irr. 82 Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags, mit derSamstagsbeijage: DietzenerFamilienblätter MomUliche vezugrpreife: Mk. 16.- und Mk. 1.50 Trägerlohn,durch di^Post Mk. 17.50, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech- Anschlüsse: fürdieSchrift« Teilung 112; für Verlag und Geschäflsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. poftscherttonto: Frankfurt a. M. 11686. Erster Blatt Donnerstag. U2. japrgang General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- und 5teindruckerei R. Lange. $d)riftkltung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7. h. April 1922 Annagux uon Anzeigen für die lagesnummcr bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 120 Pf.auswärts 150 Pf.; für Rekl-ame- Anzeigen von 70 mm Breite 450 Pf. Bei Platz» Vorschrift20" „Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen (Ein neues Verfahren der Reparationskommission. Versuch, eine bcuttdje Anleihe aufznbringcn. Paris, 5. April. (WTB.) 3m Anschluß an bad am 29. März veröffentlichte Corn - m u n i q u e teilt die Reparationstorn- Mission einen am 4. April gefaßten Beschluß mit, welcher besagt, es werde ein Sachverständigenausschuß den Auftrag erhalten, eine Prüfung der Bedingungen vor^unehrnen und darüber Bericht' zu erstatten, zu denen die deutsche Regierung nach dem Stande ihrer Berpslich- tungen, wie sie durch den Versailler Vertrag und insbesondere durch das Zahlungsstatut vom 5. Mai 1921 bestimmt seien, im Aus lande Anleihen ausnehmen könnte, deren Ertrag für den teilweisen Rückkauf des Kapitals der Rcparationsschuld verwendet würde. Der Ausschuß werde vor allem folgende Punkte zu bearbeiten haben: 1. die Fragen, unter welchen Bedingungen die Anleihen ausgenommen werden könnten und welchen Betrag man vernünf- tigcimcifc im Lause der beiden nächsten Jahre aufzubringen hoffen könne, 2. welche Garantien den etwaigen Geldleihern geboten werden könnten, ohne das künftige Reparationsinteresse ungebührlich zu schädigen, 3. den Kontroll- und De.waltnngemo' us für die Einnahmen und anderen Aktiven, die für den inländischen Dienst zu verwenden sind, sowie die zwischen der deutschen Regierung, den Vertretern der Geldleiher und der Reparationskommission herzustellenden Bestimmungen. Der Sachverständigenausschaß. so fährt das Evmmuniiue fort, werde Gulach en von Reu- horker. Londoner, Pariser, römischen, Brüsseler, Amsterdamer, Berner, Berliner usw. Persönlichkeiten einholen, die in der Emission von Staatsanleihen praktisch; Erfahrung hätten. Die'er Gutachten werde sich der Ausschuß bei der Ausstellung eines praktischen Entwurfes bedienen, zu dem die Zustimmung der deutschen Regierung und der Reparationskommission eingeholt werden solle. Der Sachverständigenausschuß wird sich wie folgt zusammSnsetzen: Vorsitzender der belgische Delegierte in der Repara- rionslvmmission Delacroix, stellvertretender Vorsitzender der zweite italienische Delegierte bei der Reparationskommission d'Ameglio, einem von der deutschen Re -i.wung ernannten Vertreter, je einem finanzsachverständigen Mitglied aus England, Frankreich, den Vereinigten Staaten und aus einem Lande, das nicht am Kriege teilgenommen hat. Der neutrale Vertreter wird nach dem Com- munique von der Reparationskommission auf gemeinsamen Vorschlag des Vorsitzenden des Sach- Verständigenausschusses Delacroix und des deutschen Vertreters ernannt. Sachvcrständigen-Bcratung für Genna. Berlin, 5. April. (MTB.) 3m auswärtigen Amt sand unter dem Vorsitz des Staatssekretär S i m s o n heute nachmittag eine Besprechung mit den von der Regierung berufenen Sachverständige über die mit der Konferenz von Genua zusammenhängenden Fragen statt. Der Besprechung war vormittags die Beratung von drei ilntci fommifftonen vvrhergegan- gen, die sich mit volkswirtschaftlichen und finanziellen sowie verkehrstechnischen Fragen befaßten. Lieber diese Beratungen wurde Bericht erstattet und dann in einer allgemeinen Aussprache die wichtigsten zu befolgenden Grundsätze erörtert. ch Die deutsche Delegation. Berlin, 5; April. Mie die Blätter mitteilen, werden als deutsche Sachverständige folgende Persönlichkeiten an den Verhandlungen in Genua teilnehmcn: Baltrnfch, Mi'glicd des Reichs- wirtschastsrats (Christi. l^ewerk chaften), Bergmann, Staatssekretär a. D. (Deutsche Dank), Bernhard, Mitglied des Reichswirtschaftsrats (Chefredakteur), Geheimrat Bücher (Reichsverband der 3ndustrre), Geheimrat Cuno (Generaldirektor der Hamburg-Amerika-Linie), Geheimrat Duisberg (Chemische Fabriken Bayer-Lever- fufen), Reichstagsabg. Erkelenz (Hirsch- Dunckersche Gewerkschaft). Bank er Hagen (Vo«-° sitzender der Kölner Handelskammer), Rcichs- nnd ^andtagsabgeordneter Hu 6 (Freie Gewerkschaften), Direktor Äraeiner (Mitglied des Reichswirtschaftsrats), Geheimrat freutet (Mitglied des Reichswirtschaftsrats), Direktor Lübben (Kohlensyirdikat), Bankier Melchior (Bankhaus Harburg-Hamburg), Franz v. Mendelsohn (Mitglied des Reichswirtschaftsrats). Von einigen Blättern wird auch noch der unabhängige Reichstagsabgeordnete H i l f e r d i n g als Sachverständiger genannt Lloyd George und Poincarv. London. v5. April. (WTB.) Lloyd George wird bei seiner Durchreise durch Paris am Freitagnachmittag eine Besprechung mit P o i n c a r 6 haben. Er reist im Laufe des Abends nach Genua weiter. L o n d o n, 5. April. (Wolff.) Der politische Berichterstatter der „Borkshire Evening News" erfährt, daß LlvhdGeorgein Genua vollständige Borschläge für die sofortige Errichtung einer internationalen Korporation zur wirtschaftlichen Wiederherstellung Europas vorlegen werde. Lord 3 n v e r f o r t h, der der Schöpfer dieser Pläne sei. und andere hervorragende Geschäftsleute würden an der Konferenz teilnehmen Englands Forderungen an seine Verbündeten. London, 5. April. (MD.) Mie Reuter erfährt, hat die englische Regierung an btc Alliierten eine Rote gerichtet, in der fie erklärt. sie behalte sich mit Rücksicht auf die Tatsache. daß England jetztZinsenfürseine Schuld an die Vereinigten Staaten bezahlen müsse, das Recht vor, ihrerseits die Alliierten auszufordern, für die von ihnen bei England gemachten Kriegsschulden Zinsen zu bezahlen. Paris, 5. April. (Molff.) Das „Echo de Paris" teilt mit, die französische und die britische Regierung hatten im April 1916 ein Finanzabkommen getroffen, nach dem Frankreich auf die Dauer von drei Jahren von jeder Zins- und Kapitalzahlung befreit werde für alle Anleihen, die ihm vom britischen Schatzamt während des Krieges bewilligt würden. Dieses Abkommen sei inzwischen einmal erneuert worden. Lord Curzon habe vor kurzem dem französischen Botschafter mitgeteilt, die englische Regierung gedenke es nun n.i ch t m e h r zu erneuern, da England selbst verpflichtet sei, Zinsen für Anleihen zu zahlen. Das „Echo de Paris" schließt daraus, daß nunmehr die Frage der Alliierten-Schulden auch von England aufgerollt werde. Das Echo der Lloyd (tzcorge'fchen Ncde iit Amerika. London, 5. April. (WTB) Einer Meldung der „Moming Post" auö Washing - t o n zufolge sagt Die „Reuyork World" zu der gestrigen Rede Lloyd Georges, sie werde in Amerika nicht viel Vertrauen erwecken. Lloyd George würde nichts geringeres als ein Wunder vollbringen, wenn er in Genua die Stabilisierung der Währungen zustande brachte, ohne die Frage der Reparationen und der internationalen Schul- den zu erwähnen. Die Wechselkurse seien in der Hauptsache von den Budgets abhängig, und die Budgets konnten nicht in Ordnung gebracht werden, ohne daß man die anderen Rationen geschuldeten Summen in Betracht ziehe. Bevor Deutschland nicht wisse, was es Frankreich zahlen müsse, und Frankreich nicht wisse, waS es von Deutschland erhalten werde und was es an Großbritannien und die Vereinigten Staaten zahlen müsse, formten die Finanzminister Frankreichs und Deutschlands die Einkünfte und die Ausgaben nicht ausgleichen. Die „Reuhork World" ist daher der Ansicht, daß Lloyd George in Genua sein Wunder nicht vollbringen werde und daß er bester getan hätte, offener zu sein und nicht wieder unmögliche Dinge zu versprechen. Er hätte sagen müssen, was er in Genua wirklich vollbringen und was er infolge der Haltung Frankreichs und der Vereinigten Staaten nicht zustandebringen könne. London, 5. April. (Wolff.) Die „Westminster Gazette" meldet aus Washington über den Eindruck der Unterhausrede Lloyd Georges i.i den Vereinigten Staaten, Die amr- ritanifd;e öffentliche Meinung stimme barm überein, daß Europa nicht wieder auf die Beine gestellt werden könne, wenn die Friedensverträge nicht ab geändert würden. Eintreffen der russischen Delegation in Kufstein. Blättermeldungen aus Kufstein zufolge bat die russische Delegation für die Genueser Konferenz die deutsch-österreichische Grenze gestern nachmittag passiert und ist in Kufstein einge- troffen. Sie wurde dort von den Vertretern der vereinigten Sowjetrepubliken und von einem Vertreter der österreichischen Regierung empfangen, der die Delegation bis zur italienischen Grenze am Brenner begleiten wird. Die Entschädigungen für den Untergang der „Lusitania". Paris, 5. April. (Wolff.) Rach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Washington hat gestern Präsident H a r d i n g den Senat davon in Kenntnis gesetzt, daß er über die Regelung der Ansprüche amerikanischer Bürger aus dem Untergang der „Lusitania" direkt mit Deutschland verhandle. Die interalliierten Ucberwachuugsausfchüfse. London, 5. April. (WB.) Der Londoner Berichterstatter des Wolffschen Bureaus erfährt, daß der auf der Dotschafkerkonferenz in Paris vertretene Standpunkt m der Frage der interalliierten Uebrrwachungs- a u s s ch ü f f e für das Landheer, die Vermacht und die Lustschistahrt Deutschlands unverändert der fei, daß auch nach dem Monat Mai alle interalliierten Ueberwachungsausschüste für das deutsche Landheer und die deutsche Luftschifffahrt beibehalten werden müßten. Die britische Ansicht sei, daß dadurch die deutsche Regierung, wenn von irgend einer Seite der Vorwurf erhoben werden sollte, daß Deutschland im Geheimen rüste, stets in der Lage sein würde, sich zur Widerlegung solcher Behauptungen aif diese Ueberwachungsausschüsse zu berufen. Für die Überwachung der deutschen Seemacht nach Dem Monat Riai d. Is. sei nach Ansicht der britischen Regierung durch Artikel 213 des Frtedens- vcrtrages genügend Vorsorge getragen. Die neue Abstimmung im englischen Unterhaus. London, 6. April. (WTB.) Das Unterhaus hat den Antrag der unversöhnlichen Unionisten, in dem die politischen Grundsätze der Koalitionsregierung verurteilt werden, nach lebhafter Debatte mit 288 gegen 95 Stimmen abgelehnt. Die Mitglieder der Arbeiterpartei sowie einige unabhängige Liberale stimmten für den Antrag. Die zunehmende Teuerung. Berlin, 5. April. (WTB.) Rach einer kurzen Verlangsamung der Teuerungsent- w i ck l u n g gegen Ende Februar nahm die Teuerung im Marz weiter stark zu. Die vom Statistischen Reichsamt auf Grund der Erhebungen über Aufwendungen für Ernährung, Wohnung, Heizung un? Beleuchtung einer fünfköpfigen Familie fiele 'nete Reichende Ziffer für c e i.ha tu g losten stieg durchschnittlich im März auf 2j02. Gegenüber Februar fliegen die Lebenshaltungskosten damit um 15.7 Prozent, gegenüber Januar um 40.4, gegenüber März 1921 um 155.5 Prozent. Ungefähr gleich stark wie die Gesamtausgaben stiegen im De.nchtszeitraum die Ernäh- rungskosten, deren 3ndexzifier für den Du ch- schnitt Marz 3152 betragt. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies eine Steigerung von 15.6, gegenüber März 1921 eine Erhöhung von mehr alsl65ProzentdesdamaligenS a n - des. An der Steigerung habe i fast ausnaymslos alle Lebensmittel leit Rur einige Gemüsesorten, Schellfische, Eier konnten in emr Reihe von Gemeinden etwas im Preise verbilligt werden, während Fle sch und Fette allentha'.b.n g nz beso nders im Preise anzog^ Für Brot kommt erstmalig die starke, Mitte Februar eingetretene Preissteigerung in der 3ndexziffer voll zum Ausdruck. Weit mehr als die Ernährungs-Gesamtkosten nahmen die Ausgaben für Heizung und Beleuchtung im Durchschnitt März gegenüber dem Vormonat zu. Die im März eingetre ene Steigerung der Lebenshaltungskosten war im Gegensatz zu den Vormonaten in den Großstädten nicht ganz so bedeutend wie in mittleren und Kleinstädten. Eine Rede des Grasen Lerchenfeld. München, 5. April. (Wolff.) 3m b a y - rischen Landtag leitete der Ministerpräsident Graf Lerchenfeld die Generaldebatte zum Etat des Außenministers mit einer Rede ein, in der er zuerst die Vorwürfe zurüclwies, die gegen die bayerische Justiz erhoben werden. Was der Antrag der Regierung auf Errichtung einer Gesandtschaft in Stuttgart betrifft, so empfehle sich die Errichtung einer eigenen bayrischen Gesandtschaft gerade in Württemberg, mit dem Bayern durch so viele Beziehungen verbunden sei. Der wirtschaftlichen Spannung habe die Regierung eingehende Aufmerksamkeit gewidmet. Man könne weniger von einer Teuerung reden als vielmehr von einer steigenden Entwertung unserer gesetzlichen Zahlungsmittel. Die Wiederkehr zur Zwangswirtschaft sei als ausgeschlossen zu erachten. Der Gedanke, durch unmittelbare Verbindung von Verbrauchern und Erzeugern eine Besserung herbeizusühren, verdiene entschiedene Beachtung. Besondere Sorge werde die Bewältigung des Fremdenzustroms für die bayrische Regierung sein. Durch das Koalitionsprogramm fei eine Erweiterung nach der linken Seite ausgeschlossen. Wir haben die Pflicht, an der Zusammengehörigkeit Bayerns mit dem Reiche festzuhalten. Die Sprache, die bestimmte Preßorgane über die leitenden Männer in der Reichsregierung führen, geht entschieden über das Maß sachlicher Kritik hinaus. Auf der anderen Seite müsse er aber häufig die in den Blättern der Linken vorgebrach» ten Verleumdungen gegen die bayrischen Verhältnisse, Märchen von Derbrecherschlupswinkeln unter den Augen der Behörden, zurückweisen. Bedauerlich sei die Aushebung der Verordnung des Reichspräsidenten, die eine wirksame Handhabe zur Beseitigung solcher Mebelftänbe bot Die bayrische Regierung vertrat bisher mit der geboteifrn Festigkeit den Standpunkt und werde auch zukünftig Hüterin der bayerischen Rechte und der bayrischen Staatlichkeit sein. Die bayerische Regierung wird die Hoheitsrechte des bayerischen Staates entschieden wahren, wird aber auch dem Reiche geben, was des Reiches ist und wird allen Bestrebungen energisch entgegentreten, welche Zwietracht in die deutschen Lande tragen wollen. Die Regierung hat die Pflicht, alle Staatsbürger zu schützen,auch unsere jüdischen Staatsbürger, wobei der Redner auf dem Standpunkt steht, daß die Einwanderung ostjüoischer Elemente auf jeden Fall zu verhüten ist. Die Landespolizci, die sür die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung ein brauchbares und zuverlässiges 3nflrument ist und bleiben muß, dürfen wir uns nicht aus der Hand schlagen lassen: deshalb gilt es im Bewußtsein des Rechtes, die gutgläubige Erfüllung der übernommenen Pflichten einig und stark zu fein. Gleichzeitig aber ist denn Ausland gegenüber mit Ruhe und Sicherheit auszutreten. Hieraus ergibt sich aber auch die Rotwendigkeit, auf dem Wege von Verhandlungen fortzuschreiten. Die Rede war wiederholt von Zustimmung und Beifall begleitet. Das Hilfswerk der deutschen Landwirtschaft. Berlin, 5. April. (MTB.) Heule nachmittag sand beim Reichspräsidenten eine Besprechung von Vertretern der Landwirtschaft mit Mitgliedern der Reichsregierung über die Fragen der Förde ung und «Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion statt. Seitens de: Reichsregierung nahmen an der unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten abgehaltenen Sitzung teil: der Reichskanzler, der Reichseinnäh- rungsminister Prosesivr Fehr, Reichsfinanzmini- st er Hermes, Staatssekretär Dr. Hirsch, vom Reichsausschuh der tratschen Landwirtschaft Edler von Braun, Dr. Roesicke Freiherr von Ker- kcrink, von Klihing. von der ReichSarbeitsgemein- schast landwirtschaftlicher Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Vereinigungen Schurig, Ridich, Deh- iens und Schmidt. Es wurden die Grundlagen für die Durchführung des vom ReichsauSschuß der dcutschrn Landwirtschaft angeregten Hilfs- werks der deutschen Landwirtschaft in einer eingehenden Aussprache erörtert. Die i,u diesem Zü^eäe im einzelnen zutreffenden gesetzlichen und Vcrwa'tungsmahnahmen werden auf Grund ^r heutigen Besprechung von den zuständigen Ressorts im Benehmen mit den Vertretungen der deu scheu Landv i t cha s t usw. alsbald vorbereitet und beraten werden. Vorläufiger Neichswirtschastsrat. Berlin, 5. April. 36. Sitzung vom 5. April Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärte Geh. Bergrat H i l g e r von der Vereinigten KönigS- und Laurahütte mit Bezug auf die Presseangrifse. daß er und seine Verwaltung weder aus dem obcrschlesischen Berg- und Hüttenmännischen Verein ausgeschlossen oder ausgetreten, feien, noch daß er jemals mit der polnischen Regierung wirtschaftspolitische Verhandtun e i angeöabir ha. e. Ein Antrag des sozialpolitischen Ausschusses auf Herabsetzung der im Handelsgesetzbuch vorgesehenen Gehaltsgrenze, bis zu welcher eine Mindest enskündigungssrist von vier Wochen beiderseits innezuhalten ist, auf 100 000 Mark und der Gehaltsgrenze für die Konkurrenzklausel auf 50 000 Mark, wird nach kurzer Aussprache angenommen, ebenso ein Gesetzentwurf über die Aenderung der Wahl zur Reichsversicherungsordnung dergestalt, daß die die Wählbarkeit von Frauen einschränkenden Bestimmungen zur Versiche-ungsordnung für alle richterlichen Organe endgültig beseitigt werden. Zum Gesetzentwurf über die Aenderung des Landes st euergesetzes schlägt der finanzpolitische Ausschuß eine Reihe von Ackerungen vor, wonach u. a. die Grunderwer bssteuer den Ländern ganz überlassen werden soll und die Länder verpflichtet werden, die Gemeinden an dem Ertrag zum mindesten der Hälfte zu beteiligen. Außerdem wird eine Nachprüfung der Beteiligung der Länder an den Reichssteuern mit rückwirkender Kraft gefordert. Die Vorlage wird, dem Ausschuhantrage entsprechend, angenommen. Dem Gesetzentwurf über die Verlängerung der Geltungsdauer des Kapitalflucht- g e s e tz e s wird mit der Maßgabe zugestimmt, daß der Betrag, der über die Grenze mitgenommen werden darf, auf 20 000 entart erhöht toi*- Donnerstag 10 Uhr Weiterberatung. Das deutsche Eigentum im polnischen Oberschlcsien. Genf, 5. April. (WTB.) Das Völker- bundssekretariat erläßt folgende amtliche Mitteilung: Der Präsident der deutsch-polnischen Konferenz, Calonder, lud die beiden Bevollmächtigten zu einer Besprechung ein, um in der strittigen Frage der Liquidation des deutschen Besitzes in dem polnischen Oberschlesien einen letzten V e r f ö h n u n g s v e r su ch vorzunehmen. Die Besprechung soll am 8. April um 11 Uhr vormittags stattfinden. Falls der letzte Versuch fruchtlos verläuft, wird Calonder die beiden Bevollmächtigten zu einer öffentlichen Sitzung im Völkerbundsrat auf den 12. April 11 Uhr vormittags einberufen. 3n dieser Sitzung wird der Schiedsspruch bekanntgegeben. Damit können die Verhandlungen als abgeschlossen gelten, und es würden dann nur noch die redaktionellen Arbeiten zu beenden fein, an denen ein damit besonders betrauter Ausschuß eifrig arbeitet. Aus dem Reiche. Die Not der Kleinrentner. Berlin, 5. April. (Privat-Telegr.) Die Deutsche Vvlkspartei stellte im preußischen Landtag den Antrag, zur Unterstützung von Sozial- und Kleinrentnern, insbesondre zur Entlastung der Gemeinden, die außerstande seien, die gesetzlichen Hilfsmaßnahmen in Angriff zu nehmen, 3'0 Millionen Mark oder wenn möglich einen höheren Betrag bneitzustellen. Alls der Reichsgewerkschaft deutscher Eisen- bahnbeamtsn. 'Berlin, 5. April. (WB.) Wie die Re i ch3- gewerkschaf t deutscher Eifenbahn- beamter und Anwärter mitteilt, ergab Die heute vorgenommene Reuwahl des Vorstandes die Wiederwahl von Menne, Scharf- schwer dt und anderen an der Streikbewegung hervorragend beteiligten Führern, während di^ jenigen Mitglieder, die Gegner des letzten Streiks der R eichsgewerkf chaf r touren, nicht totebergctoahlt au den. De clin, 6. Ap.i'.. Nach den Neuwahlen zum DorstaTid dec Reichte wer tschüst beutchec ©tfen$a:?nbeamten and QL.UDitiec yi-rlt auf der Hauptversammlung Der Reich^geverckchaft der gewählte erste Vocsi^e ide Menne eine Rebe, in der er der Regierung und dem Deutschen Be° QMtenbund s ch ä r f ft e n Kampf a n f a g t e. Er erklärte, folonge er das Steuer der Reichsgewerb- schäft in Händen habe, werbe nicht ein einziger Gemaßregelter auf der Strecke blei- den. Die Rerch^gewerkscha, t toecce durch Kampf Las erreiche.:, uai^ i;r au| dem Verhandlungswege verweigert werden soll. Ec werde dafür sorgen, Latz auJ> der Deutsche Dearntenbund s.ine bisherige Neutralität auf geben und sich auf den Kampf einftdlen werde. Tue dec Beamtenbund Las nicht, dann solle er zum Teufel gehen. Die Tagung der Hauptversammlung wurde nach der Rede Mennes geschlossen. Die Wiederwahl Men° rteä wird einer Korcefpondenz zufolge zu einer Spaltung in der Eisenbahnbeamten- schaft führen. Eine Anzahl von Gewerkschaften hat bereits erklärt, daß sie unter der Leitung Mennes der Reichsgeweclschcrft nicht mehr angehören würden. Die sozialistische Konferenz in Berlin. Dem „Vorwärts" zufolge tagte heute morgen die Exekutive der 2. Internationale für sich allein. Die allgemeine sozialistische Konferenz wurde nachmittags um' 3 Mhr fortgesetzt. Wie Las Blatt meldet, geht die Konferenz jedenfalls noch heute zu Ende. Die neuen Feiertage in Sachsen. Dresden, 5. April. (Wolff.) Der Landtag hat nach erregter Aussprache einen von der Regierung vorgelegten Gesetzentwurf über die Anerkennung neuer Feiertage in dritter Lesung mit 49 Stimmen der drei Linksparteien gegen 45 bürgerliche Stimmen angenommen. Iwei bürgerliche Abgeordnete haben bei der Abstimmung gefehlt. Danach gelten von jetzt ab der I. Mai und der 9. November in Sachsen als gesetzliche Feiertage. Aris dem besetzten Gedier. Der Abzug der amerikanischen Truppen. Paris, 6. Aprils (WTD.) Rach einer Meldung aus Mainz kündigt die amerikanische Heeresleitung an, daß in den Monaten Mai und Juni je vier Truppentransporte mit sämtlichen amerikanischen Truppen den Rhein verlassen würden. Rur wenige Mann würden zurückbleiben, um die vollständige Liquidation durchzuführen. Man studiert bereits die Frage des Verkaufs der Heeres lager. Aus Stadt und Land. G i e tz e n, den 6. April 1922. Adreßbuch der Stadt Gießen 1922. Dom Freitag, dem 7. April bis einschließlich Montag dem 10. April liegt ein Abdruck der ‘ Buchstaben 8 bis Z , des alphabetischen Einwohner- und Firmenverzeichnisses in unserer Geschäftsstelle auf. Wir bitten um Einsichtnahme und Eintragung etwaiger Berichtigungen. Spätere Beanstandungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Adretzbuchverlag, Schulstraße 7 ** Eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen findet am 8. April vormittags 8^/2 Mhr im Sitzungssaals des Degierungsgebäudes zu Gießen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Wilhelm Paulzen und seiner Ehefrau in Koblenz-Lühel gegen das Kreisamt Gießen wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1922. 8V2 Uhr. — 2. Antrag des Kreisamts Friedberg auf Entziehung des Prüfungszeugnisfes der Hebamme Johanna Heil in Ober-Mörlen. 8V0 lUjr. — 3. Klage des früheren Gemeinde- cechners Rau von Ober-Gleen auf anderweite Regelung seines Gehalts jür die Zeit vom 1. April bis 30. November 1920. 9 Uhr. — 4. Klage des Hermann Baum in Geilshausen gegen das Kreis- amt Gießen wegen Versagung der Legitimutions- karte. 91/2 Uhr. — 5. Klagen des Johannes Weck, Johannes Dahmer und Heinrich Dahmer III., sämtlich zu Hopfmannsfeld, gegen die Gemeinde Hopfmannsfeld wegen Iahrholzberechtigung: hier. Berufungen gegen das Mrteck des Kreisausfchusses des Kremes Lauterbach vom 25. Rovember 1921. 10 Uhr. * Zahlung an Eisenbahn-Rühe- gehaltsempfänger. Ersenbahn-Rnhe- gehalts- nii> Wartegeldempfänger, sowie Witwen» geldempfängerimren erhaben auf die demnächstcge Neufestsetzung ihrer gesetzliche Ver,orgungs- gebüh misse einen einmaligen Vorschuß. Die Auszahlungen finden ab Freitag, den X. April d. Hs. bet der Eisenbahn-Stations taste Gießen statt. Rentenempfänger bleiben jedoch vorerst noch unberücksichtigt. * Eheverkündigungen. Da die Verkündigungen der Aufgebote viel Zeit beanspruchen und ein Teil der Gläubigen den Hauptgottesdienst nicht besucht, wird in einer Anzahl Gemeinden in Zukunft das Aufgebot durch Anschlag an den Kirchentüren erfolgen. Die Eheverkündigungen durch Anschlag sollen stattsinden: in Mainz mit Einschluß der eingemeinbeten Orte, Darmstadt, Offenbach mit Bürgel, Worms mit Hochheim, Gießen, Dingen, Alzey, Viernheim, Heppenheim, Bensheim, Bürstadt 21eu-Isenburg, Büdingen. ** Grabschänder. Auch wieder ein Zeichen unserer Zeit und offenbar durch die hohen Metallpreise hervorgerufen ist es, daß sich Diebe nicht einmal scheuen, die Grabdenkmäler der Verstorbenen dadurch zu schänden, daß sie das daran befindliche wertvolle Metall entwenden. So wurde in den letzten Tagen von zwei solchen Denkmälern des hiesigen Neuen Friedhofes die Dronzever- zierung im Werte von mehreren Tausend Mark gestohlen. Von dem einen entwendeten bis jetzt noch unbekannte Täter einen 80 Ztm. langen und 23 Ztm. breiten Dronzestreifen, der eine Verzierung mit blühenden Rosen trägt und einen ebenfalls aus Bronze bestehenden 65 Ztm. langen, 12 Ztm. breiten und 15 Ztm. hohen Blumenkasten und von dem anderen einen ebensolchen Dronzestreisen mit berfeiben Verzierung und Dlumenkasten. mit roher Gewalt abgerissen. Da diese Metallteile zweifellos an Allhändler oder solche Geschäftsleute abgeseht wurden, die sie wieder in ihren Betrieben verwenden, wird hiermit nachdrücklichst vor dem Anlauf gewarnt und ersucht, der Polizei im Falle eines Angebots umgehend Nachricht zukommen zu lassen, damit man der Täter möglichst bald habhaft wird. ** Straßensperrung. Wegen Vornahme von EniwäsferungSarbellen ist die Ver- brndungsstraße zwischen der Rodheimer Straße und der Weserstraße entlang der Main—Weser- Dahn bis auf weiteres für jeden Fuhr- und Rad- fahrverkehr gesperrt. *• Den Kleinkinderbewahranstal- ten konnten von den am 23. und 24. März d. I. auf Veranlassung des Wartburgvereins im Konfirmandensaal der Iohanneskirche veranstalteten Konzert des Mandolinen- und Guitarrenvereins „Neapolita" als Reinerlös 800 Mk. überwiesen werden. ** Der Dezirk Gießen Gabelsber- gerscher Stenographen hielt seinen dies- jäbrigen Frühjahrsberti eleriaq in Wetzlar ab, der aus allen Teilen des Dezircks gut besucht war. Mit der Tagung war ein Wettschreiben verbunden, an dem sich in den Abteilungen 60—220 Silben etwa 200 Personen beteiligten. Industrie und Bürgerschaft der Stadt Wetzlar hatten hierzu zahlreiche Ehren- und Wanderpreise zur Verfügung gestellt. Die Vorstandsmahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Dors. Karl Fischer, Verein Wiescck: 2. Vorst Friedrich Kopp, Ges. Gießen; Schrisls. Karl Kolb, Der. Wicseck: Rechner Ludwig Gravelius, Ges. Gießen. 2m Wettschrei» den wurden folgende Ergebnisse erzielt: 220 Silben: Wilh. Steinbach, Wetzlar, 1. und Ehrenpreis. 180 Silben: Ellh Dingel, Ges. Gießen, Georg Wahl, Ges. Gießen, Ernst Kreger, Bad-Nauheim, 1. und Ehrenpreise. 160 Silben: Lina Wahl, Der. Gießen, Johanna Gilbert, Marie Müller und Anna Köhler, Wetzlar, 1. und Ehrenpreise. 140 Silben. Else Michel, Ges. Gießen, Heinrich Müller, Mlrichstein, Wilh. 2 l g e, Mr. Gießen, und Johanna D e s ch. Wetzlar, 1. und Ehrenpreise. 120 Silben: Emilie Dörner. Heuchelheim, Sophie Reinhäkel, Ges. Gießen. Marie Schmieder, Friedberg, Kurt Jahn, Der. Gießen, und Ernst Reitz, Butzbach, 1. und Ehrenpreise. ICO Silben: Hermann Schirmer, Ct.iLe Treser, Hans H 0 - nig, Gest Gießen, Rich. Schäfer, Gcotzen-Lin- 6en, und Emil Martin, Wetzlar, 1. und Ehrenpreise. Borrrotizcn. — Lageskalender für Donners- t a g. Astoria-Lichtspiele, ab heute bis einschl. Sonntag: „Lady Hamilton". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Die Abenteuer des Dr. Kircheisen" und „Das Ende der Falschmünzer". — D ie „Gustav Dockstiftung" veranstaltet am Montag, dem 10. April, im Stadtth eaier einen musikalischen Dortrag über R ich. Wagners „M etft e r f t n g er“. Sie hat dafür Geheimrat Pro«. Sternfeld aus Berlin gewonnen. Der Redner wird sich nicht nur auf eine Erklärung durch das Wort allein beschränken, sondern feixe Darstellung auch durch den Vortrag der Themata und Leitmotive auf dem Klavier erläutern. Die Veranstaltung dürfte für Musikfreunde (für die Aufführung stehen Freikarten zur Verfügung) von großem 2n= tereffe sein. — Jordans M ei st erbild er- Andacht en finden auch in Klein-Linden, Wieseck. Friedberg und L i ch statt. (Näheres siehe Anzeige.) Landkreis Gießen. tt. Treis a. L, 5. April. 2m Auftrage der Ligazum Schuhe der deutschenKultur hielt gestern abenö Dr. Falckenberg- Gießen einen Lichtbildervortrug über die französische Fremdenlegion. Der Redner schilderte das entsetzliche Leben und die unmenschliche Behandlung der Legionäre unb warnte mit ernsten Worten die zahlreich anwesende Jugend vor dem Eintritt in diese Regimenter, die leider zu Z0 Prozent aus Deutschen bestehen, die meist glauben, dort kriegerische Ehren und gute Versorgung sich erwerben zu können, aber schon wenige Wochen nach ihrem Eintritt sehen, daß sie sich in ihren Erwartungen getäuscht haben. Kreis Alsfeld. I. Eudorf, 5. April. Hier und in der benachbarten Filialgemeinde Elbenrod fand die feierliche Einweihungder neuen Glocken statt. Beide Feiern waren stark besuchst Besonders eindrucksvoll wirkten die vorgetrogenen Lieder. 2m Anschlust an die Einweihung fanden in beiden Gemeinden später noch besondere Fa- milienad ende stall, ber denen gesangliche Darbietungen und lebende Bilder miteinander abwechselten. Kreis Friedberg. :: Pohl-Göns, 5. Aprist Der hiesige Gemeinderat hat den dankenswerten Beschluß gesaßst von einer größeren H vlz v e rst eig e- rung abzusehen und in Anbetracht der Kohlennot das Brennholz zum größten Tml unter die Haushaltungen zu entsprechendem Geldansatze zu verteilen, nachdem bereits jeder Ortsbürger 11/2 Rm. Kiefernholz völlig unentgeltlich erhalten hast Kreis Sürotten. wg. Gedern, 5. April. Gest em abend fand im großen Saale des Bergwirtshauses die Schll'ßfeier des Gustav-Adolf-Frauen- vereins und des Jungfrauen Vereins statt bei vollzähliger Beteiligung der Mitglieder beider Bercine. Gedichte und Klaviervorträge sowie gemeinsame Gesänge umrahmten die von den Mitgliedern des Iungfrauenvereins meisterhaft zur Darstellung gebrachten Aufführungen, die allgemeinen Beifall fanden. Mll Kaffee und Kuchen fand der wohlgelungene Abend seinen Abschluß. — Der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhenclubs stiftete aus Anlaß seines 40. Stiftungsfestes als Iubiläumsgabe für die geplante Kne- gcrgedenktafel in der Kirche den Betrag von K0 Mark. ck. Gonterskirchen. 5. April. 2m dicht besetzten Saale der Gastwirtschaft Graf fand ein Theaterabend des hiesigen Gesangvereins ftatt. Es gelangten zur Aufführung „Der wilde Mathias", „Der Scholle entrissen" und „Leonore". Die Hauptrollen lagen in guten Hänien, und sämtliche Darsteller ernteten reichen Beifall. Zur Begleitung der Gesänge hatte Pfarrer Hoh- graefe sein Harmonium zur Verfügung gestellt. Die hiesige Musikkapelle unter Führung ihres Kapellmeisters Kröll tat ihr Möglichstes, die einzelnen Pausen geschmackvoll auszusüllen Reger Besuch von auswärts zeigte,_ daß die hiesigen Theateraufführungen auch über die Grenzen unseres Ortes bekannt und beliebt sind. □ We tterfeld. 4. April. Gestern abend gegen 5 Mhr brach hier ein Hageb-wetter mit heftigem Sturm und elektrischen Enlladungen los und verbreitete sich über dem oberen Wetteren st Nach ein-'r halben Stunde beruhigte sich die Wut der Elemente wieder. Größerer Schaden wurde nicht angcrichtet. Allen Anzeichen nach scheint uns ein nasser Sommer bevorzu- stehen. Starkenburg und Rheinhessen. rm. D a r m st a d t, 5. April. Die V e r t r e - ter der deutschen Presse, die heute in der Zahl von 25 Journalisten auf ihrer Fahrt nach Südwestdeutschland auch in Darmstadt halt machten, wurden auf dem Bahnhof von der Stadtverwaltung, der Darmstädter Presse und dem Empfangslomitee begrüßt und mir Sonderwagen der Straßenbahn nach der Hochschule gelellet, wo ber Rektor magn. Dr. Petersen eine Ansprache hielt, worauf sehr lehrreiche Vorführungen über drahtlose Telegraphie, über Materialprüfungen usw. bei einem Rundgang durch die -Räume gezeigt wurden. 2lach einem Gang zur Schule der „Weisheit" hiell dort Graf Kayserling einen beifällig auf genommenen Vortrag über die Grundzuge seiner Wissenschaft, dem sich um IV2 ^hr ein von der Stadt gegebenes Mittagessen anschloh. Hier yielten Ansprachen der Oberbürgermeister Dr. G l ä s s i n g, Dr. W a l d ä st e l für die Darmstädter Presse und Dr. Albrecht für die auswärtigen Pressevertreter. Mm 3'/_. Mhr erfolgte die Fahrt wieder mit Sonderwagen nach den Hirschköpfen und Schloß. Später wurde das Kleine Haus des Landestheaters besucht, wo der 1. Akt der Operette Cosi fan tutte zur Aufführung kam Mm Mhr ging man zum großen Haus zur Ausführung des „Spiel des Lebens" von Knut Hamson. fpd. Darmstadt, 5. April. Vor mehreren Wochen brach aus bem Zuchthaus Butzbach der 26jährige Strafgefangene Friedrich Riedel aus. Er treibt sich seitdem im Lande herum. Dem Riedel wird jetzt auch der große Villen- einbruch in Darmstadt in der Nacht zum 14. März zur Last gelegt, bei dem Schmuckstücke von bedeutendem Wert gestohlen wurden. tob. Mainz, 5. April. Die Weinprvbc zu der Natur wein Versteigerung der hessischen Weinbaudomänenvertoallung in Mainz nahm heute in dem Probesaal des Vertoallungs- gebäudes ihren Ansang. Es stehen im ganzen 159 Halb stück eigenes Wachstum aus den Gemarkungen Bodenheim, Nackenheim, Nierstein Dienheim, Ludwigshöhe, Bingen, Rübeshrim, Kempten, Auerbach, Bensheim und Heppenheim zur Probe. Der zweite Prvbetag findet aro 12. April statt. Hessen-Nassau. Sie Frankfurter Messe. fpd. F r a n t f u r t a. M., 5. April. Die Kauflust auf der Messe hält bei starkem Andrang der Käuferfcharen unvermindert an. Fast ausnahmslos find die Verkäufer auherordenllich zu- frieben unb haben auf Monate hinaus mehr als reichliche Bestellungen erhallen. Die Zahl ber Besucher hat die 100 000 überschritten. Am meisten begehrt sind Textil- und Konfektrons- waren, dann Leöerbelleibung, Weihwaren sind in fast allen Ständen ausverkauft. Die weitaus größten Warenmengen verbleiben im 2nlanbe, da die Fabrikanten auf dem Standpunkt stehen, sich neben ihrer bisherigen Kundschaft einen Kreis guter deutscher Kunden neu zu erobern. Mürrischer Wiener Frühling. Don Dr. Max Preis. Wien, Ende März. Vom Kahlenberg herunter, läuft der Friih- lingswind auf kalten Sohlen in die Stadt Wien. Das ist bei einer Temperatur von 6 Grad Celsius keine erfreullche Aufgabe für ein strebsames „Mailüsterl" und nimmt ihm auch die Lust, die Knospen der Bäume und Sträucher in den wunderschönen Wiener Gärten zu entzünden. Wenn sich dieser Frühlingswind die Füße wärmen wollte, mühte er sich ein Paar Stiesel laufen. Die kosten aber in Wien 35 000 Kronen. Mnb wenn derselbe Frühling abends, feiner illuminierenden Tätigkeit müde, in einem nicht mal erstrangigen Hotel übernachten wollte, würde er feine Zimmer bekommen: gelänge es ihm aber doch, bann würde ihn dieses Vergnügen an 12 000 Kronen kosten. Der Frühling. seitdem der Stefansturm steht, außer dem heurigen Wein sicherlich die meist besungene aller jährlich wiederkehrenden Angelegenheiten, findet überhaupt eine völlig veränderte Situation vor. Mnb das kam fo. 2m holden Mrvorgestern der Friedenszeit war die Wienerstadt eine Spezialität. Eine Festung, um die Wall und Graben von Eigenarten unb Vorurteilen, von sympathischem Rückstand und erquickender Mnelastizität gezogen waren. Man kannte die Tugend der Anpassung nicht und pochte stolz darauf, daß sich alles, was in diese Stadt strömte, automatisch unb sehr beglückt ihrem freundlichen Rhhtmus fügte. Dann kam ber Mmsturz. Wien wurde international. Durch die barocken Straßen schwirrten alle Vokabeln aller Weltsprachen, Wienerisches drückte sich scheu hr verschwiegene Nischen und beherrschte doch mit der Macht seiner Kultur die Eindringllnge. Aber Wien schien nur international, war es aber nicht. Es war Wien. Alle Valuten der Welt feierten hier Orgien, setzten bescheidene Beträge der Heimat in unendliche Kronenziffern um, lebten köstlich und ohne Sorge. Wien war billig. Es lockte die 2nternatiDnaIität, hatte aber sein eigenes Profil bewahrt. Das ist mit einem Schlage anders geworden. Wien ist relatiti und absolut eine furchtbar teure Stadt geworden. Das 2nternationale wird nicht mehr ins Wienerische, Wien wirb in die Sprache, der internationalen Valuten übersetzt. Auf diesem sellsamen Mm- toege ist es international geworden, hat cs die Beziehung zum Weltmarkt genommen. Vorher erschrak man über die Wiener Ziffern, jetzt fühlt man sie. Früher sparte man an der phantastischsten Wiener Zahl, nun zahlt man bei ihr darauf. Denn eine Viertelmillion der österreichischen Kronen für einen Paletot aus gutem Stofs nach Maß wird wohl kaum jemand als eine Segnung empfinden, die er in seinem Lande nicht haben könnte. Es wäre verfehlt, an die Wiener Preise russische Maßstäbe zu legen. Die innere Kaufkraft der Krone ist eine gar nicht so geringe. Die Kursverschiebungen der letzten Wochen, die aus dem Marksturz herriihren, verschärfen die Konjunktur wesentlich. Vor vierzehn Tagen Noch war etwa der Preis für eine Fleischspeise in einem guten Restaurant wesentlich billiger als in Berlin. 600 Kronen entsprachen damals etwa 18 Mk., heute sind sie gleich 25 Mk., decken sich also vollkommen mit Berliner Preisen, ja überschreiten sie oft. Eine Straßenbahnfahrt kostet 80 Kronen, was wieder mehr als 3 Kronen ist. Mnb wer nach 11 Mhr nachts sich einer Wiener Elektrischen anvertraut, muß tief in die Tasche greifen und darf 250 Kronen zahlen. Daß die Wiener ihre Schweine höher bewerten als die Reichsdeutschen, erhellt aus der Tatsache, daß man in Wien ein Kilo Schweinefleisch mit 2200—2400 Kronen einschäht. Diese wenigen Beispiele illustrieren die Wiener Teuerung. Die Folgen der Meberspihung aller Preise hat sich drastisch bei der Frühjahrsmesse gezeigt, die eben sang- und llanglos geschlossen wurde. Mit tausend Masten schiffte die Wiener 2ndustrie in den Ozean des Weltverkehrs: still, auf rettendem Strohhalm kehrt sie heim. Diese Wiener Frühjahrsmesse war ein Fiasko. Das lag nicht an mangelhafter Organisation, nicht an ' i) isch-toienrrischec Mnlüchtigkeit. es tag ausschließlich daran, daß der für bie Fcemben bisher wesentlichste Anreiz, bie erstaunliche Billigkeit, fehlte. Wien war bisher eine Fremdenstadt, weil es die billigste Stadt ber Welt war unb weil man den Fremden noch mit dem unbezahlbaren Geschenk der Höflichkeit, ber Aufmerksamkeit bedachte, die leise aufzuckenden Wünsche von den Augen absieht. Vielleicht beginnt damit ein Gesundungsprvzeß daß man bie Fcemben nicht mehr mit ber Billigkeit, sondern mit den Geschenken wienerischen Wesens, mit dem Reiz der Stadt unb ihrer Art, an sich lockt. Mm gefunb zu werben, muß man Schmerzen erlaben. Der erste Schmerz war die Wiener Frühjahrsmesse. Diese Meberspannung aller Preise schürt an den Mnterströmungen. Oeben Tag kann bie Lava des Wiener Vulkans ins Kochen kommen. Niemand weih, wo sich der Krater öffnen wird. Denn nichts ist so verborgen wie das Wiener Elend. Nicht das passive, schlachtviehgeduldige Elend des Mittelstandes, nicht das betriebsame Elend, bas wie ein ornamentaler Einfall in das elegante Strahenbild gezirkelt ist, bas offizielle, mit Taufenden von Kronen Tagesverdienst arbeitende Bettelelenb, sondern jenes verborgene, lauernde Desperado-Elend, das längst die Hand erhoben hat, man weiß nur nicht, wann sie niedersausen wird, und nicht, auf wen. Wer sanft und still und wie verzaubert von der unerschütterlichen Anmut des Wiener Rhythmus durch die Straßen geht, in den Lokalen weilt, wer zusieht, wie die Tausendkronennoten viertelpfund- weise aus den Taschen fliegen, der muß den Eindruck gewinnen, daß es nichts Erstrebenswerteres für einen Staat geben kann, als eine fleißige Danknotenpresse. All diese Leute haben alles, sie sind gut gekleidet, sie essen gut. Sie bringen dem Bruchteil eines Hundertkronenscheines eine unnachahmliche Verachtung entgegen. War Wien früher von zerlumpten Gestalten bis zur Mner- träglichkeit durchwirll: so ist es jetzt sauberer, äußerlich entproletarisieri. ^)ie Frau mit dem nicht ganz sauberen Mmhängetuch, der Mann im bedreckten Kittel, sie haben beide daheim ihr Huhn im Topf. Nur ihre grundkonfervative Gesinnung hindert sie daran, sich in Jumper und Cut zu hüllen. Das wahrhaftige Wiener Elend, das längst aus den arrivierten Arbeiterbezirken ausgewandert ist, steht hinter ben Kulissen, es wartet auf sein Stichwort. Gießener Konzertverein. Sonderkonzert: Heinrich Hensel. Einer der ganz Großeix unter Deutschlands Sängern war geftern bei uns zu Gaste: er fang vor einer Kunstgemeinde, ber er einen unvergeßlichen Genuß bot, unb die ihn im Gedächtnis behalten wird. Man weiß nicht, was man mehr bewundern unb rühmen soll, Heinrich Hensels wundervolles Stimmaterial, ferne schlackenreine Tongebung, seine fabelhafte Technik oder fein liebevolles Einfühlen in den Geist der Meister, deren Werke er Bot Eine Probe reifsten Künstlertums war es, die er gestern ablegte. Richard Strauß, Franz Liszt und Richard Wagner war der Abend geweiht, von dem man einzig vielleicht das anders gewünscht hätte, daß er nicht gleich so, wie es geschah, medias in res geführt hätte. Wenn beispielsweise die Lieder Selles' am Anfang gestanden^ hätten, wäre ber Anstieg gleichmäßiger, die Fühlungnahme zwischen Sänger- und Zuhörem leichter gewesen. Daß es Hensel, trotzdem er sofort an hohe Aufgaben beranging, doch gelang, schon mit dem ersten Liede sein P.iblikum in seinem Bann zu zwingen unb zu immer gesteigerter Anteilnahme fortzureißen, beweist nur noch üb erzeugen ber, welche künstlerischen Qualitäten ihm zuzusprechen sinb. Von den drei Liedervorträgen sei besonders die entzückend feine Wiedergabe von Richard Strauß' „Zueignung" genannt. Sein Bestes gab Hensel bann, als er zu feinem ureigensten Element als 2nterpret Wag- nerfcher Tondichtungen kam. Die Gralserzählung krönte als vollendeter Höhepunkt den Abend Wenn der Frühling im Prater Einzug halten wird, ich weih nicht, ob er dieses Jahr ein lachender Lenz sein wird. Vielleicht wird er den Witz verstehen, den man jetzt hier erzählt. Der Witz lautet so: Ein Ausländer fragt einen Wiener, warum auf den Spitzen ber katholischen Kirchentürme in Wien oft anstatt eines Kreuzes ein Hahn angebracht ist. Da lacht ber Wiener und sagt: „Ja, wissens, bei uns fan hall immer Vieher an der Spitze, und das is unser Kreuz." Den Witz dürfte der Wiener Frühling verstehen. Mnb „wenn bie Schwalben wieder kommen, die werden schauen ... '&> wecken schauen. . Am Flügel: Michael Rosfert. feinfühliger Begleiter und Solist von vollendetstem Können zugleich. Liszts Melodien gewannen unter feinen Händen klangreichstes Leben. -r. * . « Einstein in Pari«. P a r i s, 5. April. (WB.) Die b r i t t e V 0 r- lesung Einsteins famb heute nachmittag tm College be France statt. Es wohnten ihr nur einme Gelehrte unb Mniversitätsprofessoren bei r<-i Car im ( tyal s unb M gra-I gro&: An! durch oplisc Lehn Gieß' neM gen tor 5 Cßort p[c: Jon der k der - hervc unb Set nehm rung crim dec zO gegc oti tetr weg u a 3nl M geliej i Mn t Mai in £1 Ein B 1 1000 unb 3 Scheit ber 1 M Nr Dien im Aal berg aufl Men einse büho ■N 2erd Leich . 3 des F Itdger «ginn Der: Q etleöi toibei tz brschä Ren «i d Nid E U/llVf II V U/ III WLM U U V U | ' ** • den teuren *5aati>reifen bedeutet, lartn sich wohl GÄKei« Sto. S «ÄÄ, Bekanntmachung Behördliche Anzeigen vergeben: weg 3440& Stämme Do Kiesern-Stärnme (Schnittholz) 2. Wege (Bauholz) Stück des Försters 2lrft, Forsthaus Hochwart, sollen Der» Uhr II RI. 5a 0,33 (3,6 m lang) 4. Mäßige Preise* sind eingetroffen. 3436c 3. 2. 3. prvbk ng bei der der 1 1 2. 3. 4. 5. 3. 4. 5a 5b 1 2 6 3 8 4 1 1 3 24 111 58 17 4 8 1 11 6 2 111 100 828 1 18 21 37 169 chremi hbach iebef n. Sem [len* )t ZM uckstück 1 6 21 12 10 2 1 29 47 21 1,56 32,39 34,91 9,53 >ie M* Andrang 3. 2. 3. 4. 5. 2. 3. 4. 5a 5b t Li- cunga >tüfan- Besonders hübsche MßitßD hi gewebten, waschbaren Garten-Tischdecken >cn iccfttin e». Wuv Ki aw Forstwarlei I : (Schnittholz) (Bauholz) 0,64 Fstm. 4,86 „ 8,69 p 2,97 „ 4,95 „ Hochwart, [3292B enberg Fichten-Starnrn „ Stämme Ausmärker herangezogen werden. Röthges, den 7. April 1922. Bürgermeisterei. Metzger. Ä * e .uii* rsolgtL h den t das dd der Giehen, den 31. März 1922. Der Oberbürgermeister. I.D.: vr. Ros gien. Der Fuhball-Länderkampf Deutschland- Schweiz, der am 26. März in Frankfurt a. M. zum Aus trag kam. hat den Fuhball-Derband in Belgien schwer in seiner Ehre gekränkt, denn köpstge Dauernsamilie, bestehend ausI Mann. Frau und vier ÄinDern, ermordet aus- * gefunden. Es steht noch nicht fest, ob Raubmord vorliegt. Die Täter sind unbekannt. 8 Arbeiter überfahren! Hagen, 5. April. (WD.) Heute vormittag fuhr ein Pers onenzug zwischen Kabel und Hagen in die Arbetterkolonne eures Untet- nchuners. die Gleisardeiten vornahm Bon der 30 Mann starken Kolonne wurden 8 über- fahren und sofort getötet, einige leichi verletzt. c) Eschenstämme: Stück 1. Klasse — 0,91 Fstm. (2 m lang) Buchen- „ Kirschbaum-Stamm Linden» „ Bekanntmachung. Bei der unterzeichneten Berwaltung sind zwei erledigte Kreisstrahenwartstellen mit dem Sitz in Dorfgill bezw. Muschenheim oder in einem angrenzenden Ort neu zu besetzen. Gelernte Handwerker (Maurer pp.), die Kriegsbeschädigte sind, erhalten den Borzug. Bewerbungen sind unter Anschluß von Zeugnissen und sonsttger Rachweise bis zum 15. d. Mts. bei dem Oberbausekretär Herrmann in Lich ein- Duchen» „ Eichen-Knüppel Buchen- „ Fichten» „ Buchen-Reifer Eichen. „ Buchen-Stöcke langem vereinbarte Spiel gegen die Schwerz ant 25. Mai auszutragen, weil die Schweiz die sportlichen Beziehungen mit Deutschland ausgenommen hal Das Schweizer Fußball-Komitee bat nunmehr dem Belgischen Fußball-Dcroand in einem längeren Schreiben die einzig richtige Antwort erteilt. Hier heißt es u. a.: „3m Hinblick aus Ihre Haltung und Ihren schlech'.en Dillen in dieser Angelegenheit, ferner im Hinblick aus Ihr Vorgehen und Ihre Beleidigungen gegenüber unserem Verbände haben wir beschlossen, alle .Verbindungen abzubrechen und Denjenigen unserer Vereine, die in Belgien spielen möchten, sowie auch den Ihrigen, die die Absicht hätten, nach der Schweiz zu kommen, die Bewilligung zu verweigern. Dir beharren jedoch energisch auf unserem Rechte für ein Länderspiel Schweiz—Belgien und wir werden der F. 3. R. A die Angelegenheit unterbreiten." jeder vorstellen. Die zuständigen Behörden folltcn energisch Darauf Dringen, daN Der sofortige Abschuß dieses Raubzeugs bewerf!eilig* wird Eine erfolgreiche Vergiftung ist nur bei vollständig schneebedeckter Landschaft wirksam und kommt jetzt nicht mehr in Betracht. Doll also die Sache Erfolg haben, kommt mir Daä Abschieden in Frage. Da nun das Feldschuhpersonal vielfach nicht mit Den nötigen Waffen ausgerüstet ist, halte td> es für ratsam, daß von Den Bürgermeistereien geeignete Leute vorgeschlagen werden, die das Vertilgen dieser Schädlinge sofort vr.rnehmen. 3n Den Eingeweiden einzeln abgeschosfener Raben narr Den ganz bzDcutenDc Mengen Körner vorg^ funDcn, unD vxvs daS für Die Volksernährung bedeutet, kann sich jeder denken. K. H Kirchliche Nachrichten. 3srael.ReligionsgemelnDe DotteS' dienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 8 April 1922. Vorabd. 6.45. Morg. 9. Abde. 7.15 und 7.55 Uhr. Israel. Religions - Gesellschaft Dabbatseier den 8 April 1922. Freitag abb. 6. :0 Samstag vorm 8 30. Predigt. Llachnr 3 30. It VF Mi fsore" 0 Holzsrsbmission. Dienstag, den 11. April 1922, vorm. 10 Uhr, werden aus den Waldungen der Gemeinde Allendorf an der Lumda folgende Holzsorttmente im Submissions- «Mte auf SO eeo etüä erhöbt werden. Dafür rauchen Sie die bekannt« gute Sto.5 aus edelsten Qrienttabaken. Rrtb von dicht !> ein reins vilde Dre". und Zur oh. teilt, ihres die kger Hgen knzrn rbrnd Uet ungen fetter- -4 die chudrn nach oorju- M zu- nehr ols abl der l 21m eftions- finbin weitaus Snlanbc, t stehen, enAreis zureichen. Gießen, Öen 5. April 1922. Kreisbauverwaltung Giehen. Tellarius. tre» le in Mrt ■ holt -ladt- Belgien schwer in seiner Ehre gekränkt, denn i Sabbataasgang 7.55. — Wochengottesdienst: morg die Belgier weigern sich beckannllich, das seit 16.45, abds. 6.30 Uhr. Bekanntmachung. Aus den Waldungen der Stadt Gießen, Bezirk Forstwarlei Kiefern-Stamm Fichten-Stämme Kirche und Schule. ra. Wetzlar, 5. April. Am hiesigen L c h - xerfeminar bestanden 29 Kandidaten die A b- gangsprüfung. Es bestehen aber feine Aussichten, daß Die angeheirden Lehrer in Den ersten fahren auf Anstellung rechnen können. — Die Landwirtschaft l Winterschule wurde im abgelaufenen Halbjahr von 31 Schülern be- Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung ) Groften-Buseck, 4. April. Vor ungefähr Drei Wochen wurde in einigen Gemeinden schon mit der Frühjahr ssaat begonnen. Es trat dann schlechtes Wetter ein and die Arbeit muhte wieder .nngeltellt werden. Die . 3,81 Fstm. 0,75 „ 1,24 „ 3,25 „ 27,16 „ 92,20 „ 30,23 „ 5,50 „ 2,61 „ 5,27 „ 0,49 „ 0,68 „ 10,44 „ 4,47 „ 1,39 „ 119,75 „ 70,97 „ 268,65 „ 1,39 , 2<>,79 „ 15,64 „ 18,72 „ 47,74 „ Bekafkurmachnng. Der Voranschlag der Gemeinde Röthges für 1922 Rj. liegt von heute ab eine Woche Lang auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei offen. (Sin- Wendungen können schriftlich oder zu Protokoll während der Offenlegunasfrist erhoben werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu Der auch die = 8,02 = 19,08 — 8,50 — 4,47 in. i lts-lailds ; CI sang innei^P" iian ch w; mf öS« .Wlster. Hünsiler» 1 „ 4. „ = 0,34 „ (3,5 m lang) Angebote find getrennt nach Sortiment u. Klassen, pro Festmeter, vcrschlofien, mit der Aufschrift „Holz- submisfion-. bis spätestens Dienstag, den 11. April, nachm. 2 Uhr, an unterzeichnete Bürgermeisterei ein» zureichen, woselbst alsdann die Eröffnung der Gebote erfolgt. Das Holz ist gefällt und mit Rinde gemessen. Die Gemeinde hält sich die Genehmigung im einzelnen wie im ganzen 8 läge vor. Die näheren Bedingungen liegen auf hiesiger Bürgermeisterei offen und werden am Eröffnungstermin bekanntgegeben. Staufenberg, den 4. April 1922. 34538 Hess. Bürgermeisterei Staufenberg. Meyer. Holzsnbmission. Die Gemeinde Staufenberg verkauft im 3. Kl. 4. „ 1. „ 2. „ 3. „ 4. „ 5- „ 6. „ 3. „ 4. „ 4. , 5. „ 69 151 31,4 46,6 5 181 50 4,4 29,2 ____ „ Eichen» , Zusammenkunft: Forsthaus Licher Straße. Eichen-Stämme „ Stamm Vermischtes. Lluterfchlagungen. Berlin, 6. April. Dem ^Lokalanzeiger" zufolge hat ein Großhandelshaus tn Dortmund gegen den kommunistischen Stadtverordneten Richter, Der auf dem Bureau der betreffenden Firma beschäftigt war, Strafantrag wegen Unterschlagung gestellt. Rich er hatte at a die Steuer- und Invalidenmarken zu kleben. In Der von l>n verwalteten Kasse fehlen 9000 Mk. Auch soll er 2336 Mt. einkaffierk und nicht abgeliefert haben. Der „Lokalanzeiger" meldet ferner: Wegen Hnterfd>Iagung von über 2 Millionen Mark wurde der Buch'-alter Erich 2ti Lieder oärr der nne >fen.®? ,he auf- mit d--° -JallN 3J teil# ^Lgendtr, iifpr^H befo"d^ alS er 4»w einlg 'terlT • Der Absturz mit dem Fallschirm. Eine Masse von 30 000 Menschen war Zeuge einer furchtbaren Szene, die sich in Turin bei den Versuchen des bekannten holländischen Fliegers Harris Larsen mü einem Fallschirm abspiclte. Das Flugzeug, von dem aus die Experimente stattfanden, flog in eine Höhe von mehr als 4000 Fuß empor. Man sah Larsen aufrecht in seiner Maschine stehen; er machte den Fallschirm fertig und sprang los. 2Iber ein Schreckensschrei ging durch die Menge, denn man sah, daß er sich in die Drähte des Flugzeuges verwickelt hatte. Larsen schwang sich wieder in das Flugzeug zurück und machte einen zweiten Versuch. Er sprang nun wirklich ab, aber der Fallschirm versagte, umd er kam zerschmettert auf dem Boden an. Die Menge ergriff daraufhin eine solche Aufregung, daß sie nur durch das Aufgebot von Kavallerie in Ordnung gehalten werden konnte. * Eine Hinfrage über die Dekadenz der jungen Dame. 3n Amerika beunruhigt man sich sehr darüber, ob die extravaganten Moden und Sitten der heutigen Damenwelt eine Verfallserscheinung darstellten. Die Eolumbia-Aniversilät hat daher unter ihren älteren Studenten eine Umfrage veranstaltet, die folgendermaßen lautet: „Glauben Sie, daß -aS gegenwärtig übliche Rauchen, Sich-Schminken, Sich-Anziehen und Tanzen eines Teiles des schöneren Geschlechts Anzeichen für die Dekadenz der Frauenwelt finb?“ Das Ergebnis der Antworten war nicht ungalant, denn 78 dieser „bemosten Häupter" antworteten mit Rein und nur 22 mit Ja. 50 der «älteren Studenten gaben an, daß sie keinen Anstand daran nehmen, mit solchen jungen Damen umzugehen, während 40 erklärten, sie hätten.auf jeden Verkehr mit Mädchen verzichtet, die ein solch extravagantes Wesen zur Schau trügen. Turnen, Sport und Spiel. * Sportbestrebungen DcÄ Hessen- bunDes. Am vergangenen Scnnstog und Sonntag sanden in Darmstadt Besprechungen von Turn- und Sportvertretern des „Hessenbundeö" (Verband evangelischer Zugendvercinc in Hessen), dem auch der hiesige Wartburg- V er- c i n angcfchlossen ist, statt. Aus dem Verlaus sei die intensive Anteilnahme der Anwesenden hervorgehoben, die ein reges Interesse an dem zur Sprache gebrachten Thema erkennen ließen. Gegenstand der Derhandlungeir bildeten vor allem Die Regelung des Tum- unD Sportbetriebes während Des IahreS 1922, sowie die Verwirklichung der gesetzten Ziele in diesem Jahre. Anschließend an Die Rachmittagssihung am Sonntag wurden in der Turnhalle der Liebigs-Ober- realschule Die am nächsten Turnfest zur Ausführung kommenden Frei- und Geräteübungen vorgeführt, die einen erheblichen Fortschritt gegenüber dem Vorjahre erkennen ließen. Die b) Fichtenstämme: Stück 2. Klaffe = 6,46 Fstm. WMMMWW für 5 Pferde, mit Selbsttränkanlane, infolge Ausgabe des Fuhrparks zu verkaufen. Benchttgung täglich von 8—12 Ubr vormnmgs und 2—5 Uhr nachmittags. [3393D Georg Scherer A Co.. Leinbrennerei, Langen bei Frankfurt a. 3L Bett.: Die Meisterprüfung im Handwerk. Der Meldeschluß für die diesjährigen Meister» Prüfungen wurde auf den 30. Aprtl d. I. festgesetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt haben die Prüflinge die Prüfungsgebühr mit 175 Mk. an die Hessische Handelskammer in Darmstadt einzusenden. Die hierauf ihnen zugehende Quittung und das Anmelde» formular sind nebst den sonsttgen Unterlagen dem Vorsitzenden der zuständigen Kommission einzureichen. Vorsitzender für Starkenburg ist Malermeister Georg Kraus, Darmstadt. Luisensttaße, Vorsitzender für Oberheffen ist Diplom»llng. Bünnings, Gießen, Gewerbeschule, ^fitzender für Rheinhessen ist Tüncherobermeister Gg. Kil. Klingelschmitt, Mainz, Goldenlustgaffe. Gießen, den 30. März 1922. (34358 Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Fre y. Holzversteigerung. Dersteigett werden: Dienstag, 11. I. Mts. aus den Distrikten Iudenwaldchen, Seewald, Hardwiese, Fliegenstall und Weißedciesch der Markgenoffenschaft (Brüninqen»Dorf=6üll: Schnittstämme, Eiche: 1 St. — 2,31 Fstm.; Bauholzstämme, Eiche: 2. Kl. 1 St. =-- 1,53 Fstm., 4. Kl. 2 St. = 0,93 Fstm., 5. Kl. 1 St. = 0,20 Fstm., 6. Kl. 4 St. — 0,95 Fstm., Kiefer: 4. Kl. 3 St = 1,30 Fstm., 5. fit 3 SL = 1,27 Fstm., Fichte: 3. Kl. 3 St. -- 3,31 Fstm , 4. RL 6 St. = 6,57 Fstm., 5a Kl. 11 St. — 6,68 Fstm., 5b Kl. 61 St. — 18,38 Fstm.; Derbstangen, Eiche 1. Kl. 28 St. = 1,28 Fstm.; Rutzschelter, Kiefer: 13,5 Rm. (3 Mtt. lg.); Nutzknüppel, Eiche: 35 Rm. (2,2 Mtt. lg.); Nutz reisig, Fichte: 14 Rm. (Schichthaufen); Scheiter, Buche: 1. Kt 4 Rm., 2. Kl. 2 Rm., Hainbuche: 4 Nm., Eiche: 3,8 Rm., Kiefer: 1. RL 6 Rm., Fichte: 2. RL 3 Rm.; Knüppel, Buche: 49,6 Rm., Eiche: 4 Rm., Erle: 2. RL 3,6 Rm.; Aspe: 2. Kl. 2 Rm., Kiefer: 1. RL 1,2 Rm., 2. Kl. 4,3 Rm., Fichte 2.Kl. 22,2 Rm.; Durchforstungs reisig, Buche: 7,5 Hdt Wellen, Hainbuche: 4,9 Hdt. Wellen, Eiche: 6,85 Hdt. Wellen; Gewöhnliches Reisig, Eiche: 0,5 Hdt. Wellen, Kiefer: 0,85 Hdt..Wellen, Fichte: 12,28 Hdt. Wellen; Stöcke, Buche-. 2 Nm., Hainbuche: 2,4 Rm., Eiche: 9 Rm., Kiefer: 4,2 Rm.; Fichte: 1. RL 6 Rm., 2. RL 18 Rm. Beginn der Versteigerung vormittags 9V4 Uhr, am Waldeingang der Kreisflraße Dorf-Güll-Garbenteich. Blau unterstrichene Nummern werden nicht versteigert Dorgezeigt wird nur das Holz im Distrikt Iudenwäldchen. Weitere Auskunft durch Herrn Forst- wart Schäfer »Dorf-Güll. 3434c Gießen, 5. April 1922. Der Markoorstand: Traulwein, Geh. Forsttat, Vorsitzender. sucht _ . kr. Wetz 1 ar, 4. April. Der zwette Tag Der Pädagogischen Woche führte die Teilnehmer im Schü.engarten zusammen. Zu Beginn Der Tagung ließ die Firma Leih einen ihrer Lichtbilderavparate demonstrieren. Den Zukunfts- und Idealapparat für jede Schule, mit dessen Hilfe sich jedes beliebige Bild, Postkarte, Photographie, kleine Landkarte u. bergt bedeutend vergrößert an Die weiße Wand übertragen läßt. An Diese Borsührung schloß sich ein Rundgang durch die in Der Franziskanerschule untergebrachte optische Ausstellung Der Firma Hensoldt und Die Lehrmittelausstellung der Firma Dr. Wvnecken- Gießen, öle besonders reiche Ciicratur über alle neuzeitlichen pädagogischen und mechooischen Fragen darbot Rach bie'er Besichtigung ergriff Rektor Lindhorst- Berlin das Wort zu seinem Vortrag über: ^Organisation und Lehrplan Der einklassigen Landschule". Von einer Lektion ausgehend, die er mit Kindern hi.s gen SeminamÜmngsschule vorhielt, legte Redner lerne Grundsätze Dar, von Denen Die hervorragendsten 1. Selbsttätigkeit des Kindes und 2. die Berücksichtigung Der Heimat sind. Der Abend vereinigte noch eine Anzahl Teil- nrhmer zu einem Gange unter sachkundiger Führung über Die historischen Stätten des an Goethe- crinnerungen reichen Städtchens, der leider von Der ungünstigen Witterung sehr beeinflußt wurde. Montagsihung des Hauptvorstandes brachte Die einheitliche Durchführung Der vorangehend gefaßten Beschlüsse zur Verwirklichung, so daß von einem äußerst befriedigenden Ergebnis gesprochen werden kann. Das diesjährige Bundesfest des ..Hesserrbundes" wird mit dem Fest der „Inneren Mission" am 24. und 25. Juni in Worms ftatt- finDcu. I einzeln a as g e s ä t e n Ae cke r werden nun der- DeutschlanDs Mannschaft g e • ,• D o n Raden unD Krähen heim- ?en„.£^rt.?2.rE^?Ur Subball-Land-r- ! u da» M Dkto, »runNtud.-n nötig tampf ScutWanS-Oeftarn« ber am 23 2lprtr t s 1 • aa«ju|äcn. TBaä 6:c3 bei in der oricrrcid)ifd>cn Squptftabt Mm Austrag saulLreilrn kedruirt. kann fid> moht kommt, hat Der Spielausschuß des D. F. D. folgende Mannschaft auf gestellt: Tor: Stuhlfaut (1. F. C. Rürnberg); Verteidiger: (Viktoria Ham- bu:g). Mohns (Rorden Rordwest-Berlin), Läufer: Kalb (1. F. C. Rürnberg). Wetzel (1. F. C. Pforzheim); Stürmer: Strobel, Popp (1. F. E. Rürnberg), Jäger (Altona), Träg, Guter (1. F. C. Rürnberg). — Ersah: Edy (Leipzig). — Die größtenteils aus Spielern des Deutschen Fußballmeisters zusammengesetzte Els muß als äußerst spielstark bezeichnet toerben. Sie Dürfte das Beste barst eilen, was der Bund auszustellen in der' Lage ist. Ob die Els in dieser Ausstellung spielen wird, ist jedoch zweifelhaft, da Der Berliner Verband den Verteidiger Mohns für das am gleichen Tage in Köln stattsindende Spiel Berlin gegen Westdeutschland benötigt. Zwischen den Fußball-Verbänden von Deutschland unD Oesterreich sind bisher fünf Kämpfe ausgetragen worden. Vier endeten zugunsten Oesterreichs, Der letzte Kampf im vergangenen Jahre in Dresden nahm einen unentschiedenen Ausgang von 3:3. — Deutschland — Schweiz — Del- ^bdchaus\alornon, f ___ 3424,1 Angebote find nach Forstwarlei, Sortiment und Klaffen getrennt, verschlossen, mit Aufschrift versehen, bis zu obigem Termin auf der Bürgermeisterei em. zureichen. Angebote mit zusammengezogenen Klaffen oder Bemerkungen versehen, werden nicht berücksichtigt. Es wird empfohlen das Holz (weil Dörrholz darunter) vorher zu besichttgen, da spatere Reklamationen und Einwande wegen der Güte usw. des Holzes nicht angenommen werden. Förster Ring»Treis zeigt auf Wunsch das Holz in Forstwattei I und Forstwatt Franz-Allendorf an der Lumda in Forstwartei II vor. Allendorf an der Lumda, den 5. April 1922. hessische Bürgermeisterei Allendorf an der Lumda. Rein. 3439 B schriftlichen Angebots nachverzeichnetes Holz: a) Kiesernstämme: Klaffe = 1,66 Fstm. Krofdorf, den 5. April 1922. Die Beerdigung findet statt Samstag nachmittag 3 Uhr. 3445 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen unsem lieben Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Karl Hahn nach vierwöchigem, schwerem Leiden im fast vollendeten 16. Lebensjahr zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Für alle Hinterbliebenen in tiefer Trauer: Georg Hahn. W N S -V ■ I ■■■ MBS ■— D-- UBKB | Student R sucht ein oder zwei | besser möblierte ZiNZkl I au mieten. Angebote H unter E. T. I [3447 Ai an den Gies;. I Anzeiger. Todes-Anzeige. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief sanft heute mittag 12 Uhr meine liebe Tochter, unsere gute Schwester, Tante, Gothe und Kusine Fräulein Minna Weller was wir Verwandten und Bekannten tiefbetrübt mitteilen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Balth. Weller II. Wwe. Wieseck, den 5. April 1922. 2452 Die Beerdigung findet Samstag, den 8. April 1922. nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause Rabenaucr Straße 18 aus statt WemMMMW nach Elberfeld gesucht Gute Behandlung und gute Verpflegung zugesichert. Zeitgemäße Bezahl. Vorzustellen Freitag vormittag Diesten, tzofmannstrahe 6 I. An Per 03586 zu vermieten 03602 SU vermieten Die 03564 gesucht. 03604 Donvorm.9Uhr bis abends 6 Uhr [3430D Haltsansprüche erbeten an 3365 strafte 14 p. 3446 zum 17. Avril 3441h Blockstraße 5. Edelmetall- Einkauf- *— Zentrale. ===== 03613 7 Ubr ab. 3451 gesucht. elngetroffen. Carl Nowack 3394 v zu verknusen 03576 Kassenbestand . Warenbestand Willi. Moser/Gärlnerei, Wiesecker Weg 10. . Zimmer gejucht. Schrift!. Angeb. unter 03579 an d.Gicft.An?,. erb Bilanz-Konto........ Warenschulden . . ...... Noch zu zahlende Gehälter. . . . Umsatzsteuer ........ Noch zu zahlende Rückvergütung . Reingewinn......... Stadttheater Leitung: H. Stelngoetter, Freitag. 7. Avril 24. Freitag-Abon.°Vorst. Die blaue IHajut. 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Villa Sovbienheim. 69 413.98 Zahl der Mitglieder betrug Ende 1920 . 212 3n 1921 gingen zu....... 7 WMv S«rl sucht für den Bezirk Oberhessen, Starkenburg u. angrenzende Waldgebiete eine bei Behörden und Gemeinden gut eingeführte und in diesem Gebiet ansässige Persönlichkeit (Holzagent usrv.), welche das Aufkäufen von Rundholz (in der Hauptsache Fichten, Tannen und Kiefern) gegen Provision mit übernimmt. Ausführliche Angebote erbet, u. 3448nz an den Gießener Anzeiger. Junger (03'941 Handlanger sucht. Bruchstrane 11. Gold-, Silber-, Platinbruch, Brillanten 2 kauft ständig 0 zu Tagespreisen G. Gümblein Brachst raße 19 II. nächst d. Goethestraße. — Etagengeschäft -— erholt. Wlo-Mmt 13X18, zu verkaufen 0^7 Ludwigstratze 37 III. Zu besichtigen v. 2 Uhr ab. ’M* fiinitmiiüotn fontie Mlitigöbelt Suche für sofort ein Mädchen das kochen kann u. etwas Hausarbeit übernimmt, kommerzlenral Schirmer. Marburger Str. 4. Ein Mädchen zur Aushilfe sofort ges. 3454 Bleichst rahcSl. 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Abhör der Rechnung von 1921 und Entlastung des Vorstandes, 2. Beschlußfassung über die Rückvergütung von 1922, 3. Verschiedenes. Für den Vorstand: L. V 0 g e l. (3438B [ V ermTetia n g e n~| M bl. Ziurrntt An den Bahnhöfen SO, 03580 Wirtschaft._______ Schön möbl. Zimmer für soliden Herrn sofort WH raieöet eln^toifcK. M Mi 7 Graüenstratze 7. Tel. 1313» gesucht. Angeb. an I. Barn atz, uigarrenkiitenia'orik, Scliillernratze 18. Same sucht leeres evtl. möbl. Zimmer. Schr. Ang, n. 036"3 a. G. A. ; jsteS!erta?igeboSe| Lamei- reisender* zum Besuch der uberhes- fischen Landbevölkerung mit grötzter Berdiettst- mäglichkeit gesucht. Gesl. Offerten unter 2219a an Herso, Mitteld. Ann - Erved., Vlockitr. 5. 13443h Jüngerer Bauführer sicher in Abrechnung sowie Veranschlagung Idifenbetoufiattier) sofort gesucht. Angebote mit . Gehaltsansprüchen unter näheren Angaben über bischerige Tätigkeit erwünscht 3457 fr’r. Horn, Eaaanlernehinnng Essen, Anna strafte 40. 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Bp) erkennt in der ersten Bede des Ministers eine gewisse Groß- zügigk"it an, tri aber mit dem 3?ntrum5refri" der Ansicht, daß sich der Minister in manche Be-.rehung etwas mehr Reserve auserlegen sollte. Was namentlich die Symbole der Republik arv belangt, so werden dem neuen Staat durch diese Rede feine neuen Freunde gewonnen worben sein. Soll man etwa mehr Achtung vor Lener haben, die an ihren alten Idealen festhalten, oder vor denen, die plötzlich am 9. Rovember ihr sozialistisches Herz entdeckten. Den Schutt der Jugend vor Schmutz und Schund wollen auch wir. G-. bedarf dazu aber keiner neuen ©traf» e gelehe, denn Strafprozesse werden nur zu Stan- 1 Lalpro'essen, die eine Reklame bedeuten sür das, war wir verhindern wollen. Wir sieben augenblicklich in eine- ‘.Imformunq der Gesellschaft. Das merfen wir selbst im Reichstag, wo früher unzweifelhaft auch andere Männer waren. Wir brauchen in unserem politischen Leben Männer des praktischen Lebens. Aber eine kleine Min- farbeit darf es md)t fertigbrinqen. die Arbeit des Hanfes zu sabotieren. Ein Abbild derReichs- lagsverhcrndlungen stellen die Presseberichte dar, die, abgesehen von ein paar großen Tagen, zu- sammeneestrichen werden bis auf ein QIHnimum, nicht wegen Platzmangels, sondern, wie mir versichert wurde, weil man den Lesern nicht zu- mx'.ten könne, daS Zeug zu lesen. Will man nicht letzten Endes die Einheit des Reiches gefährden, muß das Verhältnis zwischen Reichstag und Reichsrat geklärt werden. Wir bedauern, daß der Minister sich so überraschend schnell von einem ausgezeichneten Staatssekretär getrennt fall. Das alte System der Posadowsky und Delbrück konnte sich sehen ktffcn. Der Redner spricht sich alsdann gegen das Strcikrecht der Beamten qus, verlang! aber auch von den Beamten. die im Dienste der Republik stehen, mehr Taktgefühl und spricht sich gegen die ©efinnungd- schnüffelet aus. Der Redner zieht alsdann einen Vergleich zwischen der taktvollen Art der deutschen Okkupation in Frankreich 1871 und den Leiden, welche die besetzten Gebiete heute zu erdulden haben. Damals wurde die Bevölkerung nicht drangsaliert und die Einwohner aus ihren Wohnungen vertrieben. Der Redner schließt mit dem Hinweis, daß in Deutschland nicht eine Klasse auf Kosten der anderen gerettet werden könne. Wir würden entweder gemeinsam gerettet oder gemeinsam untergehen. (Lebhafter Beifall.) Reichsminister Dr. Köster widerspricht der Behauptung des Abg. v. Kardorff, daß in der Rotstandsallion für Öberschlesien noch kein Pfennig ausbezahlt worden sei. Ein Entschädigungs- geseh war noch nicht möglich, weil wir der Ansicht sind, daß die 2strfruhrschäden von der Entente zu tragen sind. Von den für die Rotstandsaktion von der Regierung zur Verfügung gestellten 100 Millionen sind bereits 70 Millionen aus- bezahlt worden. Weitere fünf Millionen sind in der Auszahlung begriffen. Ist dem Abg. Kardorff nicht bekannt, daß eine Kreditaktion für die Kleingewerbetreibenden und die Landwirtschaft im Gange ist? Wußte er es, dann kann ich seine Rede nur als beklagenswert bezeichnen. Abg. Pachnicke (Dem.) billigt die Richtlinien, welche der Minister Köster aufgestellt hat, durchaus und meint, daß, wenn seine Partei in der Flaggenfrage auch in einem anderen Lager gewesen sei, wir uns heute doch damit abfinden müßten. Der Redner tritt sodann für Zusammenlegung von Ministerien ein, nicht etwa für Reu- grünbungen. Gesinnungsschnüffelei dürfe nicht plahgreifen. Es geht aber zu weit, wenn der Abg. Mumm verlangt, daß auch Freiheit für die monarchistische Gesinnung gewährt werden muß. Früher durften sich die Lehrer auch nicht zur Sozialdemokratie bekennen. -Untere Geschäftsordnung muh geändert werden, damit nicht unsere Arbeit durch die Brutalität einer kleinen Minderheit lahmgelegt werden kann. Bei der Reu- ordnung des 'Wahlgesetzes müssen die Wahlkreise verkleinert werden, und die persönliche Wahl muh wieder Platz greifen, damit der einzelnen Persönlichkeit wieder Geltung verschafft wird. Der Redner tritt für die technische Rothilfe ein und verteidigt die Rvtwendigkeit. gegen die Welle von Schmutz und Schund anzukämpfen. Abg. Frau Pf ülf (Soz.): Bei der Bekämpfung von Ähund und Schmutz muh man Las liebel an der Wurzel fassen. Gesetzgeberische Maßnahmen führen allein nicht zum Ziel. Anderersei'.s muh aber auch die Kunst vor gewißen Syu-ern der Moral g schützt we d.n. Wir sind dem . eich-ku st wart banfbar für die mancherlei Anregungen, die er für die Kunst gegeben hat. Den Abg. Schreiber, der die Beamtenpolitik des Ministers bekämpft hat, frage ich. wo eine genü.ende Be- rücks.chtigung der Sozial, enofratie verbanden ist, uxldx der Stärke dieser größten bcuihVrn Partei entspricht. Die Autorität m der Schule must unter alten Umständen gewahrt werden. Wem L. D die Lichterselder Anstalt nicht fxtht, de. tonnte ja seine Söhne sortnehmen. In den Lese lüchcm steht kein Wort über die Republik, wohl aber eine Königsgeschichte nach der anderen. Abg. Dr. Moses (A1SP): Die in die Mil- liarden gehenden Ausgaben für die Schutzpolizei sind zweifcllos verausgabt worden. Ruhe und Crbnung im Innern lassen aber zu wünschen übrig. Für Kultuszwecke sind ferne Mittel vor- banden. Dabn nimmt die Sport e e^ei g rcOezu überhand Mitlionen werden in Selt und Schient mersesten vergeudet und das Volk, das kein Hemd aut dein Leibe hat, muß hungern. Hier sollte die Vol zel cirrgreifen, wenn sie eine Eisten,berechn lipuna haben will. Der Redner polemisiert zum Schluß gegen das Bestreben, eine Aenderung der Geschäftsordnung herbeizusühren. Abg. Leicht (Bahr. Vpt.) spricht sich sür die körperliche Ertüchtigung unserer Jugend aus. verurteilt aber mit dem Vorredner die Sport- sexerei. die in Bayern zum größten Teile die Abneigung gegen Berlin verursacht habe. Wir müssen los von rein materie'len Gesichtspunkten Tub.riu oscbrkä.np ung und sonstige Geßl.'.dhrits- Maßnahmen müssen gepflegt werden. Besonders aber muß das Pslichtbewußtseln geftärti werden Von allen Seiten muh am Wiederaufbau des Vaterlandes mitgetoirft werden, soll nicht letzten Endes, wie in Rußland, nur ein Trümmerhaufen übrig bleiben. Deshalb lehnen wir den Klassenkampf ab, der uns den Wiederaufbau nicht bringen kann. Rur eine große dauernde Koalition, die eine Zusammenfassung der weitesten Kreise der Bevölkerung in sich schließt, kann uns retten. Wer diese Zusammenfassung stören will, ist kein Deutscher. (Beifall.) Minister Dr. Köster: Die Lockerung der Sitten ist eine Folge des Krieges. England und Amerika zeigen die gleichen Entartungen. Auch in Schweden, dem Lande, wo der Verkehr von Mann und Frau von jeher unbefangen gewesen ist, haben sich diese schlimmen Folgen mitgezeigt. Das sollte zu denken geben. Die Kunst ist ein lebensnotwendiger Faktor. Unsere Kunst steht und fällt mit dem Begriffe der Freiheit, wenn die Strafgesetze richtig angewandt und die Behörden wieder richtig funktionieren. Wir haben aber nicht nur genug, sondern vielleicht schon zuviel Gesetze Roch nie war die Einfuhr von unsittlicher Literatur und gemeinen Films so grvh. als in der Zeit der strengsten Verbote während des Krieges. Mit neuen Gesetzen gegen die Schundliteratur werden wir nichts erreichen. Die Hauptsache ist. dah das Publikum stark in der Ablehnung solcher Produkte ist. Die Atl'tfaslUng des Herrn von Kardorff, Lah der Beamte auch in der Republik 'S: en er der Allgemeinheit und nicht einer Partei sein soll, soll gesetzlich erfaßt werden. Der Beamte hat die Republik zu schützen. Die Gefahren der Einwanderung aus dem Osten sind uns bekannt.'Durch die Crpedllion des Roten Kreuts zu ben Wolgadeutschen wurde unter diesen Deutschen erst wieder die Rückwände ungslust c w.ckt. D e Schaffung eines Gesundh. .ieministeriums erscheint auch mir unter den obwal. enden Umständen unmöglich. Ebensowenig Welten wir eine große Reichsschulverwaltung errichten. Ich bin der letzte, der in die Hoheit der Länder eingreift. Aber als Thüringen feine Feiertage neu regelte, wurde sofort an die Reichsgesetzgebung appelliert. Das Versprechen des Reichstags, Autonomie für Ober» schlecken zu gewähren, wird die Reichsrealerung einlösen. Der Red- e- protestiert zum Schluß < e en den Vorwurf des Abg. von Karoorff, als habe er Parteipolitik getrieben. Dabei habe er lediglich die Versaß ung geschützt, wozu er von Amts wegen verpflichtet sei. (Beifall.) Abg. Ko en en (Komm): Ausnahmegesetze für eine Aende ung der Geschäftsordnung werden uns in unserer Opposition nicht stören. Dr. Köster ist auch schließlich Rutznießer der Revolution. Er arbeitet mit seiner Sipo nicht für, sondern gegen das Proletariat. Nach weiterer 'Debatte wird die Weiterberatung gegen 9 Uhr aus Donnerstag mittag 1 Uhr vertagt. Hessischer Landtag. 12. Sitzung. St. Dar m st a d t. 5. April. Am Re icru rg.-t sch ?aa Prä ide t Ulrich und ti? Mi list r v re tm un '2va ib. Pläs^ e t Adelung erö,r.e -ie Sihu g um 91 Uhr Das Haus tr t: alsbald in i ie Tagesordru tg ci i und ,e,t die De ptech. nz der Getreide Umlage fort. Laudwirtfcha lsmi iste R cva b Es kann nie nicht zu ymiutet werden, bic|e Fraze vom ein- s it gen S.anbpu ll i'vr Landw, t- vde t er T c - . räucher zu fafca lieLi Die er ä ar. ngsn.in st r aller Länder uxirea in Ter.in einsti < mtg d.r Ale r cu-jurg daj ?i' Z-ra gsvtrtsch. s rach b ib h lt:, w r.en müsse. We u m n l e au'pb t. : a ich Cejmr ter warnte rtsch-s. s i ill iaS r.lcht richtig Woül ale- Li i ich C eq e te P ltk dsB ur b indes w i i fe i ich -mme im 3nkr s e der xa w rl cha t l egt. ^ch fra e s.nt denn i ■ S an mir I / af w r li o unt • de L st e K.t . s irt d>a t u l w n gehabt Gwh fic bat iQfw.r c aru i et. Leo de s ie B ucr r ue i. Das h ben a e andere F au en auch t n müssen. Rur mit de n Anter chie e, da r c e Bauers' auen und Kinde gcs n) un) L.äriig dabei LLelei und sich t nt ch lei un ein 33. r- mo e; irr rben tonnt.n vähr n) and.re K.iegs- tc l Hiner bei h.e - He.m eh ih e F au n u d Ämter abi z h i un) ble'd)füf. ii wie e a dn und ihre Lchul.^i s.n durch d e Ja re au r.e au e i , waten. Zu den 3/4 Millio..en Leu scher Bolt.g nos- fen, die verhungert sind, hat die Landwirtschaft lein Konri gent gestellt. (Zu.uf rech s: Das ift jlgitaionl Munster Raab: Das ist die Antwort Diamanten ist, Silbersachen zu schenken. Alnd auch den elfenbeinernen S.iefeUnöpser von Ba e Malwine hast la mir aufgedrängt, obgleich du teei.it, baß ich kein einziges Paar Knopf stiefel besitze. Ra, hier ist es — ober Ellen, deine goldene Alhr mit Kette, die dir Tante Ellinor zur Konfirmation geschenkt hat!" Orla stand auf und blieb ganz verdutzt mit der Alhr in der Hand stehen. Seine großen hellblauen Augen blhitten vor Rührung, and es zuckte sonderbar um seinen gutmütigen, Willensschwächen Mund. „Du liebe Güte, Junge, Iq‘- mir doch die Freude!" bat Ellen. „Du mußt sie nehmen, hörst du! Du kannst gar nicht wissen, ob du sie nicht einmal brauchst. Du könntest doch einmal brüten in dem fremden Lattd in Verlegenheit kommen, und bann hast du niemand, den du um Hilfe bitten kannst." „Hör mich an, Ellen," sagte Orla und legte seiner Schwester die Kette um Len Hals; dabei drückte er einen Augenblick feine Wange zärtlich an die ihre. „Das will ich nicht haben. Die andern Sachen will ich meir.e.wegen behalten. Aber du kannst mir glauben —" er muß.e sich auf die Lippen beißen, damit sie nicht hören sollte, wie gerührt er war — „diese Alhr und Kelle vergesse ich dir in meinem Leben nicht." „Ach daß du sie auch nicht nehmen willst, du dummer Junge!" schluchzte Ellen hinter ihrem Taschentuch. „Hör auf zu weinen, Ellen," sagte Orla und bemühte sich die au,-gea>ühlten Da-chen in feinem Koffer wieder zu ordnen. „Denk lieber d.-ran, wie großartig das wird, wenn ich erst einmal drüben mein eigenes Gut habe." „Alnd ist es wirklich wahr. Orla, daß du mich hinüberkommen lassen willst, sobald du erst etwas Eiger^es hast?" fragte Ellen eifrig. „Ja, das habe ich dir doch versprochen." „Sieh mir in die Augen, Orla.“ .Jawohl." sagte Orla und drehte sich zu der Schwester und mit einem Paar Socken in jeder Hand. „Auch wenn es dir einfallen sollte, dich zu verheiraten?" „Alnfrrm!“ brummte Orla und stopfte die Socken in den Koffer. „Was werde ich denn ans Heiraten denken!“ Das hast du doch schon oft getan, Orla, und es ist kaum vierzehn Tage «her, daß du keinen Ausgang machen konntest, ohne durch eine gewisse Straße zu gehen." 3a — vor vierzehn Tagen!" wiederholle Orla" und nickte bestätigend. „Aber jetzt habe ich ganz andre Dinge im Kopf." „Ich glaube, du bist ein bißchen treulos," meinte Ellen und schaute ihren Bruder bekümmert an. „Rein, las bin ich nicht," versicherte Orla. „Aber man kann doch nicht in alle Ewigkeit fort- fahren, an ein fremdes Menschenkind zu denken, das man niemals mehr sieht." ' „Das verstehe ich nicht," sagte Ellen mißbilligend. „Olein,“ gab Orla zu, intern er.sich auf feinen Koffer setzte, um den Inhalt zusammenzudrücken, und de. in ab schloß. „Ader es ist auch ein großer Alnle.schied Milchen den Gefühlen eines Ma>.mes und denen einer Frau." „Das sage ich ja," ereiferte sich Ellen. „Die Frau ist treu, und der Mann ist untrer.“ „Was ist das für ein Alnfinn!“ lachte Orla. „Ist man iar-im untreu, daß man nicht ana if- hvrlich an einen ganz fremden Menschen denkt! Gegen euch und alle die Menschen, die ich wirklich lernte könnte ich niemals treulos sein, wie Lu sagst, 'aber ich denke doch auch nicht immer unt cteig an euch alle. Olein, feit ich das Tele- c.cmm von Kay erhalten falbe, daß er mich er- teerte. Lenke ich an nichts andres mehr, als hinüberzukommen und was Rech.es zu werten wie er.“ _ _ „CEJie lange dauert es wohl, st>is>du dort dem eigener He r wirst?" „$G5 läßt sich unmög'ich im voraus tagen!“ rief "Orla. „Das kann bald fein, und das kann auch etwas länger dauern." „Du siehst ober doch ein, Orla, für die, die zu Hause sitzen und warten müssen, ist es am schlimmsten. „Ratürlich," nickte Orla. „Aber du brauchst nicht nur stillzufitzen und za warten: da maßt auch irgend etwas arbeiten. Weißt du was, wenn tu dein Examen ge.nacht hast, fuchst du dir eine Stelle als Lehrerin ober fo etwas auf Lern Lande, damit dir später einmal die Verhältnisse auf einem Gut nicht völlig fremd sind." „Da hast tu recht!" rief Ellen lebhaft. „Das ist ein vorzüglicher (betonte. „Alnd aus dem Lande hat man so herrliche Gelegenheit, Briefe zu schrei- ben und ein Tagebuch zu führen, and dann tarnt man auch, wie tu richtig sagst, sehr viel lernen von lern Betrieb." „Alnd wenn du mir fleißig schreibst, bann wirst tu sehen, wie rasch die Zeit vergeht.“ „Es ist hübsch von dir, deine Dchteester ,o nett zu trösten," tagte Frau Borris, die Jbyi mit Orlas Handtasche, die sie gepackt halle, eingetreten wrr. „Aber toenn wir einander auch fleißig schreiben, wie du gesagt hast, so werden wir Loch unfein Orla mit der guten Laune and den vielen Plänen sehr vermissen." „Was soll ich sagen," murmelte Orla mit gerührter Stimme, während er die Handtasche untersuchte. „Ach, Mutter, wie gut hast da eingepackt — es fehlt nicht das geringste. Man tönntc meinen, du seiest selbst einmal ein Junge gewesen so genau weißt du, was man am liebsten hat." Frau Borris klopfte Orla auf tie Schuller, und er ließ sofort die Tasche fahren und schloß seine Mutter in die Arme. „Mein lieber Junge!" flüsterte Frau Borris. „Gewiß. Muller!" flüste te er zurück; ,b.t wirst noch Freude an mir erleben." (Fortsetzung folgt.) glänzt im Nu und erhältdie Schuh fOr Milch- und Mehl- | speisen, Saucen, Kakao, Frankfurt a M., 6. April. Kurs Kurs Kurs Loch. Gußstahlwerke 1180,60 1147, Brief 4. 0 Brüssel-Antw. Züricher Devisenmarkt. 6.4^ ). t. Schweizer Franken Kr. 117 80 16 32 1,19 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 97.80 125.40 23.80 3.37 -.30 1 35 17 25 1,2a Kr. Kr. Sh. Fr. r Aus den sozialistischen Parteien. Derli », 5. April. (Priv.-Tel.) Wie der der und der 1919, 1115, 870, 1427, 773, 699, 790, 935, 759, 530, 510, 74, 880, Christiania. . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . HelsingforL. . . Italien..... London . . . . . Reuyork. .. . . Paris. ..... Schweiz..... Spanien..... Deutsch-Qesterr. Prag...... Budapest..... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan..... Rio de Janeiro Schnckert-Werke. . . Adler werte...... Daimler....... 4° o Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. Dereinsbank 5982,50 69/8 75 85dO 85 640 K) 1752,20 1.46,25 32u,66 3008LÜ 6378,- 50c5,35 4,27 619,o0 37,75 117,35 2 8,30 155,45 4458,50 782,— 565,- 56 J, — 75,50 900,- Darum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag.... Stockholm . Wien.... London. . . Paris. . . . Reuyork . . 5742/0 6171,65 8 229,70 617,20 1468/0 1387,25 315,35 2849,85 6107,15 4823, 5 4,13 58o,75 36,45 112,S7 2 l 0,70 149,92 4269,- 1060, 1100, 1125, 1920, 1050, 865, 1435, 780, 697, 605, 975, 752, 565, 532, 74, 870, 241, 3,45 -,32 4. 4. 77,50 97,40 153,50 81, - 472,- 375,- 328,50 331,- 600,- 491,50 3,6,- 302,- 340,- 128),- 1058,- 1121,- 211,30 150,32 4281,- 18u.l0 L56 0.06 9.57 47.- 22.62 27.25 43.50 0.58 514.25 1.55 0,13 100 Fl. 100 All. Im Eisengrohhandel lassen sich die kommenden Marttverhällnisl«» sehr schwer beurteilen: zur Zeit steht er vor einer gähnenden Leere seiner Magazine, während den Eisenwerken ungeheuere Gewinne zufließen, aus direkten Lieferungen an den Grobverbrauch und an das Ausland. Unter dieser Unsicherheit der Geschäftslage hat naturgemäß auch der Eisenkleinhandel D.-Luxemb. Bergw.. 1150, Gelfenkirch. Bergw.. U85 Harpener Bergbau. 19 5, 5757,23 6688,3) 8 50/0 618,80 167 ,10 1390,75 316,.5 2897,15 6122,65 48db,05 4,17 587,25 30, 0 Wechsel auf Holland. ...... Deutschland .. . . Wien........ Prag........ Paris ....... London . ...... Italien ....... Brüssel....... Budapest...... Reuyork. ...... Agram....... Warschau..... 77,50 97,37 152,- 80,- 500.- 37),- 326,- 331,- 601,- 491, - 351,- 303,- 840,- 5967/6 69)1,25 85 >9,25 63d,.O 1747,80 14.3,15 32i,8* 300'20 6362,- 504a 5 4,23 618,23 37,65 1 7,35 217,(0 165,05 44jU,50 Oberschl. Eifenb.-B. 1103, Oberschles. Eifenind. 880, Phönix-Bergb.-Akt. 1450, Bad.Anilin-u. Soda 780, Höchster Farbwerte. 729, Allg. Elettr.-Ges. . . 830, Felten & Guilleaume 1020, 194.34 1.62 0.06 9.60 46.^7 22.58 26-85 43.55 0*585 514*50 1.65 0.13 fraktion zihr Folge haben. Wie ixi8 Blatt weiter hört, ist als Hilfer- dings Rachfolger in die Chefredaktio§i der „ Freiheit" Dtttmann in Aussicht genommen. Engroe-Vertrieb: K linse ?li öfter & Dlljgee. Drogen-Großhandlung, Gießen. 100 100 100 1 100 100 100 100 100 100 „Vorwärts" mitteilt, haben die beiden aus 11. S P auSgeschiedenen Stadträte Brühl Schüning beim Berliner Bezirksvorstand S. P. D. um Aufnahme in die Partei nach» gesudsi. Die Aufnahme Brühls, der auch Reichs» tagsabgeordmeter ist, in die S. P. D. würde seinen Eintritt in die sozialdemokratische Reichstags' Datum: 57 ■ Dtsch. Kriegsanl. Dtsch. Reichsanl. 3" g Dtsch. Reichsanl. 4°/0 Preuh. Konfols Hamburg-Paketf.. . Norddeutscher Lloyd Eomm.u.Privatbank Darmstadter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Mitteld. Ereditbank. Rattonalbank f. D.. 4.4. 1,57 Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld 84,50 460,- 361, - 347,- 333, - 60 ),- 492 50 353'- 302,- 340,- 1253,- 1040,- 1095,- 5.4. 1,63 Dr. 5L Kr. Kr. Kr. Fr. £ L. Fr. Kr. r Kr. Kr. Amstd.-Rotterd. 12481,35 12515,651198 ,80 12915,- , 2784, 2791, 263hf'>0 2892,40 Büchertisch. — W. Förster: „Christus und das menschliche Lebe n". Verlag von Ernst Reinhardt. München. In einer Zeit, da zerstörende 193),- 1120,- 850,- 148),- 789,- 7vl,- 810,- 978,- 762, 562,- 5c 9,50 72,60 895.- Mächte auf den Untergang unseres Volkes hin» arbeiten, muh man ein solches Buch, das geeignet ist, Mut zum Wiederaufbau zu machen, willkommen heihen. Es regt zum tieferen Rachdenken über die Ursachen unseres Riederganges an urtd zeigt die Möglichkeit eines Aufstiegs, sowohl für solche, die der Religion und ihrer Bedeutung für das Menschenleben noch fern stehen, als für solche, die ihren hohen Wert erkannt haben, bietet es Tatsachen und Gedanken, die nicht von der Hand zu weisen sind. Philosophische Betrachtungen wechseln ab mit interessanten Begebenheiten aus dem alltäglichen Leben, die sowohl auf das Seelenleben einzelner Menschen wie auf das gesamte Völkerleben überraschende Lichter werfen. Für die hohe einzigartige Stellung, die Förster Christus im ganzen Menschenleben anweist. mag man nun im einzelnen hier und da etwas einzuwenden haben, muh man dem Verfasser Dank sagen. Sune Aus.üht-ungen sind getragen von dem Gefühl innerster rlederzeugung von dem Drohen, was die Erscheinung Christi noch heute für unsere moderne Welt bedeutet. Ramentlich verdienen die Abschnitte, die sich auf die sozialen Gegensätze und ihre Heberbrückung beziehen (z. B. Christus und der Klassenkampf) allgemeine Beachtung. Kaffee. Tee, Kakao usw. sowie die erhöhte Umsatzsteuer werden aber voraussichtlich das Geschäftsergebnis nachteilig beeinflussen. — Im Lebensmittel-Kleinhandel ist das Geschäft rege und auch gewinnbringend. Ob die im Berichtsjahre in die Erscheinung getretene Tendenz der Ausdehnung des Bankgeschäfts weiter anhalten wird, läht sich bei den heutigen unsicheren wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen schwer sagen. Jedenfalls werden die geschäftlichen Ergebnisse durch die voraussichtlich immer weiter stark anwachsenden persönlichen und fachlichen Unkosten ganz erheblich beeinträchtigt werden. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Lloyd Georges Gegner im Anterhause. London. 5. Ahril. (WTB.) Die Unbeugsamen werden heute im Unterhause einen Antrag einbringen, in dem erklärt wird, der Mangel eines festen Grundsatzes In der gegenwärtigen Koalitionsregierung könne nur behoben werden durch Schaffung ei es Ministeriums, das aus Männern zusammengesetzt fei, die durch einen polnischen Grundsatz vereinigt werden. „W rst - . minj'ler Gazette "zufolge sind auch die unabhängigen Liberalen und die Arbeitermitglieder bereit, für diesen Antrag der Extremisten und Konservativen zu stimmen, da unter einem Ministerium wie dem in der Entschließung geforderten auch eine Regierung der Liberalen und Arbeiter verstanden werden kann. Die Regierung sieht diesen Antrag als Mißtrauensvotum an und wird dagegen Stellung nehmen. Franzos scheS Mißtranen gegen Lloyd George. Paris. 5. April. (WTB) Rach dem „O e tt b r e" befüvch-tet Poincare, daN Lloyd George verlangen werde: 1. Sofortige Anerkennung der Sowietregierung. 2. Beschränkung der Streitkräfte Polens. 3. Herabsetzung der Rüstungen zu Lande und 4. die Einsetzung ein es ständigen Obersten Ra es, in dem Deutschland mindestens konsulative Stimme haben soll. Wrgen der Besorgnisse hat die italienisch» Regierung Poincare vorgeschlagen, vor Eröffnung der Konferenz von Genua eine Vorkonferenz zwischen den drei alliierten Grohmäch- ten abzuhalten. Poincare aber habe geantwortet, er genehmige diesen kleinen Rat nur unter der Bedingung, daß er vorbereitend fei und das) er unter keinem Vorwand nach Eröffnung der Konferenz weiter bestehe. Das Blatt fügt hinzu: Es ist trau ig, ball am Vorabend des Kongresses der europaischesi Wiedergeburt die französische Delegation den Eindruck erweckt, von Mißtrauen geleitet und von Furcht beherrscht zu sein. Eine päpstliche Rote über Genua. London, 5. April. (WTB.) Der französische Berichterstatter der „Time s" teilt mit, daß der Papst demnächst eine R o t e an die Häupter der in Genua versammelten Delegationen richten wird, in der er den Standpunkt des Vatikans zur Genueser Konserenz darlegen wird. CB er [in, 5. April. Dörfenstim uru ngs° bild. Die schon feit längerer Zett an der Börse vo.herrschende Zurückhaltung und Geschäftsunlust nimmt anscheinend mit dem Räherrücken der Konferenz von Genna zu. Auch heute hielt sich das Geschäft im allgemeinen, von einigen ttrrz- atmigen Anläufen zu einer Belebung in gewissen Werten abgesehen, in ziemlich engen Grenzen. Die Kurse gaben im Einklang mit den stärker rückgängigen Devisennotierungen durchschnittlich um 25 vis 50 nach, namentlich am Montanmarkte. Die uneinheitliche Kursbildung, die schon seit einigen Tagen zu beobachten war. hielt auch heute an und verhalf einigen Papieren wie Köln- Reuessener, Kattowitzer. Rheinstahl. Deutsche Waffen und Kaliaktien, zu Kurssteigerungen. Stärker nachgebend um 100 bis 160, waren aber Hösch, Ilse-Bergbau und Anglo-Guano. Dorüber- gehrnd belebte sich in Kattowiyern, und Laura- Hütte bei Kursbesserungen bis zu 103. sowie für Rutgers werke, Th- Goldschmidt und Deutsche Kall Aschersleben bei steigenden Kursen das Geschäft. Sonst blieb aber die Börse uninteressant. Auch das Prioatpublttum war in der Erteilung neuer Auftrage am Einhettsmarkt zu-.-ückhaltender geworden. Am Rentenmarkt schwächten sich drei- prozentige Reichsanteche nach dem gestrigen Aufschwung wieder ab, ebenso Mexikaner wegen des Dev isenrückganges. Oesterreichische und ungarische Renten lagen jedoch fest mit Ausnahme von ungarischer Gvldrente. Frankfurt a. M., 5. April. Bö r sen - stimmungsbild. Die Börse eröffnete den heutigen Verkehr in schwacher Haltung. Die Geschäftstätigkeit behielt ihren ruhigen Charakter. Rur auf einzelnen Gebieten kam es zu regeren Umsätzen. Der Einheitsmarkt beeinflußte die übrigen Gebiete nicht. Schleppend volhwg sich der Verkehr auf den variablen Märkten. Am Devisenmarkt stellte sich der Dollar iöi Frühverkehr auf 325—320, später auf 315; in der ersten Dörsen- meisten bedürfen, es nicht mehr möglich ist, sich Bücher anzuschaffen. trotzdem diese noch verhältnismässig billig und die Preissteigerungen im Vergleich zu unzähligen anderen Gegenständen äußerst bescheiden zu nennen sind. — 3m Gegensatz hierzu ist der Geschäftsgang im Musikalienhandel gut, weil sehr viel ernste, insbesondere Hausmusik betrieben wird. Die Beschaffung von Musikinstrumenten begegnet allerdings großen Schwierigkeiten. — Für uen Dro - gen-Kleinhandel ist angesichts der Kaufunlust weiter Volkskreise in nächster Zeit ein guter Geschäftsgang nicht zu erwarten. — Der Kolonialwaren-Großhandel krnn sich wieder voll entwickeln; die neuen Zölle auf Molkerei. I Die Fabrikation in Radiatoren und Heizkesseln verfügt z. Z. noch über einen ' Auftragsbestand, der für einige Monate Deschäf- < tigung bietet. Heber die Preisgestaltung läßt sich < eine Voraussage nicht machen, da sie ganz von i der weiteren Entwicklung der politischen und Wirt- ‘ schasilichen Lage abhängt. i Die keramische Industrie, die für ' alle Baustoffe maßgebend ist, steht uno fällt mit < der Kohlenversoigung; denn sie braucht zur Her- ’ stellung ihrer Erzeugnisse ungleich mehr Kohlen : als jede andere Industrie. Richt minder ist sie ab- 1 hängig von der Lage des Baumarttes; die Dau- 1 tätigfeit im Inland hat sich ja auch etwas ge- 1 bessert und scheint trotz aller ileberteuerungen < e"chst noch anhalten zu wollen. Auch das landsgeschäft entwickelt sich allmählich. Im Dampfsägewerksbetrieb rechnet man mit einem starken Geschäftsrückgang, wenn die heutigen Preise fortbestehen werden; das gleiche gilt für die Möbelfabrikation. Die Fabrikation in Gummiwaren ist noch für einige Monate mit Aufträgen berschen; durch die Erhebung einer Ausfuhrabgabe wird das Auslandgeschäft in Gummiwaren sehr erschwert. — Die Aussichten in der Gn m mi- und Metall st empelfabrikation werden als gut bezeichnet. Die künftige Lage der Seifenindustrie hängt ganz davon ab, in welchem Umfange sie mit Rohstoffen versorgt wird; im Berichtsjahr hatte diese Industrie empfindlich unter dem Mangel an Alkalien zu leiden. Füi die Preßspan- und Pappen- fabriCation hat das Berichtsjahr mit einem guten Auftragsbestand und angemessenen Preisen abgeschlossen. Das Auslandsgeschäft Hal gegen Ende des Zahres 1921 die seit langem erwünschte Festsetzung von Ausfuhrmindestpreisen gebracht. Die gegenwärtige Lage im Buchdruckerei- und Zeitungsgewerbe ist wenig befried gend; eine Besserung ist angesichts der außerordentlich hohen Papierpreise vorerst Nicht zu erwarten. Der Absatz der aus den den Webereien i im Kontingent zugeteilten Game hergestellten I Seinen hat sich bis zum Schlüsse des Berichts- jf jahres ohne Schwierigkeiten vollzogen. Der durch ganz wesentliche Erhöhung der Gampreise und r Arbeitslöhne bedingte Aufschlag hat eine Stockung im Absatz herbeigeführt und es bleibt abzuwarten, ob sich die Kundschaft mit den hohen Preisen abfinden wird oder ihre Käufe auf das nötigste einschränkt. Die in Aussicht stehende weitere Erhöhung wird das Inlandsg "schäft stark beeinträchtigen. Vom Aus lande, insbesondere von Belgien und Holland werden zwar Leinengarne angeboten, doch waren die Preise dafür so außergewöhnlich hoch, daß diese Gespinste kaum für Exportaufträge in Frage kommen konnten. Die Rohstoffversorgung in Zukunft macht deshalb der gesamten deutschen Le in en Industrie ernste Sorgen. Es ist zu hoffen, daß die deutsche Landwirtschaft diesem bedrohten Industriezweig hinsichtlich der Rohstoffversorgung durch erheblich vergrößerten Flachsanbau volles Verständnis entgegenbringt. — Die mechanische Kleiderfabrikation (Arbeiterschutzkleider. Derufsklcider, Sportbekleidung) ist bis tief in das Jahr 1922 hinein teils zu Mittel-, teils zu Tagespreisen voll beschäftigt. — Die gegenwärtige Geschäftslage in der Damenhutfabrikation wird als gut bezeichnet. — 3m Geschäftsgang der Haarhutfabrikation ist das Inlandsgeschäft ebenfalls gut, während das Auslandsgeschäft durch die wieder eingeführte Exportabgabe ganz erheblich erschwert wird. stunde auf 314—315. 3n den amtlich nicht notierten Werten hielt die Geschäftsstille an. Deutsche Petroleum 2225. 3nag 585. Rhenania 1070. Iw- sius Sichel 735. Montanpapiere unterlagen Schwankungen. Ellltrizttätspa.iece waren wenig beachtet. Lustlose Haltung zeigten chemische Werte. Anilinaktien schwächer. Autowerte aaben nach. Der Schluß gestaltete sich vorwiegend schwächer, da Abgabeneigung vorherrschte. Privatdiskont 41/2 Prozent. 6.4. 77,50 97.- 152,- 83 - 486,- 367,- 325 - 330,- COü, - 490,- 355 — 302.- 337,- welche die deutsche Regierung erhebt, lahmgelcgt zu werden droht. Wen» auch die Aussichten der Bierbrauerei und Mälzerei für das neue Hahr infolge der freieren Getreidebewirtschaftung etwas besser sind als in dem Vorjahre, so wirb sich doch auf der anderen Seite das Braugewerbe auf einen Rückgang im Absatz gefaßt machen müssen, well es genötigt sein wird, zu neuen Preiserhöhungen zu schreiten, die durch die hohen, das Siebzigfache der Friedensjahre betragenden Gersten- und Hopfenpreise, die andauernden Lohnerhöhungen und ganz besonders durch die am 1. April eintretende Vervierfachung der Braust euer hervorgerufen werden. — Für die Likör- fabrikati 0 n wird sich die Zukunft durch die Steigerung aller Rohmaterialien immer schwieriger gestalten. — In der Müllerei geht der Betrieb nach der teilweisen Aufhebung der Ge- treidezwangswirtschaft ja wohl in früherer Weise weiter, jedoch mit dem bemerkenswerten Unterschiede. daß infolge der ungeheuren Steigerung der Rohprodukte, der Kohlen, Oele, Löhne usw. die Mehlpreise eine solche Höhe erreicht haben, daß der Absatz nur ein sehr minimaler fein kann. Ganz ähnlich liegen die Verhältnisse in der Marknotierirngeir. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- 1-Ubr- Schtuß- Anf.- Kurs 5. 4. 77,50 97 50 147,75 zu leiden. Die am Schlüsse des Berichtsjahres im Borstengroßhandel eingetretene Geschäftsstille übertrug sich auch in das neue Jahr. — Im Herrenhut-Großhandel findet bie Ware schlanken Absatz; ob angesichts der erneuten Steigerung der Preise der flotte Geschäftsgang anhalten wird, muh k»zwetfelt werden. — In der Manufakturwaren- und Herren- konf ektion hält du» überaus starke Rachfrage augenblicklich noch an und wird auch andauern, solange noch die Industrie stark beschäftigt ist. In Korbwaren ist die Rachfrage ebenfalls groß, der Warenvorrat aber verhältnismäßig gering. Diesem liebell’tanb kann nur dadurch begegnet werden, daß man nach Wegfall der größten und besten Weidengebiete von Deutschland der Hebung des äußerst rentablen Weidenbaues die größte Aufmerksamkeit schenkt. Sowohl der Verlags- toie auch der Sortimentsbuchhandel befindet sich in äußerst gedrückter Lage, weil vielen Kreisen und , gerade denjenigen, die der geistigen Rahrung am ^d.- Eisenw.- Akt.. 1050, moifion Fiohürfon öS nicht mnalicb ist. sich iisa Torten, Eis und als Zusatz zu solchen einge- machten Früchten, die nur ein schwaches Aroma haben, wie z. B. Apfelgelee. Marmelade etc. I&8 Dr. Oetker’s ^aniBHn-Zucker Hiermit kann man den Speisen und Getränken auf die einfachste Welse den feinen Vanille* Geschmack und das köstliche Vanille-Aroma geben. Vielfach wird nun sog. Vanillin-Zucket zu vielleicht etwas billigerem Preise ange-s boten, der jedoch einen so geringen Vanillin- Gehalt hat, daß Geschmack und Aroma schon beim Lagern in den Geschäften sich verflüchtigt hat. Man achte daher beim Einkauf darauf, daß man nur dp. OBikep’s FaBrikaie mit der Schutzmarke „Oetker’s Hellkopf“ erhalt. Statt Karten Ihre Vermählung zeigen an Dr.med.vet. Johannes v. Bentheim und Frau Johanna geb. Pfaff. Gießen (Goethesttaße 69), den 6. April 1922. ► Wegen der großen Unkosten erhöhte Preise. 3426c NB. Dieser Füta bleibt bis einschl. K Sonntag auf dein Spielplan. Es wird höfiiehat gebeten, möglichst di« Nach- w nittags-Vorstellungen zu besuchen. Astoria-Lichtspieie 4 Heute! Premiere! > Lad! Hamilton < Liebe und Leben der Lady Hamilton, dp Lord Nelsons letzte Liebe. >1 Vorspiel, 8 Akte. Ä BedeutverstärktesOrchester! * Gis Kah'rahi 'Vaiie iir ffiiieifea und Tvlltter- V Ä * für Speise- und Futter 3425a Uliflöanb Hauptfeier: Sonntag, 9. April, 8 Uhr, wWlvvybal Schülerfeier: Samstag, 8. April, 7 Uhr. zwecke abzuaeben oau* Weise & Petri Graben,tr. 7. TeL 1313. ~ Rich. Jordan’s kirchliche lelsterbllder-Aniaebtei Erwachsene M. 3.00, Schüler M. 1.50, Sperrsitze M. 5.00. j für Herren- und Bamen-Beiileidiing Qualitätsware Reichhaltige Auswahl Bauer, Tiishhandlans, MoltKestr.22 T«*lephon lß'i9 Haltestelle der roten Li ie. Hauptfeier: M ttwoch, 12. April, 8 Uhr, 8 iloiiMSly Schülerfeier: Dienstag, II. April, 7 Uhr. Ef8 I mrlttW Hauptfeier: Karfreitag, 8 Uhr, R|.•LhlUBll Schülerfeier: Gründonnerstag, 7 Uhr. I baL Hauptfeier: Sonntag nach Ostern, 8 Uhr, Lluil Schülerfeier: Samstag, 22. April, 7 Uhr. Prima Qualität 110 cm breit in weiß und farbig zu mäßigen Preisen. CjJTodebaus Qafomon, / 4r dies en f&Trhuhlsob» |