Nr. 83 Erscheint täglid), auger Sonn« vnb Feiertags, mit berSamstac.sbeilagc: GießenerFamilienblätter Monatliche Veznqrprese: Mk 16.- unb Mk. 1.50 Trögrrlohn,durch bi. Post Mk. 17.50, auchvei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. - lycmipred)» Anschlüsse: fürbieSchrift. leitung 112; für Verlag unb Geschäftsstelle 51. Anschrift für Dr^htnach« richten: Anzeiger Liehen. postscheülonto: Frankfurt a. M. 11686. Erster Blatt <72. Jahrgang Aeltag, SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Slelndruckerei R. Lange. Schriflleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: §chnlstrahe 7. 7. April 1922 HnnaQuu oon Anzeigen für bie Tagesnummer big zum Nachmittag vorher ohnejebe Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v 34 mm‘Breite örtlich 120 Ps .auswärts 150 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 450Ps. Bei Platz. Vorschrift 20 „Aufichlag Hauptschriftleitcr: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für ben übrigen Teil Karl Walther; für ben Anzeigenteil: Hans ‘Bcth, sämtlich in Gießen Dor der Konferenz von Genua. Der englische Geduldsfaden in den Ter- Handlungen mit Frankreich, der oft zerrissen schien und dann immer wieder geknotet worden war. macht in der letzten Zeit Bewegungen, als wolle er eine Art von CinkreisungSpolitik vollsühren. Wie gestern berichtet worden ist, hat die englische Regierung ihre Alliierten wissen lassen, baß sie von ihren Kriegsschuld- nern künft g Zinszahlungen verlangen müsse, weil sie selbst auch Amerika gegenüber in diesem Punkte nicht mehr säumig sein dürfe. Ob die von England nach dem Beispiel Amerikas eingeleitete finanzielle Blockade in Paris die gewünschte Wirkung erreichen wird, ist eine andere Frage. Heute erhalten wir die etwas merkwürdige Meldung, daß bei einer Expresz- zugfahrt aus sranzös schem Boden das Archiv der Engländer für die Genueser Konferenz gestohlen worden seil Ein Aktcndicbstnhl im Exprcßzug Paris Marseille. B e r l i n. 6. April. (Wolff.) Der „B. Z." zufolge sollen bei dem gestern früh verübten Eisenbahnraub im Paris — Marseiller Expreßzug den Räubern wichtige diplomatische Aktenstücke in die Hände gefallen sein, darunter das ganze Archiv d e S englischen auswärtigen Amtes für die Delegation von Genua. Die Befürchtungen Frankreichs. Paris. 7. April. lWTB.) Der Parcker Berichterstatter des „Dai'y T.l g aph" schreibt: Trotz der Tlnterhaasrede Lloyd Georges seien in Frankreich nicht alle Befürchtungen behoben bezüglich der Politik, die der britische Prmier-- minister in Genua verfolgen wird. Man befurchte, datz die Frage der Abrüstung zu Lande aufgeworfen werden wird. Deutsch- land werde, wir nun glaubt, sein Möglichstes tun, uni die R e p a i a t i o n s b e st i m m u n - gen neu erwägen zu lassen. Die Sachverständigen der ncntralen Länder. Bern, 7. Tlpril. (Schweiz. Dep.-Agent.) Die Sachverständigender neutralen Länder haben sich am Donnerstag nachmittag versammelt, um die Aussprach: über die Fragen, die auf der Genueser Konferenz besprochen werden sollen, zu eröffnen. Die Beratungen werden heute fortgesetzt. Die Haltung Schwedens. Stockholm, 6. April. (WTD.) Auf eine Interpellation im Reichstage, betreffend die Konferenz in Genua, erklärte der Minister- präsitent Br a n t i n g, di: schwed.sche Regierung wünsche, daß die Ausgabe der Konferenz zur Durchführung gelange im Geiste der V.rsöhnlich- kcit. Solidarität und Ausrichtjgi>.it. Tie schwedische Delegation erhalte nur a l l g e m e i n eI n st r u k - Nonen, ins.esondere hinsichtlich der Slabilisie- vung ter Valuten durch Rückkehr zum Goldzins- fuß, Abbau der Schranken des internationalen Handels und te.initiver allgemeiner Berständi- gung mit Rußland. Mit der Genua-Delegation reist heute Brant ing über Bern nach Genua ab. Die deutsche Antwort auf die Neparationsnote. Berlin. 7. April. Wie die „Deutsche Allgemeine Zeitung" mitteilt, Hot das Reichslabinett gestern den Wortlaut der Antwort aus die Rote der Reparationsnote fest- gelegt. Wie niedrere Blätter erfahren, hat der Borsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Reichstages, Dr. Stresemann, d:n Ausschutz auf heute vormittag cinberufen, im ihm Gelegenheit zu gcE :n, zu der Antwort Stellung zu nehmen. Infolge der verzögerten Fertigstellung der Rote hat Reichskanzler Dr. Wirth, der gestern abend die Reise nach Genua antreten wollte, die Abfahrt in letzter Stunde verschoben. Er wird heute in der Sitzung des Auswärtigen Ausschusses bei der Beratung der de.ltschen Antwortnote das Wort ergreifen. Keynes über die Stabilisierung der europäischen Wechselkurse. London, 6. April. (WTB.) ^Manchester Guardian" bringt unter der äleberschrift: ..Die Stabilisierung der europäischen Wechselkurse - ein Plan für Genna" einen ausführlichen Artikel von Kinnes, in dem der englische Wirtschaftler die Reihe von Aufsätzen über den Wiederaufbau Europas, den der „Manchester Guardian" aus Anlah der Genueser Konferenz veröffentlicht, einleitet. Keynes schreibt darin, er sehe augenblicklich keine andere Lösung der Stabilisierung für durchführbar, als die Schaffung des Goldstandard in so vielen Ländern wie möglich. Zu der Frage, ob Stabilisierung ober Deflation vorzuziehen sei, führt Keynes aus. es gebe nicht ein einziges europäisches Land, dessen Regierung klargelegt habe, ob sie dir Politik verfolge, den Wert der 'Währung des Landes zu heben oder die Währung zu stabilisieren. Es werde schwer sein, hier einen Fortschritt zu erzielen, bevor die beiden Probleme voneinander geschieden worden seien. Augenblicklich sei die Stabilisierung der volkstümlichste Weg. Die Politik der Leiter der Staatsbanken Europas strebe jedo-ch nach Besserung des Wechfelkurfes. Keynes ist der Ansicht, man müsse für jedes Land gesondert entscheiden, ob es besser sei, den Wechselkurs dieses Landes sobald wie möglich sestzuhal- ten, wo er am besten aufrechterhalten werden kann, oder ob man daraufhin zielen solle, allmählich den Wert des Wechselkurses des Landee zu heben. Keynes schreibt, er persönlich sei bei Ansicht, cd sei wichtiger, die Wechselkurse fest zusetzen, als sie zu verbessern, unb fährt fort, bk Deflation fei nur bei Ländern angebracht, die hoffen könnten, ihre Dorkriegsparität bald wieder hcrzustellen. Dies könne gesagt werden von Groß- britannicn, Holland, Schweden, der Schweiz und Spanien, jedoch von keinem anderen europäischen Land. Für bas finanzielle Prestige Frankreichs würbe es nur einen geringen Unterschied aus» machen, ob der Franken auf 40 ober 50 für das Goldpfund und für Italien, ob die Lire zu 75 oder 100 für das Goldpfund stabilisiert werde. Keynes macht den Dorschlag, daß die Länder, deren gesetzliche Zahlungsmittel einen Goldwert haben, der um mehr als 20 Prozent im Dergleich mit ihrem Wert von 1914 gefallen ist, eine Wiederherstellung ihrer Währung auf der Dorkriegs- golbwertbasis nicht versuchen sollten. Alle Währungen mühten sobald wie möglich gegen Gold zu einem festen Sah austauschbar sein. Die Gold- zirkulation müsse verringert werden, da Europa sein ganzes Gold als Reserve gegen Wcchelku^- schwankungen brauchen werde. Keynes schreibt, er sei der Ansicht, es werde schwer sein, die Währungen der zahlreichen Rachbarn Deutschlands wieder herzustellen, solange die beutscheMark Schwankungen ausgesetzt sei. Keynes glaubt auch nicht, dah bei einem Wiederaufleben des Handels der Franken und die Lire ihren augenblicklichen Wert behaupten können. Cs würde ratsam fein, den Versuch unverzüglicher Umsetzbarkeit in Gold auf folgende Länder zu beschränken: Großbritan- nien, Frankreich, Italien, Belgien, die skandinavischen Länder, Spanien, Holland, die Schweiz und die Tschechoslowakei. Die anderen Länder könnten mit der Zeit zur Teilnahme daran zugelassen werden. Die neuen Geldwerte in diesen Ländern mühten auf der Finanzlage des Landes fußen, damit das Risiko eines Zusammenbruches so gering wie möglich fei. Die deutsche Antwortnote in der Polizeifrage. Berlin, 6. April. (Wolff.) Der Reichsminister des Auswärtigen übermittelte am 5. April General Rollet folgendes Schrei- b c n in der Polizeifrage: Herr General! Auf die Rote vom 23. März 1922 beehre ich mich, folgendes zu erwidern: Schon vor Eingang dieser Rote hat die deutsche (Regierung sich veranlaßt gesechen, die Frage der Ord- nungspolizei den Regierungen der alliierten Hauptmächte zu unterbreiten und an sie bie in Abschrift beiliegende Rote zu richten. In dieser (Rote werden die alliierten Mächte ersucht, bie in dem Schreiben der deutschen (Regierung vom 15. März 1922 dargelegten Gesichtspunkte auch ihrerseits einer nochmaligen Prüfung zu unter- ziehen und dabei die schweren inneren Gefahren zu berücksichtigen, die für Deutschland aus seiner Schwächung der Schutzpolizei in ihrem jetzigen Zustande entstehen müssen. Eine Stellungnahme der alliierten (Regierungen ist bisher nicht erfolgt. Inzwischen hat die Kommission das Schreiben Vorn 15. Marz mit der Rote vom 23. März beantwortet, in der sie, ohne auf die von der deutschen Regierung vorgetragenen Darlegungen irgendwie einzugehen, vor allem weiteren die Anerkennung des Prinzips der Rückkehr zur Organisation der Polizei von 1913 verlangt. Die deutsche Regierung wird auch diese Maßnahme unverzüglich zur Kenntnis der alliierten Regierungen bringen. Sie hasst nach wie Vor, dah diese sich bereitfinben werden, bie Verständigung in der Frage der Ordnungspolizei auf der Grundlage der im Schreiben vorn 15. März gemachten Dorschläge zu suchen. Im Einverständnis mit be'.i (Regierungen der deutschen Länder bin ich jedoch schon jetzt in der Lage. Ihnen, Herr General, in Beantwortung Ihrer Rote mit- zuteilen, dah die deutsche (Regierung von den in der Rote vom 23. März enthaltenen Erklärungen der Kommission Kenntnis nimmt, wonach auch diese für die Länder die Möglichkeit wahren will, im Rahmen der übernommenen Verpflichtungen die Organisation der Polizei den seit 1913 cinge- tretenen veränderten Verhältnissen anzupassen. Die deutsche Regierung geht davon aus, dah danach die für bie Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung und damit auch des Wirtschaftslebens in Deutschland unentbehrlichen polizeilichen Grundlagen garantiert werden. Sie nimmt an, bah bie Kontrollkommission unter der in ber Rote zum erstenmal gebrauchten Formel ..Rückkehr zur Organisation von 1913" die Erfüllung der im FriÄensvertrag, in der Rote von Boulogne unb in den Pariser Beschlüssen festgesetzten Derpflichtungen Deutschlands versteht. Dies vorausgeschickt, crlcnnt die deutsche (Regierung für sämtliche deutschen Länder den Zustand von 1913 als Grundlage für die Organisation der Polizei an. Genehmigen Sie usw. Tagung des Deutschen Deamtenbundes. Berlin, 7. April. Die gestrige Aussvrache auf der Bu ndes tagung des Deutschen Beamienbunbes. ii: b.n programmatischen Erklärungen des ersten Dorsitzenden Flügel folgte, drehte sich um die Frage des Beamten- st r e i k s. Der Vertreter des Reichsbundes der Kommunalbeamten, E h r m a n n, erk.ärte, die Beamten feien Diener der Allgemeinheit. Sie mellten nicht in einen Klassenkampf hineingezogen werden. Der Streik sei in der Hand der Beamten eine Waffe, die unter Umständen sich auch gegen iie werde wenden können. Darauf hielt Warstein von der Reichsgewerkschaft deutscher Eisen- bahnbeamten eine Derteidigungsrede für die Haltung seiner Organisation während des Streiks der Eisenbahnbeamten. Rach Ausübungen Kanossas von der Sozialen Arbeitsgemeinschaft ergriff, von Beifall begiü'lt der zweiteDorsihende der Reichs everlschach Scharfschwerdt, das Wort. Er führte aus: Wir haben das Programm des Dorsitzenden nicht verstanden und können es auch nicht unterschreiben. Wir werden nicht eher den Saal verlassen, bis Klarheit über die Frage des Streikrechts der Beamten gescha fen ist. Zum Eisenbahnbeamtenstrcik bemerkte Scharfschwerdt, dah die Empörung aus der breiten Masse empor» gewachsen sei. ^.öenn man das Derufsbeamten» tum heute erhalten wolle, hätte man die Beamten nicht unter die Arbeiter sinken lassen dürfen. Scharfschwerdt schloh: Wir haben den ehrlichen Willen, für die Gesamtheit der Beamten weiterzuarbeiten, aber nicht in einer Politik der Kompromisse unb der ilnterorbnung, sondern in einer Politik des Handelns. (Stürmischer Beifall.) Dundesdirektor R e m m e r s rechtfertigte darauf die Haltung der Bundesleitung des Deutschen Beamtenbundes während des Eisenbahn- beamtenstreiks und wies besonders daraÜf hin, baß die Reichsgewerkschaft die vom Deamtenbund angebotene Dermittlertätigkeit abgelehnt habe. Remmers stellte weiter fest, dah bas Einkommen der Beamten abhängig gemacht werde von den Löhnen der Arbeiterschaft, doch sei ein Zusammengehen zwischen Beamten- und Arbeitergewerkschaften nicht möglich; die Wesensart des 'Beamten und Arbeiters seien zu verschieden, als baß eine gemeinsame Zusammenfassung möglich würde. Um die geplanten Maßregelungen zu verringern, sei eine geschlossene Aktion der gesamten Beamtenschaft notwendig. Rach einer längeren Geschäftsordnungsdebatte wurde gegen eine starke Minderheit beschlossen, baß außer den Ausfüh- rvngen des Do l-sitzenden auch die Rede Scharf - schwerdts gedruckt werden solle. Eine monarchistische Kundgebung in Wien. Wien. 6. April. Rach einem heute morgen in der Stephanskirche zelebrierten Requiem für den Exkaiser Karl zogen tausend Personen unter Absingen der Kaiserhymne vor das Parlament, in das sich eine Abordnung begab, um vom Präsidenten zu fordern, dah die Parlamentsflagge auf Halbmast gehißt werde. Unter Berufung darauf, dah die Mehrheit ber Qlbgeorbneten jeder Trauerkund- gebung für ben Exkaiser abgeneigt sei, wurde bas Verlangen abgclcßnt. Als im Publikum bie Drohung laut wurde, baß man bie Arbeiterschaft zur Gegemundgebung aufbictcn werbe, zerstreute berittene Polizei bie monarchistischen Gruppen, wobei einigt Verhaftungen vorgenommen würben. In ber heutigen Sitzung des Rationalrats machten, wie wir einem Bericht der F. Z. entnehmen, die Sozialdemokraten die Teilnahme des Bundeskanzlers und von Regierungsmitgliedern an dem (Requiem zum Gegenstand einer dringlichen Anfrage, die Abg. Leuthner begründete, indem er darauf hinwies, dah die Regierung wissen müßte, dah es sich um eine monarchistische Demonstration handelt. Es fei ein unhaltbarer Zustand, daß bie obersten D.amten ber Republik sich an einer solchen Demonstration beteiligen. Die Christlichsozialen unterbrachen wiederholt durch stürmische Zwischenrufe, in denen sie ihrer Auffassung Ausdruck gaben, daß dem Requiem keine politische Bedeutung zukomme, sondern dah es sich lediglich um eine Trauerfeier gehandelt habe. Bundeskanzler Schober, der sofort erwiderte, unterschied zwischen dem (Requiem und den Demonstrationen unb berief sich daraus, dah er und einzelne Kabinettömit- glicber als Privatpersonen dem (Requiem beigewohnt hätten. Er verwies darauf, daß er der Republik seit ihrem Bestände auf schwierigem Posten und unter schwierigsten Verhältnissen treu gedient habe und nicht annehmen konnte, dah seine Teilnahme an einer Seelenmesse für den ehemalige,' Herrscher, der ihn zum Polizeipräsident ernannt und ihm persönlich nur Gutes erwiesen habe, irgendwie geeignet wäre, seine Treue zur Staatsform in Frage zu stellen. Die Demonstrationen verurteilte der Bundeskanzler. Ramens der Christlichsozialen sprach Fink, der gleichfalls die Demonstranten verurteilte, die der Sache, der sie dienen wollten, den größten Schaden zugefügt hätten. Es wäre aber um die Republik schlecht bestellt, trenn es einem Regierangsmitglied nicht freiftänbe, für bie S e e.iweihe bes Dahingeschiedenen zu beten. Der frühere Staatskanzler Renner nahm scharf gegen Schober Stellung unb erklärte, der feine Tlnterschied zwischen Bundeskanzler und Privatperson werde von der Bevölkerung nicht verstanden werden. — Damit war bie Anfrage erlebigt. Errichtung einer polnischen (tzrostfnnkenstation. Wie ber „Berl. Lokalanz." berichtet, wirb auf bem alten Festungsgelänbe ber Festung Thorn demnächst eine polnische Militär-Groß- Zunkenstation errichtet werben, bie auch dem öffentlichen Verkehr bienen soll. Sie ist vor. Frankreich geliefert worben unb soll eint besonders große Reichweite haben. Aus dem Reiche, Deutsche Kulturträger beim ReichSprüsider.tcU. B c r l i n, 7. Apr I. (WTB.) Der Reichs - p r ä f i b c n t hatte heute abenb bie Reprüse n- tanten bes deutschen Kulturlebens zu einem gcs Iligcn Zu ammensein geladen Reben ben Ministern unb Abgeordne cr e schienen alle Vertreter der Wissenschaft, die R.'kioren urd Senate der Unixrfität und an'c er h c iger Hochschulen, die Leiter der großen Forschungsinstitute und Museen, die Mitglieder der Akademie ber Wissenscha ten und andere he vvrragnde Gelehrte aller Fakultäten. Von den Sch i tfidle n begrüßte der Reichspräsident u. a. Hermann Sude.mann, Ludwig Fulda. Arno Holz und Herbert Eulenburg. Die bildenden Künste waren durch Louis Corinth, Max Pechstein. Heckel, Fritz Klinisch, Hugo Lederer und Kolbe vertreten. Don den Musikern waren gekommen Konrad An'o gc, Du- foni. Heinrich Grünseld und Adolf Busch. Die Schauspielkunst vertrat Paul Wegener. Adolf von Harnack hielt einen feinsinnigen Dortrag über die sozialen Bewegungen des Tlrch istenlums, während Konrad A n s o r g c schöne Gaden seines meisterhaften Klavierspieles spe id.te. Der Alenb nahm für alle einen befriedigenden, harmonischen Derlauf. Der Urlaub der ReichSbramten für 1922. (Berlin, 7. April. (Priv.-Tel.) Einer Korre» spondenzmeldung zufolge hat das Reichslabinett gestern den .Urlaub der Reichs beamten f ü *■ 1 9 2 2 in demselben Umfange wie für 192J festgesetzt. Beschlüsse des Reichswirtschaftsrats. Berlin, 6. April. (WTD.) Im vorläufiger Reichswirtschafts rat wurden zumGesetzentwurs über die Autonomie der Rcichsbank bie Anträge des finanzpolitischen Ausschusses angenommen, durch die bie durch die Regierungsvorlage der Reichsbankleitung eingeräumten weitgehenden Befugnisse etwas eingeengt werden. Dem Gesetzentwurf über die Versicherungsgrenzen unb Rentenbemessung in ber Unfallversicherung stimmte der Reichswirtschaftsrat unter Ablehnung des Arbeitgeberantrages auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage mit der Maßgabe zu, baß auf Antrag des sozialistischen Ausschusses die Versicherungsgrenze der Betriebsbeamten und selbstversichernden Arbeitgeber aus 100 000 resp. 60 000 Mark und das Mindeststerbegeld auf 1000 Mark erhöht wird. Der 1. Mai als Feiertag in Thüringen. 'Berlin, 7. April. (Priv.°Tel.) Rach ehun (Blättcrmelbung aus Jena ist dem Thüringer Landtag eine Gesetzesvorlage unterbreitet worden, nach welcher der 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag erhoben werden soll. Bei der Zusammensetzung des Landtages ist die Annahme der Vorlage gesichert. Deutscher Reichstag. 204. Sitzung vom 6. April, mittags 1 Uhr Berlin, 6. April 3m Reichstag wurde heute ein Gesetz über die Regelung der Einfuhr in allen drei Lesungen angenommen, wonach an Stelle ber bisherigen Reichsbevvllmächtigten bie Zollverwaltung mit den Befugnissen ber Ueberwachung der Ein- unb Ausfuhr gesetzt werden soll. Desgleichen wurde in allen drei Lesungen angenommen ein Gesetzentwurf, wonach die Sozial,« e>gebung des Saargebiets auf dem Derordnulzgswege durchgesührt werben soll. Der Gesetzentwurf zur Aenberung ber Ver- orbnung, betreffenb Sicherung ber Fleisch' Versorgung, wonach die Beseitigung her Schlußschrine im Diehhandel vorgesehen wird, wird in zweiter unb brittcr Lesung angenommen, ebenso ein .Gesetz, nach welchem die Verhältniswahl für bie Krankenversicherung vorgesehen wirb. , Cs folgt bie zweite Beratung bes Gesetzentwurfes für bic Heranziehung der Frauen zum Schöffen- und Geschworenenamt Abg. Frau Agnes (UCP.) stimmt bem Gesche zu, da es immerhin einen Fortschritt bedeute. Abg. Dr. Kahl (D. Vp.) erklärt für sich und einen Teil feiner Freunde, die Vorlage ab» lehnen zu müßen. Hierin liege nicht Mißachtung der Frauen. Die ganze Bewegung sei aber nicht im Interesse der Rechtsprechung, sondern aus politischen Momenten entsprungen. Abg. Dr. Düringer (Dntl.) erklärt, baß die Ansicht auch seiner Parteifreunde in dieser Frage geteilt sei. Er selbst glaube, daß die Rechtsprechung unter ber Mitwirkung der Frauen nicht leiben werde. Reichs;ustizrninister Dr. Radbruch: Wir wollen den Frauen bas Recht der Ablehnung geben, aber nur in begrenzter Form, sonst erschüttern wir bic neue Einrichtung von vornherein. Ich sehe bas Gesetz nicht unter dem Gesichtspunkte des Frauenrechts an, sondern unter dem der Rechtspflege. Abg. Marx (Zentr.) spricht sich gegen einer» Antrag der Deutschnationaler auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage aus. wonach^ von zwölf Geschworenen mindestens sieben Männer sein müssen unb den Frauen das unbedingte Ablehnungsrecht gegeben werden solle. Rach zustimmenden (Srfläruneen eines fom- I munistischen Abgeordneten zu b..n Gesetz wird der deutschnationale Antrag abgelehnt und ein 1 Antrag angenommen, baß mindestens ein Schöffe behalten. Bornotizen. ♦* Ahr Weiterberatung (Komm.) bekämpft in des Reichskommissars sämtlicher Parteien mit der Kommunisten gestellt. Reichsregie u^g, mit möglichster einen Gesetzentwurf vorzulegen. Rot der Zeitungen auf Ausnahme Ec ersucht die Beschleunigung durch den der wirtschaft- Antrag Löwe über die Not der Zeitungen. Dieser Antrag ist von Angehörigen Die moralische Entwaffnung läut sich auf diese Weise nicht erzielen, solange die Besatzung überhaupt t noch da ist. (Beifall./Es gibt keine Gesundung der Berhältnisie -wischen Deutschland und der Welt, solange ein Stamm wie der rheinische unter freinder Besetzung steht. Niemand denkt bei uns an Bölkerverhehung. Bölterver- hetzung treiben diejenigen, welch: in fünf- viertel Zähren in einer Meile Am - kreis von meiner Heimat fünf t---- liche Ordnung fortgesetzt. Abg. Dr. Herzfeld langer Rede die Stellung als Spitzenzentrale. Morgen vormittag 11 und Versammlung zum Gedächtnis der vor 25 Jahren erfolgten Gründung des Laubacher Eis Vereins. Der zweite Bor- sitzende, Kammerdirektor Birnbaum, erörterte zunächst die Geschäftslage des Vereins. Sodann brachte er den Antrag des Vorstandes des L.E.V. vor, OberamtSrichter Zimmermann, der von fekte Morde und einen Tod . gangen haben. Die Ernährangspolitik dem Rheinlande gegenüber mutz besser werden, besonders hinsichtlich der Kartvffcloersorgang. Die Wohirungsnot ist bei uns noch schlimmer alS in lichem Gebiet wirksam gesteuert wi d. Der Reichstag erwartet diesen Gefetzentwur, Jo rechtzeitig, katz seine Beratuig durch den Reichstag unmit.el .ar nach seinem Wiederzusammentritt begonnen werden kann. fünf p erschlag b e - Dumpfe Wut steigt im Volke aus, wenn unschuldige Deutsche ermordet werden. 3n welchen Fällen ist von dec Regierung für die Ernrocdung von Deutschen Sühne und für die Hinterbliebenen Anterstützung gefordert und von der Gegenseite bezahlt worden? 1896 bis 1899 als zweiter, von 1930 biS heute als erster Vorsitzender gewirkt habe, zum Ehren- tb Ehrenvorsitzenden zu Aus Stadt und Land. Gießen, den 7. April 1922. Amtliche Personaln ach richten. Ernannt wurden die Regierungsbauführer Albr. Bötticher aus Hagen t_ W., Wolfgang Bornemann aus Hohenmölsen (Reg. - Bez. Merseburg), Karl Eidebenz aus Craiova (Rumänien), Karl Lei hier aus Mainz, Jakob Malsy aus Darmstadt, Robert Müller aus Friedberg (Hessen),. Franz Ohlerich aus Rostock, Friedrich Pieper aus Darmstadt, Georg Schuck mann aus Affolterbach (Kr. Heppenheim) zu Regierungsbaumeistern. L.A. Landesuniversität Gießen. Der Regierungsrat im Auswärtigen Amt Professor Dr. Richard Delbrück, ehemaliger 1. Sekretär des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom, hat einen Ruf an Stelle des nach Berlin gehenden ordentlichen Professors für Archäologie Dr. Rodenwaldt erhalten. '*♦ Bestandene Prüfung. Anter den 29 Kandidaten, die am Seminar zu Wetzlar die Lehrerprüfung bestanden, befinden sich zwei (Siebener: Ludwig Arnold, Frankfurter Straße 148 p. und Karl M ä n n ch e, Bleichstr. 16 A. ** Diebst ahl? 3n der Nähe des Neuen Friedhofes wurde vor einigen Tagen eine braune, innen rot gestrichene, 24 Zentimeter lange, 9 Zentimeter breite und 11 Zentimeter hohe Geldkassette erbrochen aufgefunden. Der Eigentümer wird ersucht, sich mit der Kriminalpolizei in Gießen in Verbindung zu sehen. * Vertrieb minderwertigen Schlacken mehls. Die Ae^erwachungsst'.lle für Ammoniakdünger und phosphvrsäu.eüaltige Düngemittel teilt uns mit, daß folgende schwere Bestrafungen aus jüngster Zeit wegen Vertriebes minderwerti7en Schlackenmehls als Thomasmehl verhängt wurden: 1. Der Provisionsreisende Karl August Petersen der Firma Teutonia in Flensburg wurde rechtskräftig zu 3 Jahren Zuchthaus, 3000 Mk. Geldstrafe und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt: 2. der Düngemittelhändler Adolf H a e r t e I aus Lüneburg erhielt 1 Jahr 6 Monate Gefängnis. Die Kommunale Landesbank hat sich die Pfleie des kommunalen Kredits zur besondere Ausgabe gemacht. Sie ist ein reines Ai?r«^--h7ne'i dec hessischen Städte und Genuin- den, deren Vert et er den Vorstand und den Ver- üxickungsrat licken. Der Ve waltungtrat feil aus 5—11 Milche' ern besteben: es sind zunächst fol- cenbe 5 Mit lieber gewählt worden: Oberbürgei"- mcistcr Granzin, Offenbach a. M. als Vorsitzender, Oberbürge mckster Keller, (Siebert, als stellvertretender Vorst!',ender, Bürgermeister Dreieicher, Sp endlingen, Barg-rm.i ter Dr. Kaiser, Bad- Rauheim, Bürra m.ifler Treitnar, Mü lheim a. M Die noch offenen Sitze im Verwaltungsrat sind den Vertretern der il irreren Gemeinden vorbei alten. Der Vorstand soll aus 5—7 Mitgliedern erklärt hat, dir Ceschäftsführung zu übernehmen, Direktor Loh, Darmstadt. Die üb i"en Sitze sind auch hier den Vertretern kl i c e Gemünd.n vor- Ausdau ver elektrischen Ueberlandanlagen der Provinz Oberhessen. Don zuständiger Stelle wird uns geschrieben: Aus der Beratung der außerordentlichen Sitzung des P r o v i n z i a l t a g e s, die am 25. März 1922 ftattgefunben hat, ist zu entnehmen, daß entsprechend dem Antrag der Pro- vinzial Verwaltung und des PrvvinzialausschusseS die Fortsetzung des Ausbaues der Aeberlandanlagen beschlossen worden ist. Es ist dies um so bemerkenswerter, als die wirtschaftlichen Verhältnisse dem Unternehmen keineswegs günstig sind. Es ist dabei au bedenken, daß die Projektierungen, die Verhandlungen mit den Gemeinden und die Abschlüsse der Verträge mit den Gemeinden unter ganz anderen Voraussetzungen erfolgt sind, als wie sie jetzt vvrliegen. Die genannten Vorgänge fallen in das Frühjahr 1921, als vieles darauf hinwies, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse einer Besserung ent- gegengingen. Diese Erwartungen haben sich auf die Dauer nicht erfüllt; nach einer kurzen Aufwärtsbewegung setzte im Herbst 1921 ein Rückschlag ein, der nicht mehr hat überwunden werden tonnen. Die Geldentwertung schreitet seit dieser Zeit unentwegt weiter und damit haben Materialien und Löhne eine nie geahnte Höhe erreicht. Wenn gleichwohl die Provinzvertretung einmütig der Ausfassung war, daß der Ausbau nicht unterbrochen werden dürfe, vielmehr mit allen Mitteln zu beschleunigen sei, so glaubte sie der Zustimmung aller derjenigen Gemeinden sicher zu sein, die sehnsüchtig auf Licht und Kraft warten. Die Prvviirz konnte sich nicht dem Bor- Wurf aussehen, daß sie, nachdem eine größere Reihe von Gemeinden ausgebaut ist, die übrigen Gemeinden im Stiche lassen würde. Diese Gemeinden leiden unter derselben Rot und haben deshalb den gleichen Anspruch auf Berücksichtigung. Dahingegen müssen die durch die Fortsetzung des 'Baues beträchtlich angewachsenen Kosten in Kauf genommen werden, auch wenn dadurch die Lasten für Gemeinden und Provinz noch schwerer werden. Niemand lärm wissen, wie die Verhältnisse sich in Zukunft gestalten werden. Sie können sich noch bedeutend verschlechtern, so daß eine Versäumnis oder eine Säumigkeit sich noch schwer rächen könnte. Es soll noch darauf hingewiesen werden, daß diejenigen Gemeinden, die bereits im vergangenen Jahr aus- gebaut worden sind, selbstverständlich die jetzt entstehenden höheren Baukosten mitzutragen haben, da das auszubauende Gebiet A l s f e l d Lauterbach—Schotten als ein einheitlicher Taubezirk angesehen wird, innerhalb dessen zum mindesten die Baukosten für das Fernleitungs- neh nach einheitlichen Durchschnittssätzen aus- geschlagen werden. Die Provinz wird dafür zu sorgen haben, daß die Dauarbeiten mit mög- lickster Beschleunigung durchgeführt werden und hat deshalb die bauausjührende Firma verpflrch- tet. den Ausbau in diesem Zähre zu vollenden, falls nicht noch besondere, nicht voraussehbare Ereignisse eintreten sollten. Welche Leistungen in den letzten Jahren vollbracht worden sind, mögen folgende Zahlen ergeben: 3m Zähre 1920 wurden .17 Gemeinden und 18 Einzelanlagen, im Zahre 1921 wurden 52 Gemeinden und 17 Einzelanlagen und im Zahre 1922 bis Ende März 21 Gemeinden und 5 Einzelanlagen an das Aeberlandnetz angeschlvssen. 3m laufenden Zcchr soll der Anschluß der restlichen ettea 100 Gemeinden erfolgen. Berlin. Alle Deutsche muffen sich in uns zier Not als eine Gemeinde fühlen, als eine Gemeinde neuer Hoffnung. vss saNfefl.* 3m einzelnen sagte Korell noch: Wir bitten, der Abg. Korell in seiner im Sitzungsbericht bereits angeführten Rede weiter aus: Wir bitten, die Desatzungsfrage in Genua jur Sprache z u bringen. Wilson war seinerzeit nur schwer für die Besahungsarmee zu gewinnen. Es ist politisch und sittlich unmöglich, die Rheinlande 15 Zahre unter Fremdherrschaft zu stellen. Amerika wäscht jetzt achselzuckend seine Hände in Anschuld. Wenn wir diese Frage zur Sprache brachten, nahm die englische Regierung eine eigen-- tüwliche Haltung ein. Sie erklärt, es seien ihr keine Beschwerden zu Ohren gefommen. Das ist nicht wahrheitsgemäß. Die englische Regierung stützte sich dabei auf die Angaben der Rhein- landkommission. Neuerdings ist im englischen Parlament von der englischen Regierung gegen eine gewisse Zettelpropaganda für das besetzte Gebiet Stellung genommen worden. 3ch weiß nicht, war eine solche Propaganda in England getrieben hat, aber England könnte siH bei seiner Northcliffe-Propaganda darüber doch nicht wundern. 3n den letzten Tagen ist wieder eine Reihe Aeberfälle Farbiger auf weiße Frauen vorgekommen. 3ch wurde in Mainz deswegen vorstellig. Solche Fälle werden sich solange nicht vermeiden lassen, als schwarze Truppen im Rheinland weilen. Wie pazifistische Kreise des Auslandes diese Dinge beurteilen, mag daraus ersehen werden, als ein Engländer Die Aufrechterhaltung der Besatzung im Rheinland als Saat für einen neuen Krieg erklärte. Für den ermordeten betgi» chen Leutnant Graff soll Deutschland zwei Millionen Goldmark als Sühne zahlen. 3ch möchte doch einmal die Preispolitik des Auslandes für- deutsche Menschenleben zur Debatte stellen. Diese Preispolitik ist für das Ausland selbst eine Schmach und Schande. Abg. Korell chlvß: Die französische Regierung hat bisher nur in einem Falle eine Sühne gezahlt. seither aber den Rechtsanspruch von Hinterbliebenen an Leib und Leben geschädigter Deutscher abgelehnt. Die Aufhebung der Besetzung darf nicht mit der Forderung von Konzessionen seitens der deutschen Regierung verknüpft werden. Die moralische Entwaffnung ist unmöglich, wenn täglich der Zorn der Bevölkerung neuerlich aufgestachelt wird. Eine Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland aus volkswirtschaftlichen Rücksichten ist so lange unmöglich, als die Besetzung besteht und sich derart verhält. (Lebhafter Beifall, auch auf den Tribünen.) Die Besetzung des Rheinlandes ist das schwerste Hindernis für die Besserung der deutsch-französischen Beziehungen und die Beziehungen zwischen Deutschland und Europa überhaupt Die Entente greift im besetzten Gebiet auch in unser Schulwesen mit der Begründung ein, sie müsse die Reichsverfassung schützen, und wonach der Anterricht im Sinne der Völker- versöhnung-g gleitet werden soll. Die Entente sollte lieber zunächst die Bestimmungen des Rheinlandabkommens und des Versailler Friedensvertrages einhalten. Die Lehrer im besetzten Gebiet treiben keinerlei Bölkerverhehung. Wir begrüßen, daß beim Reichsministerium nunmehr eine Zentralstelle für die Angelegenheiten des besetzten Gebietes errichtet worden ist. Dringend nötig ist, der ungeheuren Wohnungsnot im besetzten Gebiet zu steuern. Alle Rheinländer, wo immer sie im Reiche wohnen, müssen sich fest zu- sammenfchließen. Wir alle müssen uns zusammen- finden, und überall, wo Deutsche in Not sind, das Band gemeinsamer Kultur knüpfen, damit wir fein und bleiben eine Gemeinschaft des Leides und der gemeinsamen Hoffnung. (Beifall.) Zur Gruppe „Zugenderziehung und Schul- frage“ empfiehlt Abg. Frau Dr. M a tz (D. Bp.) mehrere Anträge auf besonder« Berücksichtigung des Grenz- und Auslandsdeur,^ tum5 Lu uinter- richt der Schule, der hausmütterlichen Ausbildung der Mädchen. Borlegung eines Reichsspielplah- gesehes. Abg. Dr. Luther (D. Bp.) fordert Förderung von Kunst und Handwerk, besonders der niedergehenden Keramik, Weberei und Drechslerei, ferner ein Gesetz zur Bekämpfung von Schmutz und Schund und spricht dem Professor Brunner seinen Dank aus für seinen sittlichen Kampf gegen Schundblätter. Abg. Dr. Löwenstein (ACP) verlangt Erhöhung der Summen für Freistellen an den höheren Lehranstalten auf 10 Ml I onen. um auch Arbeiterkindern den Aufstieg zu ermöglichen. Der unabhängi-'e Antrag wird abgelehnt, die Anträge der Deutschen Vollspartei ang nommen. Die Gruppe „Medizinal Polizei und Gesundheitsamt“ wird ebenfalls bewilligt. Die Beratung wird bei Gruppe Polizei, Technische Nothilfe und Reichskommissar für öfsent- Deim Kapitel „Besetzte Gebiete" führt der Abg. Korell (Dem.) aus: Es ist eine politisch und sittliche Anmöglichkeit, ein Land vxe das Rheinland 15 Zahre unter fremder Militärherr- schäft zu halten. Es zeigt sich da die völlige Ab' hängigkeit der englischen von der französischen bestehen: cs wurden zunächst in den Vorstand ge- wähl : Herr Beigeo-dneter Dr. Tremöhlen,Mainz, als Vvrf tzendec. D.igevrdneter Dauo, Darmstadt, und Bürgermeister Ritzel, Michck'ta. t i. O. Hierzu tritt als Vertreter der hessisch m Landes-Htzpo-, -vuinyvnv, thctenbank, die sich in bereitwilliger Weise Bereitlmitglieb un — Lagcskalender für Freitag. Stadttheater, 6V» Ahr: „Die blaue Mazur". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Abenteuer des Dr. Kircheisen" und „Das Ende der Falschmünzer". \ — Männer-Turnverein. Die dies' jährige Hauptversammlung sinket morgen (Samstag) abend im Hotel Köhler statt. (S. 3ns.) — Naturheilverein Gießen. Der Verein veranstaltet morgen in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine Protestversammlung gegen den Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. (S. Anzeige.) — Der Evang. Arbeiterverein hält am Samstag abend Im Dereinölokal eine H aupt- t>er fammlung ab, die sich mit den Vorbereitungen zum 30jährigen Stiftungs- f e st befassen soll. (Siehe Anzeige.) Wettervoraussage fürOamdtag; Wolkig, meist trocken, mild, südliche Winde. Bon dem atlantischen Ozean nahen crneit starke Tiefbruckwirbel, die das mitteleuropäische Hoch ostwärts verdrängen. Anter dem Einfluß südlicher Winde können wir mit ftärterer Erwärmung und meist trockenem Wetter rechnen Landkreis (Siesten. ** Getreideumlage. Nachdem die Verhandlungen mit dem, ReichsministLriwn für Ernährung und Landwirtschaft zu Ende geführt sind, hat das Hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft, die von dem Kreise Gießen aufzubringende Umlage ermäßigt, so daß nur 74 Prozent der zuerst angesvrdertcn Menge zu liefern sind. Diese Menge muh der Kommunalverband restlos bis spätestens 15. April ds. Zs. aufbringen. Der Ablieferungstermin ist für die Erszeuger auf den gleichen Zeitpunkt festgesetzt. Für bis zu diesem Tage nicht abgelieferte Mengen ist Ersatz in Geld zu leisten: es dürfte sich für die rückständigen Erzeuger empfehlen, ihre Lieferung in natura vor- zunehmen, da der Geldersah sehr hoch ist und dessen Eintreibung unnachsichtlich erfolgt. X Wies eck, 7. April. 3n der letzten Ge- meinderatssihung wurde die Erweiterung der Wasserleitung ujnd Kanalisierung in den neu zu erbauendrn Straßen genehmigt. 3n den Schulvorstand tommen außer Bürgermeister und Pfarrer auf Grund der Wahlen der Lehrerschaft: die Lrhrer Drau Newell, Burk und Westphal: auf Grund der Wahlen des Gemeinderats: die Gememderats- mitglicbcr Bremer, Kümmel und Vogel- böser. und aus der Mitte der Bürger: Lehre, Dr. Rein, Karl Weller Vl., Güterboden- arbeiter und Heinrich Weller XVi. Genehmigt wurden die Baukostenzuschüsse zum Ban von 7 neuen Wohnhäusern durch die Baugenossenschaft, worunter zwei Doppelhäuser: ebenso der Ankauf eines Wohnhauses mit zwei Wohnungen von Ludwig Hofmann aus der Cichgasse zu 10 680 Mk. Verschiedenen Re- tlamationen wegen des Wassergeldes wurde z. T. entsprochen. Genehmigt wurde der Kredit für Hilfsbedürftige, dagegen dre Erhöhung des Beitrags für Schafhaltung abgelehnt. ' Langsdorf, 6. April. Gin hiesiger Händler führte eine Anzahl Kühe aus dem mit Mail!- und Klauenseuche verseuchten Kreis Wetzlar ein, ohne die Tiere dem beamteten Tierarzt zur Antersuchung anzumelden und ohne sie der vorgefchriebenen Quarantäne zu unterwerfen. Diese Handlungsweise bedeutet eine schwere Bedrohung unserer einheimischen, seither von der Seuche verschont gebliebenen Viehbestände und sollte eremplarisch bestraft werden. △ Rodheim bei Hungen, 6. April. Der Gemeinderechner Hofmann und seine Ehefrau konnten daS seltene Fest der goldenen Hochzeit begehen. Hofmann versieht auch die Stelle eines Kirchenrechners und Sparkassenrechners Kreis Büdingen. )( Ortenberg, 5. April. Gestern feierten unter freudiger Teilnahme der ganzen Gemeinde Ahrmacher Karl Da hm er und seine Frau Emilie gebotene Hikks das Fest der S i l b e r n e n Hochzeit. — Am Sonntagnachmittag fand in der hiesigen Kirche die Vorstellung und Prüfung der diesjährigen Konfirmanden statt. Es werden 21 tonfirmiert. Die Feier wurde verschönt durch einen dreistimmigen Chor der obersten Schulllasse, „Herr, deine Güte reicht soweit...“, der unter der Leitung von Lehrer Roß sehr tlangrein und schön zum Vortrag kam. )( Nidda, 5. April. Das Fest des Kirchengesangvereins, das auf den 9. Zuli festgesetzt war, mußte besonderer Amstände halber auf Sonntag, 2. Zuli, verlegt werden. ®ie Fest- Predigt wird voraussichtlich Pfarrer und Stiftsdechant Lang aus Lich halten. Kreis Lauterbach. A Landenhausen, 6. April. Lehrer Roth scheidet in diesen Tagen nach 1 21 a h r i - qer Berufstätigkeit aus unserer Gemeinde, um eine Lehrerftelle zu R e i s k i r ch e n zu übernehmen. Der Kriegerverein, dessen Schriftführer er 10 Zahre war, bereitete ihm eine Abschiedsfeier. Kreis Schotten. ^Schotten, 6. April. Am das Fortbestehen der hiesigen Oberrealschule zu er-, möglichen, bewilligte der Gemeinderat den Voranschlag, der mit 66 000 Mk. abschlieht. Die Stadt will die A11 c b u r g erwerben, um sie als KreiskrankenhauS zu verwenden. tz. L a u b a ch, 6. April. Bei der dieser Tage dahier in den gräflichen Waldungen vorgenommenen Holzversteigerung wurden wiederum rechthohe Preise erzielt. Cs wurden folgende Durchschnittspreise festgestellt: Scheitholz pro Raummeter 500 Mk., Prügel 300 Mk., Stocke 300 Mk., Stammreiser 8 Rm 500—60 Mk. Q Laubach, 5. April. Gestern abend tagte im „Solmser Hof" eine außerordentliche Häuptern Mann fein muß. Die Hebammen und Krankenpflegerinnen werden von der Annahmepflicht aus- ■ geschlossen. DaS Gesetz wurde hierauf ■ in zweiter und dritter Lesung mit , großer Mehrheit angenommen. Das Gesetz über die Aufhebung des Schaum- i weinsteuergesetzes und Anterstellung der ' Schaumweine unter die Weinsteuer, aber mit ' 30 Prozent des Steuerwertes, wird in erster und I zweiter Lesung angenommen. Ein Antrag, wonach die K r a n ke n k a s s e n 1 statt ärztlicher Behandlung eventuell bare Lei- ’ flungen zu gewähren haben, wird in allen drei 1 Lesungen angenommen, ebenso wird der vor- 1 läufige Handelsvertrag mit Jugoslawien in ’ dritter Lesung angenommen. Es folgt die Weiterberatung des E t a t d e s ' 3 n n e r n. : Abg. Fraü Dransf eld (Zeirtr.) bertei- । digt die im Dollsempfinden haftende An- < sicht, daß die uneheliche Mutterschaft, selbst wenn die größere Schuld vielfach auf Seiten 1 des Mannes liege, einen Makel bedeute. Die vom Hauptausschuh beantragte Entschließung, daß die i uneheliche Mutterschaft kein Grund zur Ent- 1 laffung einer Beamtin sein soll, hat im Lande, i besonders auch im Reichsverband der Post- und 1 Telegraphenbcamtinnen. gewaltige Erregung her- ' tiorgerufen. Die Derufsverbände hätten unbedingt 1 gehört werden müssen und das Merkwürdigste ! ist, daß diese Entschließung gerade von einer Frau herstammt, der Abg. Frau Psülf. Was nützt das Frauenstimmrecht, wenn der Frauenwille im Par- I lament durch Frauen vergewaltigt wird? Abg. Frau Müller-Ottfried (D.-N.): : Der Antrag bedeutet den ersten Schritt zur grundsätzlichen Gleichberechtigung der unverheirateten Mutter. Auch wir wollen der unehelichen Mutter menschlich helfen. Die Annahme der Entschließung könnte aber dazu führen, daß die weiblichen De- । ■amten nach und nach verdrängt werden. 3ch ; frage die weiblichen Abgeordneten, welche Mütter sind, ob sie ihre Töchter Mutter werden sehen ' möchten, ohne daß sie in der Che stehen? Wir ' reichen jedenfalls nicht die Hand dazu, die Familie zu untergraben. (Beifall rechts, Widerspruch links.) Abg. Frau Schröder (Soz.): Die beiden Vorrednerinnen scheinen allerdings nicht im wirklichen Leben zu stehen. Sie wollen die uneheliche Mutter verdammen und ihr Kind zum Kind zwetter Klasse machen. Was ist es anders, wenn eine junge Mutter, die 1914 verlobt war, als der Bräutigam ins Feld zog und sie erst nach der Geburt eines Kindes heiraten konnte, den sie aber gleich daraus fürs Vaterland im Felde verlor. wegen unmoralischen Lebenswandels von der Liste der Beamtenanwärterinnen gesttichen wird? Wir wollen keine unehelichen Kinder züchten. Sind sie aber da, so dürfen sie nicht verhungern. Auch der unehelichen Mutter muh der Schutz der Verfassung zuteil werden. Abg. Frau Dr. Bäumer (Dem.) begründet einen Qtntrag, daß sowohl die uneheliche Vaterschaft wie die Mutterschaft als Disziplinarsall angesehen toerben und daß das sittliche Verhalten Leider Telle unter die Verantwortung des Beamtengesetzes fallen füllen. Abg. Frau Nemitz (AS.) bestreitet, daß es ^sich bei dieser ganzen Aussprache um eine Förde- »rung ober Rechtfertigung der freien Liebe handle. Bei den Nichtbesitzenden sei die Liebe viel mehr » als Grundlage vorhanden als bei den Besitzenden, wo nur gefragt werde: Was bringst Du mit? Abg. Frau Mende (D.Vpt.) tritt für die Eingabe des Reichsverbandes der Post- und Telegraphenbeamtinnen ein, welche die Disziplinierung aller unehelichen Mutterschaft von Fall zu Fall regeln will. — An der weiteren Debatte beteiligen sich rwch die Abgg. Frau Neuhaus (Z.), Frau Dransfeld (Z.) und Frau Schoch (Soz.). Letztere betont, es handle sich hier um ein Natur- recht, das sich nicht durch beliebige Gesetze binden lasse. Gerade, well die Mutterschaft bas Heiligste fei, deshalb dürfe keine Klassifizierung der Mut- tettchaft eintreten. Abg. Marx (Ztr.) protestiert gegen die Art, wie von der Tribüne des Hauses eine christliche Znstitution, die seit Zahrhunderten bestand, be= handelt werde. Wir lassen die Ehe nicht beschimpfen. (Beifall rechts und im Zentrum: Lärm links.) Mg. Frau Pfülf (Soz.): Was wir gesagt haben, ist viel mehr christliche Weltanschauunng, als was Sie von der anderen Seite gehört haben. Wir üben das Christentum praktisch aus, Sie üben es in der Kirche. Damit schließt die allgemeine Aussprache über die Ausschußresolution. Ein Anttag der Deutschnationalen, zur Förderung der student'schen Wirtschafts- beihllfe 10 Millionen Mark in den Etat einzustellen, wird von den Vertretern aller Parteien mit Ausnahme der äußersten Linken sympathisch ausgenommen. Man ist aber allgemein der Ansicht, daß der Antrag eine einschneidende Aenderung des Etats im letzten Moment bedeute und somit hier nicht erfüllt werden könne. Abg. Koch- Weser (Dem.) befürwortet eine Entschließung wegen Errichtung eines Hochhauses in Berlin zur Unterbringung der hauptsächlichsten Regierungsstellen. Diese Entschließung wird nunmehr angenommen, ebenso eine solche, über Vorlegung eines Lehrerbildungsgesehes. Der Antrag über b ie studentische Wirtschaftsbeihilfe wird abgelehnt, die Entschließung über baldige Schaffung einer Cinheitssteno- graphie angenommen. Die Entschließung, wonach uneheliche Mutterschaften kein En l iffun.;sSjrunb sind, wirb unter lebhaften Pfuirufen der Linken mit 199 gegen 156 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen abgelehnt. Der demokratische Antrag, die Entscheidung über die to.Lere Bramtenqualifikation von Fall zu Fall zu treffen, wird dem Rechtsausschrtz überwiesen. Nachdem sodann das Gesetz über die Beseitigung der Schaumweinsteuer in dritter Lesrng endgültig angenommen worden war. wird die Ctatsberatung fortgesetzt. statt. Smbe !HWU nyluh 1 Sr. frien mm, falb dvl« *n Ti- tune mli‘ Tiraden tommin inb brr aunc mb ter terats- vgel- Lehm :dvdrn- ®cnd>» it Du- it; ebenes mit nn au, ct 2?e- ßwrb; Strebte Er- liung ben- drr bieiiger dem mit tfcudjtcn 1 bcani- ben und tone zu itet eine :n, feil- n Sieh- nxrben. :iL D-r Sbefvau Ho4- e Stelle ners leierten Gemeinde ic Frau 2er» t 8t. Mn Itbtit 9 und eben i nur Menge >mmu° ! 15. W- Kichen Tage ie!b zu en Etta tollt und !ehrer lähN° rer i ed’Ä eine äs 5er1* !#S ftbci^T r** &M8i« W sand i» Prüfung tati. Ts verscvont obersten «eit.--'- ;o6 Wr rs -ir' -K ie Fest' , Stills' Der Halle ?Ut8 .ornb- t) » Wil udi- Dor- ngß. Daneairisierea Shampoonieren (Kopfwäschen) mit neuestem elektr. Warm- luftstrom-T rookt-napparat empfiehlt Bernh.Dosch Herren- a. 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Dmgegend e. O. m. b. H. Wir laden unsere Mitglieder zu der am Sonnlag, den 9. April 1922, nachmittags 3 Uhr, im Saale des Gewerkschaftshauses Dietzen, Schanzensttahe 18, stattfiudenden Generalversammlung höflichst ein. Tagesordnung: 1. Bericht über den Stand unserer Genossenschaft im ersten Geschaftshalbjahr 1921/22. 2. Statutenänderung. § 10 Ziffer I soll folgende Fassung erhalten: Nach erfolgter Aufnahme ein Eintrittsgeld in Höhe von Mk 3.- Zu zahlen, statt seither Mk. 0.50; § 42 Ziffer I: Der Geschäftsanteil, d. h. der Betrag, nut welchem sich jeder Genoffe zu beteiligen hat, wird auf Mk 300. - festgesetzt (seither Mk. 100. -). 3. Beratung und Beschlußfassung etwaiger einlaufender Anträge. 31840 Der Aufstchtsrat: 3. A: Detters. flott gespielt tmirbc. Kunst und Wissenschaft. IahreS-Tagung des DuhnenvolkSbundcS. • Hannover, 6. April. Die IahreStagung deL Dühnenvolksbundes ftndet hier, verbunden mit der deutschen Grillparzer-Feier, in der Zeit vom 5. biS 9. Mai statt. Auf der öffentlichen Versammlung am 6. Mai wird auch Ministerpräsident a. D. Dtegerwa ld sprechen.^ 3n einer akademischen Feier am 7. Mai im Städtischen Opern- und Schauspielhause werden u. a. Friedrich Lienhard und Hugo v. H o f - mannSthal Ansprachen halten. !. Mete i| - AmMins- r werd.indlgeln.n.vreis | | w-'rl geitimiiltu.revar. t IG. Häert, Kaviertnacher I i ®‘.eBen. Cloffitr. 11. | l Attkaufgebr-Xilaoiere i | und Harmoniums. | WM roieöet eingettoff en. Weiss & Petri 7 Grabenstrahe 7. Tel. 1313. die AuSdebnung der Salzvorkommen im südwestlichen Mecklenburg auf da- genaueste anzugeben. Das gänzlich unmagnctische Salz ist hier nämlich in elfen ballige Sande und ähnliche Schichten cingcIagcTt Sämtliche Bohrungen bestätigten die durch die erdmagnetische Messung gewonnenen Ergebnisse, so bah weitere Dersuchsbohrungen unnötig wurden und damit eine wcscnllicheKosten« ersparniS erzielt war. ernennen Der Antrag wurde einstimmig an- ’ langen deS Landeskivchentages. Besonders ein- aenommen. Hierauf lieferte Prof. Dr. Roeschen gehend wurde in der Aussprache die neue Äir- ”1896 biS 1899 erster Vorsitzender) einen Bericht ch-nvcrfassung und die Oteuvegclung der Besoldung behandelt. Man war sich einig in dem vorteilhaft und billig Ite Leipziger leipziger LebeüsversicheniDos-Gesellschall a. G., Leipzig, DWchrlog 21 Vertreter in Gießen: Karl Walther, frank!* Straße 29, Fernspr. Nr. 2111. Ni",Alinas beute einlr.Pfd.M.ir.r»0, BUüiMgk per7°Pfd.-«iste M. 78.00 ftrislik RnmbilßeWk ■Btunb m. le.o». n- ir-Send. Marke Bitkllo WlOtÜtirtne oh„e Vst). M. 35.00, Marke Vterkur obne 2alz Pst^ M. 3*4.00, Feinste Tasel-Marnartne Psd. 2)1. 31.50. Gebr. Berdux, Bahnhofstr. 27. eö alSbald herausgezogen wurde. Hencn-Aanau. • Dillenburg, 7. April. Bettler» f r e ch h e i t. 3n einer Wohnung in der Friedrich- skrahc stahl ein Bettler, während ihm die Hausfrau ein Stück Brot aus der Küche holte, eine an der Wand hängende Taschenuhr nestb Kette. fpd. Fulda. 7 Ap'il. Umfanareichen Dicdftählen im Betrieb zweier hiesiger Groft- handlungen ist die Kriminalpolizei auf die Spur gekommen. Angestellte und Arbeiter betder Firmen haben seit Anfang dieses Jahres Kolonialwaren Im Gesamtwert von etwa 20 000 Mark gestohlene Zucker, Kaffee, Schmal), Schokolade Seife, Zigarren und Zigaretten. Zum Teil sind die entwendeten Sachen im elterlichen Haushalt der Spitzbuben verbraucht worden. Die Diebe stehen sämtlich im jugendlichen Alter. Kirche und Schule. • Die Dekanatskvnferenz ter Evangelischen Geistlichm des Dekanates Die ft en unter Leitung von Dekan Guftmann beschäftigte sich auf Grund eines Berichts des Abg. Pfarrer Weber- Lang-GönS mit den Berhand- für Herren- und Bamcn-Bekleidünfs ä Km p V' A Qualitätsware Ul Reichhaltige Auswahl ympö Bauer,Tuchhandiung,Moltkestr.22 M w Telephon 1809. Haltestelle 'sei- roten Li'.ie Minna Körners Scliole liif höheres Mnple! und Mule Westanlage 48 Ivehrfacher: Gehörbildung. Muslkdiktat, Analyse, Primavima-Sinpen. Theorie d-Muslk, Hnrmonielelin Eljm«atar-K!avler8plel,hfiherei Klavlsraplel (Soiu, Ensemblespiel, UeburiReu imßegL itenl. Anfang des Sommer-Semesters: Montag, den 1. Mai 1922. r»i* Festsetzung des Stundenplanes: Dienstag, 25. April, nnchm. 2'/. Uhr. Schriftliche Arnnel- Sauge» werden möglichst frühzeitig erbeten. Vermischtes. Starke SchneefaNe in Schlesien. ' Einer ,Lokalan-cig:r"-Meldung aus Breslau zufolge gehen Im schlesischen Gebirge fvrtaesetzt starke Schneefälle nieder. Auf dem Kamm des Aicsengebirges und auf den -Kämmen des Glotzer Gebirges liegt der Schnee biS 30 Zentimeter hoch. Aeberführung deS AiesendampferS „Bismarck" nach Southampton. Wie der ^Berliner Lokalam." aus Hamburg meldet, ist die englische Mannschaft für den in englischen Besitz übergehenden Luruüdamp- f e r „2 i 6 m a r cf* heute in Eurhaven eingetroffen und wird am Samstag das Schiff nach Southampton überführen, wo cs der White Star Line übergeben wird. Am 10. Mai wird eS seine erste Reife nach Aeuyork antreten. • • Entdeckung unterirdischer Bodenschätze mit Magnetismus. Schon seit längerer Zeit bedient man sich drr erdmagnetischen Beobachtungen, um gröbere Eisenerzlager festzustellen So sind z. D. die Magnetiklager Lapplands auf diese 2)eise erschlossen worden. Kleinere Eisenlagcr in ihrer vollständigen Ausdehnung auf diesem Wege kennen zu lernen, war aber früher nicht möglich und jetzt erst sind nach einem Bericht der Umschau" durch das mag- ncttsche Observatorium in Potsdam Instrumente geschaffen worden, die es leicht und rasch ermöglichen, magnetische Messungen zur Festlegung unterirdischer Bodenschätze vorzunehmen. Mit diesen Apparaten lassen sich nicht nur Eisenerze aufsuchen, sondern man vermag überhaupt die Ausdehnung beliebiger geologischer Schichten festzustellen. sobald diese gegen ihre nächste Umgebung schwächer oder stärker magnetisch sind. Es gelang mit Hilfe dieser neuen Instrumente Dr. Schuh von der Geologischen Landesanstalt in Rostock, Wunsch, dah die hier neu einge>ührte Ortsklassen- cintcilung halb mit der bei anderen Berufen unangenehm enrpsundenen verschwinden möge; man begrützte die höhere Einstufung dienstlich mehr- belasteter Pfarrer an 2oroct^emcinbcn, u. a. fand man aber die Spannung zwtschen den Gehältern von Stadt- und Landpfarr-ern — besonders durch das Ortsklassensystem — zu gvotz. Die Sympathien für die Schaffung eines besonderen Landpfarrer- bundes schienen nicht sehr grotz und der Wille, die Einheit im Pfarrfl and zu behaupten, war einmütig. A Friedberg, 6. April Mit der Ruhe- standsversehung des Schulrats S ü tz scheidet ein Veteran der Schule auS dem Dienste. Lange Jahre war er Seminarlchrer an dem hiesigen Lehrerseminar, biS er vor etwa fünfundzwanzig Jahren die Stelle eines KreiSschul- inspektorS im Kreise Friedberg übernahm. Bielen hessischen Bolksschullehrern ist er ein treuer Lehrer und Führer gewesen. Welch grober Beliebtheit Schulrat S ü b sich bei der Lehrerschaft erfreute, zeigte sich aelegenttich der Feier seines goldenen AmtSjubiläums. Der noch sehr Glockenweihe fand unter grober Beteiligung von nah und fern statt: Weiherede und Festpredigt hielt Pfarrer R a u m a n n. Der Gesangverein trug zwei Lieder vor kr. W e tz l a r, 6. Avril. Der dritte Arbeitstag der Pädagogischen Woche begann mit einem Bottrag Yon Studienrai Dr. Brunner- Berlin über „Das Ar bei ts prinzi p Im staatsbürgerlichen 41 nterrich t". Der Bortragende führte aus, dab die Heimatkunde stets der Ausgangspunkt alles staatsbürgerlichen Unterrichts sei. Ausgangspunkt und Anschau- ungsstvff ergibt sich aus dem täglichen Staats- unb Gemeindeerlebnis. Das Ziel der bisherigen Lernschule war, die Entfaltung möglichst vieler Kräfte zur Erleichterung des eigenen Fortkommens, während das Ziel der modernen Arbeitsschule die Erziehung dazu ist, die Kräfte in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen. — Als zweiter Vortragender sprach Lehrer Bür-Leipzig über den „Gesamtunterricht auf der Unter- st u f e". An Hand einer mit Kindern des 2. und 3. Schuljahres der hiesigen Volksschule vorgeführten Lektion und durch Vorlesen von Schülerarbeiten legte der Redner seine Gedanken über das Thema dar. — Der Abend vereinigte noch Turnen, Sport und Spiel. • Süddeutsche Ligaspieler zuck DesellschaftSfptel beim V. t B Dietzen. Am kommendei, Sonntag weilt sr:t langer Zeit wieder eine gute sül^eutsche Mann schäft der Oberligaklasfe, der Futzdaltverttn Sprendlingen b. Offenbach in Gietzen. Dir Gästc^ mannfdMft pflegt das den Süddeutscden eigms bekannte flache KombinationSsptet. Alle Spieler find gleich gute Techniker und verfügen über eine glänzende Ballbehandlung Resultate wie 2 1 gegen Germania- Frankfurt, 1:1 Offenbacher Kickers zeugen von Der Stärke der Mannschaft. D. f. D. Dieven wird mit seiner kompletten Liga- mannfchaft gegen den starken Gegner antreten, fo- datz ein interessanter Sport geboten wtrd. An weiteren tetannten Gegnern sind für die nächst" Zeit für Gtetzen verpflichtet: Hanau 93, Germania- Frankfurt, Offenbacher Futzballklud ank Germania-Wiesbaden. ' Die Dezlrksrnetsterschaft tn der v - Klasse errang die 3. Mannschaft des Verein s fu r Bewegungsspiele Gretzen Von 18 Spielen wurden 16 gewonnen, 1 unentschieden und 1 verloren, mit einer Torzahl von 69:14. — Für die deutschen Radmeifler- s ch a f t e n , die in der Zeit vom 20. bis 27. August in Hannover zum Austrag gelangen, ist &aA vorläufige Programm wie folgt aufgestellt wor den- 20 August: Meisterschaft für Berufsstratzen fahrer über 300 Km., Meisterschaft für Flieger über 1 Km.; 22. August: Vierer-Mannschafts fahren um die Meisterschaft von Deutschland fü> Amateure über 100 Km.; 23. August: Motorrad Meisterschaft über 50 Km., Veranstalter A D.A.C . 27. August: Meisterschaft für Dauerfahxer über 100 Km. Die Dorläufe hierzu werden am 22.Aug in Leipzig und Berlin (Olhmpiabahn) auSge fahren. Eine ganze Reihe gesellschaftlicher Q3ci - anstaltungen vervollständigen das Programm, da- des ferneren neben den Sitzungen der Derufsrad- sportverbände wahrscheinlich auch die Hauptver- sammlung des Bundes Deutscher Radfahrer > bringt. ___ — Die Deutschen Golf-Meister- i schäften 1922 werden am 20. September unt । folgenden Tagen auf den Plätzen in Leipzig- , Gaschwitz zum Austrag gebracht. Am IC. April, abends 8 Uhr pünktlich im Stadttheater Vortrag bki Hcmi kchtimkrit Pros. Dr. R. Sternftli) Profeffor an der Universität Berlin über Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg" mit (Erläuterungen am Flügel. (34658 BÖ- (Eintritt unentgeltlich, -tltt Die Ausgabe der Eintrittskarten erfolgt nur an der kaffe in der Borhalle des Stadttheaters am Samstag, den 8. April 1922, von nachmittags 4 Uhr ab.« Der Verwallungsrat der Guftav-Vock-Mufik-Stiftung: Oberbürgermeister Keller, Vorsitzender. genommen, hierauf lieferte Prof. Dr. 2toeslyen (1896 bis 1899 erster Vorsitzender) einen Bericht über die Täligkett deS Vereins in den ersten! 25 Jahren feines Bestehens. Er betonte, datz der Laubacher SiSverein nach dem Giehener Eisvcrein der älteste organisierte EiSverein der Provinz fei jedenfalls von keinem anderen Eisverein hinsichtlich der günstigen Lage und landschaftlichen Schönheit seiner Etsbahn übertroffen werde. Da der bisherige erste Vorsitzende sein Amt nieder- gelegt hat, übernahm Prof. R o e S ch e n auf den Wunsch der Versammlung dessen Geschäftsführung. — Die Cisenbahnverwaltung beabsichtigt, an der Wctterselder Strafte, schief dem ^Gasthof zur Traube" gegenüber, neben den berden von der Stadt auf gräflichem Gelände erbauten Doppelhäusern ein besonderes Wohn,hauS für Sisenbahnbeamte zu erbauen. Der Dau wird demnächst tn Angriff genommen. Das dortige feuchte Gelände wird gleichzettig entwässert werden. Der Boden ist hier feit Jahrhunderten 1-1- .Meter aufgefüllt. Dor drei Jahrzehnten wurden hier mtttelatterliche Töpfe und Topf- scherben mit Drunnenanlagen aufgefunden. Älveie tfVuDbcifi. a Griedel, 6. April. Kreisstraftenwärter Heinrich Sauer blickt auf eine 40jahrige Dienstzeit zurück. Starkenburg und Nhcinhcsscn. im. Zornheim bei Mainz. 7. April. Das 6 Jahre alte einzige Töchterchen der Krieger-1 wttwe Knuftmann fiel beim Spielen mit Ktn- | Lichtspielhaus Bahn ho faf raße 34 e ====================== rx Bis elnRchl. Sonntag: \ Lotte Neumann in dem spannenden Schauspiel I Das Abenteuer | desOr.Kircheisen Ferner: Naturheilverein Gietzen Am Samstag, dem 8. April 1922, abends 8 Uhr in der Turnhalle am Oswaldsgarten: Grohe AtoteHetloounlung gegen den Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Der Entwurf bedroht die persönliche Freiheit, raubt jedem vom Unglück Betroffenen die Wahl der Behandlung und liefert ihn der Quecksilber-, Zodkali- und Salvarsanbehandlung aus. Er ist ein Vorstoß gegen die Kurierfteiheit, vor allem gegen die Naturheilnunde! Erpreffer- und Denunziantentum wird groh- gezogen! Dolksgenoffen ohne Unterschied der Partei, es geht um jedes eigenste Sache! Erscheint in Massen! 3245 Benner: Herr Dr. med. Win Mer aus Mlsntt n.M. Familie Familie Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Mette Seibert geteilter im Alter von 75 Jahren nach langem schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Neidei Familie Karl Seibert Ludwig Seibert Familie Ludwig Kreiling Karl Rodenhausen Wieseck, Alten-Buseck, den 7. April 1922. Die Beerdigung findet Samstag, den 8. April 1922, nachmitt. 2*4 Uhr, vom Sterbehaus Rabenauerstraße 32 aus statt. B49t Saub.Lantlrau ob.IFZäächen ges lx.arbargerStr.29 l.MM Mädchen für tmivüber gesucht. S4M Alicettraße 22 P. ^lacinmobAcn ober einfache Stühe nef Fran Major 'Jtichfdi, Hanau,Lamboystr.5O.3,vl Schulentlassene Mädchen gesucht. 3469 3. Barnah, Steindruckerei, Schlllerstr. 18 herzlichsten Dank. 03647 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen, die vielen Kranzspenden, dem Kirchenvorstande Bellersheim für seine Beileidsbezeugungen, sowie dem Herrn Dekan für seine trostreichen Worte unseren Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange ihrer lieben Mutter Gießen, den 6. April 1922. 03639 3m Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: grau Elise Kammer ww. geb. Seltzer Bellersheim, den 7. April 1922. tau Hn Bail In danken oerbindlichst Bit iramickn Hinterbliebenen. Hochangesehene Lebens-, Unfall- und Haftpflicht - Dersicherungs - Akt. - Ges. mit durchaus konkurrenzfähigen, z. T. neuartigen, erfahrungs- gemäß großen Erfolg sichernden Einrichtungen sucht zur Besetzung ihrer Gießener WllS-MlÜW einen strebsamen, zielbewußten Herrn, der festen Willens ist, sich eine selbständige und einträgliche Existenz zu gründen. 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(Nachdruck verboten.) 29. Fortsetzung. was du mir „Vorher kann das kann der europäischen Situation hingewiesen — die Aussichten für eine energische Inangriffnahme ihrer Lösung scheinen damit gestiegen. Ausdruck gaben. Sic Aussichten für die Ratifizierung der aus der Konferenz hervorgegangenen Verträge dursten daher von vornherein als günstige angesehen werden, trotzdem sich auch gegen sie im Senate die Opposition der Semokraten geltend macht, die auS rein parteipolitischen Gründen erfolgt: sowie diejenige einiger republikanischer Senatoren, die teils auf Prinzipienreiterei beruht. teils, wie im Falle von Johnson, von der Rücksichtnahme aus die anti-japanischen Gefühle der kalifornischen Wähler mitbeeinflußt ist. Sic am 24. März mit 67 gegen 27 Stimmen erfolgte Annahme des Viermächteabkommens über Öen Stillen Ozean bedeutet jedenfalls einen großen Erfolg für die republikanische Regierung. Sa dieser Vertrag von allen die meisten AngrifsSpunste aufwies, kann man annehrnen, daß seiner Ratifizierung auch die der übrigen Konferenzverträge ungestört nachlolgen wird. Samir wird aus den Händen Hardings und seines Kabinetts eine weitere Last genommen sein. Zwar erwarten dann innere Fragen von grober Wichtigkeit, vor allem die Regelung deö neuen Zolltarifs sowie die Donus-Vill die Regierung, doch läbt sich hoffen, dah ihrc Energien auch noch für die tatkräftige Inan> griffnahme der sich auS der-europäischen Situa tion ergebenden Probleme ausreichen werden Sic Einsicht in deren Wichtigkeit auch für die Wohlfahrt deS eigenen Landes ist überall im Zunebrnen begriffen. Trotz des oben geschilderten Gefühls der Selbstgenügsamkeit und Unab- büngigkeit beginnt man unter den Gründen für die wirtschaftliche Depression doch auch einige europäischen Ursprungs anzuerkennen und ist gerne bereit, sie aus der Welt zu schaffen. Die Konferenz dou Washington hat das Interepe Amerikas an den Fragen internationaler Ratur erhöht und das freimütige und entschiedene Vorgehen von Hughes hat das diplomatische Prestige der Vereinigten Staaten gewaltig gestärkt: in feiner Ablehnung der Konferenz von Genua hat er mit der gleichen Offenheit auf die Grundübel Teil bedrängter Volksgenossen wenigstens das zum Geben notwendige Brot gesichert wird. Mir hat übrigens ein Landwirt meiner Gegend, der mehr Qanb hat als alle hier in der Kammer zusammen, gesagt, das; es der größte Fehler war, die Zwangsbewirtschastung auszuheben. Wir ver- verlangen nichts, was nicht jeder Landwirt gut und glatt leisten kann. Run hak der Kollege Kindt t, wir müssen zu dein Weltmarllpreis kom- (Abg. Kindt: Das habe ich nicht getagt! Zurufe: Doch! Ich habe gesagt, wir werden es leider nicht aufhalten können, dah wir zum Welt Marktpreis kommen!) Herr Kindt scheint sich nicht klar da.über zu fein, was a> bedeu e . Deutschland wird em Trümmerhaufen. (Abg. Kindt: Leider ist das die Aussicht! Zurufe links: Durch Ihre Poli til!) Wir müssen notgedrungen die Umlage haben und werden uns mit allen Mitteln dafür einsehen. nahmebestimmungen. Wir sknd durchaus nicht dagegen, den Landwirten die Preise zu gewähren, die ihnen zu- fommen. Das wir wollen ist einzig, dab einem Abg. Hebel (Zentr.) möchte als Abgeord- netcr feine von der des Ministers Raab ab* weichmbe Stellungnahme begründen. Er spreche bat um absichtlich von seinem Abgeordnetenplay aus. Den Verdacht, als hätte ich gegen den Herrn »Ellen, bart in mir besorgt, versprochen hist?" fragte Malwine, ich mein Geschenk nicht hergeben ich nicht — durchaus nicht." (Fortsetzung folgt) Hessischer Landtag. 13. Sitzung. ft. Darmstadt, 6. April. Arn Regierunastisch: Staatspräsident Hl» rich und die Minister Raab und von Brentano. Vizepräsident Dr. Müller eröffnet die Sitzung um 9.10 Hfjr. Das Haas tritt alsbald in die Tagesordnung ein und seht die Besprechung über die Getreideumlage ,Ha, ich glaube," antwortete Frau Borois mit einem leichten Seufzer. .Ich glaube, Vater stellt sich das schlimmer vor 'als es ist " meinte Ellen altklug. „Er hat ja jetzt Geld bekommen, und MaUpine sagt, daß er — Herr Flint-Hensen — als sie bei ihm war. sehr liebenswürdig gegen sie gewesen sei: er habe ihr sehr hübsch erllärt. wie ungeschickt es iitz getroffen habe, daß er Tante Rora das Geld nicht genau an dem Tage habe sendrn können, wo sie es gerne gehabt hätte Seine Firma sei noch jung, und das Geld sei an sehr vielen verschiedenen Orten angelegt, sagte er, und das ist ja auch leicht zu begreifen." .Ist denn Malwine in der letzten Feit einmal bei ihm gewesen?" fragte Frau Dorris etwas mißtrauisch. .Rein — doch — toS heißt — ich glaube —" „Aber Tante Rora ist doch schon längst wieder zu Haufe," wandte Frau Borris erltaunt ein. „Was hatte sie denn noch bei dem Herrn Sachwalter zu tun?" „Das weiß ich nicht," murmelte Ellen, der augenscheinlich dieser Gesprächsgegenstand nicht behv-gte. Orla ließ einen verständnisvollen Pfiff ertönen. Oho der Herr Sachwalter hat sie verfolgt — versteht ihr, verfolgt — verfolgt mit feinen Blicken, und Malwine mit ihrem gefühlvollen Herzen wollte ihm gerne in seinem neuen Geschäft ein wenig beistehen." „Ach, Hnfinn!" widersprach Ellen. „Sie kann ja durchaus nicht an ihr Geld kommen." .Dann ist also die Rede davon gewesen!" rief Frau Borris entsetzt. ,älnd ich bin es, die euch alle ermahnen maßt ruhig und gefaßt zu fein, "sagte ^?^u Borris und versuchte zu lächeln, wahrend ste sich die Augen wischte. .Aber es ist nicht (so leicht, lemem großen Jungen Lebewohl zu sagen." Ach Mutter' " murmelte Orla und druckte ihr die Hand: „an 'diese Tränen werde ich noch oft denken — und mich ihrer freuen.' „Eigentlich bin ich gekommen, um euch zu rufen, Kinder," fuhr Frau Dorris fort und wischte sich immer wieder die Augen. „Tante Rora und Malwine sind gekommen, und wir mus en beizen auf den Dampfer: ihr wißt, Vater kann das Hetzen nicht leiden." „Rein, denn Vater kann nicht mehr so rasch gehen wie früher," bemerkte Ellen. „Das ist mir neulich ausgefallen, als ich mit ihm nach Hause ging" . Frau Dorris drehte sich hastig nach ter Tochter um. „Ist dir das auch auf gefallen. Ellen?" fragte sie. „Ja. Vater ist auch nicht mehr jung." „Und er nimmt sich alles so zu Herzen, fuhr Ellen fort. „Das ist nicht gesund." „^»wohl, wir mitf en gut auf den Vater ochtgeben." nickte Frau Dorris ihrer Tochter zu. ,In all 'der Unruhe mit Orla konnte ich gar nicht an ihn denken." „Aergert er sich immer wieder über den Sachwalter?" erkundigte sich Ellen. ehe es fertig ist, und es ist noch nicht ganz fertig.“ „Dann ist es aber höchste Zeit, daß es fertig wird," rief Rora und sah Malwine verblüfft an. „Es sind jo nur noch ein paar Stunden, bis der Dampfer abgeht. Guten. Tag, Orla," fuhr sie fort, als ihr Reffe mit feiner Mutter und Ellen ins Zimmer trat. „Sieh, hier habe ich dir ein kleines Geschenk mitgebraht. um dir zu zeigen, daß auch ich — trotz der unsicheren Zeiten, in denen wir leben — ja. Inger, mein Vertrauen auf Flint- Iensen ist erschüttert — aber diese Kleinigkeit soll iir noch ein Andenken er gedacht," fuhr Tante Rora fort „Das ist ja sehr fein und auch sehr dauerhaft, aber solange ich mit meinen Einnahmen fürs nächste Hohr so im ungewissen bin, kann ich kein größeres Opfer bringen." „Aber das ist ja sehr reizend," versichrrt« Orla. „Unb Krokodilsleder —" „Das gibt es wohl im ileberfUß drüben, wo du hingehst," fiel ihm Malwine fröhlich ms Wort, wurde aber gleich darauf von einem tadelnden Blick Roros vollständig zerschmettert. „Rück jetzt du heraus mit dnten Geschenk," verlangte Tante Rora kurz angebunden. .Ach, sie hat einmal flüchtig daran gedacht." erflürte Ellen. „Aber Herr Ponsin hat ihr aus- einandergesetzt. daß ihr Geld ein Legat fei, das nur ihr gehöre, solange sie lebe, und das wieder an die Familie zurückfällt, weim sie stirbt." „Ra gottlob, daß sie mit Ponsm darüber gesprochen hat," rief Frau Borris erleichtert aus. „Das sieht doch Malwine wieder einmal ganz ähnlich, sich so aufzuführen. 2lber_ kommt jeßt herunter, wir können Vater nicht länger warten lassen." Unten im Wohnzimmer faßen Tante Rora und Malwine, jede mit einem Päckchen tn der Hand, das sie der andern um keinen Preis zeigen wollte. Es Ist sehr albern von dir, daß du mir nicht fogen willst, was du ihm schenkst." rief Tante Nora „Wenn es nun ganz dasselbe wäre, was ich ihm gebe!" Das ist es nicht." behauptete Malwine mit geheimnisvollem Lächeln. „Das ist es durchaus nicht. Mein Geschenk tft etwas — etwas — kurz gesagt, etwas ganz für sich" Eigentlich ist das eine Beleidigung, daß 7u es mir nicht zeigen willst." fuhr Saite Rora mit ganz rotem Kopfe fort. „Aber dafür fehlt dir :wch wohl ras Verständnis. Dann z:ige ich dir ober e ' nicht, was ich habe. Ich kann nur so sck/ech: Widerspruch ertroren, wenn ich nicht gut geschlafen habe, und in dieser Zeit hat man ja Sorgen genug, die einem wach halten. Ich will 7 ich tmrflii) nicht kränken, liebste Rora" versicherte Maiai e herzlich. „Durchaus nii>‘ — dos ist mir nicht im Schlaf eingefallen. Aber ich mag dir mein Geschenk nicht -eigen. Vie pjorte Paradieses Roman von Ingeborg Vollquarh. Berechtigte llebedefrung au5 d m Dänischen. iückweisen. Ich habe kein Wort mit dem Abg. Trauer gesprochen. Ich habe aber dem Herrn Minister Raab vor der Reise nach Berlin offen erklärt, daß ich prinzipiell gegen die Umlage, also g.-gen die Fortjührung der Zwangsbcwirt- schaftung bin, und baß ich nicht in der Lage bin, die Stellung des Ministers im Hause zu vertreten. Redner verbreitet sich bann emgeßenb über seine Stellung zu den Anträgen. Als er jetzt das Ernährungsministerium übernahm, habe er als seine größte und erste Aufgabe betrachtet, die Produktion zu heben. Er habe auch alsbald erkannt, daß dazu jede Zwangswirtschaft fallen muß Es war der große Fehler der Kncgswirt- djaft baß sie einseckig Konsumentenpolitik trieb, anstatt ProduktionsPolitik. Gewiß ist die Ver- billigungsakllon notwenbig. aber mit welchem Recht soll diese Aktion von der Landwirtschaft allein getragen werden, ilnb nicht einmal von der gesam e i Landwir schach Die Landwirtschaft hat nicht mehr Interesse an der Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung als andere. Zudem kommt das billige Brot auch den Millionären und 6d;i:bem zugute. (Sehr richtig!) Man sollte in einer so wichtigen Frage sich nicht gegenseitig bekämpfen, sondern einig zusammen an ihrer einer persönlichen Bemerkung des Abg. Kindt gegen den 2k>g. Lur folgt die Abstimmung. Die beiden Anträge Obenauer und Blank find zurückgezogen zu Gunsten des gefLri m tgete Iten Kompromiß antrage 3 Soherr-Obenauer. — lieber den Antrag Brauer wird namentlich abgestimmt. Dor der Abstimmung gibt Abg Dr. Osann namens der Deutschen Volkspartei zur Begründung ihrer Abstimmung folgende Erklärung ab: „Die Deutsche Dollspartei stimmt in erster Linie für den Antrag Brauer, um damit festzulegen. daß die Deutsche Voltspartei die freie Bewirtschaftung des Getreides fordert. Wird der Antrag abgelehnt, so stimmt die Deutsche Volks» partei für den Antrag des Zentrums und bei Demokratischen Partei, denn auch in diesem Antrag ist die Zwangswirtschaft für 1922 23 abge- lehnt. Bei Annahme des Antrages ist vor dem Lande festgestellt, daß die Mehrheit deS Landtags auf dem Standpunkt freier Wirtschaft steht und die Aufhebung der Zivangswir'.fchaft fordert. Damit mißbilligt die Mehrheit des Landtags sachlich die Ausführungen des Ministers für Arbeit und Wirtschaft. Wird dieser Mißbilligung von den beteiligten Regierungsparteien polnische Schlichtttngsattsschutz der Provinz Oberhessen. Sitzung vom 6. April 192 2. Sie Mitglreder des A r be tl g e be r - Der- bandes für Handel und Gewe rde und die Vereinigten Fuhrwerksbesth er in Gießen sollen vom I. Avril 1922 an die Lohne ihrer Arbeiter und Arbeiterinnen über 20 Jahren um 25 v. H.. unter 20 Jahren um 20 v. H. erhöhen. Die Kraftfahrer kämen hiernach auf 637,50 Mk., die Fuhrleute über 21 Hahren auf 587^50 Mk. und die Lagerarbeiter über 23 Zahrrn auf 562.50 Mk. Wochenlohn. Für lieberar beit. SonntagSardeit. Urlaub und vorübergehende Ar- teitsunterbrechung sollen bis zum 31. Deznnber 1922 die Bestimmungen der abgelaufenen Tarifvertrages vorn 21. 3ult 1920 g .Iten. Reum Elektroinstallationsgeschäf- ten, die in den Kreisen Alsfeld und Lauterbach HouLanschlüsfe machen, wurde ausgegebrn. vom 1. April 1922 an ihre Arbeiter nach Oer Vereinbarung zu entlohnen, die die Rheinische Elektrizitäts-A.-G., Baubureau Lauterbach und Alsfeld, mit dem Deutschen Metallarbei ^-Verband, Verwaltungsstelle Fulda, für den Monat März abgesd^ossen hat. Hiernach erhalten Monteure über 24 Jahren 12 Mk. Stunden lohn, Hilss- rnonteure 11 Mk. und Hilfsarbeiter 10 Ml. Als Auslosung soll ledigen Arbeitern für den Kalendertag 24 Mk., verheirateten 26 Mk. gezahlt werden. Gegen vier unentschuldigt ausgebltebrne Die Ratifizierung des Pazifik-Äbkomnrens. Don 3. W. Hambuechen. (§. P S.) „Internationale Konferenzen beißen nicht" — nach der Meinung des politischen Korrespondenten der ..Reuyork Evening Post (com 15. März) ist diese Erkenntnis eine der Lehren, welche das amerikanische Doll aus der Konferenz von Washington gezogen hat. Aas bie Stellungnahme der amerikanischen öf'entllchen Meinung gegenüber der Frage der Ratlfizie- rung des Diermächtevertrags angewandt, kann dieser Ausspruch wirklich als eine ausgezeichnete Interpret« ion des Standpunktes gelten, welchen der DurchfchniltSamerikaner den Problemen der internationalen Politik entgegenbringt Aus ihm spricht das Selbstbewußtsein einer Ration, die. obwohl auch sie unter den wirtschaftlichen Folgeerscheinungen des Krieges schwer gelitten hat und auch heute noch leidet, sich dennoch ihrer Machtstellung und ihres Reichtums voll bewußt ist. Die Parteien mögen sich im Senate über die Folgen streiten, welche die Ratifizierung der CBetträflc von Washington haben können, das Doll weiß sich in feiner gegenwärtigen Position ökonomisch wie volitisch gefiebert Es ist dieses Gefühl der Stabilität, welches allen Handlungen bei. Kongresses erst feinen Stempel aufdrückt. Fragen, welche den europäischen Rationen als ungeheuer brennend erscheinen, werden schon in Washington mit einem gewissen Distanzgefuhl betrachtet, in den Augen der Bewohner des amerikanischen Westens aber stehen sie vollends weit hinter den lokalen Ereignissen oder solchen der inneren Politik zurück. Daraus erklärt sich die für europäische Augen manchmal schwerfällig erscheinende Art ihrer Behandlung. Immerhin Hal die Konferenz von W a ° shington. auf der wichtige Probleme der internationalen Politik einmal im eigenen Lande entschieden wurden, dem amerikanischen Publikum in etwas höherem Maße Einblick in die Verflechtung der eigenen Interessen mit denen der übrigen Welt gegeben. Sie erschien weiten Teilen des Volkes clls eine durchaus zeitgemäße Verbil-lichung der dominierenden Weltstellung der Vereinigten Staaten und ihr Verlauf wurde daher mit großem Interesse verfolgt. Sie Initiative der Regierung in der Berufung der Äcnferena und die der amcri!anifd)en Delegation. vor allem von Hughes in der Einbringung der Vorlagen fand allgemeine Anerkennung und schmeichelte dem starken Rationalgefühl des Volkes. Rian erblickte in den Delegierten Wortführer, die dem Gefühle der amerikanischen Unabhängigkeit von Europa, aber auch zugleich dem Wunsche nach Verständigung und internationaler Zusammenarbeit der Rationen Abg. Dr. Müller (Bbd.): Der Herr Ml- mfter Raab hat gestern gefragt, wer will die Verantwortung dafür übernehmen, daß die Umlage fällt. Er hat im Ramen des Volles ge= sprachen. Wir sind aber auch im Ramen des Volkes hier, und ich konstatiere, daß die Debatte ergeben hat. daß die Mehrheit bereit ist. die Ver- antwortung zu tragen. Diesen Willen der Mehrheit hat die Regierung zu achten und danach zu handeln. Der Antrag Obenauer genügt nicht Es ist nicht genügend, der Regierung in Berlin einen schonen Brief zu schreiben, es muß der Reichsregierung klar gemacht werden, daß es sich hier um den festen Willen des Landtages handelt. Was der Abg. Obenauer gestern vom Landbund zitiert hat, war keine Kundgebung des Reichslandbundes, sondern eine solche eines einzelnen lokalen Landbundes. Man hat im Vorjahr anerkannt. daß nur eine freie Wirtschaft das Volk aus dem Riederbruch retten kann. Die Ausnahme der Zwangswirtschaft wurde ausdrücklich als Hebergangsmaßnahme bezeichnet. Die Regierung des Reid-es hat im Vorjahre versäumt. Getreide- vorräte aus dem Auslände zu besorgen, weil sie die Devisen zur Erfüllung brauchte. Hm der Er- füllungspolttik willen mußte und muß das Voll hungern. (Höri! Hört! Wtderspruch.) Die Umlage hat eine erhebliche Benachteiligung für Hessen gebracht. In der Enklave Wimpfen z.D., die von Baden und Württemberg eingeschlossen ist, hat man dreimal sov.el abliefern müssen, wie die gleich großen Betriebe in Baden und Württemberg. Redner polemisierrt dann gegen die Abgg. Reumann und Obenauer und betämpst das oon ersterem angeführte Zahlenmaterial. Dem Kali- und Phosphorsyndikat hat man im letzten Jahre vom Reich fünfmal eine Erhöhung gestattet, die Landwirte aber erhielten für ihre Umlage stets den gleichen niedrigen Preis. Auch ist es falsch, die Umlage nach der Ernte und Preisbildung des letzten Jahres zu bemessen. Riemand kann voraussehen, wie die Dinge sich aeftalten. Daß für Minderbemittelte gesorgt werden muß und daß sie verbllligtes Brot erhalten, dagegen smd wir selbstredend nicht. Aber es ist Pflicht des Reiches und des ganzen Volkes, dafür zu sorgen. Sie Landwirtschaft allein kann das nicht tragen Mer auch das ist auf das Verbot der Entente zurückzuführen, daß das Reich Emährungszu' Losung arbeiten. Rach der Putlle spricht zunächst Abg. Dingeidey (D. Dpt.): Wir stehen auf dem Standpunkt, daß die Freigabe der Wtrtschaft die einzige Möglichkeit ist. bie Produktion zu tzeben und daß die Hebung der Produktion das einzige Rkittel ist. schwere Krisen für unser Voll zu vermeiden. Wir sind der Ansicht, daß die S.ellung der Reg erung nicht diejenige ist, die den Gesamtinte.e fen der Bevölkerung gerecht wird. Was die Behandlung der Frage m der Regierung betrifft, so stellen wir fest, daß nach der Erklärung des Abz. Meckel, er wolle sich als Beamter nicht in Gegensatz zu seinem Minister stellen, nach unserer Hcber^eugung die Gesamtein- ftcllung des Kollegen Hebel zu dieser Frage nicht dem gerecht wird, was bei derSchaffung seiner Stellung als pa 1 m nt.ir scher Mt- niste- i )tb rctior geplant u n d bedtugt war Er in ein Beamter, der zwar em Amt, aber keine Meinung hat Die Möglichkeit, seine Heberzeugung zu verfech en, ist ihm genommen worden. Dazu brauchen wir keinen parlamentarischen Mt- nisterialdirektor. Weil wir die freie Wirtschaft für die gesunde halten, werden wir für die Anträge eintreten. Wir fordern aber, baß die Organ isa'ion des Mi isteriums so geändert wird, daß die Verantwo-ttichkeit des Mi Zister iakdirrr- tors gewährleistet ist. baß biefe Stellung nicht etwa nur einem Parteiangehörtg rn ein Amt schaffen sollte. Abg. Dr. Werner (Dntl): Den Ausführungen bes Abg. Dingeldey stimme ich zu. Es fa m einiges mir von den Vorrednern gegen uns und gegen meine Pei-son getagt werden. Seine Ausführungen gegen die Linke werden fortwährend von Zwischenfällen unterbrochen und sind in der Hnruhe auf ter Tribüne nicht zu ve stehen. Er erinnest daran, daß während des K.i ges auch die Arbeiter, besonders die Munitionsindustrie viel verdient haben, und daß z. D. bei der Er- ö fnung des E-ewerkschastshauses in Berlin Dinge gegessen wurden, von denen mancher Bürgersmann nur träumen konnte. Es handelt sich im Folge nicht geben, so geschieht dies, wie aus den (Srllärungcn der Zentrums! raktion hervorgeht, aus Rücksicht auf die Aufrechterhaltung der Koalition. Wir müssen eä als einen unerträglichen Zustand bezeichnen, daß der parlamentarische Minister für Arbeit und Wirtschaft sich über bie sachliche Stellungnahme des parlamentarischen Mi. isterialdirektors für Landwirtschaft ohne einen Beschluß bes Gesamtmimsteriums Hinwegfetzen kann." Abg Brauer (Bbd.) gibt folgende E r - tlärung ab: „Obgleich der Antrag des Zentrums und der Semotraten die Hess! d>? '-Regierung in keiner Weise verpflichtet in Beran gegen die weitere Beibehaltung der Getreidebewirt- schaftung zu stimmen, treten wir diesem Antrag bei, da wir vor dem ganzen Lande feststelles wollen, daß eine geschlossene feste Mehrheit in diesem Haufe für Aufhebung der Zwangswirt' schäft vorhanden ist und die Stellungnahme bes . Ministers für Arbeit unb Wirtschaft in Berlin mißbilligt. Abg. Dr. Diehl (Sntlj gibt eine ähnliche Erklärung ab. Der Antrag Brauer (Ausschußan« trag) wird mit 38 gegen 23 Stimmen abgelehnt. Der Antrag S o h e r r ° O de na u e r (K o m p r o m i ß a n t r agi wirb gegen bie Stimmen der Linken angenommen. Kleine Vorlagen. Die Wahl bes parlamentarischen Beirats zum Siedlungsw.sen wird nach den Vorschlägen deS Präsidenten erledigt. Sie Vorlage betreffend Anschluß bes 3eP gen Hofes cm bie Hd>:rlanb$ nt.ale wird angenommen Der Betrag mit 270 000 Mk. bewilligt. Für die beidet Darmstäbter Theater soll eine neue Lichtanlage geschaffen werben, für bie 210 000 Mk. bstvilttgt werben. Damit ist bie Tagesordnung erschöpft. Präsident Adelung vertagt das H-uus bis Ende Mai unb wünscht den Abgeordneten gesunde Feiertage. — Schluß 12 >4 Hhr. wesentlichen darum, ob an Stelle der freien Wirtschaft die Sozialisierung treten soll, die uns nur den Bolschewismus bringen kann. Das heutige Rußland ist letzten Endes das Resultat des Sozialismus. Wir sind von vornherein gegen die Zwangswirtschaft cingetreten. bei den vDemok' a- ten hat man ehedem nichts davon gehört. Heute ist das ja erfreulich anders. Der Abg. Obenauer hat eine recht deutfchnationale Rede gehalten. Bisher war von der Bauernsreundschaft bei feiner Partei nichts zu spüren. (Oho!) Das deutsche । Voll kam. nur existieren, wenn wir frei arbeiten e | können. Wir stimmen dem Antrag Brauer zu. • Die Deba tte ist geschlossen. Rach schüsse gibt. Auch das ist Folge der Erfüllungs- Politik. DcrbUligteS Brot sollte im übrigen nur tatsächlich notleidenden Dolksgeiwssen gewährt werden, nicht aber auch Ausländern. Wir sind nach wie vor für restloses Verschwinden der Zwangswirtschaft. Sämtliche Kreisdirektoren unb Kommunalverdände haben sich gegen bie Umlage ausgesprochen, unb cd ist nicht verständlich, wie ein Mitglied der Regierung in Berlin für bie Beibehaltung eintreten konnte. Wenn Eie den Hunger in Zukunft vermeiden wollen, bann sorgen Sie Dafür, daß mehr Brot geschaffen werden kann durch Aufhebung der Zwangswirtschaft. fort. Abg. Lux (Soz.): Wir sind der Heber- o ,, zeugung, daß auch die nun dreitägige Debatte? m'.stcr Raab irgendwie intrigiert, muß ich zu niemand im Hause von feinem ursprünglichen -- - * : - ‘ s Standpunkt abbringen konnte. Zu bedauern ist, daß die Demokraten bei der Sache politische De° schäfte machen und die Dauern für sich gewinnen wellen. Ich vertrete allerdings solche bäuerlichen Kreise, die gegen bie Anträge sind. Daß die Umlage die Produktion gehemmt habe, ha bis jetzt noch niemand beweisen tonnen. Vielleicht wäre eS praktisch, die Umlage auf die landwirl- schastliche Fläche auSzuschlagen. Daß die Umlage ein Ausnahmegesetz ist. ist richtig. Aber es gibt noch andere Ausnahmegesetze, die Pacht- fck)utzordnung. den Steuerabzug usw. Die Verhältnisse bedingen eben zur Zeit noch Aus- tfirmen wirb ehre Delvstrase von je 50 MI. er» kaimt. Fn beiden Dachen sollen die Parteien bt8 jtxm 11. April nachmittags 6 Hhr erklären, ob sie den Dchiedssp uch anerkennen. Dem Einspruch eines Posthslfeks beim P o st-- amt Sieben gegen Kündigung infolge des PoswerkehrsrücLganges konnte nicht statigegeden werden. AuS dem AmtsvcrküirdiMnqsblatt. " Das A m t s v e r k ü n d i g u n g s b la t t Ar. 47 vom 6. April enthält: Abänderung der Verordnung über Erwerbslosenfürsorge. — Errichtung einer Küferzwangsinnung. — Fleischbeschau. — Abwehr der Beschälseuche. — Straßensperre. Errichtung einer Küserzwangs- innung für die Stadt und den Kreis Gießen. Die Liste der Handwerker, die an der Abstimmung über die Errichtung einer Zwangs- Innung für das Küferbandwer-t int Bezirke der Stadt und der Landgemeinden des Kreises Gießen teilgenommen haben, liegt während zweier Wochen, vorn Tage des Erschetnens dieser Bekanntmachung, auf der Registratur des Kreisamts Gießen in den üblichen Geschäftsstunden zur Einsicht und Erhebung etwaiger Einsprüche der Beteiligten offen. Aach Ablauf der Frist angebrachte Einsprüche bleiben unberücksichtigt. Zur Abwehr der Beschälseuche, die in einigen Gegenden Deutschlands eine erhebliche Ausbreitung gewonnen hat, sind alle Hengste des Landgestüts sowie die in Privatbesiy befindlichen gekörten Hengste untersucht. Hm einer Infektion der Hengste durch Stuten vorzubeugen, müssen alle Stuten, die gedeckt werden sollen, und die im lebten Hahr neu gekauft oder ein- getauscht worden find, sowie alle nich'hessischen Stuten durch den zuständigen beamteten Tierarzt klinisch und durch die serologische Unter» suchung von Blutproben untersucht werden. Heber das Ergebnis der Hnter- suchung wird durch den beamteten Tierarzt eine Bescheinigung ausgestellt. Die Kosten der Unter» suchung betragen pro Pferd 40 Mk., die durch Stempelmarlen zur Staatskasse eingezogen werden Die Dlutuntersuchung dauert einige Tage, fo daß es sich empfiehlt, die in Frage kommen- Den Stuten möglichst frühzeitig dem zuständigen beamteten Tierarzt zur Untersuchung anzumelden. Die Gestütsaufsdher sind angewiesen, die nichthessischen oder neu gekaufte oder getauschte Stuten nicht eher zum Hengst zuzulassen, bis durch die Bescheinigung eines hessischen beamteten Tierarztes nachgewiesen ist, daß die Stute als unverdächtig anzusehen ist. strebe und Schule. —v— Grvßen-Linden, 7. April. 3n unserer Schule kamen 21 Knaben und 24 Mädchen zur Entlassung. Der S ch u Ifeier wohnten auch die Eltern bei. In anschaulicher Weise wurde der Kreislaus des Wassers behandelt. Aach dem Dortrag einiger Gedichte gab Rektor Dach feinen Schülern beherzigenswerte Worte mit aus den Weg. Zum neuen Schuljahr werden 22 Knaben und 21 Mädchen ausgenommen. Handel. Der französische Ausfuhrhandel nach Deutschland. e Pari-, 6. April. Havas. Derschiedentlich -haben sich französische Exportfirmen 1 beklagt, daß Waren, die sie nach Deutschland ge- -t sandt hatten, von den deutschen Behörden beschlagnahmt wurden, obwohl eine Ausfuhrerlaubnis ordnungsgemäß ausgestellt worden war. Infolge der von dem französischen Botschafter in Berlin unternommenen dringenden Ähritte hat der deutsche Außenminister bekannt- gegeben, daß für die Folge die Aushändigung einer Ausfuhrerlaubnis den franzvfi'chen Expor- Behördliche Anzeigen Holzsubmission. Dienstag, den 11. April 1922, norm. 10 Uhr, werden aus den Waldungen der Gemeinde Allendorf an der Lumda folgende Holzsortimente im Submiffions» weg vergeben: Forfttvartei II Forstwartei 1 4 Eichen-Stämme (Schnittholz) 3. Kl. 3,81 Fstm. 1 „ Stamm „ 4. „ 0,75 „ 1 „ . (Bauholz) 1. „ 1,24 „ 3 „ Stämme „ 2. „ 3,25 „ 24 , „ 3. „ 27,16 , Hl „ „ w 4. „ 92,20 „ 58 „ „ , 5. „ 30,23 „ 17 n H w 6. II 5,50 „ 4 Buchen- „ 3. „ 2,61 „ 8 4. „ 5,27 „ 1 Kirschbaum-Stamm , 4. „ 0,49 „ 1 Linden. „ „ 5. „ 0,68 „ 11 Kiefern-Stärnme (Schnittholz) 2. „ 10,44 „ 6 „ . „ 3. „ 4,47 „ 2 „ „ (Bauholz) 2. „ 1,39 „ Hl „ ti . 3. „ 119,75 „ 100 # 4. „ 70,97 , 828 „ , 5. „ 268,65 „ 1 Fichten-Stamm w 2. „ 1,39 „ 18 „ Stämme , 3. „ 2 ,79 „ 21 , „ „ 4. „ 15,64 „ 37 „ „ „ 5a. 18,72 „ 169 - „ „ 5b „ 47,74 „ 1 Kiefern-Starnm 2 Ftchten-Stärnrne 3. ÄL 2. „ 0,64 Fstm. 4,86 „ 6 ii u 3. „ 8,69 „ 3 n ti 4. „ 2,97 „ 8 5a „ 4,95 „ Angebote sind nach Forstwartei, Sortiment und Klassen getrennt, verschlossen, mit Aufschrift versehen, bis zu obigem Termin auf der Bürgermeisterei ein. zureichen. Angebote mit zusammengezogenen Klassen oder Bemerkungen versehen, werden nicht berücksichtigt. (Es wird empfohlen das Holz iweil Döriholz darunter) vorher zu befid)t:gen, da spatere R-kla- mationen und Einwande wegen der Güte usw. des Holzes nicht angenommen werden. Förster Ring-Treis zeigt auf Wunsch das Holz in Forstwartei I und Forstwart Franz-Aliendorf an der Lumda in Forstwartei II vor. Allendorf an der Lumda, den 5. April 1922. Hessische Bürgermeisterei Allendorf an der Lumda. ‘Rein. 343913 teur gegen jede Gefahr der Beschlagnahme schützen würde. * Berlin 6. April. Börsen st immungs- bili>. Die ,rarke ,3011764,70 Brüssel-Antw. . 268b,h0 2692,40 2616,70 2323 30 Ehristiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . tzelsingfvrs. . . Italien London Reuyork Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oefterr. Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan .... Rio de Janeiro Dorsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs Datum: 5.4. ». 4. 5.4. 6.4. 5"/ Dtsch. Kriegsanl. 77,50 77,50 77,50 77,50 4° „Dtsch.Reichsanl. 97. 97,- 97 50 97.25 3°^Dtsch. Reichsanl. 152,- 145,- 147,75 144,25 4°/„ Preuh. Konsols «3 - 86,50 84,50 88,25 Hamburg-Paketf.. . 486,— 452.- 460,— 458, - Norddeutscher Lloyd 367,- 362,- 361, - 352,- Eomm.u.Privatbank 325, — 324,- 34?,— 324,— Darmstädter Bank . 330,- 330,— 330, - 327,50 Deutsche Bank . . . 000, - 594,- 60 »,- 695,- Disconto-Gesellschaft 490,- 4 0,- 492,50 491,- Dresdner Bank. . . 355,— 345,- 353,-» 348,- rNitteld.Creditbank. 302.- 301,- 302,- 302,- Rationalbank s. D. . 337,- 337,- 340.- 337,50 poch. Gußstahlwerke »— 1253,- 1210,- Äud.° Eisenw.-Akt.. 1060 - 1040, - 1040,- 1017,50 D.-Luxemb. Dergw.. 1100 - 1080,- 1095,- 1036,- Gelsenkirch.Bergw.. 1125,- 1100 - 1147,- Harpener Bergbau . 1 20 - 1860,- 1918,- 1801,- Oberschl. Gftenb.°B. 1050,- lütO,- 1105,- 1070,- Oberschles. Eisenind. 865,- 850 - 870,- 855,- Phönix-Bergb.-Akt. 1435,- 13 0,- 1427,- 1230,- Bad.Anilin°u. Soda 780,- 760,- 773,- 740,- Höchster Farbwerke. 697,- 673,- 699,- 660,- Allg. Slektr.-Ges. . . d05,- 780,- 790,- 770,- Felten L Guilleaume 975,- 9?8,- 985,- 951,- Schuckert-Werke. . . 752,- 735,- 759,- 740, Adlerwerke 565,- 530,- 530,- 57a,- Daimler 536,- 510,- 540, - 501,- 4"»Hesi. Stoatsanl. 74,- 74,- 74,- 74,- Electron Griesheim 870,- 852, - 880,- 850,- Dtsche. Dereinsbank 241,- 239,— —,*■ — ,- Züricher Devisemnartt. 6. k. 7, 4* Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. — 194.3j 194.40 Deutschland 100 Mk. — 1.62 1.66 Wien 100 Kr. — 0.06 0.06 Prag 100 Kr. ----- 9.60 9.75 Paris 100 Fr. --- 46.87 47. - London 1 £ =*= 22.58 22.60 Italien 100 L. -- 26.85 27.07 Brüssel 100 Fr. ---- 43.55 43.55 Budapest 100 Kr. — 0.585 0.585 Reuyork 100 $ = 514*50 514.60 Agram . ......100 Kr. ----- 1.65 1.55 Warschau 100 Kr. ----- 0,13 0,13 Marknvtierunge«. y Für 100 deutsche Marl wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 5.4. 6.4. Zürich ... Fr. 125.40 1,63 1,66 Amsterdam......Fl. 59.20 0,86 Kopenhagen ..... Kr. 88.80 135 1,55 Prag Kr. 117 80 17 25 17 20 Stockholm Kr. 88.80 1,25 1,25 Wien..........Kr. 117.80 London. Sh. 97.80 ] 35 Paris Fr. 125.40 3,45 3,55 Reuyork $ 23.80 -,32 -.33 * Märkte. Frankfurter Schweine- und Kleinviehmartt. Frankfurt a. M.. 6. April. (Amtlich.) Marktverlauf: Lebhafter Handel. Schweine wurden nicht ganz ausverkauft. 3m einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 1036 Kälber. 480 Schafe und 748 Schweine. An Preisen wurden angelegt pro Zentner Lebendgewicht: Kälber, beste Qualitäten 2970—3200 Mk.. mittlere 2500—2800 Mark, geringe 2100—2400 Mk.. Schafe 1000 bis 2C00 Mk., Schweine, unter 80 Kilogramm Lebendgewicht 2600—2800 Mk., von 80—100 Kilogr. 2800—3000 Mk., von 100—120 Kilogr. 3000 bis 3200 Mk.. von 120—150 Kilogr. 2800—3100 Mk.. Fettschweine über 150 Kilogr. 2800—3100 Mk. Außerdem wurden 235 Rinder, darunter 46 Ochsen, 3 Dullen, 186 Färsen und Kühe, einschließlich 20 Rinder aus der Tschechoslowakei Hupffeids Kurpark-Kasino Bar Tanzpallais Diele Wein- und Likör-Stuben Vornehmstes Unternehmen von Weltruf Autohalle Stallungen HupfeSd8 Hotel „Majestiv" Jeder Komfort Mäßige Preise 3463D ohne amtliche Preisnvtierung gehandelt. Die Preise liegen um so viel über ben Stallpreifeu, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Eme Dorkonferenz der neutralen Sachverständigen. Bern, 5. April. (WB.) Die Bortdn- ferenz der neutralen Experten, die zum Zwecke einet Vorbesprechung für Genua seilendes Bundesrats einberufen worden war. wurde heute eröffnet. Sämtliche eingeladenen Stauten, nämlich Dänemark, die Riederlande. Rorwsgen, Schweden und Spanien sind vertreten. Die h-ter aftreöhierten Gesandten der erwähnten Länder wohnten neben den schweizerischen Bundesräten der Sitzung bei. Lloyd Georges Abreise nach Genna. London, 6. April. (WTB.) Wie- gemeldet wird, werden Lloyd George and die übrigen Mitglieder der britischen Delegation für Genua morgen früh 8.30 Hhr von hier nach Genua abfahren. Lloyd George führte gestern abend den Vorsitz in einer Kablnettssihung. Millerand ht Casablanca. Paris, 5. April. (WTB.) Präsident M i l l e r a n d ist heute vormittag in Casablanca angekvmmen, wo er vom S u l t a n begrüßt wurde. Die Frage der interalliierten Schulden. London, 6. April. (WTB.) Der Berichterstatter der „Daily Rews" schreibt, die brt» tische Rote an die Alliierten bezüglich von Zinsen für die Groß-Britannien geschuldeten Beträge bedeute keineswegs eine Aufforderung zu sofortiger Zahlung von Zinsen, sondern sie fet nur eine Warnung, daß die bisherige mit Bezug auf die Richt- bezahlung von Zinsen bestehende Abmachung nicht erneuert werden wird, wenn sie m einigen Wochen ablau je. Dem diplomatischen Berichterstatter wird mitgeteilt, die Rote stehe in keinem Zusammenhang mit der Genueser Äon- Lerenz, obgleich es klar sei, daß sie die Wir- ing haben müsse, den Wunsch zu fördern, der vielleicht auf Seiten gewisfer Rationen vorhanden ist, in Genua die ©efamtfrage der interalliierten Schu l den auszuwerfen. Die Kemalisten zum Waffenstillstand bereit London. 6. April. (WTB.) Reuter md* bet aus Konstantinopel, daß die k e m a - listische Antwort auf die Vorschläge der Alliierten dort emgejtroffen ist. Die I Kemalisten nehmen den Waffenstillstand unter der Voraussetzung an. daß die Räumung von Smyrna sofort beginnt and in 4 Wochen beendet ist. Wenn diese Bedingungen angenommen werden. ist Angora bereit, eine Delegation auf die Kvnserenz zur Erörterung der Friedensbedingungen zu entsenden. Die Frage von Wilna. London, 5. April. (WB.) Die litauisch» Regierung hat bet englischen (Regierung eine Rote überreichen lassen, in der sie gegen die Annektion vo.n Wilna durch Polen protestiert. Bekanntmachung betr. Preisauszeichnung für Lebens- und Futtermittel im Kleinhandel. Auf Grund des Artikels I § 13 der Reichsverordnung über den Handel mit Lebens« und Futtermitteln vom 24. November 1921 (R. G. Bl. S. 1370) und Artikel IV der Verordnung des Hessischen Landes- ErnShrungsamtes vom 5. Dezember 1921 wird für die Stadt Gießen hiermit angeordnet: Wer Lebens- oder Futtermittel im Kleinhandel feilhält, ist verpflichtet, die feilgehaltenen Waren mit Preisschildern zu versehen, auf denen der Verkaufspreis und die entsprechende Mcngeneinheit, soweit sich der Preis nicht auf das Stück bezieht, verzeichnet ist: bei losen Waren ist das Preisschild an dem- Behälter, in dem sich die Ware befindet, anzubringen. Die Angaben können in geeigneten Fällen auch auf die Ware selbst ausgeschrieben werden. Diese Vorschrift gilt auch für Gegenstände des Wochenmarktverkehrs auf dem Wochen markt. § 2. Di« Preise find zahlenmäßig in Markwährung mit gut leserlicher Schrift anzudringen. Die an den in den Schaufenstern und den Schaukästen befindlichen Gegenständen angebrachten Preise müflen von der Strafte aus lesbar sein. § 3 Die Preisankündigung gilt als Preisforderung im Sinne der Preistreiberei-Verordnung vom 8. Mai 1918. Die angekündigten Preise dürfen nicht überschritten werden. § 4. Die Bekanntmachung vom 6. Oktober 1920, bett, den Aushang der Fleischpreise, w rd hierdurch nicht berührt. D>e Bekanntmachung vom 1. November 1920, betr. Pre sauszeichnung für Gegenstände des notwendigen Lebensbedarfs im Kleinhandel, wird info» weil durch diese Bekanntmachung ersetzt, als sie die Preisauszeichnung für Lebens- und Futtermittel regelt; im übrigen bleibt sie in Kraft. § 5. Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen werden, sofern nicht andere Vorschriften höhere Strafen androhen, mit Geldstrafen bis zu 150 Mark bestraft. § 6. Diese Bekanntmachung tritt am 15. April d. 3s. m Kraft. Gießen, den 24. März 1922. 34878 Der Oberbürgermeister. 3. V.: Dr Leib, Beigeordneter. Stadt. Arbeitsamt (Sieben Lirbtgftratze 10, Teleph. 2054. Es können einaeftedt werden: »• bei hiesigen Arbeitgebern: zwei Provftfons- reifenbe, 3 Schneider, 1 Photograph, mehrere Former, 2 Steinhauer- 1 Sleindrucker, 2 Cafs- feiincr, 1 Wagner. Lehrlinge: 3 Friseure, 1 Kaufmann, 1 Glaser, 1 Lackierer, 1 Uhrmacher, 1 Pboiogravh, 1 Gärtner, 1 Polsterer, 2 Bilderrahmenmacker, 1 Stein- btldlmuer, 1 Steinhaner, 1 Dachdecker, 2 Bäcker, 1 Metzger, 1 Sveiiglcr und Installateur, 1 Buchbinder, 1 Stukkateur, 2 Wagner, 2 Schmiede, ein Wagen- und Autoschlosser. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 Steinmetze« 10 Hauer, Stukkateure, 4 ,'ovmer, 1 Sleinbild- bnuer, 3 Enendreher, I landwirtschaftlicher Cleve, 2 Schneider, 1 Sattler und Polsterer, 2 Zigarren- u b Wickelmacher, mehrere Weiftbinber und An- strercher. mehrere Biaurer. Lehrlinge: 1 Glaser, 1 Schreiner, 2 Friseure, ein Schioner, 1 Kellner, 1 Spengler u. Installateur, 1 Aigarrensorrwrer. bs sticken Qlrbeit: Kaufleute, Schreiber und D’cUenbe, Packer, HauSburschen und Audläuler, Niaschineuichloiser, ’jiaiifdHoifer, Weißbinder, Schuhmacher, 1 verh. lundw. Knecht, 1 Kranken- Pfleger, 1 Sattler, 1 Polsterer, Bäcker und Metzger, mebicre Kellner, 1 iüng. Schmied, 2 Buchbinder, Mechaniker, 1 Wagner, 1 Schifter, 1 Gärtner, 1 Müller, 1 Installateur und Spengler, ein Monteur, Mafchini'ien und Hetzer. 1 Berwalker, 1 Schleifer, 2 Kraftfahrer, Bauhtlfsarbetter, Erdarbeiter. Lehrlinge: 1 Elektromonteur, 1 Elektrotechniker, 1 Schuhmacher. 3 Autoschlosser, 2 Maschinenschlosser. 1 Sckretner, 1 Mechaniker, 1 Schriftsetzer, 2 Kaufleute, 2 Schlosser, 1 Metzger. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls entgegen- genoiumen. Weibliche Abteil »ns: 6^ können eingestellt werden: a. l ei hiesigen Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, üanffranen und -mädchen für einzelne Tage, tüchtige Alieinuiädchen, 2 Küchenmädchen. 2 Lehrmädchen. 1 Köchin. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 landwirtschaftliche Diemnulidchen. Dienstmädchen. Ailein- miiöd'eu. Zimmerniädchen. Kückenmädchen, hrd Haushälterinnen, 2 Servi-rfräuletn, 1 Köchin für Ho el. S suchen 9lrbcit: 2 Perkäuferinnen. 3 Waschfrauen, einige Vanffrauen, and) für Nackniftags- beMmftigiing. Vlädchen f. tagsüber. 2Büglerinucn, 1 Schneiderin als Beihilfe zu Sckneide'in. 4 klmfeiinnenlehrnilidck'en, 1 Flickerin. 1 Kontoristin. Die Pcrnf.'bcratling und ArbcitS-Permitt' lung iür Mnsikcr findet werktags von l'> dick kauft |e en Posten bei ÄWDU Ä"ÄÄe5 Hy 3370hl Televhon 1335. Dra^flöjen IWM WLKKKK U , ' ---I4U9|i JliUUJ IUUC.H 4. JICHT Telephon 1335.1 Kien Oie LkuMäie unio.-ürutierek ll. idnj«?. ^lejea Bekanntmachung 1000 Mark Belohnung! In den letzten Tagen sind auf dem Neuen Fried- Hofe am Rodberg Grabdenkmäler beschädigt worden. Die Stadtverwaltung setzt für die Namhaftmachung der Täter derart, daß ihre gerichtliche Befttafung möglich ist, hiermit eine Belohnung von tausend Mark aus, deren Vergebung endgültig durch den Ober» bürgermeister erfolgt. Gießen, den 7. April 1922. 34988 _______Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. Wegen Umzug bleiben das Dersicherungsamt der Stadt Gießen, die Gerichtsschreiberei des Gewerbe- und Kaufmannsgerichts sowie die städt. Fürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene am Samstag, den 8. April ds. Fs geschloflen. Don Montag, den 10. April ds. Fs. befinden sich die genannten Amtsraume im Stadthaus, ©arten» straße 2 (Seitenbau), Tel. Nr. 17. Gießen, den 6. April 1922. 3485k Der Oberbürgermeister. I. D.: Or. Frey. Betannrmachting. Wegen Verlegung der Geschäftsräume bleiben das Lebensmittelamt und das Brennstoffamt am Sam tag, den 8. d. Mts. für jeden Verkehr geschlossen. Ab Montag, den 10. April d. I. befinden sich die Geschäftsräume der genannten Aemter sowohl wie der Handelserlaubnisstelle und der städtischen Preis- prüfungsstelle in dem Hause Asterweg Nr. 9, in den Räumen des Dersicherungsamtes. Gießen, den 7. April 1922. 3486k Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Set6, Deigeordn Unsere bedeutende Spezialabteil u ng in 3461a bietet Ihnen eine großstädtische Auswahl Vorrätig sind mehr als 50 Formen in allen Weiten zu den Preislagen von Mk- n?8 so.— Besichtigen Sie unser Qfädebm/sQalomon, Spezial-Fenster! jrJ lfisihe" gönn’ rtm ftm IMS und S Snl^nf E Nächste! Politik« Äer L jedoch Unteres Auch v grornml wäre, i länderr rechtigk Dorant in sein unsere! -weiset Wünscs der unk titzteite auSton stabil tD Dl fo oi 9 ö i t i b ui Hi !v ® bi v zo ei S t i ■ 9 v n öl in fü T E di öt ai fe A 6 r Ci fii b< tu li 8i U' n 2 bi 6;