m. 52 Der Girtzener Lnzeiaer erscheint täglich, außer Sonn- und Feierlays. Monattichevezugxprc.se: Mk. 9.50 einschl. Träger- sohn, durch die Post Mk. 10.- einichl. Bestell- gelb, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt, ^ernsprech- Anschlüsse: für die Schrift le itung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siche«. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Erstes Blatt U2. Jahrgang Dienstag, 7. Zevruar 1922 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und $teinöruderei R. Lange. Zchrlstleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigern) 34 mm‘Breite örtlich 70 Pf., auswärts 90 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 300Pf. Bei Platz. Vorschrift 20" 0 Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. Kabinettswechsel in Italien. Rom, 5. Febr. Der König konferierte nacheinander mit Sonninv, Luzzati, dem ehemaligen Ministerpräsidenten Sala ndra und dem Führer der Fazisten Mussolini. Nach dem Giornale d'Italia soll Giolitti dem König de Nicola als den Mann bezeichnet haben, der geeignet sei, das neue Ministerium zu bilden. Paris, 7. Febr. (WTB.) Nach einer HavaSmeldung aus Nom ist der Kammerpräsident de Nicola mit der Bildung des Kabinetts betraut worden. Zum Sturz des bisherigen Kabinetts Bo- nomi haben offenbar vielerlei Umstände äu» sammengewirkt. Wie weit die Mißerfolge Der italienischen auswärtigen Politik unter Marquis Della Tvrretta habet mitspielten, wissen wir nicht. Zweifellos war diese Politik recht unentschieden und schwankend. Man wagte kein entschlossenes Eingreifen in den französischenglischen Streit und vernichtete infolgedessen auf einen großen Lett deS Einflusses, der einem Volke wie Italien zukvmmt. Besonders verschwommen sind die Linien, auf denen sich die italienische Politik im nahen Osten und im Mittelmeerbezirk bewegt. So ist es kein Wunder, daß das seit einem halben Jahre im Amte sitzende Kabinett zur Abwechslung einer anderen Regierung weicht. Innerpolitische Gründe haben natürlich auch zu diesem Ergebnis mitgewirkt. Ein römischer Brief in der heutigen Nummer der .,Frkf. Ztg." betont die Tatsache, daß die liberalen Demokraten unter Giolitti sich mit den sozialen, den Anhängern Nittis, vereinigt hätten, und Laß in dieser Bereinigung sich die Opposition geltend mache. Borgänge wie die angeblich zu weitgehenden Beileidsbezeugungen des offiziösen Italien beim Lode des Papstes, der Zrohe Zusammenbruch der Banca di Sconto, bei dem die Regierung nutzlos bedeutende Mittel geopfert habe, sowie die Derschleppung der Vereinfachung und Berbilligung des Beamtenapparates, hätten die allgemeine Unzufriedenheit genährt. Der neue Papst. Rom, 6. Febr. (WTB.) Nach einer Reutermeldung ist Kardinal R a t t i als Pius XI. zum Papst gewählt worden. Der neue Papst Pius XL, ehemals Kardinal Rattt, ist Lombarde und war Kanonikus an der AmbrvfiuSkirche in Mailand, als er 1907 zum Hausprälaten des Papstes ernannt wurde. Als Kanonikus war er seit 1912 Prvfekt der Berühmten Ambrosius- Bibliothek und gleichzeitig auch Bizepräfekt ber Datikanischen Bibliothek, bis er später die Leitung der Dattkanischen Bibliothek als Präfekt übernahm. Nach dem Weltkrieg fand er kurze Zeit Verwendung im diplomattschen Dienst der Kurie, und zwar als Nuntius in Warschau. In Deutschland siel er damals durch seine Pattemahme für die Polen auf. Als dann bald der Stuhl des Erzbischofs von Mailand frei wurde, erhielt ihn Ratti und bald danach auch die Kardinalswürde. Ein Havasbericht über die englisch-französischen Verhandlungen. Paris, 5. Febr. (Wolff.) Havas veröffentlicht einen offiziösen Bericht über den Stand der Verhandlungen, die zwischen der englischen und der französischen Legierung geführt werden. Die gestern abend in Daris eingetrvffenen Nachrichten ließen den Schluß zu, daß die äugens blicklich über die Wiederherstellung des Friedens im Orient geführten Verhandlungen zu einer be- friedigerrden Lösung führen würden. Die drei Hauptfragen: Smyrna, Thrazien und Schuh der Minderheiten, könnten in einer für Griechenland und die Türkei annehm» baren Weise gelöst werden. Auch die Frage der Meerengen werde keine Schwierigkeiten bereiten. Vielleicht könne der Völkerbund ein Mandat erhalten und an die Stette der augenblicklichen Kommission treten. Die Türkei verlange, daß keine fremde Garnison auf dem Süd- ufer der Meerengen stationiert werde. Vielleicht Lnne ein Kontrvllfhstem den Aliierten die erforderlichen Garantien bieten. Die Verhandlungen über den französisch-ong- lischen Schuhvertrag würden fortgesetzt. Frankreich wünsche, daß der Schutzverrrag nicht nur moralisches Gericht erlange, sondern daß er auch neue Garantien dringe, die Frankreich veranlassen könnten, gewisse Anstrcmgungrn zu unterlassen, am seine Sicherheit und den Frieden zu sichern. Also nicht in einem Geiste des Imperialismus, wie gewisse englische Blätter glauben machen wollten, führten die französischen Unterhändler die Verhandlungen, im Gegentell; sie hätten jedoch bemerkt, daß der Pakt, wenn er nicht vrrvrl kommnet werde, nur die Bestimmungen deS Friedensvertra^s von Versailles wiederholte, ohne Frankreich die Vorteile der Lage vor dem Zahre 1914 zu bieten, durch de Franko reich genau über den militärischen Beistand unterrichtet gewesen sei, den England (m Falle eines Angriffs auf sranzcs.sches G.biet zu leisten bereit war. Der Vertrag müsse auch für einen genügend langen Zeitraum gelte.., wenn er für Frankreich ein wirkliches Interesse bieten solle. Die englische Presse scheine übrigens auch die französischen Roten über die Konferenz von Genua falsch gedeutet zu haben. Die Roren sollten keineswegs die Konferenz zum Scheitern bringen, sondern nur einen Mißerfolg verhüten, den (Snglanb wohl am ersten bedauern würde. Die Vorverhandlungen könnten ohne Schaden fortgesetzt werden, da ja die Konferenz selber infolge der italienischen Krise notwendigerweise vertagt werden müsse. Es gebe kein Land, das nicht ernste Sorgen hinsichtlich dieser Konferenz hätte, namentlich wegen der Richtbeteiligung des Völkerbundes, dem man so europäische Fragen entzogen habe, die er bereits studiert und zum Teil gelöst habe. Andererseits habe Rußland nicht nur in seinem Rumen, sondern auch im Namen anderer Republiken, wie Georgien und Kaukasus, zuge'agt, deren politische Lage ebenfalls zu diplomatischen Auseinandersetzungen Veranlassung gebe. Die französische Regierung könne das Eigentum ihrer Staatsangehörigen in Rußland nur dann als geschützt betrachten, wenn die innere Gesetzgebung Rußlands diesen Besitz anerkenne, oder wenn Rußland die Gesetzgebung des Staates anerkenne, dem der Besitzer angehöre. Die Konferenz von Genua werde zu keinem Ergebnis führen, wenn man nicht an die Spitze der Tagesordnung den dritten Punkt stelle, der festtege, daß an den bestehenden Verträgen nichts geändert werden solle. Der „Ternps" über die sogenannte Wicderherstellnngsfragc. Paris, 7. Febr. (WTB - Du Post- und Telegrap henbewnten Berlins heute mittag um 12 Üf>r in den Streik treten werden, falls die Forderungen der Reichsgewerkschatt deutscher Ei'erbahnbeamten nicht inzwischen bc* willigt werden. Berlin, 7. Febr. (WTB.) Der Allgem. Deutsche Gewerkschaftsbund, der Verband 'der Gemeinde- und Staatsarbeiter, der Deutsche Metallarbeiterverband, der Zentralverband derMa- schinisten und Heizer, der Verband der Transportarbeiter, der Zentralverband der Angestellten, die Gewerkschaftsverbände Berlins und Umgebung und der Allgemeine Freie Angestelltenbund (Ortskartell Groß-Berlin) erlassen einen Ausruf an die städtischen Arbeiter und Angestellten zur sofortigen, unverzüglichen Wiederaufnahme der Arbeit. Der Aufruf weist darauf bin, daß die durch den Streik über die gesamte Brvvllerung verhängten Leiden und äln- bilden nicht gerechtfertigt erscheinen Aus dem Frankfurter DircktionSbezirk. Frankfurt a. M., 6. Febr. (WTB.) Die Eisenbahndircftion teilt mit: Die Streiklage im Bezirk Frankfurt a. M. ist im wesentlichen unverändert. Der Parlamentszug ist heute früh sahrplanmähig um 7,40 llhr vom Hauptbahnhvs abgefahren und hat inzwischen Bebra durchlaufen. Frankfurt a. M., 7. Febr (WTB.) Wie die hiesige Eisenbahndirektton mitteilt, hat das übrige Mannheimer Eisenbahnpersonal gedroht, ebenfalls in den Streik erneu treten, falls dte Technische Rothilfe nicht Zurückgezogen werde. Weiter teilt die Eisendahndirektioa mit, daß heute morgen verschiedene Personenzüge. die den Bahnhof verlassen wollten, von den Strei- lenden daran gehindert wurden. Verbrecherische Anschläge. Frankfurt a. M, 6. Febr. (WTB.) In! der Racktt ;um 3. Februar wurde, wie der Polizer- bericht meldet, \n der DeLriebswerkstatt 1 eine] Lokomotive von der Technischen Rothilfe unter dem Schutz von Dicherhettspolizcibeamten angeheizt. Die Eisenbahnarbeiter dec We-kstatte, welche nicht in den Streik getreten sind, aber mii den Streikenden sympathisieren, juxten das Anheizen zu verhindern und leisteten ter Abhilfe keinerlei Unterftütjung. Troydem g lang es, die Lokomotive anzuheizen. Als sie unter eigenem Tampf den Schuppen verließ, eiblobierten einige Sprengkörper, welche von unbekannter Hand vor dem Schuppen angebracht worden waren. Turch die Ecplosion wurde c 1 n Beamter der Schutzpolizei am Deine verletzt. Frankfurt a. M., 5. Febr. Gestern nachmittag zogen in Hanau nach einer Versammlung ungefähr 1500 Streikende nach dem 'Bahnhof und drangen troh des Widerstandes der Polizeimannschaften in das Bahnhofsg.b.iude ein. Sie entfernten die Arbeitswilligen mit Gewalt von ihren Posten und mißhandelten die Rothilfe schwer. Die Polizei hat teil Bahn- Hof zwar wieder besetzt, ist aber außerstande, die Dahnhvfsanlagen von den Streikenden za säubern. In Frankfurts. M. selbst waren Sonntag früh die Zugänge zum Dircl^ionsgebä tbc eine Zeit lang durch Streikende abgefperrt, bis Schupo eingriff. Limburg a. L, 5. Febr. Gestern abend wurde der von Westerdirg kommende Person e n z u g um 8.35 iltyr kurz hinter der Lahnbrücke durch Heben des Haltesignals mit einer Handlaterne und Hnttrufen zum Halten gebracht. Eine zweite Person brachte darauf sofort bie Luftdruckbremsen In Einordnung Die Attentäter sind entkommen. Ein Ausruf der Techniker. Berlin, 6. Febr. Die unterzeichneten Tech- nilerbereinigungen erlassen folgenden Ausruf: Deutschland leidet unter dem Druck des Eisenbahnerstreiks. Dun schneidet man dazu der Reichshauptstadt durch den Kommunalstreik den Lebensnerv ab. Licht, Gas und Wasser fehlen. Die Technik, sonst die Wohlfahrt eines Volkes, wird in der Hand von älnzufriedenen zur Geisel der unbeteiligten Bevölkerung. Ingenieure! Technikers Schützt die lebenswichtigen Betriebe, die wiederum gegen alle gewerkschaftlichen Grundsätze und trotz früherer Versprechungen ohne Ausführung genügender Rotstandsarbeiten stillgelegt sind. Bannt die Gefahr deS Elends und der Verkümmerung für die Kranken und Schwachen! Helft mit eurem Sachwissen die Rotversorgung sichern! Ihr könnt helfen, wenn ihr wollt! Ihr könnt das Räderwerk des täglichen Lebens wieder in Gang bringen für die Allgemeinheit, der bitterste Rot droht! Berliner Technikerverein. Berliner Bezirksverein Deutscher Ingenieure. Glektrvtechnikerverein Berlin. Märkischer Verein von Gas-, Elettrizitäts- und Wasserfachmännern. Verband technisch- wissenschaftlicher Vereine. Reichsbund deutscher Techniker und deutscher Zivilingenieure. Deutsche Gesellschaft für Bauingenieurwesen. Verein deutscher Gießereifachleute. Vom Oberkommandierenden im besetzten Gebiet ist besohlen worden: Sämtliches Personal der Eiserrbahn hat an Ort und Stelle seinen Dienst aufrechtzuerhalten und alle Befehle auszu führen, die chm von der Interalliierten Feldeisenbahnkvmmis- sion und deren untergeordnete Stellen erteilt werden. Gemäß Verordnung 16 der Hohen Interalliierten Kommission werden Vergehen aller Art gegen den vorliegenden Befehl kriegsgerichtlich bestraft. Der Streik in den anderen Reichsgebieten. Erfurt, 6. Febr. (WTB.) Von der Eisen- dahndirettwn wird mitgeteUt, daß die Lage im Erfurter Bezirk günstig ist. Ter Verkehr wird in beschränktem Umfange auf rechter hatten. Sie Lage in den Rachbarbezir ken ist teilte i f e besser, als an den Tagen vorher. Der von den radikalen Eisenbahnern erwartete Generalstreik wurde gestern abgelehnt. Im Bezirk Kassel hat die Wiederaufnahme der Arbeit Fortschritte gemacht. In Paderborn sind 60 Lokomotivführer zum Dienst zurückgekehrt. Auch in Soest besieht Reigung zur Wiederaufnahme des Dienstes. In Bayern haben die Lokomotivführer und der Deutsche Eisenbahnerverband auch in neuer Abstimmung mit überwältigender Mehrheit den Streik abgelehnt. Bayern war am gestrigen Sonntag vollkommen streikfrei. Karlsruhe, 5. Febr. Zur Streiklage in Baden teilt die badische Regierung amtlich mit: Tas Ministerium des Innern hat folgen Je Bekanntmachung erlassen, die in den größeren Städten angeschlagen wird: Ein Tett der badischen Eisenbahner hat sich dem Stteik der Reichsgewerkschaft der deutschen (Si'enbabnbeamten und Anwärter angeschlossen. Tamtt ist der regelmäßige Verkehr der Eisenbahn auch in Baden unterbunden. Aasgabe der Staatsverwaltung i't es, dafür Sorge zu tragen, daß die lebenswichtigen Transporte, wie Milch, Lebensmittel irö Kohlen durch geführt werden können. Zu dies-nr Zweck werden die großen Bahnhöfe des Landes 1 für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Es wird ersucht, sich den Anordnungen der Polizet z fügen. gen unverzüglich der strafrechtlichen Qkrfolgung gemäb der Verordnung des Reichspräsidenten vom 1. Februar d. 3- zugeführt werden. Züge Zug 504 Gießen—H „ 508 Gießen—G an Dillenburg 641 Dietzen 7.21 nachm. an 5.20 vorm. 5.45 nachm. Betzdorf — Dietzen 9.37 3.38 jungen elnhausen 5.24 Dorm. 9.26 vorm. 11.25 vorm. 12.25 nachm. 3.48 nachm. „ 516 Dietzen—Ridda „ 501 Hungen—Giehen „ 503 Ridda—Giehen 513 Ridda—Giehen ab an ab an ab 5.30 „ 7.40 vorm. 9.33 „ 9.36 nachm. ab 5.40 vorm. » 1.35 nachm. Zug 631 Giehen—Dillenburg 646 Betzdorf—Giehen .. 637 Gietzen—Betzdorf 632 Dillenburg—Giehen Giehen ab 8.20vorm. . „ 5.10 nachm. . an 7.30 vorm. , „ 237 nachm Ts ist nötig, sich vor der Reise nochmals nach dem Fahrplan zu erkundigen, da jederzeit Aende- rungen eintreten können. „ 707 Bad-Rauh.-Marbg. anGieh. 5.32 nachm. ab 5.49 nachm. 728 Giehen—Butzbach ab Gietzen 10.47 nachm. „ 729 Gießen—R.-Walgem abGieh.lO.47nachm. „ 5054 RVDalgern—Giehen anGieh.!2.24nachm. d) Gietzen—Wetzlar—Betzdorf. b) Dietzen—Fulda: Zug 5199 Gietzen—Bg^R-Gemünd. ab . 561 . Aus Stabt und Land. Gietzen. den 7. Febr. 1922. Die Streiklage in Gießen ist noch wie gestern. Dis auf die Lokomotivführer ist fast alles zum Dienst erschienen. Der Deutsche Sisenbahnerverband hat sich dem Streik nicht angefchlossen Die Dahnver- waltung warnt die Streikenden vor jeder Reizung und Störung Arbeitswilliger auf Bahngebiet und außerhalb desselben. Es ist dafür Vorsorge getroffen. daß bekannt werdende Zuwiderhandlung Der Aotfahrplan. Zn Giehen verkehren z. Zt. folgende werktäglich: a) Dietzen—Gelnhausen: e) Wetzlar—Limburg: 3ug 408 Wetzlar—Limburg Wetzlar ab 10.43 vorm. » 4916 Wetzlar—Weilburg . . 12.26nachm. „ 426 Wetzlar—Limburg , „ 2.30 „ . 414 Wetzlar—Limburg . . 6.30 „ Don Richtung Limburg in Wetzlar an: 734 vorm., 1132 dorm, 1.45 nachm, 631 nachm f) Gietzen—Grünberg über Lollar: 3ug 4340 . 4344 • 4341 ^^-®ic6en ,4337 Feuilleton. Die Einsteins Theorie nachgeprüst wird. Die Britische Sonnenfinsternis- Grpedition nach der Weihnachtsinsel im Indischen Ozean, die während der 3y»—4 Minuten dauernden Sonnenfinsternis im September Einsteins Relativitätstheorie nachprüfen soll, hat soeben England verlassen, um ihre Vorbereitungen auf der Insel zu treffen. Der Leiter des Unternehmens. H. Spencer IoneS vom Observa- torium in Greewich, hat sich vorher über die Absichten und Aussichten des Unternehmens geäußert Gr erinnert daran, dah eine der Vorhersagen der Ginsteinschen Theorie darin besteht dah ein Lichtstrahl. wenn er in der Rahe einer Materie vorbeigeht, von seiner Richtung abgelenkt wird Der Grad dieser Ablenkung ist so gering dah der emzige Körper mit dessen Hilfe diese Voraussage bewiesen werden kann, die Sonne ist, deren Masse 330 000 mal so grob ist wie unsere Erde Ein Licht- strabl von einem Stern der in der Rähe der Sonne vorbeigeht, wird abgelenkt, und diese Ablenkung enthüllt sich uns durch eine sichtbare Veränderung der Stellung des Sternes der Sonne gegenüber Aber das Licht der Sonne ist mit dem der Sterne vergllchen so intensiv dah es hoffnungslos wäre, Sterne in der Rahe der Sonne im vollen Tageslicht zu photographieren: dies ist nur möglich wenn das Licht der Sonne während einer Sonnenfinsternis vom Mond verdunkelt ist. Die Beobachtungen, die bei der Sonnenfinsternis von 1919 gemacht wurden bestätigten die Vorhersagen Einsteins. Aber die Ergebnisse waren noch nicht s- eraft, dah sie alle Zweifel hätten verbannen können. »Die kommende Sonnenfinsternis", ertlärt Spencer IoneS, »ist für diesen Zweck nicht so gün- fttg, wie es die von 1919 a>ar, denn die Sterne in der Rähe der Sonne werden viel blasser sein, alS damals und sich daher viel schwieriger phow- graphieren lassen. Da wir uns aber jetzt die ** Die Hessische Vereinigung für Volkskunde in Gietzen hielt ihre diesiährige ordenlliche Mitgliederversammlung ab, die im Verhältnis zu den vorhergehenden Versammlungen nach dem Kriege recht zahlreich besucht war. Der Vorsitzende, Studienral Dr. Faber, erstattete zunächst den Jahresbericht. 3m Laufe des Jahres mußte Pfarrer O. Schultein Srohen-Linden den Vorsitz infolge von Krankheit niederlegen. Der jetzige Vorsitzende würdigte seine Verdienste um die Förderung der Vereinigung und der Volkskunde und sprach ihm tm Rainen der Vereinigung den herzlichsten Dank aus. Rach außen hin hat die Vereinigung durch die Veröffenllichung von nur einem Heft der „Hess. Blätter für Volkskunde" von ihrer Tällgkeit Kunde gegeben; und dieses eine Heft mit nur vier Bogen (64 Selten) kostet die Vereinigung ein Vielfaches von dem Preis der stattlichen Bände früherer Zeit, die durchschnittlich den 4—5fachen Umfang hatten. Es wurde darauf hingewiesen, dah Vorstand und Ausschuh n i ch t in der Herausgabe der .Blätter" die Haupttätigkeit der Vereinigung sehen, sondern in der Vergröberung des Archivs, d. h. in der Sammlung von gewissenhaften Auszeichnungen, Darstellungen und Untersuchungen über Voll und Vollstum, welche die Vereinigung Zünftigen Geschlechtern aufbewahrt. Auch im letzten Jahre hat das Archiv wertvolle Bereicherungen erfahren. — Die hessische Flumamensammlung nimmt einen erfreulichen Fortgang: im Kriege war sie sehr inS Stocken geraten. In den letzten drei Jahren aber find eingegangen: AuS Oberhessen 23, aus Starkenburg 22 und aus Rheinhessen 14 Sammlungen. Es ist außerordentlich schade, dah die besten Sammlungen nicht gedruckt werden können: vielleicht aber findet sich doch der eine oder andere Stifter, der den Druck der Sammlung eines Ortes, zu dem er in näherer Beziehung steht, ermögliche In nächster Zeit wird der 2. Band des Flurnamenbuches erscheinen, der die von Herrn L. Fleck gesammelten Flurnamen von Kohden und Salzhausen enthält. Dah die Vereinigung diesen Band herausgeben kann, beruht auf einigen günstigen Umständen, so vor allem daraus, dah Herr S t a f- sel in Ridda das teure Papier ganz gestiftet und Herr C l o o s in Dietzen für den Druck eine namhafte Summe gespendet hat. Wit Kimen den Wunsch des Vorsitzenden lebhaft unterstützen: „Möchte ihr Beispiel bei unseren hessischen geld- kräftigen Vvlksfreunden Rachahmung finden!" — Heber die vom Vorsitzenden betonte Rotwendigkeit, eine n e u e, u m f assende Werbetätigkeit ** lieber die Zulassung zur Loko- motivführerlausbahn hat der Reichs- verkehrsminister folgende Anordnung getroffen: Den LvkomvtidvberHeizern. Lotomotchtzetz.rn und Anwärtern hierfür sowie den Aushilfsherzern, die zur Aufrechterhaltung eines Rotdetrie- beS den Dienst eines Lokomotivführers übernehmen ist zu eröffnen, dah sie bei Bewahrung zur Laufbahn eines Lokomotivführers zugelassen werden. Bei befriedigendem Verlauf dieses Versuches ist in Aussicht genommen. einen angemessenen Teil der Lokomotiv- führerstellen dauernd mit Richthandwerkern zu besetzen. Die Maschinenämter, Werkstättenämter und Betriebswerkstätten sind um weitere Veranlassung ersucht. Mit dieser Anordnung ist also auch Dichthandwerkern Gelegenheit gegeben, in ben lwkomotivführerdienst zu kommen, was bisher von der Lokomotivführerorganisation mit allen Mitteln bekämpft worden ist. * _ * (Beide Züge haben Anschlutz nach Alsfeld und Salzschlirf) . 552 Bg.°R.-Gemünb.—Gietzen an 7.58 vorm. „ 564 „ 9.16 nachm. (Beide Züge haben Anschlutz nach Alsfeld) c) Gietzen—Frankfurt—Marburg: Zug 5042 Gietzen—Butzbach ab 3.47 vorm. „ 792 Dietzen—Bonames ab 6.15 ,, 726 Giehen—Bad-Rauheim ab 3.05 nachm. 791 Butzbach—Marbg. an Gietzen 5.25 vorm. ab 5.33 „ „ 777 Bad-Rauh.—Gietzen an Sieh. 8.07 „ ernzuleiten, entspinnt sich eine längere Aussprache. Es fei Unbedingt notwendig, in allen gröberen Orten Hessens Ortsgruppen zu gründen, um in weiteren Kreisen Anteilnahme an tea D str düngen der Vereinigung erwart zu Wecken. Weiterhin sollen Fragebogen ausgesandt werden, wie vor 20 Jahren: denn die neuen Verhällnisse, in denen wir leben, werden vieles untergehen lassen, was sic?, durch Jahrhunderte bewahrt hat, und dessen Kenntnis der Rachwelt erhalten bleiben muh. Die „Hessischen Blätter für Volkskunde" sollen, wenn irgend möglich, wieder öfter als einmal im Jahre erscheinen; fesselnde Aufsätze liegen zum Druck bereit, und die Vereinigung gibt sich der Hoffnung hin, dah staatliche und persönliche Unterstützung den Druck ermöglichen. Rotwendig aber sei, dah alle Mitglieder eifrig neue werben, sonst sei nicht nur nicht eine mehrmalige Ausgabe der Dlät- ter unmöglich, sondern auch die einmalige stark gefährdet. — In der Vorstandswahl wurde der seitherige Vorstand wiedergewählt: Geheime- rat Dr. H. Haupt lehnte die Wiederwahl mit Rücksicht auf sein Alter und anderweitige Arbeit ab; für ihn wurde der Direktor der Univ.-Bibliothek, Prof Dr. Ebel, als stellv. Vorsitzender gewählt. — Der Vorstand schlug eine Erhöhung der Mindestbeiträge auf 8 und 10 Mk. vor: aus der Versammlung heraus wurden aber 10 und 12 Mk. beantragt; nach langer Aussprache, in der alle Gegengründe gewürdigt wurden, nahm die Versammlung mit allen gegen zwei Stimmen diesen Antrag an. Die Mitglieder der Vereinigung in beiden Hessen, in Rassau und im Kreise Wetzlar bezahlen also 10 Mk. Mindestbeitrag, die Mitglieder im übrigen Deutschland 12 Mk. Die Vereinigung hofft, dah sich niemand ihrer Mitglieder der Rotwendigkeit dieser Erhöhung verschließen wird, und dah auch jetzt noch alle Mitglieder, für die ein höherer Beitrag fein allzugrohes Opfer bedeutet, über diesen Mindestsatz hinausgehen. — Förderer der Vereinigung zahlen mindestens 150 Mark Jahresbeitrag, und wer sich den Ehrennamen „Stifter" erwerben will, kann dies mit einem einmaligen Beitrag von mindestens 2000 Mark erreichen. — Die Vereinigung hofft, dah sich alle Vvlksfreunde ihr anschliehcn, besonders in der jetzigen Zeit, damit eines ihrer Ziele nicht verfehlt werde: nämlich unser Vollstum gegen die drohende Gefahr von Westen her zu stärken und gegen jede Verderbnis zu schützen und zu behaupten. — Der angekündigte Vortrag von Professor D. Dr. Diehl aus Friedberg über ..Volkskundliches aus alten Pfarrbesoldungsnoten" muhte leider infolge der Zeitverhältnisse ausfallen. Er wird in nächster Zeit nachgeholl werden. ** Der Volksliederabend des Evangelischen Arbeitervereins war sehr gut besucht, ein Beweis, welcher Wertschätzung sich das Volkslied jetzt in allen Kreisen erfreut. Es ist das um so begrühenswerier, als der Verein, der infolge Erkrankung beider vorgesehenen Solisten keine Mühe gescheut hat. vollwertigen Ersatz zu bekommen, diese Mühe bestens belohnt sah. Fräulein Gustel Pfass, im Anfang Wohl etwas befangen, entwickelte ihre anmutigen Stimmittel von Lied zu Lied freier und schöner und erntete reichen, wohlverdienten Beifall. Herr Doller, der sich gelegentlich der seinerzeitigen Liebhaber-Aufführung von0Rv;arts »Bastien und Bastienne" bestens eingefuhrt hatte, fang ernste und heitere gute alle Volkslieder mit schöner, wohlgeschuller Stimme und vielem Erfolg. Beide Solisten verdienten für ihr Einspringen in letzter Stunde und durch die gediegene Anpassung in den Rahmen deS Abends den besonderen Dank der Zuhörer und des Vereins. Ihre Geltungen waren gleichzeitig ein schöner Erfolg der beiden Gießener Gesangschulen von Frl. Stammler und Frl. Kübel. — Chorlieder bot neben dem Gemischten Chor des Vereins das »ErsteGießener Doppelguartet t“, dem eS gelang (ganz besonders nach dem Ende des Programms zu) sich in die Herzen der Hörer einzusingen und damit wieder einmal eine Lanze für unfern schönen deutschen Männergesang zu brechen. Einzelleistungen hervorzuheben, ist bei der Fülle des Gebotenen schwer. Besonders erwähnt möge werden vom Doppelguartett: „©in rheinisch Mädchen" und ..Die Mühle im Tale", vom Gemischten Chor: »Mallüfterl" und _ Rosen - stock, Holderblüt". Bei den Solisten fällt eine Auswahl der Höhepunkte noch schwerer. »Mutter, sing mich zur Ruh" und „Mein und Dein" des Frl. Gustel Pfaff, sowie „Äein fchonrer Tod" und »Je höher der Kirchturm" von Herrn Boller verdienen unbedingt besondere Erwähnung. Den Beschluß deS Abends bildeten „Lebende Lieder". denen tm zweiten Teil eine mimische Darstellung des »Heiderösleins" vorauf- ging. Um die Darstellung des Goetheschen Gedichts machte sich das Ehepaar Geilfus sehr verdient, während der Vereinschor das Lied hinter der Szene in der bekannten Wernerschen Die Werkstatt der Briefmarkcttfälscher. Das Briefmarkenfälschen ist eine Kunst, die so alt ist, wie das Briefmarkensammeln. Aber mit dem gewaltigen Aufschwung, den dieser Sport in unserer Zeit der Hochflut neuer Marken genommen hat. hat sich auch die Zunft der Brief- markenfälscher autzerordenllich vermehrt, und man muh jetzt sehr viel mehr wie früher auf der Hut fein. Wenn die gefälschten Marken einen sehr hohen Wert besitzen, dann ist es außerordentlich schwierig, sie unterzubringen, denn jeder Händler und Kenner beobachtet die größte Vorsicht, Unb trotzdem sind selbst Fälschungen der Mauritius von 1847 vorgekommen, die nur in etwa zehn Exemplaren existiert und deren Wert eine fünfstellige Ziffer darstellt. Am meisten gefälscht werden die südamerikanischen Marken: es gibt in Paris und in Montevideo Falscher Werkstätten, die die frühen Ausgaben der Marken von Paraguay, Peru und Uruguay in großen Mengen neu Herstellen. Die geschickteste Art des Fälschens von Briefmarken geschieht auf die Weife, daß eine alte, aber nicht sehr wertvolle Marke in ein chemisches Bad gelegt wird, wodurch Farbe und Zeichnung vollkommen entfernt werden. Die gefälschte Zeichnung wird dann entweder mit Hilfe der Photographie oder mit der Hand auf dem Originalpapier angebracht. Dem Sammler bieten sich bei einer solchen Fälschung die wenigsten Argwohnsmomente. Das Papier ist zweifellos alt, die Perforierung durchaus echt, und auch an dem Wasserzeichen ist nichts Verdächtiges zu bemerken. Rur durch sorgfällige Vergleichung der Zeichnung mit derjenigen einer echten Marke kann die Fälschung entdeckt werden. In vielen Fällen erziell eine durch die Post entwertete Marke einen viel höheren Preis als eine ungestempelte. Das gibt dem Fälscher eine leichte Möglichkeit, den Wert eines Stückes zu erhöhen. Kürzlich wurde eine ungestempelte Marke auf einen alten Briefumschlag, der aus der Zeit der Marke stammte, geklebt und der Poststempel sorgfältig gefälscht. So schien eine Entdeckung unmöglich, aber der Fälscher hatte einen schweren Fehler begangen, er hatte die Adresse mit einer modernen Stahlfeder geschrieben, und diese Tatsache führte einen aufmerksamen Sammler zur Entdeckung der Fälschung. warme Aufnahme gefunden, gibt in der »Deutscher, Rundschau" ein farbenreiches Bild von seinen Wanderungen in Ithaka. Die uralte Streitfrage, welche der jonischen Inseln daS homerische Ithaka war, besteht für ihn nicht: »Ich wurde zu vielwochenlangem Aufenthalt auf die Insel östlich von Kepbalonia, die auch jetzt Ithaka heißt, eingeladen und fühlte mich sofort in der Heimat des homerischen Inselkönigs. Das ist mein dichterisches Ja! Hub ein strahlMides Erlebnis." Besonders empfand er die Rähe des odhfseischen GeisteS bei einem Ausflug nach Pilikata. »Vielleicht stand hier der Palast deS Odvsseus!" schreibt er. »Entscheidende Grabungen sind ja noch nicht vorgenommen worden! Ich kenne Wohl keinen ergreifenderen Fleck Erde: vollster Inhalt der Vorstellung Hellas. Eigentlich ein von fruchtbaren Mulden umwogter Hügel in kahlem, bedrückendem Gebirgsrund. Aber es stehen drei herrliche Fenster offen: bai eine wellet sich aufs tiefe Meer, und dahinter im Rordosten blaut die Insel Lefkas ins Wvllenlvse 'Dort das Kap, von dem sich Dappho aus Liebesgram in die ewig Umfassung suchenden Klippen umhalsenden Fluten stürzte. Das zweite Fenster gegen Süden senkt den Blick zu buchten- reichen Meerbusen: blaue Dreiecke Meer stehen flar vor dem Sinnenden. Hinter all dem Blau aber die Zacken Akarnaniens: beinahe schon eine lila Ferne. Durch das drille kommt uns schon westliche Rachmittagskühle über gekräuseltes Meer zwischen Ithaka und Kcphalonia: Dort auf der größeren Rachbarinsel tagt ein starrer Riese oder er mag nur, beschwert von seines Hauptes Ge- birgskranz, schlafen. Sin Kap ist seine Rase: zu gewissen Stunden mag er herüberblicken! An dieser Stelle dachte die Kaiserin Elisabeth, vor ihrem Entschluß zum Achilleion auf Korfu, ihr Schloß zu Bauen. Glücklicherweise geschah es nicht: dieichlichte Verborgenheit Pilickatas verträgt keinen Prunk: der Hügel ist von Erdbeben besonders heimgesucht: wir stehen eigentlich zwischen jüngsten Lulneirl t in Brasilien gewonnenen Erfahrungen zunutze machen können und ein größeres Instrument verwenden, so ist zu hoffen, daß diesmal viel genauere Ergebnisse erlangt werden. Das wäre auch sehr zu wünschen, denn viele Jahre hindurch wird keine Sonnenfinsternis für diesen Zweck mehr so günstig fein wie die vom 21. September. Es muß jedoch beachtet werden, dah der zu meßende Effell außerordentlich geringfügig ist. Deshalb werden nur Beobachtungen von größter Genauigkeit und mit den feinsten Methoden von Wert sein. Die Veränderung in der Lage der Sternbilder wird festgestellt durch den Vergleich der während der Sonnenfinsternis ausgenommenen Photographien mit anderen Photographien, die drei oder vier Monate früher deS Rachts von demselben HimmelSgebiet ausgenommen wurden. Die Bilder der Sterne in der Rähe der Sonne in den Sonnenfinsternis-Photographien werden um den etwa Vaooo Teil eines Zolls in ihrer Lage verändert fein, verglichen mit ihrer Lage aus den früheren Platten. Mit der Messung so windiger Veränderungen steht unb fällt die Eiv.stein- sche Theorie. Aber die Methoden der modernen astronomischen Messungskunst sind dieser Aufgabe gewachsen. Gefährlicher könnte ein anderes Hindernis werden. Auf der Weihnachtsinsel beträgt die Tagestemperatur über 90 Grad Fahrenhell, und die Rachttemperatur mindestens 70 Grad' Die Entwicklung der photographischen Platten unter solchen Bedingungen ist sehr schwierig, denn wenn nicht die größte Vorsicht angewandt ist, so wird der Gelatinefilm durch die Wärme weich, und das würde den Wert der Photographien vollkommen vernichten können." Theodor Däubler am Palast des OdyfseuS. Der Dichter Theodor D ä u b [ e r, der sich auf Einladung der griechischen Regierung zum längeren Ausentkall nach G icchen'a d begeben hat unb In den kunstliebenden Kreisen überall eine Betzdorf " Dillenburg S-barafter bestimmen feine Inseln, Eilande und Halbinseln: die Mee ces flächen, mögen Tie auch viel ausgedehnter fein, bleibet» nur Einfassung. großartige Ergänzung. Es gibt Meere mit Inseln, das sind Inseln mll Meer. Wir sind eben weder Vögel, noch dahinschwebende 'Engel: durch unsere Aufrechterhaltung treten wir in Wettkamps mit der Aufgerecktheit der Berge: sie vollenden sich in unserer Schau, Meece hingegen schrumpfen, unS zu Füßen, zusammen." Der Dichter betritt dann die Stelle, wo der Vollsmund die Burg des Odhsseus vermutet. »Wir steigen noch etwas hinan und gelangen zu Häusern, winziger alS sie dazwischen ein Kirchlein, dem Ajon Athanasion geineibt Im Innern erkennen wir, daß es wie ein Rest In zyklopischem Gemäuer eingeklemmt sitzt. Unb ringsum dort, überraschend in Wänden, plötzlich unter Bäumen, behauene Blocke, rauhe Stufen, die Armeskraft gewälzt: auch mancher Brunnen, eine künstliche Grotte mit Wasser, in dem sich Schlangen berunv knäulen, das Bad der Rymphe genannt! Dann Felsen als Pforte steif gereckt, ein in den Stein gehauenes Rund, mll Rischen zum Hineinsetzen von Tafeln oder Gefäßen, Stufen zum Drauf- lagern und Lauschen, ungleichmäßig von einem Steinthrvn erhöht: die Schule Homers! Unb der Volksmund sagt jetzt wieder: »Vielleicht lag noch früher die Burg Odysseus' hier. Sure Reuglerd? mag in Felsenwinkeln, unter Oelbäumen herum' wittern, ihr findet Brunnen und Gräber!" Ich suhle mich hier, mehr als in Pilikata, unter Helden: viel waren mir gleich die unheimlich alten Steineichen: ich dachte an tapfere Männer! Statt Erlen, wie tm Gesang, traf ich bei 'der Burg unterer Vermutungen schlankgipfUge Mandelbäumse mir siel Penelope ein. And ich sand auch ein UeberaU bon Feigenbäumen, in übermütloer Lustigkeit ihren Riesenreigen durch die Trümmer wiegerrd: für mich die Freier!" 774 Marburg—Gießen Vertonung vortrug. Auch das gelungene, mk wenig Mitteln geschickt ausgestattete Bühnenbild sei lobend erwähnt. Die von Marcellus zu- sammengestellten »Lebenden Lieder" boten eine durch Handlung lose verknüpfte in drei Abteilungen gegliederte Anreihung größtenteils bekannter beliebter Volkslieder. „Abschied", „Fremde", »Heimkehr". Hm diese drei Begriffe gruppierten sich die Lieder, die damit bald eine Szene besonders wi k ings o l gehalten halfen, bald selbst durch die Handlung gehoben, in oft für den Zuhörer gan- neue Beleuchtung traten, gewissermaßen geradezu plastisch wirkten. Alle Mitwirkenden verdienen uneingeschränktes Lob für die Ausführung dieser sicher mit viel Mühe und Arbell in der Vorbereitung verbundenen Aufgabe. ** Anlagenkonzert am Donnerstag, mittags 12 Ahr, am Liebig-Denkmal (nut bei günstiger Witterung): I. Krönungsmarsch aus der Oper „Der Prophet" von G. Meyer- beer; 2. Ouvertüre zur Oper „Zar Und Zimmermann" von A. Lortzing: 3. Walthers Preislied aus der Oper „Die Meistersinger von Nürnberg" von N. Wagner; 4. Große Fantasie aus der Oper „Tiefland" von E. d'Albert; 5. Germanen-Marsch von H. Kell, Bornorizen. — Tageskalender für Dienstag Stadttheater, 7 Uhr: „Die Tür ins Freie". - Cafs Leib, 8älhr: Oeffentlicher Lichtblldervor trag der Liga zum Schutze der deutschen Kultur. — Astoria-Lichtspiele: „Die fremde Frau- und „Goliath Armstrong", 6. Teil. — Licht spielhaus, Bahnhofstraße: „Die Dergkatze^ und „Der Bagnvssträfling". , — D i e Bortrag.s-Vereinigung, der der Bund zur Pflege von Musik und Literatur, der Kaufmännische Verein und der Gewerbe- Verein angefchlossen sind, hat für ihren nächsten Vortrags-Abend ein sehr zeitgemäßes Thema ge- wählt: Der Rhein, seine Burgen unb Dome. Der Vortrag wird in großen Zügen dir geschichlliche Bedeutung dec Rheiillande schildern und dabei auch der vielen Sagen und Legenden, die unseren deutschen Strom verherrlichen, gedenken. Eine große Reihe von Lichtbildern werden die herrlichen Dome von Worms. Mainz, Speyer, Straßburg, Köln zeigen und einen Einblick in die Blütezeit des romanischen und gotischen Stlles geben. Ferner werden die sagenumfponnenen Burgen und Ruinen unseres schönen Rhein. stromeS und seine landschafllichen Schönheiten gezeigt. (S. heutige Anzeige.) Kreis Schotten. B. Burkhards, 6. Febr. Die ehemaligen Gemeindeglieder Otto Schmollinger in Reuhork, John Lisin- g e r in Chikago, John Groth in Rew-Bri- tain, Henry Hainh 'm Horth-Hvrt erfreuter, die Gemeinde mit mehreren Dollar zur Verwendung für kirchliche Zwecke. Ihre Gabe sichert vor allem das 'Bestehen des durch die Teuerung gefährdeten Gemeindeblattes des Kirchspiels Burkhards. Kreis Friedberg. Bad-Rauheim, 5. Febr. Der Ver * kehr auf der Main-Wejer-Bahn ruht hier vollständig. Die Folge davon ist, daß der Bahnhof, trotzdem fidp die hieitgen Eisenbahner am Streik nicht beteiligen, vollkommei verödet beilegt. Um so regeres Leben herrscht an der Hallestelle der nach Butzbach und Lich führen» den Kleinbahn, die äutzerst stark benutzt Ml cd Rach Frankfurt und Gießen besteht keine direkte Verbindung mehr. Wer dringend dort zu trn hat, nutzt alle möglichen sich sonst bietenden Verkehrsmöglich leiten aus. So läßt das hiesige Postamt täglich um 8 Uhr morgens ein Auto nach Frankfurt abgehen. Las abends wieder zurückfährt. Die Hin- und Rückfahrt kostet 100 Qilarf, das ist daS mehr als vierfache deS neuen Fahrpreises 4. Klasse. Leute, die )i/ Plockstr. 5. z. einz. Herrn (Darmstadts für mögt sof. ges. Zeugn. u.Btld erw.Jed. Bewerb, w. Portounk. zurückerst. Näh. z.ersr. i. d. Geschäfts- stelle d. Gieü. Anz. 1291 ÄüUMWl für zweimal in der Woche lvorm.) zum Putzen ges. Borst. 1 bis 2 Uhr. „„ Fides, Seltersweg 7L Hess. jung. Fräulein Konditorei Geisiner, 1280 Blockttraffe 9. Schneeschuhe gebraucht, aber noch gut erhalt., zu kauf. geiuckL Schr. Angeb. mit Preis u. (H314 an den G. Anz. [Wohnungstausch | Tausche mod. schöne 3-Zimmer- Wohnung gegen 5 bis 6-Zimm. Wob». Schr. Ang. u. 01304 a. Gies;. Anz. [Stellenangebote) AmMeM (ob. Gehilfin) mögt, für sofort gesucht. 01268 (Sieben, valmolllr. 38 o. Solid, jg. Manu, 15- bis 19jähr., mit angen. Aeutz. und guten Manieren al* Diener WM» 1 größeres u. 1 kleineres, Eisengestelle m.Einlagen, gut erhalten, zu kaufen gesucht. Schr. Slngeb. u. 1277 an den Gien. Anz. 1. Bericht über die neu festgesetzten Richtlinien des Mieteinigungsamtes über Mietpreisbildung in wesentlicher Aenderung der seitherigen Form 2. Jahres- bericht. 3. Rechnungsablage. 4. Erhöhung des Beitrags. 5. Satzungsänderungen. 6. Ersatzwahl der ausscheidenden Vorstandsmitglieder. 7. Verschiedenes. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung wird um allseitiges und pünktliches Erscheinen gebeten. _ i292v Der Vorstand. SßlÄM unabhängige Frau, am liebsten Witwe, evangel., nicht unter 40 Jahren, welche gut bürgerlich kochen kann u. mit Kindern umzugeben versteht, für sofort oder 15. Februar «ach Kölll grs«St. Gefl. Off. unter gleich». Ausgabe von Res. u. Angabe d. GehaltSansvrüche unt. C. W. 2219 an Ale- Haa*enNteln & Vog- 5rau RMer-vangert, Herr Dr. von Zaber. Karten bei Challier und abends zu 10 und 5 Mark. BrueS Mtfitn pes. Frau S. Qvvenbeimer, Blcichstrane 32. °,r« Nach Bad-Naubeim tücht., selbst. Herrschafts- Köchin die nur in besten Häusern gearbeitet hat, für kl. Privat - Haushalt gegen hohen Lohn gesucht, ebenso tüchtiges Hausmädchen. Offerten an H. (ttcibel, Bad-Nauheim, Lutb r- Ml lir hs Mill ll Willi WlkAwMM fiü(ficn=6inrid)tuno preiswert zu verkaufen 01337 Steinstrasre 78 p. 1295h] Klangvolle Mandoäine für 200 Mk. zu verkaufen. Wo? sagt Hcrio, Mttld. 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Abzugeben gegen Belohn.Neue Kaserne II, Zimmer 87 p. 01297 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Dienstag, 7. Februar (922 Zweites Blatt Nr. 52 Ofi Den Gemarkung 6umme (42,1 (Nachdruck verboten.) 22. Fortsetzung. 5171 10225 43104 27039 2101 11701 3121 5087 6 7 8 1 2 3 4 3,0 4,6 22,0 12,5 1.0 3,7 2,2 5,9 10695,50 9641,63 41295,58 41275,94 4208,40 11414.50 5056,38 19809,10 Sngelrod Freiensteinau Herbstein Ilbeshausen Feldkrücken Oberseemen Oberseiberlenrod Rebgeshain Verhältnis des Erlöses zum Anlagekapital 0,48 fach 1.06 , 1.04 „ 0.66 „ 0,50 „ 1,02 „ 0,63 „ 0,26 n LZ a> g o ha Tie Lore, das PorzellanpüpPchm, hacke schwere Lage. ‘2Luf der langen Fahrt nach Berlin — es ging zwar ziemlich schnell, denn sie fuhren im Gefolge des Fürsten, und für den war überall Belais gelegt — hat sie gesonnen und gesonnene „deichtest du mm Mama oder beichtest dr jetzt nichts Einmal mut) es doch geschehen, aber ist hierdurch der Wohlstand des einzelnen gehoben wird, so dürfte dies im wohlverstandenen Interesse der Allgemeinheit liegen. Don diesem Gesichtspunkte betrachtet. haben die Hutweiden-Meliora- tionen im Vogelsberg bei unseren jetzigen und voraussichtlich noch lange andauernden ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen, eine hohe Bedeutung für das Volksganze, welche über das lokale Interesse hinausgeht, und es ist deshalb lebhaft zu begrüben, dob unsere Regierung und Volkskammer diesem Zweig der Landeskultur fortgesetzt das regste Interesse entgegenbringen. «L> >- Mk. Mk. Frau Mutter. Wir haben uns ganz ernstlich und in Ehren verlobt. Herben uns auch gekühtl Jawohl. geküsst l" Hat die Mutter das nächste, was sie ein- Pocken wollte, und gerade in der Hand hatte, einen dicken flanellenen ilnterrod, nach der Lore geworfen und gerufen: „<3ter dich rau8, bJ Gans?" — §u Gans, wahrhaftig. Item: die Lore ist gegangen und hat sich erst wieder sehen lassen, als die Mutter abgereist war. Ta ist sie mit verheulten Augen auf- getaucht und hat zu allem noch die Vorwürfe der Schwestern hinnehmen müssen, tat) sie die check mamam so schwer gereizt hätt', gerade jeht, wo die den Kopf voll habe und in groben Sorgen um Luise war: liehe sie übrigens grüben, und ein Gänslein wäre sie dcch. Würde aber wohl Vernunft annehmen. Mit der Zeit — „Jawohl: mit der Zeit! So in zehn oder zwanzig Jahren, wenn ich alt und grau und häßlich bin," hat die Lore gemeint. „Dazu habe: wir, ich und mein Herzensschah, aber keine Zeit Ra. ihr werdet ja sehen." Ein paar Tage darauf ist's wie ein Sturmwind durch Berlin gerauscht. Ein ^bestimmtes Gerücht, eine wirkliche glaubwürdige Kunde dann: der Korse, der Bonaparte, der RapoleoN- ist von Elba entflohen. An der italienischen Küste, bei Genua, soll er gelandet sein. Rein, wußten andere es besser, in Südfrankreich. Ter erste, der bestimmte Rachricht bekam, war der Fürst, der Feldmurschall. (Fortsetzung folgt.) Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei N. Lange Adrestbuchverlag Schulstratze 7 Fernsprecher 51 Zur Auswanderung nach Nordamerika. Heber die gegenwärtigen Aussichten für Deutsche in den Vereinigten Staaten schreibt ein Vertrauensmann dem Deutschen Ausland-Institut: „Erne häufig aufgeworfene Frage ist: Wäre es ratsam, nach den Vereinigten Staaten von Amerika auszuwandern? Rach meinen Kenntnissen der Lage muh ich ganz entschieden mit „nein" antworten, denn ein mittelloser Einwin- derer, ganz gleich welcher Rasse, welcher die englische Sprache nicht beherrscht, hat gar keine Aussicht, hier in den Wettbewerb einzutreten, und Die vorstehenden Zahlen dürsten^ wie man zu sagen pflegt, Bände sprechen. Wenn man in Be° -rächt zieht, dah zu den gesamten Aulagekosten nie beteiligten Gemeinden mir die Hälfte mit 71 698,52 Mk. beigetragen haben, so ergibt sich, dah von diesem Anlagekapital in 1—2 Jahren durchschnittlich das -fache, .ja in einzelnen Gemeinden über das Zweifache erzielt wordrni st. Der Erlös würde teilweise sogar H»och höher gewesen sein, 'wenn nicht durch die grobe Trockenheit im vergangenen Rachsommer die Grummeternte besonders Schaden erlitten hätte. Der verhältnismäßig niedrige Erlös in Rebgeshain ergibt sich daraus, dah die Meliorationsfläche etwas verspätet fertig wurde und durch die Trockenheit im vergangenen Jahr besonders zu leiden hatte. Weiter ist zu berücksichtigen, dah die ein» gesäten Wundstellen vielfach noch nicht gehörig vernarbt sind, so dah bei eittsprechender Pflege und besonders sachgemäher Weiterdüngung die Bestockung noch eine Besserung erfährt und hierdurch eine weitere Ertragssteigerung zu erwarten ist. Vereins- und Kassen-Vorständen wird es erwünscht sein, datz wieder ein Verzeichnis der Vereine und Kassen in das Adreßbuch eingefügt werden soll. Da diese Abteilung in der Ausgabe 1914 zuletzt gebracht wurde, ist eine vollständige Neumeldung erforderlich. Cs werden,deshalb alle Vereins- und Kasfen-Vorstände oder ihre Vertreter gebeten, binnen acht Tagen folgende Angaben schriftlich einzureichen: l.Name des Vereins oder der Kasse, 2. Iweck (Bildungs-, Ge- selligkeits-, Sport-, Wohttätigkeits- usw. Verein), 3. Name des Vorsitzenden, 4. Vereinslokal. Nur die Ausnahme derjenigen Vereine, Verbindungen, Kassen und Gesellschaften kann gewährleistet werden, deren Vorstände rechtzeitig und genau schriftliche Meldung erstatten. Die Blüchernichten. Roman von HannSvonZobeltitz. Tie beiden Mütter eilten, die schützende Hütte wieder zu ordnen. Die Hände der Gräfin bebten, und der harten Frau von Giese rannen die schweren Tränen über die Wangen. Sie lühte die Tochter auf die Stirn, flüsterte: .Mein Sorgen- lind —“ _ . Schon aber hat sich Franz Martinez gefaht. Er lächelt. Er kann lächeln — Ganz ruhig zieht er sich einen Sessel oeran, setzt sich dicht nehm Lutte, nimmt wieder ihre Hand Sie Witt ihm wehren, sie sagt mit schier verlöschender Stimme: »Ich sah. tote da schaudertest." . . , .Ich erschrak, Geliebte. Konnte es halt an» ders fein? Latz mir deine liebe Hand! Um dich erschrak ich, nicht für mich. Schau, wir müsset beide ganz ruhig sein. Schau, ich kann kacheln! Das ist denn geschehen? Du lebst doch — -ino wir haben uns lieb. Ist dena das nicht das Schönste und' Beste, ein Gnadengeschenk vom Himmel?! Die rechte, echte Liebe kann uns ntch'S rauben^ meine Luise. Richts— nichts! Das wahre Glück ruht in den Herzen, darf nicht am Aeuher- lichen hängen. So fest, ich hier deine Hand hatte, so fest gewurzelt lebt meine Liebe zu dir!" Weit beugt sie sich vor. Aber sie schüttelt den Kopf. „Es ist schön, wie du sprichst," sagt sie traurig. „Ich danke dir. Aber da irrst, Franz. Das Mitleid betrügt dich. Kurze Zeit -- und du wirst wieder erschauern . . . wie vorhin . . es jetzt klug? Sott ich lieber noch ein bihl warten?" Eigentlich hätt' fies gern noch ein wenig auf die lange Bant geschoben, wie sie's sonst liebte; hätte dem Zufall und einer kommenden Glücksstunde vertraut. Aber dann brannte es ihr wieder auf der Seele und im Herzen, inb sie war auch oder düntte sich ein wohlerzogenes Mädchen und zudem eine richtige junge Dame. Sie 'wustte, was (ich schickte — wie die Lore das eben verstand. Also hat sie, ein paar Stunden nach der Ankunft in Berlin, das junge Herz m beide Hände genommen und ist zur Frau Muttei gegangen. Die ist eigentlich ziemlich weich gestimmt gewesen: die arge Rachricht über Luise hatte sie doch sehr beunruhig’ Aber sie war mitten im Packen und voll von Sorgen über ihre Reise nach Wien. Als daher das Töchttng eintrat, hat sie nur flüchtig vom Koffersack aufgesehen und so obenhin gefragt: „Was loll's denn? Stör 'mich nicht." Darauf hat die Lore das Herz noch feiler in die Hände genommen und gesagt: .Gnädige Frau Mama ... ich must Ihnen berichten . . . dah ich mich verlobt hab'." Hat die Mutter laut aufgelacht: „Tu alberner Kindskops Mit wem denn? Wohl mit einem von den Stallungen aas Krieblowih?" „Die Frau Mama möge verzeihen. Rein — mit dem Herrn 'Baron von Bause." Das Hang schr>n ein wenig trotzig. „Alexander von Bause!" Hat die Frau Mttter wieder aufgelacht: „Scheint, Last der dir nette Fladusen eingeblafen bat! Dem Mösjö sollt' man Len Kopf waschen, aber gründlich. Dir erst recht, du alberne Liese!" Tas Blut ist der Lore ins Gesicht gejagt, bis unter die blonden Stirnlocken. ,Erlauben dte ö Q — O v. O aufgewendeten Ausführungskosten betragen bei einer Gesaml-Meliorationsfläche von 86,1 Hektar! gleich 265 387,01 Mk., wrvon auf den Kreis Lauter- • bad) 41,5 Hektar mit 133 450,83 Mk. auf den Krci-3 Schotten 33,6 Hektar mit 108 067,63 Mk., und auf1 den Kreis Tübingen 11,0 Hektar mit 23 868,55 Mk Kosten entfallen. Von diesen sachlichen Kosten haben der Staat und die beteiligten Gemeinden je die Hälfte getragen, während die Kosten für Vorarbeiten und Bauleitung von dem Staat allein aufgebracht toerben ftnb. Die durchschnittlichen Kosten können wegen den noch bei einzelnen Unter- nehmungen fehlenden Kalkdüngungskosten nicht ge< nau angegeben werden. Sie betragen etwa unter schätzungsweiser Hinzurechnung dieser reftierenben Kosten 3600—4000 Mk. pro Hektar unb wechseln in den einzelnen Gemarkungen zwischen 600 bis 1500 Mk pro Morgen gleich i/t Hektar. Bei der fortgesetzten Steigerung der Arbeitslöhne und der Preise für Dünger und Samen sind aud) im Rj. 1920 die Aussührungslosten gestiegen, unb bei der zunehmenden Teuerungswette unb an« bauernben Geldentwertung wirb mit einer weiteren Erhöhung für die nächste Zeit zu rechnen fein. Trotz dieser gesteigerten Kosten sind die Hut- weiden-Meliorationen, abgesehen von dem hohen Ruhen, der durch die Umwandlung von Oedland in Kulturland für die Allgemeinheit erzielt wird, für die beteiligten Gemeinden von ganz besonderem Interesse und großem Vorteil. In den letzten futterarmen Jahren wäre es ohne das Vorhandensein der meliorierten Hutweidenflächen für viele Landwirte reckt schwierig gewesen, die vorhandenen Viehbestände durchzubringen. Die gestiegenen Futterpreise ermöglichen eS, ''ah das von ben Gemeinben aufgebrachte Meliorationskapital sich in wenigen Jahren amor» niiert hat. Aus nachstehender Aebersicht über die seitherigen Futterci löse auf den im "Rechnungsjahr 1919 meliorierten Flächen ist die hohe Rentabilität der in Rede stehenden Meliorationen recht ersichtlich und zutage tretend. Die Verbesserung der Hutweiden im Vogelsberg. Von Kulturinspektor Kunz (Lauterbach- Seit Inangriffnahme der Hutweidenmeliorn Nonen im Vogelsberg im Jahre 1896, also bereite über 25 Jahre, ist im Berichtsjahre 1920 die um fangreichste Fläche, und zwar in neun Gemarkungen Zusammen 86,1 Hektar melioriert worden. Infolge Hindernissen in der Kalklieferung, konnte die vorgesehene Kalkdüngung nur teilweise ausgeführt werden, so dah die noch ausstehende Düngung auf bas Rj. 1921 verschoben werden muh. Hierdurch ist das Bild über die entstandenen Ausführungs- iosten nicht vollständig, wozu noch in der Gemar- lung Rebgeshain das Fehlen der Kosten der nach» tTäglich ausgeführten Einsaat kommt. Die im Berichtsjahre für Reumeliorationen Aus Stobt und Land. Giehen, den 7. Febr. 1922. ß. H. Bon der LandeSuniversl- tät. Assistenzarzt Dr. med. Adolf Seitz, der sich für das Fach der Geburtshilfe und Gynäkologie an unserer Universität zu habili- tieren wünscht, wird am Donnerstag, 9. Februar, nachmittags 6 Ahr, in der Kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung halten über das Thema: „Der heutige Stand der Lehre von der Menstruation". Die schriftliche StaatSpru« fung für den höheren Forst dien st beginnt am 20. März dieses IahreS, vormittags 8’ / Ahr, zu Darmstadt im nördlichen Kanzleigebäude, Zimmer Rr. 69. Gesuche um Zulassung zu dieser Prüfung sind unter Der- Wendung des Eingabestempels von 1,50 Ml. spätestens bis zum 4. März d. I. bei der Ministerialabteilung für Forst- und Kameral- vertvalMng einzureichen. •• Der Ankauf von Gold für ba 3 Reich durch die Reichrdunl unb bie Post erfolgt in bet Woche vom 6. bis 12. Februar b. Zs Adreßbuch der Stadt Gießen 1922 Die Hausliften werden während der nächsten Tage bei den Hausbesitzern oder ihren Stellvertretern durch die zuständigen Revierpolizeibeamten abgegeben. Die Zustellung der Hauslisten wird sich infolge des Eisenbahnerstreiks voraussichtlich noch um einige Tage verzögern. Zur Erlangung einer einwandfreien Einwohneraufnahme ist es erforderlich, daß jeder selbständige Hausbewohner seinen Eintrag eigenhändig und in der Reihenfolge der Stockwerke vornimmt. Nach einigen Tagen werden die Listen von der gleichen Stelle wieder eingefordert, bei der sie niedergelegt wurden. — Die Einwohnerschaft Gießens wird dringend darum gebeten, die Aufnahmearbeit durch sorgfältige Einträge und pünktliche Bereitstellung der Listen freundlichst zu unterstützen. Nur so kann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende Genauigkeit des wichtigen Nachschlag^ Werkes erzielt werden. — Der Bezug des Adreßbuches wird nur bei vorheriger Bestellung durch die Hausliste gesichert. Der Geschäftswelt zurBenachrLchtigung,daß der Anzeigenanhang des Adreßbuches baldigst abgeschlossen werden muh. Es wird deshalb hiermit nochmals um Einsendung der Anzeigentexte oder doch um Angabe gebeten, welcher Raum freigehallen werden soll. Es sei auch nochmals darauf hingewiesen, daß nur die Adressen der Anzeigenbesteller in sämtlichen Verzeichnissen des Adreßbuches ohne besondere Kosten durch auffälligen Fettdruck und unter Hinweis auf ihre Anzeigen hervorgehoben werden können; außerdem erfolgt die kostenlose Einfügung unter bret Grupven des Geschäftsverzeichnisses. Diese Vorteile sind nur den Anzeigenbestellern vorbehalten. Anzeigenpreise: viertelsertige Anzeige 200 Mk., halbseitige 350 Mk., ganzseitige 600 Mk. Durchschn. 143397,03107549 0,75 fach Wie einzelne Gemeinden diese Erträge ein- I schätzen, dürfte aus folgcnbcm hervvrgehen. So schreibt die Bürgermeisterei Oberseemen. „Sie werden staunen über die hohen Preise. Diese Flache hatte auch sehr schönes Futter und machte Reklame." Die Bürgermeisterei Herbstein teilt mit: „Hier können Sie den Anterschieb ersehen (soll wohl hcihen gegen unmeliorierte Flächen), das Futter war im Durchschnitt noch nicht zu teuer." Weiter sagt die Bürgermeisterei Ilbeshausen: „Der Erlös aus dieser Fläche ist ein ganz enormer, woraus die Rützlichkeit der Meliorationen hervorgeht", ein Deutscher mit einigen tausend Mark ist hier mittellos, da bie Mark keinen Wert hat. Wir haben zur Zeit hier ungefähr fünf bis sechs Millionen Arbeitslose. Schon in normalen Zeiten ist es schwer für einen Ausländer (besonders für einen nicht Englisch sprechenden), eine Stelle zu finden. Infolge ihrer Ankenntnis der Verhältnisse werden dieselben als Preisdrücker mißbraucht und zu Arbeiten herangezogen, welche die Einheimischen nicht verrichten wollen. Ein sprachunkundiger Deutscher wird hier ungefähr so behandelt, wie vor dem Kriege in Seutfdjlanb die Polen, Galizier usw. verwendet wurden, d. h. schwere Arbeit bei schlechter Behandlung und geringem Lohn. In Deutschland kann sich niemand von den hiesigen Verhältnissen eine richtige Vorstellung machen, weil jeder den deutschen Verhältnissen entsprechend talhillcrt. Wenn die Regierung hier 160, 320 oder 640 Acker Land jedem frei als Heimstätte gibt, dann denkt ein tüchtiger unb fleißiger Mann in Deutschland, er könnte es bald mit so viel Land zu Wohlstand bringen, tatsächlich jedoch weih hier jeder, datz das ge^ schenkte Land nicht wert ist, die geringen Gebühren dafür zu zahlen. Weshalb? Run, atteS Land, das einigen Wert hatte, ist schon längst ausgenommen, und das Land, welches jetzt n«h ;u haben ist, ist Steinwüste und dann noch Hunderte von Meilen Dort" jeglicher Verkehrs- strahe entfernt. Es sind Millionen von Acres, aber niemand will es, denn es fehlen eben die Verkehrswege und Verbindungen. Wenn wir in Deutschland so arbeiten und uns schinden würden, wie wir es hier tun, wir würden dort ein besseres Leben führen. Denn Sonn- und Feiertag kennt die Mehrzahl der Arbeiter hier nicht: es ist kein Anterschieb, ob es Weihnachten oder Reujahr ist. Wenn bas Wetter günstig ist laufen die Pslugrnaschinen Tag und Rächt, weil die Arbeiter froh sind, dah sie den Tagelohn ver dienen können und weil sie auch gar nicht wüssten, was sie mit dem Feiertag anfangen sollten: denn amüsieren nach deutschem Sinn gibt es ja gar nicht, kein Tanzlokal, kein Bier, keinen Wein, kein Theater — nur Kinematvgraphen, und toa? für welche! Gemütlichkeit kennen die Leute hier nicht, sie sind nicht mal fähig, dieses Wort z» übersetzen, es gibt keinen englischen Ausdruck dafür. Ich will jedoch nicht sagen, datz es hier kein Ausländer zu etwas bringen kann, er hat hie, dieselben Aussichten wie in seinem Heimatlands — nachdem er englisch Fairn. Bei harter Arbeit unb genügsamer Lebensweise ist es möglich, nach und nach sich herauszuknausern unb ber täglichen Tretmühle: doch solange man für Tagelohn arbeiten mutz, ist es unmöglich, emporzukommen weil ber Tagelohn nicht grötzer ist als die notwendigen Lebenslüsten. es heitzt also 8—10 Stun den (stellenweise 12 Stunden, für Tagelohn täglich arbeiten unb bann noch 4—5 ©tunben ejrtrr täglich eigene Arbeit tun, unb wenn bas jemand in Deutschland tut, bann kann er auch vorwärts kommen, besonders wenn er bas erworbene Geld nicht für Vergnügungen ausgibt. Ich bin vor 10 Jahren ausgewandert, habe zuerst täglich 10 bis 12 Stunden in ber Fabrik gearbeitet, nach Feierabend unb des Sonntags Bienenzucht unk Gemüsebau betrieben und jeden Gent, ben ich ersparen konnte, zur Dergrötzerung der Imkerei verwendet (ich fing mit zwei Stöcken an), und heute bin ich so weit, dah ich selbständig bin al» Imker. und endlich spricht die Bürgermeisterei Feldkrücken von dem «schönen" Erlös von 2101 Mark. Wie bekannt, sotten teilweise bie meliorierten Flächen bei entsprechender Gröhe allmählich in Gemeindeviehweiden mit einem sachgemäßen uhb rationellen Weidegang eingerichtet werden, so dah hierbei der finanzielle Erfolg für die Gemeinde- kassen in der Hauptsache in Wegfall kommen wirb Aber bis zu diesem Zeitpunkt haben bie Gemeinden die aufgebrachten Meliorationskapitalien längst mrt Gewinn zurückerhatten. Andererseits haben die einzelnen Diehbesitzer bei den Weide- einrichtungen den Ruhen und Vorteil, unb wenn „Rein! Rein, nein! Einmal könnt' ich schwach sein. Rie wieder. Vertraue mir, ßui'e, glaube mir. Glaube auch das: bie Wunde wird verharschen, langsam vielleicht, aber gewitz. And wenn sie bliebe: was wär's? Ein Erinnerungszeichen an den größten Glücksabend meines Lebens! Er- innere dich, wie wir beieinand.r! atzen, wie totr fühlten, datz wir uns liebten. Hab' ich dich nicht aus den Flammen getragen? Ja . . damit war dest du mein! Mein! Mein seelisches Egen „Luise ... ich lieb: dich. Ich werde dich immer lieben! Es gibt nichts, was und ^trennen farm. Schau, ich mutz hrut, in weniaen Stunden hinaus, vielleicht in ntueii Krieg R'po'eon ist entflohen. Wir werden grtrmnl fein, melkti;t auf lange Zeit. Aber dein Bild ^ieht im Herzen mir mir. Gwad dein Bild, wie ich bid) jetzt sehe. Tas soll mit mir fein, bas werd' ich fest halten. Aber dazu sollst bu mir die Gewitzheit geben, datz du nicht an mir zweifelst! Datz du mich fo liebst, jetzt und immer, wie ich dich liebe. Jetzt unb immer! Sag's mir, Luise, gib es mir mit auf ben Weg!" Langsam hatte sie sich aufgerichtet, den Kopf gehoben, sah ihn an. Legte ihre Hände auf ferne Schultern, flüsterte es war nur ein Hauch „Immer werd' ich dich lieben, Franz da Guter ... du Bester . . ." zu bemerken: 2lufgetneben waren 789 Stück Grotz- Vieh, davon 154 Ochsen, 17 Bullen und 618 Färsen und Kühe: ferner Ul Kälber, 187 Schafe und 436 Schweine. 2ln Preisen wurden angelegt pro Zentner Lebendgewicht: Für Ochsen 800—1450 Marl', für Bullen 1050 bjs 1350 Mk.. für Färsen und Kühe 590—1450 Mk. für beste Färsen und bis 1350 Mk. für beste Kühe: ferner für Kälber 1100—1600 Mk., für Hammel 800—1000 Mk., für Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht 2000 bis 2200 Mk., von 80 bis 100 Kg. Lebendgewicht 2209—2350 Mk., von 100 bis 200, Kg. 2200 bis 2350 Mk., von 120 bis 150 Kg. 2200-2350 ML Fettschweine über 150 Kg. Lebendgewicht 2200 bis 2350 Mk. Sauen und Eber 2000—2200 ML Die Marktpreise liegen um soviel über den Stasipreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinne in sich schließen. Frankfurter Getreidemarkt. F r a n k f u r t a. M., 6. Febr. Der Besuch war infolge der ungeklärten Lage des- Ellenbahner- streiks schwächer, das Geschäft ohne Ausnahme ruhig, in der Tendenz aber fest. Zu erhöhten Preisen bleibt Weizen gefragt, Roggen und Braugerste behauptet, aber Futtergerste und Rvggenkleie fest. Hülsenfrüchte sind zwar gesucht, Greifware aber knapp. Futtermittel nach wie vor begehrt und fest, ebenso Heu und Stroh. Soweit Preise im freien Verkehr zu hören waren, sind höhere Dotierungen vorwiegend. (In einem Teil dec Auflage wiederholL) Einschränkung des Fernsprechverkehr- in Berlin. Berlin, 6. Febr. Ter Fernsprechverkehr von Berlin wird im allgemeinen noch aufrechterhalten. Bei den Fernsprechämtern 4. 5 und 6 mutzte der Privatverkehr einge- schränkt werden, weil die Auflage der Batterien infolge des Wassermangels Schwierigkeiten verursachte. Tie TechnischeDvthilfe wurde eingesetzt. Der Fernsprechverkehr ist sehr überlastet, so datz mit Verzögerungen in der Abwickelung gerechnet werden muh. Irische Führer in London. London, 6. Febr. kWTB) Gestern früh ist Collin in Begleitung zweier anderer südirischer Führer in London eingetroffen. Sie hatten mit Churchill und anderen englischen Ministern eine 'Besprechung. Llovd George kchrte am Abend vom Lande zurück. Gr hatte zugleich eine ülnterredung mit den irischen Bertretern. London, 6. Febr. (WTB) Heute vormittag wird das Eintreffen les Präsidenten des DailEireann, Griffith, erwarteL Die Stimmung der politischen Kreise bezüglich der irischen Schwierigkeiten ist infolge dieses Ereignisses sehr optimistisch geworden. Von der Pfälzischen Bank. Mannnheim. 6. Febr. (WTB.) Wie die „lieuc Badische Landcszeitung hort, sind zwischen den ülebernahmebanken bzw. der Direktion der Pfälzischen Bank sowie den Mitgliedern der ®eneralt>erfammlung vom 3. Januar 1921 und dem Vertrauens- aus schuh der Aktionäre Verhandlungen wegen der Abfindung der Aktionäre auf einer neuen Grundlage im Gange Da man sich gegenseitig strengstes Stillschweigen zugesichert hat, kann über die neue Basis eine zahlennrähige Angabe noch nicht gemacht werden. Dem Vernehmen nach stellt sich dazu machende neueAngebotfürdieAktio-- näre etwas günstiger als das von her ergebnislosen ersten Generalversammlung unterbreitete Gebot. Auch auf Aktionärsseite ist man inzwischen zur Einsicht gekommen, day ein Lieber- spannen des Bogens durch ein Hintreiben auf den Konkurs zwecklos wäre. Die Verhandlungen sind noch nicht ganz abgeschlossen. Ihr Ergebnis Wird noch vor der am 7. Februar stattfindenden neuen Generalversammlung bekanntgegeben werden, damit sich die Aktionäre vorher ein Urteil bilden können, was nur zur Vereinfachung der Verhandlungen beitragen könne. Berlin 1-älhr- 1-Uhr- Schluh- Gchlutz Kurs Kurs Kurs 109, d60, 1488,- 1495, 680, 680, 1,95 Nr LIKöFL 100 100 100 100 100 L. 100 Fr. 400, 290, 100 FL 100 ML 100 Kr. 100 Kr. 100 Fr. 4.2. 2,52 1,33 2,47 6.2. 77,50 Kr. $ Kr. Kr. 618,- 553,- 483,- 8,71 5,88 -»49 Frankfurt a. M., 7. Februar, Züricher Devisenmarkt. 837 850. 880 1490. 895, 740 9J5 598, 550, 649, 737 - eoo;- 5;7,- 550,- 653,- 190.- 2,55 0.17 9.295 42.89 2Z.05 23*23 40.90 0-775 510. 1.70 ***0,15 190.25 2.52 0.17 9.65 48.- 22.13 24.- 41.40 0.77 511.- 1.65 0,16 918,- 780,- 948,- 599,- 549,- 643,- 616,- 609,- 531. - 485,- 74,50 680,- 6.2. 2,50 1,32 2.45 25,62 1,92 3847, - 8,81 5,88 -,4g 920,- 765,- 991,— 605,— 554,“ 655,- 985,- 612,50 545,- 494,- 73,75 700,- 616 555, 480, Datum: 5% Dtsch. Kriegoanl. 4°/c>Dtsch. Reichsanl. 3°/„ Dtsch. Reichsanl. 4% Preuh. KonsolS Hamburg-Pakets.. . Norddeutscher Lloyd Comm.u.Privatbank Darmstädter Dank . Deutsche Bank . . . Disconto-Veseüschast Dresdner Bank. . . Mitleid. Creditbcurk. Aationalvank f. D. . Doch. Gußstahlwerke Bud.-Eisenw.-Akt.. Vörseakurle. Frankfurt unverändert wie in dc: Vorwoche zum Preise von 780 Mk. für ein Zwanzigmarkstück, 390 Mk. für ein Zehnmarkstück. •• 'Reinigung der Futz steige. Das PoNzeiamt macht erneut die Eigentümer von an Me Strahe grenzenden Grundstücken aus die chnen obliegende Pflicht der Reinigung der Fuhsteige von Schnee und Cis aufmerksam. LaudLreis Gicszeu. ii. Heuchelheim, 6. Febr. Die Liga zum Schutze der deutschen Kultur hatte gestern abend die hiesige Einwohnerschaft zu einer Versammlung in die Wirtschaft von L. Schäfer eingeladeu, die recht gut besucht >var. Der Redner des Abends, Dr. Fal- kenberg, der feinem Vortrage die Frage .,Was treibt unsere heuttge Wirtschaftslage zum Bankrott?" zugrunde gelegt hatte, braut- ivvrtete dieser dahin, daß es einerseits der verlorene Krieg, der Vertrag von Versailles, die Wiedergutmachung, die Geldentwertung find, die uns nicht wieder hochkommen lassen wollen, daß aber anderseits die Deutschen durch ihr inneres Zerwürfnis selbst schuld daran seien, wenn sie immer mehr dem Abgrund zutriebeu. Nachdem der Redner noch über Zweck und Ziel der Liga gesprochen, fordert er zum Beitritt in diese auf. Gegen zwanzig Anwesende erklärten sofort ihren Beitritt, so dah noch am selben Abend zur Bildung einer Ortsgruppe geschritten werden konnte, die als ihren Vorsitzenden Herrn Ferd. Vvlkmann wählte. • Wieseck, 7. Febr. Das Fest der silbernen Hochzeit begehen heute die Eheleute Stephan Kreiling und Frau Marie geb. Wagner. Kreis Büdingen. tz. Büdingen, 3. Febr. Bei dec im Jahre 1921 vorgenommenen Sammlung für Oberschlesien kamen in' unserem Kreise im ganzen 62 877,24 ML zusammen. — Die hiesigen Vereine beabsichtigen, vor dem neuen Schulhause in der Brunosttatze ein Denkmal für die im Weltkrieg gefallenen Söhne unserer Stadt zu errichten. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 6. Febr. 'Der Obst- und Gartenbauverein für den Kreis Wetzlar zählt zur Zeit 624 Mitgliedes Im verflossenen Jahr wurden eine Vorstandssitzung sowie eine Hauptversammlung in Wetzlar und 11 Wanderversämmlungen in verschiedenen Gemeinden des Kreises abgehalien. Die vorgelegte Iahresrechnung ergab 3066,84 Mk. in Einnahme und 3047,97 Mk. in Ausgabe. Der gemeinschaftliche Obstbaumbezug betrug im abgetan, enen Jahr 2139 Stück. Die für Hochelheim geplante Obstausstellung konnte wegen der geringen Ernte nicht abgehalten werden, sie ist daher bei günsttger Ernte für dieses Zahr in Aussicht genommen. Wegen der fortgesetzten Preissteigerung wurde der gemeinschaftliche Bezug von Gemüsesämereien eingerichtet, desgleichen sollen auf Wunsch für das Frühjahr Frühgemüsepflanzen für die Mitglieder beschafft werden. Vermischtes. * Die Einzeiger-Hhr. Man schreibt uns: 3m Zusammenhang mit dem jetzt wieder viel erörterten Problem, ob auch in Deutschland wie in den meisten Nachbarstaaten die 24-Stun- denzeit eingeführt werden soll, interessiert eine kürzlich in den Vereinigten Staaten von Nordamerika hergestellle und von einer Finna in Pennsylvania vertriebene ^lhr, deren Zifferblatt Kurs 6.2. 77,50 81.40 109,50 74,25 407,- 302 - 301— 300,- 476, - 410- 320. - 257,- 306,- 955,- 850,- 855,- 885 - 1.7.14. , . Fr. 125 40 , . 51. 59.20 , . Kr. 88.80 , . Kr. 117 80 . . Kr. 88.80 . Kr. 117.80 . Sh. 97.80 . Fr. 125.40 . . r 23.80 * Märkte. Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag .... Stockholm . Wien.... London. . . Paris. . . . Neuyork . . «MW 3. 2. 77,50 87,75 109,75 71,10 401,- 284,76 299,- 299,- 474,50 410,- 320,- 283, - 303 - 940 - 818,- 837,- 860 - Wechsel auf Holland....... Deutschland .... Wien........ Prag........ Paris........ London ....... Italien....... Brüssel....... Budapest...... Deuyork....... Agram....... Warschau...... D.-Luxemb. Dergw Gelsenkirch. Bergw.. u.,V| - Harpcner Bergbau. 1520,- Oberfchl. Eisenb.-B. 900,- Ooerfchlef. Eisenind. — 9.2. 77,50 37,50 109,- 71,50 400.- 290,- 295,- 296,- 482,— 410,- 314,- 284, -v 301,-4 820* - 840 - Phönix-Dergb-Akt. Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Slcktr.-Ges. . . Felten L Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke...... Daimler....... 4° V-dc-f. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. Vcreinäbank nur mit einem Zeiger versehen ist, aber trotzdem die Zeit auf die Minute genau erkennen lätzL Das ganze Kunststück besteht darin, datz die Zwischenräume zwischen den einzelnen Stunden.zahlen immer noch in 60 schmale Abschnitte für die Minuten eingeteilt sind, und zwar werden auf dec Innenseite dieser auf einer Kreislinie angebrachten Einteilung immer die Viettel- stunden mit den Ziffern 15, 30 und 45 verzeichnet, während auf der 2luhenseite die übrigen Abstände von je 5 Minuten angegeben werden, also 5, 10, 20, 25, 30, 35, 40, 45, 50, 55. Der einzige Zeiger der ^Ihr reicht bis an diese Miimtenein- teihing heran, so datz man immer sofort die genaue Zeit ablesen kann. Steht z.B. h:r Zeiger um 1 .2 Uhr zwischen den beiden grotzer Stun- denziffern 1 und 2, so zeigt er gleichzeitig auf die kleine Minutenziffer 30, also liest man ohne weiteres 1 Uhr 30. Irrtümer, wie sie bei zwei Zeigern bet fluchtigem Hinblicken Vorkommen können, sind bei diesem System ausgeschlossen. Diese Vereinfachung ermöglicht es auch, dünnere und billigere Uhrenmodelle gls bisher herzu- stellen. Im übrigen wäre es, um auch diese Einzeiger°Uhr für die 24-Stundrnzeit verwenden zu können, lediglich erforderlich, neben die Stundenziffetn 1 bis 12 noch die entfvrechenden Zahlen 13 bis 24 auf dem Zifferblatt anzu- bringen. Allerdings dürfte dieses Systent mit den verhältnismähig vielen Zahlenangaben weniger für kleinformatige Taschenuhren als für Tisch-, Bureau-, 'Wand- oder öffentliche Uhren mit größerem Zifferblatt in '5rag? fommen. 6.2. 7.2. Schweizer Franken Frankfurter Schweine- und Klemdiehmarkt. Frankfurt a. M., 2. Febr. (Amtlich - Bei lebhaftem Handel wurde der Markt schnell cnieverlauft. Die Zufahr war durch den Eisenbahnerstreit start beeinträchtigt. Aufgetrreben waren: 577 Kälber, 343 Schafe und 203 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht: für Kälber, beste Qualitäten. 1300 bis 1400 Ml., für Kälber mittlerer Qualität 1200 bis 1300 Mk., für Kälber geringerer Qualität 1000 bis 1100 Mk., für Hammel 450- 950 ML. für Schweine unter 80 Klgr. Lebendgewicht 1603 rie 1800 ML, für Schweine von 80 bis 100 Klgr. 1(50 bis 1850 Mk., für Schweine von 100 bis 120 Klgr. 1750 bis 1850 ML, für Schweine -von 120 Lis 150 Klgr. 1750 bis 1850 Mk., für Zetlschweine über 150 Klgr. Lebendgewicht 1750 bis 1850 Mk. Auster dem wurden 27 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Dte Marktpreise liegen um so viel über den Slall- preisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schliehen. Frankfurter SchlachtviehmarkL Frankfurt a. M., 6. Febr. (Amtlich, Marktzufuhr und -besuch waren durch den Eisenbahnerstreik stark beeinträchtigt. Die Zufuhren erfolgten mit hohen Spesen auf dem Landwege Per Achse und zu Futz. Es wurde reichlich geschlachtetes Bieh, insbesondere Gesrierschweine, die einen Preis von 24 bis 26 Mark pro Pfund Schlachtgewicht erzielten und auf den Lebendgewichtspreis drückten, dem Markte zugeführt. Der Antrieb wurde geräumt 3m einzelnen ist Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: SanbeL Berlin, 6. Febr. Börsen st immangs- bild. Bei stillem Geschäft und ziemlicher Zurückhaltung, die auch durch die Beschränk tng des Telephonverkehrs in Be lin erklärlich ist, eröffnet» die Börse in fester Haltung bet Kurssteigerungen von 30 Prozent und bf.rüb.r. Von Montanwerten traten oberschle i che infolge Re- alisationen meist mästig abgeschwächt, dagegen westliche anziehend. Westeregeln 125 Prozent niedrige r. Die übrigen Märkte waren fest. '.Rentenwerte still. Devisen fest, aber sehr sttll. Frankfurt a. M., 6. Febr. Börsen- stimmungsbild. Auch die neue Geschäftswoche eröffnete den Verkehr in unsicherer und ungleichmäßiger Haltung. Mangels 'Beteiligung weiterer Kreise des Kapit-alistenpubliünmL war der Geschäftsverkehr ruhig. Die Spsmlation beherrschte im allgemeinen den Markt. Man nannte Benz 550—555, Deutsche Petroleum 1775, Gebr. Fahr 575, Baynbedars 475, EhemisHe Ryenania 950. Erneut flackerte das Interesse für Montanpapiere auf. Laurahütte war wiederum fester, 1175-1210. Harpcner, Buderus u. a. befestigten sich. In chemischen Aktien trat wenig Veränderung ein. Still lagen . auch Clektrizitätsattien. A. E. G. ab- gefchwacht. Maschinen- und Metallaktien zeigten eine uneinheitliche Haltung. Daimler 480, büßten 6 Proz. ein. Valutapapiere entsprachen der Tendenz des Devisenmarktes. Mexikaner höher. Schiss- fahrtsakticn gut behauptet. Am Einheitsmarkt der Industriewerte herrschte etwas regere Nachfrage für einzelne Spezialpapiere. Der Schluh gestaltete sich ruhig bei behaupteten Kursen. Privatdiskont 4r-3 Prozent. cMbÄMÄ, - - - ■ ■ . j- •.V'-V-1 - 6—8 „ „ 155 „ 19 n ii ii 5 — 6 „ „ 110 „ Preisangebote sind bis zum 22. d. Mts. mit zehntägiger Gültigkeit beim hiesigen Pfarramt einzureichen. Gngelrod, den 3. Februar 1922. Namens des Kirchenoorstandes: B. Groh, Pfrv. 1282V Holzversteigerung. Montag, den 13. Februar 1922 werden versteigert 1. im ehemals Clemmfchen Wald, Fvrstort Eichwald. Langebuchen, Buchwald: Stämme: 10 Buchen — 16,12 Fm., 24 Erchen — 10,78 Fm., 1 Kastanie — 0,38 Fm., 3 Kirschbäume -- 1,38 Fm., 1 Erle — 0,26 Fm., 21 Fichten = 7,90 Fm.. 5 Lärchen --- 2,98 Fm.: Setbftangen: 373 Fichten — 43,34 Fm., 6 Lärchen = 0,63 Fm. Rm. Scheiter: 158 Buche, 14 Eiche: Knüppel: 35 Buche, 56 Eiche,' 2 Birke, 3 Ktrschbaum, 4 Kiefer, 3 Fichte: Reisig: 202 Buche, 148 Eiche: Stöcke: 61 Buche, 46 Eiche, 2 Uchte. 2. im alten Staats Wald, Fvrstort Seirck» köpf, Kälberstall, Wirmerodeicheide, NeuhvfS- tarme, Neuerheegwald, Saaserheegwald und Bausche!: Stämme: 4 Buchen = 3,10 Fm., 30 Eiche = 11,58 Fm., 41 Fichte = 15,59 Fm., 3 Kiefer = 1,11 Fm., 6 Lärche — 2,29 Fm.: Derbstangen: 161 Fichte = 8,30 Fm.; Reis st an gen: 690 Fichte = 3,68 Fm.; Rm. Nuhknüppel: 12 Eiche, 4 Lärche, Scheiter: 82 Buche, 2 Eiche, 2 Fichte: Knüppel: 10 Buche, 2 Kiefer: Reisig: 230 Buche, 82 Eiche: Stöcke: 29 Buck» 8 Eiche, 19 Uchte. Zusammenkunft vormittags s/4io illjr auf der Kreisst ratze Retnhardshain—Winnerod bei Nr. 1, Forstort Eichwald. Beginn bei Nr. 141, Fvrstort Langebuchen, Schuhbezirk Saasen. Das Holz im Saaserheegwald, Sengkopf. Kälberstall. Winneroderheide und Bausche! wird nicht vorgezeigt. Kaufliebhaber belieben es vorher einzusehen. Nähere Auskunft durch Herrn Forster Höre s, 2teinhardshain. Grünb-rg, am 1. Februar 1922. 1285V Oöerförsterei ®nuiberg. ZwullgSütrStigmiiiz. Mittwoch.dev 8.Aebr. 1922, nachm.LUdr, versteigere ich Neuenweg 28 (im Löwen) zwangsweise gegen Barzahlung: 1. 1 Feldschmiede, 12rädr, Handkarren, 1 Steigleiter, 2 neue lange Wasserrohre, 2. 1 BllferL 1 Kommode, 1 Polstersessel, 1 Näh- tischchen und 1 Küchen- anrichte. 1284 Versteigerung eu 1 be- ftimmt, z.2 voraussichtlich. Junker, GerichtSvollz., Plockstr. 4. Versteigerung. Mittwoch, den 8. Ke* bruar, vorn». 10 Uhr. wird in Wetzlar, Lied- srauenberg. in Polster» luerfüätie Stein eine vetlsedernreinigungr' maschine System Lorch, Modell D. 27/2, aus KonkurSmaffe versteigert. Kauslustige wollen sich rechtzcitlg einfinden. Dr. Lang. 1287V NechrSanwalt. letzt Ist es T Zelt, Ihrem Kinde Med.-Lebertran' oder Emulsion ru geben. In bester Qualität in der k Drogerie WlnierMIJ Kreuzpieu Merk dcnSpruch,denn er ist leicht, Schuh putz Servus unerreicht! &