Mittwoch, 7. Zullt 1922 Erstes Blatt 172. Jahrgang Hartnäckiger französischer Widerstand Deuyork, 6. Juni. (Havas.) Sin Lelo des uns sol. Zur Frage der Todesstrafe. Zu dem Lettaufsah in Ar. 127 .Siebener Anzeiger-" gehl mit der Ditte um Veröffentlichung gende Entgegnung zu. mit denselben Verhandlungen endet, dah unser Land einem Schuldner ohne guten Willen einen Anlab bewilligt, der zu nichts anderem als zur Vorbereitung neuer Schmälerungen dienen würde. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen!) 34mmBreite örtlich l50 Pf., auswärts 180 'Pf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platz. Vorschrift 20 v/e Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: starl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Giehen. Massenvertreibung derDeutschen aus Polnisch-Oberschlefien. Neue Unruhen. — Mißhandlungen Deutschgesinnter. Nr. 131 Erschein! täglich, außer Sonn» und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GiehenerFamiliendlätter Monatliche vezuasprrife: Mk. 20.- und Mk. 2.— Trägerlohn,durch diePost Ulh.22—, auch bei Nichterscheinen einzelnerNum- wem infolge höherer Gewalt. -Fernsprech- Anschlüsse: fürdieSchrift. leäung 112; für Verlag snd Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Etetzen. poftschelttonto: 5ranfturt a. M. 11686. Französische Quertreibereien in Syrien. London, 6. 3uni. (Wolff.) Siner von de« Blättern veröffentlichten Gxchangnneldung aus Kairo zufolge befagen dort eingetrvffene und bcftätigtc Berichte, dah die Franzosen einen Vertrag mit dem Herrscher von Rejd, Ibn Saud, abgeschloffen haben. Der Vertrag sehe vor, dah die Franzosen dem Ibn Saud Waffen, Munition und Geld liefern und jede militärische Unterstützung gewähren, wenn er von den Hedschas von Mesopotamien oder vom Grand Iordansland angegriffen wird. Der Vertrag dehne das Gebiet Ibn Sauds in der Dichtung Devaa ans und sehe die Erweiterung des französischen Mandats über den Hanran vor. Anherdem bestimme der Vertrag, dah sich Ibn Saud in jeder möglichen Weise der Bildung einer amerikanischen Föderation unter der Aegide Großbritanniens widersetze. Ibn Sand verpflicht tct sich, Frankreich in Syrien militärische Unterstützung zu leisten, wenn es vom Grand Jordans- land oder von Mesopotamien angegriffen werden soll. - .Daily Erpreß" weist darauf hin, dah England ,3bn Sand jährlich 60000 Pfund Sterling bezahlt. Französisch - spanische Handelsbeziehungen. Paris, 7. Juni. (WTB.) 3m gestrigen Ministerrat ist beschlossen worden, dah Mini- sterialrat SerruhS heute nach Madrid reist, um die Verhandlungen über den Abschluß eines französisch-spanischen Handelsabkommens fvrtzufetzen. Tschechoslowakisch-russischer Vertrag« Prag, 6. Juni. (Wolff.) Gestern wurde tm Ministerium des Aeuhern der p r o v i - svrische Vertrag zwischen der t s ch e cho- slowakischen Republik und Sowjetruhland unterzeichnet, der in Genua nach Beendigung der Konferenz vereinbart und paraphiert worden war. Die Wladiwostoker Regierung. L v n d o n, 6. Juni. (Wolff.) Deuter meldet aus Wladiwostok, dah General Dietrich zum Präsidenten der Regierung von Wladiwostok gewählt worden sei. Rücktritt des japanischen Ministeriums. Gegen die Zerstörung der rheinischen Eisenbahnen. Berlin, 7. Juni. Wie die Morgenblätter Horen, wird die deutsche Regierung auf die Ententenote über die Zerstörung und Aenderung von Eisenbahnanlagen im besetzten Gebiet eine Mitteilung an die Botschafterkonferenz richten, in der sie voraussichtlich den Standpunkt vertreten wird, dah ihrer Auffassung nach die Alliierten in ihrer Rote die seit Kriegsende veränderten Grenz- und Wirtschaftsverhältnisse Deutschlands und des besetzten Gebietes nicht berücksichtigt hätten. Die deutsche Regierung werde weiterhin den Nachweis fuhren, dah die beanstandeten Eisenbahnbauten fast ausschliehlich wirtschaftlichen Zwecken dienten und auf die Milliarden- kvsten aufmerksam machen, die eine Zerstörung von Eisenbahnmaterial in dem verlangten Umfange erfordern würde. Das weitere Verbleiben der amerika- nischen Besatzung. Reuyork, 6.Iuni. (WTB.) (DurchFunkspruch). Wie der .Reuyork Times" aus Washington ge- meldet wird, teilte Kriegssekretär Weeks mit, dah die Zeitdauer des weiteren Verbleibens von tausend amerikanischen Truppen am Rhein über den 1. Juli von der weiteren Entwickelung abhängt. Die Berichte über das talwolle Verhalten des Kommandierenden der amerikanischen Rheintruppen, Generalmajor Al len, sollen auf Harding und Weeks einen besonderen Eindruck gemacht haben. Gegen die rheinischen Separatisten. Eine Rede des Ministerpräsidenten Braun. Honnef, 6.Juni. (W.2.) In einer nach dem Kurfoal einberufenen Versammlung hielt heute abend Ministerpräsident Braun, der sich hier aufbeschlagnahmt und zu Massenquartieren eingerichtet worden. Lublinih. 6. Juni. (WTB.) 3m Kreise Lublinitz, besonders in Zawazki, ist es heute zu Unruhen gekommen. Deutschgesinnte wurden verprügelt und m i h h a n d e l t. Königshütte, 6. Juni. (WTB.) Hier haben toieSerum eine Anzahl Deutschgesinnter Drohbriefe mit der Aufforderung zum sofortigen Verlassen der Stadt erhalten. Beuthen, 6. Juni. (Wolfs.) Gegen einen Iuwelierladen rn Smrczyk wurde heute nacht gegen 12 Uhr eine Stielhandgranate gc- cvorfen, die an dem Schutzgitter der Eingangstür explodierte. Es lpurde erheblicher- Sachschaden angerichtct, jedoch nichts geraubt. In der Rächt zum Sonntag versuchten mit Gewehren. Handgranaten und Revolvern bewaffnete Insurgenten in die Stadt einzudringen. Der Versuch wurde aber vereitelt. Die am ersten Pftngslfeiertag vom polnischen Konsulat entfernten Hoheitszeichen wurden ajn Löwendenkmal auf einem Ring aufgefunden und dem polnischen Konsul unverzüglich mit dem Ausdruck des höchsten Bedauerns wieder übergeben. Ein Wojwodenrat. Berlin, 6. Juni. (Wolfs.) 'Mir den polnisch werdenden Teil Oberschlesiens ist ein Wojwodenrat ernannt worden. Don 19 Erwählten sind 15 Polen. Die Deutschen sind politisch unbekannte Männer. Die Ernennung erfolgte ohne Rücksprache mit den Deutschen. Etwa 10 000 deutsche Arbeiter muhten den polnisch werdenden Teil Oberschlesiens verlassen. SS"6 ass».* Ko* R(n£4-,öerj?H uyPers- hielt, eine Ansprache, in der er, ausgehend von der durch den Friedensvertrag bedingten Lage, auf die besondere Bedrückung hinwies, unter der das Rheinland und feine Bewohner leiden. Das Rheinland sei Geisel in der Hand der Sieger. Was die Kanonen und die Sencgalneger nicht vermochten, das soll die ftanzöstsche sogenannte „Kulturpropaganda" erreichen, die vornehmlich mit den Argumenten der h öheren Valuta arbeitet. Die separatistischen Kreise, die dem Franken unterlegen sind, arbeiten in erster Reihe mit der Forderung der Loslösung der Rheinlandc von Preußen, wobei sie sich geschickt den Umstand zunutze machen, dah das alte Preußen die Mentalität der rheinischen Bevölkerung nicht immer recht verstand und richtig gewürdigt hat. Dabei wird vielfach gesiiffentlich verschwiegen, dah das Rheinland als größte und wertvollste Provinz im preußischen Staatsgefüge auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiete einen gewaltigen Ausschwung zu verzeichnen hatte. Das neue demokratische Preußen hat bereits auf den verschiedensten, besonders auf kulturellem Gebiete — wie der Ausbau der landwirtschaftlichen Hochschule in Bonn und die Gründung der Hochschule in Köln beweisen — volles Verständnis für die Eigenart und Bedürfnisse der Rheinlande gezeigt. Richt die Blüte des Rheinlandes und das Wohl der Rheinländer haben die zumeist im Solde Frankreichs stehenden Separatisten im Qhigc, sondern sie sind bewußt oder unbewußt Werkzeuge der Kreise Frankreichs, die eine Zerreißung und damit völlige Zertrümmerung Deutschlands anstreben. Das Rheinland aus dem preu- hischen Staatsgefüge reißen heißt, es auch vom Reiche trennen und zum Spielball ftanzösischer Intereffen und Machtpolitik machen. Die mißlichen Verhältniffe Deutschlands, die hohen Stenern, dte zur Ernährung des Volkes erforderliche Getreideumlage und anderes mehr werden von den Separatisten gegen Preußen und das Reich ins Feld geführt, allerdings glücklicherweise mit geringem Erfolg. Wer sein Vaterland in der Rot wegen der Ge- tteideumlage verrät und wer wegen der recht imaginären Aussicht auf Steuererleichterung sein Deutschtum verleugnet, war nie ein Deutscher, h a t nie wahrhaft deutsch gefühltund g e- dacht. Das Rheinland und die Rheinländer haben aber stets deutsch gefühlt und gedacht und werden daher, wie in früheren guten Tagen, auch in den schlimmen Zeiten, die wir durchleben und die uns noch bevorstehen, in alter deutscher Treue $u Preußen und dem Reiche stehen. Wenn dieser Geist wach und rege bleibt, dann dürfen wir um eine bessere Zukunft nicht besorgt s-iM Ministerpräsident Braun wurde bet feinen Ausführungen vielfach von lebhaften Zustimmungs- Lußerungen unterbrochen und als er die Tribüne verließ, begrüßte ihn einstimmiger Beifall. Gegen zwei Stimmen wurde folgende Resolution I Stammt $ d t i o L-ld^ daß das Mini. Berufsständen sowohl des besetzten wie des uw! sterturn zurückgetreten ist. , " Berlin, 7. Juni. Blättermeldungen auS Hindenburg zufolge durchziehen große Flüchtling s st r ö m e die Stadt auf Wagen und Automobilen, die mit teilweise demoliertem Flüchtlingsgerät beladen sind. Alle Hotels und Gastwirtschaften sind überfüllt. Alle verfügbaren Räume und Betriebe sind für die Heimatlosen besetzten RheinlandeS besuchte Versammlung spricht ich nach der Ansprache des preußischen Ministerpräsidenten Braun gegen alle Bestrebungen aus, die darauf hingchen, das Rheinland vom Reich oder von Preußen zu trennen. Politisch und wirt- chaftlich ist das Rheinland auf Gedeih und Der- )crb mit dem Deutschen Reiche und dem preuhi- chen Staate verbunden. Eine rheinische Republik würde, wie das Beispiel des GaargebietS lehrt, zur politischen Unfreiheit und zum wirtschaftlichen Riedergang führen". " 6o5, Portugal 1867, Holland 1870, Norwegen <>05, in 15 Schweizer Kantonen, darunter Zürich '865, Bern tatsächlich seit 1861. ®Iaru8 tatsäch- NH seit 1836, Solothurn tatsächlich seit 1855, beiten Basel, Aargau tatsächlich seit 1863, Thurau tatsächlich seit 1854, Reuchä el tatsächlich seit §534 Gens tatsächlich seit 1862. San Marino, fünf nordarneiiranischen Staaten, darunter Ollgine feit «887, Michigan 1846. Wisconsin 1853, Rhdde Is- l-md 1852 mehreren mexikanischen und südameri- kLnischen Staaten, darunter Brasilien, Venezuela, Ecuador, seit 1919 auch in Oesterreich, tatsächlich feit 1861 in Belgien und seit 1826 in Finland. Die Gesetzentwürfe der Schweiz, von Dänemark und Schweden haben sie gestrichen. Die klare Turchführung des Sicherungsgedantens würde auch zu ganz anderen Einrichtungen führen als zu unserer heutigen Todesstrafe. Dah aber Vergeltung nichts anderes ist, als undeutliche Gefühlssache. ist dem Kenner der strasrechtlichLn Literatur wohl bekannt. Die Todesstrafe bleibt in unserem heutigen Strafenshstem ein nicht gU‘ ein- fügbarer Rest aus alten Zeiten Die griß u Fortschritte psychologischer und psychiatrischer Erlennt- nis stehen ihr entgegen und werden sie auch beseitigen helfen. Die Betrachtung der Mordtaten führt zur Erkenntnis, dah viele Hingerichtete Mörder gar nicht normal fein konnten; hier ist „Vergeltung" nicht am Platze. Ich maße mir nicht an, in einer sc schuxrrn Krage ein absolutes, objektives Ergebnis der Erfahrung vertragen zu wollen; jeder Gewissenhafte wird hier immer nur sagen können, wie er die Erfahrung deutet. Mich hat sie seit mehreren Jahrzehnten zur festen Ueberzeugung geführt, bah die Todesstrafe entbehrlich, und daß der bei ihr vorgetragene Dergeltungsgedanke unklar, daß sie daher mit unseren Sittlichkeitssähen nicht vereinbar ist. Die Betrachtung der Entwicklung der Tobestsrase, ihre immer größere Einschränkung. besonders auch die Zulassung mildernder ilmflänbe im Entwurf, zeigen, daß die Heber- Beugung des Volkes sich auf diesem Gebiet stark wandelt. Heute mag es bet uns noch undankbar inb beschwerlich sein, gegen sie zu schreiben, wie es vor bald 200 Jahren bedenklich war. gegen die Folter aufzutreten; ich bin der Lieberzeugung, daß man sie später auch bei uns nicht mehr verstehen wird, wie sie hochkultivierte Völker heute fd>on nicht mehr verstehen. Das gern wiederholte Argument ihrer Anhänger „die Herrn Mörder mögen beginnen" würde ich aber nicht anwenden, denn es stellt ja die „gerechte Vergeltung" der Todesstrafe auf eine Stufe mit dem Mord. Professor W. M i tt e r m a i e r. lieber die Todesstrafe besteht befannt- fld) eine Literatur, die eine nicht ganz Heine Bibliothek ausfüllt, deren Inhalt aber den wenigsten bekannt ist. Vielleicht ist das einer der Dründe, daß sie so sehr umstritten bleibt. Auch die Ansichten von Autoritäten sollten totr stets selbst prüfen; übrigens lassen sich auch viele bedeutende Gegner der Todesstrafe anführen, außer der Bibel z. D. auch Fichte, von neueren Straf- «chtlern Berner, t>. Hvlhendorff, Schwarze!. — Die Ausführungen des Herrn : Staatsanwalts E cke r.t zeigen, daß bei dieser Frage das Gefühl eine große Rolle spielt; .iuch er beruft sich auf a priori hingestellte, „absolute". daher offenbar des Beweises nicht mehr । bedürftcndc Anschauungen. Gerade darin zessgt sich, dah diese Strafe die Entwicklung der Gesellschaft ?,u einem Zustande, der uns immer mehr be- i« friedigt, hemmt. — Auch die Sätze der Sittlichkeit sind nach meiner Anschauung nichts absolutes, > sondern ein Ergebnis der Entwicklung. Sv wie »ch die heutigen Sittlichke'tsgrundsähe verstehe, widerspricht ihnen die tatsächlich bestehende Todes- " strafe, da für sie kein gerechter Maßstab besteht, do eS nie gelingen wird, die wahrhaft schweren t Fälle Har zu epfennen, da ihre Aiiwendung viel s zu sehr vom Zufall abhängt, da sie bei Irrtum nie wieder gutzumachen ist, und da sie die Leidenschaften zu iehr erregt, das unbestimmte Ge- sLhl zu sehr mitsprechen läßt. Die Todesstrafe ist im Entwurf für Mord f Ixibehalten, der ebenso wie heute schon die mit Uebcricgung ausgeführte Tötung ist. Wann aber diese Scbcrlegung vorliegt ist ungeheuer schwer ui sagen. Und ebenso wie dieser Begriff ent- V behrt der der gemeinen Beweggründe bei einer | so fdjnxrcn, unabänderlichen Strafe der nötigen $ Schärfe. Darf und will aber das Gesetz es der Praxis überlassen, die Todesstrafe auf den Mord VlS solchen Beweggründen einzuschränken? Bei der Todesstrafe flehen zwei Gedanken - unvermittelt nebeneinander: Vergeltung und Ächerung. Dah der Sicherungszweck die Anhänger der Vergeltung fast immer beeinflußt, auch irxnn er nicht ausgesprochen wird, läßt sich leicht, und) an den Darlegungen des Herrn E. zeigen. '9er Beweis aber, daß die Todesstrafe zur Siche- 5 iung nötig ist. oder auch nur, daß sie abschreckend P wirkt, — hier sind die Anhänger der Todesstrafe beweis pflichtig! — ist nicht geliefert; die C» 1 sährung von Ländern, die sie zum Teil seit vielen Jahrzehnten nicht mehr kennen, und auch Ihre Immer stärkere Einschränkung da, wo sie itod> besteht, sprechen dagegen. Sie besteht nicht >' mehr in Italien (tatsächlich feit 1874), Rumänien WM RS K M luDE «‘’feänft GietzenerAMger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck tmö Verlag: yrlihl'sche Univ.-Vach- und Steinörutferei v. Lange. 8chris1lettang, Geschäftsstelle und Druckerei: Lchulstratze 7. Eine „Kategorische" Erklärung PoincarLs. Geteilte Stimmung in Amerika. Paris, 7. Juni. (WTB) Die „Chicago Tribüne" berichtet, P o i n c a r 6 habe der Re- parassonskomms ion durch Vermittln g von 5>i- bois kateg orische erklärt, baß Frankreich in keine Herabsetzung der Reparationsziffer einwilligen toevbe. London, 6. Cirn. (Wolff.) Der Pariser Berichterstatter der „W e st m i n ft c r Gazette" verzeichnet eine in dortigen gut unterrichteten amerikanischen Kreisen verbreitete Ansicht, daß die unnachgiebige Haltung der Fran«, z o s e n in der Frage der Herabse^uig der deutschen Reparationen nur scheinbar sei. Die Franzosen seien, wie verlaute, bereit, eine Verminderung der deutschen Reparationsschttden za erwägen, wenn eine entsprechende Ermäßigung der französischen Schuldenan die Alliierten ftattfinbe. Dies werde einen Versuch zur Beeinflussung der amerftänischen öffentlichen M.i u g mvg ich machen. Es könne h?r° vorgehoben werden, ba\ wenn Ame iti es ab* lehne, an der allgem inen Ql.-ureg?Iung der Kriegsschulden teifzuneHmen, es die Schuld dafür trage, bal; Europa in seiner finanziellen und wirischaftlichen Lage mit allen Gefahren für den Frieden der Welt belastet werde. Der Finanzberichterflatter der .Time s" u\ Reuyorr"schreibt dagegen, es bestehe augenblicklich nicht die geringste Aussicht, laß de Vereinigten Staaten auf irgendwelche Forde u gen der Alliiecken Verzicht (elfte- t e n. Eine erfolgreiche öffentliche Aufrahme einer draschen Anleihe in den Vereinigten Staaten sei außcrdenl unnröglich, solange sich die Reparationen in ihrer augenblicklichen unbestimmtrn Lage befinden. Sitzungen der Reparationskommission. Paris, 6. Juni. (WTB.) Wie der ^Temps" mitteilt, hat die Reparationskommission heute vormittag eine offiziöse Sitzung ab- gehalten, in der die verschredenen Ansichten der Delegierten zum Ausdruck gekommen sind. In der morgen stattfindenden offiziellen Sitzung wird jeder Delegierte seine Lösung vortragen und seine Einwendungen aussprechen. Der internationale Anleiheausschuß wird also, wenn er am Mittwoch nachmittag zusammentritt, die Antwort der Kommission uno die Ansichten der einzelnen Delegierten zur Kenntnis nehmen. Der französische Delegierte Louis Dubois hat heute vormittag vor der offiziösen Sitzung eine Besprechung mit Poincarö gehabt. Fortdauernde Hetze in der französischen Presse. Paris, 6. Juni. (WTB.) Der „T e m ps " streitet in seinem Leitartikel dem internationalen Anleiheausschuh sowohl die Mittel, als auch die erforderliche Zeit ab, um die komplizierte Frage zu beantworten: Auf welche Gründe ist es zurückzuführen, daß Deutschland heute keinen Ärebit findet? Dementsprechend geht es nach dem halbamtlichen Blatt über die Zuständigkeit des Ausschusses hinaus, die deutsche Reparationsanleihe von einer Herabsetzung der deutschen Reparationsschuld abhängig zu machen. In Wirkllchkeit, sagt der „T e m p 8 , ist die Anleihefrage keine rein finanzielle. Es besteht ein Konflikt zwischen zwei Arten von Politik, der Politik des gegebenen und der Politik des zurückgenommenen Wottes. Der erstere erfordert den Willen, seine Verpflichtungen zu hallen und denselben Willen von anderen zu verlangen. Frankreich will bezahlen, was es schuldig ist, und es verlangt, daß auch seine eigenen Schuldner zahlungswillig sind. Es läßt es nicht zu, daß man Deutschland, um es der notwendigen Leistung zu überheben, aus lauter Wohlwollen fci .e Zahlungsunfähigkeit patentiere. Die Politik des zurückgenommenen Wortes bestehe darin, dah man alle Verpflichtungen wieder in Frage stelle. Anstatt von Deutschland Zahlungswillen zu verlangen, würde man bei dieser Politik dulden, dah es Widerstand leistet und diesen Widerstand zum Anlaß nehme, zu erklären: Da Deutschland uns nicht bezahlen wird, haben wir auch nicht die Absicht, zu zahlen, was wir den Vereinigten Staaten schuDig sind. Kurz und gut, es handelt sich hier um die Politik deS Fetzen Papiers und des DankervtteS auf der ganzen Linie. Auf dieser Grundlage wird man Europa nicht wieder aufbauen. Die .Liberte" fragt: Tritt nicht morgen der Anleiheaussckuh zu einer neuen Sitzung zusammen, um sie wieder aufzuheben? Soll nicht bloß die Unmöglichkeit der internationalen An- leihe festgestellt werden? Wir für unser Tell haben das Gelingen dieser Anleihe stets bezweifelt, wo es sich darum handelte, das Privatkapital zur Lösung einer Staats- frage h e r a n z u z ie h e n. Da komtte man von vornherein erkennen, dah ein Konflikt zw^chen den nationalen und privaten Interessen entstehen würde. Das ^.Journal des Debats" schreibt, keine Regierung könnte zugcben, dah unser Land, das Deutschland bereits 90 Milliarden vorgetchos- sen bat das feine Reparationen erhalten hat und das züsieht, wie die deutsche Taktik sich von Monat Monat wiederholt und regelmäßig Kongreh der Völkerbundsliga. Prag, 6. (Zani. (Wolff.) 3n der Vollversammlung des Kongresses der Völkerbundsliga wurde zunächst die Aufnahme neuer Gesellschaften beraten. Die armenische, estlandische, dänische sowie ukrainische Gesellschaft wurden de- battelos ausgenommen. Die Anfrage des französischen Delegierten Rennessy, ob die östliche oder westliche ukrainische Gesellschaft aufgenommen sei, rief eine erregte Debatte hervor. Die Frage wurde dahin beantwortet, daß die Gesellschaft der östlichen Hfraine ausgenommen sei. Die Frage der westlichen iltraine bleibe einstweilen offen. Gegen die Aufnahme der otto- manischen Gesellschaft sprach der Referent der (Kriechen, Seferiades. Sein ablehnender Antrag wurde mit 54 gegen 32 Stimmen verworfen. Nachdem der Referent mitgeteilt hatte, daß die Kommission die Aufnahme der bulgarischen Gesellschaft empfehle, erklärte der jugoslawische De- •legierte Woynuwitsch, er sehe sich veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß Bulgarien die im Sinne des .Friedensvertrages erledigte mazedonische Frage durch seine Wankelmütigkeit wieder auf» rolle. Er hoffe, daß Bulgarien sich einer friedlichen und gerechten Gesinnung befleißigen werde. Die Versammlung .stimmte dem Kornissionsvor- schlag zu. Die Frage der Aufnahme der deutschen bzw. ungarischen Gesellschaften in der 'Tschechoslowakei wurde dadurch geregelt daß die tschechoslowakische Gesellschaft ihren deu.schrn bzw. ungarischen Mitgliedern eine Anzahl Stimmen überwies. Sodann eröffnete der Prasrdent R u f - *fini die Behandlung der Minderheitenfrage und betonte ihre besondere Bebeutung. Die Frage werde hier nicht in ihrer Beziehung zur Tschechoslowakei, sondern zur ganzen Mell behandelr weroen. Sodann führte der Präsident deS Minderhfttenausschusses, Dickenson aus, sicher sei eine Anzahl von Beschwerden der Minderheiten gegenstandslos, Ri-^sdestvweniger erachte es die Kommission für ihre Pflicht, sie der Versammlung vorzulegen, umsomehr als die Kommission fest stellen müßte, daß in allen in Betracht kommenden Ländern Minderhetten im Zustande äußerster Unzufiedenrhell leben und daß diese Hn= Zufriedenheit für die Staaten selbst und den europäischen Frieden eine schwere Gefahr bilde. Ihn so wichtiger sei auch die gesamte Minderheitenfrage. als die 'hier in Betracht kommenden Unzu- friedenen die Zahl von 25 Millionen erreicht hätten. Daß diese Frage auf dem Boden der Tschechoslowakei zur Sprache komme, sei natürlich nur Zufall. Die Tschechen und Slowaken hätten feit Erkämpfung der Freiheit ihren Staat auf der Grundlage der überaus liberalen demokratischen Verfassung, aufgebaut. Ihre Stactts- marmer hätten im europäischen Beratungskörper einen großen Ginfluß. Man könne ihnen daher volles Vertrauen entgegenbringen und zutrauen, daß sie diese schwere Frage in demselben Sinne und demselben Geiste internationaler Gerechtigkeit wie so viele andere zu lösen bereit und imstande seien. Der Delegierte M e b i n g e r (Deutsche Liga für die Slowakei) sagte zu dem über die Minori- tätenfrage vorliegenden Bericht Dickensons, daß er Wohl nicht alle Wünsche erfülle, die die Dell- schen hier hätten, daß seine Annahme aber einen Fortschritt bedeuten würde. Die Deutschen m der Tschechoslowakei wollten für die Erzielung eines dauerhaften Friedens in Europa tatkräftig Mitarbeiten. Sie wollten besonders Oesterreich helfen, aus seinem traurigen Schicksal herauszu- konunen. Der dcu sche Delegierte G af Bernstorfs ertlärte ir iter großem D.tfall, solange man die Regierungen bertetbige, gebe es kein Recht der Minderheiten. Man mfJff> vielmehr den Regierungem sagen, wie sie es besser machen sollten. Gegenüber den tschechi'chen und Polri» schen Delegierten erklärte Bernstorfs, daß sie sich nicht ganz loyal gegenüber der Mindrr- heitskommtssion, die den Bericht verfaßt habe, verhalten hätten, da sie selbst an dem einstimmigen D.schluß der Resolution Dickensons nicht beteiligt waren. Bernstorff wies darauf hin, daß zwischen Deutschland und Polen ein allerseits als mustergülftg anerkannter Mmderheitsschutz- herttog geschlossen worden sei Auf Winkelmanns-Spuren. (Aus neuen Briefen Earl Just iS.) Die Winckelmann-Bivgraphie Carl Zustis ist das klassische Meisterwerk wissenschaftlicher Lebensdarstellung, und ihr Schöpfer, der große Kunstgelehrte Carl Zusti, steht neben dem Entdecker des Griechentums als der geniale Nach- und Aeuschöpfer seines Wesens und seiner Zeit. So hohen Ruhm heute die Arbeiten Iustis als Höhepunkte kunstgeschichtlicher Forschung besitzen, so fehlte uns doch bisher der Einblick in seine Persönliche Entwicklung, da er immer vornehm im Hintergrund gestanden hat. Da ist es denn eine wichtige Gabe, die der deutschen Gelehrten- Geschichte und zugleich jedem Freunde Italiens gemacht wird, daß Iustis „Briefe aus Italien", die Schreiben, die er bei seinem ersten Aufent- hall in diesem Lande während des Studiums zum zweiten Band seines „Winckelmann" schrieb, soeben im Verlag von Friedrich Cohen zu Bonn erschienen sind. Die Briefe enthalten wundervolle Schilderungen von der Kunst, dem Volk und dem Leben Italiens, besonders aus Rom, Florenz, Neapel und Venedig. Durch alle Erlebnisse aber leuchtet das geniale Schauen und die allseitige Bildung des Mannes, der hier auf Winckelmanns Spuren, aber mit eigenen Augen und Empfinden die Well der Antike aus der Vergangenheit emporhebt und mll einer großartigen Beurteilung der Gegenwart verbindet. Iusti hatte als junger Marburger Dozent den ersten Band seines Winckelmann-Werkes vollendet und dafür das „schäbige Honorar von 125 Talern" erholtem Nun muhte er wie sein Held und Vorbild nach Italien, um hort Stimmung und Stoff für den zwellen Band zu finden Aber das Honorar reichte nicht weit, und so entschloß er sich denn, seine Kunstschätze zu verkaufen, um die Reise zu ermöglichen, die für ihn Sein ober Nichtsein bedeute. „Das Dürer-Album und den Golhischen Stich", schreibt er später an seine Schwester, ..habe ich mich damals, als ich die Vorberellungen nur 'Reise traf und keinerlei Unterstützung hoffen konnte, obwohl ungern, entschlossen, in Leipzig versteigern zu lassen, nebst noch anderen Sachen. Es war die Realisierung dieser Reise für mich eine Lebensfrage, der ich solchen Luxusbesih opfirn mußte." Die zwei Jahre, die er nun in Italien verbringen durste, boten diesem nach außen lo gum Attentat auf Schewemann. Berlin, 6. Juni. Wie die Blätter criis Gaffel melden, ist Staatsanwaltschaftsrat Dr. Schmitz vom Zustizminister mll der weiteren Untersuchung deS Attentats auf Ober- bürgermeffter Scheidemann betrant worden. Er hat heute mll dem Kriminalkommissar Grvpengießer eine genauere Untersuchung des Tatbestandes vorgenommen und ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Anschlag, der von dem Täter mit großer Dorsorgevorbereitet worden war,von einem Auswärtigen ausgeführt wurde. Alle Nachforschungen nach dem Täter sind bisher erfolglos geblieben. Nach einer Meldung des „Vorwärts" ruht zum Protest gegen das Attentat am Mittwoch von 12 Uhr mittags bis 1 Uhr die Arbeit in sämtlichen Betrieben von Cassel. Um 4 Uhr findet eine große Protestkundgebung statt, nach der die Ar- beller vor das Rathaus ziehen werden, wo Scheidemann sprechen wird. Berlin. 6. Juni. (Wolff.) Der Reichspräsident hat nachstehendesTelegramm an den Oberbürgermeister Scheidemann gerichtet: „Zum Mißlingen des bübischen Attentats beglückwünsche ich Dich herzlich." Aus vem Reiche. Tagung der kathoMchen Gesellenvereine. Köln, 6. Zuni. (Wolff.) Zur Teilnahme an dem hier während der Pfingsttage abgehobenen ersten internationalen katholischen Gesellentag hatten ca. 700 Gesellenvereine aus allen Teilen Deutschlands und des Auslandes, darunter auch Amerika, Abordnungen entsandt. Nach einem feierlichen Pontesikolamt, das am Pfingstmontagmorgen Kardinal-Erzbischof Dr.Sch u lz im Dom selbst zelebrierte, versammelten sich die Gesellen später in der Bürgergesellschaft und in der Lesegesellschaft, wo in öirjen Reden die Ziele der katholischen Gesellenvereine besprochen wurden. Im Anschluß daran fanfc eine stark besuchte Dertreterversammlung im weihen Saale der Bürgergesellschaft statt, in der General-, sekretär Natter mann über die hohen Ziele der katholischen Gesellenvereine referierte. In tret Aussprache fand ein Antrag des Leipziger Vereins, die bayrische Regierung zu bitten, die Düste des Gesellenvaters K o l p i n g in der Walhalla aufzustellen, lebhafte Zustimmung, ebenso die Anregung zur Schaffung eines eigenen Ver- bandshauses in Rom. Hinsichtlich der Stellungnahme der Gesellenvereine zu den sogenannten freien Gewerkschaften wurde einheitlich und einhellig bekundet, daß lein Mitglied diesen Gewerkschaften angehören dürfe. Nur im Zwangsfalle soll der Änschluh an eine der Gewerkschaften gestattet sein. Nach einer Generalkommunion der Gesellen sand am Pfingstmontagnachmittag im großen Saale des Gürzenich unter dem Vorsitz des Präsidenten Schiffer (Ungarn) und in Anwesenheit des Kardinal-Erzbischofs eine große Kundgebung für die Aufgaben und Ziele der katholischen Gesellenvereine statt. Parallelverfammlun- gen wurden zu gleicher Zeit auch in andere» großen Sälen unter überaus starker Beteiligung abgebalten. Nachmittags versammelten sich die Teilnehmer, ungefähr 15 000 an der Zahl mll mehr als 100 Fahnen, zu einem Festzuge mit einer Jundgebung für den Kölner Kardinal am erzbischöflichen Palais in den Strahen der Stadt. Hirsch-Dunckerscher DerbandStag. Berlin, 6. Juni. (Wolff.) Unter zahlreicher Beteiligung der Delegierten aus allen Teilen des Reiches begann der Verband der deutschen Gewerkvereine Hirsch-Duncker seinen 21. ordentlichen Verbandstag. An der Tagung nahmen u. a. teil: Reichs Wirtschaftsminister Schmidt, der Preußische Handelsminister S i e- r i n g, Staatssekretär Dr. Gelb vom Reichsarbeitsministerium und Vertreter des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Vom allgemeinen niederländischen Fachverband waren mehrere Vertreter erschienen. verschlossenen, innerlich so unendlich reich empfindenden Manne das entscheidende Erlebnis seines Daseins, und wir fühlen die Seligkell mit, mit der er den Blick über das Forum von Rom schweifen läßt, die Kunstschätze von Venedig und Florenz genießt oder den Tempel von Pästum bewundert. Mll einem gewissen Grauen denkt er, als sich die schöne Zell dem Ende zuneigt, an die Rückkehr in die Enge der kleinen Universitätsstadt Marburg und schreibt: „Manchmal erscheint mir der Abschied wie ein Abschied vom Geben oder wie eine Rückkehr in ein altes Gefängnis. Wie wird mir das Aufgeben dieser Freiheit in jeder Hinsicht schwer werden. Wie eng und öde wird mir das Geben scheinen nach zweijähriger Gewohnhei'. mehr in einer großen Außenwelt als mit Menschen zu leben." Ader er weih, dah neues Schaffen feiner harrt: „Ich werde zwar nie eine philosophische Leuchte meiner Nation werden, hoffe aber doch so viel von Philosophie gelernt zu haben, um die Erdengüter richtig nach ihrem Wert zu klassifizieren und zu wissen, dah die Muße für ein mit Liebe gepflegtes Werk ober die Entdeckung einer über die unendliche Mehrzahl gewöhnlicher Menschen erhabenen Seele, wie es mir in diesem Winter in Rom begegnete — besorge nichts, es ist keine weibliche Seele — ober das Wasser am Golf von Neapel mit sonntäglichem Besuch bei ben alten Pompejanern, ober ba, wo man zu jeder Zell zu der Kuppel von St. Peter hinaufschauen und mit Michelangelos Propheten Zwiesprach halten kann, endlich gesunde Augen, gesundes Hirn und Lungen, unendlich wertvollere Dinge sind, als die freilich wenigen zutell werdenden hohe -Ehre, den Aktenkästen des Senats offnen zu dürfen, über das annod) durch den Erfolg eines Examens bestimmte Lebensglück armer Bursche mitzuentscheiden u'w." Auch von der Bekanntschaft mit berühmten Männern spricht Zusti in diesen Briefen. Sv erzählt er von einem Besuch bei dem alten Nazarener Overbeck: „Er ist etwas gebeugt, aber von sehr frischer Farbe, obwohl hager. In blauem Samtkäppchen, in ein Plaid gehüllt, in Filzstiefeln wandert er durch die Besucher und sitzt in ihrer Mitte, das in Worten auseinandersehend, was er in so schönen Linien auf ben Kartons niedergeschrieben; er hat e-was wie ein alter Heiliger." Bon einem Zu- lammentreffen mit Liszt heißt eS: „L's Erschei- rcung hatte ich mir bedeutender gedacht, seine Un- Aus 5zabt und Land. Gießen, den 7. Juni 1922. . Sommersonderzüge. AnttlicherseitS wird uns mitaetettt: Unter der Voraussetzung, daß die Koh- lenversorgung gesichert bleibt, beabsichtigt die Eisenbahnverwoltung, während der Monate Juni bis August dieses Jahres „Sommer- svnderzüge" zu ermäßigten Preisen zu fahren. Die Züge führen nur die 3. W a g e n k 1 a s s e. Es werden in diesem Jahre Rückfahrkarten 3. Klasse mit einer Gültigkeit von 60 Tagen ausgegeben, die bei der Mckfahrt zur Benutzung aller fahrplanmäßigen Züge sowie geeigneter Sommersonder- züge berechtigen. Für Schnellzüge ist der tarifmäßige Zuschlag zu zahlen. Die Ermäßigung beträgt für die Hin- und Rückfahrt je 25 v. H. des tarffmäßigen Fahrgeldes. Für den Bezirk der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. kommen nachstehende Son- derzügc in Betracht: 1. Von Frankfurt (Main) nach Basel Konstanz am 8. und 15. Juli 1922. Abfahrt in Frankfurt (M.) Hbf. 8.00 Uhr vorm., Ankunft in Basel, Bob. Bf. 2.10 nachm, in Konstanz 4J39 nachm. Einsteigstationen sind Frankfurt (M.). Darmstadt und Bensheim. ES werden Karten ausgegeben nach: Offenburg, Freiburg (Breisgau), Müllheim (Baden), ‘Bafel, Wehr oder Zell (Wiesental), Triberg, Donaueschingen und Konstanz. 2. Von Frankfurt (M.) Hbf. nach Norddeich (Nvrdseebäder) am 8. Juli 1922. Abfahrt in Frankfurt (M.) Hbf. 6.13 Uhr vorm., Ankunft in Norddeich 5.05 Uhr nachm. Einste igstatio neu sind Frankfurt (M.), Friedberg, Gießen und Dlllenburg. Es werden Karten ausgegeben nach Emden, Emden Außenhafen, Borkum, Juist, Norderney und Langeoog. 3. Von Frankfurt (M.) nach München am 17. Juni, 8. Juli, 15. Iuli und 5. August 1922. Abfahrt in Frankfurt (M.) Hbf. 9.18 Uhr nachm., am 15. Juli 8.25 Uhr vorm. Ankunft in München 6.13 Uhr vorm., am 15. Juli 5.26 Uhr nachm. Einsteigstativnen sind Frankfurt (M.), Offsenbach, Hanau Ost. ES werden Karten ausgegeben nach Augsburg und München, sowie nach Berchtesgaden, Garmisch-Partenkirchen und Oberstdorf. 4. Von Basel über Franffurt (Main) nach Berlin am 6. Juli und 2. August 1922. Abfahrt in Frankfurt (M.) Hbf. 6.53 Uhr nachm., Ankunft in Berlin 6.13 Uhr vorm. ES werden Karten von Frankfurt nach Berlin verausgabt. 5. Von Saarbrücken—Trier über Gießen nach Berlin am 9. August 1922. Abfahrt in Gießen 12.50 Uhr nachm., Ankunft in Berlin 6.10 Uhr vorm. In Gießen werden Karten nach Berlin ausgegeben. 6. Von Basel über Frankfurt (M.) nach Hamburg/Bremen am 9. und 31. Juli 1922. Abfahrt m Frcurkfurt (M.) Hbf. 6.53 Uhr nachmittags, Ankunft in Hamburg Hbf. 5.50 vorm., tn Bremen Hbf. 6.58 vorm. Einsteigstativnen sind Frankfurt (M.), Offenbach und Hanau Ost. ES werden Karten nach Hamburg und Bremen verabfolgt. In Hamburg und Bremen sind gegen Vorzeigung der Sonderzugkarten Anschlußkarten zu ermäßigten Preisen nach den Nordseebädern erhältlich. Der Vorverkauf der Karten erfolgt an den Fahrkartenschaltern der Einfteigebahnhöfe 18 Tage vor Abfahrt des Sonderzuges und dauert im allgemeinen 14 Tage, wenn die Karten zu den einzelnen Svnderzügen nicht schon vorher verkauft sind. Alles nähere ist aus den auf den Bahnhöfen angebrachten Aushängen ersichtlich. e •* Gestohlen wurde in der Nacht zum 6. 3uni aus einem Hühnerfl all am Wißmarer terhattung ist trivial. Ich sah ihn zum ersten Mal in einem Konzert, im Dezember. Er hat ein seines, obgleich nicht edles Profil, in seinen Bewegungen und Gebärden hat er etwas von dem schleichenden Wesen angenommen, fein Minen- spiel aber ist übertrieben bis zur Karikatur, unter dem geistlichen Firnis scheint der frühere Löwe des «Salons durch. Komisch war es, wie er, kaum in den Saal emgetreten, zur Serie der schönsten jungen Dame war, auf die er noch immer einen faszinierenden Sinbrurf machen soll." In all der Seligkeit Italiens aber vergißt Iusti nicht die Heimat. „Das Land, daS am festesten an unser Herz gefettet ist." schreibt er an die Mutter, „ist stets bas, wo wir unsere größten Lebenserfahrungen durchgemacht, die Kämpfe, in denen man zum Mann geworden, wo man die Erkenntnis sich errungen pat, die die einzige dauernde Frucht des Lebens ist. Dies schöne Land wird auch ein Heimweh zurücklassen, aber es ist nur für die Sonne, ein Heimweh für die Phantasie." » _ — Wre Dürer gegen die Kopisten kämpfte. Wohl kern anderer Künstler ist so viel nachgeahmt worden wie Dürer, in dessen graphischen Arbeiten man mit Recht schon früh einen Höhepunkt der Kunst erkannte: schon zu Lebzeiten hat er sich gegen seine Nachahmer und Kopisten wehren müssen. Wie der Direktor der Wiener Albertina Ivseph Meder in einem Aufsatz des „Kunstwanderers" ausführt, kann man berechnen, dah wohl eine halbe Million solcher Abzüge Dürerscher Werke von Kopisten in Umlauf waren. Die Zahl der von Dürer-Kopisten gefloßenen und zum geringeren Teil geschnittenen Platten beläuft sich, so weit sie bekannt ist, auf etwa 990, und nimmt man von jeder Platte nur 10 Auslagen und von jeder Auflage nur 50 Abzüge art so ergäbe sich daraus schon fast eine halbe Million. Schon 1502 muhte sich Dürer gegen einen gewissen Hieronymus Greff, genannt Hieronymus von Frankfurt, weh.en, der in Straßburg eine Kopie seiner Apokalypse herausgegeben hatte. Er fügte daher den Ausgaben des Marien- lebens und der Kleinen Passion eine lateinische Warnung für solche Diebe in geharnischten Worten bei. Als er 1506 nach Venedig kam, hatte er eine größere Menge seiner Graphik mitgenommen, uni sie dort als Andachtsblcttter verkaufen zu lasten. Er hatte sogar einen Aaenten in Rom, nimmt die Krimminalabteilung entgegen. :| c 4 ■c 3 N s ächt- nis werden zur Zell in ganz Deutsa-land, zum Tell großzügige Feiern, so w Kassel, Bremen, München, Wiesbaden, veranstaltet, bei denen seine Symphonien oder Chorwerke zur Aufführung kommen. In anderen Städten, wie tn Frankfurt a. M., beschränkt man sich auf eine AuSwaA seiner Kammermusikwerke ober Lieder. Auch der Kcnzertv-erein hat schon vor Monaten die Absicht einer solchen Gedächtnisfeier gefaßt und dafür das Wendling-Quartett aus Stuttgart gewonnen. GS wird des großen Weisters berühmte zwei SlreichquartetteinO und ^-Moll vortragen, sowie unter Mitwirkung des ausgezeichneten Solv-Klarinettisten. HermD r e y s b a ch von der Stuttgarter Oper, das hier noch nicht zur Aufführung gelangte und fetten gespielte, herrliche Klarinetten- Quintett, op. 115. Auf die eben genannten Werke wird noch kurz zurückgekommen werden. Heute fei nur daraus hingewiesen, daß die Veranstaltung als Sonderkvnzert des Konzertvereins amMontagdem 1 2. 3 u n t in der großen Aula der Universität stattfindet. — Bühnenvolksbund. Man bittet uns schon jetzt darauf hinzuweisen, dah am Donnerstag, 29. Juni, für die Theater gemeinde im Philosophenwald ein Konzert flattfinbet mit anschließendem gemütlichen Zusammensein. Für diesen Abend ist der bekannte Lautensänger v. Hunyady- Detmold gewonnen worden, so daß epi genußreicher Abend bevorsteht. Wettere Anmeldungen zur Theatergemeinde werden vorher und am Abend selbst angenommen. Je .ittag w einem.: & der M I:chng eme' Oberschenkel Uttell lvrr< Vie-ersehe 186er, ♦ Frai «hl) der Pf trrsehensfeie Tegimentsai rcnsriedhvf I Cie gefallen kwm fand Melle bei M Dbemui ** Anlagenkonzert fi.ibei Donnerstag mittag 12 Uhr am Liebigdentmal statt. Die mögen bekommen." Eine gewisse Genugtuung, aber auch großen Aerger bereitete es ihm, daß der berühmte llalienische Stecher Marccnllon sich der Blätter des Marienlebens, die Dürer mll nach Venedig gebracht hatte, bemächtigte und Nachstiche lieferte. Zwei dieser Kopien tragen wirklich die Jahreszahl 1506. Auf DürerS Beschwerde hin verboten die venezianischen Behörden dem Nachahmer das fremde Monogramm zu mißbrauchen. Die Kopien MarcantonS tragen tatsächlich nur leere Täfelchen. Eine solche Entscheidung erscheint uns heute als sonderbar, denn gerade das Monogramm wies ja die Blätter alS Dürers geistiges Eigentum auf. Aber das Monogramm galt damals als gesctzlich igeschützteMeifler- marke, mit der kein Unfug getrieben werden durfte. Auch der Nürnberger Magistrat nahm sich auf Dürers Beschwerde seiner an und erließ am 3. Ianuar 1512 eine scharfe Warnung an die Dürer-Kopisten: „Item einem fremden Mann, so unter dem Rathaus Kunstblätter feil hat und unter denselben etliche, so Albrecht Dürers Hand^ i zeichen haben, die ihm betrüglich nachgebruckt' finb, soll man in Pflicht nehmen, dieselben Zeichen alle abzutun und deren keins hier fett zu haben. Ober wo er sich dessen weigern würde, soll man ihm diese Blätter alle als Fälschung aufheben und zu des Rates Händen nehmen." Aber all I das half nicht viel: im Norden und Süden beutete \ man weiter den großen Meister aus und nach ; seinem Tode flieg die Flut der Nächstiche noch ! höher. Obwohl sich seine Witwe, Frau Agnes, i im August 1528 einen Schuh ihrer Privilegien erwirkt hatte, schnitt H. Guldenmund 1532 den „Triumphwagen Maximilians" nach, und der Nürnberger Rat riet ihr nur, die Holzstöcke um ; 10 Gulden zu erwerben, und ersetzte ihr die 1 Hälfte der Summe. Im Oktober dessellben Iahres beschwerte sie sich wiederum, und der Rat lleß alle Händler in Nürnberg verwarnen, sowie auch die von Straßburg/ Frankfurt, Leipzig und Antwerpen davon verständigen. fpd. Ariminat nat April M wenig« lunraat unb Abteilung bea befanden sich Ärugssälle, tMagunge! inb 49 Aal vergangenen der Döhmrsi ! für 1000C ■I Köhlen, au | Ir.Uen Sinbt | ][ War non etwa 50- bessischen C . HfiegSforma tage hier d einem am ( lenen Begr ' somtag früh । lLxerzivplah dienst nd non d« Tv dem sich i eingeteilt ai 'Ölen anfäüi ■ putz» die Schuh', erhält das Leder. SchadeL Füilgrabe Kernseifen- Pulver mit dem fkiodjiem. Turnen, Sport und Spiel. — Ergebnisse vom Staffeltag Gieren am 2 8. Mai. Senioren: 4m nachrich'.en. — Felddereinigung (Sritnn Walzarbeiten. Wogen Dorn bei Neuanschaffung von Garderoben, lasse Damen-, Herren- und Kinder-Kleider chemisch reinigen oder umfärben. Ebenfalls Vorhänge, Decken, Handschuhe, Federn usw. Fabrikant i P. Jos. Höbe, Seifenfabrik, GieBen. 45a und droht zu einer neuen Ehescheidungsmode führen. Personen nebild.LtandeS fofort gesucht. Schrillt. Angebote mir Preis unt. 05784 an den Gieh. Anz. nachmittag kam Geld und zwar wieder mit der Post als Einschreibebrief, sogar ohne Portoab^ug. Walzar beiten wird die Kveisst ratze Langs- dors-Aiederbesfingen für den Fuhr- werisverkehr vom 7. 3ani ad gesperi-t. Der 'Der- tetr geht über Dvnnenrvth. Färberei Gebr. Rover Gießen, Marktplatz 18 5158D Babnbofttr. 26, Ludwigttr. 20, ntltoritr. 24. Itronffnrter Str. 89 Tagen verlor eine hiesige Dame ihr Geldtäschchen mit Inhalt und Pah. Am Freitag veröffentlichte sie den Verlust, aber schon am Dachwittdg wurde ihr daS leere Täschchen 1 x *s- m‘r* -----n*~* nrn""‘" in oder bet Sieben, sucht zu kaufen ob. zu rauschen J. G. Gagel, Immobilien-Zentrale, Codlenz, Löhrstr. 97. M*’c ©ericbtsfaaL Äommunistische Attentäter vor Gericht. behLngt hattet Vet betten ttwrben rnSgefamt 720 Perlen und Brlllantfchmuckstücke gct-inOea. Schweres BootSunglück. Königsberg. 1 Juni. (WTB.) Der .Königsberger Hartungschen Zeitung" zufolge ereignete sich am Pfingstmontag in der Gegend von Hasstrom vor der Pregelmürrdung ein schweres VootSunglück. Sin Ruderboot, in dem sieben Personen einen AuSflug unternommen hatten, kenterte, als ein Insasse in das Wasser sprang, um ein Dad zu nehmen. Zwei Frauen und zwei Männer aus Ponarth sind ertrunken. Weitere Fortschritte deS metrischen Systems. Pari«. 7. Sunt (WTB.) Griechenland und der Freistaat Danzig haben das metrisch« System angenommen. AuS -em AmtSverfÄudiguugShlatt. •• Das Amtsverkündigungsdlatt vom 6. Juni enthält. Ausführung der LandeS- euerlöschecdnung. hier: Entschuldigungen wegen Versäumnis von Hebungen. — Wiederbetey^ng der Stelle des Feuervisitators des ersten Bezirks. — Errichtung einer Zwangsrnnung für das Meckanckeryandwert. — Walzarbellen. — Dienst- lOO-Meter-Staffel, 1. Lauf: 1. G ehen 1900 I. in 47 Set. 2. V. f. V. (Sieben i. 15 Meter zurück. 3. (Siehe-i 1900 h. >/»Meter zurück. 2. Laif: 1. Giehen 1900 Ul. 2. D. f. R Butzbach. 3 (• leben 1900 IV. Olympische Staffec-(800, 2.0, 200," 400): 1. V. f. B. G e^en. 2. D. f. R. Buh- bach wett zurück. 3 Spielvg. 04 Greben. 3 m a l 1000 - Meter - Staffel: V. f. B. Gictzen (allein am Start) 9,41 Min. Jugend ltchc. 4 mal 100 -Meter -Staffel: 1. Laus: 1. Giehen 1900 l. 2. V. s. D. Giehen t., 15 Meter zurück. 3. ©leben 1900 II . i» Meter zurück. 2. Lauf: 1. (Sieben 1900 IL. 2. V s. B. (Sieben 11t. 5 Meter zurück. 3. (Sieben 1900 IV. 10 mal 100 - Meter - Staffel 1. (Sieben 1903 i. 2. V. f. B. (Sieben. 3. 1900 II. 3 mal 1 000- Meter - Staffel: 1. Gie'en 1900 I., 9.45 Sek. 2. 1900 IL, 50 Meter zurück. 3. V. s. B. (Sieben I.. weitere 50 Meter zurück. WerrMMiil . . . Pfund 8.20 g Monig . I-Psund-Würfel 12.59^ Berlin, 6. Juni. (WTB.) Als Rachspiel __ kommunistischen Dynamitanschlag S aus das Elektrizitätswerk Unterspree ist heute vor dxm Schwurgericht III geacn den Kino Vorführer Theodor D r e w s und Den aus eigener Marmelade-Fabrik: DteifinUMHannfloö? Pfd. 12.25 Selnlte emfnußt-marnielflöe Himbeer-, Heidelveer-, Orangen-, IC IC S Prersrlbeer- und rlepsel-. Pfund 1U«£J Semite iHfirmelaöe 19.50 f- Nur am oilert«-*en rixrrd<')-6xbeuDd qro'bycfxWaa selb. Im ZllsWMvhmt S lourden vor kurz» lager in der Schella- P. F. Kirchner Mr. nächtlicherweile ge* i letzten Lagen durch c Anzahl Der- Rheinhesie«. inni Mit Hchvt' hat heute früh bte ui aus Polen den r £ öah/er in der ruhe 91. Sie ftürjte xi das Dach in den lenbrüche unb 'Deo tfxn d-ü Augenlicht auvvrsteher bei ein» i seinen Derhältnilla «xiu getrennt, ör te lerheiratete H, glä» Men und ihm » lebten aber auch M int schon einige M ui haben, dem w« lcn im .(teile 'KM men, allerdings ro- - diese Zwecke bestes l|Tt Schwer miv Acht zum Pstugsi' LUL n. " Äamnj Stand der Feldfrüchtc in Hessen. Dach dem amtlichen SaatenstandSberichl für Hessen von Anfang Juni hat sich der Stand der Wintersaaten durch die kalte Witterung verschlechtert. Die Svmmerfrucht ist infolge der Kälte und Trockenheit in der Entwicklung zurückgeblieben. Zum Teil muhten bet Weizen und Roggen Dachpflügungen vorgenommen werden. An manchen Orten wird über starkes Vorkommen von Engerlingen und Drahtwurm geklagt. Futterrüben, Wiesen und Klee, welch letzterer auch an manchen Orten ZO' Mite ^»9t! yma: aFS?6 brmulzt überfallen Gr trug starke Verletzungen in Kopf und Rücken davon. Der Täter wurde eßgenvmmen. der Verletzte kam in das Kranken- >rus. Der Vorfall bedarf noch der Aufklärung wd. Mainz, 6. Juni. Die F r ü h k i r - chenernte im Rheinhessischen ist bereits im ixuift. Der Ertrag ist recht reichlich und die teile, die gezahlt werden, stark schwankend. Am SamStag kostete daS Pfund Kirschen in der Stadt ^hmvrgens bis zu 28 Mk., später 20 Mk. 3m Aroheinkaul aus den Märllen war das Pfund hon für 12 Mk. zu haben. wd. WormS, 6. Juni. In der letzten Woche .wurden 41 Paare getraut, davon allein 34 SamStag Heffen-Raffau. Der Schuh auS dem Zug. fpd Frankfurt a. M, 6. Juni Am SamS- agmittag wurde während der Dorbeifahrt deS uges 793 durch den Vorvrtbahnhof BonameS ad einem Abteil ein Schuh abgegeben, durch m der 13jährige Sohn des Stellwerksmeisters • brig eine schwere Schuhverlehung in den linken tecfchenkel erhielt. Der Täter konnte noch nicht : rnittelt werden. DiederseheuSfeier der eherualigeu 87er, 186er, 223er, 353er und 468er. * Frankfurt a. M., 6. Juni. WLH- wasche nur mit „Flüoelstem“ Derrnischtes. ® ro6f euer In einem märkischen Dorf. Berlin, 6. Juni. Den Blättern zufolge ist gestern in dem altmärkischen Dorfe S t r e e - s o w ein Feuer ausgebrochen, als sich fast die ganze Bevölkerung auf dem Schützen fest in einem Dachbardo-f b fand. Dahez.u das ganze Dorf, sieben Bauerngehöfte mit etwa 20 Gebäuden mit zahlreichem Viehbestand, sowie erheblichen Erntevorräten wurden ein Opser des Feuers. Bei den Rettungsa beiten wurde der Gastwirt Riet so shwer verletzt, datz an fern em Aufkommen ge^rixi^U wird. Verhafteter Perlenschieber. Berlin, 6. Juni. In dem Gp^etzztg Mannheim-Saarbrücken-Paris wurden zwet verdächtige Reisende durch die Zo.lbeamten einer genauen körperlichen ilnteftchung unterzogen. Es stellte sich heraus, dah die beiden den ganzen Körper mit kostbaren Perlen fpd Frankfurt a. M., 6. Juni. Die Kriminalität erreichte in Frankfurt im M o - n a f April eine besonders hohe Ziffer. Nicht weniger als 832 Personen wurden festge- lunmnen und 102 Personen sistiert. Die Kriminal» Meilung bearbeitete 1935 Kriminalfälle, darunter befanden sich 169 Einbrüche, 670 Diebstähle, 142 ?-«trugssälle. 114 Sittlichkeitsvergehen, 120 Hn= crschlagungen, 3 Mordversuche, 4 Daubanfälle .nd 49 DahrungSmittelfälschungen. — In der rgangenen Dacht wurden auS einer Villa in ter Böhmerstrahe. deren Bewohner verreist sind, 1 ir 100000 Mark Silberfachen g e - - 66 len, aus einer Wohnung der Holbeinstraste i-drItcn Einbrecher für 2500Ö0 Ml. Silber. ]f Marburg, 6. Juni. Unter Beteiligung ‘ enn etwa 5000 ehemaligen Angehörigen des Kur- icffiftben Iögerbataillons Är. 11 und dessen .^ciegsiormationen wurde während der Pfingst- ■jgc hier der 2. Iä gertag abaehalten. Dach erzu hatten sich etwa 2000 Teilnehmer etn- cefuitden. 11 a. veranstalteten diese einen Fackel- mA durch die Stadt, eine Feier am Bismarck- •jrm. wobei gleichzeitig das Landgrasenschloh ^leuchtet wurde. An Verkehr fehlte es deshalb ährend der Pfingstfeiertage hier ni^L • Kassel, 6. Juni. Ein gerissener Mutter, allem Anschein nach ein Ausländer, incyen vrien.1 muhte, sind ________ ... cückgeblieben. | Bei Karwffeln war eine Schätzung infolge der zurückgebliebenen EntwicklunA noch nicht möglich. Die Reben entwickelten sich rasch und üppig. Die Beobachtungsziffern im Durchschnitt für Anfang Juni betragen: Für Win- terweizen 3,6 — Sommerweizen 2,8 — Winterspelz 3,1 — Winterroggen 3,0 — Sommergerste 2,6 — Hafer 2,8 — Zuckerrüben 2,5 — Runkelrüben 2,8 - Klee 3,7 — Luzerne 2,6 — DewässerungSwiesen 2,8 — andere Wiesen 3,3 — Reben 2,7. Hierbei bedeutet 2 gut, 3 mittel, 4 gering. Vereinigung der Wobnungslosen und Wolnmngssnehenden der Siedl GieOen. Zu der am Donnerstag, dem 8. Juni, abends 8 Uhr, im „Schipkapah" stattfindenden MmiMiMMNlemW werden unsere Mitglieder freundlichst eingeladen. Wegen der Wichttgkeit der LageSordnung wird jedes Mllglied' dringend gebeten zu erscheinen. Der Vorstand. I.A.: Frau Dr. Riemann, 1. Bors. Schöffengericht. Sieben, 7.Iurn. Einen Betrag von 2 520 Mk. hat ein junger HauSbursche von hier seiner Firma, die ihm das Geld zwecks Ue6erf>ringung an ein Bank^Zchäst übergeben hatte, unterschlagen, sich für einen Teil davon in Grün berg einen Anzug gekauft und den Rest auf seinen Irrfahrten verbraucht. Gr erhall für dieses Vergehen mit Rücksicht auf seine Vorstrafen vier Monate Gefängnis. Ein Händler aus Schmittlotheim hat im Januar L I von dort elf Ferkel nach Groben-Linden eingeführt, ohne den Transport beim Kreisveterinäramt anzumelden und die Tiere der vorgeschriebenen Quarantäne von 5 Tagen zu unterwerfen. Wegen Vergehens gegen da s Reichsviehseuchenaesetz wird er zu einer Geldstrafe von 50 Mk. verurteilt. Wie sehr den Dieben ihr Handwerk häufig erleichtert wird, zeigte folgender Fall. Ein wegen Diebstahls und Betrugs berells vorbestrafter Schlosser von hier schlich sich in einer Dacht im Marz in ein Haus in der Buchnersttahe, dessen Haus- und Kellertüren offen standen, und entwendete aus dem Keller, der nur schlecht verriegelt war, ein Damen- Fahrrad. Am nächsten Tage suchte er es zu verkaufen, was chm aber nicht gelang. Er ging hierauf ih eine Wirtschaft und machte dort eine Zeche, die er nicht bezahlen konnte. Das Rad lieh er zurück und sandte dann mehrere Leute in die Wirtschaft, die es laufen sollten Er versuchte hieraus von dem Wirt ein Darlehen von 200 Mk. auf das Rad zu erhallen, was chm aber Ebenfalls mihglückte. Wegen Diebstahls und Betrugs erhielt er eine Gesamtgefängnis strafe von zwei Wochen Sin Kohlenhändler von hier ist an- Ä 1860 Zentner Kohlen, die er am 7. 12. 21 ger hatte und die er zu den bis zu diesem Zeitpunkt geltenden niedrigeren Höchstpreisen hätte verkaufen müssen, zu den vom 8. 12. 21 ab geltenden, weit höheren Preisen verkauft und dadurch einen übermäßigen Gewinn von 29 820 Mk. erzielt zu haben. Wegen Preistreiberei wurde er zu einer Geldstrafe von 5000 Mk. verurteilt. Die Entscheidung über die Höhe des einzu- tourbc einem besonderen Verfahren vvr- ziehenden übermäßigen Gewinnes behalten Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt, dah die Kohlenhändler bei neuen Preisfestsetzungen nicht berechtigt sind, ihrealten Lagerbe st ändezu den neuen erhöhten Preisen zu verkaufen. dah sie diese vielmehr zu den niedrigeren Höchstpreisen, unter deren G ültigkeit sieangeschafst worden sind, absetzen müssen. kam in ein Hiesiges Juwelierge^chaft, um ein wertvolles Schmuckstück mit Kassette zu laufen. Dach- dem er die Auswahl getroffen hatte, schrieb er eine Anweisung aus eine Kasseler Bank und bat den Juwelier, das Geld abzuheben und ihm dann das Schmuckstück in fein Hotel zu übermitteln. Dor dem Verlassen des Geschäftes nahm der Käufer Das Schmuckstück nochmals in die Hand und legte es bann, wie es schien in die Kassette, um diese dann atchischliehen und dem Verkäufer wieder zu übergeben. Darauf ging der Juwelier zur Bank, um die Anweisung einzulösen, dort aber erfuhr er zu feinem Erstaunen, dah hier ein .Konto des Da mens, den der Ausländer angegeben hatte, gar nicht bestand. Dichts Gutes ahnend, eilte er nun in sein Geschäft zurück, schloh die Kassette aus und — siehe da, das Schmuckstück fehlte. Der Schwindler halte es also verstanden, das kostbare Objekt durch irgend eine geschickte Manipulation vor den Augen des Verkäufers unauffällig ver- schwindenz zu lassen, um bann selbst zu verschwinden wd. Wiesbaden, 6. Juni. Dor einigen Gießener Konzertverein tont*«* den 12. Jnnl 1922, abend« 8 Uhr. In der Aela der 1’nlverMtÄf: Brahms - Gedächtnisfeier Das Wendling-Quartett und Philipp Dreisbach (Klarinette) a.Stuttgart Streichquartette C-moIl und A-moll sowie das Klarinettenquintett von Brahms. 54S5v Eintrittskarten: Mk. 2(X—, 16.—, 12.— u. 10.— e.nschl. Steuer bei Ernst Challier und abends in der Kasse. Studentenkarten Mk. 6.— einschl. Steuer nur im Vorverkauf beim Hausverwalter cer Universität geg.Vorzeigunff der Ausweiskarte. -ettb der Pfingstfeiertage fand hier die Wie- ^ersehensfeier der oben genannten ehemaligen XegimentSangehöttgen ftattT Auf dem Eh- icnsnedhof fand eine eindrucksvolle Feier für die gefallenen Kameraden statt. 3m Hippv- 6mm fand die Hauptfeier statt, bei der die Kapelle der ehemaligen 63er unter Leitung des Obermusikdirekwrs Georgy konzerttette. Besonders ergreifend wuhte Mrs. Sterling Hay- ward, die Gattin eines reichen Fabrikanten aus Montcle^r in Den Iersev das Schicksal der Golf- Witwe vor Gericht zu schildern. Sie erklärte, day ihr ttnglück im Icchre 1910, ein Jahr nach der Verheiratung, begonnen habe, als ihr Mann Mitglied des Glen Ridae Golf-Klubs wurde. Seitdem hatte er nur noch .Augen für den Ball" anb nicht mehr für seine Frau. Er verbrachte alle seine freie Zeit aus den Golfplätzen, und toerm er einmal zu Hause war, dann sprach er von nichts anderem, als von den neuesten Wettspielen und den Aussichten der verschiedenen Champions. Von einem anderen Gegenstand sprach er überhaupt nicht mit seiner Frau. 1921 fuhr er schließlich, ohne seiner Frau etwas davon mitzuteilen, nach Europa, um dort Golf zu spielen, und als er von der Reise zurück- kam, begab er sich zuerst in sein Anlleidekabinett. legte Sporttracht an, begrühte Mrs. Hayward mit dem kurzen: .Wie geht-?" und ging spornstreichs nach dem Golfplatz. Diese Tat schlug dem Fak den Boden aus. Die gekränkte Dame packte ihre Sachen, nahm ihre Kinder und kehrte zu ihrer Mutter zurück. Die amerikanischen Richter haben sie dort gelassen und den allzueifrigen Golfsspieler zu einer bedeutenden Entschädigungssumme verurteilt. Es scheint aber, als ob solche Sheschicksale ansteckend wirken, denn die Zahl der .Golf-Wit" wen" hat sich m den letzten Monaten stark vermehrt * Die .G v lf - W itwe". In den Vereinigten Staaten ist eine neue Klasse von vernachlässigten und geschißenen Frauen entstcvrden, die sog. „Golf-Witwen". In letzter Zell Haden sich die Ehelchcidungsprozesse in der neuen Well gehaust, bei denen die Frauen als einzigen Scheidungs- gründ angaben, dah sich die Männer so aus- schliehlich dem Sport und besonders dem Golf widmen, dah sie für sie keine Minute mehr übrig nzert bti Äon- ig bem 12.Ounf xrfltit ftottfinbet nb. Wcw Uttü tnri R, M) am $tmnafc rgeineinde Im Phil» ttfinbd mit anschlir. menfetn. Für birfa Lackierer Wilhelm Weber wegen Verbrechens gegen das ^-prengstvffgesetz verhandell worden. Die Angeklagten gehörten zu der Gruppe, die im März Origen Jahres auf Befehl der Reichszentrale bzw. deS Exekutivkomitees der K. A. P. D. zur Förderung der revolutionären Bewegung die Elektrlzitätsbetriebe Gvlpa-Berlin und Unter* spree durch Sprengungen stillegen sollten. Der Anschlag hatte keinen nennenswerten Erfolg. Das Gericht erkannte unter Zubilligung mildernder Umstände gegen DrewS auf 1 Jahr 9 Mo- natc Gefängnis unter Anrechnung von 11 Monaten Untersuchungshaft und gegen Weber auf 1 Vs Jahre Gefängnis unter Anrechnung von zwei Mo Katen Untersuchungshaft. untoji an£ brS jetzt nHcht aufgeklärter Ursache »ae Ersenbahnbeamte Phil. Hebermehl von vnxmflabt auf der Kreisstrahe von hier nach Vnrmflabt. H wurde durch einen Fremden un- M-d 3«h?, « grofta aBelfleti ? ln c* A Ntwickng bd ÄlarincttifitB l Öbütflarttt Ote gelangte imb xlatinetten- weben genannter crgekommrn tuerba Lab dir 3» haben. Diese Damen der besten Gesellschaft kono- . . men sich jetzt als ^Golf-Wllwen" besonders inter- zum 2cU umgepflügt werden muhte, sind essant vor. Die Blätter erzählen natürlich von ebenfalls in der Entwicklung zurückgeblieben. | diesen sensationellen Vorgängen die auSsührlid)- — - ’’ »-e-«.. |t€n Einzelhellen. So hören wir von einer Mrs. Hurley, der Frau eines der ersten Kaufleute von Detroit, die als erste einen solchen Prozeh gegen ihren sportwilligen Mann erfolgreich durchsocht und damit vielen anderen Damen die Bahn brach. verlauste, Mdbe «ch Men habe. ' - le™. schreibt er am 7. ,-n ab nndvo I« " ietc cs M miacn : *Ä* L Sme lcM w srS; M Hmen * -den ”5 ■SÄ Ss»** kfurt. it. | Vermietungen | Zimmer zu verm. 05790 Hammftraße 15. Gr. möbliertes Zimmer an eine ob. zwei Damen ohne Bedienung au vrm. 05791 Ebelftraße 5 I, | Mietflesuche | Cand. med. lsehr solid) sucht ein rrwbl. Zimmer in ru6in- Hanse. Schristl. Ana- u. 05797 a. d. G. Anz. Junger Arzt sucht bcheres Simmtr mit elektrischem Licht bei alleinsteh.Frau od.Witwe. Schr. Slnneb. unt. 05804 an den Gies;. AnA- erbet. Dauermieter möblier,Zinimer. Schristl. 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Besten' der Gießener Theater- gemeinde mit anschließ. gemiitl. Zusammensein Donnerstag, 29. 9unL abds. 7 Uhr,- im Gr. Saal des PhtlosophenwaldeS. LautensSnger v. Hunyady, Detmold „Ms SeuWe kiel» in Wort und Ion.“ Eintrittskarten ab 12. Juni bei Challier und Ludwigsstraße59 für Mitglieder 4 Mk., für Nicht- Mitglieder 8 Mk. l5491v Für unsere Abteilungen Wäsche, Handarbeiten Herrenwäsche, Kravatten Handschuhe, Strümpfe suchen wir durchaus tüchtige, branchekundige verlSuserimen Deutsche Volkspartei. Wir bitten unsere Mitglieder vollzählig an dem Vortrag der Liga zum Sch. d. Deutschen Kultur am Donnerstag teilzu- nehmen. 5484v Der Vorstand. Brosche am 2. Feiertag gesunden» 05830 Forttgarten. WtWMMle SZiksWrtei. Djir wittcn unsere Mit glieder ^nd Freunde den Dortrag ^es Herrn Dr. Kröv, Berlin, Statt besonderer Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen geliebten Gatten, unsern treusorgenden Vater, Schwiegervater und Großvater Herrn Peter Gräf, Kgl. Lokomotivführer i. R. nach kurzem, schwerem, mit Geduld .ertragenem Leiden zu sich zu rufen. In tiefem Schmerz: Kath. Gräf geb. Grimm Prof. Dr. H. Gräf und Familie Bankvorstand Fr. Gräf und Familie. Gießen (Henselstr. 10), Offenbach, Büdingen, den 6. Juni 1922. Die Beerdigung findet Freitag, den 9. Juni 1922, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 0832 Tücht. Mäöchen vom Lande, nicht unter 18 Jahren, für leichte Ar- verkäuser(in) mit EinKaussberechtigung, welche durchaus tüchtig und branchekundig sind. Offerten mit Gehalts- ansprüch., Zeugnisabschrift, u. Lichtbild erbeten an Warenhaus Mmlm Mai»cr, Simtiurg Bezirk Wiesbaden. Morgen, Donnerstag. 8. VI.. 8 Uhr. Oberrealschule: Sörtt'VtrMilllW. Vertreterwahl, Mitteilungen, Verschiedenes. Wichtig!________5482t WB Tüchtige 1. u. 2. Arbeiterin gesucht. Mathilde Nachumn, Bahnhofstr. 6. Lehrling üt guter Schulbildung esucht. Näheres 5490c Marktplatz 17. Referent: Stadtverordneter Lokomotivführer Simon, Gießen. Anschließend: Freie Aussprache. Hinweis auf die Wichtigkeit der Beratungsgegenstände bitten wir Mlkü-NsWIlW werden hiermit alle Kollegen und Kolleginnen der dem Deutschen Beamren- bund angeschloffenen Fachgruppen ergebenst eingeladen. Tagesordnung: t W remlMW i. der AKN BtomtenM Deferent: Bundesdirektor Demmers vom Deutschen Beamtenbund, Berlin, - jWwtwwti-ewi und SemfeniMt erbeten an Warenhaus EesMißer Mayer, Limburg Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Katharine Gilbert geb. Kolmer heute morgen 51/, Uhr im Alter von 55 Jahren von ihrem langen, schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden durch einen sanften Tod zu erlösen. Erlöst von allem Erdenleid starb am 4. d. Mts. mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Kaufmann Karl Jekel im Alter von 53 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Martha Jekel geb. Lusche. Gießen (Marburger Str. 25), Utzberg, Rohrbach, Bensheim, St. Louis, den 7. Juni 1922. Die Beerdigung fand in aller Stille statt. 5489D Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß gestern Abend 6l/a Uhr nach langem schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder und Onkel WAWM int 82. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Die tnmetnöen AMMbenen. Gießen, den 6. Juni 1922. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. Juni, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 6.S.C.V.1900 Donnerstag, d. abends 8'/. ^vr. Jugend- am 8. 3unit Uhr abends im ßci6 zahlreich zu besuchen. 5502v] Den Vorstand. Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 MMc Ortsgruppe Gleflen, Heute 8l/a Ahr . Monats- persammlung Hotel Köhler, rav Ter Vorstand. Zu verkaufen: Äleltere Bretterwände, Türen (oeetnn. f. Garren- Hütte), 1 große Wafch- maugel.lTrepvenstubl, 1 lfiasherd (2flammig), 1 Sctzrotleitcr, große Viereck. 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Ringshaosei», AM MM ll !M w W W r'^ K > 1 Vy 4 l E i 'S W I W W M I ■ Mittwoch, r. Juni 1922 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zweites Blatt Nr. 13! Dr. Georg Schott. sichen Ovationen. UlM ibctuf wählt. Es gibt ja heut« andere, die be- solchea (S^ort and Frankreich ein er Erhaltung einer schaf- wrrttrch notrg, fotd^n Export and SB±M! »ÄS'« n Drrnards, den . ist eindeutig vom ersten biS &um letzten g spräche en Ton, in^ig deS-llniversität. ent- Max D t r e e s r. die Darsteller. in einet solchen Gesellschaft — Habet |at> ich sie > lehrte die jungen Mädchen Matzurka tanken and (Rachdruck verboten.) 4. Fortsetzung. lleidet, wohl gelautet Haden mochte' .Erst hat rmer und schneller zu einem überdies in lterieller Hinsicht lockenderem Ziel führen. 3n welch bedrängter Lage sich ein großer „Helene, die mir unter den übrigen jungen Mädchen Dcrtom wie eine Pri cziff'm i:n Streile ihrer Hofdamen, üxlt so ausgelassen lustig, bah mir über den Erfolg meiner Tak.it allmählich gelinde Zweifel aufstiegen, lind je weiter der Abend vrrschritt, desto mehr begann e5 mir zu dämmern, dach es mit dem stattgehabten Eindruck wohl nicht Mein Vetter Iolus. (Rüman von Richard Skotoronnek. 3n einer trefflichen, von Eugen Szenlar ge* leiteten Aufführung der .Mvi'ierstnger von Jlürn» berg" feierte Robert von Schmidt, der der Frankfurter Oper feil 10 fahren angehört, fein 25jäb* rigee Dühnen.ubiläum. Er fo g und spielte den Hans Sachs und gestaltete ti se schönste Rolle seines Faches mü eimadjen M t.eln überaus eindringlich und shmrar^.i'ch. Das Pubsikunc dankte dem Künstler, der sich in fielen groben *2-a*gaben des klaffischen und modernen Reve.t i.es heftend bewährt h ll. an s tnem Ehre abend mit Herz» „Rur eins war mir ausgefallen, das war iie intime CBerhxxitbeit mit allen siudrnttschen Ausdrücken und Gepflogenheiten. Ich gab daraus rdoch nicht weiter sonderlich acht, denn m nner ^riversitätsstadt findet man'5 bet jungen Mäd- jet ja häufig, das) sie koulearsimpeln, wie ein bursch im fünften Semester. Die Sache hatte ai^r, wie ich nachher erfahren sollte, eine ganz besondere Dodeutung . . Zosua schwieg und machte sich eine Weile bng mit seiner audgegangenen Zigarre zu schaf- irr ES war augenscheinlich mir em Dorwand, in bte wehmütige Stimmung wieder unter» jutiiegen, die ihn bei der Erinnerung an diese (leit gepackt hatte. Als er endlich damit fertig bar und wieder zu erzählen begann, klang seine 6:imme rauh, als wäre ihm etwas in den Hals gefahren ... ? „Weiht du," so fuhr er fort, „wie ich mit jteinem in allen ernsteren Fragen kühl abwägen- itn Salzburger Dickkopf eigentlich dazu kam, in liefe Sache so mit beiden Fützen zugleich Hinein» ringen, ist mir noch heute ein Rätsel. Wenn s j"ien aber so saht, wie mich damals, dann selbstverständlich schmachtend an -r seine allerbeste Seile herouskehre. Ihre Lippen träufelten sich, sie wollte offenbar eine Bemerkung machen, sand aber wohl, dafe es besser sei, sie zu unterdrücken, und schwieg. Auf ihrem beweglichen Gesichte glaubte ich jri>och ganz deutlich den Gedanken zu lesen, den sie unausgesprochen gelassen hatte und der, aller Höfllchteitswendungen ent» Kirche und Schule. rm. Mainz, 6. Juni. Der Bund schiedener Schulreformer eröffnete am Sonntag den 4. Hunt seinen auf vier Tage berechneten Kongreß „Menschenbildung und Lebens- gesialtung". Oberbürgermeister Dr. Külb begrüßte die Tagung im Ramen der Stadt Mainz. Für den Bund sprachen die Herren Schell, Dr. Zschech und Prof. P. O e st r e i ch. Für den Bund der Kriegsdienst gegner hielt eine Ansprache Dr. Siegfried Kawaerau und für die Mainzer Pazifisten Pfarrer Fresenius. An den beiden ersten Tagen wurden durch verschiedene Redner die Probleme „Mensch und Religion". „Das intellektuelle Europa", „Wirtschaft und Erziehung", „Technik und Lebensgestaltung" erörtert. ES schlossen sich sehr lehrreiche Aussprachen an. B. Burkhards, 6. Juni. Die feierliche Einweihung der elektrischen Kirchenbeleuchtung wurde am Pfingstsonntag im Abendgottesdienst vvrgenonnnen, zu dessen Ausgestaltung ein dreistimmiger Kinderchor unter Lehrer Ludwig seinen Tell beitrug. Die Ausführung der schlichten und würdigen Lichtanlage ist nach Plänen d^s Denkmalspflegers Professor W a l b e » Darmstadt erfolgt. bezauberte die pünglingc, indem er mit ihnen heraolaffenderweise Schmollis tränt“ Ms- W VL, 8 ubr ßtentdlfouie: Frankfurter Erstaufführungen. „Aach Damaskus" (1. Teil) von August Strindberg. Frankfurt. 4. Huni 1922 War Strindberg für das deutsche Publikum Mode oder Erlebnis? Wird die Strindbergwelle, die über unsere Bühnen hinrauschte, verebben? Kann uns sein Leiden an Gott, am Fleisch, am Weib erschüttern, heute noch, wo eines Dolf es Leiden, unseres Boltes, unser Empfinden auf- saugt? Rein. Strindbergs Erleben ist nicht mehr unser Erleben, er ist nicht stark genug, uns seine Leiden mitleibcn zu lassen . . . Der Unbekannte (Ü. i. Strindberg selbst > findet aus Unglaube, Sünde. Leiden durch Buhe den Weg zu Gott. Besserung, auch zu ctipaÄ Glück, den Weg nach Damaskus. Das ist die „SyniNung". Ein träger Strom schleicht sie durch baumlose Steppe, an (wel Stellen nur glimmt so etwas wie dramatisches Leben auf. da wo bei Unhold seine Anllage nach oben schleudert Rkotivierungen fehlen. Gleichgültiges. Reiensächliches wird dafür breit besprochen. Einmal bezeichnet der „Unbc- fannte" alles, was die letzte Stunde gesprochen worden sei. als „Geschwätz" — gehört G schwätz auf die Bühne? Und wenn er im 1. (!) Bild verspricht. ..jetzt wirds interessant" io hat der Dichter dies Wort nicht eingelösi. Die Men schen des Stückes sind farblose Schemen: Gedanken. die nicht Fleisch, die nur Skelett geworden sind. Wo blieb das Leben? Kein Drama: eine dürftig dialogisierte Mischung von 'Bekenntnis und Predigt! Gehörte diese Aufführung wirklich in den Zylllis »wderner Dramen? Ein schlimmes Zeichen für das moderne Drama! Die Aufführung, der das Publlkum anfchei nend mit Interesse, jedenfalls mit Geduld folgte, quälte sich redlich ab. der Leiche Geben einzw hauchen Vielleicht wäre es für. die Wirkung besser gewesen, wenn ebne Rücksicht auf des Dichters Absicht der Regisseur (Marin Kerba, ©.) das Tempo etwas beschleunigt hätte. Leben- ' ig machen konnte auch Robert Taubes feines Spiel, die Rolle des „älnbefamticn" nicht - aber er gab ihr wenigstens einige Gestalt. Gerda M ü 11 c r als Dame war mehr als Strindbergs blutloses Symbol - sie war Gerda Müller und fühlte ihre Ausgabe nicht nach, sondern um. Der Hühnerhof. Hat es die deutsche Bühne der Gegenwart fensfreudigen und 1 ___ und damit an dem Fortbestand unserer San- Mnats- sersaimW W-l Ml«- T« Vorsts bitten nil|ett „I, groub* w r . 81 1fr ,m 8. ti> tbenbs .suchti Zahlreich 3J? Dorsis i502v] «rsss*fcff 3t*9cnL versamE" sich ihre ßuftiyteit nur Maske fei, schwamm mir fort, als die übliche Damenpokkä gezielt wurde, and Helene, ohne mich auch nar mit einem Bllck ja streifen, an mir vorübergrng und den schönen Heinrich zum Ta-ze aufforberte.“ .Ein gewaltiger Ingrimm ft leg mir im Herzen aus, und ich tarn zu dem Bescylusse. dafe ich ein grober Esel sei, wenn ich mein Herz noch weiter an dies hübsche Lärvchen hängte. Es steckte ja doch nichts dahinter, just wie bei allen andern Weibern auch, für die ich im übrigen in ihrer Gesamtheit jetzt eine unsägliche .Verachtung verspürte . . ." „Da, mit einemmal. ich glaubte meinen Augen iaum zu trauen, steht sie vor mir. Mit der einen Hand streicht sie sich ein widerspenstiges Löckchen aas dem rosig angehauchten Gesichte, die andere streckt sie mir halb entgegen, um mich zum Tanze aufzuf ordern." „Einen Augenblick Lang gerieten all meine stolzen Vorsätze ins Schwarken, ich wollte schon auffbringen, um ihr za folgen, bann aber kam der alte Salzburger Bauerntroh mit dem Grand- fafee: nun erst recht nicht! Ich erhob mich also recht langfam, eigentlich ein bitzchen flegelhaft, machte einen förmlichen Diener und sagte: .Be- baarte, mein gnädiges Fräulein, ich tanze Saite überhaupt nicht!" „Und weshalb nicht, wenn man fragen darf?" „Weil ich — keine Lust habe," erwiderte ich grob und feindselig und setzte mich wieder aifr den Platz. (Fortsetzung folgt.) Attrelenvabl, 5 Mllteilunaen, Verschiedene». und allein die Erotik beherrscht die Szene, und wo ein Größerer vielleicht den Ansatz za iranischen Entwicklungen gefunden hätte, kommt es liefern Franzosen nur aufs „Anrüsarnent" an; auch das Lachen hat aber feine Ehre — und die ist bei solcher Frivolität, die den Menschen im Grande jeben höheren Trieb -nimmt, wirklich nicht gewahrt. Anerkannt must werden, datz non den drei Sitten der letzte am besten geraten ist: Hier hat der Autor die Fäden seiner Handlung fest in ber Hand, und nachdem er den weibstollen Vernarb mit nicht weniger als vier oder gar fünf Frauen zu ertbcu.iger Absicht zusammen- gebracht hack, vereint er Monsieur und Madame Derirand wieder in einer hübschen Szene, die von dem geplanten „Bruder- und Schwester verhältnis (o la „Dollarprinzrfsln") sachte zu den normalen ehelichen Drziehangen führt. Gespielt wurde das Stück recht liebenswürdig: wirksam war der Gegensatz im Temperament der beiden Männer: Fred Hennings verkörperte den einen, der sich der Frauen und ihrer Glut nicht erwehren kann, Otto Wallburg seinen Freund, vor dessen Brunst sich die Frauen nicht wehren können. Reizend in der ehe.ichen Auseinandersetzung war Hilde Wall. Geschmackvolle Bühnenbilder ba ifte inan Los Dachl, die Regie über» wachte Clemens Wiede, der das ausgelassene Spiel sorgfäl ig vorbereitet Halle ad nur das Tempo noch hätte beflügeln sollen. „Der Hühnerhof" fand am Schlust, als einige Zischer energisch Proteste ct ".gelegt hotten, lebhaften B tfall Die Frage bleibt aber: Sind solche Stücke, mbg.m sie auch etwas vom „esprit gaulois', dem gallischen Witz, haben — und das soll nicht beftritten sein — gegenwärtig ein Gewinn für die deutsche Bühne '< . . . wäre, und jetzt ist's genau derselbe sade Kerl wie die andern.' 3d) ärgerte mich, weil ich ihr darin recht geben mutzte, schwieg ebenfalls und, da sie keinen Versuch machte, das Gespräch wieder aufzunehmen, legten wir den Rückweg im Schlitten ungefähr ebenso zurück, tote am Vormittag den von der Kirche. Und, ich weist nicht, wie es tarn, aber ich hatte ganz deutllch das Gefühl, als wenn eine tiefe Verstimmung zwischen uns derlehrtoerkstätte sieht etn Raum in 1 der Universitäts-Bibliothek zur Verfügung, doch muh vorerst wegen Mangels an Mitteln von der Bertoirilichung dieses Planes Abstand genommen werden. Die Betätigung als Werkstudent, welche auch die Studentenhilfe auf diese Weise zu fördern sucht, muh allerdings möglichst auf die ersten Semester beschränkt bleiben, damit das Sttidium nicht darunter leide». 3n höheren Semestern wird es deshalb hoffentlich bald möglich sein, bedürftigen Studenten auf andere Weise weiter zu helfen. Ferner ist eine studentische Leihbücherei eingerichtet, welche die notwendigsten Lehrbücher an bedürftige Studenten auf längere Zeit ausleihl, um ihnen die Kosten der Anschaffung zu ersparen Angesichts der ungeheueren Lebensmiticl- »euerung ist die Aufbringung der Mittel für das Studentenheim, wo zu erschwinglichen Preisen eine kräftige Mittags- und Abendkost geboten wird, zur Hauptaufgabe der Studentenhllfe geworden. Der Besuch des Herms ist sehr stark gewachsen, sv dah in diesem Semester über 500 Studenten gm Mittagstisch teilnehmen. Es war deshalb notwendig, als Zweigstelle des Sauden- t e n h e i m s einen Mittagstisch für Studenten im katholischen BereinShaus einzurichten. Hier können 100 Studenten speisen. Don diesen sind 30 Plätze für Studenten Vorbehalten, die als Kranke, Tuberkulose oder Rekonvales,zenten besonders Fräftigc 9-Dft nötig haben, die ihnen auf ärztliche Bescheinigung verabreicht wird, wobei Mittel vom Roten Kreuz in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt worden sind. Das Essen im Heim wird aus seinen Kaloriengehalt ärztlich überwacht. Am die Preise im Studentenheim in der notwendigen Weise niedrig zu halten lzur Zett Mk. R.— für das Mittagessen, Mk. 5.50 für das Abendessen bei ständigem Besuch), bedarf es bei der gegenwärtigen Teuerung auherordenllich groher Mittel. Ganz anders als seither müssen hier fijlttti«! ■Sw '°jchkv Uvritr „Merkwürdig," sagte sie bar auf und sah mich mit ihren großen blauen Kinder äugen an, „dafe doch alle Menschen sicy in Gesellschaft anders geben, als sie wirklich sind." „Ich ergriff die Gelegenheit beim Schopfe, ck's mir, ist cs mit dem fogenamten Ab- drechselte ein feines Kompliment und numte so u mrd -UeberiegeR überhaupt eine nützliche I ungefähr, es sei doch ganz natürlich, oast man bUb des städtischen Lebens wenig Devän- 2iing wahrnehmen. Wie vor dem Krieg, r. sieht man auch jetzt noch auf der Straste Platz griffe Als ich ihr beim 2tu3 ft eigen behilflich war. reichte sie mir kaum die Fingerspitzen, sah an mir vorbei und lieh mich stehen wie einen dummen Zungen . . ." „Damit hatte sie übrigens nicht Mivecht, denn ich bildete mir zu jener Stunde nichts.mehr mb nichts weniger ein, als Last ich vorn ersten Augenblicke an all sie denselben unauslöschlichen Ern- druck gemacht hätte, tote sie auf mid). 3d) gla ibte nämlich damals, ein ganz gctoiegter Frauen- kenn er zu sein infolge der Eriahrungen, bie tch bei der Eroberung von ein paar leichtbrweglichen Mädchenherzen gemacht hatte, llnd aus differ Praxis heraus beschloß ich, auch bet Helenm das Mlltel anzutoenben, mit dem ich bisher meine größten Effelge er i lt h.^tte, das hritz: sie so lange mit eifriger lllichtbeachtung zu strafen, bis sie sich wieder von selbst nähern würde. 3ch führte diese Rolle auch mit Konsequenz mb Heroismus durch, obwohl sie mich teure geringe Anstrengung kostete, schwieg während des ganzen Rach les lens wie ein Karpfen, und als dann der Tanz begann, setzte ich mich in die Alle-Herren- ecke, simpeltc Politik mll und trank einen alten Dotspohn, der beinahe so gut war tote der da vor uns auf dem Tische." „Meine Plvisiervricheirolle hatte jetzt »er schöne Hemrich fibemomnet Er traCvic für btet. alle Kreise helfend eingreifen, welche inneren , - Antell nehmen an der Erhaltung einer schaf- wirklich nött „Das brachte das Gespräch auf die Heimat, st> mutzte ihr von unserer Stammbesitz mg er» bien, von Vater und Mutter, die als einfache »izburgei Dauern darauf hausten, aber doch den 7-rgeiz hatten, mit ihrem vielen Grlde aus ibreit iten einen Studierten zu machen — der Aelle muhte natürlich bte Wirtschaft übernehmen und dah ich die Hoffnungen meiner Eltern faftfeni nicht enttäuschte, als ich mich bemühte, tag Geldauegeben recht gründlich zu studieren. Rur8, was soll ich dir sagen, als die Tafel auf- phoben wurde, da hatte sie meinen ganzen Steckbrief m der Tasche, kannte mich in- und aus- endig, während ich von ihr nicht mehr wutzte, [3 die dürftige Personatnotiz, die mir der Hrrr üxrpsarrer zu Aicfaitg gegeben hatte." Uraufführung im Hessischen Landestheater in Darmstadt. Fritz von Unruh: „Stürme". 3n dem im Jahre 1913/14 entstandenen Drama ..Stürme" setzt Fritz von Umu > feinen gewaltig iübnen Weg fort u d sucht ihn z»m Ziele zu führen. Den Weg, der über „Geschlechf und „Platz" ging, der einen gigantischen llmsturz, v-etteumspaimend und Wellen zerschlagend, in dichterischer Sehergabe vorausfühle td. ihn au, seine Art ton.l uurtc u i) nm au,bauen will. 3n dem 5ürfieiT >rama Prinz Louis ,‘yerbinanb sand dieser älmsturz — nach Unruh eine Revo» Intion von oben - seelische Andeut utg, in ^Stürme" sand er die Auswirkung and kommt ols Tendeitz, als Weg zum Licht aus der Aot und Finster,.is der Zeit zu dem. der in weltumspannender £t bc lein Leben hin gab für bte Menschheit, der die Liebe predtgte, die zur selbst- aufopserung führt. So mir tairn dcr Gehalt des neuen Dramas gefühll werden. Zede ^llerson. jede Handlung, jedes Wort fast ist nur symbo lisch zu .trhrnen Hinter jedem auch banal g: formten Satz birgt sich ein Teil wellumspannen- des Me. s^h tlsprobstm. Der junge Fürst, etn lllachkomme der grollen F iedriche p.eutzische. Tradition, der mit dem Zuschlägen des SargeS über des Vaters Leiche glaubt Tradition, Gesetz und Recht, das Menschen schufen, zerschlagen, bannen zu können, um rin fielet Menschengeschlecht zu schaffen, mutz erlernten, datz all das, was er zeffchlag, nicht von gestern auf heute geworden, sondern eine Folge logischen Ausbaues durch Zah Hunderte, Za iriaus:nde Metffchmgeschichie gewesen, das nicht von einem Stürmer mit einer Haiwlung im vorerst ei sam gefühlten Freitzrits- drang ze.schlagen werde,, taiin. Er geht dm Weg durch alle Sri o s >i't n, pureb alle Ent täuschungen und ert.nnl schste lii). es rin 'Desienregierendes gibt, die Liebe, tue vom Weibe kommt, weil wir Liebe nicht vom Weibe trennen rönnen, die ober nicht tra Weibe gipsell, di« weit über llrifficheZ Menschenbegrrisen hinaus Welt und Mmschh it um bannt Er geht den Opferv:-eg, den ein Grot'^r nach ®Dtga:b-u ging, ci opfert sich für den Freund und Gelitten ieiner Gattin, tte beiden vereinend. Auch das ist nur symbolisch zu versteh n. — Das Wert gibt überzeugend den Beweis, datz Fritz von iinrulj dei Ti hier des hingen De llschland ist, bei die stärksten dichterischen Qualitäten auf weift Zwischen ihm und den anderen klafft eine weite Kluft. Er durfte sich befugt Ija'.ten, seine Kraft an ein sv gigantisches faustisch-mephl slophelffches Wert zu tragen, llnd toenri er auch manches zu lösen schuldig blieb, auch Goethe blieb ja schuldig, sein Werk trägt den Stempel dich- terischer (Stoße und -Srtennti.iS. Zn Gustav Hartung sand der Dichter den Mri'ter, bei seine tiefsten Gedankten berietenbigtc. Wenn, was wir glauben, dieses Werk ernst llajlisch qualistzirrt treiben wird, wi.d man den Ramen Härtung nicht dabei übersehen lo;mcn. Dr: Träger ds> ^>004)trollen, Ebert (Frankfurter Schauspiel haus). Ku lisch. Gielen, Danzara, Stic- (er, © d) n eiter, Baumeister, 3 alt, Äenter, Hartung selbst, der mit'pi:llr. S> bald, hätten sich gut in daS g.’tooLtgc Wsrr eingelebt, sich der faj überrnrnschllcheii Aufgabe GufDf.fernb unb hi -grbmd getolbmri. Prlarh und Scherl hatten einen ber Symbolik gerecht uxrbenbm, äußerst wir.f amen Rahmen in chcen Bühnenbildern geschaifen. Die Aufnahme b« dem ausveriausten Hause war trotz der höchstgespann« ren Anforderungen an Begeisterung grenzend. Man ries viele Male Unrul), Hartung in6 TÄl unserer heutigen Studentenschaft befindet, das ergibt z. B. die für das letzte Se» nsster an der Hessischen Landes-An i» dersität Giehen aufgenommene Stattstik, nach der fast die Hälfte der dortigen Studenten einen Wechsel von unter Mk. 700.— hatten. Das ist aber bei weitem nicht das 0 x t st e n z m i n i m u m. 3n den Gastwirt schiften kostet das Mittagessen ;ur Zeit mindestens 12—14 Mk., das ergibt eine monatliche Ausgabe von Mk. 360.— bis 450.— allein für Mittagessen. Dazu dann noch Wohnung, Frühstück, Abendessen, Bücher, Kvlleggeld usw. Diele Studenten sind nun dazu überge- oavgen, sich die für das Studium fehlender! Mittel durch Arbeit i n den Ferien und euch durch Rebenarbeit im Semester zu be- Idjaffcn. Auch in Gießen war es eine Swhe Zahl, die in diesen Osterferien in den ngwerken, Fabriken, Bierbrauereien, kauf, innischen Bureaus usw. gearbeitet hat. ES ist in erster Linie der Gedanke der S e l b st - hilse, den unsere Studentenschaft verfolgt. er Typus des „W e r k st u d e n t e n", der h auf diese Weise entwickelt hat, wird keine rübergehende Erscheinung sein. Es gllt nun, die Studentenschaft in diesem wirtschafllichen ampfe zu unterstützen. Zu diesem Zweck süid fast allen Universitäten lokale Wirtschafts- ^'körper entstanden, sv in Giehen die „Giehener Studentenhilfe e. Cß.M, in de- Tcrt Ausschuß neben Studenten, Dv?zenten, Alt- i!ademikern Dertteter der Bürgerschaft und S Handels fitzen. Diese lokalen Orgcmisatio- r. stellen in Verbindung ntü einer „Zen- nlstelle der Wirtschaftshilfe der deutschen :ridentenschaft- in Dresden. Aufgabe dieser . IttschaftSkörper ist es, bte Studentenschaft f jede Weise in ihren Selbsthllfebestrebun- en zu unterstützen, aber auch Mittel zu besoffen, um da einzugreifen, wo die Selbst- Ilse nicht aus reicht. Die Giehener Studentenhllfe hat kchreibmaschinenkurse deranstaltet. 3n nächster Zeit werden sechs leihweise überlassene Schreibmaschinen eintreffen, so dah die Kurse in größerem Maßstab abgehalten Verden können und Gelegenhett zu Reben- tri>erb durch Herstellung von Abschriften von vffsenschastlichen Arbeiten und dergl. geboten vrrden kann. Eine studenttsche Gärtnerei ist eingerichtet, in welcher Studenten gegen kntgelt arbeiten; der Ertrag ist für das Lttldenienheim bestimmt. Für eine B u ch b i n- Geschichte. ilnb bami war ich ja damals etn paar Zahre jünger als heute . . .Ra, um also weiter zu kommen, an bas Mittagessen schloß sich eine Schllltenfahri nach einem Dörfchen in ber Umgebung, wo wir im Wirishause den Kaffee tränten. Mir war — eine Folge meines Trinkspruches — durch eine Deputation ber jungen Mädchen das Amt eines maitre dc plaisir übertragen worden, und ich liefe all meine alten Repertcirescherze los, zu denen Franz und der schöne Heinrich im stillen lächelten, beim die beiden kannten sie natürlich schon längst aus öfterer Wiederholung. Hier aber waren sie neu und verfehlten nicht ihre erprobte Wirkung." „Ich tarn mir eigentlich selbst etwas albern vor in ber alten Hanswurstjacke, aber wenn ich sah, wie sie, die einzige, an der mir etwas lag, so recht von Herzen über all den llnsinn und die Schnurrpfeifereien lachte, bann trieb ich's nur um so toller. Schließlich wurde die Stimmung unter dem jungen Volke so ausgelassen, bafe der Herr Oberpfarrer dazwischen trat und erklärte, jetzt wäre es genug. Seine Pfarriinber, unter denen sich auch etliche Phisister befänden, formten an solcher llngebundenh.it in feiner Gesellschaft am Ende ein Aergernis nehmen." „Als ich auf ber Heimfahrt neben Helene wieder im Schlitten scktz, fragte sie mich, ob ich immer so luftig wäre, wie heute Mir schien in dem Ton ihrer Frage eine leise Ironie an» zuklingen, so riwas wie ein bifechen Geringschätzung. hxil ich den ganzen Abend dm Spatz- mocher gespielt, und so beeUte ich mich denn zu erwidern, nur die heitere Gesellschaft und das mir übertragene Amt hätten mich da-u vermocht, einmal aus mir herauszugehen. Für gewöhnlich — und es entsprach ja auch ber Wahrheit — wäre ich ein schwerblütiger Gesell, der bad Leben durchaus nicht leicht nähme." Vom Daseinskampf des deutschen Studenten. 3n Ergänzung des Aufsatzes in Rr. 129 das „Giehener Anzeigers" gehen uns folgende, insbesondere die Giehener Berhält- lisse berührenden Ausführungen zu: Wer heute als Fremder eine deutsche Universitätsstadt besucht, der wird m dem ieitiiil '•ee '?'Nde mit nnltlith luiL Sulammenlftn aocrstag, 29. Qnei, $•7116 t,-Im (3r. 2qü! vbllolovbrnwaldtl £auten|5nger t)uni)8öt). Dthntll « Mlle (Irt M «in." inirittatarten ad jun! bei SbaUin und iDlg3irta6e59fflr$!ü- )er i M, für M- ilteber 8 Ult |M91t DeuMr iolhspartel Sir bitten uniert M -der volljähllg an bei >rtra« der Liga wa h. d. Deutschen ftulnn i Tonner-tag tedp hmen. M' Der vorbattd. er ausgcsehen, als wenn er etwas Besonderes! besonders weit her fein müsse. Der letzte Stroh- - - - - - " • Holm, an den ich mich rod) klammerte, bafe näm- sifferschwinglich. Za, eS gehört heute ein gu- 1**1* kfl Teil Liebe zu einer wtssenschafllichen Be- lU|Uli. t. tigung dazu, wenn jemand den dornigen t8Cvi^onnet,,e8- ^9 über die llniversität zu seinem Lebens- \jt bunten Mützen mit den frischen Gesich- cm darunter, und doch welch eine große Aen- ng hat sich hinter den Kulissen vollzo- Wie viele unserer Stttdenten kennen ute die Rot, tote mancher ist froh, wenn er ich nur eine ordentliche Mahlzeit am Tage tften kann. Die teuere Wohnung, die teueren bcher, die teueren Kleider, alles, alles fast 1L Bücherrisch. — »Fünfzig IahreDeutsch er Geschichte" (1871 — 1921) von Oberft a. D. Friedrich 3man uel. Verlag: »Veteranendanl". Buchhandlung des Verbandes Deutscher Kriegs-Beteranen. Adolf Wegener, Berlin S W 48, Wllhelmstraße 114. — Das mit warmherzigem Gefühl für unseres Volkes Hot geschriebene Buch hält einen Haren Spiegel der Selbsterkenntnis und der Wahrheit vor. Es zeigt, welche Eigmschaften uns zur Glanzzeit vor fünfzig Jahren u.üer der Leitung Bismarks empor geführt haben und welches die Ursachen unseres jetzigen Zusammenbruchs ftnd. Das Buch ist darüber hinaus ein Wegweiser in eine bessere Zukunft. — Don den Oberammergauer Passions- Spielen bringt die soeben erschienene Dummer 4075 der Leipziger „Illustrierten Zeitung" (3 3 Weber» eine ganzseitige Zeichnung von F Schworm- städt »Ehristus vor Pilatus". Einen reich gebilderten Aufsatz .Oberammergau einst und jetzt" veröffentlicht Gustav Herrmann Fesselnden Lesestoff bieten die verschiedenartigsten Artikel und belletristischen Beitrage. Heben dem Gesagten finden die Ta lesereigniffe in Wort und Bild eingehende Berücksichtigung — Reichs mieten und Wohnungs- a 5 3 a b e. Beschreibende und kommentierende Ausgabe des Reichsmietengesetzes und deäReichs- gesetzes über die Erhebung einer Abgabe zur Förderung des W'hnungibaues v. S.adtrat Dr um- btz. IndnÜ^ie^er.ag Spaeth u. Li, De, Berlin C 2. ZrrnLe?. Berlin, 6. Juni. Börsen st immungs- btlb. Wenn auch das Geschäft heute wieder keinen größeren ülmsang annahm, war die Grundstimmung der Börse unter der Einwirkung der am Devisenmarkt eingetretenen wesentlichen Befestigung und ber über den Geschäftsgang in Handel und Indust rte vorliegenden günstigeren Berichte, wonach der zeitweise Stillstand in dem Eingang neuer Aufträge verschiedentlich einer aiefentlrchrn Belebung gewichen war, doch fest. Die Kurserholungen machten weitere Fortschritte. Sie betragen für die Mehrzahl der Aktienwerte 30—40, vereinzeli. bis 70 Prozent für Laurahütte, Deutsche Kali, Hammersen und Stöhr über 100 Prvz. Die nach oben gerichtete Kursbewegung hielt bei Heinen Umsätzen auch weiterhin an. In den zu Einheitskursen gehandellen Industriepapieren hat das Angebot vollkommen nachgelassen. Rück-, Weinungs- und AnlageLLufe bewilLten auch hier teilweise ganz ansehnliche Kurs des serungen. Am Markte der festverzinslichen Werte waren heimische Anleihen aut behauptet. Größere ülmsahe fanden bei anziehenden Kursen wieder in 3prv- zentiger Reichsanleihe statt. Bon ausländischen Renten setzten ungarische^ österreichische, türkische, rumänische und mexikanische ihre steigende Bewegung fort, wobei besonders letztere als reine Valutapapiere und Türkenlofe mit ganz wesentlichen Kurssteigerungen bedacht wurden. Frankfurt am Main, 6. Juni. (Börse n st t m m u n g s b i l d.) Die Befestigung deS Dollarkurses im heutigen Vor mit- tagSderkehr auf 283, 284—287 löste auf dem Effektenmarkt eine lebhaftere Stimmung aus. Das Geschäft nahm jedoch nur in einzelnen Spezialpapieren einen größeren Umfang an. • 3m freien Verkehr wurden folgende Kurse genannt: Benz 485, 490, Hansa Lloyd 235, Inag 390—400, Rastatter Waggons 545, Drvwn-Dowert 355—360. Die Kursbesserung machte auch für chemische Werte mäßige Fortschritte. Änilinwerte wurden höher bezahlt. Maschinensabrikaktien fanden zu höheren Kursen Aufnahme. Unter den Montanaktien, für welche größeres Interesse her- vvrrrat, wurden Ribeck-Montan besser bezahlt. Höher stellten sich ferner Laurahütte um 100 Prozent, Harpener um 30 Prozent, und Gelsenkirchener um 25 Prozent. Im Verlaufe blieb die Haltung fest. Am SinheitSmarkt waren verschiedene KurSerhohungen zu verzeichnen. Immerhin war die Llmsatztatigkeit noch bescheiden zu nennen. Heimische Anleihen waren abgeschwächt. Die Börse schloß bei ruhigem Geschäft und festen Kursen. Privatdis- kont 4y2 Prozent. 3 r an Hurt a. 1, 7. 3uni. Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- 1-ülhr- Schluß- Anf.- Kurs Datum: 2..6 5°/,Lllch.Kriegsanl. £7,50 4'/»Dtsch. Reichsanl. 3°/0 Dtsch. Reichsanl. " 4°/» Pceuß. Konfols «9,- Hamburg-Paketf.. . 3’^50 Ryrddeutjcher Lloyd «13, - Eomm.u.Privatbank ^01,- Darmstädter Bank . 28^. *“ Deutsche Dank . . . oöll,- Disconto-Gesellschaft 415,- Dresdner Bank. . . 311,- Mitteld. Ereditbank. 249,- Äattor.albank f. D.. 295,- Boch. Gußstahlwerke * • ” Bud.-Eisenw.-Akt.. 800,- D.-Luxemb. Bergw.. 878,— Gelsenkirch. Bergw.. - Harpener Bergbau. 1800,- Oberschl. Eisenb.-B. 770,— Oberschief. Äsenind. 568 - Phönix-Bergb.-Akt. 1J40,- Bad.Anilin-u. Soda 700,— Höchster Farbwerke. 62-3, - Allg. Clektr.-Ges. . . 655,- Felten L Guilleaume -*, — Schuckert-Werke. . . 670,- Adlerwerke 494,- Daimler 423, - 4° 0 Heft. Staatsanl. 84,56 Electron Griesheim 719,- Dtsche. Dereinsbank 202.- Kurs Kurs Kurs 6. 6. 2. 6. 6. 6. 77.50 77,50 77,5-) 119, - 120, - 121 - 149 - 145, 149,90 8-,50 86,50 86,50 410,- 389,50 319,- 312,- 317,75 299,- 299,- 293, - 2b8, — 291,- 291, < 565, — 550, — 552, — 419,- 418,- 418,- 317,- 314,50 318,— 251.- 250,- 250,84 296 - 295 - 295,- - - 945,- 1009,- 840'- 80 ,- «05,- 910 - 839,- 916, - 925'- 911,- 940,- 152 - 1830,- 1830,- 810'- 789,- 805,- uUü — 57+,— 5o3, — 1120'- 1049,- 1100,- 7l0 — 703,- 715,- 640,- 625,- 631,- 670,- 730,- 680,- 780,- 740,- 744,- 630, — 580,- 625,- 500,- 480,- 457,- 425,- 458, 84,50 80.- 81,60 750,- 730,- 759,- 200,- Züricher Devisenmarkt, ö. 6. 7.6. Wechsel auf Schwerzer Franke« Holland 100 Fl. = 203.-0 203.75 Deutschland 100 Ml. => 1.87 L77 Wien 100 Kr. --- 0.04 0.03 Prag 100 Kr. --- 10.10 10.1L Paris 100 Fr. --- 47.70 47.60 London 1 £ — 2M6 23.48 Italien 100 SL * 27.20 27.15 Drüffel 100 Fr. * 444)0 44.- Budapest 1Y0 Kr. --- 0.625 0.60 Reuyork 100 | = 522. - 521.50 Agram 100 Kr. ----- 1.825 1.90 Warschau 100 Ät- ----- 0,13 0,13 Markuotienmgeu. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 3.L 6.6. Zürich Fr. 125.40 1,91 1,81 Amsterdam Fl. 59.20 —-, - Kopenhagen ..... Kr. 88.80 1,70 1,62 Stockholm Kr. 88.80 1,42 2,54 Wien Kr. 117.80 Prag Kr. 117.80 London Sh. 97.80 1,22 1,29 Reuyork $ 23.80 *,37 —,35 Paris Fr. 125.40 —3.80 Behördliche Anzeigen Bekanntmachung. Durch Beschluß der Stadtoerordneten-Dersamm- hing vom 30. Mai d. Fs. ist das Schulgeld für die höhere und erweiterte Mädchenschule mit Wirkung vom 1. April 1922 an wie folgt festgesetzt worden: a) für die höhere Mädchenschule auf jährlich 2500 Mk. für alle Klassen. Dieses Schulgeld ermäßigt sich jedoch für Einkommen unter 150 000 Mk. und beträgt: bei (Einkommen unter 150000 Mk. bis 125000 ML. -- 1 900 Mk. bei Einkommen unter 125000 Mk. bis 100000 Mk. = 1 500 Mk. bei Einkommen unter 100000 ML. bis 75000 Mk. — 1200 Mk. bei (Einkommen unter 75000 Mk. bis 50000 Mk. — 900 Mk. bei Einkommen unter 50000 Mk. bis 40000 Mk. = 700 Mk. bei Einkommen unter 40000 ML. = 500 Mk. b) für die erweiterte Mädchenschule auf jährlich 1300 Mk. für alle Klassen. Dieses Schulgeld ermäßigt sich jedoch für (Einkommen unter 150000 ML. und beträgt: bei (Einkommen unter 150000 ML. bis 125000 Mk. = 1000 Mk. bei Einkommen unter 125000 ML. bis 100000 ML. = 800 Mk. bei Einkommen unter 100000 ML. bis 75000 Mk. --- 600 Mk. bei (Einkommen unter 75000 Mk. bis 50000ML. --- 450 ML. bei Einkommen unter 50000 ML. bis 40000 Mk 350 Mk. bei Einkommen unter 40 000 Mk. = 250 Mk. Für Schülerinnen beider Schulen, deren (Eltern ober sonstige Unterhaltungspflichtige nicht in Gießen, aber in Heften wohnen, wird außerdem ein Schulgeldzuschlag von 15°/,; für Schülerinnen, deren (Eltern PP- *n Heften wohnen, ein solcher von 25°/. und für Ausländer ein solcher von 100°,o erhoben. Ikr Nachweis über die Höhe des Einkommens ist dem Direktor der Schule durch Vorlage des Steuer- Zettels für das laufende Jahr zu erbringen. Für bas Fahr 1922 ist die endgültige Steuerveranlagung von 1921 maßgebend. Solange diese noch nicht vor- liegt, wird in allen Fällen ein vorläufiges Schulgeld von 500 Mk. für die höhere Mädchenschule und von 250 Mk. für die erweiterte Mädchenschule erhoben. Sobald die Zahlungspflichtigen im Besitze der Steuerbescheide für 1921 sind, sind diese ungesäumt dem Direktor der Schule zur Feststellung des endgültigen Schulgeldes vorzulegen, worauf alsdann die (Erhebung des endgültigen Schulgeldes erfolgt Die seither geltenden Ermäßigungen für (ße- schwister und die Bestimmungen über Freistellen bleiben in Kraft Gießen, den 2. Funi 1922. 54878 Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Seib. Vergebung von Fuhrleistungen Die Fuhrleistungen für daS Gas- und Waffer- werk sollen vom 1. Zull 1922 ab vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Lienststunden bei uns auf Zimmer Ar. 6 zur 6tn- sicht offen. Angebote sind unter Benutzung der bei uns zum Selbstkostenpreise erhälllichen Dor- drucke bis zum Donnerstag, de« 15. Juni 1922 vormittags 10, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Freie Auswahl unter den Bewerbern, die an ihr Angebot 2 Wochen gebunden sind, bleibt Vorbehalten. Gießen, den 6. Juni 1922. 5486B Städt Gas- und Wafferwerk Gießen. Steding. Pferdeverkauf. SamStaa, den 10. 3unt 1922, dorr«. 10 Uhr, werden in der neuen Dergkaferne Friedberg 2 Pferde meistbietend gegen Barzahlung versteigert II. Polizeiwachtabtellung. 5493D I UHin^OaHUMUIK Nach I NORD-, ZENTRAL- UND SUD- AMERIKA l AFRIKA, OSTASIEN USW. .Billige Beförderung über deutsche und 'S" ausländische Häfen. — Hervo-ragende B* II1. Klasse mit S eise* und Rauchsaal. " Erstklassige Saion-u.Kajütendampfer Etwa wöchentliche Abfahrtan von | MAMBURG NACH NEW YORK Auskünfte und Drucksachen durch E HAMBURG-AMERIKA LINIE B HAMBURG und deren Vertreter la: j GIESSENs S. Loeb, Zigarrenhaus, Bahnhofstr. 52 a. (3057D Berliner Devisenmarkt. Gelb Brief Geld Brief Datum: 2. Juni. 6. Iunt Amstd.-Rotterd. Brüftel-Antw. . Ehristiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . Helsingfors. . . Italien London Reuyork Paris Schweiz .... Spanien Deutsch-Oesterr, Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Iapan. ■Rio de Janeiro 1056L76 10586,25 1126 ,90 i 1289,10 2284*20 2 90X0 2420,05 2121,95 4857,90 4866.10 5183,50 5196,50 5927 55 5942 45 6332,05 634.,95 7041,15 70o8 85 ?5iL,6d 7529,40 679,25 580,75 621,20 62z,80 1418,20 1421,80 1498,-0 1501,96 1213,t5 1216,55 129 ,35 1296, 5 271,41 27 ,09 287,14 287,80 24 '6,85 2503,15 26.1,70 2628,30 5233,45 5246p5 5513,10 5526,10 430'1,60 4315,40 453%c0 4545,70 2,o5 2,39 2,23 2,4 7 625,50 527,20 560,75 562,25 32,50 32,60 33,85 33^5 98,62 98,87 104, 5 104,6 > 199,25 199,75 207,70 208,30 129,25 130,- 137,25 138,25 37<5,- 3755, - 3325,- 3935, ♦ Märkte. Frankfurter SchlachLviehmarkt. Frankfurt a. M.. 6. Juni. Utarttber» lauf: Bei f Lottern Ha adel Rinder uni) Kälber ausverkauft, Schwei .e hinterlassen bei langsamem Geschäft etwas üeber;tani>. Im einzelnen ist zu bemeiten: Ausgetri-rben waren 940 Riader ernschl. 27 aus ©äneniarf, darunter 104 Ochsen, 43 Dullen, 793 Färsen und Kühe, ferner 355 Kälber, 150 Schafe, 1504 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zeatner Lebendgewicht: für Ochsen 3000-3300 Mk., für Dullen 2600—2900 Mk., für Färsen und Kühe 2900—3200 Mk für bette Särferc 2600—3000 Mk. für beste Kühe, für Kalber beste Qualitäten 3000—3500 Mb, für Kälber mittlere Qua itäten 2400—2900 Mk., für Kälber geringe Qua t äten 1800—2300 Mk., für Schate von 1500—2000 Mk., für Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht 3400—3700 Mk., für Schwci.ie von 80 bis 100 Kg. Lebendgewicht 3700—3900 ML. für Schweine von 100—120 Kg. Lebendgewicht 3700— 4000 ML, für Schweine von 120 bis 150 Kg. Lebendgewicht 3700—3900 Mk., für Fettschweiae über 150 Kg. 3700—3900 ML, für Sauen und Eber 3200—3600 ML Die Marktpreise Liepen am so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schliessen. Frankfurter Obst- und ©emüfemattt. mc Frankfurt a. M., 6. Juni. älngeachtet deS „dritten" Feiertags war das Angebot auf dem heutigen Markt durch Erzeuger sehr gut. Es bestand reichliches Angebot in Kopfsalat und teilweise auch in Spargel. Das letztere hatte den Preis von 9—12 Mk. für das Pfund. Kopfsalat kostete die Staude 60 Pf. bis 1,70 ML älm zu zu verkaufen, dürfte der Preis noch wesenllich sinken. Die am Samstag früh der Vorwoche aus der Kasseler Gegend eingetroffenen Kirschen und Erdbeeren wurden durch den Straßen handel am Dachmittag verkauft. Das Pfund Kirschen kostete 10 Mk.. Erdbeeren 20 ML Die vom Großhandel angelieferten italienischen Kartoffeln haben den Preis von ZOO—800 Mk. pro Zentner. lIn einem Tell der Auflage wiederholL) Frankreich und die internationale Anleihe für Deutschland. London, 6. Oarrt (WTD) Der Pariser Berichterstatter der .Lime s" schreibt, toeun der Bankierausfchuh, wie es wahrscheinlich sei, auf der Herabsetzung bet deutschen Kriegsschulden an die Alliierten als Vorbedingung einer Anleihe bestehen sollte, so werde in der Ausschuss itzang vom Mittwoch nur berichtet werden, daß der Ausschuß nicht tn Dee L»ge ist, eine Anleihe auszutreiben. Wenn Frankreich gesagt werde, daß die Ausgabe einer internationalen Anleihe in irgendeiner Weise von der (Sumäfriganfl- der französischen Forderungen an Deutjchsand ab hänge, barm werde Frankreich Lieber auf eine Anleihe verzichten als aus seine Forderungen. Es sei klar, daß der AugenbLict für eine allgemeine Regelung noch nicht gekommen sei. DaS Memorandum Poincares über die Haager Konferenz. London. 6. Juni. (WLD) Laut .Daily Telegraph" ist das Memoranda mP o i xv carös über die bevorstehende Haag er Konferenz Lloyd George nach C-iccieth übersandt worden. Das Memorandum könne /e i n e sw e g s ein Vltimaium genannt werden. Es enthalte keinerlei direkte Drohung einer RichtteU- nahme Frankreichs. Das So?umerrt,Jci p skrmmt dazu, vor allem anderen festzus.ellen, wierielr der nach dem Haag entsarrdien A l 1 i e r t c n u.nd Reutralen sich Frankreich anschlreßen würden bei feinem Bestehen auf ben von D oincarö vorgeschlagenen Bedingungen. Man s i j ibod) der Mcinung. daß, wenn dies die Absicht Poincares ist, er eine täuschung erleben wird, da es -wcifet- haft fei, ob mehr als zwei Regierungen gefunden werden, die irgend einen Versuch der französischen Regierung, Umfang und Grrndlageu der Haager Konferenz unnötige Beschränkungen arufzuerlogen, unterstützen werden. Aus italienischer Seite würden sch de Facta und Schanzer gezwungen sehen, alle derartigen Forderungen im Zusammenhang mit der Haager Konfe>^r^ abzulehnen. Dieser Stand- pu k: der ita ienischen Regierung we. de demnächst sowohl nach Purrs als auch nach London Übermittelt werden. Scheid em ann.S Schilderung des auf ihn verübten Attentates. Kassel, 6. 3unt (WTB.) Die amtliche Aatersuchung der auf Oberbürgermeister Scheidemann gespritzten Flüssigkeit hat ergeben, daß diese aas einer aufgelösten, gasförmigen Blausäure bestand, deren Wirkung absvlut tötlich ist, Demi auch nur eins Spur davon erngeatmet wird. Es muß sich also offenbar um einen Mann handeln, der gute chemische und Pharmakolo- logische Kenntnisse besitzt. Sieber den Aebersall selbst teilt Oberbürgermeisteo Scherdemann mit: „Der Mann ist zunächst ganz dicht von hinten an mich herangekvmmen und hat mir einen Teil der Flüssigkeit in der Absicht, mich zu veranlassen, den Kopf zu wenden, an die Wange gespritzt, damit ec mir diese Flüssigkeit direkt auf den Mund spritzen fönnte. Jedenfalls hat der Täter den Moment abgepaht, wo ich ihm den Kopf zuwendete, um mir die noch tn der Spritze befindliche Flüssigkeit auf die Oberlippe zu spritzen. Die starke Wirkung der Flüssigkeit geht schon daraus hervor, daß ich, trotzdem ich en Mund geschlossen hielt, nach Abgabe des zweiten Schusses bewußtlos zusammenbrach. Aach Aussage des Arztes habe ich nur meinen starken Lungen und meinem kräftigen Herzen es zu verdanken, daß der Angriff ohne weitere Folgen geblieben ist. Verantwortlich für den polllifchen Teil: I.D.: Karl Wa l l h er. MHWHWA«31-111 I I BLAU PUNKT WALDORIA BRIDGE Batoorf- 9l#toria Ltgarstts FristteeMi von frischem Fang Donnerstag, Freitag, Samstag. aus L. G. Uleinhenn, Bahnhotstrahe 59. Stabldrabtma kratzen für jede Beu stelle yach Diaß, an jedermann. Katalog frei. 21A KUsamaiilUbr. Sahl LTV • ♦ ♦ ♦ • Erstklassige gesunde HMMÄ verschiedene Sorten billigst [M78 MkerverDeslüulageU Telephon 178. Donnerxtas früh lebend fr leche Schellfische ohne K Dratschellfische Kabeljau ohne K. Goldbarsch ohne K. geräuch. Schellfisch gerauch. Seelachs tu billigst.Tagespreis, bet Georg Wallenfels gegenllb. d. 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