Rächt zum Dienstag drangen Diebe von der Straße aus durch ein Schaufenster in ein Schmuck- warengeschaft auf der Ka'.serstraße und stahlen Waren für etwa 150 000 Mark. Ein Einbrecher wurde morgens früh vom Hausmeister im Laden überrascht. Er sperrte aber den Mann in den Keller, wobei er mit dem Revolver drohte. Als der Hausmeister durch einen zweiten Ausgang ins Freie zurückkehrte und Alarm schlug, war der Einbrecher längst über alle Berge. — In der gleichen Nacht stahl man ebenfalls aus einem Ladengeschäft der Kaiserstraße — diesmal kam man durch Nachschlüssel in die Räume — etwa 40 Dutzend wertvoller Tabakpfeifen und einen großen Posten Damenwäsche im Gesamtwert von mehr als in 1 ötb. 5 Mim 13 Sek., 8. Preis Heinrich Söhngen in 1 Std. 5 Min. 33 Sek., 9. Preis Heinrich Zörb in 1 Std. 8 Min. 9 Sek. Marktkotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... . Prag .... London. . . Neuhork . . Paris. . . . Frankfurter Getreidemarkt. Frankfurt a. M., 6. Sept. Weizen alter Ernte 6000 Mk. Weizen neuer Ernte 4900 bis 5300 Mk. Roggen 4800—5100 Mk. Sommergerste für Brauzwecke 5800 bis 6000 Mk. Hafer alter Ernte 5900 bis 6400 Mk. Mais (Mixed) 5000 bis 5200 Mk. Weizenmehl (füdd. Spezial 0) 9000 bis 9600 Mk. Roggenmehl 6200 bis 6400 Mk. Weizen- und Roggenkleie 3100 bis 3300 Mk. Tendenz: matt Neuer Weizen schwer verkäuflich. Doch. Gußstahlwerke 2490,- 2100,- 2475,- 2325, Bud-Gisenw.-Akt. 1324,- 1200,- 1325,- 1200, D.-Luxemb. Bergw.. 2450 — 2200 — 2500, - 2205, (Selsenkirch. Bergw.. 2530,- 2350,- 2500, tzarpener Bergbau. 5100,- 4950,— 5200, Oberschl. Eisenb.-D. 1150,- 1098, Oberschles. Eisenind. 1075 - 950, Phönir-Bergb -Akt. 2950'- 2800, Bad.Anilin-u. Soda 1570,- 1505, Höchster Farbwerke. 1180,- 1085, Allg. Elektr.-Ges. . . 805,- 740, Felten L Guilleaume 1140,- 1016, Schuckert-Werke. . . 1170, (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Der griechisch-türkische Krieg. Paris, 5. Sept. (WB.) jS>ie französische Regierung hat im Laufe des Tages durch Vermittlung der britischen Botschaft in Paris eine Mitteilung der englischen Regierung erhaltem worin sie aufgefordert wurde, zu prüfen, ob evtl, ein Schritt zwecks Abschlusses eines Waffen st ill st andes zwischen Griechen und Türken möglich fei. Die Antwort der französischen Regierung an das Foreign Office ist im Laufe des Abends erfolgt. Obgleich am Quai d'Orsay keinerlei genaue Mitteilung aus dem Inhalt der während des Tages zwischen Paris und London ausgelauschten Informationen gegeben wurde, darf aus der Schnelligkeit, mit der das französische Ministerium des Aeuhern auf den britischen Vorschlag geantwortet hat, geschlossen werden, daß ein Abkommen zwischen beiden Regierungen erreicht werden wird. Konstantinop e l, 5. Sept. (WB.) Havas. Mustapha Kemal Pascha hat eine Proklamation an das nationalistische Heer erlassen, worin er es zu seinem Sieg beglückwünscht. Die Proklamation schließt mit den Worten: Die türkischen Nationalisten dürfen mit Recht vertrauensvoll in die Zukunft blicken. Re ic Kämpfe sind noch in Anatolien wahrscheinlich. Euer nächstes Ziel ist das Aegäische Meer. Vorwärts! Paris, 6. Sept. (WTB.) Nach einer Agenturmeldung bestätigt sich das Gerücht von der Räumung Bru s sas durch die griechischen Truppen. Die Schlacht soll erbittert gewesen sein. Es soll dabei vielfach zum Handgemenge ^gekommen sein. London, 6. Sept. (WTD.) Reuter erklärt, in gut unterrichteten Kreisen in London herrsche die Ansicht vor, dah die Katastrophe des griechischen Heeres in Kleinasien jetzt vollständig sei und wenig Hoffnung bestehe, daß irgend etwas jetzt das griechische Heer vor dem Zusammenbruch retten könne. Die griechische Regierung appellierte an die Mächte, um einen Waffenstillstand herbeizuführen. Ein Dementi der Ermordung König Alexanders von Serbien. London, 6. Sept. (WTB.) Rach der ..Daily Mail" ging gestern in den Haupt« städten Europas das Gerücht, König Alexander von Serbien sei ermordet worden. Die serbische Gesandtschaft in London erklärt, daß sie keinerlei Bestätigung dieses Gerüchtes habe. Die gesteigerten Lebenshaltungskosten. Derlin, 5. Sept. (Wolff.) Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten stieg nach den Erhebungen der statistischen Reichsbeamten über die Aufwendungen für Ernährung, Heizung, Beleuchtung und Wohnung im Durchschnitt im Monat August auf 7029 gegenüber 4990 itn Juli. Die Steigerung beträgt 40,9 v. H. und übertrifft somit den Steigerungssatz von 32 v. H. vom Juni zum Juli noch erheblich. Die Reichsindexziffer für Ernährungstvsten stellt sich im Durchschnitt im Monat August auf 9746; sie ist gegenüber dem Vormonat mithin etwas stärker als die Gesamtausgaben gestiegen. Fast sämtliche Lebensrnittel, Kartoffeln und Gemüse ausgenommen, zogen weiter stark im Preise an. Auch die Heiz- und 'Leuchtstoffe wurden erheblich teuerer. 205.20 =, 0.375 => 0.0075 = 18.43 <1.30 =. 23.53 =» 22.95 = 38.95 = 0.215 = 526.- = 1.45 — 0,065 Vermischtes. Berlin, 6. Sept. Rach einer Meldung des »Tageblatts" aus Drau ns chweig ist von dort eine achtzigköpfige Dandevon Felddieben nach Maschervde gefahren, um am hellen Tage das dortige Rittergut zu plündern und die auf dem Felde liegenden Garben zu stehlen. Die Mitglieder des freiwilligen Ortsschuhes und einige "herbeigerufene Landjäger waren der Heber- macht der Plünderer gegenüber machtlos. Schließlich sandte die Braunschweiger Polizei zwei Last- automobile mit Schutzpolizisten. Die Beamten umstellten die Felder und nahmen einen Teil der Plünderer fest; die übrigen entflohen unter Zurücklassung ihrer Fahrräder. Breslau, 6. Sept. (WTB.) Der zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte K 0 mmu - nistenführer Max Hölz ist aus der Strafanstalt Münster, in welcher er in den Hungerstreik getreten war, in das Bres lauer Straf- gef ängnis übergeführt worden. wd. Mannheim, 5. Sept. Em Hand- granatenanschlag wurde heute nachmittag 2.15 Llhr in dem auf den fog. Planken gelegenen Dörfengebäude verübt. Ein junger Mann, der sich längere Zett in dem Hausflur aufgehalten hatte, warf eine Handgranate in den Dörfensaal. Da die Börse schon geschlossen war und sich infolgedessen niemand mehr in dem Saale befand, wurde durch die Explosion der Handgranate niemand verletzt. Es wurde jedoch ein ziemlich großer Gebäudeschaden angerichtet. Der Täter wurde sofort von Polizsibeamten verfolgt und festgenommen. Es ist der 19jährige Rationalsozialift Paul Hansen, der in der nationalsozialistischen Bewegung Mannheims eine Rolle spielt. Vielleicht gelingt es, durch diese Verhaftung auch die Täter zu ermitteln, die am 4. Juli d. I das unter ähnlichen üimständen ausge ührte Dombmattentat auf das Mannheimer Gewerkschaft^,haus verübten. Paris, 6. Sept. (WTB) Wie Havas meldet, hat die Frau von Marcel (Seinbat, die unter ihrem Mädchennamen Georgette Agutte als Malerin verschiedene Erfolge zu verzeichnen gehabt hat, einige Stunden nach dem Tode Sem- bats Selbstmord durch Erschießen verübt. Rach dem „Temps" hat sie vorher noch einen Vries geschrieben, in dem sie ihren letzten Willen sestlegte, der mit den Worten schloß: Vor zwölf Stunden ist er von mir gegangen; ich habe mich verspätet. bis zum vollendeten 21. LebenSjayre 4700 Mark; vorn vollendeten 21. bis 23. Lebensjahr in Kl. 1 5300 Mk., Kl. 2 6000 Mk., Kl. 3 6500 Mk.; vom vollendeten 23. bis 26. Lebensjahr 7000, 8000 und 9000 Mk.; vorn vollendeten 26. bis 28. Lebensjahr 8000, 9000 und 10000 Mk. und über 28 Jahre 9000, 10 000 und 11 000 QITE. Weibliche Angestellte erhalten 90 Proz. dieser Gehaltssätze. Verheiratete und alleinige Familienernährer erhalten einen monatlichen Zuschuß von 375 Mk., Auswärtige, die nicht bei ihren Angehörigen Wohnung und Verpflegung erhalten können, und Alleinstehende 300 Mi. Als Aufwandsentschädigung derLehr- linge wurden empföhlen monatlich 400 Mk. un 1. Lehrjahre, 650 im 2. und 950 im 3. Die Althandlung Heß in Gießen soll ihren Arbeitern vorn 1. September an die Gießener Handelsarbeiterlöhne mit 10 Proz. Zuschlag zählen. In Auslegung der Schiedssprüche vom 9. und 22. August wurde der Akkordsatz der Lumpensortiererinnen für den Zentner festgestellt mit 18,83 Mk. ab 16.7. 1922, 20,92 Mk. ab 1.8. und 29,29 Mk. ab 16.8. Vom 1.9. an soll er 40 Ml. und vom 15. 9. an 45 Mk^ betragen. Für gelegentliche Zeitlohnarbeit sollen die Arbeiterinnen r/_ des Ardeiterlohnes erhalten. Zn diesen beiden Sachen erhielten die Strett- teile eine Woche Frist zur Erklärung über Annähme oder 2ll>lehnung des Schiedsspruches. Für die Arbeiter der Darmgroßhandlung W. Theisebach Söhne v rclrJbarten Arbeitgeberverband und Zentralverband der Fleischer 38 Mk. Stunden lohn ab 13. 8. und 45 Mk. ab 10. 9. Ohne öffentlich: Verhandlung durch Verständigung erledigt wurden die Lohnstreitfache des Albrckarb iterverbaades mit den Mineralquellen- vertrieben in Dad-Raäheim und Großkarben und die Änzelstreitigkeiten zweier Landarbeiter des Gutes Hof-Güll. Kirche und Schule. * Freie Schulst ellen. Erledigt find: eine Lehrerstelle für eine evangelische Lehrerin an der Volksschule in Zwingenberg, Kreis Bensheim; Familienwohnung ist in absehbarer Zeit nicht zu haben; eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an fcer Volksschule in E i ch, Kreis Darmstadt. Für eine kleine Familie ist ausreichende Dienstwohnung vorhanden; eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule zu R i e de r - R a m st a d t, Kre s Darmstadt; zwei Lehrerstellen für zwei evangelische Lehrer an der Volksschule in Psung - ladt, Krcis Darmstadt. Fami.ienwohnung nicht ohne Schwierigkeiten zu beschaffen; eine Lehrerstelle für einen katholischen Lehrer an der Volkschule in Geinsheim, Kreis Groh-Geraa. Kleine Wohnung ist vorhanden. Ig. Hoherodskops, 6. Sept. Am vergangenen Samstag sand im hiesigen Klubhause eine Lehrerkonferenz statt, in deren Verlaus nach einer Begrüßungsansprache des Kon- serenzie.ters LehrerLink- Rudingshain K eis- fd/ULDat Kinkel-Schotten sprach über „Die Ausgaben, die Schule und Lehrerstand im Bolls staut zu erfüllen haben". Die überzeugenden Ausführungen sanden lebhaften Beifall. Landwirtschaft. Stand der Feldfrüchte in Hessen. 300 000 Mark. Um 80 000 Mark Wäsche betrogen. fpd. Frankfurt a. M, 6. Sept. Zwei Männer erhielten auf dem Hauptbahnhof versehentlich einen falschen Gepäckschein, losten mit diesem aber das fremde Gepäck ein und machten dabei die Wahrnehmung, daß das fremde Gut kostbarer als das ihre war. Es befanden sich in dem Koffer für etwa 80 000 Mark Wäsche und Kleider. Die unehrlichen Gesellen versetzen den Koffer, konnten aber heute bereits wieder ergriffen werden. Es handelt sich um einen Frankfurter und einen Kelsterbacher Einwohner. fpd. Frankfurt a. M., 6. Sept. Aus dem Dahnhos Riedervad wurde aus einem Versiegellen Gisenbaynwagen eine Kiste Zwirn im Werte von einer Million Mark gestohlen Bon den Tätern fehlt zur Stunde jede Spur ff Marburg. 6. Sept, Einer fccr vom Landgericht wegen des Raubs in der ElifabeMirche zu 3 Zähren Zuchthaus verurteilten Einbrecher, der 1895 in Frankfurt geborene Mechaniker Adolf Schulmeyer, ist gestern entflohen und noch nicht wi-der ergriffen. ][ Marburg, 6. Sept. In der Stadt- verordnetenf itzung wurde mitgeteilt, daß die Regierung auf den Aittrag, die Kartoffelrationierung in Marburg wieder einzuführen, ablehnend geantwortet und auf die gesetzlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Preistreiberei und des Wuchers beim Kartoffelverkau hinge wiesen habe. fpd. Siegen, 6. Sept Auf dem Dahnho Attendorn gerieten zwei Frauen bei dem Ansturm auf den einsahrenden Zug inter die Otäber und wurden zermalmt. Der Unfall wurde in erster Linie dadurch herbeigeführt, daß ein noch nicht ermittelter junger Mann auf den Zug zu springen versuchte und hierbei die Frauen vorn Bahnsteig unter die Räder riß. Schlichtungsausschutz der Provinz Oberhessen. Verhandlung vom 5. September. Am 1. September 1922 hat die kaufmamttfche Tarifschiedsstelle die Au g u st - Tarifgeyaller der kaufmännischen Angestellten in der Industr 1 e und im Kleinhandel in Gießen geregelt. Im Anschluß daran schlug der Schlichtung^aus- schuh heute folgende Regelung der Augufwer- gü langen im Gießener Gr 0 ßhan de lvor: aito” natsgehalt im 1. Gehilfenjahr 3000 Mk., nn 2. 3500 im 3 4000, nach 3 Gehjlfenfahren bzw. fnnn von 400 auf 10 000 Mk. erhöht; für die Grund- und Gewerbesteuer wurde nur der Gesamtbetrag angenommen, während die Festsetzung bet Steuer erst später erfolgen soll. An Gemeindesteuern sind 2 597 000 Mk. vorgesehen, sur Instandhaltung und Erbauung von Straßen, Wegen, Fußsteigen und Anlagen sind 1 036 670 Mk. in Ausgabe gestellt. — Zur Unterstützung von Kleinrentnern wurden der Stadt vom Reiche 41 000 Mk. zur Verfügung gestellt unter der Bedingung, daß die Stadt die Hälfte dieser Summe hinzubewilligt. — Dem Ansuchen des Ortsvereins der sozialdemokratischen Partei Friedberg. .das städtische Obst in Rationen auf Lebensmittelkarten abzugeben wurde entsprochen, die Versteigerung soll wie in den Vorjahren gehandhabt werden. Händler sollen nur zugelassen werden, wenn die Saj-ation nicht erreicht wird. — Die Frage der K a r t of f e l - Versorgung wurde dem Finanzausschuß zur weiteren Bearbeitung übergeben. Starkenburg und Rheinhessen. rrn. Darmstadt. 6. Sept. Grohfeuer ist im Dienstagabend in dem der Stadt Darmstad gehörenden Gute Gehabocner Hof bei Wetterjtadt ausgebrochen. Die große Feloscheune mit wertvollem Inhalt an Getreidevorraten stand m Hellen Flammen und konnte nicht mehr gerettet toerben. Der Feuerwehr gelang es. das Feuer auf feinen Herd zu beschränken. Hm 10 Hbr abenbä toar jede weitere Gefahr beseitigt. Der Schaden ist ungeheuer. Die Entstehungsursache ist unbekannt. tob. Mainz, 6. Sept. Gin schwerer Un» glückssall ereignete sich heute vormittag gegen 91/2 Hhr auf der Ingelheimer Aue. Dort sind Erdarbeiter mit der Ausschachtung eines 8 Meter liefen Kanals beschäftigt. Plötzlich gab nun die Verschalung nach und die zum großen Teil aus Steinen und Sand bestehenden Erbmassen rutschten zusammen, den Kanal verschüttend. ®er 27jährige aus Flonheim stammende verheiratete Arbeiter Philipp Schäfer wurde völlig verschüttet. ein anderer Arbeiter aus Alonheim teil- toeife. Mit einem großen Aufgebot von freiwilligen Helfern und unter Hinzuziehung der Feuerwehr wurden sofort die Rettungsarbeiten ausgenommen. Der teilweise verschüttete, jüngere Arbeiter konnte mit erheblichen Verletzungen bald geborgen wurden, während erst gegen 3 Hhr bie Bergung des anderen Arbeiters gelang, der ein Opfer seines Berufes geworden war. Hessen-Nassau. Verwegene Einbrüche. Dach dem amtlichen Saaten st ands- berichtfürHesfenvon Anfang September lauten die Nachrichten über Den Stand der Feldfrüchte im allgemeinen nicht günstig. Die anhaltende Trockenheit hat den Hafer zur Frühreife gebracht, so daß viel Ausfall und Nachwuchs entstand. D^e eintretenden Regengüsse haben die Ernte ungünstig beeinflußt, so daß sie nur als Mittelmaßig zu bezeichnen ist. Die Hackfrüchte und Futter- pflanzen versprechen, wenn warmes Wetter eintritt, eine gute Ernte. Der Stand der Reben ist gut. Die Bevbachtungsziffern im Durchschnitt für Anfang September betragen: Hafer 3,2, Kartoffeln 2,1, Zuckerrüben 2,0, Futter-(Runkel-)Ruben 2,3, Klee 3,0, Luzerne 2,6, Be(Cnt-)wäfserungswiesen 2,5, andere Wiesep 2,8, Reben 2,5. Hierbei bedeutet: 2 gut, 3 mittel, 4 gering. )( Ortenberg, 5. Sept. Bei der heute abgebaltenen Grummetgrasversteige- r u n g der fürstlich stolbergischen Wiesen wurden bei großem Andrang bedeutend höhere Preise geboten, als bei der diesjährigen Heu- grasvcrsteigerung. Z. T. wurde fast das Doppelle für das Grummet gelöst als für das Heu. Der Morgen tarn je nach Lage, Menge und Güte auf etwa 2000—7000 Mk. § Aus dem Vogelsberg, 6. Sept. Die Getreideernte ist noch nicht beendigt, der Hafer wird geschnitten, und schon setzt die Grummeternte ein. Das Grummetgras steht in den Grundwiesen recht gut Allerdings kann bie beste Grummeternte das Heu nicht ersetze!^ hilft aber den Wintervorrat ergänzen. Deshalb bleiben die Heupreise auch hoch. Fast in gleicher Höhe halten sich die Preise für das Grummetgras. Turnen, Sport und Spiel. * Radfahrerverein „W anderluft" Dornholzhausen. Am Sonntag hielt der Radfahrerverein ,,W an derlust" sein diesjähriges Dereinsremien. Trotz des schlechten Wetters wurden dennoch glänzende Resultate erzielt. So konnte sich bei der 35 Kilometer langen Strecke der Fahrer Heinrich Schwan in 57 Min. 6 Sek. den Wanderpreis, der dieses Iahr zum ersten Male ausgefahren wurde, buchen. Den 1. Preis erhielt Will). Söhngen in 57 Min. 23 Sek., 2. Preis Hermann Drück in 57 Min. 45 Sek., 3. Preis Wilhelm Drücke! in 58 Min. 39 Sek., 4. Preis Friedrich Hakobi in 1 St. 1 Min. 47 Sek., 5. Preis Hermann Mehlmann in 1 Std. 2 Min. 58 Sek., 6. Preis Wilh. Althen in 1 Std. 3 Min. 10 Sek., 7. Preis Heinrich Straßheim Handel. Frankfurt a M., 6. Sept. Börsen? stimmungsbild. Der Devisenmarkt zeigte anfangs eine mäßige Befestigung, gab aber später wieder nach. Die Effektenbörse zeigte heute eine entschieden schwache Stimmung. Die Hmsätze blieben bescheiden. Auslandsrenten lebhafter, aber unregelmäßig. Montanpapiere stellten sich niedriger. Auto- und Maschinenwerle gaben ebenfalls nach. Anilmwerte letzten niedriger ein. Der Dollar wurde gegen 1 Hyr mit 1250 gehandelt. Frankfurt a. M., 7 September 1922. Börsenkurse. Frankfurt Berlin 1-Hhr- 1-Hhr° Schluß- Anf.- 4° 0 Heff. Staatsanl. 80, - 8egen ^utarmui, Bleichsucht Nervosität, Schwächezustände 1.7.14. 5.9. 6.9. Fr. 125.40 -.37 — ,42 Fl. 59.20 — ,18 — ,20 Ar. 88.80 -.35 — ,40 Ar. 88.80 -.27 -.30 Ar. 117.80 — - — —.-- Ar. 117.80 2,10 2,17 Sh- 97.80 r 23.80 -.07 0,08 Sr. 125.40 -.90 LOO Hamburg - Newyork American Line RegelmäBige Passagier- und Fraohtdampfer Passagierdanjpfer: Doppelschraubendampfer „Mongolia" ... 16. September Dreischraubendampfer „Minnekahda" . . 23. • Doppelschraubendampfer „Manchuria" . 30. , Doppelschraubendampfer „St. Paul" .... 7. Oktober Doppelschraubendampfer „Mongolia" ... 21. , Dreischraubendampfer „Minnekahda" . . 2R. „ Doppelschraubendampfer „IWanchuria" . 11. November Frachtdampferi Hamburg - Baltimore Hamburg - Boston Hamburg-Philadelphia usw. Auskunft erteilen: American Line, Hamburg, Börsenbrücke 2 Vertreter: Wilh. 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