Montag, 6. November 1922 172. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: vrühsische Univerfitäts-Vuch- und Zteindruckerei K Lange in Sieben. Schriftleltung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis tum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigeno 27mm Breite örtlich 600 Pf., auswärts 800 Pf.; für Reklame Anzeigen von 70 mm Dreite2800Pf. Bei Platz- Vorschrift20 „Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. öoeh. Verantwortlich für Polüik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen. D. 261 Erscheint täglich, außer Sonn« und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: Gießener Familienblätter Monatliche vezuarpreise: Mk. 185.- u. Dik. 15.- Trägerlohn,durch diePost MK.200. - .auch beiNicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech« Anschlüsse: fürdieSchrift« leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. poftscherttonte: Zrantsvrt a. M. 11686. Die Verhandlungen mit der Reparationskommisfion. Berlin, 5. Rov. Wie die Blätter mitteilen, sind gestern der Reparationskommisfion die Borschläge der deutschen Regierung überreicht worden. Laut „Montagspost" wird der Inhalt gleichzeitig in Berlin und Paris am Montag bekanntgegeben. Töte der „Berliner Lokalanzeiger" schreibt, werden die Berhandlungen mit der Reparationskommission, die am Dienstag wieder auf- genommen werden, voraussichtlich Ende der Woche chren Abschluß finden. Paris, 6 Rov. (WTB.) Der Berliner Berichterstatter des „Petit P a r i s i e n" berichtet, da« von den beiden der Reparationskommission gestern übermittelten Dokumente das erste k o n - krete Vorschläge enthalte, nämlich praktische Mittel zur Stabilisierung der Mark. Das Problem der Stabilisierung, unter dem Deutschland leide, sollte durch eine äußere Anleihe von 500 Millionen Goldmark gelöst werden, und man hoffe dadurch den weiteren Sturz der Mark aufhalten zu können und auch zu einem stabilisierten Budget zu gelangen. Hinsichtlich der Erlangung des Geldes überlasse die deutsche Regierung alles dem guten Willen und den Bemühungen der Reparationskommisfion. Der Berichterstatter glaubt, daß im ganzen die konkreten Borschläge eine Paraphrase der Resolution seien, die der Bankierausschuh vor einigen Monaten in Paris angenommen habe. Die deutsche Regierung verlange nicht ausdrücklich ein Moratorium, noch eine Herabsetzung des Zahlungsplanes von London. Die Borschläge hatten in den interessierten Kreisen den Eindruck eines zu grohen Mangels an Erfindung gemacht hinsichtlich der Mittel, die Deutschland durch seine eigenen Hilfsquellen zur Behandlung der Krise finden könne. Der Berichterstatter meldet weiter, heute morgen werde die Reparationskommission über die Halllmg, die sie einzunehmen gedenke, entscheiden. Morgen werde sie mit den deutschen Sachverständigen die KohlenlieserungSfrage, am Mittwoch die Frage der Holzlieferungen besprechen, und wahrscheinlich Mitte der Woche, etwa am Donnerstag, Berlin verlassen. Eine Aussprache über den Achtstundentag. Berlin, 4. Rovbr. (WTB.) Die vier Gpihenverbände der Gewerkschaften sandten am 4. Rovember eine Vertretung zum Reichsarbeitsminister, um ihm ihre Stellungnahme zur gegenwärtig viel erörterten Frage der Arbeitszeit und ihrer gesetzlichen Regelung darzulegen. Die Gewerkschaftsvertreter betonten, dah sie durch eine einseitige Behandlung dieser Frage durch die Unternehmer zur Sicherstellung ihres Standpunktes genötigt seien. Sie verwahrten sich mit allem Rachdruck gegen die Annahme, als sei die Steigerung der Produktion lediglich eine Frage der Arbeitszeit. Sie werde vielmehr bedingt durch die verschiedensten Faktoren, insbesondere muhten die Unternehmer selbst durch die Art ihrer Wirtschaftspolitik mehr als bisher pcodultionssteigernd wirken. Die heutige Politik der Kartelle und Truste verhindere tatsächlich die volle Ausnutzung der produktiven Kraft und schädige die Lebenshaltung des deutschen Bolles. Sehr zu beklagen sei, dah auch die technischen und organisatorischen Möglichkeiten der Produktionssteigerung nicht genügend ausgenutzt würden. Die Gewerkschaften seien der Ueber- zeugung, dah zur Steigerung der Produktivität es keines Abweichens vom Grundsätze des Achtstundentages bedürfe. Aus dessen Boden seien die Gewerkschaften dazu bereit, bei gleichzeitiger Anwendung aller anderen prv- duktivnssteigernden Mahnahmen ihre M.twirkung zuzusagen z« einer möglichst ergiebigen Ausnutzung der Arbeitszeit und zu ihrer Anpassung an die durch Zeit und Umstände bedingten besonderen Bedürfnisse der Gesamtwirtschaft. Die Gewerkschaften wünschen, dah die schwebende Arbeitszeitgesehgebung dem Rechnung trage dadurch, dah sie sich gründ» sählich auf den Boden des Achtstundentages stelle und gewisse Ausrrahmen für Rotfalle vorsehe, aber im übrigen es den Tarifverträgen überlasse, den Besonderheiten der wirtschaftlichen Lage Im Interesse des Gesamtwohles Genüge zu tun. In diesem Zusammenhänge schiene den Gewerkschasten eine möglichst gleichzeitige Vorlegung und Beratung der Arbeitszeitgesehe mit den Tarisgesehen, dem Arbe tkgericht-gesetz und der Sch ichtungrordnung notwendig. Der Reichsarbeitsmini st er begrühte diese Aussprache und betonte, dah die Reichsregierung dazu entschlossen sei, die sozialpolitischen Bedingungen der Arbeitnehmer auf dem Gebiete der Arbeitszeit zu wahren. Ebenso ernst aber sei die Verpflichtung der Regierung, alles zu tun, um die deutsche Wirtschaft, das deutsche Voll und das Deutsche Reich vor dem Zusammenbruche zu bewahren. Das fei zwar in erster Linie eine Ausgabe der Außenpolitik, erfordere aber andererseits auch alle erdenklichen Anstrengungen im Innern, und nur das Volk, das seine eigenen Kräfte regelt und ausnüht, habe Anspruch auf die Achtung und Hilfe des Auslandes. Er hoffe, dah es, wie bisher einer Verständigung zwischen Arbeitnehmerschaft und Regierung gelingen werde, alle diese Gesichtspunkte zur Geltung zu bringen. Gehalts- uud Lohnentwickluug nach dem Kriege. Die Zeitschrift Wirtschaft und Statistik bringt in ihrer letzten Nummer eine sehr lehrreiche Zusammenstellung über die Verschiebung der Einkommensverhältnisse der Arbeiter und Beamten. Diese stellten sich, auf den gleichen Nenner gebracht, folgendermaßen: Ende 1913. Sept. 1922 Arbeiter Arbeiter Ungelernte Angelernte Gelernte Arbeiter Untere Beamte Mittlere Beamte Höhere Beamte Die Unterschiede zwischen den einzelnen Arbeitergruppen sind, sehr zum Nachteil der Produktion, fast gänzlich verschwunden. Ebenso sind die Beamtengehälter kein Anreiz mehr, um Zett und Kosten auf die Vor- und Ausbildung zu verwenden. Die mittleren Beamtengruppen beziehen heute kaum das Eineinhalbfache des Lohnes der ungelernten Arbeiter, gegenüber dem Dreieinhalbfachen im Frieden; die höheren Deamtengruppen, die vor dem Kriege mehr als das fünfe inhalb fache Einkommen des ungelernten Arbeiters hatten, beziehen das ILfache dieses Einkommens. 100 100 131 101 144 105 158 114 347 147 569 190 Die Landlagswahlen in Sachsen. Dresden, 5. Nov. (WTB.) Die sächsischen Landtagswahlen sind, soweit bis jetzt bekannt, ruhig verlaufen. Die Wahlbeteiligung war sehr rege. Rach den bisher vorliegenden Wahlergebnissen wurden in Dresden (Stadt) insgesamt abgegeben: Für Deutsch-Rationale Vollspartei 56 055 (bei der letzten Landtagswahl im Rovember 1920 56 173), Wirtschaftspartei 205 (251), Deutsche Volkspartei 68 092 (55 813), Vereinigte sozialdemokratische Partei 146 041 (Mehrheitss ozialisten und Unabhänige zusammen 102121), Zentrum 4506 (3709), Kommunisten 20 124 (9744), Deutsch-Soziale Partei 9012 (0), Demokratische Partei 29 470 (18 496) Stimmen. Das Gesamtergebnis in dem Wahlkreis 1 (O st - S a ch s e n) ist nach der bisherigen Zählung folgendes: Insgesamt abgegeben wurden 936 471 Stimmen. Davon entfielen auf die Deutsch-Rationalen 190 422 (bei den letzten Landtagswahlen im November 1920 176 176), Deutsche Volkspartei 162 275 (141 466), Demokraten 81 938 (57 164), Vereinigte sozialdemokratische Partei 419 087 (340 501), Kommunisten 51 556 (14 824), Wirtschaftspartei =£01 (17 725), Deutsch-Soziale Partei 10 200 (0), Zentr. 15 730 (17 564) Stimmen. Chemnitz (S t a dt). Ergebnis aus 140 von 181 Bezirken. Vereinigte sozialdemokratische Partei 44 841, Kommunisten 22 847, Deutsch-Rationale 20 013, Demokraten 9242, Zentrum 634, Deutsche Vollspartei 26 483, Deutsch-Soziale Partei 172 Stimmen. Plauen (Stadt). Vereinigte sozialdemokratische Partei 17 752, Kommunisten 6192, Deutsch-Rationale 14 723, Demokraten 5036, Zentrum 415, Deutsche Volkspartei 10 685, Deutsch- Soziale Partei 301 Stimmen. Leipzig, 5. Rov. (WTB.) Bei den Wahlen zum sächsischen Landtag entfielen nach dem bis y2ll Uhr abends vorliegenden Tellergebnis aus derKreishauptmannschaftLeipzi g auf die Liste der Vereinigten sozialdemokratischen Partei 88 600, auf die der Demokraten 19 532, auf die des Zentrums 439, die der Deutschen Volkspartei 33 045, auf die der Deutsch-Rationalen 53 878 und auf die der Kommunisten 24 300 Stimmen. Leipzig, 6. Rov. (WTB.) Im zweiten f.a chs i s chen La nd tag s wa h lkr e is (Leipzig) erhielt die Liste der Vereinigten SPD. 224 657, die Liste der Demokraten 43 974, des Zentrums 3221, der Deutschen Vollspartei 132 205, Der Deutschnativnalen 113 936, der Kommunisten 72 364 Stimmen. Insgesamt entfallen auf die sozialistischen Parteien 297 021, auf die Bürgerlichen 293 366 Stimmen. Die Ergebnisse von Mittweida-Stadt sowie aus 4 Heineren Bezirken der Amtshauptmannschaft Gäben und aus einem Bezirk der Amtshauptmannschaft Grimma stehen noch aus. Lloyd George gegen die negative Politik Donar Laws. London, 4. Rov. (WTB) In einer vormittags in London vor einer Versammlung von 3000 Teilnehmern gehaltenen Rede wandte sich Lloyd George gegen die von Donar Cato angekündigte negative Politik. Er betonte die dringende Rotwendigkeit, daß im kommenden Parlament in diesem kritischen Augenblick eine starke Gruppe unabhängiger Männer vorhanden fein müsse, die bereit seien, darauf zu bestehen, dah die Regierung einen sicheren Weg gehe und sich weder der Revolution noch der Reaktion verschreibe, sondern eine Politik verfolge, die den Ueberlieferungen Englands entspräche. Lloyd George erklärte weiter, indem er die Bemerkung Donar Laws über ihn aufgriff, daß er im Kriege die Rolle des Tambours spielte, um den Kampfgeist der Ration ausrechtzuerhalten, er schäme sich dieser Rolle nicht. Wenn Deutschland 1918 einen Tambour gehabt hätte, der durch seinenWirbeldieerschöpftenHerzen Deutschlands wieder belebt hatte und ihnen im Kampfe neuen Geist hätte einflöhen können, dann wäre es Deutschland anders ergangen. Deutschland besah viele Kämpfer aber kernen Tambour. Lloyd George hob hervor, oah sie das, was er und seine Kollegen während des Krieges und danach für das Land leisteten, nicht durch eine negative Politik erreicht hätten. Er erklärte, sie seien stolz daraus. Sie verlangten von der neuen Regierung nicht, dah sie es bessermache, sondern nur, dah sie es ebenso mache. Es sei die Pflicht der patriotischen Dürger, zwischen $toei Extremen zu stehen, der sozialistischen Partei und der Reaktion. Die Gemeinderatswahlen zeigten, dah die Gefahr von feiten der Sozialisten nicht so groß sei, wie man befürchtete. Er glaube nicht, dah die Sozialisten bei den Reuwahlen genügend Unter- stühung finden würden, um ihr halbrevolutionäres Programm durchzuführen. Eine wirkliche unmittelbare Gefahr sei aber, dah ein Parlament gewählt werden könnte, dessen Mehrheit durch eine mächtige geschlossene Minderheit zu einem reaktionären Punkt getrieben würde. Die Reaktion sehe er für eine sehr ernste Gefahr an. Im Wörterbuche ständen die Worte Reaktion und Revolution nicht weit voneinander. Zuerst komme im Wörterbuche ba£ Wort Reaktion. Das Land müsse sich das aus dem Wörterbuche zu Herzen nehmen. Man könne nicht still sitzen und eine negative Haltung einnehmen, ohne dadurch das gesamte Gefüge der Gemeinschaft unter den heutigen Verhältnissen zu gefährden. Auf einer Seereise hänge die Ruhe nicht vom Schiff, sondern von der See ab. Eine große Ration wie England könne nicht stUlstehen. Das fei keine Politik. linier Politik verstehe er eine starke Gruppe unabhängiger Männer, die, frei von den Parteifesseln, stark genug fei, um auf einem stetigen mittleren Kurs zu bestehen, die den Umsturz verhindern und der Reaktion widerstehen könnte. Er hoffe, dah die Wähler solche Männer, die für diesen stetigen mittleren Kurs eintreten, unterstützen würden. London, 4. Rov. (WTD.) In ganz England erfolgte heute die Rominierung der Kandidaten für die Parlaments- Wahlen. Dis gestern abend waren 3395 Kandidaten provisorisch aufgestellt, die sich wie folgt verteilen: Konservattve 466, Arbeiterpartei 414, unabhängige Liberale 325, nationale Liberale 190. Gegen etwa 54 Kandidaten, davon die meisten Unionisten, wurden keine Gegenkandidaten auf- gestellt. — Rachdem der Dag der Rominierung Der Parlamentswahlen zu Ende gegangen ist, können keine Kandidaten mehr au'geftelü werden. Die Uebervaschung des Tages bildet die Rominierung des irischen Rationalisten Davlin gegen den früheren Geneoalstaatsanwalt Leclie Stott. Rach Den um 3 Uhr nachmittags vorliegenden Meldungen ziehen 37 Konservative, 7 Rationalliberale, 5 Liberale, 3 Arbeiterparteiler und ein Rationalist, die keine Gegenkandidaten hatten, ins Tinterhaus ein. Lloyd George und der neue Peneralslaatsanwall Doglas Hayg. b’-' *r!-*~n Gegenkandidaten hatten, gelten al .• ^iedergewäh L London, 5. Rov. Reuter. Rach dc.> iCyien Meldungen sind folgende Parlamentskandidaten, da ihnen keine Gegenkandi- d i t e n gegenübergestellt wurden, wieder ins Hinterhaus gewählt toorden: 42 Konservative, 5 Liberale, 5 Rationalliberale, 4 Arbeiterpartei, 10 irische Unionisten und 1 Rationalist. Bonar Laws (Eintreten für „langsames Gehen". London, 4. Rov. (WTD.) Donar Lato erklärte in einer Rede in Leeds: Wir können in lunferer Außenpolitik nur Erfolg haben, wenn wir zu ihrer Wurzel ein Zusammenwirken mit Frankreich und Italien machen. Die Politik, die ich jetzt dem Lande unterbreite, ist genau dieselbe, die Disraeli 1874 vorschlug. Es gibt Zeiten, in denen man rasch leben muß, es gibt aber auch Zeiten — und das ist jetzt der Fall — wo man langsam gehen muß. Ich habe die Zuversicht, daß wir eine große Mehrheit erhalten. Die Kritik der englischen Arbeiterpartei an den Friedensverträgen. London, 4. Rov. (Wolff.) Der Sekretär der Fabian Society verlas gestern einen Vortrag des im Wahlfeldzug begriffenen Arbeiterführers Henderson über die Arbeiterpartei und die auswärtigen Angelegenheiten. Es heißt darin, es stehe den Staatsmännern, deren Schöpfungen in verschiedenen Friedensverträgen sowie in der internationalen Lage zu Sugc-träten, schlecht an, die Fähigkeit der Arbeiterpartei zum Regieren anzuztoeifeln. Die Arbeiterpartei sei in ihren Auffassungen und Interessen im wesentlichen international. Die Friedensverträge seien ein Mißerfolg. Das Problem von morgen sei die Abänderung dieser Verträge und die Anwendung der Grundsätze politischer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit. Der VersaillerVertrag gründe sich auf die irrtümliche Annahme, dah trotz der wirtschaftlichen Abhängigkeit der Rationen von einander das wirtschaftliche Leben einiger Länder zerstört Werder könne, ohne dc/j dadurch andere Läicher in Mitleidenschaft gezogen würden. Durch die wirtschaftlichen Destimmunen dieses Vertrages fei das Wirtschaftssystem Deutschlands erschüttert worden; England und andere Länder hätten dadurch einen wertvollen Abnehmer verloren. Zugleich habe man jedoch Deutschland eine Riesen- entschädignng auferlegt, die angesichts der Lage, m die Deutschland durch den Versailler Vertrag gebracht worden sei, seine Leistungsfähigkeit übersteige. Der Vertrag von Sövres fei ein Gegenstück des Versailler Vertrages. Die alliierte Poli- tit im Rahen O ft e n habe zu einem fast unbegreiflichen Chaos geführt Das Verhältnis zu Ruhla n d biete ein weiteres Beispiel dafür, wie politische Vorurteile die Augen der illiierten Staatsmänner gegen die wirtschaftlichen Tatsachen geblendet hätten. Henderson erklärt, dah, bevor die Irrtümer und Torheiten der Friedensverträge nicht toeggefegt seien, keine Hoffnung für Europa bestehe. Es müsse daher ein Apparat für die Revi sion der durch den Frieden geschaffenen t e r r i - toriaten Aenderungen, wo eine solche Revision notwe-rdig sei. geschaffen werden. Deutschlandmüssevon demDiktatder Alliierten in seinen nationalen Angelegenheiten befreit werden. Die Re paratronsforderungen mühten auf den zur Wiederherstellung der zerstörten Gebiete notwendigen Bettag herabgesetzt werden und die Wiederherstellung, soweit möglich, durch deutsches Material und durch deutsche Arbeiter geschehen, toofür eine internationale Anleihe oder mehrere aue- gegeben und durch Annuitäten, die sich Deutschland zu zahlen verpflichten würde, garantiert werden mühten. Die interalliierten Kriegsschulden mühten gestrichen und dafür ein allgemeiner Plan für die Reuregelung Europas und zur Wiederherstellung des Handels durchgeführt werden. Ruhland müsse voll anerkannt und ebenso wie Deutschland m den Völkerbund ausgenommen werden, der das Hauptwerkzeug für die Lösung bet Weltprobleme werden müsse. Die Urkundenfälschung des Qua; d'Orsay. Paris, 4. Rov. (WTD.) Die französische Liga für Menschenrechte ryeroffe.it licht folgende Kundgebung: „In der Einleitung zu den von Appnyn und Renouvin herausgegebenen „vergleichenden G e sch i ch t s tad e l len" Wilhelms II. findet sich auf Seite 95 der Text eines Telegrammes des französischen Dotschasters in Ruhland, Palevlogue, an den französischen Außenminister. Dieses Telegramm, auf gegeben in Petersburg am 30. 7.1914, 9.15 Uhr abcnb-8, eingegangen in Paris am selben Tage um 11 Uhr 25 abends, ist unter Rr. 102 in dein französischen Gelbbuch toiebergegeben. In dem Gelbbuch ist jedoch 1. ein außerordentlich wichtiger Sah ausgelassen und 2. das Telegramm selbst an falscher Stelle aufgeführt toorden, denn während es in Wahrheit in Paris um 11 Uhr 25 abends eingetroffen ist, steht es im Gelbbuch als zweiter Eingang des Tages verzeichnet, als wenn es in den Stunden des Vormittags eingetroffen wäre. Die Liga für Menschenrechte kann diese Fälschungen diplomatischer Urkunden nicht zulassen. Wir wissen, dah das deutsche Weihbuch, das österreichische Rotbuch und das russische Orangebuch, um nur diese zu nennen, eine Unmenge verstümmelter ober gefälschter Dokumente enthalten, aber als Patrioten verlangen wir, dah sich Frankreich derartige Methoden verbietet und unter allen Umständen bei der Wahrheit bleibt. Wir erneuern dem Parlament gegenüber die dringende Ditte, daß man endlicheinevollständigeundauthen- tische Herausgabe der auf Kriegs- Ursachen bezüglichen Dokumente veröffentliche. Da wir nach den so betrüblichen Erfahrungen kein Vertrauen zu den Arbeiten des Quai d'Orsay haben können, verlangen wir noch einmal, daß mit der Ausgabe, die Texte zu sammeln, genau wie es in Deutschland gemacht wurde, eine Kommission von solchen Persönlichkeiten betraut wird, die durch wissenschaftliche Sachlichkeit und Unabhängigkeit dazu qualifiziert sind. Wir bitten alle unsere Unterorganisationen, sich mit uns in diesem Kampf für die Moral zu bereinigen. Anmerkung des Wolsfbureaus: Die Lücken des deutschen Weißbuchs von 1914 wurden, wic allgemein bekannt ist, durch rückhaltlose Veröffentlichung aller Dokumente in der sog. Kautsky- Sammlung bereits seit geraumer Zeit vollständig ausgefüllt. Die Vermählung des früheren Kaisers. Amsterdam, 5. Nov. (WTB) Heitte mittag wurde in Doorn die Vermählung des vormaligen deutschen Kaisers mit der Prinzessin Hermine von Scbönaich-Earolath, geb. Prinzessin Neuß, vollzogen. Amsterdam, 6. Nov. (Priv.-Telegr.) Ueber die Vermählungsfeierlichkeiten im Hause Doorn meldet die Niederländische Telegraphen-Agentur: Nach dem Frühstück wurden um */212 Uhr vormittags von Notar Groot die Urkunden und die Heiratsbedingungen in Gegenwart des Kaisers und der Prinzessin verlesen. Der Kaiser trug kleine Felduniform mit Helm, die Prinzessin ein malvenfarbenes Kleid mit Hut. Das Brautpaar begab sich darauf in den anderen Flügel des Schlosses, wo die Trauzeugen versammelt waren. Der Kaiser stellte den Anwesenden die Prinzessin vor. Hierauf verkündete der Bürgermeister von Doorn in deutscher Sprache, es bestünden keine Hindernisse für den Vollzug der Eheschließung, worauf er die entsprechenden Stellen des holländischen Gesetzes verlas. Als dann an den Kaiser und die Prinzessin die üblichen Fragen gestellt wurden, antworteten beide mit ja. Darauf sprach der Bürgermeister erst in deutscher, dann in holländischer Sprache die gesetzliche Eheschliehungsformel aus. Nach der Unterzeichnung der Heiratsurkunden durch den Kaiser, die Prinzessin und die Trauzeugen begaben sich das Brautpaar und die Gäste in *♦ 20 000 Ein Aufstand auf Tamoa. Paris, 4. Nov. (WTD.) Nach einer HavaSrneldung ist auf Samoa eine Auf- srandSbewegunA ausgebrochen. Die De- völlerung verlange die Rückkehr zum alten Zustande und Autonomie unter Garantie des Völkerbundes. DEGEA-SDARGLUHKOQPER VERBÜRGEN LAUT WISSENSCHAFT» LICMEQ FESTSTELLUNG EINE GASERSDAQN IS von 2536 ie rmark für ein Die Neuregelung der türkischen Verfassung. P a r i S, 5. Nov. (WTD.) Nach einer Ha- dasmeldung aus Konstantinopel sei die Demission des Konstantinopeler Kabinetts erfolgt, nachdem die Regierung von Angora den Ministern in Konstantinopel mitgeteilt habe, wenn sie im Amte bleiben würden, würden sie sich deS Hochverrats schuldig machen. Nach der Demission habe der Militärgouverneur von Thrazien, Rifaat Pascha, in einer Unterredung mit den alliierten Generalen mitgeteilt, daß die hauptsächlichsten Verwaltungen von Konstantinopel den Wunsch geäußert hätten, nur unter der Autorität der großen Nationalversammlung zu arbeiten, und daß er sich daher in die Notwendigkeit versetzt fühle, aus eigener Initiative das Amt des Gouverneurs von Konstantinopel zu übernehmen. Der Präfekt der Stadt werde die Verwaltung unter seiner Leitung fortführen. Die Ministerien würden geschlossen werden. Dei Eintritt der Dunkelheit haben in verschiedenen Stadtteilen Kundgebungen stattgefunden. 3n Stambul verlangten die Demonstranten die Abdankung des Sultans. Die alliierten Oberkommissare werden heute übssr die Lage beraten. Die Haltung des Sultans. Paris, 6. Nov. (WTD) Der Sonderberichterstatter des »Petit Paris en“ berichtet aus Konstantinopel vom 5. November, die Lage des Sultans sei unverändert. Dec Sultan weigere sich, den Titel Kalis abzulegen. Die Ruhe und Cnschlossenheit, die er augenblicklich an den Tag lege, stimme ss wenig mit seinen Gewohnheiten überein, daß man sicher sein könne, er habe Sicherheitsversicherungen seitens der Engländer erhalten. Der Sultan erlläre, daß er dec Beleidigungen überdrüssig fei, mit denen ihn die Presse von Angora bedecke, und daß er das Land verlassen wolle, um sich nach Indien zu begeben, wo die Muselmanen für ihn große Achtung hätten. Aus Stadt und Land. Gießen, den 6. November 1922. Anzeigen-Annahme. Die Entgegennahme von Anzeigen findet bis zum Abend vor dem Aufnahmetag statt; Anzeigen für die Samstagsnummer müssen spätestens bis Freitag mittag aufgegeben sein. Geschäftszeit von 8—121/2 Ahr und von 2—5Vs Ahr. Heutiger Stand des Dollars 10 Ahr vormittag«: Die Brüsseler Finanzkonferenz. Paris, 4. Nov. (WTD.) Nach einer Havas- meldung aus Washington scheint man in vfst» ziellen Kreisen jetzt geneigt, die Vereinigten Staaten auf der Finanztonferenz von Brüssel vertreten zu lassen. Indessen dürfte die Frage der interalliierten Schulden nicht erörtert werden. Deutfch-litauische Verhandlungen. Berlin, 4. Nov. (Wolff.) Die litauische Delegation für die deutsch-litauischen AbrechnungS- und W irisch aftsverhand- lungen ist unter Führung des litauischen Gesandten in Rom Schaulis in Berlin ein- aetroffen. Die Delegation besteht aus 6 Mitgliedern. Die Eröffnungssitzung der Konferenz ckand heute unter dem Vorsitze des Leiters der Ostabteilung des Auswärtigen Amtes, Herrn Ministerialdirektor v. M a l tz a h n statt. Die Beratungen werden am Montag im AuS- wärttgen Amte beginnen. Mit der Führung der wirtschaftlichen Verhandlungen ist Ministerialdirektor v. Stockhammern bettaut worden. das Vestibül ^>eS Schlosses zurlkfrHnchen Einsegnung. Nach dem einleitenden Liede vollzog Hofprediger v. V v g e l die Trauung. Nachdem die beiden Neuvermählten den Segen des Geistlichen empfangen hatten, begaben sie sich in fein mit Blumen geschmücktes Nebenzimmer, wo sie die Glückwünsche der Gäste entgegennahmen. Plünderungen in Forst. Forst, 4. Nov. (WTD.) Vor dem Rat- hause hatten sich gestern nachmittag 4 Ahr große Menschenmassen eingesunden, um zu erfahren, welchen Aurgang die Schlichtungsverhandlungen in den Lohnangelegenheiten in der Tex- ti l i n d u st r i e genommen haben. Die Leute versuchten in das Rathaus einzudringen, wurden aber zurückgedrängt und zogen nun über den Markt. In Buttergeschäften erzwang die Menge die Verabfolgung von Lebensmitteln zu ungewöhnlich billigen Preisen. Dann flutete sie in die Kottbuser und Berliner Straße. In mehreren Wurst- geschästen wiederholten sich die Szenen billigen Einkaufs. Später plünderte die erregte Menge zwei Materialiengeschäfte, ein Delikatessen-- und em GroßschuhwarengeschäsL Schaufenster und Ladentüren wurden z e r - t r ü m'm ert. In überwiegender Zahl beteiligten sich die Jugendlichen an dem Treiben, • auch Kinder von 13—14 Jahren waren dabei. Die Tuchlager zweier großer Fabriken wurden abenfalls ausgeräumL Gewerk- schasts- und Parteiführer, sowie besonnene Arbeiter ermahnten die Menge zur Ruhe. Es gelang ihnen auch, die Menge vor weiteren Plünderungen abzuhalten. Schupo traf in der Nacht von Kottbus ein. heute vormittag eine weitere Hundertschaft. Gegen 30 Verhaftungen sind erfolgt. Zwanzigmarkstück. Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und Post erfolgt in der Woche vom 6. bis 12. November zum Prelle von 20 000 Mark für ein 20-Markstück uno 10 000 Mark für ein 10- Markstück. Für ausländische Goldmünzen werden entsprechende Preise gezahlt. — Der Ankauf von Reichssilbermünzen durch die Reichsbank und Post erfolgt vom 6. November ab bis auf weiteres zum 450fachen Betrage des Nennwertes. ** Eine neue Erhöhung der Brenn st offpreise tritt heute in unserer Stadt in Kraft. Näheres teilt eine amtliche Bekanntmachung im Anzeigenteil dieser Nummer mit ** Fahrgäste der elektrischen Straßenbahn, die den Fahrpreis absichtlich nicht bezahlen, müssen, wie eine Bekanntmachung des heutigen Anzeigenteils mitteilt einen Betrag von 20 Mark entrichten. "Das große Los der preußisch- süddeutschen Klassenlotterie in Höhe von 1 Million Mark fiel auf die Nummer 258 764. Mettervorausfage für Dienstag: Regen, etwas wärmer, Südwestwind. MU großer Geschwindigkeit zieht von England her ein neuer Tiefdruckwirbel heran und wird schon heute die Witterung beeinflussen. Aus Hessen. rm. D a r m st a d t, 5. Nov. Zur Regelung der Dienstbezüge für Beamte und Lehrer ist dem Landtag auf Grund der Ermächtigung vom Juli dieses Jahres eine Vorlage zugegangen, wonach vom 1. Oktober ab die für die ReichSbecvnten geschaffenen Grundsätze auch jür die hessischen Beamten gelten. — Die Abgg. Dr. Werner und Gen. fragen an wegen der verzögerten Auszahlung der Ruhegehatte sowie wegen des Verbotes von Vereinigungen zur Pflege des deutschen Volkstums an den Schulen. Aeber Kartoffelaufkauf und Kartoffelverschiebung in Butzbach hat der Abg. Dr. Werner bei der Regierung eine Anfrage eingebracht. Auf die Anfrage der Abgg. Jost und Stein betr. die Getreideumlage in Oberhesien antwortet die Regierung, die wegen der schlechten Ernte in Hessen bei der Regierung in Berlin getanen Schritte bisher ohne Erfolg waren. — Eine dringliche Anfrage wegen der evang. Schule in Herbstein und der Ge- nosfenfchaftsschule in Crainfeld haben die Abgg. Jost- Bermuthshain und Gen. an die Regierung gericktet. Da der Landtag im August dieses Jahres die Errichtung einer einllassigen evang. Schule in Herbstein sowie die Gewährung eines Zuschusses zur Genossenschastsschule in Crainfeld beschlossen hat, fragen sie an, welche Gründe das Landesamt für das Bildungswesen veranlaßt hat, diese Landtagsbefchlüsse nicht vollständig zur Ausführung zu bringen. Borrrotizeu. — Tageskalender für Montag: Oswaldsgarten, 3Vs und 8 Ahr: Circus Henny. — Astoria-Lichtspicle: „Seepiraten", 1. Tell: „Sie Braut des Seeräubers", „Weltstadtbanditen" und „Herrn Arnes Schatz". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Cs kommt der Tag". — Palast- Lichtspiele, ab heute: „Du bist das Leben" und „Ihr schlechter Ruf". — Zirkus Henny wird ab heute Montag einen großen Programmwechsel bringen. Die Nachmittagsvorstellung ist besonders für Familien und Schüler arrangiert. Alles Nähere teilt der heutige Anzeigenteil mit. — Aus dem Stadttheater- Bureau. Nach Marcel Salzer und Josef Plaut wird nun auch Roda Roda, der bekannte Mitarbeiter des Simplizissimus, im Stadttheater einen Vortragsabend geben. Roda Roda hat mit feinen Abenden über die Grenzen Deutschlands hinaus größte Erfolge erzielt Eine Berliner Zeitung schrieb: Roda RodaS Schwankabend war ein Feuerwerk von Scherzraketen, von denen nicht eine versagte. Ein luftiger Abend erster Ordnung. — Nach langer Pause wird dieses Jahr zum ersten Male wieder Schillers „W a 11 e n ft e i n“ in Szene gehen, und zwar wird am Freitag, den 10. November, außer Abonnement „Wal- ISnsteins Lager" und „Die Piccolo- Das Urteil im Prozeß Hermes. Berlin, 4. Nov. (Wolff.) Im Prozeß gegen die „Freiheit" wurde der Angeklagte Hensel zu 10 000 Mk. Geldstrafe und in die Kosten des Verfahrens verurtellt. Dem Minister Hermes wurde die PublikationsbefugniS im „Vorwärts", der „Germania" uno der „Kölnischen Volkszeitung" auf Kosten des Angeklagten zuge-, sprochen. Die in Betracht kommenden Platten' der „Freiheit" werden eingezogen und unbrauchbar gemacht In der Begründung des Arteils gegen den Redakteur Hensel von der „ Freiheit" wegen Beleidigung des Reichsfinanzministers Dr. Hermes wird hervorgehoben, daß der Wahrheitsbeweis für die Behauptungen der „ Freiheit", daß der Nebenlläger sich des Amtsmihbrauches und der Bestechung schuldig gemacht habe, nicht erbracht worden sei. Außerdem hätten sich keine Momente ergeben, die die Entscheidungen des Ministers als unsachlich hätten erscheinen lassen. Auch sei der Nachweis nicht erbracht worden, daß der Winzerverband bei seiner Zusendung an den Minister sich von einer Destechungsabsicht habe leiten lassen. Httuu komme die Offenheit, mit der der Minister in der ganzen Angelegenhett gehandett habe. Das Gericht habe verneint daß die Äußerungen des Angellagten in Wahrnehmung berechtigter Interessen erfolgt seien. Erschwerend falle die Hart- 'läckigkeit J>er Angriffe und die hohe Stellung des Nebenklägers ins Gewicht, strafmildernd die bisherige Anbeschottenheit der Angellagten und der Amsland, daß die Hauptbeschuldigungen nicht auftecht erhalten worden sind. " Ernannt mmLen am 23. Oktober der Oberlandmesser des Vermessungsamtes Schotten Josef Schönberger zu Schotten vom 1. Oktober lfd. Is. an zum Oberlandmesser des Ver- messungsamtes Höchst i. O.; am 26. Oktober 1922 der Rechtsanwalt Georg Balzer in Vilbel zum Notar mit dem Amtssitz in Vilbel. — Ernannt wurden: am 28. Oktober der Polizeiwachtmeister auf Probe beim Pvlizeiamt Bad-Nauheim Fritz R e u h l aus Reinhardshain, Kreis Gießen, mit Wirkung vom 1. September 1922 zum Polizeiwachtmeister; am 30. Oktober der Förster Otto Buch aus Eichelsdorf vom 1. Oktober an zum Forster der Forstwartei Glashütten, Oberförsterei Nidda; am 1. Novemkwr der Landgerichtsdirektvr bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Karl D o r n s e i f f zum Senatspräsidenten bei dem Oberlandesgericht in Darmstadt, und der Oberlandesgerichtsrat Dr. Ferdinand Stein ir Darmstadt zum Landesgerichtsdirektor bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, beide mit Wirkung vvm 5. November 1922. "Amtstage des Kre-iStints. Mit Rücksicht auf die großen Kosten, welche der Bevölkerung bei Reisen nach Gießen entstehen, wird das K r e i s a m t am 17. Novern- 6er, vormittags 91/* bis 1 Ahr auf dem Rathaus zu Grunberg, und am 24. November, vormittags 9Vs bis 1 Ahr, auf dem Rathaus zu Hungen Amtstage abhalten. Die Einwohner derjenigen Gemeinden des Kreises, welche zu den Amtsgerichtsbezirken Grünberg, Homberg und Laubach gehören, können auf dem Amtstage in Grünberg vorsprechen, diejenigen aus Gemeinden, welche zu den Amtsgerichtsbezirken Hungen, Lich und Nidda gehören, auf dem Amtstage in Hungen. *• Zur Stadtvervrdnetenwahl. Die Deutsche Dolkspartei hat, wie sie uns schreibt, versuckt, angesichts der großen politischen und wirtschaftlichen Not alle bürgerlichen Parteien zur Aufstellung einer gemeinsamen Kandidatenliste für die Stadtverordnetenwahl äu bewegen, da nach der von ihr vertretenen Ansicht auf das Rathaus keine einseitige Parteipolitik, sondern eine allgemein bürgerliche Polttik gehört Der Bürgerverein hat sich in der gleichen Hinsicht bemüht. Allein diesen Bemühungen war kein Erfolg beschieden: das Zentrum und die Demokratische Partei lehnten ein gemeinsames Vorgehen ab und stellten eigene Wah (Vorschläge auf. Daraufhin haben sich die Deutsche Vollspartei, die Deutschnationale Volkspartei und der Bürgerverein auf einen gemeinsamen Wahlvorschlag für die Stadtverordnetenwahl geeinigt, der im An- zeigentell unseres heutigen Blattes zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird. Aus dem Reiche Die Löhne der Buchdrucker. Berlin, 4. Nov. (WTB.) Nachdem die Verhandlungen im Tarifausschuß der deutschen Buchdrucker gestern ergebnislos verlausen sind, trat heute ein vom Reichsarbeits- mtnister eingesetzter Sch l ich tu n g sau s sch u ß zusammen. Nach dem Schiedsspruch sollen die Löhne im Buchdruckgewerbe vom 5. bis 18. November um 55 Prozent, und vom 19. November bis 1. Dezember um 70 Prozent gegenüber den Oktoberlöhnen erhöht werden. Dieser Schiedsspruch, der im Spitzenlohn eine Erhöhung um 2648,25 bzw. 3370,50 Mark bedeutet, wurde von den Arbeitgebervertretern nach eingehender Beratung e i n st i m m i g abgelehnt, weil sämtliche aus dem Reich anwesenden Darifkreisvertreter bei der gegenwärtigen katastrophalen wirtschaftlichen Lage des deutschen Buchdruck- und Zeitungsgewerbes eine derartige Mehrbelastung des Gewerbes nicht verantworten konnten. Die Forderungen der ‘Bergarbeiter. Bochum, 5. Nov. (WTB.) Die Reichslohnkonferenz des Bergarbeiterverbandes und des Metallarbeiterverbandes hat eine Entschließung angenommen, in der sie die Schiedssprüche für den Kohlen- und Erzbergbau und die auf dieser Grundlage getätigten vorläufigen Abschlüsse in der Lohnfrage ab lehnt. Für November wird eine weitere Lohnerhöhung neben dem vollen Ausgleich für Oktober gefordert. Die Einführung einer Kollektivprämie für eine etwaige Mehrförderung in den Kohlengebieten wird abgelehnt. Die Konferenz verlangt Erledigung der Lohnfrage bis 12. November. Der Nachfolger Lerchenfelds. Berlin, 4. Nov. Dlattermeldungen aus München zufolge präsentierte die Bayerische Volkspartei heute den beiden anderen Koa- littonsparteien den früheren Kultusminister v. Änilling als Ministerpräsidenten. Da die beiden anderen Parteien keine Einwendungen erheben, werde v. Knilling gewählt werden. Dr. Eugen von Knilling ist dreifacher Ehrendoktor und zwar t>er medizinischen und tierärztlichen Fawltät der Aniversität München und der philosophischen Fakultät der Aniversität Erlangen. Er war der letzte königlich bayerische Kultusminister und ist z. Z. Leiter der Zweigstelle München des Reichsausgleichsamtes und bayerischer Vertreter des Reichskvmmissars für Auslandsschäden in München. Dr. von Knilling wurde im Stimmkreis München 11 und VII in den Iuniwahlen von 1920 als Mitglied der Bayerischen Volkspartei in den Landtag gewählt. Er ist am 1. August 1865 in München geboren und katholisch. Dr. von Knilling ist aus dem bayerischen Staatsdienst hervorgegangen und war vom 12. Februar 1912 bis 7. Mwember 1918 Kultusminister in Bayern. Er ist Ehrenpräsident des Deutschen Museunrs und Mitglied des Zentral- ausschusses für Gliederung des Reiches. Elfatz-Lothringifche Woche. In der Neuen Aula der Anwersität fanden sich gestern zahlreiche Damen und Herren ein, um der Eröffnungsfeier der Elsaß-Lothringischen Woche beizuwohnen. Eine würdige Einleitung fand die einfache Feier durch den Vorspruch „Straßburg" und das Festgedicht „Die Münsterbaustelle", beide gesprochen von Fräulein Cläre Türk. Irr ergreifenden Worten schildert der Dichter die Sehnsucht der vertriebenen Elsässer nach ihrer geliebten Heimat, tn dem Straßburger Münster erblicken die Heimatlosen das Symbol ihrer Heimat. Dr. L i st, Bibliothekar der Aniversitätsbibliothek, begrüßte namens des Hilfsbundes für die Elsaß-Lothringer im Reich und namens der Ortsgruppe Gießen die Ehrengäste, darunter besonders den Rektor der Landesuniversität Gießen, Prof. Dr. Eger, und den ehemaligen Rektor der Aniversität Straßburg, Prof. Meier. Er betonte, daß Jter Hilfsbund jeder politischen Strömung fernstehe; txmn übergab er dem ehemaligen Aniversitätsprofessor der Alma mater Straßburg, Prof. Dr. L a q u e u r, das Wort zu seiner Eröffnungsfestansprache. Dieser führte u. a. aus, das Wissenschaftliche Institut sei nach Idee und Aufbau völlig unpolitisch. Nach der Revolution und dem Friedensvertrag seien rund 200 000 Elsässer aus ihrer Heimat vertrieben worden. Dieses schwere Schicksal treffe in der Hauptmasse Leute, die in Elsah-Lothringen ihre wirkliche Heimat hatten. Den Armen eine neue Existenz zu schaffen, sei Hauptaufgabe des Hilfsbundes. Daneben habe man daS Bedürfnis gefühlt, die Erinnerung an die alte Heimat zu pflegen. Vertriebene Altelsässer, darunter katholische und evange° lische Theologen und der frühere Straßburger Oberbürgermeister Dr. Schwander, hätten die Bewegung eingeleitet, die jetzt ihren Sih in Frankfurt habe. Dieses elsaß-lothringische Institut umfasse bereits eine Sammlung von künstlerischen Werken, Trachten und Volkssitten und eine Bibliothek. Redner zog dann einen Vergleich zwischen der alten deutschen Aniversität, die 1621 durch den deutschen Kaffer auf Fürsprache des Kurfürsten von Mainz und des Landgrafen von Hessen-Darmstadt gegründet wurde, und der 1872 neugegründeten deutschen Aniversität Straßburg einerseits, und der 1919 gegründeten französischen Aniversität Sti'aßburg andererseits. Die alte deutsche Aniversität hatte das Bestreben, die bodenständige elsässische Kultur zu pflegen, sie war eine Schöpfung des elsässischen bürgerlichen Gemeinsinns, und die neue deutsche Aniversität war nicht etwa ein Bollwerk des Germanismus, wie die Franzosen behaupten, sondern erne deutsche Musteruniversität, die gebührende Rücksicht auf die Elsässer nahm und Vorlesungen bei Bedarf auch in französischer Sprache hielt. Die neue Aniversität hatte dasselbe Ziel wie die alte, wenn auch nicht immer die gleichen Wege beschritten wurden. Vor dem Kriege sei eine Sammlung des elsässischen Dialekts eingeleitet gewesen. Ganz anders seien die Ziele der fett 1919 bestehenden französischen Aniversität, die vollständig unter dem Einfluß der französischen Politik stehe, unter einem grausammen Nativnalismus, der alles Deutsche auszurotten suche. Diesem französischen Nattonalismus erlag schon in der ersten Revolution die alte deutsche Aniversität, während Ludwig XJV. ihr die deutsche Sprache ließ, so daß die kulturelle und geistige Verbindung mit Deutschland bestehen blieb, obwohl das Institut seit der Wegnahme Straßburgs vvm Deutschen Reich getrennt war. Heute stehe Frankreich im heftigsten Kampf gegen das Deutschtum im Elsaß, es sei ein Entscheidungskampf um die kulturellen Güter. Doch es stehe zu hoffen, daß der elsässische Bürgerstolz auch diesmal die welsche Arbeit ab- wehre. Auch die Elsässer im Reiche sollten ihre Eigenart bewahren, sie sollten dadurch eine Drücke sein zu den Brüdern drüben, bei denen das Herz noch gut deutsch schlage. Kein Volk vergesse ungestraft eines seiner Glieder, und der Elsässer war und ist ein Glied des deutschen Volles nach Kultur und Sprache. Die Sprache aber sei der eigentliche Gradmesser für die Zugehörigkeit eines Volkes. Hierauf folgte unter Führung von Prof. Dr. L a q u e u r die Eröffnung der Ausstellung des Wissenschaftlichen Instituts. Die Ausstellung solle — wie der Führer betonte — für die Vertriebenen ein Labsal sein und sie auf einige Augenblicke zurückversetzen in ihr verlorenes Vaterland. Sie zeigt in bunter Abwechslung eine Fülle von Ansichten, Landschaften, Burgen, das Straßburger Münster, die Weher Kath^d-ale, den Isenheimer Altar, ferner Stiche, Kunstblätter, Trachtenbilder; alle stellen die eigenartige elsässische Kultur dar, an der mit Recht die Seele des elsäfsifchen Volkes hängL Heute wird der ehemalige Schriftleiter der in Straßburg i. E. einst erschienenen Zeitschrift für Touristik und Landeskunde „Die Vogesen" einen Lichtbilder-Vortrag „Die Vogesen" halten. Vorher wird Fräulein Trude Heß einleitende Gedichte sprechen. Die heutige Vevcmstaltung sindet im Physikalischen Instttut statt und beginnt pünktlich um 7l/9 Ahr. Verlängerte Umlauffrist für das Notgeld. Das Reichsfinanzmini st eriurn entschloß sich, wie der amtliche preußische Pressedienst meldet, die Amlaufsfristen für genehmigtes Notgeldbis zum 15. Dezember zu verlängern. Soweit die in einzelnen Fällen bewilligte Amlaufszeit erst nach dem 15. Dezember ablaufen würde, verbleibt es bei dieser Frist. Die Verlängerung gilt auch für diejenigen Scheine, auf denen eine frühere Ablaufsfrist ausdrücklich ver- Dön W Quell» w tetfunbe finb , SS; «ÄS galt JL von d vSLb-H. tzL w&jU «in s wg1; s.;ä , z«Me 2 festgM. Als Mionen - vollzieh« gestern bench.ff getroffen. W, ■Sennin nnW geM und ölst gcmz mloren 2 rief au6: .W Dusch sich öle $)0' Art ss. Fnedb« netensltzU'ig. kühne um weitere dir Stadt nuiu J Erleuchtung des ' ligt worden. - ■ 30Ps. auf 3Mar trägt für SUeinr 100 Mari. - ®i schen Mhnu.ige, wird genehmig!, realschule Verden 1Z4000 Mark bev rettS beantragter aus finanziellen i Nne lange und te spinnt sich über i scheu Weiter, da Angebot des Mai Änderungen der Mrderunaen der Äes Mischen 550 000 Hart jäh durch das Schied des Dollzugsauss um lSereltslelluug deS Dinlerbedars öffentlicher Litzuni ’Mgmtxwie wn. Damm M 61 berg ernannt 'Dad-7 formbunb t Miöerbemkttelt einen Dagc Sittlich zur 1 W ist durch worden. . "ehlor AievMrcklM M, ob die Siadt " U^behM fetz Metzlar entzchp W ist, c oett erinnert p ^«(1690-180 ? bel SS Ober. ®teln ir I. beide mit ^tLM ^en Ambl. M »u denen AnM ^rieipvüill, Mk gehört. Mchen tzin- gen war kein b bie Demv° Mei Aor. »rlchlägr auf. AMpartei. 1 der Bürger- lvorfchlag für der im 2n- ir öffentlichen für ein Inlaiif von chsbank und bis 12. Do. tarf für ein für ein 10» nÜMen teer* - Der An» i die Reichs« ovember ab etrage des ina btt titln un« ilt eine amt« .enteil dieser ektrischen >iS absicht« vie eine De- tieiö mitteilt, rtrichtcn. reuhisch- terie in if die Aum« oestivind. zieht von lvirbel hem erung beein« Dollar >ep \fV r Montag. cuS ymL; 1. Teil: > band^'L M W»' dW und ) oh heute nechfelbrin' g besonders tirt! aw “enteil »«• theater- und 3DJcf da, derbe“ simuS, JJ -i»Ä L-S 'N- °k'K T1.T« STnt“ gegeben werden, denen später ,,Wallensteins Tod- folgen wird. Die Trilogie ist jedoch auch für die Reihe der MonnementS- vorstellungen bestimmt. Landkreis Gießen. ' Heuchelheim. 5. Rov. Heute nachmittag löurbe die von der Firma Mag Ions Feuerwehr- Ste-G. m. b. H U(m gelieferte 1 2 Meter I e m e cha n ischc Feuerwehrle 11 e r in >esenhcit deS Bürgermeister-. einer Ufertre- tung des DemeinderatS und Vertretern der liefernden Firma durch Kreisseuerwehrinspellor DickorS nach den vertraglich vorgesehenen Belastung-Proben abgenommen und ber Gemeinde übergeben. Die Belastung-Proben haben allen Anforderungen entsprochen. Areis Lauterbach. * Lauterbach, 4. Rov. Unser neuer Bürgermeister Walz wurde gestern abend von dem KreiSdirektor v. Werner in Gegenwart des gesamten Stadtvorstandes in sein Amt eingeführt. Die Uebernahme her Dürgermeistergeschäfte erfolgt am 15. ds. Mts. — Der Kreistag des Kreises Lauterbach hat den Voranschlag der KreiSkasse für das Rechnungsjahr 1922 In Einnahme und Ausgabe auf 5 998 799,64 Mk. festgesetzt. Als Ertrag der Umlage sind 3V8 Millionen Mark in den Etat eingestellt. Kreis Schotten. □ Laubach. 5. Rov. Die Sektion der Leiche^ der von ihrem Ehemann, dem Gerichts- Vollzieher Heckel, vorgestern auf offener Strahe erschossenen Frau, worüber wir gestern berichtet, bat ergeben, dah vier Kugeln getroffen haben. Heckel hatte am Morgen einen Termin im Ehescheidung-Prozesse mit feiner Frau gehabt und offenbar das seelische Gleichgelvicht ganz verloren. Rach der Tat eilte er nach Hause, rief aus: .Hetzt habe ich die Ehe geschiedenI", Musch sich die Härwe und stellte sich dem Gericht. Kreis Friedberg. Sf. F r r e d b e r g, 3. Rov. Stadtverordnete n s r tz u .i g. Gin Gesuch der LandeSwander- bühne um weitere finanzielle Unterstützung durch die Stadt must abgelehnt werden, Heizung und Beleuchtung des Lokals ist bereit- früher bewll- ligt worden. — Die TfMcggebübren werden von 30 Pf. auf 3 Mark erhöht, die Mindestgebühr beträgt für Kleinvieh 30 Mark und für Grohvieh 100 Mark. — Die Mietfestsehuna für die städtischen Wohnungen nach dem Reichsmietengeseh wird genehmigt. — Für den Ausbau der Ober- realschmle werden zur Anschaffung von Lehrmitteln 174 000 Mark bewilligt. — Ein großer eTil bereits beantragter und beschlossener Arbeiten wird aus finanziellen Gründen wieder aufgehoben. — Sine lange und teilweise sehr erregte Debatte ent- spinnt sich über die Lohnerhöhungen der städtischen Arbeiter, da große Differenzen zwischen dem Angebot des Marburger Städteverband- und den Forderungen der Arbeiterschaft bestehen. Rach den Forderungen der Arbeiter würde sich der Gehalt eines städtischen Arbeiters aus durchschnittlich 550 000 Mart jährlich stellen. Die Entscheidung soll durch das Schiedsgericht erfolgen. — Ein Gesuch des Vollzugsausschusses des Gewerkschaftskartells um Bereitstellung von Geldmitteln zur Deckung deS Winterbedarfs wird abgelehnt. — 3n nichtöffentlicher Sitzuna wurde der frühere langjährige Beigeordnete uno Landtagsabaevrdnete Carl Damm zum Ehrenbürger der Stadt Friedberg ernannt. * Bad -Nauheim, 4. Rov. Der Re- formbund der G u t S h ö f e hat für die minderbemittelte Bevölkerung unserer Stadt einen Waggon Kartoffeln unentgeltlich zur Verfügung gestellt, Die Liebesgabe ist durch das Wohlfahrtsamt verteilt worden. Kreis Wetzlar. el. Wetzlar, 3. Rov. Auf eine Anfrage des GenevaldirettorS der preußischen Staatsarchive hin, ob die Stadt Wert darauf lege, das Staats- a r ch i v zu behalten, hat sich die Stadtverordneten- Dersammlung setzt für sein Verbleiben in Wetzlar entschieden n. m.ntlich weil das Archiv, dar ausschließlich Reichskammergerichtsarchiv ist, das Einzige ist, was an die für Wetzlar glänzende Zeit erinnert, wo das höchste Reichsgericht hier tagte (1690—1806). Es enthält die Matrikel mit der Eintragung Goethes, Steins und vieler bedeutender Huristsn, und es umfaßt eine erstaunliche Menge von Prozestalten, die eine unerschöpfliche Quelle für genealogische und familiengeschichtliche Studien, für Stammbaum und Wappenkunde sind, und die jährlich eine graste Zahl von Gelehrten u ad Laien nach Wetzlar ziehen. Die Dibli-thek ist für Historiker durch die Kamerad fotenbei, andere Kameralweröe und viele Rach- schlagebücher wertvoll. Manche mittelalterlichs Pergament-Handschriften finden sich bn Archiv als Mtendeckel, viele Allen bilden reichen Stoff zu kulturgeschichtlichen Forschungen. Der Gxtheverein urtb der Geschichtsverein zu Wetzlar würden durch die Umlegung des Archivs eines wichtigen Hilfsmittels beraubt worben sein. So ist es in wissenschaftlicher und in wirtschaftlicher Hinsicht erfreulich. dast das Kcrmnrergerichtsavchlv der Stadt Wetzlar erhalten bleibt. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 5. Rov. 3n der ersten Woche feit Erlast des Aufrufes deS Vereins Frankfurter Winternot find die- em mehr als40Millionen Mark an Spenden zugeflossen. Reben diesen Geldspenden überwiesen auch Landwirte der Umgebung dem Verein namhafte Spenden von Kartoffeln und Gemüsen. Schlichtungsausschust der Provinz vberhessen. Verhandlung vom 3. Rovember. Heber die Entlohnung der kaufmännischen Angestelllen im GiestenerGrohhandel erging folgender Schiedsspruchs 1. ab 1. Oktober 1922 find die In bem Schiedsspruch der Schieds- stelle für die Industrie am 2. Rovember 1922 festgelegten Gehaltssätze mit einem Abschlag von 3 Prozent zu zahlen, jedoch mindestens die in dem Schiedsspruch der SchtÄ>sstelle für den Klein- haiwel bestimmten Sähe. Die Zulagen der Verheirateten und Alleinstehenden sind wie im Kleinhandel mit 1000 und 500 Mk. zu zahlen. 2. Mit Rücksicht auf die fortschreitende Teuerung wird empfohlen, am 15. Rovember 50 Prozent des Ollobergehaltes als Dorschuh auf die Rovember- Vergütung auSzuzahlen. 3n Drei weiteren Gesamtstreitigkeiten verständigten sich die Parteien ohne öffentliche Verhandlung. Dem Lapdwirt H. PH. Dietz in Büdesheim gab der Schlichtungsausschuh die tariflich? Entlohnung eines Knechtes auf. Der Vorsitzende verhängte gegen Dietz 100 Mk. Strafe wegen unentschuldigten Ausbleibens. Dem Weiterbeschäftigungsantrag eines Privatförsters des Hardthofs konnte nicht statt- gegeben werden. Vier Grubenholzarbeller von Lich wurden mit ihren etwaigen Ansprüchen aus ihrem abgelaufenen Arbeitsverhältnis bei der Holzhandlung Gebr. Cloos auf den Rechtsweg verwiesen. 3n beiden Fällen konnte nur eine Verstäirdigungsver Handlung geführt werden, denn Bettiebsrätegejetz und Denwbilmachungsverord- nung waren nicht anwendbar. Kirche und Schule. * Erledigte Schulstellen. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in HergerS- Hausen, Kreis Dieburg, ferner eine Schulstelle für eine evangelische Lehrerin an der Volksschule in Groh-Bieberau, KreiS Dieburg. Vermischtes. Sine MiMonensch^ebung. Königsberg, 4. Rov. (WTD.) Rach drr „Volkszeitung ist eS der Polini gelungen, eine Rtesenschtebung tn Kokain, Morphium und anderen Medikamenten auf- zudccken, die aus einem hiesigen groben Lager gestohlen wvrden waren, und jetzt mit Hllfe von in Königsberg und Eydtluhnen ansässigen Personen ins Ausland geschmuggelt werden sollten. Angehörige aller Desellschafvsllasfen, insgesamt 27, wurden als Teilnehmer an der Millionen- schicbun^ gcsasttX Sie wurden teilweise dem Ge- richtsgesängnls zugeführt. Der Mörder seiner Frau. Berlin, 4. Rov. Mit einem Beil und einem Tranchiermesser mihhandelte der ttunk- süchtigte Schlosser K u ck e seine Frau zu Tode. Die Frau, die schon häufig seinen Mihhand- lungen ausgesetzt war, flüchtete, als sie die vergangene Nacht wieder mihhandelt wurde, zu ihrer Schwester. Der Mann folgte ihr, verletzte sie so, dah sie aus unzähligen Wunden blutete, und schleppte sie in die Wohnung zurück. Heute morgen sand man die Frau tot im Hofe liegen. Kucke wurde verhaftet. Das Ende eines RäuberchauptmannS. B e r l i n, 5. Rov. (WTB.) Willi O p i h, der zuletzt vor drei Monaten durch seine aufsehenerregende Flucht aus dem Gefängnis Tegel von sich reden machte, wurde gestern im Kamp mit Kriminalbeamten durch mehrere Schüsse so schwer verletzt, dah er feinen Verletzungen erlag. Opitz hat vier Menschenleben auf dem Gewissen. Wenn er bei seinen vielen Straftaten irgendwo erkannt und festgenommen werden sollte, griff er ohne weiteres zur Pistole und schob alles nieder, was ihm in den Weg kam. Die Beamten, die ständig mit ihm im Kampfe lagen, da der Schwerverbrecher nicht weniger als viermal ausgebrochen war, konnten ihn stets nur unter Einsetzung ihres Lebens unschädlich machen. Opitz, Der eine ganze Reihe schwerer Raubüberfälle und schwerer Einbrüche verübte, hatte immer eine mehrköpfige Bande zur Seite, so auch bei seiner letzten Straftat tn Berlin, wo er am 30 Huni 1921 mit sechs Mann auf dem Bahnhof Warschauer Strafte den Eisenbahnbeamten Walter Dittmann und den Voten Otto Friedrich überfiel und ihnen 118 000 Mark Lohngeldcr raubte und mit einem bereitstehenden Automobil davonfuhr 3n der letzten Zeit tauchte er plötzlich in der Gegend des Zentralviebhoses auf, wo er in einem Lokal tn der Rigaer ©trabe den Bankhalter machte und unter den Fleischergesellen vom Viehhof regen Zuspruch hatte In der Rächt zum Sonntag schritt die Kriminalpolizei zu seiner Festnahme Um unauffälliger zu erscheinen, legten mehrere Beamte, die Opitz kannten, die grüne Uniform der Schutzpolizei an So schöpfte Opitz zunächst keinen Verdacht, als wenige Minuten vor ein Uhr mehrere Beamte tn grüner Uniform in da- Lokal traten; trotzdem hielt Opitz es für angebracht, zu verschwinden. Als er aber das Lokal durch einen Hinterausgang verlassen wollte, nahm er wahr, bab dieser Ausgang von mehreren Kriminalbeamten umstellt war. Sofort zog er au- beiden Seltentaschen bereitgehaltene und entsicherte Pistolen, um mit beiden Händen auf die Beamten zu schieben. Auch die Beamten hatten die Waffen schubfertig in der Hand, und noch ehe Opitz los- drücken konnte, brach er von mehreren Kugeln getroffen zu Boden In der Charit^ wurde er sofort operiert, doch verstarb Opitz an innerer Verblutung. Es besteht der dringende Verdacht, dah Opitz auch der Anführer der Automobilräuberbande gewesen ist, die da- Postamt Hegermühle ausplünderte. * DaS Tanzprogramm des Winter-. Die Tänze dieses Winters werden keine Ueber- raschungen bringen, and die Reulgkeüen im Dall- soal beschränken sich auf gewisse Raancen, die aber sehr streng beachtet werden müssen. Die Zeit der „oeriütftcn Tänze" ist vorbei und waZ an solchen Reuerangen, wie dem „Kamelschritt" ober „'Bären» lanz" aus Reayork und anderwärts her berichtet wird, hat keine Anwartschaft darauf, in besseren Kreisen Eingang zu finden. Die wichtigsten Tänze bleiben dieselben. Der Fortrott wird sich nur sehr wenig von der F)vm deS Fortrotts unterscheiden, die auf den groben Tanzturnieren des S)miners vorgeführt wurden. Der Tanz ist etwas mehr „expressionistisch" und nicht h „mechanisch" wie früher, ei ist dem Dost m sehr ähnlich, den man Oli bim Kilege tanzte. Der Walzer wird wahrscheinlich sehr viel beliebter sein als im vergangenen Hahr, wo er erst langsam Im Tanzsaal wieder heimisch wurde. Die Gewohnheit, Fixtrott, zu einer Walzermelodie zu tanzen, verschwindet mehr und mehr, da die Tänzer daS Barbarische Dieses Brauches einsehen und dem Walzer wieder Geschmack finben. Weder beim Walzer noch bei irgendeinem anderen modernen Gesellschaftstanz darf man die Schritte auf den Zehen ausführen, und wenn man Schritte nach vorwärts oder rück- wärts macht, mutt das linke Knie beinahe gegen das rechte ftofjen. Der Onestep verliert Immer mehr an Boden; dagegen gewinnt die neue Form des Tango immer mehr Anhänger. Es werden jetzt nur noch vier oder fünf Figuren des Tango getanzt, die „Marcia", die „Promenade", die „Demi- Vuelta", die „Sentada" und der „Spitzenschritt" oder „Zickzack". Alle diese Schritte finb einfach und können in' "einer Stunde gelernt werden, aber die Anpassung dieser Schritte an den neuen Tangorhyihmus, der nicht so melodiös ist wie der alte,' bereitet ziemlich Schwierigkeiten. ^üchertHd). — Band 21 der Brockhaus'schen Sammlung „Reisen und Abenteuer'' behandelt das Werk Stanleys „Auf dem Kongo bis zuo Mündung". Stanley, „der Held des dunkeln Weltteils", ift auch heute noch bekannt genug, als bab zum Lob seines spannenden Reiseberichts besonderes zu sagen wäre. Der Band behandelt die an Abenteuern überreiche gefahrvolle Reise auf und längS des mächtigen Kongostroms. — 3m Anschlub an die Sammlung „Reisen und Abenteuer" hat der Verlag Brockhaus (Leipzig) eine neue Reihe unter dem Titel „Alte Reifen, und Abente u er" ins Leben gerufen. Rümmer 1 dieser Sammlung, Fernao MagalhaeS, Die erste Weltumsegl ung, herausgcqeben von Dr. Hans Pllschke, gibt die beste Einführung. Die erste Weltumseglung, bie von der Expedition Magal- haes' in den Hahren 1519—1522 von Westen nach Osten ausgeführt wurde, war eine Heldentat sondergleichen. Der Begleiter MagalhaeS' der Italienische Ritter Antonio Pigafetta, dessen Tagebuch in dem vorliegenden Bande der Vergessenheit entrissen wird, war ein gewissenhafter Ehronist der Expedition. — 3. G. Fichte, Die Bestimmung des Menschen. Mit einer Einleitung und Anmerkungen von Dr. M. Kronen berg. Verlag Strecker und Schröder, Stuttgart. Es ist nicht zweifelhaft, bab Fichtes Schrift über die Bestimmung des Menschen für die unmittelbare Gegenwart erneute Bedeutung besitzt, da sie nicht nur theoretisch aufklären, sondern vor allem auch Im Sinne praktischer Hilfeleistung zu ernsthafter Selbstbesinnung führen und das Leben vertiefen und erneuern will. — Andrs Gide: Die Verliehe deS Vatikan, erschien im 3nselverlag in Leipzig. Ds ist ein recht fesselndes Werk, daS Der bekanntlich sorgsam wählende Verlag der deutschen Leserschaft vorlegt. Dieter Basscrmann hat das Buch in bester Weise In unsere deutsche Sprache übertragen, ohne Dabei der lebendigen Schreibweise des Verfassers Abbruch zu tun Der 3nfeb vertag hat für klaren, gut leserlichen Druck gesorgt und dem Buche eine gefällige, wenn auch bei Zeit entsprechend, nicht üppige Ausstattung geben lassen. F. W. Schmidt: Wilhelm Herrmann. Ein Bekenntnis zu seiner Thwlogie. 'Ber- [ag H. C. B. Mohr (Paul Siebeck) H. LouPPfche Buchhandlung, Tübingen. Sandel. Frankfurt a. M., 4. Rov. Dör f en- stimmungSbllb. Am heutigen SamStag fand wieder Veikehr nur in Devisen statt. Die Detelll- gung am Handel war nicht bedeuteird. Der Dollar soll vormittags bis 6100. bi- 6050. bi- 5950 zurückgegangen sein, später trat wieder eine 'Befett igung ein; mit 6000 wurde er genannt. Für Effekten bestand 3ntcreffe. 3mmerhln Halle es den Anschein, dah sich für Montanpapiere Reatt- fatlonSncigung entwickeln wollte. Ds wurden viel jach Briesturse genannt. Auch 3nbuttrtcaEtlcn hörte man bei schwächeren Preisen. Ausländische Papiere unterlagen Schwankungen, die auf Die Bewegungen der Devisen zurückgeführt wurden 3m telephonischen Verkehr von Bureau zu Bureau wurden Türken- und ungarische Renten nichtiger gesprochen. Man erwartet für Montag eine vorwiegend feste Tendenz bei unregelmäßiger Haltung. Frankfurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahlung.) Amtliche Dotierungen. Datum: 3. 9touember 4. November Gelb Brief Geld Briet Nntw.-Nrlissel . 40S,!)". 411.05 381,05 382,95 Holland...... 2493,75 2506,25 2405,96 2422.05 Vonbon ...... 2R5.2N 286.71 272,31 273,69 Pariö....... 439.1)0 442,10 414,95 417,05 Schweiz...... 1157,10 1162.90 1100,25 1105,75 Spanien..... 906,50 981,50 917,70 022,30 Hialien...... 272,80 274,20 253,85 255,15 VMabori'Ovorto -— Dänemark.... 1276,80 1283,20 1211,95 1218.05 yivrweaen .... 1165,05 1170,95 1097,25 1102,75 Schweden .... 1095,75 1704,25 1605,95 1614,05 .frclfbmforS. . . . 154,60 155,40 Renyork...... 6234,35 0265,65 5960,05 5989,05 Deutsch'Ocsterr. 8,33 8,37 7,>3 7^7 Budapest..... 259.35 26165 236,00 288.10 Prag........ 197,50 198,50 192,50 103,60 Sofia....... —»—• —l— (3n einem Teil ber Auflage wiederholt.) Besprechungen zw schen Mussolini und dem italienischen Delegiert.m in der ReparationS- kommission. Rom, 4. Rov. (WTD.) Stephani. Ministerpräsident Mussolini empfing heute den Ita- lienifchen Delegierten bei der Reparationskvmmis- ftoit Salvago Raggi, mit dem er bie gegenwärtig in Berlin zur Erörterung stehenden Fragen prüfte. Raagi verlieh sodann Rom, um sich nach Berlin zu begeben. Ein neuer Plan DraddurhS? Paris, 4. Rov. (WTD) Der berliner Berichterstatter des „Echo de Paris" meldet, ber englische Delegierte Bradbu ry habe, wie eS scheine, seit seiner Anwesenheit in Berlin einen neuen Stabil i s ierungsplan für die Mark ausgearbeitet. ©4 gelte, noch einige Meinungsverschiedenheiten zu beseitigen. Man hoffe aber, noch heute nachmittag zu einer vollkommenen Einigung zu gelangen. Einer ber alliierten Delegierten erklärte bem Korrespondenten gestern abend, er fei op11mlstlsch und er glaube bestimmt daran, dah bie Stabilisierung ber Mark möglich fei. Der Wechsel auf italienischem Diplomatenposten. Rom, 4. Rov. (WTD.) Wie die Dlätter melden, werde Daron Avezana rricht zum Dot- schafter In Berlin, sondern zum Botschafter tn Washington ernannt Gin türkischer Nationalfeiertag. PanS, 4. Rov. (WTD.) Rach einer Mel düng der „Chicago Tribüne" auS 5^onstantinopel wird der 1. Rovember, ber Tag. an bem blc Rationalversammlung den Deschluh gefaht habe, den Sultan abzusetzen, zum Nationalfeiertag erflärt. Die Anklagen gegen König Konstantin. Rom, 4. Rov. (WTB.) HavaS berichtet, ben Blättern zufolge werden gegen Exkönig Konstantin folgende Qlnfiagen gerichtet: 1. Dah er unter Verletzung der Verfassung Den tatsächlichen Befehl über das Heer geführt habe und infolgedessen für den Zusammenbruch verantwortlich fei. 2. Dah er. obschon er davon überzeugt gewesen sei, dah seine Abdankung eine günstige Lösung ber nationalen Frage bet bei- führen würbe, sich nicht beeilt habe, abzudanken. 3. Dah er als Chef ber Armee seinen Posten vor dem Feinde Jofort nach ber Rieberlage von Asdania ausgegeven habe. 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Lebrlinae: 1 Friseur, 1 Bäcker, 1 Maler und Weitzbinder. 1 Stukkateur, Aiuci Lackierer, 1 Einrabmer, 2 Schmiede, 2 Gartner, 1 Schuhmacher. b. bei answärtiaen Arbeitgebern: vier laudiv. Kuech.e. mehrere laudiv. Tag- lötmcr, 1 verheirat. Knecht mit älteren Kindern, 2 Biehfiiiterer. 1 Bermalier, 1 Schneider, 1 Schmied, 1 Sattler, 2 Schreiner, 2 Zimmerer, 1 Provision«- reifender, 1 Elektromonteur für Kraft- ström, 3 Dreher, 2 Schlosser, 1 Müller, 1 Schuhmacher, 1 Kraftfahrer. Vebrlinnc: 1 Schreiner, Bäcker. (*•*» suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker, 1 Sclireiuer, Kaufleute, Schreiber und riieifende, Backer, Hauvbiirschen und VluSläufer, Äbifchineuschlosser, Bau- schlosser, Schuhmacher, 1 Krankeupsieger, 1 Sattler und Polsterer, Bäcker und DtcUnci-, 2 Kellner, 1 Kraftfahrer, ein Schmied, 1 Buchbinder, Mechaniker, Derjenige Sen der am Sountaa abend im Hotel krla« Carl einen fremden IleöeWr bat mitgehen hethen, ist erkannt und wird hierdurch ersucht, denselben sofort bei Bi ar! Huhu, Nitteraasse, abzulie- sein. Bor Ankauf wird aewarnt. Lkrsleigkslnils Mittwoch, den 8. d. M.. nachmitt. 2 LIHr, versteigere ich im Gass Leib, Walltorstratze: 1 gr. Posten neuer Gummi -Hosenträger, Socken- u. Strumpfhalter, Hosenstege, Herren- und Damen- Gürtel; sowie: 2 Kleiderschränke, 1 hompL Bett, 1 Füll- und 1 Gasheiz-Ofen, einen emaill Waschkessel, 1 Nähmaschine, vier Sessel, 1 Tellerwärmebrett, 1 Lisschrank; ferner: Herren-, Damen- und Kinder- Kleider, darunter ein. ncuenAnzua, 2 lieber- Aieher, g. Tischtücher, Hausgeräte und v. ungenannte. Versteigerung bestimmt. 99161) L. Althoff. beeid. Gerichts-Taxa- tor und Auktionator. Bekanntmachung. Infolge (Erhöhung der Zcchenpreise und Frachtsätze für Kohlen und Koks ab 1. No- veniber 1922 sowie der allgemein gestiegenen llnkosten, werden die Höchstpreise gemätz Beschlus) der städtischen Brennstoffdcputation vom 3. November 1922 auf Grund der Vorschriften de» § 17 der Ausführungsbestimmungen zum Gesetz Über Regelung der Kohlenwirtschaft vom 23. März 1919 Men- und SlWüllverkans. Die Gemeinde Merlau beabsichtigt einen abgängigen fetten Bullen und einen Schafbock zu verkaufen. Angebote sind schriftlich, mit entsprechender Aufschrift versehen, bi« spätestens Freitag, den 10. Ao. vember 1922 etnzuretchen. Die Eröffnung der Gebote findet an demselben Tage um 1 Tlhr mittags auf dem Bürgermeisterei. Vebrlinnc: 1 Kaufmann, 2 Autoschlosser, 2 Schlosser, 1 Sveualer, 1 Mechaniker, 3 QrlcCivonionteitrc, 1 Schuhmacher mit Kost und Wohnung, 1 Schreiner de»gl. ®cicncii()cith | IVlietgesuche | (Öiitfitnicrtcr Student sucht behagliches Zimmer. Schr. Ansttb. unter 010211 and. Gieß. Anz. erdeten. Beschwerden über Mängel bei der Be- lieferung und Preisberechnung sind beim städtischen Brennstoffamt vorzubringen. Gietzen, den 3. November 1922. Der Oberbürgermeister. I. B.: l)r. Selb. Bekanntmachnttg. 8 7 Absatz 2 der Vorschriften für den Verkehr und den Schutz der städtischen elektrischen Stratzenbahn ist durch Vc> kanntmachung des Hessischen Ministeriums der Finanzen und deS Hessischen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft (Kabln abgeändert worden, datz der von Aahrgästen, die absichtlich keine Zahlung leisten, zu entrichtende Betrag auf Mk. 20 erhöht wurde. Gietzen, den 3. Aovember 1922. Direktion der Elektrizitätswerke und Stratzenbahn der Stadt Gietzen. _____________Atolle. 98060 Neuen, noch nicht getragenen ^ralkan^nft Mastarbeiti, s. lulttl. Figur, ein fast ueueß Fahrrad rtrclotuert zu verk. Schr. Aua U. 010145 au den Gietz. Anz. tzerrenschuhe Grötze 45 und vamenschuhe Olrötze 38, 39, 40, 41 n verkaufen ntnioe Mcid)i