Hx. 130 Erscheint täglich, tni&tr Sonn» und Feiertags, mit derSamstaqsbeilage: GiehenerFamilienblätter Monatliche Sezugrpreise: Mk. 20.- und Mk. 2.— Trägerlohn,durch diePost MK.22.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech- Anschlüsse: für die Schrift» leilung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe». Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Dienstag, 6. Junt 1922 172. Jahrgang Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höbe füi Anzcigcnv 34mm'Breite örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 500Pf. Bei Platz» Vorschrift20" „Aufschlag. .Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. GiehenerAMger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'fche Univ.-Vuch- und Zleindruckerei R. Lange. Schristlettrmg, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7. Dom Kommunismus zum Kapitalismus. Der Prozeh gegen 22 Sozialisten, der am 1. 3uni in Moskau begonnen hat, veranlaßt den „Vorwärts- zu der die verheerenden Folgen der Diktatur der konrmunistifchenDespäten zusammenfassenden Feststellung, daß der mißlungene Versuch, die russische Wirtschaft auf dem Kom- nmniSmus aufzubauen, zu einem Zusammenbruch geführt hat, der in der ganzen Weltgeschichte ohne Beispiel sei: „Die Industrie ist so gut wie vernichtet, die Landwirtschaft erheblich zurückgegangen. Ganze Provinzen ringen mit dem Lode. Die Verelendung der industriellen und städtischen Bevölkerung ist grenzenlos. Aus eigener Kraft kann sich das russische Volk nicht inehr erheben." Was soll nun helfen? Nur eins kann helfen: das Kapital. Es kann hier davon abgesehen werden, inwieweit der Abschluß des deutsch-russischen Vertrages durch brennenden Kapitalbedarf veranlaßt ist, den freilich Deutschland nicht befriedigen kann, für den aber Rußland mit Deutschland als Vertragsgegner an seiner Seite bei den valuta- starken Ländern mehr Entgegenkommen zu finden hoffen darf. Es kommt hier in der Hauptsache darauf an. daß der „Vorwärts" in dem Bestreben, die Erhabenheit und Unantastbarkeit des eigenen Parieistandpunktes gegen» der dem kommunistischen zu erweisen, dem Kapital wohl oder übel Gerechtigkeit widerfahren läßt. So wird der Sowjetregierung bedeutet. daß das zu Hilfe gerufene auswärtige Kapital nur dann kommt, wenn ihm Eigentumsrechte und Gewinnmöglichkeiten verbürgt werden, wenn ein großer Teil der Produktionsmittel in Privathand übergeht, und wenn sich von neuem Privatkapital in größerem Maßstabe ansammelt. Noch deutlicher wird der „Vorwärts" in der Bemerkung, daß aus der engen Verknüpfung von Politik und Wirtschaft im nrodernen Staatsgetriebe die Wirtschaft oft als der Mächtigere hervvrgeht. Das heißt soviel wie: die Männer stehen schon bereit, die nur darauf warten, die gestürzten Despoten hinauszutragen! Wie gewaltig der Umschwung der Dinge ist, stigt die. um die Worte des englischen Delegierten Macdonald inH der letzten Sitzung der Neunerkommission der beiden sozialistischen und der kommunistischen Internationale zu wiederholen, „rein imperialistische und kapitalistische Haltung" der Sowjetregierung in Genua und der Grundsatz in der von dem Rat der Volkskommissare im Herbst 1921 angenommenen Arbeitsverfassung, der die auf den einzelnen Betrieb entfallende Menge an Lohn und Nahrungsmitteln in dem staatlichen Versorgungssystem nach der Menge der erzeugten Güter bemißt und in seinen Auswirkungen dahin führen muß. daß die größtmöglichen Leistungen von einer denkbar kleinen Arbeiteczahl herausgebracht werden. Die Schwachen, die nicht mithalten können, und die Ueberflüssigen, die verdrängt werden, bleiben auf der Strecke. So führt ein mißverstandener und mißleiteter Sozialismus zum denkbar grausamsten Egoismus, und statt eines allgemeinen Ausgleichs, den man erreichen wollte, müssen sich die krassesten Gegensätze entwickeln, an die Stelle der verheißenen, versöhnenden Liebe tritt zerfleischender Haß! Alles in allem ein durch die Tragik des Geschehens erschütternder, aber auch zuversichtlich stimmender Beweis, daß das Kapital und seine Vorläufer, Schaffenslust und Erwerbssinn, unveräußerliche Bestandteile des Wirtschaftslebens sind. Wer sie gewaltsam unterdrückt, wird zum Mörder an seinen Volksgenossen, zum Verbrecher an der Menschheit. Die Zulagen für die Ententeoffiziere. Nach der Entscheidung des Finanzausschusses des Botschafterrats vom 15. April, die erst vor einigen Tagen durch General Nvllet dem Auswärtigen Amt bekannt gegeben wurde, beziehen für die Zeit vom 1. März bis zum 30. Juni die Mitglieder der Aeberwachungsausschüsse monatlich folgende Zulagen, daß heißt, Zulagen außer ihrem Gehalt in fiemder Währung, das ebenfalls von Deutschland gezahlt werden muß: 1. General und Vorsitzender 71 950 Mk. 2. General, Oberst, Oberstleutnant in leitender Stellung 53 025 „ 3. Oberstleutnant als Dienstgrad und Major in leitender Stellung 37 875 „ 4. Major 34 100 „ 5. Hauptmann und Leutnant 32 200 „ 6. Anterofsfizicr 17 500 „ 7. Soldat 10 600 „ Die Aussichten der Anleihe. Das Garantiekomitee am IO. Juni in Berlin. — Pessimismus in Amerika. Paris, 3. Iuni. Die Reparationskommission hat der deutschen Regierung in ihrer Rote angekündigt. daß sie ihr über die noch schwebenden Fragen weitere Mitteilungen zugehen lassen wolle. Dies soll unmittelbar nach dem Pfingstsest geschehen. Der Wortlaut der entsprechenden Rote wurde gestern festgelegt. Der deutschen Regierung wird darin insbesondere bekanntgegeben. daß das Gorantiekomitee um den 10. Juni in Berlin eintreffen werde, um seine Arbeiten sofort aufzunehmen. > Poincare hatte heute eine lange Besprechung mit dem Präsidenten der Reparationskommission Louis Dubois. Paris, 3. Iuni. (Wolff.) Der »Temps" schreibt, die Unterredung Poincares mit Louis Dubois habe sich auf den Stand der Arbeiten des Ausschusses bezogen, der von dem Wiedergutmachungsausschuß beauftragt wurde, einen Bericht vorzulegen. Über die Bedingungen, unter welchen eine auswärtige deutsche Anleihe zur Kapitalsablösung eines Teiles der Forderungen der Alliierten an Deutschland aufgelegt werden könne. Paris, 5. Iuni. (Wolff.) Havas. Man meldet dem »Petit P a r i s i e n" aus Washing- trn: Die Presse bestätigt in ihren Leitartikeln, daß verschiedene Punkte bei der Kon f erenz derDankleute betreffend die alliierten Schulden und die Wiedergutmachungen nicht klar sind: Die erste wichtige Feststellung ist die Tatsache, daß die F ankreich gegenüber eingenommene feindselige Haltung aufgehört hat; jetzt könne man auch den französischen Standpuntt verstehen. Was die Konferenz der Bankleute und die Möglichkeit einer deutschen Anleihe angeht, bemerk die Presse daß demgegenüber in Amerika allgemein Pessimismus entgegengebracht werde. Die „Washington Post" schildert in einem langen Ceitartifel die Lage folgendermaßen, und zwar gibt sie die mittlere Meinung der Amerikaner bekannt. Die Banlleute Halen begrenzte Macht und können die Anleihe nicht selbst unterschreiben. Sie sind abhängig von den Pächtern oder Rückkäufern, die das Publikum zum Unterschreiben stimmen müssen. Das Publikum wird nur dann unterschreiben, wenn vorteilhafte Grundsätze geboten und genügende Sicherheiten gegeben sind. Weiter ist die Hypothek über seine Einkommen von der Reparationskommission vvrenthalten. Die Banlleute werden daher fordern müssen, daß die Alliierten von dem Teil ihrer Hypothek ablassen, um die internationale Anleihe sicherzustellen. Die ,N e w B o r k T i rn e s" betrachtet es als notwendig, daß eine bestimmte Summe für die Reparationen ausgewvrfen vx?de. wobei man wohl erwarten müsse, daß Poincare sich weigere, die Rcparationssumme zu reduzieren, ihn eine Anleihe zu bekommen, sagt die „Times", stellen die Reparationen keine Schulden dar, sie sind im Friedensvertrag als Gerechtigkeit angeführt, die zerstörten Gebiete sind stumme Beugen, jedoch hinreichend genügend, um zu zeigen, was Deutschland bezahlen muh. Die Meinungsverschiedenheiten in der Anleihelrommisfion. London, 3. Iuni. (Wolft.) Der gut mter- richtete Pariser Berichterstatter der .Times" schreibt zu den innerhalb ler Morga nkommt s s i o n bestehen c Mriuungsverich e - d e n h e i t e n bezüglich ihrer Fu.ck.ion, es handle sich am die giage, ob die Kommission die Dinge nehmen müsse, so, wie sie wolle oder ob Jte befugt sei, offen ihrer Meinung über die 03er- gungsfähigkeit Deuts ch'lands im Lichte seiner g o -en R.paa ioacVerpflichtungen Ausdruck zu geben. Bon verschiedenen Seiten werde dies als ein Versuch der Morgankommission an- gcsehen, die Vorrechte der Repa ationskommis» sion an sich zu reifen. Andererseits werde er- ilärt, wenn Dcu schl-ond Geld g li . hen werden solle, so müsse die Anleihekommis ion d^e Verpflichtungen Dcutschla7ck>s untersuchen. Die Ban- tiers drückten die Meinung aus. daß das Re- paraiionsproblem und das Anlciheprob em nicht von einander getrennt werden können. Rach Ansicht des Berichterstatters begeben sie sich bannt in gefährlicher Weise auf das politische Feld. Sie wollen über den Betrag etwas zu sagen haben, den Deutschland entrichten müsse, mit einem Wort, die Anleihetvmmrssion werde beschuldigt, plötzlich in dieser Frage nach größerer Bedeutung zu streben als die Reparationskom- mission oder sogar die Regierung. Es brauche nicht hervorgehoben zu werden, daß von feiten der Anleihekommission keiner lei derartige Absichten bestehen. Sie versuche nur, die Bedingungen festzustellen, die von einem streng gesetzmäßigen Standpu kt aus gesehen, die Aufnahme einer Anleihe rechtfertigen würde. Jedoch auch innerhalb der Anlcihrkom- mission selbst fei die Meinung etwas geteilt. Es bestehe eine gewisse Furcht davor, die Bedingungen des Mandats zu eitoeitern. Die Unterbrechung der Sitzungen scheine zu bedeuten, daß die Reparationskommission das Schau Piel einer Debatte über die Funktionen der Anleihekommission sein weri>e. Man habe zuerst gehofft, daß eine solche Rückverweisung nicht notwendig sein würde. Auch in der Reparationskommission seien die Meinungen geteilt. Von manchen Seiten würde man gern den Bankiers die weiteste be» ratende, wenn auch nicht formelle Befugnis geben, von anderer Seite dagegen wache man argwöhnisch darüber, daß die Vorrechte der Regierungen und der Repara irnstommission nicht beeinträchtigt werden. Es würde sehr schwer sein, vorauszusrhrn, auf welchem 'Weg? d ese Fragen geklärt werden. In der Zwischenzeit tre en. wie berichtet, hervorragende Bankier-Autoritäten direkt an die Regierungen heran un) es sind bereits inoffizielle Dcrlx»nd!ungen geführt worden. Der Berichterstatter erfährt, daß ein allgemeiner Austausch zwischen den verschiedenen Regierungen stattsmden wird. Dasa ugenbli'ckliche Dilemma sei äußerst unangenehm. Niemand wünsche, daß die Verhandlungen zu nichts führten. Iedermann hoffe, daß aus den Verhandlungen der Sachverständigen eine praktische Regelung hervorgehen werde. Die unvermcidlich-e Stunde sei gekommen, in der die Bankiers gesagt haben, wieviel Deutschland schulde, was ein wesentlicher Faktor in dem Problem der Ärebit» gewährumg sei. PoincarL über die Reparationsfrage. Paris, 5. Iuni. (Wolfs.) Der amerikanische Botschafter H e r r i d überbrachte am 4. Iuni im Auftrage des Kongresses der S t a d t Verdun die amerikanische Kriegsmedaille. In seiner Rede erklärte er, trotz aller Mißverständnisse werde die Freundschaft zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten andauern, da es leicht möglich sei, in einer offenen Besprechung den Weg zu notwendigen gegenseitigen Zugeständnissen zu finden. Der anwesende Mi-isterpr-stdent P o i n c a r 6 benützte die Gelegenheit, eine Rede über die Reparations- frage zu halten. Der gute Sinn des amerikanischen Volkes werde bald die Legende vom f anzösischen Imperialismus beseitigt haben. An- getfchts der Gefahren, denen Francreich stets ausgesetzt gewesen sei, und nach den erduldeten Gelben müsse jedermann von gutem Glauben verstehen, daß die für die Reparationen festgesetzten Summen nicht mehr herabgesetzt werden könnten. Wenn der gerechte Schadensersatz. dec versprochen worden sei, nicht bezahlt werde, müßten sich Männer guten Glaubens davon Rechenschaft abgeben, daß Frankreich gezwungen sei, eine Macht zu unterhalten, um sie in den Dienst seiner Forderungen zu stellen 'Frankreich hafte fein Heer nicht aufrecht, um Paradezwecken zu dienen oder Ruhm zu suchen. Man hätte recht, FrankrciL streng zu beurteilen, wenn es ungerechte Forderungen unterstützen würde, wenn es andere Nattonen unterdrücken wolle oder wenn es sich allen ftiedlichen Abkommen widersetzen würde. Derartige Absichten habe Frankreich nie gehabt. Es habe gegenüber Deutschland Beweise außerordentlicher Mäßigung gegeben (?). Bisher hätten die Franzosen schon 24 Milliarden Franks für den Wiederaufbau der verwüsteten Gebiete bezahlt. Die zerstörten Dörfer in der Gegend von Verdun könnten nicht wieder aufgebaut werden, die Felder seien zur älnfruchtbarkeit verdammt, die Bevöllerung aber zeige sich ebenso mutig im Frieden wie währeild des Krieges. Sie habe also recht, zu verlangen, was Deutschland ihr versprochen habe. Die besiegten Völker dürften nicht ungestraft ihre vor der Welt angenommenen Verpflichtungen verletzen. Wenn der Friede Deutschland gestatten würde, sich auf Kosten Frankreichs zu bereichern, dann würde dies der von den Vereinigten Staaten und Frankreich gemeinsam unterstützten Sache einen unermeßlichen Schaden zufügen. Das würde aber für Frankreich Erniedrigung und Ruin bedeuten. Frankreich habe zu viel Vertrauen in seine alten Waffengefährten, um zu befürchten, daß sie eine Mißbilligung ausdrücken oder es verleugnen. Auf alle Fälle sehe er in der heutigen Feier ein kostbares älnterpfand der Freundschaft der Vereinigten Staaten, denen er seine tiefe Dankbarkeit bewahren werde. Das Vertrauensvotum für Poincar«. P a r i s, 3. Iuni. (Wolff.) Nach dem ,I o u r- nal Officiel" ist das Ergebnis der gestrigen Abstimmung in der Kammer anders, als es vom Kammerpräsidenten verkündet wurde Es nahmen 532 Abgeordnete an der Abstimmung teil. Für die Vertrauenskundgebung stimmten 436, dagegen 96 Abgeordnete Ungefähr 60 Abgeordnete enthielten sich der Abstimmung. Eine Rechtfertiyungsrede Briauds. Paris, 3. Iuni. (Wolff.) Br i and hat vor seinen Wählern in Nantes seine Politik gerechtfertigt und erklärt, die Hauptaufgabe der ftanzösischen Regierung sei fo gedacht, den Frieden sicherzustellen. Frankreich sei auf dem Schlachtfelde -von allen freien Völkern unterstützt worden. Es dürfe deshalb mit seiner Macht keinen Mißbrauch treiben, sondern müsse den Frieden sichcrstellen. Seine (Briands) Tätigkeft werde start kritisiert und es scheine, daß man ihn vor den Staatsgerichtshof führen wolle Er werde dort mit erhobenem Haupte erscheinen und die Verantwortung für seine Regierungshandlungen übernehmen. Seine Ansicht sei gewesen, in einem beunruhigten Europa nichts zu unternehmen, was Frankreich isolierst und neue Konflikte Hervorrufen könne. Briand sprach alsdann von der Qteba- rations frage, von deroberschlesischen Frage, die während seiner Regierungszeit entschieden worden sei, und von der Besetzung von Ruhrort. Düsseldorf und Duisburg, die der Schlüssel zu Essen feien. Es sei aber immer sein Ruhm gewesen, daß, wenn er eine derartige entschlossene Haltung durchgeführt habe, er sich vorher der Teilnahme der Alliierten versichert habe. — Schließlich sprach der ehemalige Ministerpräsident von der Konferenz von Cannes. Die Reparationskommission habe ein Moratorium bewilligt und Kvn- trollmaßnahmen festgesetzt, die in Cannes fest-- gehalten worden seien. Begegnungen mit den ' Alliierten, wie sie in Cannes erfolgt, seien nicht au vermeiden. Sie hätten ihre Wurzel im Versailler Vertrag. Es gebe eine Deparationskom- mission und in ihr sei je ein Delegierter der Regierungen vertreten. Wenn sie sich nicht einigten, was geschehe dann? Dann müsse man nach dem Vertrag sich an die Botscha, terkvnferenz wenden, und wenn diese auch keine Einigung zustande bringe, mühte die Frage den Alliierten Aurüdgegeben werden. Da man sich also nicht aus die Entfernung verständigen könne, bestehe eben die Notwendigkeit, sich für eine Begegnung zu entsch iden. Das sei heute nicht anders. Zu seiner Zeit habe man diese Auseinandersetzungen Kow ferenzen genannt, heute nenne man sie Meinungsaustausch. Schließlich weist Briand noch darauf hin, daß er von Lloyd George in dem Gedanken, wenn England und 'Frankreich vereint vor der gesamten Welt seien, der Krieg unmöglich werde, den Entwurf eines eng lisch-sranzösischen Paktes erhallen habe Darin sei gesagt, daß Englands Auftastung fei, es sei in seinem Interesse, diese Rheingrenze zu verteidigen. Als er abgegangen sei, habe er diese Papiere zurückgeben lassen. Die amerikanische Besatzung am Rhein. Paris, 6. Iuni. (WTB.) Nach einen Meldung der „Chicago Tribüne" aus Washington wird vom Kriegsdepartement die von dem Blatt schon gestern gemeldete Nachricht bestätigt, daß General Allan mit zwei Bataillonen der amerikanischen BesatzungStrupven am Rhein über den: 1. Iuli hinaus dort verbleiben werde. Austausch der oberschlesischen Ratifikationsurkunden. Oppeln, 3. Iuni. Im Laufe des heutigen Nachmittags wurden durch den Gesandten Dr. ©darbt und den Dizeminister Dr. S e y d a die Ratifikationsurkunden für das Genfer Abkommen vom 15. Mai 1922 über Oixr- schlesien sowie für die an demselben Tage in Genf getroffenen Deveinbarunaen über den Post- scheckverkehr und dem Verkehr an den Grenz- übergangsbaHnhöfen ausgetauscht. Im Anschluß hieran wurde von den Vertretern der deutschen und der polnischen Regierung unter dem Vorbehalt der Ratifizierung eine Erklärung unterzeichnet, die sich auf die weiter^ Geltung der deutschen Gesetze in dem polnisch werdenden Teile Oberschlesiens bezieht und einen wesentlichen Testandttil des vorerwähnten Ab- lommens über Oberschlesien bilden soll. D e u t h e n. 3. Iuni. Die Wirkung des B e- lagerungszuslandes ist zufriedenstellend. Der Terror hat im allgemeinen nachgelassen. Ein neuer Anschlag totrb nur aus Bo- brek gemeldet, wo Banditen in das Direktions- Haus der Iulienhütte eindrangen. Die Bande wurde nach einem Feuergefscht vertrieben. Engländer sind noch in dex Nacht von Deuthen auS in die Landgemeinden- abgerückt und halten sie beseht. Aus Rybnik und Snnau wird Ruhe gemeldet. Helft Oberschlesien! (?i«r Aufruf des Reichspräsidenten.-^ Hilferufe ans dem bedrohten Gebiet. Berlin, 3. Iuni. (Wolff.) Der Reichspräsident erläßt folgenden Aufruf: Wie schmerzlich für uns auch die Trennung von unseren Brüdern und Schwestern im polnisch werdenden Oberschlesien ist, so erwächst uns doch in diesen Tagen die nächste Pflicht, mit der Aufbauarbeit in dem Teile Oberschlesiens zu beginnen, der jetzt mit dem deutschen Vaterlande wieder vereinigt werden soll. Bei dieser Arbeit will der Oberschlesische Hilfsbund ein wichtiges Werkzeug fein und will helfen, die Wunden jeglicher Art zu heilen, die in der Vergangenheit dem oberschlesischen Volke geschlagen ererben sind. Er will helfen, daß zukünftig unsere Brüder und Scharest erck an ihrer deutschen und oberschlesischen Art festhalten können. Das deutsche Volk wird nie vergessen, daß die Oberfchlesier in diesen schicksalsschweren fahren standhaft und treu für ihre Heimat eingetreten sind. Der Oberschlesische Hilfs- bund braucht noch M i t Helfer,Freun de und Gönner. Hier ist Gelegenheit geboten, durch die Tat zu danken und zu helfen. Berlin, 3. Iuni. (Wolff.) Der Oberschlesische berg- und hüttenmännische Verein in Sleiwitz, sowie der Arbeitgeberverband der oberschlesischen Montanindustrie haben an die Reichsve- gierung ein Telegramm gerichtet, wonach nachweislich die vor sechs Wochen bereits begonnenen Terrorakte gegen deuischgesinnte Beamte und Arbeiter auf dem polnisch werdenden Gebiet immer bedrohlicheren Charakter annehmen, weshalb die genannten Vereinigungen um verstärkten Schuh bitten. Auch bei den ma ß- gebenben Stellen wird die Lage immer noch als bedrohlich angesehen. Der deutsche Bevollmächtigte ist gestern erneut bei der Interalliierten Kommission vorstellig geworden. Gestern waren deutsche und polnische Gewerkschaftsführer in Op- I peln und die Interalliierte Kommission lehnte die Verhandlungen ab. Die Führer wand/en sich darnach an den deutschen Gesandten Eckard und Ken polnischen Minister Sthda, welche zulag len, daS Mögliche zu tun, • 3n der letzten Dacht war die Lage etwas ruhiger, auch in Kattvwitz. Dagegen werden Störungen des Eisenbahnverkehrs aus Dvbreck und Mocgenrokh gemeldet. DeanttL Passagiere und Züge wurden durch Beamten belästigt. Sn der Dacht ist ein Transport von 300 Italienern nach Dybnik abgegangen. Wie in Hohen!inde, so wurden auch in Dobreck verschiedene deutsche Beamte überfallen und beraubt. Heute morgen wurde M)breck von Engländern besetzt, Demission des polnischen Kabinetts. Warschau, 3. Juni. Ministerpräsident PouikowSki überreichte dem Staatschef PllsudSki die Demission des Kabinetts. Die heutigen Morgenblätter melden, daß die Demission nicht angenommen werden wird, und daß die Meinungsverschiedenheiten, die zur Aeberreichung der Demission geführt haben, in der Dienstagssitzung des Mi- irrsterrats, die unter dem Vorsitz beß Staats- chefs angesagt ist, ausgeglichen werden. Der Wojwode für Oberschlefien. Warschaus. Juni. (WTV.) Die p o l - Nische Negierung hat den Abgeordneten Sosef Dymer zum schlesischen Wojwode n, und den DegierungSlommisiar in Teichen, Turawskh, zum stellvertretenden schlesischen Wojwoden ernannt. Deuthen, 5. 3unt (WTV.) Die pfingstfeiertage sind in den Kreisen Kattowitz, Laurahütte, Tarnowitz und Pleh ruhig verlaufen. Sn Birkenhain sind deutsche Beamte verjagt, aber später wieder aufgefordert worden, den Dienst wieder aufzunehmen. Sn Charley und Birkenhain ^wurden an den Feiertagen die Grenz- pfähle entfernt bzw. umgestürzt. Das Gerücht, daß in Neustrelitz sämttiche pvliti- Ischen Gefangenen befrett worden seien, entspricht nicht den Tatsachen. Sn Beuthen wurden nachts am Hotel Lomnitz die polnischen Hoheitszeichen von unbekannter Hand entfernt. Die Polonisierung Danzigs. Allenstein, 4. Ount (Wolff.) Auf der Tagung des Deutschen Schutzbundes in Allenstein wurde bei Besprechung der Lage im Osten auch der Freistaat Danzig, über den immer noch vielfach völlige .Unklarheit herrscht, von Dr. Wagner -Danzig näher beleuchtet. Wie hier trotz einer überwiegend deutschen Bevölkerung infolge des passiven Verhaltens des Völkerbundes die Polen immer mehr Fuß fassen, geht schon daraus hervor, daß in Zoppot 40 Prozent des besten Terrains sich in polnischen Händen befinden und im Danzig in der Langgasse polnische Snschristen wie Pilze aus der Erde wachsen. Um der lieber- foemöung Einhalt zu tun, hat der Senat ein Gesetz angenommen, nach dem jeder beabstchtiate Verkauf eines Grundstücks der Genehmigung bedarf. Daß die Eisenbahn sich in polnischer Verwaltung befindet und Danzig dem polnischen -Zollgebiet einverleibt ist, hat den Deutschen weitere grobe Dachtelle gebracht. Das Anschlägen Hon Zeitungen mit Hetzartikeln war eine Zeitlang beliebt, ist aber jetzt allgemein ebenfalls durch ^Gesetz verboten. Obgleich im Völkerbundsstatut "betont wird, dah Danzig kein Kriegshafen und fein Flottenstützpunkt fein dürfe, haben die Polen für sich das Recht in Anspruch genommen, den Holm, eine Insel im Hafen, zu einem Muni- twnsstapelplay zu machen. Redner betonte zum Schluß, dah im Reich das Märchen verbreitet werde, Danzig sei keine deutsche Stadt mehr. Gr verwahrte sich energisch dagegen und gab das Versprechen, dah das deutsche Danzig stets auf dem Posten sein werde. Ein Sd)Ia?anfan Lenins. Berlin, 3. Juni. (Wolff.) Wie der »D. Z." von zuverlässiger Seite bestätigt wird, erlitt Lenin gestern einen Schlaganfall. In» folge dieser auf drahtlosem Wege in Berlin ein- getretenen Dachricht eilten Litwinow, Ra - d e t und der gesamte Stab Litwinows sofort nach Moskau. Kritische Lage der Sowjets. T e r i j o t i, 3. Juni. Wie der Berichterstatter des Ost-Expreß zuverlässig aus Moskau erfährt, sind die Sowjetführer im Kreml zu einer dringenden Sonderberatung zusammengetreten, die die Anordnung außerordentlicher Maßnahme n zum Gegenstände hatte. Diese Maßnahmen ind durch folgende Umstände veranlaßt: durch die bevorstehende vollständige Entwertung des im Umlauf befindlichen Sowjetgeldes: durch das massenhafte Ausscheiden von Beamten aus den Provinzbehörden, die sich geweigert haben, wei- terym unentgeltlich zu arbeiten, da ihnen die ohnedies unzureichenden Gehäller vielfach nicht oder mit großer Verspätung ausgezahtt werden: durch den offen geäußerten Protest der Arbetter- chaft und die unzufriedene Stimmung in der Roten Armee. Alle diese Umstände haben eine Sachlage geschaffen, die zu ernster Sorge in den Kreisen der Sowjetregierung Anlaß gibt In Moskau zirkulieren zahlreiche alarmierende Gerüchte. Bezeichnend tft, daß sogar eine in der „Prawda" (Dr. 112) veröffentlichte Zuschrift auf die trostlose materielle Lage der roten Soldaten hinweist, die eine Desorganisation in die Rote Armee trage: schleunige praktische Abhilfe sei unerläßlich. Tschitscherin in Berlin. Berlin, 5. Sunt Dem „D. 51“ zufolge ist Tschitscherin vorgestern abend in Berlin eingetrvffen. Die ungarischen Wahlen. Budapest, 3. Juni. (Ungar. Telegr.- Korr.-Dureau.) Dach dem bisherigen Wahlergebnis hat die Regierungspartei 129 Mandate erhcllten, darunter 102 Mandate der Einheitspartei, während 8 Mandate der Einheitspartei noch in die Sttchwahl kommen. Die Gesamtzahl der oppositionellen Mandate beträgt 44. Englisches Vorgehen gegen Irland. Belfast, 4. Juni. (Wolff.) Havas meldet: Infolge der militärischen Vorbereitungen, die mit Eifer von England gegen Ulster unternommen werden, sind SnfanieriebataiHonc und Artillerie heute angekommen. Die englischen Truppen ersetzen die Polizisten an den Grenzpunkten, wo die Truppen Südirlaackrs einen Einfall versuchen könnten. London, 4. Juni. (Wolff.) Havas. Die englische Regierung ist entschlossen, jeder republikanischen Opposition und der d e Va- leras gegen die von der englischen Regierung geforderten Abänderungen entgegenzutreten. Die englisch? Req'erung verlangt, dah die Cßebingungen des X^glisch-irischen Vertrages angewandt werden. Dd^ Kabinett wird nutzt erlauben. dah die geringste Abweichung borfommt. London, 5. Juni. Don der Grenze der irischen Grafschaften Fermanagh und Donegal wird gemeldet: Britische Truppen wurden beim Einmarsch in Pettigv angegriffen; es wurde Artillerie eingesetzt, der Angreifer wurde aus dem Orte vertrieben und ihre Anführer gefangen genommen. Gin Polizist wurde getötet. Später räumten die Aufständigen Delleck und das Schloß Wagherameena. Bei den Kämpfen bei Pettigo platzte eine britische Granate in einer Gruppe der Aufständischen, wovon sechs Mann getötet wurden, die anderen, einschließlich der Führer ergaben sich samt Waffen und Mu- nttivn. Attentat auf Scheidemann. Kassel, 5. Juni. (Wolff.) Oberbürgermeister Scheidemann wurde während eines Ausfluges, den er gestern nachmittag in Begleitung seiner Tochter und Enkelin nach Wilhelms ho he unternommen hatte, auf dem Wege nach dem Aussichtspunkt Möllers°R rh von einem etwa 20» bis 22-jährigen Mann überhott, der ihm einen etwa 12 Zentimeter hohen Gummiball mit fünf Zentimeter langer Srrahlspriye ans Gesicht hielt unb ihn mit Flüssigkeit bespritzte, dann den Ball von sich warf und entfloh. Der Oberbürgermeister schoß aus einer Mehrladepistvle zweimal hinter dem Flüchtigen her, unmittelbar vor Abgabe des zweiten Schusses fühlte Scheidemann Schwäche aufsteigen und brach nach Abgabe des Schusses zusammen. Dach einer etwa eine Viertelstunde andauernden Bewußtlosigkeit tarn er wieder zu sich und konnte in ferne Wohnung geführt werden: er hat keinerlei Verletzungen davongetragen. Die Art der Flüsiigkeit konnte iroch nicht fesigestellt werden. Die sofort auf genommene Verfolgung des Täters, der nach Angabe von Zeugen ben besseren Ständen angehört und aaf der Flucht einen schweren Eichenbergstock mit Spatenzwiage fortgetoorfen hatte, ergab, daß er den Dergabhang hinunter auf Rebenstraßen nach dem Bahnhof Wilhelmshöhe zugelaufen und von dort nach Lösung einer Fahrkarte vierter Klasse in der Achtung nach Wabern gefahren ist. Auch in Kassel selbst wurden Streifen veranstaltet, ohne daß sie bisher zur Ergreifung des Täters führten, auf beffen Ermitteln.7g der Regierungspräsident 5000 Mark Belohnung ausgesetzt bat. Kassel. 5. Mai. (WB.) Oberbürgermeister Scheidemann, der geftern abend noch ante*, den Einwirkungen der Flüssigkeit, mit der er bespritzt worden war, zu leiden hatte, befindet sich heute wieder wohlauf und unternahm im Laufe des Tages eine Ausfahrt im A ttomobst Von einer Sette wird vermutet, daß es sich bei der Flüssigkeit entweder um Blau säure oder um Ae t h e r gehandelt habe. Irgendwelche Verletzungen Hal der Oberbürgermeister nicht davongetragen. Bisher sind bte Dachforschungen nach dem Täter erfolglos geblieben. Aus dem Keichs. Das DeichSbahnfinanzgesetz. Berlin, 5. Huni. Der in der Oeffentlichtell vielfach erörterte Referent enentwurf zu einem Reichsbahnfinanzgesetz wird zur Zeit im ReichSverkehrsMinisterium umgearbettet. Dabei werden die von der öffentlichen Krttll und bei den Sonderberatungen gegebenen Anregungen berücksichtigt werden. Dor allem soll dem Reichsrat und dem Reichstag gegenüber den als allzu einschränkend empfundenen Vorschlägen des bisherigen Entwurfs eine erhebliche stärkere Heber* wachung und Einwirkung auf die Verwaltung der Reichsbahn gewahrt bleiben, unbeschadet der wünschenswerten Entlastung dieser Körperschaften von den Cinzelfragen der lausenden Verwaltung. Die Befugnisse des Verwaltungsrats sollen erweitert werden. Den Wünschen der Eisenbähngewerkschaft hinsichtlich des aktiven und passiven Wahlrechts der Personalvertretung im Derwaltungsrat will man entgegenkommen. Konflikte zwischen dem Reichsverkchrsminister und dem Derwaltungsrat sollen zur Schichtung dem Reichstag unterbreitet werden. Di' Ct 3 Iüfiimmungen über bi? ^inanz- gebarung werden kürzer und deh.aingsfähiger gefaßt, um die Anpassung an die jeweiligen Verhältnisse zu erleichtern. Auch soll die Festsetzung des Anlagekapitals nicht einem besonderen Ausführung sgesetz Vorbehalten bleiben, sondern tn dem Reichsbähnfinanzgeseh selbst erfolgen. Es besteht die Absicht, den neuen Entwurf noch in diesem Monat mit den früheren Eisenbahnländern zu erörtern und nach endgültiger Feststellung durch das Kabinett ohne Verzug dem Reichsrat und dem Reichstag vorzulegen. Kongreß der katholischen Gesellenvereine. Köln, 5. Sunt Hier ist an den Pfingsttagen die erste internationale Tagung katholischer Gesellenvereine zusammen getreten. Außer sämllichen katholischen Gesellenvereinen Deutschlands einschließlich des Saargebiets. Danzigs und Oberschlesiens waren die österreichischen, tschechischen, jugoslawischen, schweizerischen, holländischen und norbamedfani» scheu Gesellenvereine vertreten. Die Zahl der Teilnehmer betrug etwa 15 000. —« ................11 im । Aus Sladt und Land. Gießen, den 6. 3«ini 1922. •• Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurden am 22. Mai der Ergänzungsrichter bei der Kammer für Handelssachen in Mainz Kaufmann Dr. Fritz P r i (f e n in Mainz zum Handelsrichter bei dieser Kammer, der Fa- brilant Albert Gastell in Mainz und der Fabrikdirektor Kommerzienrat Albert Zimmermann in Mainz zu Ergänzungsrichtern bei der Kammer für Handelssachen in Mainz, alle für die Zeit bis zum 31. Dezember 1924. — Ernannt wurden am 30. Mai der Gerichtsvollzieheraspirant Friedrich D i ck e l in Homberg zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht Homberg mit Wirkung vom 15. Juni 1922 und der Känzleigehilse Karl Michael Gabelmann in Darmstadt zum Kanzlisten bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg mit Wirkung vom 1. Juni 1922 ab. — Ernannt wurde am 1. Juni 1922 der geschäftsleitende Sustizinspektor bei dem Amtsgericht Seligenstadt Konrad Fleischhauer zum geschäftsleitenden Iustizinspettor bei dem Amtsgericht Schotten. — Ernannt wurde am 1. Juni 1922 der geschäftsleitende Iustizinspektor bei dem Amtsgericht Schotten Heinrich Dilling zum geschäftsleitenden Sustizmspettor bei dem Amtsgericht Seligen- stadt. — Oberstencrinspektor Heinrich Strauch zu Darmstadt wurde auf seinen Antrag vom 1. September d. Is. unter Anerkennung für lange treu geleistete Dienste in den Ruhestand versetzt. — In den 'Ruhestand wurde versetzt am 29. Mai 1922 der Oberjustizsekretär Ludwig Kratz bei dem Amtsgericht Fürth auf sein Dach suchen mit Wirkung vom 1. Oktober/ 1922 ab. — Durch Beschluß des Landesamtes für das Dillfungswesen wurden die Studienreferendare HermanN'Dort, Gießen, Dr. Karl F l ö r i n g, Darmstadt, Dr. Ludwig G r e b e r t, Darmstadt, Dr. Heinrich Gutheil, Darmstadt, Friedrich Kämmerer, Gießen, Dr. Heinrich Kauter, Gießen, Dr. Heinrich Klenk, Mainz, August Mayer, Gießen, Phllipp Stellwagen, Worms, Phllipp Wittersheim, Groh-llmstadt und der Lehrer Dr. Georg W a 11 e.r zu Kelsterbach mit Wirbmg vom 1. April 1922 ab zu Studienassessoren ernannt " Ernannt wurde der Obersteuersekretär Georg Hambach (Bezirkskasse Gießen) * *um Steuerinspektor mit Wirkung vom 1. April d.S ** Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und die Post erfolgt in der Woche vom 5.—11. Juni dS. IS. zu dem gegen die Vorwoche herabgesetzten Preise von 1100 Mk. für ein ZwanziAmark stück, 550 Mark für ein Zehnmarkstück. Für ausländische Goldmünzen werden enispcechende Preise g^ahlt Dec Ankäus von Reichssilbermünzen durch die Reichsbank und Post findet unverändert zum 21 fachen Betrage des Dennwertes statt. ’ Mit dem Anlagenkonzert beschäftigen sich verschiedene Zuschriften, die uns dieser Tage zugingen. Die Einsender rügen übereinstimmend daß durch die Verlegung des Konzertes auf Donnerstag mittag vielen Musikfreunden die Möglichkeit genommen ist, sich das Konzert anzuhören, und bitten, die Anlagemusik am Sonntag abzuhatten. Wir gaben von dieser 2Inregung zwei an die zuständige Stelle weiter. fT rtinti^en. — Tageskalender für Dienstag. Astoria-Lichckp.ele, ab heute: „Kurfürstendamm- und „Scherben". — Welche Gefahren drohen in nächster Zeit unserem Volks- und WirtschastSleben? Diese Frage wird am 8. d. Mts. im (Safe Leib Dr. Eroll-Berlm im Rahmen der 3. IahreLtagung ter Landesgruppe Westdeutschland der Liga zum Schatze der d-tt- schen Kultur, die am 8. mb 9. d. Mts. hier statt- findet, behandeln. Dec Redner, der als führender Wirtschaftspolitller Deutschlands gilt, darf daher für seine Ausführungen doppeltes Sntereffa beanspruchen. (Siehe Anzeige.) Landkreis Gietzen. wa. Odenhausen, 3. Juni. Am 1. Iuü fand die Eröffnung des hiestgen Bauxitwerkes statt. Als Ehrengäste waren erschienen Dergrat Hund von Damrstadt sowie Direktor S i e b e l -- Lardeillxrch. D':e beiden Gemeinden Rüddingshausen und Oden ha ife-n waren durch ihre Bürgermeister vertreten. Außer anderen eingeladenen Gästen waren sämttiche Arbeiter des Werkes erschienen. - Watzenborn-Steinberg, 4. Juni. Ein Gewitter mit wolkenbruchartigen Regen- und Kieselergüssen entlud sich gestern über unsere^ Gemarkung. Der Blitz schlug in die Kirche ein und beschädigte den Glockenstuhl. Die durch den Einschlag außerordentlich gefährdeten Glocken sind jedoch unversehrt geblieben. Die Regenwasser hoben an manchen Stellen der Gemarkung nicht ' unerhebliche Schäden verursacht. An verschiedenen Plätzen wurde der Ackerboden strichweise vollständig weggeschwemmt, die Saatkartoffeln mit sich reißend, ergossen sich diese Schlammwassermassen dann sich ihrcct natürlichen Weg suchend, über Getreide und Wiesengras. Da es sich fast durchweg nur um einzelne grabenförmige Wasserläufe handelt, ist ein größerer Sachschaden vermieden worden. In Steinberg • mußte die Feuerspritze in Tätigkeit gesetzt werden, um. das in die tiefer gelegenen Hofreiten eingedrungene Wasser heraits zu pumpen. Ob die Wasserergüsie Mein Vetter Jolus. Romttn von Richard Skowronnek. 3. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) „ilnfer plötzliches Erscheinen brachte in den wohlgeordneten Zug natürlich eine Stockung. Die Brautjungferchen steckten neugierig die Köpfe zusammen, der glückliche Bräutigam hielt an und sperrte die Augen wett auf, denn er hatte von unsrem Kommen kerne Ahnung gehabt. Schliesstich ließ er feine Schwiegermutter stehen, tarn auf ins zu, küßte und imarmte uns, und indem er immer und immer wieder unsre Hände drückte, fragte er uns wohl ein halbes dutzendmal: „Kinder, ist's denn zu glauben, seid ihr wirklich (Selten?“ Dabei liefen ihm die Hellen Freudentränen nur so die Backen herunter. »Ra, wir zogen nun mit in die Kirche, und in der Sakristei erfolgte die allgemeine Vorstellung. Der Brautvater, übrigens, wie sich nachher herausstellte, ein ganz umgangbarer and jovialer alter Herr — er trank noch am selben Abend mit uns Schmollis — umarmte ind küßte uns, wie sein Schwiegersohn, und dann wurden wir den Dvautjungserchen vorgeführt. Die machten ganz vergnügte und erwartungsvolle Gesichter, während die zu ihnen gehörigen Drautjüngling: aus der Verwandtschaft ziemlich Veteppert drein- schauten. Es mochte ihnen dämmern, daß wohl der eine oder andre nachher bei der Hochzeitstafel zu unsren Gunsten depossediert werden würde . . . »Der jungen Braut, die unter ihrem Myrten- tränjlein ganz entzückend aussah, und die hartnäckige Werbung des Doktors begreiflich erscheinen ließ, überreichten wir das Bukett, dessen Schleife sie sich sofort an die Schalter heften ließ, und dann aing's unter dröhnenden Orgelllängen durch das schmale Kirchenschiff vor den Attar, wo em Amtsbrader des Herrn Oberpfarrers bereits unsrer harrte. »Das Brautpaar trat vor die Siufen. wir gruppierten uns za beiden Setten, and^die heilige Handlang begann. Hinten, im dämmernden KirchenrOltme, durch den ein vereinzelter Sonnen stvahl gitterte, drängte sich die Menge der Reu- gierigen und Teilnehmenden. Da blieb mein Auge an einem zierlichen Gesichte in der Schar der Brautjungfern haften, das mir vorhin, bet der allgemeinen Vorsiel ung, merkwürdigerweise gar nicht ausgefallen war. Ein 5köpfchen, so rührend lieblich in feiner klassisch reinen Linienführung, und doppelt aktziehend durch die hingeb rngsvvlle Andacht, die sich darauf ausprägte. Der Glanz der Altarkerzen wob um die krausen blonden Stttnhaare und die hochausgesteckten, schweren Flechten eine Art von Heiligenschein, dazu die in erster, zarter Iugendfülle prangende schlanke Gestalt, die in zierlichen blauen AtlasschuhÄ steckenden Füßchen . . . also, ich sage dir, mtr wurde mit einemmal ganz fromm und andächtig zum de. Ich stand und sah und sah, bis sich meine A rgen sattgetrunken hatten an dieser Offenbarung herrlicher Schönheit, ilnb kein Wunsch und kern Begehren stieg in mir auf, nur der leise Schaner des Entzückens, der mich vor jedem Schönen ersaßt, sei es ein Kunstwerk oder eine tiefempfundene Dichtung ober ein vollkommenes Menschenkind, rieselte mir durch die Rerven . . . „Die Trauung war zu Ende. Die Worte, die für immer zwei Menschenschicksale aneinander binden, waren gesprochen, und unter den brausenden Klängen eines Iubelchorals drängle sich die Menge der GlückwünschAtt>en am das junge Paar. Da legte sich mit eine Hand auf die Schulter, und eine freundliche Stimme — es war die des Herrn Oberpsarrers — raunte mir ms Ohr: .Rur los, Herr Studiosus, greifen Sie za, dann können Sie den Gegenstand Ihrer Bewunderung nachher auch zu Tische führen! Er heißt Helene und ist das eiiizige Töchterlein meinet Amtsbruders Dähne aus Halle/ »Mit einem dankerfüllten Blicke drückte ich dem freundlichen allen Herrn und Seelsorger die Hand and steuerte auf das junge Mädchen los. Bei meinem Rahen stieg ihr eine feine leise Röte an Hals und ICangeu empor, denn ! trotz ihrer Andacht war's ihr doch wohl nicht I entgangen, daß ich sie vorhin angestarrt hatte j wie eine Erscheinung aus höheren Regionen. Für j gezollte D^wu-Berung hac die Weiolichkett bekanntlich ein ganz besonders scharfes Auge . . . „Ich machte also den schönsten Diener, über den ich überhaupt verfügte, und sagte, gerade noch zeitig genug, um einem der vorhin erwähnten Iüngttnge die Angriffsfront abzuschneiden: .Mein gnädiges Fräulein, ich werde mit gütiger Bewilligung des Herrn Oberpfarrers die Ehre haben. Sie zu Tisc^ zu führen."' „Die warf dem zu spät gekommenen Jüngling einen bedauernden Blick zu, für den ich ihn in diesem Augenblick hätte aufhängen mögen, sagte im übrigen gar nichts, sondern legt: nur mit einem leichten Reigen ihres Köpfchens die Hand in meinem Arm." „Aus dem Rückwege zum Pfarrhofe, der wieder in wohlgeordnefom Zuge vor sich ging, hätte ich sie nun gern zum Sprechen gebracht, am ihre Stimme zu hören, aber es fiel mir nichts Bemerkenswertes ein, und mit irgend einem Gemeinplatz der älnterhaltung zu beginnen, h.elt ich damals für unter meiner Würde. Später wird malt ja in dieser Beziehung anspruchsloser . . „Dieses Suchen nach einer geistvollen Einleitung brachte mich schließlich so weit, daß ich so etwas wie ein eichenes Brett vor den Kops bekam, überhaupt nichts mehr herausbrachte, und wir beide, ohne ein Wort zu wechseln, den Rückweg machten. Sie muß mich damals für einen rechten Stockfisch gehalten haben." »Bei Tisch war es zu Anfang ebenso, Mir begann schon auf der Stirn ein gelinder Schweiß auszubrechen, ich belegte mich innerlich mit den ehrenrührigsten Ti ulaturen, aber es hals alles nichts, ich war wie auf den Mund geschlagen, ilnb Labei gatt ich sonst unter meinen Korps- brühern für einen Mann, der, wie es in dem alten Chargenverse heißt, .eine weihe Weste trägt und auch mit Damen umzugehen versteht^ „Endlich, als wir schon beim zweiten Gange waren, brach s i e das Schweigen, und zwar mit der ebenso einfachen als rraheliegenden Frage, ob ich ein Korpsbruder des Herrn Doktor Schlehdorn sei." „Ich bejahte eifrig, gewann nach der glilck- lrch überftouhenen Einleitung meine alte Sicherheit, und so entspann sich allmählich zwischen uns eine ganz angeregte und lebhafte Unterhaltung. Rach einer halben Stunde plauderten; und scherzten wir miteinander, als hätten wir von Kind aus zusammen im Sande gespielt, und ganz allmählich, ohne daß ich es merkte, stahl, sie mir das Herz aus der Brust, das freilich schon seit dem Augenblicke, da ich sie in der Kirche gesehen, nur ganz locker drinnen sah." „Hnfre ungezwungene Hei.erteil wirkte bald so anregend auf die Gesellschaft, daß es darinnen summte, wie in einem Bienenschwarm, und jogar hie offiziellen Trinksprüche neben dem erforderlichen Ernste einen Stich ins Lustige bekamen. Schließlich stand ich auf, um das Wohlsein der Damen auszubringen." „Das war nun von jeher meine Spezialität gewesen, aber damals überbot ich mich irlbst in den blühendsten Bildern und waghalsigsten! Dergleichen und erregte geradezu stürmische Heiterkeitsausbrüche. So sehr mir das nun in meiner damals zweiundzwanziLährigen Eitettett schmeichette, so war es mir eigentlich doch nur um den Beifall meiner Rachdarin zu Un; um ihr silberhelles Lachen, das zwischen all den andern Stimmen herauszuhören war, wie das Triangel aus dem Orchester." „Als ich geendet und der allgemeine Trubel sich etwas gelegt hatte, sah sie mich schelmisch an und sagte: ,Das hätte ich Ihnen vorhin in der Kirche nicht zugetraut, Herr . . „Zch erwiderte lachend mit dem allen Satze, daß manch einer es eben innerlich hätte, wie der Pfanntuchen, und ergänzte die Anrede, da ich aus der suchenden Betonung des ,Herri gemerkt hatte, daß sie loie üblich, meinen Ramev bei der Vorstellung nicht behalten hatte. »Hosua Daumlehner?" wiederhotte sie, „daist ein merkwürdiger Ryme." „Ich erklärte ihr nun, daß wir ostpreutzr- Üben Salzburger mit einer gewissen Zähigkeit an den aus der alten Heimat mttgebrach en Gebräuchen festhielten, und daß ich 'diesem ihn- siande den seit mehr als dreihundert Jahren in unsrer Familie für den Zweitgeborenen üblichen (Hamen Josua verdankte." ^Fortsetzung |olgt.) Merci ßjnE Mken der >" Heug s-he" für dre maneU Preise futtert vollen-' das Gr. fpö auf der S'irelttt fpl einem ter ers Koffer len. - enttnenl dell es Hotel W Pfingstl aus Fr zu Metv. jUNgl Äellun nicht Di Schwim Teilwch gerufen neue, do mehrere boten l| vereng ötud« fahrt d auf unsi führu kluge erschien« daMen der M wünsch« Fvrder Erfolg. S tob. oero: die F Wil ningÄ Ferne für di zur 3 Sines tollte bauen D bet ! Dainj mitte; komm (ung? den, M werd« Wiel fd werk Arbeit fraget Iprüch ’änl der 2 mutix Aelir M freies Die: Kärf Arbe kr) Dvrw 6un. »vrh fürs (Meß Stabt selten * Otnitng buffen 1 «? r 6^ ®I>D' otoifd Reifte 'Ult nicht jSnc ®nnte lende fron a Ä Zurth '• 5.6 Äg mid) t*rf tn ber Blüte frebenbe Äorn nachteilig etngetmrft Haden, muh abgenxrrtet werden — Bei der in der abgelaufenen Woche abgehaltenen Heugrasver steigerung der fiskalischen Wiesen ttxitoen Preise bis zu 9000 OHI. für die Wiese bezahlt. Kurz vor dem Kriege hätte man etwa fünf Wiesen in dieser Droste für diesen Preis als eigen erwerben können. Durch den Grun- futtermangel ist die durchweg kleinbäuerliche Bevölkerung unserer Gemeinde gan^besonders auf das GraS dieser Wiesen angewiesen, um nicht genötigt zu sein, den schon aufs äusterste beschränkten Viehbestand noch weiter verringern au müssen. Andererseits durste der Staat durch diese hohen Einnahmen in die Lage versetzt sein, einen gröberen Prozentsatz deS Erlös«! zu Düngungs- zwecken für die Wiesen verwenden zu können. Kreis Friedberg. Streik-Ende in Wölfersheim. spd. WölferSheim, 5. Juni. Der Streit auf der Drude Wölfersheim ist nach kurzen Der» f-anbUngen zw.schen der Streikleitung und der Direktion wieder beigelegt worden. fpd. Dad-Aauheim, 5. Juni. 2lus einem hiesigen Privathvtel wurden unter erschwerenden Llmständen Damenkleider, Koffer und mehrere tausend Mark gestohlen. — Ferner wurden mehrere Fahrräder entwendet. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um einen internationalen .Hoteldieb. Kreis Schotten. wg Gedern, 4. Juni. In der Frühe des Pfingstsonntags begab sich eine Schar junger Leute miß Frankfurt zum Drohen See, um dort ein Bad zu nehmen. Plötzlich versank, etwa 40 Meter vom Ufer entfernt, ein 20jähriger junger Mann. Die Dersuche seiner rasch Aur Rettung herbeigeeilten Kameraden waren leider nicht von Erfolg gekrönt. Der Ertrunkene soll deS Schwimmen- nicht recht kundig gewesen sein. Die Teilnahme, die der tragische Fall hier hervor- gerufen bat. ist allgemein. Man sieht wieder auf- neue. dast beim Baden im Drohen See, der schon mehrere Opfer gefordert hat, gröhte Vorsicht geboten ist. besonder- für den nicht Ortskundigen. ha. U l r i ch st e i n. 2. Juni. Gestern abend veranstalteten Marburger Studenten und Studentinnen, die sich auf einer Wanderfahrt durch BoaelSberg und Gpesiart befanden, auf unserem Schlvstberg eine wohlgelungene Aufführung de- Mä r chen f p ieIS: »Die kluge Bauerntoch ter". Die recht zahlreich erschienenen Zuschauer, besonder- die Jugend, dankten durch herzlichen Beifall den Däften ander Musenstadt für den frohen Abend. — Wir wünschen diesen und ähnlichen Bestrebungen zur 5örbcrung guter DoUSunterhaltung den.besten Erfolg. Starkenburg und Rheinhessen. tob. Offenbacha M.. 3. Juni. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte für die Förderung der Bautätigkeit fünf Millionen Mark zur Gewährung von Ueberteue- rung-darlehen unter besonderen Bedingungen. Ferner wurde der Oberbürgermeister ermächtigt, für die Zwecke de- Wohnungsbaues Darlehen bis Aur Höhe von 40 Millionen Mark aufzunehmen. Eine weitere Bewilligung von 5y3 Millionen Mark soll der Herrichtung von Wohnungen durch Umbauen bä sogenannten Milchhofes bienen. Mai nz. 3. ßunl (WTB.) 3n bem Streik der kaufmännischen Angestellten In Mainz. Wiesbaden und Umgebung ist heute nachmittag unter dem Vorsitze des Demobillnachungs- kommtssar- ngch etwa sechsstündigen Verhandlungen eine Einigung dahin erzielt worden. dast über die Schlichtungssätze hinaus per Mai 5 Proz. und per 3uni 35 Prvz. bewilligt werden. Die Arbeit soll am Dienstag wieder ausgenommen werden Kreis Wetzlar. Metallarbeiterstreik in Wetzlar. fpb. Wetzlar, 5. Juni. 3n denD uderu-- werken haben die Metallarbeiter zum Teil die Arbeit eingestellt. Sie haben den in der Lohnfrage vom erchlichtungsausschuh gefällten Schiedsspruch abgelehnt. Jetzt sind Verhandlungen zwischen bei- Bezirksleitung der Metallarbeiter und der Werk-direkt ivn eingeleitet. Durch den Streik würbe die Versorgung von etwa 50 Dörfern mit Elektrizität und Wasser in stärkster Weise gefährdet, so dah man die Technische Rot» Hilfe einsetzen muhte. Zu ihrem Schuhe wurde aus Frankfurt a. W. und Weilburg je ein grö- bered Kommando der Schutzpolizei herbeigerufen. Die Lage erfuhr dadurch eine wesentliche Verschärfung. Aach langen Verhandlungen mit der Arbeiterschaft erklärte sich diese zur Ausführung der Rötst andsarbeiten während des Streik- bereit, worauf die Schutzpolizei zurückgerufen wurde. Hessen-Nassau. * Hanau. 3. Juni. 19 Eheschließungen — an einem Tag! Heute haben vor bem hiesigen Standesamt 19 Paare ben Bunb fürs Leben geschlosien. Diese Zahl von Ehe- schliehungen an einem Tage stellt für unsere Stadt einen Rekorb bar. denn selbst zu Friedens - zeiten hat sie diese Höhe nie erreicht. * Fulda, 4. Juni. Sin verwahrlostes zehnjähriges Mädchen, das unter freiem Himmel schläft und die Schule immer nur von außen sieht, tarn wegen zahlreicher Diebstähle zur Anzeige. Tagsüber treibt sich die frühverdorbene Kleine umher, nimmt Kindern, welche zu Einlaufen ausgeschickt werden, das Geld ab und kauft sich bafür Lebensmittel und Aaschereien. Zürnen, Sport und Spiel. Deutsche Fußballmeisterschaft. — 1. F. E. Nürnberg und Hamburger Sportverein i,n der Endrunde. — Die Zwischenrunbenspiele um die Deutsche Fuhball- meisterschaft. die am Pfingstsonntag in Frankfurt a. M. und Fürth statlfanüen. brachten nicht die erwarteten leichten Siege von Dacker- München bzw. I. F. C. Nürnberg. Vielmehr konnte sich die in letzter Zeit von Erfolg zu Erfolg geeilte Münchener Wacker-Mannschaft in Frankfurt a. M. gegen die aufopfernd spielende El, des Hamburger Sportvereins nicht behaupten, und muhte sich die glatte Dieb er läge von 4:0 (2:0) gefallen lasten. Dies überrascht insofern, als zu ben von Wacker-München Besiegten kein geringerer als die Spielvereinigung Fürth gehört. — Auch in Fürth überrascht das Ergebnis, well es dem deutschen Meister L F. C. Nürnberg mit mit größter Anstrengung gelang, ein 1:0 (1:0) Resultat gegen den Berliner Meister Aorden Rordwest herauszuholen. Der vor 20000 Zuschauern stattgefundene Kamps sah die Berliner als ebenbürtige Gegner, ba Ne Nürnberger mit Ersah für Wieder, Sutvr und Kalb antreten muhten. Bei etwas mehr Schuh- freubigfeit des Berliner SturmeS hätte daS Resultat noch leicht zu Gunsten von Aorden-Aordtoest lauten können. In der 10. Minute nach Spielbeginn ging Aürnberg Nirch Böh in Führung und nach wechselvollem Stampfe, der fast durchweg ausgeglichen war, blieb dies das einzige Tor deS Tages. I. F. E. Aümberg und Hamburger Sportverein bestreiten demnach am 18. Juni im Deutschen Stadion daS Entscheidungsspiel. — Athletikerfolge deS (Siebener Sport-Klubs von 1900andenPsingst- feiertagen. Bei ben Aastauischen Kampfspielen am Pfingstsonntag, die crftflafTige Besetzung auS dem ganzen westlichen Deutschland aufwiesen, wurde Paulus mit grobem Dor- prung erster Im Diskuswerfen mit 33,65 Meter, erster im Drelkamps mit 135 Punften und zweiter im Äugelfloben mit 10,43 Meter hinter dem früheren deutschen Meister Wasserfuhr-Dingen. Am zweiten Pfingsttag bei ben Marlsdurgkamps- pielen in Braubach am Rhein ist die amose Leistung R. Fischer- über 100 Meter Senioren zu erwähnen, die er vor Heim. Kreuznach und Söhngen, Eintracht Frankfurt, unb Reinhold. Wiesbaden, in der famosen Zeit von 10,9 Sek. an sich brachte. Heber 300 Meter blieb er guter Zweiter hinter Gertz. Koblenz 1900. Zeit 38,8. Paulus sicherte sich ben ersten Platz im Dreisprung mit 12,70 Meter vor Angstmann, Eintracht Frankfurt, ben zweiten Sieg im Speerwerfen mit 40.30 Meter und im Äugelftoben wurde er wieder hinter Wasserfuhr (10,8c Meter) unb bem deutschen DiskuSmeister Steinbrenner (10,40 Meter), dritter mit 10.20 Meter. (20 Pfund-Äugel.) • Wieseck. 6. 3unt Ein i ntere'sa ttes F a h- ballwettspiel wurde gestern hier ausge ragen. Die 1. Mannschaft der Freien Turner- schast Wieseck spielte vor etwa 3300 schauern gegen den Schweizer V-Mcister .D r a s- hoppers"- Basel. Das Spiel endete 5:1 (Halbzeit 1:0) für Wieseck. • Faustballspiele in Hvlzhe i m. Für den 2. Feiertag war es der 1. unb 2. Faust - ballmannschaft bes Turnvereins Holzheim gelungen . die 1. (Gaumeister) unb 2. Faustfallmann- chaft deS Turnvereins Dieben 1816 zum Gesell- chaftsrückspiel zu gewinnen. Das erste Spiel, in welchem sich die 2. Mannschaften gegenüber- standen, endete für Dieben mit 63—51. Dann trat der Gaumeister gegen die 1. Mannschaft zum Spiel an, das zu G insten Holzheims mit 79—66 Bälle endete. — *21 o r b-, West» undMitteldeutsch- land- FuhbalImannschaften für bie Kampfspiele. Bis auf den Verband Brandenburgischer Ballspielverelne haben nunmehr alle Landesverbände des Deutschen Fuhballb indes dis Aufstellung ihrer Man schäften zu ben Spielen um den Kampsspielpokal in der Zeit vom 18. bis 23. Juni an Deutschen Stadion bekannt- gegeben. Der Westdeutsche Spiel- Verband entsendet folgende Eft: Helduser (Remscheid): Brernges (Rheydt). Risse (Düsseldorf): Flint (Äölncr D. E.. Pohl (Köln). Rheinhardt (Duisburg): Hurten (Äöln), Lucke (D^sieldorf). Binder (Köln). Claus-Oehler (Bielefeld). Änaup (Düren): Ersatzleute: Pohl (Bielefc-ld). Fieberen (Duisburg-, Stollwerk (Düren), Pohl (M.-Glsd- dach), Kolvenbach (Bochum). — Der Rorddeut- sche Fuhballverband wird durch folgende Spieler vertreten: Pohl (Dlltona-Hamburg); Müller (Viktoria-Hamburg), Schmerbach (Hamb. S. V.): Günther (Viktoria-Hamburg), Mahnte (Llnion-Hamburg). Krause (Holstein-K el); Lagne (Arminia-Hannover). Hager (Altona), Harder (Hamb. S. V.). Wolpers (Arminia-Hannover). Esser (Holstein-Äiel). — Mitteldeutschland hat folgende Mannschaft genannt: Dölling (Eintracht-Leipzig): Denkewth (Wacker-Letpzig), Rok- kosch (Spielvergg Leipzig): Brause (Sptelvergg. Leipzig). Edy (D. f..B°Leipzig), Wittig (Chemnitz): Weitzenborn (Fortuna-Lmpzig), 'Jkxulljen (V. f. B-Lcipzig). Zetzsche (Glauchau), Weher (Ehemnih), Gröbner (Wacker-Leipzig); Ersah. Franke (Ehemnih), Förderer (Halle). — Lentulus gewinnt die .Union". — Das prachtvolle Wetter hatte am Pfrngst- montag ungeheure Menschenmasien nach dem Grunewa ld hinausgelockt, die Zeuge eines Erfolges wurden, wie ihn die deutsche Turf bisher nicht gekannt hat. Den Waldsriedsr Züchtern ist der grobe Wurf gelungen, dem bisher kein deutscher Rennstallbesitzer glückte. Sie haben mit Lentulus die drei Hauptrennen für die wertvollste deutsche Zuchtprüfuna. Preis des Winterfavoriten. Henckel- unb älnion-Rennen gewonnen unb es ist nur zu wünschen, bab ihnen auch im Derby der gleiche Erfolg wie im Vorjahre beschißen ist. Llllerdings hat die Union ben Beweis erbracht, bab der Sieg des Fels- svhnes im Derby noch eine grobe Frage ist unb zwar durch Abschied, der am Montag in der Union das grösste Rennen seines Lebens gelaufen ist. Er passierte mit Lentulus so dicht daS Ziel, bab die Zielphvtographie entscheiden muhte und diese sprach Lentulus den Sieg um einen kurzen Kopf zu. obwohl ein grober Teil der Zuschauer anderer Meinung war. — Das Oesterreichische Derby kam am Psingstmontag in der Freudenau zu Wien vor einer groben Zuschauermenge zur Entscheidung. Zehn Pferde, ein für Wiener Rennen sehr starkes FeD, nahmen den Äampf auf. aus bem der Favorit Lavendel ll (Esch) mit 2*,? Längen Vorsprung als Sieger hervorging. Den zweiten Platz besetzte der von Gcza Ianek gesteuerte tschechische Derbysieger Szeged, dem in 3>Längen Abstand Danges (Äer- tesz) vor Kodak folgte. Hochschulnachrichten. ♦ 50 Jahre Frankonia-Gieben. Die (Siebener Burschenschaft Frankonia feiert in diesen Tagen ihr 50jähriges Stiftungsfest. Sie ist hervorgegangen aus dem am 4. Juni 1872 gegründeten Pharmazeutischen Verein. 3m Februar 1874 änderte sie ihren Ramen um in „Pharmazeutisch- Raturwissenschaftlicher Verein" und im Rovember desselben Jahres in .Akadamisch-Raturwissen» schriftlicher Verein" Die unbedingte Genugtuung wurde am 2. Juli 1836 grundsätzlich angenommen. Drei Jahre später, am 25. Februar 1899, wurde der Akademisch Raturwissenschaftliche Verein „umgewandelt" in die freie schlagende Verbindung . Frankonia". Der Zirkel und die Farben grün-weiß-rvl blieben dieselben, sie werden jedoch noch nicht öffentlich getragen. tSouleur wurde am 3. März des Jahres 1901 aufgesetzt unb im Lause des Eommerfemesters 1901 schloh man mit den beiden anderen Siebener Burschenschaften (Alemannia und Germania) ein Grub- und Pauk- verhältnrS ab Rach zweijähriger Renoneezett trat die Frankonia auf dem ordentlichen Burschen tag 1908 endgültig in die „Deutsche Burschenschaft" ein. Roch kurz vor Ausbruch de- Weltkrieges, im Jahre 1913. war der Burschenschaft Frankonia da- Glück beschieden, ihren Einzug in daS neuerbaute BurschenhauS (Kaiferallee 85) zu haften. — Don den 183 Kriegsteilnehmern liehen 28 ihr Leben für das Vaterland Kirche unb Schule. Deutscher Gewerbeschultag fpb. Frankfurt a. M 5. 3unL Den Auftakt des diesjährigen DewerbeschultageS. zu dem etwa 1800 Teilnehmer eingetroffen sind, bildete am Samstag vormittag in der ülniversitätsaula die Eröffnung der Gcwerbeschul-Der- bandsausstellung. An Stelle des in letzter Stunde behinderten Festredner-, des Reichskunst- wartS Dr Redslob. sprach Direktor Sutter von der Mesiegefellschasl über -Gewerbeschule und Handwerk-kultur". Die LluSstellung. die In den Räumen der Messehäuser und der Gewerbeschule untergebracht ist, bietet ein nahezu lückenloses Bild von den verschiedensten Gewerbetätia- leiten. Zu der Schau haben zahlreiche deutsche Schulen hervorragendes Material beigesteuert. Auch der deutsche Ausschub für technisches Schulwesen in Berlin hat die Ausstellung sehr reich beschickt. Daneben haben zahlreiche grob- industrielle Werke au-gezcichnete Lehrlings- und Wertstättenarbeiten in geschlossenen Kojen ausgestellt 3n der Gewerbeschule »eigen die Frauen in umfassenden Darbietungen den hohen Stand der Arbeit in den Gewerbelehrerinnenseminaren und -Fachschulen. — Am Pfingstsonntag besichtigten die Teilnehmer der Tagung die Saalburg und hörten einen Dortrag von Studiendirektor B l ü m 1 e i n - Bad-Homburg über »Kriegstechnik der Römer". — Wie bei der Gröfsnuna der Ausstellung mügeteilt wurde, soll demnächst der Uni« versität ein Gewerbelehrer-Seminar angegliedert werden. Vermischtes. Eisenbahnunglück bei Düsseldorf. Düsseldorf 5. Juni. (WB) Vormittags kurz vor 9 llhr ereignete sich auf der Strecke nach Köln kurz hinter der Ausfahrt am Harpt- bahnhof ein Eisenbahnunglück. Ein Wagen »weiter Klasse stürzte aus bisher nicht aufgzflärler Ursache um. Der Zug entgleiste. Zwei Fahrgäste wurden getötet, zwei schwer, vier leicht verletzt. 5Vs handelt sich zumeist um Auüslügler au3 der näheren und weiteren ümo >jng von Düsseldorf. Schweres Dampfer Unglück Buenos-Ai re«, 5. Juni. (WB) Der argentinische Dampfer »D 11 la f r a n c a". der Ausflügler nach ben Wasserfällen von Iguaz i bringen sollte, ist an der Küste von Paraguay infolge einer Explosion gesunken. 80 Personen sollen dabei ums Leben gekommen sein. ■ c ♦ Der Thrvnverzicht des Maharadscha. Der langjährige Zwiespalt zwischen einem indischen Herrscher und seinem Volk ist jetzt durch einen freiwilligen Verzicht dieses Fürsten auf seinen Thron beendet toorben. Der Maharadscha von Pudvkvta in Südindien hat nunmehr offiziell erklärt, bab er nicht nach seinem Reich mehr zurückkebren, sondern dauernd in Europa bleiben würde. Die Zügel der Regierung gehen daher an seinen Bruder, den Radscha Dorai über, der den Titel Regent führen wird. Der Maharadscha von Pudokvta tat den ersten Schritt, der zu dieser völligen Entfremdung von seiner Heimat geführt hat, ati er eine schöne australische junge Äime Molly Frink hn Jahre 1915 heiratete. Das junge Paar hielt damals einen fabelhaften Einzug in die Hauptstadt mit einer lleppigEeit und Pracht, wie sie nur in Indien Vorkommen. Der Maharadscha und seine Braut sahen in dem Staatswagen, der von vier mit Silber und Gold bedeckten Pferden Sezogen wurde: bann folgten juwelengeschmückte Icfanten, schwertertragende Reiter in grünen Gewändern und Infanterie-Regimenter in Scharlachrot. Die Rautschmädchen. die Damen des Hof- baUetts führten einen wundervollen Tanz auf und sämtliche Frauen des Palastes huldigten der neuen Herrscherin. Aber dieses Glück währte nicht lange, denn schon nach wenigen Tagen begab sich der Maharadscha mit seiner jungen Gemahlin auf die Hochzeitsreise nach Europa, und dann ist er nur noch einmal auf kurze Zeit nach Hause zurück- gekehrt, als er den Herzog von Eonnaught 1920 in Madras begrüßte. ES gefiel ihm in seiner entzückenden Villa bei Cannes sehr viel besser als in einem indischen Palast, und auch die junge Frau brhagte sich mehr in den Dergnügungslokalen der Äiviera als in der Einsamkeit der Frauengemächer. Verschiedene Deputationen wurden an den Herrscher abgefanbl, die ihn immer dringlicher baten, doch wieder Heimzukommen, aber der Maharadscha wollte nichts davon wisien. Schliebllch verlangten die höchsten Würdenträger im Ramen des ganzen Dolles seine Rückkehr. Der Fürst hat sich aber nun entschlossen, dem Thron überhaupt zu entsagen, nachdem er feftgeftdlt hatte, bab nach ben Thron- gesehen sein Sohn als Äinb einer weihen Mutter nicht fein Rachfolger werben kann. • fianbel. Fr anksurt a. M-, 6. Juni. Marino tierungeL. Für 100 deutsche Marl wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 2.6. 3. L Zürich Fr. 125.40 1,92 1,91 Amsterdam Fl. 59.20 Kopenhagen ..... Är. 88.80 1,72 1,70 Stockholm Är. 88.80 1,48 1,42 Wien Är. 117.80 4382^9 Prag Är. 117Ä) 19,2z London Sh. 97.80 1,22 1,22 Reuyork I 2L80 -.36 -^7 Paris Sr. 125.40 4.02 Züricher Devisenmarkt. 3.6. 6.6w Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. = 203.40 203J0 Deutschland 100 Mk. — L98 1^7 Wien 100 Är. = 0.04 (LG4 Prag 100 Är. = 10^C 10.10 Paris 100 Fr. = 47.876 47.70 London 1 £ — 21.36 23.46 Italien 100 2. = 27J7» 27.20 Brüssel 100 Fr. = 44.75 4*06 Budapest 100 Är. — 0.625 0^25 Reuyork 100 $ — S2L50 52» - Agram 100 Är. = Ufc LS26 Warschau ..... 100 Är. - 0,13 0.12 Vücherttsch. — Rheinsberg. Ein märkischer Roman andern versiingerrden Rokoko. Von Annemarie von RathusiuS. Gebunden Mk. 65.- (Stuttgart. Deut- sche VerlagS-Anstalt). — Prinz Heinrich, Bruder FttedttchS deS Groben, ihm ebenbürtig als Schlachtenführer unb Diplomat, ist eine der intercstanlesten Männererscheinungen der preuhischen Königssamllie Stets in Fronde gegen den königlichen Bruder, well et seine Verdienste als Feldherr nicht genügend gewürdigt glaubte, zog er sich verhäftniSmäbig jung auf sein märkische- Sch lob Rheinsberg zurück. Treulich an Tradition und Geschmack seiner Jugend f cstha ltend, schuf er hier einen letzten Schlupfwinkel hösisch« Etikette im halb spielerischen, halb feierlichen Rhythmus deS Rokoko der den Hintergrund für die spannende Handlung des vorliegenden Werke- obgibt. ES ist ein feine- Buch, bestimmt für reife Menschen und wird von denen, die sich gerne im Geiste in längst vergangenen Zeiten zurückversetzen, immer wieder mit Freude zur Hand genommen werden. — „Ser Reue Merkur" (Verlag der Reue Merkur, München). Das Maiheft hat folgenden Inhalt: Hpectotor: England und Frankreich. Ferdinand Lion: Deutschland, Fraillreich. Schickely: V. Bulgakow: Äorolenkos Besuch bei Tolstoi: Aletej Remisow: Jugend, Erzählung: Alfred Polgar. Prater-Botanik: H. v. Wedder- kop: BühneueffpressionniSmus: Eduard Rosen- baum: Albert Ball in: Dr. lisch: Zwischenspiel. — Menschen — Ereignisse — Stimmen: Lev Matthias: Antwort an Blücher: Benno Reifenberg: Barbaren und Klassller: HanS Poeschel: Eine A.beiterbiographie. — Bücheranzeiger. — Elisabeth, Gräfin von Mont- gelas: .Tier-Geschichten". Verlag E. Haberland, Leipzig. — Auch in diesem neuen Werke zeigt die Versasierin wieder ein warme- Herz unb eine feine Beobachtungsgabe für ihre vierfübigen Lieblinge. Jeder Tierfreund wirb an cs feind geschriebenen Skizzen seine Freude haben. Bei manchen Lesern wirb daS Buch vielleicht erst reaereS Interesse für die Tierwelt wecken und überhaupt den Tierschutz fördern, wie es ja auch in der Absicht der Verfasserin liegt. — Richtlinien für den Abschluß vv» Lieferungsverträgen. Llnter Decüasich- tigung der neuesten Rechtsprechung des Reichsgerichtes, hergestettt von Dr. jur. öieberg. Industrieverlag Spaeth u. Si lbe, Bersin E 2. (In einem Teil der Auflage wieberholt.) Die nächste Sitzung deS VölkerbunbsrateS. Warschau, 3. Juni (WB) In der am 15. September in Genf ftattfinbenPai Sftung deS Völkerbunds rates wird u_ a. bir Frag« der deutschen Minderheiten in Polen besprochen. PoincareS Besuch in London. London, 2. Juni. (DD.) Reuter erfährt auS zuständiger Quelle, bab Poincarö am 19. Juni bei seinem bevorstehmden invff zrellen Besuch in England mit Lloyd George in der Downing Street frühstücken wird. Eecll über den Fehler deS Dersailler BerttageS. London, 3. Juni. (WTD.) Lord Robert E e c i l erllärte in Sheffield über die Frage deS Wiederaufbaues Europas, der Fehler des Versailler Vertrages bestehe darin, bab Reparationen von Deutschland gefordert würden, welche seine Zahlungsfähigkeit überstiegen. Der Versailler Vettrag sei auf Gewalt gegründet statt aus Versöhnung. Cecll trat für eine Regelung der europäischen Frage auf Grund der Brüderlichkeit und des Zusammenwirkens ein. Tine Äonferenz der Internationalen in Genf. London, 3. Juni. (WTB.) Die 2. I n t e t* nationale hat für den 17. Juni eine internationale Äon ferenz nach Gens ein« berufen, um zu erörtern: 1. Die innere und internationale Lage: 2. die industrielle und wirtschaftliche Lage unter besonderer Berücksichtigung der Reparationen und der Liquidation der internationalen ÄriegLschulden: 3. die Zukunft der Intev» nationale angesichts des Aufhörens des Reunev- Ausschusses. Gin neues DereinSrecht in Oesterreich. Wien, 3. Juni. (WB.) Die Regierung hat im Ration al rat einen Gesetzentwurf ein- gebracht, wodurch daS DereinSrecht auf eine vollkommen neue, der Demokratie entsprechende Grundlage gestellt wird. Der Entwurf läbl sämtliche Vorschriften, die die Ueberprüfang des Der- einsrechts der polizeilichen Ueberwachung unterstellen, fallen ebenso die bisherigen Unterschiede zwischen polittschen und nichtpolckischen Dereinen. Die bisherigen Bestimmungen des Strafgesetz?s über Geheimgesellschaften werden au her Wirksamkeit gesetzt Sin Gesetz über die Arbeitszeit der Angestellten. Berlin, 3. Juni. Dem Reichswirtscha'tsrat wird, den Blättern zufo^e, in diesen Tagen den, Entwurf eines G^etzes über die Arbeitszeit der Angestellten zugehen. Der Entwurf hält am Acht- fhinbentag fest, sieht aber zugleich gewisse Ausnahmen vor. In dem Entwurf wird genau bestimmt, in welchen Fällen und unter welchrn Voraussetzungen Ausnahmen zügele ft en w irden dürfen. Dadurch ist die Befugnis der Behörorn, Ausnahmen zuzBlasien, wesentlich ev^geschränkt. Tödlicher Fliegerabsturz. Lausanne, 3. 3mvt (WB) Der Chefpilot der Fliegerschule „21erD" In Lausanne, C.nll Iohner ist auf dem Lausanner Flugplatz mit einem Passagier abgestürzt. Der ^Passagier war sofort tot Ivhner selbst wurde so schwer verletzt, bab er kurz nach seiner Einlieferung mS Äranten- hcuis verstarb. Verantworllich für den polltischen Seil: 3.03.: Karl Walther. CALMON -REIFEN QUALITÄT-KEINE REKLAME1 Neuen Friedhofes aus. 5462 F. G. F G. F. F in Kenntnis zu setzen. 5477v und Regler 554A C. Wenzel. Fr. Wenzel. Behördliche Anzeigen Hebezeuge. Eisengießerei. Zahnräder. Ctitt Zeitschriften 1000 ver sofort Ö57Ö0 - | Wohnungstausch J 5450 flcfudjt. 54618 5466V gesucht 5441 54670 5464D 54680 •'s. 500 300 200 B. C. Peter Wagner & Co.. Frankfurt, Blüchrrstr. 11. Filiale Gießen und bei den Bankhäusern Ephraim Meyer & Sohn, Hannover, Dresdener Bank, Filiale Kassel erfolgen kann, und daß die Verzinsung mit Ende Septbr. 1922 aufhört. 33, 38, 62 39, 43 . . 55, 91, 129 21 . . . 34 . . . Fr. Zeiss Griedel. 18, 34, 108, 124, 271, 281 3, 35, 151, 214, 296, 342, 362, 428, 436 ... . 5, in?, 141..... 60, 77, 90 ..... b) vom 1892er Anlehen: -urteilt worden ist. Hungen, den 3. Juni 1922. Finanzamt. Lil F. Nr. » O. „ „ H. „ ", K.’ " Bekanntmachung. Auf Grund des § 363 der Neichsabgabenord- nung wird hiermit auf Kosten des Beschuldigten zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß durch rechtskräftigen Strafbescheid des unterzeichneten Finanzamts vom 20. Februar 1922 der Handelsmann Joseph Oppenheimer in Lich wegen versuchter Um- -fahsteuerhinterziehung gemäß §§ 359, 360 A. O. und 43 U. St. G. v. 24. 12. 1919 zu einer Geldstrafe.» von 11510 Mk. und den Kosten des Verfahrens ver- Tüchtige Frau ob. Mädchen zur Aushilfe ob. für dauernd ges. Frau Dr. Weerih, 05779 Gvethestraße 33. Die B erdignng findet Mittwoch, den 7. Juni, nachmittags 3 Uhr, aus dem Neuen Friedhof statt. Zusammenkunft 2®/« Uhr am Portale deS Friedhofs. Uniform: Tuchrock, Helm. DaS Kommando: Gießen, den 2. Juni 1922. Hessisches Kulturbauamt. H Steinbach, Reg.-Daurat. Wir erfüllen hierdurch die traurige Pflicht, die Kameraden von dem Ableben unseres lieben und pflichteifrigen Kameraden Wilhelm Reuter Lützellinden, den 1. Juni 1922. Der Gemeindevorsteher. Aorsch. Abfuhrtag: Montag, den 26. Juni. Treis a. d. Lda.» den 3. Juni 1922. Oberförftrrei Treis. Schneider. und Zeugnissen. Schotten, den 30. Mai 1922. Hessisches Kreisamt Schotten. Boeckmann. Nach langem schwerem Leiden erlöste heute ein sanfter Tod unsren lieben Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Pate Wilhelm Reuter im 19. Lebensjahre. 3m Namenjder trauernden Hinterbliebenen: Kar! Reuter. Gießen (Kaplaneigasse 9), den 4. Juni 1922. Beerdigung am Mittwoch, den 7. Juni nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des berühmterKafifeeküdien vereinigt Fiotter Mascüeiistoito und MtzW für sofort gesucht. Schriftl. Bewerbungen unter 5355 n. d. Gieß. Anz. Bekanntmachung. Bei der am 29. Mai 1922 vorgenommenen planmäßigen Verlosung wurden auf 1. Oktober 1922 folgende Schuldverschreibungen der Stadt Gießen zur Rückzahlung bestimmt: a) vom 1890er Anlehen: Lit. A.9tr.39, 47, 67, 119 . . . . über 2000 Mk. D. E. Es wird dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Einlösung dieser Schuldverschreibungen und zwar: vom 1890er Anlehen: bei der Stadtkafse Gießen und bei der Dresdener Bank, Frankfurt a. M., !Dom 1892er Anlehen: bei der Stadtkasse Gießen, bei derMttteldeutsche'n Kreditbank, Bekanntmachung. Die Holzversteigerung vom 2. ds. Mts. ist genehmigt. Empfang der Abfuhrscheine bei den zuständigen Kassestellen, Holzüberweisung und erster Heilbronn-Gießen. Schöne 3 - Zimmer- Wohnnng in Heilbronn am Neckar wird gegen eine cbeniolrbc Wohnung in Gießen baldmöglichst zu tauschen gesucht. Gefl. Angebote an S. Bock & Co., Zigarren- sabriken, Kaiserallee 23.;,,» Bekanntmachung. Aus der Sandgrube der Gemeinde Lützellinden Lei Klein-Linden kann Sand, zu Maurer- und Tüncherzwecken geeignet, bezogen werden. Preis je Kbm. 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Nr. 93, 95, 107, 150, 151, 163 187, 229, 240 und 264 über je 1000 Mk; Lit. C Nr. 73, 77, 108, 109, 205, 212, 231, 240, 302, 341 und 344 über je 500 Mk.; Lit. D. Nr. 84 und 98 über je 300 Mk.; Lit. E. Nr. 110 über 200 Mk; Lit. F. Nr. 11 und 144 über je 2000 Mk.; Lit. G. 9k.-7 und 17 über je 1000 Mk.; Lit. H. Nr. 57 und 63 über je 500 Mk.; Lit. K. Nr. 6 über 200 Mk. Gießen, den 30. Mai 1922. 5476B Der Oberbürgermeister: Keller. Arbeitsvergebung. Für die Feldbereinigung Lumda sollen am Montag, dem 12. Juni, vormittags 10 Ahr, auf der Bürgermeisterei zu Lumda Los 1—3: Erdarbeiten zur Regulierung der Lumda, veranschlagt zu 55047 Mk. in einzelnen Losen vergeben werden Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hess. Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin einzureichen sind. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Wohnungstausch. Geboten: 5-Zini.-Wohn., gesucht: 4-Zimmer-Wohn. Schriftl. 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