Keuag, b. ©Bob« 1922 General-Anzeiger für Oberheffen örwf **» Dntofl: BrflyfdK Httio-.Biid): und Stthiöniderei 8. Zange. Sdjriftleitnng, SeschSstrftellc und örederei: SdMkratze 7. Annahme von Anzeige« für die lagesnumm« bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm HSHe für Anzeigen v. 27 mm Breite örtltd) -100 Pf., auswärts 500 ‘Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breitel600Pf. Bei Platz- Vorschrift 200 0 Aufschlag Aaxptfd)riftleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz für den übrigen Teil (Entft Dlumschein; für den Anzeigente,l: Hans B«K, sämtlich in Gießen. _____ r 172. Jahrgang GietzenerAnjeiger Hr. 255 Erschemt täglich, anfett Sonn, und Feiertag», mit derSamstagsbeilage: viebenerFamilienblätter Monatliche vrznaspreife: Mk. 102. - nnd MK. 8.- Trägerlohn,durch dieDost Mk. 125. - .auch beiNicht- «scheinen einzelner Num- mern infolge Häher« Gewalt. - Fernsprech-. Anschlüsse: für dieSchrift» kitintg 112, für Verlag ttnb Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger fiele«. PostscheUoitto: Srentfert a. M. 116S6. Die neue Markbaisse. I Nachdem eS eine Zeit lang den Anschein gehabt hat, als ob die Mark sich — freilich auf Grund des trostlosen Status von einem Dollar gleich 1400 — stabilisieren wollte, hat einigermaßen unerwartet eine neue Devisenhausse eingesetzt, die lebhaft an die schwarzen Lage im August erinnert, wo der Dollar (an dem anseligen 24 August) den betrüblichen Rekord 1973 amtlicher Notierung und bis zu 2400 im Freiverkehr erreichte Es klingt fast wie ein Märchen, wenn man sich heute erinnert, daß der Dollar im Mai 1920 mit 35 Mark, im Mai 1921 mit etwa 60 Mark bezahlt wurde, und daß er noch im Qanuar dieses (Zahres unter 200 notierte, um erst im März die ominösen 300 zu überschreiten, die man damals vielfach als nicht überbietbaren Tiefstand ansah. Seitdem ist die Mark nicht langsam, aber sicher weiter gefallen, um, wie schon erwähnt, im August den katastrophalen Tiefstand zu erreichen, dem wir uns nach einer sehr dürftigen und kurzen Erholung leider mit Riesenschritten wieder zu nähern scheinen. Welche Ursachen hat nun die neueste Devisenhausse? Irgendwelche ernsten politischen Momente liegen für die Markbaisse jedenfalls nicht vor; denn wie unklar und prekär auch die Lage au) dem Gebiete der inneren wie der äußeren Politik sein mag, so hat sie sich doch jedenfalls in den letzten Lagen nicht so zugespiht, um diese Deviserchausse za rechtfertigen. Die Ursachen müssen also auf wirtschaftlichem oder auf finanztechnischem oder auf rein spekulativem Gebiet liegen, oder es können auch alle drei zu- sainmenwirken. Und sie tun es. Darüber kann kein Zweifel bestehen, daß sowohl die Industrie wie der Großhandel alsbald nach dem letzten Rückschlag auf dem Devisenmarkt beflissen waren, sich erneut einzudecken, da sie angeblich für Jmportzwecke dringlich einer Ausfüllung ihrer zusammengcschmolzenen Devisenreserven bedurften. Demgegenüber wird behauptet, dah Industrie und Großhandel vielfach einer Seoisenrestaurierung huldigen, was natürlich da unsere passive Handelsbilanz ohnehin schon ungünstig auf die Valuta wirkt, zu einem starken Druck auf die Mark führen muß. Es ist hier immer wieder dieselbe Erscheinung festzustellen, daß der tiefgehende Valutapessimismus sofort einsetzt, wenn der Kurs der Mark sich nur ein wenig senkt, und die Furcht vor dem Mark- •inten führt auf diesem Wege automatisch zum Warksturz. Diese Entwicklung wird leider außerordent- ich begünstigt durch den groben, wiederholt festgenagelten Mißbrauch der neuerdings seitens einzelner Industrie- und Drohhandelskreise mit der Kalkulation und Fakturierung in fremden Devisen betrieben wird. Zwar haben der „Reichs- vcrband der deutschen Industrie" und der „Zentralverband des deutschen Großhandels" gegen die Zwangsregulierung in ÄttrslandwäHrung bei In- jlandkäufen Stellung genommen, aber anscheinend ohne sonderlichen Erfolg; denn es mehren sich die Beschwerden aus den Handelskreisen, daß zahlreiche Fabrikanten immer noch in erheblichem Umfang Bezahlung in Auslanddevisen verlangen, wodurch natürlich die Kursbildung erheblich belastet wird. Zu alledem gesellt sich noch die wilde Spekulation, die sich gleich den Hyänen des Schlachtfeldes ansammelt, sowie sie beim Steigen der Devisen Gewinnchancen wittert. Es kann diesmal kein Zweifel darüber bestehen, daß neben den schon erwähnten Momenten, wozu sich auch noch etliche Markverkaufe im Ausland gesellt haben mögen, die reine Devisenspekulation in nicht unerheblichem Maße an der neuen Marlbaisse beteiligt ist, die um so gefährlicher ist, da wir uns ohnehin in einer Zeit Der allgemeinen Preishausse befinden, die dadurch in ein noch schnelleres Tempo gebracht zu werden droht. Schon aus diesem Erunde erscheint es als dringend notwendig, daß die Regierung endlich einmal mit den so oft an» gekündigten Maßnahmen gegen den wilden Devisenhandel — wobei vor allem an die Einführung einer Dedarfsnachweisepslichl für den An- l kauf von Devisen und Roten gedacht wird — Ernst macht Man weiß zwar, daß seitens der Bank-, Industrie- und Handelskreise allerlei Bedenken gegen eine solche Maßnahme geltend gemacht werden, aber es ist schon so manches durch» «führt worden, wogegen Bedenken rn Hülle und Fülle vorlagen. Unt> hat doch genützt! . . . Pros. Cinstein über die Not der Geistesarbeiter. - London, 5. Okt. (WTB.) Die heutige erste ' Ausgabe des Wochenblattes „News Leader" bringt Ausführungen des Professors Einstein über die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland, die ein grelles Licht auf die Rotlage besonders der geistigen Arbefter in Deutschland werfen und als bemerkenswerte Er- flärungen des hervorragenden Gelehrten von der 1 englischen Tagespresse übernommen worden sind. -Einstein schreibt, die Uitterernährung sei fast allgemein unter den Kopfarbeitern und Studenten in Deutschland. Außerdem seien die Bücher so teuer geworden, daß das geistige Leben und die Entwicklung der Heranwachsenden Jugend ernstlich Darunter leide. Die Existenz wissenschaftlicher und künstlerischer Einrichtungen, insbesondere der Theater unb Zeitungen, sei mehr und mehr gefährdet. Einige seien schon untergegangen. Der Kampf um das Dasein unter den unabhängigen Künstlern, Musikern und Schriftstellern sei verzweifelt. Eine Programmrede des französischen Finanzministers. Paris, 5. Oft. (WTB.) Auf einem Festwahl, das die Pariser Handelskammer heute Verdes Räheren die Steuerpolitik der Regie- un dann tung tage man seine und ging schließlich auf die Reparationsein. Er sagte, seit drei Iahten erlebe Enttäuschung auf Enttäuschung. Anstatt Verpflichtungen zu erfüllen, ziehe e s Die Hilfe für Oesterreich. Bern, 6. Okt. (WTB.) Der BundeS ° rat hat sich grundsätzlich bereit erklärt, sich an der Hilfsaktion für Oesterreich bis zum Betrage von 20 Millionen Franken zu beteiligen. Ueber die formelle Seite der Frage, ob die Kreditaktion durch BundeSbefchluh oder auf dem Wege der Ermächtigung an den Bundesrat oder eventuell durch Staatsvertrag zu regeln fei, ist kein Beschluß gefaßt worden. erzielen. Paris, 5. Oft. (WTB.) Havas meldet aus Smyrna, dah Dort Dreschen aus Mudania vorliegen. wonach zwischen den alliierten Generalen „Ab den türkischen Delegierten ein Abkommen getroffen worden sei, das folgende Grund- Die Politik des amerikanischen Bankierkongreffes. Reuyotk, 6. Oft. (WTB.) Der Resolu- iionsausschuh hat dem Da n k i e r k o n g r e ß empfohlen, zu verlangen, daß ein amerikanischer Vertreter zum Mitglied der Reparativnskommission ernannt wird und dah die amerikanische Regierung unverzüglich eine Erklärung abgibt betreffend Die Grundsätze, nach Denen sie mit Den anderen Ländern für die Wiederherstellung Europas Zusammenwirken werde. Ferner wurde empfohlen, Präsident H a r » ding zu ersuchen, von seiner Machtbefugnis Gebrauch z,i machen, Die ihm Durch das Zolttaris- geseh verliehen wurde, und das Notwendige für Die Wiederherstellung des Handels zu tun, bis die Rationen imstande seien, die Waren, die sie in Den Vereinigten Staaten kaufen, zu bezahlen. LonDon. 5. Okt. (WTB.) Einer Exchange» Meldung zufolge erklärte ein offizieller Wortführer der amerikanischen Regierung erneut, dah, bevor Die Vereinigten Staaten Direkt mithelfen würden., Europa finanziell toi^erherzustellen, Die Ausländer sich bereit erklären mühten 1. zu einer größeren Verminderung der Ausgaben für militärische Streitkräfte. 2. zur Preisgabe von ungefähr 60 ProzentderdeulschenReParationen und 3 zur Preisgabe Der habgierigen imperialistischen Bestrebungen, die zu einer Beunruhigung und zum Kriege führten. Auf Die Frage, ob Die Vereinigten Staaten es sich leisten könnten, einen Teil oder den Gesamtbetrag oder mehr als elf Milliarden Dollars, Die den Vereinigten Staaten geschuldet werden, zu streichen, erwiderte der Wortführer Der amerikanischen Regierung mit Dachdruck; Rein! Welchen Zweck hat es, Die große, dem amerikanischen Volke geschuldete Summe aufzugeben? Würde die Streichung Der Summe Europa reformieren, würde sie zur Aufgabe Der großen Kriegseinrichtungen führen, würde die Preisgabe unserer Forderungen militärische und politische Intrigen beseitigen? R e u y o r k. 5. Okt. (WTB ) Präsident Sj a r- Ding hat an Den Kongreß Der amerikanischen Bankvereinigung eine Botschaft gerichtet. in der er betont, dah die Kongreßmitglieder sich bemühen sollten, das Voll zur Befolgung einer wirtschaftlichen Politik zu veranlassen Von internationalen Fragen ist in Der Botschaft nicht Die | Rede. an stattete, hielt Finanzminister de Last e Y e r i e eine Programmrede. Der Finanzminister erklärte, die Richtausführung des Friedensverttages von Versailles sei die ilr- ache Der finanziellen Schwierigkeiten, und suchte nachzuweisen, Daß, da die Deutschen keinerlei Zahlung auf das Reparationskonto geleistet haben, der französische Staat gezwungen worden sei, ich auf dem Wege der Anleihe die für das Wie- deraufbau-Badget notweirdigen Summen zu beschaffen. Nachdem Der Finanzminister von Den Ersparnissen gesprochen hatte, die seit dem (Zahre 1919 erzielt worden sind, betonte er die absolute Friedfertigkeit Frankreichs, das fortfahren werde, sein Heer herabzuseyen. Jedenfalls sei es von allen Großmächten eine Derjenigen, die ihre Ausgaben für Die nationale DerteiDigung am stärksten ymabgeseht habe. De Lasteyerie begründete als- Die Konferenz von Mudania. Paris, 6. Oft. (WTB.) Der französische Oberkommissar veröffentlicht folgende Verlautbarung : Die alliierten Generale haben gestern nachmittag Ismid Pascha den Text einer gemeinsamen, in weitgehendstem Geiste des Entgegenkommens abgefahten Konvention überreicht. Im Laufe der Rachmittagssitzung hat Is- mid Pascha bei verschiedenen Punkten ziemlich kategorisch Einwendungen vorgebracht, welche Die alliierten Generale prüfen in dem Wunsche, zu einem Ziel zu gelangen, um das türkische Interesse mit dem Mindestmaß der unerläßlichen Bedingungen in Einklang zu bringen. Man habe Die Hoffnung, heute eine befriedigende Lösung zu Deutschland vor, bankerott zu machen. Es finde Geld, seine wirtschaftliche Ausrüstung zu verstärken und Eisenbahnen und Kanäle zu bauen, es finde aber kein Geld, um die Alliierten zu bezahlen. Die Frage hätte in den Zeiten, Die Der Inkraftsetzung Des Frie- Densvertrages gefolgt seien, wenn nicht Durch den Fliedensvertrag selbst geregelt werden müssen. Hätte man Damals Die Einrichtung einer Schuldenkvm» Mission in Berlin verlangt unD eine ernsthafte Kontrolle der deutschen Finanzen organisiert, Dann hätte man zweifelsohne viele Schwierigkeiten nicht erlebt und regelmäßig Zahlungen erhalten. Die jüngst geschlossenen Abkommen, das von Wiesbaden und Das Lubersac-Stinnes-Ab- kommen, beDeuteten einen wirklichen Fortschritt zur Regelung des Reparationsproblems durch Sachlieferungen. Die Durchführung dieser Abkommenmüsse man sicher st eilen und sie durch neue über die Ausführung großer öffentlicher Arbeiten durch Deutschland vervollständigen, andererseits aber müsse man Deutschland zwingen, Ordnung in seine Geschäfte zu bringen, damit es ausländische Anleihen abschliehen könne Das sei die einzige I Lösung, durch Die sich das französische Schatzamt in naher Zukunft Bargeld verschaffen könne Er verkenne Die Schwierigkeiten Des Unternehmens | flicht; sie seien auf die so ernste Lage im I Innern zurückzuführen, in Die sich Deutschland durch seine Finanzpolitik gebracht habe De Lasteyerie sprach alsdann von der Reparationskonferenz in Brüssel und erklärte, dah dort die französische Regierung ein konkretes Programm Dorlegen werde. Er hoffe alsdann, daß bei dieser Gelegenheit auch das Problem der interalliierten Schulden angeschnitten werde. Für das Konto Deutschland habe man Ausgaben gemacht, die sich bis zum 1. Januar auf 80 Milliarden beziffert hätten, und Die am 31. Dezember jedenfalls 100 Milliarden übersteigen wür- I Den. Rach Ansicht des Finanzministers könne von einer rächen Deflation in Frankreich nicht Die Rede fein, solange Deutschland nicht mit feinen Zahlungen begonnen habe. Frankreich habe im Jahre 1919 51 Milliarden 331 Millionen geliehen, 1920 42 Milliarden 822 Millionen, 1921 31 Milliarden 120 ^Mllionen, im (Zähre 1922 würden es aber nur noch 20 Milliarden fein. Frankreich mache augenblicklich wundervolle Anstrengungen zur wirtschaftliche Wiedererhebung. Schon könne man Den Augenblick voraussehen, an dem die wiederaufgebauten Provinzen ihren Platz als Fakt Order nationalen Produktion wieder einnehmen würden. Die Eisenbahneinnahmen hätten sich nn Vergleich zum (Zähre 1920 um 6 0 0 Mill, gesteigert. Auch die Arbeitslosigkeit habe nachgelassen und die Sparkassen stellten eine fortgesetzte und regelmäßige Steigerung der Einlagen fest. Durch die Wiederaufnahme der Geschäfte, durch die Entwicklung des öffentlichen Reichtums, durch die Arbeit and Energie werde Frankreich dazu gelangen, seine ! finanzielle Lage wieder auszurichten. Zweifelsohne werde es in diesem Jahre 6—7 Milliarden weniger ausgeben, als im (Zähre 1921. Die Steuern würden 2 Milliarden mehr einbringen. Im ganzen werde der Haushalt des Jahres 1922 Dem französischen Staatsschatz eine Erleichterung von etwa 8—9 Milliarden bringen. Mac Kennas' Rede. P a r i s, 5. Oft. (Wolff.) „Rew Dorf Herold" meldet: Mc. Kenna erklärte zwar bei feiner gestrigen Rede auf dem Bankierkon- greß, er sprechenurfür seinePerfvn, man nehme jedoch an, daß feine Erklärungen die Ansicht des britischen Schatzamtes widerspiegeln und der englischen Delegation, die unter Führung von Sir Robert Horne binnen kurzem zu Verhandlungen mit der amerikanischen Schuld ensundierungSfommis - sion In Neuyork ankommt, den Weg bereiten soll. Der Nachfolger Dubois'. Paris, 5. Oft. (WTB.) Im heutigen Ministerrat wurde der Vorschlag des Ministerpräsidenten Poincare, Zustizminister Barthvuals Rachfolger Louis Dubois' zum französischen Delegierten in der Reparations- kvmmission zu ernennen, angenommen. An Stelle Barchous wird der Llnterstaatssekretär beim Ministerpräsidenten, Eolrat, (Zuftizrnini- ster. Der Unterstaatssekretärpvsten beim Ministerpräsidenten wird aufgehoben. lagen habe: 1. Meerengen und Konstantinopel. Die Alliierten und Die Türken werden das für neutral erklärte Gebiet Der Dardanellen räumen. Die Alliierten werden weiterhin Konstantinopel während der Dauer der bevorstehenden Friedenskonferenz besetzt halten und Der Wiedereinsetzung einer nationalistischen Zivilregierung in Den Bezirken von Konstantinopel und Tschanak zustimmen. 2. Thrazien. Thrazien wird von Den griechischen Truppen binnen einer Frist von neun Tagen, Dom Tage Der Ratifizierung Dieser Entscheidung an Die Athener Regierung, geräumt werden. O st - thrazien wird von den nationalistischen Truppen besetzt. Aber eine Zone von zehn Kilometer Breite auf beiden Alfern Der Maritza wirD für neutral erklärt und von Den Alliierten beseht .Derben. Die Verwaltung von Thrazien wird unverzüglich wieder Den Rationalisten übertragen. 3. Zwangsmaßnahmen, die möglicherweise ergriffen werden, falls die Griechen Den obenerwähnten Entscheidungen Widerstand entgegensetzen. Die Alliierten werden den türkischen Truppen erlauben, über die Meerengen zu gehen, um Ostthrazien zu besetzen. Die Alliierten werden diplomatische Schritte bei der Regierung von Athen unternehmen und Maßnahmen ergreifen, um diese zur Annahme der Beschlüsse Der Mu- daniakonferenz zu bringen. Die Bedingungen dieses Abkommens sollen den griechischen Delegierten mitgeteitt worden sein. Diese hätten ihre Alnzufriedenheit ausgesprochen und erklärt, sie hätten nicht die nötige Macht- | befugnis, um im Damen ihrer Regierung eine Antwort zu erteilen. Sie müßten um Instral tionen aus Athen ersuchen. Die Griechen leisten Widerstand? P a r i S, 6. Oft. (WTB.) HavaS berichte' aus Konstantinopel, man fündige an dah zwei griechischeMilitartranS- Porte Salonifi verlassen haben mü der Bestimmung nach Adrianopel. Gin englischer Vorschlag über Palästina Gens, 5. Oft. (WTB.) In der gestrigen Geheirnsitzung des Dölkerbundsrats legte Lord Balfour eine englische Denkschrift mit Dor schlügen über die in Artikel 14 des Palästina - Mandats vorgesehene Kommission für die heiligen Stätten vor. Aus einer Mitteilung, Die heute abend das Dölkerbundssekretariat hierüber veröffentlicht, geht hervor, dah es nicht zu einer Einigung über die englischen Vorschläge kam. Die Verschiedenheit der politischen und religiösen Interesien sowie die Rivalität unter den verschiedenen religiösen Gemeinschaften machten, tote es in der Mitteilung heißt, eine sofortige Lösung unmöglich, so dah Lord Balfour nicht auf einen Vorschlägen beharrte. Er forderte Die anDeren RatsmitglieDer auf, sich für Die lieber- toinDung Der bestehenden Schwierigkeiten nach Kräften einzusehen Die Vertreter Frankreichs, Italiens und Spaniens versprachen, in diesem Sinne zu wirken. Die neuen Eisenbahnlaris- erhöhungen. Berlin, 6. Ott. In der gestrigen Sitzung des ständigen Ausschusses des R e i ch s e i f en - bahnrates wurden Die Vorschläge Der Vew toaltung auf Tariferhöhungen gegen zwei Stimmen angenommen. Danach erhöhen sich die Gütertarife zum 15. Oktober um 60 Prozent der derzeitigen Sähe, ausgenommen die Notstand* tartfe für Kartoffeln und Obst, dik in ihrer bisherigen Höhe bestehen bleiben. Die P er f o n e n tarife, die zum 1. Rovember um 100 Prozent erhöht werden, werden zum 1. Dezember um weitere 50 Prozent gesteigert, so dah sie i m D e - zember das Dreisache Der jetzigen Sätze betragen. In der Aussprache wurde eine Beschleunigung der organisatorischen und technischen Maßnahmen zur Hebung der Wirtschaft- lichkett des Unternehmens, namentlich nach der Steigerung Der Arbeitsintensität, gewünscht. Zur An gleichung Der Personentarife an Die Gütertarife soll zum 1.Januar eine weitere ©telge- rung der Personentarife erfolgen, so daß dann in Der Dritten und vierten Klasse die Erhöhung etwa das Hundertfache des Friedenspreises be trägt. Der Ausschuß beschäftigte sich sodann mit der Frage eines Valutazuschlages für Ausländer im inneren deutschen Personenverkehr. Es wurde schließlich ein Antrag angenommen daß die seit alters her im internationalen Verkehr gebotenen Grundsätze über Die gleichmäßige Behandlung Der Ausländer mit ten In ländern auch in Zukunft beizubehalten sind. Die neue Kohlenpreiserhöhnng. Berlin, 6. Okt. Die vereinigten AuS- schüffe des Reichskohlenrates und des Reichskohlenverbandes beschäftigten sich gestern mit den neuen, auf Grund der kürzlichen Lohnerhöhungen gestellten Anträgen auf Erhöhung der Kohlenpreise. Es wurde beschlossen, am 1. Oktober folgende Erhöhungen eintreten zu lassen: Für Fettförderkohle des rheinisch-westfälischen Steinkohlenreviers 639 Mark, des Aachener Reviers um 860 Ml., für Sachsen um 996 Mk., Riederschlesien um 867 Mk., und Niedersachsen um 891 Mk. Für Braunkohlen betragen die Erhöhungen: Halle: Rohbraunkohle 127.25 Mk., Briketts 321 Mk. Nach der neuen Erhöhung würden sich die Preise für westfälische Fettförderkohle auf 5000 Mk. einschließlich Steuer ab Zeche stellen Der Preis für Rohbraunkohle würde einschließlich Steuer 1241 Mk., für Braunkohlenbriketts 3907 Mk. die Tonne ab Zeche betragen. Der Prozeß Rathenau. Leipzig, 5. Ott. (Wolff.) In der heutigen Verhandlung irn R a t h en au - P r ° 4 eß wurde das Untergebenenverhaltnis Er n Ü Werner Techows zu Kern näher erläutert. Auf die Vorhaltung des Vorsitzenden, warum Techow sich Kern gefügt habe, obwohl er von seinen Gründen nicht überzeugt gewesen sei, erflarte Der Angeklagte, er habe Kern gegenüber unter einem gewissen Druck gestanden. Er habe Kern sein Ehrenwort gegeben und deshalb seine später auf- tauchenden 'Bebenfen unterdrückt. Kern habe auch keinen Widerspruch auf kommen lassen. Der Angeklagte Hans Gerd Techow sagte aus, Kern habe zu ihm geäußert, sein Bruder sei insofern unwissend gewesen, als er nicht gewußt habe, daß die Fahrt Der Ermordung Rathcmaus galt. Hierauf begann die Vernehmung des Ange- flagten Günther. Der Verteidiger, Dr. G o l - m i ck beantragte, dem Nervenarzt Professor Dr Schulz die Anwesenheit zur Beobachtung Der Psyche Des Angeklagten zu gestatten. Er habe Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit Des Angeklagten. Die Auskunft seiner Kameraden, daß er nicht richtig im Kopfe sei. Deute Darauf hin, auch sein planloses Verhalten. Dem Einträge tour De stattgegeben. Günther sagte aus, Stube n r a u ch hätte Den Plan gehabt, Rathenau im Reichstage ner Vornotjzen. ins Weihe Meer". — Palast-Lichtspiele, ab heute Landkreis Gießen. Ott« ^eug. einen Revolver mit anievieseitengewer Kollinsche Bekanntenkreis bestand eigentlich nur aus ein paar Freunden, mit denen "Mainzer Hof" Skat spielte, die „gesellschaftlich mcht verkehrten". r. 'dieser Stadt, in der man „über Generale stolperte , war es nicht leicht, in die ersten Kreise hmeinzukommen. Aber Grete hatte sich mit einem füpnen Salto mortale, wie ihr Vater sagte, hinein- geschwungen, und ihre Ausstattungswäsch^ war Ernst, der junge Ehemann, in seinem A^Mms vor seinem Rasierttfch an dieses ganze Zwischenstadium bei un^ l.ewe Hochzeit dachte, fiel ihm sonderbarerweise immer nur die Zuchthaus- von Wilde em, die Liane nach dem Hoch- zeitsdmer deklamierte. (Fortsetzung folgt) △ Grünberg, 5. Oft. Unter dem Vor» sitze des Lehrers Roth sand hier der H a f f i a « bezirkstag Grünberg statt. Kamerad Petri- Beltershain berichtete über den Verba ndstag in Darmstadt. Er wies besonders darauf hin, daß es Hauptaufgabe der Hassia sei. sich der Veteranen, Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen anzunehmen und eine tatkräftige Fürsorge für diese ins Werk zu setzen. Kamerad Eckstein-Weickartshain, ein Kriegsbeschädigter, wurde mit dem Posten eines Obmanns des Für- sorgeausschusses im Bezirk Grünberg betraut. Zum 2. Bezirksvorsitzenden wurde Petri- Belgershain gewählt. Die Hassialotterie, deren Reingewinn den Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen ziv gute kommen soll, wurde den Vereinen sehr emp- 1 fohlen. den Parteien, den Präsidenten des Reichstages zu bitten, alsbald einen Beschluß des Reichstages über die Wahl des Reichspräsidenten herbeizuführen. Als Wahltag schlägt die Reichsregierung dem Reichstag Sonntag, den 3. Dezember, vor. Der Reichsminister des Innern hat die Landesregierungen ersucht, die Gemeindewahlbehörden anzuweisen, alle erforderlichen Vorbereitungen für die Wahl des Reichspräsidenten sofort in die Wege zu leiten. Die Verhandlungen über die Deamtenbefol- dung. B e r l i n, 5. Sept. Der „Lok.-Anz." hört, daß die Verhandlungen mit den Spitzenorganisationen über die Neugestaltung der Beamtenbesoldung gestern von der Reichsregierung abgebrochenwordensind. Während über die Neuregelung der Grundgehälter im wesentlichen eine Verständigung erzielt werden konnte, konnte man sich über die Neugestaltung der Frauenzulage nicht einigen. Das Bestreben der Reichsregierung, durch prozentuale Gestaltung der So- zialzulagen eine weitere Nivellierung der De- amtenbezüge zu unterbinden, wurde von den Verbänden, mit Ausnahme des Reichsbundes der höheren Beamten, bekämpft. Die Regierung erklärte den Gewerkschaften, wie das Blatt meldet, sie gebe ihnen Gelegenheit, bis heute mittag mitzuteilen, ob sie auf ihrem verneinenden Standpunkte verharren würde. 3n diesem Falle würde die Regierung eine eigene Vorlage dem Reichstage unterbreiten. Der Tabakzoll. Wie mehrere Blätter mitteilen, hat das Reichökabinett beschlossen, von jeder Erhöhung desTabakzollesAbstand zu nehmen und die Einfuhrsperre für Tabak sofort aufzuheben. Die deutsch-russischen Handelsbeziehungen. Berlin, 6. Oft. Wie das „Berl. Tgbl." hört, haben gestern nachmittag in Berlin auf Einladung des Reichsverbandes der deutschen Industrie Besprechungen über die Frage stattgefunden. mit welchen Mitteln die deutsch-russischen Handelsbeziehungen gefördert werden könnten. Die Beratungen sollen demnächst fortgesetzt werden. Die Memoiren deS Fürsten Bülow. Berlin. 6. Ott. Einer Korresvondenzmel- dung zufolge soll sich der frühere Reichskanzler F u r st D ü l o w auf Grund des jetzt veröffentlichten Kaiserbuches entschlossen haben, seine Memoiren. die ursprünglich erst nach seinem Tode erscheinen sollten, schon jetzt zu veröffentlichen Kreis Friedberg. / Butzbach, 4. Oft. 3n der jüngsten De- j meinberatgfiöung beschäftigte man sich mit | ber Frage der Wasserversorgung des \ westlichen Stadtteils. Besondere Schwie- ; rigfeiten bereitet natürlich die Geldfrage Der 1 von der Stadt vorgesehene Betrag von 2 Millio- nm Mark ist infolge des Neubaues des Schal- Hauses, der den Kredit ziemlich in Anspruch nimmt ' fe^r schwer zu beschaffen. Lim Mittel in dem er- forderlichen Umfange flüssig zu machen, schlug ■ der Beigeordnete Wittig vor, einen Teil des i StadtwaldeS, der schlagreif ist, abzuhol- j Sen Mit dem aus dem Holzverkauf gelösten (Selbe könne der Hochbehälter für die Wasser- | Versorgung erbaut werden, und der Gemeinde 1 bleibe der Grund und Boden doch erhalten. Diesem Vorschläge soll jetzt nähergetreten werden. Man will in dem wasserarmen oberen Stadtteil noch zwei weitere Brunnen zur Wasserversorgung 6er- anziehen. Starkenburg und Nheinhessen. wd. M a i n $, 5. Oft Der Schreinermeister Krohle von hier wurde von seiner Frau und seinem 21jährigen Sohn bei der französischen Gendarmerie denunziert, er habe Waffen im Besitz, ferner habe er in einem französischen Automobil - Heerespark Handwerkszeug, und während des Krieges einem gefallenen französischen Offizier in Frankreich einen Gummimantel, einen Feldstecher und eine ilbr ent- toenM. Q3ei der Haussuchung fand dieGendarmerie Gießen, den 6. Oft. 1922. Der Landeseisendahnrat Frankfurt a. M. trat am Mittwoch in Frankfurt a. M. unter dem Vorsitz des Präsidenten der Reichsbahndirektton »vanffurt (Main) Dr. Stapfs zu einer Sitzung zusammen. Er beschäftigte sich mit verschiedenen Anträgen auf Verbesserung der Zug- verbi n du n g e n auf den Strecken Koblenz— Gießen, Gießen—Fulda und Aachen- Berlin und auf Herstellung einer Verbindung zwischen Darmstadt und Frankfurt im Anschluß an die Schnellzüge D 208/207 Basel-Holland Die Reichsbahnverwa ltung stellte möglichste Berück- sichttgung im nächstjährigen Fahrplan in Aussicht. Ein Antrag des Kommerzienrats Karl Grünewald-Alsfeld auf genaue Präzisierung bes Begriffs „Kostbarkeit" im Deutschen Eisenbahn-Gütertarif Teil A erledigte sich durch die Mitteilung der Reichsbahnverwaltung, daß diese Frage seit längerer Zeit Gegenstand 6er Erörterung unter den deutschen Bahnen sei und zur Zeit dem Reichsverkehrsministerium sowohl wie der ständigen Tarifkommission vorliege. Die Reichsbahnverwaltung sttmmte ferner einem Anträge des Abgeordneten Bähr-Büdingenzu, Kartoffeln zur unentgeltlichen Abgabe an Unbemittelte im Rahmen der für Liebesgaben geltenden Bestimmungen frachtfrei zu befördern. Eine weitere Anregung aus der Mitte der Versammlung, die am 1. April d. Z für Handwerkslehrlinge eingeführte Fahrpreisermäßigung allen Lehrlingen m geregelter Berufsausbildung zuzuwenden, wurde zur Kenntnis genommen und wohlwollende Prüfung zugesagt. 5bOÜ-Mark-Scheine und neues Hartgeld. Laut „Voss. Zta." wird wahrscheinlich noch im Laufe des heutigen Tages mit der Ausgabe von neuen 5000-Markschei- n e n begonnen. Von den neuen Scheinen sollen täglich iy2 Milliarden in den Verkehr geworfen werden. Man hofft dadurch, die Geld- zirkulation flüssiger gestaltenzukönnen. Gleichzeitig trifft man Vorbereitungen für die Herausgabe neuen Hartgeldes. Außer Dreimarkstücken sollen Zehn- und Zwanzigmark st ücke in Verkehr gebracht werden. Das Zehn mark st ück wird etwas kleiner als das Dreimarkstück vor dem Kriege, und das Zwanzig markstück etwas klei- dem Reichstag, ob es möglich sei, daß reservierte grafe D Abteile für Schwerkriegsbeschädigte auch in Eib ' und O-Zügen eingerichtet würden, wie es be- reite in den Personenzügen geschehen sei, bat bei Reichsverkehrsminister geantwortet, daß Abteile ' n für Schwerkriegsbeschädigte nach den geltenden Bestimmungen auch in denjenigen Schnell- und Eilzügen bereitzuhalten sind, die häufig vor Schwerkriegsbeschädigten benutzt werden.' M erschießen Er, Günther, hielt diesen Plan, für unausfuhrbar und machte einen anderen Vor- schlag, aber nur in bet Absicht, Stubenrauch bin- Er e6 nicht für angebracht hielt, politische Mättyrer au schaffen. Auch Ernst Wer- ner Zechow habe den Plan Stubenrauchs als sinnlos abgelehnt, wie ihn auch Kern und Fischer verworfen hätten. Er habe den Eindruck gehabt, daß diese selbst einen fertigen Plan in der Tasche gehabt hatten. Später sei Stubenrauch in den Steglitzer Ratskeller zu einer ilnterrebung bestellt tooroen, von der er sehr enttäuscht zurückgekehrt sei. Es sei gesagt worden, daß Rathenau auf eine anitere Weise beseitigt werde. Es sei von Gefangenenbefreiung die Rede gewesen. Der Angeklagte habe sich ferner bereit erklärt, die Garage zu besorgen und habe auch die Deschafsiing der Maschinenpistole übernommen. Auf Befragen des DmNeidigers Dr. Sack gab der Angeklagte zu, daß es sich von seiner Seite um eine Wichtigtuerei gehandelt habe. Die Maschinenpistole hätte Voß besorgen sollen, dem er aber nicht gesagt habe, daß sie zur Ermordung Rathenaus dienen sollte. Erst später habe er ihm das angedeutet. Die Vorgänge in der Schüttesch-en Wohnung schilderte der Angeklagte ähnlich wie Techow. Dieser sei bei den Besprechungen meist zugegen gewesen. Am Vormittag nach der Zusammenkunft bei Schütz fei der Plan nochmals von Kern und Fischer mit ihm besprochen worden. Kem und Fischer hätten erst eine Probefahrt machen sotten. Die Maschinenpistole sollte aber auf alle Fälle mitgenommen werden. Rach der Fahrt hatte er den Auftrag, die Sachen wegzuschaffen. Als Techow mit dem Auto zur Garage zurückkehrte, habe er gesagt: die Sache habe gettappt, oder so ähnlich. Auf die Frage des Vorsitzenden gab der AngMagte zu, sich bewußt gewesen M sein, daß er Beihilfe zum Morde geleistet habe. Falsche Päsie und Geldmtttel habe ein Herr von Rohden besorgen wollen. Der Oberreichsanwalt stellte fest, daß von Rohden der ist, der Günther angezeigt habe. Hieraus trat eine Pause ein. .Nach der Pause verkündet der Vorsitzende den Gerichtsbeschluß, einige Teilnehmer am Festabend des Deutschnattonalen Zugendbundes, wo Günther stürmisch begrüßt worden sei, als Zeugen zu laden. Hierauf begann die DernchMung des Angeklagten von Salomon. Dieser sagte aus, er habe Kern in Frankfurt a. M. keimen gelernt und verehre ihn schwärmerisch, auch jetzt noch, den Mord und feine Gründe billige er nicht, bewundere aber den Mut, mit dem Kern die Tat begangen und die Folgen daraus gezogen habe. In nationalen Kreisen, in denen er verkehrt habe, sei niemals von der Ermordung, nur von der Beseitigung Rathenaus die Rede ge-i esen Unter Beseitigung habe man immer nur die Beseitigung als Minister oder Politiker verstanden. Kem habe allerdings später von Ermordung gesprochen was er aber nur als Bruchstück der Unterhaltung zwischen Fischer wisse. In der wetteren Vernehmung erklärte der Angeklagte v. Salomon, daß er den Plan Kems, Rathenau zu ermorden, gern verhindern wollte, er habe versucht, durch Dritte Kem von dem Plan abzubringen. Auch Tillessen sei anscheinend mit dem Plane Kems nicht einverstanden gewesen, habe aber geäußert, er könne Kem nicht hindern, wenn er auf feinem Plan bestehen bleibe. Angeklagter Niedrig erklärt, er habe niemals der Organifation C angehört. Seine Aussage vor dem älnterfuchungsrichter, daß das von , Dresden geholte,Auto zur Ermordung Rathenaus benutzt werden sollte, sei unwahr. Die Namen der l Personen, die ihm als zu beseitigende genannt wurden, habe er zuerst durch Kern in Berlin F gehört. — Angeklagter Warnecke erklärte, ihm sei von der Absicht, Rathenau $u ermorden, » nichts bekannt gewesen. Er habe nur von Waffenschiebungen gewußt. — Angeklagter I l s e - mann sagte aus, er habe die Maschinenpistole aus Dankbarkett gegen Kern aufbewahrt. Als die Maschinen Pistole abgeholt wurde, habe er nicht gewußt, zu welchem Zwecke. Sonst hätte er sie nicht ausgeliefert. Auf Befragen erklärte Ilse- -.mann, Techow habe von der Maschinenpistole nichts bemerkt. Die Pistole sei auseinandergenommen und in ein starkes Kartonpapier eingepackt gewesen. Er habe sie selbst zusammen mit dem Mantel ins Auto getragen, wo sie zu Füßen Kerns und Fischers gelegen hätte, lieber den Verbleib deS Koffers Kerns, der in Schwerin aufbewahrt wurde, verweigert der Angeklagte die Auskunft, um nicht eine ihm nahestehende Person in die Angelegenheit zu verwickeln. Er bestreitet aber entschieden, den Koffer persönlich besettigt zu haben. Auch als der Oberreichsanwalt erklärt der Koffer sei gefunden worden, bleibt Ilsemann bei seiner Weigerung. s insgesamt machten- aktiv«: DenE 3000 _. r—,—, ——v-, ab fjjeinea ®lc"bie Drei" und „Dom Nordkap nfllM „OenfeüÄ des Stromes" und „Ehaplin im Glas- x« Äerm! — Stadttheater. Nochmals fei au) H Kredit sol dte heuttge Eröffnungsvorstellung der dies- jnetendm jährigen Spielzeit mit Ludwig Fuldas "' neuestem Lustspiel „D e s E s e l s S ch a t t e n" hingewiefen. Da das Werk, das im alten Ab- dera spielt, die Gestalt des griechischen Philosophen Demokrit auf die Bühne bringt, dürfte es interessieren, daß Fulda die Lehre des genialen Philosophen, der ja mit Recht als Vater der modernen Atomtheorie bezeichnet wird, wie er auch als Erster die wayre Natur des Milchstraßensystems erkannt hat, in seinem Werk in humorvoller Weise streift. den Angeklagten wegen einfachen ^iebflab^^ t>er° ubt in einer Heereswettkstätte in Mainz, und ver- Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags: Berlin 2175, Frankfurt 2175—2195. 't< Lr.: V. ■ 's/"' ■" 4 :* -■ r , r -Ci cunlicht 5. Chober Tattnn: (5993.- 7007,— Datum: 4% Boatürfen . . . 5"/, Goldmerikaner 680,- Deutsche Bank Deutsche Berct 1550,- 1500, 1600- 1640, . 560, . 617, . 1115, Adlerwerke Sieger Daimler Motoren, tzeyligenstaedt . . . 5‘eauin ....... sei au ' diel. UldQk itteir Rn 216. Wlo. 1 dürft, Geld 15487,50 86264,60 9765,20 16783,30 4UH8.80 33216.70 937c, 10 1500,- 1700 -,- 28500,- 210, 447, 91,90 7392,60 SrenfTurttr •tNfweöft. Amtliche Dotierungen 83206.60 9378.10 16183^80 :wio,3o 32242,70 9066.90 Hambura-Amer. Pakei 8M,— 869'— Norddeutscher Vloob . 625,— 580,— WZ. Hessen 3*/0 Hessen. Holland London Parts Schweiz Spanien Italien X_'tf)abon^Oporto Dänemark . . . ?iorwegea Schweden . . - HeisingsorS. . . Neuyork Deutsch-Oesterr. Budapest.... Prag Sofia 939690 16216.20 396811.70 32307,30 9084,10 1600,- 323, 312,- 675,- 4D' 318' 330, 3300, fit £ rgefdH Mächf ? dey 8 baQ Kirche und Schule. ch. Trais-Münzen berg, 4. Oft. Da zur Wahl für die Kirchengemeindevertretung mir ein Wahlvorschlag eingereicht wurde, erübrigte sich die eigentliche Wahlhandlung. Zu den bisherigen Cniitgliebern, die mit Ausnahme eines, das die Wiederwahl ablehnte, alle wieder der neuen Kirchengemeindevertretung angehören, wurde der Landwirt Karl Walter hinzugewählt: als Ersahmitglieder die Landwirte Otto Schmidt. Heinrich Koch, Karl Kaiser und Gilbert Bender, sowie der Stationsgehilfe 4. Oktober Geld Bries Kirchliche Nachrichten. 3fr. AeligivnSgerneinde. Gottesd. i. d. Shnag. (Südanl.). Samstag, 7. u. Sonntag, 8. Ott. Samstag: Laubhüttenfest. Borabd. 5,30, morg. 8,30 Predigt, nachm. 4,00. Sonntag Borabd. 6,35, morg. 8,30, abds. 6,00 u. 6,35. — 3fr. ReligionSgefell- schäft. Samstag, 7. Ott. u. Sonntag, 8. Ott.: Hüttenfest. !. Tag: Borabd. 5,20, vorm. 9,00 Predigt, nachm. 4,00. 2. Tag: Borabd. 6,35, vorm. 8,00, nachm. 4,00, FestesauSgang 6,35. Wochengottesdienst : morg. 6,30, abdS. 5,00. Handel. ’ Die Wühlen Vereinigung Gießen e. G. m. b. H. wurde unter dem 22. September in das Gcnossenfchaftsrvgister des Amtsgerichts ©leben eingetragen. Gegenstand des ^lnternehmens ist die Herstellung von Mühlenfabrikaten und der Handel mit solchen, sowie mit Getreide. Der Genossenschaft gehören 10 Handelsmühlen, sowie eine worden. Groker Waldbrand. — Ueber 100 Personen getötet. Paris. 6. Ott. (WTD.) Aach einer Meldung der „EHicago Tribüne" sind bei einem Waldbrand im Bezirk von Ontario über IVOPerfvnenZetötet worden. fiuri 4.10. 77,50 202,- 123,- 411,- 79,75 82,25 72,25 2- 1500,- 5.10. 77L0 200,- 115,- 420,- 80.50 sa- 7350 66,- 64.- ivitd. • ta ter.: Je. Preußische Konsul» 4e/0 Hessen......... (In einem Teil der Auslage wiederholt.) Die Konferenz in Mndania. Paris, 5. Oft. (WTB.) Rach einer HavaS- Meldung aus Konstantinopel werden die griechischen Vertreter heute nachmittag in Muda n ia erwartet. Havas zufolge hat die erste Beratung zwischen General Harrington und ZSmid Pascha einen befriedigenden Verlauf genommen. Heber den gröbten Teil der von den Alliierten ins Auge gefabten Bedingungen wurde eft. grundsätzliches Einvernehmen erzielt. Beide Seiten bewiesen em grobe# Mab von Versöhnlichkeit. Heute findet eine neue Zusammenkunft statt, in der die Alliierten verschiedene Einwendungen der Türken beantworten werden. Diese Einwendungen beziehen sich indes nicht auf grundsätzliche Fragen. Paris, 5. Ott. lWTB) Da^ orientalische Pressebureau in Paris verbreitet folgende Meldung aus Konstantinopel vom 4. Oktober: General Harrington hak die Sistung in Mu° dania mit einer Rede eröffnet, in der er erklärte, die Absichten der Konferenz seien: 1. du Einstellung der Feindseligkeiten zu erzielen, 2 m Thrazien eine Linie feslzusehen, hinter die sich die griechischen Truppen zurückzuZiehen hätten, ferner die Einzelheiten her Räumung zu bestimmen und die Verwaltung durch die türkischen Behörden vorzubereiten, deren Plan aber den Mächten unterbreitet werden müsse, 3. den Weg für । die kommende Friedenskonferenz vorzubereiten. i Fünf Stunden habe die Konferenz am 3. Oft ober getagt und sich in einer Athrnosphäre, die eine friedliche Lösung vorauSsehen lasse, vertagt. Man habe hervorgehoben, dab die Wiederaufrichtung Thraziens von der Annahme der alliierten Pariser Rote abhänge IsmidPasche habe hierauf in klarer Weise erklärt, dab die Rote gründ- sähttch von der Angora-Rcgierung angenommen nyorben sei. Man habe deshalb gedacht, es sei besser, unverzüglich die administrattven Fragen zu prüfen General Charpy habe alsdann einen Vorschlag gemacht, der diskuttert worden sei. Ein Hansbest-erstreik. Salzburg, 5. Ott. (WTD.) Die Hausbesitzer von Salzburg haben beschlossen, m den Solidaritätsstreik mit den Wiener Haus- * besihern zu treten. Heinrich Karl. In. IlbeShausen, 2. Oft. 3n unserer kürzlich erst prächtig erneuerten Kirche fand vor einigen Tagen das DekanatsmissionSsest des Dekanats Lauterbach statt. Trotz der dringenden ©rntearbeiten waren die beiden Fest" gvtteSdienste von Gemeindemitgliedemr recht zahlreich besucht. Es sprachen hauptsächlich Pfarrer Dr Dömel aus Bcrgel'ersbach (DillkreiS). bis 1911 Missionar der Basler Missionsgesellschaft in China, und Missionar Guth von der Leipziger Mission, zur Zeit stationiert in Wetterfeld bei Laubach. In der Rachmittagsverfammlung berichtete Pfarrer Dr. B ö m e l, der voraussichtlich im Dezember noch einmal für drei Iahre nach China geht, über die Behandlung der Aussätzigen und Irren in China Missionar Guth hielt einen interessanten Lichtbildervvrtrag über das Thema: Wit Lettow-Borbeck in Ostafrika", dabei insbesondere der Missionsarbeit in Wort und Bild gedorkend. Dekan Müller- Lauterbach und Oberpfarrer Knott- Schlitz sprachen in den Gottesdiensten zur Gemeinde. Die Kollekte, die je zur Hälfte für Basel und Leipzig bestimmt wurde, ergab die stattliche Summe von 2101,50 Mk. abzüglich aller Unkosten. Für Missionsschristen wurden 959,50 Mk. gelöst, dazu kommen noch 750 Mark Kollekte bei einem Vortrag, den Missionar Guth noch in Grebenhain hielt. Schwurgericht. Vieh en. 4. Oft Wegen Kindestötung hatte sich heute die 21jährige ------c '*"* .......* tbenen «affenbefttzeS auf eine Def Sn gnis- ftrafe von sechs Monaten. Der beutldx QSerteibiger, Rechtsanwalt Reu mann - Mainz, bezeichnete die Denunziation seitens der Frau und heS Sohnes als einen das Deutschtum be- schLme nden Skandal. ' toi> Mainz, 5. Ott. D« Inder-iss er, der die Preise von 50 wichtigen LebensbAurs- wtfien (die Preise für Kleider, Schuhe sind nicht berücksichtigt) zugrunde liegen, beregnet «vfo für den 1. Oktober auf 1738 gegenüber 1390 an 1 öebtember » 3«. 5>ie Steigerung betrug also 3 4 8 Punkte oder 25 Proz. Die bedeutendsten Erhöhungen im Laufe des Monats September erfuhren die Äobl^ibwfe unö als unmittelbare Folge davon bteJanT« Werke Die Preise für Brot und Milch wurden auch wieder in die HcHe gesetzt. wd. WormS. 5. Ott- Die gestnge Stadtver- vrdnetenversammUing hatte sich fachlich mit Krediterweiterungen zu beschamgen, btc insgesamt den Betraa von ^390 000 Mk. au«, machten. Mr die Ka rt o s s e In o t ft an d S - a ft Ion tmirben 1,5 Millionen Mark bewilligt Den HtkfSbedürftigen der Stadt, rnSgesamt nahezu 3000 Familien, werden Brenn ft off g u t - scheine zum verbilligten Bezug von Kohlen usw. gegeben, ebenso soll der Kredit von ,5 Millionen Mark zur Beschaffung von Winterkartoffeln für die Aermften unter den Hilfsbedürftigen verwendet werden. 2lus dem neuangefOtbertentfrebU Kredit sollen pro Kops 3 Zentner Kartoffeln neben dem Brennstoff unentgeltlich gewahrt werden. Reben den 250 Öffentlich unterstützten Fa- mitten dürften ungefähr 850 Familien mit 1575 Kopsen in den Genuß der Karwffelversorgung treten. — Dem Antrag der hiesigen Kinobesiher auf Herabsetzung der Dergnügungs- ft euer f ür KinoS wurde entsprochen. Bei der Bewilligung deS Kredits für die Beschaffung eineS älmformers kam zum Ausdruck, datz eine Anschaffung schon deswegen nicht mehr notwendig fei, weil die Frequenz der städtischen Straßenbahn fast bis auf den Rui lpunkt herabgesunken sei, und man demnächst wahNchein- lich an die Frage herantreten müsse ob eine Wetterführung der Städtischen Straßenbahn überhaupt noch zweckmäßig sei. Brief 15515.40 85435.40 9784.80 16816.80 41191.20 332KV30 9:496.90 4514a 10 57857.80 218470 2,99 92.10 7407.40 Berliner HandelSaes. . 1600.— Commerz- u. Prtvalbk. 328. 62», Darmil-u-Nationaibank 310,— 410'— Vermischtes. Zur Linderung der Rot der Presse'. Ludwigshafen. 3. Okt. Das Präsidium der pfälzischen Kreisregie- v u n q hat an die Bezirksämter und die unmittelbaren Städte der Pfalz eine Mahnung gerichtet. derRotderPresfe dadurch zu steuern, daß den Verlagen Druckaufträge in größerem Umfange als bisher zugewiesen werden. Denn der Zusammenbruch der Presse würde in wirtschaftlicher, kultureller und polittscher Hinsicht einen Schaden bedeuten. dessen Tragweite gar nicht abzusehen sei. Die Mahnung ist auch der Zusttz-, Eisen- bahn-. Forst-. Finanz- und Postverwaltung zur Beherzigung zur KennMiS gebracht Kur» I 5.10. 77,50 217,- 122,- 422,— 80,- 82^0 72,- | 59'50 1650,- 28800,- - 1625.- - 322,— - 312,- - 700,- - 455',- - 315'- - 350,- Bochumer Guh.....M- um" BuderuS..........M- S'" M'U Ä- (Cnrn ......1375z— 1300,— 121MJ,— Ijyx,— Teutfc6'tiuremburn. • FZ" IÄtü'- S — Gelsenkirchener«eraw. AA__ Harvener Bergbau . . . 5900'— Kaliwerk AschcrSIeben. E — 1^0' ^50' IM' Kaliwerk Westeregeln .2400 — 2600,- 2560'- 2600-_ Laurabllile........4190,— , ^0,_ '_ Oberbedarf 20L>— 1920- 2000, 1^0, Pbönir Bergbau 427^- 4400.- «00,- E- Rbeinstabl.........3300,— 3180,— 3100,— 3025,— Nieb?ck Montan . . . .3800,- 3600'- 3450.- 334=),- Tellus Bergbau.....4190,— 4000,— Frankfurt a Berlin Schlich- Schluh- Schluh- Schluh. hurt Kur» 4.10. 77^0 200- 115,— 402,— 80,- 76» 74,90 66,- 65,10 Markt in Sich. x Lich, 4. Oft. Der KirmeSmar kt am Montag war gut befahren. Für Fer^l wurden 2400—3000 Mk. das Stück, für obrmgei durchschnittlich 4000 Mk. gezahlt Der Handel war flott und der Martt war bald ausverkauft. Frankfurter Schweine- und Kleinviehmarft. Frankfurt a. M., 5. Okt. (Amtlich.1 Marktverlauf: Lebhafter Handel: bei Schwei- nen Ueberstand. 3m einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 625 Kälber, 550 Schafe, 207 Schweine. An Preisen wurden angelegt p. Ztt. Lebendgewicht: Kälber, beste Qualitäten, 13000—14 000 Mk., mittlere Qualitäten 12 000—12 800 Mk., geringe Qualitäten 11 500 bis 11 800 Mk. Schafe 5500—9800 Mk. Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgew. 20000 bis 21 000 Mk., von 80—100 Kilogr. Lebendgewicht 21 000—23 000 Mk., von 100-120 Kilogr. Lebendgew. 22000— 23 500 Mk., von 120—150 Klkvgr. Lebendgew. 22 000—23 500 Mark. Außerdem wurden 34 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Die Preise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spe- sen und Händlergewinn in sich schließen. Berliner Produftenmarki. Berlin, 5. Oft. Mit der wieder erneut in Fluß kommenden Aufwärtsbewegung der De visenpreisc setzte sich auch die Wcrtstelgerung für fast alle am Produktenmartt gehandelten Artikel fort, wobei immer wieder zu beobachten ist, daß dabei das Angebot von außerhalb sehr gering ist. Die Kauflust für Weizen und Roggen ist gestiegen. Starke Rachfrage bei erheblich angehenden Preisen bestand auch für Gerste. s>afer und Mais. Für Futterstoffe und Hülsenfruchte mußten gleichfalls höhere Preise bezahlt werden. Metallges. Frankfurt. . 1375,— 2090— ~ > Schuhfabrik Herz.... 590,— 600,— — Sichel 658,— 620,— ——, Zellstoff Waldhoi ... 1099,— 1035,— 1050,— 1050, Zuckersabr.i>rankemhal 1020,— 99*— —•— —» *,tunu/v BercinSbank. 212,— DiSconlo Commandit . 432,— Meiallbank.....- - - 137g,- 1400' Miiteldeut. Ereditbank 318,— 318, Oesterr. Credttanstalt - 360,— 37» Vorstand bilden Jean W. Herr uNd Kott ^»al- ko m e f i u S, Kaufleute zu Gießen. Vorsitzender des AuftichtsrateS ist Mühlenbesitzer Wilhelm Möser in Gießen. Berlin. 5. Oft. Börsen st immungS- bild. In der starken Aufwärtsbewegung der Kurse ist heute, besonders in Aftienwerten, erne Verlangsamung und teilweise anfangs sogar ein leichter Rückschlag eingetreten, da die erreichten hohen Kurse anscheinerrd eine Gewinnsicherung ratsam erscheine ließen. Das Geschäft hcn von seinem lebhaften Cha ratter etwas emgebußt. iln- vermindert groß blieb es nach wie vor tn allen Auslandrenten, Kolonial- und Petroleumwcmten sowie in Olavis. In den zu Einheitskursen gehandelten Industriepapieren hat dec Eingang von Kaufaufträgen seitens des Publikums noch nachgelassen, so daß hier bei abermaliger nerföa- teter Kursfeststellung mit neuerlichen erheblichen Kursgewinnen zu rechnen ist. Anfangs senkte sich im Grvhverkehr der Kursstand namentlich für Montan- und eine Anzahl von Industtiewerten um 30 bis vereinzelt um 100 Proz., doch wurden diese Per lüste später teilweise wieder herein- gebrachl. Für eine ganze Anvthl von vpezial- I papieren wie Stähr Basalt. Gebr. Böhler und Kaliaktien ergaben von vornherein die Kursaufschläge 280-350 Prozent. DaS unverminderte Haussetreiben in Auslandrenten verschaffte diesen Kursgewinne von 100—300 Prozent, bei Mert- kauern bis 2500 Prozent Bei Kolonial- und Petroleumpapieren erreichten die Kurssteigerungen wieder mehrere hundert Prozent, bei Otavis zeitweise 1800 Prozent Bon heimischen Renten setzten 3proz. Reichsanleihe ihre 2luswärtsbewe- gung fort. Die allgemeine Haussebewegung hangt auch mit der sich erneut durchsetzenden Steigerung I am Devisenmarkt zusammen. , Franksu r t a. M.. 5. Oft. Dor sen- stimmungsbild. Dollarkurs im Fruhverkehr 2075—2125 im Verlaufe 2160. Devisen lagen gegen den Stand der gestrigen Wendkurse anfänglich behauptet, bann wesentlich fester. Der Effektenmarkt geigte heute im groften unb ganzen ehre freundlichere Tendenz, daS Geschäft war aber nicht so lebhaft wie an den Vortagen. Aus dem Montanaktienmarkt war die Tendenz nicht einheitlich. Fester setzten Phoenix, Westeregeln, Har- pener ein/ wahrend sich bei Earv und Dentsch- Luxemburg infolge Adgabeneigung schwächere Kurse emstellten. Die Aktcen des Antlmkonzerns Lgen anfänglich niedriger. Slettrizitätspapiere konnten ihren Kursstand vorwiegend be^upten, AEG. befestigt. Maschinenfabrik Eßlingen ver loren 60 Proz. Klever und Daimler wiesen Abschwächungen auf. Aher stellten sich.Auslands- Papiere. Der Kassa-Markt stand im Zeichen festerer Tendenz. Der Dollar wurde gegen 1 Uhr 2200 genannt. Börsenkurse. 3,- 34)5 8Ä91 86,09 ZementtverkHeidelberu 1295,— 1300, , Philipp Holzmann . . 845,— 850,— 840, Anglo Tont-'Anano. . . 4375'— jSO,— 4M0,- 4100,— Badilclie Anilin.....IW" l®0- 1^00, Goldschmidt ffiz Griecbelmer Glectron. 1400,- 1350- 1S'_ Höchster Farbwerke . 1420,— 1375, 1399, 1375, Polzverkohlung.....1115,— IwO, • ' PütnerSwerke...... 1070 - 1030'- 1075,- Lcheideanstalt 1768,— 1640, , , 71(10. Eleftrizitäts-Ges. W4- Z0- 870-- Z0'" -Beramann ...... 875,— 86»,, o4U, v*K), Kchuckert . ....... 1700,- 1575,- 1640,- 1530- 3iemen6 & Halske. . . 2650,— 2700,— 2575, 2600, 520,- 564,- 539,- 600»— 639,- 555,- SEIFE Die/?ensfektu. erfiäÜ"-inf!>6“ Ml--« gerischkn D Heu Zügen inb verbe!' ijtenna,w Ehrs der t dem W fiel« ein was bei 'Hchwinöel. ner Zeit lieberschuß sehen, die n fierten W Deutschland ausgeschloss Kritik der - stete uns ak wies nämlü Deutschland entwertet. ■ .©laubiger i oisen kau, len. And immer meh lischt Fina werte sahen; er sch< Milliarde nes, der hat, als Di net Ein z Auslandve seien zu ei trag von C schen auf 1 wurden, ur tunq, dah hingen chr »Des eit Kenna an fort Dei Die e meinen z Man nimr Cinverstäw gesprochen, rare gegen Wahrheit? rikanische! Kopf, abei daß die ( sten Zchre nanz-K, «eparatioi weisen 6h örtert wer anfassen i Abhängig jetzt Oest< nationale uns in bi von bene etwa auf Mag be Möge A «beiter 6 ojnanzfra Der serbisch Äleir 6= da S t>»n » 3i Syifterhi Student «Landwirt) I sucht möbliertes I Zimmer. Angeb. unt. 2533 an Scheuer, Stallung, Obstg.,diäheGießen sof.z.vrk. Baer.Ost- anl. 29, T. 871. [09396 sucht 09381 Franz Klenker, Tbeaterfrtseur, SelterSweg 16. Lehrling in Engrosgeschäft gesucht. Schrift!. 1 Angeb. unt. 09387 I an den Gieß. Anz. MIM- zahl.wir f.Mayers Konv.-Lerik.6Aufl. 24 Bde.Für20Bde. Mk. 10000.- Saufe auch Brockbaus rc. Görres-Verlag 908859 Tauberbischolsheim. Stoibern S0Ä ?Qfur bei Sw Älin tnMtr Lagerist ehrlich und zuverlässig, zu baldigem Eintritt gesucht. Vereinigte"' " " " © r-L«"' ®ie^e Kr 5% Wassersportver.Hellas 1920 e.V., Gießen. Freitag abd. 8'/, Ubr bet Mitgl. Kremer, Marburger Straffe, mldihgemitglieoet Betfomrohing. 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September 1922 wird folgendes bekanntgegeben: l.Alle Personen, deren steuerpflichtiges Einkommen für das Kalenderjahr 1921 nach dem Einkvmmensteuerbescheide für 1921 oder, falls ein solcher noch nicht t zugestellt worden ist, nach ihrer Einkommensteuererklärung für die alleinstehende Person 30 000 Mark, für den Haushaltsvorstand 30 000 Mark zuzüglich 15 OOO Mark für jeden in dem gemeinsamen Haushalt verpflegten Haushaltsangehörigen überstiegen hat, oder deren Einkommen, ohne daß eine inländische Sinkommensteuerpflicht für das Kalenderjahr 1921 bestand, die obengenannten Sätze überstiegen hat, haben dies bis zum 9. Oktober 1922 auf dem städtischen Lebensmittelamt, Zimmer Ar. 4, anzumeldeu. Wer nachweist, dah sein Einkommen im Wirtschaftsjahr 1922/23 das Vierfache des Einkommens nach Abs. 1 nicht übersteigt, bleibt versorgungsberechttgt. 2. Befinden sich in einem Haushalt mehrere Personen, die selbständig steuer- pflichttg sind, so ist für die Ermittelung des für die Vrotversorgung maßgebenden Einkommens deren Einkommen nicht dem Einkommen des Haushaltsvorstandes zuzurechnen, sondern die Berechnung ist nach dem Einkommen des einzelnen steuerpflichtigen Haushaltsangehörigen festzustellen. Dienstboten sind jedoch der Zahl der verpflegten Haushaltsangehörigen zuzurechnen. 3. Ausländer erhalten nur dann Brotmarken, wenn sie den Aachweis erbringen, dah ihr Einkommen die in § 1 Abs. 1 oder Abs. 2 der Verordnung festgelegte Grenze nicht überschreitet 4. Derjenige, der, ohne versorguvgsberech- hgt zu sein, die öffenlliche Drotver- Anspruch nimmt, wird ge- Siffa 3 des Reichsgesetzes Hü! 3* au ^em Fahr und mit Geldstrafe bts zu 500000 Mk. oder SÄÄ®*6« soweit Mt nach anderen Vorschriften eine schwerere Strafe derwirtt ist. Gtetzen, den 4. Oktober 1922. 9065B Der Oberbürgermeister J.D,. vr. 6eib Anna Schweizer — ein Fabrikmädel unter tausenden: Grau und eintönig sind ihre Arbeitstage, arm und dürftig ihre Freuden. In ihrem jungen Herzen aber brennt die Sehnsucht nach einem anderen Leben, nach Glück und Reichtum — und allerhand krause Gedanken und Pläne hegt das blonde Köpfchen. In die Zigarren, die ihre flinken Hände formen, wickelt Anna Zettel ein: „Bin Jung, schön und brav — aber arm! ! Wer hat Lust, mich glücklich zu machen?.....“ Dieses nur das Anfangszitat aus dem großen Film: 9059c (Sieben, Friedrichstraße 10. Wir suchen zum sofortigen Eintritt einen in Schreiben u. Rechnen gewanbt., jüngeren Werkftattschreiber. Selbstgeschriebene ausführliche Angebote mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften nebst Angabe ber Gehaltsansprüche erbeten unter dem Kennwort „Werkstatt" an Heyllgenstaedt & Comp., Werkzeugmaschinenfabrik u. 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Die Trockenanlage ist vom 8. d. Mts. ab nur noch an bestimmten Tagen in der Woche geöffnet, und zwar zunächst am 10. und 13. d. Mts. Diejenigen, welche noch Trockenware abzuholen haben, werden gebeten, dieselbe an vorstehenden Tagen in Empfang zu nehmen. Giehen, den 5. Oktober 1922. Direktton der Elektrizitätswerke und Strahenbahn der Stadt Gießen. Lichtspielhaus^ Bahnhofstraße 34. n Not Freitag, Samstag, Sonntag: N HennyPorten j in dem berühmten Lustspiel „Sie und die Drei“ WM. MW für Untertertianer (Oberrealfdntle) in Mathematik ge sucht. Schr. SIncieb. uitt. 09384 a.b.G.An» gestern abeub auf bem Wege Markt' straffe, Bahnhofstr« Seltersweg Trauring gez. A. K. 6. I. 2ft Gegen Hobe Belohnung (Golbwert) abzugeben Marktftr.2 (Laben). 09423 | Vereine Ruderklub Haffia Samstag abend VersWislW Bett, üuöetfog. »ob« Der Vorstand. Stenogpaphen - Gesell- schalt „Gabelsherger" Stenographen-W und Damen-titeiinni Abfadrt zum Bezirkswetlschrelben in Lick [w>7